AT i V ' "z? s v) M ß-kM Donnerstag, 2 2. Februar 1940 190. Jahrgang l'n ba, n»-d?, "e= Se. ‘’CfflhU.. S ifj , Z-° d.! *91. ipe'lh [inb. j "6 litt : tat ton ■' tajt ein I °">°9-n ' jungen 'inge. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf. für Texianzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B . Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühlsche Unlverfitatrdruckerei R. Lange in Gletzen. Zchristleilung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Ur. 45 Erscheint taglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugsprets: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Sonderbares Erstaunen. „Mit dem größten Erstaunen", so schreibt die norwegische Zeitung .Nationen', habe das norwegische Volk erfahren, daß England in gewissen Fallen alle Rücksichtnahmen auf das Völkerrecht bei- eiteschiebt. Wieso mit dem größten Erstaunen? Doch nur, weil die neutrale Vogel-Strauß-Politik gegenüber dem englischen Piratcntum Norweger, Schweden und andere Leute aus die Dauer eben in der Tat mit Blindheit aegenüber der englischen Wirklichkeit geschlagen hat. Vielleicht nimmt jetzt der eine und andere Neutrale die Scheuklappen ab und ieht sich einmal in dieser Wirklichkeit um. Er kann dann in der .Daily Maist z. B. lesen, daß England im gegebenen Fall genau wieder so wie im Iössing-Fjord handeln werde, und daß England mit voller Ueberlegung die norwegischen Hoheitsgewässer verletzt hat." Sollte dennoch irgendwo in Neutralicn noch ein Zweifel herrschen, daß dem wirklich so sei, so braucht man nur die Unterhausrede des immer greisenhafter in Haß und Lüge sich verhärtenden alten Neville Chamberlain zu lesen. Im Namen der englischen Regierung macht da der englische Ministerpräsident den Morübubenstreich vom Iössingfjord sich ganz 311 eigen, bekennt sich zu dem Mord und zu den Mördern, denen er zu diesem „hervorragenden Zusatz zu ihren Taten" gratuliert, zu dieser „wundervoll durchgeführten Operation". So beglückwünscht der Bandenführer seine angestellten Pravi zur prompten Ausführung des ihnen erteilten Mordbefehls. Es ist also doch nicht stanz so, wie der englische Diplomat aus Peking schrieb, daß die Engländer immer und überall „durch ihre in der Vergangenheit begangenen Verbrechen in die glückliche Lage versetzt find, heute anscheinend moralisch zu handeln". So kommen ohne das offene und schamlose' Verbrechen doch nicht aus; die alte Betschwester muß auf ihr' altes, vom Bolksrnund ihr nachgesagtes ehemaliges Handwerk zurückgreifen. Sie legt die Bibel beiseite und bekennt sich zu ihrem wahren Gewerbe. Das Tollste dabei sind doch wohl Herrn Chamberlains Vorwürfe gegen die norwegische Regierung, welcher er „Untätigkeit" und „vollständige Gleichgültigkeit" in Wahrung ihrer Neutralität vorzuwerfen wagt, wodurch sie sich „in Widerspruch setze Haven als Sohn eines Feuerwerkskapitäns geboren und besuchte dort das Gymnasium. Seine seemännische Laufbahn begann er auf Segelschiffen und ging dann zum Norddeutschen Lloyd. Wegen feiner navi- gatorifchen Fähigkeiten wurde er bald Lehrer auf dem Schulschiff des Lloyd und trat in dessen nautische Abteilung ein. Am Weltkrieg nahm er als Kapitänleutnant der Reserve teil, war in der Skagerrakschlacht Naoigationsoffifzier eines Linienschiffes und in derselben Eigenschaft auch an den Oeseiunternehmungen beteiligt. Nach dem Krieg wurde Dau Kapitän des Stinnes- Dampfers „General San Marti n", später führte er als Kapitän der Hamburg-Amerika-Linie die Schiffe „Ruhr", „Rugia", „Orinoco" „Kari- bia" und „Deutschland". Dann widmete sich Kapitän Dau dem überseeischen Oeltransport und übernahm die Führung des Tankschiffes „Altmark". Von den drei Söhnen Daus steht einer als Wachtmeister der Reserve bei einem Artillerieregiment, der zweite ist Oberleutnant zur See, der dritte ist beim Arbeitsdienst in Polen und wird am 1. April 1940 in die Kriegsmarine übernommen. Wiborg im Bereich der russischen Artillerie. Berlin, 22. Februar. (DNB. Funkspruch.) Der Londoner Nachrichtendienst erklärt, die Finnen gäben jetzt zu, daß Wiborg im Schußbereich der russischen Artillerie liege. Nach dem Heeresbericht des Militärbezirks Leningrad sollen die Sowjettruppen Stadt und Festung K 0 i v i st 0 (Björkö) besetzt und nahezu vollkommen von finnnischen Truppen gesäubert haben. Dabei soll den Russen reiche Beute zugefallen sein. Sechs finnische Flugzeuge seien bei den Luvkämpfen abgeschossen worden. Wie der finnische Heeresbericht mitteilt, soll es nordostwärts des Ladogasees den Finnen gelungen fein, einen stark befestigten russischen Stützpunkt einzunehmen. Weiter wird ein entscheidender Erfolg über die 18. russische Division gemeldet, die über Uomaa nach Syskyjärvi vorgedrungen war, den finnischen Truppen soll zahlreiches Kriegs- material in die Hände gefallen (ein. Eme Anzahl russischer Flugzeuge soll abgeschossen worden sein. England zur Mihachruna der holländischen Neutralität entschloffen. Berlin, 21. Februar. (DNB.) In einem bei Duisburg abgeschossenen englischen Flugzeug mürben Bruchstücke einer Karte gefunden, auf der der Pilot mit Bleistift die Route seines Ein- und Ausfluges nach und von Deutschland eingetragen hatte. Der Ausflug war über Holland geplant, lieber Leer und dann über Delfzijl in Holland weift der Richtungspfeil. Damit ist wieder einmal erwiesen, daß England die holländische Neutralität nicht zu achten gedenkt, wenn es bequemer, weniger zeitraubend ist und Brennstoff erspart, holländisches Hoheitsgebiet zu überfliegen. Die deutsche Abwehr hat allerdings den Engländer an der Durchführung feines Ausfluges zu verhindern gewußt. Die VeiseiriW der Opfer im Mmg-Nord in Ihrer Skis, mkemper, »traße 17. kf.Str.39 Churchills Sreuelmürchen widerlegt. Oie Gefangenen der „Altmark" erhielten die gleiche Verpflegung wie die deutsche Besatzung. Dau, Abfchiedsworte an die toten Kameraden; rechts der deutsche Gesandte in Oslo, Dr. Bräuer. Ein Vertreter der norwegischen Admiralität und viele Männer und Frauen aus der Umgegend bekundeten die Teilnahme des norwegischen Volkes. — (Affociated-Preß-M.) 67 . densschwe» ■ sabeth Ap> erallee 26j ire, Brau- , 61 Jahre, 3. Schmidt, inne Mar- erg, Kreis ihnzugfüh- :a Wende, 8; Berta e, Molike- a. D., 90 in, Heizer, ■, o.B, 67 inrich Sack, 8.2.: An- ahre, Aul- Rodheimer 63 Jahre, >r, Revier« jen; Georg 45. H.2.: nsgasfe 25. 88 Jahre, , 11 Jahre, iger, Bier- ; Karl ho- mstraße 4; re, Johan- nidt, o.B^ udolf Wilh- gstraße 24. 69 Jahre, 3m Rahmen der gegen die britische und schottische Ostküste bis zu den Shetlands unternommenen Aufktärungsflüge wurden zwei britische Minenleger durch Bombenabwurf versenkt und ein bewaffnetes Handelsschiff so schwer getroffen, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist.. Sämtliche Flugzeuge sind unversehrt in ihren Heimathafen gelandet. Rach Mitternacht flogen mehrere feindliche Flugzeuge aus Westen und Rordwesten unter Verletzung niederländischen Hoheitsgebietes in die innere Deutsche Bucht ein. Ein von Fernfahrt zurückgekehrtes U-Boot hat die Versenkung von 27 795 Vruttoregistertonnen gemeldet. ht.) Des lr befrie- Zu etwa 65», Schweine kommen sollten, und garantierte den Eisenbahnaktionären ein steuerfreies Aufkommen von 430 Millionen Mark. Dieses Aufkommen liegt um volle 100 Millionen höher als der Ertrag im letzten Jahr, lieber diesen steuerfreien Betrag solle noch ein weiteres steuerpflichtiges Aufkommen bis zu 680 Millionen RM. möglich fein Damit wird den Aktionären im ersten Kriegsjahr eine Dividende von 3 4 v. H. garantiert und ein geradezu ungeheuerlicher Raubzug der englischen Oberschicht — deren Luxusdasein sich besonders auf den Besitz von Eisen- bahnaktien stützt — auf die Taschen des englischen Volkes sanktioniert. Hauptaktionär der englischen Eisenbahngesellschaften ist ein gewisser — Neville Chamberlain! Womit eindeutig klargestellt sein dürfte, in wessen Interesse der Ministerpräsident Neville Chamberlain dieses Gesetz erlassen hat. Deutsches Ll-Boot versenkte 27795 B RT. Zwei britische Minenleger durch Bombenabwurf versenkt. Berlin, 21. Februar. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen keine besonderen Ereignisse. Auf- klärungs- und Grenzüberwachungsflüge der Luftwaffe blieben ohne Kampfberührung. jNUf n eilte Hinfällig“ -oldaiea 8910 dem Kriegs haben unö (Besitz denn die für eidienWlls lebenjaiP; tat, nacdm. an Ort und erfolgt im euenweg-!' K-? 1 Mantel ’ A Wavn -maE ''ehwarkt versteh 45,5, ursen 23 43 Rpf. »urben je M a 1,09, kg) 1,07, (g) 0,97. 1,09, g2 • M Schönheitsfehler im Empire . Von unserem 3^. A.-Korrespondenien. Flaschenpost mit einer verhättnismäßia genauen Angabe des Standortes und des Aussehens des Schiffes ins Meer zu werfen. Der Offizier betätigte, daß ein stroßer Teil der Gefangenen sich beim Kapitän für die gute Behandlung beim Verlassen des Schiffes bedankte — ebenso beim deutschen Arzt. Dieser hatte übrigens sich in selbstverständlicher Menschenpflicht eines eng» lischen Oberleutnants angenommen, der von einen eigenen Leuten einen Schuß in den Arm erhalten hatte. Gerade auf den Arzt aber wurde der letzte Schuß vom Zerstörer „Cossack" aus abgegeben. Diese „Helden" schossen auf den Mann, der einem ihrer Offiziere das Leben retten wollte. Doller Bewegung schilderte dann der Offizier das Kesseltreiben, das die Engländer auf die deutschen Seeleute veranstalteten, die sich geschworen hatten, auf keinen Fall in englische Gefangenschaft zu geraten. Zum Teil mit bloßen Füßen mußten die deutschen Matrosen, in ihrer Mitte auch ein norwegischer Zollbeamter, über das Eis laufen, über- schüttet von einem Geschoßhagel, sobald sie in den Lichtkegel eines Scheinwerfers gerieten. ®cr ist der ttopifän der „Altmark"? Kapitän Heinrich Dau, der mit seinem Schiff „Altmark" sich auf hoher See allen englischen Nach- Stellungen entzog bis er in neutralen Gewässern feige überfallen wurde, ist vielen Amerika-Reisen- den als d e r frühere Kapitän des Ha- pagbampfers „Deutschland" bekannt, Heinrich Dau wurde am 5. Mai 1875 in Wtthelrns- Berlin, 22. Februar. (DNB. Funkspruch.) Der Rundfunk übertrug in einer direkten Sendung aus Norwegen ein Gespräch mit dem dritten Offizier der „Altmark", es räumte vor allem mit dem Märchen von der „M i ß h a n d l u n g"' d e r e n g l ie fchen Gefangenen auf, das Churchill erfunden hatte, um den gemeinen Meuchelmord im Jöfsinq-Fjord zu bemänteln. Der Offizier stellte fest, die deutsche Besatzung —einschließlich der Offl- iiere — habe genau d i e gleiche Verpflegung erhalten wie die Engländer selbst. Wie lächerlich die Behauptung der englischen Lugen- detze ist, „die Gefangenen hätten zu wenig zu essen bekommen und seien fast verhungert", ergibt sich aus der Tatsache, daß z. B. m den Decks der Gefangenen, nachdem diese die „Altmark verlassen hatten, eine Buttermenge gefunden wurde, die großer war, als die tägliche Fettration. D.e Engländer sind also nicht einmal w.der Lage gewesen, die ihnen in gleicher Hohe wie den deutschen -oe atzungsmitgliedern zugeteilte Ration S" verzehren. Die an Bord befindlichen Inder erhielten täglich den gewohnten Reis mit Klippfisch oder Grieß "^Wahrend^^der^ ganzen Fahrt hatte der deutsche Nr-t nicht einen einzigen e r n ft e n Krankheitsfall zu behandeln Im übrigen hat er täglich eine ärztliche Visite in sämtlichen Decks vorqenommen, bei den Gefangenen ebenso wie bei der deutschen Besatzung. D,e Gefangenen hatten reichlich Gelegenheit zu Spaziergangen an Sei, was sie allerdings dazu benutzten, um eine Die britische Admiralität gibt zu, daß in der ver- gange ne n Woche durch den Seekrieg je 5 englische und 5 neutrale Schiffe mit einer Tonnage von rund 86 000 Brt. unter gegangen seien. Dies sei die höchste Dernichtungsziffer während des ganzen Krieges. Diese Ziffer stimmt nicht, denn der amtliche deutsche Bericht meldete für die Zeit vom 11. bis 17. Februar einen feindlichen Totalverlust von 32 Schiffen mit 128 000 Tonnen. Die Admiralität sucht sich also durch gefälschte Zahlenangaben an der Tatsache vorbeizudrücken, daß der deutsche Seekrieg immer erfolgreicher fortschreitet. Der deutsche Heeresbericht vom 21. Februar kann mitteilen, daß ein einziges Unterseeboot auf seiner Fernfahrt rund 28 000 Tonnen versenkt Hütte. Wo bleiben da die Prophezeiungen Churchills, daß die Gefahr der U-Boote zu Ende gehe, weil die meisten dieser gefährlichen Gegner schon untergegangen sein sollen? Die Lügen des Herrn Churchill haben kurze Beine. Auf dem Dorffriedhof von Sogndal am Jössing- Fjord wurden die von den Piraten der britischen Kriegsmarine gemordeten deutschen Seeleute in einem gemeinsamen Grab beigesetzt. Von der er» greifenden Trauerfeier berichtet unser telegraphisch von Oslo nach Berlin übermitteltes Bild. An der offenen Gruft spricht der Kapitän der „Altmark", Amsterdam, Februar 1940. Kurz vor dem Weltkrieg hatte die Entwicklung des brittschen Weltteiches ihren Höhepunkt erreicht. England beherrschte die wichtigsten Punkte an allen Verkehrsstraßen, und wenn auch die wachsende Macht des Deutschen Reiches drüben vielfach als unbequem empfunden wurde, so waren doch alle : anderen Staaten bereit, die Herrschaft Englands auf den Weltmeeren anzuerkennen. Sogar die Der- . einigten Staaten von Nordamerika waren damals noch nicht selbstbewußt genug geworden, um auf ihrer Gleichberechtigung gegenüber der angelsächsischen Schwesternation zu bestehen. War so das Empire nach außen die erste Weltmacht, so bot es im Inneren ein wenigstens scheinbar einheitliches und friedliches Bild. Australien, Neuseeland und Südafrika waren gerade zu Dominien erhoben worden; in Südafrika hatte die burische Bevölkerung sich noch nicht von den Schlägen des Krieges erholt, tn Indien steckte die nationale Bewegung noch in den Kinderschuhen, und Irland befand sich als Teil des Vereinigten Königreiches fest in der britischen Polizeigewalt. Während des Weltkrieges kam es dann zum Aufstand der Iren, der in den Jahren nach dem Kriege mit der Schaffung des Irischen Freistaates endete. Das Empire hatte feinen ersten Schönheitsfehler bekommen, und auf der Landkarte erschien Irland plötzlich nicht mehr in der einheitlichen roten Farbe der britischen Besitzungen, sondern der südliche Teil war nur noch mit einem roten Rand umgeben, als Zeichen, daß er wenigstens formal noch zum Empire gehörte. Aehnliche Entwicklungen schienen sich in den Dominien anzubahnen, die als selbständige Mitglieder der Genfer Liga nicht mehr der Londoner Regierung untertan fein wollten. Damals fand man den Ausweg des Statuts von Westminster, durch welches die Dominien dem Mutterlande gleichberechtigt wurden und mit ihm nur noch durch Tradition und durch das Band der gemeinsamen Krone verbunden blieben. Wie stark die Tradition und das Gefühl in den Dominien ist, bewies die nahezu gleichzeitige Kriegserklärung aller britischen Gliedstaaten. In der Begeisterung, oie hierüber in den ersten Kriegstagen in London herrschte, vergaß man völlig, daß mit Irland immerhin eines der Dominien neutral geblieben war. Aber Irlands Außenpolitik nahmen die Engländer wegen feiner Nähe und offenbaren Abhängigkeit von Großbritannien niemals ernst oder gar tragisch. Anders war es allerdings, als man auch in London erkennen mußte, daß die Entscheidung Südafrikas keineswegs so einmütig gefallen war, wie die der anderen drei Dominien, sondern daß dort eine immerhin beträchtliche Minderheit für Aufrechterhaltung der Neutralität em» getreten war, eine Minderheit, von der man heute noch nicht weiß, ob sie sich nicht bei den Neuwahlen in eine Mehrheit verwandeln könnte. Trotzdem war man zunächst geneigt, dies nur als einen flüchtigen Schatten auf dem Spiegel der Empire-Eimgkeit zu betrachten, bis dann die Einigung zwischen General Hertzog und dem Nationalistenführer Ma lan und die von beiden verkündete Forderung auf Er- riebtung einer südafrikanischen Republik a u her- halb des Empire auch die verbissensten Optimisten erkennen ließ, daß aus dem flüchtigen Schatten em sehr dauerhafter Schönheitsfehler geworden ist Der Ausbruch des Krieges hat auch tn Indien die Nationalisten in Bewegung gebracht, und alle Erklärungen der britischen Regierung über die Loyalität Indiens konnten nicht darüber hinweg' täuschen, daß die Kongreßpartei ihreMitarbeit verweigerte, weil man m London nicht betret . nm , die Unabhängigkeit Indiens ebenso 3um Äriegsyel zu erheben, wie die Befreiung der ."kleinen gequälten Nationen in Europa". Indien ist allerdings ein sehr alter Schönheitsfehler' ^r nur immer wieder mit frischer Tünche überdeckt tft. 2Iber nad) einigen Jahren bröckelt der Anstrich wieder ab So ist auch jetzt die Tünche der bundesstaatlichen Der sassung, die 1935 mit viel Brimborium aufgetragen wurde? unter den Erschütterungen des Krieges wie^ der abgeblättert, und bisher ist es noch nicht ge hingen, eine genügend undurchsichtige Deckfarbe zu Schönheitsreparaturen haben näht immer Bestand und so ist denn auch plötzlich em aller Schaden wieder aufgetaucht, den man wenigsts auf Iabre hinaus für beseitigt hielt. Das i r t f ck) e Problem scheint nämlich in diesem Kriege ebenf SÜsrNNL SHELLS berausgehalten, und die seitenlangen Berichte über die Ankunft der Hilfsttuppen aus Kanada Neu^ seeland und Australien sorgen dafür, daß die ^Mvn hcitestbler des Empire der breiten Masse kaum |ia)i bar werden. Chamberlain verschafft sich 34 v. H. Dividende xZZWM- zum internationalen Recht, wie die britische Regierung es versteht". Schamloser konnte englische Anmaßung sich nicht entblößen als Herr Chamberlain es mit dieser Umschreibung der von England über die Neutralen verhängten Rechtlosigkeit tut. Nun, der norwegische Außenminister K o h t, der in dieser Sache den norwegischen Rechtsstandpunkt so klar festaestellt hat, wenn er auch, was freilich sehr entscheidend ist, sich außerstande erklären mußte, irgendwelche militärische Macht bekräftigend hinter sein Recht zu stellen, straft auch in diesem Punkte des „internationalen Rechtes" Herrn Chamberlain drastisch Lügen. Er erinnert ihn daran, daß noch im Sommer 1939 die englische Regierung der norme- gischen Regierung mitteilte, die „einzigrnog- licye Volkerrechtsregelung über die Durchfahrt von Kriegsschiffen Kriegführender durch neutrale Hoheitszonen könne und müsse dahin- gehen, daß diese Kriegsschiffe solange das Recht zu solcher Durchfahrt hätten, wie sie das für nötig hielten und so lange sie keinen Hafen anliefen". Die norwegische Regierung habe sich diese englische Auffassung uneingeschränkt au eigen gemacht. Dieselbe Auffassung sei ja auch in englischen Völkerrechtsbüchern vorgetragen und vertreten. So lautete die betonte Auffassung der englischen Regierung und des Herrn Chamberlain, so lange sie glaubten, daß diese Auffassung nur zum Vorteil Englands wirken könne. Nun aber, da sie auf ein deutsches Schiff Anwendung finden, stellt der alte Sünder Chamberlain sich auf den genau entgegengesetzten Standpunkt. Er fällt mit Vorwürfen über die norwegische Regierung her, weil diese sich aufs genaueste an die ihr diktierte englische Auffassung zu halten suchte, ihr freilich aus Mangel an Machtmitteln keinen Nachdruck verleihen konnte gegen dasselbe England, das ihr diese Auffassung im Sommer 1939 diktiert hat. Jetzt rechnen dasselbe England, derselbe Herr Chamberlain diese von iynen verkündete Rechtsauffassung der norwegischen Regierung zum Verbrechen an. Der englische Cant erklärt sofort und ohne jede Regung von Scham — denn völlige Unfähigkeit zur Scham ist ein wesentliches Merkmal dieser englischen Lügentechnik — das genaue Gegenteil seiner eigenen Verkündung vom Sommer 1939 für internationales Recht, „wie die britische Regierung es versteht". Höher geht's nicht. Das ist urenglisch, genau so wie der von den Engländern nicht gelesene, kaum aufgeführte und nicht verstandene größte Engländer, Shakespeare, den Briten sich schon im „Richard III." selbst zeichnen ließ, wo er den schamlosen Heuchler und Mörder, der durch Meuchelmord und Meineid sich den Weg zum Thron bahnt, sagen läßt: „Ich tu' das Bös' und schreie selbst zuerste, Das Unheil, das ich heimlich angesttftet Leg ich den andern dann zur schweren Last. Dann seufz' tch, und nach einem Spruch der Bibel Sag ich, Gott heiße Gutes tun für Böses. Und so bekleid' ich meine nackte Bosheit Mit alten Fetzen, aus der Schrift gestohlen Und schein' ein Heil'ger, wo ich Teufel bin." Das ist der englische Cant. Das ist Herr Chamberlain, wie er leibt und lebt, die Bibel zitiert und lügt. Der alte Shakespeare hat ihn schon ganz genau gekannt. Keine französischen Bräute für englische Soldaten. Brüssel, 21. Febr. (DNB.) Lord Gort, der Chef der britischen Expeditionsarmee, hat sich veranlaßt gesehen, „die wachsende Verlobungssucht der britischen Soldaten mit Französinnen" abzustoppen. Lord Gort betonte, daß man diese Vcrlobungssucht „in geschickter Form als lächerlich und unehrenhaft für einen Engländer zu kennzeichnen" versuchen müsse. Militärisch sei „die romantische Lebensführung der britischen Soldaten in Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin 21 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Die Handschuhe sind gewaschen worden, um einen Blutfleck zu entfernen, der sich auf dem rechten in der Nähe des Ballens befunden hatte. Die Spur war noch deutlich in der Dergrößeruna zu erkennen. Daß es sich um Blut, um Menschenblut gehandelt hat, ergab die mikroskopische Untersuchung." „Das ist allerdings ein Erfolg, Kybander." Der Kriminalrat war merklich beeindruckt. „Nun verraten Sie mir noch: wie kamen Sie zu den Handschuhen und wem gehören sie?" „Die Handschuhe gehören Frau Henriette Car- lotti, der Mutter des Ermordeten. Ich habe sie in ihrer eigenen Wohnung an mich genommen." „Sehr gut", stimmte der Kriminalrat zu. Er trommelte mit b-en Nägeln der rechten Hand einen Morsch. „Eine undurchsichtige Geschichte, scheint mir Erst findet sich der Revolver im Müllkasten, dann entdecken Sie blutig gewesene Handschuhe; fehlt nur noch, daß Sie auch das Gift, mit dem Ludwig Carlotti getötet wurde, bei den Carlottis finden." „Ist der Bericht vom Chemiker gekommen?" fragte Kybander. „Vorhin. Es bandelt sich um ein hier unbekanntes Schlangengift von geradezu unheimlicher Wirkung. Schon Spuren davon, in die Blutbahn gebracht, führen in wenigen Minuten zum Tode." Herr von Karmin sah seinen Kommissar an. „Erstaunlich ist auch, daß Dr. Zulemski keinerlei Wunden finden kann, durch die das Gift eingedrungen sein könnte. Die Halswunde kommt dafür nicht in Betracht. Es muß doch aber irgend jemand Carlotti mit dem Gift in Berührung gebracht haben. Es muß doch wenigstens eine Hautverletzung gegeben Englands Verbrechen an der weißen Raffe. Oie Deutschen in Ostafrika wie Sträflinge behandelt. Berlin, 21. Februar. (DNB.) Wie Deutsche aus unwiderruflich deutschem Lande in Afrika in beispiellosem Rechtsbruch sogar des in Versailles geschaffenen Mandatssystems vertrieben wurden, zeigen Schilderungen von heimgekehrten Deutsch« Ostafrikanern: Am 3. September 1939 wurden sämtliche deutschen Männer über 17 Jahre im Tanganjika-Territorium interniert. Bereits eine Woche vorher waren die Straßen und Wege zu den deutschen Siedlungsgebieten mit Schlagbäumen und Maschinengewehrnestern gesperrt worden. Die Brücken waren mit Wachtposten besetzt. Die deutschen Pflanzungshäuser wurden mit schwarzen Soldaten (Askaris) umstellt. Die deutschen Geschäfte wurden geschlossen und verfielen mit allen Warenvorräten, Bankguthaben, Grundstücken usw. der britischen Mandats- Verwaltung. Alle deutschen Pflanzungen, Farmen und sonstigen Betriebe wurden ebenfalls beschlagnahmt. Die Deutschen konnten nur über das Der- sügen, was sie am Leibe trugen und was sie mit in die Internierungslager genommen hatten. Gegen Ende September 1939 erfolgte der Abtransport in das Sammellager Daressalam. Etwa 300 Deutsche aus den Nordbezirken Moschi und Arunscha wurden in einen völlig unzureichenden Sonderzug gepfercht und unter stärkster Bewachung durch schwer bewaffnete Askaris nach Tanga geleitet. Dort lagen zwei Küstendampfer, in welchen etwa 500 Internierte verfrachtet wurden. In furchtbarer Hitze verbrachten die gefangenen Deutschen ohne Trinkwasser und ohne frische Luft eine Nacht auf stürmischer See auf diesen winzigen Küstendampfern. In Dar- essalarn mußten die Deutschen dann unter Bewachung von Askaris durch die Stadt marschieren, vorbei an Negern und Indern, die sie begafften. Das Sammellager in Daressalam war ganz mit Stacheldraht und mit einem drei Meter hohen Wellblechzaun umgeben. Die heiße Tropensonne brütete den ganzen Tag auf den Hallen, die als Schlafräume dienten. Früher dienten diese Eisen ko nstruk- Honen mit Zementwänden — als Lagerschuppen. Mittags herrschten Temperaturen von etwa 40 Grad Wärme. Die Unterbringung der Deutschen war also für Tropenverhältnisse unmenschlich. Die Verpflegung war häufig unzureichend. Oft wurden schlechtes Maismehl und muffiger Reis geliefert. Bei einer Durchsuchung wurden den Internierten sämtliche Barmittel und alles Handwerkszeug weggenommen. Deutsche, die politisch tätig gewesen waren, wurden auf eine kleine Insel vor Daressalam gebracht, wo etwa 30 Deutsche hinter Stacheldraht zu leben gezwungen sind. Im Dezember begann die englische Verwaltung mit dem zwangsweisen Abtransport der Deutschen nach dem Reich. Als Reisegepäck wurden für Erwachsene etwa 100 Kilogramm, für Kinder rund 20 Kilogramm gestattet. Alle anderen Werte mußten abgegeben werden. Siegelringe wurden vom Finger gezogen, Armringe abgenommen, Broschen abgesteckt, Medikamente aus dem Gepäck entwendet. In unwürdigster Weise wurden die Frauen durchsucht. Frankreich" unbedingt nachteilig. Auch in der Heimat hätten die zahlreichen Verlobungen ä u ß e r st b e u nruhigend auf die englischen Frauen und Mädchen gewirkt. Darüber hinaus aber sei die Vermischung von Engländern mit Französinnen unbedingt auch für den Nachwuchs der englischen Rasse äußerst nachteilig. — Also, als Kanonenfutter ist das französische Volk für die Engländer gut genug, als Frauen britischer Soldaten aber verderben die Französinnen die „gute englische Rasse!" Noch deutlicher konnte man es den Franzosen gar nicht sagen, was man in Wirklichkeit von ihnen denkt. Schwedens Gchiffsverluste. Stockholm, 21. Febr. (Europapreß.) Im schwedischen Reichstag stellte Außenminister Gün- t y e r fest, daß vom 3. September 1939 bis zum 14. Februar 1940 32 schwedische Fracht- dampfer mit einer Gesamttonnage von 63 908 BRT. und einem Versicherungswert von 24 430 000 Schwedenkronen gesunken seien. 228 schwedische Seeleute hätten ihr Leben einbüßen müssen. Der gegenwärtige Seekrieg werde durch die Tatsache charakterisiert, daß eine Konterbanden-Kontrolle der Westmächte eingeführt worden sei, die mit sich bringe, daß eine bedeutende Anzahl schwedischer Schiffe britische Kontrollhäfen in besonders gefährdeten Gebieten anlaufen müßten, die Konterbandenlisten von beiden kriegführenden Seiten umfasse so gut wie sämtliche wichtigen Waren, der Minen- und Handelskrieg werde vor allem in den Nordsee-Gebieten und in den englischen Küstenfahrwassern geführt. Die gefahrvollen Gewässer lägen so, daß Schweden, um sie zu vermeiden, genötigt sei, seine Seefahrt nach Großbritannien so aut wie vollkommen einzustel- l e n und in sehr großem Umfange auch die Handels- und Schiffahrtsverbindungen mit den neutralen Ländern aozubrechem Es liege offen zutage, welche verhängnisvollen Auswirkungen dies für Schweden mit sich bringe, das in höherem Maße als die meisten Länder auf feinen Seehandel angewiesen sei. Die Verschärfung des Seekrieges gehe daraus hervor, daß im September Schiffe von einer Gesamttonnage von 8211 BRT. versenkt worden seien, während bis zum Januar eine allmähliche Steigerung erfolgt fei; im Dezember seien 22 199 BRT. versenkt worden. Deutscher Tankdampfer-Neubau an amerikanische Auftraggeber abgeliefert N e u y o r k, 21. Febr. (DNB.) Die Texas Petroleum Comp. hat im sechsten Kriegsmonat den bei der deutschen Werst in Auftraa gegebenen neuen 10000 Tonnen großen Tankdampfer „S c a n- dinavia" übernommen. Das Schiff hat Deutsck)- land im Januar verlassen, nahm in Oslo norwegische Besatzung an Bord und traf am 14. Februar i n Neuyork ein. Die Fahrt des Tankdampfers ist von ameribanifchen Schiffahrtskreisen mit größtem Interesse verfolgt worden, da man damit rechnete, daß die Enäländen versuchen würden, das Schiff vor Uebemahme durch den amerikanischen Auftraa- geber zu kapern. Um so größeres Aufsehen ruft die Tatsache hervor, daß es der „Soandmavia" gelungen ist, b-iie englische Blockade erfolgreich zu durchbrechen. Kleine politische Nachrichten. Stabsführer Hartmann-Lauterbacher meldete dem Führer die Eröffnung der fünften Winterkampfspiele der Hitler-Jugend in Garmisch - Partenkirchen. 1200 Hitlerjungen und BDM.-Mädel werden im ritterlichen Kampf ihre Kräfte messen und um den höchsten sportlichen Lorbeer auf Schnee und Eis kämpfen. Die 25 besten Jungen vertreten die Farben Großdeutschlands im Länderkampf gegen die befreundete italienische Jugendmannschaft. Der Reichspressechef hatte die Gau« Presseamtsleiter der NSDAP, aus dem Reich zu einer Arbeitsbesprechung in Berlin versammelt. Dr. Dietrich gab ihnen die Parolen zur Durchführung ihrer kriegswichtigen Aufgaben und forderte stärksten journalistischen kämpferischen Einsatz für den Sieg der Nation. Im Reichsarbeitsministerium haben Verhandlungen über die Beschäftigung italienischer Landarbeiter in Deutschland begonnen. Reichs- arbeitsminister Seldte empfing die italienische Delegation und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Verhandlungen in einem sehr freundschaftlichen Geist begonnen hätten. Die Rückführung der Volksdeutschen Familien aus Wolhynien, Galizien und dem Narew-Gebiet ist abgeschlossen. Nach und nach werden die zur Betreuung eingesetzten Kräfte zurückgezogen, und zwar zunächst von den Grenzübertrittsstellen. Reichsgesund- heitsführer Dr. Conti sprach allen Beteiligten, unter denen sich auch die Leiterin der Reichshebammenschaft und die Generaloberin des DRK. befand, für den pflichtgetreuen Einsatz auf vorgeschobenem Posten der deutschen Hilfsbereitschaft Dank und Anerkennung aus. Der norme gif ihe Außenminister Koht erklärte, das norwegische Kabinett habe nicht über die Frage der Internierung der „Altmark" verhandel. Die Reichsregierung könne nach eigenem (Er- messen über das Schiff verfügen-. Norwegen gehe das nichts an. Der holländische Dampfer „T a r a" ist nach einer Explosion ungefähr 160 Meilen von Cap Finisterre gesunken. Der Dampfer hatte eine Ladung (betreibe an Bord. Die gesamte Besatzung des 4700 Bruttoregiftertonnen großen Schiffes wurde gerettet * Das holländische Motortankschiff „Den Haag", das mit einer Oelladung von Neuyork nach Rotterdam unterwegs war und 11800 Tonnen Oel an Bord hatte, ist durch eine Explosion mittschiffs vernichtet worden. Die Besatzung begab sich in die drei Rettungsboote, von denen eines mit 13 Mann nach 75 Stunden von einem englischen Schiff aufgefunden wurde. Insgesamt hatte der Tanker 39 Mann Besatzung. Am 14. Februar befand sich das Schiff etwa 400 Meilen von Cap Lizard (an der Westküste Cornwalls) entfernt. Aus aller Wett. Wieder ein Erdbeben in Analolien. Am Mittwochmorgen wurden in der Umgebung von Kaiferi mehrere heftige Erdstöße verspürt. Das Dorf Soyfalli sowie drei andere Dörfer sind völlig zerstört worden. In Soysalli wurden 40 Menschen getötet und 20 verletzt. In Ankara, Konay und Adana wurden leichte Erdstöße wahrgenommen. Starker Temperaturanstieg in Norwegen. Die strenge Kälte, die noch bis in die letzten Tage vorherrschte, ist plötzlich durch warme Luft aus Süden abgelöst worden. Der Wetter- Umschlag, der einen unmittelbaren Temperatur- anstieg hervorrief, hat große Schneefälle, besonders in Südnorwegen, mit sich gebracht. Die Zeitungen schreiben von meterhohen Schneewehen und melden auch Schnee Hindernisse auf der Bergen- Bahn. Ganz besonders kraß ist der Temperaturanstieg in Roeros, etwa 100 Kilometer sWlich von Trondhjem, gewesen, wo das Thermometer gestern noch 40 Grad Kälte, heute oder nur noch 4 Grad Kälte zeigte. haben!" Er schüttelte den Kopf. „Sie haben au britt den Toten da unten genaueft untersucht. Außer der sauberen, absolut nicht infizierten Hals- wunde fand sich aber auch nicht die kleinste Verletzung." „Sonderbar", sagte Kybander. „Vielleicht hat er's geschluckt?" „Dann wirkt es nicht. Es ist kein Magengiit." „Eine kleine Wunde Jm Rachen ober in oer Speiseröhre, wenn nicht gar im Magen ..." „Dr. Zulewski hat auch daran gebacht. Es wurde alles untersucht; aber es fand sich nichts." Sie wurden unterbrochen. Der junge Kriminal- affiftent Henke meldet sich zum Rapport. Herr von Karmin ließ ihn heraufkommen. „Na, Henke, was bringen Sie Gutes?" „Leider nichts Wesentliches. Ich habe auftragsgemäß feit heute morgen das Haus überwacht, in dem Jwanka Gospik wohnt. Sie hat es gegen elf Uhr verlassen. Sie fuhr in die Friedrichstraße zu einem Theaterbirektor Charles Boury. Dort blieb sie längere Zeit. Nachher, es war fast eins geworben, fuhr sie wieder nach Hause und hat keinerlei Besuch empfangen. Es wollte auch niemand zu ihr." „Das ist sehr mager, aber nicht Ihre Schuld", sagte Herr von Karmin und nickte dem jüngsten Kollegen freundlich zu. Aber Henke hatte noch etwas auf dem Herzen. Er sagte: „Um das Haus der Gospik strolcht seit dem Vormittag ein älterer Mann herum, benimmt sich recht ungeschickt, versteckt sich hinter Baumstämmen oder Hausecken, taucht plötzlich auf und marschiert in strammem Tempo am Haus vorbei, kehrt um und kommt auf der anderen Straßenseite zurück. Ich habe noch nicht herausgekriegt, was er vorhat. Er versuchte, mich zu verfolgen, aber natürlich bin ich ihm entwischt. Das Fräulein Jwanka Gospik kennt diesen Mann nicht persönlich. Er lief ihr auf der Straße einmal fast in die Arme und grüßte sie nicht. Sie kannte ihn auch nicht, jedenfalls war beiden nichts anzumerken." Er machte eine kleine Pause. Der Kommissar lächelte. Herr von Karmin nickte dem jungen Mann nochmals freundlich zu und Henke warf sich in die Brust. Ich kriege noch heraus, wer der Mann ist, verhieß er. „Das nächste Mal kehre ich den Spieß um. Nicht er soll mich, sondern ich werde ihn verfolgen. „Gut", sagte Kybander ttocken. „Sie können dann am Potsdamer Platz bis hierher die U-Bahn benutzen." Henke ftarrte ihn an; er wollte etwas fragen, aber der Kriminalrat machte gerade eine unmißverständliche Bewegung der Verabschiedung, Henke zog sich zurück. „Wenn Jwanka Gospik mit diesem Direktor Boury verschwinden will, die Tournee soll ja dieser Tage losgehen", sagte Herr von Karmin, „wollen Sie die beiden laufen lassen, Kybander?" „3a", sagte Kybander; er war ernst; das kleine heitere Zwischenspiel, das Henke geliefert hatte, war vergessen. „Ja", wiederholte er, „ich möchte niemand festnehmen, bevor ich nicht alle Fäden sicher in der Hand habe." Er stand wieder beim Fenster und schnippte mit zwei Fingern gegen das Blatt-, gewächs, das da jahraus, jahrein fleißig, aber sinn-' los zwei, drei Blüten hochtrieb und unbestäubt wieder verwelken lassen mußte. Er zupfte ein braunes Blatt ab und zerkrümelte es. „Und wenn es dann zu spät ist? Budapest ist das Tor zum Osten und auf dem Balkan laufen viele Grenzen, die das Suchen erschweren." Kybander tat eine Handbewegung, die nichts ausdrückte. Er wusch sich die Hände mit Luft. „Sie sagten, die Tournee Bourys beginne dieser Tage. Ich nehme an, daß wir bis dahin wisien, wer Carlotti getötet hat. Vielleicht erfahre ich es noch heute nacht." „Heute nacht? Sie wissen, daß ich Ihnen immer freie Hand lasse, Kybander; ich habe es noch nie bereut. Aber ich finde, jetzt werden Sie reichlich mystisch." Kybander schüttelte den Kopf. „Ich habe nur zufällig einen Anruf selber abgefangen. So vor einer Stunde etwa. Er wäre uns höchstwahrscheinlich als gänzlich unwichtig gar nicht gemeldet worden: es fragte ein Mann, der Tonart nach ein Ausländer, bei uns an, ob der Laden Carlottts wieder geöffnet werde und wann das der Fall fein könne." „Ich sehe da allerdings auch keine große Wichtigkeit in solcher Anfrage , meinte Herr von Karmin. „Der Mann war gewiß ein alter Kunde der Firma Carlotti und wollte etwas kaufen." „Das sagte er mir", nickte Kybander. „Er wollte etwas kaufen und es eile ihm. Ich fragte ihn, warum es eile, da redete er etqjas von einer Abreise und als ich ihn fragte, was er denn kaufen wolle, die Polizei habe verschiedene Dinge beschlagnahmt, war er verdutzt." „Das stimmt doch nicht, Kybander. Oder haben Sie etwas beschlagnahmen lassen?" „Nein, kein Stück. Aber ich wollte den Frager, der da unbekannt am anderen Ende des Drahtes die Polizei ausholen wollte, ein bißchen ins hellere Licht locken. Das gelang. Er tat die reichlich naive Frage, welche Dinge die Polizei beschlagnahmt habe. Ach, antwortete ich ihm, das kann ich Ihnen nicht genau sagen, eine Buddhafigur, glaube ich, und verschiedene alte Waffen. Die Sachen werden morgen früh abgeholt und einer Untersuchungsstelle zugeführt. So, sagte er, morgen früh? Ja, antwortete ich, warum fragen Sie? Aber da hängte der Mann an, ohne noch einen Ton zu reden. Trotzdem weiß ich, meine Auskunft wird ihn nicht ruhen lassen. Bis morgen früh hat er Zeit. Morgen früh, denkt er, holt die Polizei die beschlagnahmten Sachen ab und sie sind für ihn verloren. Deshalb wird er heute nacht kommen und dem Laden Carlotti einen Besuch abstatten." „Das hoffen Sie. Und wenn Sie sich irren?" „Dann habe ich mir ganz sinnlos eine Nacht um die Ohren geschlagen", sagte Kybander, „benn ich werde heute nacht im Laden Ludwig Carlottis warten und wachen, bis der unbekannte Besucher kommt." „Kybander", sagte Herr von Karmin sehr em ft „auf dem Schreibtisch des Ermordeten stand so ein Schwitzkasten mit einer Buddhafigur. Jetzt hat ein Ausländer bei Ihnen angerufen. Sie kommen mir doch nun hoffentlich nicht mit der Rache eines Inders, der eine aus einem indischen Tempel geraubte Götterstatue wieder zurückbringen will.?" Es war einen Augenblick still. Herr von Karmin fuhr fort: „Und das, nachdem Sie die Spur der Handschuhe und des Revolvers so glänzend ausgenommen haben!" Er sah seinen Kommissar ehrlich besorgt an. Verrannte sich der gute Kybander nicht diesmal doch? (Fortsetzung folgt.) In 3 Minuten ohne Fett T/4 Liter vorzügliche Bratensoßei Dabei Ist die Zubereitung kinderleicht. Sie brauchen nur 1 Knorr BratensoBwürfel fein zerdrücken, glattrühren und mit ij* Liter Wasser 3 Minuten unter Umrühren kochen» Fertig I Diese Soße wird allein oder zum Strecken, Verbessern und Binden anderer Soßen verwendet. — Beachten Sie bitte diese zeitgemäße Verbrauchs- Aufklärung für eine richtige und sparsame Verwendung von Braten soße Und so preiswert Die In )der haben | Vermietungen | Mj Statt Karten Ihre Vermählung geben bekannt Mietgesuche 0589 5kräftig.,sieibiges SchaeidergehiliiD äs Men 898D sucht. »03° (Gloriavalast). einer Ab» enn kaufen ge beschlag- tosmangeisöotff staatl. ge.'f. Dentist Starkwirkiam, gegen Zohnsfein- onsatz, xohnfleischkröHi- gend, mikrofein, , mild aromatisch. 17*0 M. Umgebung e verspürt. Dörfer sind lli wurden tzt. In An- e Erdstöße einet Jinisterre ibung Te. Des 4700 irbe geret. zum 1.März,evtl, auch später ge- en Frager, es Drahtes ins hellere chlich naive schlagnahmt Ihnen nicht h, und oer- len morgen gsstelle zu* wartete ich» 1 bang' ch Rotter- n Del an Wver. sich in die Mann ßhiff auf- Tanker 39 lö sich das rd (an der im Alter von 64 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Giller. «gen. die letzten warme >er Wetter- emperatur- eefälle, bracht. Die chneewchen er Bergen- emperatur- sMich von ter gestern ich 4 Grad Nr Sm der Sonntag, d. 11. Februar, geg. 5Uhr in d. Bahnhofballe verfehlt wurde, wird gebeten, Brief unt. bekannter An» schrift abzuholen. - . Geburtsanzeigen '?£fter$n,e0r 5AL bei BrObl, Schulstr. 1 4Q rr die große Tube die kleine Tube 25Pf Or. Gustav Reitz Heeresbaumeister und Li. b."X Zngeborg Reih, geb. Seybold wird deshalb darauf hingewiesen, daß die Versorgung der auf Urlaub befindlichen Soldaten in folgender Weise geregelt ist: Jeder Urlauber besitzt einen Urlaubsschein, auf dem vermerkt ist, wie lange er Urlaub hat, und wie lange er von der Truppe verpflegt worden ist. Auf Grund dieses Urlaubsscheines geben die Ernährungsämter für die auf dem Urlaubsschein vermerkte Urlaubszeit Lebensmittelkarten an die Urlauber aus. Für die Dauer der Reise werden die Urlauber entweder noch von ihrem Truppenteil mit Lebensmitteln versorgt, oder sie erhalten (von der Kommandantur oder vom Standortältesten) Reisemarken ausgehändigt. Kurzurlauber, die nur über Samstag- Sonntag Urlaub haben, werden entweder mit Lebensmitteln von der Truppe versorgt, oder sie erhalten Reisemarken. Die Lebensmittelversorgung der { Auskunft >n früh ha? die W sind für ihn ommen und len.* irren?" e Nacht uw denn «9 rlottisA e Besucher ! erklärt?, Är tem Er. »egen g^ der Zivilbevölkerung sind immer noch irrige Auffassungen über die Lebensmittelversorgung der Soldaten während ihres Urlaubs zu finden. Es Mnftn Vorstehhündin, zirka 3-4 Jahre alt. Grundfarbe braunm.wettzen Flecken. Erkennungszeichen zuziehbar. Kettenhalsband. eoiD A^ugeben bei der Verwaltung der Veterinärkliniken, Gießen W Ausdruck ^ndschast.' Plötzlich und unerwartet verschied an den Folgen eines Schlaganfalles meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Berta Giller, geb, Haupt Der markenfreie Stamm sehr begehrt Eine Umfrage bei Gießener Gaststätteninhabern. 2 Zimmer mit Küche zu vermieten. Am 0612 RiegelvfadSQH 5m* ff* i fuhr fnrt' Wehrmachtsbetreuung durch den Landesfremdenverkehrsverband. Im Rahmen der von der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" übernommenen Feierabendbetreuung hat sich der Landesfremdenverkehrsver- band Rhein-Main eingeschaltet. Der Landesfremdenverkehrsverband will unsere Soldaten in das Rhein- Maingebiet einführen, in feine Kunststätten, in die Landschaftsformen, in Volkstum und Sitte, in Handwerk. Industrie, Wirtschaft, in die Naturschutz- gebiete und in ihre interessante Tierwelt. Die Redner werden in allen Teilen des Rhein-Maingebietes zu den Wehrmachtsangehörigen sprechen. Farbenprächtige Lichtbilder werden die Vorträge beleben. Die Vorträge werden im ganzen Frühjahr fortgesetzt. nHemeinW M krosl IM Srenöe Achtung! Sport. Für Frauen: Gymnastik und Spiele: Donnerstag, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerschule. Für Männer: Allgemeine Körperschule: Donnerstag, 18 bis 19 Uhr, Goethefchule. Beginn: 22. Februar 1940. 859D Feldpostnummer muß richtig fein! Bei den Sendungen an unsere Soldaten müssen die richtigen Feldpostnummern angegeben werden. Junger Mann, 25 Jahre, ledig, sucht Stelle als eo?D Beifahrer Prüfungsschein 4. Klasse vorhanden. Näheres in der Geschäftsstelle des Gieß. Anzeig. ®en aus y* r betreu. Wfunb. ""er Wammen. 'M, für Ebenem b°nk und Verlaßt euch nicht nur auf euer Gedächtnis. Wie leicht kann man sich irren! Weiterhin sind deutliche und große Zahlen unbedingt erforderlich. Vergeßt auch nie einen Zettel mit der Anschrift des Empfängers und des Absenders (Name, Wohnort, Straße und Hausnummer) mit in das Päckchen zu legen. Eine sorgfältig bearbeitete Feldpostsendung erreicht sicher ihr Ziel. Oie Lebensmittelversorgung der Militärurlauber. digende Lösung. 2'_ Speisezettel der Gaststätten bieten täglich noch allerlei Abwechslung. Zweimal in der Woche sind in allen Gaststätten die Mahlzeiten fleischlos. Gießen (Liebigstraße 96), den 20. Februar 1940. Die Beerdigung findet Freitag, den 23. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Lehnheim Gießen z.Z. im Felde Großer Steinweg 23 Gießen, den 22. Februar 1940 Gießener Gtadttheater. Manfred Nötzner: „Karl III. und Anna von Oesterreich." Es ist gewiß kein geringes Wagnis für einen Debütanten auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ein abendfüllendes Stück auf nur zwei Personen abzustellen. Manfred R ö ß n e r ist dies Wagnis geglückt, das spricht für ein sicheres Gefühl für die Bedürfnisse des Theaters und einen guten Instinkt für die Wirkung eines spitzigen Dialogs, höchst ergötzlich und mit ganz legerer Hand ist hier eine heitere Liebesgeschichte zusammengebastelt, die durch das Wiener Kolorit und die kapriziösen Melodien, die der Bruder des Autors beigesteuert hat, eine besonders zwanglose ^Note erhalten hat. Karl III. und Anna von Oesterreich sind nicht etwa, wie man befürchten könnte, irgendwelche würdigen Potentaten aus der Historie, sondern zwei junge Musikbeflissene, die sich kennen und lieben lernen. Er komponiert eine „Große Oper", sie sammelt seine Notenschmtzel aus dem Papierkorb und macht daraus heimlich eine Operette. Beide, Oper und Operette, erleben am gleichen Abend einen ganz großen Erfolg. Wer bis es soweit ist, setzen Eifersucht und Mißtrauen beiden jungen Autoren gewaltig zu. Telephon und Klingel werden fleißig in Bewegung gesetzt, um beiden immer wieder ein neues Stichwort zu bringen und eine rechte Verwirrung der Gefühle anzurichten, bis endlich der Tag doppelten Ruhmes auch die Gewißheit eines harmonischen Zweiklangs in dieser jungen Künst- lerehe bringt. ♦ Hans Albert Schewe hatte das hübsche Spiel in Szene gesetzt, seine Regie verriet Sinn für Grazie und Humor und hatte für prickelnde Beweglichkeit im Ablauf der Bilder Sorge getragen. Karl Löffler hatte die Bühne in drei Gemächer geschickt aufgeteilt und ansprechend ausgestaltet. Im übrigen hatten ausschließlich Walter Erker und Jngeborg Riehl einen ganzen Abend lang das Wort. Herr Erker spielte sich vom bummelnden Grobian, dem sein Genie schwer zu schaffen macht, durch alle Stadien der Eifersucht köstlich hindurch zum zärtlich liebenden Gatten. Fräulein Riehl, die wir bisher fast nur in klassischen Rollen gesehen haben, war ein fesches Wiener Madel, dessen Dialekt die rechte Atmosphäre schuf, mit bemerkenswerten hauswirtschaftlichen Talenten, aber, was diesmal wesentlicher war, auch in Dingen der Liebe von sprühendem Temperament, schalkhaft, anmutig und nicht ohne einen Unterton warmer Innigkeit. — Das amüsante Stück fand eine sehr herzliche Aufnahme. Dr. Fr. W. Lange. BausschneideriQ fürAenderungen u. Kindersachen gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 0600 an o. Gieß. Anz. Täglich steht aber neben den markenpflichtigen Gerichten mindestens noch ein markenfreies Stammgericht auf der Karte. Dieser markenfreie „Stamm" wird von den Gästen viel begehrt, da er schmackhaft zubereitete wird und oft noch gewisse Fleischbeigaben enthält, die tft?r Küchenchef beim Zerschneiden großer mehrpfündiger Fleischstücke in Einzelportionen als kleine Reststücke übrig behält, da sie zu ganzen Portionen nicht mehr ausreichen. Die markenfreien Stammefsen find in vielen Gaststätten ein erheblicher Teil der täglichen Verpflegung. Es gibt z. B. Gaststätten, in denen der Verzehr des markenfreien Stammessens 25 bis 30 v. H. der täglichen Essenporttonen ausmacht. Wenn man die Gerichte kennenlernt, die für diese Essenabgabe hergestellt werden, so ist die starte Nachfrage erklärlich. Wir hörten bei unserer Rundfrage von folgenden martenfreien Stammgerichten: Gemüse- topf, Reisfleisch, Kartoffelpuffer mit Kompott, Sauerkrautkopf, Kartoffelgemüse mit Beilage, Rotkohl mit Salzkartoffeln und einer Frikandelle, Rotkohltopf mit Beilage, Krautrolle, Linsensuppe oder Bohnensuppe mit Einlage, Kartoffelklöße mit Gemüse, Wirsingtopf, Thüringer Klöße mit Kompott, Bayrische Knödel mit Kraut und Soße, Königsberger Klops und Gemüse, Wiener Bäucherl usw. Dazu gibt es als Vorspeise stets noch einen Teller gute Suppe. Nach den Beobachtungen mancher Gaststätteninhaber essen viele Gäste nicht nur wegen der Markenersparnis den „Stamm". Es soll sogar Gaststättenbesucher geben, die täglich eine Art Rundgang zu verschiedenen Speisekartenaushängen machen, um festzustellen, wo der leckerste „Stamm" zu haben ist. Man kann jedenfalls die Feststellung machen, daß das Gaststättengewerbe mit der Einführung dieses Mittagessens nicht nur einem Erfordernis der Kriegsernährungswirtschaft entsprochen hat, sondern auch einem kulinarischen Bedürfnis der Speisegäste entgegenkam, das sicherlich in mancherlei Form die Kriegszeit überdauern wird. Ein besonders erfreuliches Ergebnis unserer Umfrage ist auch die Tatsache, daß allenthalben in dem Verhältnis zwischen Gaststätteninhaber und Gästen wegen des „Magenfahrplans" keinerlei Trübung eingetreten ist, obwohl der Küchenchef heutzutage in mancherlei Hinsicht gegenüber der Friedenszeit „kurztteten" muß. Auch diese Tatsache beweist, daß der Gemeinschaftsgeist unserer Volksgenossen eine starke Waffe der Heimat in der Abwehr des englischen Dernichtungs- willens gegen uns ist. B. tenfreier Verkauf von Lebensmitteln führt zu einem unnötigen zusätzlichen Verbrauch von Lebensrnitteln und schädigt die deutsche Kriegsernährungswirtschaft im Kampfe gegen die englische Aushungerungsblockade. Familien mit Kindern bei der Kohlen- verteilnng bevorzugt. Der Reichskommiffar für die Kohlenverteilung hat angeordnet, daß jene Familien, in denen kleine Kinder bis zu zwei Jahren aufwachsen oder in denen sich die Frau vom vierten Monat an in Schwangerschaft befindet, sowie alle kinderreichen Familien in der genannten Reihenfolge bei der Zuteilung von Kohlen bevorzugt zu berücksichtigen sind. In allen diesen Fällen ist die notwendige und regelmäßige Tagschneider sof. gesucht, evtl. Heimarbeiter. Borne Bahnhofstr. 23. Familiendrucksachen Verlobungeanzeigen VermÄhlungeanzelqen Der Reichsstatthalter in .Hessen — Landesregierung — hat eine Verwaltungsverordnung erlassen, nach der mit Wirkung vom 15. Februar 1940 ab die staatlichen Polizeiverwaltungen Gießen und Dad-Nauheim-Friedberg zu einer gemeinschaftlichen Polizeiverwaltung, der Polizeidirektton Gießen, ver- einigt werden. Das seitherige Polizeiamt Bad- Nauheim-Friedberg wird aufgehoben. Die Polizei- birehion Gießen verwaltet den Polizeibezirk Bad- Nauheim-Friedberg durch eine in Bad-Nauheim zu errichtende Dienststelle, die die Bezeichnung „Pott- zeidirektion Gießen — Polizeiamt Bad-Nauhenn- Friedberg" führt. Die Zuständigkeiten der Polizer- direktion Gießen im Stadtbezirk Gießen bleiben unberührt. Die örtliche Zuständigkeit der Polizerdrrek- tton Gießen erstreckt sich auf den Dienstbezrrk des seitherigen Polizeiamtes Bad-Nauheim-Fnedberg. Urlauber ist demnach in jeder Beziehung sicher- gestellt. Es besteht daher kein Anlaß, den Soldaten karten- pflichtige Lebensmittel ohne Karten abzugeben. Die Gaststätten und Lebensmitteloerteiler sind auf Grund der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen verpflichtet, die Abgabe von Karten zu verlangen. Ein fax- Wetzlarer Fabrikbetrieb sucht Betriebs-Kaufleute für Nachkalkulation und Lohnverrechnung Schriftliche Angebote unter 902D an den Gießener Anzeiger erbeten. Aus her Stadt Gießen. Die Meisen „läuten". ..2n den Mittagsstunden üben manchmal schon die Meisen ihr niedliches Sieb. Sie lauten" wie ->» D°lksmund sagt und der bescheibene Gesang bihbihdih und „zizlda klingt in der Tat wie der ferne S ang kleiner Gldckchen. Ban einem Busch in ben Anlagen oder aus dem kahlen Gezweig eines Gartens kann man sie häufig hören, und wenn man ein wenig aufmerksam ist, sieht man sie auch, wi° sie m ihrem bunten Federkleid munter an den Zweigen turnen. Sie zählen zu den zierlichsten Vögeln unserer Umwelt und entfalten überall, felbft mitten in Eis und Schnee, ein Stück reizvollsten Lebens. Es gibt nicht sehr viele Vögel, die sich an das geräuschvolle Treiben der Stadt gewöhnt haben Aber die Meisen gehören zu ihnen wie die Finken und die Amseln. Sie bleiben unbekümmert in der Nähe der Menschen, selbst im lärmerfüüten Innern der Stadt, wenn sie nur einiges Gesträuch ober einige Gartenbäume finden, deren Zweige ihren Kletterkünsten dienlich sind. Am meisten sichtbar ist im allgemeinen die Kohlmeise, deren schwarzer Kopf mit den weißen Wangen sich von der gelben Unterseite mit dem schwarzen Strich sehr hübsch abhebt. Doch auch die Blaumeise läßt sich in der Stadt gut beobachten, wobei man die Wahrnehmung machen kann, daß sie sich mit ihrer blau- gelb-weißen Tracht noch farbenprächtiger ausnimmt als bie* Kohlmeise. Sie sind ein gesellschaftsfrohes Völkchen, die Meisen, und deshalb sieht man sie selten allein. Gewöhnlich erscheinen sie im Schwarm, und es ist ein prachtvolles Bild, wenn sie plötzlich an einem Futterplatz erscheinen, wo sie mit ihrem Hellen Pfeifen und drolligen Gezeter den Beobachter erfreuen. Wenn noch die Finken und natürlich auch die Sperlinge sich einfinden, bann wird ein solcher kleiner Futterplatz zu einem regelrechten Vogel-1 paradies, das in seiner bunten Bewegtheit äußerst > reizvoll ist. Es gehört wenig dazu, ein solches kleines Vogelparadies hervorzuzaubern, daß man sich eigentlich wundern muß, warum es nicht häufiger anzutreffen ist. An Zuspruch unserer gefiederten Freunde würde es jedenfalls nicht fehlen. Der Gesang der Meisen, der zweifelsfrei darauf hindeutet, daß es trotz aller winterlichen Erscheinun- gen allmählich dem Frühling entgegengeht, wird vom Dolksmund auch gern textlich ausgelegt. Die Tonfolge „zizidä, zizidä" übersetzt man beispielsweise als Mahnung an den Bauer: „Spitz die Schar, spitz die Schar!", was zu bedeuten hat, daß der Bauer nun langsam die Pflugschar vornehmen möge. Wir hätten nichts dagegen, wenn diese Aufforderung eine gute Vorbedeutung für ein baldiges Aufhören der winterlichen Mißhelligkeiten fein würde. Das unbekümmerte Meisenlied gibt uns jedenfalls die Hoffnungsfreudigkeit dazu. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Populärwissenschaftlicher Vortrag der Universität: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut Pro- fessor Dr. Zschietzschmann über „Homer in der bildenden Kunst der Griechen". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Zwei Welten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Brand im'Ozean", bereinigte Polizeiverwaltung Gießen und Aad-irauheim-Friedberg. Die Speisekarten mit sechs verschiedenen oder vielleicht noch mehr Mittaggerichten und ebenso vielen Abendessen sind auch in unseren Gießener Gaststätten den Kriegsverhältnissen zum Opfer gefallen. Das ist durchaus kein Schaden für den Essensgast, der früher durch allzu große Auswahl manche Qual zu überwinden hatte, es ist auch kein Nachteil für die Gaststätten, die ttotz des vereinfachten Soeisezettels den Gästen nach wie vor einen guten und reichhaltigen Mittag- oder Abendttsch bieten können. Gewiß stehen der Gaststätteninhaber und sein Küchenchef jetzt vor schwierigeren Aufgaben als in der Friedenszeit, aber trotz Krieg und Ernährungswirtschaft haben sie ihre gastronomische Aufgabe bisher bewältigt, und sie werden sie sicherlich auch in Zukunft im Rahmen der ernährangs- wirtschaftlichen Maßnahmen zur Zufriedenheit der einsichtioen Gäste lösen können. Eine Umfrage bei einer Reihe von Gießener Gaststätten hat uns gezeigt, daß die anfänglichen Schwierigkeiten der Gaststättenspeisung bei der Umstellung aus die planmäßige Kriegsernährungswirtschaft durchweg überwunden sind. Diese Schwierigkeiten bei der Einführung des Markenzwanges in den Gaststätten kamen nicht etwa von der Dersorgungs- feite her, sondern sie gingen von jenen Gästen aus, die anfänglich der irrigen Meinung waren, in den Gaststätten könnten sie nach wie vor markenfrei essen. Heute ist es, wie alle von uns befragten Gaststätteninhaber erklärten,, jedem Essen-Gast eine Selbstverständlichkeit, daß er bei der Bestellung von Fleischspeisen die erforderlichen Anteile an Fleisch- und Fettmarken, bei gewissen anderen Speisen die entsprechenden Abschnitte der Nährmittel karte oder der Brotkarte ab gibt. Stammgäste machen sich in ihren Gaststätten die Sache dadurch leicht, daß sie zu Beginn jeder Versorgungsperiode an der Fleischkarte die rechte Seite mit den kleinen Mark en - aewichten ab trennen und den übrigen Teil der Karte, mit den sog. großen Abschnitten und dem Bestellschein, dem Gaststätteninhaber überlassen. Dieser kann nun die erforderlichen Fleischwaren für die ganze Versorgungszeit bestellen, und der Gast braucht eben nur feine Fleischportion zu essen. Die sag. kleinen Märkchen kann er zum täglichen Wursteinkauf frei benutzen. In gleicher Weise wird vielfach auch mit der Fettkarte verfahren. Das ist in der Tat eine einfache und für beide Teile besrie- BäckereiSteinmann Wiesbaden, Zietenring 8. | Verkäufe Wenig getragen, schwarzer oeos Anzug (vrima Qualität) grobe Fig., billigzu verkauf. Wieseck, Gieb.Str.162 I Gut erhaltenes MmlionsM Gr. 42, nur zweimal getr., preiswert abzugeben. Wilsoustr. 6 v. 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