M. Jahrgang Kn 224 für die MittaaSnmmnej uiSKVillbr be^>honnittati8 tniMcidcn^rrife! Wnacinentcil 7 Rvf. le mm bei 22 mm Beilenbreite# Wertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Bellcnbreite Nachlässe: Wteberbvlung Malstaffel l NbfdilüffcWtenncnfhiffclB Vlnlmorfdirift (vorherlae Vereinbarung) 2K"/.» mehr Erscheint tägltd), aufoet SonntaaS und ft-eiertagd veilagen: Die Illustrierte Giebenertzamiuenblätter Heimat imBild DieScholle Mv«atS-Be»ugSvreiS: Mit 4 Beilagen RM.1.SV Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. » -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschlub 2251 Drabtanfchrift:„Anzeiger" Poslfchea 116«« Tranks. M vrühlfche Unit>erfi1ät$önideret H. Lauge General-Anzeiger für Oberhessen * eitficn^Sdminrabe 7-9 \ JV d A. W 9 Samstag, 2(. |Sonntaa.22. September 1040 Giehener Anzeiger London unter den pausenlosen deutschen Angriffen eige- britlsche Flugzeuge abzuschießen. Lin nes t e n p u n M erfolgreich mit Bomben belegt wurde. 3m Verlauf der Aktion kam es zu einem Cuftfampf. wobei es den deutschen Begleitjägern gelang, zwölf Flugzeug ist bisher nicht zurückgekehrt. London unterdrückt alle Nachrichten. Bewaffnete Ausklärungsflüge bei schlechter Wetterlage. Rom, 20. Sept (DRB.) Der Duce empfing Freitag nachmittag in Gegenwart des italienischen Außenministers Grafen Liano erneut den Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop zu einer herzlichen Unterredung. Bel der Besprechung. die von 17 bis 18 Uhr dauerte, waren der deutsche Botschafter in Rom, v. Mackensen, und der Italienische Botschafter in Berlin. Dino Al- fieri, anwesend. Relchsaußenminister v. Ribbentrop hatte den Freitag vormittag in der Villa Madama verbracht. Um 13.30 Uhr hatte sich der Relchsaußenminister in das Hotel L x- c e l f i o r begeben, wo Außenminister Gras Liano seinem Gast zu Ehren ein Frühstück gab, an dem Parteisekretär Mutt, einige Minister und die Botschafter v. Mackensen und Alsieri (eilgenommen haben. Die Bevölkerung Roms bereitete dem Reichsauhenminister bei der An- und Abfahrt in den fahnengefchmückten Straften Roms überall wiederum spontane herzliche Kundgebungen. Unser Bildtelegramm zeigt den Duce mit dem Reichsminister von Ribbentrop, Außenminister Graf Liano und dem deutschen Botschafter in Rom von Mackensen (ganz rechts). (Scherl-M.) Ribbentrops Besuch in Rom. Erneute Besprechung mit dem Duce ergibt vollkommene Llebereinftimmung in den Auffaffungen der Achsenmächte Der Wehrmachtöbericht vom fireitdfl. Berlin, 20. Sept. (DÜB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bei anhaltend schwieriger Wetterlage führte die Luftwaffe gestern bewaffnete Aufklärungsflüge durch, in deren Verlauf London sowie Flugplätze und Hafenanlagen in S ü d e n g - land mit Bomben belegt wurden. 3n der Rächt setzten Kampfflugzeuge die Vergeltungsangriffe auf London und auf kriegswichtige Ziele in west- und Mittelengland fort. Zahlreiche neue Brände breiteten sich besonders auch in Liverpool aus. Einige britische Flugzeuge warfen bei Rächt Bomben auf Wohnviertel in west- und südwestdeutschen Städten. Ein britisches Flugzeug wurde abgeschossen. Drei deutsche Flugzeuge werden vermißt. Wichtiger Eisenbahnknotenpunkt bombardiert Zwölf britische Flugzeuge abgeschossen. Berlin, 20. September. (DRB.) Die deutsche Luftwaffe fehle auch am 20. September ihre Berge 11 u n g s a n g r 1 f f e a u f London fort. Ziel des heutigen Tageseinfahes war das Gebiet dicht westlich des großen Themfebo- gens, wo u.a. ein wichtiger Elf enbahnkno-. Aegypten und der Suezkanal Während Welle auf Welle der deutschen Born« bengeschwoder über die britischen Inseln und die Hauptstadt des Empire dahinbrausen, hat Italien den Angriff auf das stärkste und mid)tigftc Bollwerk britischer Macht in 'Jlorbafrlfa, ja im ganzen Mittelmeergebiet eröffnet, auf Aegypten. Die britischen Stellungen in Aegypten und in dem sich nach Süden ansd;ließenden Sudan trennen nid)t nur durch einen breiten Gürtel Italiens Besitzungen in Nord- und Ostasrika voneinander, Libyen und die Cyrenaika im Rorhen von Aethlvpien und Somaliland im Osten, sie trennen aber and) durch die Beherrschung des Suczkanals das italienische Mutter» land von seinem ostafrikanischen Imperium. Dies britische Bollwerk auf ägyptischem Boden zu' zer- brechen, mliß also eines der wesentlichsten $iele der italienischen Kriegführung fein. Dem entspricht and) die Umsicht, mit der Marschall G r a zi a n i, Italiens erfahrenster Kolonialsoldat unb Oberkommandierender der italienischen Streitkräfte in Afrika, die Operationen gegen die britischen Stellungen an der ägyptischen Westgrenze vorbereitet und eilige» leitet hat, und die Energie, mit der dann schließ- lid) der Vorstoß über Libyens Grenze nach Osten geführt wurde. Die Erfolge, die schon in den ersten Tagen der Offensive den italienischen Waffen be- schieden waren, haben dem Einsatz entsprochen. Die britischen Militärbefehlshaber in Aegypten hatten schon seit Jahren damit rechnen müssen, daß sie eines Tages einmal die zur Beherrsd-ung des Suezkanals und der Verbindungswege zwischen Mittel- nieer und der wirtschaftlich und strategisch gleich wichtigen Länder am oberen Nil errichtete britische Zwingburg in Aegyvten gegen einen italienischen Angriff von Libyen her zu verteidigen haben würden, und sie hatten deshalb and) den etwa 250 Kilometer breiten Küstenstreifen zwischen Meer und Wüste, der fid) längs der ganzen ägyptischen Westküste von Sollum bis nach Alexandrien entlang- zieht, mit allen Misteln moderner Befestigungs- fünft in Verteidigungszustand gesetzt. Sie hatten zudem, seit es fcftjtanb, baß sie auf eine Unterstützung der ägyptischen Armee nicht rechnen konnten, erhebliche Truppenmassen aus Indien, Australien, Neuseeland und Rhodesien (Südafrika) heran- geschafft, so daß hier eine britische Armee von etwa 150 000 Mann versammelt sein mochte. Die Basis der britischen Verteidigungszone liegt bei dem schon oft genannten M a r f a Matrnk, etwa 200 Kilometer östlich der Grenze und 350 Kilometer westlich von Alexandrien. 'JJlarfa Matruk ist mit in den Fels clngefprengte» Batteriestellungen, mit Betonwerken und Minenfeldern zu einer modernen hatten den Abend und die Nacht in sicheren Räumen verbracht. Aehnlid) ging es den Gasten des Dorchester-Hotels in der Parklane, in dessen Luftschutzräumen die Gäste frühstückten, dinierten, soupierten und zu einer in England höchstbezahlten Tanzkapelle tanzten, und wenn man müde tft, fid) weiter in die unterirdischen Schlafquartiere oegibt. Die große Masse der Londoner aber ist auf die kleinen Wellblechhütten angewiesen, von den „Daily Mall" sagt: „Sie find zu eng und zu ungesund für langen Aufenthalt." Die Regierung hat burd) den Rundfunk erklären kaffen, daß es unter den augenblicklichen Umständen nicht möglich fei, die Bevölkerung mit den erforderlichen . tiefen ßuftschutzunterstänben zu ver» sehen. Die Bevölkerung wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß es im nationalen Interesse liege, die zur Zeit vorhandenen sogenannten A n - berfon = Unter ft änbe zu benutzen. Es handelt sich hierbei um kleine Unterstände, die in den Hinterhöfen der Häuser untcrgebrad)t sind und etwa fünf bis sechs Personen Schutz bieten sollen. Die öffentlichen Luftschutzräume sollen möglidyft wenig in Anspruch genommen werden, weil die Regierung anscheinend beabsid)tlgt, die Bevölkerung besonders betroffener Stadtteile dort unterzubringen. Man will Kellerwohnungen, die tagsüber Ge- fchäftszwecken dienen, für Luftfchutzzwecke requirieren. Die Frage der Luftfchutzunterstände war in den letzten Tagen in der englischen Presse wiederholt Gegenstand überaus heftiger Kritik, well die Unterstände nicht nur allen sanitären, sondern auch den Bedürfnissen der öffentlichen Sicherheit widersprachen. . In Rom wird auf die außerordentliche Bedeutung hingewiefen, die den Besprechungen im Rah- men der direkten Fühlungnahme zukommt, die die Staatsmänner der Achsenmächte in Verfolg der Zusammenarbeit als Verbündete aufnehmen. Wenn in den amtlichen Mitteilungen keine Einzelheiten erwähnt worden sind, so ist dies um so verständlicher, als es sich um Fragen handelt, die für b i e Fortführung des Kampfes gegen England von besonderer Sebeutung sind. Bei den Besprechungen wurde das volle Einvernehmen und die absolute llebereinftimmung der Gesichtspunkte über die verschiedenen besprochenen Probleme fest- gestellt, unb zwar auch in bezug auf bie künftige Kriegführung, bie an einem H ö h e p un k t zur ulieberringung des Gegners an- aefommen ist und als restlos befriedigend betrachtet wird. Was die von der Internationalen Preffe fo sehr diskutierten Probleme, des Bal- kans, Afrikas unb die Beziehungen der Achsenmächte mit Spanien betrifft, so kann man sagen, baß selbstverständlich alle akuten Probleme unb so auch diese Fragen besprochen wurden. Jedesmal, wenn Ciano nach Berlin ober Ribbentrop nach Rom fährt, spottet „Giornale d'Jta- 11 a", stellt sich ein großes Raunen und Flüstern von Eingebungen, Vermutungen unb Dummheiten ber Trastchweioer Europas unb, Nordamerikas ein. Unb boch fei die Erklärung dieser Reisen so einfach, daß diese Tratschweiber — nämlich bie Agenturen, die Presse, die Börsen und die politischen Kreise der beiden Hemisphären — soviel Plage ihren eingebildeten Hirnen ersparen könnten. Die Erklärung laute, daß d i e siegreiche Solidarität der Achsewir-ksam sei. Das sei alles. Die durch die deutsch-italienischen Aktionen bestimmten raschen gebietsmäßigen Aenberungen lösten zukünftige Fragen aus, die von den beiden Führern ber Achse vorausgesehen unb ohne Zeitverlust im gemeinsamen Einvernehmen g e - regelt unb gelöst werben. Die zeitlich am nächsten zurückliegeybe Lösung bes Donauproblems sei ein Beispiel ber vorsorglichen Methobe von Berlin unb Rom. Der diplomatische Vormarsch, schließt „Giornale b'Jtalig" seine Ausführungen, erfolge im Gleichschritt mit bem militärischen Vormarsch. Die kriegerische Initiative liege immer kräftiger in ber Hand ber Achse. Lustkämpfe in Afrika. Der italienische Wehrmachtsbericht. Rom, 20. Sept (DRB.) Der Itattenlsche Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Lines unserer Seeaufklärungsflugzeuge hat ein feindliches tt-Boot mit Bomben angegriffen und versenkt. 3n Rordafrika haben feindliche Luftangriffe auf den Hafen von Der na sowie in der Zone von Bornba, Tobruk und Sollum einen Toten und einige Berwundete sowie leichten Materialschaden zur Folge gehabt. 3n S i d l e l B a - rani ist ein englisches Flugzeug von der Flak abgeschossen worden. Die Zahl der im gestrigen Heeresbericht erwähnten abgeschossenen feindlichen Flugzeuge beträgt neuerlichen Feststellungen zufolge 7, die der wahrscheinlich abgeschossenen 2. Lin englischer Dampfer, der von unserer Luftwaffe im Aegäischen Meer angegriffen wurde (gemäß Wehrmachtsbericht vom 14. September) ist mit einem Brand an Bord und schweren Schäden in den Piräus eingelaufen und befindet sich im Dock. Dock. 3n 0 ff a f r i f a hat eine Fliegerstaffel ein feindliches Zeltlager bei Radi 3usuf (nordwestlich von Gallabal) mit Bomben belegt, während des im letzten Wehrmachtsbericht erwähnten Luftangriffes auf L a f f a l a haben unsere 3agbflieger ein englisches Flugzeug vom Typ Blenheim in Flammen abgeschossen. Lin feindliches Flugzeug, das im Wehrmachtsbericht vom 18. September als wahr- fchelnlich bei Maffaua abgeschossen gemeldet wurde, ist 30 Kilometer von der Stadt entfernt aufgefunden worden. Die Besatzung war tot. Feindliche Angriffe auf Diredaua, Gia- vettv und Mogadtcfo haben nur ganz leichten Schaden und keine Opfer gefordert Stockholm, 20. Sept. (Europapreh.) Ueber die verheerenden Wirkungen ber deutschen Bomben auf London berichtet „Stockholms Tibningen", es fei ein Faktum, daß Nacht auf Nacht die Born- den auf viele Teile Londons niederhageln. Maschine auf Maschine schießt durch die Barriere der englischen Dodenabwehrgranaten, um ihre Aufgabe zu verrichten. „Schon vor Mitternacht kann man den Lärm des Explodierens der Bomben aller Kaliber vernehmen, zahlreiche Brände folgen kurz darauf. Die Vororte im Norden, Süden, Westen unb ber Dftfn werden mit sicher Intensität unter Feuer genommen, wie bestimmte Gebiete im Zentrum der Stadt. Die Luft über uns ist bewegt wie bei einem Orkan. Wir fühlen die Wirkung der Bomben nicht nur, wenn sie explodieren ober mir uns in unmittelbarer Nähe des Einschlags befinden, nein, das unheimliche Geräusch dröhnt uns noch lange in den Ohren." Das Herz ber englischen Hauptstadt, ber P 1 cca - dilly-Zirkus, ist von einer Bombe getroffen worben. Der Platz ist rünb herum ab gesperrt, ba schwere Bomben in biefer Gegenb einschlugen unb ben Platz aufrissen. Das größte Londoner Warenhaus, die S el fr idge Niederlassung in ber Oxforb-Street ist burch deutsche Sprengbomben schwer beschädigt worden. Auch das Cumberland-Hotel am Anfang ber Oxfordstreet gegenüber bem Marble Arch hat anscheinenb einen Volltreffer erhalten. In einer ber letzten Nächte ging auch eine schwere Bombe in unmittelbarer Nähe des Ritz-Hotels bieder und zerstörte die Unterführung zum benachbarten Untergrundbahnhof. Die Gäste dieses Luxushotels merkten größtenteils von dem Einschlag erst am nächsten Morgen etwas. Sie brachen. „Allerdings", fügt er hinzu, „c r l a u b t b l e Zensur nicht, viel über bie Schäden an militärischen Objekten zu sagen." Daß militärische Objekte getroffen werden, nennt der Korrespondent „selbstverständlich". Insbesondere konzentrierten fid) die deutschen Angriffe auf Elektrizitätswerke, Nüstunasfabriken und Docks. Der Leser müsse die strenge Zensur gerade gegen- über der Erwähnung von getroffenen militärischen Zielen berücksichtigen, wenn er sich nickst ein verzerrtes Bild über die wahre Lage machen wolle. „Obgleich man jeden Tag in London in neue Bombenkrater ftolpcrt und immer mehr Schäden beobachtet", so schließt der Korrespondent Jemen aufschlußreichen Bericht, spiegelten die Engländer nicht nur den ausländischen Pressevertretern, sondern auch sich selbst vor, daß Englands Widerstandskraft durch Die Angriffe der deutschen Luftwaffe nicht geschwächt sei. Die Bevölkerung aber sehe sorgenvoll in den Winter, und den gegenwärtig in den Untergrundbahnen schlafenden Menschen bleibe nur noch die Wahl zwischen deutschen Bomben ober den Krankheitsgefahren in den feuchten und überfüllten Schutzräumen. Der Reichsmarschall bei feinen Kampffliegern. Von Kriegsberichter Max Hiemisch (PK.)...... 21 Sept. (DNB. Funkstnuch.) Gemächlich bummeln die Besatzungen der Kampf- masck)inen, die erst gestern wieder über London ihre Bombenlast abgeworfen haben, durch die Straßen des kleinen belgischen Städtchens, stehen vor ihren Unterkünften ober finb gerade damit beschäftigt, sich für die Fahrt in die nahe Stadt vorzubereiten. Da klingelt plötzlich das Telephon. Der R e 1 ch s marfchall ist auf der Fahrt zum Flugplatz. Gerade wie die letzten Maschinenbesatzungen antreten, fährt schon das Auto des Reichsmarschalls auf den Platz. Eine kurze Meldung und der Reichs- marfdjall wendet sich zunächst an das Bodenpersonal. In ihren schwarzen Drillichanzügen, o, wie sie ihren schweren Dien ft versehen, stehen je vor iyrem Oberbefehlshaber. Stolz sind sie, daß Der Reichsmarschall davon svrickst, in welch hohem Maße von ber Arbeit bes Bobenpersonals ber Erfolg ber Einsätze gegen Englanb jetzt abhängt. Staffelweise haben bie Besatzungen des erfolgreichen Kampfgeschwabers vor Hermann Göring Aufstellung genommen. Die Anerkennung ihres Einsatzes löst berechtigten Stolz aus, unb bie kurze Erläuterung ber bevorstehenben Ausgaben stählt ben Willen. „(Euer Geschwader hat herrliche Erfolge erzielt, .befonbers bei ben letzten Einsätzen gegen Englanb. Jyp werbet Eure Pflicht auch weiterhin erfüllen." An jedes einzelne Besatzungsmikglied wendet sich der Reichsmarschall, fragt nach der Zahl der Feindflüge, erkundigt fid), wieviel Englandeinsätze dabei sind. 20, 30, 50 Feindflüge sind heute schon keine Seltenheit mehr. Persönlich überreicht ber Oberbefehlshaber ber Luftwaffe den verbleuten Stampffliegern bas Eiserne Kreuz I. ober II. Klasse, nimmt Beförberungen vor ober spricht Anerkennungen aus. „Heil Kameraben!" grüßt ber Reichsmarschall seine Kampfflieger, „E)eil, Herr Reichsmarschall!" hallt es begeistert über bas weite Rollfeld. Ricsenbrände im Sttdosten der Hauptstadt. Neuyork, 20. Sept. (Europapreß.) Seit Donnerstag ist es allen Pressevertretern in England von der Zensur verboten worden, Meldungen über ßuftalarme zu geben. Auch die englischen Nachrichtenagenturen schweigen sich auf Befehl des Jnformationsministers jeßt restlos aus. Offiziell wurde in London dieses Verbot ccks „Sicherheitsmaßnahme militärischer Art" bezeick)-- net. In Neuyorker Journalistenkreisen glaubt man aber, daß das Verbot im Zuge einer Reihe gleichartiger Verschärfungen der Zensur liegt, durch die es verhindert werden soll, daß das Ausland s i ch ein zutreffendes Bild über die ständigen deutschen Luftangriffe und ihre Auswirkungen machen kann. Während in ben nordwestlichen Jnbustriebezlrken ßonbons bereits zahlreiche militärische Ziele burch Volltreffer vollkommen zerstört finb, haben die deut- scheu Vergeltungsangriffe auf ßonbon nunmehr auchaufbensüböstlichenTeilßonbons ü b e r g e g r i f f e n. Auch hier fall ber angerichtete Schaben bereits bebeutenb fein. Der Berichterstatter von „New Vork Times" teilt mit, baß in Der Nacht zum Freitag neue auf viele Meilen sichtbare Riesenbrände innerhalb der Stadt aus- Festung ausgebaut worden. Hier endet die Bahn von Alexandrien her, während die asphaltierte Auto- straße, wenn auch noch nicht vollständig ausgebaut, weiter nach Westen bis zur Grenze führt. Die britische Armee hatte dorthin zwei starke Stellungen vorgeschoben, die eine bis S i d i e l B a r a n i, die wegen ihrer ausgezeichneten, noch auf Zisternen der Römerzeit zurückgehenden Trinkwasseranlage besondere Bedeutung hatte, und die zweite, noch etwa 100 Kilometer weiter nach Westen hin bis Sol- l u m, einem Küstenort 15 Kilometer diesseits der Grenze. Die italienische Heeresleitung hatte jedoch nicht allein mit diesen stark befestigten feindlichen Stel-, lungen und dem Widerstand einer mit allen modernen Waffen hervorragend ausgerüsteten Armee, der stärksten, die England jemals auf nordafrika- nischem Boden versammelt hat, zu rechnen, sie mußte auch auf außergewöhnliche Schwierigkeiten gefaßt sein, die sich aus Dem fast unerträglich heißen Wüstenklima mit seinen berüchtigten trockenen Staubwinden und dem Wassermangel in dem steppenartigen Küstenstreifen, der weiter nach Osten immer mehr in baumlose Sandwüste übergeht, ergeben. Aber der erfahrene Kolonialsoldat Graziani hatte für alles vorgesorgt, trotzdem bleiben die Leistungen, die er von seinen Truppen fordern mußte und die sie mit dem gleichen Schwung und der gleichen Härte vollbracht haben, die schon ihre Kameraden in Somaliland bewiesen, fast übermenschlich und der höchsten Bewunderung würdig. Nach der am 13. September erfolgten schnellen Einnahme von S o l l u m mit seinem Fort, das erst 1911 die Italiener als Kompensation für die britische Anerkennung des Besitzes von Libyen an Aegypten abgetreten hatten, ging der Vormarsch durch die Wüste gegen Sidi el Barani weiter, das bereits am 17. September in italienischer Hand war, obwohl die ganze Zone zwischen Sollum und Sidi el Barani durch Minenfelder, Drahthindernisse, Batteriestellungen und MG.-Nester zu einer starken Verteidigungsanlage ausgebaut worden war. Trotzdem haben die Briten dem Ansturm der italienischen Truppen nicht standzühalten vermocht, sie sind zurückgeschlagen worden und haben unter Zurück- lassung großer Mengen von Krieqsgerät aller Art nach Osten Raum geben müssen. Wie peinlich dem britischen Oberbefehlshaber in Aegypten, dem einst in Verbindung mit der zur Landung in Saloniki oder zum Vormarsch gegen den Kaukasus in Syrien ausgestellten britisch-französischen Orientarmee viel genannten General W a w e l l, der Erfolg der italienischen Massen trotz aller Verkleinerungsbemühungen und Vertuschungsversuche Churchills und seines famosen Insormationsministeriums ist, geht schon daraus hervor, daß die Engländer sich schon jetzt zum Einsatz ihrer bisher ängstlich gehüteten Flotte entschlossen, freilich ohne Erfolg, den italienischen Bombern gelang es, die feindlichen Seestreitkräfte, die in der Küstenzone zwischen Bardia und Sidi el Barani italienische Truppen unter Feuer nahmen, in die Flucht zu schlagen. Das wird den Briten vielleicht eine Warnung sein, falls sie versuchen sollten, was natürlich nahe läge, die Verteidigung des stark befestigten Marsa Matruk von her Seefeite her durch weittragende Schiffsartillerie zu unterstützen. Den immerhin seltsamen Umstand, daß auf dem Boden eines Landes Krieg geführt wird, dessen Regierung sich trotz Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zu Italien als nicht im Kriege befindlich betrachtet, haben wir hier schon vor einigen Wochen ausführlich klargelegt. Heute wollen wir nur noch einmal daran erinnern, daß Italien die ungewöhnliche Lage Aegyptens anerkannt hat, das laut dem britisch-ägyptischen Bündnisvertrag von 1936 .britische Truppen auf ägyptischem Boden dulden muß, das auch aus eigener Kraft gar nicht in der Lage wäre, das in allen nationalen Kreisen Aegyptens als unwürdige Schmach und Fessel empfundene britische Joch abzuschütteln. Für dieses nationale Streben nach Befreiung von der unerträglichen britischen Vorherrschaft hat man in Rom volles Verständnis und warme Sympathie, denn ein freies unabhängiges Aegypten wäre der natürliche Freund eines starken Italiens. Italien hat nur drei Forderungen. Der bekannte faschistische Journalist und Mitglied des Großen Faschistischen Rats Luigi F e = derzoni hat sie soeben erst wieder folgendermaßen formuliert: eine wirksame Garantie für die freie Durchfahrt durch den Kanal, bet für das Imperium eine lebenswichtige Verkehrsader bildet, die Wiedererlangung der traditionellen Stellung der italienischen Sprache und Kultur und endlich die konkrete Anerkennung der vitalen politischen und wirtschaftlichen Interessen Italiens im Sudan. Keine dieser ehrlichen und billigen Forderungen Italiens, so sagt Federzoni, steht in Widerspruch mit den Lebensinteressen Aegyptens, Aus der Eigenart dieser Forderungen geht ihre Rangordnung eindeutig hervor. Die Sicherung Der freien Durchfahrt durch den Suezkanal ist eines der wichtigsten Ziele, um derenwillen Italien den Kampf mit dem britischen Empire ausgenommen bat. Wir sagten schon, daß der Suezranal die schnellste Verbindung zwischen Italien und seinem ostafrikanischen Imperium darstellt. Was der Kanal in dieser Hinsicht für Italien bedeutet, erhellt am eindrucksvollsten aus folgenden Zahlen: während die Strecke Neapel—Massaua, dem Hafen der italienischen Kolonie Eritrea am Roten Meer, durch Mittelmeer, Atlantik und Indischen Ozean um das Kap der guten Hoffnung herum 10 410 Seemeilen beträgt, verkürzt sie sich durch den Suezkanal auf ein Fünftel, nämlich auf 2100 Seemeilen. Italien hat im Abessinienfeldzug erfahren müssen, was es bedeutete, daß diese wichtigste Schiffahrtsstraße der Welt nicht dem freien Verkehr Der Völker offen stand, sondern das Monopol der beiden westlichen Plutokratien roar. Sie hatten nicht nur sich die politische Vormachtstellung über den Kanal gesichert, sondern auch durch eine Ueberspannung Der Tarife, die sich durch Verwaltungs- und Instandsetzungskosten nicht annähernd begründen ließen, einem kleinen Kreis plutokratischer Nutznießer Rie- sengewinne zugeschanzt. Italien, das bei einem Tarif von 5,75 Goldfranken für die Netto-Tonne und zehn Gold- sranken für die Person während des Abessinien- seldzuges Unsummen für seine Truppen- und Materialtransporte nach Ostafrika erlegen mußte, hat sich immer wieder für eine Revision des Kanal- Regimes eingesetzt, weil es der Auffassung ist, daß es der Bedeutung des Kanals als einer der wichtigsten Weltschiffahrtswege, über den zwangsläufig fast der gesamte 'Verkehr nach und von Ostafrika, dem Fernen Osten und Australien sich abwickelt, widerspricht, wenn die Tarifpolitik auf dieser Weltverkehrsstraße sich nach reinen privatwirtschaftlichen Interessen richtet, weil der Kanal sich in den Händen einer privaten Kapitalgruppe befindet, die auf die Bedürfnisse der Schiffahrt treibenden Völker pfeift, wenn nur ihre Geldsackinteressen gewahrt bleiben. Obwohl Italien der Suezkanal-Gesellschaft zweitbester Kunde war, war es im Derwaltungsrat Aegypten und der Guezkanal. beirui hlmtidl •Suez AuQsc&te Winif Siui Wursuk Oaseßkhel Luksor Tümroo KUBISCHE SUDAN SYRIEN ’hani.Ulndat), PörtSudanj 5u*m 4Umin M MtghiO KAIRCT Lerna — Kufra-Oaseij . j Haifa j^.- ----72 * •Jerusalem e* f JtBlANS*\ '(Jordanien; Oscharatzuk^,. f । "OaseSitva —Jaffajs (Scherl-Bild erdienst-M.) I 30000 deutsche Bauern kehren heim. llmsiedlungsaktion aus dem Bezirk Lublin in den Warthegau. In dem Distrikt Lublin des Generalgouvernements leben et-roa 30 000 Deutsche in den Kreisen Lublin und.Cholm. Wie in Wolhynien sind auch diese Volksinseln zu 85 v. H. erst nach 1864 entstanden, als dem polnischen Adel nach der Aufhebung der Leibeigenschaft die Erschließung von Sumps- und UrroalDgebieten eine neue Einnahmequelle wurde. Nur die Deutschen konnten solches Gelände roden und entwässern. So wurden gerade sie herangezogen. Was in den Städten wie Lublin, Cholm und Lubartow an deutscher Hände Arbeit steckt, zeichnet sich heute noch deutlich «ah. Im Jahre 1868 gab es in dem damaligen Gouvernement Lublin rund 6200 Deutsche. Bis 1899 wuchs ihre Zahl auf rund 37 400 an. Trotzdem die Cholmer und Lubliner Kolonien neben Wolhynien zu den jüngsten deutschen Volksinseln zählen, können sie auf eine großartige Arbeits- und Kulturleistung zurückblicken. Angesichts des allgemeinen Aufbruchs im Deutschtum und der Tatsache, daß das Generalgouvernement als Bestandteil des Reiches die Heimstatt der Polen fein soll, ist es.verständlich, daß auch in dieser deutschen Volksgruppe Der Ruf laut wurde, auf das Land heimzukehren, auf dem einst ihre Vorväter faßen, dem Warthe- g a u, um hier gemeinsam mit den anderen heim- gekehrten deutschen Volksgruppen am Aufbau des Bauerngaues Wartheland zu werken, der er einst war. Die im Lubliner und Cholmer Kreis zur Aussiedlung kommenden Volksdeutschen werden daher im Warthegau auf bisher, von Polen bewirtschafteten Höfen eingesetzt, die ihrerseits in den im Lubliner Distrikt verwaisten Höfen angesetzt werden. Die deutschen Bauern kommen unmittelbar auf ihre neuen Höfe, die erst kurz zuvor von den Polen verlassen worden sind. Auch auf den verlassenen bisher deutschen Höfen im Distrik Lublin werden polnische Bauern aus dem Warthegau ohne Verzug angesetzt, so daß also das Leben auf dem Gut und Felh keinerlei Unterbrechung erfährt. der Kanal-'Gesellschast überhaupt nicht vertreten. In chm hatte Frankreich, obwohl es als Benutzer des Kanals erst an fünfter Stelle stand, mit 19 von insgesamt 32 Verwaltungsratssitzen den maßgebenden Einfluß. Neben diesen 19 Franzosen sahen zehn Engländer, zwei Aegypter und ein Holländer, der feit dem Weltkriege den bis dahin von einem Deutschen eingenommenen Platz besetzt hatte. Jeder bezog alljährlich die runde Summe von 400 000 Franken, denn die Einnahmen der Kanal-Gesellschaft betrugen 1936 zum Beispiel 940 Millionen, 1937 sogar 1346 Millionen, die Dividende 555 bzw. 756 Franken und der Kurs der Kanalaktien stand vor dem Kriege an der Pariser Börse auf etwa 17 000 Franken für die Aktie von nominal 500 Franken. Wie es dazu gekommen ist, daß der Suezkanal zu einem immensen Geschäft der britisch-französi- schen Plutokratie geworden ist, beleuchtet in überaus fesselnder Darstellung der Gründungsgeschichte des Kanals der Roman von Josef Sebastian Schall: Suez^ Pforte der Völker, mit dessen Abdruck mir in den heutigen Familienblättern beginnen. Ein Kanal zwischen Mittelmeer und Rotem Meer hatte schon im Altertum bestanden, war aber im 8. Jahrhundert wieder verfallen. Fast tausend Jahre später tauchten wieder Projekte auf, den Isthmus von Suez zu durchstechen, auch der große deutsche Polyhistor Leibniz hat sich in einer Eingabe an Ludwig XIV. für ein solches Projekt eingesetzt, aber erst Mitte des vorigen Jahrhunderts sollte das Projekt Wirklichkeit werden. Es ist für die Psychologie der Völker charakteristisch, daß es ein Franzose roar, der sozialreligöse Schwärmer Barthölemy Prosper En- fantin, ein Schüler des bekannten Grafen Saint Simon, der die Idee des Kanalbaus als Gemeinschaftsarbeit einer kleinen Schar Gleichgesinnter faßt und sie dem Vizekönig Mehemed Ali, dem Gründer der heute noch regierenden ägyptischen Dynastie vorträgt, daß es ein Deutscher roar, der bedeutende österreichische Verkehrsingenieur Alois von Negrelli, der als Mitglied der 1846 gegründeten internationalen „Studiengesellschaft für den Suezkanal" exakte Pläne für den Kanalbau ausarbeitete und durch eine österreichische Inge- nieurabteiluna unter Führung Jahnügers die wertvollste wissenschaftliche Vorarbeit an Ort und Stelle durchführen ließ, daß es bann wieder ein Franzose roar, der ehemalige Konsul in Kairo Ferdinand de Lesseps, der ohne eigene technische Kenntnisse, aber mit ungeheurer Energie und unzweifelhaftem diplomatischem Geschick, die Vorleistungen Enfantins und Negrellis rücksichtslos für sich ausnutzend, das Kanalprojekt vorantrieb, den Ehrgeiz seiner Nichte, der Kaiserin Eugenie, ein- spannte, die Konzession des Khediven Said Pascha erlangte und den Widerstand Englands klug beiseiteschob und den Bau vollendete, und daß es schließlich die Engländer waren, die aus dem fertigen Kanal, gegen dessen Bau sie alle Minen hatten springen lassen, nicht nur ein Riesengeschäft machten, (onoern ihn durch die Besetzung Aegyptens ganz in ihre Hände brachten. Es klingt wie eine Ironie, wenn man in dem Roman von I. S. Schall liest, welche Intrigen die englischen Staatsmänner der Damaligen Zeit, allen voran der Premierminister Lord Palmerston, einfädelten, um den Kanalbau zu hintertreiben. Sie machten durch ihren Botschafter in Konstantinopel den Sultan mobil, Damit er als Schutzherr Aegyptens dem Dizekönig Said Pascha den Kanalbau verbiete. Sie scheuten nicht davor zurück, durch ihre Agenten die eingeborenen Stämme im Nildelta zu fieber- fällen auf die am Kanalbau arbeitenden Ingenieure, in der Hauptsache Deutsche und Franzosen, ouszu- wiegeln und die bei den Ausschachtungsarbeiten beschäftigten Fellachen zum Niederlegen der Arbeit auf. zuhetzen, sie suchten schließlich mit den unfairsten Mitteln Lesseps den Geldmarkt zu sperren. Trotzdem konnte 1869 der Kanal mit einem grandiosen Fest, an Dem außer England alle großen Kulturnationen beteiligt waren, seiner Bestimmung übergeben wer- den. Als nun die britische Politik mit dem Kanal als unabänderliche Tatsache rechnen mußte, warf sie entschlossen das Steuer herum. Als Lessevs 1854 seine Konzession für den Kanal erhalten hatte, baute England schon die Bahn von Alexandrien über Kairo nach Suez, die heute weiter westlich bis Marsa Matruk läuft und nach Osten über Alkantara nach Jerusalem führt. Sie wurde 1859 eröffnet. Noch vor der Fertigstellung des Suezkanals hatte England in aller Stille die Insel Perim besetzt, die den Süd- cusgang des Roten Meeres sperrt, und 1875 benutzte der Jude D i s r a e l i, Premierminister der Königin Viktoria, die ständige Geldnot des prachtliebenden Khediven Ismael Pascha, um mit Hilfe des Hauses Rothschild von den vorhandenen 800 000 Kanalaktien das Aktienpaket des Khediven in Höhe von 353 204 Stück für den Preis von annähernd 4 Millionen Pfund Sterling in den Besitz Der britischen Regierung zu bringen. Daß dies schon rein materiell ein glänzendes Geschäft roar, zeigt die Rechnung, daß das damals für 80 Millionen Mark von England erroörbene Aktienpaket Des KheDiven 1914 einen Wert von 680 Millionen darstellte, also mehr als das Achtfache des Kaufwertes, und daß es eine Einnahme von 20 Millionen Mark brachte, sich also mit 25 v. H. verzinste. Aber auch politisch hat England nachgeholt, was es bei dem Kanalbau versäumte. Denn die zweite Folge der Finanzmisere des Khediven war die Einsetzung von englischen Finanz-„Beratern" in Kairo, die Empörung des ägyptischen Volkes unter Arabi Pascha 1882, die Landung britischer Truppen zur „Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung", die Besetzung Aegyptens und Die Eroberung des Sudans. Seitdem roar Der britische Generalkonsul in Kairo Der eigentliche Beherrscher Des Pharaonenlandes, unD Die Erklärung Aegyptens zum Protektorat im Dezember 1914 bestätigte nur formell einen Zustand völliger Abhängigkeit, wie er tatsächlich schon ein Menschenalter hindurch bestanden hatte. Nach dem Weltkriege hat Dann England freilich vor Dem erwachenden ägyptischen Nationalismus Schritt für Schritt zurückroeichen müssen bis zu Dem Vertrag von 1936, der Aegypten zu einem souveränen unabhängigen Staat machte. Die Kanalzone blieb jedoch unter Dem „Schutz" britischer Garnisonen, und wie wenig England auch sonst gesonnen war, seine militärsscho Position in Aegypten preiszugeben, hat ja der Krieg gezeigt. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit hat England durch Anlage eines starken Befestigungssystems an Der ägyptischen Westgrenze und durch Konzentration feiner Mittelmeerflotte in Alexandrien das ägyptische Lpnd wider den Willen des ägyptischen Volkes zum Kriegsschauplatz gemacht. Aber Italiens Waffen werden Das britische Zwinguri auf ägyptischem Boden zerbrechen und Damit auch den Kanal von Suez aus seinen machtpolitischen plutokratischen Fesseln befreien und ihn zu einer freien Verkebrsstraße für alle HanDel unD Schiffahrt treibenden Völker machen. Dr. Fr. W. Lange. König Faruk unter englischer Aussicht. Rom, 21. September. (DRR.-Aunkfpruch.) Rach einer Meldung des Uleffaggero von der ägyptischen Grenze ist König Faruk unter englische Kontrolle gestellt worden. Die ägyptische Wache des Königs wurde aus dem Palast entfernt und durch englische Soldaten ersetzt. Rom. Don unserer Berliner Schrlstleliung. Mit jener herzlichen Sympathie, die nicht nur dem Reichsaußenminister von Ribbentrop, sondern dem ganzen deutschen Volke gilt, hat das italienische Volk seine Freude über den Besuch bei Mussolini zur Geltung gebracht. Während die anglo-franzö- sische Allianz auf dem Schachern der angeblich „demokratischen" und in Wirklichkeit plutokratischen Regierungen beruhte und z. B., wie Der „Matin" jetzt ausplauderte, die französische Zensur die Mit» teilung verbot, daß Churchill bei Nacht und Nebel in Paris erschienen roar, geht Die Diplomatie Der Achsenmächte mit Den Gefühlen und Neigungen ihrer jungen Völker durchaus konform. Sie hat nichts vor ihren Völkern zu verbergen. Jede ihrer Taten ist aus der Seele ihrer Völker geboren. Das ist wahre Demokratie, das ist die weitgehendste Uebereinstimmung, die jemals zwischen Regierenden und ihren Völkern erzielt worden ist. Der Wille Der Achse ist es, daß dem plutokratischen Reiche der Willkür und der englischen Bevor- mundungs- und Aushungerungssucht endgültig ein Ende gesetzt werde. In Den zwanzig Jahren nach Versailles haben England und Frankreich alles getan, um die höllischen Illusionen, die Versailles be- Wah gibt Itasila die stets bewährte Kindernahrung als Zusatz zur Flaschenmilch und als Breinahrung. Ober die Zubereitung und sonstige Fragen der Ernährung und Pflege des Säuglings und Kleinkindes gibt die Nestle-Broschüre „Gesunde Kinder — glückliche Mütter" Aufschluß; Sie erhalten diese auf Wunsch kostenlos durch die DEUTSCHE AKTIENGESELLSCHAFT FÜR NESTLE ERZEUGNISSE llllIN.IIMHIHOf stimmten, in die Wirklichkeit zu übersetzen. Sie haben das übrige Europa behandelt, wie die britische Plutokratie Indien und seine übrigen Unterworfenen behandelt hat. Die Koalitionen unter Englands Führung konnten den neu erwachten Geist nicht bändigen, der in Deutschland, Italien und Spanien sich siegreich durchsetzte. Die geistige Verwandtschaft der neuen revolutionären und aüfbauenden Ideen lieh sich durch solche überlebte Methoden nicht Dämpfen. Die Nationen, die unter Dem Druck Der englischen Niederhaltungspolitik ihre Kräfte auf das Höchste gesteigert hatten, werden eine verrottete Welt in Stücke fchlaaen. Zwei Etappen oiefes Weges sind bereits vor diesem von England bewußt herbeigeführten Kriege zu- rütfgelegt worden. Am Abessinienkrieg triumphierte Italien über den ganzen Klüngel Der von England zum Sanktionskrieg veranlaßten Staaten, im spanischen Bürgerkrieg der nattonalspamsche Erneuerungsgeist mit takräftiger Unterstützung Der Achse, unter Dem CauDillo gegen eine freimaurerischjüdische Welt unter Führung der englischen und französischen Plutokratie. Dieses Ereignisse banden Deutschland, Italien und Spanien geistig und wirtschaftlich zusammen. UnD in Dem von England uns aufgezwungenen Entscheidungskampf sanken die Bastionen Enlands vor der Wucht der deutschen Waffen. England ist zum erstenmal in Der Geschichte militärisch und wirtschaftlich blockiert, und während wir unsere Vergeltungsflüge gegen das Haupt Englands, gegen London, mit zunehmender Wucht richten, ist Italien zum Entscheldungskampf gegen das von England terrorisierte Aegypten und damit gegen die stärkste Machtposition des Empire in Afrika und Asien, angetreten. Es geht jetzt ums Ganze. Englands Plutokratie und seine Knechtung Der Welt wirD mit ihren Einmischunasversuchen in Europa ein für allemal ein Ende finden. Das fühlt nicht nur Europa, Das ist auch die Empfindung der Welt. Diese Plutokraten hatten bis zuletzt behauptet, die Achsenpolitik sei nicht werbend, ja, in London tat man sich nicht genug in Behauptungen, die Achsenpolitik sei brüchig. Der Besuch Ribbentrops in Rom aber hatte Europa und Afrika zu fixieren. Die Gemeinsamkeit der Ideale und Interessen Der Drei Staaten erfordert gemeinsames Handeln in Der Gegenwart und gemeinsames Planen für eine nahliegende Zukunft, in der England endgültig aus Europa und Afrika ausgeschaltet sein wird. Diese diplomatische Tat ist jetzt getan. Die Neuordnung Europas und Afrikas steht jetzt fest. Sie richtet sich gegen England, dieser zusammengebrochenen Plutokratie, aber sie führt Darüber hinaus zu einer Organisierung der Nationen des europäischen Festlandes und zu einer Verteilung Afrikas nach einem Plane der Vernunft und der Gerechtigkeit. E. S. Gespannte Erwartung in der arabischen Wett. Stockholm, 21. Sept. (Europapreß.) ,Goete- borgs Morgenpost" meldet aus Beirut, daß man mit starker Spannung Die Haltung Der ägyptischen Regierung verfolge, es werde mehr und mehr deutlich, daß es von tiefgreifenden Wirkungen im Nahen Orient fein müsse, wenn es Aegypten gelinge, an feiner Neutralität festzuhalten. Bereits jetzt-werde eine lebhafte Agitation für eine arabisch- mohammedanische Intervention geführt. Diese In» tcroention solh „Aegypten vor den Engländern retten". Die Situation an der transjordanischen Grenze, an Der Ibn Saud starke Truppen zu- sammengezogen habe, sei besonders gespannt. Die telegraphischen Verbindungen zwischen Transjorda- nien und Syrien feien unterbrochen. Englands Schiffsverlnffe. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Wie Neuyorker Schiffahrtskreise erklären, ist während Des Nor- wegenunternehmens auch Der britische Luxusdampfer „Georgi c", ein Schiff Der Cunard White Star von 27 759 BRT., durch deutsche Flieger schwer beschädigt worden. Der Schnelldampfer „3 r a n c o n i a'r von 20157 BRT. wurde gleichfalls durch.Fliegerbomben getroffen. Es gelang jedoch beiden Schiffen, einen Reparaturhafen zu erreichen, wo sie noch im Trockendock liegen. Der unter der Panamaflagge fahrende Tankdamp» ter „Bema" von 3139 BRT. ist im MULelnree« nach Abfahrt aus Haifa ü e r I o r e n a e g a n g e n, anscheinend infolge Torpedierung durch ein italienisches U-Boot. Wie sehr angesichts der großen Verluste die Schiffsraumnot den Engländern auf den Nägeln brennt, geht aus einer weiteren Meldung aus Neuyork hervor, nach der die amerikanische Schifffahrtsbehörde (Maritime Commission) im Einvernehmen mit der britischen Einkaufskommission 30 während des Weltkrieges erbeutete und inzwischen wegen Unrentabilität und hohen Alters stillgelegte Handelsdampfer von 8000 bis 10 000 BRT. meistbietend versteigert. Nach einer Verabredung wird die britische Einkaufskommission das einzige Kausgebot einreichen und die Schiffe zum Gesamtpreis von etwa acht Millionen Dollar erwerben. Die Engländer werden für Reparaturen an diesen stark mitgenommenen Schiffen weitere acht Millionen Dollar aufwenden müssen. Die Abliefrung der Schiffe kann in frühestens drei Monaten erfolgen. Das Projekt soll dem Präsidenten Roosevelt zur Entscheidung vorliegen. Das Ritterkreuz für LOfache Lufifieger. Berlin, 20. Sept. (D7lB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz zum Lifer- nen kreuz Oberleutnant I h l e f e l d, Oberleutnant Müncheberg, OberleutnantI opplen. Die drei Offiziere haben als Jagdflieger in schneidigen Einsätzen je20GegnerimLuftkampfabge- schossen. Oberleutnant I h l e f e l d wurde 1914 zu Pinnow Kreis Randow in Pommern, als Sohn eines Landarbeiters geboren. Er besuchte die Volksschule in Pinnow und ging von 1929 bis 1933 bei einem Schlossermeister in Gartz a. d. O. in die Lehre. Am 1. April 1933 trat er als Grenadier in das Jnf.- Regt. 5 zu Stettin ein, wurde 1934 zur Fliegertechnischen Schule Jüterbog versetzt und einem technischen Lehrgang bei den Halleschen Flugzeugwerken kommandiert. Nach der fliegerischen Ausbildung wurde er zur Fliegerschule Braunschweig als Flugzeugführer kommandiert und 1937 zur Ausbildung als Jagdflugzeugführer versetzt. 1938 ging er als Freiwilliger der Legion Condor nach Spanien, wurde 1938 Feldwebel, mit dem Spanienkreuz in Gold ausgezeichnet und roeaen hervorragender Leistung als Jagdflieger am 20. August 1939 zum Leutnant befördert. Am 1. Juli 1940 wurde er Oberleutnant. Oberleutnant Müncheberg wurde 1918 in Friedrichshof in Pommern als Sohn eines Landwirts geboren. Er besuchte von 1928 bis 1936 das Realgymnasium in Dramburg. Dann trat er als Fahnenjunker in die Luftkriegsschule Dresden ein, wurde am 1. Juli 1938 als Flugzeugführer in ein Jagdgeschwader versetzt, am 8. November zum Leutnant und am 19. Juli 1940 außer der Reihe zum Oberleutnant befördert. MajorMölders errinaf den40. Lustsieg Berlin, 21. Sept (DBB. Funkfpruch.) Major M ö l d e r s konnte in den Luftkämpfen am 20. September über Südengland feinen 40. Luftsieg erringen. Major Galland erzielte am gleichen Tage seinen 3 6. Abschuß. „Germanische Entscheidung." Oie drei Stufen des germanischen Weges.—Deutschlands Auftrag im Abendland. Von Professor Or. Franz Söhm, ßeibelberg (z. Z im Felde). fcheidung ist in den Jahren des steilen Aufstiegs verantwortlicher Volksführung und Reichssicherung herangereift, und wir empfinden in der heute notwendig gewordenen Auseinandersetzung den Wink des Schicksals, unseren im Aufbruch des Nationalsozialismus lautgewordenen, rein und klar erkannten Auftrag durch Einsatz, Kampf und Opfer zu Unsere Waffen sind in den Enscheidungskampf um Europa eingetreten. Ereignisse von weltge- chichtlichem Ausmaß zeichnen sich bereits im strategischen Geschehen dieser Tage und Wochen ab. Wir alle wissen, daß es in dieser Entscheidung der Waffen um mehr geht als nur um Bewahrung und Gewinnung machtpolitischer Ziele. Die ungeheure Wucht unseres Angriffe und die jede Vorstellung übersteigende Schnelligkeit unserer Erfolge haben ihren letzten Grund darin, daß sich die Auffassungen von Sinn und Wert Les Krieges selbst in den beiden Lagern grundsätzlich unterscheiden. Für die Westmächte und ihre völlig ideenlose Führung ist Krieg nur ein anderes Mittel im Kampfe um die Erhaltung machtmäßiger Positionen und Interessen. Für uns gilt das Wort von Clausewitz, daß der Krieg „ble Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" fei, in feinem absoluten, erst durch den nationalsozialistischen Volksrechtsgedanken ganz er- üllten Sinn: Auch der Krieg ist Politik, geistig produktive Leistung des Volkes und seiner Führung. Jeder einzelne erlebt ihn als die große Bewährung völkischer Möglichkeiten und Werte, so wie der Führer selbst ihn uns vorlebt. Nicht wer den Krieg „gewinnt", ist das Entscheidende, sondern wie er ihn besteht, ihm gewachsen ist und selbst an ihm wächst. Wer ihn .chesteht", hat ihn immer auch gewonnen; wer ihn „nur gewinnt", kann ihn in einem katastrophalen Sinn verloren haben, wofür die Sieger von Versailles für alle Zeiten das mahnende Beispiel fein werden. Daß hinter der Entscheidung der Waffen die geistige Weltentscheidung wartet und reift, ja daß diese Entscheidung als unerschöpfliche Energie und höchster Auftrag schon in allen Waffentaten unserer Armeen wirksam ist, gegenwärtig als Seele unseres Widerstandes und als Begeisterung des Angriffs, macht die Größe unserer Kriegssituation aus, der gegenüber die Feindmächte nur eine reichlich verbrauchte Ideologie heroorholen können, die man dort seit langem für die Augenblicke der „Gefahr" bereithält. Es hat den Anschein, daß sich das Schicksal des germanischen Auftrags in unseren Tagen erfüllen soll. Die Auseinandersetzung geht dabei um zwei Dinge: 1. um die endgültige echte Germanisierung des Abendlandes, um die Sicherung einer europäischen Lebens- und Völkerordnung, wie sie nur vom germanischen Menschen getragen werden kann, d. h. um die endgültige Abdrängung jener feindlichen zerstörerischen Kräfte, denen der Nationalsozialismus seit seinem Hervortreten im Innern des Reiches den bedingungslosen Kampf angefagt hat. Die 2. Aufgabe steht in nächster Verbindung mit der ersten: die endgültige Er- yaltung und Sicherung des abendländisch-dynamischen Uebergewichts in der Welt, das rrttr durch die germanische Substanz Europas errungen und folglich auch nur durch diese verteidigt und behauptet werden kann. Dreimal ist das Germanentum abendländisch-expansiv geworden. Mit der Völkerwanderung trat es in die erste Phase seiner „abendländischen" Entscheidung ein. Das Germanentum sand hier seinen Auftrag, indem es sich das Abendland als feinen Schicksalsraum, als das weite und fruchtbare Feld seiner staatengründenden und kulturschaffenden Sendung erschloß und blutmäßig und geistig durchdrang. Man wird immer mehr dazu genötigt sein, die Völkerwanderung, die der westliche Roma- nismus nicht aufbort, als brutalen und im Grunde ziellosen Wanderorang von Barbaren zu verdächtigen, nicht nur als raumhaft-revolutionären, sondern zugleich als geistig dynamischen Vorgang zu verstehen. Diese „Wanderjahre" gehören in die Ge- chichte der inneren Entfaltung des Germanentums. Hier wurde nicht nur der Grundriß künftigen Geschehens im Abendland vorgezeichnet, sondern hier verdeutlichen sich zuerst die rassegebunde- nen Ziele und Aufgaben einer neuen Welt, die die antike Kultur, artverwandt und gegensätzlich zugleich, endgültig ablösen soll. Aus der Verantwortung vor diesen Aufgaben gingen dann die ersten großen Führer des Germanentums hervor, welt- erfahrene und gefchichtsmäßige Gestalten, Dolks- fönige und Staatsmänner in einem, wie mir sie in der altgermanischen vergebens suchen. Um nur einen für viele zu nennen: Theod erich, der große Ostgotenkönig, der beispielhaft germanische Werte im verfallenden Gefüge des römischen Imperiums zur Geltung gebracht hat. Als die zweite Phase germanischer Entscheidung darf die Reformation angesprochen werden. Wenn man einmal den Streit um Dogmen des vollenden. Die Erfüllung der letzten Phase germanischer Sendung wird dann zugleich dem Abendland die „Ueberlegenheit" für alle Zeiten sichern, die von Anfang an auf dem germanischen Anteil des Abend* landes beruhte. Nur weil dieser Anteil bedroht und in seinem Bestand und seinen Funktionen gefährdet war, entstanden die Weltängste^ und die Untergangs« alpdrücke der Nachkriegszivilisation (siehe Spengler). Lieferant auch 3t)cet Krankenkasse Die erneute Sicherung der schöpferischen Ueberlegenheit, die Wahrung und Ueberhöhung der abendländischen Menschheitsmitte wird aber nur einem geläuterten Geschlecht gelingen, das zum Einsatz seiner ganzen Fähigkeiten aller Kräfte des Könnens, Wissens und Glaubens bereit ist. Nur der Sieg, der durch Ernst und Opfer des größten Krieges aller Zeiten gegangen ist, wird dis Kraft und die Verantwortung zum Bau einer neuen abendländischen Welt germanischer Sendung geben. christlichen Glaubens alß eine zeitgebundene Leidenschaft oegreifen wird, wird man in ihr in erster Linie einen germanisch-expansiven Zwang zu würdigen verstehen, der in Luthers Tat lag, gebunden freilich an den religiösen Stoff, an den Ernst und die Sorge der christlichen „Erwartung". Aber hier trat ein Mann auf, der germanisches Grundgefühl und deutsches Lebensverständnis einem neuen Zeitalter aufprägen will; deutsches Wesen ist nie wieder soweit in die Welt hinausgedrungen als in seiner „protestantischen" Gestalt. Aber so wenig wie die Völkerwanderung zur völligen Durchsetzung des Germanischen geführt hat, so wenig vermochte die Reformation die germanische Entscheidung endgültig zu sichern. Indem Luther es der Nachwelt überließ, ob an seiner Leistung das Christliche oder das Germanische, das Dogma oder der Protest, das Wort oder der Wille entscheidend sein sollte, hat er die Reichweite feiner germanischen Welteroberung selbst beschränkt. Trotzdem steht die deutsche Kultur der Folgezeit und damit auch alle europäische Ausstrahlung dieser Kultur, „mit deren Tiefe die Fremden ihr Bestes haben", auf Tat und Willen der Reformation. Die dritte und endgültige Phase germanischer Entscheidung erleben wir selbst; — wir erleben sie nicht nur, sie ist heute auf uns gestellt. Sie ist unser Schicksal: daß wir sie zur end- gültigen Entscheidung machen. Zur vorwiegend po- litisch-raumhaften Entscheidung der Dölkerwande- rungszeit und zur überwiegend geistig-seelischen Entscheidung der deutschen Reformation tritt heute die totale politisch-geistige Entscheidung klarster Ziele, geläuterter Selbsterkenntnis und leidenschaftlicher Welt- und Geschichtsvertrautheit. Diese nationalsozialistische Phase germanischer Ent- Kriegs-Wandertag in Marburg. Der Reichsverband der Deutsches Gebirgs« und Wandervereine im NS.- Reichbund für Leibesübungen veranstaltete in Marburg den 49. Deutschen Wandertag als Kriegs-Wandertag. Der Reichsverband hat 58 Verbände mit über 250 000 Mitgliedern, die in 2340 Zweigvereinen zusammengefaßt sind. Er unterhält 411 Aussichtstürme, 171 Unterkunftshäuser, 685 Schutzhütten, 407 Quellenanlagen und 63 260 Rast- und Ruheplätze selbst aus seinen Mitteln. Mit diesen Anlagen dient der Reichsverband dem Volksganzen. Außerdem hat er die Einrichtungen geschaffen, die das Wandern überhaupt erst ermöglichen: die Wegebezeichnungen. Er unterhält sie und dehnt sie weiter aus. Von ihm geschaffen durchqueren über 113 000 Kilometer wohlbezeichneter Wanderwege alle deutschen Lande. In der Vertreter- Versammlung wurde von einer neuen großen Nord-Süd-Wanderverbindung berichtet, dem Nordsee—Bodensee-Weg, der von Hamburg durch die Lüneburger Heide über Hannover, Deister, Süntel, Teutoburger Wald, Eggegebirge, das Sauerland, Westerwald, Lahn, Taunus und Odenwald, über Schwarzwald und Hegau nach Konstanz führen wird. Auf 1270 Kilometer der schönsten Wanderwege durchläuft er Deutschland von Norden nach Süden. Vor der Vollendung steht ebenfalls ein gewaltiger Ost-West-Weg, der vom Rhein bis zur Ostgrepze (Schlesien) geht, und eine andere durchgehende Wanderstrecke ist im Nibelungen-Weg geplant, der vom Rhein an der Donau entlang ins Burgenland führen wird. MU jum letzten auszunutzen. Scadjten Sie Diele to wichtigen Regeln für Den Verfrachter! 6» Durch zweckmäßige Ladegeräte und ßilf8mittel das Le» und Entladen erleichtern. !• Güterwagen schnellstens be- und entladen. Rückgabe der Wagen möglichst vor Ablauf der Ladefristen: Überschrei- Det Güterverkehr, den die Deutsche Leichsbahn Im großdeutschen Raum zu bewältigen hat, Ist gewaltig angestiegen. Vierjahresplan, Lüstungsbetftebe, Verlor- gung der Bevölkerung und ff vor allen Dingen unsere Wehrmacht stellen größte Anforderungen an den Güterwagenpark. Alles kommt daher darauf an, jeden vorhan- denen Güterwagen bis »nun £ K l 'tm m ll l, t| „1,111! u t! IUI m It IIHlyi |jj n I [! [ j||t 1 ß'liiliiRiilifliiiniiiiiiiiiH UlMlMrnMlllMllM! MIHIIIIIIIIM Mltwiimmi ■lllmllillllllllllllll auf jeöen nagel Kommt es an! Lin paar 5u lange. ba5u noch achtlos eingetragene Hagel beim Befestigen der Doste auf dem Dagenboden, eine Meine Una*tfamkeit oder ein wenig Leichtsinn beim Le- und En,laben und fchon kann em .rn Augenblick unerfest- sicher Güterwagen $um Stillstand im Ausbesserungswerk oerurteill fein. (Ein wenig mehr ..achdenken. vor allemJaeun Laden fperriger Güter und fchon läfit sich der Laderaum (5. B. durch einfache Umbauten aus Balten unb Brettern) bester ausnuten. Wohl überlegtes, fachgemäßes verladen erreicht dreierlei: Wertvoller Babetaum1 antb gelpatt, bie Güterwagen werden geschont und darüber hinaus wird das von sthnen verladene taut gegen Schaden gesichert. Be- fonbete Sorgfalt ist bei großen Mafchinen. $al)t$eugen und Kranen notwendig. Wenn das Out nicht ottmungagemaft und betriebssicher verladen wird. f° muß dies bei Übernahme der Wagen vom Ladebeamten beanstandet wetdew Dutd) das 3ured)tlaben entsteht ein unnötiger Wagenstillftand. Hoch (d^ertnjegenöer ßnö &ie Solgeru went1 bie Mängel in der verlabeweste sich erst unterwegs seinen oder wenn gar durch unsachgemäße Detlabung Unfälle oer, flacht werden Ztagen Sie recht-eisig bei der Güterabfertigung nach den bei der Verladung zu beachtenden Be. ftimmungen und nach den Lademaßen, die bei der Beladung von offenen Wagen emzuhalten sind. Achten Sie auch beim i£ntlaben auf schonende Behandlung der Güterwagen. Vorsicht beim ßeranfahten bet fite1 tmagen an die lut bcs Güterwagens. Beim ßinausjiehen von Nageln öagenboben und -roanbe nicht beschädigen. tung der Ladcfcist hat Ausfall wertvollen Laderaums zur Solge. 2. Wagen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen. Ange- botene Ersatzwagen verwenden, selbst wenn kleine Unbequemlichkeiten damit verbunden sind. 3. pünktlichen- u. Abfuhr dec Güter. Wit der Be- und Entladung sogleich nach Wagenbereitstellung beginnen. 4» 8ür Güterwagen gibt es jetzt keine Sonntagsruhe. Daher Güter, wenn möglich, auch Sonntags verladen. Zur eingegangene Güter besteht die Psticht zur Entladung an Sonntagen. 5» Güterwagen beim Bc- und Ent« laden nicht beschädigen. Lademaße innehalten. Güter ordnungsmäßig und betriebssicher verladen. Auslastung der Wagen bis zum Ladegewicht und nach Wöglichkeit jetzt im innerdeutschen Verkehr bis 1000 kg über die am Wagen ungeschriebene Tragfähigkeit. Laumersparnis durch geschicktes Stapeln der Güter, ganz be- sonders durch sachgemäßes und über, legte» verladen sperriger Güter. 8. Vicht mehr Güter zu gleicher Zeit beziehen, als rechtzeitig entladen wer- den können. 9. Entladung sogleich beim Eingang der Versandanzeige des Absenders oder bei der Voravisierung durch die Güter- abfettigung vorbereiten. 5uhrwerke und Ladrpersonal schon im ooraas sür die Zeit der bevorstehenden Entladung frei, halten. IO« Frachtbriefe und sonstige Begleitpapiere sorgfältig ausfüllen zur ver- meidung von Orrläufen. yiis Bet Deutschen Reichsbahn und Du hilfst Die felbftl Bitte ausschaeiden, aushebea unb immer wieder lesend ^Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^ Wir suchen eine gewandte und zuverlässige STENOTYPISTIN 4217 D Jefdefo Jcßcfo 4237 A 4237 A Steinstraße 68 Q 03184 mr uuja, 4221V Stenotypistinnen Kontoristinnen gesucht Maschinenschreiberinnen iieeD aus Stadt des KdF.-Wagens 4210 V Stadttheater W für Buchhaltung und Korrespondenz in angenehme Dauerstellung. - Schriftliche Bewerbungen unter 4234 D an den Gießener Anzeiger. Bewerbungen mit Zeugnissen, handschriftlichem Lebenslauf und Lichtbild erbeten an Man muß beständig Werbung treiben, um in Erinnerung zu bleiben, muß auch in warenknappen Zeiten das Feld der Zukunft vorbereiten. 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Wäh- Hersagst, bräunt sich der Kuchen gung von Bethel verwendet. Durch 38 Jahre hindurch hat „Vater Bodel- schwinah" sein Werk betreut, allen, die in Bethel Aufnahme gefunden hatten, ein wirklicher Vater, der auch dem ärmsten und schwächsten Menschenbruder mit der gleichen liebenden Hilfsbereitschaft entgegenkam. Und ebenso wie dieser Mann zu geben verstand, so verstand er auch zu werben und zu bitten. Als Reichstagsabgeordneter und in zahlreichen Vorträgen hat er das deutsche Volk immer wieder für fein Werk zu interessieren gewußt und es zur Mithilfe aufgerufen, und so konnte Bethel trotz aller äußeren Sorgen und Schwierigkeiten ständig wachsen und seine Ziele tätiger Nächstenliebe immer weiterstecken. Seit 30 Jahren schlummert der alte Bodelschwingh nun schon aus dem stillen Friedhof von Bethel, an der höchsten Stelle des Zionsberges, der die ganze Anstalt überblickt. An die Stelle des Vaters ist der Sohn, der Pastor Fritz von Bodelschwingh, getreten, unter dessen Händen das große Liebeswerk sich im gleichen Geiste weiter entwickelt. Im Weltkriege war, ebenso wie auch jetzt wieder, ein Teil der Anstalten als Lazarette eingerichtet, wo zahlreiche Verwundete Pflege und Betreuung finden, und es zeugt von einem beispiellosen Grad sittlicher Verrohung, wenn die britischen Kriegsverbrecher ihre Nachtflieger auf gerade diese auch in England wohlbekannten Anstalten barmherziger Nächstenliebe ansetzten und sich auch Menschen fanden, die in Ausführung der brutalen Befehle Churchills ihre todbringenden Bomben unter hilflose kranke Kinder fallen ließen. C. K. Hilfsbedürftigen strömten ihm zu, die Hilfsbereiten teilten sich ihm zur Verfügung. Als er die Leitung von Bethel übernahm, hatte die rechte Aufgabe den rechten Mann gefunden. Der Pflegeanstalt für Epileptische fügte Bodelschwingh 1 olche für Schwachsinnige, Geisteskranke, Gebrechliche und Asoziale bei, in eigenen Diakonissenhäusern wird der pflegerische Nachwuchs herangebildet, eine Theologieschule mit Konvikt steht den Studenten offen. Die Organisation von Bethel ist weitgehend auf Selbstversorgung aufgebaut, so gut wie alle Arbeit wird von den Kranken selbst geleistet, jeder wirH einen Kräften und seinem Können entsprechend be- Das Herbstprogramm des Znsel-Verlages. Unter den Neuerscheinungen des In« sel-Verlages zu Leipzig steht an erster StellS ein großer Roman „Der Henker" von Edzard Schaper. Einen neuen Erzähler stellt der Verlag mit dem Geschichtenbuch „Das Kugelspiel" von Jo-, Hannes Moy vor, einen neuen Dramatiker in Hans Jüngst, dessen Schauspiel „Achill unter den Weibern" am Berliner Staatstheater, zur Urauf« sührung gelangt. Von Friedrich Schnack erscheint eine Erzählung ,Ler glückselige Gärtner", von An- ton Coolen der Roman „Das Wirtshaus zuv Zwietracht", von Edgar D a c q u 6 ein Buch übeL den Schöpfungsmythus „Die Urgestalt". Reinhold Schneider gibt seine gesammelten Aufsätze un« ter dem Titel „Macht und Gnade" heraus. Jlsd S ch u n k e veröffentlicht ein Buch über „fiebert und Werk des kursächsischen Hofbuchbinders Jakob Krause". Im Bereich der klassischen Dichtung er« scheinen Eichendorffs Werke in zwei Bänden« herausgegeben von Rudolf Bach, Schillers Werke in drei Bänden (Volks-Schiller), herausge« geben von Reinhard Buchwald, eine neue Gesamt« ausgabe von Goethes „Faust" und Stifters „Witiko". Das große Werk „Buch deutfchetj Dichtung" wird mit dem Band „Das späte Mit« telalter" fortgeführt. In die „Bibliothek der Ro« mane" wurden ausgenommen Stifters Romart „Der Nachsommer" und „Die Geschichte des Gil Blas von Santillana" von Le Sage. Die Insel« Bücherei erfährt einen Zuwachs von zehn Bän« den. Ueber die Neuerscheinungen unterrichtet bat Ärrlel-Almssach das öah» 1941»/ Jahr wird das freilich Tränen geben, und der red« ° elige Kutscher wird seine Sorgen haben. Das ist dann schlimm für die beiden, allein deswegen kanrt der Meister das Weltenwerk doch nicht einhalten« Was wissen wir! Vielleicht müßte er die Sonnei anders lausen lassen, bloß um diesem Kutscher aus der Not zu helfen. Aber wie das auch sein mag, für den, der dert Kummer tragen muß, für den ist er riesengroß und bergeschwer, er füllt die Welt aus und verfinstert das Sonnenlicht, so groß ist der Kummer, und macht wenig aus, ob er nun einem Fuhrknecht obei* einer Magd auf dem Herzen liegt. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Kaum hat das ' deutsche Volk die Kunde von dem brutalen Kindermord in Bethel verno-mmen, treffen neue Meldun- : gen ein von einer nicht minder gemeinen und hin- : terhältigen Bombardierung rein ziviler Gegenden. Diesmal ist Heidelberg getroffen. Diesmal hat Churchill den Befehl gegeben, in dieser Stadt, in der weit und breit keine militärischen Ziele sind und die in der Welt einen Ruf als Stätte der Wissenschaft und historischen Erinnerungen genießt, Bomben zu werfen. Am schwersten betroffen wurde die Heidelberger Siedlung Psassengrund. Die Feststellungen haben ergeben, daß der britische Flieger im Tiefflug bei mondheller Nacht mehrmals über seinem Ziel kreiste und dabei genau erkannt haben muß, daß es sich um eine Gruppe kleiner Siedlungshäuser handelte, wie sie von Angehörigen der werktätigen Bevölkerung bewohnt werden. Trotzdem ging der Flieger plötzlich tiefer herunter, stieß auf eines der ersten Hauser der Siedlungsgruppe nieder und warf dann sieben Bomben unmittelbar hintereinander ab. Die Gewalt der Detonationen erschütterte die kleinen Häuser in ihren Grundfesten. Eines der Häuser wurde von einer Bombe getroffen, wobei ein st ädtischer Arbeiter und seine beiden Kinder ums Leben kamen. Dasselbe verbrecherische Vorgehen der Royal Air Force mußte ick der kleinen badischen Stadt Bruchsal fetgestellt werden. Auch dort erfolgte her Hagens Abschied von der Welt. Ich liege auf dem Rücken ganz tief im Kräuterwald versunken, um mich ist nur das grüne Blattgewirr, und gleich darüber der Himmel, den halte ich mit meinen Händen ausgespannt. Manchmal taumelt ein Käfer in trunkenen Schwüngen durch die Bläue, ein paar scheckige Falter wirbeln vorbei im seligen Tanz der Liebe, und so oft ein Lufthauch von der Schattenseite her über die Lichtung zieht, hebt sich der Chor der Bienen gewaltig brau» send aus den Brombeerbüschen. Aber immer ist das Rauschen der bewegten Wipfel da, dieser tiefe und satte, dieser so ruhige und breitströmende Klang, der nie gänzlich verstummt, und den ich immer im Ohr habe, auch in der Fremde, wenn es still um d Aus der Stadt Gießen, s Der Herbst beginnt... : Gemerkt hat man es ja schon seit einer ©eile, aber nun ergibt sich die unumstößliche Tatsache: de? Sommer ist von hinnen, der Herbst beginnt. Am 23. September tritt die Sonne in das Zeichen de« Waage, und damit übernimmt der Herbst offiziell das Reginient, um es für die nächsten drei Monats zu führen. Wie es gewöhnlich ist beim Wechsel des Jahreszeiten, fo hat es sich auch diesmal wieder er« wiesen: man spürte den neuen Herrscher schon, ehS er überhaupt sichtbar in Erscheinung trat. Mit dem Herbstanfang haben wir wieder die Tag« und Nachtgleiche erreicht, das bedeutet also, daß zrt diesem Zeitpunkt Tag und Nacht einander gleich ind und je zwölf Stunden währen. Aequinoktlkunl nennt der Astronom diesen im Jahresablauf wich« tigen Vorgang. Er kennzeichnet damit den Termin, an dem der Mittelpunkt der Sonne bei ihrem schein« baren Umlauf um die Erde in den Aequator tritt« Zweimal im Jahre erleben wir diesen Vorgang: im Frühjahr, wenn das Tageslicht im Zunehmen be« griffen ist, und jetzt im Herbst, wenn wir uns wiedeS auf der absteigenden Linie bewegen. Von nun art wird sich das Schwinden des Tageslichtes immer deutlicher bemerkbar machen, bis am 22. Dezember der tiefste Punkt erreicht fein wird. Im allgemeinen bringt der Herbst zu Beginn ferner Herrschaft beständiges und klares Wetter. Bis weit in den Oktober hinein kann man jedenfalls immer noch mit schönen Tagen rechnen, und wenn des Himmel auch bann und wann ein unfreundliches Gesicht zeigt, so ist er aber auch imstande, mit Son« nenglanz und berückender Schönheit zu überraschen« Unter den Jahreszeiten gilt der Herbst als Roman« tiker und in der Tat vermag er einen Stimmungs« zauber zu entfalten, der einzigartig ist. Er kann bis! Buchenwälder zu festlichen Sälen verwandeln, irt denen alle Farbenpracht verschwenderisch leuchte^ er weiß die Landschaft in ein Meer von Licht und Farbe zu tauchen, daß man andächtig verweilen mutz« und es ist ihm möglich, jedem einzelnen Gewächs oder Gesträuch im Garten an einem einzigen Tags mehr Schönheit zu vermitteln, als es vorher jemals fchäftigt, sei es in der Landwirtschaft oder der Gärtnerei, sei es im Handwerk oder in der Verwaltung, die Frauen und Mädchen in der Küche, bei der 2ßä= scherei, in den Plätt- und Nähstuben. Es handelt sich ja nicht nur darum, die Kranken unterzubringen und ihnen die möglichst beste Pflege angedeihen zu lassen, sondern es handelt sich um den einzelnen Menschen, der sich als lebendiges Glied im Dienst des gemeinsamen Ganzen fühlen und so zur Befriedigung, Fröhlichkeit und Dankbarkeit gebracht werden soll. „Wer danken gelernt hat, ist gesund geworden", lautete einer der Grundsätze Bodelschwinghs. Seine besondere Liebe gehörte „seinen lieben Brüdern von der Landstraße", den Arbeits- und Obdachlosen, die in den achtziger Jahren noch völlig sich selbst und damit oft dem Elend, dem Laster, dem Verkommen überlassen waren. Für sie gründete er nach dem Leitsatz „Arbeit, nicht Almosen" zwei Stunden von Bethel entfernt die Kolonie Wilhelmsdorf, zu der später noch die Kolonie Hoffnungstal, der Verein Arbeiterheim und andere kamen. Hier wurde Oedland kultiviert, die Arbeiter in festen Heimstätten angesiedelt und der Ertrag des Landes für die Verfor- Aus winzigen Anfängen ist Bethel, die „Stadt der Nächstenliebe" bei Bielefeld, hervorgewachsen. Im Jahre 1867 gründeten zwei tatkräftige Bielefelder Männer auf einem kleinen Bauernhof em Heim für epilevtische Kinder. Ein junger Lehrer, der schon Erfahrung in der Behandlung solcher । Kranken hatte, übernahm die Leitung, em Biele» selber Arzt und ein Pastor betreuten im Nebenamt die junge Anstalt. Wie groß das Bedürfnis nach einer Pflegestätte dieser Art war, bewies der überraschend große Zustrom von Kranken, nicht nur von Kindern, sondern auch von Erwachsenen, Männern und Frauen aus allen Volksschichten. Schon nach drei Jahren mußte der Bau eines neuen Hauses in Angriff genommen werden, das 180 Kranken Platz bieten sollte. Das ursprüngliche Haus erhielt den Namen „Ebenezer", auf deutsch „Bis hierher hat der Herr geholfen", das neue wurde „Bethel getauft und gab diesen Namen den ganzen, heute so weit ausgedehnten Anstalten. Im Jahre 1872 kam der Mann nach Bethel, der es zu dem umfassenden Werk christlicher Nächstenliebe machen sollte, als das es heute in der ganzen Welt berühmt ist, Pastor Friedrich von Bo- d e l s ch w i n g h. Dieser damals elnundoierzig- jährige Mann hatte schon eine reiche Erfahrung auf dem Felde sozialer Liebestätigkeit gesammelt. Er war der Sohn des preußischen Finanzministers von Bodelschwingh, und hatte sich nach bestandener Reifeprüfung zunächst der Landwirtschaft zugewandt. Mit 22 Jahren war er Inspektor über einen großen Guter - komplex in Pommern. So war er nicht ausschließlich ein Mann der Wissenschaft, sondern er kannte das praktische Leben und die bäuerliche Arbeit aus eigener Erfahrung. Schon in diesem ersten Beruf galt eine seiner Hauptsorgen den ihm unterstellten Tagelöhnern, und immer klarer wurde es ihm, daß im Kampf gegen Armut, gegen Trunksucht, gegen äußere und innere Verelendung seine eigentliche Aufgabe läge. Mit 23 Jahren entschloß er sich zum Studium der Theologie. Sein erstes Amt fand er 1858 als Hilfsprediger der deutschen Gemeinde in Paris, 1864 wurde er Pfarrer in Dellwig in Westfalen. UeberaU, wo er hinkam, blühte das Gememde- leben auf, feine warme christliche Nächstenliebe, verbunden mit feiner männlich herzhaften, kraftvoll zupackenden. Art, gewann ihm die Gemüter, die aus dem Fels, aber gleich daneben ist der Boden trocken, da werden wir eine Feuerstelle bauen und Mus kochen. Unter uns fällt der Wald steil ab, man ieht über die Wipfel weg bis in das Dorf hinunter. Klaus muß das krachende Feuer hüten und auf- paffen, daß keine Fliege ins Wasser fällt, wahrend ich den Teig anrühre. Schade, die Heidelbeeren sind noch nicht reif, aber auch so wird es uns schmecken, ich nehme es mit den besten Köchen der Welt auf, was die schwierige Kunst des Muskochens betrifft. Ein Frauenzimmer träfe es überhaupt nie, denn das ist eine Männerkunst, keine Windbäckerei. Es hilft nicht, wenn dir einer sagt, nimm soviel Mehl und soviel Schmalz und Wasser und Salz, da muß viel Unwägbares dazukommen, ehe sich diese vier Urelemente des Genusses glücklich vereinigen Du mußt es verstehen, das Mehl mit der richtigen Hitze und Schnelligkeit abzubrühen, und nebenher gleichsam mit dem sicheren Blick, mußt du das Fett m der Pfanne überwachen und den Zeitpunkt erhaschen, in dem es eben zu rauchen anfangen will. Nicht, daß es etwa schon im geringsten rauchte, das wäre um eine Ewigkeit verfehlt. Niemals aber brächte eine Frau die Sammlung und Entschlossenheit des Geistes auf, die nunmehr nötig wird. In Zeit von zwei Vaterunsern ist das Mus gar, oder es ist rettungslos verdorben. Wahrend du das erste hersagst, bräunt sich der Kuchen unterwärts, beim Amen wendest du ihn blitzschnell mit einem glücklichen Ruck, und bei der siebenten Bitte ziehst du das fertige Mus vom Feuer. Funken schwelen dir auf der Haut, der würzige Rauch treibt dir die hellen Tränen aus den Augen. Aber das können auch Freudentränen sein, ein letztes Mal rührst du die krümelige Masse durch, locker und goldgelb fällt sie von der Schaufel, und em unbeschreiblicher Wohlgeruch steigt dir in die Na>e. Mit Mühe hältst du das Wasser deiner Begierde im Mund zurück, wenn du nun gegen den Lössel bläst, um den ersten Bissen zu verkosten Mus ist auch kein Schlemmergericht, mit dem sich einer den Bauch vollschlagen kann. Sondern es legt sich warm und füllig in den Magen, und wenn du schweigsamer Mann, dein Teil gegessen hast, dann meist du, für dein Lebtag satt und gegen alle Versuchungen des Gaumens gefeit zu fein Nach der Mahlzeit kommt uns beide der Schlaf an wie sich denken läßt; wir haben m dieser Hinsicht viel einzubringen. Jeder räkelt sich eine passende ■ Mulde im Gejtrüxx zurecht, WM den Hut ins Ge- mich wird. ... _ , r .. Neben mir liegt Klaus und schlajt. Er kräuselt die Lippen im Traum und bläst den Atem aus runden Wangen, wie es Kinder tun. Aber es ist köstlich, hier zu sitzen, mit dem Blick über das Tal hin, und unten liegt das Dorf mit seinem kleinwinzigen Leben ins Wiesengrün hineingestreut. Wie seltsam, zu denken, daß man selber in dieser Käferwelt daheim ist und voll unnützer Wichtigkeit darin umherläuft, während man, in der Nähe besehen, doch von ganz stattlichen Maßen ist und eine Menge Platz braucht, wenn man einmal auf dem Bauch liegen will. Nur sechsmal kirchturm- hoch über den Dingen, und schon wird alles rührend klein und ein bißchen spaßig. Und wenn man das erwägt, dann darf man es wohl auch dem lieben Gott nicht verübeln, daß er manchmal unser Gestrampel von der heiteren Seite nimmt, wie es den Anschein hat. Nein, ich glaube nicht, daß Gottvater sich ereifern kann wenn er den alten Michael sieht, wie er jetzt über den Kirchplatz geht. Gleich hält ihn der Geiz wieder auf, und er kratzt etwas aus dem Boden, einen Schuhnagel vielleicht, mit dem er den Schuster um einen Groschen bringen kann. Oder wenn der Herr den Gaul betrachtet, der dort ganz allem einen Streuwagen durch die Gasse zieht, bis er irgendwo ansteht. Ich sehe durch das Glas, wie er den Kopf über den Zaun.hängt und Lilley aus dem Pfarrgarten frißt, ungestraft, weil der Kutscher weit hinten bei einem Mädchen steht und ihm etwas sehr Eindringliches zu sagen hat. Ich kann es mir denken, und Gottvater hört es sogar ganz genau, aber auch er schickt nicht Pech und Schwefel über den Kutscher. & ift jß yuL Ms Spiel im Gange« übers Pastor von Bodelschwingh zeigt ausländischen Journalisten einen von britischen Bomben zerstörten Schlafsaal für epileptische Kinder. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Stadt der Nächstenliebe. Bombenabwurf bei hellem Mondschein im Tiefflug a u f ein dicht bevölkertes Wohnviertel, das genau zwischen der Stadtkirche und dem Kränkenhaus lag. Irgendwelche militärische Ziele, Fabrikgebäude oder Bahnanlagen befinden sich im Umkreis von einem Kilometer der Einschlagstellen nicht. Durch den niederträchtiaen Ueberfall wurden auch hier fast ausschließlich Volksgenossen der minderbemittelten Bevölkerungsschicht betroffen und um ihre bescheidenen Wohnstätten gebracht. So fiel eine Bombe in ein einstöckiges Häuschen und brachte dieses und das Nachbarhaus zum Einsturz. Eine andere Bombe verschüttete zwei Mädchen, von denen das eine leicht verletzt geborgen werden konnte, während das andere den Tod fand. Zwei Häuser weiter wurde ein achtjähriger Junge durch Bombensplitter lebensgefährlich verletzt.' Auch das Schloß von Bruchsal, ein herrlicher Rokokobau der ehemaligen Fürstbischöfe von Speyer, wurde bei dem britischen Luftangriff auf das schwerste in Mitleidenschaft gezogen. Eine Bombe, explodierte auf dem Gehsteig unmittelbar vor dem Schloß und beschädigte einen Flügel des Gebäudes erheblich. Das deutsche Volk wird alle diese Schandtaten nicht vergessen, und die Vergeltung wird Ausmaße annehmen, wie sie sich Churchill und seine Kriegsoerbrecherclique wohl in, ihren schlimmsten Angsttraumen nicht vorstellen können. Gedanken nach dem Mskochen.; Don Karl Heinrich Waggerl. Es ist noch früh am Tage, über uns bricht der fiimmel auf, ein lichter Fleck zuerst, eine blaue Intel, rosig umschaumt vom Gewölk. Jenseits leuchten chon die Wiesen in der Sonne, uns aber weht schon ne Kühle des regensatten Waldes entgegen. Wir teigen langsam, es ist ein Genuß, jeben Xntt im groben Geröll des Weges bedächtig zu wählen Im Dorbeistreifen spürt man zuweilen wohlig die Rauheit eines Brombeerblattes auf der Haut, es tropft aus den hohen Wipfeln, und alles Laub ist blank lyld schimmert freudig grün in der Nasse. Oft bleiben wir stehen, schöpfen Luft und wechseln ein paar Worte. Ich zeige dem Kameraden allerlei, eine Hirschfährte im moorigen Grunds es ist aber nur ein schwacher Hirsch gewesen. Da blüht die Nagwurz noch, sie ist sehr selten und em bißchen unheimlich, und gelbes Fettkraut, dem man es auch nicht ansieht, daß es Mücken fressen kann. Ja, hier herum ist mir mancherlei bekannt. Auf diesem Fleck fand ich einmal neun gute Steinpilze und nachher nie wieder einen, und dort auf der Lichtung wächst edle Arnika, später, es ist noch zu sruy weichen wir vom Weg ab, aber es ist schwierig, in dem wüsten Unterholz die Richtung zu finden und vor allem nicht merken zu kaffen, daß man bald selber zweifelt, ob man jemals das -lcht der Sonne wieder sehen wird. Mühsam drangen wir uns durch, der Nadelboden ist tückisch glatt. uno immerfort verspieht sich das Werkzeug im Geäst. Wir klettern über zahllose Graben, ^ott weiß, ob es nicht immer derselbe Graben ist, es sieht einer wie der andere aus. Klaus stolpert jedenfalls gutgläubig hinter mir her. Einmal, während ich mich verstohlen umsehe, fällt er mir bis zum Bauch in ein verdammtes Moderloch. Wortlos und kleinlaut kriecht er wieder heraus, und ich muß ihm zum Trost verheißen daß wir gleich an unfern Ort kamen, obwohl ich ihn mel lieber fragen möchte, ob vielleicht er wisse, wo hier eigentlich vorn und hinten ist. M Dann aber wird es endlich doch hell vor uns, ein paar Schritte noch, und wir stehen tn der war- ©rolartig sagt Klaus und fetzt sich gleich ins Bee- yertfraut MMch. HM Satten wie es M vW erreichen konnte. Nichtsdestoweniger ist der Herbst der Schrittmacher des Winters. Wenn er uns heute noch ein freund« liches Gesicht zeigt, so macht es ihm aber auch nicht? aus, ebensogut bald den Frost oder gar den SchneS zu schicken. Und der Baum, der jetzt noch fein buntes Laub wie eine stolze Krone trägt, kann unter Um« ständen bald einsam um sein letztes Blättchen trauern« das ein garstiger Wind von bannen weht. Dornoiizen. Tageskalenber für Samstag. 1 Gloria-Palast, Seltersweg: „Trenck, der Pan« bur". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gefähr« liche Frauen". Tageskalenber für Sonntag. Stabttheater: 19 bis 21.15 Uhr Hochzeitsreise ohnS Mann". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Trenck, bev Panbur"; 11 Uhr Wochenschau — Sonbervorstel« lung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gefahr« liche Frauen". 3n unseren Familienblättern beginnen wir am heutigen Samstag mit dem Abdruck eines neuen Romans, der einen Stoff von größter Aktualität in geschichtlich zuverlässiger, aber temperamentvoll bewegter fesselnder Darstellung behandelt. SUEZ PFORTE DER VOLKER hat Josef Sebastian Schalt seinen Roman eines Kanals genannt, der ungemein spannend von der Verwirklichung einer großen umwälzenden Idee in zähem Kampf gegen das politische Intrigenspiel Englands erzählt. 3m Augenblick des Zusammenstoßes zwischen Italien und England auf ägyptischem Boden wird der Roman bei unseren Lesern besonderes Interesse finden. Z k *♦ Eine Tomate im Gewicht von 1% Pfund zeigte uns gestern Herr Heinrich Seu- l i n g aus Alten-Bufeck. Die außerordentlich große Frucht hat er in seinem Garten geerntet. Da wird diese Frucht allein schon einen ausreichenden Tomatensalat geben. Amtsgericht Gießen. Der W. B. in Heuchelheim war wegen Vergehens gegen die Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels angeklagt. Er hatte seine Arbeitsstelle an zusammen 41 Tagen widerrechtlich und ohne Grund verlassen. Gegen den Angeklagten, der geständig ist, war bereits Wirtshausoerbot er- aen. Er war auch bereits mehrmals verwarnt en. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten, abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft, verurteilt. Strafkammer Gießen. Der H. P. aus Berlin, zuletzt in Bleichenbach wohnhaft, war durch Urteil des Amtsgerichts Ortenberg vom 16. Juli wegen Betrugs im Rückfall zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten verurteilt worden. Er hatte sich in Schickt Zllufinette an die Front! Der Frontsoldat wird dafür dankbar fein. der Zeit vom 19. Dezember 1939 bis 4. März 1940 Krankengeld und Hausgeld in Höhe von 322,41 RM. auszahlen lassen, obwohl ihm in dieser Zeit sein Gehalt von monatlich 200 RM. weitergezahlt wurde. Gegen das Urteil legte er Berusuna ein. Trotz ordnungsmäßiger Ladung war der Angeklagte zum Verhandlungstermin nicht erschienen, weshalb feine Berufung verworfen wurde. Aus der engeren Heimat. Senatspräsident i. R. Or. Wilhelm Keller f. LPD. Darmstadt, 20. Sept. Senatspräsident Geheimrat Dr. h. c. Jakob Wilhelm Keller ist in Darmstadt im 90. Lebensjahr gestorben. Nach .Ablegung der juristischen Fakultätsprüfung in Gießen und der hessischen Staatsprüfung in Darmstadt war Dr. Keller zunächst Substitut beim Staatsprokurator in Alzey, später in Mainz, wo er auch als Landrichter und Landgerichtsrat tätig war. 1895 wurde er als Oberlandesgerichtsrat an das Hessische Oberlandesgericht nach Darmstadt berufen, dessen Senatspräsident er seit 1. Oktober 1909 war. Dr. Keller war lange Zeit Mitglied des Verwaltungsgerichtshofes, der Staatsprüfungskommission und mehrere Jahre Vorsitzender der Reichsdisziplinar- kammer. Zehn Jahre leitete er die von ihm mitbegründete hessische Rechtsprechung" und war meh- rere Jahre Vorsitzender des Hessischen Richtervereins. Die Universität Gießen verlieh ihm 1907 den Ehrendoktortitel. Landkreis Gießen. * G r o ß e n-L i n de n, 21. Sept. Am heutigen Samstag, 21. September, kann der Musiker und Zeitungsoertreter Heinrich Geißler in guter körperlicher und geistiger Frische seinen 7 5. Geburtstag begehen. Der Jubilar hat seit fast zwei Jahrzehnten die hiesige Vertriebsstelle des „Gießener Anzeigers" inne und füllt diesen Posten trotz seines hohen Alters in gewisserhafter Weise aus. Seit über 40 Jähren gehört er der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und dem Gesangverein „Germania" an. Möge dem allseits geachteten und beliebten Manne noch ein- schöner Lebensabend beschieden sein. Auch wir bringen dem alten Herrn unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstage dar. Schweinemarkt in Homberg. —.— Homb erg, 19.September. Der Auftrieb zum gestrigen Schweinemarkt betrug 156 Ferkel. Man bezahlte für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 16 bis 20 RM., 8 bis 10 Wochen alte 20 bis 25 RM., 10 bis 12 Wochen alte 25 bis 30 RM. Der Handel war schleppend, es verblieb Ueberftand. Stadttheater Gießen. Auf vielseitigen Wunsch wird am morgigen Sonntag das erfolgreiche Lustspiel „Hochzeitsreise ohne Mann" von Leo Lenz noch einmal aufgeführt. Es ist damit allen, die während der Vorspielzeit keine Gelegenheit hatten, sich dieses unterhaltsame Werk anzusihen, noch einmal die Möglichkeit geboten, das Versäumte nachzuholen. Die Spielleitung hat Hans Albert Schewe. Das Bühnenbild stammt von Karl Löffler. Es wirken mit: Hannelore Hinkel, Hilde Kneip; Kurt Bosny, Walter Erler, Hans Geißler, Karl Volck. — Die Vorstellungen müssen p ü n k t - l i ch zu den angegebenen Zeiten beginnen, damit die behördlich vorgeschriebene Beendigungszeit der Veranstaltungen eingehalten werden kann. Orlszeii für den 22. September. Sonnenaufgang 7.11 Uhr, Sonnenuntergang 19.23 ilhr. — Monduntergang 12.49 Uhr, Mondaufgang 22.13 Uhr. Ortszeit für den 23. September. Sonnenaufgang 7.13 Uhr, Sonnenuntergang 19.21 Uhr. — Monduntergang 13.46 Uhr, Mondaufgang 22.57 Uhr. Die Sprechstunden der DAF., Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, werden ab sofort Montags und Freitags von 17 Uhr auf 19 Uhr verlängert. Anmeldungen zu Lehrgemeinschaften können insbesondere von den Arbeitskameraden abgegeben werden, die erst nach 17 Uhr kommen können. Dauer der Sprechstundenverlängerung bis 11. Oktober 1940 einschließlich. 4183D Hatsherren-Sihung in Gießen. Am kommenden Mittwochnachmittag findet sine öffentliche Beratung des Oberbürgermeisters mit den Ratsherren der Stadt Gießen statt. Auf der Tagesordnung stehen der Erlaß einer Betriebs- fatzung für die Stadtwerke, Rechnungen der ehe- maliaen Gemeinden Wieseck und Klein^Linden für das Rj. 1938, die Neufestsetzung der Straßenfluchtlinie im Hitlerwall zwischen Gartenstraße und Moltkestraße , der Erlaß einer Gebührenordnung für die Friedhöfe in den Stadtteilen Wieseck und Klein-Linden und einer Polizeiverordnung zur Friedhofs- und Begräbnisordnung der Stadt Gießen. Ab 1. Oktober rotes Schlußlicht an Fahrrädern. Es wird nochmals darauf ^ingewiesen, daß nach einer Verordnung des Reichsministers des Innern alle Fahrräder ab 1. Oktober 1940 bei Dunkelheit rote Schlußlichter führen müssen. Zulässig sind hiernach vorerst rote Lampen jeglicher Art, also außer elektrischen Schlußlichtern auch solche rote Laternen, die durch Petroleum, Karbid usw. geheizt werden. Es wird also nicht etwa nur elektrisches Schlußlicht verlangt. Mit gelben Pedalrückstrahlern brauchen nach wie vor nur alle neu in den Verkehr gelangenden Fahrräder versehen zu fein. Frachtbriefe sorgfältig ausfüllen. Der Frachtbrief, der die Eisenbahnsendung begleitet, muß in allen Teilen richtig und vollständig ausgefüllt sein, damit das Frachtgut ohne jede Verzögerung zum Bestimmungsbahnhof geleitet werden kann. Um Verzögerungen bei der Uebernahme der Sendung durch die ReichÄahn zu vermeiden, ist es notwendig, den Frachtbrief und die Begleitpapiere möglichst frühzeitig auszufertigen und etwaige Zweifel durch Rückfrage bei der Güterabfertigung zu klären. Besonders wichtig ist die richtige Angabe des Empfängers mit vollständiger Anschrift. Kann der Empfänger auf dem Bestimmungsbahnhof nicht ermittelt werden, so entsteht für die unbestellbare Wagenladung eine unnötige Stillstandszeit. Im Frachtbrief ist ferner der Bestimmungsbahnhof tarifmäßig richtig zu bezeichnen, damit der Wagen nicht etwa wegen ungenauer Bezeichnung des Bestimmungsbahnhofs lange Jrrläufe zurückzulegen hat. Wichtig ist es auch, daß die etwa auf dem Bestimmungsbahnhof gewünschte Entladestelle schon vom Absender im Frachtbrief angegeben wird. Auf diese Weise wird vermieden, daß der Wagen auf dem Bestimmungsbahnhof zuerst an der Ladeftraße und dann auf Antrag des Empfängers in zeitraubender Verschiebearbeit an anderer Stelle bereitgestellt wird. Falls solche Umstellungen vorgenommen werden, wird die standgeld- freie Zeit jetzt von dem Zeitpunkt der ersten Bereitstellung an gerechnet. Oer schlechte Schmerzenskind Häufig kann man von den Hausfrauen die Klage hören, daß der Druck des Gases beim Kochen sehr zu wünschen übrig lasse. Namentlich in der Hauptkochzeit wird der schlechte Gasdruck besonders unangenehm empfunden. Wir haben uns mit der Leitung des Gaswerkes über diese Frage unterhalten und können zur Auftlärung und als Anregung unseren Hausfrauen folgendes Mitteilen. Die Schwierigkeiten unserer Gasversorgung sind der Leitung des Städtischen Gaswerks sehr gut bekannt. Seit Jahren ist ja auch schon beim Werk und bei der Stadtverwaltung das Bestreben vorhanden,, durch den Neubau eines Gaswerks oder auf eine andere ausreichende Weise die Gasversorgung unserer Stadt auf eine bessere Grundlage zu stellen. Diese Bestrebungen konnten bis zum Ausbruch des Krieges leider nicht zum erhofften Erfolg gebracht werden, und jetzt im Kriege ist natürlich eine derartig grundlegende Neuordnung nicht möglich. Vom Gaswerk aus wird aber alles getan, um im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten die Gasversorgung der Bevölkerung nach besten Kräften zu gewährleisten. Das Merck hat hierbei aber mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die zum Teil von der Bevölkerung selbst kommen und durch deren Mithilfe beseitigt oder zum mindesten verringert werden können, wenn namentlich unsere Hausfrauen in verständnisvoller Weise dabei mithelfen. Der Gasverbrauch in Gießen hat gegenüber dem vorigen Jahre eine sehr große Steigerung erfahren, die darauf zurückzuführen ist, daß heute in vielen Haushaltungen wesentlich mehr Gas gebrannt wird als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. So bezifferte sich z. B. die Steigerung des Gasverbrauchs im Mai 1940 auf 32 Prozent gegenüber dem Mai 1939, im Juni 1940 war eine Steigerung um 15,3 Prozent gegenüber dem Juni vorigen Jahres zu verzeichnen, im Juli 1940 lag der Verbrauch um 18,56 Prozent über dem Juliverbrauch des Vorjahres, im August dieses Jahres war eine Steigerung um 14,4 Prozent gegenüber dem vorjährigen August zu verzeichnen. Diese Steigerungssätze sind aber — wohlgemerkt — die Tagesdurchschnitte, der Verbrauch in den Spitzenzeiten, also gegen Mittag etwa in der Zeit von 11 bis 13 Uhr und am Abend in der Zeit von 18 bis 20 Uhr, ist um etwa 100 v. H. hoher als im Vorjahre. Eine weitere Schwierigkeit liegt in der Kohle selbst begründet. Während -sich das Gaswerk früher die Kohle nach eigenen Wünschen und unter dem Gesichtspunkt der besten Vergasungsmöglichkeiten aussuchen konnte, ist diese Auswahl jetzt im Kriege nicht möglich. Das Werk muß aus den angelieferten Kohlen den bestmöglichen Gasertrag herauszuholen versuchen, was aber nicht immer in so weitgehendem Ausmaß möglich ist, wie die Werkleitung selbst und die Verbraucher es sich wünschen. Es ist eben nicht jede angelieferte Kohle eine ausgesprochene Gaskohle, wie man sie früher zur Verfügung hatte, sondern es müssen auch andere Kohlensorten, deren Ausbeute an Gas etwas geringer ist, mit in die Gasöfen genommen werden. Dabei bleibt das Gaswerk immer bemüht, die höchste Kapazität der Gasmenge in dem großen Gaskessel vorrätig zu halten, bei dem plötzlichen stoßweisen Anschwellen in den Pullover aus Zellwolle. Die Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete hat entschieden, daß Frauen-Pullover aus Zellwolle zu derselben Punktzahl auf die Frauen- Kleiderkarte abzugeben sind wie wollene oder wollhaltige Pullover. Der zellwollene Frauen-Pullover mit Aermeln ist also mit 19 Punkten zu bewerten, der zellwollene Pullover ohne oder mit Vi-Aer- meln mit 14 Punkten. Ferner hat die Reichsstelle entschieden, daß gehäkelte Mützen genau so zu behandeln sind wie gestrickte Mützen und demnach kleiderkartenpflichtig sind. (Siebener Vochenmarktpreise. * Gießen, 21. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 12^, Kartoffeln, Vi kg 4,5 bis 4,-s, 5 kg 4'5 bis 4t', Wirsing, kg 7 bis 8, Weißkraut 5, Rot- Gasdruck — der Hausfrauen. Spitzenzeiten ist es aber oft nicht möglich, den gewünschten Druck durchzuhalten. Der Gasbehälter hat eben auch nur ein begrenztes Fassungsvermögen, das unter den jetzigen Verhältnissen nicht erweitert werden kann. Ein wesenllicher Faktor aller Schwierigkeiten liegt aber auch in den Jnstallationsanlagen mancher Häuser, namentlich in älteren Gebäuden. Hier sind im Laufe des jahrzehntelangen Bestehens der Gasinstal- lationsanlagen durch neue Einrichtungen und Anschlüsse mancherlei Verwinkelungen und ähnliche Hemmnisse zustandegekommen, die sich in der Gaszufuhr störend bemerkbar machen. Auch durch die Verlegung von Straßenleitungsgasrohren mit erheblich größerem Durchmesser und dadurch bedingter vermehrter Gaszufuhr können solche Hemmnisse in den Häusern selbst nicht ausgeglichen werden. Die Leitung des Gaswerkes hält es für wünschenswert, daß die Bewohner älterer Häuser und solcher Gebäude mit vielfachen Leitungen doch einmal einen Jnstallationsfachmann darüber befragen, ob er nicht durch Aenderung eine glattere Installation herbeiführen kann. In manchen Fällen würde es nur geringer Veränderungen bedürfen, um ausreichende Abhilfe zu schaffen. Für nkdnche Hausfrau wäre es vielleicht auch einzurichten, daß sie gewisse Mahlzeiten nicht gerade in der Spitzenoerbrauchszeit von 11 bis 13 Uhr kochen, sondern den Kochvorgang etwa auf die Zeit von 8 bis 10 Uhr vorverlegen könnte, um kurz vor der Mahlzeit das Effen nur noch aufzuwärmen. Da in der Zeit von 8 bis 10 Uhr der Gasverbrauch weit geringer ist, als in der Spitzenzeit von 11 bis 13 Uhr, könnte das Essen in einem wesentlich kürzeren Zeitraum fertiggestellt werden, das kurze Aufwärmen kurz vor Tisch wäre im Vergleich zu der verkürzten Kochzeit am frühen Vormittag nicht weiter von Belang. Wenn derartige Verlegungen des Kochvorgangs in einer großen Reihe von Haushaltungen durchgeführt würden, könnte auch für das Gaswerk eine Entlastung in der Spitzenzeit eintreten, und damit wäre dem Werk, aber auch der Allgemeinheit der Haushaltungen ein guter Dienst erwiesen, bei dem sich der Gasverbrauch auf mehrere Stunden gleichartig verteilen und dadurch stets besser sein würde. In den Haushaltungen sollte man auch bestrebt sein, das Baden unter Benutzung de? Gases als Heizquelle auf solche Zeiten zu verlegen, in denen der Gasverbrauch nicht gerade durch Kochen besonders stark in Erscheinung tritt, also entweder auf den frühen Vormittag, oder die frühen Nachmittagsstunden (z. B. Samstags und Sonntags), oder auf die späteren Abendstunden. Aus diese Weise kann in den Haushaltungen mancherlei Mithilfe zur Ueberwindung der Klagen über geringen Gasdruck geleistet werden. Die technischen Einrichtungen des Gaswerks können unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht erweitert und dem stark gestiegenen Verbrauch entsprechend angepaßt werden. Ein Neubau des Gaswerks kann auch erst nach dem Kriege mit mehr Aussicht auf Erfolg in Betracht kommen. Bis dahin müssen also die Verbraucher an ihrem Teile durch zweckmäßige Maßnahmen und teilweise Umstellungen in der Küchenwirtschaft mithelfen zur Behebung der gegenwärtigen Schwierigkeiten. B. kraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 16 bis 20, (gelb) 20, Unterkohlrabi 7, Tomaten 12 bis 16, Schwarzwurzeln 30, Rhabarber 10, Kürbis 7, Pilze 45, Feldsalat (Vio) 10, Aepfel,' kg 15 bis 25, Birnen 15 bis 30, Zwetschen 14 bis 16, Mirabellen 30, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1% bis 4, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10, Zwiebeln, % kg 12 Rpf. * / ** VomVe ran st all un gsring des Bannes und Untergaues 116 wird mitgeteilt: Die Karten für die Eröffnungsvorstellung am 30. September sind an folgenden Tagen auf der Verwaltungsstelle abzuholen: Mittwoch, 25. September, 15 bis 17 Uhr; Freitag, 27. September, 17 bis 18 Uhr; Samstag, 28. September, 17 bis 19 Uhr. Wenn Augen versagen Magnus^Brillen tragen! Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Es ist gegen Martas Natur, tatenlos zu bangen und zu warten. Sie faßt den Vorsatz, zu der Frau zu gehen und sie zu bitten, daß sie Klaus freigibt. Sie will selbst die Entscheidung mit herbeiführen. Es regt sich unter diesem Entschluß auch — von ihr nicht klar erkannt — eine leise Neugier, die andere von Angesicht zu sehen, die einst so große Gewalt über den Mann hatte, dem sie jetzt angehört und der sie lieb hat. Sie fühlt eine Unruhe, die sie treibt, zu ihr zu gehen, damit er es nicht tut. Es gelingt ihr, die Wohnung zu erfragen. Eines Vormittags macht sie sich auf den Weg dorthin. Ein junges Mädchen öffnet ihr die Wohnungstür und fragt, was sie wünsche. „Ick möcht' Frau Röhl in einer wichtigen persönlichen Angelegenheit sprechen", sagt sie. Die Kleine mit dem zierlichen Häubchen auf dem ondulierten Haar mustert sie erstaunt, läßt sie dann aber eintreten. In einem Vorraum, den eine buntfarbige Ampel erhellt und in dem weißlackierte Dielenmöbel stehen, muß Marta warten. Hinter einer der weißen Türen klingt Klavierspiel, und dann singt eine Frauenstimme. Von einer tieferen Lage steigt sie schwindelnd schnell zu einer hohen auf, hält den höchsten Ton mit einem langen Triller fest. Marta ist sehr beklommen zumute, ihr Herz klopft schnell. Da drinnen, das ist sie, die berühmte Sängerin, die einst Klaus Tjadens Frau war. Sie muß ihren Mantel, den sie anbehalten hat, öffnen, das Blut drängt ihr fo heiß zum Kopf. Dann sieht sie eine Dame auf sich zukommen. Sie ist dunkel gekleidet und hat kurzgeschnittenes, leicht angegrautes Haar. Die sehr hellen Augen mustern sie mit kühler Neugierde. „Was führt Sie zu uns?" Marta nennt ihren Namen und sagt noch einmal: sie bitte darum, Frau Röhl in einer wichtigen persönlichen Angelegenheit sprechen zu dürfen. „Wollen Sie mir nicht diese Ihnen wichtig dün- kende Angelegenheit wenigstens anbeuten?" sagt die Dame mit einem leicht abwehrenden Lächeln. „Zu uns kommen sehr häufig Leute, die Frau Röhl in persönlichen Angelegenheiten sprechen möchten; sie kann unmöglich alle anhören." Marta hat gewisse Schwierigkeiten vorausgesehen und war darauf gefaßt, hochmütigen Menschen gegenüberzutreten. Aber es fällt ihr doch unsäglich schwer, vor diesem kalten Gesicht von ihrer brennenden Not zu sprechen. „Ich komme wegen der Scheidungsangelegenheit ... Es ist ein Brief geschrieben worden ..." Die Dame macht ein erstauntes Gesicht. „Deswegen? ... Ja,, ganz recht. Frau Röhl hat das Ersuchen abgelehnt. Aber bitte, was haben Sie ..." Der neugierige Ausdruck in dem Gesicht vor Marta verändert sich, wird geringschätzig. „Sie sind selbst daran interessiert? ... Vielleicht gar der eigentliche Anlaß?" Marta nickt mit heißen Wangen. „Jawohl! Und deshalb muß ich unbedingt Frau Röhl sprechen. Also erlauben Sie ..." Sie geht auf die Tür zu, hinter der die fremde, seltsame Stimme singt. Aber sie erreicht sie nicht; die Dame stellt sich davor auf. „Ich bitte sehr ... So geht das aber nicht! Sie können sich doch nicht der Sitte eines Hauses widersetzen, auch wenn Ihnen dergleichen fremd ist! Nehmen Sie Platz, und warten Sie; ich werde sehen, ob Frau Röhl Sie empfängt." Das klingt sehr zurechtweisend und von oben herab, daß es Marta verwirrt. Sie tritt zurück, setzt sich und starrt auf die Tür, hinter der die Dame verschwunden ist. Ein helles Auflachen hört sie. Sie atmet gepreßt. Das ist nun doch so ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat. Sie fühlt Abwehrmaßregeln und Waffen, mit denen zu kämpfen sie nicht gewöhnt ist. Aber mit aller Inbrunst will sie .nur an bas Ziel denken und sich nicht entmutigen lassen. Es ist notwendig für Maria, diesen Vorsatz in sich zu festigen, denn als ihr endlich gestattet wird, vor die Frau zu treten, an die sie sich mit einem schicksalbedeutenden Anliegen wenden will, da erscheint ihr das Vorhaben plötzlich ungeheuerlich. In dem sehr kostbar ausgestatteten Zimmer sitzt Dietmuthe Röhl am Flügel. Die Spitzen ihrer gespreizten Finger liegen noch auf den Tasten. Ohne aufzustehen, wendet sie der Besucherin nur das Gesicht mit den großen glänzenden Augen zu. Ihre roten Lippen sind leicht geöffnet in einem Lächeln staunender Neugier und leiser Belustigung. Vom Fenster her trifft ein Sonnenstrahl ihr rötliches Lockenhaar, läßt es goldig schimmern. Marta kommt zögernd näher und starrt sie an wie eine unbegreifliche Erscheinung. So also sieht die aus, die ihr Klaus früher geliebt hat? ... Sie spürt einen Ruck im Herzen, wird sich mit Schreck und Pein des eigenen Aussehens bewußt, das ihr im Gegensatz zu dieser blumenhaft schonen und gepflegten Erscheinung grob und unschön dünkt. Sie kämpft gegen qualvolle Verlegenheit. Klaus Tjadens Frau erwidert mit leichtem Kopfneigen ihren Gruß und sagt lächelnd: „Ich bin sehr gespannt, was Sie mir sagen wollen, Fräulein ..." „Marta Ellrich heiße ich." „Fräulein Ellrich. Bitte, nehmen Sie doch Platz!" „Ich mochte Sie gern allein sprechen", sagt Marta, eine Rauheit in der Kehle bekämpfend. Die beiden Damen tauschen einen Blick und lächeln. Die schone Frau schüttelt ablehnend den Kops. „Die Anwesenheit meiner Freundin braucht Sie nicht zu stören, sie ist mit allen meinen Angelegenheiten vertraut." Marta setzt sich auf einen gepolsterten Stuhl — innerlich frierend, obwohl es im Zimmer warm ist. Erst nachdem die „Freundin" auch Platz genommen hat und deren Blick sie losläßt, kann sie sprechen — das Vorbringen, was sie sich zu sagen oorgenommen hat. Sie bittet Klaus Tjadens Frau, ihn freizugeben, da doch eine Ehe zwischen ihnen beiden seit langen Jahren nicht mehr bestehe und ihm alles Frühere versunken und ausgelöscht fei, er jetzt in einer ganz anderen Welt lebe. Während Marta spricht, sieht Dietmuche sie aufmerksam an,- und in ihren stahlblauen Augen ist ein eigentümliches Glitzern, ein Ausdruck, den sich Marta nicht zu deuten weiß, bei dem sich ihr Herz zusammenzieht, obwohl das reizende Gesicht da vor ihr unentwegt lächelt. „Wie hübsch Sie das zu sagen wissen? ,ei Nicht wahr, Kläre? „Ja, Dieta", bestätigt die andere Dame. „Weil auch ich den Eindruck des Netten, Soliden von Fräu^ lein Ellrich hatte, redete ich dir zu, sie anzuhören. Sie hebt die Lorgnette an die Augen, mustert Marta und fragt: „Sie sind Hausangestellte, Fräulein Ell* rief), nicht wahr?" Marta streift sie mit einem Blick und schüttelt den Kopf. Trotz ihrer Scheu und Verlegenheit, die aui dem Gefühl des äußeren Abstandes zwischen diesen Menschen und sich kommt, wehrt sich doch etwas in ihr gegen eine lächelnde, hochmütige Überlegenheit, ein Nichternstgenommenwerden, das ihr gezeigt wird. Sie sieht Dietmuthe an mit fragenden, finsteren Augen. Die schöne Frau hat sich zurückgelehnt, sie dreht an den kostbaren Ringen, die ihre weißen Finger schmücken, schweigt minutenlang. Zu der Frage in Martas Blick hebt sie wie bedauernd die Schultern. „Es tut mir leid, liebes Fräulein, aber ich kann und will meinen bereits mitgeteilten Entschluß nicht ändern. Wenn ich von meinem Mann geschieden sein wollte, hätte es längst geschehen können! ... Sie mochten gern, daß Klaus Sie heiratet, nicht wahr?" Marta drängt das Blut zum Kopf; sie fühlt sich wie an den Pranger gestellt. Sie nickt, während sich ihr Mund kläglich verzieht. Die beiden Damen tauschen einen Blick, lächeln ein wenig dabei; ihnen scheint diese Stunde, die ihr das Herz spaltet, eine erheiternde Sache zu sein. „Sie sind der Meinung, ich sei für Klaus nicht mehr da, er denke nicht mehr an mich?" hört sie Dietmuthe fragen. „Das trifft nicht ganz zu. Vor einigen Monaten tauchte er eines Abends am Opernhause vor mir auf — sah freilich zum Erschrecken heruntergekommen aus." ,Za!" ruft Marta erregt. „Dantals war er auch dem Untergang nahe und wäre wahrscheinlich umgekommen, wenn ich ihm nicht geholfen hätte! Durch mich gewann er wieder Halt, fand einen neuen An- fang und Verdienst. Ich habe ihm wieder neuen Mut zum Leben gemacht! Jetzt kommt er vorwärts; es geht ihm nicht schlecht. Und all so 'n Luxus wie hier" — sie deutet mit der Hand rundum — „der is ihm fremd geworden, und er macht sich nichts daraus!" (Fortsetzung folgt) Tn'mesiereröffnung -er Fachgruppe Volksgesundheit Gießen. Die Fachgruppe Volksgesundheit der Universität Gießen begann ihre Trimesterarbeit mit einem Appel der Kliniker und Vorkliniker im Physiologischen Institut. Fachgruppenleiter Dr. Stumpf begrüßte eingangs die Kameraden, die nach Ableistung ihrer praktischen Krankenhaustätigkeit, nach der Erntehilfe oder dem Fabrikdienst an die Universität zurückgekommen sind. Er wünschte allen und besonders auch denjenigen, die zum ersten Male in Gießen studieren, ein erfolgreiches Trimester. Dr. Stumps ging dann auf das Arbeitsgebiet der Fachgruppe Volksgesundheit näher ein. Auf Grund der Bestallungsordnung für Aerzte ist die Fachgruppe Volksgesundheit aktiv an der Ausbildung der jungen Mediziner beteiligt. So geschieht der Einsatz zum Land- oder Fabrikdienst, ohne den heute ein Mediziner die ärztliche Prüfung nicht mehr ablegen darf, durch die Fachgruppe. Ebenso kann auch der pflichtgemäße Krankenpflegedienst sowie die Famulatur der Kliniker nur noch auf dem Wege über die Fachgruppe abgeleistet werden. Darüber hinaus hat aber die Fachgruppe Volksgesundheit noch weitere Aufgaben übernommen. Durch Ausbau von Arbeitsgemeinschaften soll erreicht werden, der wissenschaftlichen Arbeit an der Hochschule einen politischen, d.h. für unser Volk lebenswichtigen Inhalt zu geben und zugleich Jungärzte zu erziehen, die wissen, wo die gesundheitspolitischen Probleme unseres Volkes liegen und wie sie zu lösen sind. Wir müssen uns immer bewußt sein, daß während des Studiums die wichtigsten politischen, wissenschaftlichen und sittlichen Grundlagen geschaffen werden, die das spätere Handeln des Arztes bestimmen. Diesem Ziele des neuen Typs des deutschen Gesundheitsführers dienen alle Einrichtungen, die von der Studentenschaft seit Jahren gefordert und jetzt in der Bestallungsordnung gesetzlich verankert sind. Der Fachgruppenleiter gab dann einige Erläuterungen zum Studienablauf. Während dieses Trimesters können alle Medizinstudenten studieren. Dagegen wird das erste Trimester 1941 nur den Frontkämpfern und denjenigen Studenten angerechnet, die jetzt am Wissenschaftseinsatz Oft^teilnehmen. Neben der Möglichkeit, den Osten und seine Menschen kennenzulernen, bietet der Wissenschaftseinsatz Ost Gelegenheit, die an der Hochschule erworbenen Fähigkeiten praktisch auszuwerten und zu vertiefen. Mit der Hoffnung, daß eine große Anzahl der älteren Medizinstudenten dem Rufe des Ostens Folge leisten werten, schloß der Fachgruppenleiter den Appell. Aus zur Tat? Wir sammeln für das Kriegswinterhilfswerk. Der Führer des Sportbereiches Südwest, SA.-Obergruppenführer B e ck e r l e , erläßt zur 1. Reichsstraßensammlung des 2. Kriegs- Winterhilfswerkes folgenden Aufruf an die gesamte Turn- und Sportgemeinde seines Bereiches: Am 21. und 22. September sammelt der deutsche Sport für das Kriegs-Winterhilfswerk. Träger dieser 1. Reichsstraßensammlung im 2. Kriegs-Winterhilfswerk sind der Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesübungen und das Sportamt der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude". Unsere Sammlung ist gewissermaßen der Start für das Kriegs-Winterhilfswerk 1940/41. Wir Sportsleute wissen, daß ein guter Start bereits den halben Erfolg bedeutet, und werden deshalb versuchen, gut „abzukommen". Dieser Auftrag ist eine Auszeichnung. Der deutsche Sport hat seit Kriegsbeginn schon so manche nicht immer einfache Aufgabe gelöst. Er wird auch diese, eine der schönsten und ehrenvollsten, die ihm bisher gestellt wurden, lösen. Alle machen mit! Dieses Wort gilt für die Sammelaktion. Am 21. und 22. September gehören die Straßen uns. Die Sammeltätigkeit wird eine Breitenarbeit irrt besten Sinne sein. Alle Amtsträger des NSRL. und alle Frauen und Männer der Turn- und Sportgemeinde treten mit der Sammelbüchse an. Das Ergebnis dieses Wochenendes soll nicht hinter den Erträgnissen früherer Sammlungen zurückstehen! Wir sind am 21. und 22. September aber nicht nur mit den klappernden Sammelbüchsen unterwegs, sondern wir treten auch mit sportlichen Vorführungen an die Oeffentlichkeit, und zwar dort, wo wir sammeln, auf der Straße. Wir haben darin gelegentlich der Opfertage des deutschen Sports einige Erfahrungen gesammelt. Je größer der Einsatz des Samrtilers, um so größer die Gebefreudigkeit der Bevölkerung! Wer gern gibt, gibt aber doppelt! Und daraus kommt es an! Selbstverständlich bietet die Sammelaktion des deutschen Sports auch eine willkommene Gelegenheit, Vielseitigkeit und Nutzen der Leibesübungen zu zeigen. Ein Grund mehr, uns restlos an beiden Tagen einzusetzen. Kameraden und Kameradinnen im Sportbereich Südwest! Die schöne vaterländische Aufaabe wird Euch alle an den zugewiesenen Plätzen sehen. Ein Ruf ist an Euch ergangen. Beweist, daß Ihr ihn vernommen und verstanden habt! Unsere Gießener Segelflugmodellbauer Zum erstenmal ist der Bevölkerung Gießens am morgigen Sonntag in Gießen selbst Gelegenheit gegeben, einem Vergleichsfliegen für Flugzeugmodelle beizuwohnen. Auf den Wiesen hinter dem Gericht lassen die Pimpfe der Modellbaugemeinschaften des Nationalsozialistischen Fliegerkorps-Sturmes 6/75 ihre selbstgebauten Modelle, das Ergebnis teilweise monatelanger, mühevoller Arbeit, im Wettbewerb starten. Die Bevölkerung wird gebeten, ihr Interesse für die fliegerische Arbeit der Jungens durch zahlreichen Besuch zu beweisen und dadurch den Jungens neuen Ansporn zu weiteren Leistungen zu geben. Vor dem Wettbewerb können die Segelflugmodelle in der Flugmodellbauwerkstatt, In den Eichgärten, besichtigt werden. Der Besuch der Veranstaltung ist frei. Beginn der Besichtigung 9 Uhr, Beginn des Wettbewerbs 14.30 Uhr. Gleichzeitig kann ab 9 Uhr die Werkstatt für Segelflugzeugbau, Moltkestraße 27, besichtigt werden. Oie Mitwirkung der Radfahrer. Auch der Radsport hat sich vorgenommen, bei der 1. Reichsstraßensammlung für das WHW. seinen Teil beizutragen. Bei dem Radrennen „Rund um die Anlagen" starten außer den HJ.-Mitgliedern einige Geschäftsradfahrer, sowie die Aktiven der Giehener Radfahrervereinigung. Der Stank zu den Radrennen findet um 11 Uhr an Oswald sgarten statt. Dort wird am Schluß einer jeden Runde eine Punktwertung ausgetragen, um so den Stadtmeister einwandfrei zu ermitteln. Die Kunstfahrer, sowie Radballspieler werden um 12.30 Uhr am Lindenplatz ihr Können zeigen. Nachmittags werden auf der Rollschuhbahn die Stadtmeisterschaft im Zweier- Radballspiel ausgetragen. Auch die Kunstfahrer werden hier nochmals auftreten. Was tut sich am Schwanenteich? Nicht nur am Schwanenteich, sondern auch a u f dem Schwanenteich ist am morgigen SonntaHnach- mittag allerhand los! Für jung und alt, groß und klein gibt es dort zu sehen und mitzuerleben. Die Gießener Kanu-, Rad-, Roll- und Schisportler werben für das 2. Kriegs-Winterhilfswerk. 'In einem bunten Reigen von Darbietungen aus ihrem Sport werden sie der Gießener Bevölkerung ihr Können zeigen. Wenn um 15 Uhr die Teilnehmer der großen Schauveranstaltung vom Oswaldsgarten her (Abmarsch 14 Uhr) durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Seltersweg und über den Ludwigsplatz am Schwanenteich angekommen find, dann wird dort lebhaftes Treiben einsetzen. Die Kanufahrer bauen im Wettbewerb nach der Stoppuhr ihre Boote auf und lassen eine kleine Zeltstadt entstehen, ehe sie zu dem Rennen um die 2. Gießener Stadtmeisterschaft und zur Schwanenteichstafette in die Boote steigen. Die Rollsportler zeigen Kunstfahren und Reigen. Zwei Radballspiele, Kunstfahren und Reigen werden die Gießener Radfahrer in Hochform seheü lassen. Und „wenn der ganze Schnee verbrennt", die Schiläufer sind auch dabei und zeigen sich auf den Brettern in Sprung und Lauf. Für die Jugend wird besonders gesorgt: sie kann nach Herzenslust im Faltboot über den Schwanenteich fahren. Und wer für die Technik begeistert ist, der mag einen Blick in das Aachrichtenzelt werfen, in dem die Nachrichten-HI. ihre große Schaltanlage für die Uebertragung bei den Kanurennen, Mikrophon und Lautsprecherapparatur aufgebaut haben. Also heraus am Sonntagnachmittag! An den Schwanenteich! Sport in Watzenborn-Steinberg für das WHW. Während eine Anzahl Vorstandsmitglieder der beiden hiesigen NSRL.-Dereine und aktive Sportler am morgigen Sonntagvormittag die Reichsstraßensammlung durchführen, findet um 10.30 Uhr ein Staffellauf einer Mannschaft des Turnvereins gegen eine solche des Fußballklubs „Teutonia" durch die Straßen von Watzenborn-Steinberg statt. Start und Ziel an der Voltshalle. Um 13.30 Uhr tritt die Jugendmannschaft der „Teutonen" im Freundschaftsspiel der gleichen Elf vom Sportverein Wißmar gegenüber. Anschließend findet ein Handballspiel zwischen der Jugendmannschaft des Turnvereins Watzenborn-Steinberg und des Turnvereins Haufen statt. Im letzten Spiel des Tages tritt die Erste Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg einer kombinierten Mannschaft von Steinbach- Garbenteich gegenüber. Sporttag der Oidier-Werke in Mainzlar # Mainzlar, 18. Sept. Bei sehr starker Beteiligung der Gefolgschaft, die in Stärke von über 90 Prozent angetreten war, führten die Didier-Werke ihren Betriebssport tag durch. Im Anschluß ay die Flaggenhissung hielt der Betriebsführer Dr.-Jng. Thiel eine kurze Ansprache über den Sinn und Zweck des Tages. Anschließend folgten die sportlichen Wettkämpfe, wie 800-Meter-Lauf, Partner-Uebungen, Stoß- und Wurfball, sowie Spiele. Im weiteren Verlaufe des Tages folgten Sonderwettbewerbe, wie Fuß- und Handball, Dauztehen und Dreikampf, letzterer 6e- stehend aus 100-Meter-Lauf, Weitspruna und Keulenzielwurf; zum Dreikampf traten 72 Arbeitskame- roden an, die in vier Altersklassen eingeteilt waren. Auszug aus der Siegerliste: Tauzie-hen: Im Ausscheidungskampf fieaten Ofen III und die Schlosserei. — Im Fußballspiel siegte Magnesit gegen Silika mit 3:0. — Kleinkaliberschießen, fünf Schuß liegend freihändig: 1. Ludwig Fuchs, 2. Otto Hämmerle, 3. Hermann Röhl und W. Kirdorf. — Dreikampf, Klasse I, 18 bis 30 Jahre alt: 1. Erich Pflüger 182 Punkte, gleichzeitig 1. Sieger im Weitsprung und 100-Meter- Lauf, 2. Fritz Seuling 177 Punkte, 3. Werner Döring 171 Punkte; Klasse II, 30 bis 40 Jahre alt: 1. Hermann Röhl 185 Punkte und 1. Sieger im Weitsprung mit 4,92 Meter sowie 1. Sieger im 100- Meter-Lauf mit 13,4 Sekunden, 2. Friedrich Lange 161 Punkte, 3. Ludwig Fink 159 Punkte; Klasse III, 40 bis 50 Jahre alt: 1. Heinrich Rock 113 Punkte und 1. Sieger im 100-Meter-Lauf mit 14,8 Sekunden, 2. Ernst Much 103 Punkte, 3. Adolph Eppen- dahl 101 Punkte und 1. Sieger im Weitsprung mit 4,18 Meter; Klasse IV, 50 Jahre und älter: 1. Wilhelm Kirdorf 178 Punkte und 1. Sieger im Weitsprung 3,60 Meter sowie 1. Sieger im 75-Meter- Lauf mit 12,1 Sekunden, 2. Karl Seibert 152 Punkte, 3. Karl Erl 151 Punkte. Wieder feste Börse. Frankfurt a. M., 19. September. Der verflossene Berichtszeitraum brachte nicht ganz einheitliche Tendenzen an den Aktienmärkten. Zunächst hat der Umfang der Geschäststättgkeit stark nachgelassen, der Anlagebedarf ist merklich geringer geworden, zum anderen machte sich zum Medio gewisses Realisationsbedürfnis geltend, das auf die Kttrsgestaltung vorübergehend drückend wirkte. Die in den letzten Wachen stark bevorzugten Papiere mußten daher verschiedentlich stärkere Kurseinbußen hinnehmen, konnten aber nach Ue- berwindung des Medio wieder aufholen, so daß im gesamten gesehen das Kursniveau gehalten war. Die in den letzten Tagen sich bemerkbar machende, an sich geringfügige Nachfrage begegnete einer zunehmenden Marktleere, woraus sich ein ebenfalls belebendes Moment ergab. Die Festigkeit erstreckte sich auf nahezu alle Marktgebiete; neben Montanwerten waren Maschinen-, Bau-, Zellstoff- und Papieraktien begehrt. Von Chemiewerten konnten Farbenind. sich gut halten, Scheideanstalt verzeichneten die üblichen stärkeren Schwankungen noch beiden Seiten, fest lagen Metallgesellschaft. Am Elekttomarkt ist die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, einzelne Werte wie AEG. und Rheinelektta konnten weiter anziehen, andere dagegen konnten ihren Stand nur etwq behaupten. Der Rentenmarkt lag durchweg freundlich. Gefragt waren in letzter Zeit neben den 4 v. H. Reichsschatzanweifungen Folge 6 auch vermehrt die 4,5 v. H. Reichsschätze, sowie Steuergutscheine. In- dustrieobligationen still, auch Stadtanleihen ohne nennenswerten Umsatz. Pfandbriefe sind noch immer gefragt bei fast völliger Marktleere. Das Ereignis der Woche war die Kündigung der Reichsbahnvorzugsaktien, die vorzeittg eingelöst bzw. in eine neue Reichsbahnanleihe umgetauscht werden sollen. Der Kurs von 127 v. H. entspricht im großen und ganzen den dadurch gegebenen Verhältnissen. Tagesgeld blieb die Woche über unverändert 1,75 v. H. Nach kurzer, schwerer Krankheit starb in einem Marinelazarett unser innigstgeliebter, herzensguter Enkel, Neffe, Pate und Onkel Mechanikerobergefreiter Heinrich Müller im blühenden Alter von 21 Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Konrad Müller nebst allen Angehörigen. Großen-Linden, den 21. September 1940. Die Beerdigung fand in Kiel statt. , _____________03198 Dr. Gros Außenarzt praktiziert wieder 10 — 1 und 3—5 außer Samstag nachmittag 03161 Praxisbeginn Dienstag, den 24. September Dentist Seltersweg 54 I TeL 2891 ___________________4208D AGbtong Stromomstelliing! Freigewordene Gleichstr. - Motoren jeder Größe und Spannung sofort zu kaufen gesucht. Siimag, Neu-Isenburg bei Frankfurt a. M. Telefon 708. 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Rechnung der ehemaligen Gemeinde Klein-Linden für 1938 Rj. 5. Neufestsetzung der Straßenfluchtlinie im Hitler- wall zwischen Gartenstraße und Moltkestraße. 6. Friedhofs- und Begräbnisordnung; hier: Erlaß einer Gebührenordnung für die Friedhöfe in den Stadtteilen Wieseck und Klein-Linden. 7. Erlaß einer Polizeiverordnung zur Durchführung der Friedhofs- und Begräbnisordnung der Stadt Gießen vom 8. April 1940. Gießen, den 19. September 1940. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ritten A 11 ZaHhpflege aus der 71 ll3S Parfümerie Plank GIESSEN Seltersweg 8 Ruf 3934--------- Wir kaufen jedes Quantum leere Marylan-Dosen. — Bremcholzverkauf im Sicher Schlohgarten. INonkag, den 30. d. 2TL, werden im Schlohgarten zu Sich öffentlich verkauft: Zirka 200 rm Scheit-, Knüppel- und Stockholz aller Holzarten, außerdem einige Ahorn-, Akazien-, Eschen-, Feldahorn-, Hainbuchen- und Lindenstämme und -Stammabschnitte 2. bis 6. 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Johanneskirche. 10, Ludwig: 11 KG.,Johs.-Gem.; 18, Zwinget. Kapelle Alter Friedhof. 10, Walther^ 11 Christenlehre. Kapelle Wetzlarer Weg. 10, Liz. Gießen-Klein-Liuden. 10, Zwin- Uießen-Wieseck. 10 G.r 11 KG. Kirchberg. 14 G. Mainzlar. 13.30 G. Evang.Stadtmission, Löberstr.14, Sonnt., 22. 9., 8.30 Andacht) 9.45 S.-Sch.r 20 Predigt: „Deir? Heiligtum". - Mittw., 25» 9^ -M . . . dann denken Sie an 3965 D pir$ 192 A Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Tanzschule Bäulke Wolf Straße 31 Ruf3835 _______________4073D Leibbinden Brudibänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Heger Nacht. Bandagistenmeist Harktstr.16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Tanz-Unterricht erteilt in Kursen u. Einzelstunden Molf-Hitler-Staatsbaufchule, Mainz Zachschule für Hochbau, Tiefbau unö vermessungswefen Semesterbeginn: 1. Oktober und 15. 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September 1940 Karl Lapp Oberleutnant im Stabe eines Gebirgslorps Hildegard Lapp, geb. Kayser Vermählte Gießen Köln-Riehl Diezfiraße 7 Bodlnusstraße 2 im September 1940 __ 4225 D Ihre Vermählung geben bekannt Hartwig Langmack Elisabeth Langmack, geb. Müller Hamburg Gießen, Friedrichstraße 8 z. Z. im Felde z. Z. Bad Zwischenahn l. O., Haus Heimfrieden Gießen, ben*2l. September 1940 _________________03180 Willi Schmidt Feldwebel der Luftwaffe (Aly Schmidt, geb. Büttner Vermählte Großen-Linden Äergnaffau-Scheuern" den 21. September 1940 03164 tob* icujlcfux Organisation Stieg le < Haussen & Co., Stuttgart Schrägst^*®?1 jedes Konto 27 eHntVedes Elende ^stellte ^^affungskosten Einführungs-Schrift S1 kostenfrei - Vorführung nach Vereinbarung Bezirksstelle Wetzlar, Nauborner Str. 148, Tel. 2344 eiwinnen mitspielen in der 4. Deutschen Reichslotterie! Die neuen Lose sind da! 4030 D Staatliche Lotterieeinnahme DR. 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