M M ff 3$ <:■ V «^7v-- 74^ »X' ' .." /-j. •. 5 - ■ ■ ■ MD Montag, 22. April 1940 Annahme von Anzeige« . für die MittaaSnummer biS8'/?UbrdeSBormittagS Nrundvreife für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malftaffell Abschlüsse MengenstaffelS Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/omebr Ermäßiate Grundpreise Bäoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. [90. Jahrgang m. 94 e W Gießener Anzeiger infolge höherer Gewalt ^ÄbtanschE^AnzeM „ vru-k«nd Verlag: Vt A W $1114 rch->l«-»ungundSeschSft,stell«: Postscheck11S3sJiankf°M. vkühlscheUnlversttSt»»nicktr«I8.k' - iiid? y il. W* fünfe bei einem Luftkampf ab. Fünf seindlrche Flugzeuge verriebenen Musters wurden über eigenem und Feindgebiet durch deutsche Jager und Flakartillerie abgeschossen. (DNB.) (P. K.) Der Geburtstag des Führers hatte zwischen den Festungswerken des Westens und bei den Soldaten des Vorfeldes eine besondere Form erhalten. Schon seit Tagen haben die Manner in den Bunkern, in den BereMchaftsstellungen und die in den Kampfständen des Vorfeldes Führer- bilder aus den illustrierten Zeitungen ausgeschnitten und, geschmückt mit frischem iannengrun und mit den ersten Frühlingsblumen, am Ehrenplatz der Unterkünfte angebracht. Wo es Zeit und Umstande erlaubtem hielten die Truppenkommandeure kurze P Während das Symbol deutscher Wehrberettfchaft gehißt wurde, erinnerte ein Sprecher an die Be- ^^D^^DorfeldsoUiat, aber auch der Westwollarbei- ter in feiner Baustelle, fast vor der Festungskampf. Der Führer dankt Generalfeldmarfchall Hermann Goring, der ihm zugleich mit den Glückwünschen Äum Geburtstage die Mitteilung von der überwältigenden Metallfpende, der Geburtstagsgabe des deutschen Volkes, überbrachte. — (Presse-Hoffmann-M.) linie, erlebten diesen Tag mit besonderer Eindring, lichkeit. Nach langen beschwerlichen Regentagen strahlte endlich wieder die Sonne am Himmel, und vor ihm lag eine wundervolle Frühlingslandschaft. Aber der Gegner streute mit seiner Artillerie das Land ab, und die Motorengeräusche der Aufklärer erinnerten an die rauhe Wirklichkeit. So ging hier der feldgraue Alltag mit allen Pflichten und Erfordernissen weiter. Nur geschmückte Bilder des Führers, gelegentliche Gespräche der Kameraden untereinander erinnern an Adolf Hitler Hans Dähn. mit denen die Bevölkerung dem Führer ihre Geburtstagsglückwünsche darbrachte, steigerten sich in stürmischem Jubel, als sich der Führer auf dem Balkon der Reichskanzlei zeigte. Gegen 13.30 Uhr erschien Der Führer abermals in seiner feldgrauen Uniform auf dem Balkon, «t von donnernden Heilrufen, die dann in »fang der Nationalhymnen übergingen. Dankend stand der Führer auf dem Balkon. Als sich endlich die Tore schlossen, sang die Menge das Lied „Wir fahren gegen Engeland". Als der Führer um 20 Uhr noch einmal die stürmische Bitte der Tausende erfüllte und ein letztes Mal an seinem Geburtstage auf den Balkon der Reichskanzlei trat, reckten sich die Arme der Menge und ein einziger gewaltiger Jubelchor der Freude und Dankbarkeit brauste über den Platz. Erst als das abendliche Dunkel über den weiten Platz hereinbrach, verhallte der Jubel der Taufende. Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Berlin, 21.April. int »m greitas traf eine Abordnung des tta- li-nifck-n Handwerk. in Berlin ein, mV fie von RelchLoraanisalionsIeitcr Dr, Ley empfangen wurde. Die Abordnung steht unter Rübruna non Präsident ®aMotti, üTationalrat und Leite? de? italienischen Handwerks. ♦ S« Mtartfcfc Generaldirektor für den Touris, muss, Dr. Mo«nm, hat Staatssekretär Esser eine non dem Bildhauer Vollenberg geschossene Büste de, Duce überreichen lassen, die im Hause der „her- inonmEsser^orschungsgemeinschast für Fremden, wrtebr m Frankfurt a. M. feinen Platz finden nnro. * per regelmäßige Fährdienst zwischen Dänemark und Schweden ist wieder aus. genommen worden, nachdem er seit dem 9. April unterbrochen war. Don Kopenhagen kommend traf eine Gruppe von fünfhundert schwedischen Staatsangehörigen in Malmö ein. Der Verkehr zwischen Helsingborg und Helsingör ist wieder in vollem Gange. ♦ Eine deutsche Handelsdelegation unter Führung des Ministerialdirektors Dr. W a l t h e r vom Reichsernährungsministerium und des Reichsbankdirektors Ludwig vom Reichswirtschaftsministerium sowie des Legationsrates van Scherpenberg vom Auswärtigen Amt ist in Kopenhagen eingetroffen zu Besprechungen über den deutsch-dänischen Güteraustausch. Wie Reuter zugibt, wurden die beiden britischen Dampfer „M e r se y" (1037 BRT.) und „Hawnby" (5380 BRT.) auf der Höhe der britifchen Südostküste versenkt. * „News Chronicle" und Havas haben die Nachricht verbreitet, daß zwischen der Sowjetunion und Rumänien Besprechungen unter Hinzuziehuna des französischen Botschafters in Rumänien geführt worden seien, um eine Vereinbarung bezüglich der russischen und rumänischen Truppen an der Grenze zu erzielen. Die Taß ist autorisiert, zu erklären, daß diese Information vollkommen erfunden ist. König Carol von Rumänien empfing acht ehemals führende Mitglieder der EisernenGarde. Die Audienz wird als ein Anzeichen der allgemeinen innerpolitischen Befriedung angesehen. Im Zeichen dieser Befriedung erfolgte auch die vom Innenminister verfügte vollständige Auflösung der Internierungslager von Daslui, Sadaclia und Csikszereda. Die französischen Militärbehörden in Tunis haben das auf den Geburtstag der Stadt Rom an- gesetzte jährliche Turnfest der italienischen Primär- und Mittelschulen „aus Gründen der öffentlichen Drlbnuna" untersagt. Als Erwiderung auf diese Maßnahme haben oie italienischen Sportvereine von Tunis beschlossen, sich in Zukunft der Teilnahme an irgendwelchen Wettkämpfen zu enthalten. ♦ Der nordamerikanische Staatssekretär Hulk erklärte, der l_I8^.-Gesandte in Ottawa, James Cromwell (der sich durch offene Hetze gegen Deutschland in amerikanischen Kongreßkreisen un- liebsam gemacht hatte) werde nach den Primärwahlen in Neuyersey am 21. Mai von seinem Posten als Gesandter in Kanada zurücktreten, um sich an den Senatswahlen in Neuyersey zu be- teiligen. Unter dem Vorsitz des Brigadegenerals Sherman Miles haben die Militärattaches der Vereinigten Staaten in den europäischen Staaten in Genua eine Beratung abgehalten. Dann hat General Miles an Bord des Dampfers „Washington" die Heimreise nach Neuyork angetreten. » Neue japanische Operationen im Chungkio-Ge- birge in der südlichen Provinz Shansi parallel 3um Gelben Fluß führten zur B e s e tz u n g P i n g l u s und anderer wichtiger Punkte am Nordufer des Flusses durch die Japaner. Nach dem Kampfbericht hat die 4. chinesische Armeegruppe eine empfindliche Niederlage erlitten. Die chinesischen Truppen hatten 4500 Tote und 60 Gefangene. * Aus der Burg zu Krakau empfing Generalgou- verneur Dr. Frank Abordnungen der ©oralen und der Ukrainer, zwei von den Polen jahrelang unterdrückten Dolksstämme, die ihrer Freude über die ihnen jetzt zuteil werdende wirt- schaftliche und kulturelle Förderung Ausdruck gaben. Der Generalgouverneur erklärte, den Ukrainern werde die seinerzeit von den Polen geraubte Kathedrale von Chelm zurückgegeben und ihnen eine gewisse weitere Entfaltung ihres Volkstums gewährt. Aus aller Well. Deutschlands größtes Arbeitsamtsgebäude. Deutschlands größtes Arbeitsamtsgebäude, das Berliner Arbeitsamt in der Charlottenstraße, ist fertigegestellt und jetzt vollständig bezogen. Bei einem Betriebsappell betonte Neichsarbeits- minifter Seldte, unsere Arbeitseinsatzpolitik gebe uns einen gewaltigen Vorsprung vor unseren Fem- den, die keine so sorgfältig ausgebaute Organisation besäßen. Während bei uns die Arbeitslosigkeit ve- seitigt sei, betrage die Zahl der Erwerbslosen in England, dessen Einwohnerzahl halb so groß |ei wie die deutsche, rund eine Million. Lin Todesurteil des Sondergerichts Frankfurt. Das Sondergericht Frankfurt verurteilt« den 39- jlihriaen, aus Bibra in Thüringen gebürtigen Friedrich Apel, einen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher, zum Tode. Der Angeklagte wurde des schweren Raubes während der 4V9' einfacher Diebstähle, eines schweren Diebstahls und Diebstahlversuchs überführt und erhielt außer der Todesstrafe zwölf Jahre Zuchthaus, Sicherungsverwahrung und Ehrverlust auf Lebenszeit. Se^ mit angeschuldigte frühere Geliebte erhielt weaen Dieb siahls zehn Monate Gefängnis. Apel ist der' Oohn eines Gewohnheitsverbrechers, der 27 Strafen er litten hat. Sein Vorleben war unstetig und teil weife abenteuerlich. Nachdem er im Ausland h nre Strafen verbüßt hatte, kehrt« er 1925 nach Deutschland zurück, wo er wegen Diebstahls oe straft wurde. Im Sommer 1939 begmg er Di,b- stähle verschiedener Art. Dauernd 'N Geldverl.gen heit, führte der Angeklagte dann abends m Dunkelheit einen S t r a ß e n r a u b aus. Er entritz k ner Frau gewaltsam die Handtasche rind wurde wn ;■ I b Wr Qus l P kinen n- lieber, unter Ai. . Wn. j(r ' i/Q9 un) vorbil). ne ®efo!ö. trog? “ »erben f - sitzt dw«! d°tßch,i,. Als auf 1 m Brand 1 mit Ben. j 1 bedrohten e Zu ejplo. ,c auf dem 2r an den r aus, üeh e ZM Krung. Ein nener Last. Brand ge. nbeiter ge> iahnhof ein standes ge« ief, wären { lgreifen de, Menschen. eser mutig. faschistisch-1 talien durch, ib die Bei- ite oder im r sowie an -. d In Rom« im Palazzo | wohnte er | end im Fo., ' t bereiteten itsverbändeiS )ia eine be>K e vom Bal-RI ine Begrii- I Ferner er- I >ahnhos Lil- q aoillon de, 1 tufeum del I ,eit. 2Iuf ben ie statt. Am ein Tänzlest | chafien l ien Theatern [ tionalen @i' sich mit del iftlicher Fr°'i ( UHU. r — * - « E"-n 7m loffi! Produktlonsbedrngungen zu erleichtern i Das Buch eine Waffe im Lnischeidungskamps Die Kantateversammlung der deutschen Buchhändler. des Buches im Kriege für den Mann an Von Trondheim nach Süden und Osten . , 21. AprU. (PK.) Als der eng- DNB. . ind unruhig, und nach den ersten Worten taucht )er Verdacht auf, es mit einem Führer von Frei- Italien)? strategische Stellung im Wittelmeer Jront. Für ihn ist es der gute Kamerad im Kampf und in ruhigen Stunden. Schon wenige Monate nach Ausbruch des Krieges fuhr der erste Frontbuchhandelswagen zu den vorderen Linien. Ich muh der Deutschen Arbeitsfront, die die Ausstattung von zwölf großen Bücherbussen ermöglichte, danken, möchte gleich- chärlern zu tun zu haben. „Warum hat Deutschland die norwegische Fahne geändert?" fragt ziemlich unvermittelt der Norweger. Erstaunti Wieso? Schnell klärt sich der Irrtum auf. Die deutsche Krregsflagge mit ihren Streifen und dem Haken- kreuz wurde von Norwegern als die neue norwegische Flagge angesehen. „Werden sie unsere Knaben ammlung zusammen, auf der dieser ausführte, im gleichen Maße wie für die Heimat, ja vielleicht noch stärker ist die Bedeutung Millionenspende her Gefolgschaft de« Neichsverlehrsministerö für da« Deutsche Vote Kreuz. Berlin, 21. April (DNB.) Das Kriegshilfswerk für das Deutsche Note Kreuz konnte seine erste Millionenspende verzeichnen. Wie der Leiter der Wunschkonzerte des Deutschlandsenders im Auftrage des Neichsverkehrsministers Dr. D o r p m ii l l e r beim 41. Wunschkonzert bekanntgab, haben die zum Dienstbereich des Neichsverkehrsminisier gehörenden G e - folgschaften der Reichsbahn, des Neichsver- kehrsministeriums, der Reichswafserftraßenverwal- tung, der Straßenverkehrsverwaltung und der Verwaltung der Häfen, Brücken und Fähren dem Wunschkonzert zugunsten des Hilfswerks für das Deutsche Note Kreuz durch Sammlungen die Spende von 1 080 952 NM. zugeführt. Arbeitseinsatz vorübergehend entbehrlicher Arbeitskräfte. Die angespannte Lage des Arbeitseinsatzes erfor- dert den Einsatz aller verfügbaren Arbeitskräfte, auch solcher, die, obgleich sie infolge Witterungseinflüssen, Rohstoffmangels usw., vorübergehend nicht beschäftigt werden, an den Betrieb gebunden bleiben, weil der Betriebssichrer befürch- tet, die Arbeitskräfte bei vorübergehender Entlaf- fang zu verlieren. Hierdurch geht wertvolle Arbeitskraft verloren, durch deren, wenn auch nur vorübergehenden Einsatz dringende Bedürfnisse be- friedigt werden könnten, wie z. B. bei Ent- und Derladearbeiten. Die Freigabe der Arbeitskräfte soll zunächst durch Verhandlung mit dem Betriebsfüh- rer versucht werden. Sie kann außer durch Lösung des Arbeitsverhältnisses auch durch Beurlaubung ohne Weiterzahlung des Lohnes geschehen. Notfalls muß von der Dienstverpflichtung Gebrauch gemacht werden. Leipzig, 20. April. (DNB.) Im Rahmen der diesjährigen Kantate-Veranstaltungen trat der Börsenverein der deutschenBuchhänd- l e r als wirtschaftliche Spikenvertretuna des Buchhandels unter der Leitung feines Vorstehers Hauptamtsleiter Wilhelm Baur zu feiner Hauptver- von Verfolgern festgenommen, wobei sich ergab, daß er eine mit sechs Schuß geladene Schreckschuß- pitzole bei sich trug. Erstaufführung von Schuhes „Schwarzer Peter" in Rom. Rom, 20. April. (Europapreß.) Die Märchenoper „Schwarzer Peter" von Norbert Schul tze gelangte in der königlichen Oper in Rom zu Erstaufführung in Italien. Die Oper unter der Stabführung des Komponisten, der auch die Musik zu dem Film „Feuertaufe" geschrieben hat, fand eine sehr freundliche Aufnahme, zumal heitere Musikwerke dieser Art in Italien aUmählkh ganz aus der Opernliteratur verschwinden. Die Aufnahme der Oper beweise, schreibt „Piccolo", daß die Freunde des lyrischen Theaters in Italien diesem in norwegischem Stil erbauten Hause des Konsuls gegenüber. An dem scharfen Gesicht des Norwegers, der hochgewachsen und sportlich durchtrainiert ist, vorbei geht der Blick durch die Fenster über den tiefblau schimmernden Fjord. Ringsum die Berge sind mit Eis und Schnee belegt, und die Mauern der uralten Festungsinsel Munkholmen leuchten gelb in der warmen Sonne. Die Hände des Norwegers zeitia aber auch mit Genugtuung feststellen, daß der deutsche Buchhandel das Opfer des Verzichts der unmittelbaren Belieferung der Wehrmacht auf sich nahm. Die Ausschaltung einzelner von dieser Aufgabe vermied ungerechtsertiate Kriegsgewinne. Berichte von der Front beroeqen, daß der eingeschlagene Weg richtig war. Ministerialdirigent Haegert nahm dann gegen das Vorurteil gegen den Druck der Antiqua- schrift Stellung und erklärte: Alle Bücher, die auch für das Ausland wichtig sind, müssen in Antiqua gedruckt werden. Es ist eine Forderung, von der wir unter keinen Umständen abegehen werden. Viele unserer besten Schriftsteller stünden als Soldaten an der Front. Es werde eine besondere Propagandaaktion zugunsten der Werke dieser Männer stattfinden. Aus den Reihen unserer Dichter an der Front müssen die Werke kommen, die den Freiheitskampf unseres Volkes verherrlichen. Bei Regelung der Papierfrage ginge es nicht an, daß bei wertvollen Büchern" und Zeitschriften an Papier gespart werden müßte, während kultur- widrige und minderwertige Bücher einen erhebliche Rundfunk die Meldung verbreitete, daß sich in Trondheim starke deutsche und norwegische Truppen gegenüberlägen, standen wir auf den starken Mauern der rund 100 Jahre alten Festung von Trondheim, die die Norweger Kristiansten nennen. Ueber uns wehten friedlich die deutsche und die norwegische Flagge und auf den Vorderladern aus dem Jahre 1840 standen der deutsche und der norwegische Poften, die gemeinsam das alte Gemäuer bewachen. Ein kleiner Unterschied besteht allerdings zwischen den beiden Posten. Der Deutsche hat nämlich scharfe Patronen in seinem Gewehr, während das Gewehr des Norwegers leer ist. Jedenfalls bot sich hierbei Gelegenheit, die genaue Lage der deutschen und norwegischen Truppen festzustellen, und die Meldung des englischen Rundfunks kann eigen!- lich nur in vollem Umfange bestätigt werden. In der Tat liegen sich starke Truppenoerbände gegenüber; die Deutschen haben nämlich die Kaserne in der Nähe bezogen, während die Norweger auf der anderen Seite der Straße untergebracht sind. Im übrigen grüßen sich die Soldaten der beiden Nationen auf der Straße, und die Offiziere beraten gemeinsam, in welcher Form das öffentliche Leben noch weitergeführt werden kann. So sieht es in Trondheitn selbst aus. Die wilde- sten Parolen kursieren im Lande, und immer wieder werden unsere Soldaten nach den Voraussicht- lich kommenden Ereignissen gefragt. Dabei drücken viele Norweger ihr Bedauern darüber aus, daß die Engländer mit ihren kriegerischen Aktionen das deutsche Vorgehen hervorgerufen haben. Militär jeder Art, auch das eigene, ist den Norwegern nicht genehm. Als eine Kompanie Infanterie, die soeben auf dem Trondheimer Bahnhof angekommen war, singend durch die Stadt marschierte, begegnete sie unwilligen Blicken. Dabei ruft das disziplinierte Auftreten unserer Truppen uyd der Schneid des deutschen Vorgehens doch Hochachtung und Anerken- nung hervor. Einzelne Norweger drucken ihre Be- munberung immer wieder aus. Sie sehen wohl ein, daß ein des Krieges ungewohntes und im wesent- liehen ungerüstetes Land kaum auf die Dauer in diesem Kriege unbeteiligt bleiben kann. Am liebsten aber hätten sie ihr geruhsames Leben weitergefuhrt, das ihnen im vorigen Kriege viel Geld eingebracht ^Dieses Zwiespältige und Ungewisse, dieses Bangen zwischen Furcht und Hoffnung, ist das typische Zeichen für das Leben hier in Mittelnorwegen, das auch dem zu etwas mystischen Einzelgängertum neigenden Naturell des Norwegers entspricht. Die Realitäten des täglichen Lebens erstrecken sich im wesentlichen auf geldliche Dinge, in denen die Nor- weger allerdings recht erfahren und bewandert sind. Inzwischen gehen unsere Truppen von Trond- heim aus je nach dem Eintreffen weiterer Verstör- kungen, nach Osten auf die schwedische Grenze und nach Süden in Richtung Bergen vor wo sie sich wohl alsbald mit den von Süden nach Norden zu vorgehenden Truppen vereinigen werden Hierbei treffen unsere Truppen hier und dort auf einzelne Gruppen irregulärer Truppen, von denen die ort- liehen und zuständigen norwegischen Militärs nichts wissen wollen. Es gibt einzelne kurze Gesechie, nach denen sich der (tzegner in di- Berge zuruck, zieht. Ernsthaster Widerstand "kann nicht geleistet werden und wird auch nicht g-k-'stet. aber das Aus. räumen der wildzerklüsteten G°b/-g-S°g-nd-n non den Frestchärlergruppen, gegen di- mit allen Mit. te(n vorgegangen werden muß, nimmt doch einige 33n"bief"n|:'loCgen meldet- sich durch V-rmittlung eines Reichsdeutschen bei dem deutschen Konsul in Trondheim ein Norweger und bat um eine Un- krrebung mit einem Beauftragten des deutschen Wehrmachtsbefehlshabers. Wir sitzen uns in dem Opernstil viel Verständnis entgegenbräckten und ihn sehr freundlich aufnähmen. Das Geheimnis des Erfolges dieser klaren und an Motiven reichen Musik Schultzes sei die intelligente Vermählung der deutschen Lieder mit den italienischen Kadenzen. — Die Musik Schultzes, schreibt ,Messaggero", sei von Mozart und Weber beeinflußt und zeige humo- ristisch« Einflechtungen Strauß'scher Tonart. Don ernster Art und ausdrucksvoll (ei die Stabführung Schultzes, schreibt „Oiomale d Italia", und „II Lavoro Fascista" nennt sie glänzend und Zeugnis ablegend für seine aründlichen musikalischen Fähigkeiten. Schultze mußte mit den Darstellern mehrfach vor dem Vorhang erscheinen, lleberaus reich waren die Sympathiekundgeoungen des Publikums für den jugendlichen Komponisten. Rom, 20. April. (DNB.) Die strategische Lage im Mittelmeer wird vom „Giornale d'Jtalia" klar vor Augen geführt. Italien sei vor allem die größte Mittelmeernation. Es habe die stärkste und dichteste Bevölkerung und die ausgedehntesten nationalen Küsten, das sechsfache der nationalen Mittelmeer- küste Frankreichs. Darüber hinaus fei aber auch das Mittelmeer der Sitz des nationalen italienischen Lebens, während die übrigen Mittelmeergroßmächte, Frankreich und Spanien, an dre» bzw. zwei, Meere grenzten. Italien sei baaeaen von einem einzigen Meer umschlossen und habe von dort im Jahre 1938 über 20 Millionen Tonnen Waren bezogen, die zum größten Teil seine drei Straßen passieren mußten. Fast 15 Millionnen Tonnen tarnen durch Gibraltar, fast 1,5 Millionen Tonnen durch Suez und 860 000 Tonnen durch die Dardanellen. Des- halb sei aber auch die Freiheit im Mittelmeer eine Lebensnotwendigkeit, di< aber durch das politische und militärische Regime, wie es von den Westmächten im 19. Jahrhundert geschaffen und durch das Versailler System noch verschärft worden sei, unterdrückt wurde. „Ohne eine Revision kann man nicht von Frieden und Sicherheit in Europa sprechen und noch weniger von gerechtem und anständigem Zusammenleben unter ben Nationen." Italiens Stellung im Mittelmeer fei gegenüber Großbritannien unb Frankreich nicht leicht, denn es befinde sich stark befestigten strategischen Stütz- punkten Frankreichs und Englands gegenüber, die längs seiner wichtigsten Verkehrsstraßen ausgebaut worden seien. „Deshalb besteht aber gerade für Italien ein offenes Mittelmeerproblem, denn das Mittelmeer ist Italiens Leben, Sicherheit und Freiheit. Dieses Problem gibt Italien das Recht, ein gerechtes Garantiesystem für den Ein- gang und Ausgang sowie innerhalb des Meeres selbst zu fordern, sowie sie zur Verteidigung zu bewaffnen und jene nationale Wirtschaftsautarkie zu schaffen, die Italien wenigstens teilweise von der Notwendigkeit ausländischer Lieferungen be- freien kann." w Es sei leicht, auf dem Papier mit kindischen Berechnungen eine Vernichtung der italienischen Flotte zu prophezeien, so daß Italien schon nach 24 Stun- ben wehrlos der Blockade und den Bombenangriffen sowie dem Eingreifen von der Mittelmeerseite her ausgesetzt wäre. Das Märchen hätte wahr schei- nen können, als man den Seekrieg nur mit lieber- wassereinheiten führte. Heute jedoch kämen d i e U-Boote und die Luftwaffe dazu, durch die die großen Einheiten zum mindesten großen- teils ihren überragenden Wert und ihre überlegene Funktion verloren hätten. Die Entfernung von Gt- lichen Teil des Papiers in Anspruch nehmen würden. Auch auf dem Gebiet des leichten Unterhal- tungs- und Kriminalschrifttums mühte ein Mindestmaß von Niveau verlangt werden. Es feien in letzter Zeit viele Bauernromane erschienen. Ein Zuviel sei hier gefährlich. Wo bleiben die Romane, die Großstadtprobleme in künstlerischer Form behandeln? Durch die Aktion „Jugend und Buch" sei die Oeffentlichkeit auf das gute Jugendbuch aufmerksam gemacht worden. Auch das deutsche Fachbuch gelte als besonders verdienstvolle Leistung unserer Verleger. Auf einer Kundgebung im Neuen Theater sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg. Er ging von dem großen Kampf aus, den das zum ersten Male in der zusammengeoallten Kraft aller seiner Stämme unter einer einzigen Fahne stehende deutsche 80-Mil- lionen-Volk als schicksalsnotwendig erkannt habe. Es handele sich um den Kampf der alten Autoritäten gegen vi« europäische Wende und die Revolutionierung des Weltbildes, die die nationalsozialistische Revolution bedeute. Die nationalsozialistische Revolution bedeut« feine Bilderstürmerei. Sie werde sich niemals dazu hergeben, ehrwürdig Altes zu zer- schlagen, denn damit würde sie zugleich das ewige Wesen und die Schöpferkraft des ewigen Deutschlands zerschlagen, die sich in dieser Form einmal geäußert habe. Das 19. Jahrhundert sei di« Periode des großen Sammelns gewesen. Unsere große Aufgabe sei es jetzt, eine Epoche der gewissenhaften Wertung herbeizuführen. Der Sieg in der Weltgeschichte gehe nicht nur mit den stärksten Bataillonen, sondern auch mit ben stärkeren Ideen. Das deutsche Volk wisse, daß wir die Bannerträger einer Neuordnung des europäischen Kontinents seien. Darum sei b e r Dichter innerlich verpflichtet, dieser Anschauung vorn Leben zu dienen und damit die große Einheit auch von innen heraus immer stärker schmieden zu helfen. erschießen, wenn sic unbewaffnet zurückkommen, ober werben sie sie zur Zwangsarbeit heranziehen?" Diese unb viele anderen unsinnigen Fragen überstürzen sich. Sie sind kennzeichnend für das U n • Verständnis den deutschen Absichten gegenüber, das auf Grund der langjährigen englischen Beein- fluffungcn in weiten Teilen Norwegens herrscht. Andererseits aber macht sich mehr und mehr die Bereitwilligkeit bemerkbar, den durch Deutschland unverschuldet eingetretenen Ereignissen Rechnung zu tragen. Bei dem Wehrmachtsbefehls-l-aber von Trondheim ging der Brief einer norwegischen Mutter ein, deren Sohn durch einen der wenigen Schüsse fiel, die beim Vorgehen ins Innere des Laubes gewechselt werden mußten. Sie wünscht, im Rundfunk soll ein von ihr ausgesetzter Aufruf bekannt- gegeben werden, in dem sie mit beredten Worten den norwegisck-en König, Der es unterlassen habe, ein Land vor den llebergriffen der Engländer zu chützen, auf fordert, dem Beispiel Dänemarks zu olgen und sich und sein Land dem starken Schutz des Deutschen Reiches anzuvertrauen. Dieser Bericht wird in einer kleinen Holzbube geschrieben, di« sich am Ufer eines der größten Seen Mittel-Norwegens (dem Uonsvannet) befindet. Der von hohen Bergen umstandene See ist mit einer meterdicken Eisschicht bedeckt, die er woyl auch noch während der nächsten Wochen behalten wird, obwohl bi« Sonn« zeitweise so warm scheint, baß die Fliegersoldaten vor der Holzbude Sonnenbäder nehmen. Ueber ben Fjorden kreisen die Aufklärer und Bomber, die jedem etwaigen englischen Angriff zu begegnen wissen werden. Im Hafen von Trondheim fahren Kriegssckftfse ein und aus, und im Zusammenwirken aller drei Wehrmachtsteile wird oie deutsche Stellung im Norden täglich stärker. Unsere Truppen werden bie einmal errungene Stellung zu halten wissen. S. F. Sedlatzek. braltar nach Suez betrage 3600 Kilometer; aber es genüge bereits, daß man den mittleren Teil von 1500 Kilometer beherrsche, beffep engste Durchgänge sich zwischen den italienischen Küsten in Europa und Afrika befänden. Ihre Beherrschung sei leicht und von sicherer Wirkung. Die schnellsten Schiffe könnten eine Geschwindigkeit von 60 Kilometer in der Stunde nicht überschreiten, könnten also die unter der sieten Bewachung und dem unmittelbaren Angriff der italienischen Streitkräfte stehenden Linien nicht schneller als in 25 bis 26 Stunden zurücklegen. Unter dieser Bedrohung durch bie Luftwaffe hat Malta seine jahrhundertelange Funktion als Stützpunkt und Bollwerk im Zentrum des Mittelmeeres mit offensiver Spitze gegen Italien verloren. Von Sizilien sind es nur 90 Kilometer, die in weniger als einer halben Flugstunde von Syra- cus aus zurückgelegt werden können; von Tripolis benötigt man nur zwei Stunden. Keine Bewegung der englisch-französischen Schiffe könne der Ueber- wachung der italienischen Luftwaffe entgehen. Auch die gesamte Schiffahrt im ö st 1 i ch e n M i 11 e l m e e r stehe unter der Bedrohung der italienischen Luftwaffe. Auch Gibraltar sei nicht unerreichbar. Von Sardinien aus seien es 1200 Kilometer, die ein moderner Bomber wohl zu rück legen könne. Das ganze Mittelmeer steht somit heute unter der Beherrschung durch bie italienischen See- und Luftstreitkräfte, die über sichere Stützpunkte verfügen und selbst bestens geschützt sind. Dazu komme, das Italien durch Minensperren gleichfalls seine Küsten wirkungsvoll zu sichern wisse. Man habe in England und Frankreich behaupten wolle, daß bie überseeischen Besitzungen Italiens, so Libyen, bie Inseln des Dodekanes und Jtalienisch-Ostafrika, im Kriegsfälle isoliert wären. Mit dem gleichen Recht und in noch verstärkterem Maße könne man dies von ben überseeischen Besitzungen Großbritanniens und Frankreichs behaupten, falls es zu einem Kriege mit Italien käme. Aber f e l b ft eine Blockade , wie sie ben Engländern und Franzosen vorschwebe, sei durch die starke italienische U - B o o t f l o 11 e auf die Dauer wohl nur schwerlich aufrechtzuerhalten, die dank ihres großen Aktionsradius auch leicht durch Gibraltar in ben Atlantik vorftoßen könnte, könnte. Hauptfchristlkiter: Dt. ffdebdtf) Wilhelm Lange. Etellvertretrr bei Hauptschristleiter«: (fmfl 8lum|»dn. verantwortlich für Politik, Feuilleton unb »Übet: Dr. ftr. w. Lange; für Stobt «ieften, Pronin» unb Wirtschaft: Ernst Blumschetn; für Sport: Heinrich Lubwig Neuner. Druck unb Verlag: Brühlsche UniversttüUbruckerei R. Lange R.t nach j fe fer * ör, Sh Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am bamstagabend 9y2 Uhr, meinen lieben Mann, den treusorgenden Vater seines Kindes, unseren lieben Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel ' Willi Leib Sn “ ■rÄ1 ««»Off, Ä Ä>l Lwanssvevfteigevung Dienstag, den 23. Avril 1940, nachm. 2Ubr, sollen imBerkaufs- lokal Hartmetz, Sieuenweg 28, bezw. an Ort u. Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: 2034V Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Schreibmaschinen, Füllfederhalter, 1 Registrierkasse, eine Rechenmaschine, 2 Additionsmaschinen, Kassenschränke, 1 Teppich, 2 Marmorplatten, 1 Leica, ein Klavier und 1 Schneidernähmasch. trharmann Gerichtsvollzieher in üLllfll UJÜllll Greben, Wiesenstr. 2 Telefon 3108. Gterbefäile. Am 1. 4. 40. Franz Pflicht, 4 Monate, Hungen, Kr. Gießen; 4. Marie Göbel, geb. Oppertshäuser, 0. B., 65 Jahre, Landgraf-Philipp-Platz 5; Karl Schnell, Schneidermeister, 74 Jahre, Bahnhofstraße 58; Kath. Franziska Risten, geb. Krämer, 0. B., 55 Jahre, Asterweg 10; Werner Müller, 1 Jahr u. 5 Monate, Lich, Kr. Gießen, Kirchgasse 12; 5. Margarete Schäfer, geb. Reh, 0. B., 84 Jahre, Hinter der Westanlage 11; Rudolf Blei, Bebörd en- Ang estellter, 48 Jahre, Landmannstr. 18; Andreas Krug, Sozialrentner, 78 Jahre, Leimenkauterweg 21; Anna Aulich, 2 Monate, An der Kläranlage 12; Jakob Favel, 0. B., 74 Jahre, Londorf, Kr. Gießen, Adolf-Hitler-Str. 21; Heinrich Widdersheim, Landwirt, 31 Jahre, St einfach, Kr. Gießen; 6. Gg. Wilh. Ludwig Burck, Hilfsarbeiter, 52 Jahre, Neuenweg 38; Olga Bergen, geb. Dehn-Rotfelser, 0. B., 65 Jahre, Alicen- straße 30; Wilh. Friedr. Wallenfels, 5 Monate, Braugasse 2; 7. Adam Wettläufer, Stadtbauamtmann a. D., 61 Jahre, Asterweg 60; 8. Hedwig Wilhelmine Risse, 0. B., 70 Jahre, Schiffenberg er Weg 9; Henriette Charl. Runge, 19 Jahre, Maigasse 13; Rudolf Schneller, Fabrikarbeiter, 37 Jahre, Allertshausen, Kr. Gießen; 9. Reinhard Karl Jäckel, Kaufmann, 67 Jahre, Landarafenstr. 7; Susanns Balser, geb. Pfeiffer, 73 Jahre, Neustadt 47; Barbara Dittmar, geb. Scheer, o. B., .72 Jahre, Schützenstr. 8; Friedrich Stein- muller, 0. B., 82 Jahre, Heuchelheim, Kr. Gießen; 10. Frieda Frohnapfel, geb. Platz, 56 Jahre, Wilhelmstr. 60; Elise Schindler, geb. Krombach, 0. B., 84 Jahre, Marburger Str. 117; 11. Ludwig Beimborn, Sozialrentner, 78 Jahre, Schiffen- berger Weg 37; Anna Charl. Marie Welter, geb. Ackermann, 0. B., 59 Jahre, Lonystr. 17; 12. Ingrid Bolz, 7 Monate, Hitlerwall 23; Meline Wagner, rvabrikarbeiterin, 20Jahre, Allendorf a. d.Lahn, Kr. Gießen; 13. Gertrud Klara Häring, Wärterin, 40 Jahre, Klinikstr. 37; 14. Ludwig Gerhardt, Telegraphenleitungsaufseher, 40 Jahre, Welckerstr. 3; Berta Rahn, geb. Siritz, 26 Jahre, Birklar, Kr. Gießen; 15. Katharina Hofmann, geb. Keßler, 0. B., 76 Jahre, Bruchstr. 14; Georg Trinkaus, Lehrer, 62 Jahre, Londorf, Kr. Gießen, Marburger Str. 11. UHDMACHERu JUWELIER CIEHEN • NEUENWEG i Gen.-Bescheid C. 40/4123. Großer MMümcdi'M z.k.ges.Ang.unt. 01500 a.d.G.A. mit größerem Brillanten verloren. 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Allen, denen, die dem verehrten Profeflor Ludwig Weihbart in Treue die letzte Ehre erwiefen, danken herzlich feine Verwandten und Freunde. Laubach, den 19. April 1940. 2028 D M KM * j* Hr.94 Zweites Blatt Montag, 22. April MO Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Die Feiern zum Geburtstag des Führers in Gießen Die Feier der SA oninv il 1940 SA. und Wehrmannschaften beim Vorbeimarsch. — (Aufn.: Neuner. G. A.) Ängmädel-Zahrgang 1930 ausgenommen eben Der jüngste Jahrgang der Iungmädel. — (Aufn.: Neuner, Gießener Anz.) gen Generation um ihre Aufgabe für das Deutschland der Zukunft, meinsam wurde das Lied „Auf hebt unsere iu|i uulu; . vuciji i/uui Lichtspiel- drungen. daß I Führer Adolf seiner Leute und dem Aufmarsch der Fah-' dem Geleit des Sturmes als Er und dem gemeinsamen Gesang des ersten des Liedes „Volk ans Gewehr" sprach Noch einmal lenkte der Kreisleiter die Gedanken der Zuhörer zurück zu den Jahren des innerpolitischen Freiheitskampfes unter der Führung Adolf Hitlers, durch den allein dos Ziel und dos Streben der besten Deutschen mit der Schaffung des Groß- deutschen Reiches verwirklicht wurde. Dabei würdigte er mit Worten herzlicher Dankbarkeit den Einsatz der alten Mitkämpfer des Führers für das große Ziel und ihre unverbrüchliche Treue. Er wies dann darauf hin, daß dieser echt nationalsozialistische Opfergeist auch in unserer Wehrmacht lebendig ist und unsere Soldaten zu so herrlichen Erfolgen befähigt hat, wie sie im bisherigen siegreichen Verlaute dieses Krieges für Führer, Volk und Vaterland erftritten wurden. Dieser nationalsozialistische Geist habe auch unser ganzes Volk tief durch- L-3 es einmütig und geschlossen zu seinem Führer Adolf Hitler stehe und unter seiner Führung nunOen blattet umsch(4fll 'arten Starten ***■ Schulstr,] ^De?Fr'scher kam gerade zurecht, um ihn mit Ketscher und Dolch vom Wildererdasein m den Hecht- Himmel zu befördern. „Junge, Junge , sagte er nur, „Junge, Junge!" Der sausende Schlag der Nemesis hatte ihn nicht minder überrascht, als den, dem er gerechterweise das LOeu abschnitt: Klotzkops, dem Molchhecht. Vertreters des Führers: „Adolf Hitler ist Deutschland und Deutschland ist Adolf Hitler", und betonte dann, wohl zu keiner Zeit hatte die Wahrheit dieses Ausspruches mehr Geltung als gerade jetzt in der Kriegszeit. Das Schicksal Deutschlands, sein Aufstieg und seine Größe seien mit Adolf Hitler für olle Zeiten verbunden, und wenn wir einmal nicht mehr seien, werde der Name Adolf Hitler fortleben bis in die fernsten Zeiten. Denn Adolf Hitler habe Deutschland aus der Erniedrigung herausgeführt, er habe es wieder zum Aufstieg gebracht und alle Zwietracht in Deutschland besitigt. Deshalb fühle sich auch das deutsche Volk in keiner Zeit enger mit ihm verbunden als gerade jetzt. Der Kreisleiter erinnerte dann an die Jahre des innerpolitischen Kampfes, von denen am Geburtstag des Führers vor dem geistigen Auge seiner alten Kämpfer mancherlei Erinnerungen wieder lebendig würden. Er rief weiter die Erinnerung an den 8. November 1939 in das Gedächtnis der Hörer, an dem in München der verbrecherische Mordanschlag gegen das Leben des Führers stattfand, organisiert von dem britischen Geheimdienst und dem internationalen Judentum. Manches Gebet sei seitdem tzum Herrgott emporgestiegen, daß die Vorsehung unserem Volke diesen genialen Mann und geliebten Führer noch viele Jahre erhalten möge. Jener 8. November 1939 habe uns gezeigt, daß die Vorsehung unseren Führer geschützt habe. Das deutsche Volk glaube daran, daß der Herrgott dem Führer eine Mission gegeben habe, und unsere Bitte sei es, daß uns dieser große Mann erhalten bleibe, bis seine Mission für unser Volk erfüllt sei. Je mehr die anderen diesen Mann hassen, desto mehr lieben wir ihn. Die Engländer und Franzosen hätten geglaubt, Führer und Volk voneinander trennen zu können, aber sie müßten immer mehr einsehen, daß das eine Unmöglichkeit sei. Weder werde der Führer dem Volke die Treue brechen, noch werde das Volk dem Führer die Treue versagen. Beide seien unlösbar miteinander verbunden. Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen der Ludwigs-Universität, Gießen: 20.15 Uhr Vortrag Professor Zschietzschmann über „Griechische Götterbilder" IL im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34. — Gloria-Palast (Seltersweg): 16 Uhr „Feuertaufe"; 20 Uhr, NSG. „Kraft durch Freude": „Die drei lustigen Gesellen". — haus: „Wir alle gehen zum Polterabend".________ nengruppe. die unter 11/116 vom Standartengebäude her anmarschierte. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann spielte das Spiel „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von Beethoven und leitete damit über zur Uebertragung der Ansprache des Stabschefs der SA. Lutze. Die Ansprache wurde von den Kameraden im Braunhemd mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. üblicher Weise dar. Mit dem gemeinsamen Gesang der Nationallieder und dem feierlichen Ausbringen der Fahnen fand die würdige Feierstunde ihren Abschluß. Anschließend vereinigten sich die Mitglieder der einzelnen Ortsgruppen zu kameradschaftlichem Beisammensein, bei dein die Ortsgruppenleiter noch in kurzen Ansprachen die hohe Bedeutung des Tages kennzeichneten. Zur Feier des Geburtstags des Führers trat am Sonntagmittag die SA. der Standarte 116, diesmal in Gemeinschaft mit den Kameraden der Wehrmannschaften, auf Oswaldsgarten an. Standartenführer L u t- t e r konnte bei dieser Feier auch Kreisleiter Backhaus begrüßen, dem die Meldung der angetretenen Mannschaften erstattet wurde; ferner nahmen als Vertreter der Wehrmacht Major Graf zu Münster, für die Univevsität Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Kronz, für die Polizei Major der Schutzpolizei Hellwege- Emden an der Feierstunde teil. Die Feier begann mit In einer schönen Feier wurden am gestrigen SoPitagnachmittag in der Neuen Aula der Universität die 10jährigen in die Jugend des Führers ausgenommen. An der Feier beteiligten sich auch zahlreiche Eltern, und sie gewannen dabei sicherlich den Eindruck, daß ihre Kinder in eine schöne und ernst strebende Gemeinschaft kommen. Die Feierstunde war getragen von einer feinen geistigen Ausrichtung auf Führer und Vaterland. Aus den Worten der jugendlichen Einzelsprsche- rinnen klangen die Liebe zur Heimat, die Verehrung des Führers und das Bewußtsein der jun- Der Mordhecht. Von Hanne uien Loosen. Das Leben rechnet mit keinem Rest. Zeit gleicht es jedes Plus und Minus kommt alles herum", sagen bei uns die u.etjfi iÄ $ Untpr tqg des Führers zu begehen. Die festlich geschmückte Aula war bis zum letzten Platze besetzt. Nach dem feierlichen Einbringen der Ortsgruppenfahnen, der Meldung der Ortsgruppen an den Kreisleiter durch den Kreisgeschäftsführer Weber Verses panischen Schrecken. Gellende Lietzenschreie, klirrende Flügelschläge der Taucher und das Klingeln ausgehender Enten verrieten seinen Weg. Als er sich' dem Sieb näherte, vernahm er aus dem ver- porstenden Uferstreifen die Geräusche vieler rudernder Vogelbeinchen. Die Bläßhuhnfamilie rüstete zum Ausflug. Er kam also gerade recht. Er verhasste, und indem segelte bereits ein dunkler Ball über ihn hin. Kurz darauf glänzte es vierfach, sechsfach, zehnfach am Spiegel wie Sonne: die Jungen. Er ließ sich fallen, stellte den Körper senkrecht, stieg prüfend, sank, machte den Zielpunkt aus und wollte gerade zustoßen, als aus der Höhe etwas Blankes mit lautem Klatsch durch den Spiegel brach. Sofort aina er unter. Als er wieder zu steigen wagte, war der Schof verschwunden, und das Wasser roch nicht mehr nach Fraß. Doch das fremde Wesen war noch vorhanden. Es hatte sich in den Grtepen verfangen, tanzte aufgeregt, blitzte und versuchte, sich aus den Stengeln zu befreien. Der Hecht strich näher, stand, sicherte, windete, äugte, kam noch ein paar Längen weiter, sperrte den Fang und schnappte ... Harbrandt ließ vor Uoberraschung fast bie JRute [05 Das war der Räuber? Er klinkte die epule aus liefe fahren, und als er meinte, nun fei der Bursche fest, riß er das Geschirr zurück, daß tue Seide krachte — allein zu früh? Der Fisch, der nur gefaßt und noch nicht geschluckt hatte, kam aus dem Spiegel und sprang sich los. Harbrandt fluchte, als der Blinker in den Zacken einer Werft landete und ' knapp über dem Wasser hängen blieb. Klotzkopf war nicht minder erschrocken. Was war das für ein Tier, das ihn auf solche Weise narrte? Neugierig strich er zurück — und entdeckte das । komische Ding dicht über dem Spiegel am Zacken 1 einer Weide. Es tanzte, blitzte in allen Farben und । stand schließlich still. Da klanp R^ergerausch. Der Hecht überlegte nicht lange. Die Beute lockte, öte [ hing jenseits des Spiegels und gehörte damit jenem : Reich an, von dem er wußte, daß es schmackhaften 1 Fang hervorbrachte. Sollte sie ihm ein Zweites Mal entgehen? Er stellte sich zum Angriff pannte sich - schoß auf, sprang heraus, biß zu und schluckte und Jetern nten 1 'Nen. Ä* wissen manche Geschichte dazu ... Nach einem Winter, der wegen seiner Hartnäckigkeit aller Kreatur lange im Gedächtnis blieb, lenzte es ungestüm. Von Tag zu Tag standen die Täler grüner, rauschten die Wälder voller und wurden die Gewässer reicher an Wärme und Dener. Um Sixtus rauchten die Silberpappeln, blühten Faulbaum und Schlehe, wanderten Vergißmeinnichte an der Bord entlang, und Sankt Vitalis bildeten die Binsen Wipprasen und stand das Reth wie eine Wand. Wenige Wochen darauf hatten die Hechte abgelaicht, trieben die Bleie ins Hochzeitsbett, reihten die Ernten, brüteten die Blässen. Es war eine Zeit nach dem Herzen Gottes. Klotzkopf, zweijährig, rank wie eine Jungfer, schmietzig Die eine Werftenrute und fix mTe ein Quirl schoß durchs Wasser, fing taumelnde ^lb- ränder, dumme Blecken und schlug kranken Fisch aus der Herde. Das war gut und ganz im -sinne der allweisen Mutter Natur, die ihn dazu bestimmte, Auslese zu halten. Aber dann kam jener Fruhsom- mertaq, an dem er aus Uebermut nach allem langte, was ihm vor den Fang geriet zum erstenmal gesunde Tiere riß und schließlich den verhängnisvollen Griff in das Reich über dem Spiegel tat und einen der neckischen Federbällchen nahm, N eine unvorsichtige Orxin an seinem Angesitz vor überführte. Seitdem war er für jede ordentliche Pursch darben, ward zum Schrecken des Federwildes und ein Gegenstand steten Aergers für die Fftcher, denen er die Laichgründe vergrämte, die Garne zerriß die Gewässer beunruhigte. Harbrandt hatte schon manchen Strauß mit ,hm ausgefochten. Jetzt, als er die schadhaften Bold sacken im Schollnick verstaute, dachte wieder ihn, entsann sich, daß die Sportangler bchaupteteu, iolchen Burschen sei nur mit der Rute betZUkorn men, und beschloß, den ungewohnten Versuch m t 3u . aus. „Es es in Frühlings- und Liebesliedern und nicht zuletzt im Nachklang stimmungsvoller Augenblicke bei Wanderungen im nahen Bergwerkswald, in blumenreichen Wiesentälchen des Vogelsbergs, zu- Sonnenwende beim ersten Morgenstrahl einer milden Sommernacht in den Lahnbergen oder im gleitenden Kahn von den Frühlingshängen schneeglitzernder Nachdem die Lieder der Nation und das Englandlied verklungen waren, traten die Stürme zu einem Marsch durch die Stadt an. Der Marschweg führte durch die Neustadt, die Kaplansgasse, über den Seltersweg, über Hindenburgwall, Neuen Säue und Sonnenstraße zum Brandplatz und Landgraf- Philipp-Platz. Dort nahm Standartenführer Lutter den Vorbeimarsch ab, an dem sich die Wehr- mannschasten in Tuchfühlung mit den Kameraden in der braunen Uniform beteiligten. Nachdem der Samstagvormittag den militärischen Feiern zum Geburtstag des Führers gewidmet war, vorüber wir am Samstag bereits berichteten, standen der Samstagabend und der gestrige Sonntag im Zeichen der Geburtstagsfeiern der Partei und ihrer Gliederungen. Am Samstagabend versammelten sich die Parteigenossen und Parteigenossinnen der vier Gießener Ortsgruppen zu einer Feierstunde in der Aula der Universität, um gemeinsam den Geburts- Ein Autodidakt baut Autos. Erinnerung an Friedrich Lutzmann. Die Offenbacher Kommerzienratstocher Marie O ch f e n h i r t ist die Frau eines Schlossermeisters geworden. Es ist keineswegs eine Mesalliance, denn dieser Friedrich Lutzmann, sächsischer Hofschlossermeister in Dessau, hat schon lange Jahre Benzin- Motor-Wagen gebaut. Er ist ein genialer Erfinderkopf, und die junge Offenbacherin, die in ihrer ersten Ehe enttäuscht worden ist, ist fest davon überzeugt, daß sie an der Seite dieses Autokonstrukteurs die Erfüllung ihres Lebens finden wird. Ist sie doch selbst versessen und leidenschaftlich jedem technischen Fortschritt ergeben, und es ist ihr heißester Wunsch, selbst am Steuer einer Benzinkutsche zu sitzen. Lutzmann kann ihr diesen Wunsch erfüllen. Er ist inzwischen technischer Direktor bei Opel-Rüsselsheim geworden, und die Nachbarschaft der Stadt Frankfurt, in der der Automobilsport seine Wiege gehabt hat, bringt ihn auf den Gedanken, für seine Frau einen Rennwagen zu bauen. Und als im Jahre 1900 der Frankfurter Automobilclub das erste Automobilbahnrennen nicht nur in Deutschland, sondern überhaupt in der ganzen Welt veranstaltet, ist auch Marie Lutzmann am Start. Die Rennbahn am Oberforsthaus hat ihre doppelte Sensation: beim ersten Autvbahnrennen der Welt, sitzt die e r st e Autorennfahrerin der Welt am Steuer. Marie Lutzmann hat niemals mehr Gelegenheit gehabt, ein Rennen zu fahren. Um diese Zeit war der Stern Friedrich Lutzmanns schon im Untergehen. Er ist ein Mensch von eigenartiger Störrigkeit und Seltsamkeit gewesen, und die plagende Unruhe des Erfinders hat ihn gejagt und verfolgt. Eigentlich war er Autodidakt. In feiner kleinen Dessauer Schlosserwerkstatt hat er seine ersten Benzin- Motor-Wagen „aus dem Stegreif" gebaut. Mit Kreide warf er feine Zeichnungen auf ein Herumliegendes Stück Eisenblech, und die fünf Gesellen, die neben ihm hantierten, mußten noch jedes Stück und jedes Zubehörteil Handarbeiten. Mehr als ein halbes Hundert Wagen hat er so zusammengebaut; bann war Friedrich Lutzmann bankrott. Die Konstruktionen hatten sein Geld gefressen. Der reiche Wolljude Steinert will ihn sanieren, aber Lutzmann lehnt entrüstet ab. Opel bot die rettende Hand. Lutzmann wird technischer Direktor in Rüsselsheim; die Weltfirma hat ihm für Werkstatt, Modelle und Patente 116 000 Stark bezahlt. Nun ist er seine Schulden los, nun heiratet er die Offenbacherin« die zweihunderücm- Kreisleiter Backhaus Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau. erinnerte einleitend an das Wort des Stell- send Mark Mitgift einbringt. Aber jetzt beginnt die Tragik seines Lebens. Er fühlt sich unglücklich in Rüsselsheim, trauert seiner verlorenen Selbständigkeit nach, und impulsiv, wie er ist, tritt er aus. In Wirklichkeit hat er sich den Fabrikationserfordernissen des Rüsselsheimer Werks nicht anpassen können, das nach andern kalkulatorischen und ökonomischen Prinzipien arbeiten mußte, als er es aus feiner Schlofferwerkftatt gewöhnt war. Die hindernde Konkurrenzklausel zwingt ihn, sich in einer andern Branche umzusehen. Er wird Mineralwasserfabrikant in Gera, baut einen großzügigen Filialbetrieb aus und . .. rettet aus dem Zusammenbruch gerade noch, die Schiffskarten nach Brasilien. Sein Leben ist verunglückt. In Porto Alegro nimmt man feine Notiz von dem deutschen Erfinder; er kehrt schon im nächsten Jahre mit seiner Familie nach Deutschland zurück, kommt von der Schweiz aus zu Professor Junkers nach Dessau, aber die Tätigkeit eines Werkarchivars kann ihn nicht befriedigen. Noch einmal versucht er sein Glück mit einer Türschließerfabrik, er konstruiert an einem Wunderschloß, das ebenso ein undurchführbares Projekt bleiben sollte, wie so manche seiner Pläne. Längst ist er verarmt, längstt zum Hausierer herabgesunken. Der Mann, der mit Die ersten Opel-Autos baute, bedient sich jetzt als „Beförderungsmittel" für feinen Krimskrams einer zerschlissenen Handtasche. Als er am 23. April 1930, just vor zehn Jahren, stirbt, hinterläßt er seiner Frau als einziges Vermächtnis das unvollendete Wunderschloß. Sie nimmt es ins Altersheim mit. Sie hat ihr Leben und ihr Vermögen den Plänen ihres Mannes geopfert, und sie hat, wie er, bis zuletzt an fein Genie und an feinen Stern geglaubt ... Und 1936 erreicht sie wirklich in ihrem Armeleute- stübchen eine Einladung zur Autoschau nach Berlin, ©ie wird großartig empfangen, die Zeitungen bringen Interviews, und in der' Ehrenhalle steht sie vor „zwei richtigen Lutzmannwagen". Stit Tränen in den Augen steht sie ba; Dr. Goebbels hat ihr einen kleinen Ehrensold der Automobilindustrie vermittelt. „Daß ich das noch erleben durfte ...", seufzt die alte Frau. Jo Froesch. Zeitschristen. — Noch vor wenigen Jahren war das Flivgen im Winter in großer Höhe ein lebensgefährliches Unternehmen; allzu leicht vereisten Flügel und Vergaser und brachten das Flugzeug zum Absturz. Das Problem wurde dann von der deutschen Tech* nik gemeistert. Darüber berichtet das soeben e# schienens mm Heft der bem Blinker zu machen. Klotzkopf befand sich währenddessen auf ferne™ morgendlichen Reviergang, vertrieb die 4>en den Barbenmütter aus ^dem Winbstnch ! 3.? -'ine Rotaugenherde von .der Wiese, .Zerstreu schwärme brutbelasteter El) p nmd eni" , in unb vechtzte das Getier über dem Wassersplegel m alles bis zum Letzten einsetzen werde, dis unsere Feinde nie&ergerungen seien und der volle deutsche Sieg unsere Fahne, die Hakenkreuzfahne, schmücke. Mit diesem Gelöbnis zur restlosen Hingabe, zu unverbrüchlicher Treue, starkem Glauben und blindem Vertrauen grüße unser Volk seinen Führer auch an seinem 51. Geburtstag. Dang brachte die großer Versammlung dem Führer ihren Gruß der Dankbarkeit und der Liebe in Aus der Stadt Gießen. Oer Kuckuck ruft. "Lastet uns fingen, tanzen und springen, Früh- .F^uhllng wird es nun bald!" klingt es aus Klndheit^agen in uns auf, wenn der Kuckuck wie- der durch unsere Wälder ruft Doch nicht mehr unter den Vorboten, nein, als Herold des Früh- k^rt er zu uns. zurück an der.Spitze einer toter unermeßlichen Gefolgschaft mel°di?nr-ich-r Sauger zartgrüner Blatter, farbenqliihender BIÜ- tat und wanderfrohcr Menschen, die nun alle in Berg und Tal Wald und Feld ihren Einzug halten, Und der Forstmann freut sich noch um einige Schwingungen mehr, denn in dem vertrauten Slang hort er zugleich den zackigen Kampfruf gegen wald- verwüstende Schädling-, insbesondere die lana- haarigen Raupen des Prozessions- und des Kiefer- Spinners, wie des Fichtenspinners, der überaus gefährlichen Nonne. An Volkstümlichkeit hat der m^fmürbige Vogel von jeher noch gewonnen durch seine Schelmenstreiche. So eindeutig, unverwechselbar und geradezu plastisch er seinen Namensruf in den waldstillen Raum stellt, so scheu entzieht er sich in dem Dämmer wirren Geästes den suchenden Augen seiner begeisterten Hörer. Liebesleute deuten sie in ihrer Weise als Schicksalsruf: Kinder glauben sich zu einem lustigen Versteckspiel aufgerufen, das man ZU Hause im Spielkreis der Kameraden glatt nachmachen kann. Warum aber läßt sich ihr gefieberter Spielkamerad so schwer oder fast gar nicht einmal finden? Nicht etwa, daß er sich in Person nicht sehen lassen könnte! Von aschgrauem Gefieder, weißlich mit schwarzbraunen Querwellen an Bauch und Schenkeln, Füße und Schnabelwurzel gelb und den langen Schwanz oben weißgefleckt sieht er immerhin einem Sperber sehr ähnlich. Ganz aussichtslos aber ist bie Suche nach feinem Nest. Denn Sehnsucht nach einem Eigenheim verspürt bqs Kuckucksherz nicht. Vielmehr leistet sich bas Weibchen einen besonderen Streich. Schon seine Eier, auf klein getarnt, gibt es in „Pension" bei kleineren Vögeln, bis dann der ausgebrütete Kuckuck durch größeren Hunger und ausgiebigeres Wachstum — er will ja schließlich taubengroß werden! — so raumfordernd in bie enge Kinberstube hineinwächst, daß er bie rechtmäßigen Nestlinge rasch baraus verbrängt und eines Tages, flügge geworden, den betrogenen Pflegeeltern einfach da- vonfliegt. Und diesen Dienst am „Kuckucksei" erwartet das sorglose Paar ausgerechnet von den mütterlichen Instinkten kleinerer Singvögel, wie Rotkehlchen, Bachstelzen, Dorn- und Gartengrasmücken. Ob es sich wohl selbst zu den Singvögeln rechnet? Schon möglich, zumal es ja auch, wahrscheinlich seines „guten Rufes" wegen, feinen Eigennamen zu einer gehobenen Stellung innerhalb der Vngelwelt gebracht hat in der viele Arten umfassenden Ordnung der „Kuckucksvögel". Und doch, wie dem auch sei, immer wieder rührt der einfache Frühlingsruf des Kuckucks Unser Gemütsleben mit seltsamer Fülle an. Wir alle hören ihn gern, jung unb alt, Stadt und Land, sei es in spielerischer Aufmachung bis hinaus zu den in Bauernstuben einmal so beliebten Kuckucksuhren, sei v_____Ge- das bei den jugenlichen Zuhörerinnen, wie auch bei am muiut: uu^ -cteu „Auf hebt unsere Fah- den Erwachsenen eine ernste Stimmung auslöste. Die nen" gesungen. Die Singschar sang bann bas ein- Feierstunbe brachte neben weiteren Darbietungen dringliche Bekenntnis „Deutschland, heiliges Wort", der Singschar auch oerschiebene musikalische Vor- Alpengipfel. Dornotizen. Tageskalenber für Montag. träge, die sich glücklich in den Rahmen der Feier fügten. 5m Verl ans der Stunde wurde der Tagesbefehl des Bevollmächtigten des Reichsjugendführers ver- lesen. Ein Führer-Wort leitete dann über zu der Ansprache der IM.-Beauftragten Erika D e s ch. Sie sprach davon, wie die 10jährigen nicht nur deshalb in die Jugend des Führers kämen, weil es ihre Pflicht sei, sondern weil sie aüch aus eigenem Antrieb gerne kommen. Freiwillig seien sie gekommen und freiwillig seien sie bereit, ihre Pflicht zu tun. Für alle, die heute ausgenommen würden, sei es eine große Ehre, in der Jugend des Führers zu stehen und in der Folge all das mitzuerleben, was vielen vor ihnen schon schönes Erlebnis sei: die Heirn- adende, den Sport, das Lager, die Fahrt usw. Auf vielerlei Art könne das Jungmädel schon an den großen Aufgaben unserer Volksgemeinschaft mithelfen, es könne kinderreichen Müttern manchen Weg abnehmen, könne Heilkräuter sammeln usw. und könne zupacken in einer Zeit, da von allen Volksgenossen der Dienst an der Gemeinschaft gefordert werde. Zum Schluß gedachte die Rednerin noch der vielen volksdeutschen Mädel, die, froh und glücklich darüber, endlich im Vaterland daheim zu sein, nun auch in die Jugend des Führers ausgenommen werden. Zum Schluß wurden die Jüngsten im BDM. ausgefordert, Gehorsam, Disziplin und Kameradschaft als die obersten Gesetze in der Jugend des Führers zu betrachten. Mit kurzen ernsten Worten und mit Handschlag nahm sodann die Jungmädel-Untergauführerin Trude Samper die 10jährigen in die 5uaend des Führers auf. Ein gemeinsam gesungenes Lied, der Gruß an den Führer und die Lieder der Nation beschlossen die Feierstunde. Aufnahme in das Jungvolk Die Aufnahme der Zehnjährigen in das Jungvolk sand bereits am Samstag im Hof der Goethe- schule statt. Zu gleicher Zeit, zum Teil aber auch erst am Sonntag, wurde die Aufnahme der Zehnjährigen in Stadt und Land im Bereich des Bannes vorgenommen. Der Bann 116 kann eine lOOprozentige Aufnahme der Zehnjährigen in das Jungvolk melden. Die Feier im Hof der Goethefchule nahm einen eindrucksvollen Verlauf. Der ganze Jungstamm war angetreten und nahm die „Neuen" in die Mitte des offenen Vierecks. Obergefolgschaftsführer R u p - p e l meldete dem Bannführer die angetretenen Pimpfs. Der Spielmanns- und Fanfarenzug leitete die Feier mit mächtigen Klängen ein. Der Bannführer, Hauptgefolgschaftsführer Siegmund, hielt nach dem Liede „Auf hebt unsre Fahnen" eine Ansprache. Er wies die jüngsten Pimpfe darauf hin, daß sie nun eingereiht würden in die Jugend des Führers und sich der Pflichten, die damit verbunden seien, bewußt sein müßten. Er verlas sodann den Tagesbefehl des Beauftragten des Reichsjugendführers, wies ferner dann auf die Opfer hin, die auch die Hitler-Jugend für die Ereuerung des Reiches brachte und gab der Erwartung Ausdruck, daß jeder seinen Dienst im Geiste eines Herbert Nor- kus erfülle. Jeder habe seinen Dienst mit Pflichtbewußtsein und Einsatzbereitschaft zu erfüllen, so daß der Führer jederzeit und mit Recht auf seine Jugend stolz sein könne. Im Anschluß an diese Ansprache nahm der Banrrführer die neuen Pimpfe in das Jungvolk auf. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied gab der Bannführer eine Reihe von Beförderungen im Jungvolk als Anerkennung für bisherige Leistungen und als Ansporn für wetteren Einsatz bekannt. Anschließend marschierte die Jugend durch die Stadt. NS.-Frauenschast Gießen. Dienstag, 23. April, 19.30 Uhr, beginnt ein Säuglingspflegekurs vom Mütterdienst im Deutschen Frauenwerk, Schanzenstraße 18 (Deutsche Arbetts- front), Zimmer 15. Anmeldungen können dort noch erfolgen. Don der Universität Gießen. Nach dem Weggang des Anatomen Professor Dr. Elze nach Würzburg hat den Lehrstuhl für Anatomie an der Universität Gießen und gleichzeitig die Leitung des Anatomischen Universitäts-Instituts auftragsgemäß Professor Dr. med. Wagenseil übernommen, der bisher an der Universität in Bonn wirkte. Professor Dr. W a g e n s e i l hat das Amt in Gießen mit Beginn des neuen Trimesters angetreten. Mrst öu es schaffen,Lma? Nomon von Martina Eckart-Yelm 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Noch etwas, ehe ich abreise", sagt Lena und sieht ihren Schwager bittend an. „Die Sache mit Rudolf bedrückt mich. Wäre es nicht möglich, daß Christoph Gräfe steht unwirsch auf. „Laß das", sagt er. „Wir müssen den Dingen jetzt ihren Lauf lassen. Es hängt alles vom Bau der Bahn ab. Hgt keinen Zweck, darüber zu reden. Ich wollte dir etwas anderes sagen." Christoph Gräfe hält einen Augenblick inne. Dann fährt er fort. „Oben in der Stube im Schrank ist noch so allerhand von der Marie. Du könntest dir ein Andenken mit» nehmen, wenn du willst." Und damit geht Christoph Gräfe schon voran. Selbstverständlich sagt Lena nicht nein. Aber ob sie es ermessen kann, was es bedeutet, wenn Christoph Gräfe sie durch sein unbeholfenes Anerbieten in einer aanz besonderen Weise ehrt? Es ist das erstemal seit dem Tode seiner zweiten Frau, daß er diesen Schrank wieder öffnet. Persönliche Er- innerungen sind darin aufbewahrt. Nur Lena Oette- fing wird es zugestanden, Einblick zu nehmen. Als einzige und nicht nur, weil sie die Schwester der Verstorbenen ist. Steigt man die Treppe in den ersten Stock hinauf, wird der stolze Charakter des Gräfehauses von neuem offenbar. Eine Tür trägt als Bekrönung über dem Sims den gemalten Spruch: Ich achte meine Hasser gleich als das Regenwasser, das von dem Dache fließt —" Kühn und selbstbewußt muß der Ahnherr gewesen sein, der diese Inschrift anbringen ließ. Lenas Blick fällt von der Inschrift auf ihren Schwager. Christoph Gräfe, denkt sie, wie sehr gleichst du diesem Vorfahr! Und dann, zieht sie un« willkürlich Vergleiche — Hermann, er ist in vielem das Ebenbild des Vaters und doch so anders ... Im Prunkzimmer mit der Kassettendecke steht der Schrank, der Maries persönlichen Nachlaß enthält. Die Feier in der Ganhanpiffadt. NSG. Das Führerkorps des Gaues Hessen-Nassau beging den Geburtstag des Führers mit einer Feierstunde im Adolf-Hitler-Haus. Gauletter Reichsstittthaller Sprenger wies dabei auf das frühe Werden und den opfervollen Kampf der nattonalfozialistifchen Bewegung im Rhein-Main-Gebiet hin und stellte den politischen Anteil des Gaues an der Verwirklichung des Reiches, der sich im wesentlichen in der Ueberbrücfung der Mainlinie ausdrücke, besonders heraus. Er dankte bei dieser Gelegenheit allen seinen Mitarbeitern für ihre einsatzfreudige Arbeit und stellte ihnen gegenüber fest, daß das Gesamtwert des politischen Aufbaues unseres Gaues vor den Augen des Führers bestehen kann. Dieser Erfolg sei zugleich eine gelobende Verpflichtung für die Zukunft. Sie werde den Gau Hessen-Nassau zu jeder Stunde für den Führer bereit sehen. Daran anschließend übergab der Gauleiter das Dienstgebäude der Gauleitung, das Adolf-Hitler-Haus am Horst-Wessel-Platz, seiner Bestimmung. Auf den großzügigen, allen Arbeitsanforderungen genüaen» den und zugleich repräsentativen Bau hinweisend erinnerte er an den mühevollen Aufstieg der Bewegung, der jedem Nationalsozialisten in Hessen-Nassau besonders nahe fei, wenn er sich die früheren Unterkünfte der Gauleitung vergegenwärtige. Don seiner Privatwohnung über das erste gemietete Geschäftszimmer, einer mehrzimmerigen Dienststelle, dem ersten Haus bis zum heutigen Adolf-Hitler-Haus führe jener Weg des Kampfes, des Erfolges und des Sieges. Wenn sich so das Aeußere der Dienststellen in zweckmäßiger Weife immer wieder den Bedürfnissen und Aufgaben angepaßt habe und mit gewachsen fei, so schloß der Gauleiter, fei ihr Inhalt doch immer der gleiche geblieben, die alte kämpferische, treue und opferbereite nationalsozialistische Gesinnung und Haltung. Sie wurde von dem versammelten Führerkorps am Geburtstag des Führers noch einmal besonders versprochen. Die Alimaierialersaffung geht weiter. Nach dem erfolgreichen Abschluß der Metallsvende £um Geburtstag des Führers muß im Interesse der deutschen Rohstoffwirtschaft die Erfassung von Alt- und Abfallstoffen verschiedenster Art energisch weiter getrieben werden. Ersparen uns doch diese Stoffe sonst unbedingt notwendige Rohstoffeinfuhren und auch Arbeitskräfte. Die nächsten Wochen werden dementsprechend im Zeichen umfassender Sammelaktionen stehen, deren Durchführung eine Arbeitstagung aalt, zu der Gauwirtschaftsberater E ck a r d t in seiner Eigenschaft als Gaubeauftragter für die Altmaterialerfassung seine Kreisbeauftragten'zusammen mit Vertretern der Parteigliederungen und den verschiedenen Behörden eingeladen hatte. Eingehend wurde das Ausmaß und die Durchführung der kommenden Aktionen f eftgelegt. Neben der fortlaufenden Haussammlung von Altpapier undKnochen- jamm(ung durch die Schulkinder wurden insonderheit drei große Stohaktionen festgesetzt, die erstens der Entgitterung aller eisernen Haus, und Grund st ückseinfriedungen, zweitens einer Sondersammlung für Altpapier und drittens der Lumpensammlung gelten. Mit der Entgitterungsaktion wird sofort begonnen. Es ist vorgesehen, sie systematisch durchzuführen. Die Papieraktion, bei der neben den Haushaltungen Betriebe aller Art, auch Behörden usw., erfaßt werden, ist auf die Zeit vom 16. bis 19. Mai festgesetzt. In den Haushaltungen werden Hitler- Jugend und Deutsches Jungvolk, sowie der Reichsluftschutzbund sammeln, während in den Betrieben die DAF. unter Einsatz der Werkscharen sammelt. Die Lumpensammlung wird im Rahmen einer Reichsaktion durchgeführt, mit besonderer Unterstützung durch die NS.-Frauenschaft. Eine ausgedehnte Aussprache galt der Vertiefung der durch die bisherigen Sammelerfolge bereits erprobten Zusammenarbeit. Einzelheiten über die vorerwähnten Sammelaktionen werden noch in der Tagespresse und durch den Rundfunk bekanntgegeben. Abschließend fand eine Tagung der Kreiswirt- schaftsberater statt, in der der Gauwirtschaftsberater Richtlinien für die zukünftige Arbeit gab. SJ.Jport Sonntag der lleberraschnngen. Der gestrige Fußball-Sonntag brachte einige Ueberraschungen. 1900 verlor gegen jegliche Erwartung in Rodheim, wenn auch knapp mit 0:1; die Watzenborn-Steinberger „Teutonen" mußten sich in Naunheim mit 6:4 geschlagen bekennen und lediglich der DfB.-R. konnte einen Sieg mit 2:3 Toren über die Sportfreunde Wetzlar buchen. Fußball um die Kriegsmeisterschaft der Bezirlstlaffe. Rodhelm — 1900 1:0. Nach der Leistung des Vorsonntags zu urteilen, hatte man erwartet, daß die Blauweißen sich auch in Rodheim durchsetzen würden. Es kam jedoch wieder einmal anders. Und zwar deshalb, weil man es nicht verstand, sich dem Gegner anzupassen. Rodheim stellte sich von Anfang des Spieles auf Verteidigung ein. Die beiden Verteidiger und die Läuferreihe hielten sich konsequent im Strafraum auf und überließen dem Sturm das weitere Geschehen im Spielfeld. Der Erfolg blieb denn auch nicht aus, denn obwohl 1900 fast während des ganzen Spielverlaufs im Feld überlegen war, gelang kein Erfolg. Man versuchte es nämlich immer und immer wieder mit der engsten Kombination, anstatt einmal mit einem Schuß von ober vor der Strafraumgrenze, so wie die Platzbesitzer. Ihr Erfolg ist nämlich hierauf zurückzuführen. Denn als sie sahen, daß sie bei der Verteidigung nicht durchkamen, versuchten sie es mit Weitschüssen, mit dem Erfolg, daß einer hiervon sein Ziel erreichte, und damit die Punkte gewonnen wurden. Filmabend bei der Paddler-Gilde Gießen. In schöner sportlicher Kameradschaft fanden sich gestern abend im Saal der Pulvermühle die Padd- der von Gießen und Meseck ein, um einige Stunden der Kameradschaft zu verbringen. Auch Mtt- S" ‘ t des Schiklubs, der mit den Paddlern Freund- hält, nahmen teil. Der Dietwart der Paddlergilde, Dr. Löw, hielt eine kurze Ansprache, begrüßte die Sportkameraden und -Kameradinnen, wies auf die Notwendigkeit hin, die sportliche Karne- rodschaft aufrechtzuerhalten und in der sportlichen Tätigkeit nicht zu erlahmen. Der weitere Verlauf des Abends brachte Filmvorführungen, die einem regen Interesse begegneten. Zunächst sah man einen Film von dem alljährlich abgehaltenen Kajak-Slalom auf der Mulde bei Zwickau, der in vielen ausgezeichneten Bildern die Prüfungen schilderte, die bei einer solchen Fahrt in einem wilden Wasser zu bestehen waren. Ein zweiter Film führte dann nach Island, der in einer umfassenden Weise das Land mit feinen gegensätzlichen Naturerscheinungen, die Landschaft, die Menschen und ihre Lebensformen, die Tierwelt über dem Wasser und auf dem Lande schilderte, so wie das alles der bekannte Faltboot- fahrer Rauschert auf seiner Jslandfahrt kennenlernte. Zum Schluß sprach Dereinsfuhrer Dr. Schwarzmeier über die Aufgaben der Paddler in der nächsten Zukunft. Er sprach insbesondere davon, daß jeder wehrfähige Mann, soweit er sich noch in der Heimat befinde, die Pflicht habe, sich körperlich und geisttg leistungsfähig zu erhallen. Er forderte ferner dazu auf, sich auf dem Dootsplatz rege zu betätigen und sich am kommenden Sonntag Bunt bemalt ist er und trägt die Jahreszahl 1782. Halb Kleider-, halb Wäscheschrank. Christoph Gräfe hat einen altmodischen Schlüssel in der Hand. Er schließt einige Schubfächer auf. Nimmt Schmucksachen heraus. Rührende Andenken aus Kinder- und Jugendzeit sind dabei. Die Trauringe der Eltern, zusammengebündelte Briefe. Ein Sparkassenbuch in einem harten, braunen Umschlag. Christoph Gräfe wiegt es in der Hand, legt es wieder in das Fach. „Der Rest von Maries Mitgift", sagt er. „Sie hat dieses Geld Erni vermacht. Die Zwanzigtausend sollen unangetastet für Ernis Aussteuer verbleiben, hat Marie bestimmt." Lena nickt. Die Schwester hat ihr noch kurz vor ihrem Tode geschrieben. Ernis Geld sollte nicht in den Betrieb gesteckt werden wie das der Jungens, sollte verfügbar sein, wenn das Mädel heiraten wollte. „Ja", sagte Christoph Gräfe gedankenvoll, „es liegt noch alles so da, wie Marie es selber hingelegt hat." Er nimmt ein Päckchen Briefe heraus. „Wenn du die durchsehen willst? Nimm dir mit, was du davon behalten willst. Such dir in aller Ruhe etwas aus. Hier liegt der Schmuck. Ein altes Stammbuch ist auch noch da." Christoph Gräfe geht zur Tür. ,Hch gehe einstweilen wieder hinunter. Leg' den Schlüssel auf meinen Sekretär, wenn du hier fertig bist." Lena ist dankbar, daß man sie hier allein läßt. Sie lieft in den alten Stammduchversen. Vergessene Zeiten tauchen wieder auf. Auch aus den Briefen spricht die Vergangenheit. So viele vergilbte Um- schlüge stapeln sich in den Schüben. Lena sucht sich die heraus, auf denen sie die Schrift ihrer Ellern oder ihres verstorbenen Bräutigams entdeckt. Gestorben in den Sielen die einen, abgestürzt der andere ... Lena sortiert das ihr Wichtige und Unwichtige. Das Sparkassenbuch liegt unter den Briefen. Es gleitet ihr aus der Hand und fällt mit einem Häufchen anderer Schriftstücke zusammen auf den Boden. Ein Zettel ist aus dem dünnen Buch herausgerutscht. Maries Handschrift. Ihr Name, das Datum und die Worte. „Für Ernis Aussteuer." Lena schiebt den Zettel wieder hinein. Sie schüttelt den Kopf, als sie die Kontrollmarke im Buche entdeckt. Leichtsinnig, die nicht getrennt aufzuheben. Sie schlägt das Buch noch einmal auf. Nimmt die Kontrollnummer heraus. Die Marke wird sie Christoph Gräfe übergeben, die maa er anderswo aufbewahren — ihr Blick bleibt auf den eingetragenen Zahlen haften — ja, um Gottes Willen, ist sie denn behext? Kann sie denn nicht lesen — verwirren sich ihre Sinne? Die 20 000 Mark sind ja abgehoben —! Lena zittern die Knie. Die Zahlen tanzen vor ihren Augen. Sie muß sich mit aller Kraft zusam- menreißen. Liest noch einmal. Es ist kein Irrtum — die Summe ist kürzlich abgehoben worden, es ist noch nicht lange her. Furchtbar und unfaßlich ist das, was sie da entdeckt hat. Ein Unberufener hat das Geld abgehoben! Oder kann es nicht Christoph Gräfe selber gewesen sein? Der Schwager? Ausgeschlossen! Der sprach doch eben noch davon, daß Maries Vermächtnis unangetastet seit ihrem Tode hier liege. Nein, so ruhig hätte er das nicht gesagt, nicht das Buch so still wieder an seinen Platz gelegt. Christoph Gräfe ist ahnungslos. Lena kommt sich wie erschlagen vor. Sie wagt kaum zu atmen. 5a, bann muß doch aber ein anderer von den Gräfeleuten das Geld genommen haben Erni? Ader die weiß ja gar nichts von diesem Buch, wie der Schwager sagte — und wozu hätte sie wohl heimlich so viel Geld gebraucht? Jupp? Lena erwägt das gar nicht erst. Rudolf? Ausgeschlossen. Der hat doch die Jutta. Bekommt bald den ganzen Plessenschen Besitz. Blieb noch Hermann. Wahnwitz, nur daran zu denken! Ist sie denn ganz verrückt? Ja, man kann wohl den Verstand verlieren über das, was einen hier in einen abgründigen Wirbel hineinzieht. Hermann — sie fühlt mit einem Male, daß sie von dem ältesten Gräfe ein ganz klares Bild hat. Wie gut gefällt ihr seine ruhige, nachdenkliche Art! Aber sitzt sie etwa hier, um über Hermann Gräfe nachzudenken? Es handelt sich ja um das Buch, um eine große fehlende Summe. Zergrübelte Viertelstunde. Ergebnisloses Nachdenken. Der Kopf schmerzt. Die Briefe, die sie mitnehmen wollte, bleiben liegen. Lena schließt den Schrank ab, legt den Schlüssel unten im Wohnzimmer auf den Sekretär. Der steht meist offen. Christoph Gräfe bewahrt Geld darin auf, aber keins der Kinder würde je auf den Gedanken kommen, etwas zu nehmen. Kombination von Stallmist und Kunstdünger. an der ersten Paddelfahrt zu beteiligen. Die Jugend forderte er auf, im Zehner-Kanadier das Training energisch aufzunehmen und sich an den Jugendrennen in Marburg, die demnächst stattfinden, zu beteiligen. Eine Sammlung für das Winterhilfswerk erbrachte den stattlichen Betrag von 35 RM. Berti' derMhtt Jlfltüi zeekräfte tanbungst besetzten » heiniein! die Jodfü zu ernster kommen. 3 durch deuts Anzahl mc riatmengen dm von d Oslo über stellt. Di nordmeW pen heben stellt und pen nach k sowie den Gegner ha Stackere kämpften t Ilamsos ur len die m die Bahna gehofft senkt. I fiampfflug- nördlich h »artige B< großen Bli Garnisc und siche im Sfager Sie. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 20. April. Durch die Rhein- Mainische Landesbühne Frankfurt a. M. wurde in der Stadthalle das Schauspiel „Uta von Naumburg" aufgeführt. Die Darsteller setzten sich mit großer Sorgfalt für die Aufführung des Stückes ein. Die Besucher dankten mit lebhaftem Beifall. Aus der engeren Heimat. Auszeichnung für treue Dienste. In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste hat der Führer dem Sparkassendirektor Rudolf Diehl in Grünberg, dem Stadtrechner Wilhelm Schmidt III. in Laubach und dem Kassenver« waller Ludwig Schillinger in Queckborn das Treudienst - Ehrenzeichen 1. Stufe für 40jährige Dienstleistung verliehen. In feierlicher Form wurden den treuen Beamten die Ehrenzeichen überreicht. Amtsgericht Gießen Der W. S. aus Frankfurt a. M. hatte als dienst, verpflichteter Arbeiter feine Arbeitsstelle in Gießen widerrechtlich verlassen. Er fuhr an einem Sams- tag ohne Genehmigung nach Frankfurt a. M. und kehrte erst nach längerer Zeit, veranlaßt durch die Polizei, an die Arbeitsstelle zurück. Seine Mutter H. S. hatte ihn dazu bestimmt, in Frankfurt zu bleiben, weshalb sie wegen Beihilfe angeklagt wurde. Die nAgeklagten waren geständig. Der An- klagevrtreter beantragte gegen den W. S. eine Ge- fängnisftrafe von einem Jahr, gegen die H. S. eine solche von einem Monat. Der Angeklagte W. S. wurde wegen Vergehen gegen die Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 5. November 1936 4n Verbindung mit der Verord- nung zur Sicherstellung des Kräftebedarfs für Auf. gaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung vom 13. Februqr 1939 zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten, abzüglich 9 Tage Untersuchungshaft, die Angeklagte H. S. wegen Beihilfe zu einer Geldstrafe von dreißig Reichsmark, ersatzweise zehn Tage Gefängnis verurteilt. Bei dem W. S. wurden Vorstrafen straferschwerend, fein Geständnis und die Tatsache, daß er von seiner Mutter beeinflußt war, strafmildernd berücksichtigt. Bei der H. S. wurde strafmildernd berücksichtigt, daß sie infolge ihrer schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse ihren Sohn zum Verbleiben in Frankfurt a. M. veran- laßt hatte. s '<*% M !>**? In der „Ernährung" wird über Versuche berietet, um zu klären, ob eine zusätzliche minera» lische Gabe zur organischen Grund- büngung (Stallmist) den gesundheitlichen Wert der Erzeugnisse mindert. Die Ansicht über gesundheitliche Beeinträchtigung beim Genuß mineralfalzgedüngter Gemüse hatte in weiten Kreisen des Volkes Fuß f aff en können. Die wissenschaftlichen Versuche haben ergeben, daß den meisten Gemüse- ■ arten eine organische Grunddüngung bei zusätz- licher Düngung mit Mineralsalzen am zuträglichsten ist. Der Ernährungsversuch wurde in einem Kinderheim durchgeführt. Die Ernährung bestand neben einer bestimmten Grund- ko st bei der einen Gruppe aus sta11mist gedüngtem Gemüse, bei der anderen Gruppe aus Gemüse, das aus der kombinierten Düngung gewonnen war. Der Vitamin A« und Vitamin C-Gehalt des Blutes stieg bei den Kindern, die das Gemüse mit der kombinierten Dün- I gung bekommen hatten, auf deutlich höhere Wette an als bei der anderen Gruppe, beim Vita, min A stieg der Gehalt auf das Vierfache. Auch die tägliche Gewichtszunahme lag mit 15,27 Gramm höher als bei der anderen Gruppe mit 11,9 Gramm. Die Untersuchungen haben somit ergeben, daß bei Säuglingen eine deutliche V erb es- erung im Ernährungserfolg erzielt werden kann, wenn das Gemüse nicht ausschließlich mit Stallmist, sondern Jombiniert gedüngt wird. Und die Leute im Haus? Sind sie nicht treu wie Gold? Lena ist ganz durcheinander, als Erni und Jupp kommen und gute Nacht sagen: Sie hat einen fremden Zug im Gesicht, der (oft sich erst wieder, als ihr die beiden wie immer offen in die Augen sehen. „Morgen früh haben wir uns noch eine ganze Weile", nickt sie Erni zu. Daß diese zwei, die Erni und der Jupp, sich ihr so ganz erschlossen haben, so anhänglich sind", das tut gut und weh zugleich. Man hätte sich schon eher einmal ihrer annehmen müssen. Nun ist es zu spät. Nun ruft ein anderer. Lena will heiter scheinen, aber sie bringt es nicht fertig. Soll sie auch schlafen gehen? Bei diesem inneren Aufruhr? Wo nur Hermann und der Schwager bleiben? Es ist so unheimlich still im Haus. Allein die Gedanken sind laut und überwach. Sie hält das Alleinsein nicht mehr aus. Geht über den Flur. Die Haustür ist meil offen. In ihrem schwarzen Viereck steht der Mono. Lena acht die Stufen in den Hof hinab. Aus dem Pferdestall bringt trübes Licht. Eine Kette raffelt. Stimmen klingen gedämpft. Leise geht Lena in den Garten hinüber. Wie verzaubert liegt er im weißen Licht. Von den Gewürznelken steigt schwerer Duft auf. Der schmale Weg zwischen den Beeten ist wie ein helles Band. An seinem Ende steht die Laube. Jemand spricht sie an. Lena ist kein Hasenfuß, aber erschrickt doch zu Tode. Hermann Gräfe sitzt auf der Bank. „Von hier aus kann man den Sirius sehen", sagt er. Sonst nichts. Und dieses stille Wort von einem Stern, veranlaßt Lena, sich auch auf die Bank zu setzen. Nun schweigen beide. Sehen nach oben irt den silberbetupften Sammet. Eine Frühbirne poltert hinter ihnen ins Gras. Ob ich Hermann etwas sage von dem fehlenden Gelde? fragt sich Lena. Ob ich von ihrer Ostpreußensache anfange? denkt Hermann. Er hat die Hände wieder zu Fäusten geballt. Lena sieht es nicht. Sieht auch nicht, wie zerquält er aussieht. Ihr Herz ist zentnerschwer und voll von Ratlosigkeit. Ist kein Wunder, daß sie da seufzt. (Fortsetzung folgt.) U-Boote v werft ho nommen. Die £ u gebiet um über der Mge griff Vm .CM.) die Gipfel ist schlecht, einzigen, d hiveinstößt pen unauf Berge rechi drücken oft Lage ^n9ften q Net iber? Ä"bei KV