Mittwoch,2i.z-bruarM» M.Zchrzan, Churchills an die Neutralen, sich am Krieg zu beteiligen, und die gewaltsame Verletzung der norwegischen Gebietshoheit in einer direkten Verbindung zueinander stehen. Für Dänemark gebe es nur die eine Schlußfolgerung: Los von Genf, wo Großmächte vertreten seien, die Verträge geschaffen hätten, die für die Neutralen von größter Gefahr seien. rikanischen Republiken. Roosevelt gab der lieber» zeugung Ausdruck, daß diese Republiken an den Maßnahmen mitwirken werden, um den Panama- kanal zu Lande, zu Wasser und in der Luft unangreifbar zu machen. In den fünf Monaten seit seinem ersten Besuch seien die Verteidigungsanlagen mehr als verdoppelt worden, und die Befestigungsanlagen würden planmäßig f o r t g e f ü h r t. Der Präsident sprach die Hoffnung aus, daß der Kongreß einen Kredit von 15 Millionen Dollar für den Bau einer britten Schleuss bewilligen werde, die nach seiner Ansicht sehr notwendig sei. Russischer Vormarsch ausMborg Moskau, 20. Febr. (DNB.) Aus den letzten Berichten des Leningrader Militärbezirkes geht hervor, daß sich die Offensive der Sowjettruppen, vom Abschnitt Summa ausgehend, nach dem ersten erfolgreichen Durchbruch durch die Mannerhsim- Stellung bei Kamora nunmehr den Finnischen Meerbusen entlang in Richtung Viipuri (Wi- borg) weiter entwickelt. In diesem Abschnitt folge der Vormarsch der Sowjettruppen hauptsächlich der der Küste entlang führenden Eisenbahn, trete jedoch auch auf die Viipuri vorgelagerten Schären über. Die Sowjettruppen, die nun wenige Kilometer vor Viipuri nördlich des Ortes Johannes ftänben, Hütten durch die erfolgreiche Entfaltung des linken Flügels den westlichen Teil der Karelischen Landenge in der Hand. Man glaube nun, daß die Finnen den östlichen Teil der Man- nerheim-Stellung in Richtung Ladoga-See nicht mehr halten könnten, um sich nicht einem Angriff von Westen her auszusetzen. Es wird angenommen, daß das finnische Kommando bestrebt sein werde, die Truppen aus dem östlichen Teil der Manner- Heim-Zone so rasch wie möglich zurückzuziehen. In diesem Zusammenhang sei die Einnahme des befestigten Punktes M u o l a , der genau im Zentrum der Mannerheim-Stellung liege, von besonderem Interesse. Im Laufe der 'Luftkämpfe sollen 14 fim nische Flugzeuge abgeschossen worden sein. Englische Offiziere für türkische Befestigungsanlagen. Rom, 20. Febr. (Europapreß.) In der türkischen Grenzfestung Adrianopel sind 50 englische Offiziere aus Aegypten und Palästina eingetroffen. Es bandelt sich um Artillerie- und Pionieroffiziere, die bei der Verstärkung der Verteidigungsanlagen von Adrianopel und Kirkilisse mitwirken sollen. — Durch das seinerzeit zwischen der Türkei und Bulgarien abgeschlossene Abkommen von Saloniki ist die Türkei ermächtigt worden, die Befestigungsanlagen von Adrianopel wieder aufzubauen. Nach den Vereinbarungen, die die Türkei im Anschluß an den Ankarapakt mit den Westmächten getroffen hat, wurden englische Sachverständige mit der Aufgabe betraut, die Befestigungsanlagen auf dem europäischen Ufer der Türkei zu verstärken. — Ferner wird bekannt, daß sich schon seit längerer Zeit englische Offiziersabordnungen im Gebiet der Dardanellen aufhalten. Diese Offiziere sollen mit ähnlichen Mist fionen betraut-sein. DerWehrmachtsbericht vom Dienstag. Berlin, 20. Febr. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südostwärts Dusen-- darf auf französischem Doden vernichtete ein Spähtrupp einen feindlichen Lastkraftwagen my etwa 20 Mann. Die Luftwaffe führte Aufklärungsflüge bis in die nördliche Dordfee durch« Vrilifche Lügen. Eine Unterredung mit dem Kapitän Daun. Stockholm, 20. Febr. (Europapreß.) „Alle- handa" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Kapitän des deutschen Dampfers „Altmark", Heinrich Daun. Der Kapitän stellte gegenüber lügenhaften englischen Behauptungen über eine schlechte Behandlung der an Bord mitgeführten britischen „6me wundervoll durchgesührle Operation." (Skandalöse Erklärung Chamberlains zum „Eoffack"-Zwischenfall. N euy o r k, 20. Febr. (Europapreß.) In Zusammenhang mit der Inspektion des Panamakanals durch Roosevelt an Bord des Kreuzers „Tus- caloosa" unterstrich der Präsident Pressevertretern gegenüber die Bedeutung eines hinreichenden 4 „Grobe Verletzung der norwegischen Neutralität." Der norwegische Außenminister brandmarkt im Gtorting den britischen Piratenstreich. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Chamberlain gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß das Haus mit der Regierung eins fei in per Genugtuung, daß die Offiziere und Mannschaften der von dem deutschen Kaperschiff versenkten Dampfer befreit worden sind nach der langen Prüfung, die sie durchqemacht hätten, und daß die Abgeordneten auch den Wunsch hätten, der königlichen Marine herzlich zu gratulieren zu diesem hervorragenden Zuwachs zu ihren Taten. Wahrlich, das britische Volk muß bescheiden geworden sein in seinen Ansprüchen an die Heldentaten seiner Marine, die einst einen Nelson zu den ihren zahlte wenn sein Regierungschef widerspruchslos ,a unter lebhaftem Beifall von Parlament und Presse, als eine Heldentat preist, was eine infame Schurkerei war. Mit der dreisten Unverfrorenheit, mit der schon immer britische Politiker Recht in Unrecht umgefalscht haben warf Chamberlain der norwegischen Regierung vor, eine gründliche Untersuchung der „Altmark" unterlassen zu haben, so daß die Anwesenheit britischer Gefangener an Bord nicht wahrgenommen worden sei In den Augen der brittschen Regierung sei das norwegische Verhalten unvereinbar mit einer aktiven und unparteiischen Ausübung der Pflichten eines neutralen Landes. Die norwegische Regierung habe keine Einwendung gegen den Gebrauch nor- I ' ... rr___»r mit trP(T<> von Amsterdam, 20. Febr. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain hat am Dienstag i m U n - terhaus in Beantwortung einer Anfrage zum Fall „Cossack" dem brutalen britischen Gewaltakt die Krone aufgesetzt. Man konnte gewiß nicht erwarten, daß er dabei von der Schurkentat abrücken würde, die auf Befehl seines Ministerkollegen Churchill gegenüber wehrlosen deutschen Seeleuten begangen wurde. Dennoch muß auch die neutrale Öffentlichkeit die zynische Art anwidern, mit der dieser rachsüchtige heuchlerische Greis eines der gemeinsten Verbrechen in der Geschichte der Völker verherrlichte. Die erbarmungslose Abschlachtung unbewaffneter Menschen bezeichnete Chamberlain mit eiserner Stirn als eine „wundervoll durch- geführte Operation", den unsagbar feigen Piratenüberfall als eine — für englische Begriffe — „sehr mutige Aktiv n". Wahrhaftig — über Moralbegriffe läßt sich mit einem Engländer nicht streiten! Nach dieser offenen Verherrlichung brutalen Mordes überhäufte Chamberlain die norwegische Regierung mit anmaßenden Vorwürfen, weil sie es gewagt hat, den willkürlichen brittschen Anschauungen von Neutralität und Völkerrecht, die sich bekanntlich von denen aller übrigen zivilisierten Völker abgrundtief unterscheiden, zuwiderzuhandeln. Dabei glaubte sich der Sprecher der britischen Jm- perialiftenclique jeden Rechtfertigungsversuch bezüglich des beispiellosen britischen Völkerrechtsbruches ersparen zu können. Vielmehr steigerte er feine von hohler Rabulistik getragenen Ausführungen zum Schluß zu frechen Drohungen gegen Norwegen, die die Neutralen endlich über die wahren Absichten Englands aufklären sollten. , Jedenfalls zeigt diese skandalöse Interpretation des „Cossack"-Zwischenfalles eines ganz klar: Brutalste egoistische Vergewaltigung des internationalen Rechtes und gewaltsame Aufdrängung dieses Standpunktes allen anderen Völkern, wie das in einem der Schlußsätze Chamberlains als Kommentar zur Rede des norwegischen Außenministers zum Ausdruck kommt, das ist Völkerrecht, wie ine britische Regierung es versteht! 20. Febr. (Europapretz.) Naql «u ^rttorialgewäsier auf eine Strecke von dänischen Außenminister nahe | Don Seemeilen durch ein deutsches ' - ike n" bedeutet der eng- Hunven ^bsichtigt, fid) her Gesangen- i gegenüber, daß England Kr st >cy N, entziehen und brityche fall enge assen hat nähme aus Y Y^ Gefangenenlager zu tischen Staaten sich einig Gesang Gine ^lche Doktrin", so wagte t der war, daß große /n»XrhnTeSnwö;'tli^^e3u ertlären^Mt im Wider- Oslo, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Zu den bereits von uns veröffentlichten Erklärungen des Königs von Schweden schreibt „Dagbladet , daß der König sich völlig hinter die Neutralitatspottttk der schwedischen und norwegischen Regierung stelle. Er wende sich damit auch gleichzeitig g e g e n die von England gegen Öen Norden gerichtete Propaganda. „Arbeideren" schreibt: .Bleie Norweger haben sich durch die demagvgrsche Behauptung. wonach England und Frankreich den Krieg um hoher Ideale, um des Friedens und der Freiheit und Demokratie willen luhve, hlnters Li ch t s ii h r e n lassen. Der provokatorische Nentro- litätsbruch der englischen Regierung unserem Lande gegenüber in dem Fall ..Cossack" und das darauf folgende Trommelfeuer der englischen Presse, welches den Ueberfall auf die Altmark' b- chomgen.M °. reißt dem englischen ,Gentleman oie Maske herunter. England macht riesenhafte Anstrengungen, um Skandinavien ' n d e n ft r eg htneinzuziehen, nicht um 83nnI 3U stützen, sondern um seine Blockade gegen Deutschland zu erweitern. England will sich ein Hand- und Halsrecht über unser Land oerschaf. fen. Die Regierung muß die Knegsakttvisten, w immer sie sich verbergen, scharf im Auge behalten, denn die geringste Nachgiebigkeit ^olaen perialismus gegenüber kann " für uns für unser Land und Volk nach sich ziehen. Macht an die Stelle des Rechts. Dänische Stimmen ?,nm Fall „Cossack". Kopenhagens Febr. (Eur°pa^eß.) Nach der Ansicht des dem i stehenden Blattes „Politi lische Uebergriff Norwegen - übeVrorfd»? all/ demokratischen Stachen sich einig sind und deren Hauptpunkt der war daß gwtze UN kleine Staaten g l e. ch g e s ° l l t "°u sich um Rechtsfragen fanble. 2In bn duBriten ihnen ^Mrewe^^a^ 3^1 ^natnakaNal interessiere nicht nur die Der- lageTfÄ Zulamm-nl-b-n gesitteter Rationen, einigten Staaten, sondern auch alle anderen 21 ame- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Druck uns Verlag: Vrühlsche Universitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schnstlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Traktat über die Ehrlichkeit. Von Bruno H. Bürgel. Don der Moral primitiver Menschen haben mir ost eine falsche Vorstellung, weil wir leicht geneigt sind, äußere Lebensverhältnisse, den „Lebens-Stil", auf das innere Denken und Fühlen der Menschen zu übertragen. Als die große französische Armee Napoleons 1812 in Rußland einrückte, fand sie in den weiten Einöden armseligste Dörfer, fand sie unendlich primitiv lebende Menschen, die so gut wie nichts von den Kulturgütern des Westens kannten. Aber die zeitgenössischen Berichte höherer Offiziere heben einmütig die absolute Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit dieser Leute hervor; eine fast kindliche, ms Mystische gehende Frömmigkeit war ihnen eigen, eine Bedürfnislosigkeit, die lange Generationen zu einer Selbstverständlichkeit gemacht hatten, verhinderte die Sucht nach unnötigem Besitz und Glanz. Es kamen kaum Diebstähle, Betrügereien usw. vor, und aus den Berichten spricht höhe Achtung vor diesen einfachen, naturhaften, frommen Menschen einer kargen Landschaft und eines kargen Lebensstils. Ein Reisender berichtet einmal von einem afrikanischen Volksstamm, Der keine Kultur in unserem Sinne kannte, folgende Merkwürdigkeit. Diese Leute hatten ein Spiel, bei dem es um kleine Einsätze ging, so als wenn wir bei uns in einer müßigen Stunde Karten spielen oder dergleichen. Es war ein Raten, ein Raten von gedachten Dingen ober Zah- len. Welche Zahl denke ich? An welchen Gegenstand (Baum, Frucht, Tier, Napf, Pfeil usw.) denke ich? Erriet der andere das, so hatte er gewonnen. Das Erstaunlichste war nun, daß niemand auf den Gedanken kam, der andere könnte „mogeln", er könnte sagen, nein, ich habe an etwas anderes gedacht. Eine Kontrolle bestand ja naturgemäß nicht, und unser Reisender war auf das Aeuße»ste verblüfft, daß diese einfachen Naturmenschen ohne weiteres eben zugaben, daß ihr Stammesaenosse erraten hatte, an was sie dachten. Wir müssen, wenn wir ehrlich sein wollen, zugeben, daß so viel Ehrlichkeit bei uns kaum erwartet würde, ja, daß wir selber vielleicht bereit wären, da ein wenig von der Wahrheit abzuweichen, wenn unser Mitspieler mehrfach das Glück hat, den gedachten Gegenstand, die gedachte Zahl zu erraten. Wir würden nur einem Menschen gegenüber, dem mir sehr zugetan sind, den wir sehr lieben (etwa unserem Kinde gegenüber), bereit sein, ein ganz ehrliches Spiel zu spielen. Aber wie schön und wie liebenswert mutet uns diese innere Sauberkeit der Menschen an, denen nicht die Ermahnungen der Erzieher, der Schule, der Kirche, nicht eine lange und langatmige Sitten- gesetzgebung immer wieder Ehrlichkeit zur Pflicht machen. Alle Blätter berichteten kürzlich über einen unerhörten Fall von Ehrlichkeit. Auf dem Marktplatz einer kleinen Stadt regnet es plötzlich Banknoten! Der frische Wind treibt diese begehrten Blätter vor sich her, wie er im Herbst dürres Laub dahinwirbelt. Was war geschehen? Einem Bankbeamten, der im offenen Auto daherfuhr, war eine breite Ledertasche aufgegangen, die mit diesen Geldscheinen gefüllt war, und so flatterten sie in alle Winde. Alle Menschen auf dem weiten Platz jagten den Scheinen nach, händigten sie dem Unglücksraben aus, und ... „Hoch klingt das Lied vom braven Mann!" ... es fehlt nicht eine einzige Note. So etwas, sagte ein Bekannter zu mir, als wir gemeinsam die Zeitung lasen, kann nur in einer kleinen Stadt geschehen! Das klingt für den Großstädter nicht gerade schmeichelhaft, aber es ist eine interessante Tatsache, und sie wurde kürzlich in Statistiken amerikanischer Justizbehörden unter Beweis gestellt, daß die Ehrlichkeit in den kleinen Orten erheblich größer ist als in den Städten, die von Hunderttausenden, ja von Millionen bewohnt werden. Die Gründe liegen auf der Hand, es find dieselben, die in Frage kommen, wenn man die Feststellung macht, daß die Leute in den Kleinstädten höflicher sind als in den mächtigen Metropolen. Je kleiner der Ort ist, je mehr kennt einer den anderen, je näher ist er ihm, je mehr hat er mit ihm zu tun; in der großen Stadt kennen sich mitunter selbst die Leute nicht, die in ein und demselben Hause wohnen; mir gehen gleichgültiger aneinander vorüber, das Hasten und Jagen der großen Stadt, der gewaltige Verkehr schon verhindert ge- | mütliches Kleinstadt-Morgengespräch, wenn man sich auf der Gaste, auf dem Marktplatz begegnet. Der Mann, der in der Kleinstadt unhöflich wäre, unzuverlässig, unehrlich, wäre schnell stadtbekannt, hätte schnell ausgespielt, alle Spatzen pfiffen es von den Dächern; in einer Weltstadt taucht der Rüpel, der Unsoziale schnell unter, und selbst wenn die Behörden sich mit ihm in peinlicher Weise beschäftigen, weiß man davon nichts in einem Stadtviertel, ein paar Kilometer von dem ersten entfernt, das der Ertappt« und Bestrafte nun zu seinem Wohnsitzt wählt. Es gibt Pessimisten, die behaupten, daß Ehrlichkeit gewöhnlich ein Produkt der Furcht märe, der Furcht nämlich, ertappt zu werden. Ich persönlich habe eine bessere Meinung von den Menschen und glaube, daß hier doch der angeborene Charakter, die gute Erziehung die Hauptrolle spielen; aber der Umstand, daß die Menschen in der kleinen Stadt ehrlicher sind als in der großen, läßt doch immerhin darauf schließen, daß auch der Pessimist nicht so ganz unrecht hat, denn eben in der Kleinstadt, wo jeder jeden kennt, ist es erheblich gefährlicher, die aus dem Auto geflogene Banknote einzustecken, vom Ladentisch des Krämers „aus Versehen" mehr vom Wechselgeld einzustecken als uns zusteht, den in der Kneipe „in Gedanken stehengebliebenen Regenschirm" als sein Eigentum mitzunehmen. Es ist doch eine blamable Angelegenheit, wenn uns morgen Rechtsanwalt Müller oder Lehrer Meier in der Hauptstraße stellt und uns höflich darauf aufmerksam macht, daß dieser seidene Tropfenfänger fein rechtmäßiges Eigentum ist! Es ist natürlich Unsinn zu glauben, daß die Menschen der kleinen Städte sittlicher wären als die der großen; die Gelegenheit, die Verführung, die Möglichkeit, leichter unterzu- tauchen, spielt die Hauptrolle. Unter den vielen „weißen Schäfchen engelrein" finden sich überall in der weiten Welt annähernd gleichviel böse schwarze Bö-cke. Kein geringerer als Shakespeare hat einmal breit ausgeführt, daß der Wohlhabende es leicht hat, ehrlich zu sein, und die Ehrlichkeit des Darbenden weitaus höher zu preisen sei. Hierher zielt auch sein Wort: „Des Bettlers Lumpenrock läßt kleinstes Laster sehen, jedoch des Reichen Pelz deckt schwerste Schuld!" Eine chinesische Chronik erzählt von dem reichen Mann, der den Dieb nicht durch Strafe heilt, sondern durch Beschämung. Er läßt dem Mann, der ihm den besten Truthahn gestohlen hat, durch seinen Diener die Bratpfanne überbringen, damit er den Vogel auch gehörig Herrichten kann. Aber in dem Mann erwacht nun das Rechtlichkeitsbewußt- fein, reumütig gibt er den Hahn zurück, und der Besitzer belohnt das, indem er ein gemeinsames Festmahl anrichten läßt. Er hat so nicht nur den Dieb beschämt, sondern sich einen ergebenen Anhänger gewonnen. Don solchen kleinen Diebesgeschichten wimmelt es in der Weltliteratur, aber daß Reumütigkeit tatsächlich auch in unserer prosaischen Zeit nicht selten i vorkommt, beweisen Fälle, in denen Menschen nach l Jahren mit Zins und Zinseszins recht hohe Beträge Arbeitsvertrages und einer besonderen Tariford- nunH zu verpflichten. Für die städtische Bevölkerung, die dem Landleben entwöhnt ist, ist es nun zunächst einmal wichtig, zu wissen, was die allernächsten Arbeiten unserer Bauern fein werden. Sie haben zunächst ihre „Mieten" einzusehen, in denen Kartoffeln und Rüden aufbewahrt sind. Die dicke Schneedecke war ein zusätzlicher Schutz ... ganz abgesehen davon, dah sich jeder Städter im vorigen Herbste bei einem Spaziergang „über Land" von der wirklich bemerkenswerten Sorgfatt überzeugen konnte, mit der trotz des Arbeitermangels die Mieten angelegt worden waren. Immerhin ist es möglich, daß da oder dort Kartchfeln und Rüben an der Oberschicht vom Frost erwischt wurden. An der Oberschicht deshalb, weil diese Früchte bei der Lagerung eine gewisse Wärme entwickeln, die einen eigenständigen Schutz darstellt, von dem natürlich die Früchte am wenigsten erfaßt werden, die an den Rändern oder in der Oberschicht liegen. Sollten einige Frostschäden eingetreten fein, fo braucht niemand die Augenbrauen hochzuziehen und eine bedenkliche Miene aufzusetzen. Solche angefrorene Hackfrüchte werden vorzugsweise verfüttert oder eingeschnitzelt. Dann kommt gleich das Pflügen daran. In diesem Jahre wird die Pflugschar nicht besonders tief ein« aestellt werden können. Wenn die Oberfläche des Äckers schon abgetrotfnet ist, ist in der Mittelschicht nasser und in der Unterscyicht womöglich noch gefrorener Boden. Das ist aber auch nicht schlimm. Denn durch den Frost ist eben der Boden gelockert, so daß sich tiefes Pflügen erübrigt, ja bei manchen Aussaaten, die „abgesetzten Boden" verlangen, so- gar schädlich wirken kann. Ueberaus wichtig aber ist, daß Hermann Göring in seiner Ansprache mit- teilen konnte, daß ausreichend Benzin für die Trecker vorhanden ist, wenn auch allersparsamste Verwendung unbedingte Forderung ist und bleibt. Göring erinnerte das deutsch« Volk daran, daß sich unsere zuckersüßen „Vettern jenseits des Kanals" auf die Fettblockade des deutschen Volkes spezialisiert haben. So mar denn auch die Göring-Rede in ihrem programmatischen Teil stark auf dieses Problem eingestellt. An demselben Tage wurde das Ergebnis der Schweinezählung vom 4. Dezember 1939 veröffentlicht, das bei einem Schweinebestand von 24,8 Millionen im Altreich — Zunahme von 5,3 v. H. gegen den 3. Dezember 1938 — und 28,6 Millionen im Großdeutschen Reich einen Rekord darstellt. Es ist ein Schweine-Rekord, aber man möchte seine stolzen Zahlen allen gedankenlosen oder schlechthin dummen Menschen geradezu in den Schädel hämmern, damit sie eine leichte Vorstellung von der bei recht schwierigen Voraussetzungen geleisteten Arbeit und ihrem Nutzeffekt bekommen. Die deutsche Schweinezucht hat vor allem den Fleifch- und auch Speckbedarf des deutschen Volkes zu befriedigen. Aber mit der Schweinezucht erschöpft sich nicht unser« Gegenwirkung gegen die englische.„Fett"« Blockade. Wissenschaft und Praxis sind eifrig dabei, den Fettgehalt der Milch wesentlich zu heben, um uns von einer zusätzlichen Buttereinfuhr frei zu machen. Feldmarschall Göring hat kategorisch verlangt, daß der Vollmilchverbrauch auf dem Lande — sei es für die menschliche Ernährung, sei es bei der Aufzucht von Kälbern — wesentlich eingeschränkt wird, damit das ersparte Milchfett der Verbutterung zugeführt werden kann. Die Preise für Milch und Butter werden um eine Kleinigkeit erhöht. Aus nichts wird eben nichts. Die arbeitsintensive deutsche Landwirtschaft, die alles aus dem Boden herausholen muß, braucht einen anderen Einsatz von Arbeit, Dünger und Mafchinen als extensive Raubwirtschaft. Der erheblich zu steigernde Anbau von Delfaat und der Umbruch von Wiesen- in Ackerland werden prämiiert — alles in der Voraussetzung, daß die Landwirtschaft wiederum ihren Leistungswillen unter Dollbeweis stellt. Ein« der stärksten Stellen der Göring-Red« war gefühlsmäßig die Parallele zwischen der hingebenden Arbeit in den lärmenden großen Industriebetrieben und der soviel stilleren Arbeit der Land- frau, bei der auch aus den Knochen he raus geholt wird, was in ihnen steckt. Das war ein Schuß ins Herz des echten Dolksempfindens. Wer selbst arbeitet, versteht gut die Arbeit seines Nebenmenschen, auch wenn sie auf ganz anderem Gebiete liegt, und so landftemd ist unsere Jndustriearbeiterschaft nun wirklich nicht, daß sie für Stall und Acker keinen Sinn hätte. Kampf her Rachitis. Oer stellvertretende Reichsgesundhettsführer Or. Blome äußert sich über die Schuhaktion für Deutschlands Nachwuchs. In ganz Deutschland hat soeben eine Aktion gegen die furchtbare Kinderkrankheit Rachitis begonnen. Heber diese Aktion gab der stellvertretende Reichsgesundheitsführer Dr. Blome unserem Mitarbeiter einige bemerkenswerte Auskünfte. Daß die Rachitis in den Tropen — wie überhaupt in allen sonnigen Zonen der Erde — fast unbekannt ist, und daß sie sich hauptsächlich auf Mittel- und Nordeuropa beschränkt, ist der Wissenschaft seit langem bekannt. Nur wußte man bis vor wenigen Jahren für diese Tatsache keine Erklärung. Ebenso gilt mit Recht seit langem das Fett der Leber des Dorsches, der Lebertran, als ein gutes Mittel gegen die Rachitis. Niemand konnte aber eine Beziehung zwischen diesen beiden scheinbar so ganz verschiedenartigen Tatsachen finden. Noch rätselhafter schien es, daß die Krankheit sich zwar in einer Kalkarmut der Knochen äußert, so daß man geradezu von einer Knochenerweichung sprechen kann, daß aber Kalkzusatz in der Nahrung der kranken Kinder überhaupt nichts nützt. Bei rachitis- kranken Kindern scheidet der Organismus geradezu diese wichtigen Stoffe ungenützt wieder aus. „Man wußte eben früher nicht", so meinte Dr. Blome, „daß die englische Krankheit nichts weiter ist, als eine Stoffwechselstörung, nämlich eine Störung im Mineralhaushalt des kindlichen Körpers. Sie kann, gemein verwendet werden soll. „Man darf nicht glauben", so erklärte Dr. Blome hierzu, „daß die Schutz- und Vorbeugungsmaßnahmen, die wir jetzt an allen deutschen Kleinkindern durchführen wollen, eine Folge des Krieges oder gar etwaiger Schwierigkeiten der Kriegsernährung sind. Für eine völlig ausreichende Versorgung unserer Kinder haben wir in jedem Fall vorgesorgt. Die Rachitts- oorbeugung mit reinem Vitamin D wurde schon vor zwei Jahren auf dem Wiesbadener Kongreß der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin durch Professor B e s s a u oorgeschlagen. Tausende von Untersuchungen Haden inzwischen erwiesen, daß die Behandlung mit reinem Vitamin nicht nur vorhanden« Rachitis schnell heilt, sondern auch die dauernde Krankheit unbedingt sicher verhütet. Gewiß könnte man das gleiche auch damit erreichen, daß man die Kinder regelmäßig mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Ja, es ist sogar möglich, in der Milch durch Ultraviolett-Bestrahlung Vitamin D zu erzeugen. Aber diese Methoden sind teuer, umständlicher und deshalb da unzweckmäßig, wo es sich um Millionen Kinder handelt, denn wir rechnen mit etwa 1,5 Millionen Säuglingen und Kleinkindern." Wie wird sich nun praktisch diese großartigste Aktion, die jemals ein Volk zum Schutze feiner Kinder durchgeführt hat, abspielen? „Das Gesundheitsamt wird die Mutter", so äußert sich Dr. Blome hierzu, „einladen, mit ihrem Kind in die Beratunas- stelle des staatlichen Gesundheitsamtes oder in die Hilfsstelle „Mutter und Kind" der NSV. zu kommen, die sich ebenfalls mit allen ihren Hilfskräften in den Dienst der Sache gestellt hat. Nach erfolgter ärzt- licher Untersuchung erhält dann die Mutter eine erste Flasche Vigantol, von dem sie dem Säugling jeden Tag fünf Tropfen in die Nahrung träufeln muß. Weder die Untersuchung noch das Vitamin- präparat kostet etwas! Die Behandlung kann auch beim Hausarzt durchgeführt werden, der dann dem Gesundheitsamt eine entsprechende Bescheinigung zu- stellen muß. Ist nun, was etwa nach zwei Monaten der Fall sein wird, die erste Flasche verbraucht, bann muß das Kind zum zweitenmal beim Arzt erscheinen, wenn nötig bekommt die Mutter eine zweite Flasche Vigantol, und nach weiteren zwei Monaten wird mit nochmaliger ärztlicher Untersuchung die Behandlung abgeschlossen. Nun darf man natürlich nicht glauben, daß das reine Vitamin die Sonne überflüssig macht. Licht, Lust und eine zweckmäßige, nach modernem, ärztlichem Wissen zusammengesetzte Ernährung sind immer unersetzlich! Außerdem soll die Rachitisaktion alljährlich nur in den sonnenarmen Monaten durchgeführt werden. Im Sommer genügt eine Kost mit viel Obst und frischem Gemüse und möglich st viel Aufenthalt in Licht und Luft. Eine Mutter, die diese Grundregeln beachtet und dann ihr Kind während der von uns durchgeführten Rachitis- bekämpfungsaktion regelmäßig mit dem lebenswichtigen Vitaminpräparat versorgt, wird als schönsten Lohn gesundes Wachstum und blühende Lebenslust ihrer Kinder ernten." Aus aller Welt. das wissen wir heute, auf erblicher Veranlagung beruhen, sie kommt aber im wesentlichen zum Ausbruch durch falsche Ernährung und Lichtmangel." „Im Jahre 1919 machte ein Berliner Kinderarzt, dem wohl der Zusammenhang zwischen der Sonne und der Rachitis aufgefallen war, den Versuch, kranke Kinder mit ultraviolettem Licht zu bestrahlen. Er konnte mit freudiger Ueberraschung feststellen, daß schon nach kurzer Zeit die kranken Knochen sich festigten und die Rachitis verschwand. Amerikanische Aerzte gingen bann einen Schritt weiter und bestrahlten auch die Nahrung mit dem Erfolg, daß die damit gefütterten Kinder ebenfalls gesund wurden. Nun folgte die große entscheidende Entdeckung! Pros. Windaus in Göttingen mit seinen Mitarbeitern konnte nachweisen, daß es einen Stoff gibt, der die Rachitis verhütet. Er nannte ihn Vitamin D. Mit der Speise nehmen wir allerdings meist nicht das gebrauchsfertige Vitamin, sondern eine Vorform, das sogenannte E r • g o ft e r i n , auf. Die pflanzlichen Nahrungsmittel, vor allem Obst und frisches Gemüse, enthalten das fogenannte Ergosterin, während in tierischen Stoffen, wie z. B. Milch und Lebertran, sich auch reines Vitamin D findet. Menschen und Tiere nehmen also immer nur Ergosterin aus den Pflanzen in sich auf und machen aus diesem Stoff das fertige Vitamin selbst. Das Ergosterin wandert nun im Körper und gelangt im Blut bis dicht unter die Haut. Wird es dort von den ultravioletten Strahlen getroffen, so verwandelt es sich sofort in Vitamin D und kann dann seine lebens erhaltende wichtige Arbeit beginnen. Das also ist bas Geheimnis ber Sonnenwirkung und deshalb ist der Lichtmangel für das kleine Kind so gefährlich." Das Vitamin D hat die Aufgabe einer Mörtelmischmaschine. Nur unter Mitwirkung der feinen Teilchen des Vitamin D bilden sich aus den Roh- stoffen, die bei der Verdauung der Speisen entnommen werden, Kalk und Phosphorsalze, die sich dann zum Phosphorkalk des Knochens zu jener harten widerstandsfähigen Masse verbinden. Ja, die Vitaminteilchen können noch mehr. Sie sorgen auch dafür, daß die Knochenbaustoffe im richtigen Verhältnis gemischt werden. Fehlt also das Vitamin, bann kann das chemische Laboratorium in unserem Körper nicht arbeiten. Es ist nicht viel, was wir täglich für die ordentliche Aufbauarbeit des kindlichen Körpers brauchen. Bruchteil« eines Gramms genügen! Und diese Tatsache erleichtert ganz außerordentlich die Verhütung wie die Heilung der Rachitis. Die deutsche Heilmittelchemie hat bas Werk der deutschen Forschung fortgesetzt und im Vigantol ein nahezu reines Vitaminpräparat geschaffen, das jetzt bei dem von der Reichsgesundheitsführung geplanten Großangriff zum ersten Mal ganz allZwei Gewalkverbrecher zum Tobe verurteilt. Das Sondergericht Hamburg verurteilt« den 1920 geborenen Fritz Hille und den 1921 geborenen Heinrich ßangpaap, beide aus Hamburg, wegen versuchten Raubüberfalles gemäß Verordnung gegen Gewaltverbrecher, und wegen einer Reihe schwerer Einbrüche zur Todesstrafe. Ein noch nicht 18jähriges Mädchen, die Geliebte des Hille, wurde wegen Beihilfe zum schweren Einbruchsdiebstahl zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, Die beiden Verbrecher begingen im Oktober und November vorigen Jahres Diebstähle, meist Einbrüche, gemeinsam, und zwar in Hamburg, Münster, Köln und Frankfurt a. M. In Köln haben sie einen Ueberfall auf ein Ehepaar in einem Villenviertel verübt. Sie wollten sich damit heraus- reben, daß es sich nur um einen Mummenschanz gehandelt habe. Das Gericht glaubte dieses Märchen nicht und sah nach der eidlichen Bekundung der Villenbewohner die Tat als ein Gewaltverbrechen an. Admiral Byrds Anlarktlsexpebillon. Admiral Byrd teilte durch Funkspruch mit, die Erhebungen seiner antarktischen Expedition hätten ergeben, daß die sogenannte Roß-Barriere nicht ein schwimmender Gletscher sei, wie man angenommen habe, sondern Festland. Eine Anzahl Forscher habe die westliche Basis zu einer Forschungsfahrt von 1000 Meilen verlassen. Das Expeditionsschiff „Bear" habe auf ber Fahrt nach Osten mit einem heftigen Sturm zu kämpfen; die Fahrt werde außerdem durch eine große Anzahl auf dem Meere treibender Eisberge erschwert. Wolfsplage im ungarischen Sarpalhenland. Das ungarische Karpathenland wird von Wolfs- rubeln heimgesucht, bie in manchen Gegenden in einer Stärke bis zu 100 Wölfen auftreten. Ein Landwirt wurde in der Nähe von Jllnice von den Wölfen zerrissen. In der Umgebung der Ortschaft Raho fand man die Ueberrefte von mehr als 160 Rehen und Hirschen auf, die von Wölfen angefallen waren. Ganze Rudel von Rehen und Hirschen flüchten sich in völlig erschöpftem Zustande in die Dörfer, wo sie von den Bewohnern in Ställen untergebracht und mit Futter versehen werden. In den letzten Tagen sind erneut neun Personen erfroren. Gasleilungsbruch in einem dänischen Allersheim. 5pn Helsingör hat sich infolge Bruchs einer Gashauptleitung ein schweres Unglück in dem Hause der Handwerker-Gesangvereins-Stiftung zugetragen, wo bereits tags zuvor ein 70jähriger Tischlermeister so schwere Gasvergiftungen erlitt, daß er im Kran- kenhaus nach kurzer Zeit verstarb. Als man bi« Stiftung betrat, fand man alle Wohnungen mit Gas ungefüllt. Zwei Einwohner waren bereits tot Füns andere würben in lebensgefährlichem Zustande ins Krankenhaus übergeführt. Die Stiftung wurde sofort geschlossen, zwei Nachbarhäuser geräumt und die anliegend« Volksschule geschlossen. Kleine politische Nachrichten. Nachdem vom 7. bis 13. Juni 1939 bie 1. Tagung des deutsch-italienischen Kulturaus- schuss es, der auf Grund des deutsch-italienischen Kulturabkommens gebildet worden war, in Berlin stattgefunden hatte, wird nun am 21. Februar die 2. Tagung des Ausschusses in Rom ihren Anfang nehmen. Auf Einladung des Vorsitzenden der italienischen Gruppe, Exzellenz Balbina Giuliano, hat sich die deutsche Gruppe unter Führung von Ministerialdirektor Stieve vom Auswärtigen Amt nach Rom begeben. ♦ In einer schlichten Eröffnungsstunde übergab in Vertretung des Reichsministers Dr. Goebbels, Staatssekretär Esser, bas neue Gebäude des Reichspropagandaamtes München seiner Bestimmung. In Vertretung des Leiters des Reichspropaganbaamtes München, stellvertretenben Gauleiters Nippold, der sich im Heeresdienst befindet, übernahm der stellvertretende Leiter Dr. Müller das neue Haus mit einem Treuegelöbnis auf den Führer. Der Oberbefehlshaber ber britischen Streitkräfte im Mittleren Osten, Generalleutnant Sir Archibald W a y e 11, hat sich auf dem Luftwege von Kairo noch Palästina begeben zu einer Inspektion der a u ft r a l i f d) e n Truppen, die sich in Palästina in Ausbildungslagern befinden. * Mitglieder der Irischen Republikanischen Armee haben einen Hand st reich auf ein englisches Befestigungswerk des Hafens von Cork durchgeführt. Bei der Aktion soll ein britischer Wachposten schwer verwundet worden fein. zurückzahlen, die sie einst, in einer dunklen Stunde, an sich brachten, ohne daß der Verdacht auf sie fiel. Und das ist ein schöner und versöhnender Zug in dem dunklen Kapitel! Der Mensch ist am liebenswertesten, wenn er begangenes Unrecht gutzumachen sucht. Die Klage her „UeberlebenSgrohen^. Frauen, die darüber unglücklich sind, daß sie zu „klein" sind, können sich trösten, denn das Schicksal der Ueberlebensgroßen ist noch viel trauriger. Dies behauptet eine Dam«, die die stattliche Länge von über 180 cm mißt. „Ich glaube nichU, schreibt sie, ,/daß eine kleine Frau sich vorstellen kann, welche Pein es ist, wenn man beim Betreten eines von Menschen erfüllten Raumes sofort alle Augen aus sich gerichtet fühlt, wenn das Gespräch stockt und erst wieder in Gang kommt, nachdem man sich in den nächsten Stuhl hat fallen lassen, und wenn man bann aussteht, folgen einem die Blicke wieder mit neugieriger Verwunderung. Die klein« Frau findet beim Einkäufen doch noch eher etwas, was ihr paßt. Aber wir „Ueberlebensgroßen"! Für uns wird jede Besorgung zum Martyrium, denn alles ist uns zu klein, Kleider und Schuhe und Handschuhe. Und bann diese ewige Schwierigkeit, dem richtigen Partner zu finden. Klein« Männer sieht man überall. Aber wenn endlich einmal ein Mann mit Gardemaß au stritt und man bereits hofft, nun endlich den richtigen gefunden zu haben, dann wird er sich sicherlich auf so ein kleines Ding stürzen, das seinen Idealen von zarter Weiblichkeit viel besser entspricht. Beim Sport aber haben wir es nun erst recht schlimm. Die Männer erwarten von uns, daß wir alles leisten können, daß wir wahr« Achteten sind, und vergessen völlig, daß sie es mit einer Frau zu tun haben. Sitzen wir hn Theater, dann stolpern bie Leute über unsere Füße und schimpfen, weil wir unsere Beine so weit vorstrecken; wer hinter uns sitzt, ist entrüstet darüber, daß er nicht sehen kann. Im Omnibus und in der Straßenbahn müssen mir mit den Beinen seitlich sitzen, und in einem der jetzt so beliebten kleineren Kraftwagen können wir nur in verkrümmter Stellung Unterkunft finden. Des Nachts haben wir kalte Füße, weil bie Bettdecke Nicht bis hinunterreicht. Am schlimmsten aber ist es, daß wir bei all unserem Unglück von den anderen Frauen noch beneidet werden, weil wir all« Blicke auf uns Liehen." Die Mgersteuer bei Knegsdienstieistung ■e er. Er nahm seinen Hut und in Ordnung", sagt« ging mit einem (Br (Nachdruck verboten!) 20. Fortsetzung. prächtig. (Fortsetzung folgt.) CHLORODOhlT übergab m Goebbels, bäude des ich en fel- Leiters der «ttretenden »eeresdienst Leiter Dr. euegelöbnis o ............. _ruß, der allen dreien galt, die da herumstanden und mit den Augen an seinen Bewegungen hingen. Frau Herder besann sich und lief ihm vorweg. „Bitte schön, Herr Kommissar", sagte sie und hätte in den Baden versinken mögen, als Kybander, ein Mann ihren Alters, in der Flurtür spöttisch drohend den Zeigefinger der rechten Hand hob. Aber er sagte nichts. Im Zimmer Heggs standen die b-eiden jungen Menschen und sahen sich an, senkten den Blick und wußten nicht weiter —, wie Schauspieler, die schlecht gelernt haben und denen die Zusagerin SlreitkrSfir r Archibald von Kam Inspektion sich in P->- Je gewissenhafter wir die Zähne abends reinigen, desto nachhaltiger ist der Erfolg der Zahnpflege. chen Armer nglisches von Cork n britischer »in. getragen, ^ernieiskr im Kran, man die n mit Ga; rrcks tot 11 Zustande mg mche räumt und '[en Stunde, auf sie ider Zug i" am lieben- gutzumachen chten. !■ Tagung turaus. talienischen in Ber« 1. Februar o m ihren Ersitzenden iino Giu« mter Fch vom Aus- yoW- das W e[ trauriger- ttliche Län- stellen kam etrdenei; ■ alle AE espriich M man 1, und wjj w« kleine F etioas, Für 0 !' und fr* inafte dir das überlegt?" „Ja, Mutter." „Polizei anlüjen und so!" „3a, Mutter." „Und warum das alles?" „Well ich ihn liebe." „Ein schönes Wort; und roeim et doch bei Ear- lotti war, wenn er geschossen hat wejen der anderen?" „Er hat ihn doch nicht erschossen? „Denkste?" ,Zch weiß es." „Woher? Wieso?" „Well ich ihn liebe." Frau Herder sah ihre Tochter an. Diel lag m d-m Blick, — alles Verstehen -und alles Begreifen. „Ja, denn, Friedel", sagte sie und nach einem tiefen Atemzug noch einmal ziemlich ratlos: „ja denn..." gerfteuer gilt bei diesen Bauern und Landwirten nur so lange, als sie zum Kriegsdienst bei der Wehrmacht, bei der Schutzpolizei ober beim Reichsarbeitsdienst einberufen sind. In allen diesen Fällen ist ein entsprechender Antrag an die zuständige Steuerhebestelle zu richten und die Voraussetzung für die Nichterhebung der Bürgersteuer glaubhaft zu machen. böse ist. Da sie ihn nicht mehr anblickte, wagte er sie zu betrachten. Sie trug den blauen Rock ihres Kostüms, das er kannte. Ihr gutgeformter Oberkörper steckte in einem roten Pullover, der einen unkleidsamen Rollkragen hatte. Er hätte ihr das gern gesagt. .Merkwürdig, nicht wahr, was geht das dich an', dachte er. Aber er fragte leise und meinte, das gehe ihn wohl mehr an: „Warum haben Sie das gesagt, Fräulein Friedel?" „Das weiß ich nicht." „Aber ich weiß es." Er trat auf sie zu. Sem Gesicht konnte rühren. „Daß ich solange blind war. Daß ich besessen war. Sie wissen es, machen wir uns nichts vor. Ich dachte manchmal an Sie, ich hatte Sie lieb, immer schon. Aber da war wie ein Gift — oder wie ein Rausch im Blut — die Sehnsucht nach der anderen. Selbst den Antiquitätenhändler war ich bereit, ihr zu verzeihen. Ich war vernarrt. Aber jetzt hat sie mir gründlich die Augen geöffnet. Nicht soviel liebte sie mich! Nicht soviel war ich ihr wert. Sie hat mich verraten. Kalten Herzens, wie sie immer war, hat sie mich der Poli- ^Er"sttzte^sich! Die Knie knickten ihm ein. Er legte die Unterarme auf feine Schenkel und ließ den Kopf ganz tief sinken. u , ,, .. Friedel Herder stand vor chm und hatte Tranen in den Augen, hätte aber nicht sagen können, wel- cher Art die Tränen waren. Ihre Gefühle und Empfindungen gingen durcheinander. Er hatte gesagt er habe sie lieb. Aber was er von der anderen gesagt hatte, war schrecklich gewesen Sie bemerkte seinen Blick und schenkte ihm em schwaches Lächeln. „Friedel", sagte er und preßte Die geistigen Krönten des Krieges. Große Hebe des Reichshauptamtsleiters Professor Dr. Groß in Gießen K '«er £ 'M! L>in. M QUA s '•8 *S e.enJN Ä ulk Und 7 Wilk Ultet, «tyefiiljtt «i aUf. e Mt Hr Sinh ■Mitis, n lebens« schön. )e Leben?« Für die zur Kriegsdienstleistung Einberufenen sind auch bei der Bürgersteuer bestimmte Erleichterungen vorgesehen. Das Bürgersteuergesetz sieht in § 15 nämlich vor, daß der einzelne Teilbetrag der Bürgersteuer nicht zu erheben ist, wenn der Steuerpflichtige am Fälligkeitstag a) Familienunterstützung erhält auf Grund des Gesetzes über die Unterstützung der Angehörigen der einberufenen Wehrpflichtigen und Arbeitsdienstpflichtigen vom 30. März 1936 bzw. der Verordnung über Familienunterstützung bei besonderem Einsatz der Wehrmacht vom 1. September 1939 (RGBl. I S. 1563), oder b) Angehöriger der Wehrmacht, der Schutzpolizei oder des Reichsarbeitsdienstes ist und im Bürgersteuererhebungsjahr weder zur Einkommensteuer noch zur Lohnsteuer herangezogen wird. Es genügt, wenn bei (Einberufenen eine dieser Voraussetzungen erfüllt ist. Im Falle a ist die Bürgersteuer dann nicht zu erheben, wenn der (Einberufene für feine Angehörigen Familienunterstützung erhält. Das wird insbesondere bei Arbeitern, Handwerkern und kleineren Landwirten mit einem Betrieb unter Erbhofgröße in Frage kommen. Da die Steuerhebeftelle meistens keine hinreichende Kenntnis von den persönlichen Verhältnissen der Steuerpflichtigen hat, werden diese die Nichterhebung der einzelnen Bürgersteuerteilbeträge selbst beantragen müssen. Im Falle b wird die Bürgersteuer dann nicht er- hoben, wenn der Einberufene im Bürgersteuererhebungsjahr, das ist das Kalenderjahr, zur Einkommensteuer ober zur Lohnsteuer nicht herange- zogen wird. Die etwa im Erhebungsjahr (Kalender- jahr) geleisteten Einkommensteuervorauszahlungen können nicht als Heranziehung zur Einkommensteuer angesehen werden, da sie möglicherweise erstattet werden. Nach Sinn und Zweck dieser Vor- chrift wird die Bürgersteuer schon dann nicht zu erheben sein, wenn der Einberufene für das Erhebungsjahr voraussichtlich nicht zur Einkommensteuer herangezogen wird. Diese Vorschrift muß auch für die (Einberufenen gelten, die Bauern oder Landwirte sind und wegen Nichtüberschr. itung der 3000-RM.-Freigrenze bei ihren landwirtschaftlichen Einkünften von der Einkommensteuer grundsätzlich freigestellt sind. An und für sich sind Bauern und Landwirte, auch wenn sie von der Einkommensteuer freigestellt sind, mit dem Mindestmeßbetrag von 3 RM. oder nach dem Einheitswert zur Bürger- steuer heranzuziehen. Die Nichterhebung der Bür- Aus der Stad« Gieße«. Dächer tropfen . .. ^Bernde Schneeland schuft wölbt sich flarblauer Himmel. Leuchtend zieht eben bie über ihre Tageshöhe. Auf de? Bahuhofttra^ des sA einzeln und in ©rippen der Berufsverkehr gegen einen schneideren Ost- mtnb zum Mittagszug nach der Stadt. Ein Kamerad holt mich ein. „E beißia Lutt!" urußt er und dreht dabei seinen Mund aus dem W'nd. .^murmelte Kehllaute werden riiefmäris^ fteundllche Zustimmung verstanden. Ein Dritter die Hande m den Manteltaschen und die Mappe unter ^iht sich ein: „De Schnee Wcht! Ueberholend nehmen wir eine wehlnbige Uprache rmt: M'r kimmt schläächt vieroan! D's Zchmezeug retscht soviel met!" Unseren gemeinsamen Eilmarsch begleitet wie Glockenspiel ein melodisches klmg-klang»klun g-klang-kling! Wir hören es alle E es acht so lieblich unter die Ohrenschützer ein,' daß unser Linksaußen lächelnd und mit lebhafter Geste noch besonders daraus aufmerksam macht. Dort rieseln rastlos von den weißdurchwirkten Dächern Wassertropfen über Wassertropfen in langen Perlenschnuren einen lichten Schleier herab, Äitzern und gleißen im prallen Sonnenlicht wie Morgentau auf Sommerwiesen, klatschen luftig auf das Pflaster und Hüpfen in wiedergewonnener De- wegungssel'lgkeit noch einmal spritzig hoch, ehe sie ZU gemeinem Schmelzwasser werden. Droben an oen Dachrändern werden indes Millionen ihrer Kameraden von der eisigen Faust des Winters ab- gefangen, erstarren und reihen sich wohl aus gerichtet zu taufend glasharten Eiszapfen. Während unser Zug über den festgefrorenen Bahndamm hart und dumpf dahinrolll, wechseln braunen die Sturzäcker über ihre Schollenkämme hinweg stettg tne Farbe vom leuchtenden Erdbraun zum stumpfen Schneeweiß, und am Südrand des Waldes schütteln die schlanken Fichten letzte Schneefetzen aus ihrem frischgrünen Naoelkleid. In der Stadt drängen wir mit vielen anderen instinktiv auf die sonnenbeschienene Straßenseite, vielleicht auch geleitet von der besinnlichen Erfahrung, die mein Kamerad zur Hand hat: „De Kält' kann m'r eender aus Seif geh'n wie de Hitz'!" Und im Weitergehen läßt sich nicht Übechören, wie eine Schar Spatzen unter dem schützenden Vorsprung eines Daches auf dem kahlen Geranke einer Kletterrose aufgeplustert und in friedlicher Gemeinschaft die wohlige Wärme einer Hauswand mit ihrem zwar einfachen, aber um so behaglicheren Ge- schilpe begrüßt: „Schöner Frühling, komm' doch wieder, kicher Frühling, komm doch bald!" R. B. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Populärwissenschaftlicher Dortrag der Universität: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut Pro- fesior Frölich über „Denkmäler deutscher Rechtsvergangenheit in Hessen und den Nachbargebieten" (mit Lichtbildern). — Stadttheater: 19.30 bis etwa 22 Uhr „Karl III. und Anna von Oesterreich". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Zwei Welten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Brand im Ozean". Sladttheaker Gießen. Heute abend wird zum erstenmal das Lustspiel „Karl III. und Anna von Oesterreich" von Manfried Rößner, Musik von Helmut Röhner, aufgeführt. Spielleitung Hans Albert Schewe. 7l®.«$rauentoaff/$rauent»erf. Abt. Mütterdlenst. Der angekündigte Krankenpflegekurs muß aus- fallen wegen Erkrankung der Lehrkraft. Am Montag, 26. 2., um 19 Uhr, beginnt ein Kochkurs in der Lehrküche des Deutschen Frauenwerks, Lindenplatz 11. Anmeldungen auf der Kreisgesckäfts- stelle des Deutschen Frauenwerks, Frankfurter Straß-1. Oks. HHemelnW M krall Our® Srenöe Achtung! KdF.-Sport. FürFrauen: Gymnastik und Spiele: Donnerstag, 20.30 bis 21.30 Ahr, Schillerschule. Für Männer: Allgemeine Körperschule: Donnerstag, 18 bis 19 Uhr, Goetheschule. Beginn: 22. Februar 1940.________ 8590 yvxAvwvt »Hn wellte Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin praktischen Leben an, sie vertritt den einzig richttgen Standpuntt, daß Mensch nicht gleich Mensch ist und daß nicht alle Völker gleich sind, daß die Wesensart und die Leistungsmöglichkeiten der Menschen und der Völker schon aus biologischen Gründen verschieden find. Nach dieser Erkenntnis hat der Nationalsozialismus das Leben des deutschen Volkes im Innern neu geordnet. Indem er bewußt und völlig konsequent alles Fremdrassige aus unserem Dolks- körper ausschied, hat er dem deutschen Volke wieder eine segensreiche Lebensgrundlage gegeben, die auch in einer entsprechenden Sozial- und Rechtsordnung zum Ausdruck kommt. In der Außenpolitik fordert diese Weltanschauung die Anerkennung der Dolks- tumsgrundlage auch für die Staatsgrenzen, weil allein dadurch jedem Lande und jeder Rasse der naturgegebene und rassisch eigengesetzliche Raum zum Leben gewährleistet wird. Daher lehnt denn die nationalsozialistische Idee den Imperialismus der Plutokraten entschieden ab und anerkennt dagegen unbedingt das Volkstumsprinzip. In diesem Sinne ist auch die gegenroärtige Umsiedlung im Osten ein durchaus konstruktiver Plan der auf völkischer Grundlage orientierten Politik. Damit werden die Rechte der anderen Völker von uns anerkannt. Weil England und Frankreich diese gesunde Weltanschauung nicht gelten lassen wollen, weil sie davon Rückwirkungen auch für ihr innerftaat- licbes Leben befürchten, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Rassegedankens und der sozialen > Neuordnung, deshalb hat die plutokratische Oberschicht jener Länder den ideologischen Krieg gegen1 Herr von Karmin saß an seinem Schreibttsck). Er las in einer blaugebundenen Akte, auf die er selber in Schönschrift den Namen Carlotti geschrieben hatte. Darüber hatte er sogar feine Brasil vergessen. Von der Straße herauf kamen die Geräusche des tätigen Alltags. Fuhrwerke rasselten, Motore sprangen an und wurden auf höhere Touren getrieben, Straßenbahnbremsen quietschten. Eine Fabriksirene heulte nahebei. „Wollen wir nicht das Fenster schließen?", meinte Kommissar Kybander. Er wartete des Kriminalrats Antwort nicht erst ab, er schob den Fensterflügel zu. ,Ha, bitte", sagte Herr von Karmin viel zu spat. Er hob den Kopf. Seine Gedanken waren bei dem gewesen, was er las. „Ich bin soweit im Bilde, Kybander, bitte berichten Sie." Er tat eine Handbewegung, aber Kybander zog es vor, stehen zu bleiben. „Sie haben den Bericht der Herren vom Erkennungsdienst gelesen. (Er lag zu oberft, es fand sich in Carlottis Raum nicht der kleinste Fingerabdruck, der zu verwenden gewesen wäre. Alle Abdrücke, die wir fanden, stammen von ihm selber. Dagegen stellte sich mit ziemlicher Gewißheit heraus, daß von dem Täter Handschuhe benutzt wurden. Handschuhe ist nun gewissermaßen mein Stichwort. Sehen Sie sich dieses Paar hier an." Er griff in feine Brusttasche und legte zwei weiße Wildläerhandschuhe vor den Kriminalrat auf den Tisch. „(Es sind Damenhandschuhe. Sie sind notfj feucht und riechen, sie wurden in Benzin gewaschen.' waschen." Herr von Karmin schob sie mit spitzen Fingern ein Stück beifette. Seine Akte mußte freibleiben. „Na und weiter?" ,Zch habe die Handschuhe im Labor untersuchen lassen", fuhr Kybander fort, „fo gut sich das noch machen ließ " Dr. Schultz war anfangs verzweifelt. Nach der Benzinwäsche sei überhaupt nichts mehr festzu- stellen und ob ich ihn etwa für einen Zauber- fünftler hielte. Als ich ihm sagte, dem sei durch- aus so und er solle nun einmal zaubern, bequemte er sich zu der Untersuchung. Das Resultat war In der überfüllten Aula der Universität fand am gestrigen Dienstagabend die wehrwissenschaftliche Vortragsreihe der Universität im ersten Trimester ihren Abschluß mit einem Vortrag, der für alle Hörer, die den Saal bis zum letzten Plätzchen füllten, ein großes geistiges und politisches Erlebnis und in der Vortragsreihe der bedeutsamste Höhepunkt war. Redner war der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß (Berlin). Nach dem (Einbringen der Fihnen richtete der Rektor der Universität Prof. Dr. Kranz kurze Begrüßungsworte an den Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, dem er auch den Dank der Universität für die festliche Ausgestaltung dieses Vortragsabends aussprach, ferner an die Vertreter des Staates, der Wehrmacht und an die Hunderte von Volksgenossen. Sein besonderer Gruß galt dem Redner Prof. Dr. Groß, mit dem die Rassenpolitik der NSDAP, aufs engste verbunden fei, einem alten Kameraden während vieler Jahre des Kampfes, der auch in Gießen schon wiederholt gesprochen habe und hier kein Fremder sei. Ueichshauptamtsleiter Prof. Or. Groh sprach hierauf in etwa anderthalbstündiger, außerordentlich fesselnder Rede über das Thema: „D i e geistigen Fronten im Machtkampf der Gegenwart". Er ging bei feinen Darlegungen von der Tatsache des totalen Krieges aus, in dem die Völker selbst mit allen ihren Reserven und der ganzen seelischen und geistigen Kraft um den Sieg ringen. In diesem Zusammenhang wies er auf den eindeutig und wiederhplt bekundeten Dernichtungs- willen unserer Feinde gegen alle deutschen Menschen hin, der bei uns klar erkannt ist und jedem überzeugend die Erkenntnis brachte, daß es in diesem totalen Krieg nicht nur um Reich und Volk, sondern auch um die Existenzrnöglichkeit jedes Deutschen, selbst der Frauen und Kinder, geht. Diesem feindlichen Vernichtungswillen gegen uns stellte der Redner die Tatsache gegenüber, daß bas nationalsozialistische Deutschland in Mitteleuropa keinerlei Gefahr für England bedeutete. Dann zeigte er auf, daß hinter dem von den Plutokraten Englands und Frankreichs vom Zaune gebrochenen Kriege weit mehr steckt, nämlich ideologische Gründe, die besonders von einem der Hauptkriegshetzer in England, dem Minister (Eben, in einer Rede deutlich ausgesprochen wurden. Hierauf beleuchtete der Redner eingehend die feindliche geistige Front mit ihrer grundsätzlichen Einstellung zu den Lebensgrundlagen der Völker. In überzeugender Weise wies er nach, daß die auf der geistigen Grundlage der französischen Revolution auf gebaute Feind front alle naturgegebenen und organischen Unterschiede zwischen Menschen und Völkern ablehnt und dafür das Prinzip der absoluten Gleichheit aller Menschen und Rassen proklamiert, was sogar soweit geht, daß z. B. in Frankreich kein Unterschied zwischen Weißen und Schwarzen gemacht wird, die alle als Franzosen mit gleichen Rechten angesehen werden. In Wirklichkeit ist diese Weltanschauung völlig unsinnig und auch unhaltbar. Tatsächlich gibt es aber in jenen Ländern, vor allem in England und Frankreich, durchaus keine Gleichheit aller und keine Freiheit, sondern dort herrscht ganz eindeutig die absolute Ungleichheit, nämlich der Geldsackbesitz einer dünnen reichen Oberschicht, die das übrige Volk mit brutaler Gewalt unter ihre willkürlich angemaßte Macht zwingt und es in rücksichtsloser Weise ausbeutet. Außen- polltifch erkennt jenes falsche Prinzip keinerlei Volkstum an, sondern ist auch hier für absolute Gleichmacherei und verneint damit alle natürlichen Grundlagen im Leben der verschi^edenen Völker. Die Nutznießer dieser Einstellung sind in den Ländern der plutokrattschen Herrschaft in erster Linie die Juden, die daher auch die Hauptstützen des Imperialismus der englisch-französischen Plutokratte unfo die stärksten Verfechter intb Nutznießer der brutalen Geldsackherrschaft einer kleinen Clique in den sogenannten Demokratien sind. Jenem fundamentalen Irrtum stellte der Redner die Idee des Nationalsozialismus gegenüber, die er mit Recht als die Weltanschauung des ganzen deutschen Volkes bezeichnete. Diese deutsche Weltanschauung erkennt grundsätzlich die naturgegebenen ererbten Unterschiede und ihre Gültigkeitim Johannes Volz f. Im 66. Lebensjahre ist Johannes Volz, der Mitbegründer der Kameradschaft ehemaliger 116er und deren langjähriger Rechner, gestorben. Aus dem Kreis Lauterbach kam er zum Gießener Regiment, bei dem er kapitulierte und als Unteroffizier vielen Oberhessen soldatische Eigenschaften anerzog. Nach seiner militärischen Dienstzeit war er auch beruflich in Gießen tätig. Am gestrigen Dienstag fand die Trauerfeier für den Verstorbenen statt, der sich sowohl durch seine berufliche Tätigkeit, als auch seine Menschensreund- lichkeit, in erster Linie aber als Kassenwart der 116er, als der er den vielen großen Regimentstagen die finanzielle Grundlage schuf, großer Beliebtheit und Wertschätzung erfreute. Die Trauerfeier wurde von einem der früheren Korpsleiter der Regimentsmusik, Kapellmeister Grengel, mit dem „Trauermarsch" von Händel eingeleitet. Der frühere Garnisonpfarrer A u s f e l d gab dem Der- ewigten di« Segnungen der Kirche mit auf den letzten Weg und schilderte, wie die schönste der soldatischen Tugenden, die Treue, Johannes Volz durch sein ganzes Leben begleitete. Sein Regimentskamerad, Schreinermeister Beil, rief, während die Fahne sich senkte, ihm die letzten Gruße der 116er nach. Er brachte zum Ausdruck, daß die alten Regimentskameraden sich in dieser Abschiedsstunde zum Soldatenlied und zu dessen Worten bekennen: „Wir hatten einen Kameraden, einen bessren firtbft du nit ..." Er sagte dem Verstorbenen Dank und Anerkennung für die treuen Dienste, die selbstlose Hilfsbereitschaft und für fein offenes, frohes Wesen, durch die er das Band der Kameradschaft der alten 116er fester fügen half. Volz kam als einer der ersten zur damaligen Reai- mentsvereinigung und war während 27 Jahre_ ihr Rechner gewesen: den Dank der Kameraden brückte die Ernennung zum Ehrenmitglied nur schwach aus. unser Volk seit Jahren konsequent vorbereitet und im September vorigen Jahres vom Zaune gebrochen. Diesem Vernichtungswillen steht aber bas beutsche Volk in unlöslicher Einigkeit unb Geschlossenheit mit seinem genialen und nur einmaligen Führer Abolf Hitler als unüberwindliche Abwehrfront gegenüber. Unb mit uns wirb, bas ist bie feste Ueberzeugung aller Deutschen, ber Sieg fein! Nach bem mit stärkstem Beifall aufgenommenen geistvollen Vortrag sprach ber Rektor Professor Dr. Kranz ein kurzes Schlußwort. Mit bem Gruß ber Liebe unb Treue zum Führer, bem Gesang ber Nationallieber unb bes Kampfliebes gegen (Eng- (anb, im Gebenken an bie von ben (Englänbern er- morbeten Kameraben von ber „Altmark', schloß ber eindrucksvolle Abenb. Sie errötete noch stärker. .-Sagen Sie ruhig. ge horcht. Ich mußte horchen. Ich horte von Mut- ter, roer der Herr ist und ich wußte, daß Sie dem Kommissar nicht die Wahrheit jagen mürbem Heggs Blick ausweichend, wandte sie sich an W bänder unb sagte: „Er hat gelogen, Herr Korn- miffar, um mich zu schönem Mutter war gesterni i m Theater. Otto-Erich und ich roaren. attetm Er war von acht bis gegen Mitternacht bei nur. Sie sah ben Kommissar an. Sie starrte ihn an, bannt h Blick festbleiben sollte. _ Kybander sagte vermunberlich ruhig. „Das ändert bie Sachlage allerdings. Ich kann verstehen, daß Herr Hegg nicht mit dieser Wahrheit heraus- wollte. Aber es mar ungeschickt Ihre Privatangelegenheiten interessieren uns absolut Nicht. bt wandte sich zur Tür. „Frau Herder! , rief er. „Auf einen Augenblick bitte." Frau Herder erschien. Sie konnte nicht weit weg 8emSi«n ma«n gestern abend NN Theater Fran Herder?" fragte Kybander. Sie Iran Iah ihn an, st- b-wegte die Lippen, aber.es kam k^n Wert Du warst aestern abenb in der Oper, ticmwr , sagfr di^ TachK „Sei nicht f° verdutzt. Der Herr Kommisiar fragt danach. , ÄS £“"Än.' gefragt, unb sie baute auch noch bie letzte -öruae. ,Ln ber Staatsoper." Sagte Frau Herber endlich. „ v>a. Kybander nickte freundlich wie lmmer, I , " diesem Fall geradezu herzlich. „Dann ist ja °ue Husten ? Dann 1.-in Ihrer Drogerie. tags. sssv Frau Katharina Geißler, geb. Körber während der Kassenstunden. 884C Staufenberg, den 21. Februar 1940. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 22. Februar, cachm. 3 Uhr statt 889D und Wehrpflichtigen. 891D lyiA-w, «kth Ä*” WHW > Kreuzplatz 3. 0598 Zahlung: eesD kaufen Sie bei Ältere Leute 515A SHS! Stadttheater [WL'ii Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen Frau Kolb Ludwigstr. 40 I. Familienlogen I. Ring . . II. Ring . . III. Ring . . IV. Ring . . V. Ring . . Ein-und halbjährige Handelsfachklassen für Schüler mit Volksschulreife und höherer Schulbildung, bei Sekundaoder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude Liehen, Goelhestr. 32 Ruf 2486. Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8 jäh riger Schulbildg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits am 8. März stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. . 20,— RM. . 8,— „ . 7,- „ - 5,- „ . 3,— „ . 3,— „ Die Einlösung der sechsten Rate muß unbedingt vor der 21. Mietoorstellung erfolgt sein. Gießen, den 19. Februar 1940. Der Oberbürgermeister. Bei Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210, Kaste des Stadttheaters Gießen, erfolgt Uebersendung einer besonderen Quittung. Die zu zahlende sechste Rate beträgt: Drog. WinterhoH. Kreuzplatz 9. Drog. Pierenkemper, Seltersweg 69. Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17. Drog. Elges, Seltersw. 66. Drog. Seibel, Frankf. Str. 39 ^aufmünnifchev Lehvttng mit guter Schulbildung von hiesigerGroßhandl. gesucht. Schriftliche Angebote unter 0595a.d.Gießener Anzeiger.- Donnerstag, 22. Februar, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Bersteigerungsloka/Neuenweg28 dahier) zwangsweise gegen Bar-» Soldaten und Wehrpflichtige, die vor dem Kriegs ihren Wohnsitz im Auslande gehabt haben und Doppelstaatler sind, müssen die in ihrem Besitz befindlichen ausländischen Pässe umgehend an die füv ihren letzten Wohnsitz zuständige Polizeidienstftellg abgeben oder durch ihre Angehörigen abgeben lassen. J. B. 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Michel, 0. B., 63 Jahre, Mühlstraße 8; Berta Schwarzkopf, geb. Vetter, 0. B., 63 Jahre, Mollke- straße 2a. 6.2.: Otto Naumann, Oberst a. D., 90 Jahre, Keplerstraße 7; Ludwig Hofmann, Heizer, 69 Jahre, Schottstraße 38; Jakob Stecker, 0. B., 67 Jahre, Alten-Buseck, Kr. Gießen. 7.2.: Heinrich Sack, Kaufmann, 59 Jahre, Marktstraße 19. 8.2.: Antonie Textor, geb. Jacobi, 0. B., 83 Jahre, Aulweg 30; Marie Pfeiffer, 0. B., 62 Jahre, Rodheimer Straße 11; Karl Müller, Schlossergeselle, 63 Jahre, Gnauthstraße 20. 10.2.: Ludwig Wißner, Revierförster a. D., 75 Jahre, Londorf, Kr. Gießen; Georg Eberspacher, Küfer, 64 Jahre, Neustadt 45. 11. 2.: Johann Dümmer, 0. B., 71 Jahre, Kaplansgasse 25. 12. 2.: Wilhelmine Zufall, geb. Lang, 88 Jahre, Gnauthstraße 12. 14.2.: Hildegard Marx, 11 Jahre, Am Sandfeld 23. 15. 2.: Johann Waninger, Bierbrauer, 75 Jahre, Rodheimer Straße 81; Karl Ho-- reyseck, Schneider, 55 Jahre, Marktlaubenstraße 4; Johannes Volz, Hausverwalter, 65 Jahre, Johan- nesstraße 17; Emmi Nowack, geb. Schmidt, 0. B^ 68 Jahre, Liebigstraße 21; Hans Emil Ludolf Wilh, Lemke, kaufm. Angest., 46 Jahre, Ludwigstraße 24. 16.2.: Marie Laux, geb. Damaski, 0. B., 69 Jahre^ Leihgestern, Kreis Gießen.. Wie es kocht. •• Das läßt sich beim feuerfesten Jenaer Glas ganz genau beobachten. Und dann kommen die Speisen im JEN Aer Glas ohne umzufüllen vom Herd direkt auf den Tisch. Da bleibt alles schön warm. Lassen Sie sich dieses praktische Geschirr zeigen. | Mietgesuche~| 2-Zlmmer- Wohnung mit Küche in der Nähe Gießens zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 0592 a. d. G. A. Giadttheater - Miete. Die Einlösung der sechsten Rate der Stammiete hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: Donnerstag, den 22. Februar 1940, für die Freitag-Meter, Freitag, den 23. Februar 1940, für die Dienstag- Mieter, Samstag, den 24. Februar 1940, für die INitt- woch-Meler Von angesehener Versicherungsgesellschaft, die die Kleinlebensoersicherung betreibt, wird zum 1. April d.F. ein tüchtiger Ortsvertreter der Kaution stellen kann, gesucht (auch eine weibl. Kraft käme in Betracht). Der Monatsverdienst beträgt z.Z. rund RM. 150.-. Aus- führl. Bewerbungen mit Lichtbild unt. 0567 an den Gießen. Anzeig. Saubere puhsrau f. 2mal wöchentlich gesucht. 0597 Haustein Schulstraße 5. Bekanntmachung. Einziehung ausländischer Pässe von Soldaten Wir kaufen gebrauchte w- Wense zum Taxwert an u. erbitten Ihren Anruf. Opel. 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Zur Bekämpfung der Tuberkulose stehen in erster Linie die Lungefürsorgestellen bereit, die ihre Aufgabe darin erblicken, nach Meldung einer Tuberkulose nicht nur dem Kranken helfend zur Seite zu stehen, sondern darüber hinaus die Untersuchung der durch den Kranken vorher gefährdeten Umgebung anzuordnen. Dem gleichen Zweck der Früherfassung der Tuberkulose dient die Röntgenreihenuntersuchung ganzer Bevölkerungs- und Berufsschichten. Besonders wies her Vortragende auf die Wichtigkeit der Röntgenuniersuchung für die Früherfassung der Tuberkulose hin, denn erfahrungsgemäß zeigt oft die beginnende Tuberkulose keine klinisch wahrnehmbaren Symptome, sondern nur Erscheinun- aen, die einzig und allein durch das Röntgenverfahren aufzudecken sind. Außerdem wies er wiederholt darauf hin, daß bei einer sich länger hinziehenden Erkältungskrankheit stets eine Röntgenuntersuchung vorzunehmen ist, da sich häufig hinter einem chronischen Husten oder einer verschleppten Grippe eine Tuberkulose verbirgt. Die Zuhörer verfolgten mit größtem Interesse die Ausführungen und bekamen auf diese Weise einen Einblick in die Tätigkeit des Arztes, dessen Ziel es ist, Schäden abzuwehren, ehe sie den Volkskörper als Ganzen treffen können. Strafkammer Gießen. E. D. in H. war durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 1. Dezember 1939 wegen Diebstahls im wiederholten Rückfalle zu einer Gefängnis- strase von neun Monaten verurteilt worden.'Es wurde ihm zur Last gelegt, im Juni 1939 aus einem nicht verschlossenen Schuppen in Birklar Kleidungsstücke (eine Hose und eine Strickweste), die zum Trocknen aufgehängt waren, entwendet zu haben. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein. Die Kleidungsstücke waren von einer Zeugin in nassem Zustand auf einem Stuhl im Zimmer des Angeklagten gesehen worden. Später wurden sie von der Polizei im Strohsack des Bettes des Angeklagten gefunden. Der Ageklagte bestritt die Schuld und will nicht wissen, wie die Sachen in den Strohsack gekommen sind. Der Verteidiger 19.30-22.00 Uhr 20. Mittwochmiete Erstaufführung Karl III. und Anna von Oesterreich Lustspiel in 6 Bildern von Manfred Rössner. Musik von Hellmut Rössner. Spielleit.: Hans Albert Schewe. Preise: RM. 0.60 bis 3.10. 874d Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Mm für vormittags 2 Stunden gesucht. 896ö Mitose? pt. rungen im Bestand an Betriebsgrundstücken dar. Hier kam bisher außer der Gewerbekapitalsteuer auch noch die Grundsteuer in Frage. Jetzt werden nur die Anschaffungs- bzw. Veräußerungskosten eines Betriebsgrundstückes nur noch beim Gewerbekapital steuerlich berücksichtigt. Keine Wegfall der Abonnementsermäßigung in ^astwirtschasten. Dem Reichskommissar für die Preisbildung ist berichtet worden, daß vereinzelt Zweifel wegen der früher in den Gaststätten und Speisewirtschaften gewährten PreisvergünstigungbeiSpeise- entnähme im Abonnement entstanden sind. Der Reichskommissar weist darauf hin, daß ein früher im Abonnement oder gegen Entnahme von Zehnerkarten gewährter Preisnachlaß für Speisen auch jetzt nicht wegsallen darf, weil sonst ein Verstoß gegen die Preisstopverordnung vorliegen würde. Soweit bisher solche Preisvergünstigungen fortgefallen sind, müssen sie wieder e in geräumt werden. Gießener Schlachtviehmarkt. Aus dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehv ersteige-, rungshalle Rhein-Main kosteten Ochsen 41 bis 45,5, Bullen 33,5 bis 43,5, Kühe 24 bis 43,5, Färsen 23 bis 44,5, Kälber 35 bis 63, Schafe 30 bis 43 Rpf. je V2 kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 und mehr kg) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09, c (100 bis 119,5 kg) 1,07, d (unter 100 kg) 1,01, e—f (unter 80 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Markt- Verlauf: Regelmäßig, alles zugeteilt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Febr. (Vorbericht.) Dev Hauptmarkt für Kälber und Schweine war befried digend beschickt. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 30 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 25 bis 44, Schweine! 49,50 bis 55,50 RM. Das große Spezialhaus KÖHLER Badcer oder Bäcker u. Konditor sofort oderspäter gesucht. 0590 Bäckerei, Konditorei Willy Hoelters Franks. Str. 27. Sein vorbildliches und tatfrohes Leben solle die Kameraden zu gleichem Tun aneisern. Der derzeitige Standortführer des Reichstreubundes, Kamerad Hans Bill, Überbrachte dem Entschlafenen die letzten Grüße der alten Soldaten, mit denen er ein Lebensalter verbunden war. Er rühmte ihm nach, daß er den Soldatenrock mit dem Abgang vom Regiment nicht ausgezogen hatte, sondern der Feldwebel, der Betreuer seiner Kameraden, bis an sein Lebensende blieb. Im Weltkrieg stellte er sich erneut seinem Volke zur Verfügung und war erfreut über das junge wehrfreudige Deutschland. Bankdirektor B l e y e r würdigte die Verdienste Volz' während seiner fast 30jährigen Tätigkeit bei der Commerz- und Privat-Bank, bei der sich als befähigter Beamter und zuverlässiger und guter Mensch erwiesen h at. Auch seine Alters kämeraden liehen einen Kranz als letzten Gruß niederlegen. Schnellste Entladung der Güterwagen Die augenblickliche Jahreszeit läßt nach wie vor die ungesäumte Entladung der Güterwagen als besonders wichtiges Gebot der Volksgemeinschaft erscheinen, damit die Bevölkerung reibungslos mit Brennstoffen und Lebensmitteln versorgt werden kann. Keinesfalls darf Personalmangel bei einzelnen Firmen die Ursache dafür sein, daß der Allgemeinheit der so lebenswichtige Transportraum auch nur eine Stunde länger entzogen wird, als dies unbedingt notwendig ist. Der Reichsarbeitsminister hat daher die Arbeitsämter in einem besonderen Erlaß Über Arbeitseinsatz im Verkehrsgewerbe angewiesen, die erforderlichen Arbeitskräfte für die fristgerechte Be- und Entladung der Güterwagen und für die Güter- An- und Abfuhr unter allen Umständen rechtzeitig bereitzustellen. Betriebe, denen Arbeitskräfte zum Be- und Entladen fehlen, sollen sich ungesäumt an die Arbeitsämter wenden. Kampf der Tuberkulose. Die Berufskrankenkasse für Kaufmannsgehilfen und weibliche Angestellte veranstaltete im „Bayerischen Hof" einen Vortragsabend. Der stellvertretende Rechnungsführer H a u b 0 l d hieß die Mitglieder willkommen und sprach kurz über den Sinn der Veranstaltung, die einer vorbeugenden Gesundheitsführung dienen soll. Sodann sprach der Oberarzt der Medizinischen Poliklinik, Dr. Schmitt. Er erklärte, daß im nationalsozialistischen Staat nicht der hilfsbedürftige kranke Mensch im Vordergrund steht, sondern alle Maßnahmen der ärztlichen Fürsorge vom Standpunkt des Nutzens für die Gesamtheit der Volksgemeinschaft zu bewerten sind. Für seine Ausführungen hatte er sich das Gebiet der Bekämpfung der Tuberkulose, im besonderen der Lungenllllilllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief um sch läge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 lllllllllllllllllllllllllllll Tüchtiges lick gesucht. [887D „Zum Augustiner“ Ludwigsplatz. Tüchtige, saubere Kvau zum Reinigen der Büro- u. Ladenräume bei gutem Lohn gesucht. Herm. Mettenheimer klagen häutig über Hinfälligkeit und Müdigkeit. 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Wegen des hartnäckigen Leugnens wurde die Untersuchungshaft nicht angerechnet. Amtsgericht Gießen H. N. in T. hatte einen Strafbefehl über 15 RM. erhalten, weil er Ende Dezember v. I. in T. während des Frostes Wasser in größeren Mengen aus seinem Keller auf die Ortsstraße abfließen ließ, ohne daß von der Polizeibehörde eine Ausnahme zugelassen war, so daß sich auf der Straße eine größere Eisfläche bildete. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde er überführt. Er gab selbst den Tatbestand zu, berief sich aber darauf, daß dies ein jahrelanger Zustand gewesen sei und sich niemand darum gekümmert habe. Der Anklagevertreter beantragte die gleiche Strafe wie im Strafbefehl. Die Geldstrafe wurde auf 5 RM., hilfsweise ein Tag Haft, ermäßigt. Nie Gewerbesteuer. Der Reichsfinanzminister hat die Dritte Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung erlassen. Ein Gewerbebetrieb, der aufgegebem oder aufgelöst wird, bleibt Steuergegenstand bis zur Beendigung der Aufgabe oder Abwicklung. Auch wird die Gewerbesteuerpflicht durch die Eröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen des Unternehmers nicht berührt. Der Gewerbeertrag wird bei Gewerbetreibenden, die Bücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches führen, um die Fehlbeträge g e - kürzt, die sich bei Ermittlung des Gewerbeertrags für die beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahre ergeben haben, soweit die Fehlbeträge nicht bei der Ermittlung des Gewerbeertrages für das vorangegangene Wirtschaftsjahr gekürzt worden sind. Die Bestimmung ist bereits für das Rechnungsjahr 1939 anzuwenden, während sonst die Verordnung erst für 1940 wirksam wird. Eine weitere Verbesserung stellt die Beseitigung der Doppelbesteuerung bei Verändeim 76. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Familie Louis Geißler II. ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider-u.Punktfragen. 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