Montag, 22.Zanuar 1940 <90. Jahrgang essen, sondern — für den englischen Im- Heue Erfolge deutscher Seekriegsiihrnng ,u den Beschießungen und Bombardierungen an- - g-blich harmlafer Fisch-rfahrzeug- und unbemaf- Italiens Getreidefchlacht. Rom, 22. San. (Europapreß.) Im üb erfüllten Teatro Argenti na nahm Mussolini die Preisverteilung an die Sieger im Wettbewerb zur Förderung des Getreidebaues und der landwirtschaftlichen Erzeugnisse vor. Der Duce betonte, der letztjährige Ernteertrag von 80 Millionen Doppelzent- Amsterdam, 21. Ian. (DRB.-Funkspruch.) Mit genau verteilten Rollen suchten Samstagabend Halifax und C h u r ch i l l ihr Land über die Schwierigkeiten des jetzigen Krieges hinwegzutrösten und gleichzeitig neue Opfer für ihre Kriegspolitik zu gewinnen. Jeder tat es in seiner Art. Halifax setzte sich heuchlerisch mit den Gründen auseinander, warum England in den Krieg zog. Natürlich waren es nur moralische Gründe, die England zur Kriegs- per-ialismus! Churchill ging gleich aufs ganze. In der richtigen Erkenntnis, daß England allein mit diesem Krieg nicht fertig wird, wendet er sich unmittelbar an die Neutralen, um sie zur Hilfe für England in diesem Kriege zu verführen, als ein Mittel, sie vor den eigenen Wagen zu spannen, skrupellos chre Schiffe nun endlich in englischen Konvoizügen mitfahren zu lassen. Die neutralen Landmächte aber suchte Churchill durch neue plumpe Lügen über aggressive deutsche Absichten zu schrecken und zu einem Zusammenschluß gegen die deutsche Gefahr zu veranlassen. Den Zweck seiner Worte enthüllt er dann in dem vielsagenden Satz: „Was würde geschehen, wenn alle diese neutralen Stachen mit einem einzigen spontanen Impuls ihre Pflicht täten und gemäß den Bestimmungen der Genfer Liga mit dem britischen und französischen Imperium gegen * ar_____:cc mitm/irkon rrtiirhon I" wurde von einem Segler auf genommen. Der Tanker war gerade aus dem Hafen aus gelaufen, um in einer Bucht eine Probefahrt zu unternehmen, als sich die Explosion ereignete. den möchte! Wenn die „Dimes" gegen das „wahllose und völkerrechtswidrige Minenlegen" polemisiert, so ist der Rechtsstandpunkt von deutscher Seite schon wiederholt klargelegt worden. Nach Artikel 2 des VIII. Haager Abkommens sollen Minen vor den Küsten und Häfen des Gegners nicht gelegt werden, wenn sie dem all einigen Zweck der Unterbindung der Handelsfchiffahrt dienen. Deutschland und Frankreich sind durch diesen Artikel überhaupt nicht gebunden, da beide Staaten bei Ratifikation des Abkommens einen entsprechenden Vorbehalt gemacht haben. Aber hiervon ganz abgesehen, rnuß sich doch jeder denkende Mensch darüber klar sein, daß die britische Admiralität durch ihre eigenen Minensperren und Kursbefehle die Handelsfchiffahrt gezwungen hat, die normalen Handelsrouten zu verlassen und sich unmittelbar in die Kriegszone, in den Schutzbereich der britischen Dorpostenboote, der bewafneten Eonvoi, der Küstenartillerie und der Luftstreitkräfte zu begeben. Die Anordnungen Churchills haben erreicht, daß es auf der Fahrt nach England keine reinen Handelsrouten mehr gibt. Wenn Handelsschiffe, feindliche oder neutrale, das „linde Opfer“ der Minen“ werden, so ist das die direkte Folge der Kriegführung, die die britische Admiralität offenbar bevorzugt. Mit dieser Kriegführung ist die englische Oeffent- lichkeit unzufrieden, es fehlt nicht an Zeichen dafür daß die Presse der britischen Admiralität den deutschen Offensivgeist zur Nachahmung empfiehlt Der Marine-Berichterstatter der „Sunday Drspatch kündigt in diesem Sinne einen angeblich bevorstehenden großen deutschen Angriff zur See auf England an. Er möchte dann allerdings das Publikum beruhigen, indem er die verfügbaren Kriegs- fchiffstonnagen der beiden Mächte einander gegen- l überstellt. Die überlegene Zahl ist immer mir eine? Zürich, Mitte Januar 1940. Obwohl die Schweiz nicht unmittelbar am Kriege beteiligt ist, wird das öffentliche Leben des Landes weitgehend von militärischen und kriegswirtschaftlichen Mobilmachungsmaßnahmen beherrscht. Der Aktivdienst der gesamten Armee, Hilfsdienst- und Luftschutzpflicht usw. beanspruchen die überwiegende Mehrheit aller tauglichen Wehrpflichtigen vom 20. bis zum 60. Lebensjahre. Sämtliche Arbeitslosen in den wehrpflichtigen Altersklassen sind in besonderen Arbeitsabteilungen zusammengefaßt, die vor allem zur Durchführung militärischer Bauprojekte heran- gezogen werden. Die beschleunigte Einführung des obligatorischen militärischen Vorunterrichts soll bereits die Jugend im Alter von 16 bis 19 Jahren auf den Wehrdienst vorbereiten, in Durn-, Iung- schützen- und militärischen Kursen unter der Leitung von Subalternoffizieren und Unteroffizieren der Wehrmacht. Um das Ausmaß der umfassenden Mobilmachung richtig zu verstehen, muß man berücksichtigen, daß sich die Schweiz in Friedenszeiten mit dem'kurzdienenden Milizsystem (drei, bis vier Monate Rekrutenschule und alle zwei Jahre Wiederholungskurse von drei bis vier Wochen), begnügt. Herangezogen werden lediglich die einwandfrei Mili- tärtau'glich'en. Auf wirtschaftlichem Gebiete ist das System liberalistischer Freizügigkeit weitgehend von einer plan- bzw. kriegswirtschaftlichen Ordnung abgelöst worden: Staatliche Kontrolle des Außenhandels, planmäßiger Einsatz von Industriebetrieben für den Rüstungsbedarf, Rationierung von Lebensmitteln und Verbrauchsgütern, verschärfte Preisüberwachung, um nur die wichtigsten Maßnahmen Britischer Flottillenführer in der Nordsee gesunken. Berlin, 21. Januar. (DNB. Funkspruch.) Wie die britische Admiralität bekannt gibt, ist der Flot- tillenführer „Gren ville“ in der Nordsee gell n k e n. Die britische Admiralität teilt weiter mit, daß von der Besatzung acht Wann ums Leben kamen und 73 Wann vermißt werden. 118 Wann wurden gerettet. Der Zerstörer „Grenville“ hat eine Wasserverdrängung von 1485 Tonnen und ist im Jahre 1935 gebaut worden. Ls war mit fünf 12-cm-Geschühen, acht WG.s und acht Torpedorohren bewaffnet. Britischer Tanker gesunken. EineReiheweitererHandelsschiffe verloren Die britische Admiralität versucht die Stimmung in neutralen Ländern mit der Behauptung zu vergiften, auch zwei dänische Schiffe, die an der schottischen Küste in einem britischen Geleitzug gefahren wären, seien von deutschen Flugzeugen bombardiert und beschädigt worden. Hierzu sei bemerkt, daß die Neutralen von deutscher Seite immer wieder auf die Gefahren hinge w i e s e n worden sind, die sich für sie aus dem Fahren im feindlichen Geleit ergeben. Es ist unverantwortlich, wenn ein neutraler Reeder trotzdem das Leben feiner Schiffsbesatzungen diesen Gefahren immer noch aussetzt. Durch die Bewaffnung eines im Geleit fahrenden feindlichen Handelsschiffes wird die diesem Schiff drohende Gefahr nur noch wesentlich vermehrt, da das bewaffnete Handelsschiff sowieso schon wie ein Kriegsschiff zu behandeln ist. Die Bewaffnung ist in jedem Fall als offensiv anzusehen, da sie dazu bestimmt ist, die Ausübung der völkerrechtlich anerkannten prisenrechtlichen Befugnisse der deutschen Seestreitkräfte mit Waffengewalt zu verhindern. Die einzelnen, im Geleitzug fahrenden britischen Dampfer des oben geschilderten Falles waren bewaffnet. Der Kapitän des britischen Dampfers „Northwood", der kurz nach der Aktion in einen Hafen einlief, hat sich sogar noch gerühmt, Jem Dampfer sei mit Maschinengewehren ausgerüstet. Mit diesen Maschinengewehren habe er unmittelbar vorher zwei deutsche Flugzeuge beschossen. So sehen also die harmlosen Handelsdampfer aus, für die die englische Presse um Mitleid wer- Halifax und Churchill auf der Suche nach neuen Opfern Eine Ohrfeige für die Amerikaner Die Amerikaner haben eine Fluglinie über die Bermuda-Inseln nach den Azoren und weiterhin nach Lissabon eingerichtet, die auch Post befördert. Als nun eines dieser großen amerikanischen Flugzeuge dieser Tage nach seinem Zwischenaufenthalt auf den Bermudas wieder auffteigen wollte, verboten es bie englischen Kolonial- behörden mit der Begründung, daß sie erst die Europa-Post des Flugzeuges zensieren müßten. Nur nach einem langen Hin und Her konnte das amerikanische Flugzeug mit eintägiger Verspätung seine Reise wieder fortsetzen, ohne daß bisher über )as endgültige Schicksal seiner Post Klarheit be- tänbe. ... Die Amerikaner haben sich diese bemütigenbe Behandlung selbst zuzuschreiben. Die Regierung von Washington hat zwar wiederholt in Protestnoten erklärt, daß sie die englische Zensierung der Amerika- Post nach Europa für völkerrechtswidrig halte aber es waren Papierproteste und die Engländer haben sie danach behandelt. Im vorliegenden Falle aber ist bezeichnend, daß die Bermuda-Inseln innerhalb der von den Amerikanern beanspruchten Gewässer liegen: sie sind nur knappe 1100 Kilometer von dem Kap Hatteras entfernt, das in der amerikanischen Seekriegsgeschichte eine erhebliche Rolle spielt. Die Bermuda-Inseln gehören zum englischen Kolonialreich — ein Tatbestand, der wiederholt in der amerikanischen Presse den Hinweis heroorgerufen hat, daß England diese und weitere Insel-Besitzungen im Karibischen Meer als Abschlagzahlung seiner Schulden aus dem Weltkrieg an die Bereinigten Staaten abtreten möge. Verwandt mit diesem Tatbestand ist die Entrüstung in südamerikanischen Staaten, besonders in Argentinien darüber, daß sich England über die von den amerikanischen Staaten geforderte, erweiterte Friebenszone unter fadenscheinigen und zugleich höhnischen Vorwänden hinwegzusetzen sucht. In Argentinien wird diese Stimmung noch durch zwei Umstände verschärft: einmal bevorzugen die Engländer bei dem Bezug von argentinischem Gefrierfleisch einseitig die Unternehmungen, bie mit englischem Gelb arbeiten, schäbigen also die rein argentinischen Betriebe, unb bann werden von Eng- lanb regelrechte Versuche unternommen, sich in Washington „lieb Kinb zu machen", indem eine Aufteilung ber Ausfuhr nach Argentinien nach den Bedürfnissen Englands und der Vereinigten Staaten vorgeschlagen wirb. Annahme von Anzeigen für bie Mittagsnummer bis 8V,Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäberanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. l i s ch e n A n k l a g e n ist von deutscher Seite schon wiederholt nachgewiesen worden. Sie ergibt sich aus der klaren Rechtslage, wie sie gerade durch bie Anordnungen der britischen Admiralität geschossen worden ist. Angesichts dieser verlegenen Propaganda erscheinen die folgenben grundsätzlichen Bemerkungen angebracht. .... . s r Der deutsche Handelskrieg wird selbstverständlich nach einheitlichen Gesichtspunkten geführt. Wenn die englische Presse die im deutschen Wehrmachtsbericht vom 10. Januar erwähnte Versenkung eines Geleitzuges durch Flugzeuge zum Ausgangspunkt ihrer Kritik macht, fo ist objekttv doch einzig unb allein ausschlaggebend, welche Stellung im Völkerrecht unb im Kriegsrecht dem Geleitzug zukommt. Bei ber gemeldeten Aktion wurden vier bewaffnete Kriegs- unb Handelsschiffe versenkt, zwei Dorpostenfahrzeuge unb zwei in ihrem Geleit fahrenbe Handelsschiffe. Für diese gilt der Satz „Wer Waffenhilfe sucht, forbert Waffenangriff heraus". Das im Geleit fahrende Handelsschiff wird genau fo behandelt, wie die geleitenden Kriegsschiffe. Die „Times" beschäftigt sich mit dem Untergang des 10000-Tonnen-Dampfers „Dunbar Castte , den sie als das jüngste Ergebnis der deutschen Methode der „wahllosen und völkerrechtswidrigen Minenlegung" bezeichnet, und nimmt bann Stellung ^eter Handelsdampfer durch deutsche Flugzeuge. Das sei nicht das Verhalten zivilisierter Menschen, die um die Seeherrschaft kämpfen, sondern bttnder Barbarismus. Im ähnlichen Ton äußern sich „N e m Chronicle" und „Daily Telegraph . alle offenbar auf ein von Churchill ausgegebenes Stichwort hin. Diese Ausführungen der englischen Presse, die völkerrechtliche und kriegsrechtliche ^rgumeme zur Begründung ihrer Dorwurfe gar nicht erst heranzieht, zeigen lediglich die blinde Wut gegenüber den steigenden Erfolgen bes beuftchen Handelskrieges. Die Haltlosigkeit ber eng- HU8<£rftcs Blatt Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle । Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ßernfprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Eiehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Berlin, 20.Ian. (DNB.) Die englischen Zeitungen überschlagen sich in Angriffen auf die deutsche Handelskriegfuhrung und beweisen damit, daß England die Folgen dieses Handelskrieges stärker spürt, als Chamberlain m ferner Londoner Rathausrede behaupten wollte Die Angriffe richten sich gegen bie beutsche Seekrieg f ü h r u n g , besonders aber auch gegen die Rolle der Lu ftwaffe i m H a n d e l s k r i e g, die von England immer unangenehmer empfunden wirb. %Tw kurz Entwicklung der -tdg-- näsfifchen Politik setzte bereits in den Wen vor Kriegsausbruch ein. Ihr Tempo wurde in dm letzten Monaten nur beschleunigt die außergewahn lichen Verhältnisse bewirkten gleid>3ei g eme m reibungslosere und tiefer A°'!°"de Umgestalt 9 des politischen und wirtschaftlichen 2 'nemeien in friedlichen Zeilen denkbar und wogUch gemeM wäre. Wenn die gegenwärtige Auseinander etzu g als ein ..Krieg der Zeitwende bezeichnet wird | zeigten sich feine umwälzenden 8^* mögen auch im Bereiche der neutralen Kweiz. M°-! konseroative Srundfätze utzd der Wille, altherge Oie Schweiz in -er Zeitwende Von unserem Or. 6> -Berichterstatter. zu nennen. Neben ber Anspannung aller militärischen und wirtschaftlichen Kräfte führte die Entwicklung seit Kriegsbeginn zu einer weiteren Stärkung der Zen- tralgeroalt. Die mehr oder weniger souveränen Kantone müssen sich mit der erweiterten Zuständigkeit des Bundes abfinden. Da der Bund die außergewöhnlich hohen Mobilmachungskosten (2,5 Milliarden Franken bis Ende 1940) unb die bereits in Friedenszeit bewilligten zusätzlichen Ru- stungsausgaben (770 Millionen Franken vom 1. Januar 1939 bis 31. Dezember 1940) zu tragen hat, muß er Steuerquellen erschließen, die bisher den Kantonen Vorbehalten waren. Erwähnt sei beispielsweise das Projekt eines „Wehropfers", das eine einmalige Vermögensabgabe von 1,5 bis 3 v. H. vorsieht'und einen Betrag von 500 Millionen Franken ergeben soll. Dieser Einbruch in die kantonale Steuersouveränität trägt wesentlich dazu bei, daß sich die staatsrechtliche Struktur der Eidgenossenschaft immer mehr zugunsten zentralistischer Strömungen verschiebt. Gerade die wichtigsten und oft einschneidenden Beschlüsse, die sich aus den gegebenen Verhältnissen rasch aufdrängen, Entscheidungen von folgenschwerer Tragweite sind dem parlamentarischen Einfluß entzogen. Die bereits verfassungsrechtlich festgelegte autoritäre Stellung des mit neuen weitgehenden Vollmachten ausgestatteten Bundesrats '(Landesregierung) ist heute weniger brachte Einrichtungen unb Anschauungen möglichst lange aufrechtzuerhalten, gerade in diesem Lande lebendig sein, bemerkenswert ist doch das Anwachsen ber Stimmen, die meinen, daß die Rückkehr zu den politischen unb wirtschaftlichen Lebens- bebingungen der Vorkriegszeit endgültig versperrt ist. nern müsse als befriedigend bezeichnet werben. Besonders in der heutigen stürmischen Zeit sei ■bas erzielte Ergebnis von großem Wert. In Italien' habe das Herbstwetter eine sorgfältige Saat gestattet, unb b° Genfer Liga als Gefahrenherd für die rrdg-nvsstsche Neutralität. Die Schweizerdelegation gab zwar am läßlich der Ligatagung Mitte Dezember d. 3. öic Erklärung ab, daß die Eidgenossenschaft,M kein Weise an der Durchführung der Paktbestimmung-N in bezug auf Sanktionen teilnehme , und »lebe Mitwirkung der technischen Dienstzweige des. Volker- bundssekretariats bei der fl'Ifsorgamfahon fu Finnland" ablehne, „falls eine mit 6er schmelze rischen Neutralität unvereinbare Tätigkeit erchalt t worbe" Aber Vorbehalte unb vielleicht Proteste Allein genügen nicht, um das Verhältn^ des neu- trafen Landes in seiner Eigenschaft als Mitglied und Gastland der Liga, zur Genfer 2"st>tution em- beutia 3U klären. Zumal deren Tätigkeit rm Tflens der °ngkisch-fr°nz4schen Mächtegruppe hinreichend Wie erst jetzt bekannt wirb, ist am Donnerstag ber schwedische Dampfer „Flau d r i a" (1179 Sruttoregiftertonnen) in ber Nähe der englischen Südostküste auf eine Mine gelaufen. Durch eine Explosion brach der Dampfer ausemanber unb sank. Von den 21 Besatzungsmitgliedern sind vermutlich 17 ums Leben gekommen Aus Stockholm wirb gemeldet, baß bas schwedische Schift P a j a l a" (6873 Bruttoregistertonnen) ebenfalls gesunken ist. Wie aus Oslo bekannt wirb, hat bie Rundfunkstation in Aalesund Notsignale des estnischen Dampfers „Nautic" (2050 Bruttoregistertonnen) aufgefangen. Die Besatzung fei in die Boote gegangen. Die Reederei I. Lauritzen in Kopenhagen teilte mit, daß ihr Motorschiff „C a- nabian Reefer" vor der spanischen Norbwest- küste bei Cap Finisterre gesunken sei. Alle 26 Mann der Besatzung wurden gerettet. Die „Canadian Reefer, ein 1936 auf der Werft von Nakskop gebautes unb 1831 Bruttoregistertonnen großes Kühlschiff, Amsterdam, 21. Ian. (DNB. Funkspruch.) Der britische Tankdampser „Caroni River (7807 Bruttoregistertonnen) ist am Samstag an der. EUchtladung' an Bord auf der ke funken ^^Mehr^ere" B^fatzungsmllglieder sind Reife vom Mittelmeer nach einem nardeurapäifchen «SÄ I — Ls gibt keine Handelsrouten mehr nach England. jm Geleit fahrende Handelsschiffe werden wie Kriegsschiffe behandelt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdnickerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschöstritelle: Schulftrahe 1 Frankreichs Marineminister als Kriegstreiber. Dokumente des französischen Kriegswillens. Kriegsziel die Verachtung und Zerschlagung des Reiches. Berlin, 20. Januar. (DNB.) Amtlich wirt) ver- lautvart (dritte amtliche deutsche Veröffentlichung zum französischen Gelbbuch): Das französische Gelbbuch versucht erneut, den von England entfesselten Krieg als Derteidigungs- kampf hinzustellen und die Welt an den anhaltenden Friedenswillen Frankreichs glauben zu machen. Demgegenüber werden nachstehend zwei Berichte des deutschen- Geschäftsträgers in Paris aus dem April 1 939 veröf entlicht, die in völliger Deutlichkeit Wünsche, Ab ichten und Ziele der in der französischen Regierung maßgebend ge- wordenen Gruppe der Kriegsanhänger ent- hüllen. Die in den Berichten wiedergegebenen Aeußerungen des französischen Marineministers C a m v i n ch i sind unrfo bedeutsamer, als dieser eine besondere Schlüsselstellung im französischen Kabinett innehatte. Der korsische Abgeordnete Carn- pinchi ist einer der maßgebendsten Persönlichkeiten der Radikalsozialisten, der führenden französischen Regierungspartei, in deren Kammerfraktion er eine wichtige Rolle spielte, ehe er von Daladier zum Marine Minister ernannt wurde. Als Chef des Marine Ministeriums hat Campinchi sofort nahe und vertrauensvolle Beziehungen zu den obersten Arrnee- und Marinekreisen ausgenommen, deren Ansichten er mit Erfolg im französischen Kabinett vertrat. Seine Ausführungen sind daher als authentischer Ausdruck der Ansichten der französischen Regierung zu werten. Der deutsche Geschäftsträger in Paris an das Auswärtige Amt. der feestrategischen Faktoren, aber keineswegs immer der entscheidende. Besonders nicht im gegenwärtigen Kriege, der im Zeichen der Verwendung moderner Waffen steht. Wichttger als die Zahl ist der richtige strategische Ansatz der vorhandenen Einheiten und die richttge Verwendung der modernen Kampsmittel. Die Erfolge, die Deutsch, land hier bereits erzielt hat, sind den Engländern bekannt genug, und gerade das Geschrei, das sich in diesen Tagen vermehrt gegen die deutsche Kriegführung erhebt, bestättgt uns den Erfolg. Die Lteberlegenheit der deutschen Kriegswirtschaft. Ein spanisches Urteil. Madrid, 22. Januar. (DNB. Funkspruch.) Der Berichterstatter der Zeitung „ABC" beschäftigt sich mit der Kriegswirtschaft in Deutschland und bei seinen Feinden und schreibt, Deutschlands Preis- und Lohnpolitik, die seit Iah - ren stabil und ausgeglichen sei, habe nicht nur im Frieden die Welt in Staunen versetzt, sondern tue das besonders jetzt in Kriegszeiten. Während in allen übrigen Ländern die Löhne und Kon- funrpreise schwankten, seien sie in Deutschland absolut stabil. Dadurch befinde sich das Reich im Gegensatz zu seinen Feinden krieg sw irt- schaftlich in einem großen Vorteil. Hauptsächlich habe hierzu der Vierjahresplan beigetragen. Eine Nachahmung des deutschen Bei- piels fei in England unmöglich: denn einesteils einen die Einfuhrpreise durch den Pfund st urz tark gestiegen, andererseits sei die W i r t s ch a f t s - truktur völlig verschieden. Den Pfundsturz für ne Ausfuhr auszunutzen, dazu fehle es außerdem an einer Organisation der englischen Wirtschaft. Die S ch i f f s o e r l u st e verhinderten ebenfalls Exportmöglichkeiten. Das Endergebnis werde wahrscheinlich eine große Inflation in England fein, so wie sie nach dem Weltkrieg Deutschland burchgemacht habe. Der Wehrmachtsbericht vom Gamstag. Berlin, 20. Januar. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Zwischen Mosel und Pfälzer Wald machte ein Spähtrupp bei einem Zusammenstoß mit einem französischen Spähtrupp mehrere Gesänge. Die Luftwaffe führte Aufklärungsflüge gegen Großbritannien und Frankreich durch. Hierbei kam es bei der Grenzüberwachung zu Luftkämpfen über dem französischen Frontbereich. Lin deutsches Flugzeug ging verloren. Einzelne feindliche Flugzeuge flogen in der Nacht vom 19. auf 20. Januar abermals über holländisches Gebiet nach Nordwestdeutschland eia. Der Wehrmachisbericht vom Montag Berlin, 22. Jan. (DNB. - Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Leine besonderen Ereignisse. Japanisches Motorschiff von englischem Kreuzer im Pazifik angebalten. Amsterdam, 22.Ian. (Europapreß.) Die eng- kische Kriegsmarine hat, wie aus London gemeldet wird, damit begonnen, ihre Krieashandlungen gegen neutrale Schiffe auf Den Stillen Ozean auszudehnen. So wurde jetzt das japanische Motorschiff „Asana Maru" (17 000 Brgt.) im Nord- Pazifik von einem britischen Kreuzer angehalten. Eine A n z a h l D e u t s ch e r, die sich als Fahrgäste an Bord befanden, wurde von den Engländern an Bord des Kreuzers gebracht. Das japanische Motorschiff „Asana Maru" ist eines der schönsten und schnellsten Passagierschiffe auf der nordpazifischen Route. Skandalöse Zustände in einem französischen Flüchtlingslager. Brüssel, 22. 3an. (DNB. ■ Funkspruch.) In einer stark zensurierten Meldung weist der „Motin" auf die skandalösen Zustände hin, die In einem Flüchtlingslager i n L i s i e u x herrschen, wo 284 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren untergebracht sind. Diese Kinder — so schreibt das Blatt — seien ohne jede Pflege sich selb st ü b e r l a s s e n gewesen. Die Zensur hat die näheren Einzelheiten, die der „Matin" hierzu veröffentlichen wollte, gestrichen. Ein Beweis für die Schwere des Falles und große Bedeutung, die man ihm beimißt, liegt bereits darin, daß nicht nur der Unterrichts-Direktor des Seine-Departements an Ort und Stelle eingetroffen ist, um eine Untersuchung einzuleiten, sondern auch der Generalstaats- anwalt im Flüchtlingslager erschien und nach Prüfung der Lage ein gerichtliches Verfahren an- geordnet hat. Uruguay will die allgemeine Wehrpflicht einführen. Montevideo, 22. Januar. (Europapreß.) Die uruguayische Regierung fordert in einem Gesetz- entwurf die Einführung der allgemeinen Wehr- pflicht. Der Gesetzentwurf, der dem Parlament unterbreitet werden wird, sieht eine sechsmona- Hge Militärdienstpflicht sowie eine vormilitärische Ausbildung aller Jugend- lichen zwischen 14 und 18 Jahren vor. Nach Ansicht politischer Kreise ist die parlamentarische Mehrheit für die Regterungsoorlage gesichert. Das Knegsnotstandsgeseh in der Türkei. Bukarest, 20. Jan. (Europapreß.) Nach Meldungen aus Ankara hat die türkische Nattonaiver- sammlung das Gesetz über die wirtschaftliche Organisierung der türkischen Nation in Kriegszeiten angenommen. Ministerpräsident Refik Saydam erklärte, daß in der ganzen Türkei vollständige Ruhe herrsche. Saydam dankte allen Ländern, die aus Anlaß der letzten Erdbebenkatastrophe ihre Solidarität mH der Türkei bekundet hatten. Zum Aufenthalte des türkischen Delegierten M e - nemencioglu in Sofia erklärte Der Ministerpräsident, Mischen Bulgarien und der Türkei herrsche volles Einvernehmen über die Notwendigkeit der Stabilisierung des Friedens und der Sicherheit auf dem Balkan. Bericht. Paris, 10. April 1939. Der französische Marineminister Campinchi hat sich einem mir als zuverlässig bekannten Vertrauensmann gegenüber dieser Tage mit großer Offenheit über feine Auffassungen zur politischen Lage ausgesprochen. Hierüber teilt mir der Vertrauensmann folgendes mit: „Die Behandlung der Tschechoslowakei durch Deutschland beweise — so habe Campinchi ausge- führt — daß sich der Führer einer Politik verschrieben habe, von der er nicht mehr ablassen könne. Aber selbst wenn man dem Führer die Ab- sicht zubillige, sich mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden zu geben, wäre dies kein Argument, das für die Aufrechterhaltung des Friedens sprechen würde. Europa sei durch die Politik Deutschlands, vor allem durch die Beseitigung der Tschechoslowakei, so stark aus dem Gleichgewicht geraten, daß die Hegemonie Deutschlands in bedrohliche Nähe gerückt fei. Für Europa gäbe es daher nur mehr die Alternattve, entweder eine solche Hegemonie Deutschlands willenlos hinzunehmen, oder sich ihr zu widersetzen. England und Frankreich seren bereit und entschlossen, letzteres zu tun. Dies feien die Gründe, weswegen er, Campinchi, (eit Wochen den Krieg für unvermeidlich halte. Es sei ihm bekannt, daß Deutschland sich vor einem Krieg nicht fürchte, und zwar namentlich deshalb, weil es glaube, ihn in kürzester Zeit durch eine überragende Luftwaffe siegreich beenden zu können. Diese Ansicht sei eine gefährliche Illusion. Deutschland stehe heute schwächer da als am Vorabend des Weltkrieges, und es werde nicht allein die europäischen Länder, sondem mit alleiniger Ausnahme von Italien und Japan die ganze Welt zum Gegner haben. Das Ergebnis des Krieges werde also zweifellos die Niederlage Deutschlands 'ein. In diesem Falle werde ihm aber ein Frieden auf erlegt werden, gegen den der Friede von Versailles nichts gewesen fei. Der Friedensvertrag, der den nächsten Krieg beenden werde, müsse nach dem Muster des Westfälischen Friedens ausfallen, d. h. d a s Reich völlig zerstückeln und In feine Bestandteile zerlegen. Nur dann könne man hoffen, während eines verhältnismäßig langen Zeitraumes Ruhe zu haben. Man stelle sich häufig vor, daß die führenden militärischen Kreise Frankreichs vor einem Kriege zurückschreckten. Diese Auffassung sei falsch. Er, Campinchi, habe während der Septemberkrise in dauernder Fühlung mit General Garnelin gestanden, und er könne versichern, daß dieser sich aufs schärfite gegen die Preisgabe der Tschecho-Slo. wakei ausgesprochen habe. Erst kürzlich Hobe wieder eine Besprechung zwischen dem Minister für die Landesverteidigung und den Vertretern des Generalstabes stattgefunden, wobei General Garnelin wiederum aus (einer Auffassung keinen Hehl gemacht habe. General Garnelin fei der Ansicht, daß die strategische und militärische Stellung Frankreichs, möge sie in letzter Zeit auch noch so viele Einbußen erlitten haben, keinen Zweifel über einen erfolgreichen^ Kriegsausgang erlaube." Die Ausführungen Campinchis sind bezeichnend dafür, daß die Stimmung hier weitgehend durch den Gedanken an den als unvermeidlich angesehenen Krieg beherrscht wird. Das Regierungsprogramm, wie es auch in den Notverordnungen zum Ausdruck gelangt, ordnet alles dem Ziel der Landesverteidigung und der Rüstungsvermehrung unter, und auch im Parlament sowie in der Bevölkerung regt sich seit den März-Ereignissen in der Tschechei kein Widerspruch dagegen, wie es nach der Septemberkrise der Fall war. Bräuer. Der deutsche Geschäftsträger m Paris an bas Auswärtige Amt. Bericht. Paris, den 22. 4.1939. Äm Anschluß an den Bericht vom 10. 4.1939. Der in dem vorbezeichneten Bericht erwähnte Vertrauensmann hat dieser Tage eine weitere Unterredung mit dem französischen Marineminister Campinchi gehabt, über die er die in der An- läge bei gefügte Aufzeichnung angefertigt bat. In dieser Unterredung hat Herr Campinchi wiederum die Ansicht vertreten, daß ein Krieg zwischen Deutschland und den Westmächten unvermeidlich geworden sei und diese Auffassung namentlich von den Chefs des Generalstabes uni) des Admiral- stades geteilt werde. Brauer. Anlage. Unferrebunq mit dem Kriegsmarineminister CEfar Lampinchi am 24. 4 1939. Der Minister vertrat auch in dieser Aussprache, und zwar mit den gleichen Argumenten wie in der vorigen, den Standpunkt, daß der Krieg unver- m eidlich geworden sei. Er betonte, daß er diesen Standpunkt jederzeit verttete und die Mehrzahl der Äebtnettsmitgll<öe< f«int* Auffassung teile, dem deutschen Dynamis- mus müsse jetzt mit allen Mitteln entgegengewirkt werden. Die beherrschende Stellung des Deutschen Reiches im östlichen und südöstlichen Raum Europas könne weder von Frankreich noch von England geduldet werden: deshalb sehe der Minister bereits in dem wahrscheinlich nahe bevorstehenden Vorgehen gegen Polen einen Kriegsgrund. Es fei offensichtlich, daß Deutschland sich die Lösung des Korridor-Problems für zuletzt auf gespart habe, weil die Unlogik des Korridors und der Abtrennung Danzigs vom Reich von der ganzen Welt empfunden werde und es deshalb geglaubt habe, daß das Aufwerfen dieser Frage keine Schwierigkeiten machen werde. Die Fehlspekulation liege aber. darin, daß die westlichen Demokratien rein psychologisch zu einem Zustand gelangt seien, der unter allen Umständen jede Gewaltlösung verbiete. Es bestehe fein Zweifel mehr darüber, daß Frankreich fest entschlossen sei, für Polen in den Krieg zu ziehen. Dabei liege dieser Bereitschaft nicht etwa eine besondere Sympathie für das bedrohte östliche Volk zuarunde, (onbern lediglich der Wille, dem deutschen Dorwärtsdrängen einen Riegel oorzuschleben. Es sei durchaus nicht ausgeschlossen, daß zwischen Oberst Beck und der Wilhelmstraße bereits eine grundsätzliche Einigung über die Fragen, die zwischen Berlin und Warschau schwebten, erzielt worden sei. Aber es fei nicht recht vorstellbar, daß Beck gegen den eindeutigen Willen der MehrheH der polnischen öffentlichen Meinung handeln könne. Herr Beck könne sehr schnell demissionieren, und dann sei es wahrscheinlich, daß die Aufrechterhaltung des Status quo in Danzig, Posen usw. von den Polen als vitale Fragen für Warschau betrachtet würde, was automatisch Frankreich und England zu marschieren zwinge. Das die Lage auf dem Balkan anlange, fo müsse die Integrität Rumäniens, Griechenlands und Jugoslawiens diesen Ländern nötigenfalls von Frankreich aufgezwungen werden. Die Unabhängigkeit dieser Völker müsse ihnen garantiert werden, sogar dann, wenn sie selbst zur Entgegennahme einer solchen Garantie nicht bereit seien. Es gebe feinen Zweifel darüber, daß die Entente- Flotte im Mittelmeer gegenüber der Achsen flotte eine erdrückende Uebermacht aufweife. Ferner dürfe man nicht vergessen, daß die Engländer und Franzosen über die besten Stützpunkte im Mittelmeer verfügten, die es ihnen erlaubten, feine Zugänge jederzeit zu versperren. Außerdem habe England „gute Arbeit im italienischen Jmpe- riutn, insbesondere in Abessinien" gegiftet. Der Minister fonne versichern, daß England heute nur auf den Knopf zu drücken brauche — dieses Worte stamme von einem bedeutenden Engländer — um den Zufammenbr.ch des ganzen italienischen Imperiums herbeizufuhiem In den italienischen Kolonien, und insbesondere in Abessinien, warteten die Eingeborenen nur darauf, daß man ihnen Gewehre in die Hand gebe. Campinchi sieht dem kommenden Krieg, den er, wie erwähnt, für unvermeidlich hält, hinsichtlich seines Ausganges nach wie vor mit größtem Optimismus entgegen. Mein Einwand, daß da s R e i ch niemanden angreif en , also feinen Kriegszustand schaffen würde, fand die Erw'derung daß die unmittelbare Kriegsgefahr nicht so sehr in einem möglichen Angriff Deutschlands liege als viel- mehr in der Tatsache, daß die deutsche Politik Der- haltmsse schaffen könne, die Frankreich seinerseits zwingen konnten, den Deutschen Krieg zu machen. Endlich bemerkte Campinchi, daß er die Ansicht vertrete, daß es unzweckmäßig sei, die krie- gensche Entscheidung mit künstlichen Mitteln immer wieder hinauszuschieben. Herr Chautemps beispiels- wecse empfehle immer Zeitgewinn. Warum? Die Zeit habe schon gegen die französischen Interessen gearbeitet und sie werde auch in Zukunft gegen sie arbeiten. Uebrigens seien die entscheidenden Mili- tärs der gleichen Ansicht. Campinchi zitierte noch einmal General G a m e l i n, den Admiral Dar- l a n und fügte noch „als besonderen Scharfmacher" den Chef des militärischen Kabinett Daladiers General Decamp, hinzu. Aus den oben abgedruckten Berichten ergibt sich folgendes: 1. Im April 1939 waren die leitenden Männer Frankreichs zvm Krieg gegen Deutschland entschlossen. Campinchi erklärt ausdrücklich, „daß die Mehrzahl der Sabineltsmilglieder feine Auffassung teile". Es sei falsch zu glauben, „daß die führen- den militärischen Kreise Frankreichs vor einem Kriege zurückschreckten". Der französische Oberbefehlshaber, General Gamelin, hätte sich bereits im September 1938 aufs schärfste gegen die Friedenspolitik ausgesprochen. 2. Campinchi hält es für unzweckmäßig, die geplante kriegerische Entscheidung hinauszuschieben. Die maßgebenden Militärs, neben Ga- melln und dem Flottenchef Darlau, bezeichnenderweise auch der Chef des Militärkabiuetts Da- ladiers, der General Decamp, sind gleichfalls der Ansicht, daß die Zeit gegen Frankreich arbeite. 3. Zwingender Kriegsgrund für Frankreich ist angeblich die Furcht vor „einer Hegemonie- Deutschlands in Europa. Mit anderen Worten, es muß mit Waffengewalt verhindert werden, daß Deutschland die Stellung verläßt, die ihm der Machtwille der Westmächte in Versailles zugewie- fen (ja He. 4. Die polnische Frage ist auch für Lampinchi ein willkommener Vorwand für die Auslösung des Krieges gegen das Reich, obwohl er zugibt, daß „die Unlogik des Korridors und der Abtrennung Danzigs vom Reich von der ganzen Welt empfunden werde". Denn Campinchi befürchtet geradezu, daß zwischen Oberst Beck und der Wilhelmstraße bereits eine grundsätzliche Einigung über die Fragen, die zwischen Berlin und Warschau schwebten, erzielt worden sei". Sollte wirklich eine Verständigung zwischen der deufichen und der polnischen Regierung zustande kommen, so bleibt die Regierung gebildet werden könnte, die „die Aufrechterhaltung des Status quo in Danzig, Posen usw. als vitale Fragen für Warschau be- lrachten würde". 5. Der geplante Krieg gegen Deutschland ist als K o a l l t i o n s k r i e g zu führen. Lampinchi hofft, Deufichland „werde nicht allein die europäischen Länder, sondern mit alleiniger Ausnahme von Italien und Japan die ganze Welt zum Gegner haben". Kleinere neutrale Staaten müssen zur Teilnahme am Einkreisungsfeldzug gewonnen werden, wenn sie sich nicht friedlich dem Drucke der Destmächte fügen. „Die Integrität Rumäniens, Griechenlands und Jugoslawiens müsse diesen Ländern nötigenfalls von Frankreich aufgezwungen werden. Die Anabhängigkeit dieser Völker müfie ihnen garantiert werden, sogar dann, wenn sie selbst zur Entgegennahme einer solchen Garantie nicht bereit seien". 6. Der Einkreisungsplan ist auch gegen das mit dem Reich verbündete Italien gerichtet. England und Frankreich könnten jederzeit die Zugänge zum Mitlelmeer sperren und Italien von der freien See ausschließen. Lin führender Engländer erklärte großsprecherisch, daß bereits alle Vorbereitungen zur Anterminierung des italienischen Kolonialreiches getroffen feien. * 7. Ziel des Kampfes ist nicht etwa die Verhinderung einer angeblichen befürchteten Hegemonie Deufichlands in Europa, Ziel ist ein Friedensdiktat, „gegen das der Frieden von Versailles nichts gewesen sei". Dieses Diktat, „das den nächsten Krieg beenden werde, müsse nach dem Muster des Westfälischen Friedens ausfallen, d. h. das Reich völlig zerstückeln und in feine Bestandteile zerlegen". Die W e st m ä ch t e haben somit den Krieg zu dem von ihnen gewählten Zeitpunkt unter Benutzung des willkommenen polnischen Vorwandes vom Zaun gebrochen; sie wollten diesen Krieg unter Mitwirkung der zur Teilnahme zu zwingenden Neutralen führen; ihr Kriegsziel ist die Vernichtung und Zerschlagung des Reiches. Stritte Neutralität Norwegens. Oslo, 20. Jan. (Europapreß.) Im Verlauf bet Thronrededebatte im norwegischen Storthing fuhrt« der Ministerpräsident aus, daß man Norwegen müder durch Drohungen noch durch Lockungen dazu bringen könne, die politische Linie der unbedingten Neutralität zu verlassen. Es sei notwendig, in den mündlichen und schriftlichen Aeußerungen Vor« sicht und Zurückhaltung walten zu lassen- Der Außenminister tadelte es, daß die norwegisch« Presse oft allzu schnell mit Behauptungen von Schiffstorpedierungen bei der Hand fett Dres bringe eine Gefährdung der Neutralität mit Nch' denn feit dem 28. Oktober 1939 sei, soweit man miffe, keine einzige Torpedierung eines norwegr- schen Schiffes durch deutsche U-Boote erfolgt. Die großen norwegischen Schiffsverluste seien auf o? VV.n m11«. b c r Kriegszone zurückzuführen», AH dre Behauptungen der englischen und französi- schen Presse, innerhalb der norwegischen Hoheits« gemässer operierten deutsche U-Boote, entbehrten leglicher Grundlage. Mit Bezug auf den Finn- ? nJ? o n f I i ft erklärte der Außenminister, daß sämtliche nordischen Länder sich darin einig seien, den Sanktionsparagraphen des Statuts der Genfer Liga als außer Kraft gefetzt zu betrachten. Kleine politische Nachrichten. Tausende Soldaten aller Waffengattungen, darunter insbesondere auch Verwundete, umsäumten — einer Einladund von Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring folgend — am Samstag- nachmittag das riesige Oval der Berliner Deutsch- landhalle, um sich von dem atemraubenden der artistisch-zirzensischen Darbietungen in i Ders, Sensationen" mitreißen zu lassen. Die Direktion der Deutschlandhalle hatte dich» Sondervorstellung zu Gunsten der Soldaten und Verwundeten, Generalfeldmarschall Göring anläßlich seines Geburtstages zur Verfügung gestellt. Am Sonntag fand in Danzig in Anwesenheit des Reichsknegerführers ---Gruppenführer General der Infanterie Reinhard die Errichtung des Gau- kriegerverbandes Weichsel im NS> Relchskriegevbund statt. Zu dem feierlichen Akt waren Abordnungen der ReichskriegerverbSnde, der Partei, der Wehrmacht und des Staates erschienen. to./HntDefenbeit des Reichsstatt- -alter, Gauleiter ©reifer das 1894 gegründet ftat Die ungewöhnliche Kältewelle bildet folgt abzugeben: I. 4. übersteigt. VIII. geben haben. V. Die Erklärungen für die Einkommensteuer, Körper- fchaftsteuer, Gewinnfeststellung, Wehrsteuer und 11m- atzsteuer 1939 für die Vermögensteuer und Gewerbesteuer 1940 find in der Zeit vom 1. bis 29. Februar 1940 unter Benutzung der vorgefchriebenen Vordrucke wie kapital an dem maßgebenden Feststellungszeitpunkt den Betrag von 20000 RM. überstiegen hat; 2. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften); 3. Erwerbs, und Wirtschaftsgenossenschaften und Ver- Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gewerbesteuer sind verpflichtet 1. alle gewerbesteuerpflichtiqen Unternehmer, deren * Gewerbeertrag im abgelaufenen Wirtschaftsjahr den Bettag von 4000 RM. oder deren Gewerbe- Zur Abgabe einer Steuererklärung für die (Bin- kommensteuer sind verpflichtet: A. Unbeschränkt Einkommensteuerpflichtige 1. wenn ihr Einkommen im abgelaufenen Kalenderjahr den Betrag von 8000 RM. überstiegen hat oder 2. wenn ihr Einkommen weniger als 8000 RM. aber mehr als 1000 RM. betragen hat und barm Em- rünfte von mehr als 300 RM. enthalten sind, die weder der Lohnsteuer noch der Kapitalertragsteuer unterlegen haben oder 8. wenn in ihrem Einkommen kapitalerttagsteuer- pflichtige Einkünfte von mehr als 1000 RM. enthalten waren und der Steuerpflichtige für den Veranlagungszeitraum in die Steuergruppe I oder 11 fallt, oder 4. ohne Rücksicht auf die Höhe des Einlommens, wenn es ganz oder teilweise aus Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit bestanden hat und der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusies zu ermitteln ist oder ermittelt wird. sicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Sonstige juristische Personen deS privaten Rechts und nichtrechtsfähige Vereine haben eine Gewerbesteuererklärung nur abzugeben, soweit diese Unternehmen einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (ausgenommen Land- und Forstwirtschaft) unterhalten, der über den Nahmen einer Vermögensverwaltung hinausgegeht; ohne Rücksicht auf die Höhe des Gewerbeertrags oder die Höhe des Gewerbekapitals alle gewerbe- steuerpflichtigen Unternehmen, bei denen der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusses zu ermitteln ist oder ermittelt wird. VI. vorstand fremden Betrieb beziehen, scheiden bei der Zusammenveranlagung aus. II. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Körper» fchaftsteuer sind verpflichtet: A. Unbeschränkt steuerpflichtige Körperschaften über sämtliche Einkünfte, und zwar: 1. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften); 2. Erwerbs, und Wirtschaftsgenossenschaften; 3. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit; 4. sonstige juristische Personen des privaten Rechts; 5. nichtrechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen; 6. Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts (hierzu gehören u. a. sämtliche öffentlichen Versorgungsbetriebe). B. Beschränkt steuerpflichtige Körperschaften über die inländischen Einkünfte, und zwar: 1. Körperschaften, Personenvereinigungen und 23er- möaensmassen, die weder ihre Geschäftsleitung noch ihren Sitz im Inland haben; 2. Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, die nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind. . , C. Sämtliche Körperschaften, Personcnveremigun- qen und Bcrmögensmassen: 1. beim Wegfall der Steuerpflicht, insbesondere auch bei der Umwandlung; 2. beim Uebergang von der beschränkten zur unbeschränkten und beim Uebergang von der unbeschränkten zur beschränkten Steuerpflicht. III. Bei Beteiligung mehrerer Personen ist ohne Rücksicht auf die Höhe der Einkünfte abzugeben eine Erklärung zur einheitlichen Feststellung der Einkünfte aus a) Land- und Forstwirtschaft, b) Gewerbebetrieb, c) selbständiger Arbeit, m d) Vermietung und Verpachtung unbeweglichen Ver- Dw Verpflichtung zur Abgabe der Erklärung obliegt in diesen Fällen den zur Geschäftsführung oder Vertretung befugten Personen. IV. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Wehr- steuer sind verpflichtet die männlichen deutschen Staatsangehörigen der Geburtsjahrgänge 1914, 1915, 1916, 1917 und 1918, die einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben 1. wenn sie keinen Arbeitslohn bezogen haben, ihr ' Einkommen aber den Betrag von 224 RM. über- 2 wenn"sie°neben Arbeitslohn sonstige Einkünfte von mehr als 100 RM. bezogen haben; 3. wenn sie eine Einkommensteuererklärung abzu- Zur Abgabe einer Steuererklärung zur Umsatz» steuer sind alle Umsatzsteuerpflichtigen verpflichtet mit ; Ausnahme: 1. der Straßenhändler, Wandergewerbetreibenden und anderen Umsatzsteuerpflichtigen, die nach §§ 77 und 79 der Durchführungsbestimmungen 1938 zum Umsatzsteuergesetz 1934 zur Führung eines Straßensteuerheftes verpflichtet sind; 2. der nichtbuchführenden Landwirte, soweit sie für ihre Umsätze Vorauszahlungen nach den jeweils geltenden Umsatzsteuerrichtsätzen geleistet haben; 3. derjenigen Unternehmen, deren Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1939 nicht mehr als 20 RM. beträgt oder bei steuerfreien Umsätzen betragen würde, wenn diese steuerpflichtig wären (§ 62 (2) der Durchführungsbestimmungen 1938 zum Umsatzsteuergesetz 1934). . Ohne Rücksicht auf em etwa vom Kalenderiahr abweichendes Wirtschaftsjahr ist in allen Fällen der in der Zeit vom 1. 1. bis zum 31. 12. 1939 erzielte Umsatz anzugeben! Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Ber» mögensteuer sind die unbeschränkt und beschränkt Vermögensteuerpflichtigen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen verpflichtet. Von den unbeschränkt Vermögensteuerpflichtigen haben eine Vermögenserklärung über ihr Gesamt» vermöge« abzugeben: I. natürliche Personen: 1. Verheiratete oder Verwitwete (mit Ausnahme der unter Ziff. 3 Bezeichneten): . wenn ihr Gesamtvermögen 20000 RM. übersteigt; 2. Ledige (mit Ausnahme der unter Ziff. 3 Bezeichneten): . wenn ihr Gesamtvermögen 10000 RM. übersteigt; 3. Juden und mit Jüdinnen Verheiratete: wenn ihr Gesamtvermögen 5000 RM. übersteigt. Dabei ist das Vermögen derjenigen Personen mit zu berücksichtigen, mit denen der Steuerpflichtige zusammen zu veranlagen ist. Der Steuerpflichtige wird zusammen veranlagt: : a) mit seiner nicht dauernd von ihm getrennt lebenden Ehefrcmr Obertitalien halten an. Paris aus solche Kalle nicht eingerichtet. Brüssel, 20. Fan. (DRB.) Seit Tagen Die zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichteten haben die Steuererklärung auch dann abzugeben, wenn ihnen ein Vordruck nicht zugesandt wird, die übrigen Steuerpflichtigen haben eine Steuererklärung abzugeben, wenn sie hierzu vom Finanzamt ausgefordert werden. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zmc Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlaa bis zu 10 v. H. der festgesetzten Steuer auferlegt werden. X. Wer nachträglich, aber vor dem Ablauf der Steuerverjährungsfrist erkennt, daß eine Steuererklärung, die er dem Finanzamt abgegeben hat, unrichtig oder unvollständig ist, und daß die Unrichtigkeit und Un- vollständigkeit zu einer Verkürzung von «Steuerern- nahmen führen kann, ist — ohne daß es einer beson» deren Aufforderung bedarf — verpflichtet, dies unverzüglich dem zuständigen Finanzamt anzuzeigen. XI. Die Hinterziehung oder der Versuch einer Hinterziehung der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Wehrsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer oder 23er* mögensteuer sowie fahrlässige Vergehen gegen die Steuergesetze (Steuergefährdung) werden bestraft. Gießen, 22. Januar 1940. 342D Die FiAlmrämter vberhefsen». manbant wn Belgrad, zum Chef des Gelte» ralstabes der jugoslawischen Armee ernannt. General Simowitschmis wird zur Disposition des Kriegs» und Marineministers gestellt. Der neue Chef des Generalstabes hat an allen Kriegen zwischen 1912 und 1918, die zur Einigung Jugoslawiens führten, teilgenommen. Er wurde 1930 stellvertretender Chef des Generalstabes. ♦ Die Republik Paraguay hat in Berlin eine Gesandtschaft errichtet. Leiter der Gesandtschaft ist der zum ständigen Geschäftsträger ernannte General Manko Schenoni. ♦ Wie die beiden Londoner Finanzblätter „Fman- cral Rems" und „Financial Times" berichten, sind die Regierungen von England und USA überein- «kommen, während der Monate Februar, März April keine Baumwollverschiffung aus den Vereinigten Staaten gemäß dem Baumwoll- und Gummiaustauschabkommen vorzunehmen. B. Beschränkt Einkommensteuerpflichtige 1. wenn ihre gesamten inländischen Einkünfte, nach Abzug der Einkünfte, die der Lohnsteuer oder der Kapitalertragsteuer unterliegen, im ab gelaufenen Kalenderjahr 1000 RM. überstiegen haben, oder 2. ohne Rücksicht auf die Hohe ihrer inländischen Einkünfte, wenn diese ganz oder teilweise aus (Ankünften aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb oder aus selbständiger Arbeit bestanden haben und der Gewinn auf Grund eme§ Buchabschlusses ermittelt wird. Der Ehemann hat in seiner Steuererklärung auch die Einkünfte seiner Ehefrau anzugeben, die bei der Zusammenveranlagung mit seinen Einkünften zusarn menzurechnen sind. Die Ehegatten werben zusammenveranlagt, solange beibe unbeschrankt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben und diese 23or- aussetzungen mindestens vier Monate m dem abgelaufenen Kalenderjahr bestanden haben. Der Haushattunasvorstaud hat in ferner Steuererklärung auch die Einkünfte der Äinber und anderen Angehörigen anzugeben, die bei der Zusammenveranlagung mit seinen Einkünften zusammenzurechnen sind. Er wird mit seinen K indem undmmdericchrigen Angehörigen für die ihm Kinderermäßigung gewahrt wird, zusammenveranlagt, lolange er unb-bie ft nbet ober andere Angehörige unbeschrankt steuerpflich g sind. Kinder ober anbere Angehörige, bie Judensinb werden mit dem Haushaltungsvorstand zusammen veranlagt, wenn sie während ferner unbefchrankten Steuerpflicht mindestens vier Monate im abgelaufenen Kalenderjahr minderjährig gewesen sind und^während dieser Zeit zu seinem Haushalt gehört hab • fünfte aus nichtselbständiger Arbeit, die dre Kmder ober andere Angehörige aus einem dem HaushaltungS- bie geradezu sibirische Kälte, die, wie fast alle übrigen europäischen Länder, auch Frankreich heim- gesucht hat, das Gesprächsthema der Pariser. In verschiedenen Bezirken der französischen «adt betrug die Temperatur am Samstag früh d unter Rull. Dabei weht ein eisiger Wind, und die Feuchtigkeiten der nahen Atlantikküste machen die KäUe noch stärker fühlbar. Auf der Seine treiben Eisschollen, aber nur wenige Pariser haben sich herausgewagt, um dieses ungewohnte Schauspiel zu bettachten. Das gesamte Leben der französischen Hauptstadt wird von der ungewöhnlichen Kälte beherrscht, gegen die sich die Pariser sehr viel schwerer zu schützen vermögen als die Bewohner kälterer Klimate. So haben die ro e • n i g ft e n Häuser brauchbare Zentralheizungen oder Oefen, sondern sind lediglich mit Kaminen versehen, die ttotz großen Brennstoffverbrauchs bei wirklich starker Kalte nur wenig wärmen. Zudem besitzt der allergrößte Teil der weniger bemittelten Bevölkerung entweder überhaupt keine oder nur leichte «Sommermäntel, was zahlreiche Erfrierungen zur Folge hat. Die Kohlenversorgung, die aus dem nordfranzösischen Industriegebiet $um größten Teil auf den weitverzweigten französischen Wasser- st r a ß e n erfolgte, ich durch die Bereisung fast aller Flüsse und Kanäle im höchsten Grade erschwert, und auch die Lebens Mittelbeschaffung wurde durch die Kälte empfindlich gestört. Ganze Waggonladungen von Gemüse aus Südfrankreich, dem bevorzugten Nahrungsmittel der französischen Bevölkerung, sind erfroren und für den menschlichen Genuß unbrauchbar geworden. Kartoffeln, Italien gemeldet. In Mailand sank das Thermometer auf 10 Grad unter Null. Auch die Schneefälle in b) mit solchen minderjährigen Kindern und anderen minderjährigen Angehörigen (5 10 Ziffern 3 bis 6 des Steueranpassungsgesetzes), die zu seinem Haushalt gehören. Die Freibeträge (§ 5 des BermögensteuergefetzeS) sind außer Betracht zu lassen; II. nicht natürliche Personen: 1. Aktiengesellichaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften: ohne Rücksicht auf die Höhe ihres Gesamtvermögens, 2. Erwerbs- und Wtttschaftsgenossenschaften, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, sonstige juristische Personen des privaten Rechts, nicht rechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen, außerdem Kreditanstalten deS öffentlichen Rechts: . wenn ihr Gesamtvermögen 10000 RM. übersteigt. Beschränkt Vermögensteuerpflichttge haben eine Vermögenserklärung über ihr Inlandsvermögen abzugeben: ohne Rücksicht auf die Höhe deS JnlandSver- mögens. Für offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und ähnliche Gesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Unternehmer (Mitunternehmer) anzusehen sind und die ihre Geschäftsleitung ober ihren Sitz im Inland haben, ist eine Vermögenserklärung abzugeben: wenn das Vermögen der Gesellschaft 10000 RM. ser-Friedrich-Mussum nach seiner Reinigung von polnischem Kitsch und polnischer Verfälschung der Öffentlichkeit übergeben. * In Paris sand unter dem Vorsitz des Präsidenten Lebrun ein Ministerrat statt. Ministerpräsident D a l a d i e r berichtete über die diplomatische und militärische Laue. — Rüstungsminister Sau- try, der aus London zurückgekehrt ist, berichtete über die Ergebnisse der englisch-französischen Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Rüstungen. Der jugoslawische Außenminister Markowitsch und der rumänische Außenminister G a f e n c u hatten eine Zusammenkunft in Werschetz, bei der sie Fragen im Zusammenhang mit der nächsten Sitzung des Ständiaen Rates der Balkan-Entente besprachen, die am 2. Februar in Belgrad stattfindet. Durch ein Dekret der jugoslawischen Regentschaft wurde General Peter K o s s i t s ch, der Platz kom- die ffl normalen Zetten verhältnismäßig weniger gegessen werden als in anderen Ländern, sind fast überhaupt nicht mehr zu bekommen. Auch die Seefischversorgung ist durch die gewaltigen Stürme im Atlantik völlig Ins Stocken geraten. Aus den übrigen Gebieten Frankreich liegen ebenfalls zahlreiche Meldungen über ungewöhnlich starke Kälte, gewaltige Schneefälle und eisige Stürme vor, die allgemein erhebliche Störungen im Eisenbahnverkehr und in der Versorgung der Bevölkerung verursacht haben. Wolfsplage in Jugoslawien. Neue Schneefälle haben wieder zu schweren Störungenim jugoslawischen Verkehr aeführt. Die Züge kommen mit unbegrenzter Verspätung an. In Serbien und Bosnien blieben mehrere Eisenbahnzüge in den Schneemassen stecken. Der mit großer Mühe am Wochenende wieder aufgenommene Autobus-Verkehr mußte ebenfalls wieder eingeftellt werden. Die Belieferung der städtischen Märkte durch die Bauern läßt merklich nach, doch sind vorläufig noch Lebensmittel vorhanden. Die tieffte Temperatur wurde in der kroatischen Hauptstadt Agram mit 22 Grad Kälte gemessen. In Belgrad sind mehrere Stadtteile ohne Wasser, da verschiedene Hauptleitungsröhren geplatzt sind. Der Kohlenmangel in den Städten ist immer noch nicht behoben. Immer mehr gehen die Schulen dazu über, Kälteferien zu machen. Die Stadt Milanovac ist teilweise überschwemmt und wurde geräumt. Auch die in der Nähe liegenden Laaerhalden eines Kohlenbergwerks sind von Hochwasser bedroht. Der harte Winter hat in den bosnischen und ttoatischen Gebirgsgegenden zu einer Verstärkung der Wolfsplage geführt. Bei Banja Luka mußten zwei Dauern, die eine Schafherde in die Stadt trieben, auf einen Baum flüchten und dort acht Stunden ausharren, da ein großes Wolfsrudel die Herde überfiel und auch sie bedrohte. Auf den Flüssen entstehen teilweise gefährliche Eis« st a u u n g e n , die zu schweren Ueberschwemmun- gen des umliegenden Landes führen. Auf der Save unterhalb Agram wurden Pioniere zur Sprengung einer Eisbarriere eingesetzt. An der Adria wütet ein selten erlebter Sturm mit einer Geschwindigkeit bis zu 170 Stundenkilometer. Der gesamte Schiffsverkehr wurde eingestellt. Starke Kcitte auch in der Schweiz. In La Brevine im Neuenburger Iura wurde mit minus 35 Grad die bisher tiefste Temperatur dieses Winters in der Schweiz gemessen. In Zürich betrug die Temperatur minus 15, in Basel minus 16, in Bern minus 19 und in Davos minus 23 Grad. Nur Lugano verzeichnet Wärme, nämlich 1 Grad über Null. Grimmige Kälte auch in Nord-Amerika. Neuyork, 22. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Auch in großen Teilen der Vereinigten Staaten herrscht seit einiger Zeit außergewöhnliche Kälte. Stellenweise hatte die Temperatur einen Tiefstand zu verzeichnen wie seit langen Jahren nicht mehr. In der vergangenen Woche zählte man rund 15 0 Todesopfer der Kältewelle. In den Südstaaten richtete der Frost erhebliche Schäden in den Obstpflanzungen an.______________________________ 30 Grad Temperaiurunkerschied in Spanien. Die gegenwärtige Winterzeit hat in Spanien merkwürdige Temperaturunterschiede auf verhältnismäßig begrenztem Gebiet gebracht. Während man in A o i la 15 Grad Kälte verzeichnete, herrschte in Sevilla 15 Grad Wärme, also ein Tempera- turunterschied von 30 Grad. Aus aller Wett. Eröffnung des planmäßigen Flugverkehrs Berlin - Moskau. Berlin, 21. Januar. (DNB. Funkspruch.) Im Rahmen der ©Öffnung der neuen Luftverkehrs- strecke Berlin—Moskau landete am Sonntagnachmittag das erste planmäßige Flugzeug auf dem Flughafen Berlin. Im Auftrage des Reichsministers der Luftfahrt, Generalfeldmarschall Göring begrüßte der Chef des allgemeinen Lustamtes, Fisch, die Besatzung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß diese neue Luft- strecke zu einem erfolgreichen Ausbau der gegenseitigen Beziehungen beitragen möge. Die deutsche Lufchansa wird zusammen mit der sowjetrussischen Luftverkehrsgesellschaft Aeroflot die Strecke Berlin -^Moskau mit Zwischenlandungen in Danzig, Königsberg, B'ialystock, Minsk täglich befliegen. Zwei Landesverräter hingerichlet. Die Iustizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode verurteilte Werner Kukuk, sowie der ebenfalls vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 34jährige Cyprian Gabrysch aus Dramatal-West (Kr. Beuchen) sind h i n g e r i ch t e t worden. Kukuk, ein jüdischer Mischling mit 11 Vorstrafen, hat es in hinterhältiger Weise unternommen, geheimhaltungsbedürftige Angelegenheiten einer deutschen Dienststelle auszuspähen und dem Nachrichtendienst einer fremden Macht zu verraten. Er hat ferner versucht, Deutsche für den fremden Nachrichtendienst zu werben. Nur der Aufmerksamkeit der deutschen Behörden ist es zu danken, daß ein größerer Schaden für das Wohl des Reiches vermieden wurde. Gabrysch hat aus Geldgier Spionage zugunsten Polens getrieben, zahlreiche Angelegenheiten der deutschen Wehrmacht, die er für Staatsgeheimnisse hielt, verraten und seinen Schwager zum Verrat verleitet. Wieder zwei Todesopfer eines Schlittenunglücks. Die Unsitte, D e r k e h r s st r a ß e n für den Schlittensport zu benutzen, führte in 0 b e r ft e i n • Idar zu einem schweren Unglücksfall. Der neunjährige Horst Ludwig Hüther und der achtjährige Hans Schwendemann fuhren mit ihren Schlitten die steile Derbindungssttecke von der Obersttaße -um Marktplatz herunter, rannten gegen ein Auto und wurden beide so schwer verletzt, daß sie nach wenigen Minuten starben. Schwere Vootskataslrophe In Norwegen. Im nördlichen Norwegen, nahe der russisch-norwegischen Grenze bei Kirkenes, kenterte bei schwerem Sturm ein mit dreizehn Personen be- Holland schwer betroffen. Bereits Lebensmittelmangel auf den Inseln. Die holländischen Zeitungen veröffentlichen täglich Berichte über die strenge Kälte und stellen dabei fest, daß ein Kälterekord, wie er bereits seit Jahr- zehnten nicht mehr beobachtet werden konnte, bald erreicht sein durfte. Da es sich hier um außergewöhnlich niedrige Temperaturen handelt, auf die bie Bauart der meisten Häuser nur wenig eingerichtet ist, hat ein großer Teil der Bevölkerung unter der Kälte sehr zu leiden. Die Blätter enthalten bereits Aufrufe, in denen darauf hingewiesen wird, daß ein großer Teil der ärmeren Bevölkerung Amsterdams Hilfe brauche, um Ernährung und Heizung einigermaßen sicherzustellen. Besonders schwer wird die Bevölkerung auf den holländischen Inseln durch die Kälte gettosfen. So ist die Insel Ameland praktisch von der Außenwelt a b g e schlossen, es beginnt sich dort bereits ein Mangel an Lebensmitteln fühl- bar zu machen. Da fo gut wie alle holländischen Wasserwege, die unter normalen Umständen den größten Teil des inländischen Transportes bewältigen, zugefroren sind, beginnen sich Trcmsport- , schwierigkeiten bemerkbar zu machen. Die Eisenbahnen können den großen Andrang nicht mehr in vollem Maße bewältigen und sind da^u übergegangen, eine scharfe Zuteilung von Eisenbahnwagen durchzuführen. Hierbei werden die Transporte von Lebensmitteln und Heizmaterialien bevorzugt. Rom erneut im Schnee. In der Nacht zum Samstag gingen über der italienischen Hauptstadt neue Schneefälle nieder. Am Morgen lag Rom unter einer mehrere Zentimeter hohen Schneedecke. Am Vormittag gingen neue Schneefälle nieder. Auf den Bergen rings um Rom sank die Temperatur auf 6 Grad unter Null, liefe Temperaturen werden namentlich aus Ober- -Öeffenittche ÄMordemms ltw Abgabe dev Erklärungen für die Einkommensteuer, -Kövverschastssteuev, EewinnfeststeUung, wehrsteuer und Umsatzsteuer 1939 föe die Vermögenssteuer und fite die Gewerbesteuer 1949. letztes Ruderboot, das unter anderem fünf Kinder zu dem im Fjord ankernden Dampfer bringen sollte, mit dem sie ihre Fahrt zur Internatsschule in dem Städtchen Vardö an treten sollten. Die stürmische See machte Rettungsversuche unmöglich. Die acht Erwachsenen konnten sich nach mühseligem Schwimmen ans Land retten. Die Kinder trieben über eine Stunde lang auf den Wellen, vermochten aber nicht das Ufer zu erreichen. Nur mit Mühe konnten die am Strand wartenden verzweifelten Mütter daran gehindert werden, sich selbst in das stürmische Meer zu stürzen, um die Kinder zu retten. Explosion in einem französischen Hochofenwerk. Vier Tote? In den Hochofenwerken von Colombellez (Nordfrankreich) ist ein großer Behälter mit flüssigem Stahl explodiert. Das glühende Metall hat sich auf eine Gruppe Arbeiter ergossen. Bier von ihnen sind nach dem Bericht von Havas ihren Ver- l'etzun gen erlegen. Erna Sack sang in holländischen Slädlen. Kammersängerin Erna Sack gastierte in den großen Konzertsälen der Städte Amsterdam, Haarlem, Rotterdam, Groningen und Den Haag. Besonders enthusiastisch wurden Lieder der deutschen Meister wie Schubert, Brahms, Strauß aufgenommen. Die Künstlerin bezauberte das holländische Publikum immer wieder aufs neue. Man erzwang Zugaben auf Zugaben, und die Wiedersehensruse wollten kein Ende nehmen. Trotz der aUgemeineii Kriegsatmosphäre vermochte ihre Kunst von neuem einen triumphalen Erfolg zu verzeichnen. Die Seniorin der Artisten. Fortunata P e r s i f a n o ist die älteste Frau Italiens und gleichzeitig unter dem Künstlernamen „Nonna (Großmutter) Fortunata" die älteste noch immer aktive Artistin der Welt. Sie feierte im vorigen Jahre ihren 10 7. Geburtstag durch eine Gala-Vorstellung ihres Darietetheaters in Parma und erhofft für ihren 108. Geburtstag in diesem Jahre die Erfüllung ihres Herzenswunsches, nämlich einmal dem Duce mit ihrer noch immer erstaunlichen Fingerfertigkeit ihre Zauberkunststücke vorführen zu dürfen. Fortunata, die im Jahre 1832 geboren ist, war in ihrer Jugend als Lehrerin tätig. Sie heiratete dann einen Apotheker, mit dem sie in glücklicher und kinderreicher Ehe lebte, bis ihr Mann als Kämpfer unter Garibaldi im Jahre 1859 den Heldentod fand. Die Witwe stand mit ihren vielen Kindern vor dem Nichts und mußte einen Broterwerb suchen. Sie entschloß sich, ihre bisher als Liebhaberei gepflegte Geschicklichkeit in Taschenspielerkunststücken auszunutzen und fand bald gut bezahlte Engagements als Zauberkünstlerin an Varietebühnen. Ihre Söhne, Töchter und später auch die Enkel wandten sich größtenteils auch der Artistik zu. Fortunata gründete ein eigenes Dariete- Unternehmen in Parma, dessen Künstlerschaft fast ausschließlich aus ihren Abkömmlingen bestand und noch besteht. An ihrem 100. Geburtstag übergab Nonna Fortunata die Direktion des Theaters ihrer achtzigjährigen Tochter, aber sie selbst trat weiter, bis heute als aktive Artistin auf. Auf die Frage, wie sie ein so hohes und gesundes Alter erreicht habe, weiß die rüstige Greisin nicht mit einem allgemein gültigen Rezept zu antworten. Vielleicht sei ihr dauernd guter Gesundheitszustand, so erklärt sie, darauf zurückzuführen, daß sie niemals eine Medizin genommen habe mit Ausnahme von Rizinusöl, das zu allen Dingen gut sei und das man nach ihrer Meinung mindestens einmal in jeder Woche nehmen sollte. Ein Schwertfisch „torpediert" ein Fischerboot. Ein ungewöhnliches Abenteuer erlebte der Kapitän Eh'iazzari aus Pietra Lkgure, an der italienischen Riviera, der in Begleitung von zwei Fischern in einem kleinen Ruderboot mehrere Meilen weit ins Meer hinausgefahren war, um dem Angelsport nachzugehen. Plötzlich stellte der Kapitän fest, daß er einen prachtvollen Schwertfisch an der Angelleine hatte, der sich so wütend aufführte, daß das Boot umzuschlagen drohte. Da aber unser braver Seebär, von der Leidenschaft gepackt, nicht nachgab, ging der Schwertfisch schließlich zum direkten Angriff über. Er schnellte mit solcher Wucht gegen das Boot vor, daß sein Schwert die H o l z - Planken durchbohrte. Da sich der Fisch nicht mehr freimachen konnte, war es den Bootsinsassen ein Leichtes, ihn zu töten. Die Fischer mußten das Schwert absägen, um ihre Beute ins Boot heben zu können. Der Schwertfisch wog nicht weniger als 120 Pfund. Neue Leuchtfarben im Anmarsch. Heber einen neuen Typ von Leuchtfarben berichtet die Werkzeitung der JG.-F arbeninbuftrie. Allerdings wird man sich noch etwas gedulden müssen, bis diese neuen Leuchtfarben in den Verkehr kommen, sie haben das Stadium der Forschung bis zur Produkttonsreife durchlaufen, doch muß die eigentliche Produktion erst noch aufgenommen werden. „Leuchtsteine" gab es schon vor 300 Jahren, von Bedeutung wurden dann die radioaktiven Leuchtfarben, die aus sich selbst heraus leuchten und die inaktiven oder phosphoreszierenden, deren Leuchtkraft durch vorherige Einwirkungen des Tageslichtes oder einer gewöhnlichen Lichtquelle angeregt wird und die dann im Dunkeln bis zu etwa 6 Stunden, in denen sie langsam erblassen, nachleuchten. Der jetzt m eit er entart f= kette dritte Typ sind die lumineszierenden Leuchtfarben, die nur dann leuchten, wenn sie durch die unsichtbaren Strahlen einer mit violettem Glas abgeschirmten Quecksil'berlampe angeregt werden. Diese Leuchtfarben, Lumogene, haben, im Tageslicht gesehen eine bescheidene weiße Farbe, in dunkler Nacht erstrahlen sie aber in voller Schönheit. Die neuen Produkte können mit feder gewöhnlichen Anstrichfarbe gemischt werden. Um die Der Mensch ist dank seines Verstandes und der von ihm erfundenen Technik in der Lange, sich gegen die Unbilden der Witterung zu schützen. Ihm kann auch große Kälte nichts anhaben. Wie aber schützen sich die Tiere? Wie helfen sie sich gegen Schnee und Frost? Wenn das Hermelin im Herbst fein unscheinbares braunes Fellchen mit dem schlohweißen Winterpelz vertauscht, dann hat es diese Fähigkeit vor allem den kurzen „Wollhaaren" zu verdanken, die im Sommer unter den oberen langen „Grannenhaaren" nur spärlich entwickelt find, im Herbst jedoch in großer Fülle neu gebildet werden. Die Wissenschaft hat in letzter Zeit feststellen können, daß aerobe diese Zusammensetzung des Pelzes aus „Wollhaaren" und Grannenhaaren" für die Warmhaltung der Tiere außerordentlich wichtig ist. Die Haare sind nämlich schwach elektrisch geladen, infolgedessen stoßen sich Grannen und Wöllhaare untereinander ab und bilden lufthaltige Zwischenräume, die wie unsere Doppelfenster die Wärme festhalten. Dieser ungemein wirkungsvolle Kälteschutz wird noch durch eine Fettschicht verstärkt, die zum Winter unter dem Fell gebildet wird. Außerdem bann der Winterpelz die Tiere auch durch seine Farbe schützen. Das ist beispielsweise beim Schneehasen und Hermelin der Fall, die durch ihr weißes Winterkleid der Schneedecke angepaßt und so den Augen ihrer Feinde am ehesten entgehen. Dieser Farbenwechsel hat sich nun merkwürdigerweise als völlig unabhängig von Schneefall und Kälte erwiesen. So wurden Schneehasen mehrere Jahre lang in einem gleichmäßig warmen Stall in Gefangenschaft gehalten — trotzdem wechselten sie regelmäßig im Frühjahr und Herbst die Farbe. Bei noch länger dauernder Gefangenschaft verwischt sich dieser Rhythmus allerdings, und bei manchen Haustieren, z.B. dem Wollschaf, ist es vollständig verlorengegangen. Auch die Vögel schützen sich, soweit sie nicht nach dem Süden ziehen, durch ein dickeres — beim Schneehuhn auch weißes — Federkleid, das ebenfalls nach dem „Doppelfenster-Prinzip" arbeitet. (Starre und Winterspeck. Eine besondere „Heizung" bewerkstelligen die auch sonst hervorragend „begabten" Bienen. Diese klugen Insekten bringen es tatsächlich fertig, im Winter die Temperatur im Stockinnern durch erhöhte Muskeltätigkeit aus einer gewissen Höhe zu Abhängigkeit einer mit dem Leuchtstoff bestrichenen Fläche und der Bestrahlungsquelle festzulegen, mußte eine Norm des Lichteffektes fe ft gelegt werden. Man ging dabei von den Vorschriften des Luftschutzgesetzes aus, die verlangen, daß ein beleuchteter Gegenstand auf 5 0 0 Meter Entfernung nicht mehr gesehen werden soll. Je nach der Stärke der Quecksilberlampe ist es nun möglich, die Entfernung festzulegen, in der diese aufgestellt werden muß, um den beleuchteten Gegenstand aus 500 Meter Entfernung nicht mehr sichtbar zu machen. Anstrichversuche ergaben dann, daß für einen qm Fläche nur 3 Gramm Leuchtfarbe notwendig find. Daraus ergibt sich, wirtschaftlich gesehen, da der Preis für 1 Kilo der neuen Leuchtfarbe nur wenige Reichsmark beträgt, daß die Kosten nur einen geringen Bruchteil der Kosten betragen, die bei Anwendung einer radioaktiven Farbe erforderlich wären. Kostet doch 1 Gramm des hierzu verwendeten Mesothoriums 150 000 RM.! Die lumineszierenden Anstriche lassen sich überall anwenden, wo Einrichtungen in der Dunkelheit sichtbar gemacht werden sollen. Notwendig ist nur eine mehr ober minder starke Beleuchtungsquelle, sei es eine Quecksilberlampe oder eine gewöhnliche, mit einem Blauglaskolben versehene elektrische Birne. So wird man es in nicht allzulanger Zeit erleben können, daß leuchtende Pfeile den Weg durch die Dunkelheit führen, daß ein Schild „Achtung" vor einem aufgestellten Verkehrszeichen helleuchtend warnt ober daß an verkehrsreichen Stellen ein leuchtender Schutzmann den Verkehr regelt ... Selbst für ängstliche Gemüter wird dann die mondlose Nacht keine Schrecken mehr bergen. hatten. Um diese Arbeit leisten zu können, müssen sie Nahrung aufnehmen, wozu ihnen ja die Wintervorräte an Honig zur Verfügung stehen, deshalb muß sie ber, Imker, der den Honig „schleudert", statt' dessen mit Zuckerwasser versorgen. Sowohl bas Sammeln der Wintervorräte als die „Heizung" der Bienen ist eine einzigartige Meister- leistung unter den Kaltblütern. Gewöhnlich sind sie nämlich auf ein ganz anderes Mittel im Kampf gegen den Winter angewiesen, und zwar auf die „Winterstarre", d. h. sie verkriechen sich in einem Schlupfwinkel, wo ihr Blut mit zunehmender Kälte immer mehr ab kühlt und die Tiere vollständig starr werden; dabei sind alle Lebensvorgänge auf ein Minimum herabgesetzt, und die Nahrungsaufnahme hört gänzlich auf. Zu der gleichen Methode, den Winter zu „verschlafen", greifen bekanntlich auch manche Säugetiere, die sogenannten „Winterschläfer", z. B. Murmeltier, Hamster, Siebenschläfer, Fledermaus usw. Ihr Winterschlaf unterscheidet sich von der Winter- starre der Kaltblüter vor allem dadurch, daß sie meist noch eine Hilfe in ihren Wintervorräten haben, die sie in den Schlaf pausen fressen; nur die Fledermäuse bekommen den ganzen Winter nichts, sondern zehren ausschließlich von ihrem „Winterspeck". Was tun die fische im Winter? Immer wieder hört man Berichte von Fischen, die zu einem Eisklumpen gefroren waren und beim Auftauen angeblich zu neuem fieben erwachten, ohne Schaden genommen zu haben. Das wäre ja bei weitern die einfachste Art, den Winter zu überstehen — und so stellte man sich früher in die Tat die lieberntinterung der Wassertiere vor. Nun hat sich in neuester Zeit endgültig erwiesen, baß diese Methode zu schön ist, um wahr zu fein. Eingehende Versuche mit Fischen und Schnecken haben gezeigt, bas keines dieser Tiere ein wirkliche Einfrieren zu überleben vermag. Gewiß kann ein Fisch leben bleiben, der innerhalb des Eisklumpens noch von einem Wassermantel umgeben ist, in dem er sich frei bewegen kann; alle hartgefrorenen Tiere aber sind endgültig tot. Bei diesen Untersuchungen stellte sich die überraschende Tatsache heraus, daß die eingefrorenen Fische weder an der niedrigen Temperatur (sie ertragen bis zu 3 Grad Kälte, wenn man die (Ks. bifbung verhindert), noch am Gefrieren der Körper, fäfte, sondern vor allem infolge des Sauerstoff, mangels sterben — sie sind erstickt. Aber auch wenn man durch eine entsprechende Dersuchsanordnung die Erstickung verhinderte, gingen die Tiere beim Gefrieren des Wassers ein — wahrscheinlich infolge der Zerstörung des Zentralnervensystems durch Cis- nadeln. In der freien Natur ist zweifellos der Erstickungs. tod die Hauptgefahr für Fische und andere Teich- bewohner; deshalb werden ja bekanntlich in Fischteichen Löcher ins Eis gehackt, an denen man die Tiere beim Luftschnappen beobachten kann. Ja, zuweilen genügt das noch nicht, und man muß Luft in die Teiche ein pumpen. Besonders groß ist diese Gefahr in den Teichen ohne Wasserzufluß und damit ohne Luftzufuhr im Winter: so stellte man in abnorm strengen Wintern fest, daß in solchen Gewässern ein großer Teil der Fische zugrunde ging, während sie in Teichen mit Wasserzufluß am Leben blieben. Der Sauerstoffmangel in den ei s bedeckten Teichen ist leicht erklärlich: ist doch nicht nur das Wasser durch die Eisdecke von der sauerstoffhaltigen Lust abgeschlossen, sondern auch die Wasserpflanzen, die im Sommer stets Sauerstoff erzeugen, haben ihr Wachstum und damit die Sauerstofflieferung eingestellt. Dieser Erstickungsgefahr sind übrigens nur die Bewohner der flachen Teiche ausgesetzt; schon bei einer tiefe von sechs Meter ist die Wasser- menge so groß, daß der Sauerstoffmangel nicht m^r in Erscheinung tritt. Flitterwochen der Hüpferlinge. Manche Wassertiere nehmen aüerbings bei zuneh- menber Eisbildung ihre Zuflucht zum Schlamm, in dem sie sich vergraben und einen mehr oder minder festen Winterschlaf hatten. Das tun vor allem unsere Frösche und Kröten — während die Salamander zum Winterschlaf den Teich verlassen, sowie manche Fische, beispielsweise der Karpfen. Auch viele Wasserinfekten schwimmen zwar im Früh- nrtnter, solange die Pflanzen noch Sauerstoff liefern, munter im Wasser herum, ziehen sich jedoch bei zunehmendem Sauerstoffmangel immer tiefer in den Schlamm zum Winterschlaf zurück. Während die Winterschläfer im Schlamm der Ruhe pflegen, ist im freien Wasser auch mitten im Winter ein höchst bewegtes Leben im Gange. Die lebhaftesten Tiere sind die kleinen Ruder fuß- krebse oder „Hüpferlinge", die ausgerechnet im Winter ihre Fortpflanzungszeit haben, wie wir leicht an den Ciersäckchen, die von den Weibchen am Hinterleib herumgetragen werden, erkennen können. Manche dieser Hüpferlings arten haben sogar ttn Winter die Zeit ihrer größten Häufigkeit; bas, ist für die Fische, die keinen Winterschlaf halten und deshalb diese kleinen Organismen zur Ernährung brauchen, von großer Bedeutung. Auch noch kleinere Lebewesen, z. B. die einzelli- gen Urtierchen, sind im Winter meist dicht über dem Boden in großen Massen zu flnden. Die Häufigkeit dieser kleinen Tiere ist um so wichtiger, als eine Reihe anderer „Fischfuttertiere" im winterlichen Teiche nicht zu finden ist; das sind diejenigen die nach einer anderen Methode überwintern, nämlich mit Hilfe von „Dauerkeimen". So bilden beispielsweise die Weibchen der Wasserflöhe im Herbst besonders große dickschalige „Wintereier" und sterben selbst ab: das einzelne Tier tritt zu Gunsten der ganzen Art zurück. Dasselbe Verfahren befolgen die Schwämme und Moostterchen, die aus diesem Grunde im Winter aus den Teichen verschwunden sind. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Or. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Tiere schützen sich gegen Frost und Schnee. Von Or. W. Sievert. Gießen, den 20. Januar 1940. 35QD 0222 Vermählungsanzeigsn bei Brühl, Schulstr.7 Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Wagner, Schreinermeister. Frau Marie Wagner, geb. Wissner im Alter von 51 Jahren zu sich zu rufen. Die Beisetzung findet auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt — Beileidsbesuche dankend verbeten. Plötzlich und unerwartet, infolge eines Herzschlages, verschied heute vormittag gegen y212 Uhr mein herzensguter Mann, unser lieber treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Otto Diehl, Postassistent im Alter von 63 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Marg. Diehl, geb. Gringel Elisabeth Müller Wwe., geb. Diehl Familie Friedrich Jakob Elise Diehl. Gießen (Aulweg 38II), Bad-Nauheim, den 21. Januar 1940. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. Januar, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Mietgesuche| 5 bis 6 Zimmer Etage oder Einfamilienbaus mit Küche, Bad, Heizung u. Garten zu mieten gesucht. Schrift!. An geb. u. 3441) an d. Gieß. Anz. Eine UM*. sofort ob. spiest. 1. Marz 1940 in der Kaiserallee o. Umgebung ges. Schrift!. Angeb. unt. 343D andcn Gießen. Ameig. Zhre Vermählung geben bekannt Waller Feyerabendi Obertruppführer im N.A.O. Anni Feyerabendi, geb. Beil Danzig, z. Z. im Felde Gießen, Asterweg so Ianuar1940 "... -------------- M HO1Z- BettenStSÄlzen Ner gute Qualität Tausende frei«: Anerkennungen. Verkauf an alle. KatS.fr EisenmöbellabrikSuIil/Th. Iwaugsvevfjelsevrrns Dienstag, den 23. d. M., nachm 2 Uhr, sollen int Verkanfslokal nartmetz, Nenenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise geg. sof. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Warenschränke, Kassen- schranke, Klaviere, Bilder, Bücher, Radios, 1 Nähmaschine, Schreibmaschinen. ggjD Bestimmt werden versteigert: Registratur- und Schreibwaren. Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesensfr. 2, Tel. 3108. Nach fasse von 3 bis 20 v. H. er- hatten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige t |Stellenangebote| | Verkäufe Keine Ursprungszeugnisse, ivndern nur ZeugniL abschriflen dem Be werbungsichreibenbet, legen! — LtchtbUder undBewerbungsuntev- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Kamen und Anschrift des Bewerbers tragen! Postversand- Karton und Kisten gibt ab [0220 Central-Drogerie. KleineAnzeigen 'M Glesien er Anzeiger werden von Tarnenden beachtet und gelelen. Zuverlässige Frau zur Beihilfe im Haushalt am Vormittag 2 St. gesucht. 349D Bahnbofftr. 421 | Kaufgesuche | nur 8-14-Tage- Gehwerk, kräftiger, melod. Schlag, neu oder best erhalten [346d ZU kaufen uesusl WkMW Altenschlirf über Herbstein. Gesundes ehrliches Mädchen in kleinen Haushalt z.l. Februar gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Am. 3s2d Verschiedenes! Kurzhaar. Foxterrier auf den Namen Lu hörend, in der Nahe von Lützellinden S46d entlausen. Revieriäger Kreutz, Wetzlar, Kirschenwäldch. ScMelie Frankfurter Str. verloren. Abzugeben [348d Großer Steinweg 17. Gold. Trauring verloren I0223 graviert „Böken- krüger",a. Eisenbahnstrecke Butzbach-Gießen od. m Butzbach oder Gießen, Samstag nachm. Geg. gute Belohn, abzugeben beim Fnndbfiro Gießen oder Bulibaoh, Auch loses Puddingpulver auf Nährmittelkarlen. Im laufenden Versorgungsabschnitt vom 15. Ja- bis 11. Februar 1940 werden auf die Ab- Knitte N 21, N 22, N 30 und N31 je 25 g Sago, Kartoffelgraupen, Kartoffelstärkemehl oder Pud- oingpulver wahlweise abgegeben. Für ein Päckchen Puddingpulver mit einem Gewicht von 45 bis 60 g sind Zwei Abschnitte, für ein Päckchen Puddingpulver mit einem Gewicht von etwa 75 g drei Ab- schnrtte der Nahrmittettarte von der Verteilungsstelle einzubehalten. Die Abgabe von Puddingpulver in loser Form kann ebenfalls auf die qenann- tcn Kartenabschnitte erfolgen. Auf die mit einem r-rcU2 bezeichneten Abschnitte der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Jahren werden je 125 g DPM (Deutsches Puddingmehl), Gustin, Maizena, Mon- oarnin, Ricena oder Weizenin abgegeben. 3470 Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar in der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr.lndustrle und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr, 7, Hut 2251 wenn Äfft Montag. 22. Zanuar MO Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ar. 18 Zweites Blatt Lahresappell ehemaliger 116er labe Mihäly Vörösmarty in seinen Werken am glück. ^ich habe Svensson." , - Fast zu gleicher Zeit verließen die beiden Herren die Telefonzellen und setzten ihre Unterhaltung fort. Plötzlich kamen zwei Polizisten herein, gingen aus den' kleinen Ecktisch zu und salutierten vor dem VHC Iweigverein Gießen hält Lahresrückschau. EmgewiMrLhrifiophKolumbu« Von Georg Bertram. Vollbart. _ f . s Dieser erhob sich, verbeugte sich vor Holmsen und sprach: „Hier, lieber Freund, sind meine beiden Offiziere von der ,Santa Margherita, sie holen mich auf mein Schiff. Kommen Sie mit, es ist hohe Zeit!" Dr. Holmsen war sprachlos über diese neue Wendung Dann erhob er sich und rief den Beamten zu: „Verhaften Sie diesen Mann! Es ist ... Los Jungens", unterbrach der andere, „nehmt ihn fest, es ist ein Irrer, er hält sich für einen Freund von Kolumbus!" Zum Glück kamen in diesem Augenblick auch die beiden Jrrenwärter, die den Arzt legitimierten. Sie wollten Svensson die Zwangsjacke überziehen, aber et kam nicht dazu. Denn der vermeintliche Svensson wies sich als Kriminalinspektor Jögensen aus. Seme allerdings sehr große Ähnlichkeit mit dem entsprungenen Svensson hatte Holmsen getauscht... Ja, auch erfahrene Psychiater können eben manchmal irren ... ______ Ungarische Dichtung und Musik. AS.-Frauenschast Gießen. Am Mittwoch, 24. Januar, beginnt in der Kreis- geschästsstelle der NS.-Frauenschaft, Frankfurter Straße 1, ein Mütterschulungskurs für Heimgestaltung und Brauchtum. Anmeldungen werden m der Kreisgeschäftsstelle entgegengenommen. Knegs-WtzW.-Werkscheine. Serie I bis Ende Februar gültig. Die Wertscheine des Kriegswinterhilfswerkes Serie I, deren Gültigkeit bereits bis zum 31. Januar 1940 verlängert worden war, gelten auf Grund einer neuen Anordnung des Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk nunmehr bis zum 29. Februar 1940. Demnach müssen die Betreuten den kann. Wegen Höchstpreisüberschreitung bestraft. Der Landrat des Landkreises Gießen hat in seiner Eigenschaft als Preisbehörde folgende Ordnungsstrafen gegen. Einwohner bes Landkreises Gießen o^Eiue^Ordnungsstrafe in Höhe von 200 RM. gegen einen Händler wegen erheblicher Ueberschreitung des Stoppreifes für Gänse, vier Ordnungsstrafen in Höhe von 40 RM. bis 200 RM. gegen Landwirte wegen erheblicher Ueberschreitung des Stopp- Preises für Gänse, eine Ordnungsstrafe m Hohe von 60 RM. gegen einen Metzger wegen Ueberscyrei. tuna der Höchstpreise für Wurstwaren, eine Ordnungsstrafe in Höhe von 30 DWi. den Leiter einer Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft wegen Zuwiderhandlung gegen die Hochstpreisvor- schriften für Lebensmittel, zwei Ordnungsstrafen m Höhe von 20 RM. und 35 RM. gegen zwei Kolo- nialwarenhändler wegen Zuwiderhandlung gegen die Höchstpreisvorschriften für Lebensmittel. Bei dieser Gelegenheit sei erneut darauf hingewiesen, daß sich bei festgestellten Höchstpreisuber- schreitungen nicht nur die Verkäufer, sondern m der Regel auch die Käufer strafbar machen. Wieder Veichszuschüffe für Tleupstanzung von Obstbäumen. Im „Auerhahn" fand am Samstagabend der Jahresappell der Kameradschaft ehemaliger 116er unter Leitung des Kameradschaftsführers B tl I statt, der sehr gut besucht war und an dem auch der Traditionsverbandsführer ehem. 116er und derzeitige Standortoffizier Major Wolf teilnahm. Rach der Begrüßung durch Kameradschaftsfuhrcr Bill sprach zunächst Kreisschießwart H a n f f über die Aufstellung von Mannschaften für den Ehrensalut bei Begräbnissen usw. Kamerad Glaub wurde mit der Aufstellung der Mannschaft beauftragt. In dem vom Kameradschaftsführer Bill vorgetragenen Jahresbericht wurde der großen politischen Ereignisse gedacht. Die Appelle wurden zufriedenstellend besucht. Reu ausgenommen wurde der Schießdienst, der sich unter Leitung von Kamerad Kern gut eingeführt hat. Eine Rihe von Kameraden, darunter der Schießwart und der Kameradschaftsführer, haben bereits die bronzene Schießauszeichnung erworben. Dem Jahresbericht war weiterhin zu entnehmen, daß die Kameradschaft auch an den WHW.-Straßensammlungen erfolgreich beteiligt war. Die Sammlung für die Kyffhäuser- Waisenheime hat Fechtwart Kam. Müller durchgeführt. Am Reichskriegertag in Kassel und bei dem Aufmarsch des Kreisverbandes in Großen-Linden waren die ehemaligen 116er zahlreich beteiligt. Die Mitgliederbewegung zeigt ein erfreuliches Anwachsen. Der vier im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden wurde ehrend gedacht. Einer Anzahl Kameraden wurden zu Alters-, Ehe- und Beruss- jubUäen Glückwünsche übermittelt. Abschließend stellte Kameradschaftsführer Bill fest, daß auch die Betreuungsarbeit für die einberufenen Kameraden erfolgreich durchgeführt wird. Der von Kassenwart Kam. Korell erstattete Rechnungsbericht gab Aufschluß über geordnete Kassenverhältnisse. Dem Kassenwart wurde einstimmig Entlastung erteilt. Auf Vorschlag von Kam. Reitz wurde Kamerad- schastsführer Bill zum 6. Male in seinem Amte als Kameradschaftsführer bestätigt, der seinerseits seine bisherigen Mitarbeiter in ihren Aemtern erneut verpflichtete. Der Kameradschaftsfuhrer dankte besonders dem Kameraden Korell für die Auf- rcchterhaltung der Verbindung mit den Kameraden im Felde und den auswärts wohnenden Mitgliedern sowie für die Betreuung der Frontkameraden. Kamerad Reitz gedachte in kurzen Worten der steten Pflege der Tradition der 116er, betonte aber auch, daß in der Kameradschaft stets nach vorwärts gesehen wurde. In herzlichen Worten gedachte er der Gefallenen des Weltkrieges, aber auch derjenigen Kameraden, die jetzt wieder unter der Fahne stehen. Er betonte fernerhin die enge kameradschaftliche Verbundenheit mit dem aktiven Regiment. Der Traditionsverbandsführer, Major Wolf, überbrachte die Grüße van Oberst Herr lein und vermittelte einige interessante Nachrichten. Gleichzeitig sprach er der Kameradschaft feine Anerkennung für die Pflege der Tradition aus. Don den Kameraden an der Front waren zahlreiche Dankschreiben für die Weihnachtspackchen und Feldpostbriefe eingegangen, die verlesen und erwidert wurden. Mit dem Treugruß an den Führer wurde der Jahresappell beschlossen. Im weiteren Verlauf der Morgenfeier lernte man (sorgfältig gesprochen von Friedrich .Grondahl und Jngeborg Riehl) einige ungan che Gedichte kennen, Gedichte voll einer tiefen Vaterlandsliebe, voll einer feinsinnigen, wenn auch mit einigen peisi- mistischen Zügen belasteten Poesie. Gleichzettig wurde aber auch fühlbar, daß die Uebersetzung m die deutsche Sprache nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten geschehen fein mochte. Um einiges näher kam man dann den Charakter- zügen des ungarischen Volkes durch die ungarischen, Volkslieder, deren Art, Wandlung, verschiedene Erscheinungsformen usw. Universitats-Mustkdirektoi: Prof Dr. Temesväry mit einigen lebendigen Worten charakterisierte. Er, als Deutscher aus Siebenbürgen, sprach aus unmittelbarer eigener Kenntnis. Unter seiner Begleitung am Flügel sang dann Fräulein Eva Eckert Liebes- und Soldatenlieder, Lieder ländlichen und städtischen Ursprungs, Lieder der Vergangenheit und der Gegenwart Die Sängerin hatte sich dabei für einige ihrer Darbietungen der Mühe unterzogen, sich mit der ungarischen Sprache zu beschäftigen und einige Lieder in dieser Sprache zu singen. Dadurch wurde sehr eindrucksvoll dargetan, daß Sprache und Melodie im ungarischen Volkslied eine fast untrennbare Einheit sink Die Morgenfeier des gestrigen Sonntags führte (ebenso wie eine frühere Morgenfeier, die dem irischen Freiheitsdichter William Butter d^urs gewidmet war) an ein Volkstum heran, mit bent sich zu beschäftigen lohnend und dankbar ist, auch dann, wenn es sich dem völligen Verständnis eines Menschen von einer bewußt deutschen seelischen und geistigen Haltung nicht erschließen laßt. Heinrich Ludwlg>NeuneA -Ul Ul cm I I'...... „,. e lichsten um diese Verbindung bemüht fei und gerade mit dem Märchen „Esongor und Tünde" auch dem europäischen Menschen etwas zu geben vermöge, -ort weiteren Darlegungen beschäftigte sich Dr. Razum mit Absichten und Gehalt, aber auch mit den Schwierigkeiten, die einer Aufführung des Mar- chens in deutscher Sprache und auf einer deutschen Bühne entgegenstehen. Mit besonderem ^terene hörte man davon, daß das Märchenspiel für ole Ungarn etwa das darstelle, was für uns (soeuyts „Faust", Shakespeares „Sommernachtstraum oder Grillparzers „Medea" bedeute, und zwar den Versuch darstelle, die Kluft zwischen dem Menschen und den Göttern zu überbrücken. Wer? Don wem reden Sie?" fragte Svensson. "Nun, von Kolumbus natürlich. Er ist ein guter 52e?VoUbartirftarrte Holmsen verstört an, die Ist gurre war ihm ausgegangen. Dann zuckte plötzlich ein Licht des Begreifens in seinen forschenden Augen auf Er faßte sich und lächelte gewinnend Oh Sie kennen Kolumbus persönlich? fragte er" Bitte, erzählen Sie mir mehr von ihm. Ich hatte noch nie Gelegenheit, ihn zu sehen! ° Und Dr. Holmsen erzählte ihm alles was der arme Svensson ihm jeden Tag m seiner Zelle, aufs neue berichtete und vor phantasierte. Der Tischgast hörte aufmerksam zu und nickte begeistert zu den I morfmürbiaften Geschichten über die Taten und Abenteuer des^großen Entdeckers. Sichtlich fühlte er sich sehr geschmeichelt, seinen eigenen Ruhm preisen 5“ Und"nun, mein Lieber!" schloß der Arzt und verbeugte sich ehrfurchtsvoll. „Kommen Sie mit mir, ich will Sie selbst zu Kolumbus fuhren! Im Hafen ieaNein stolzes Schiff, bereit, zu neuen Abenteuern auszusegeln! Ich weiß sehr wohl'wer Sie sind und ich will Ihr Inkognito gern wahren, lieber Komm b Svensson zuckte erschrocken zusammen, erwiderte jedoch die Verbeugung und sagt«: ,Lieber Freund, ch sehe. Sie haben mich erkannt. Ich will nur noch rasch mit dem König telefonieren, dann bin ich berGrt!»anb aus und ging in die Telefonzelle. Dr. diolmien war von dieser Wendung einigermaßen verblüfft Geisteskranke sind unberechenbar. Wollte Svenllon etwa abermals fliehen? Er eilte m d,e ä»eite Telefonzelle und M ieim Anstalt an. »So. Aus -er Stadt Gießen. Fenster- und Lattongäste. Eine alte, weißhaarige Dame fegte mit einem Handbesen sorgfältig den Schnee von der Fensterbank und streute reichlich Sämereien hin. Dabei hatte ihr Gesicht einen freudigen Ausdruck, als fei fie nicht die Schenkende, sondern die Beschenkte. Sie kannte ihre kleinen Gäste, sie wußte, daß sie ihrer Einladung wie immer folgen würden, und fie schloß geräuschlos das Fenster, um hinter den Gardinen ihre Lieblinge zu erwarten und sich an ihren anmutigen Bewegungen und ihrem guten Appetit zu ergötzen. Es ist die leichteste und bequemste Art in diesen Tagen des Frostes, den hungernden Vögeln zu helfen. Freilich werden die Sperlinge als die dreistesten den Löwenanteil davon bekommen. Der Buchfink ist schon ein wenig scheuer und außerdem viel bescheidener. Er wartet meist, bis die schilpenden Nimmersatte doch endlich genug haben und davonflattern Schrittchen für Schrittchen trippelt er nach links und nach rechts und pickt dankbar auf, was liegen blieb. Kohl- und Blaumeise bevorzugen hängende schaukelnde Futternäpfe. Es gibt kleine, an einem Holzarm wie Ampeln befestigte Holzbecher, die von Meisen sehr gern besucht werden. Sie krallen sich an dem schwebenden Becher fest und schwingen, während sie emsig picken, wie kleine wagemutige Trapezkünstler her und hin. Noch verwegener zeigen sie sich an einem aufgehängten Stückchen Speck. Es macht ihnen nichts aus, wenn sie dabei mit Kopf und Rücken nach unten schaukeln. Es ist ein Genuß, den wendigen und anmutigen Bewegungen der kleinen, reizvoll bunt gefärbten Vögel zuzuschauen. Es sind zierliche Akrobaten von unnachahmlicher Grazie und Sicherheit. 6. Morgenfeier des Sladtthealers. Im Hinblick auf die Uraufführung des ungarischen Märchenspiels „Esongor und Tünde von Mihaly Vörösmarty stand die 6. Morgenfeier unseres Stadttheaters im Geiste ungarischer Dichtung und Musik. Die Voraussetzungen für em Ve^tandms der Darbietungen vermittelte Dr. Hannes R a zum in einem Vortrag, dem, das war aus federn Wort und aus jedem Satz fühlbar, eine nachhaltige Versenkung in Geist und Haltung, in Literatur und Geschichte des ungarischen Volkes vorausgegangen war. Insbesondere stellte der Redner dar, wie gerade das ungarische Volk, das kurkotatarycher Ab- stammung ist, zwischen Asien und Europa steht, die asiatischen Wesenszüge, die ihm von den Vorfahren her zu eigen sind, anzugleichen versucht an euro- raische Geisteshaltung und bemüht ist, Drucke zu fein zwischen den beiden Elementen, ohne dabei die nationale Eigenart aufgeben SV muffen. In großen Zügen legte der Redner dar, v>le gerade der Dichter Als Dr Jens Holmsen, der bekannte Psychiater und Chefarzt der größten Irrenanstalt Dänemarks, das kleine Cale betrat, in dem er zweimal wochent ttch ein "^sreie Stunde bei Kaffee und Zeitungen zu Lringen pflegte, zuckte er plötzlich, w e von einem elektrischen Schlag getroffen, »usammem An dem kleinen Ecktisch, an dem er gewöhnlich Platz nahm, saß ein Herr mit einem mächtigen Dollbart und einem goldenen Kneifer, der eine bi 3 9 rauchte und gedankenverloren den blauen Rauch " Mein Gedachte Dr. Holmsen in tiefem Entsetzen, da sitzt ja dieser verdammte Svenson, der uns so viel Sorgen bereitet hat fiolmfens mnr afhf Taacn war Svensson aus Dr. Hmmien Slnftalt entwichen. Es war ein gemeingefährlicher Kranker. Er litt unter der Wahnvv^tellung, Chr,- feÄ kwurde er rasend und schlug um sich wie em Bemerk . Der Arzt überlegte kurz und entschloß sich, den Entsprungenen selbst unter s°chwann>sch° Db- Hut zu nehmen. Er ging auf den T sch ~,rren zu, verbeugte sich höflich und setzte s ch Auch in diesem Jahre werden, wie bisher, Reichs« Zuschüsse für die Neupflanzung von Obstbäumen gewährt. Diese Neupflanzung darf keinesfalls durch den Krieg ins Stocken geraten. Durch ein Nachlassen der Neupflanzung von Obstbäumen wurde m wenigen Jahren die Zahl der jährlich — meil alterschwach — abgängig werdenden Obstbäume über- wiegen und so der Gesamtbestand an ertragfähigen Obstbäumen absinken. Dagegen werden die bisher bewilligten Reichszuschüsse für das Umveredeln (Umpfropfen) von Obstbäumen vorläufig nicht mehr gewährt, da diese Maßnahmen für mehrere Jahre einen Ertragsausfall bedeuten. Reise in die Tiroler Alpen. Die Sektion Gießen ° Oberhessen des Deutschen Alpenvereins bereitete gestern nachmittag im Hotel „Hindenburg" den zahlreich erschienenen Mitgliedern und Gästen eimge unterhaltsame Stunden. Nach herzlicher Begrüßung durch den Sektionsführer Direktor W r e d e , nachdem M Sportgroschen und ein kleiner Beitrag für die gor* deruna der Jugendgruppe erhoben war, sprach Rechtsanwalt Dr. Spohr in lebendigen Ausfuhr runqen über Eindrücke einer ausgedehnten Bergfahrt quer durch die Tiroler Alpen, die von Landeck aus bis nach Klagenfurt führte. An Hand von vielen herrlichen Buntfotografien führte der Redner seine Zuhörer in die Welt der Alpen, hinauf auf die Zwei- und Dreitausender, auf Grate und Joche, durch schöne Täler, über Gletscher und üb er Seifen, an steile Wände und an wilde Gebirgsbache und Wasserfälle. In vielen Einzelheiten schilderte der Redner seine Wanderfahrt, die mehrere Wochen dauerte und eine reiche Fülle der Erlebnisse vermittelte. Mit großem Interesse hörte man auch von den schönsten Alpenpflanzen und sah sie nn Bilds in all ihrer urwüchsigen Schönheit vor sich. Zayi« reiche Aufnahmen von der großartigen Tirolek mat geführt werden. Ein großes wirtschaftliches Opfer brachte der Verein mit der Schaffung der schönen Markierungstafel am Bahnhof, durch die jedem Heimatfreund Auskunft über die schönsten Wanderwege gegeben wird. Die Durchführung der Markierung, wie auch die Anschaffung der Markierungstafel ist nur durch die Opferbereit» schäft der Mitglieder möglich gewesen, denn mit dem geringen Monatsbeitrag wären solche Ausgaben raum zu bestreiten. Entsprechend dem Wunsche des Reichswanderfuh- rers, Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Werner, wird der VHC. auch im Jahre 1940 feine Wandertätigkeit fortführen und feine Mitglieder veranlassen, sich durch die Beteiligung an den Wanderfahrten neue Kraft für den Alltag zu verschaffen. Die Wanderungen werden allerdings nicht jetzt schon für das ganze Jahr festgelegt, sondern in Berücksichtigung ber jeweiligen Verkehrsverhältnisse von Vierteljahr zu Vierteljahr beschlossen. _ ... Die Versammlung fand ihren Abschluß nut dem Treuegruß an den Führer und dem Ausdruck der Siegeszuversicht. Die Wanderkameraden blieben bann noch zwei Stunden in kameradschaftlicher Unterhaltung beisammen und sangen gemeinsam manches schone alte Heimattied. Die größere Amsel kommt lieber auf den Balkon als auf die Fensterbank. Sie ist ebensowenig furchtsam wie der Sperling und wiederholt ihren Besuch regelmäßig, wenn sie einmal durch Futterstreuen eingeladen war. Ihr Schnabel hat noch nicht den primelgelben Anstrich der Vorfrühlingswochen, durch den sich das Männchen auszeichnet, sobald die schwärmerischen Tage der Freite gekommen sind und das kleine Vogelherz Sehnsucht und Jubel in die Morgenträume und Feierabende flötet. Aber die Zeit verrinnt rasch, und wenn sich auch später der Vogel, melodisch vom Balkongitter seine Weckrufe schmetternd, nicht mehr des Gebers erinnern sollte, der Geber darf das kleine Lied als Dank und Lohn nehmen, darf sich glücklich schätzen, daß vielleicht er durch seine Barmherzigkeit dem hungernden Vogel bas Leben rettete. Fenster und Balkone sollen in den eisklirrenden Tagen des Hartung nicht leer werden. Die Vögel des Himmels kommen überall hin. Streue nur, und sie sind da, wie von Gott geschickt, dir und deinem Haus zur Freude! Vornotizen. Tageskalender für INonlag. Glofa-Palast, Seltersweg: „Befreite Hände". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: "Der Opernball — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Stadttheater Gießen. Montag 22. Januar: Geschlossene Dorstellung für die NS.-Gemeinschäft „Kraft durch ftreübe Gießen: „Der müde Theodor". Schwank von Neal und Ferner. Spielleitung: Hans Gelhler. Dienstag. 23. Januar: „Kinder auf Zeit", Luft- fviel von Kurt Bortfeldt. Spielleitung: Hans Vatck. Bühnenbild: Karl Löfster. 18. Vorstellung der Diens- nicht mehr, dachte Halmfen. Ich Mkde jeyr ^Er°beMtN°in-n'Kaffee und eine Zeitung ba- ein Weilchen darin und murmelte platzlich^n fchem- barem Selbstgespräch: „Em t ch 9 Weltteil!" Kolumbus! Entdeckt da einen Sanz neuen BZ me Der Vollbart fuhr aus feinem behagucye i aufünd blickte ™ 6°"n'°n mißtrauisch an. „Wie meinten Sie? fragte er. Aha, er beißt schon an! frohlockte der Arzr m 9C^id, ,°se soeben", sagte « taut «in wisser Christoph Kolumbus einen neuen ^Der^Jrre schüttelte verwundert den Kopf. „Aber das ist doch längst.bekannt, böslich. ^Jhnen vielleicht!" wwersprach Holmsen W <5 tag-Miete. ,, _ ,, Mittwoch, 24. Jan.: „Die Fledermaus , Operette von Johann Strauß. Musikakische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Harry GrunSke. Tanze. Thea Maaß. Bühnenbilder: Karl Lofsler. 16. Vorstellung der Mittwoch-Miete. . Freitag, 26. Januar: U r a u f f u l) ru ni g : „Cjon- gm und Tünde", Schauspiel non Mchaly Boros- marty. Spielleitung: Dr Hannes R°MM. Wustk Richard Boeck. Bühnenbild: Karl Löffler. 17. Var fteWung der Freitag-Miete. die Wertscheine bis zum 29. Februar 1940 bei ben Einzelhändlern, die Einzelhändler bis zum 15. Marz 1940 bei den Banken und die Banken bts zum 31. März 1940 beim Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk eingelöft haben. Abgabe her Steuererklärungen. Die Finanzämter erlassen heute eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe der Erklärungen für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Gewinnfest, stellung, Wehrsteuer und Umsatzsteuer 1939, sowie für die Vermögenssteuer und für die Gewerbesteuer 1940. Die Steuererklärungen müssen m der Zeit vom 1. bis 29. Februar 1940 abgegeben werden Es fei besonders hervorgehoben, daß die Frist für die Abgabe der Erklärungen nur tn begründeten Ausnahmefällen auf Antrag verlängert Herunter starker Beteiligung feiner Mitglieder hielt i der Zweigverein Gießen des Vogelsberger Hohen- Clubs am gestrigen Sonntagnachmittag im Hotel Hopfeld feine Jahreshauptversammlung ab Die 1 Versammlung wurde durch den Zwelgvereinssuhrer ; Wanderkamerad Willi Hardtmit herzlichen Wor- ten der Begrüßung eröffnet. Sein Gruß galt besonders auch dem Ehrenvorsitzenden des Gesamt- VHC., Dr. Bruch Häuser, der nunmehr m Gießen wohnt und an der Versammlung teilnahm. Im Verlauf der Versammlung erstattete dann der Kassenwart, Kamerad Förster, den Kassenbericht, der in bester Ordnung befunden wurde. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt Wandermeister Blank gab' anschließend einen Bericht über die im vergangenen Jahre durchgeführten Wanderungen, deren insgesamt 14 unternommen wurden. Die Wanderungen führten die Teilnehmer wieder an die schönsten Punkte unserer engeren und weiteren Heimat und brachten für alle Teilnehmer schöne Erlebnisse. Leider mutzte die ursprünglich vorgesehene Odenwald Wanderung, für die drei Tage vorgesehen waren, ausfallen, Da sie in die Tage des Krieasausbruches gefallen wäre. Zahlreich war die Beteiligung der Gleßener VHCer an der Sternwanderung nach Friedberg. Die Beteiligung an den Wanderungen war erfteu- lich rege und lag etwa im Durchschnitt in der Hohe des Vorjahres. Meist beteiligten sich an den Wanderungen je über 60 Kameraden. In ehrenden Worten wurde der durch den Tod ausgeschiedenen Wanderkameraden gedacht. Jnsge- : samt sind durch Tod und durch Wegzug von Gießen fünf Kameraden ausgeschieden. Dem stehen er\rey- licherweise neun Zugänge gegenüber, so daß sich die Mitglied erzähl etwas erhöht hat. Der 3meigoerein Gießen des VHC. stellt mit fernen weit über 200 Mitgliedern den zweitgrößten Zweigverein des Ge- samt-VHC. dar. Der Zweigverein hat auch im vergangenen Jahr feine Markierungsarbeit un n«r minder t i o r t q e I« tz t und fich damit m den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Wer diesen Markierungen folgt, wird zu den schönsten Punkten unserer Hei- Ja Ihnen ganz sicherlich! Aber nicht feder weiß so fort zwei, Wärter hierher! befahl er, äut" Bescheid wie Sie. Es mutz doch eine außerordentlich gefährliche Fahrt gewesen -'N, nicht war? Die ,Santa Margherita' geriet, so las, ich, vor dem neuen Festland in schweren Sturm „Ja, gewiß!" gab der Bärtige zu „Einfach war das nicht. Kolumbus war schon em tüchtiger Kerl, ^Soso!^ dachte der erfahrene Psychiater, er will sich also noch Nicht zu erkennen geben! Und er beschloß, ^Tl°^hn?wi7e^^Madrid vomKönigspaar > empsanäen wurde!" sagte er. „Es war der Empfang : eines Eroberers! Und ich hatte das G uck, Mit ihm - bekannt zu werden. Er erzählte mir leibst alle seine Dergwelt, Nah- und Fernaufnahmen besonders interessanter Berge vermittelten die großartige Schönheit und riefen in allen den Zuschauern und Zuhörern lebhafte Wünsche wach. Mit schönen Sonnenuntergangsbildern von den Seen in Kärnten schloß der Redner seinen Vortrag, der mit dankbarem Beifall ausgenommen wurde. Im Anschluß daran wurde noch ein Farbfilm gezeigt, der bei den Wanderungen der Sektion in unserer engeren Heimat ausgenommen worden war und nicht weniger Freude auslöste, denn zahlreiche Mitglieder begegneten sich hier im farbigen und lebendigen Filmbild. Mit Worten herzlichen Dankes an Rechtsanwalt Dr. Spohr schloß Direktor Wrede den unterhaltsamen Nachmittag. mit verschiedenen Projekten. Infolge des Hochwassers im Herbst v. I. war ein Teil der Uferböschung am Bachbett der Nidda in der Vogels- bergftraße abgespült worden, wodurch die daran oorbeisührende Straße gefährdet worden ist. Es muß daher das Bachbett der Nidda etwas verlegt und begrabet werden. Dadurch wird ein größeres Straßenbankett gewonnen. Die Außenstelle Schotten des Wasferwirtschastsamts hat einen Voranschlag und das Projekt aus gearbeitet, die angenommen wurden. Mit den Arbeiten wird im Frühjahr begonnen werden. — Mit dem Erwerber zweier älterer Gebäude in der Adolf-Hitler-Straße wird der Umbau dieser Gebäude, der im Zusammenhang mit einer von der Stadt durchzuführenden Straßenerweiterung steht, besprochen. Der Erwerber legt alsbald einen genauen Plan über das neue Umbauprojekt vor. — Das Straßenbauamt Schotten plant die Errichtung eines größeren Geräteschuppens, für den das nötige Gelände pachtweise überlassen wirb. Die Gefliigeiausstelllllig in Gießen-Klein-Lmden. Monatsversammlung der Imker. Die erste Monatsyersammlung der Imker im neuen Jahr, die gestern, Sonntag, nachmittag im „Hopfeld" stattfand, war gut besucht. Ortssachgruppen- leiter Bodenbender dankte den treuen Mitgliedern für ihr Interesse und empfahl als eine der wichtigsten Aufgaben das Wachsschmelzen, damit keine Verluste eintreten. Im Hinblick auf die Witterung erinnerte er an gleiche Witterungserscheinungen 1928/29, bei denen starke Temperaturschwan, hingen auftraten, wobei es sich erwies, daß die warm eingepackten Bienen ohne Schaden über den Winter kamen. Er ging dann auf die Zucker- Versorgung ein und stellte fest, daß Nichtmitglieder sich in diesem Jahre sehr zeitig melden müssen, wenn sie berücksichtigt werden wollen. Weiterhin forderte der Ortsfachgruppenleiter seine Imkerkameraden auf, auch im neuen Jahr trotz aller Schwierigkeiten kein Volk weniger entstehen zu lassen. Mit besonde- rer Freude konnte er Mitteilen, daß in der Ortsfachgruppe Gießen die Parole .wieder Imker ein Volk mehr!" beachtet wurde. Jeder Imker hat mindestens zwei, einige haben mehrere Völker mehr entstehen lassen. Außerdem haben sich die Mitglieder der Gießener Ortssachgruppe auch in der Kamerad- schastshilfe vorbildlich betätigt, so daß die Völker der eingezogenen Mitglieder bestens versorgt und eingewintert wurden. Ganz besonders wies der Ortsfachgruppenleiter noch darauf hin, daß die Bienenzucht auf dem Lande mehr Beachtung finden muß. Der Landwirt wird die Zeit hierfür aufbringen, wenn er erst dahinter kommt, daß die Imkerei eine schöne Bareinnahme abwirft. Nach Erledigung einiger organisatorischer Fragen sprach Ortsfachgruppenleiter Bodenbender noch über die Arbeiten am Bienenstand. * *♦ DienstjubilSum. Fräulein Elisabeth Schmidt konnte am 21. Januar ihr 25jähriges Dienstjubiläum als Angestellte der hiesigen Filiale der Commerz- und Privat-Bank, Aktiengesellschaft, begehen. Aus diesem Anlaß versammelte sich die Gefolgschaft am 20. Januar vor Arbeitsbeginn zu einem Betriebsappell, bei dem Betriebsführer und Betriebsobmann der Verdienste der Jubilarin gedachten und ihr neben ihren Glückwünschen Geschenke der Gefolgschaft und des Betriebes darbr^chten. *■* Fahrplanwechsel b e i der Reichsbahn. In der Nacht zum 21. Januar fand ein Fahrplanwechsel bei der Reichsbahn statt, der weitere sehr erhebliche Einschränkungen im Personenverkehr brachte. Die Zahl der Fernverkehrszüge ist aus ganz wenige eingeschränkt worden. Die notwendigen Züge für den Berufsverkehr werden gefahren werden. Die Fahrplanaushänge auf den Bahnhofen sind zu beachten. Kind beim Spielen mit StreichhSlzern ums Leben gekommen. LPD. Friedberg, 20. Ian. Das Kind eines hiesigen Einwohners spielte, während die Mutter sich in der Küche befand, im Dettchen. Es machte sich an der Nachttischschublade zu schaffen und kam in den Besitz einer Stearinkerze und Streichhölzern. Beim A-nstecken der Hölzer fingen die Kleider und das Bett Feuer, so daß das Kind mit schweren Verbrennungswunden ins Krankenhaus überführt werden mußte. An den Folgen feiner Brandwunden ist es am andern Tage gestorben. Gemeinderat in Schotten. △ Schotten, 20. Jan. In seiner gestrigen Sitzung beschäftigte sich der Gemeind erat u. a.1 von Ge- , ~ , ch zu immer höheren Eierleistungen der Tiere zu gelangen. Mit dem Gruß an den Führer schloß er seine sehr lehrreichen und überzeugenden Ausführungen. Gin Rundgang durch die Ausstellung überzeugte von der Güte der ausgestellten Tiere. Alfred Jung (Großen-Linden), sg 1, Z. — Örlosf, rotbunt: Hrch. Becker (Allendorf a. d. Lahn), sg 3. — Leghorn: Herm. Rau (Gießen-Klein-Linden), sg. — Goldfasanen: Ludwig Heß (Watzenborn-Steinberg), sg 1, Z. Wassergeflügel. Stämme. Rhodelänüer: Friedrich Bauer (Gießen), sg, E; I K. Stoll (Lana-Göns), fa 2. — Wyandotten, silber: rigteilen Herr zu werden. Kreis fachgruppenvorsitzender Ludwig Heß (Watzenborn-Steinberg), sprach dem Verein von Klein-Linden den Dank für die geleisteten Arbeiten aus. Er sprach noch von der Bedeutung der Ausstellung für die Züchter, die durch die Preisrichter ihre Richtlinten für das kommende Zuchtjahr vorgeschrieben erhielten. Er behandelte ferner die großen Vorteile einer planmäßigen Rasse- geflügelzucht gegenüber der Zucht wertloser Kreuzungstiere, die sich infolge der geringen Eierleistung kaum rentierten. Der Kreisvorsitzende ermahnte noch die anwesenden Besucher, xirr Rassezucht flügel überzugehen, und dadurch zu irnrne mit seiner lokalen Ausstellung eine allgemeine Schau zu verbinden. An der nun zu Ende gegangenen Ausstellung beteiligten sich die meisten der Kreisvereine, einige Nachbarvereine sogar in sehr starkem Maße. Am vergangenen Freitag konnten die drei Preisrichter Ludwig M o g k (Echzell, Wetterau), Ernst Bender (Griedel) und Hermann H o f m e i st e r (Büdingen), chres Amtes walten. Nach Ansicht der Preisrichter waren die gezeigten Tiere im allgemeinen von sehr guter Art, sodaß die gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Preise oft recht schwer fiel. Nachdem die Ergebnisse der Preisrichter in die Kataloge ausgenommen worden waren, konnte am Samtstagnachmittag die (Eröffnung der Ausstellung. vorgenommen werden. Der Ausstellungsleiter, Der- einsfiihrer August Lenz, begrüßte zunächst die Besucher und Gäste, erklärte die Schau für eröffnet und sprach über die Schwierigkeiten bei den Vorbereitungen zur Ausstellung und über die Berett- willigkeit des Klein-Lindener Vereins, diesen Schmie- Eajuga-Enten, schwarz: Otto Heß (Lang-Göns), sg, E, sg 1, Z, sg 1, sg 2, sg, g. Hühner. Wyandotten, silber: Alfred Jung (Großen-Linden), sg, E, 2 mal sg 1, Z, sg 1, 2 mal sg 2, 3 mal sg 3, 2 mal sg, 2 mal g. — Plymouth Rocks, gestreift: Otto Weiß (Gießen): sgl, Z, sgl, g. — Minorka, schwarz: Otto May (Lang-Göns), sg, E, 3mal sgl, sg. — Sussex, bunt: derselbe, sg, E, 2 mal sg 1, sg 2. — Rhodeländer: Friedr. Bauer (Gießen), 3 mal sg, E, sg 1, 3 mal sg 2, sg 3, sg: Karl Stoll (Lang-Göns), sgl, 3, sg 1, sg 1, sg3, sg, fl. — Orloff, rotbunt: Albert Junker (Großen-Linden), sg, E, sgl, Z, sgl, sg, 2 mal g; Hrch. Becker (Allendorf a. d. Lahn), sg 1, 3 mal sg 2, sg3, sg. — Leghorn: Herrn. Rau (G- Klein-Linden), sg, E, sg 2, sg. — Italiener, schwarz: Otto Müller (Lang-Göns), sg, E, sg 1, Z, 2 mal sg. — Italiener, silberfarbig: Reinhold Weigel (G.- Klein-Linden), 2 mal sgl, Z, sg2, sg: Wilh. Schlosser (G.-Klein-Linden), fg 3, sg, 2 mal g: Phil. Vir- kenstock (Gießen): sg RFC, g. — Italiener, rebhuhnfarbig (gold): Wilh. Dechert (Lang-Göns), sgl, Z, sg 1, 2 mal fg 2; Otto Weiß (Gießen), 2 mal g, b; Em. Knab (Großen-Linden), g, b; Fr. Weller (G.- Klein-Linden), fg, E, fg 1, Z, fg 2, fg 3, g. — Italiener, rebhuhnfarbig (braun): Fr. Klingelhöfer (G.- Klein-Linden), sgl, Z, fg 1, fg2, g; Fr. Allendörfer (G.-Klein-Linden), fg 1, g. — Italiener, schwarz- weiß-gescheckt: Ernst Jünger (G.-Klein-Linden), fg 1, 3'., 2 mal g, b. — Italiener, gestreift: Wilh. Steinmüller (G.-Klein-Linden), fg 1, g. — Rheinländer, schwarz: Wilh. Hantel (Lang-Göns), sgl, LFE, 2 mal fg 1, g; Heinr. Konr. Zeiß (Holzheim), fg 2, sg 3, g, b: Heinr. Jaeger (Holzheim), fg, E, fg 1, g; Friedr. Allendörfer (G.-Kl sin-Linden), fg 2, fg 3, 2 mal g. — Westfälische Totleger: Wilh. Jung (Großen-Linden), sg, Z, sg 1, 2 mal g. — Reichshühner, schwarz-weiß: Karl Schäfer (Lang-Göns), jg 1, fg 2, 2 mal g: Geflügelzüchterverein Großen-Linden, fg, E, fg 1. — Altfteterer, wildfarbig: Georg Lutz (G.- Klein-Linden), fg, E, fg 2, g. Zwerghühner. Wyandotten, weiß: Otto Heß (Lang-Göns) fg 1 3, fg 1. — Wyandotten, schwarz: Georg Lutz (Gießen-Kl.-Linden) fg 1 3, fg 2, fg 3, sg, g. — Wyandotten, gestreift: Heinrich Geiß (Lollar) sg 1 3. sg 1, fg 2, g: Wilhelm Rau (Gießen-Wiefeck) sg E, fg 3, fg g; Otto Lippert (Gießen-Kl.-Linden) 2mal g. — Wyandotten, -dunkel: HÄnrich Größer (Gr.- Linden) fg 1 5, fg 1, 2mal g. — Rhodeländer: Ludwig Sommer (Gießen) fg E, 2mal sg 1, fg 2, fg 3, a. — Barnefelder: Karl Schöne (Lang-Gons) f'fl 1 3, sg 2, 2mcrl g. — Deutfche Zwerge, silber: Wilhelm Schmidt (Gießen-Wiefeck) fg E, 2mal fg 1, 2mal g. — Deutsche Zwerge, gold: Heinrich Jung I (Holzheim) fg 1 Z, fg 1, 2mal g. — Deutsche Zwerge, schwarz: Ludwig Dem (Watzenborn-Steinberg) fg 1 Z, g. — Neuenglische Zwergkämpfer, birkenfarbig: Karl Philipp (Watzenborn-Steinberg) fg E, fg 1 Z, 2mal fg 1, 2mal sg 2, fg 3, 2mal fg. Tauben. Hessische Kröpfer, rot: Heinrich Jäger (Ober- Hörgern) sg 1 Z, fg 1, g. — Hessische Kröpfer, gelb: Wilhelm Biedenkopf (Münster) 2mal sg 1, fg, Der Besuch der Ausstellung an beiden Tagen kann als gut angefprochen werden. Namentlich aus den umliegenden Orten und aus der Stadt Gießen war der Besuch zufriedenstellend. Mit der Ausstellung war auch noch ein Preisschiesten verbunden. Die £ef>r« und Derbeschau, die mit der Ausstellung verbunden war, sollte die Besucher mit den Arbeiten und Zielen der Geflügelzüchter bekannt machen. Die Kreisfachgruppe des Kreises Gießen hatte wirkungsvolles Bildmaterial zur Verfügung gestellt, um auf die Vorteile einer planmäßigen Geflügelhaltung aufmerksam zu machen. Wenn die Ratschläge befolgt werden, wäre dies der schönste Erfolg für die Geflügelhalter selber, die von der Haltung guter ßeiftungsHere selbst den größten Nutzen haben. Dre Ergebnisse (Es bedeuten: RFE = Reichsfachgruppenehrenpreis, LFE = Landesfachgruppenehrenpreis, E = Ehren- preis, Z - Zuschlagspreis, sgl, fg 2, fg 3 - 1., 2. und 3. Klaffenpreis, fg - sehr gut, g = gut, b = befriedigend.) Am Samstag und Sonntag fand im Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" zu Mein-Linden _________ ____ die Allgemeine Geflügelausstellung für Gießen und | K."Stoll ^(Lang-Göns),''ja 27— ^Wyandotten, '{Uber Umgegend statt. Da in diesem Jahr eine Kreis- 1 ~ • * - - ~ **--*-« schau nicht möglich war und auch schon im vorigen Jahr wegen der damals herrschenden Maul- und Klauenseuche eine größere Geflügelschau nicht abgehalten werden konnte, so wurde der Geflügelverein Klein-Linden 1931 von den Kreisvereinen gebeten, 3mal gut. — Hessische Kröpfer, schwarz: Wilhelm Schlosser (Gießen-Kl.-Linden) sg 1, g; K. Zimmermann (Lollar) a, b. — Hessische Kröpfer, gehäm- mert: Wilhelm Becker (Lollar) fg 1 Z, g. — Englische Zwergkröpfer: Gerhard Weller (Gießen-Kl.- Linden) fg 1, g, Otto Lippert (Gießen-Kl.-Linden) fg 1. — Brünner Kröpfer, weiß: E. Knab (Großen- Linden) fg 1, g. — Straßer, rot: Heinz Müller (Lang-Göns) fg 1, 2mal g; Karl Zimmermann (Lollar) sa 1 Z, sg. — Straßer, blau: August Bie- rau (Gießen-Kl.-Linden) fg 1, fg; Karl Philipp (Watzenborn-Steinberg) fg RFE, fg 1 Z, 2mal sg 1, fg 2, 2mal fg; Ernst Burger (Watzenborn- Steinberg) 2mal fg 1; Wilhelm Becker (Lollar) sg 1 Z, fg 2; derselbe auf Straßer, blau mit Binden fg E, sg 1. — Koburger Lerchen, gehämmert: Gerhard Weller (Gießen-Kl.-Linden): sg 1, g. — Nürnberger Lerchen: Heinrich Geiß (Lollar) fg LFE, fg E, 2mal fg 1, g. — Steinheimer Bag- detten: Wilhelm Becker (Lollar) sg 1 Z, fg 1, g. — Starenblassen, schwarz: Fr. Klingelhöfer (Gießen- Kl.-Linden) 2mal g. — Thüringer Flügeltauben, blau: Reinh. Weigel (Gießen-Kl.-Linden) sa 1 Z, 2mal fg 1, fg 2, 3mal g; K. Zimmermann (Lollar) fg 1 E, sg 1 Z. — Schildtauben, blau: Heinrich Größer (Großen-Linden) fg 1; derselbe auf Schild- Gedenket der hungernden Vögel! tauben, schwarz, 2mal sa 1. — Deutsche Schau- tauben, gelb: August Lenz (Gießen-Kl.-Linden) sg 2, 3mal g; August Geiß (Lollar) sg 1 Z, fg 1, g. — Deutsche Schautauben, rot mit Hellen Schwingen: August Geiß (Lollar) sg E, fg 1; Emil Knab (Großen-Linden) 2mal b; Wilhelm Sommerlad (Großen-Linden) fg E, fg 1, 3mal g. — Deutsche Schautauben, dunkel: August Geiß (Lollar) fg RFE, fg 1 Z, fg 1, fg 2. — Lahoretauben, rot: K. Zimmermann (Lollar) g; derselbe auf Lahoretauben, gelb: fg 1 Z, fg 1. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Tendenz fester. Frankfurt a. M., 20. Jan. Die Börse beschloß die Woche in fester Haltung. Indessen wies bas Geschäft kaum eine Belebung auf. Den weiteren An* lagekäufen der Kundschaft stand wiederum nur wenig Angebot gegenüber, so daß sich am Aktienmarkt auf fast allen Gebieten erneut durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ergaben. Bevorzugt schienen Montan- und Maschinenwerte, 'bie zeitweise auch etwas lebhafter umgesetzt wurden. Dabei notierten u. a. Verein. Stahl 106 (105,50), Mannesmann 114,75 (114,50), Ilse Genuß 160,50 bis 161 (160), Rheinmetall 127 (126,40), Daimler 125,50 (124,50), Adlerwerke 101 (100,50), Junghans 99,50 (98,25). In der chemischen Gruppe besserten sich JG.-Farben um 0,25 v. H. auf 169,75, Metallgesellschaft um 0,50 v. H. auf 129. Elektroaktien lagen vorwiegend bis 1 v. H. über gestern, Siemens 217 (216), AEG. 125,50 (125). Zellstoff - nktien hatten Schwankungen bis 0,50 v. H. Von sonstigen Papieren stellten sich u. a. Heidelberger 3ement auf 151,25 (152), Allg. Lokal & Kraft auf 150,50 (149,50), Deutsche Erdöl auf 146 (144.50), Westdeutsche Kaufhof auf unv. 83,25 und Reichsbank auf unv. 102,40. Auch später hielt die feste Haltung an, das Geschäft blieb aber in engen Grenzen, ebenso waren weitere Kursverbesserungen nur vereinzelt. Die Börse schloß am Aktienmarkt mit festen Kursen. Am Rentenmarkt setzte sich die Anlagetätig- kett in verstärktem Umfange fort, doch konnte die Nachfrage, besonders in Pfandbriefen, mangels Materials nur knapp befriedigt werden. Größere Umsätze vollzogen sich in auslösbaren Reichsschatz- anroeifungern, auch Industrie-Obligationen bei allerdings nicht ganz einheitlicher Tendenz etwas reger. Die übrigen Rentengebiete lagen sttll, aber fest. Reichsaltbesitz unv. 141, dagegen Reichsbahn-VA. 126,40 (126,13) und im Freiverkehr Kommunal- Umschuldung bei beachtlichen Umsätzen 95,50 (95,40). WmWMnnMMM Roman uon Jrtöa Hcttelbctf CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W M 28 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Gottlob, sie ist wie früher, sie lacht sogar und sie ist doch die alte Klarissa. Rudolf und Frank toben mit den Kostern ins Haus, Irene Waitz fommt und begrüßt Anne. Sie ist blaß und die Augen sind müde und dunkel umschattet. „Nun", fragt sie mit schmalem Mund, „war es schön?" „Ja, danke, es war sehr schön." Sie sind im gleichen Alter, sie könnten wohl Freundinnen sein, denn es gibt außer chnen keine so jungen Menschen hier, aber sie sind nicht befreundet, und sie haben sich außer diesen glMchgül- tigen Worten nichts zu sagen. — Nun ist Anne also wieder da, wie gut, daß sie da ist! Für Klarissa ist sie der Brunnen, aus dem sie Kraft und Lebensmut schöpft, und es scheint jetzt wirklich mit ihr bergauf zu gehen. Nur Anne selbst ist vrelleicht ein bißchen stiller als sonst, und wenn sie daran dentt, daß sie eines Tages Klarissa und den Birkenhos verlassen muß, dann stt der Schmerz in ihr so stark wie ein Krampf, der den Atem raubt. Jede Stunde denkt sie an Christian und jede Stunde möchte sie mit Klarissa über das sprechen. Doch plötzlich ist sie voll Angst. Wie, wenn die Tante nein sagen würde? Oder wie, wenn diese Aussprache der Kranken schaden würde? Ach, Anne ist in einem solchen Widerstreit der Gefühle verstrickt, daß sie Nicht ein noch aus weiß. Arme kleine Anne, sie ist einsam und hilflos wie noch nie und weint sich des Abends in den Schlaf. Am Samstag stt das Verwaltungsgebäude mit Blumen und Tannengrün geschmückt. Heber der Haustür baumelt ein Schild „Herzlich Willkommen!" Als Franz Pegel heute vormittag aus dem Krankenhaus kam, hat er es wohl gesehen, und er hat darüber gelächelt, aber weiter gesagt hat er nichts. Er geht ein bißchen gebückt, die Schwäche im Rücken wird er wohl erst nach Jahren überwinden. Aber er kann ftoh sein, daß es so weit ist. Luise geht umher, wie eine Kerze anzusehen, die still und stetig brennt, sie hat viel von der Sauberkeit einer Kerze an sich. In ihren Bewegungen, in ihrer Sorge um den Mann und Klarissa, ist sie stetig und ohne großes Aufflammen, ja, so ist Luise. Ob Franz das merkt, weiß man nicht, aber er ist ernster geworden. Die eigene Krankheit und die dex wütter- liehen Freundin hat ihm wohl zu denken gegeben. Er stt auch nicht mehr so derbittert, wie er im Krankenhaus war, und alles, was chm früher selbstverständlich und langweilig schien, wird jetzt von ihm roangenommen, und er freut sich darüber. Es ist gut, daß er wieder zu Hause ist. Und Klarissa rüstet sich also zur Badereise. Ein paar Wochen im Bad, denn Schwarm verspricht sich sehr mel von der Kur. Am liebsten hätte Klarissa Anne mitgenommen, aber die wird die Arbeit der Tante auf dem Hof übernehmen. Ein guter Vorsatz, gegen den es keine Einwände gibt. Außerdem muß jemand im Hause sein, vor dem die beiden Jungen, die unberechenbaren, kleinen Männer, Re- svekt haben. Vor Irene haben sie ihn nicht, auch Luise Pezels Worte sind in den Wind gesprochen, doch Anne ist für sie eine zweite Klarissa, was sie sagt, das gilt. Also muß Anne auf dem Birkenhof bleiben. Nun stt nur noch eine, die mitfahren kann, nämlich Marie. Marie fährt gern. Sie stt mit Hannes Perl versprochen, doch Hannes stt in allem, was er denkt und überlegt, langsam. Er hat noch nichts von Verlobung und gar nichts von Heirat gesagt. Was soll man davon denken? Marte stt sechsunddreißig Jahre alt und will bald heiraten. Nun wird sie erst mal verreisen. Da wird er den Unterschied selbst sehen, ja, er wird sehen, wie anders es ift, wenn Marie für ihn sorgt, als wenn es die Lütfmagd Greten tut. Hannes stt ein solider Mann, es gibt nichts gegen Hannes zu sagen, aber langsam ist er, schnell bei der Arbeit und langsam im Denken. Marie denkt schneller als Hannes, unb sie meint wohl, daß es richtig ist, wenn er ein paar Wochen ihre Fürsorge vermißt. Männer müssen erzogen werden. Marie wird sich den Hannes schon erziehen, keine Angst. Sie hat sich ein paar neue Kleider alle mit feinen Festons. Hannes weiß, Marie gehört nicht zu den Frauen, machen lassen, und sie packt chre beste Wäsche ein, die viel für sich behalten. Sie glaubt wohl, daß er eifersüchtig wird, daß er auf die Wäsche schielt und fragt, für wen sie das alles einpackt? Aber da kennt sie Hannes nun wieder schlecht, er wird nicht im geringsten estersüchtig, er saugt an feiner Pfeife und jagt: ,Zscha auch ganz richtig, Marie, wenn der Mensch mal was von der Welt zu sehen kriegt. Halt dich man fein munter, mein Deem." Das stt alles, mehr sagt er nicht, man kann ihn nicht reizen.-- Als Änne am Sonntag erwacht, denkt sie: Morgen fährt Klarissa also ab, und von morgen an muß ich zeigen, was ich kann. Es wird so schwer nicht sein. Immerhin wäre es mir tausendmal Reber, wsrm eto andern die Arbeit für. mich machte. Sie seufzt und springt aus dem Bett, und wie fooft in dieser Zeit denkt sie darüber nach, ob sie mit Klarissa nicht noch in letzter Stunde über alles sprechen soll. Gestern hat die Tante sie nach Willem Schönemann gefragt, auf den Knvf zu hat fte Ann« gefragt, ob er ihr wohl gefällt. Doch für den guten Willem hatte Anne nichts weiter als ein Lächeln, und bann sagte sie Klarissa, daß er sich mit der Malerin Margit Wenzien verheiraten wird. Als Anne jetzt vor dem Spiegel steht und ihr Haar kämmt, scheint es ihr saft so, als hätte sie im Anschluß an dieses Gespräch von Chrstttan anfangen müssen. Sie hat es nicht getan; stt sie denn so feige? Wenn sie ehr- lich ist — ja, denn Klarissa scheint ihr für dieses Geständnis auch wirklich noch nicht kräftig zu fein. Wenn nur Christian nicht immer so drängende Briefe schickte. „Du gehörst mir und nicht dem Vir- kenhof und nicht Klarissa. Wann komnstt du, die Tage sind mir unerträglich ohne dich." Wohin soll das führen? Anne steckt Nadeln in den Haarknoten und sie sieht im Spiegel, daß ihr Gesicht schmaler geworden stt. Kein Wunder, das Essen schmeckt ihr nicht, sie schläft schlecht und grübelt Mviel, sie hat auch Sehnsucht, rasende Sehnsucht yät sie nach Christian. Draußen vor ihrem Fenster huschen die ersten Sonn-enftrahlen über den Hof. Anne denkt, daß sie retten wird. Also die Hosen her! Die braunen Reit- breeches sind verlängert, sie sitzen gut. Anne sieht wie ein schmaler Junge aus, lang und herb, in hohen Stiefeln und leichtem, weißem Leinenhemd. Sie denkt, daß Rudolf Ziegler ihr ähnlich ift, im Gesicht und in der Haltung. Aber er ist noch viel kleiner, ein zehnjähriger Knabe, und Anne ist erwachsen. Sie verläßt das Haus und geht über den Hof. Es ist sehr früh, die Menschen schlafen noch. Sonntag heute, Feiertag, und die Sonne ist gerade erst aufgegangen. Neben dem Pserdeftall stt der Schuppen, in dem Geschirre und Sättel untergebracht sind' Anne hat den Schlüssel in der Hosentasche. Sie schließt aus, sucht chren Sattel hervor und legt ihn über die Schulter. Sie will gerade den Schuppen verlassen, als sie draußen Stimmen hört. Das muß Irene Waitz fein, und Irene sagt: „Deinetwegen habe ich meinem Verlobten den Ring zurückgegeben, deinetwegen habe ich alles abgebrochen. Du haft versprochen, mich zu heiraten, Paul." „Das heißt, du hast es dir eingebildet, ich habe nichts versprochen." „Paul, stt das dein Emst? Es kann dein Ernst nicht fein! Du weißt doch, daß ich dich mehr als mich selbst lieb«. W«m du so zu mir bist wte irr den letzten Tagen, stt mein Leben vollständig zerrissen. Ich bin nicht mehr ich selbst, ich halle es so nicht aus. Ich — ich kann doch nicht ohne dich leben!" Fimmel, Herrgott, gewöhn' dir ab, so zu schreien! Glaubst du, ich will deinetwegen zum Gespött der Menschen werden und vielleicht meine Stellung aufs Spiel setzen? Du hast dich mir an den Hals geworfen, liebes Kind, wir sind fertig miteinander. Warum treibst du es so weit, daß ich dir das alles sagen muß?" „Also der anderen wegen geschieht das, ich weiß es wohl, glaube nicht, daß ich so dumm bin. Aber das sage ich dir, du wirst sie nicht kriegen, Paul, solange ich lebe, nicht." Schritte entfernen sich, Stimmen entfernen sich, doch Anne steht noch lange in der halbdunklen Ge- schirrkammer. Irene ist aus sie eifersüchtig, welch ein Unsinn! Paul Würz ift ihr gleichgültiger als ein Stein auf der Straße, und Anne denkt, daß eine Liebe nur bann schön und groß und tief sein kann, wenn sie von Grund auf sauber ist. Sehr nachdenk- lich geht sie endlich zur Koppel rüber. Koni steht schon am großen Tor, sie hat auf di« Herrin gewartet. Sie ist voll Freude, wiehert, tänzelt und scharrt übermütig mit den Husen Ruhig, Konifere, ruhig, erst mußt du dir den Sattel ge- fallen lassen. Heute darf Koni laufen, wohin sie will, es ist Anne einerlei, sie hat fein Ziel. Die Sonne scheint, der Wind holt ihr die Strähnen aus dem Haar, em herrlicher Ritt, wenn doch jetzt Christian neben ihr wäre! „ Konifere setzt über Gräben und Hecken, hoppla! Und Anne fangt an zu fingen „horridoh", wie die Windsbraut singt Anne. Sind sie nicht schon auf nachbarlichem Gebiet? Aber natürlich, sie sind nahe bei Schäfers Hengstkoppeln. Die Pferde haben wette Auslaufe, schöne Wiesen, schöne Pferde, be- neldenswert schöne Pferde. Sie haben die Nähe der Stute erfühll, sie kommen wie eine dunkle Wolke oahergeflogen, der Boden zittert unter dem Aufschlag der Hufe. Hei— das wird ein Ritt! Neben dem breiten (Sraben zwischen den Koppeln und dem Weg fliegt Koni dahin, drüben die Hengste. Doch einer nach dem andern bleibt zurück, keiner kommt mit steh Dorf) einer die Konifere an, hat sie Flügel? Geduckt liegt Anne auf dem Hals ihres Tieres. „Los, Koni, lauf. Geliebte, wir siegen!" Aber nein, einer ift mit Konifere auf gleicher Höhe, einer hält durch. Oder ist er sogar schneller? (Fortsetzung folgt)