Montag, 2l. Moder MV (90. Jahrgang llr.2^9 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Udr desBormlttags Liueiaen-Preile: Anzeigenteil 7 Rvf. le mm bei 22 mm 8eilenbreite# Tertteil 50 Rvi. le mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel 1 Abschlüsse Mengenstanel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/o mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und f>eienagS Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat rmBild DieScholle Mouats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Fernivreckanschlufr 2251 Drahtanschrift:„Anzelger" Postscheck 116»« ^rankf. M. Giehener Anzeiger General-Anzeiger sm Gberhessen Ln zwei Tagen 327000 BRT versenkt. Oie deutsche Handelsflotte zwischen zwei Kriegen. Hervorragende Erfolge der deutschen Ll-Bootwaffe im Handelskrieg gegen England. Berlin, 20. Oft (DJtB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Unterseeboote haben in der Nacht vom 19. zum 20.Oktober wieder einen britischen G e t e i t z u g mit größtem (Erfolg angegriffen. Nach bisher vorliegenden Meldungen find aus diesem Geleitzug in einer einzigen Nacht 17 feindliche Handelsschiffe mit insgesamt HO 000 BRT. versenkt worden. Mn dieser Verjenkungsziffer ist das Unterseeboot des Kapitänleulnants Prien mit acht Schiffen von zusammen 50 500 BRT. beteiligt kapitäuleutnaut Prien hat damit als erster der Unterseebootskommanüanten die 200 000- Tonneu-Grenze überschritten. Mil einer Ge- samtversenkungszisfer von 202 000 BRT. feindlichen Haudelsschisssraumes steht er weitaus an der Spitze alter Unterseebootskommandanten. Das Unterseeboot des Oberleutnants zur See Endratz hat durch feinen Anteil an den Erfolgen der letzten Nacht das bisherige Berfenkungsergebnis feiner laufenden Unternehmungen auf 44 000 BRT. gesteigert Andere Unterfeeboote melden die Versenkung von insgesamt 43 000 BRT. aus weiteren Geleitzügen. Innerhalb von zwei Tagen find damit durch die Vernichtung von zwei großen Geleitzügen uttd durch einige Einzeterfolge 327 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes von unseren Unterseebooten versenkt worden. Die £ufIroaffe setzte am gestrigen Tage trotz ungünstiger Wetterlage die Angriffe auf die britische Hauptstadt und andere kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südengland fort 3n der Nacht griffen stärkere Verbände in rollendem Angriff London an und warfen grohe Mengen Bomben, teilweife schwersten Kalibers. Neben vielen anderen Einschlägen konnten insbesondere nördlich der West-Jndia- Docks, im Gaswerk von Greenwich, bei den hand- ley-page-Zlngzeugwerken, bei einem großen Wasserwerk und in mehreren Bahnhöfen zahlreiche neue Brände, weithin sichtbare Explosionen und bis zu 1000 Meter hohe Stichflammen beobachtet werden. Schwere Kampffliegerbände griffen die Hafenanlagen von Liverpool. Jndustriewerke von E o v e n t r y und fonstige Rüstungszentren in Süd- und Mittetengland an und belegten sie wirkungsvoll mit Bomben. Der Feind unternahm keine Angriffe auf deutsches Gebiet Der 19. und der 20. Oktober find für die Versorgung des blockierten England ganz besonders um heilooll gewesen. An diesen beiden Tagen allein wurden insgesamt 48 Schiffe auf der Fahrt nach England versenkt, davon 43 aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Das deutsche Volk be- aluckwünscht die tapferen U-Boote zu diesem unter schwierigen Umständen erzielten besonders großen Wasserwerk zu zerstören. Bei Angriffen auf andere Orte Süd- und Mittelenglands erhielt ein Rüstungswerk mehrere schwere Treffer. 3n Truppenlagern wurden Baracken und Zelte zerstört 3n einem Lager trafen Bomben angetretene Mannschaften. Auch in der Nacht griffen schwere Kampfverbünde London mit zahlreichen Bomben aller Kaliber an und zerstörten Dock - und 3ndustrieanlagen nördlich und südlich der Themse. Weitere Angriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen in Liverpool und Rüstungswerke in Birmingham, die zahlreiche Brände zur Folge hatten. Deutsche Seestreitkräfte setzten das Verminen der britischen Küstengewäsfer fort Feindliche Schnellboote, die sich deutschen Versorgungsschissen zu nähern suchten, wurden vertrieben und zogen sich unter Nebelverwendung zurück. Die deutsche Marineartillerie und Fernkampfartillerie des Heeres bekämpften feindlicheküstenbalterienmit Erfolg und beschossen die Hafenanlagen von Dover. Bei nächtliche^ Einflügen nach Nord- und Westdeutschland warfen einige britische Flugzeuge an verschiedenen Stellen Bomben, ohne militärischen Sachschaden anzurichten. Dagegen wurden wieder mehrere Wohnhäuser getroffen. Zwei eigene Flug- zeu ünb nicht zurückgekehrt. Das Eichenlaub für Kapitänleulnant Prien. M4. deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, gez. Adolf Hitler. ♦ Günther Prien wurde 1908 in Osterfeld in Thüringen geboren. Seine Eltern stammen beide aus Norddeutschland. Mit ihnen kam er als zehnjähriger Knabe nach Leipzig, wo er das Gymna- jium bis zur Primareife besuchte, um dann mit 16*/- Jahren zur Handelsmarine zu gehen. Er hat dort von der Pike auf gedient und zweimal den Erdball umschifft, bevor er 1931 das Examen für den Handelsschiffskapitän ablegen konnte. -Als er infolge der Tonnagebeschränkung, die durch den Notstand der deutschen Wirtschaft bedingt wurde, aus der Handelsmarine ausscheiden mußte, erlernte er das Fliegen, wandte sich bann aber als Nationalsozialist dem Freiwilligen Arbeitsdienst zu und war schließlich Arbeitsdienstführer und Lagerführer im Doglland, bis er 1933 als Matrose bei der Kriegsmarine eintrat. 1934 wurde er Fähnrich, 1936 Leutnant und 1938 Oberleutnant zur See. Während des spanischen Befreiungskrieges nahm er am Überwachungsdienst und an den gelegentlichen Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Marine in den spanischen Gewässern teil. Als Kapitänleutnant wurde er Unterseebootskommandant und ging am 1. September 1939 auf Handelskriegsfahrt. Für erfolgreiche Versenkung feind« lichen handelsschistsvaumes wurde er noch im September 1939 mit dem E. K. II. Klasse ausgezeichnet. Am 14. Oktober 1939 gelang es ihm, mit seinem U-Boot alle Seesperren und Minenfelder vor der Bucht von Scapa Flow zu umgehen und mit einem Torpedo das britische Schlachtschiff „Royal O a k" zu versenken und mit einem zweiten Tor- I pedo den britischen Schlachtkreuzer „R e p u l s e" zu treffen, wofür er das Ritterkreuz erhielt. Seitdem hat Prien im Handelskrieg auf zahlreichen Fahrten an der Spitze feiner tapferen Mannschaft stolze Leistungen vollbracht. Berlin, 20. Oft (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat kapi- tänleutnant Prien das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit folgendem Telegramm verliehen: 3n dankbarer Würdigung 3hres heldenhaften Einsatzes im Kampfe für die Zukunft unteres Volkes verleihe ich 3hnen anläßlich der Versenkung von 2 0 0 0 0 0 Tonnen feindlichen Schiffraumes als fünftem Offizier der (Scherl-Bilderdienst-M.) Der größte Teil des deutschen Volkes hat heute die Bedeutung der See für das Großdeutsche Reich und seine notwendigen Interessen verstanden. Trotzdem gibt es immer noch Volksgenossen, die die überragende Wichtigkeit der Seegeltung und die mit ihr in Zusammenhang stehenden Fragen nicht voll begriffen haben. So gilt z. B. heute noch die Seeschiffahrt oft nur als eine Angelegenheit der Hafenstädte, obwohl der nutzbringende Einfluß der Reedereien bis tief in die entferntesten Winkel des Vaterlandes hineindringt. Besonders haben aber auch die langen schweren Jahre des Weltkrieges und deren Folgeerscheinungen uns allen vor Augen geführt, daß die Seefchiftahrt mit das größte Lebensinteresse des deutschen Volkes bedeutet. Die Schiffahrt schafft im Personen- und Güteraustausch den Ausgleich zwischen den Völkern der Erde, der für die Wiederherstellung geordneter Zustände im Welthandel und Weltverkehr unbedingt benötigt wird, handel und Schiffahrt sind wichtige Träger der Lebenskraft der Völker; die Seeschiffahrt ist die erste Dienerin der Weltwirtschaft. Mtt organisatorischem Geschick hatten es die deutschen Reeder verstanden, sich bis zum Ausbruch des Weltkrieges ohne Subventionen in das Gefüae der Wettwirtschaft einzugliedern. Deutsche Schnell- und Frachtdampfer hatten sich die Gunst des internationalen Reisepublikums und das Vertrauen deutscher und fremder Verlader in höchstem Maße erworben. Sicherheit, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Liniendienstes sowie der Bau immer schnellerer und leistungsfähigerer Schiffe verhalfen der deutschen Handelsflotte zu der Machtstellung, die sie bis Kriegsausbruch 1914 in allen Ländern der Welt genoß. Die Namen unserer Schnelldampfer vor dem Weltkriege wie .Kaiser Wilhelm der Große", „Kronprinzessin Cecilie", „Imperator", „Vaterland" und „Bismarck" sind auch heute noch bekannt. England konnte mit dieser schnellen deutschen Entwicklung nur schwer Schritt halten. Erst ein Vertrag, den die Cunard-Linie mit der englischen Regierung abschloß, gab ersterer die Mittel in die Hand, die beiden großen Schnelldampfer „Maure- tania" und „Lusitania" zu bauen. Aber auch mit diesen Schiffen konnte sie Deutschlands Vormachtstellung auf dem Nordatlantik nicht brechen. Da brach der Weltkrieg aus. Sein Friedens« schluß warf Deutschland von der stolzen höhe in politische Ohnmacht und wirtschaftliche Armut. Einer Scr schwersten Schläge war die Vernichtung der deutschen Handelsflotte. 1914 besaß Deutschland eine Tonnage von 5,2 Millionen BRT. Davon verblieben Ende 1919 . nur rund 700 0Q0 BRT. in deut- hand, darunter kein einziger größerer Dampfer. Dieser Rest war bei der geringen Größe der einzelnen Fahrzeuge ohne jede Bedeutung für die Ueberseeschiffahrt. Was an Niederlassungen, Landungsanlagen und dergl. in den kriegführenden Ländern vorhanden war, wurde restlos eingezogen. Weiter wurden die deutschen Werften gezwungen, fünf Jahre hindurch insgesamt eine Million BRT. Schiffsraum für die Alliierten zu bauen. Dadurch sollte gleichzeitig verhindert werden, daß Deutschland sich dem Ausbau seiner eigenen Handelsflotte Erfolge. . Man muß sich einmal klarmachen, was die in diesen beiden Tagen versenkten 32J 000 Tonnpn Schiffsraum an Ladung bedeuten. Um die Ladung dieser versenkten Schiffe zu transportieren, wären nicht weniger als 21 800 Waggons nötig. Das würden 436 Güterzüge ergeben, von denen jeder Waggon 15 Tonnen enthalten würde. Diese Güterzüge nicht etwa in betriebsmäßigen Abständen, sondern dicht hintereinander aufgerecht, würden 4,5 Kilometer lang fein! Danach kann man sich vorstellen, welche un g euren Mengen an Nahrungsmitteln, wehrwichttgen Rohstoffen, Kriegsmaterial usw. allein in diesen zwei Tagen auf den Meeresgrund versenkt wurden und dem blockierten England für immer verloren gegangen sind. Man kann sich weiter vorstellen, wie dringlich diese 48 Schiffe mit der gewaltigen Gütermenge in allen Bereichen des englischen Lebens erwartet wurden, wo es heute nicht mehr nur auf jede einzelne Tonne Schiffgüterladung, sondern schon auf jeden, einzelnen Zentner ankommt. Es ist erst einige Monate her, daß die Regierung Churchill ihre Gelettzüge als absolut sicher in aller Herren Länder anpries, und es ist erst einige Wochen her, daß Churchill behauptete, die deutsche U-Bootgefahr sei ausgeschaltet. Die U-Bootskom- mandanten Prien, Frauenheim, Kretschmer, Mohle u. a. haben wieder einmal gezeigt, daß die deutsche U-Bootwafse stärker und erfolgreicher als je ist, England kann sich darauf verlassen, daß es nicht die' letzten Geleitzüge fein werden, die vor den Küsten auf den Grund geschickt werden. Der Wehrmachwerichl vvM Samstag. Berlin, 19. OtL (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. Deutsche Unterseeboote versenkten in den letzten Tagen 31 feindlichehandelsschifse mit insgesamt 173 650 BRT. Hiervon wurden 26 Dampfer aus stark gesicherten Geleitzugen beraus- geschossen. An diesen Erfolgen ist das unter Führung des Kapitänleutnants Frauenheim stehende Unterseeboot mit 10 Dampfern von 51 000 BRI-, das Unterseeboot des Kapitänteutnants Kretschmer mit 7 Dampfern von 45 000 BRT^ das Un- terfeebot des kapitänteutnants Moehle mit 7 Dampfern non 44 050 SRI. beteiligt Zwei weitere Unterfeeboote versenkten vier Dampfer mit 21000 DRT. und drei Dampfer mit 12 600 BRT. Die Luftwaffe fetzte ihre Dergeltungsangnffe auf die britische Hauptstadt -eoh ungünNiger wet. ferlage fort. Dabei gelang es. ein lebenswichtiges Nächtliche Ll-Boot-Iagd im Atlantik. Wie die beiden britischen Geleitzüge vernichtet wurden. - In zwei Nächten 44 Dampfer. Don Kriegsberichter Dr. Wolfgang Frank. Da erspäht ein Äugenpaar eine Reihe von Scha- hosen fällt. Flugzeuge nahen. Schwere englische Flugboote, die in unablässigen Schleifen wie dicke Bienen die kostbare Dampferherde umkreisen. Das gibt schon wieder ein Gefühl größerer Sicherhett. Die da oben haben ja doch einen mächtigen Ueberblick, da kommt die „Bloody German Submarine" überhaupt nicht heran. Jawohl, so sind wir in bester Hut. Außerdem ist es in drei Stunden dunkel, und morgen früh sind wir drin. Vielleicht ist die U- Bootgefahr überhaupt nicht so groß. Irgendwo im Bach wachen die deutschen U - Boote. Der Abend kam. Blutrot vergeht die Sonne in schwerem, violettem Gewölk. Rasch sinkt die Dämmerung, enger drängten die Wachthunde, die Zerstörer und Kanonenboote, ihre Schäflein zusammen, jagten sie bald diesen Weg, bald den entgegengesetzten; alles, um die Wölfe unsicher zu machen, von denen noch nicht einmal sicher war, daß sie überhaupt da waren. Aber — der Abendhimmel sah so komisch aus, es lag irgend etwas in der Luft, was auf schlechtes Wetter schließen ließ. Immer dichter wurde das Grau des Abends, immer weniger unterschied sich Lust von Wasser. Da durchbrach der erste der war- l tenden Wölfe die träge dünne Oberfläche. Ein Luk ! ffnnnfp auf. em Kommandant nahm einen Rund- bomben fallen lasten und nur eine Panik erhöhen, die ohnehin durch nichts mehr aufzichatten ist. Die wir laben inzwischen neue Aale! „Zerstörergeräusch nimmt ab ...!" Um so bester. Und wieder kracht es, grausig jagen die Stichflammen durch die Nacht, in der die „Schäferhunde" ratlos von einer Ecke in die andere laufen, planlos Waster- (PK.)......21. Ott. (DNB. Funkspruch.) Irgendwo im Atlantik, westlich von England, stehen deutsche U-Boote schon seit mehreren Tagen. Nichts kommt in Sicht. Groß ist der Atlanttk und viele Wege führen darüber hin. Leicht kann man bei schlechter Sicht den schönsten Bissen ahnungslos vorbeilaufen lassen. Es gehört eben Glück zum U-Boot- Fahren, bemerkt der Wachoffizier, Glück und Nase. So berichtet er nun. Don Westen kommt eine wahre Flotte von Schiffen. Bier, fünf, sechs nebeneinander, immer die fettesten in der Mitte, und durch die Flankenfahrer gedeckt, zieht Kolonne hinter Kolonne, die Nachschubdampfer Englands, der belagerten Insel entgegen. Tief im Wasser schieben sie schwerfällig dahm, beladen bis unter die Halskrause. Eine kostbare Herde fetter Schafe. Rings herum tummelt sich die Schar der Schäferhunde: schnelle Zerstörer, Kanonenboote und U-Boatjäger. , — -—--- < Auf allen Schiffen stehen die Besatzungen schärf-klappte auf, em Kommandant nahm einen Rund- ftens Ausguck. Es kann ja immerhin fein, daß trotz blick, hinter chm die Bruckenwache, scharfe Augen der britischen Versprechungen von der völligen I mit scharfen Glasern bewehr. Sacht gingen Die Sicherheit des Geleitzugsystems ein deutsches U- ' Dieselmotoren an. Alle Sinne drängten hinaus m Boot zum Angriff kommt! Man hat so seine Er-1 die Nacht: wo — steht das W-.ld? Noch an anderen fahrungen gemacht mit britischen Versprechungen, Stellen tauchten sie auf aus dem Bach, Boote, und es sind ja leider nicht mehr Engländer, die in, hungrig, schußgierig, wie das erfte^ diesen Geleitzügen fahren. Das britische System Da erspäht ein Augenpaar eine Reche von Schari ekst manchen unschuldigen Neutralen in den Ge- fen. Blitzartiges Ueberlegen, Rechnen, Ghn.tellen, leitzug und damit in die Tiefe. Das wissen sie, bann die Erschütterung, mtt denen tue ersten Aale und darum wirb chnen von Stunde zu Stunde das Boot verlassen, herum den Kahn! Wieder ein unbehaglicher zumute, wenn sie sich der blockierten Schatten, — wieder em Schich. Detonation^, die Insel nähern. Immer häufiger werden Kurs und die Nacht zerreißen. Grell aufstackernde Sttchflam- Geschwindigkeit geändert, immer mulmiger wird men! Immer wettere Trester. Der ,chaurlge Klang den Seefahrern zumute, die hier für Englands Um § zerreißenden Eisens ist es, der den Wolsen beweist, itühung fahren. Ader: das Geld lockt: die : daß ihre Opfer für immer m die Tiefe gehen, schwindelhaften Frachtsätze für Englandfahrt, die Plötzliches Scheinwerferlicht.- Aterm! Tauchen! sagenhaften Prämien und heuern, mtt denen die Die Schäferhunde lagen heran. Waffe rbom- Seeleute geködert werden, das muß man in Kauf ben krachen und klirren ums Boot. Aber dann nehmen, daß einem für Stunden das harz m die auch schon wi^er: hinein in das schaumende Gluck. L .... mir lohn« tHjmifÄott npito 9f o f ^prftnrpriiß’ Herde fließt in kleinen Gruppen auseinander. Und wieder-die Wölfe: hinein in das schäumende Glück! Sechs Stunden lang, durchschnittlich alle Bier» telstunde geht in dieser Nacht Dampfer auf Dampfer in d i e Luft. Als der Morgen kommt, sind 27 Dampfer aller Größen mit insgesamt rund 150000 BRT. versenkt, verschwunden, für immer aus allen Schiffsregistern der Welt gestrichen. Mit ihnen der Nachschub, die wichtige und dringend erwartete Besorgung für ein am Rande der Katastrophe kämpfendes Jnselreich. Die „Wölfe" haben eine Schlacht gewonnen. Der Tag vergeht. — Ein Tag wie viele. Die Nacht kommt, — eine Nacht wie gestern! — 17 Dampfer fallen um in dieser zweiten Nacht. Der Feind wird versenkt von deutschen U-Booten. Allen voran rast Prien, der „erste Seewolf" guer durch die fette Herde. Acht Dampfer mit 50 500 BRT. bucht sein Boot in dieser einen Nacht für sich. Weitere neun Dampfer mit 59 500 BRT. versenken seine Kameraden. Leergefegt liegt am anderen Morgen die See. Es ist der Morgen des 20. Oktober. Genau vor einem Jahr lief ein deutsches Unterseeboot von Feindfahrt zurückkehrend in Kiel ein. Es kam von Scapa Flow. Oer Hafen ton Dover beschossen. Berlin, 20. Oft (DNB.) Am Samstagnachmittag beschoß schwere Artillerie des Heeres und der Kriegsmarine zwei große feindliche Handels- d a m p f e r von je etwa 10 000 BRT. im Hafen von Dover. Die Schiffe und die Hafenanlagen wurden mit einer Reihe deckender Salven belegt, die schwere Verheerungen anrichtetem Im Anschluß hieran beschoß eine feindliche Fernkampfbatterie die französische Kanalküste mit wenigen Schüssen. Einige Einschläge fielen aus das offene Hinterland, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. widmen und als Konkurrent wieder auftreten konnte. Nach dem Kriege hatte es dann jahrelanger, mühevoller Aufbauarbeit bedurft, um für die Wiedergewinnung unserer wirtschaftlichen Stellung aus dem Wenigen eine deutsche Handelsflotte erstehen zu lassen. Aber mit dem Neubau von Schiffen war noch nicht alles getan. Die Hauptaufgabe der deutschen Reedereien war es, sich jetzt wieder in den Liniendienst einzuschalten, den England vollständig an sich gerissen hatte und, teilweise mit den geraubten deutschen Schiffen, durchführte. Die Reeder scheuten kein Opfer und ließen kein Mittel unversucht. Schiff auf Schiff lief vom Stapel und gab Tausenden von Arbeitern und Seeleuten wieder Verdienst und Brot. Die deutsche Flagge erschien wieder auf den Weltmeeren als Beweise des ungebrochenen Aufbauwillens des Deutschen Reiches. Im Jahre 1931 verfügten wir über rund 3,8 Millionen BRT., als ein neues Ereignis eintrat, das wieder die deutsche Schiffahrt besonders schwer traf: die Weltwirtschaftskrise. Die Ursache war das große Mißverhältnis zwischen Weltgüter- verkehr und Weltschiffsraum. Im Jahre 1932 waren 15 Millionen BRT. der Welthandelsflotte aufgelegt; davon entfielen auf Deutschland 1,3 Millionen BRT. = 34 v. H. ihres Bestandes. Mit der Machtergreifung Adolf Hitlers und der Einführung der Währungsausgleichsmaßnahmen der deutschen Reichsregierung trat in Deutschland auch eine Gesundung der Seeschiffahrt ein, so daß 1936 so gut wie keine unbeschäftigte Tonnage mehr vorhanden war. Mit der Indienststellung der „Europa" und „Bremen" unternahm der Norddeutsche Lloyd einen Angriff auf die Vormachtstellung Englands im Nord- atlantik-Passagier-Verkehr, um diese Route, die nach dem Weltkriege verlorenging, zurückzuerobern. Und es gelang. Das „Blaue Band^ fiel an Deutschland, und lange Zeit waren „Europa" und „Bremen" die führenden Schiffe auf dem Nordatlantik. Aber auch auf anderen Linien konnten wir neue Schiffe einsetzen, die sich wegen chrer schönen Form, ihrer Bequemlichkeit und ihrer geschmackvollen Einrichtung allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Erinnert sei hier an das Ostasien-Dreigestirn „Scharnhorst", „Gneisenau" und „Potsdam"' oder an die „Patria", die durch außerordentlich schöne Innenausstattung in der ganzen Welt Aufsehen erregte, ferner die „Eap Arkona", die vier Nordatlantik-Dampfer „Hansa", „Hamburg", „Nduyork" und „Deutschland" der Hamburg-Amerika-Linie usw. Von der Zuverlässigkeit des Schiffes, der Pünktlichkeit des Dienstes und der Tüchtigkeit der Besatzung aller Schiffe hängt in weitem Maße das allgemeine Vertrauen für das Schiff ab. Diese Eigenschaften haben der deutschen Schiffahrt einen besonders guten Ruf eingebracht; sie waren der Grund, daß unsere Schiffahrtslinien trotz des Raubes fast ihrer gesamten Tonnage nach dem Weltkriege bald wieder eine wichtige Rolle im internationalen Schiffsverkehr spielen konnten. Wieder erwachte Englands Neid. Deutschlands Flotte hatte sich von dem Schlage in Versailles noch nicht voll erholt, als im September 1939 der Krieg ausbrach. Die deutsche Handelsflotte bestand bei Kriegsausbruch aus über 2300 Schiffen mit einer Tonnage von rund 4,24 Millionen BRT. Die Verluste der deutschen Handelsflotte seit Kriegsausbruch sind verhältnismäßig gering. Schonung der eigenen Handelsflotte war das Gebot der Stunde, um sie nach Kriegsende sofort wieder einsetzen zu können. Nach Beendigung dieses Krieges werden alle einseitigen Bevorzugungen der englischen Schiffahrt verschwinden. Deutschland aber hat ein Interesse daran, daß die europäischen Völker nicht nur einen lebensfähigen Binnenmarkt und ihre Arbeitsfähigkeit im europäischen Zwischenhandel erhalten, sondern auch ferner ihren Beitrag für den überseeischen Warenverkehr liefern. Nicht die Zerschlagung ihrer überseeischen Transportwege, sondern ihre Erhaltung in einem Rahmen, die dem nationalen Handel der einzelnen Völker entspricht, ist die Aufgabe für die Neuordnung der internationalen Schiffahrt. Bombenangriff auf das Oelzentrum von Bahrain. Der italienische Bericht vom Sonntag. Rom, 20. Oft. (DRV.) Der italienische Dehr- machtberlcht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: In der Rächt zum 19. Oktober hat einer unserer schweren Bomberverbände nach einem langen Flug von etwa 4500 Kilometern einen Angriff auf das Oclzentrum der Insel Bahrain, des englischen Besitzes im Persischen Golf durchgeführt. Die aus Oelraffinerien, Oelleitungen, Depots und Tankan- lagen bestehenden Ziele sind wirksam getroffen worden, was einige riesige aus weiter Ferne sichtbare Brände verrieten. Alle unsere Flugzeuge find zu- rückgekehrt. In Rordafrika hat unsere Luftwaffe militärische Lager bei Rasel-el-Rum, längs der Fahrstraße von INarsa Rlatruk, Flugzeuganlagen und Barackenlager bei Maaten Vagush und Fuka sowie die Eisenbahnlinie und die Flugzeuganlogen bei El Daba bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zu- rückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe hat Vardia und halfaia mit Bomben belegt, ohne weder Opfer noch Schaden zu verursachen und hat erneut in Bengasi zahlreiche Brand- und Explosivbomben auf den Hafen und die Wohnviertel abgeworfen, wobei einige Häuser im Araberviertel getroffen wurden. Weder Opfer noch Schaden an INi- lUärzielen. 3n Ostafrika ist ein von feindlichen motorisierten Truppen versuchter Angriff gegen Ghe- ville unter Teilnahme unserer Flugwaffe glatt zurückgewiesen worden. Feindliche Flugzeuge haben Einflüge auf Todignac (Rudolffee), Varantu, De- camere und Wassaua sowie auf einige Ortschaften ohne Ergebnisse durchgeführt, wo unbedeutender Schaden angerichtet wurde und einige Verwundete zu verzeichnen sind. Zu dem Angriff auf das englische Petroleum- Zentrum von Bahrain sagte der italienische Rundfunk, die italienische Flugwafte habe damit den längsten Krieg sflug durchgeführt, über weite Meer- und Wüstenstrecken, die bisher erstmals ein Flugzeug gesehen hätten. Die Entfernung eines Flugweges sei um 1200 km länger gewesen als die Ueberfliegung des Südatlantik von Dakar aus. Diese Leistung sei von einem Verband normaler italienischer Bomber schweren Typs durch- geführt worden bei voller Belastung der Flugzeuge mit Brennstoff und Bomben und ständig wechselnden atmosphärischen Verhältnissen. Die Flugzeuge hätten fast auf der ganzen Strecke blind fliegen Patrouille, die sich unseren vorgeschobenen Stellungen bei Etwa el Nadia (südlich von Sidi Barani) näherte, ist von unserem Feuer iu die Flucht geschlagen worden. Unsere Flugzeugformatioaeu haben feindliche Anlagen und Flugplätze von Marsa Matruk, Cl Daba, Maaten Vagush, Fuka und Bit Abu Smeil bombardiert, wobei sie Brände und sichtbare Schäden verursachten. Weitere Flugzeugformationen haben den Flugplatz von Siwa, Schuppen und Zeltlager des Feindes bombardiert und im Tiefflug unter Maschinengewehrfeuer genommen, wobei sie Volltreffer erzielten. Die feindliche Luftwaffe hat die Bombardierung des Hafens von Bengasi wiederholt, ohne jedoch Schaden oder Opfer zu verursachen. Ein Luftangriff in der Zone von halfaia hatte 4 Verwundete zur Folge gehabt. 3n Ostafrlka ist ein halb zerstörtes englisches Flugzeug aufgefunden worden, das Afmadu am 2. Oktober bombardiert hatte. Am 16.10. hat der Feind mit zwei Panzerkolonnen, die von Flugzeugen unterstützt wurden, unseren Posten von Do- boi (Keniagrenze) angegriffen; glatt zurückgeworfen, hat der Feind einige gefallene weiße Soldaten, darunter auch den Komandanten einer der beiden Kolonnen, zurückgelassen; unsererseits drei Verwundete. Die feindliche Luftwaffe hat (Eonbar bombardiert, wobei ein Toter und einige Verwundete unter den (Eingeborenen verursacht wurden, ferner Sire Dana, wo es zwei Verwundete gab, schließlich die Eisenbahnlinie von Dschibuti bei (Erer, Gura, Toselli, Decamere, Lafsala, Lherille und Reghelli, wo es keine Opfer und nur geringen Sachschaden gab. Z'tdemesehgebuna in Frankreich. Genf, 19. Oft (Europapreß.) Die neue Gesetzgebung für die in Frankreich lebenden Juden betrachtet als Juden, wer drei Großelternteile jüdischer Rasse aufweist oder zwei Großelternteile jüdischer Rasse hat und mit einem Juden bzw. mit einer Jüdin verheiratet ist. Die Ausübung nachstehender Funktionen ist den Juden untersagt: Die des Staatschefs, des Mitgliedes der Regierung, des Kabinettsrates, des Nationalrates, der Ehrenlegion, des Kassationshofes, des Rechnunashofes, des Bergwerkamtes, des Brücken- und Wegebauamtes, der Generalinspektion der Finanzen, des Appcllations- gerichtshofes, der Tribunale erster Instanz, des Schiedgerichtshofes sowie aller Gewerbegerichte und sonstiger Gernbtsbarkeit. Untersagt sind den Juden weiter Posten im Außenministerium, die der ministeriellen Generalsekretärs, Präfekten, Unterpräfekten oder Sekretäre der Präfekten, Jnspektionsposten im öffentlichen Dienstwesen sowie aller Beamten- posten, die dem Polizeiwesen unterstellt sind. Weiter sind Juden nicht zulässig als Gouverneure oder Inspekteure in den Kolonien, als Mitglieder im Unterrichtswesen. Juden sind vom Offiziersgrad ausgeschlossen. Weiter können Juden weder den Posten eines Leiters noch den eines Generalsekretärs m solchen Unternehmungen bekleiden, die von Staats wegen für die öffenllichen Interessen geschaffen worden sind. Funktionen, die nicht unter die vorstehend auf geführten fallen, stehen den Juden frei, sofern sie Inhaber einer Frontteilnehmerkarte von 1914 bis 1918 oder im Weltkrieg ausgezeichnet sind; eine Auszeichnung im Kriege 1939/40, die Militärmedaille der Ehrenlegion oder eine sonstige Militärmedaille nachweisen können. Die Juden sind berechtigt zur Ausübung der freien Berufe sowie der damit zusammenhängenden untergordneten Funktionen im Ministerium und der nebengeordneten Posten im Justizministerium, sofern diese nicht von der öffentlichen Verwaltung in bestimmten Proportionen festgesetzt sind. Juden können folgende Berufe nicht ausüben: Geschäftsführer oder Schriftleiter von Zeitungen ober Zeitschriften, mit Ausnahme von rein Wissenschaft- lichen Zeitschriften; Geschäftsleiter in Film-Un- ternehmen. Die Leitung von Theatern ist ihnen untersagt, ferner die Leitung im Rundfunk. Ausländische Juden können in Konzentrationslager festgehalten oder es kann ihnen ein Zwangsaufenthalt angewiesen werden. Die Bestimmungen gelten für Frankreich, seine Kolonien und seine Mandate. 7Ie»e Anklagen gegen Blum und Mandel Vichy, 20. Oft (Europapreß.) Der Generalstaatsanwall des französischen Obersten Gerichtshofes hat an den Gerichtshof auf Grund der von den Justizbehörden gesammelten Zeugenaussagen das Ersuchen gerichtet, eine neue Anklage gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten, den Juden L6pn Blum, wegen Verrats an seinen Amtspflichten zu erheben. Weller hat der Oberstaatsanwalt den Obersten Gerichtshof ersucht, ein Untersuchungsverfahren wegen Korruption und Spekulation mit der nationalen Währung gegen den ehemaligen Minister, den Juden Mandel, zu eröffnen, gegen den bereits eine Anklage wegen Gefährdung der Staatssichett hell ooriiegt. Tapfere Offiziere des Heeres mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. tz hat in den schweren Kämpfen in r Maainollinie, bei denen die angrei- kreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an; schobener Beobachter" die Feuerleitung der ihm unterstellten Artilleriegruppen vorbildlich gemeistert. L G. Lanz, Oberstleutnant v. Stvlzmann, Major Hertz, Major Seifert und Leutnant Reubrand. Berlin, 19. Ott (DBB.) Der Führer und s Major Hertz hat in den schweren Kämpfen in Oberste Befehlshaber bet Wehrmacht Hal auf Vor- Hohlbach an der Maginollinie, bei denen die angrei- schlag des Oberbefehlshabers des Heeres bas Ritter- fenhen Bataillone eines Infanterieregiments dem s . gbersl mehrstündigen flankrerenden Feuer von 25 fernd-' lichen Batterien aller Kaliber ausgesetzt waren, mit einem Unteroffizier und zwei Funkern als „vorge- Major Seifert hat beim Durchstoß durch die Oberst Lanz hat als Chef des Generalstabes Maginotlinie durch die Feuerentfaltung der von chm eines AK. bei Erkundungen oft die Führung der in ^‘aginomnie "ie ueueremiauung uer Dorberfter Lmi- tämpfer&n Truppe ,-lbst übernonv , men und diese durch (einen beispielhaften Einsatz mit, Ub nonjmei Jebn' : Sompfan der Waffe in der Hand narwärtsgerissen. Seine Er- mW.l "Ä AÄiÄÜH m.if? kundungen an der Maas ermöglichten dem Karp-! in ^le ^ch°rten ttledigt und^n Elte den schnellen Vorstoß über die Maas. Bei einem hl TOnrmSnl ßim eine ^ndll^^Ratterse^ du^^eiaenbän^a'n ner Leitung ein feindliche Angriff non Panzern Gewehr und Handgranate seiner über die Maas setzte, kämpfte Nest für Nest der den Schlüsielpunkt der feindlichen feindlichen Scharfschützen an den Felshängen des schwarzen Besatzungen wurden überwältigt und gefangengenommen. die feindliche Nachhut an und machte 300 Gefangene, darunter 15 Offiziere. in direktem Schuß abgewiesen. Leutnant Neubrand, der mit seinem Zuge einer Panzeraufklärungsabteilung in Floßsäcken Lanz eine feindliche Batterie durch eigenhändigen Bombenabwurf mit Erfolg an. Auch die Einnahme von Laon war wesentlich seinem persönlichen Eingreifen zuzuschreiben. Am Chemin des Dames stürmte er, mit Gewehr und Handgranate seiner Truppe voran, 1... -4--7--r------ --- Stellungen. An der Yonne wehrte er mit einem' jenseitigen Users nieder und hielt die Höhe in MG. einen feindlichen Vorstoß ab und hielt den | schwersten französischen Artilleriefeuer gegen einen Gegner so lange nieder, bis der neben ihm tödlich französischen Gegenangriff, obwohl hierbei mehrere verwundete Kommandierende General aus dem seiner MGs. und Paks von feindlichen Panzern nie- Feuer geschafft werden konnte. | her gemalzt wurden. Auch bei Arras wehrte er einen Oberstleutnant o. Stolzmann leitete mll vor- Angriff überlegener feindlicher Kräfte ab. Beim bildlicher Ruhe den Angriff seines Jnf.-Bataillons' Häuserkampf in einem von Schwarzen besetzten Ort über die Bresle auf Die feindliche Stellung am , an der Somme wurde Leutnant Neubrand im Nah- Mont Faucon. Nach dem Brückenschlag griff er mll kämpf durch einen Gewehrschuß verwundet. Die behelfsmäßig motorisierten Teilen des Bataillons Brandbomben auf Berliner Wohnviertel. Zwei englische Flugzeuge abgeschosseu. Berlin, 21. Oft (DRV. Funkspruch.) Feindliche Kampfflugzeuge griffen In der Rächt zum 21. Oktober die Reichshauptstabt in verschobenen aufdn- anberfolgenbeu Wellen an. Der größere Teil konnte bereits beim Anflug burch wirksame Abwehrmahnahmen zerstreut werben. Einige Flugzeuge, bie Berlin erreichten, warfen auf vetschiebene Wohnviertel Brandbomben ab. Getroffen wurden ausschließlich nichtmilitärische Ziele. Ein Flugzeug wurde über Groß-Berlin, ein zweites im Anflug auf die Reichshauptstadt durch Flakartillerie abgeschossen. ♦ * Der Abwurf von Brandbomben auf Berliner Wohnviertel zeigt eindeutig, daß von vornherein eine reine Terroraktion gegen bie Zivilbevölkerung beabsichtigt war. Militärische oder kriegswichtigte Ziele sind weder getroffen, noch überhaupt angegriffen worden. Der neue Anschlag auf die arbeitende Bevölkerung reiht sich also würdig in die lange Reihe der britischen Verbrechen an Gut und Leben der Zivilbevölkerung ein. Die Engländer aber haben es diesen befohlenen Terroraktio- nen zu verdanken, daß die Schläge der deutschen Vergeltungsaktion sie Tag für Tag mll aller Schwere treffen und weiter treffen werden. Das Seegefecht vor dem Bristol-Kanal. Berlin, 19. Okt. (DNB.) Zu dem schon gemeldeten Seegefecht zwischen deutschen Zerstörern und einem britischen Kreuzeroerband vor dem Bristol- Kanal erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Die deutschen Zerstörer befanden sich am Rande des Atlantischen Ozeans auf einem Vorstoß nach Norden. Auf große Entfernung wurde ein am Horizont auftauchender Verband von Schiffen gesichtet, auf den unsere Zerstörer sofort Kurs nahmen. Bald darauf konnte beobachtet werden, daß der gesichtete Verband aus britischen Kreuzern bestand, die von Torpedobootszerstörern begleitet wurden. Die. feindliche Artillerie war naturgemäß sowohl an Stärke als auch an Reichweite überlegen. Die Bestückung britischer Kreuzer besteht gewöhnlich aus 8 Geschützen mit einem Kaliber von 20,3 cm oder — bei leichten Kreuzern — aus bis zu 12 Geschützen von 15,2 cm Kaliber, wozu noch leichte Artillerie, Flak und Torpedorohre hinzukommen. Unsere Zerstörer sichteten das feindliche Mündungsfeuer aus einer Entfernung, auf die sie mit ihrer Artillerie noch nicht antworten konnten. Die feindlichen Salven schlugen ins Wasser ein, ohne zu treffen. Der Führer des deutschen Verbandes gab ohne Rücksicht auf die einseitige Ar- tilleriebeschleßung durch den Feind unverzüglich den Befehl zum Tagesangriff mit Torpedos. Mit höcher Fahrt näherten sich unsere Boote unter dauerndem feindlichen Feuer dem Gegner auf die befohlene Torpedoschußweite und wie im Manöver wurden dann die Torpedoschüsse aus die feindlichen Kriegsschiffe abgegeben. Genau nach dem Ablauf der nach der Entfernung berechneten Laufzeit wurde auf einem feindlichen Kriegsschiff ein Treffer beobachtet. Es erfolgte eine Erplosion, eine Stichflamme ging hoch, un^ das feindliche Schiff war in eine Rauchwolke gehüllt, so daß nicht festgestellt werden konnte, welchem Schiffstyp das getroffene Schiff angehörte. Gnau wie in der entscheidenden Phase der Skagerrakschlacht drehte der feindliche Verband vor unserem Torpedoangriff ab und zog sich zurück. Auch die Luftwaffe griff in den Kampf ein/ indem sie die feindlichen Kreuzer und Zerstörer mll Bomben angriff. Alle unsere Zerstörer kehrten unversehrt in ihre Stützpunkte zurück. Der von uns erzielte Torpdeotreffer wurde später durch die eingesetzte Luftaufklärung einwandfrei bestätigt. Edens Intrigen in Aegypten. Auch Besuche in Ankara und Athen geplant. Rom, 20. Okt. (Europapreß.) „Popolo di Roma" schreibt, man höre, daß die auf ein Hineintreiben Aegyptens in den Krieg abzielenden Intrigen Edens und feiner Helfershelfer in ganz Aegypten Erregung und Besorgnis hervorgerufen hätten. Ihre Folge fei eine Verschärfung der englandfeind- lichen Gefühle in allen Schichten der Bevölkerung. Die Erkenntnis wachse, daß nicht die ägyptischen, sondern die englischen Interessen die Bemühungen Edens bestimmen. Einen Beweis hierfür erblicke die Bevölkerung Aegyptens auch in der Ernennung Huddlestons zum Gouverneur des Sudans, der wegen feiner grausamen Unterdrückungspolitik in diesem Gebiet den traurigsten Ruhm genieße. Die Ziele Edens, so schreibt Gayda im „Gior- nale d'Jtalia", seien leicht zu erraten. Es handle sich um den Versuch, Aegypten in den Krieg hineinzuzerren und Griechenland sowie die Türkei in einer Feindschaft der Achse gegenüber und in einer für den Augenblick passiven Kriegführung gegen Italien erstarren zu lassen, kurz gesagt: wieder die Haut Dritter zu Markte zu tragen und neue Opfer zur Verteidigung des englischen Imperiums zu suchen. London trachte die ägyptische Regierung zu einem Entschluß zu treiben, der Aegypten zugunsten Englands kompromittiere. Deshalb sei das wachsende Mißtrauen der nationalen Aegypter verständlich. Es habe auch den Anschein, daß die ägyptische Kammer zum 14. November einberufen werde. Somit sei den verantwortlichen Männern in Aegypten ausreichend Zeit geboten, über die der ägyptischen Nation drohenden Gefahren nachzudenken. Bezüglich Griechenlands und der Türkei sei dem bereits Gesagten nichts mehr hinzuzufügen. Man sage, Eden beabsichtige, auch nach Ankara und vielleicht auch nach Athen zu reisen sowie die englischen Gesandten in Sofia und Belgrad zu sprechen, um den bereits zehnmal zu Wasser gewordenen Plan der Schaffung einer Kriegsfront gegen die Achsenmächte auf dem Balkan zu entwerfen. Die Welt kenne, so schreibt Gayda weiter, die Abenteuer Edens, feine „glückliche" Hand fei überall, wo er zur geheuchelten „Verteidigung" eines angeblichen Freundes eingegriffen habe, nur dazu gut gewesen, das Unheil zu beschleunigen. Mit dem Namen Edens seien die größten Fehler und nicht wieder gutzumachendes Unglück für das englische Volk verknüpft. Die Partie müsse für England auch in diesem Teil der Welt als verloren betrachtet werden, ehe sie in die Tat umgesetzt worden fei. Wenn aber England das Spiel dennoch wagen sollte, so werde es schon im voraus die Antwort erhalten. 90 prozentiger Verkehrsrückgang im Suez-Kanal. Stockholm, 20.. Okt. (Europapreß.) Die Suez- Kanal - Gesellschaft hat dem ägyptischen Finanzministerium mllgeteilt, sie habe die Absicht, die Abgabe für die Durchfahrt durch den Kanal auf acht Schilling pro Tonne des belasteten Fahrzeuges und auf vier Schilling pro Tonne des Fahrzeuges in Ballast zu erhöhen. Das ägyptische Finanzministerium hat diesen Vorschlag mll dem Hinweis beantwortet, daß man erst die Haltung der französischen Regierung zu dem neuen Vorhaben abwarten müsse, ehe eine Entscheidung getroffen werden könne. Der Plan einer Erhöhung der Durchfahrtsabgabe spiegelt den Rückgang des Verkehrs im Suez-Kanal wider. Seit dem Eintritt Italiens in den Krieg ist der Verkehr durch den Kanal um 90 v. H. des Normal st andes zurückgegangen, da sich sowohl Italien als auch der englische Verkehr zurückgehalten hat, und die neutrale Schiffahrt in immer stärker werdendem Maße zurückgeht. müffen. Starke Brände und hohe Rauchwolken zeigten die Wirksamkeit der Bombeneinschläge. Die Engländer hätten diesen Luftangriff auf Bahrain, das wegen seiner geographischen Lage überhaupt nur von der Luft aus zu erreichen sei, bestimmt nicht vorausgesehen. Sie seien voll damit beschäftigt gewesen, die Anlagen Bahrains, dessen Petroleumproduktion jährlich etwa eine Million Tonnen betrage, und wo monatlich 15 bis 25 Tanker anlegten, wesentlich zu erweitern. Der Schlag sei für die Engländer nicht nur wegen dieses wichtigen Petroleumzentrums besonders hart, sondern auch, weil der Angriff der llalienischen Flieger feine Wirkung auf die englandfeindlichen Volksstämme am Persischen Golf nicht verfehlen werde. Oie italienischen Torpedoflugzeuge. Rom, 19. Oft (DNB.) lieber die llalienischen Torpedoflugzeuge gibt „Popolo di Roma" interessante Einzelheiten. Italien habe schon nach dem Weltkrieg das Problem des Abschusses von Torpedos aus der Luft geprüft. Aber erst 1934 fei es gelungen, dank der Erfindung eines am Heck des Torpedos angebrachten Stabilisationsapparates für den Torpedo bei feinem Weg durch die Lust und beim Auftreffen auf das Master die korrekte Zielrick^ung zu erhalten. Heute könne jeder gewöhnliche Marinetorpedo nach einigen Aenderungen auch zum Abschuß vom Flugzeug aus einer Höhe bis zu 300 Metern verwandt werden. Die Geschwindigkeit sei höher als beim Abschuß von Bord eines Schiffes aus, so daß dem feindlichen Schiff bedeutend weniger Zett zum Manövrieren übrig bleibe. Der italienische Bericht vom Sametaa. Rom. 19.ort (DRV.) Der italienische Wehr- uwchlbe richt hat folgenden Wortlaut: 3m östlichen Atttkelrneer griff unsere Luftwaffe englische Kriegsschiffe an, die einen feindlichen G e l e l t z u g begleiteten. (Ein Kreuzer von 10 000 Tonnen wurde von Bomben getroffen. Feindliche Flugzeuge griffen wiederholt die Flugplätze von Rhodos an. (Ein Toter, zwei Verwundete. Leichter Gebaudeschaden, kein Schaden an Flugzeugmalerial. 3n Rordafrika die übliche Tätigkeit unserer Schnelle« Erkundungsabteilungeu. Eine feindliche Der Blockadering um England wird Sie gewiß befriedigen. 4729 V in London nichts bekannt. fei Ein Sonntag ununterbrochener Lustangriffe für London. PK. Der Morgen dämmert über Bonricourt herauf. Hier, etwa 25 km südwestlich von Amiens, ist der Regimentsgefechtsstand. Noch liegt alles im bleiernen Schlaf, oom Regimentskommandeur bis zum letzten Mann. Noch ahnt niemand, daß dies der größte und ruhmreich ft e Tag des Regiments werden wird. Nur im Divisionsgefechtsstand sitzt d e r I a über seine Karte gebeugt. Immer wieder zieht er den Zirkel über eine bestimmte Strecke. Seine Livpen bewegen sich murmelnd. Es bleibt immer dieselbe Zahl, so oft er rechnet. 70 Kilometer sind es. Einen Augenblick fallen ihm die grauen Gestalten der Soldaten ein, die vornübergebeugt, mit staubverkrusteten Gesichtern in unendlich langen Reihen an ihm oorüberziehen. Doch dann straffen sich seine Züge und seine Augen richten sich auf die Meldung, die vor ihm liegt: „Feind am anderen Seine-Ufer im Aufbau stärkerer Abwehrfront begriffen." Das hieße erstes Halt in diesem glänzenden Verfolgungstempo. Sein Finger gleitet über die Seine-Schleife, von Ande über Les Andelys bis Courcelles. Dann erhebt er sich jäh und begibt sich zum Vortrag beim Divisionskommandeur. Kurze Zeit später rasen die Kradmelder zu den Regimentern. Der Kommandeur gibt die Parole aus: „Koste es was es wolle, das Regiment erreicht noch heute Les Andelys und bildet jenseits der Seine einen Brückenkopf gegen einen Gegner, der sich mit stärkeren Kräften zur Verteidigung einrichten will.". Die Länge der Marschstrecke hat sich schnell herumgesprochen. Die Offiziere stehen vor ihren Kompanien und berichten, daß die Umklammerung im vollsten Gange ist. Sie rütteln auf, und jeder begreift, daß es heute darauf ankommt wie noch nie zuvor. Als die Kolonnen dann an dem großen Straßenschild „Paris 95 Kilometer" vorbeimarschieren, da weiß jeder: wir werden es schaffen. Durch das Regiment läuft ein Wort von geheimnisvollem Klang, melodisch und doch schicksalsschwer. Keiner spricht es französisch aus. Manche verdrehen es, aber sie hören es am Tonfall, daß dort das Schicksal wartet. Es heißt: Les Andelys. Noch eine Schwierigkeit ist zu beheben. Da der Gestchtstroß nicht heran ist, kann Gerät und Munition nicht verladen werden. 70 Kilometer mit fast einem Zentner belastet, kann niemand laufen. Ein Leutnant kommt zur jubelnden Freude einer Soldaten mit einem zweirädrigen hohen Oer Marsch auf Les Andelys. Ein Ruhmesblatt aus der Verfolgungsschlacht zwischen Somme und Seine. Von Kriegsderichier Kluge. 15 bis 20 Maschinen zählen, und alle fünf M i - nuten kam eine neue Welle. In den ersten Stunden zählte man oom Gebäude der Associated- Preß-Agentur 17 Bombenexplosionen. Der Boden bebte von den explodierenden Bomben, das Gebäude zitterte in seinen Grundfesten.. Einige Feuer waren ausgebrochen." Selbst der patriotischste Bewohner Englands, so berichtet Associated-Preß weiter, kann nicht länger leugnen, daß London durch die Luftangriffe hart getroffen wurde. Ganze Teile der Stadt liegen in Schutt und Asche. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Erde. Es gibt ganze Bezirke ohne Gas, Wasser und Elektrizität. London und seine Vororte sehen nicht mehr schön aus Das Leben in London geht zwar weiter, aber das Leben ist hart, besonders in den ärmeren Bezirken, wo zahlreiche Gebäude zerstört wurden. Die Hälfte der Londoner Bevölkerung gehe Nacht um Nacht in die öffentlichen Luftschutzkeller. Außerhalb der großen Luftschutzunterstände sieht man bereits gegen Mittag große Menschenschlangen anstehen, da ein Familienmitglied, beladen mit Decken, Kissen usw. Platz für die übrigen Familienmitglieder freihält. Auf den Untergrundbahnperrons bleiben knapp 50 Zentimeter Raum zum Aus, und Einsteigen der Fahrgäste, da Tausende die Untergrundbahn zum zweiten Heim machen. Die Beköstigung ist vollkommen unzulänglich, da wegen der zerstörten Gasleitungen nur kalte Mahlzeiten zubereitet werden können. D'.e Wirkungen des sechswöchigen Bombardements häufen sich Bereisungsgefahr für britische Hlugzeuoe Stockholm, 19. Okt. (Europapreß.) Zum erstenmal wird in einem Kommunique des Londoner Luftfahrtministeriums davon gesprochen, daß eng- Neuer Bombenangriff aus die Burmafiroße. Lastwagenkolonnen und Munitionsfabrik bombardiert. Tokio, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Japanische Marineflugzeuge führten am Sonntag einen zweiten Bombenangriff auf die von den Engländern zur Verlängerung des Krieges in China vor einigen Tagen wieder eröffnete Burmast r a ß e durch. Sie hatten den Auftrag, vor allem wichtige Brücken zu zerstören. Dieser Auftrag ist trotz teilweise schlechter Sicht und Wolkenbildung Minensucher am Werk Äon Kriegsberichter <5. E. Schreiber. meter zurücklegt, um den Poilu aus der letzten ret- tenden Stellung zu werfen? Er ahnt es nicht, daß die Seine heute noch in deutscher Hand sein wird. Es ahnt aber auch niemand, daß in unseren Reihen ein junger Leutnant marschiert, der heute abend die größte Tat seines Lebens vollbringen wird, um dann mit einem stillen, knabenhaften Lächeln auf den Lippen, regungslos unter der dunklen Zeltplane, an dem Ufer der Seine zurückzubleiben angesichts der brennenden Stadt Les Andelys und der unzähligen Kolonnen, die um seiner Tat willen das andere Ufer erreichen, um den siegreichen Angriff weiter vorzutragen. Es ist der Leutnant H. D., der jene französische Batterie erobern wird, die aus der Mitte der Seineschleife ihr Feuer auf alle Ufer legen kann. Die Ereignisse überschlagen sich. Um 16 Uhr sieht der Kommandeur der Divisions-Vorausabteilung, Oberstleutnant B., der mit Adjutant und Ordonnanzoffizier in Les Andelys das Ufer erreicht, die letzten Teile der Franzosen über die Brücke flüchten und sie in die Luft gehen. Ein grandioses, schauriges Schauspiel. Kurze Zeit darauf setzen die Anfänge der Marschkolonne, das I. Bataillon bei Les Andelys und das II. Bataillon bei Courcelles über. Dem schneidigen Einsatz dieser Telle ist es zu verdanken, daß bereits gegen Abend und die ganze Nacht hindurch die herankommende Marschsäule sofort übersetzen kann und das Regiment bereits am anderen Morgen zur Erweiterung des Brückenkopfes zum Angriff anzutreten in der Lage ist. Der Marsch an die Seine hat fein Ende gefunden und ist in seiner ungeheuren Kraftanstrengung, seiner einzigartigen Leistung bereits in die Geschichte eingegangen. Als sein Wahrzeichen, fein Gleichnis entglomm an der Seine der ganze Himmel in blutigem Rot von der brennenden Stadt Les Andelys. lifche Flugzeuge während ihrer Einflüge nach Deutschland durch Eisbildung so st a r k behindert wurden, daß sie stellenweise ihre Flüge abbrechen mußten. Nach Ansicht englischer Flugsachverständiger wird das Winterwetter der RAF. beträchtliche Schwierigkeiten bringen. Während die deutschen Maschinen von der französischen Nordküste nur eine knappe halbe Stunde bis London brauchten, dauere es mehrere Stunden, bis die englischen Maschinen die ersten wichtigen Punkte in Deutschland erreichten. Die Dereisungsgefahr für die RAF. sei mindestens sechsmal so groß wie bei der deutschen Luftwaffe. Neuer Znvasionsschwindel des britischen LuftfabrtministeriumS. Stockholm, 20. Okt. (DNB.) Bei dem allgemeinen Rätselraten in London, ob und wann ein deutscher Einfall in das Jnselreich erfolgt, verstieg sich das britische Luftfahrtministerium am Freitag zu der Erklärung, daß noch Informationen aus zuverlässiger neutraler Quelle am 16. September e i n Jnoasionsversuch durch die Aktivität der RAF. zunichte gemacht worden sei. Deutsche Truppen, die die in den Kanalhäfen liegenden Schiffe bestiegen hätten, seien gezwungen gewesen, die Fahrzeuge zu verlassen. Die Londoner Presse veröffentlichte daraufhin am Samstag große Schlagzeilenberichte mit Ueberschriften _mie „Deutscher Jnoasionsversuch siegreich zurück- ge schlagen" und machte den Lesern in diesem Zusammenhang Mittellung von neuen Erfolgen der englischen Luftwaffe. Lange ließ sich jedoch dieser völlig aus den Fingern gesogene Schwindel nicht aufrecht erhalten. Bereits 24 Stunden nach der Erklärung sah sich der Londoner Rundfunk im Auftrage der Regierung gezwungen, zu erklären, von einem deutschen Jnoasionsversuch am 16. September Stockholm, 21. Okt. (Europavreß.) Rollende Luftangriffe gegen London, die Grafschaft Kent und andere Teile Südenalands sind auch in den Nachmittagsstunden des Sonntags durchaeführt worden, jo daß die Millionenbevölkerung der britischen Hauptstadt erneut einen Sonntag unter der Erde erlebte. Der Londoner Rundfunk muß bestätigen, daß deutsche Flugzeugsormationen die Sperren durchbrachen und London erneut bombardierten. Es entstanden wiederum Brände, zahlreiche Anlagen, über deren Charakter man sich nicht weiter ausspricht, wurden vernichtet. Am Sonntagoormittag mußte in London viermal Luft- dlarm gegeben werden. Nach amtlichen Darstellungen übersteigen die Verheerungen, die bei den deutschen Luftangriffen in derNacht zum Sonn- tag gegen London die mittelenglischen Grafschaften und den Noßwesten des Landes angerichtet wurden, das Maß des in den letzten Tagen Dageweje- nen. Man spricht von umfangreichen Schäden an Industrieanlagen, Geschäftshäusern und sonstigen Baulichkeiten und räumt ein, daß die Zahl der in der Hauptstadt entfachten Brände beträchtlich gewesen sei, jedoch habe die Feuerwehr bie, Brände gegen Sonntag morgen „unter Kontrolle" gehabt. Neben London wurden die mittelenglischen Graf- schallen, also das Gebiet um Birmingham und ter englische Nordwesten angegriffen. Neben Liverpool waren noch andere Städte am Mersev das Ziel der Aktionen. Don überall her gibt der britische Nachrichtendienst Meldungen wieder, die von großen Ma- terialschäden sprechen. Die Angriffe füllten in allen Teilen des Landes die ganze Nacht aus. Londons Luftalarm dauerte nahezu die ganze Verdunkelungs- zeit an. „Die deutschen Flugzeuge", so heißt es in einem Bericht der Associated Preß, „sind in größten Formationen gekommen. In jeder Welle konnte man Kappen der Ankertaue versehen sind. Manches deutsche Minensuchboot ist bei dieser gefährlichen Arbeit dock einmal mit einer Mine unvermutet zusammengestoßen. Auf den Minensuchbooten kennt man jedoch das Gefühl für Gefahr nicht, Gewohnheit ist längst der Gefährte selbstverständlichen. Mutes geworden, wohl rechnet man mit dem Soldatentod, aber jede Furcht ist unbekannt. Wenn man die seefahrenden Minensucher nennt, so darf man auch die Minensucher nicht vergessen, die im allgemeinen nicht als solche bezeichnet werden und die die Bergung von an der Küste treibend en Minen vornehmen. Wenn eine treibende Mine das Land erreicht, so ist sie nicht minder gefährlich, immer wieder hört man, daß leichtsinnige Menschen sich da heranmachen und versuchen, solche Minen zu „bergen". Die Aufgabe, solche Minen zu bergen, fällt den Minenspezialisten der Kriegsmarine zu, die solche Minen sofort unschädlich machen. Wenn in den Stürmen der Nordsee, vor allem an der Westküste Dänemarks irgendwo treibende englische Minen den deutschen Minensuchern entgangen sind und an Land treiben, so werden sie sofort von den deutschen Wafsenoffizie- ren und ihren Soldaten unscharf gemacht und geborgen oder gesprengt. Auch diese Arbeit geschieht zum Schutze der Schiffahrt und Fischerei sowie der Zivilbevölkerung. Unermüdlich bei jedem Wetter führen unsere Zerstörer und Torpedoboote den Sicherungsdienst durch. Unser Bild von der Heimfahrt eines Minenlegers zeigt, wie eben die Wasserbomben wieder entschärft werden. — (PK.-Winkelmann. — Scherl-M.) 800 000 Mann werden in USA. einqezoaen. Washington, 19. Oft (Europapreß.) Die auf die einzelnen USA.^Staaten entfallende Aushebungsquote wurde jetzt von der Washingtoner Regierung bekanntgegeben. Danach werden in ben kommenden zwölf Monaten insgesamt 800 000 Mann auf Grund der Wehrpflicht eingezogen. Das Hauptkontingent von über 148 000 Mann entfällt auf Neuyork, New Perser) und Delaware. Das kleinste Kontigent stellen die Neuen gland-Staa« ten mit insgesamt 30 000 Mann. über den Gebirgen der Provinz Pünnan erfolgreich durchgeführt worden. Außerdem haben die Flugzeuge mehrere La st Wagenkolonnen angegriffen, auseinanbergefprengt und zerstört. Eine zweite Bombenformation hat erneut in der Gegend südwestlich von Mengtje eine Munitions. fabrif bombardiert. Marschall Tschiangkei- schek hat Luftabwehrbatterien an verschiedenen Punkten der Straße aufstellen und in gewissen Abständen sogenannte Straßen-Repa- ratur-Kommandos einsetzen lassen, die die Aufgabe haben, sofort mit Ausbesierungsarbeiten zu beginnen, sobald Bomben-Volltreffer die Durchfahrt unmöglich gemacht haben. Weitere Fortschritte der japanischen Offensive. Schanghai, 19. Okt. (DNB.) In einem schneidigen Vorstoß von Hangtschou aus südwärts haben japanische Truppen die Eisenbahnverbindung zwi. schen den Provinzen Tschekjang und Kiangsi durch- schnitten und die Tschungking-Chinesen damit einer ihrer letzten Verbindungen zum Meere hin beraubt. Am 17. Oktober wurde die Stadt T s ch u k i in Tschekiang erobert, wo den Japanern ungeheure Mengen an militärischen Ausrüstungsstücken und wichtigen Vorräten in die Hand fielen. Tfchuki diente drei chinesischen Divisionen als Operationsbasis. Nach Überschreiten des Tschientang-Flusies hatten die Japaner die Stadt Hangtschou in vier nächtlichen Gewaltmärschen erreicht. Als der Endangriff einfetzte, begannen die Chinesen zu fliehen, nachdem sie noch verschißene Stadtteile in Brand gesetzt hatten. Während der viertägigen Kämpfe erlitten die Chinesen beträchtliche Verluste. Die japanische Offensive in der Provinz Tschekiang hat zur Einnahme des befestigten Ortes Tsien- C h a n , 50 Kilometer nordwestlich von Nanking am nördlichen Ufer des Pangtsekiang, geführt. In Tsien- Chan befand sich bisher das Hauptquartier der Freischärler-Truppen der Tschungking-Regierung. Bauernkarren der Kolonne entgegengefahren, davor ein französischer schwerer Brauner. Sein Zug verlädt bereits Munition und Gerät. Die anderen Kompanien suchen noch nach Fahrzeugen und Pferden. Doch bald fahren hinter jeder Kompanie dieselben wunderlichen Gefechtsfahrzeuge. Die Hitze ist geradezu tropisch geworden. Der Asphalt unter den Füßen quillt breiig und klebt. Von der Straße steigt ein brütender Dunst auf. Die Blasen an den Füßen bereiten durch die Hitze unerträgliche Qualen. Die Köpfe sind gesenkt, und der Schweiß rinnt aus allen Poren. Ein einziges Labsal gibt es bei diesem pausenlosen zermürbenden Marsch: Wasser! Es fahren Kolonnen vor, die mit Eimern und Kannen sich an den Straßenrand stellen, um die' Feldflaschen zu füllen. Der Kommandeur des II Bataillons hat in einem Dorf einige Fässer Most gesunden; er steht mit feiner ganzen Meldestaffel an der Straße und läßt den Most mit Tassen, Bechern, Kannen und Wannen an die durstigen Landser austeilen. Kurz vor Gournay-en-Bray, knapp 30 Kilometer westlich Beauvais, verläßt die Division die Route nationale, die nach Paris führt, denn sie soll ja viel weiter westlich daran vorbeistoßen. Em kurzes Stück geht es auf der großen Straße nach Rouen und dann endgültig in der alten südwestlichen Richtung weiter, schnurgerade auf Les An - ein feindliches Fahrzeug eine Minensperrung gelegt haben, so wird sie schon nach kurzer Zeit gefunden, ausgenommen und unschädlich gemacht werden können. Die Wege der Linienschiffahrt werden außerdem durch Sperrbrecher täglid) abgesucht, so daß die Passagierdampferlinien in der Ostsee und den dänischen Gewässern bisher fast friedensmäßig weitergeführt werden konnten. Sobald feftsteht oder befürchtet wird, daß ein Schiffahrtsrvea durch einzelne Minen gefährdet ist, wird ein bestimmter Weg gesucht und der Schifffahrt zur Benutzung empfohlen. Verluste, besonders bei der neutralen Schiffahrt, sind bezeichnenderweise fast immer auf Nichtbeachtung der Anweisungen der deutschen Kriegsmarineftellen zurückzuführen gewesen. Die deutschen Minensuchverbände suchen indes Tag für Tag unverdrossen die chnen zugewiesenen Seegebiete ab. Jedes einzelne Boot ist als Selbstschutz mit einem Minenbaum am Bug ausgerüstet. Die vorausragende Abweiseeinrichtung bringt in den Weg kommende Minen durch Abschneiden des Ankertaues zum Auftreiben. Danach werden solche Minen meist abgeschossen. Die Boote sind beim Suchen durch Suchleinen untereinander verbunden, die ebenfalls mit Vorrichtungen zum PK. Gines der unheimlichsten Kampfmittel des Seekrieges ist die Mine. Ueberaü kann sie immer wieder erneut ausgelegt fein, um einem Feinde Verderben zu bringen. Kein Seemann weiß, ob nicht in dem so ruhig aussehenden Fahrwasser schon das Verderben für Schiff und Besatzung lauert Die großen Minensperren, die wichtige Fahrstraßen und Meeresstrecken gegen feindliche Angriffe abriegeln sollen, sind Freund und Feind meistens bekannt, denn mit Rücksicht auf die neutrale Schiffahrt werden solche Sperren sogar öffentlich angekündigt. Zu den Minen, die von Schiffen, Minenlegern, ausgelegt sind, kommen im modernen Kriege noch L u f t m i n e n , das heißt solche, die aus der Luft, von Flugzeugen, gelegt werden. Das Besondere, Gefährliche dieser Minen ist die Tatsache, daß es sich meist um magnetische Minen handelt, die nach einem neuen System funktionieren im Gegensatz zu den bisher bekannten Kontaktminen, deren- Auslösung eine direkte Berührung notwendig macht Zudem sind sie häufig irgendwohin geworfen worden, um eine stystematische Suchaktion unmöglich zu machen. Eine weitere, nicht vorausberechenbare Gefahr bilden treibende Minen, das sind solche Minen, die sich aus einer der sowohl von den kriegführenden Parteien als auch von neutralen Staaten gelegten Minensperren insbesondere während der beginnenden Herbststürme l o s r e i ß e n und eine ständige Gefahr für jedwede Schiffahrt bilden. Wie begegnet die deutsche Kriegsmarine nun dieser Gefahr? Kriegsschiffe müffen selbstverständlich mit ollen möglichen Gefahren rechnen und sind deshalb auch mit allen Einrichtungen versehen, die geeignet sind, die Minengefahr herabzumindem. Nicht aber ist dies bei Handelsschiffen der Fall. Die deutsche Kriegsmarine hat eine außerordentlich große Anzahl von Minensuchverbän- ben im Dienst, deren einzelne Flottillen fast ungeachtet von der Oeffentlichkeit nun auch in diesem Kriege wieder ihren harten Dienst bei jedem Wind und Wetter versehen. 'Neben den aktiven Flottillen sind es meist die Reserveverbände der seetüchtigen F i s ch d a m pf e r, die alle die vielen Zufahrtsstraßen in Dänemark, die Belte und den Sund, das Skagerrak und die Nordsee systematisch nach Minen absuchen und alle Fahrstraßep für die Schiffahrt sichern. Daneben gibt es in jedem größeren Hafen Hafenschutz- f l ottillen, aus ehemaligen Fischkuttern, deren Hauptaufgabe ebenfalls das unermüdliche Freifuchen der Schiffahrtswege nach Minen ist. Jedes Quadrat der Seekarte wird so regelrecht abgekämmt. Treibende Minen werden vernichtet, und sollte irgend- d e l y s zu. Unterwegs werden weitere Fahrzeuge flottgemacht. Gasmaske und übriges Gerät werden verladen. Nur die Gewehre und die MG.s zum Fliegerbeschuß müssen noch getragen werden. Nicht weit von Avesnes erfolgt dann auch der erste feindliche Fliegerangriff. Die Bomben schlagen weiter hinten ein. Unaufhaltsam geht der Vormarsch weiter. Dies war der letzte Versuch des Gegners, jene drohende Heersäule, die sich unbeirrbar mit ihrer geballten Kraft auf die Seine zu bewegte, aufzuhalten. Zu spät ist die Verteidigung vorbereitet. Die Seine fließt durch Poris, und Paris ist das Herz Frankreichs. Wir werden seine Hauptschlagader treffen. Wenn das Herz aufhören wird zu schlagen, stirbt Frankreich. Welcher französische Feldherr hat damit gerechnet, daß eine Armee auf ihn zukommt, die * tausend Kilometer marschiert ist, über 150 Kilometer angegriffen hat und dann noch einen Tagesmarsch von 70 Kilo» Rezept bei Erkältung, Grippegesahr: Kürz vor dem Zubettgehen oder im Bett möglichst heiß 1—2 Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und 1—2 gestrichene Eßlöffel Zucker mit etwa der doppelten Menge kochenden Wassers gut verrührt trinken und dann schwitzen! Zur Nachkur, und um Rückfällen entgegenzuwirken, nehme man noch einige Tage, und zwar 2—3mal täglich, einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist in einer Tasse Pfefferminz- oder schwarzem Tee. Den bekannten Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Packung mit den drei Nonnen erhalten Sie bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in Flaschen zu RM. 2,80, 1,65 und 0,90 (Inhalt: 100, 50 und 25 ccm). Vergessen Sie ihn nicht bei Ihrem nächsten Einkauf! Die Wirkung von Klosterfrau-Melissengeist Aus dem Reich. Oie Heimkehr des Elsaß. Straßburg. 20. Okt. (DNB.) Auf der ersten Kundgebung der NSDAP, in der wieder deutschen Stadt Straßburg betonte Gauleiter Robert Wagner, es sei nie die Absicht Deutschlands gewesen, das Unglück des Jahres 1918 durch Krieg wieder gut zu machen. Der Führer verzichtete auf Elsaß und Lothringen, es ist weder ihm noch einem anderen Deutschen leicht gefallen, diese alten deutschen Kulturlande aufzugeben. Deutschland wollte verzichten um der deutschen und französischen Mütter willen, die in einem 300jähriaen blutigen Ringen ihre besten Söhne füt das Elsaß geopfert haben. Doch Frankreich und England wollten es anders. Sie haben Deutschland den Krieg erklärt und nunmehr das Elsaß aufs neue und diesmal endgültig und für alle Ewigkeit an seinen rechtmäßigen Besitzer, an Deutschland, verloren. Es sei abwegig, von einer geschichtlichen Schuld des Elsaß an' dem Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland oder an dem leidvollen elsässischen Lebensweg zu sprechen. Ich bin, so erklärte der Gauleiter, gekommen, um mit allen meinen Kräften dafür einzutreten, daß das Elsaß frei wird von der Herrschaft Fremder, frei wird von einem unerhört grausamen Schicksal und für alle Zeiten heimfindet zu seiner deutschen Mutter. DteneueGesundhettsverwattmg Im „Deutschen Aerzteblatt" berichtet Ministerialdirektor Dr. Cropp vom Reichsinnenministerium über die Aufgabe der neuen staatlichen Gesundheitsverwaltung: Gesundheitsschutz — Medizinalaufsicht, Seuchenbekämpfung, allgemeine Hygiene —, die Gesundheitsvor- und -fürsorge — Vorsorge für werdende Mütter, Säuglinge,^Klein- linder, Jugendgesundheitspflege; Fürsorge für Tuberkulöse, Geschlechtskranke, Körperbehinderte, Süchtige — und die Erb- und Rassen pflege. Im Herbst 1939 wurden allein im Altreichsgebiet in 739 Gesundheitsämtern an beamteten Aerzten sowie an ärztlichem und nichtärztlichem Hilfspersonal über 23 000 Kräfte beschäftigt. Um aber allen Aufgaben, die uns nach Kriegsende im Großdeutschen Reich erwarten, gerecht werden zu können, wird eine ausreichende Anzahl geeigneter Medizinalbeamter gebraucht werden. Die bisher der Gesund- heitsverwaltung zur Verfügung stehenden Aerzte genügen bei weitem nicht. Neben Hygienikern, gerichtsärztlich vorgebildeten Aerzten, Psychiatern und Tuberkulosefachärzten werden in erster Linie ältere Aerzte gebraucht, die eine gute allgemein-ärztliche Ausblldung und praktische Erfahrung besitzen. Beide Gruppen müssen in den Staatsakademien des öffentlichen Gesundheitsdienstes vorbereitet und in Fortbildungskursen laufend unterrichtet werden. Sie müssen Idealisten sein, die für ihren Dienst an der Volksgesundheit auch persönliche Opfer wie den Verzicht auf höhere Einkünfte der freien Praxis bringen können. Auf allen seinen Arbeitsgebieten solle der neue Amtsarzt in erster Linie Erzieher des Volkes zum gesunden Leben sein. Echulbeihilfen für die Kinder öffentlicher Bediensteter. Die öffentlichen Bediensteten sind vielfach nicht in der Lage, ihren Wohnort selbst zu bestimmen, sie müssen auch häufig mit Versetzung in andere Orte rechnen. Dabei hat sich ergeben, daß die Schul- Chancen für bie Kinder öffentlicher Bediensteter nicht gleich denen der Kinder sonstiger Volksgenossen waren. Denn es gibt nicht überall ausreichend bequeme Schulmöglichkellen. Der Reichsfinanzminister hat nun eine Schulbeihilfe für die Erziehung der Kinder von Beamten, Angestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst außerhalb des Elternhauses ein- geführt. Danach kann auf Antrag für kinderzuschlagfähige Kinder neben den Kinderzuschlägen eine Schulbeihilfe gewährt werden, wenn a) am Wohnsitz des Erziehungsberechtigten oder am Unterbringungsort der Familie keine für die Ausblldung des Kindes geeignete allgemeinbildende Schule vorhanden ist, b) der tägliche Besuch der nächsten geeigneten allgemeinbildenden Schule infolge ihrer Entfernung vom Wohnsitz oder Unterbringungsort und infolge der Verkehrslage dem Kinde nicht möglich ist und deshalb c) das Kind in einem Schülerheim oder in einer Familie außerhalb des Wohnsitzes oder Ullterbringungsortes untergebracht ist. Für den Besuch einer über das Volksschulziel hinausführenden allgemeinbildenden Schule kann die Schulbeihilfe nur gewährt werden, wenn der Schul- leller bescheinigt, daß die Art der Schulausbildung nach Anlagen und Leistungen des Kindes dem Interesse der Volksgemeinschaft entspricht. Die Schulbeihilfe wird in Höhe des glaubhaft gemachten regelmäßigen Aufwandes für die auswärtige Unterkunft und Verpflegung des Kindes bis zum Höchstbetrag von monatlich 50 RM. gewährt. Sie ist unabhängig vom eigenen Einkommen des Kindes. Die Schulbei- bilfe unterliegt nicht den Gehaltskürzungen. Ihre Gewährung kommt nicht in Betracht, wenn für das erste Kind eine Ausbildungsbeihilfe oder sonstige Erziehungsbeihilfe aus öffentlichen Mitteln gezahlt wird. Llebergabe der Ost'andspende des NG.-Lebrerbundes. Posen, 19. Okt. (DNB.) Die mehrtägige Besichtigungsfahrt des Reichswallers des NS.-Leh- rerbundes, GauleiterW äch t l e r, durch den Reichsgau Wartheland fand mit einer Reichskundgebung des NS.-Lehrerbundes in Posen ihren Abschluß. Den Höhepunkt der Kundgebung bildete dre Uebergabe der O st l a n d s p e n d e der Schüler und Erzieher aus allen Gauen Großdeutschlands an die deutschen Schulen der Ostgebiete. Zum Schluß einer wiederholt von Beifall unterbrochenen Rede verkündete Gauleiter W ächt! er die Träger des „H i l f m i t"-P reifes 1939/40: 1. Max Breuel, 2. Willy Ebel, 3. Gerhard Dabel, der als Preisträger des vorigen Jahres mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Der „Hans Schemm"- P r e is für die besten Jugendbücher wurde an folgende Dichter verliehen: 1. Hans Watzlick 2. Otto Boris, 3. Frau Marianne Baumann-Scheel. — Sie nahmen die Preise aus der Hand des Gauleiters selbst entgegen. Reichsstatthaller und Gauleiter Greiser, der die Osllandsvende des NSLB. entgegennahm, sprach dem Reichswalter den Dank des deutschen Ostens und seiner Jugend, zugleich auch sür die starke Verbundenheit aus, die die Erzieherschaft des Reiches den großen Erziehungsaufgaben im wiedergewonnen Osten entgegenbringe. Weniger Eigenkapital und Tilgung bei Kleinsiedlungen. Infolge der Vergrößerung der Raumabmessungen der Kleinsiedlungen unb der Steigerung dex Baukosten an vielen Orten ist es den Siodlungsbewer- bern vielfach nicht mehr möglich, eine Eigenleistung in der bisher vorgeschriebenen Höhe aufzubringen. Mit Rücksicht darauf hat jetzt der Reichsarbeitsminister angeordnet, .daß die Eigenleistung allgemein bis auf 10 v.H., in besonderen Fällen, namentlich bei kinderreichen Familien sowie in Not- und Grenzgebieten bis auf 5 v. H. des Bau- und Bodenwertes der Sied- lungsstelle herabgesetzt wird. Der Tilgungssatz für die Reichsdarlehen wird allgemein auf 1 v. H. festgesetzt, ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens. werden für die Erfüllung der Wartezeit angerech. net und erhallen die Anwartschaft. Die Ersatzzelten stehen den Pflichtbeiträgen gleich. Den Versicherten werden nach Eintritt des Versicherungsfalles für die Zell des besonderen Wehrmochteinsatzes Steige, rungsbeträge gewährt werden, deren Höhe später noch festgesetzt werden wird. — Auch für die Krankenschwestern, Schwesternhelferinnen und Helferinnen im Sanitätsdienst, die zur Dienstleistung bei der Wehrmacht eingesetzt worden sind, ist die Sozialversicherung entsprechend der Eigenart ihres jeweiligen Dienstverhältnisses geregelt worden. Dasselbe gill für die Versicherung der Notdienstpflichtigen, der Dienstverpflichteten, der Luftschutzdienstpflichtigen und der Erntehelfer. Oer Reichsführer ff in Madrid. Madrid, 20. Okt. (Europapreß.) Der Reichs- führer ff Himmler traf am Sonntagvormittag in Madrid ein. Zu seinem Empfang waren der Außenminister Serrano Suner, Marinemimster Moreno, der Jndustrieminister Earceller und Minister Gamero de Castillo erschienen. Außenminister Serrano Suner empfing Reichsführer ff zu einer längeren Unterredung. Der Reichsführer ff begab sich dann in den Pardo-Palast, wo er mit General Franco in Gegenwart des Außenministers und des Protokollchefs eine einstündige Unterredung hatte. Am Nachmittag fand zu seinen Ehren ein Stierkampf statt. Zu Ehren des Reichsführers ff fand Sonntag abend im Gebäude des Politischen Ausschusses der Falange ein Empfang statt, zu dem Außenminister Serrano Suner geladen hatte. Aus aller Wett. „Die Schirachs". Voller Versicherungsschutz für die Soldaten. Bei der Krankenversicherung ruht während des besonderen Einsatzes des Versicherten nur die Der- sichertenkrankenhilfe, alle übrigen Leistungen werden in vollem Umfange wellergewährt. Die Familienangehörigen erhallen die gesetzlich und satzungsgemäß vorgesehenen Leistungen weiter. Sie sind ferner von der Krankenscheingebühr befreit. Die Beitragspflicht des Versicherten ruht für die Dauer seiner Einberufung. Seine Mitgliedschaft bleibt aufrechterhalten, ohne Rücksicht daraus, ob es sich um eine Pflicht- oder freiwillige Mitgliedschaft oder um eine solche bei einer Ersatzkasse handelt. Bei der Rentenversicherung und der knapp- schaftlichen Pensionsversicherung entrichten die Einberufenen für ihre Wehrmachtsbezüge keine Beiträge, werden aber so behandelt, als ob sie in ihrem bisherigen Arbeitsverhältnis verblieben wären. Die Zeiten des besonderen Einsatzes der Wehrmacht Ein Mitglied der Famllie des Reichsleiters und Reichsstatthallers in Wien, Baldur von Schirach, hat jetzt ein Buch „Die Schirachs" herausgegeben, das in Ivjähriger Forschung und Arbeit entstand. Der Verfasser, Max von Schirach, beginnt seine Darstellung im 14. Jahrhundert bei dem Bauern Georg Schierag in Schiedel in Sachsen. Der Familienname heißt später Schirack und kommt im 18. Jahrhundert zum ersten Male als Schirach vor, wo ein Pfarrer in Schiedel diesen Namen führte. Der Urgroßvater des Reichsstatthalters wurde unter Kaiserin Maria Theresia geadelt. Es bestanden also schon früher verschiedene Beziehungen der Familie Schirach nach Wien. Die Schirachs sind sächsischer Adel. HauptichrtstleUer: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptIchriMeilers. Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politü und Bilder: Dr. Fr. W. Langem für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadl Gießen, Provinz Wirticha,! u. Sport: Ernst Elumsche n. Druck uno Verlag Brühlsche Univerittätsdruckeret R. Lcm^e K. G. Verlagsleiter: Dr.°Ing. Erich Hamann- Anzeigenleiter Hans Beck. Verantwortlich iür bi»nFnbaIi derAn^eiaen'Tdeobnr.ailmm'' '1-. 'J?r.6 03558 Königsberg, den 19. Oktober 1940. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 22. Oktober, um 15 30 Uhr, in Königsberg statt. Gott erlöste heute morgen unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Brück Wwe., geb. Herpel nach längerem still getragenen Leiden im 84. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Brück Anna Leidich, geb. Brück Christian Leidich Anneliese und Ilse Leidich. Btulfdjts ^Deutscher Spattag [OKTOBER DKZMSsMVMffK GßOtzVN 4730 D 7 - -- - ' 4 - W, IäSw». v, <4 , ! ' i k , o von seinem Leben und Werk, vom Zeitalter der Schönheit undKraft,von schönen Frauen, Leidenschaften und Machtkämpfen kündet dieser Film in fesselnden Bildern. Eine der gewaltigsten Epochen der Geschichte wird hier zum packenden Erlebnis. Deutsche Wochenschau! Heute Montag u. Dienstag Nur 2 Tage Lichtspielhaus 4732A Täglich 3.30, 5.30 und 7.45 Uhr. iKrirysw Ht 194041 Der führte? 0otg4 mid) Du Dafür, daß auch dieses wlntsrhllfowerk erneut der Welt gegenüber elne Demonstration unseres unlösbaren öemelnfchastsstnnes und der gemeinsamen Pflichterfüllung wird. Mietgesuche {Stellenangebote Gesucht wird 4-5-MNM WWW Schrift!. Angeb. mit Mietangabe unter 03517 an den Gieß. Anz. Gesucht wird Wohin. 2-lletleii- Schlafziiwr (möbliert) rnög- lichstHeizungund fließend. Wasser. Schr. Ang. unt. 4734Oa.d.G.A. Keiie Driprugs- Zeugnisse, onbrrn nur Zeug«» a-schrfften dem Ve werbungtichrelben bet legen I — Lichtbilder undBewerbungSunter- lugen mfifkn lut 8et meidung von Verlusten aus der Rücheite Namen und Anschrift bei Bewerber» tragen I MdAn wegen Verheiratung des jetzig, gesucht. 03560 Prof. Bolz Hitlerwall 23. MMerlll (Berföufet) sauber und zuverlässig, v. gut. Fachgeschäft ges. Wird angelernt. Schrift!. Angeb. unter 4737D an den Gieß. 3lnz. iiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiin Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den (Heßener Anneiger iiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiii . v A l Heute Montag bis Mittwoch: diesem wunderbaren Erlebnis zu bereichern. 4731A Tätlich 3.30 5.15 5.45 7.45 iagnc HaUptfiim Woche Hauptfilm letzte Vorstellung Jugend über 14 Jahre hat Zutritt! Verklungene Melodie Ein UFA-FILM mit BR|(*|TTg ftORNEY WILLI BIRGEL Das ist kein Unterhaltungsfilm im üblichen Sinn. - Diese Geschichte einer Liebe ergreift und bewegt uns, dringt in die Tiefe unseres Empfindens, wie nur selten ein Film. Man braucht nur die Wärme des eigenen Herzens, um sich an DEUTSCH! WOCHENSCHAU! An' der Btihn e: Jwej flKCldOS Meisterequilibristen PPLAST Giessen (Stellengesuche] Unabhäng.Frau 56 Jahre, gesund und rüstig, sucht Stelle als BaiiMn. Versteht Kochen und alle Arbeit, geht auch aufs Land. Schriftl. Angeb. u. 03559 an d. Gieß. Anz. | Verschiedenes | Wer nimmt sofort 5 leere mittelgroße giften mit nach Langsdorf ? 478&D Anruf 3933. Nachlässe von z 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Stuf« nahmen einer Ameise | Vereine "~| W iMte Ab 22. 10. 1940 Beginn des Hallen-TraininS in der Turnhalle am Aulweg: Dienstag und athletik.Männer Mittwoch ab 18.30 Uhr Leichtathletik, Frauen Donnerstag ab 20 Uhr Fußball. Mehr Freude an der Natur durch Äermühler-Bücher! rr Husten N festsitz. Katarrh, alter Schleim, Asthma, Brust-, Lungen-Erkältung usw. Jung« Asthma-, Husten- Brusttee seit vielen Jahren bewährt. Spitzwegerich- Saft ab 75 Pf. Hustenkandis. -72M Kräuterhaus Jung Giefeen, in der Mäusburg Montag, 21. Oktober M0 Hr.249 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus der Stadt Gießen. Zwischen Hell und Dunkel. Zwischen Hell und Dunkel liegt die Stunde der Dämmerung. Wenn sie kommt, dann senken sich blaue Schatten aus die Stadt, die schleiergleich das Häusermeer einhüllen, so daß alle Konturen undeutlicher werden, bis sie schließlich ganz und gar verschwimmen. In diesen Herbstwochen kommt die Dämmerung von einem Tag zum anderen zeitiger. Dabei ist sie anziehender als zu jeder anderen Zeit des Jahres. Wenn bei schönem Wetter die Sonne glutrot unter den Horizont sinkt und ihren Widerschein an den Türmen und Dachgesimsen noch ein Weilchen spielen läßt, dann erfüllt sich die Luft mit jenem graublauen Dunst, den man zu schmecken scheint und der nach Herbst und Vergänglichkeit riecht. Je mehr die Sonne schwindet, um so intensiver breitet sich der Abenddunst aus, bis er sich endlich immer mehr verdichtet. Dann ist es nicht mehr weit bis zur völligen Dunkelheit, mit der die Nacht den Tag ablüft. Zuvor aber kann man das langsame Verdämmern des Tages in all seinen reizvollen Stadien beobachten. Die Schatten, die zunächst noch still in den Winkeln hockten, beginnen hervorzukriechen und erstaunlich zu wachsen. Die Geschäftsstraße hat sich in einen Halbschatten gehüllt, der alle Farben stumpf erscheinen läßt. Am Kirchturm spielt minutenlang noch ein Lichtreflex, allmählich steigt er in die Höhe, doch mit einem Male hat auch ihn die Dämmerung verschluckt. Und je mehr die Helligkeit schwindet, um so deutlicher wird der herbstliche Charakter der Abendstimmung spürbar, deren Romantik unverkennbar ist. Früher flammten dann in den Straßen die Lichter auf, deren lockende Farbigkeit dem Stadtbild eine besondere Note gab. Dieses Feuerwerk bunter Leuchtzeilen und Transparente ist heute ebenso ausgeschaltet wie die strahlende Lichtersülle blitzender Schaufenster. Dafür behauptet die Dämmerung länger als sonst ihr Feld, und wer sie beobachtet, wird finden, daß es durchaus lohnend ist, dem Spiel zwischen Hell und Dunkel gelegentlich zuzuschauen. H. Wi Sch. Bornotize« Tageskalender für Montag. Gießener Vortrags-Ring: 19.30 Uhr in der Neuen Aula der Universität Dr. Paul Rohrbach „Mit Auto, Bahn und Flugzeug durch Afrika von Nord nach Süd". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Verklungene Melodie". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße/: „Michelangelo". Ortszeit für den 22. Oktober. Sonnenaufgang 8.03 Uhr, Sonnenuntergang 18.15 Uhr. — Monduntergang 13.23 Uhr, Mondaufgang 22.38 Uhr. Beftrakung von preistreibern. NSG. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung —, Stelle für Preisbildung, hat den Inhaber einer Konservenfabrik wegen grob fahrlässiger Zuwiderhandlungen gegen die Preisvorschriften bei •her Kalkulation seiner Verkaufspreise im Unter- werfunasverfahren in eine Ordnungsstrafe von 7000 RM., eine Obstgroßhändlerin wegen unzulässiger, grob fahrlässiger Preisüberschreitungen im Unterwerfungsverfahren in eine Ordnungsstrafe von 4Ö00 RM., den Inhaber einer Möbelfabrik wegen unzulässiger, grob fahrlässiger Aenderung seiner Zahlungs- und Lieferungsbedingungen im Unterwerfungsverfahren in eine Ordnungsstrafe von 2500 RM., einen Mitinhaber einer Leberwarenfabrik wegen schuldhafter Verfehlungen gegen die Lederpreisverordnung, die hierzu ergangenen Preiserrechnungsvorschriften sowie die Preisstopverordnung im Unterwerfungsverfahren in eine Ordnungsstrafe von 2500 RM. und den Inhaber einer Lederwarenhandlung wegen grob fahrlässiger Zuwiderhandlungen gegen die Lederpreisverordnung und die hierzu ergangenen Preiserrechnungsvorschriften im Unterwerfungsverfahren in eine Ordnungsstrafe von 2000 RM. genommen. Vogelschutzmaßnahmen im Herbst. Unsere Zugvögel sind in wärmere Länder gezogen. Nur die winterharten Vögel beleben noch unsere Fluren, so die nützlichen Meisen. Sollen sie im kommenden Jahr in unseren Gärten nisten, dann müssen wir jetzt schon Nistkästen besorgen Letzter Appell an die Vernunft. Der Nationalsozialistische Gaudienst der Gauleitung Hessen-Nassau teilt mit: Von Tag zu Tag wird es jetzt früher dunkel, und damit ist es den Feindfliegern, die es nur wagen, im Schutze der Nacht ihre heimtückischen Angriffe durchzuführen, möglich geworden, schon in den späten Abendstunden ins Reichsgebiet einzufliegen. Es wird deshalb jetzt häufiger Vorkommen, daß man auf der Straße vom Fliegeralarm überrascht wird. Das Aufheulen der Sirenen ist das Signal dafür, daß in den nächsten Minuten schon Tod und Verderben die Stadt treffen können. Trotzdem jedermann weiß, daß unsere Gegner sich ein Vergnügen daraus machen, ihre Bomben inmitten dichtbevölkerter Wohnviertel abzuwerfen, verkennen doch noch viele Volksgenossen den Ernst der Lage und spazieren trotz Fliegeralarm unbekümmert auf der Straße herum, oder setzen einfach ihren Weg fort, als wäre nichts oeschehen. Da niemand behaupten kann, daß er im Unklaren darüber ist, wie er bei Fliegeralarm oder Flakfeuer zu handeln hat, bedeutet dieses Verhalten eine Disziplinlosigkeit sondergleichen. Jeder vernünftige Mensch wird schon von sich aus die vom Gesetzgeber getroffenen Anordnungen befolgen und sofort den nächstgelegenen Schutzraum aufsuchen. Die Unvernünftigen und Unbelehrbaren aber werden es von nun an zu spüren bekommen, daß es Zwangsmittel gibt, um ihnen die nötige Einsicht beizubringen. Es sind Anordnungen ergangen, daß die Polizeiorgane mit den schärfsten Mitteln gegen jeden vorgehen sollen, der durch sein disziplinloses und luftschutzwidriges Verhalten gegen die Volksgemeinschaft verstößt. Die im Luftschutzgesetz vorgesehenen Strafen sind hart und werden von nun an jeden treffen, der glaubt, sich den Anordnungen des Gesetzgebers widersetzen zu können. Die Zeit der Verwarnungen ist jetzt endgültig vorbei. Heilkräutersammiung 1940. t Großen-Linden, 20. Oft. Die von Lehrer Reck verwaltete Bezirkssammelstelle Gießen- Land der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung (RfH.) hat bis jetzt insgesamt 216 kg getrockneter Heiland Teekräuter an die Hauptsammelstelle in Frankfurt a. M. zur Ablieferung gebracht. Diese vorläufige Gesamtmenge setzt sich aus den folgenden Drogen zusammen: Himbeerblätter 54,4; Kamillen 37,8; Ackerschachtelhalm 32,7; Brombeerblätter 31,6; Schafgarbenblüten 22; Erdbeerblätter 21; Maiblumenblätter 5,8; Brennesselblätter 3,7; Spitzwegerichblätter 3; Johanniskraut 3; Erdrauchkraut 3 kg, kleinere Mengen Mutterkorn, Lindenblüten, Taubnesselblüten, Holunderblüten, Pfefferminzblätter. Die einzelnen Sammlereinheiten sind an dem Ergebnis wie folgt beteiligt: Schule Holzheim 47; Schule Watzenborn-Steinberg 45,3; Schule Allendorf a. d. Lahn 25,6; Schule Großen- Linden 25,5; Schule Leihgestern^ 19,5; Schule Heuchelheim 17,2; Schule Gröningen 16.7: Schule Lnnq-Göns 5; Schule Garbenteich 2,7; NS-Frauenschaft Grün in gen 3,8; NS.-Frauenschaft Leihgestern 2; Jungmädel Großen-Linden 5 Kilogramm. Die Sammeltätigkeit ist noch nicht abgeschlossen. Die Gauwaltung des NS.-Lehrerbundes und die Gauabteilung der RfH. haben zu nochmaliger Sammeltätigkeit nach den Herbstferien aufgerufen. Es können bis in den November hinein in erster Linie noch Brombeerblätter gesammelt werden, für die vor allem die Wehrmacht einen großen Bedarf angemeldet hat. Dazu kommt die restlose Einbringung der Hagebutten, deren Ernte wegen des hohen Vitarnin-OGehaltes der geschätzten Wildfrucht von großer wehrwirtschaftlicher Bedeutung rft J Lich, 21. Oft. Die Heilkräuter-Sammelstelle in Lich, die von Apotheker Weber geleitet wird, hat bisher 116 kg Trockengut und 15 kg frische Wildfrüchte an die Gausammelstelle des Gaues Hessen-Nassau in Frankfurt a. M.-Höchst versandt. Das Sammelgut ist aufgebracht worden von: Schule Lich 48,2; Jungvolk Li ch 10,5; Jungmädel L i ch 9,2; Schule Alb ach 4.3; Schule Birklar 18,5; Schule Dorf-Gill 20; Schule Eberstadt 9; Schule Muschenheim 7.9; Schule Steinbach 4,2 kg. und aufhängen, daß sie im Winter Zuflucht nehmen können und sich daran gewöhnen. Aus Nisthöhlen, die im Sommer bewohnt waren, müssen wir das alte Genist entfernen, weil dieses stark mit Milben und Flöhen (Blutsauger) durchsetzt ist, welche unsere Schützlinge aussaugen. Die Vögel werden dadurch sehr geschwächt und sind dann nicht mehr so widerstandsfähig. Wir dürfen auch nicht ver-gessen, daß tiefer Schnee die Vögel ihrer natürlichen Nahrung beraubt. Kerbtierfressende Kleinvögel können aber höchstens einen Tag ohne Nahrung bleiben. Wir sind dann gezwungen, sie zu füttern. Die Vorbereitungen dazu müssen schon jetzt getroffen werden. Man reinigt und füllt die Futtergeräte. Für die Singvögel sammelt man Beeren und Sonnen- blumenkerne, um sie im Winter getrocknet ausstreuen zu können. Wieviel Freude können wir mit einer Winterfütterung, mit ein paar Nistkästen uns und unsern Kindern machen, und mit ganz geringen Mitteln! Und wie nützlich sind derartige Maßnahmen, wenn sie sachgemäß durchgeführt und erprobte Geräte verwendet werden. Hitler-Jugend spielt unh singt in Frankreich. Auch Gießener Jungen und Mädel dabei. HI. und BDM. haben gemeinsam eine Spielschar aus Jungen und Mädels zusammmmengestellt, die demnächst auf Veranlassung des Oberkommandos der Wehrmacht eine Fahrt durch Frankreich machen und vor den Soldaten spielen und singen soll. Drei Tage lang waren die Jungen und Mädels in einem Lager im „Haus der Jugend" in Frankfurt zusammengefaßt, um hier gemeinsam zu proben und sich zusammen einzuspielen. Aus den verschiedenen Gebieten des Gaues batten sich die musik- und sangbegabten jungen Menschen zusammengefunden, aus Frankfurt, aus Homburg, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Gießen usw. Sie gehören den verschiedensten Berufen an, einige sind noch in der Lehre, andere haben schon ausgelernt und stehen im Beruf als Verkäufer oder a^s Stenotypistinnen, eine Laborantin befindet sich un r ihnen, eine Musiklehrerin, eine Studentin, und eine andere kam eben aus dem Arbeitsdienst und hat noch keinen festen Beruf. Alle aber verbindet die Liebe zur Musik und zum Gesang und deshalb wurden sie aus der großen Schar der Hitler-Jugend und des Bundes Deutscher Mädel im Gau ausgewählt. In voraussichtlich vierzehn Tagen bis drei Wochen soll die Fahrt durch Frankreich beginnen. Vierzehn Tage lang wird die Spielschar aus Hessen-Nassau unterwegs sein, und wir sind überzeugt, daß sie unseren "Soldaten in Frankreich viel Freude bringen wird. An der Fr^rt werden auch einige Jungen und Mädel aus Gießen teilnehmen. Frohe Stunden für unsere Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in einem hiesigen Lazarett ein Konzert, das als „Virtuose Musik" Kompositionen von Beethoven, Dvorak, Chopin, Hubay, Drdla, Sarasate und Liszt brachte. Ausführende waren die Violinkünstlerin Maxi I a g s ch i tz aus Mainz und der Klavierkünstler Willi Renner aus Frankfurt a. M. Die hervorragenden Leistungen der beiden Künstler ließen die Werke der Komponisten in schönster Weise zur Geltung kommen und begeisterten die dankbaren Zuhörer immer wieder zu so starken Bei- fallskundgebunaen, daß sich die Künstler schließlich au einer Zugabe bereitfinden mußten. Es war eine sehr schöne Veranstaltung, die den Zuhörern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Ferner gab das Musikkorps eines Seeflieger- Horstes, das sich auf einer Konzertreise auch in Gießen und Jlmgegenb aufhielt und hier mehrere Konzerte veranstaltete, den verwundeten Kameraden in beiden Reserve-Lazaretten ebenfalls je ein Konzert, womit den Lazarettinsasse» eine große Freude bereitet wurde. Die hervorragenden instru- mentalen Darbietungen wurden mit dankbarem Beifall aufgenommen; Ferner erfreute ^die Kindergruppe der Ortsgruppe Gießen-Süd unter Führung ihrer Leiterin Frau Nau die Verwundeten mit einem frohen Besuch, bei dem die Kleinen den Soldaten Blumen, Kuchen, Zigaretten und sonstige Liebesgaben überbrachten, sie gleichzeitig mit kindlich schlichten Liedern erfreuten und durch ihr frohes Geplauder beim Gang durch die Krankenzimmer köstlich unterhielten. Untere verwundeten und kranken Soldaten wußten den kleinen Besuchern herzlich zu danken. Monatsappell der Kameradschaft ehem. 116cr. Zum ersten Male trafen sich die Mitglieder der Kameradschaft ehemaliger 116er Gießen am Samstagabend in ihrem neuen Kameradschaftsheim „Pfälzer Hof" zum Oktober-Appell, der sehr gut besucht war. Kameradfchaftsführer Hans Bill begrüßte die Kameraden und beglückwünschte besonders den Kameraden Ludwig Groh, Gnauth- straße 7, der am 21. Oktober seinen 75. Geburtstag in seltener Rüstigkeit feiern kann. Kamerad Groh diente von 1883 "bis 1^86 aktiv im Gießener Regiment und widmete über 40 Jahr seine Kraft als Oberpostschaffner dem Staate. Kamerad Bill legte dann in längeren Ausfüh. rungen die Gründe bar, die zur Verlegung des Vergessen Sie nicht Ihr Los zur 4. Deutschen Reichslotterie Ziehungsbeginn schon morgen! 4726d Kameradschaftsheimes führten, und die von den Kameraden gebilligt wurden. Weiter gab er das Ergebnis der letzten Sammlung für Kinder- und Waisenheime bekannt, das gegenüber dem Ergebnis des Vorjahres um das Doppelte höher war. Er dankte allen denen, die sich für die Sammlung einfetzten, dankte aber auch den freudigen Gebern. Den Hauptteil der Tagesordnung füllte eine ein- gehende Aussprache über die mit erhöhter Tätigkeit durchzuführende Propaganda- und Werbetätigkeit, zu der von der Kameradschaftsleitung Richtlinien gegeben wurden. Die Werbung geht in der Folge streng noch den von der Reichskriegerführung gegebenen Richtlinien vor sich, so baß die Kameradschaft ehemaliger 116er als wahre Pflegestätte soldatischen Geistes und soldatischer Kameradschaft weiterbestehen wird. Anschließend berichteten die verschiedenen Warte über ihren Tätigkeitsbereich, und manche Anregungen wurden seitens der Kameraden gegeben, die den Referenten fernerhin ihre Arbeiten erleichtern werden. Am Schluffe des dienstlichen Appells gedachte der Kameradschaftsführer der Toten des großen Krieges und derjenigen Kameraden, die in diesem Kriege ihr Leben gaben für das neuerftanbene Groß, beutfche Reich. In dem anschließenden kamerabschaftlichen Teil erzählte Kamerad G l a g 0 w in humorvoller Weise, wie er 1918 in französische Gefangenschaft geriet und seine Erlebnisse in ihr. Neben den wenigen schönen Stunden, die sich die deutschen Gefangenen trotz allem Ernst und Elend selbst bereiteten, machten seine Ausführungen über die mehr als dürftige Lebensweise und die schmachvolle Behandlung deutscher Soldaten in französischer Gefangenschaft tiefen Eindruck auf die Zuhören ** NS.-Frauenschaft — Deutsches Frauenwerk, Gießen - Ost. Der Gemein- fchaftsabenb findet statt: Donnerstag, 24. Oktober, für die Zellen 1, 2 und 3; Freitag, 25. Oktober, für die Zellen 4, 5, 6 und 7, jeweils 20 Uhr im Gasthaus „Germania". Es läuft ein Film des Raffen- politischen Amtes. — Kindergruppe: Der erste Nachmittag findet am kommenden Mittwoch wieder statt. Treffpunkt pünktlich 15 Uhr Neue Pestalozzi- schule. Dort Abmarsch ins neue Heim 15.10 Uhr. ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am heutigen Montag, 21. Oktober, begeht der Oberpost- Gießener Konzeriverein. Klavierkonzert Wilhelm Backhaus. Zu einem Erleben stärksten Ausmaßes und höchster Intensität wurde der Sonatenabend von Wilhelm Backhaus, in seiner unvergleichlichen Einmaligkeit sich absondernd von der Reihe anderer Veranstaltungen. Vier Sonaten in einem ständigen Sichsteigern bis zur Monumentalität der Hammerklavier-Sonate waren äußerst anspannend für den Hörer, aber doch fesselnd und bannend bis zum letzten Akkord. Denn es geht von B a ck h a u s eine außerordentliche suggestive Kraft aus, die mit Recht Disziplin vom Hörer fordert und ihn zum Folgen zwingt. Ruhig, fast gelassen erscheinend, wartet er bis alle ihm die notwendige Aufmerksamkeit erweisen; denn ein unerbittlicher strenger Ernst erfüllt ihn Beim Vortrag änbert sich kaum bas äußerliche Bilb, frei von allem, was nur an Pobiumsgeste erinnern könnte. Nur dem Werk ergeben, laßt er dieses m feiner inneren Kraft erwachen, aufbluhen und sich in her Schönheit feiner Gestalt, in der zwingenden Logik feines Aufbaues, in der Tiefe feines Seelischen sich entfasteu und ausbreiten. Bei diesem Künstler sind die Werk und Vortrag bedingenden Faktoren in harmonischem Ausgleich zu letzter höchster Reife entwickelt So münden instrumentales Können mu- fikalifche Gestaltungskraft und em tief« Menschentum in wundersamem, gegenseitigem DUichdrmgen zur höchsten Einheit, die das Werk als Ganzheit, als idealen Organismus erstehen laßt und all die Dielen Fragen nach den Emzelfahigkeiten des Vor tragenden von nornfierem ausscheidet. weil hier das Ideal feine höchste Realität gefunden bat. Die Art wie Backhaus das Werk zur Klang- werdung 'führt, ist dennoch eigenartig ^pragt. Scheinbar im Augenblick werdend, tn schlichter A fchaulichkeit ersteht es als eine 3mproDb fation. Seine Durchgliederung, die selbst das Schwierigste und Komplizierte klar, em sack, natürlich e - f-Heinen läßt, ersteht aus dem Pulssch °g des Wer tes. Zur Schaffung der mneren Kontrafte bedien sich Backhaus wemger der dem Spieler ui Hanb gegebenen äußerlichen Mittel ber Phrasierung und ber bynamischen Ausstusungen; bei ihm wirb bas Zeitmaß in seiner mannigfachen Mobifizievung zum Schlaglicht für bie organischen Entwicklungen ber Thematik. So wirb sein Spiel über bie bloße Wiebergabe bes Werkes hinausgehoben zu einem Erschaffen, bas alle bie seelischen Hintergrünbe zu letzter Auswirkung lebenbig werben läßt. Jeder einzelnen Sonate gibt Wilhelm Backhaus bas ihr nach ber Stilperiobe Zustehenbe. Neckisch, fein gegliebert, bie F-d u r = <5 0 n a t e mit ihrem Kopfsatz, bei fülligem Aufblühen ber breitgeführten Kantilene. In bem f-moll-Allegretto würbe das sich ankünbenbe Dämonische road)r und burschikos gab sich bas Presto. Das allmähliche Werben im Eingang ber Es-dur»6onate fesselte ebenso wie bas Scherzo mit seinen vielfältigen pointierten Einzelheiten. Jrn Menuetto hielt er sich abseits von ber bei biefem Satze häufig zu treffen- senden Sentimentalität; herb unb boch in Schönheit spannte er ben meblodifchen Bogen. Der letzte Satz mit seinem Drängen mürbe zur Coba hin zu einem Klangwunber. — In der Walbstein- Sonate würben bie klanglichen Kontraste bes ersten Satzes überaus wirkungsvoll. Die Einleitung zum Ronbo war von einer inneren Spannung, die sich ständig erhöhte unb steigerte, burchzogen, unb gerabezu bannend war ber Uebergang zum Ronbo, besten Eingangsthema wie aus einer andern Welt erschien unb besten Durchführung bei den Hörern Stürme höchster Begeisterung weckte. _ Die B-dur-Oonate op. 106 wurde in ihren inneren Entwicklungsstabien bes Kopfsatzes zu lichtester Klarheit, bie ber Aufnahmefähigkeit bes Hörers äußerst entgegenkam, geführt. Das breit gebehnte Abagio mürbe in ber Vielgeftalt feiner melodischen Abmanblung burch den Vortrag zu letzter Tiefe.erschlossen, unb somohl in ber lieber- Leitung zum Finale mit ihren rhapsobischen Ansätzen, mie auch in ber Fuge erwuchs ein Kamps ber Kräfte im Licht ber thematischen Schattierung unb einer bis zum Letzten sich erstreckenden plastischen Deutlichkeit ber inneren Struktur. Der Dank ber Hörer steigerte sich nach ben einzelnen Gaben zu außergewöhnlicher Form. Hermann Hering. Erstaunliches Erlebnis eines berühmten Mannes. E b i f 0 n , ber ber Menschheit so viele erstaunliche Erfinbungen geschenkt hat, wurde einmal, als er schon ein alter Mann war, von einem Besucher gefragt, welches fein erstaunlichstes Erlebnis gewesen sei. Die beiben saßen in Edisons Rauchzimmer, unb über ihnen hing bas Bilbnis eines Knaben, ber einen Pack mit Zeitungen unter bem Arm trug. „Das bin ich", sagte Edinson „Ich war damals Zeitungsjunge, und ich arbeitet mich zu ber Würbe eines Zeitungsverkäufers in einem Zuge heraus, ber zwischen Saginaw unb Detroit verkehrte. Mit einem Pack Zeitungen unter dem Arm lief ich durch den Zug, als ein Mann mich aufhielt. Eine lange Zigarre hing aus dem Winkel seines Mundes. Ein Neger saß neben ihm. „Junge, was bringst Du?" fragte er. „Zeitungen", antwortete ich. „Wie viele hast Du?" „34 Stück". „Schmeiß sie zum Fenster raus", befahl er. „Ich bezahle alle". Schon flatterten bie Blätter durch das offene Fenster. Träge wandte er sich zu dem Neger und sagte in befehlendem Ton: „Nicodemus, rechne mit bem Jungen ab!" Der Farbige bezahlte mich. Ich ging in meinen Verschlag zurück unb überlegte, ob ich es noch einmal versuchen sollte. Ich kehrte in ben Rauchwagen zurück mit einem Stapel von Zeitschriften, ben ich kaum schleppen konnte. Keine einzige ließ ich liegen. Mein seltsamer Kunde sah mich kommen. „Hallo, Junge", rief er. „Was bringst Du?" „Zeitschriften". „Wieviel?" Ich gab bie Ziffer an. „Schmeiß sie alle zum Fenster raus." Ich tat es. Unb so würbe bie ganze Strecke mit Literatur gepflastert. „Nicobemus, rechne mit bem Jungen ab" befahl mein verrückter Freund aus bem Süden. Ich begriff die Situation. Mein Kunde hatte wohl auf irgend eine Weise viel Geld gemacht unb vergnügte sich jetzt bamit, bie Leute in Erstaunen zu setzen. Ich schoß nach meinem Verschlage zurück. Er war noch halb voll mit Sensationsromanen, und viele von ihnen waren bereits vergilbt, weil ich sie nicht absetzen konnte. Der Schaffner half mir, alles auf meine Anne zu laben. Keuchend schleppte ich die Last in den Rcruchwagen. Wieder dasselbe Spiel. Es dauerte einige Zeit, bis ich meine ganze Bibliothek herausgefeuert hatte. Meine Rechnung wurde voll bezahlt. Ich kehrte nach meinen leeren Derschlag zurück. Da hatte ich noch die paar Kästen stehen, in denen ich meine Zeitungen, Zeitschriften und Bücher aufzubewahren pflegte. Auch die brachte ich zu dem Manne, und er befahl mir; „Wirf sie aus dem Zuge". Ich schleppte sie auf die Plattform und stieß sie herunter, eine nach der andern, Nicodemus zahlte mir, was ich dafür forderte. Ich hatte bas beste Geschäft meines Lebens gemacht unb genug Gelb erworben, um mich nun anderen Dingen au- zürnenden ..." C. K. Zeitschriften. — Das Oktoberheft ber Zeitschrift „Neues Volk" (Verlag Berlin SW 68) bringt u. a. einen anregenb bebilberten Aufsatz „Von Geschlecht zu Geschlecht", ber sich mit Sippenpflege unb Sippen« oerbänben beschäftigt. Besonbers aufschlußreiches Bilbmaterial, zusammengestellt aus französischen Zeitschriften, illustriert ben aktuellen Beitrag „So sieht Frankreich bie schwarzen Franzosen" von Walter Mertzig. Weiter lieft man einen Gebenkartikel für bie Opfer bes Bromberger Blutsonntags, einen Beitrag „Wartheland — Bauernland" unb eine interessante, anschaulich illustrierte Gegenüberstellung „Waffen einst und heute" von Dr. Max Domschke. — Das große Wintermoben-Heft ber „M 0 - b e n w e l t" (Deutscher Verlag, Berlin) zeigt auf vielen, zum Teil bunten Seiten in Photos unb Zeichnungen bie neue Mobe dieses Winters. Das schöne Heft bringt nach einem einleitenden Artikel über bie Winte-mode 1940 130 reizende Mobelle für jede Tageszeit. Man findet Praktisches unb Elegantes, Kleider, Komplets und Kostüme, Mäntel verschiedenster Art, auch mit Pelzbesatz, Blusen, Hüte, sportlicke Kleidung, Modelle für Vollschlanke usw. usw. Auch allerlei Strickkleidung wird gezeiat und viele Vorlagen für Kinder. Gin paar hübsche Puppenkleiber beschließen fragt Heft. schaffner a. D. Ludwig Groh, Gnauthstraße 7 wohnhaft, in bester Frische seinen 75. Geburtstag. Dem Jubilar, der durch seinen früheren Dienst als Postbeamter und auch als ehemaliger 116er in weiten Bevölkerungskreisen bekannt und beliebt ist, gelten auch unsere Glückwünsche zu seinem heutigen Geburtstage ** Kriegsauszeichnung. Der 19jährige Gefreite Theodor Gilbert, Bergstraße 30 wohnhaft, in einer Panzerjäger-Abteilung, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2 Kl und das Derwundeten-Abzeichen. ** Gin kleiner Dach st uhlbrand entstand am gestrigen Sonntag früh morgens gegen 4 Uhr in dem kleinen Bau einer Trockenkammer der Firma W e l l h ö f e r in der Marburger Straße. Die sofort eingreifende Feuerwache konnte den kleinen Brand durch energische Bekämpfung bald lokalisieren und damit weiteren Schaden verhüten. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Aus der engeren Heimat. Ein Mann tot aufgefunden. In dem Autounterstellraum neben einer Jagdhütte in der Gemarkung Echzell (Wetterau) wurde am gestrigen Sonntagnachmittag ein Mann erschossen aufgefunden. Dem Toten lag das Gewehr zwischen den Beinen. Die Jagdhütte gehört einem Frankfurter Jagdpächter. Wer der Tote ist und welche Todesursache in Betracht kommt, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Die Ermittlungen sind heute früh noch im Gange. Landkreis Gießen = Lich, 20. Oktober. Metzgermeister Hermann Rau von hier, seit Kriegsbeginn Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment, wurde für „persönliches tapferes Verhalten und für den kühnen Angriffsgeist seiner gesamten Gruppe" in den Kämpfen vor Dury das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Der Ausgezeichnete wurde in diesen Kämpfen verwundet und befindet sich nach längerer Lazarettbehandlung zur Zeit beim Ersatztruppenteil. Abwartende Börse. Frankfurt a. M., 18. Okt. Die Börsenlage ist in dem letzten Berichtszeitraum etwas undurchsichtig geworden. Die Anlagesuchenden sahen sich veranlaßt, angesichts der stark auf- und abschwellenden Kursbewegungen und im Hinblick auf die dadurch ausgelösten Erörterungen sich eingehender mit dem gegenwärtigen Kursstand und der Rendite zu^ befassen, unb sie gingen vielfach zu Realisationen über. Die in der letzten Zeit am Aktienmarkt überaus stark erhöhten Werte gaben daher mehrprozentig nach, zumal auch die Kulisse zu Abgaben schritt. Aber auch zu dem ermäßigten Niveau zeigte man vielfach keine größere Unternehmungslust mehr, und da auch die Aufnahmewilligkeit nachgelassen hat, kam es im Wochenverlauf überwiegend zu weiteren Kursabbröcklungen. Betroffen wurden so gut wie alle Märkte. Weniger stark wurden Montanwerte berührt, die an und für sich schon seit Monaten eine stabilere Entwicklung zeigten. Rückläufig waren vor allem Bauaktien, Chemiewerte, Elektroaktien. Eine Sonderbewegung hatten Autowerte. Ein Dementi der Adlerverwaltung, wonach keine Kapitalerhöhung beabsichtigt sei, löste einen scharfen Rückschlag in diesem Papier aus, bei Daimler wurde die Kapitalerhöhung inzwischen bekannt, so daß der Kurs auf leicht ermäßigter Basis sich gut halten konnte, auch bei BMW. ergaben sich keine größeren Veränderungen. Auffallend ist die Bewegung bei Scheideanstaltaktien, die sich bei 275 bis 276,5 hielten und von der Gesamtstimmung kaum beeinflußt wurden. Am Rentenmarkt sind die 4-v. H.-Reichsschätze von 1940 Folge 6 ziemlich ausverkauft, so daß das Interesse sich mehr den 4,5-v. H.-Papieren zuwendet, in denen größeres Material angeboten wird. Bei Pfandbriefen gelangten erstmals 4-v. H- Emissionen der Pfälzischen Hypothekenbank zur Notiz, die Erstnotiz stellte sich für 4-v. H.-Pfandbriefe aus 99L, für 4-v. H.-Kommunalobligationen 99,25 v H. Die 4,5-v. H.-Emissionen waren wiederum überwiegend wegen Materialmangels gestrichen Geld. Das an diesem Markt herauskommende Material ist nicht nennenswert, während die Nachfrage unvermindert stark ist. Jndustrieobligationen lagen meist uneinheitlich bei kaum größerem Geschäftsumfang. In Staotanleihen gaben die Kurse eher noch leicht nach. Im Freiverkehr wurden Kupferberg Sekt mit zirka 150 genannt, die Kapitalerhöhung wird nunmehr durchgeführt. Frankfurter Handelsbank- aktien taxierte man zuletzt mit zirka 90 nach 72. 9 Jt.-tfpari Festlegung der Winterarbeit beim Fachamt Leichtathletik. In einer Arbeitstagung der Dereins-Uebungs- leiter am gestrigen Sonntag, die unter der Leitung des Bezirksfachwartes für Leichtathletik Himmel- m a n n stann, wurden die Pläne für die kommende Arbeit in der Leichtathletik festgelegt. Im Mittel- iunkt der zur Besprechung stehenden Punkte stand >ie Winterarbeit. Zu Beginn begrüßte der Bezirksfachwart für Leichtathletik die Lehrgangsteilnehmer und wies in seinen Einleitungsworten darauf hin, daß zur För- derung der Leichtathletik in unserem Bezirk die Arbeit mit größter Intensität durchgeführt werden müsse. Dazu sei in besonderem Maße eine gute und planmäßige Winterarbeit notwendig. Es konnte alsdann die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß die hierzu notwendigen Uebungshallen überall zur Verfügung stehen. In engster Zusam- menarbeit mit der Partei, der Hitler-Jugend und dem BDM. wird es möglich sein, den Uebungsbe- trieb alsbald aufzunehmen. Eng verbunden mit der Winterarbeit wird die Lehrgangstätigkeit sein. Es wurde festgelegt, daß bereits im November ein praktischer Lehrgang für die Dereins-Uebungsleiter in einer Halle durchgeführt wird. Don diesem ausgehend werden alsdann in den einzelnen Kreisen Üebungsstunden in den Vereinen ab gehalten. Damit wird es dann möglich sein, für alle Vereine — insbesondere die ländlichen — einen festgefügten Arbeitsplan zur Durch- führung kommen zu taffen. Während der Winterarbeit soll aber der Wettkampf nicht ganz vergessen werden. Durch das Fachamt Leichtathletik werden im bevorstehenden Winter zwei große Hallensportfeste durchgeführt. Dazu kommen die vom VfB.-R. Gießen in Aussicht genommenen monatlichen Hallenveranstaltungen, so daß auch dem leistungssteigernden Wettkampf hinreichend Rechnung getragen wird. Eine weitere Förderung wird die Leichtathletik in unserem Bezirk dadurch erhalten, daß in Gießen Lehrgänge für die besten Werfer und Stoßer aus dem Bereichsgebiet durchgeführt werden. Abschließend wurde über Wettkampfbestimmungen und Kampftichterftagen gesprochen. Eine allgemeine Aussprache beschloß die Arbeitstagung. 10 Tore in München. Länderkampf Deutschland - Bulgarien 7:3 (3:2). Der dritte Fußballänderkampf zwischen Deutschland und Bulgarien, der am Sonntag vor über 30 000 Besuchern in München vor sich ging, wurde von Deutschland mit 7:3 (3:2) Toren siegreich gestaltet. Die deutsche Elf zeigte sich ihrem Gegner spielerisch eindeutig überlegen, was dann auch in einer klaren Trefferspanne seinen Ausdruck fand. Die deutsche Abwehr war zwar nicht ganz frei von Schwächen, aber insgesamt hat sie doch ihre Sache aut gemacht. Als sehr schußfreudig und durchschlagskräftig erwies sich der deutsche Sturm, und hier war es vor allem der Stuttgarter Conen, der sich mächtig einsetzte und mit vier Treffern Deutschlands erfolgreichster Torschütze war. Die bulgarischen Gäste kämpften mit großem Einsatz und nutzten einige gut herausgespielle Torgelegenheiten geschickt aus. In der zweiten Hälfte hatten die Gäste zeitweise nur neun und zehn Spieler im Feld, was auf das Endergebnis sicher nicht ohne Einfluß war. Den Torreigen eröffnete nach 12 Minuten Gärtner, dann hatte Kupfer mit einem Bombenschuß aus dem Hinterhalt Erfolg, und schließlich verwandelte Conen einen Handelfmeter zum 3:0. Ueberraschend kamen die Gäste durch Nantoff und Angeloff bis zum Seitenwechsel zu zwei Gegentoren. Nach der Pause schraubte Conen durch drei Prachttore das Ergebnis auf 6:2, ehe die Gäste durch Angeloff einen dritten Gegentreffer anbringen konnten. Den Torreigen beschloß dann Lehner mit einem siebten deutschen Treffer. — Schiedsrichter war der Ungar Kiß. Der gestrige Handballionntag. Die Ergebnisse der pflichtipiele. Verelchsklosse Tv. Dornholzhausen — Tv. Hörnsheim 10:3 (4:3) Tv. Lützellinden — Tv. Katzenfurt 4:4 (2:3) Tv. Hochelheim — Tv. Kirchgöns 11:6 (5:3) Tv. Garbenheim — Mtv. Gießen kpfl. f. Garbenheim Bei Halbzett war das Spiel in Dornholzhausen noch keineswegs entschieden. Es gab auf beiden Seiten recht gefällige ßeiftnmgen, die den Spielausgang vollkommen offen erscheinen ließen. Nach der Pause änderte sich das Bild grundlegend. Hörnsheim ließ stark nach, während Dornholzhausen zur Hochform auflief. Lützellinden versäumte es wieder einmal, einen ordnungsgemäßen Spielbericht durchzusagen, so daß nur das Spielergebnis gebracht werden kann. Trotzdem Hochelheim nicht in der Form des Dorsonntages spielte und die Arbeit der einzelnen Mannschaftsteile — besonders des Sturmes — Mängel aufwies, langte der Einsatz zu einem Sieg, der allerdings nicht zuletzt dem Umstand zuzuschreiben ist, daß Kirchgöns durch sein übertriebenes Jnnen- spiel viel von seiner sonstigen Durchschlagskraft ein- büßte. Im übrigen muß gesagt werden, daß die gegnerische Hintermannschaft der beste Teil der Einheit war und immer wieder rettend eingriff. Mtv. Gießen leistete sich den Scherz und trat nur mit 7 Spielern an. Es ist nun schon der zweite Fall, der Garbenheim — beidemal gegen Gießen — ohne Spiel ließ. L unb IL Klasse. Tv. Wetzlar — Tuspo W.-Niedergirmes 9:5 (5:3) Tv. Krofdorf — (Brüninaen 9:7 (3:6) Tv. Garbenheim II — Tv. Nauborn 3:6 (1:3) Tv. Lich — Tv. Beuern 11:5 (5:2) Tv. Großen-Linden — To. Lang-Göns kpfl. f. L. In Wetzlar gab es ein Lokaltreffen, an dem alles dran war. Beide Mannschaften spielten in Hochform und haben durch ihre Spielweise den Grundstock für eine wettere Aufwärtsentwicklung des Spieles in Wetzlar gelegt. Grüningen brach — an einer Schiedsrichterentscheidung Anstoß nehmend — das Spiel kurz vor Schluß unter Protest ab. Die Bezirksspielleitung wird in einer Verhandlung die Gründe klären müssen. Nauborn gewann in Garbenheim verdient. Lich ist im Kommen. Das mußte diesmal auch Beuern erleben. Auf jedep Fall war die Mannschaft gegenüber ihren sonstigen Leistungen nicht wieder zu erkennen, und sie gewann, wie sie wollte. Tv. Hochelheim erhielt die Ehrennadel des 7ISNL. Im Auftrage der Bereichsführung überreichte der Leiter des Fachamtes Handball im Bezirk Gießen, L u h, in einer kurzen Feierstunde 14 Handballern des Tv. Hochelheim die Ehrennadel in Bronze. Die Verleihung ist erfolgt aus Grund der Verdienste, die sich die Einheit bei den Spielen des letzten Jahres erworben hat. In grundlegenden Ausführungen ließ Bezirks- achwart Luh noch einmal die einzelnen Veran- taltungen vor den Augen der Anwesenden erstehen, prach von der Kameradschaft, die die Mannschaft groß gemacht hat, und dankte den Vereinsmitglie- dern im allgemeinen, sowie den örtlichen Stellen (Ortsgruppenleiter und Bürgermeister) im besonderen für das immer wieder bewiesene Interesse. Ganz besonders hob er die vorbildliche Arbeit des Spielwartes Lang und des Betreuers der Mannschaft, H e d r i ch , yervor. Ihre Arbeit hat, wie fest- aestellt wurde, reiche Früchte getragen, sie fjat sich bewährt und den Beweis erbracht, daß man nur dort vorwärtskommen kann, wo Männer am Werke sind, die sich ihrer Aufgaben bewußt.wurden. wntenfiefle im Tschammer-Pokal. In der IV. Schlußrunde des Tschammerpokal» Wettbewerbes haben sich die Favoriten durchgesetzt, und so werden nun der Pokalverteidiger 1. F C. Nürnberg, der Pokalsieger von 1939 Rapid Wien, der Niederrheinmeister Fortuna Düsseldorf und der Sachsenmeister D r e s d n er S C. am 10. November um den Eintritt in das Endspiel kämpfen. Den eindrucksvollsten Sieg errang wohl Rapid Wien, gelang es doch der „Binder-Elf", den Schalke-Bezwinger Spvg. Fürth mit nicht weniger als 6:1 (2:1) Toren aus dem Rennen zu werfen. Die Ostmärker waren in glänzender Form unb ließen den Fürthern zur Freude der 15 000 Rapid- Anhänger nicht die geringste Chance. Als sehr schuß- freudig erwies sich „Bimbo" Binder, der allein vier von den sechs Treffern erzielte, obwohl sein Gegenspieler Schneider war. — Zahlenmäßig höher als Rnpid gewann der Dresdner SC. in Königsberg gegen den Ostpreußenmeister, nämlich mit 8:0 (3:0) aber man hatte von vornherein mit einem eindeutigen Erfolg der Sachsen gerechnet. — Pokal- meister 1. FC. Nürnberg hatte Mühe, gegen Schwarz- Weiß Essen einen 2:1- (0:1) Sieg sicherzustellen, aber es war doch ein ziemlich einseitiger und auch wenig schöner Kampf, weil die Essener von vornherein ihr Heil in der Verteidigung suchten. — Hart umstritten war der Wuppertaler Kampf zwischen Fortuna unb bem Wiener SC., ben bie Rhein- länber knapp unb glücklich 2:1 (1:0) gewannen. Ohne ben roieber einmal überragenben Janes wären wohl die Fortunen gegen bie im Feld oft tonangebenben Ostmärker gescheitert. „FE. Teutonia" Wahenborn-Gteinberg ID.-Steinberg I — DfB.-K. Gießen I 3:1 (2:0). HL-Steinberg 3gb. — Großen-Linden 3gb. 1:1. Eine ansehnliche Zuschauermenge war gestern auf bem Sportplatz an Der Neumühle Zeuge eines temperamentvollen Spieles. Leiber war der angesetzte Schiri nicht zur Stelle; beide Mannschaften' einigten sich auf Schiri Paul Z i tz e r vom VsB.-R. Gießen. Während die Gäste ihre Mannschaft durch die Urlauber Leutheuser unb Erw. Heß verstärkt hatten, stellten die „Teutonen" folgende Elf: Heß; Schmandt, Fett; O. Burger, Hedrich, L. Buß; Schäfer, Heil, Schmitt, Häuser, Harnisch. Die Platzmannschaft hatte zunächst stets leichte Vorteile im Feldspiel. Sofort wurde der Linksaußen Harnisch eingesetzt, der vom rechten Verteidiger der Gäste zu Fall gebracht wurde. Der Strafstoß brachte nichts ein. Kurze Zeit darauf dasselbe Bild. Wiederum konnte der fällige Strafstoß nicht verwandell werden. Die Hintermannschaft der Teutonen, und hier insbe falbere Fett, schickte mit weiten Vorlagen den Sturm immer roieber gum Angriff nach vorn, boch lediglich zwei Eckbälle waren vorerst die Ausbeute, dis Harnisch mit Schrägschuß Rohm im Tor der Gießener zum ersten Male schlug. In der Folge wurden vom Einheimischen Sturm vier sicher erscheinende Erfolge knapp verschossen. Dann spielten sich Funk unb Heß durch bis in den Strafraum der Teutonen. Hedrich gewann hier den Zweikampf. Der Ball kam vor das Tor der Gäste. Rohm sprang nach dem hohen Ball, aber der Mittelstürmer Schmitt der Watzenborn- Steinberger sprang noch höher unb köpfte zum zweiten Tor ein. Je zwei Ecken auf beiden Seiten wurden abgewehrt, bann pfiff der Schiri zur Pause. Nach Seitenwechsel kamen die Gießener vorerst etwas besser auf. Der junge Ersatztorhüter der. Steinberger zeigte sich von der besten Seite. Nach zehn Minuten waren sich beide Mannschaften irn Feldspiel gleich, und dem Halblinken Häuser blieb es vorbehalten, eine lange Vorlage am Gästetorhüter vorbei zum 3:0 einzulenken. Funk schoß einen Strafstoß hoch über das Tor. Dann aber kam DfB.-R. zu seinem Tor, und zwar durch Verwand- lung eines Eckballes, vom Linksaußen schön geschossen unb vom Rechtsaußen eingeköpft. Dann hatten bte Teutonen nochmals Glück, als Fett zur Stelle war unb einen Ball, der dem leeren Tor zurollte, noch zum Eckball treten konnte, der dann abgewehrt wurde. In den letzten zehn Minuten des Spieles legte sich Gießen nochmals kräftig ins Geschirr, doch zu weiteren Treffern langte es nicht. Vorher standen sich die Jugendmannschäften von Watzenborn-Steinberg und Großen-Linden gegenüber, die sich 1:1 trennten. Das Resultat stand bereit s bei Halbzeit fest. Die Jugend der Teutonen hat in letzter Zett etwas an Spielstärke verloren. 3000Kilometer Liebe Roman von Olly Boehetm 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Das Segel flatterte leicht. Die Bucht von Rcttt- wick mit Der schimmernden Kirchturmkuppel hielt den Wind ab. War Maria nicht tausendmal glück- licher als sie, die vielbeneidete Dera Derries? Heute früh im strahlenden Sonnenglanz hatte sie vor ihrem Toilettentisch das erste graue Haar in ihrem glatten tiefschwarzen Scheitel entdeckt. Dann hatte sie die unbarmherzige Frühlingssonne zu Rate gezogen, und fast selbstquälerisch die winzigen Fältchen um Augen und Mund betrachtet. Der kleinste Hauch von Puder schon deckte sie zu, aber sie waren da, eine kleine schmerzhafte Mahnung. Ihr Körper war noch immer der eines jungen Mädchens, schlank, fast zerbrechlich zart, mit hohen langen Beinen und fester Brust. Vera lenkte ihr Boot von der Bucht weg in den See hinein. Wie riesengroß und blau war er! Die Ufer verschwommen weit im Horizont. Sie reifte zum erstenmal in Schweden. Ihre Gastspiele hatten sie durch viele Länder geführt. Zuletzt war sie einige Jahre in Amerika gewesen, und Marig schrieb ihr, sie solle doch bald nach Hause kommen. Sie hätte sich inzwischen zwei weitere Babys geleistet, und man sei drauf und dran, Vera in Deutschland zu vergessen. Ja, das Publikum vergaß schnell. Dann hatte sie, ihrem alten Wandertriebe folgend, nach kurzem Aufenthalt in Deutschland plötzlich Lust bekommen, die skandinavische Halbinsel kennenzulernen. Es war ein leichtes, den Sommerurlaub mit ein paar Gastspielen zu ver- binden. In den nächsten Tagen sollte sie in Göteborg tanzen, bann in Stockholm, und anschließend wollte sie weiterfahren durch das Land der vielen Seen und der großen Weiten bis nach Oslo. Das Segel spannte sich unb riß Dera aus ihren Träumen. Die schwarze Wolke hatte sich zu einem ganzen Heer von Tintenfischen vergrößert unb stand drohend am blauen Himmel. Vera dachte Daran, zu wenden, da riß eine Bö bas Boot herum. Mit knapper Not entging sie einer Halse. Jetzt gab es nur noch eins: auf unb davon mit bem Wind. Der See würbe langsam schwarz. Die Wolke stand wie von unsichtbaren Häfiden festgehalten über bem Wasser, unb peitschte nur hin und roieber einen heimtückischen Winbstoß über ben See wie ein Riese, der erst ein bißchen tändeln will, ehe er sein Spielzeug zerbricht. Plötzlich stand dieser Wind auch still, unb bas schwarze Wasser schwieg wie in heimlicher Erwartung. Die Ufer waren weggewischt. Es gab nichts als ben bunklen glasglatten See, unb ben zornigen Himmel, ber in verzauberter Lautlosigkeit wartete. Dos Segel würbe schlaff, als hätte es keine Lust mehr, bas Boot vorwärtszubringen. Eine seltsame Angst stteg aus bem Wasser und griff ber Frau ans Herz. War sie wahnsinnig geworden, allein auf den See hinauszusegeln, der als gefährlich bekannt war, dessen Ufer sich am Horizont verloren, der weit war wie das Meer und einsam wie das Ende ber Welt? Vera hatte noch nie in ihrem Leben eine so atemraubenbe Angst empfunben wie bieses Grauen, das aus ber Tiefe bes Wassers stieg. Der samtene Wolkenteppich wurde immer dichter. Plötzlich zerriß ihn ein Blitz, und mit dem Donner wachte der Sturm auf. Er trieb die Wellen vor sich her wie eine fliehende Lämmerherbe. Er brach so plötzlich los, baß Vera ihn förmlich heranbrausen sah, wie er mit roütenbem Atem die Wellen zu Schaum kräusefte. Gleich würbe bie weiße Herde bas Boot hochheben unb den Mast zerbrechen. Sie konnte nicht mehr meiterbenfen. Mit einem Schlage jagte das Boot davon. Vielleicht kam jetzt bas Ende. Sie buchte schattenhaft baran, baß man sie vor felsigen Küsten gewarnt hatte. Auch vor Strubeln unb Strömungen, bie wie unterirdische Hänbe bas Boot festhietten. Wenn sie kenterte — an Laub zu schwimmen war unmöalich. Es waren vielleicht Stunden bis zur Küste. Gischt schlug ihr ins Gesicht, und wieder zerriß ein Blitz den Himmel, Die Gedanken jagten sich in ihrem Kopfe. Das war bas Enbe! Dera Derries ertrank im Siljansee. Sie hinterließ keine Lücke, keine trosllose Trauer, feinen Mann, kein Kinb, nur etti paar Zeitungsnotizen unb einen schon etwas verblaßten Namen. In ihre Villa mürbe Maria ziehen mit ihrem Mann unb ihren Kindern. Sie brauchte bas Haus mit bem schonen Garten viel nötiger als Vera, die stets auf Reisen war. Der Donner grollte tief über dem See. Dera würbe plötzlich ganz kühl. Sie sah ihrem Untergang zu mit einem kalten, fremden Entsetzen, das an Gefühllosigkeit grenzte. Ein paar Möwen flogen kreischend mit dem Winb, schrille Gesellschafter auf der Fahrt in bie Tiefe. Der blaue, lachende See hatte sich in einen Hexenkessel verwandelt. Regenböen prasselten nieber und verbanden Himmel und See mit einem undurchsichtigen Wasservorhang. Das Ende — wann kam das Ende? Vera wünschte es faft Nur irgend ein Ende dieser entsetzlichen, willenlosen Fahrt ins Graue, Unbekannte. Plötzlich wuchs eine Steinmafse vor ihr auf. Sie riß mit letzter Kraft das Steuer herum. Ein dumpfes Krachen, das Doot splitterte, das Wasser zog sie hinab. Hände griffen nach ihr. Der Wassermann, dachte sie, unb ihre erlöschenden Sinne streiften noch traumhaft das Reich ihrer Kindheit, ehe sie in bie tiefe Bewußtlosigkeit glitt. Der scharfe Geruch von Tran weckte sie aus ihrer Ohnmacht. Sie öffnete bie Augen und fand sich in einem sauberen Bauernbett. Dor ihn in ber Holz. Hütte ftanb ein Mann unb briet Fische. Der röte Feuerschein überlebte fein blondes, von wilden Bartstoppeln umwuchertes Gesicht, während er mit kräftigen Armen die Pfanne hochhob unb die Fische mit geradezu artistischem Schwung herumwarf. Vera schloß bie Augen. Vermutlich träume ich, dachte sie und blinzelte wieder, aber das seltsame Bild wich nicht. „Hallo, Herr Robinson Krusoe", sagte Dera und hob den Kopf, in dem' es summte wie rauschendes Wasser, „sagen Sie mir bitte —" Der Mann setzte die Pfanne beiseite und kam näher. Seine kühlen blauen Augen musterten Dera. „Ach, eine Deutsche", sagte er. „Natürlich! Wer ben See kennt, macht nicht biete Dummheiten, bei solchem Wetter zu segeln." „Verzeihen Sie", sagte Vera oerrounbert. „Nein, das kann ich »richt verzeihen", erwiderte er langsam. „Ohne Sie hätte er angebissen." „Wer denn?" Vera setzte sich im Bett auf. Sie wurde blutrot. Ihre nassen Kleider hingen über dem Herd Sie selbst war in eine Decke gewickelt. „Der Rektor." Vera würbe blaß vor Schreck. War sie von einem Berrückten aufgefischt worben? „Wer?" stammelte sie hilflos. „Der Rektor, ber größte unb schlauste Hecht vom Siljansee. Seit Wochen warte ich auf ihn. Jetzt endlich bei Gewitter kommt er, zuckt an der Angel — ja — zuckt — wissen Sie, was das heißt?" „Nein!" „Natürlich nicht! Da müssen ausgerechnet Sie da- zwischenkommen und mit Ihrem Boot am Felsen kentern. Was glauben Sie, was der Rektor für einen Schreck bekommen hat! Der läßt sich jetzt min- bestens drei Wochen nicht mehr blicken." „Ach, ich fange an zu begreifen. Sie sind Angler —" „Erraten! Und Sie sind eine abenteuerliche Dame. Aber da wird nichts draus! Wenn Ihre Kleider trocken sind, rudre ich Sie zurück." Unb mit plötzlich auffeimenbem Aerger: „Wo kommen Sie eigentlich her?" „Von Leksanb!" „Nicht möglich! Da sink» Sie bei bem Wetter quer über den Siljan gesegelt?" „Unfreiwillig!" Der Mann sah sie kopfschüttelnd an, bann ging er zum Herd und füllte einen Teller Suppe auf. „Echte Bouillonbaisse", sagte er. „Originalrezepte aus der ßaftabie in Marseille." „Sie sind Deutscher?" „Zur Hälfte. Außerdem bin ich ein bißchen durch bie Welt gebummelt. Wollen Sie nicht aufstehen?" „Aber meine Kleider?" . „Ja, warten Sie mal." Er holte eine Hose unb ein großkariertes Hemd aus einem kleinen Neben- raum. „So, ziehen Sie das mal an!" Vera wickelte sich aus der Decke, setzte sich auf und verzog schmerzhaft das Gesicht. Der Monn drehte ihr den Rucken zu unb rührte sich nicht. Sie zog bie Beinkleider an, dicke blaue Fischerhosen, unb ein gewürfeltes Hemd. ,Zch fürchte, ich habe mich verletzt", sagte sie leise. Der Mann wandte sich um: „Das fehlte gerade noch. Wissen Sie, daß roir hier ein paar Meilen vom nächsten Dorf ab sind?" Vera rieb sich bas schmerzende _ Dein. Der Fremde trat auf sie zu, stützte sie, führte sie an den Kamin und rückte ihr einen Stuhl ans Feuer. „So, essen Sie erst einmal was", dann werden wir weiter sehen." (Fortsetzung folgt)