il fein an |tfe* \w hast, k Mr . jen 3k1 v hatte t I Stttjf 1 lussich!? | Jung » I n. den?* 05.* die :es künßk was ii hat L der $t orjähn» bis i Hal? M. Br M nung jt and im? noch k werfe trotz dr letten k lDW raf i ihr Bf as feint» mgelnde , die oir en habe ausgesv , bariit' i weiten- litsprB lich vB rst W ierabgö richtig i.' leit tun jes 6p:i Machr auch ist 'Ichliilk iten \ «i nifc «ni| W j;' ter vtz r 3u li X tttrtf: ' «■ i Nv I veri-k ; Haien, Gi» re W ich-' . t, als M ,berU«t» it t«16'! liebe »W t n«4 ,hn.«L ‘dnj chbinS^ e^ ji Urlaub wLa* Mittwoch, 20. Novemberl<>40 Gietzemr Anzeiger «lnnadme von Anzeige« füi die Mittagsnummer bißX'/Jlbr desVmmilttaas Äiueiaen-Prelser Ämementeil 7 Rvt le mm bei 22 mm Beilenbreite# lernet! 50 Nvt. te mm bei 70 mm Beilenbreite Wadjläfie: Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse Mengennaffel B Platzoorschrist tvordenge Vereinbarung) 25'/« mehr VrUNche Utioerttätsbnrferei L. teiy General-Anzeiger für Oberhessen *ti«ief|en.9Sd)ilitra6e 7-9 Monats-BezugSvreiS: Mit 4 Beilagen NM 1.95 übneVtliuflrierte . 1.80 Buitellgebübr. « -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Weronlt FernivrechanschluK 2251 Drabtanschrist:„Anzelger" ^oiitoerf 116*6 Rrtanff. M (90. Jahrgang Nr 275 Erschein' tag heb. aubet Sonntags und fteiertaaS ©eilagen: TtejVUuftnerte (Siebener ftamilienblätter Hennat imBild DieSckolle W - MW .$ ,*V> J NW» MW ren. ohne selbst in den Strudel der Ereignisse ge- Siam wartet ab 33on unseremLlS -Berichieistatter. zurück, um seine Studien in Europa zu vervoll- kornmnen. In Abwesenheit des Königs liegt die vollziehende Gewalt in den Händen eines vollziehenden Staatrates, der sich aus 15 bis 25 Personen zusammensetzt, einschließlich der Minister. Der wirkliche Herr im Lande ist aber der Innenminister Luang-Pradit, der übrigens Doktor der Rechte der Pariser Universität ist. So erklärt es sich auch, daß die siamesische Rechtsreform sich an die französische Gesetzgebung anlehnt. 5m Militär jedoch sind deutsche Traditionen bemerkbar, so haben z. B. 40 höhere Offiziere der Armee in Lichterfelde und in Potsdam ihre erste militärische Ausbildung erhalten, sie beherrschen fließend die deutsche Sprache und machen aus ihrer Vorliebe für Deutschland kein Hehl. Es ist daher verständlich, daß vor allem.der ja- panisch-chinesische Konflikt und auch der europäische Krieg Thailand sehr nahe berühren, so daß die krie- aerischen Ereignisse hier mit gespannter Aufmerk, samkett verfolgt werden. Thailand ist der einzige vollkommen souveräne malaiische Staat im Fernen Osten. Er grenzt, nur durch die schmale Meerenge von Kräh getrennt, an den letzten britischen Macht- pseiler in Singapur, es ist umgeben von den englischen Protektoraten und hat seine Landgrenzen mit dem französischen Indochina. Um seine Neutralität unter allen Umständen wahren zu können, hat Thailand seine modern ausgerüstete Armee von 300 000 Mann mobilisiert und längs dem Mekong seine Garnisonen verstärkt. Aber wenn die Siamesen auch gute Soldaten sind, so ist der Geist des Landes doch nicht ein kriegerischer: zu mächtig [inb d i e Einflüsse des Buddhismus, der ia eine Ienseitsreligion ist und das Ziel der Menschheit nicht im politischen Kampf, sondern in der inneren Vervollkommnung und in der Erlösung von den irdischen Täuschungen sieht. Das malaiische Volk der Siamesen ist sehr stark mit chinesischem Blut vermischt. Namentlich in den letzten Jahren hat die chinesische Einwanderung lawinenartige Formen angenommen, so daß die herrschende siamesische Kaste der Thai, nach denen das Land sich nennt, sehr viel Chinesenblut ausgenommen hat. Der sogenannte „Lock-Sin", Sohn eines Siamesen und einer Chinesin, zeichnet sich durch Rührigkeit und Intelligenz aus: er nimmt heute die meisten leitenden St-llun- gen im Lande ein. Das Ueberwiegen der chinesischen Einwanderung bedeutet aber nicht, daß Thailand ausgesprochen chinesenfreundlich ist. Man erkennt im Gegenteil in Bangkok gerne den schicksalsformenden Einfluß Jovans in Asien an und läßt sich von ihm leiten. Da noch alles im Fluß ist und die neuen Derhältnisie in Ostasien noch nicht stabilisiert sind, so versucht Bangkok seine vorsichtige Politik des bewaffneten Abwartens auch weiter durchmfüh- Oie Erweiierungsklaufel des Oreimächiepakis. Bei der Unterzeichnung des Paktes vom 27. 9. 1940, der nach dem Unterzeichnungsort und der Zahl seiner Teilhaber damals kurz Berliner Dreim ä.ch t e p a k t genannt wurde, war schon auf verschiedene Weise klargestellt worden, daß der Vertrag nicht etwa auf die damaligen Unterzeichner beschränkt ist, sondern den Beitritt weiterer Mächte offen läßt. Ia ein solcher Beitritt wurde sogar als erwünscht bezeichnet. Im Wort- laut des Paktes heißt es ausdrücklich: „Es ist ferner der Wunsch der drei Regierungen, die Zusammenarbeit auf solche Nationen in anderen Tellen der Welt auszudehnen, die geneigt sind, ihren Bemühungen eine ähnliche Richtung wie sie selbst zu geben, damit so ihre auf den Weltfrieden als Endziel gerichteten Bestrebungen verwirklicht werden können." Nach der Unterzeichnung betonte dann Reichsaußenminister von Ribbentrop, der den Pakt ein Milllärbündnis zwischen drei der mächtigsten Staaten der Erde nannte, in einer Erklärung zur Erläuterung der oben zitierten Erweiterungsklausel ausdrücklich folgendes: „3eber Staat, ber biesem Block selbst mit den Absichten, zur Wiederherstellung friedlicher Beziehungen der Völker beizutragen, beitritt, wird aufrichtig und dankbar begrüßt und zur Mitarbeit bei der wirtschaftlichen und politischen Neugestaltung eingeladen." Der Sinn der Erweiterungsklausel, die gegen- märtig erneute Bedeutung erhalten hat, ist llar. Die vertragschließenden Mächte sind von sich aus und auf Grund ihrer Eigenschaft als Bündnispartner stark genug, um die von ihnen übernommene Ordnungsaufgabe — Deutschland und Italien in Europa, Japan, im Fernen Osten — durchzuführen. Aber gerade deshalb, weil das Endziel ihrer Vereinbarungen der Weltfrieden ist, steht jedem Staat der Beitritt zu der mächtigen Koalition offen, der über den Sinn des Friedens, über Völkerrecht, über die berechtigten Ansprüche der Nationen auf Lebensraum nach Maßgabe ihrer Bevölkerungen usw. ähnliche Anschauungen verttitt, wie die bisherigen Teilhaber des Dreimächtepaktes. Da nun der gegenwärtige Kampf berjeniaen Macht gilt, die nachgewiesenermaßen der grundsätzliche Gegner des Völkersriedens, des Völkerrechtes und der Lebensansprüche anderer Nationen ist, nämlich England, so liegt es in ber Natur ber Sache, baß insbesondere solche Staaten einen praktischen Nutzen in dem Beitritt zum Berliner Dreimächtepakt sehen werden, die besonders bittere Erfahrungen mit der imperialistischen Polizeipolitik Englands gemacht haben. Das mag bei dem einen Staat kürzere, bei dem anderen längere Zeit dauern. Aber je deullicher und greifbarer sich die Vortelle der Tatsache bemerk- (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten^ Bangkok, im November 1940. Als die jetzt in Thailand (Siam) regierende Chakri-Dynastie den Thron bestieg, herrschte sie über die gesamte Malaiische Halbinsel mit Ausnahme des niederländischen Hafens von Malakka und der vorgelegenen Insel von Singapur. Alle die malaiischen Kleinstaaten unter ihren Radjas entrichteten dem Könige von Siam ihren Tribut in Form eines .silbernen Bäumchens< mit goldenen Blättern. Dem König wurden göttliche Ehren erwiesen, kein Untertan wagte sich ihm anders als kniend zu nähern. Seine Herrschaft war absolut bis zum 24. Juni 1932, und auch die alten Sitten und Gebräuche am Hofe wurden strikt aufrechterhalten, obwohl Bangkok immer mehr und mehr eine moderne Stadt wurde, in der der europäische Einfluß wuchs, wo neben den berühmten Pagoden mtt ihren vergoldeten Dächern elektrische Kraftwerke entstanden und Motorboote und Dampfer das bunte Gewimmel ber Dschunken auf bem Mekong ab- lösten. Auch ber letzte absolute König Prajabhipok war ein aufgeklärter Herrscher, der Europa kannte und moberneren Gebankengängen sehr zugänglich war. Er erwog bie Schaffung eines Parlaments, gründete in feinem Reiche gute Schulen und schickte bie Prinzen unb bie Söhne ber Notabeln ins Ausland, wo sie entweder im Pagenchor in Petersburg ober bei ben Kadetten in Lichterfelde, aber auch an ber Sorbonne in Paris erzogen würben. Prajabhipok ließ sich nicht von ber sogenannten Klique in seinem Hose zu übereilten Entschlüssen drängen. Das wurde ihm jedoch zum Verhängnis! Drei höhere Offiziere wiegelten während einer Abwesenheit des Königs die Garnison von Bangkok auf, verhafteten einige Prinze und Generale unb zwangen den König bei seiner Rückkehr dazu, eine Verfassung zu unterzeichnen. Prajabhipok bankte halb barauf ab, da er mit einem Teil ber Reformen nicht einverstanben war, obwohl bie monarchische Staatsform auch in der neuen Verfassung beibehalten und die Person des Monarchen als heilig und unverletzlich erklärt worden war. Nun wurde der kleine Prinz M a h i d o l zum König von Thailand ausgerufen dem die Minister und das Volk Treue gelobten. Aber der neue König wurde sofort mit feiner Mutter und seinem Bruder Pumipol sowie mit einem begrenzten Hofstaat nach Laulanne in bie Schweiz gesandt, um dort die Schule zu besuchen. Im Jahre 1939, nach Voll- enbung feines 13. Geburtstages, wurde König Ananda Mahidol von seiner Regierung aufgefor- bert. seinem Reich einen Besuch ab zustatten, um sich erbeutet hätten und sogar die Verteidigungsstellungen an der albanischen Grenze bedrohten. In Wirklichkeit operierten die italienischen Truppen a u f ariechischern Gebiet auf weiten Frontab. schnitten, während sie sich auf die große Offensive vorbereiteten, die zur gegebenen Zeit kommen werde. Zu den innerpolitischen Weisungen Mussolinis schreibt „Stampa", das Leben ber Nation müsse auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werben: den Krieg! Alles müsse auf den Krieg eingestellt werden, um die größtmögliche Leistungsfähigkeit zu sichern. Mit dem auszumerzen- ben bürgerlichen Widerstand habe Mussolini jene gemeint, bie am wenigsten unter bem Kriege zu leiden hätten und sich am meisten beklagten, bie am wenigsten zu bem gigantischen Aufwand zu bem Kriege beitrügen und jeden Vorwand benutzten, um Mißtrauen hervorzurufen. Gegenüber diesen Kreisen dürfe ep keine Rücksichten geben. Der harte Kampf, ber bas Schicksal ber Nation entscheiden werde, erfordere unbedingte Hingabe. Ferner hebt das Blatt als neue Enttäuschung für Churchill die Feststellung des Duce hervor, daß die Achse einen gleichartigen Block bilde, der keine Stelle des geringsten Widerstandes biete und überall in der Offensive tehe. Die Solidarität zwischen Deutschland und Ita- ien fei vollkommen; gemeinsam bie Voraussetzung ihres Kampfes, gemeinsam das Ziel. Zwei Lt-Boote versenkten 45 220 MT. Berlin, 19. Nov. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Lin U-Boot versenkte vier bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 23880 BRT., ein anderes U-Boot ebenfalls vier bewaffnete feindliche Handelsschiffe, darunter zwei Tanker, mit insgesamt 21 340 BRT. Die Angriffe auf kriegswichtige Ziele in England wurden in der Nacht vom 17. zum 18. November und am 18. November fortgesetzt. Auzer London waren mehrere Orte an der Südküste Englands, darunter vor allem Hafen- und Industrie» anlagen in Southampton sowie Rüskungs - werke in Mittel-England das Ziel der Bombenangriffe. Kampfflugzeuge des italienischen Fliegerkorps griffen eine Stadt an der Ost- küftss Englands mit gutem Erfolg an. Bei Angriffen auf Schiff sziele und Geleitzüge an der britischen Ostküste gelang es, zwei Handelsschiffe mit je 3000 BRT. zu versenken und drei weitere schwer zu beschädigen. Nächtliche Angriffe einer geringen Zahl britischer Flieger auf deutsches Gebiet waren wirkungslos. Flugzeugverluste sind nicht eingetreten. in Bangkok unter großen Feierlichkeiten krönen zu lassen. Er wurde in seiner Hauvtstadt mit Liebe unb Begeisterung empfangen, die Truppen paradierten vor ihm, er gründete eine thailändische Iugendorga- «n, ... > nisation, kehrte aber bald wieder in die Schweiz «zogen werden zu wollen. Oer Führer ist heute in" ien eingetroffen. Dien, 20. Nov. Der Führer ist heute um 10 Uhr in Dien eingetroffen. Ribbentrop und Ciano treffen ungarische Staatsmänner. Salzburg, 19. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der Königlich Italienische Minister des Aeuhem Gras Lian o treffen heute In Dien ein. Auf Einladung der Reichsregierung treffen der ungarische Ministerpräsident Graf Teleki und der ungarische Außenminister Graf Lsakl am 20. November in Dien ein. * Den Engländern verschlägt es den Atem, wenn sie an die Intensität denken, mit der die diplomatische Aktion der Achse fortschreitet. Auch die Zusammenkunft Ribbentrops und C i a n o s mit den ungarischen Staatsmännern in Wien wird sie darüber belehren, daß das Gesetz des Handelns in unserer Hand ist unb bleibt, daß bagegen bie britische Regierung keine Aussicht hat, bie Initiative in biesem Kriege roieber an sich zu reißen. Der europäische Kontinent schließt sich im Sinne der Achse und bes Dreimächtepaktes immer fester zusammen, well er in bem Ziele einig ist, eine Wiederkehr ber britischen Fremdherrschaft für immer unmöglich zu machen. Die Verantwortlichen, Die heute bie Völker Europas regieren und führen, haben saft ausnahmslos erkannt, baß bie nicht ab- reißenden Krisen, Unruhen und Kriege der Der- aanaenheit zum größten Teil aus die englische Intrige, auf das englische Bedürfnis zurückzu- führen waren, unseren Erdteil in einem Zustande der Labilität und ber künstlichen Zersplitterung zu erhalten. Man weiß auch, baß um dieser egoistischen Zielsetzung willen der gegenwär- ttge Krieg von England entfesselt wurde unb nach Möglichkeit über ben ganzen Kontinent ausgedehnt werben sollte. Mussolini hat rn seiner Rede am Jahrestage der Sanktionen diese englische Kriegsschuld noch einmal ausdrücklich festgestellt und daraus die Not- wendigkett abgeleitet, bett mvbernen Puniern bas Schicksal des alten Karthago zu bereiten. Es ist bezeichnend, mit welch läppischen unb nichtssagenben Rebensarten bie englische Presse auf bie siegesgewisse Ansprache bes Duce reagiert hat Reuter beispielsweise schrieb, es sei interessant festzustellen, baß, währenb der Duce in Rom über bie Lage sprach, sein Außenminister mit Ribbentrop und Tuner in Salzburg zusammen getroffen wäre, lieber den Zweck dieser Salzburger Besprechungen sei aber offiziell nichts bekanntgegeben worden, und die damit in Zusammenhang stehenden Gerüchte würden „in Großbritannien nicht ernst genommen". Das ist alles, was Churchills amtliche Stimme über diese wichtige Phase der politischen Entwicklung zu sagen weiß. Genau die gleiche Hilflosigkeit spricht aus einer anderen Bemerkung Reuters wonach bie „fieberhafte biplomatifche Tätigkeit" bas Ziel habe, „in ber internationalen Domäne einen Erfolg zu erzielen, der b a s P r e st i g e der Achse bei den Neutralen neu beleben könnte". Inzwischen dürste Reuter gemerkt haben, daß es sich hier nicht um Prestigeangeleaenheiten, sondern um recht handfeste E n ts ch l ü s s e gehandelt hat, deren Verwirklichung freilich erkennen lassen wird, daß das brittsche Anlehen bei allen maßgebenden Mächten auf den Nullpunkt gesunken ist. England steht eben schon gänzlich außerhalb des europäischen Hauses, es hat keinen Einblick mehr in die Vorgänge der kontinentalen Politik.und muß nun auch seine mit dem Dreimächtepakt begonnene Ausschaltung aus dem Feld der interkontinentalen Politik ermarten. H. Ev. Auch Botschafter Kurusu in Wien einaetroffen. D i e n. 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der japa- nische Botschafter In Berlin, Surufu, traf heule vormittag in Wien ein. Oer Führer empfing Serrano Suner. Oer Kampf gegen die „englische Hydra" Italienische Stimmen zur Rede Mussolinis. Mailand, 19. Nov. (Europapreß.) Aus der ij Rebe Mussolinis heben bie oberitalienischen Blatter i hauptsächlich bie Schlußfolgerung hervor, baß ber deutsch-italienische Block den Sieg schon in feiner rasche habe. So schreibt „Corriere della Sera der ■| Sern der Rede liege in der von neuem bestätigten ' Vew.ßheit, daß ber militärische unb politische Sieg ! «richt mehr ben Achsenmächten entgehen könne, sondern schon fest in ihrem Besitz sei. Indessen erscheine Lnqland wie eine Hydra mit sieben Köpfen, die — wie in der Mythologie — t m • inerwiedernachwüchsen. Das ändere jedoch ! nichts daran, daß England den Krieg schon jetzt verloren habe Diese Gewißheit liege im B^ vußtsein von Freund und Feind und gewiß auch in dem bes intellektuellen Teils der englischen Be- i Folterung. „Stampa" schreibt, Mussolini habe eine nachtvolle militärische und politische Darlegung von ter Verantwortung für den Krieg bis ;ur Grundlage des Friedens gegeben. Er habe auch Sie Wahrheit über btf Luftangriffe auf Tarent und ien Krieg in Griechenland bargetegt. ,iPopolo bi Roma" schreibt: „Nachdem Frankreich besiegt unb tamit bie Erfüllung aller unserer Forberungen gesichert ist, hat das faschistische Italien letzt als döchste Ausgabe, zulammen mit bem verbündeten Deutschland England und seine Schützlinge zu schla- xen. Unsere Streitkräfte smd mehr als ausreichend, und unsere Waffen werden immer vollkommener und tödlicher." Erst nach bem Siege wird der Friede gerecht unb bauerhaft fein: ber Friede der Achse!" Der Krieg, so betont das halbamtliche Giornale d'Jtalia, werde nicht auf bem Papier, sondern zu Lande, zu Wasser und in der Lust und nicht mit Worten, sondern mit Taten entschieden. Das italienische Volk habe seit dem 10. Juni gewußt, daß der Krieg hart, schwierig unb lang sein werde. Es wußte, daß es in Großbritannien der größten Seemacht der Welt und einem Imperium entgegentrat, bas über ein Viertel ber Wett herrschte. Das ttalienische Volk habe sich also nicht, wie die imperialen Demokratien, der Illusion hingegeben, daß der Krieg eine angenehme Iagd- partie sein würde, bei der der Jäger in aller Ruhe bas Wild zur Strecke bringen könne. Italien wisse, daß es Opfer bringen müsse unb sei auf diese Opfer stolz. Das ttalienische Volk weise aber auch die englischen Lügenmeldungen zurück, bie die Tatsachen willkürlich verdrehen unb von nicht vorhan- denen englischen unb griechischen Siegen faseln wollten. Wenn man die englisch-griechischen Wehr- mad)tsberid)te lese, so könne man glauben, daß bie Griechen an allen Stellen siegreich seien und den italienischen Truppen hart mitfoielten, ja, ganze Divisionen vernichtet und zahlreiches Kriegsmaterial Am Montag empfing der Führer in Gegenwart bes Reichsministers bes Auswärtigen von Ribbentrop den spanischen Minister des Aeußeren Serrano Suner ju einer längeren Unterredung Halb- linfs hinter bem Führer der italienische Außenminister Graf Cian o. Im H'ntergrund gesandter Dr. Schmidt und ganz rechts ber deutsche Botschafter in Rom do n M a ck e ns e n. Hoffmann-M.) — Serrano Suner hat inzwischen, wie wir bereits gestern melden konnten, Deutsch- ' land wieder verlassen, um nach Spanien zuruckzukehren. bar machen werden, daß Englands Politik der ftdn- Ligen Einmischung und Friedensstörung in Europa ausgeschaltet wird, desto erstrebenswerter wird den interessierten Staaten der Beitritt zu dem Berliner Pakt erscheinen. „Wir brauchen mehr Schiffe!" Britische Admiralität gibt weitere Verluste zu. Stockholm, 20. Nov. (Europapreß.) Die bri- tische Admiralität gab am Dienstag neue V e r - luste der Handelsschiffahrt bekannt. Es heißt, daß in der letztberechneten Woche insgesamt 71 749 BRT. verloren gingen. Davon entfällt der weitaus größte Teil au, britische Tonnage, und zwar Gl 000, auf' sogenannte alliierte Tonnage 1P30 BRT. und auf neutrale Tonnage 8617 BRT. Wie üblich, gibt England auch diesmal wieder nur einen Bruchteil der wirklichen Verluste zu. Sie liegen in Wahrheit weit höher. Der Marinesachoerstandige des britischen Rundfunks, Ronald Croß, erklärte: „Wir haben große Verluste, aber wir können die Verluste auf uns nehmen, genau so wie London die Lust- angriffe über sich ergehen läßt und auf sich nimmt. Die Verluste, die wir bis jetzt erlitten haben, sind schwer, aber nicht zu schwer für uns, und wir sind nicht einer wirklichen Hungersnor ausgesetzt. Aber wir müssen daran denken, daß wir ii d d) Monate und Jahre des Krieges viclleid)t vor uns haben. Wir hängen sehr von dem Import von Nahrungsmitteln und Rohmaterial ab. Diese Einfuhr ist natürlich stark herabgesetzt, denn die Schiffe brauchen viel längere Zeit, um England zu erreid;en, sie müssen länger im Hafen warten und durch das System der Gele itzüge wird ebenfalls viel Zeit verloren. Aber wir müssen auch bedenken, daß wir nid)ts mehr von Sd)wedcn und Frankreich und dem halben Europa einiühren können, sondern unsere Güter von weither holen müssen. Diele Schiffe, sind aur Zeit auch In Reparatur. Durd) den Verlust der französischen Flotte, durd) den Kriegseintritt Italiens, durch die Kontrolle der atlantischen Küste durch Deutschland wurde die Schiffahrt weitestgehend erschwert. Wir brauchen mehr Schilfe, so viel Schiffe wie möglich. Unsere Schiffe müssen, wenn sie Waren aus Aegypten holen, den Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen, was viermal so viel Zeit in Anspruch nimmt als der Weg durd) das Mittelmeer." Oie Stützpunkte der LtSA. in engli chen Besitzungen. Stockholm, 19. Nov. (Europapreß.) Nach einer offiziellen Mitteilung des Neuterbüros sind über die V e r p a d) t u n g folgender Gebiete als Stütz- vunkte an die Vereinigten Staaten Abmachungen getroffen worden: Auf den Bermuda - Inseln Gebiete an der Ostküste der Kolonie: B a h a m a -Inseln: ein Gebiet auf der Insel Ma- riguana; Jamaica: Gebiete an der Portlandbucht an der Südküste der Insel, ungefähr 40 Kilo- ineter westlich der Hauptstadt Kingston: Antigua: Gebiete in der Nähe des Hafens Parham an der Südküste der Insel: Santa Lucia: ein Gebiet bei einer Bud)t an der Südspitze der Insel (über weitere Stützpunkte auf Santa Lucia wird nod) verhandelt): Britisch Guyana (Ostküste Südamerikas): Gebiete am Demerara, ungefähr 40 Kilometer von der Küste, bei der Mündung des Essequibos.' Die Verwaltungs- und Gesetzgebungsfragen in den verpachteten Gebieten werden von britischen und nordamerikanisd)en Sachverständigen spätes bei den Besprechungen behandelt werden, die auf Vor- schlag der englischen Regierung in London stattfinden sollen. Die zur Einrichtung der Stützpunkte notwendigen Arbeiten werden jedoch schon innerhalb kurzer Zeit begonnen werden. Vorwmfe geaen ÜWuay. Buenos Aires, 19. Nov. (Europapreß.) Die Verhandlungen Uruguays mit den Vereinigten Staaten über d i e Anlage von Stützpunkten, über die Argentinien jetzt von der uruguayischen Regierung amtlich unterrichtet wurde, bezeichnet „El Pampers" als Verstoß gegen den Vertrag, der zwischen Argentinien, Brasilien und Uruguay im Jahre 1822 anläßlich der Schaffung eines selbständigen Uruguays nod) dem Argentinisch-Brasilianischen Kriege abgeschlossen wurde. Das Blatt erklärt, die Errichtung eines Stützpunktes der Vereinigten Staaten in Uruguay würde die argentinische Souveränität gefährden, da die Mündung des La- Plata-Strom es von einem solchen Stützpunkt aus beherrscht werden könnte. — Die Unterrichtung der argentinischen Regierung vollzog der Gesandte von Uruguay in einer Besprechung mit Außenminister Roca am Montag. Eine amtliche Mitteilung wurde jedoch nicht ausgegeben. Heftige Kämpfe um Koritza. Belgrad, 20. Nov. (Europapreß.) Don der jugoslawisch griechisch-albanischen Grenze wird gemeldet, daß Die Kämpfe, die seit drei Tagen Äini» fchcn den Italienern und den Griechen um die Stadt Koritza im Gange sind, am Dienstag in noch heftigerem Maße ihren Fortgang nahmen. Das Artilleriefeuer auf beiden Seiten erreichte eine bis- her nod) nicht vernommene Stärke, sodaß in allen jugoslawischen Grenzgebieten die Häuser wie bei einem Erdbeben zitterten. Die Griechen unternah. men gegen die stark befestigten italienischen Stellun- gen vor dem Gebirge Mamma und dem Gebirge Zvezda wiederholte Angriffe, die jedod) von den Italienern zurückgeschlagen wurden. Die Griechen hatten nud) bei diesen Kämpfen große V c r l u st e. Die italienische Luftwaffe war fehr aktiv und belegte die griechischen Stellun- gen mit Bomben, fo daß die Griechen im Gebiet von M o r a w a um einen Kilometer zurück- gehen mußten. Am Vormittag waren die Kämpfe unterbochen, wurden jedod) am Nachmittag in verschärftem Maße fortgesetzt. Es scheint, daß die Ita- liener an der No.dfront große Verstärkun. gen erhalten haben und die griechisd)en Linien mit schwerer Artillerie unter Feuer nehmen konnten. 3*aliemf(her MehrmalWerM. Rom, 19. Rov. (DRV.) Der italienische Dehr- machlbericht vom Dienstag hat solgtnden Wortlaut: An der Lpirus-Front haben gestern heftige Kämpfe stattgefunden, die die beiderseitigen Stellungen außer in der Zone des vom Feinde besetzten Ortes Lzeki nicht verändert haben. Unsere Luftverbünde haben heftig die feindlichen Positionen angegriffen, wobei Explosionen verursacht und Iruppenausamm- lungen im Ticsflug mit UraschlnengSwehren be- chossen wurden. Drei feindliche Flugzeuge wurden abgLschossen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. 3n Rordafrika hat unsere Luftwaffe Fiug- hafenanlagen, die Stellungen und die Varacken- lager der Oase S'wa angegriffeo und im Tiefslug beschossen, wobei alle Ziele getroffen und schwerer Schaden verursacht wurde. Alle unsere Flugzeuge ind zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Tobruk und Vardla erfolglos, sowie Sollum, wo es drei Tote und fünf verwundete gab, bombardiert. 3m Dodekanes hat der Feind versucht, sich der Insel Gaidaro zu bemächtigen. Das sofortige Eingreifen unserer Land-, See- und Luststreitkräfte hat den Feind zurückgeschlagen, der sich eilig zu- rückzog. 3ii 0 stafrlka hat der Feind Luftangriffe auf Agordat, Lorondil, Vune und Gheritte durchgeführt, die keine schweren Folgen hatten. Lebensmittelmangel in Griechenland. Rom, 19. Nov. (Europapreß.) Agenzia Stesani verbreitet den Bericht eines jugoslawischen Heimkehrers aus Griechenland, dem zufolge im ganzen griechischen Gebiet großer Lebensmittelmangel herrsche. In den Städten seien überall Anschläge der Regierung angeklebt, die diejenigen mit schweren Strafen bedrohten, die Zweifel an dem Sieg Griechenlands laut werden ließen. Den griechischen Soldaten sei das Lesen selbst der griechischen Zei-, tuygen verboten. Die Belgrader Zeitung „Prawda" meldet aus Athen, die griechischen Behörden hätten alle Ausländer aufgefordert, Griechen- zu verlassen. Ein Sonderzug mit zahlreichen deutschen, ungarischen, portugiesischen, schwedischen und amerikanischen Staatsangehörigen sei bereits an der Grenze eingetroffen. Amerikanischer Berichterstatter an Bord Washington, 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das Staatsdepartement teilt mit, daß bei dem Absturz des britischen Bombenflugzeuges auf südslawischem Boden in der Nähe von Danilovgrad der mit an Bord befindliche Korrespondent der „New York Herold Tribüne", früher in Berlin, getötet wurde. Das englische Blenheim-Flugzeug hatte eine große Anzahl von Bomben an Bord. Die Leichen der vier Insassen wurden im Umkreis von 300 Meter von der Absturzstelle ausgefunden. Churchill friert: „Wie mich die sibirische Kälte packt, das geht auf keine Kuhhaut!" (Zeichnung: Hanich. — Scherl-M.) MOLOTOW ™ s.— 'm . 1938 (am Tage von München also) keine Spit- fire hatte. „Wir hatten ein bis zwei Uedunas- Hurricane und sieben moderne Flakgeschütze für die Verteidigung Londons, an Stelle von 400, die als notwendiges Minimum betrachtet werden müjfen. Deutschland hätte täglch 2000 Bomben auf London ab werfen und mir ihm keine Antwort darauf geben können." Das sind recht interessante Enthüllungen, die uns freilich nichts Neues sagen. Wir reihen sie ein In die lange Kette jener Zeugnisse aus englischem Munde, die alle besagen, daß es der eng- liscyen Politik in München nicht darauf ankam, einen wirklichen. Frieden zu ftabilfieren, sondern nur daraus, Zeit zu gewinnen, bis die britische Rüstung zum UeberfaU auf ..Deutschland fertig gewesen wäre. So hat Henderson, statt Chamberlain tu entlasten, in Wirklichkeit nur dessen betrügerifdje Absichten belegt. Seine Enthüllung zeugt, wie gesagt, nicht von großem propagand. tischem Talent, aber als Beitrag zur Kriegsschuld frage ist sie immerhin wertvoll für uns. Ev. Wett sie keine Gpitfire hatten... Der letzte englische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, kam aus dem Kreise jener Mit» tclmäßi'gen, dem auch fein Herr und Meister Chamberlain angehörte. Immerhin reichte es aus, um die Erinnerung an seine gescheiterte Berliner Mission in literarlche Formen zu gießen. Henderson benötigte Geld, wie er sagte, und verkaufte deshalb seine „Memoiren" an ein britisches Massenblatt. Das war vor einem Jahr. Seitdem hatte man von Sir Neville nichts wieder gehört, bis ihn jetzt der Tod feines Vorgestklen Chamberlain und vor allem wohl die Vorwürfe, die aus eagltschem Munde gegen den ehemaligen Premierminister nadjträglid) erhoben wurden, dazu veranlaßten, neuerd ngs ein paar Erinnerungen zur Entlastung Chamberlains aufzufrischen. Dod; damit hat Henderson Herrn Churchill das Konzept ganz verdorben. Heüderson erklärte nämlid) tn einer Rede in Ipswich, er "wisse nicht, vb die Kritiker an Chamberlain sich vor Augen hielten, daß England am 28. September Die Heimkehr der Dobrudscha-Oeutschen ^.-PK. Der Beauftragte des Führers für die Aussiedlung, ^-Obergruppenführer Lorenz, hat in der zweiten Novemberwoche von Constantza aus eine Inspektionsreise durd) die deutsd)en Siedlungsgebiete der Dobrudscha angetreten. Der erste Fahrtag führte vom Verschiffungshafen Czernawoda In einige beutfdje Dörfer an der mittleren Ostwestachse des Landkartenrechtecks zwischen dem Donau-Delta und der neuen Grenze gegen Bulgarien. Wenn man von Constantza aus landeinwärts jährt und nach einem letzten Blick auf den Meeresspiegel untertaucht in der Gleichförmigkeit der hügeligen, herbstgrauen Steppe, dann verengt sich mit dem äußeren Bilde auch die Weite der Dor- stellungsbereitschast, die in der größeren Landschaftseinheit Südostrumäniens stark beansprucht ist. Man vergißt die farbige Hafenstadt und die Vogelschwärme über den Haffseen. Der blaue Strand von Mamaia versinkt hinter der traurigen Oede der leeren Felder. Und die zerlumpten Menschen in den Erdlöchern kurz vor Medgidia enthalten keine Anspielung mehr auf die gepflegten Frauen, die nachmittags die Strada Carol bevölkern. Aber die neue Kulisse ist der Lebenskreis der Do- b r u d f ch a - D e u t s ch e n , die in diesen Wochen über Czernawoda und Belgrad den Weg ins Reich antreten. Irgendwo auf einer Höhe über dem schlechten Weg liegen die Dörfer. Und in der breiten Dorfstraße, zu deren Selten die Häuler aufmarschiert sind wie die Soldaten, fdjlägt das kleine Leben ein wenig höher als sonst. Die Bauern gehen zur Regi» stratur und haben beh Kopf voller Gedanken. Das Ja-Wort ist leicht gegeben. Aber da find viele andere Fragen nad) der Größe der Wirtschaft, nach dem Diel), dem Stall und den Ernteerträgen, deren Beantwortung geordnete Gedanken verlangen. Wir fahren an all diesen Dingen zunächst vorüber und erreichen noch vormittags Czernawoda, die Stadt unter der hohen spitzbogigen Brücke. Drunten an den Kais Hingen die Hämmer. Laufsteg« aus hellem Holz zeigen wie Pfeile die Berladeweg« für Menschen und Güter an. Und über dem Schi-ff , Elisabetha". auf dem sich Leit- und Derschi-ffunasstelle eingerichtet haben, weht die Hakenkreuzsahne. Obergruppenführer Lorenz nimmt die Meldung des Verchiffungsbevollmächtig- ten entgegen. Czernawoda ist bereit. Am Samstag wird als erstes Schiff die „Stadt Wien" festmachen und Mei Taye später auf die Reist gehen. Die Ge- samtumlaufzett der Schiffe beträgt 3% Tage. Es sind so viele Fahrzeuge eingesetzt, daß nur ein Teil von ihnen dreimal beladen nach Semlin gehen wird. Im ganzen sind elf Derladetage vorgesehen. Am 2 4. November gehen die letzten Deutschen an Bord. Dies und viele andere onganisaiiorösche Einzelheiten läßt sich der Obergruppenführer berid)ten, überprüft gleichzeitig den etanb der vorbereitenden Arbeiten, gibt Anregungen und Befehle. Dann fahren wir zurück. Die Stadt versinkt hinter den gelben Hügeln. Das Minaret neben den raudienbcn Kaminen, Symbol zweier sich begegnender Welten, ist nur nod) Erinnerung. Vor uns liegt, zu beiden Seiten eines schluchtartigen Erosionstales, das deutsche Dors Fachlia. Hier warten 130 Familien mit rund 520 Seelen auf den Abtransport. Der Ortsbevollmächtigte meldet den Abschluß der Re- E’ftrierung und erklärt dem Obergruppenführer den uns- oder sechsstufigen Erhebungsvorgang, der oud) einahe schon zu Ende ist. Daß alles so schnell gegangen ist, daran haben auch die volksdeutschen Mädel Anteil. Gegen 14 Uhr sind wir in Tariverte. Eine Schwadron junger Bauernreiter empfängt den Gast und gibt das Geleit durd) die ©irlanbcnbogen, über denen selbstgonähte Fahnen flattern. Dor Dem Ge- rneindehaus sind an einhundert Bauern aufmarschiert. Bei ihnen stehen die Mädel mit Blumen in den Händen. Und der Bruder des Gauleiters, der aus Tariverte stammt, meldet dem Obergruppenfüh- rer feine Männer. Es sind dieselben harten Deut- scheu, die sich zwanzig Jahre lang mit ihren breiten Schultern gegen das mächtige Fremde gestemmt haben. Sie haben ihre Kirche und ihre Schule selbst getragen und sind trotz Verbot zusammengetreten zu gemeinsamer politischer Tat. In Tariverte hat die Wiege der Volksdeutschen Dobrudscha-Organi- sation gestanden. Hier waren Männer genu$, die sich mit ihrer ganzen Kraft eingesetzt haben für die gemeinsamen Belange der Brüder draußen im weiten Lande. Wenn in diesen Tagen die Gefdnchte der Kolonie Tariverte zu Ende gehen wird, bann bleibt doch die Erinnerung an ein ständiges Bemühen und Kämpfen lebendig. Tariverte war d i e Hod)burg der Volksdeutschen in der Dobrudscha. Ob dieser Kampf nur Siege ober auch Niederlagen und Peinlichkeiten gebracht hat, Wohnungsbau ist not! Im Zuge der sozialen Neugestaltung des deutschen Ledens hat der Führer den Befehl zux Schaffung gesunder und genügend großer Wohnun» gen erteilt: Er hat in den Richtlinien zu diesem größten sozialpolitischen Werk bestimmt, daß mitten im Kriege schon die Grundsteine für den Aufbau eines neuen Deutschland gelegt werden, in dem jeder Deutsche mit feiner Familie gut und behaglich wohnen w.rd. Denn die Wohnungsfrage, die immer brennender wurde, konnte durch die Unzahl der privaten Gesellschaften und Bauherren, durch den Wust der behördlichen Paragraphen und Hemmungen, die fid) oft überschritten, nicht gelöst werden. Es mußte die Führung eingreifen, um alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Nachdem das Primäre, die Wiederherstellung unserer außenpolitischen Freiheit und Macht ebenso wie unsere Ernährung gesichert ist, wird das große Problem mit nationalsozialistischer Tatkraft gelöst werden, dem deutschen Volke „Hütung", wie Fritz Reuter sagt, also Wohnung und Heim schaffen. Denn die Wohnung des Menschen ist sein zweiter Leib, in dem er als Seele wohnt, in dem er sich heim i s ch fühlen muß. Alle Versuche, das Wachstum des Volkes zu fördern, politisch, roirt- schastlich und kultürell einen deutschen Lebensraum zu schaffen, müssen versickern, wenn nicht gesunde Wohnungsverhältnisse ein Familienleben gedeihen lassen. Die Wohnungsnot als solche ist ein furchtbares Produkt des Mafchinenzeitalters. Als Deutschland nach dem siegreichen Kriege 1870/71 aufzublühen begann, unsere Industrie Arbeitshände forderte, war die Wohnungsfürsorge, wie noch lange nachher, dem Prioatkapital überlassen. In Berlin wie anderen Großstädten stiegen die Bodenpreise ungeheuerlich. Während die Allgemeinheit Straßen und Eisenbahnen baute, die Schaffenden ihre Kräfte gaben, um eine Stadt zu entwickeln, strich der Grundbesitzer die Wertsteigerung seines Grund und Bodens ein. Die Bauherren bauten, um die teuren Ladenpreise wieder hereinzubekommen und eine ge- mächliche Rente zu erzielen, die furchtbaren Miets- k a s e r n e n , die Deutschland verschandelten und In denen deutsche Familien des Raumes, des Lichtes und der einfad)ften Hygiene entbehrten. Um nur wenige Beispiele zu nennen: In Berlin rourbe1 ein Platz am Höllischen Tor mit feinen Gebäuden 1842 für 34 000 Mark verkauft. Als 1895 dort ein Warenhaus errichtet wurde, zahlte der Baulustigs allein an Grund und Baden 1 975 000 Mark. In Halle wud)s von 1835 bis 1895 die Zahl der Einwohner um das Vierfache, der Wohnhäuser um das 2'/rfache, der Wert des nackten Bodens aber um das Achtfache! Im Jahre 1912 wurde statistisch nach- gewiesen, daß in der Reichs Hauptstadt mehr als 600 000 Menschen in Wohnungen lebten, in denen auf einen einzigen heizbaren Raum fünf und m"hr als fünf Personen verschiedenen Alters und Ge- sdstechts kamen. Aehnliche Verhältnisse sand man überall in den Industriestädten. . Dabei waren die Wohnungen außerordentlich teuer. Während die Wissenschaftler errechneten, daß höd)stens 14 v. H. des Etnko-mmens^ auf die Befriedigung des Wohnungs-bedürfnisfes verwendet werden Dürften, stieg der Sah bis über 30 v. H Alst sank Der Verbrauch anderer lebenswichti-ger Dinge. Bis am 1. Juni 1909 ein Gesetz über Die Sicherung Der Bauforderungen eingeführt wurDe, grassierte der Bauschwindel, bei dem die Handwerker die Leidtragenden waren. Don 1891 bis 93 wurden in Berlin z. B. 1126 Neubauten err chtet, davon kamen 644 zur Zwangversteigerung, und nicht weniger als 328 dieser „Bauherren" hatten selbst die Krankem kassenbeiträge ihrer Arbeiter unterschlagen. Die Landwirtschaft konnte nicht bauen, Denn sie überschuldete sich infolge des Kampfes der Industrie gegen das Bauerntum. In Dreußen stieg nach der amtlichen Statistik die hypachekarische Verschuldung das steht nicht mehr zur Erörterung. Tatsache ist, daß in Tariverte das dobrudscha-deutsche Herz am stärksten schlägt. lieber Cogealac, auch eine Der vier deutschen Großgemeinden mit über 1000 Seelen, geht die Fahrt nad) Constantza zurück. Wir haben einen Tag mit guten Deutschen verlebt und tragen Erinnerungen heim, von denen auch die Heimat etwas wissen soll. Wenn es nur das ist, daß die öeutfd^en Bauern in der Dobrudscha Menschen sind, um die man sich aus Ucberzeugung bemühen muß für das Reich. Sie werden Fleiß, Ehrlichkeit und bäuerlichen Sinn als bestes Gut einbrinaen in die Heimat. Das ist festzustellen auf Den -Fahrten zwischen Tulcea und der Grenze im Süden. ^-Berichter Robert Krötz. Wofür sammelt der VOA.? Vorn 22. bis zum 24. November findet im ganzen Reid; die schon zur Tradition gewordene Schul- f a m m l u n g des Volksdundes f ü r da» Deutschtum imAusland statt. Als Spenden- quittungen werden Postkartenferien ausgegeben, die Männer der Front, Köpfe aus deutschen Volksgruppen und Bilder von der Arbeit dieser Volksgruppen zeigen, Die Die Betreuungsgebiete des VDA. sind. Tlandjer mag sich fragen, worin die Aufgabe des V D Ä. noch besteht, nachdem so viele unserer auslandsdeutschen Volksgenossen in das Reich heimgekehrt sind. Tatsädsiich hat Der Krieg nicht nur außerordentliche Aufgaben in Den neuen Dalkstumsgebieten mit sich gebracht, fonDern auch die Arbeit in Den Volksgruppen, befonDers des S ü D o st e n s, beträchtlich erhöht. Da Diese durch Die neue Machtstellung Des Reiches zu einer bisher nicht möglichen Entfaltung ihres Eigenlebens gekommen finD. Das Ziel Der DDA -Arbeit ist somit neid) wie vor Die Festigung Des Deutschtums in nichldeutfcher Umgebung unD Die Erziehung Des Deutschen Gesamtvolkes zu volkspolitischem Denken. Hierzu kommt als neue Arbeits- au'gabe, Das ganze Volk für Die volkspölitifchen Aufgaben Des Reiches im Rahmen Der oolklichen NeuorDnung Europas zu mobittfieren und einzusetzen. Die zur Erfüllung Dieser Aufgaben notwendige Organisation Des VDA. umfaßt 41 Gau» oerbänDe, 818 KreisverbänDe, 23 260 Gruppen in 43 600 Schulen, 70 000 ehrenamtliche Mitarbeiter und 5,5 Millionen Mitglieder. Im letzten Jahre haben 12 000 VDA.-Redner gesprochen. Für Die AttsbilDung Des volksdeutschen Nachwuchses an deutschen Schulen wurden über 3700 Stipendien vergeben. In 16 verschiedenen Staaten wurden 1339 Volksbüchereien mit 60 000 Büchern und 474 Schulbüchereien mit 4655 Büchern versehen. Ueber 22 000 kg wurden an Sachspenden an Umsiedler und kinderreiche Familien versandt. Nach Dem Siege gilt es, aus Den Kräften D§s Volkstums Den Frieden zu bauen. Hiergus ergeben sich Aufgaben, denen gegenüber Die ganze bisherige Arbeit fast als Vonirbelt bezeichnet werden könnte. Sie ZMalffelle für Kriegsgefangene des Zniernalionalen Komlfees vom Roten Kreuz und samen Entlassung der Achtzehnjährigen wird dem- tember. rbentii» len, taj Stfrii- )et mv i). M ' Dlnqr. t Nchf >e, graf- ’rter bi« uten« i tonwi ifltr oh tränten« n. N Denn fit Jnbuitr) nnd) b«t chuldmz fache ’lft Herz m beutfdjiii geht 6i ir hab« b trngü ' jjeimd bah W chen D hen M )teit uti en in bii rten Kröte s. s s •Nil *8 Hi Nm. pk J ilildy. । telli^ I eb«n>i ? 'Hi fj? 1 !i jl'll ?** be.ki - wirt, 15roiH , lebe, Morn orbert, 10^1, Die Q| ung«, en uri Äräfti >ch bn nb um teurei ?me #6 Dlieh, unb ti .Licht« Int nm wucht ebäubo >ort eh inluh art. $ )er um bei bet in ch nach tef)t oli n benei tb m*i nb Tä ib moder Weg der Frau zur Mutter bestimme entscheidend alle sozialen Planungen. (PK.).....20. Nov. (DNB. Funkspruch.) In den Septembertaqen des vergangenen Jahres erschienen an der Westgrenze neben anderen deutschen Flugzeugen auch die schnellen Me. 10 9 mit demPikAs. Im Abschnitt Trier--Saarbrücken— Karlsruhe kurvten sie an der französischen Grenze und schossen die ersten Moräne ab, die nach Deutschland einfliegen wollten. Inzwischen sind die Jäger des Geschwaders die gefürchtet/n Gegner der Svitfire-Besatzungen geworden. Dor der Offensive in Frankreich konnte das Geschwader bereits 94 Ablässe verzeichnen. Oberstleutnant MSI- d r r s und Major Wick, die lange Zeit dem Geschwader zugehörten, hatten an d'elem stolzen Ergebnis Anteil. Mit dem Waffenstillstand schlossen die Jäger des Geschwaders die Liste ab, auf der insgesamt 247 französische Flugzeuge eingetragen sind, — Moräne, Curtis. Potez, Maschinen, die in Luftkämpfen m't den Ptk-As-Iügern abgeschossen wurden. In dieser List« taucht auch wiederholt der Name des Kommandeurs der 2. Gruppe auf, der Name des Ritterkreuzträgers Hauptmann Brett- nütz, auf dessen Konto eine erkleckliche Anzahl von Abschüssen verbucht wurde. Als im Wehrmachtbericht vom 18. November der 500. Abschutz eines Jagdgeschwaders unter Führung von Major von Maltzahn gemeldet wurde, erfuhren wir von ihm, datz inzwischen ein Feldwebel, ein Mann der alten Garde des Geschwaders, eine „Lysander" und damit die 501. Maschine abgeschossen batte. , , _ . Ein Auftrag hatte diesen Feldwebel nach London geführt. Ohne besondere Ereignisse verlief der Fsug. Ass die Me109 bereits auf dem Heimweg über Dover war, schaute sich der Feldwebel gerade zufällig um unb erblickte hinter sich eine Maschine, die er anfänglich für eine „Henschel" hielt. „Mein Gott, was will denn das arme Tier so weit norn!" dachte er noch bei sich, als sich aber bereits in seinem Unterbewubtsein ein leises Mißtrauen regte. Sein Zweiter Bl'ck überzeugte ihn davon, datz er lein Mitleid an eine .Lisinnder" verschwendet h"tte. Gleich beim ersten Angriff hatte die Lgsander den flohen so voll bekommen, datz sie senkrecht in die Tiefe fiel. Mt ihrem Auspr"ll auf dem Wasser aber hatte das Geichwader des Maiars von Malhahn da« balbe Tausend Abschüsse überschritten. Während UNS Major von Maltzahn noch van diesem Abschub berichtete, wurden ihm mebrere Offiziere seines Geschwaders gemeldet. „Diese Männer", Bei -en Lägern von Pik-As Von Kriegsberichter Werner Ettel. m ganz» Schul' ür ba< Spend"' neben. I!» 811 lie 81« . fo 11» in »" der ien ne«1 Sern «™ befonb«« 6a tm* 1 I Siet * «t! Jarbri* }pol* lkliche fieren oben 41 K ruPPti ijlitarW1 «s S te nen Jb alais du Conseil G6n6ral, ein Wahlgebaude des Genfer Kantons, das seit Beginn des Rrieges dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz als Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt ist. In diesem Gebäude iflt auch bu gebracht, in der die Nachrichten von sämtlichen Kriegsgefangenen und allen in Feindesland beflndlichen Tm« linfe Bild einlaufen lieber diese segensreiche Einrichtung berichteten wir bereits ausführlich m einem Aufsatz unserer Samstag-Äusqabe Das I nie «öilb zeigt das Palais du Conseil G^ral, das rechte einen Blick in den Arbeitsraum mit freiwilligen Helfern und Helferinnen bei ihren Parteiarbeiten. 0 ” (Scherl-Bilderdienst-M.) — Anton Schnack: Begegnungen am Abend. 93 Seiten. Geb. 1,80 RM. Eugen Händle, Verlag, Mühlacker. — (204) — Unsere Leser kennen Anton Schnack seit langen Jahren aus seinen Beiträgen zum Feuilleton und zur Unterhaltungsbeilage als einen Erzähler von ausgeprägter (Eigenart und kaum verwechselbarem Stil-, sie werden auch unter den neun Erzählungen dieses Bandes einige wiederfinden, die früher im Gießener An- zeiger erschienen sind. Schnacks eigentümliche Begabung liegt aus dem Felde der knappen Erzählung, m der sich lyrische Empfindung und scharfe Anschaulichkeit, Gefühl für Stimmungen und der Blick für Tatsachen mit einem geschmeidigen, farbig pointierenden Stil anziehend verbinden. Man wird dieses Buch, wie manches andere von ihm, nicht in einem Zuge zu Ende lesen-, die darin angeschlagenen Themen sind zu unterschiedlich und in sich zu differenziert, als datz man alles hintereinander wie eine größere Erzählung oder gar einen Roman in sich aufnehmen möchte: aber man wird immer ein» mal wieder zu diesen kleinen Geschichten und Bildern zurückkehren. Die schönsten Erzählungen sind, für unser Gefühl, jene, die aus der (Erinnerung an ein unverlierbares Jugendparadies in Schnacks mainfränkischer Heimat gespeist sind. Hans 1 hyriot. — Hans Friedrich Blunck: Mahn, s p r ü ch e. 62 Seiten. Eugen Diederichs Verlag, 3ena — (190) — Der schmale Band der „Mahnsprüche" ist ein Schwesterstück zu den früher bereits hier angezeigten „Deutschen Schicksalsgedichten"-, beide wurden den gesammelten „Balladen und Ge dichten" entnommen. Hans Friedrich Blunck, den Lesern der Unterhaltungsbeilage und des Feuille- tons seit langen Jahren als Erzähler wohlbekannt, kultiviert in diesen überwiegend kurzen, epigrammatisch betonten Gedichten eine Sonderart lyrischer Aussage, die seit Goethes und Schillers Tagen verhältnismäßig selten geworden ist: Ge- dankenlyrik, wenn man das Wort recht verstehen will, die dichterisch gefotzte, verkürze Summe künst- lerischer Einsicht und Lebenserfahrung. Der Titel weist darauf hin, daß der Leser die Verse solcher Spruchdichtung, in der sich eine sehr charaktervoll umrittene Persönlichkeit ausprägt, nicht unverbind- lich zur Kenntnis nehmen, sondern sich von ihr angesprochen und zum Nach-Denken und Mitempfinden angeregt fühlen soll, Hans Thynot Oie Stunde des europäischenBauerntums. Wie Dr. Clautz in der NS.-Landpost erklärt, sind die Zelten des Niedergangs, die die englische kapitalWsche Welthandelswirtschaft für die Bauern Europas mit sich brachte, vorbei. Die Möglichkeiten für eine Aufwärtsentwicklung und Wiedergesundung des europäischen Bauerntums seien ungeheuer. Das zeige ein Blick auf die Hektarerträge in verschiedenen Ländern Europas. Im Durchschnitt 1929/33 wurden danoch in Doppelzentnern je Hektar geerntet: in Deutschland 21,7 Weizen, 20,1 Gerste und 156,1 Kartoffeln, in Bulgarien 11,6, bzw. 13,4 bzw. 49,3, in Italien 14,4 bzw. 11,1, bzw. 57,9, in Frankreich 15,5, bzw. 14,8, bzw. 110.0, in Jugoslawien 11,1, bzw. 9,6, bzw. 58,9, in Norwegen 16,2 bzw. 18L bzw. 185,5, in Polen 11,8, bzw. 12,1, bzw. 112.7, in R u m a - n i e n 9,6, bzw 10.3, bzw. 91,1, in Spanien 9,2, bzw. 12,2, bzw. 116,0 und in Ungarn je Hektar 13,5 Doppelzentner Wei.zen, 14,1 Doppelzentner Gerste und 62,0 Doppelzentner Kartoffeln. Die Hek° tarerträge liegen also in den meisten euroväischen Ländern erheblich niedriger als in Deutschland. Da die natürlichen Derhältn-ilse durchaus eifte weitgehende Annäherung der Hektarerträge in Europa an die in Deutschland erzielten gestatten, sind die Möglichkeiten für eine Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung in Eurova_ also außerordentlich. Damit sind aber auch die Möglichkeiten gekennzeichnet, die das europäische Bauerntum hat, um sich den Platz an der Sonne in Europa zurückmerobern, den ibm die nach dem kavitalist'scheu Snstem der Ausbeutung aufgezogene industrialisierte Farm in IHerfee in den lebten 150 Jahren verwehrt hat. Man mutz auch ernennen. datz die in Europa notwendigen und jetzt ge. wollten Produktinnsstelgerungen gerade nur vom bäuerlichen Betrieb errtelt werden können, der trotz Vernachlässigung in den letzten 150 Jahren die fiettarerträae z. B. bei W-izen in fämHicfrn europäischen Landern höher brachte, als der Großfarmer in Ueberfee. Gemein ameEntlassmiq beri 8jährigen aus der Iugenddienstpflicht. Die Jugenddienstpflicht ist für Jugendliche vorn 10. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr elnoefübrt worden. Dos bedeutet nicht, datz die Jugenddienstvflicht mit dem Tage der Voll- enöung des 18. Lebensjahres jedes einzelnen Jugendlichen endet Der jahrgangsweise Aulbau der HI bedingt vielmehr, datz die Jahraänge auch i geschlossen zur Entlassung kommen Ein- . zelentlossungen sind mit einem geordneten Di-mst- i betrieb nicht vereinbar und widersprechen auch dem Neues für den Bücheriisch. — Heinrich Wölfflin: Das Erklären t on Äunftroerten. 2. Auslage. Mit einem Nach- Dort des Verfassers. 52 Seiten. Kart. 1,25 RM. v Verlag E. A. Seemann, Leipzig. — (221) — Die kleine Schrift ist zuerst im Jahre 1921 erschienen. Als sich bas Bedürfnis nach einer Neuauflage bemerkbar nachte, schrieb VZölfflin auf Wunsch des Verlages ein Nachwort dazu, in der Fragen, die mgn nohl als die zentralen für alle Kunstgeschichte betrachten darf", auf die Form gebracht wurden, ,di« ich heute verantworten zu können glaube . Ls handelt sich um die Fragen, die der hervorra- -ende Kunsthistoriker in seinem berühmt gewor- lenen, grundlegenden Buche „Kunstgeschichtuche Grundbegriffe" erörtert hat. Da die vorliegende Heine Schrift so etwas wie einen äußersten Extrakt daraus darstellt, liegt es auf der Hand, wie wich- lüg, förderlich und erhellend ihre Lektüre für jeden fein wird, der sich auf irgend eine mehr als un- »erbinbliche Weise mit Kunst und Kunstwerken be- fdiäftigt Hans Thynot . — Norbert Jacques: W i r b el be r Reit. Erlebnisse, Berichte, Begegnungen (Verlag S C. Wittich, Darmstadt. Preis gebunden 3.80 ftM ) — Zum 60. Geburtstage eines mit offenen klugen begnadeten Weltenbummlers erscheint diese Sammlung von Reiseskizzen, die nach Form und Inhalt für Norbert Jacques charakteristisch sinv. Der Luxemburger, der sich um den ganzen Erd- t»aU hat' treiben lassen, hat immer die Liebe zur moselländischen Heimat im Herzen bewahrt und ist ihr feinster Interpret geworden. So gehören auch In dieser Sammlung der beschauliche Bericht von einer abendlichen Weinfahrt an die Lahn und die Betrachtung eines Ardennenstadtchens zu dem ech- Kften, was Norbert Jacques geschrieben hat. Da- neben stehen Erlebnisse aus Italien, aus'Sud. «merika, aus Indien, China und der Sudsee, aus Aegypten und der Türkei, die uns 6 e bunte Welt in ihrer ganzen Fülle und Vielfalt erschließen. Norbert Jacques ist ein Lebenskünstler, der sich seine eigenen Gedanken gemacht bat über das, was er draußen in der Welt sah, und wir geben uns gern dem Zauber feiner Schilderungen wie dem Gehalt feiner klugen Bemerkungen hin. rr. W.Lange. doch ungeheuer spannend sind. Henry von Heiseler hat sie meisterhaft übertragen, sodah etwas von der Eigenart der Sprache Ljeßkows auch in der deutschen Übertragung sehr wohl zu spuren ist. Fr. W. Lange. — Gottfried Kölwel: Franz Sebas. Erzählung. 122 Seiten. Start. 1,20 RM, Leinen 1,50 RM. S. Fischer Verlag, Berlin, -r (147) — Gottfried Kölwel, von dem wir früher den im gleichen Verlage erschienenen Roman „Der geheimnisvolle Wald" hier angezeigt haben, gibt in der Erzählung „Franz Sebas" die Liebes- und Schicksalsgeschichte eines Münchener Malers unter dem Motto „Was wäre erschütternder als das Schicksal eines wahrhaftigen Menschen, der im Glauben an sich den Weg zum Abgrund geht." Eine Liebesgeschichte in Moll: sie schildert, wie ein Mensch ohne Schuld vom Gipfel irdischen Glücks in hoffnungsloses Unglück und bitterste Verzweiflung gestürzt wird. Es gibt dafür weder eine menschliche Begründung noch eine künstlerische Rechtfertigung — es sei denn, datz hier versucht wurde, die mythische Vertreibung aus dem Paradiese als eine durch die Zeit sich forterbenbe Heimsuchung zu begreifen, der immer wieder einmal ein junges Menschenpaar, unschuldig-schuldig wie jenes erste, zum Opfer fallen muß. Hans Thyriot — Dera Prill: Der Ausflug nach R ö b b i ck e. Roman einer Freundschaft. 240 Seiten. Geb. 2,80 RM., Seinen 3,60 RM Im Deutschen Verlag, Berlin. — (152) — Dies ist eine reizende Geschichte von Lehrern und Schülern und Eltern, die Geschichte eines Schulfestes, eines Landschulheimes, eines folgenschweren Wochenendausfluges in die Sommerherrlichkeit der Mark Brandenburg, Roman einer Freundschaft, wie der Untertitel besagt, und vor allem auch eine echte, jugendliche Liebesgeschichte: das Ganze ergibt eine sehr fesselnde und anmutige Unterhaltung, aber auch etwas mehr als bloß Unterhaltung, weil alles, was da erzählt wird, unmittelbar aus dem Leben gegriffen ist und einen kleinen liebenswürdigen Ausschnitt aus unterer alltäglichen Gegenwart darstellt. Daß der Ro- man überdies mit gewinnendem Humor geschrieben ist, darf als besonders erfreulich angemerkt werden, weil uns dergleichen gerade aus der Hand einer Frau nicht sehr häufig beschert wird. > Hans Thynot. erklärte er vorstellend, „haben insgesamt mindest e n s 1 000 Feindslüge hinter sich Sehen Sie, dieser Oberleutnant war beim Einsatz gegen Frankreich mitunter sechs- bis achtmal am Tage gestartet: jetzt hat er bereits 280 Feindflüge auf feinem jungen Buckel. Und hier der Leutnant, im Zivilberuf Einflieger bei einem Flugzeug- werk, kam gestern von seinem 90. Englandflug und damit von seinem 23 5. Feindflug zurück, und bei den anderen liegen die Ziffern nicht viel niedriger. Dabei sehen Sie hier gerade nur fünf meiner Männer. Was glauben Sie, wieviel Abschüsse Hauptmann B r e t t n ü tz schon nachgewiesen hat? 2.4 Flugzeuge und 12 Ballone hat er zur Strecke gebracht! Ja, in diesem Geschwader wird mit jugendlichem (Elan getämpft Das ist schließlich auch kein Wunder, denn erstens ist unser Durch- schnittsalter etwa 24 Jahre und zweitens verpflichtet der Name des Geschwaders." Seine eigenen Einsätze hatte uns der Kommodore verschwiegen, aber unter der Hand erfuhren wir, datz Major von Maltzahn mit den ersten feines Geschwaders an der Spitze der erfolgreichsten Jagdflieger steht Seinen Llbschüssen fielen 12 Flugzeuge und zwei Ballone ^um Op er. Unter diesen 12 Flugzeugen aber war eine Spit ire, die mit fünf anderen in einem einzigen Ge echt abgeschossen wurde. Einige Verbände des Gechwaders hatten den Auftrag gehabt, Kamvfn^schinen nach London zu begleiten und waren scyon beim Anflug in mehrere Gefechte mit angreifenden Svitsires verwickelt worden. Die Angriffe der englifchen Jäger waren zwar erfolgreich abgewehrt worden, so daß'die Do. 17 ungestört ihre Bomben werfen konnten, hatten aber zu viel Zeit in Anspruch genommen; di« meisten der Me. 109 waren daher schon abgedreht, als plötzlich von oben her mehrere Sck-wärme Spitfires auf die Do. 17 herunterkamen. Zwei Me. 109 und vier weitere, die die Gefahr aus größerer Entfernung erkannten, griffen sofort an und jagten die ersten Salven auf die Engländer, die anscheinend mit den deutschen Me. nicht mehr gerech- net hatten. Dii Ueberraschung ausnutzend, schossen die sechs Jäger, was die Gewehre hergaben, und von den 40 Svitsires wurden sechs abgeschos- s e n. Sie gehören zu den 254 englischen Maschinen, die allein das Jagdgeschwader des Majors von Maltzahn in dem kurzen Zeitraum des Einsatzes gegen England abschotz. — In der I n s e l - B ü ch e r e i des Insel-Verlages zu Leipzig ist das von Friedrich Schulze- Maizich veranstaltete und hier schon besprochene Luther-Brevier neu aufgelegt worden, ein Anreiz, sich mit der Gestalt des großen Rejorma- tors und dem, was er uns auch heute immer wieder zu jagen hat, zu befassen. Mit einer charakteristischen Titelumrahmung geschmückt ist eine Auswahl der Briefe des romantischen Malers Philipp Otto Runge, der ein liebenswerter Mensch und wahrhaft weiser Denker war. Es ist ja bezeichnend, daß wir in der Unrast der eigenen Zeit offenbar ein neues Organ für die Kunst der Romantiker bekommen haben. Vielleicht ist es das gleiche Gefühl, das uns auch zu Christian Morgen- ft e r n hinlenkt, dem früh vollendeten Philosophen, von dem ein schönes Insel-Bändchen unter dem Titel „Zeit und Ewigkeit" ausgewählte Ge- dichte von großer Zartheit und reich an besinnlichen Gedanken gesammelt hat. Fr. W. Lange. — Karl Menninger. Ali Baba unb b i e 3 9 Kamele Ergötzliche Geschichten von Lahlen unb Menschen. Mit Silbern von Hanna Forster. Verlag R. Dlbenbourg, München. Preis 2,60 RM — (181) — Wer ein wenig Sinn hat für den Sinn ber Zahl, dem sind diese Geschichten ein Quell hei- terer Nachdenklichkeit, ber tiefere Sinn der kleinen Geschichten liegt nicht in der zahlenmäßigen Lösung, sondern noch mehr in der luftigen Spannung, mit ber uns ber Verfasser überlegen unb geschickt bis dahin führt, wo wir bann nur noch ber Tür einen Stotz geben müssen, um das Ergebnis zu schauen. Das Türaufmachen soll der Leser möglichst selbst besorgen: dem Allzuzaghaften und Allzufaulen ist im Anhang auch noch diese Mühe abgenommen. Es ist dies also so amüsant und einfallsreich erzählt, datz auch der härtest gesottene Zahlenfeind auf seine Kosten kommt. — Nikolai Ljeßkow: Das Schreckge- f p e n ft. — Das Tier, deutsch von Henry von Heiseler, mit Zeichnung von Karl Wernicke (Karl Rauch Verlag, Dessau!) Reichtum an Phantasie, Kühnheit der Situationen, Schärfe der Charakteristik werden dem großen russischen Erzähler, der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts neben Turgenew, Tolstoi unb Dostojewski trat, besonders nachgerühmt und sie zeigen sich auch in diesen bei- den Novellen, die trotz einer gewissen Formlosigkeit Wie aus Dolkswohnungen Eigenheime werden. Durch Erlaß des Reichsarbeitsministers wurde die eb-ereignung der mit Reichsdarlehen geförber- rn Volkswohnungen geregelt. Es erwies sich aus ^ohnungs- unb bevölkerungspolitischen Grünben le zweckmäßig, so den Volkswohnungsmietern die Möglichkeit zu bieten, ein Eigenheim zu erwerben. )er Kleinfiedlungsbau reicht nicht aus, um den igenheimwünschen der werktätigen Bevölkerung ochzukommen. Vielfach fehlt es an dem erforderten Gelände, auch ist nicht jeder geeignet und ge- villt, eine Kleinsiedlung zu bewirtschaften. Da aber er Erwerb von Eigenheimen ohne Hilfe bes Reiches _ir die breite Masse ber Bevölkerung kaum durch- ihrbar ist, klaffte eine Lücke, die letzt durch die Übereignung geeigneter Volkswohnungen zum Teil eschlossen wird. Für die llebereignung kommen nur ie als Ein- ober Zwe i f a milienhaus rrichteten Volkswohnungen in Frage, einerlei, ob ,s sich um Einzelhäuser ober Rechenhausbauten tanbett. Die llebereignung erstreckt sich auch auf ünftige Dolkswohnungen. Als Erwerber ist nur er jeweilige Wohnungsinhaber zuge- assen, wenn er seine Eignung in drei Jahren er« viesen bat. Gegen eine ungerechtfertigte gewinnbringende Veräußerung des Grundstücks werden Siche- nmgen getroffen, damit die Wohnung auch tatsäch- lich als Eigenheim erhalten bleibt. Den überwiegen- len Teil der zur Finanzierung des Baues auf- jxenommenen Darlehen wird der Erwerber in An- ircbnung auf den Kaufpreis übernehmen. Doch muß Hr mindestens die Hälfte des restlichen Reichsdar- Iahens in bar entrichten, jedoch nicht das Darlehen,. jlr Landwirtschaft von 1886 bis 1910 um rund 900 iifllonen. Nach dem Weltkriege wurden diese Zu- jinbe noch schlimmer Trotz aller Bemühungen des wates, der Gemeinden, der privaten ^Hugenotten- poften, brv Bausparkassen, kam der Wohnungsbau «cht oomFleck. Wir haben, da der Nationalsozialismus seit der Kachtergreifuna zunächst Arbeit beschaffen, die Stiftung wiederherstellen und andere dringliche Aus- gilben in Angriff nehmen mußte, auf dem Gebiete be» Wohnungsbaues nur die schlimmsten Auswüchse hintanhalten können, aber unverrückt stand das Siel, dem arbeitenden Volke genü-genb Wohn- raum zu erschwinglichen Preisen zu vcrschafsen. Für das erste Nachkriegsjahr werden WO 000 Wohnungen gebaut werden, die geräumig flnb und deren Normalmietsatz monatlich etwa 30,— IlSR. betragen soll, wobei sich die Finanzierung des ! Bauvorhabens der Miete anpassen muß, nicht um- kehrt. Dieser soziale Wohnungsbau, dessen Aus- !aß in den nächsten Jahren noch gesteigert wird, ?bt Wohnungen von 62 bis 86 Quadratmeter (ohnsläche vor, die also alles überfteigen, was bis- ?r für diesen Mietpreis geliefert werden konnte, ie zentrale Leitung des sozialen Wohnungsbaues, :r verbilligende Einsatz des Reichsarbeitsbienstes nb andere Maßnahmen werden dieses große ozialwerk sichern. Der Führer weiß genau, wo ?m deutschen Volke ber Schuh drückt und er tui les, um die Nöte zu beheben. Er will, daß den ingen Ehen die Möglichkeit und die Freude gege- en wirb, in genügend großen Räumen ihre Fa- lilie auszubauen. Er sorgt für das Heranwachsende nb kommende Geschlecht. Die Privatindustrie und rr private Wille zum Eigenheim werden dädurch icht berührt. Sie werden weiter bestehen bleiben nb sich entfalten können, aber die Hauptsorge ist nb bleibt: dem schaffenden Volk als Ganzem die erdinalsorge zu nehmen, die Diele junge Ehen berschattete unb auch manchen Frontkämpfer uäUe, kein Hüsung, kein Heim zu haben ... »MM jxeiajarniniuer vgueuueis uuh uti «nciu^pcuv |ui v----— 7.7,7, „ ' Y ' ,/ «>■ ar.,,-r;A Musikbearbeitungen die Meisterwerke von Christoph ist die Sturmflut stellenweise bis zur Via Aurel zusätzliche 5201 D Kaufe ständig gut genährte gesucht. 521OD ASTRA Telephon 2186 (Heben. Wetzsteingasse 10 $ GLORlfl IST IHR JUNGE 5213 A DAS SÜNDIGE DORF 03904 Operette von Strecker. Preise: RM I. I________________________________________________________ 0.90 bis 8.60. l5200V niiiiiiiltlliiiliiiillliliiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiilliiiliiiiiilllliiilliliilliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinir Klein im Preis Stadttheater KLEINBUCHUNGS-MASCHINE MODELL 2/260 Jugendfrisch sei die Gestalt! 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Das im Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin hängende berühmte Gemälde des „Hille B o b b e" von Frans Hals hat den Berliner Komponisten Hans Ebert zu seiner dreiaktigen gleichnamigen Oper, zu der ssr selbst das Textbuch schrieb, angeregt. Das Werk kam im Hessischen Landes- t h e a t e r in Darmstadt in Anwesenhell za' lreicher Freunde des deutschen Musikschaffens zur Uraufführung und wurde ein voller Erfolg für den Dichterkomponisten.. Die schmiegsame Leitung durch Generalmusikdirektor Fritz Mechlenburg und die gleichermaßen eindrucksvolle sängerische und darstellerische Widergabe der Hauptrollen — Martha Geister als Hille Bobbe, Heinz Jahnsen als Till Uilenspiegel, Heiner Kunz als sein Freund Lamme, Anton I m k a m p als Seemann Jan, Regina Harre als Gilline, Erna von Georgi als Nele, Gerhard Gröschel als Don Gomez — verhalfen dem bühnenwirksamen Werk mit seiner spannenden Handlung und seiner von Dramatik wie Melodik erfüllten Musik schon nach dem ersten Akt zu aufmunterndem Beifall, der sich am Schluß zu stürmischem Applaus steigerte. L. Großfeuer in TNoskau. Im Neubau des Wohnblocks der sowjetrussischen Akademie der Wissenschaften in Moskau entstand aus noch nicht geklärter Ursache im fünften Stockwerk Feuer. Es breitete sich schnell aus und vernichtete die noch nicht fertiggestellten fünf oberen Stockwerke des zehnstöckigen Hochhauses. Das Feuer konnte nicht ausreichend bekämpft werden, weil die schweren Feuerwehrwagen wegen der um den Neubau stehenden großen Bäume nicht dicht genug herangebracht werden konnten. 18 Feuerwehrkolonnen sorgten dafür, daß sich das Feuer nicht auf die benachbarten Gebäude ausdehnte. Es gelang auch, den bereits bewohnten Teil des Gebäudes zu retten. Ueberschwemmungen an der italienischen Riviera. Klavier zu kaufen gesucht G. Ebert Klaviermacher Bleichstraße 17. Kaufe sofort Wellb.ech- Garage Synofzlk. Wolfstraße 30. Gut erhaltene Schrebinaschine z. kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Angabe des Fabrikates unter 03905 a. d.G.A. Gut erhaltener Herd z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 5211V a. d.G.A. Gut erhaltener, gebrauchter Riotewap Korbroag.bevorz. z. kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preis u. 5158D an d. Gieß. Anz. Geburtsanzeigen oei Brühl. Gießen Fräulein sucht Stelle als IHM oder Hausgehilfin Schr. Ang. unt. 03901 a. d. G. A. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den ßleßenerAnieiger Die Reichsausstellung „Deutsche Größe" in München ist bis 31. Januar 1941 verlängert worden. Da die ersten und letzten Stunden der Besuchszeit den Schulen und der Wehrmacht oorbe- hulten sind, bittet die Ausstellungsleitung, die Besuche möglichst in die Aell zwischen 11 und 17.30 Uhr zu verlegen. * Offiziere der ff und deutsche Polizeibeamte, die in Rom eingetroffen sind, um einem Kursus für Kolonialpolizei beizuwohnen, sind dem Kommandanten des afrikanischen Polizeikorps, dem Minister für Jtalienisch--Ostafrika, Teruzzi, vorgestellt worden. Anschließend legten sie Kränze am Altar des Vaterlandes sowie am Grabmal der Gefallenen der Revolution und des Unbekannten Soldaten nieder. * Der Rektor der Madrider Universität, Pio Abala, hat an alle Kulturinstitute Südamerikas eine Botschaft gerichtet, in der festgestellt wird, daß Spanien in diesen schwierigen Stunden eng an der Seite der südamertkanvschen Staaten fte&L Gut erhaltener fctap z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03899 a. d. G. A. | Empfehlungen] Älple* Bel Notschlachtung Transportauto zur Verfügung Rohschladiterei Schilling Verkäufe """| 1 hochträchtiges Erstlings- MtlMMlN veredeltes Landschwein, zu verkaufen. 5202Ü Karl H. Bink, Lang-Göns, Neugasse 11. Gut erhaltener Msk» zu verkaufen. Nwltkestr. 27 U Gut erhaltener GMoteB zu verkaufen. Noll, Papierhandlung Mäusburg. 52md Kaufgesuche j gestiegen und hat Straßengrund und lange Erd. streifen bis zur Nähe des Meeres mitgerissen. Zwi. scheu Vesina und Voltri hat das Meer die Bahn, gleise in einer Länge von 50 Meter weggerissen. In der Ebene von Suna ist der Fluß Äv-chio und sein Nebenfluß Lima auf weite Strecken über die Ufer getreten und hat das umliegende Gelände überschwemmt. Glücklicherweise sind keine Menschenopfer zu beklagen. Dagegen ist zahlreiches Vieh ertrunken. Die Autostraße von Florenz nach der Küste ist auf etwa 300 Meter Länge nicht befahr, bar. In der Nähe von Florenz stieg das Wasser des Arno in San Ippolito bis zum ersten Stock- werk der Häuser. In Montale Agliana ist ein Kind ertrunken. Pisa und Livorno haben kein Trink, wasser, da das Wasserwerk von den Fluten über, schwemmt worden ist. 40 Grad Hitze in Argentinien. In Argentinien hat der Sommer früher als ge. wöhulich begonnen. Aus zahlreichen Landesteilen wird bereits eine Hitze von über 40 Grad gemeldet, die häufig von heftigem Gewitter begleitet war. Die Byrd-Lxpedition stellt ihre Arbeiten ein. Die Antarktis-Expedition des Admirals Byrd wird demnächst ihre Arbeiten für die Dauer des europäischen Krieges einsttllen, da der Kongreß die Kredite für Die Fortsetzung der Forschungsarbeiten nicht gewährt hat. Admiral Byrd, der sich gegenwärtig in Boston aufhält, hat Maßnahmen für die Heimkehr seiner Leute getroffen. Das Expeditionsschiff „Bear" ist von Philadelphia nach Little- America (Walfischbai) in See gegangen, wo es an« fangs Januar eintreffen wird, um die in der Ant« arktis gebliebenen Mitglieder der Expedition ein- zu schiffen. Das andere Expeditionsschiff „NordsternE wird in der zweiten Hälfte November von der Pazifik-Küste in See stechen, um mit der „Bear" in Little-Amevica zusammenzutveffen und den Rest der Expedition abzuholen. für täglich oder 1 3mal wöchentlich 2-3Stundenvor- 1 mittags gesucht. 1 0390-2 Weserstr. 3 l Zuverlässige tageMn gesucht in kleinen Haushalt bei gutem Lohn,evtl. | auch halbtags- j weise. 5205D Frau Dr. med. E. Kalbfleisch. Wietzen, Hitlerwall 43. fern der deutschen Gesandtschaft, der Lcmdesgruppe der NSDAP., der NSV. und der Frauenschaft betreut. Ein Teil setzte sogleich die Reise nach Deutschland fort, während die übrigen kurze Zeit in Belgrad bleiben. In Rio de Janeiro liegen Nachrichten aus Cape n n e, der französischen Sträflingstolonie Guayana an der Ostküste Südamerikas, vor, wonach die Gefangenen wegen Lebensmittelmangels und wegen Fehlens von Geldmitteln zur Bezahlung der Wachmannschaften, freigelassen worden seien. Kleine politische Nachrichten. In München versammelten sich die Leiter der Reichspropagandaämter zu einer Ar- ' beitstaaung, bei der Ministerialdirigent Hinkel vom Reichspropagandaministerium Fragen der Truppenbetreuung behandelte. Im Mittelpunkt der Tagung, an der auch die Hauptreferenten der Reichspropagandaleitung und die Intendanten der Reichssender teilnahmen, stand _ eine Rede des Reichsministers Dr. Goebbels über die politische und militärische Lage. Der Reichsstudentenführer Dr. Gustav Adolf Scheel wurde anläßlich seines 33. Geburtstages von der Universität Würzburg zu ihrem Ehrensenator ernannt Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche im Ortsteil Gießen- Wieseck. Im Ortsteil Gießen-Wieeck ist in sechs Gehöften der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amllich festgestellt worden. Die verseuchten Gehöfte werden zum Sperrbezirk, der übrige Ortstell und die gesamte Gemarkung wird zum Beobachtungsgebiet erklärt. 5208C Die vom Kreisveterinäramt Gießen getroffenen Maßnahmen werden bestätigt. Im übrigen finden auf den Sperrbezirk und das Beobachtungsgebiet die gesetzlichen und die viehseuchenpolizeilichen Vorschriften Anwendung, die an den Anschlagtafeln im Ortstell Gießen-Wieseck öffentlich bekanntgegeben werden. Gießen, den 19. November 1940. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. J.V.: Nicolaus. Montagemeister sucht 1 oöet 2 MM! t Tagesauslösuüg wird bezahlt. Schr. Ang. unt. 03898 a.d.G. A. 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An Opern wird im ersten Jahr neu gestaltet: Spohrs „3 e v s 0 nd a", deren musikalischer Teil Richard Strauß betreut. Webers „Euryanthe" erhält eine in wesentlichen Teilen erneute Textdichtung. Ebenfalls werden L 0 r tz i n g s Spielopern „Die beiden Schützen" und „Casanova" neu bearbeitet. An klassischen Operetten werden un- Am Land Anteil der Sammeleinheilen an dem Aufkommen. Don den Schulen des Bezirks Großen-Buseck steht an der Spitze die Volksschule Großen-Buseck mit der ausgezeichneten Leistung von 464,5 kg (über 9 Zentner!) Trockengut. Soweit bis jetzt bekannt, ist das das beste Einzelergebnis des ganzen Gaues Hessen-Nassau. Ebenso beachtenswert sind die Ergebnisse der Schule Beuern mit 361,2 und der Schule Burkhardsfelden mit 172,3 kg. Es folgen weiter mit Ergebnissen, die relativ alle als ausgezeichnet bezeichnet werden müssen: Volksschule Reiskirchen 116,7; Volksschule Oppenrod 60,1; Volksschule Alten-Buseck 54,8; Volksschule Rödgen 43,8; Volksschule Hattenrod 40,1; Volksschule Trohe 21,8; Volksschule Vers ° r o d 17,7 kg. Anerkennenswert ist auch der Einsatz der NS.- Frauenschaften von Reiskirchen, Bersrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Oppenrod, Großen-Buseck tobet man auch an die armen Seelen denkt. In 1 ins Feuer darf nicht gespuckt werden, weil man da- iurch die Geister beleidigt. Die Einweihung des Ofens in einem neuerbauten Hause erfolgt mit allerlei feierlichen Bräuchen, so i B. indem er beim ersten Gebrauch mit Stahl und Steinen angezündet wird. Wenn ein Haus abgewogen wurde, so bestand früher eine abergläubische Scheu davor, den Ofen zu zerstören, weil man in iim das Heim des Hausgeistes vermutete. In »egenden, wo noch altes Brauchtum lebendig ist, dielt der Ofen bei allen Familienangelegenheiten ftne wichtige Rolle. Bei ihrem Eintritt in das neue »aus wird die junge Frau zuerst um den Ofen her- i mgeführt. Neues Hausgesinde muß sich der gleichen Zeremonie unterziehen, um dadurch in die Familie lufgenommen zu werden. Als Prophet wirkte der >fen, indem aus seinem Brummen, Knattern und Lnistern die Mädchen errieten, ob sie einen Mann kFamen, und in der Neujahrsnacht konnten sie ior das Bild des Zukünftigen im Ofenloch schauen. IS er etwas zu bekennen hatte, was er keinem Meuchen unvertrauen wollte, der klagte dem Ofen sein Leid, kündete ihm sein Geheimnis, und der Ofen trachte dann Verbrechen und Unrecht an den Tag. Im Ofen fand der Verfolgte Schutz und Obhut. 'Ser aber rechtlos war, ausgestoßen aus dem Kreis kr Sippe, dem ward der Ofen ausgelöscht und nie- sergerissen. Der Ofen als der Mittelpunkt des Familienlebens jift auch die Ehrenstelle des Hauses. Dicht neben ihm licht der Lehnstuhl des Hausvaters oder des Groß- Miters. Auf der „Unnerherdsbank", zwischen Herd u nd Hinterwand, haben in Westfalen die Eltern des Jauern ihren Platz, die sich auf das Altenteil zurückgezogen haben. Hier darf auch die Frau als t Wöchnerin sitzen, und erkrankte Hausgenossen werten hier gebettet. Dieser behaglichste Platz der Wohnung heißt in manchen Gegenden die „Hölle, und t-as macht den Ausruf einer Bäuerin des Erzgebirges verständlich, die nach dem Tode ihres Mannes neinie: „Der liebe Gott beschere meinem Alten die Hölle, er saß ja bei Lebzeiten so gern drin!" Die Poesie des Ofens ist zwar heute in der Stadt verloren gegangen. Selbst da, wo der alte Wärmespender nicht von der modernen Zentralhei- ung verdrängt wurde, ist der Ofen doch ein sehr Kiel nüchterneres Gebilde aus Eisen oder glatten Kacheln. Doch in alten Bauernhäusern, namentlich >es deutschen Südens, finden wir immer noch die iesigen altväterischen Oefen, die sog. .Kunst", mit >en ringsumlaufenden Bänken, die im Winter den Mittelpunkt des Hauses bilden und damit den Inbegriff deutschen Familienlebens verkörpern. C. K. Unterhaltung im Garten des Gießener Universitäts- Instituts für Erb- und Rassenpflege: rechts Professor Dr^L a n d r a , links der Leiter des Instituts und Rektor der Universität Professor Dr. med. H. W. Kranz. (Aufnahme: Enke, Gießen). Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 18.30 bis 21 Uhr „Aennchen von Tharau". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Das fun. dige Dorf". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wie konntest du, Veronika". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung W. Im- kamp im Foyer des Stadttheaters. Stadttheater Gießen. Am heutigen Mittwoch wird die Operette „Aenm chen von Tharau" von Heinrich Strecker wiederholt. Musikalische Leitung: Arthur Apelt. Spielleitung: Harry Grüneke. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. Chöre: Nadine Galla. 10 Mittwoch-Miete. Ortszeit für den 21. Aovember. Sonnenaufgang 8.58 Uhr, Sonnenuntergang 17.24 Uhr. — Monduntergang 13.21 Uhr, Mondaufgang 23.48 Uhr. Verkehrssünder ins Gefängnis gebracht Am Freitag, 8. November, spät abends, ereignete sich auf der Landstraße nach Rodheim a. d. Bieber ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen dem auf einem Fahrrad heimwärts radelnden 16 Jahre alten Lehrling Karl Michel aus Rodheim a. d. Bteber und einem ihm entgegenkommenden, nur mangelhaft beleuchteten Kraftwagen, dessen Dorderlicht schweren. Schaden aufwies. Bei dem Zusammenprall wurde der bedauernswerte junge Mann so schwer verletzt, daß er am darauffolgenden Tage in der Chirurgischen Klinik in Gießen verstarb. Die Ermittlungen der Gendarmeriebehörde in Krofdorf haben nun die Schuld des Autolenkers Wilhelm Wald- schm i d t aus Krumbach ergeben, der vor Antritt feiner Fahrt mit dem Kraftwagen den Beleuchtungsschaden gekannt und nichts zu feiner Beseitigung getan hatte, unterwegs sogar noch an einer Reparaturwerkstätte vorbeifuhr, ohne den Schaden beheben zu lassen. Durch dieses Verhalten hat sich Waldschmidt einer groben Fahrlässigkeit im Ve^ kehr schuldig gemacht, die so schwere Folgen nach sich zog. Aus Anordnung der Staatsanwaltschaft 1 wurde Waldschmidt festgenommen und in das Amtsgerichtsgefängnis in Wetzlar in Unter« ’ suchungshaft gebracht. Seine leichtfertige Handlungs, weife, durch die ein blühendes Menschenleben r>er<» ' nichtet wurde, wird vor Gericht das entsprechende ; Nachspiel haben. Versammlung der Gartenbauer. Die Heilkräutersammlung 1940 Landschulen des Kreises Gießen in höchstem Einsatz. Am Sonntag hielten im „Burghof" der Obstund Gartenbauverein und der Kleingartenverein Lahntal Gießen eine außerordentliche Hauptver. sammlung ab, die sehr gut besucht war. Der Der- einsleiter beider Vereine, Gerichtsvollzieher Jun- ter, gedachte der Gefallenen und brachte den Treugruß auf den Führer aus. Zunächst behandelte er den Bezug von Gebrauchsartikeln für den Gartenbesitzer oder Pächter, wie z. B. Bohnenstangen, Fichtenstangen, Reisern usw., wobei er u. a. ausführte, daß er durch die Zusammenarbeit mit den Förstern jetzt eine günstige Einkaufsquelle gesunden hat. Weiterhin konnte gutes Pflanzmaterial an Obstbäumen und Obststräuchern beschafft werden, wobei die Firma Gall für die Neuanpflanzungen in den Gailschen Gärten einen Zuschuß geleistet hat. Um den Mitgliedern auch den Bezug von Mischdüngern zu sichern, die bei den bisherigen Bezugsquellen des Vereins nicht zu haben sind, wurde der Erwerb der Mitgliedschaft bei der und Trohe und des BDM. Burkhardsfelden, die zu. fammen 43,7 kg an Trockengut aufbrachten Zu dem Ergebnis an getrockneten Tee- und Heilkräutern kommen noch 45 kg getrocknete und 47,50 kg fr 11196 Hagebutten, die von den Schulen Großen-Busecr, Beuern, Oppenrod, Alten-Buseck. Rödgen und den Iungmädeln von Großen-Buseck gesammelt wurden. Der kreis Wetterau an der Spitze. Insgesamt hat der Kreis Gießen rund 3200 kg an trockenen Heil- und Teekräutern aufgebracht, der Kreis Friedberg 4300 Kilo so das das Gesamtergebnis des Kremes Wetterau 7500 kg, das sind 150 Zentner, beträgt. Das tst mehr als das Vierfache des vorjährigen Aufkommens. Damit steht der Kreis Wetterau, wie der Gausachbearbeiter der RkH., Apotheker Ripperger jetzt in einer Zusammenstellung bekanntgibt, wieder an der Spitze sämtlicher Kreise des Gaues Hessen-Nassau. Die Heilkräutersammlung ist in den vergangenen Monaten von den Schulen des Stadt- und Land- f reifes Gießen mit vorbildlichem Fleiß durchgeführt worden. Auch die NS.-Frauenschaft, sowie Jungvolk und Jungmädel stellten sich in den Dienst der Sache. Der Ertrag der uneigennützigen Arbeit, die von großer volksgesundheitlicher und wirtschaftspolitischer Bedeutung ist, findet einen starken zahlenmäßigen Ausdruck in den Sammelergebnisfen, die die neun Bezirkssammelstellen der Reichsarbeitege- meinschaft für HeilpflanzenkunDe und Heilpslanzen- be-schaffung (RfH.) für 1940 nachweisen können. Wir haben über diese Ergebnisse einzelner Sammelstellen bereits in den letzten Wochen berichtet. Nun liegt auch das Schlußergebnis der Bezirks- sammelstelle Großen-Buseck vor, die von Rektor Heinrich I n d e r t h a l mit großer Umsicht und freudigem Einsatz verwaltet wird. Es gingen vom Bahnhof Großen-Buseck in diesem Jahre in mehreren großen Sendungen insgesamt 1397,100 Kilo, das sind nahezu 2 8 Zentner getrockneter Heiland Teekräuter an die Gaufammelstelle in Frankfurt a. M.-H ochst ab, von wo aus das Sammelgut der Gaue Hessen-Nassau und Kurhessen den im ganzen Reich verteilten Kontingentefirmen zugeleitet wird. Hundert» von Säcken, die nicht immer leicht zu beschaffen waren, wurden für den Versand von Großen-Buseck aus benötigt. Das Ergebnis von Großen-Buseck steht schon rein mengenmäßig einzig da, nicht nur im Kreise Wetterau, sondern auch imganzen Gau Hessen-Nassau. Aber auch qualitativ ist es deshalb besonders beachtlich, weil es sich mit nur einer Ausnahme streng an das dem Kreise Wetterau aufgegebene Kontingent hält und vor allem auch weniger einträgliche Kleindrogen in nennenswerten Mengen aufweist. Zu beachten ist ferner, daß das ausgezeichnete Ergebnis im wesentlichen von nur 10 kleineren Landschulen des Kreises Gießen aufgebracht worden ist, die alle in vorbildlicher Weise mit viel Liebe zur Sache ihre Pflicht getan haben. Um die vorn Bezivk Großen-Buseck Aus -er Stadt Gießen. Volkskundliches vom Ofen. Die „Seele der Stube" hat man den Ofen gewinnt, und tatsächlich ist er die Zelle, aus der heraus eine Wohnkultur sich überhaupt erst entwickeln ginnte. So lange sich die Hausgemeinschaft um das bdernde offene Herdfeuer des altgermanischen Halles versammelte, war noch wenig Behaglichkeit in dm von Zugluft und Rauch erfüllten Saal zu üren, der als Wohnraum diente. Erst als unsere lorfahren auf den Gedanken kamen, die bisher nur r dem Badehaus und der Backstube benutzte Heizvor- chtung in die Wohnung zu verpflanzen und diesen fen in dem ungeheizten Nebengemach des großen lerdraumes aufzustellen, da entstand ein gemüt- ches Zimmer, das nach dem alten Badehaus die ,Stube" genannt wurde, immer mehr in der Gunst tr Hausgenossen stieg und die unwirtliche Halle rit dem Herdfeuer allmählich zur Küche, ja schließ- jch zum Eingangsflur degradierte. ' Das Volk aber übertrug auf den Ofen die hohe Ehrfurcht und den frommen Glauben, mit denen ter Germane seine Feuerstätte von altersher um- tab. In vielen Zügen des Volksbrauches lebt noch feute dieser alte Kult des Herdes fort. In Schmalen horcht man auf das Knistern der Flammen, hs Knallen des Holzes im Ofen und glaubt in die- Tönen die Hausgeister sprechen oder schelten zu pren. Sogar bildliche Darstellungen solcher Ofen- Iptter in Ton und Gips hat es gelegentlich gegeben. Sm die Dämonen des Ofens günstig zu stimmen, r urben ihnen Opfer dargebracht, indem man Brot, Krätze, Milch und dergleichen hinstellte. In manchen (--egenden wird der Ofen sogar gelegentlich direkt -gefüttert"; man wirft vom täglichen Speiseabfall fern Kochen und Backen einiges in die Flamme, Italienischer Besuch im Gießener Universitäts-Institut für Erb- und Rassenpflege. aeleiftete Arbeit in ihrem Werte richtig einzuschätzen, ei vergleichshalber noch gesagt, daß das Jahreserlebnis dieser einzigen Sammelstelle Dreiviertel des chon sehr gut gewesenen vorjährigen Gefamtergeb- nisses des Kreises Wetterau und mehr als ein Drittel des Gesamtaufkommens des Gaues Hessen-Nassau in 1938 beträgt. Welche Drogen kamen zum Versand? Im einzelnen wurden von den Sammeleinheiten des Bezirks Großen-Buseck die folgenden Mengen an Trockengut auf der Bezirkssammelstelle abgeliefert und von dieser an die Hauptsammelstelle versandt: Schafgarbe 369,9; Waldhimbeerblätter 220; Waldbrombeerblätter 123,2; Ackerschachtelhalm 83,6; Hafelnußblätter 81,9; Gartenerdbeerblätter 69,9; Gartenhimbeerblätter 65,4; Kamillen 61,4; Johanniskraut 60,8; Odermennig 58.4; Huflattichblätter 46,6; Holunderblätter 42,7; Maiblumenblätter 30,5; Erdrauchkraut 23,7; Augentrostkraut 10,7; Holunderblüten 9,9, Brennesselblätter 8,4; Walderdbeerblätter 8,2; Feldthymian 7,3; Lindenblüten 6,9; Spitzwegerich 5,3; Taubnesselblüten 0,410 Kilo. reite zahlreiche Eintragungen von hervorragenden Persönlichkeiten des In- und Auslandes, die das Gießener Universitäts-Institut für Erb- und Rassen- pilege im Verlaufe seines fünfjährigen Bestehens besucht haben, aufzuweisen hat. Nach mehrstündigem Aufenthalt in Gießen setzte Profesior Dr. Landra seine Reite nach Berlin fort gestrigen Dienstag stattete Professor Dr. _____r a, der als Leiter des bevölkerungspolitischen Ressorts im italienischen Erziehungsministerium gegenwärtig Gast des Rassenpolitischen Amtes der ÄSDAP., Reichsleitung, in Deutschkland ist, dem Rassenpolitischen Amt des Gaues Hessen-Nassau owie dem Gießener Universitäts-Institut für Erb- und Rassenpflege einen Besuch ab. Professor Dr. Landra, der als führender Rassenpolitiker und Anthropologe Italiens bekannt ist, wurde in Gieren von dem Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Gau Hessen-Nassau und Direktor des Gießener Universitäts-Instituts für Erb- und Rasenpflege, Universitätsrektor Pros. Dr. med. H. W. Kranz, empfangen, der ihm die Organisation und Einrichtung des Rassenpolitischen Amtes im Gau Hessen-Nassau, das als eines der ersten in der Durchorganisation schon vor Jahren vollendet war, ausführlich schilderte. Der italienische Gast hat seinen Besuch in Gießen besonders auch deswegen gemacht, weil sowohl die rasfenpolitische, als auch die rafsenwifsenschaftliche Arbeit in dem Gießener Universitäts-Institut in einer einzigen Hand vereinigt liegt und eine Derartige Konstellation außer im Gau Hessen-Nassau (nämlich in Gießen) nur noch in Königsberg i. Pr. besteht. Im Anschluß an die Erläuterungen über die Organisation ches Gauamtes lernte Professor Dr. Landra die im Gießener Universitäts-Institut angewandten Forschungsmetho- den und Einrichtungen kennen, wobei er bas Institut in allen Teilen eingehend besichtigte und sich über die bisherigen Arbeitsergebnisse unterrichten ließ. Darüber hinaus erörterte er in einem regen Gedankenaustausch mit seinem Gastgeber, Professor Dr. Kranz, alle aktuellen rasse- und bevölkerungspolitischen Fragen. Im Verlaufe seines Be- uches schrieb er sich mit herzlichen Dankesworten auch in das Gästebuch des Instituts ein, das be- U Japanische Miigist. Von Annie France-Harrar. Wer heute die Bilder junger Japanerinnen sieht, Me Sport treiben, in Fabriken und Büros arbeiten, ; Sprachen lernen und längst aus Strohsandalen und Kimono verzichtet haben, wer diese Bilder sieht, >er kann sich kaum eine richtige Vorstellung davon Apachen, wie das Leben derselben östlichen Frauen Noch vor kaum fünfzig Jahren verlief. Alles war : >te ins Kleinste vorgeschrieben, nichts war der per- onlichen Meinung überlassen. Sogar für die Braut- ' Ausstattung gab es ganz genaue Regeln, die streng befolgt wurden. Der Kapitän einer der ersten deutschen Gesell- chaften, die das Land der aufgehenden Sonne be- • mchte, um Handelsverträge abzuschließen, hat damals ausgezeichnet, was eine Aussteuer enthalten mußte: „Ein weißes Hochzeitskleid, dessen Kragen und j ■ flertnel gold- und silberbestickt sind. Vier Kleider in >en erlaubten Farben rot, gelb, schwarz und weiß. Xlod) andere, ebenfalls genau bestimmte Anzüge. Für die Winternächte ein pelzgefütterter, dicker Mantel. So und soviele Handschuhe, Handtücher, | Kopftücher, Kopfkissen, Teppiche (nämlich die herr- ich feinen Strohmatten) und Matratzen. Mit einem Ausgehmantel der Ueberzug für die Sänfte. Ein 1 Bündel Haarschnüre durfte ebensowenig fehlen wie -in hübscher Spiegel. Dann Brenneisen zum Friste- 1 ren und ein Säckchen mit ganz bestimmten Durr- , Kräutern, die Des Geruches wegen beim Waschen ins ]. Wasser gestreut wurden. Lippenschminke und Nadel- Z kissen mit ausgezählten Nadelarten, Briefpapier und . mehrere Rollen Packpapier, dazu em eigenes ! Schreibzeug. Eine Reihe Kämme in einem besonderen Kästchen mit feinen Rasiermessern. Erne dritte Lackschachtel enthielt eine Hausapotheke. Nicht ver- j geffen werden durfte ein Tops mit einem Saft zum Lchwarzfärben der Zähne. Scheeren gab. es, einen | Kasten für empfangene Briefe (ein Mädchen Der P besseren Kaste mußte unweigerlich schreiben und I? lesen können), bestimmte Körbe und Topfe, als Talisman gegen döse Geister einen kleinen Dolch ■ in weißer Scheide. Seidenzwirn, die glückbringende Alge, die an die farbigen Hoflichksttska-rten zu Ge- chenken angeheftet wurde, einige Bambusstangen zum Wäschetrocknen, alle Arten Fächer. Und endlich eine Bank zum Aufstützen der Ellenbogen, wenn die fleißige Hausfrau einmal ausruhen wollte. Das alles wurde in das Haus des Bräutigams geliefert, und die Fraut folgte nach, beileibe nicht in ihrem herrlichen Hochzeitskleid, sondern in einem weißen Trauerkimono, denn von nun an war sie tot für ihre eigene Familie und galt als Tochter jener Sippe, aus der ein Mann für sie gewählt worden war. Was ist Kjtsch? Von Christian Bock. Ja, wer hat nicht schon einmal mit einem peinlich unsicheren Gefühl vor einem Bild gestanden, ohne entscheiden zu können: Ist Das nun eigentlich Kitsch oDer ist es Kunst? Schlechten Gewissens, weil plötzlich jenes Kunstgefühl, Das man zu haben glaubt, versagte. UnD wollen wir hier einmal alle miteinander zugeben, daß wir manchmal sehr unehrlich sind, daß wir oft der Meinung eines anderen unbesehen zustimmen und Reden führen, als hätten wir längst auch diese Meinung gehabt: nur um ja nicht in den Verdacht zu geraten, von Kunst nichts zu verstehen. Wir sollten es ruhig wagen, unbefangener Kunst zu betrachten und ohne zu große Angst vor einem Fehlurteil zu sagen, was uns gefällt oder nicht gefällt. Kunstverständnis ist schließlich keine Sache, die man wie radfahren lernt, und wer zu Kunst absolut kein Verhältnis hat, der findet es auch nach Der Lektüre von 30 Büchern über Kunst nicht. Eher ließe es sich noch lernen, was Kitsch ist, Denn — Das ist hier wichtig zu sagen — Kitsch hat mit Kunst im Grunde nichts zu tun, Kitsch ist nicht, wie manche meinen, eine Art schlechte Kunst, Kitsch ist eine ganz eigene Sache für sich. An den Wesensmarken 'Des Kitsches läßt sich am besten seine Art bestimmen. Zu allererst: Kitsch läßt möglichst im Leben alles gut ausgehen, in einem strahlenden happy end mit vergoldeten Sonnen im wasserblauen Himmel. Das happy end ist der bewiesene oberste Moralsatz des Kitsches: Alles endet schließlich gut. Und wenn etwas nicht gut endet, dann kommt eine andere Wesensart des Kitsches zutage: das Rührselige, Sentimentale. Kitsch liebt Tränen. Großes Glück und großes Unglück sind zwei Hauptmittel des Kitsches, menschlich zu rühren — da liegt ein grundsätzlicher Unterschied: Kunst erschüttert, Kitsch rührt! Darum haben auch alle Worte, die der Kitsch gern gebracht, einen Bonbongeschmack: sonnig — glücklich — entzückend — wundervoll — herrlich — das sind Vokabeln des Kitsches. (Wormt nicht gesagt ist, daß sie sonst nicht gebraucht werden dürften!) Kitsch übertreibt das echte, bis es unecht wird. Der Mond wird ein Pappmond mit eigelbem Anstrich, Landschaften haben die buntesten Farben aus dem Malkasten, und die Uebergänge von einer Farbe zur anderen sind in naiver Manier sanft ineinanbergepinfelt, Glück wird zum ewigen Leben in strahlender Helle, und die Glyzerintränen des Unglücklichen laufen, wenn sie schon laufen, aleich in wahren Lachen, Kitsch spart nie mit dramatischen Mitteln und Effekten. In allen Bezirken Des Ledens gibt es den Kitsch. Daß er gerade als Bild oft an den Wänden hängt, hat Anlaß gegeben, ibn mit Kunst zu verwechseln ober ihn wenigstens für eine schlechte Abart von Kunst zu halten, aber es gibt ibn überall. Es gibt ganze Lebensanschauungen, die lauter Kitsch sind. Zimmereinrichtungen und Meinungen, Sprüche, Häuser und Theaterstücke. Kitsch ist nach alledem, wenn man einmal versuchen will, es auf eine einfache, wenn auch nicht ganz zutreffende Formel zu bringen, alles, was unecht und Ersatz ist: Marmoriertes Holz statt Marmor, Kulisse statt Natur, Phrase statt Wahr- beit, erlerntes Pathos statt Gefühl — Die Reihe ließe sich zu'einem dickbändigen Lexikon fortsetzen. Ueberall verbraucht der Kitsch Ersatz für das Echte, das ihm iehlt. Darum liebt er auch so sehr alles Symbolische. Weil ihm das Echte fehlt, sogar der Mut zum Echten, zeigt er nicht Die Dinge wie sie sind, sondern kleidet sie, wie er sie haben möchte, als Ersatz symbolisch aus. Billige Vergoldungen werden zum Symbol für Pracht, gemalte Sonnenstrahlen zum Symbol für Glück. Und trotzdem gibt es einen Kitsch, Den man verte iDi gen kann. Man muß manchyial Mut zum Kitsch haben. Nichts ist überheblicher als von sich zu behaupten, man habe sich niemals von Kitsch rühren lassen. Der naive Optimismus des Kitsches ist manchmal im Leben recht brauchbar, und wer ganz bewußt Den Kitsch als Kitsch verbraucht, kann sich harmlos seiner beglückenden Wirkung hingeben, ohne am guten Geschpiack Schaden zu leiden. Amerikaner haben, wie man es schon aus ihren Filmen sehen kann, eine weit unbefangenem und gar nicht ängstliche Einstellung zum bewußten Kitsch und nehmen ihn für das, was er ist. Wie fangen Filme an? Da türmen sich bergehoch die Gefahren, Züge ent* gleichen, Häuser stürzen zusammen, unüberwindliche Schwierigkeiten stehen zwischen den Liebenden — und was sich schon niemand vorftellen konnte: am Ende läuft es alles gut und glücklich aus, das Gute siegt triumphierend über das Bose und Tückische. Menschlich befriedigt über diesen Aus* gang gehen wir nach Hause, voll vom rührenden Optimismus des Films. Und wer im Hutauffetzen „Kitsch!" ruft, weiß vielleicht von Kunst weniger als der andere, der lächelnd sich freut, wie denn alles so glücklich endete. Er hat harmloser in sich ausgenommen, was es zu sehen gab. Es gibt natürlich Grenzen, die so ein Kitsch ein* halten muß, gber es gibt harmlos guten Kitsch. Als ich einmal von Ferien am späten Abend wieder in der heimatlichen Großstadt ankam und vom fahrenden Autobus die Lichtreklamen links und rechts in den Straßen wiedersah, war ich gerührt von dieser fesllich weihnachtlichen Dekoration der großen Stadt, die ich drei Wochen nicht gesehen hatte. Die Kitschgirlanden der Lichtreklamen wissen gut, warum sie so farbig sind: die Leute sehen es. Und ist nicht ein Weihnachtsbaum mit allem Schmuck und Gehänge Kttsch? Es ist Kitsch von der guten, brauchbaren Sorte, die zudem hier eine ehr* würdige Tradition hat. Niemand würde es sich ein* fallen lassen, sie anzutasten, obwohl sie kitschig ist. Nur vor schlechtem Kitsch wollen wir uns hüten, vor falschem Pathos und Gefühl, vor allem Unechten, Das scheinen will, was es nicht ist. und diese beiden Dinge, Kunst und Kitsch, wollen wir fäuber« lich auseinanderhalten. SJ.-fpori Jahres-Hauptversammlung -er Gchühengesellschast 1926 Gießen Geländelauf der HI. in Heuchelheim. Am Sonntag fand unter Leitung des Führers der Hitler-Jugend Heuchelheim, Scharführer Hans Neidel, der diesjährige Herbstgeländelauf statt. Scharführer Neidel wies in einer kurzen Ansprache auf den Sinn des Geländelaufes hin und betonte, daß im Winter noch mehrere derartige Veranstaltungen folgen werden. Etwa 50 Hitlerjungen starteten in 2 Klassen, Jahrgang 23/24 3000 Meter, Jahrgang 25/26 etwa 2200 Meter. Start und Ziel war der Sportplatz Heuckel- heim. Die Strecke war gut ausgesucht. In beiden Klassen gab es spannende Kämpfe. Die beiden Vertreter des Jungvolks, Fähnleinführer Hans Rinn und Iungzugtührer Gert Herzberger, waren ihren Kameraden aus der HI. klar überlegen. Um die weiteren Plätze wurde bis zu den letzten Metern gekämpft. Die erzielten Zeiten sind in Anbetracht der teilweise schweren Strecke als gut zu bezeichnen. Ergebnisse: Jahrgang 23/24 , 3000 Meter: 1. Fähn- leinlührer Hans Rinn 9,34 Min.; 2. Igg. Ludwig Hofmann 10:10,5 Min.: 3. Igg. Werner Kreiling 10,31 Min.: 4. Igg. Karl Gernandt 10,36 Min.; 5 Igg. Emil Lub 10-36,2 Min.: 6. Komeradschaftsf. Walter Will 10,42 Min. Jahrgang 25/26, etwa 2200 Meter: 1. Iungzugf. Gert Herzberger 8,02 Min.: 2. Igg. Kart Hofmann 8,07 Min. 3. Igg. Ernst Rinn 8,12 Min.-, 4. Igg. K. H. Kreuter 8-12,1 Min.: 5. Igg. Hans Hokmann 8,15 Min.: 6. Kameradschaftsführer Günther Wobker 8,17 Min. Mit der Verlesung der Sieger durch ScharMrer Neidel wurde der erste Geländelauf der Hitler- Jugend Heuchelheim beendet. Entscheidung im Faustball. Das Schlußspiel im Faustball, das nach dem Punktgleichstand von Pouzeidirektton und Bezirks- sparkasse notwendig geworden war, brachte, wie vorausgesehen, einen sehr ausgeglichenen Kampf, dessen verhältnismäßig niedriges Punktergebnis auch den Leistungsfortjchrltt widerspiegelt, der im Laufe der Spielzeit erzielt wurde. In der ersten Spielhälfte lagen die Bankleute stets leicht in Führung und sicherten sich beim Wechsel einen Vorsprung von zwei Punkten, der jedoch in der zweiten Halbzeit bald dahinschwand. Die Polizei drehte nun den Spieß um, lag zeitweilig bis zu vier Punkten dem Gegner voraus und schien nach allem auf dem besten Wege, das Spiel zu gewinnen. Doch wie vor dem Schlußpfiff noch nie ein Spiel gewonnen war, so war auch hier bei einer geringen Unachtsamkeit der Vorsprung im Nu dahin, und als beim Stand 27:28 wenige Sekunden vor Schluß der Ball nicht mehr in die Hälfte des Gegners gebracht werden konnte, war der Gleichstand erreicht. In der Verlängerung brachte die Bezirkssparkasse, die nun wieder besser ins Spiel kam, noch acht Treffer an, denen die Polizei nur vier entgegensetzen konnte. Sieger nach gleichwertigen Leistungen also Bezirkssparkasse. Die mit diesem Spiel nun abgeschlossene Wettspielreihe von Behörden- und Betrlebsmannschaften, Die vom NSRL.-Fachomt Turnen angeregt und beaufsichtigt wurde, verfolgte einmal den Zweck, für das Faustballspiel allgemein zu werben, zum anderen sollte zum Wettspielbetrieb angeregt werden, der ja stärkere Impulse zur Leistungssteigerung ver- mittelt als der reine Uebungsbetrieb. Beide Ziele dürften in dieser Spielzeit erreicht worden sein, und der NSRL. erwartet daraus für das kommende Jahr einen weiteren Aufschwung seiner Spielreihen. Lehrgänge im ffrauenhandball. Die umfangreiche Lehrgangsarbeit, die das Fach- amt Handball feit geraumer Zeit entfaltet, wird nunmehr in verstärktem Maße auch auf das Gebiet des Frauenhandballs ausgedehnt. Die Mädels, die sich erfreulicherweise stark für den neuen Zwerg der Leibesübungen interessieren, sollen nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch für die kommen. den Ereignisse auf den Plätzen vorbereitet werden. Lereinsführer und Gründer der Schützengesellschaft 1926 entgegengebrachte Vertrauen niederlegte. Dos älteste anwesende Mitglied Ludwig Haas brachte auf einstimmigen Beschluß den seitherigen Vereins- führer Ed. G o n d n e r wieder in Vorschlag, der die Neuwahl annahm. Allerdings bedarf diese noch der Bestätigung der höheren Instanzen. Der wieoergewähUe Dereinsführer Ed. Gond- n e r dankte der Versammlung für das erneut bewiesene Vertrauen und bat, da er jetzt als Vereins- führer, Unterkretsschützenführer und Kreisschützenführer insgesamt 86 Schützenoereine der Kreise Alsfeld, Gießen, Dillenburg, Wetzlar und Wetzlar-Nord zu betreuen habe, auch weiterhin um die Unterstützung durch seine altbewährten treuen Mitarbeiter. Hierauf bestimmte er seinen Beirat: Kamerad Heinz H e r r ö b e r als stellvertretenden Vereins- führer. Während seiner vorübergehenden Abwesenheit beim Heeresdienst übernimmt Kamerad Herrn. Thomas die Stelle des stellvertretenden Vereins- führers kommissarisch: die Kameraden Willy Becker als Kassierer, Konrad Becker als Ober- schützenmeister und Schießleiter, Fritz D e w a l d als Platzmeister, Herrn. Thomas als Beirat in Ver. sicherungsangeleaenheiten, Heinrich Balzer als Dietwart, Ludwig Schneider als Protokollführer und Inventarverwalter, Heinrich Blum als Jung- schützenmeister. Dem Schießausschuß gehören an: Der Schießleiter Konrad Becker, der Schießleiter Heinrich Blum, der Platzmeister Fritz D e w a l d , der Inventarverwalter Ludwig Schneider. Dem Aeltestenrat gehören an: außer dem Dereinsführer nnb seinem Stellvertreter die Kameraden L. Haas, Konr. Becker und L. Schneider Dem Dernnü- gungsausschuß gehören an: der Kassierer Willy Becker, der Platzmeister Fritz D e w a l d , Karne- rnb Hcb. Ruhl. Kamerad Henn Gebauer, Kamerad Erich Beyer. Vorsitzender bei allen Aus. schüssen ist stets der Dereinsführer. Als Kaffen- Prüfer Für die nächsten 2 Jahre wurden die bewähr, ten Kräfte Fritz Burk und Karl Kraft qewählt. Die neuen Satzungen wurden dann verlesen und einstimmig angenommen. Bei der Auslosung von Anteilscheinen wurden ausgelost die Anteilscheine Nr. 3, 32, 45, 48, 82, 102, 169, 178, 180, 181, 284, 297, 316, 402, 407 und 409. Es ist geplant, im Frühjahr auch im Frauenhand, ball Pflichtspiele zu starten. Dazu gehört aber, daß zunächst die notwendigen Doraussetzungen gesckaf« fen werden. Denn es ist nicht damit getan, daß überall Mannschaften ins Leben gerufen werden. Wichtig ist vielmehr, ihren Bestand zu sichern und vor allen Dingen die Kinderkrankheiten, mit denen man auch hier rechnen muß, von vornherein aus- zumerzen. Das aber kann, wie die Erfahrung lehrt, nur durch intensive und planmäßige Schulung ge. chehen, die sich über eine Reihe von Monaten er. streckt. Sie umfaßt zunächst die Einführung in die Handballregeln, dann in erhöhtem Maße dte prak. tischen Spielvorgänge. r v In die Lehrgangsarbeit greift im Laufe des Mo. nats Januar n. I. u. a. auch die Bereichsfachwartin ein. Weitere Referate sind in Vorbereitung. Die örtliche Leitung und die vorausgehenden Befpre- chungen übernehmen der Bezirksfachwart für Hand- ball im Bezirk Gießen, Luh, und der Obmann für Frauenhandball, Bernhardt (Garbenheim). Der erste Lehrgang findet am Wochenende in Allen- darf (Lahn) statt. Man sieht, welche Bedeutung heute dem Frauen- Handball auch im Bezirk Gießen zukommt. Das Spiel, das trotz seiner ersten Anfänge über eine e Anzahl Anhänger verfügt, soll weiterge- n werden und eine bleibende Einrichtung in unserem umfangreichen Sportbetrieb werden. Es soll in jedem kleinen Verein Einkehr halten und auch dort gepflegt werden, wo man das Handball, spiel bisher noch nicht kannte. Die Voraussetzungen für eine günstige Entwicklung sind ohne weiteres gegeben, die Bedingungen, unter denen das Spiel durchgesührt werden kann, sind denkbar einfach, Darum darf man erwarten, Daß die Bemühungen der zuständigen Stellen belohnt werden. Zugendfußball. Garbenleich 1. Jugend — 1900 1. Jugend. 1:5. Die 1. Jugend der Blau-Weihen trat im Kampf um die Bannmeisterschaft gegen die 1. Jugend von Garbenteich an. Sie gewann nach überlegenem Spiel mit 5:1 Toren. Die 2. Jugend stand im Freundschaftsspiel gegen Lollars 1. Jugend und verlor sehr unverdient mit 3:0 Toren. Heuchelhelm — Launsbach 3:1 (0:1). Am Sonntag wellte die 1. Jugendmannschaft von Launsbach zum fälligen Rückspiel in Heuchelheim, und sie mußte eine 3:1-Niederlage einstecken. Das Spiel begann mit schnellen Angriffen der Gäste, die von der Hintermannschaft der Blau-Weißen abge» wehrt wurden. Bei einem blitzschnellen Angriff der Launsbacher schoß der Halblinke den Führung,- treffer. Mit 1:0 für Launsbach wurden die Seilen gewechselt. Kurz nach der Pause schoß der Linksaußen der Blau-Weißen zum Ausgleich ein. Der Gastgeber spielte nun weiterhin überlegen und konnte durch zwei unhaltbare Tore den Sieg sicher- stellen. Butterschmalz richtig verwendet. Das neue Butterschmalz hat in diesen Tagen In alle deutschen Haushaltungen seinen Einzug ge- halten. Die Hausfrauen haben, soweit es ihnen überhaupt etwas neues war, schnell seinen Wert erkannt. Wenn es da und dort doch noch an dem nötigen Verständnis fehlt, dann läßt sich das nur mit dem Mißtrauen erklären, das Hausfrauen zunächst grundsätzlich allen Neuerungen entgegenbrin- gen. Und doch ist hier jedes Mißtrauen unberechtigt. Für einen großen Teil der deutschen Hausfrauen ist das Butterschmalz nicht neues. In Süddeutsch- land und insbesondere auch in der Ostmark war es seit jeher üblich, daß die Butterüberschüsse des Sommers für den Winter „eingemacht", d. h. aus. gelassen in einem großen Fettopf aufgestellt wur- den. Nicht anders ist unser jetziges Butterschmalz gewonnen, wenn auch die Herstellung maschinell erfolgt. Butterschmalz ist für jeden Kenner sozusagen die Königin aller Fette, und seine Wertschätzung geht auch daraus hervor, daß so berühmte Markenvrodukte wie die Dresdner Stollen ober das Wiener Teegebäck ausschließlich mit Butter- schmalz gebacken werden. Diese Tatsache leitet zur Verwendung von Butterschmalz im Haushalt über. Butterschmalz sieht zwar butterähnlich aus, es ist mal gröber und mal feiner, in der Farbe blaß- grau bis blaßgelblich, es ist aber nicht wie Butter ein Streichfett. Als Brotaufstrichmittel ist Butterschmalz nicht geeignet. Cs ist ausschließlich Brat- und Kochfett, als solches aber im Geschmack vorzüglich. Beim Braten hat es ähnliche Eigenschaften wie das Del. Man braucht längst nicht so viel But- terschmalz zu nehmen wie sonst Butter, da es sich um reines Fett handelt. Deshalb ist auch der Zuteilung der Maßstab der Delzuteilung zu Grunde gelegt worden. Wenn die Hausfrau das Butterschmalz im Haushalt richtig verwendet, bann kann es keine Enttäuschung, sondern nur Freude bringen. Die Schützengesellschaft 1926 e. D. hielt am Sonn- tag bei Kamerad Ludwig Bepler, Bahnhofstraße, ihre diesjährige Jahres-Hauptversammlung ab. Die Versammlung ehrte zunächst durch stilles Ge- denken die Toten des Weltkrieges, des jetzigen Krieges, sowie den verstorbenen Kameraden Georg Schrimpf. Hierauf gab der Vereinsführer Ed. Gondner einen Bericht über das verflossene Geschäftsjahr. Er führte u. a. aus, daß sich die Neuorganisation im NSRL. bis jetzt bewährt hat. Der Schleßbetrieb hat durch den Krieg nicht gelitten, wohl sind 24 der besten Schützen zur Fahne einberufen, aber die Zurückgebliebenen haben suh desto intensiver der Sache angenommen. Besonders wurde die Jugendgruppe bester und weiter ausgebaut, wie die gute Schubleistung bewiesen hat. Auch die übrigen Schützen haben durch fleißiges Ucben ihre Schuhleistungen verbessert, sodaß sich die Resultate bei den Schießen auf die Vereins-, Unterkreis- und Gaumeifterschast gegenüber früher gebessert haben. Bei dem Königschießen 1939 wurde Kamerad Paul Hainbach Schützenkönig. Ed. Gondner 1. Ritter und Heinr. Gebauer 2. Ritter. 1940 wurde Kamerad Karl Heitz, Wieseck, Schützenkönig: Herrn. Thomas 1. Ritter und Fritz Dewald 2. Ritter. Auch die Junngschützen schossen 1940 erstmalig um die Königskette, der Iungschütze Heinz Rau wurde Schützenkönig der Iungscyützen. Der Vereinsführer sprach allen Be- teiligten seine Anerkennung für ihren Einsatz aus. Die Verbindung mit den im Feld« stehenden Ko- meraben wird auf schriftlichem Wege und durch Uebersendung von Liebesgaben und Zeitschriften aufrechterhalten. Hohe Auszeichnungen und Beförderungen sind zu verzeichnen. Der Kassierer Willy Becker erstattete sodann den Kassenbericht. Die Kasse wurde durch die Prü- fer Fritz Burk und Karl Kraft geprüft und in bester Drtmung befunden, sodaß dem Kassierer Ent. lastung erteilt werden konnte. Erfreulich war es zu hören, daß der Kassierer trotz der Beitragsfreiheit der eingezogenen Kameraden einen ansehnlichen Betrag an alten Verpflichtungen abtragen konnte. Die Amtszeit des Vereinsführers Cd. G o n d n e r war auf Grund der seitherigen Satzungen abge- laufen, so daß er sein Amt mit Dankesworten für das ihm in den 14 Jahren feiner Tätigkeit als bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Gie- nen von der Versammlung gebilligt. Auf diesem Wege wird es möglich sein, auch phosphorhaltige Düngemittel, die vor allem für die neuangepflanz- ten Obstbäume gebraucht werden, zu beziehen. Die im großen bezogenen Düngemittel werden vom Lager des Vereins ausgegeben. Hieraus beschäftigte sich Dereinsleiter Junker mit einigen Fragen des Kleingartenvereins. Unter Punkt Verschiedenes kamen einige interne Angelegenheiten zur Besprechung. Der Vereinsleiter konnte weiterhin mitteilen, daß durch Entgegenkommen der Stadt hinstchllich der Grundsteuer und durch die Firma Gail eine Ermäßigung der Pachtgebühr eintreten kann. Da- durch wird di« Pachtgebühr in den Gotischen Gär- ten und den übrigen Gärten des Vereins die gleiche Höhe betragen. Dem Verein bleibt nun die Möglichkeit, Geldmittel anzusammeln, um die notwen- bigen Reparaturen vorzunehmen und neue Brun- Nen anzulegen. Für den einberufenen Schriftführer Mohaupt wurde der Eisenbahninspektor Schmidt als Nachfolger bestimmt, ein neuer Rechner soll noch ernannt werden. Gietzener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtoiehmarkt (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in der Viehverstei- ' gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 41,5 bis 45 Rpf., Bullen 37,5 bis 49, Kühe 18 bis 46,5, Färsen 40 bis 44,5, Kälber 16 bis 57, Hümmel 28 bis 46 je % kg Lebendgewicht, Ziegen 18 dis 28 RM. pro Stück. Für Schweine wurden je kg Le- bendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg • und mehr) 1,14 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) l,0T d (80 bis 99,5 kg) 1,02, e bis f (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider) 1,12, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. — Marktverlauf: gut, alles zugeteitt. * ** Ein Achtzigjähriger. Der Eisenbahn- beamte i. R Emil Gunther, Kaiserallee 50 wohnhaft, wird am morgigen Donnerstag, 21. Nov., 80 Jahre alt. Dem alten Herrn gilt auch unser Herz- licher Glückwunsch zu seinem 80 Geburtstage und für einen weiteren schönen Lebensabend. ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Don- nerstag, 21. November, können der Arbeiter Fried- rich Haibach und Frau Minna, geborene Graub- ner, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar bringen auch wir unsere herzlichen Glück- wünsche dar. ** Lehrschein mit goldener Nadel. Der Turnlehrerin Margret Seim, Gießen, Löber- straße 11, eine in Gießen und im weiten Umkreis bekannte Sportlerin, konnte nach vorausgegangener Prüfung von der Hauptgeschäftsstelle Berlin der Deutschen Lebensrettungs-Gemeinschaft der Lehrschein mit goldener Nadel durch den RAD. 3/110 in Bach bei Marienberg (Oberwesterwald) überreicht werden. Aus her engeren Heimat. Ein Mann totgefahren Der Autolenker mit seinem Wagen geflüchtet. ♦ Herbstein, 20. Nov. Auf der Landstraße Herbstein—Altenschlirf In der Nähe des sog. Schaf. Hof wurde der auf einem Fahrrad unterwegs befindliche Georg Dönsel aus Metzlos-Gehag von einem Personenkraftwagen Übersah- r e n und so schwer verletzt, daß der Mann tot lie- gen blieb. Als der Autofahrer sah, was er angerichtet hatte, flüchtete er mit feinem Wagen, er verlor dabei aber das Nummernschild des Autos, das aufgefunden wurde, sodaß man ihn an Hand dieses Beweisstückes feststellen wird. Die Staatsanwaltschaft Gießen uno die Gendarmerie in Grebenhain haben die Ermittlungen sofort aufgenommen. Schweinemarkt in Vuhdach *Butzbach, 19. Nov. Bei dem im Rahmen des Katharinenmarktes heute abgehaltenen Schweine- markt waren 277 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 16 bis 18 RM., 6 bis 8 Wochen alte 18 bis 21 RM., 8 bis 10 Wochen alte 21 bis 25 RM. pro Stück. Bei flöt- tem Handel wurde der Markt geräumt Landkreis Gießen * Lollar, 20. Nov. Ein hiesiger Einwohner wurde wegen unzüchtiger Handlungen an mehreren Mädchen unter 14 Jahren fest genommen und nach Gießen in gerichtliche Untersuchungshaft eingeliefert. )•( Ruppertsburg, 19.Nov. Unser Ernte- Kindergarten mürbe seither von den Helferinnen Emma R u p p e l und Marie Port in gewissenhafter Weise recht gut geführt Er ist nun eine Dauereinrichtung geworden. Die Kindergärtnerin Fräulein MÜller-Ahlheim aus Grünberg hat seine Leitung übernommen.______________ SOOOÄtlometer SieSe Roman von Olly Boeheim 82. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Zweifellos. Es ist vollkommen ausgeschlossen, daß du öffentlich tanzt Das mußt du begreifen, Anni. Man würde es nicht verstehen, wenn du auch nach unserer Heirat noch eine Tätigkeit ausüben würdest, die derart im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Außerdem ist es wohl selbstverständlich, daß du auf die Ansichten meiner Eltern Rücksicht nimmst." „Ich soll also auf meine Kunst verzichten", sagte Anita", „nur weil meine zukünftige Schwiegermutter an meinem Kostüm Anstoß nehmen könnte, bloß weil sie ein halbes Jahrhundert zurück ist —?" „Beleidige meine Mutter nicht!" „Nichts liegt mir ferner. Ich liebte sie schon, ohne Se zu kennen, weil ich dich über alles liebte", sagte ntta unter Tränen. „Liebtest, sagst du. Also wäre die Liebe vorbei?" „Du legst jedes Wort auf die Goldwaage. Be- greife, daß ich völlig verwirrt bin. Mein Erfolg, ie Menschen, das Lampenfleber vorher: ick bin rote in einem Rausch. Laß ihn mir, Erik. Sei nicht bitter. Ein Glücksgefühl wie nach dem ersten Erfolg kommt nie wieder. Ich glaube, wenn man das ein zweites Mal erleben wollte, wäre es, als wollte man zu den Freuden der Kindheit zurückkehren. Die sind auch verschlossen. Verdirb mir diesen Abend nicht, Erik. Habe ich nicht ein Recht auf Freude heute nacht?" ,Zch werde btr den Abend nicht verderben, Anita, du sollst dein Recht auf Freude, wie du dich so schön ausdrückst, haben. Ich werde mich empfehlen." „Erik!" „Das ganze Haus ist voll von Leuten, die nur darauf warten, dir ihre Bewunderung zu Füßen zu legen. Da möchte ich nicht stören." „Erik!" Anita klammerte sich an seinen Hals. „Versteh mich doch!" „Nein, ich glaube, ich kann dich nickt verstehen. Uni) es ist wohl besser, ich brech« diese Unterhaltung ab", sagte Erik Schmitterlöf. „Du entschuldigst mich wohl und entschuldigst den Irrtum, daß ich dich liebte." Anita wandte sich um. Ihre Knie zitterten. Sie sah Erik Schmitterlöf im Schatten der Hecken verschwinden, als hätte ihn der Erdboden verschluckt. Sie schlug die Hände vor das Gesicht und weinte. Ihr Körper bebte vor Schluchzen. Plötzlich fühlte sie eine warme Hand auf ihrem Nacken. „Dera", sagte sie und warf sich aufweinend der Frau in die Arme. „Ich dachte es mir, Kind." „Sie wissen alles?" ,Lch sah ihn gehen und wußte alles." „Sie meinen, er kommt nicht wieder?" „Ick glaube, Anni, er wird wiederkommen Er liebt dich doch. Ein Wermutstropfen ist immer im Becher unserer Freude. Vielleicht hat Gott uns des- halb besonders lieb. Man muß jedes Glück mit einer Träne bezahlen. Manchmal sogar mit viel Tränen. Das Schicksal gibt uns keinen Kredit." „Er wollte —" „Daß du nicht mehr tanzen sollst." „Woher wissen Sie das?" „Meine Kleine, well ich diese Not selbst durch- machen mußte. Ich habe mich damals für meine Kunst entschieden. Und in einsamen Stunden, in dem tausendsten Hotelzimmer fragte ich mich manchmal, ob es richtig war." „Sie zweifelten?" „Und ob ich zweifelte, Anita. Die Jahre rannen wie Sand durch meine Finger. Am Ende stand die Einsamkeit. Es ist ein großes Glück, das wir in unserer Kunst erleben, aber es ist nicht die Vollendung eines Frauenschicksals, Gattin und Mutter zu sein? Ueberleg es dir gut, Kind. Oder vielmehr, folge deiner inneren Stimme. Es wäre unrecht, einem Menschen zu raten. Die Kreuzwege im menschlichen Leben sind zu wichtig, als daß man nicht der eigenen Stimme folgen sollte. Sie ist untrüglich. Man muß nur tief in sich hineinhorchen, um sie zu vernehmen." „Sie sind so klug!" „Kind, wenn man ein halbes Menschenleben hin- ter sich hat und noch nichts daraus gelernt haben sollte, dann müßte man ein Brett vor dem Kopf haben. Aber willst du nicht endlich ,du' zu mir sagen?" „Gern, wenn ich darf: du bist so gut!" „Es ist leicht gut zu fein, wenn man glücklich ist." „Ich bin namenlos unglücklich!" Dera Verriss strich zärtlich über Anitas rotblon» des Haar. ,Zn der Jugend ist alles grenzenlos. Morgen wirst du wieder grenzenlos glücklich fein, wenn der kleine Seeoffizier wieder da ist." „Du meinst?" „Dqß er nach einer schlaflos »durchkämpften' Nacht, wo er mit seinem »Männerstolz' und seiner »Mannesehre' ringt, zu der Einsicht kommen wird, daß er noch ein »endgültiges' Wort mit dir reden muß. Dann wird es nur an dir liegen, ob du zum Standesamt ober auf die Probebühne gefjft" „Du hältst beides zusammen für ausgeschloffen?" „Ja! Nicht etwa, well du deinen Seeoffizier nicht umstimmen konntest. Ader wie sagte unser Tiger? Dte Kunst Ist eine herrische Göttin: sie erfordert den ganzen Menschen Ich fürchte, du würdest eine schlechte Hausfrau ober eine mittelmäßige Tänzerin werden. Ich war nie in meinem Leben für Halbheiten. Aber ich zweifle nicht daran, daß du dich so entscheiden wirst, wie du es schicksalsmäßtg tun mußt. Und nun komm ins Haus, Anita. Du bist der Mittelpunkt des Abends", und mit einem kleinen Lächeln fügte sie hinzu, „vielleicht das letztemal. Das muß doch ausgekostet werden!" „Das letztemal?" sagte Anita zu sich selbst und griff an ihr Herz, als ob es ihr körperlich weh täte. • 2 0. Kapitel. Anita schlief in dieser Nacht trotz aller Aufregungen fest und tief. Die Sonne stand schon hoch und warf zitternde Kringel auf die Tapete des Hotelzimmers, als Anita vom Surren des Telephons erwachte. Traumartig durchzuckte sie die Erinnerung an Den gestrigen Abend, und wieder fühlte sie das seltsame Ziehen am Herzen. Herzweh dachte sie mit einem matten Lächeln. Ich glaubte, das wäre nur eine Erfindung der Dichter. Sie konnte den Gedanken nicht zu Ende denken. » „Ein Herr wünscht Sie zu sprechen", sagte der Portier. Es war Peter Renz, der nach kurzer Anmeldung mit einem Arm voll Zeitungen in ihr Zimmer stürmte. „Meine untertänigste Gratulation. Wir sind gemacht! Der Tiger hat ein« Lobeshymne vom Stapel gelaßen, gegen die fein gestriger Toast auf dich ein hilfloses Gestammel fein dürfte." „Ganz schön und gut, Peter", sagte Anita, die einen Morgenrock Übergeworfen hatte und aufgeregt im Zimmer auf und ab ging; „aber ich kann die Kritiken doch nicht lesen!" „Dann werde Ich sie dir vorlesen", erklärte Peter Renz. „Du kannst sie doch auch nicht übersetzen", rief Anita ratlos. „Wozu gibt es Uebersetzungsbüros", sagte Peter und zog Den Trumpf des Morgens, einen Pock Schreibmaschinenseiten aus der Tasche. „Diesmal, du sensitiver Fisch, kannst du mir nicht mit der Ausrede kommen, daß Vera Verriss' berühmter Name die Füllfederhalter zum Lob gelenkt hat. Diesmal gelten die Kritiken der blutjungen und genialen Anfängerin Anita ©liefen. So, und nun soll dein Schmitterlöf zerspringen: ich geb« dir einen Kuß." (Fortsetzung folgt)