(90. Jahrgang Hr.248 für die Mittagsnummer brs8'/,Ubr desBormittagA Äruetgen-Preiser Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Beilenbreite Nachläße: Wiederholung MalstaffelI Abschlüsse Mengenstanel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25'/« mehr Erschein: täglich, auker Sonntag« und s>eterrags Beilagen: Dte;>Uustrterie Gieketlerr>nniillenblätter Heimat lmBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Dlit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen ^Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschiub 2251 Drahtanschrift.„Anzeiger" Postscheck 11Tranks. M ; «ggg» ä ® Samstag, (9 I Sonntag, 20. Moder 1940 Slchener Anzeiger «wSxäk.-, General-Anzeiger sürGberhessen DerjapanischeGeistundseineGrundlagen Don Or Eduard Spranger, o. profesior der philoi opbie und Pädagogik an der ün foerfif dt Äerlin. Die Kultur des Fernen Ostens beurteilen wir in der Regel falsch, weil wir das, was wir Abendländer von ihr leicht verstehen können, für die Hauptsache halten, in chren eigentlichen Mittelpunkt aber ohne tiefgehende Studien nicht eindringen können. Die historische Erforschung Japans durch Ausländer steht noch in den Anfängen, pnter diesen Umständen ist es geboten, sich von voreiligen Dergleichen freizuhalten und das Urteil auf solche Ereignisse einzuschränken, die für das japanische Volk unbedingt zum Schicksal geworden sein müssen. Als es um 1853 zuerst entschieden in das Küstenspiel der Weltpolitik hineingezogen wurde, war es schon etwas Bestimmtes geworden, wovon es in der Folgezeit nie wieder loskonnte. Es wurde dann mit dem Beginn der Meiji-Restauration (1868) vor die erste große Entscheidung gestellt, der es in einem wahrhaft schöpferischen Sinne gerecht wurde. Das allgemeine Bewußtsein in Japan geht dahin, daß die Nation etwa mit dem Jahre 1937 in die zweite große Entscheidung eingetreten ist, um die es noch heute, und gerade heute, im 2600. Jahre des Reiches, geht. * lieber die rassische Herkunft und Zusammensetzung des fernöstlichen Jnselvolkes herrscht Streit. Daran aber kann kein Zweifel fein, daß es schon vor 2000 Jahren von den Hochformen asiatischer Kultur berührt wurde und sich mit ihnen auf feine eigene nationale Art auseinandergesetzt hat. Sie kamen über die Länderbrücke Korea. Was vor diesen Begegnungen liegt, ist heldische Urzeit. Es bewahrt bis in die Gegenwart die gestaltende Macht des ureinheimischen Mythos. Man hat auf diesen Urgeist der Eroberung der Provinz Pamato durch den ersten Kaiser immer wieder zurückgegriffen, wie wir in der germanischen Urzeit heute noch die Wurzeln unserer Kraft suchen („Yamato damashi“). Um so mehr, als jener erste Kaiser, der sein Herrscherrecht auf die Abstammung von der Sonnengöttin Amaterasu zurückführte, der Ahnherr der noch heute regierenden kaiserlichen Familie ist. Ahnenkult und Kaiserkult hängen eng zusammen: Das ganze Volk empfindet sich als eine große, durch das göttliche Kaiserhaus geeinte Familie. Den Landesgöttern, zu denen die Ahnungsgötter gehören, gilt die Urreligion (Shinto). Fremde Einflüsse lagern sich darüber. Zunächst von China her die konfuzianische Morallehre und Rechtslehre, dann (seit 552) der Buddhismus. Er ist es, der die große Kunstentfaltung in Japan beflügelt und eine Blüte der geistigen Kultur schon in der Naraperiode herbeiführt (710 bis 780). Aber sr nimmt in Japan eine durchaus eigene Gestalt an: sein mystischer Grundzug wandelt sich in das Aktive. Es folgt eine Epoche höfisch-ästhetischer Kultur von großer Zartheit. Dann erst die eigentliche Krieger- und Ritterzeit. Die ritterliche Kultur zieht wesentliche Kräfte aus dem Meditationsbuddhismus (Zen). Die Kriegerethik (Bushido), die selbst aus sehr verschiedenen Quellen stammen mag, wird im Laufe der Jahrhunderte zum Kern der nationalen Sitte. Seit 1191 endet die Selbstregierung der Kaiser, ohne daß ihrer Heiligkeit Eintrag geschieht. Große Adelsgeschlechter mit eigener Hausmacht herrschen 6V2 Jahrhunderte lang in der Stellung des Shoguns, der von nun an der eigentliche weltliche Regent ist. Im 16. Jahrhundert hegen mächtige Kriegshelden schon Pläne zur Erweiterung nach dem Festlande und der südlichen Inselwelt hin. Die Begegnung mit den Portugiesen führt nicht nur zur Ausdehnung des Handels, sondern auch zum Eindringen des Christentums. \ Aber seltsam! Das japanische Volk, das so viele Einflüsse östlicher Kultur mit kräftiger Eigenart verarbeitet hatte, stößt plötzlich das sich nähernde Abendland samt dem Christentum wieder ab. Das Jnselreich verschließt sich über der Shoau- natsregierung der Familie Tokugawa (1603 bis 1868) für 250 Jahre fast jedem fremden Einfluß. Es festigt sich um so mehr nach innen. Der Hochadel wird durch ein absolutes System in Schach gehalten. Das geistige Leben wird normalisiert. Am Ende der Tokügawaregierung ist jedoch schon eine beträchtliche (betont) nationale Literatur und Wissenschaft da. Der japanische Geist — noch immer geführt vom Hochadel und dem sprichwörtlich lehns- treuen Mannentum (Samurai) — ist innerlich fertig, als von neuem das Fremde an die Pforten des Jn- selreiches klopft. Wir sollten es nie vergessen, daß Japan durch das Erscheinen der Flotte des amerikanischen Admirals Perry (1853 ff.)' gezwungen worden ist, sich dem kapitalistischen Welthandel und damit dem abendländischen Stil kapitalistischer Weltpolittk zu öffnen. Der Entschluß dazu erfolgte unter dem Zwang der Kanonen. Aber die freie Entscheidung trat sogleich hinzu, dies nicht zu tun, ohne mit den Großmächten der Welt wettbewerbsfähig zu werden. Demgemäß begann die „Verwestlichung , wie quellenmäßig bewiesen werden kann, mit dem Studium der modernen Wehrtechnik. Alles andere abendländische Wissen sollte dazu helfen oder zog im Gefolge davon erst ein. Damit auch die große Gefahr der geistigen lleberfremdung und der überstürzten inneren Entwicklung, die in den Augen des Abendländers ein Nachholen von Versäumtem ,zu sein schien. Aber was die Abendländer meist nicht wissen, ist dies, daß diese Stunde der Ausschließung gegen'den'Westen zugleich die Stunde der nationalen Selbstbestimmung wurde. 650 Jahre der Usurpation wurden gleichsam ausgestri- chen. Der Kaiser — geistliches Oberhaupt in unserem Sinne — übernahm wieder die Selbstregierung. Das war keine Revolution unter fremdem Einfluß, sondern eine Restauration.^ Das nationale Geschick fugte es so, daß der Kaiser nach dessen Ehrennamen diese Epoche benannt ist'M e i j i (1868 bis 1912), eine der gemalsten Persönlichkeiten der neueren Geschichte war. Er und ferne Paladine steuerten den schwierigen Weg zwischen Modernisierung und Rückkehr zu den uralten Kraftquellen, besonders des Shinto. Die Feudalordnung wurde aufgehoben. Alle freigewordenen Kräfte der ritterlichen Lehnstreue strömten nun wieder dem Kaiserhaus allein zu. Der große Kaiser konnte befehlen, daß sein Volk sich den modernen Studien hinzugeben habe. Er konnte eine Derfasiung nach westlichem, überwiegend deutschem Muster verleihen. Die Japaner wurden das größte Lernoolk der Welt, ohne ihren Stolz zu verlieren. Sie empfingen ein Oberhaus und ein Unterhaus, die neben dem göttlichen Regenten doch keine zentrifugalen Tendenzen entfalten konnten. Der Kaiser hatte eine durchaus moderne Armee, in der aber der einheimische leidenschaftliche Opfergeist der Samurai lebendig geblieben war. Er konnte mit ihr den chinesischen und russischen Feldzug siegreich beenden. Japan war im Lause von kaum 50 Jahren unbestrittene Weltmacht neben, den fünf älteren Weltmächten geworden. Es bewies feine aufbauende Kultur im Innern und feine kolonisatorische Kraft in Korea. Fragt man jedoch, wo die letzten Wurzeln dieser nach außen drängenden Kraft lagen, so waren es sehr tief liegende Bindungen: der Ahnenglaube, die Festigkeit der Familie, der mit der Meiji-Zeit plötzlich wiedererwachte Wille zur Nachkommenschaft. Aber es gab auch soziale Erschütterungen: Dom jugendlichen Individualismus und Liberalismus bis zu zeitweilig mächtiger marxistischer und kommunistischer Ansteckung. Die Parteien erhoben ihr Haupt und nahmen chren kaiserlichen Auftrag wichtig. Der Intellektualismus gefährdete die Jnstinktsicherheit und Gesundheit der Jugend. Der Kapitalismus, der in Japan selbst seine Frühform gehabt hatte, nahm jetzt auch internationale Züge an. Dor allem entfaltete sich ein Gegensatz, den man so formulieren kann: die neueren Stände gegen bie alten. Die neuen waren die Kaufleute, die Industriellen und Techniker, die Akademiker und die ganze weitschichttge „Intelligenz". Die alten waren Bauern — die infolge des Aufbaues der zeitgemäßen Industrie entsetzlich verarm! waren — und die Erben des Samuraigeistes, der Bushidomoral, die nur noch in der Armee und Marine den Boden für die Auswirkung ihres Echos finden konnten. Diesen Gegensatz konnte der Fremde 1936/37 wie ein unterirdisches Grollen verspüren. Seitdem ist daraus ein Erdbeben geworden — ein Vorgang, der uns japanischen Volks-, charakter, so sehr er den Ordnungsmächten verhaftet ist, doch auch etwas durchaus Vertrautes und 6r= wartetes bedeutet. Auf vulkanischem Boden gedeihen die schönsten Gärten — es gibt in der Wett keine höhere Dolksmoral als die japanische; aber unter ihnen walten auch wilde Naturmächte. 3. Das moderne Japan hatte sich dem amerikanischen Drängen nach Eingliederung in die Weltwirtschaft gefügt. Nun bedurfte es der Absatzgebiete für seine Industrie, der Rohstoffsicherung für Friedens- und Kriegswirtschaft, des Sied- Riccardis Besuch in Berlin. Völlige Uebereinstirnrnung auch in der Wirtschaftspolitik. Berlin, 18. Oft. (DNB.) Der Besuch des italienischen Außenhandelsministers Riccardi, der sich eine Woche als Gast der deutschen Regierung und des Reichswirtschaftsministers Funk in der Reichshauptstadt aufhielt, hat seinen Abschluß gefunden. In täglichen Besprechungen wurden zwischen .Riccardi und Funk alle die Wirtschaftspolittk Deutschlands und Italiens berührenden Fragen eingehend erörtert Es besteht Übereinstimmung darüber, daß der Verrechnungsverkehr innerhalb Europas nach dem Kriege weiter ausgebaut, aber gleichzeitig elastischer gestattet werden muß. Der Mark und der Lira wird innerhalb des dann zu schaffenden Verrechnungssystems eine ausschlaggebende Bedeutung zukommen. Es entspricht der Grundauffassung der beiden eng verbundenen revolutionären Bewegungen, daß die Stabilität der Währungen nicht mehr durch den Prozentsatz des zur Deckung vorhandenen Goldes, sondern durch die in der Arbeitskraft liegende Leistungsfähigkeit jedes Volkes bestimmt werden muß. Eines der wesentlichsten Ziele der europäischen Zusammenarbeit nach dem Kriege muß es sein, die Lebenshaltung der Völker auf den höchsten erreichbaren Stand zu bringen. Die neue europäische Zusammenarbeit im Sinne des Nationalsozialismus und des Faschismus bedeutet also die Entwicklung einer gesun - Iben Autarkie, die Deutschland und Italien als Grundlage der kommenden Wirtschaftspolitik betrachten und die gleichfalls die Voraussetzung für einen gesunden Handel und Güteraustausch mit den anderen Wirtschaftszentren in der Welt bildet. Deutsch-italienische studentische Znsaniwenorbest Berlin, 18. Oft. (DNB.) Zwischen der Reichsstudentenführung und der italienischen Studentenorganisation wurde die Veranstaltung deutsch-italienische „Convegni" vereinbart die in etwa halbjährigen Abständen jeweils in Deutschland und Italien durchgeführt werden sollen. Sie sollen den geistigen Gedankenaustausch der studentischen Jugend beider Nationen fördern und zu einer einheitlichen Ausrichtung in den geistigen Problemen unserer Zeit sowie zu einer Klarstellung der historischen Entwicklung der beiden Nationen in ihrem Verhältnis zueinander beitragen. Der erste dieser „Convegni" findet am 20. Oktober 1940 in B 0 - l 0 g n a statt. lungsbobens für den gewaltig anwachsenden Devol- kerungsübersckuß. Die Neunmächtekonferenz von Washington (1922) wurde als feindlicher Rückstoß gegen Japan empfunden. Aber es begann planmäßig die Ausdehnung seines Festlandeinflusses. Dahinter liegt der Grundsatz: Asien den Asiaten! Die kriegerische Auseinandersetzung mit China hat auch ein ideologisches Motto. Man empfindet Cchina als das Land des klassischen Geistes, von dem man gelernt hat. Die abendländische Kultur hingegen empfinden die streng national Gesinnten als materialistisch. Man möchte die eigene überlegene Organisationsgabe für die Neuordnung Chinas zur Verfügung stellen, stößt dabei aber auf das immer entschiedener herausschlagende Nattonal- dewußtsein der Chinesen. Die neue Großraumpolitik, die Durchführung der „neuen Ordnung" in Ost- asien fordert die äußerste Kraftanspannung des Jnselvolkes. Wieder liegt ein Zwang dahinter: die sprengende Enge des Nahrungsspielraumes. Wieder aber vollzieht man auch eine große Entscheidung: Das Fremde soll weithin ausgeschieden, der militärische Geist schon in der Jugend gestärkt, die äußerste Einfachheit und Bedürfnislosigkeit soll wieder zum nationalen Lebensstil werden. Die Führung dieser Polittk hat die Armee, in der sich die beiden alten Stände treffen: die Samurai und die Bauern. Man begegnet dabei z. T. dem Widerstand von feiten der Ideale aus der Meiji-Zeit, wie sie im Parlament und in den Universitäten verkörpert sind. Deshalb bedient man sich neuestens bewußt des Sttles der Meiji-Gesetzgebung, um zu betonen, daß es sich gleichsam um den zweiten Akt eines und desselben Dramas handle. Noch immer sind Kaiserkult, Ahnenglaube und Familienprinzip die stärksten Stützen des einheimischen Ethos. Neligionskonflikte werden vermieden, um so leichter, da der Buddhismus oft noch entschiedener nationale Tendenzen verttitt als der Shintoismus, der als Religion schon etwas verblaßt ist. Nachdem England zurückgedrängt ist, wächst täglich die Spannung mit Amerika. Japan hat sich ideologisch ganz auf die einheimischen ethischen Kraftquellen -pirückgezogen. Was äußerlich mit Bewegungen in Europa verwandt scheint, ist näher besehen wieder von unvergleichbarer Art. Der Japaner ist selbst überzeugt, daß der polittsche Stil seines Reiches keinen Vergleich gestattet. Der uralte „Yamato Damashi” konzentriert sich aufs neue in sich selbst. Berlin, 18.Oft (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Ausgang des Bristol-Kanals kam es bei einem Vorstoß deutscher Zerstörer znm Seegefecht mit einem durch Zerstörer gesicherten britischen Kreuzer-Verband. Unsere Zerstörer griffen den überlegenen Feind an und erzielten auf einem feindlichen Kriegsschiff einen Torpedotreffer. Der Gegner brach daraufhin das Gefecht ab. Zur Verfolgung des Feindes wurden Flugzeuge eingesetzt. Die deutschen Zerstörer sind unversehrt in ihre Stützpunkte zurückgekehrt Wie bereits bekanntgegeben, gelang es in der letzten Nacht bei einem Vorstoß deutscher Schnellboote gegen die englische Südostküste, zwei bewaffnete feindliche Handelsschiffe und zwei feindliche Tanker mit insgesamt 33 000 BRT. zu versenken. Ein U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant B l e i ch r 0 d t, von dem bereits zwei Teilergebnisse gemeldet worden sind, hat auf seiner letzten Unternehmung insgesamt 4 2 0 0 0 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt Damit hat Kapitänleutnant Bleichrodt insgesamt 93 862 BRT. vernichtet Leichte Sampfverbände griffen erneut die britische Hauptstadt und kriegswichtige Ziele in Südofi-England an. Trotz schwieriger Wehet- Das neue Rumänien. Die Bitte des rumänischen Staatschefs General Antonescu um Entsendung einer deutschen Militärmission, der der Führer in Durchführung der nach dem Wiener Schiedsspruch über die neuen Grenzen zwischen Ungarn und Rumänien übernommenen Garantie entsprochen hat, ist das sichtbarste Zeichen für den radikalen Kurswechsel, den das neue Rumänien nach dem innerpolitischen Umsturz auch außenpolittsch vollzogen hat. England hat auf dem Felde seiner Kriegsausweitungspolittk wiederum eine Schlacht verloren, das ist der Eindruck, dem sich nicht einmal die britische Öffentlichkeit trotz aller Vertuschungsrnanöver zu entziehen vermag, zumal auch alle Hoffnungen, die man in London auf eine deutsch-russische Verstimmung als Folge des Anschlusses Rumäniens an die Politik der Achse gesetzt hatte, sich als trügerisch erwiesen. Moskau war wie vor dem Abschluß des Berliner Dreierpaktes, wie es dem Geist des deutsch-russischen 23er« hältnisses entspricht, auch diesmal freundschaftlich unterrichtet worden, so daß die britischen Kriegshetzer sich vergebens bemüht haben, ein Feuer anzublasen, das keine Nahrung findet. Man muß sich in London wohl oder übel damit abfinden, ein bis« her besonders* bevorzugtes Betätigungsfeld unterirdischer Minierarbeit des Secret service, auf das man trotz aller Widerstände immer noch große Hoff« nung für feine Kriegsausweitungspläne gesetzt hatte, aus der Rechnung zu streichen. Vor der Ankunft der deutschen Militärmission in Bukarest, dem gleichzettigen Einrücken der deutschen Lehrformatio« nen und der Uebernahme des Schutzes der rumänischen Erdölgebiete durch Abteilungen der deutschen Luftwaffe haben die britischen Agenten fluchtartig das Land verlassen, an ihrer Spitze der britische Militärattache Mac Nadd, der die Seele aller Umtriebe gewesen war, die Rumänien für den Krieg an der Sette Englands reif machen sollten. Damit ist es nun endgültig vorbei. Denn die neue rumänische Staatsführung ist entschlossen, auch all den vorwiegend jüdischen Elementen, die, von den Westmächten bestochen, sich als ihre willfährigen Werkzeuge in Presse, Polittk und Wirtschaft Rumäniens betätigt und damit die eigenllichen Interessen des Landes schwer geschädigt haben, für alle Zeiten das Handwerk zu legen. Die skrupellosen Machenschaften einer Clique ehrgeiziger Politiker und profitgieriger verhättuisse gelang es, im Osten Londons am Bahnhof Deptforl, bei den Vic10ria-D0cks sowie im Stadtgebiet nördlich der Themse wichtige Anlagen zu zerstören. Es kam dabei zu mehreren Luftkampfen, in denen unsere Jager Sieger blieben. Bei L e Havre beschoß eine heeresbatterie ein feindliches U-Boot Sturzkampfflieger griffen darauf das Boot mit Bomben an. Unter starken Detonationen wurden Bootsteile an die Oberfläche geschleudert, so daß mit der Vernichtung des U-Bootes zu rechnen ist Marine-Artillerie zwang feindliche Schnellboote, die sich der flandrischen Küste zu nähern versuchten, durch ihr Feuer zum Abdrehen. Schiffsansammlungen im Hafen von Dover wurden durch Marine-Artillerie unter wirksames Feuer genommen. 3n der Nacht richteten sich starke rollende Luftangriffe wieder gegen die Industrie- und Dockanlageu von London, sowie gegen Liverpool und Birmingham. Das Verminen britischer Häfen nahm feinen Fortgong. Britische Flugzeuge flogen gestern in das Reichsgebiet n i ch t ein. 3n den Luftkampfen des gestrigen Tages verlor der Gegner 17Flugzeuge. Sieben deutsche Flugzeuge werden vermißt. Unterseeboot kehrt von siegreicher Fahrt znrülk. Minenräumboote geleiten bas Unterseeboot in einen Stützpunkt an der französischen Küste. Kleine Wimpel am Mast verkünden die Siege über feindliche Handelsdampfer. — (PK.-Dietrich-Scherl-M.) Schneidige Vorstöße der Kriegsmarine. Deutsche Zerstörer gegen feindlichen Kreuzerverband erfolgreich. — Kühner Handstreich deutscher Schnellboote. — ll-Voot versenkte 42000 BVT. Schwere Lleberschwemmungskaiastrophe in Katalonien. Hunderte von Häusern von den Kluten fortgeriffen. ErdrutsHe und Hauseinstürze. - Zahlreiche Todesopfer. Finanzspekulanten, die in der Verfilmung von Politik und Geschäft den besten Nährboden für chre Händel sahen und dabei den britischen Drahtziehern ins Garn gingen, solche Machenschaften, die das Land zum Ausbeutungsobjekt fremder Geldmächte degradierten und es zum Spielball westlicher Politiker machten, find unvereinbar mit dem Wesen des neuen rumänischen Staates, dessen Rückgrat die national-legionäre Bewegung Codreanus ist, die Sauberkeit und Pflichttreue zu Pfeilern einer neuen Lebensordnung machen will und aus einer neuen Gesinnung die Geburt einer neuen Führerschicht in einer wieder gesundeten Gesellschaft erwartet. Das Problem dieser inneren Reform, die mit dem außenpolitischen Kurswechsel so eng verflochten ist, ergibt sich zu einem wesentlichen Teil aus der Ein- stslrung zum Bauerntum. Das verflossene Regime hat allzu oft außer acht gelassen, daß Rumänien ein Bauernland ist, wenn auch das Erdöl eine so große Rolle in seiner nationalen Wirtschaft bedeutet. Mais, Weizen und Gerste sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, im Rumänien vor den Gebietsabtretungen dieses Jahres waren 82 o. $). des gesamten Ackerlandes mit Getreide bestanden, wobei sich der einseitige Anbau von Mais und Weizen in weiten Strichen des Landes in schlechten Erntejahren katastrophal auswirkt. Die Ernteerträge schwanken außerordentlich und liegen weit niedriger als die in Deutschland erzielten, was vor allem auf mangelhafte Bodenbearbeitung in- folge Fehlens moderner landwirtschaftlicher Maschi- nen und ausgesuchten Saatguts zurückzuführen ist. Reisende berichteten, daß man vielfach heute noch Steinwalzen, Dreschflegel und primitive Holzpflüge als Handwerkszeug des rumänischen Bauern antreffen könne. Die starke Abhängigkeit von den internationalen Getreidepreisen verhinderte die Bereitstellung ausreichenden Kapitals für eine intensive Bodenkultur. Das Wirtschaftsabkommen mit Deutschland begünstigte eine Verlagerung des Anbaues von Getreide auf Futtermittel. Oelfaaten und Faserpflanzen, für die ein stetiger Absatz gesichert ift. Aber die Schwierigkeit ist die Kavitalbeschafiunq für den kleinen Grundbesitzer. Der Staatschef selbst hat darauf hingewiesen, daß die rumänische Agrarreform, die den Großgrundbesitz zum größten Teil zerschlug, nur eine politische, aber keine wirtschaftliche Reform war, weil sie dem von ihr geschaffenen kleinen Grundbesitzer keine Mittel zur Verfügung stellte zur Beschaffung ausreichenden und brauchbaren Inventars. Der Fundamentalfehler war, so erklärte General Antonescu, daß die rumänische Nationalbank ihre Aufgabe als Kreditinstitut eines Bauernstaates durch ihre Kreditpolitik Industrie und Handel vor der Landwirtschaft begünstigte. Hierin soll nun ein grundsätzlicher Wandel eintreten. Die enge Zusammenarbeit mit Deutschland auch auf wirtschaftlichem Gebiet, die den rumänischen Agrarprodukten den großen kontinentalen Markt erschließt — wir denken nur an die Belieferung der dänischen Viehzucht mit Futtermitteln, die sie bisher aus England oder Uebersee bezog — wird dazu beitragen, dem rumänischen Bauerntum jene sicheren wirtschaftlichen Grundlagen zu geben, die es braucht, um beim Neubau des rumänischen Staates die Aufgaben zu erfüllen, die ihm zukommen als dem Stand, der dem neuen Rumänien das Ge- sicht gibt. Nicht minder groß sind die Umstellungen, deren es bedarf, um die industrielle Erzeugung wieder in den Dienst der Nation zu stellen. Rumänien ist reich an Bodenschätzen. Die größte Rolle unter ihnen spielt das Erdöl. Mit fast 3 v. H. der Welterzeugung steht Rumänien an sechster Stelle, aber in den letzten Jahren ist die rumänische Erdölförderung ständig gesunken, 1936 betrug sie noch 8,7 Millionen Tonnen, 1939 nur noch 6,25 Millionen Tonnen. Es ist nicht nur technische Rückständigkeit, die hierfür verantwortlich zu machen ist, sondern es waren vorwiegend wirtschaftspolitische Manipulationen der unter ausländischem Einfluß stehenden Erdölgesellschaften, die auf diese Weise auf die rumänische Regierung einen Druck ausguüben suchten, denn da 20 v. H. der Staatseinnahmen aus Konzessionsgebühren, Steuern, Zöllen und Hafengeldern der Erdölindustrie herrühren, war das Schwanken der Erdölerzeuaung für den rumänischen Staat ein äußerst empfindlicher Punkt. Rumänien selbst war nur mit 26 v. H. am Kapital der Erdölgesellschaften beteiligt, während 26 v. H. in Händen britischer und holländischer Kapitalgruppen waren, 35 o. H. auf französisch-belgische Beteiligungen entfielen und 13 v. H. in amerikanischen Händen waren. Seit Deutschland in seinem Wirtschaftsabkommen mit Rumänien auch für die rationellere Ausbeute der rumänischen Erdölfelder Interesse zeigte, hat die britisch-französische Plutokratie durch ein ganzes Netz von Agenten alle Minen springen lassen, um zu verhindern, daß Deutschland in größerem Ausmaß rumänisches Erdöl erhielte. Da es nicht nur bei finanzpolitischen Transaktionen blieb, die dazu bestimmt waren, die Erdölförderung weiter zu senken und die Ausfuhr nach Deutschland zu stören, sondern auch zu regelrechter Sabotage britischer Agenten durch Brandstiftung und Betriebsstörungen kam, schritt schließlich die rumänische Regierung zur Selbsthilfe. Sie stellte das ganze Erdölgebiet unter Kriegsgesetz, setzte einen Staatskommissar für die gesamte Erdölindustrie ein und griff schließlich zur Ausweisung zahlreicher bri- ti'cher und französischer Agenten, die sich, als Ingenieure getarnt, in die Betriebe eingeschlichen hatten, um ungestört ihr perfides Handwerk zu treiben. Nun wird auch diesem ganzen Spuk, der charakteristisch war für den Mißbrauch der Wirtschaft durch die Politik der westlichen Plutokrcttien, radikal ein Ende gemacht werden. Rumäniens Bodenschätze, zu denen neben dem Erdöl auch noch wertvolles und bisher noch wenig erschlossenes Erdgas, Stein- und Braunkohle, Eisenerze, Bauxit, Graphit und Steinsalz zählen, werden in Zukunft allein der Wohlfahrt des rumänischen Volkes zugute kommen und durch ihre intensive Ausbeute, unabhängig von den Zufälligkeiten internationaler plutokratischer Methoden zur Hebung des Lebensstandards der rumänischen Nation beitragen. Auch dazu wird Deutschland, wie es in dem schon erwähnten Wirtschaftsabkommen angebahnt war, seine helfende Hand leihen. Rumänien hat die Sünden der Vergangenheit teuer bezahlen müssen. Aber das rumänische Volk scheint aus den Fehlern einer nach dem Westen schielenden Politikerkaste gelernt zu haben, die, von den nach verlorenem Kriege allzu mühelos errun. penen Erfolgen berauscht, m törichter Großmanns- fudjt die Kraft des eigenen Landes überschätzt und sich schon wie einst Herr Titulescu in. Genf als 2RittIer zwischen den Großmächten gesehen hatten. Aus diesen Träumen hat es ein böses Erwachen gegeben. Als im vergangenen Herbst der polnische Verbündete unter den Schlägen der deutschen Was- fen zusammenbrach und die Warschauer Kata- strophenpolitiker mit kläglichen Resten der zertrüm- werten polnischen Armee ihr Heil in der Flucht über die rumänische Grenze suchten, klopfte der Krieg zum ersten Mal an die Tore Rumäniens. Barcelona, 19. Oft (DRB. Funkfpruch.) Ueberschwemmungeu In Katalonien infolge wolkenbruchartiger Regenfälle nehmen die Ausmaße einer Katastrophe an. 3n der Gegend von Bich haben die Wasser des Ter-Flusses, die in wenigen Stunden um vier Meter anschwollen, furchtbare Verwüstungen angerichtet. Innerhalb von 20 Minuten wurden in der Ortschaft Toroella von den Wogen 200 Häuser fortgeriffen, deren Bewohner sich zum größten Teil nicht mehr in Sicherheit bringen k nuten. 80 Personen werden bisher vermißt. 26 Leichen konnten geborgen werden. An anderen Stellen des Unwettergebietes wurden 12 Leichen auf dem Wasser treibend gesichtet. 3n einem anderen Städtchen sind 20 Häuser eingestürzt. wobei drei Personen ums Leben kamen. Unter den eingestürzten Häusern befinden sich auch die Gebäude einer bedeutenden Textilfabrik. Line Lisenbahndrücke in Toroella, die über den Ter- Fluh führt, stürzte in dem Augenblick ein, als ein Personenzug in langsamer Fahrt über sie hinwegfuhr. Mehrere Wagen mit der Lokomotive st ü r z - len in die Fluten. Zwei Passagiere ertranken. Die Zahl der verletzten ist bisher noch nicht bekannt. Berlin, 18.0kl. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen an Generalleutnant Llöhner, Oberst von Bismarck, Oberst Hohbach, Major K r a t s ch, Hauptmann Schulz und Oberleutnant D a u m ü l l e r. Generalleutnant C l ö ß n e r hat zwischen dem 5. und 10. Juni durch die meisterhafte Führung seiner Infanterie-Division unter vorbildlichem persönlichen Einsatz entscheidend zu dem Durchbruchs- erfolg des Korps und der anschließenden Verfolgung am Aisnekanal und an der Marne beigetragen. Beim Angriff über die Marne hat feine Division als Schrittmacher für die benachbarten jungen Divisionen gegen einen Feind, der sich verzweifelt wehrte, eine ungewöhnliche Leistung vollbracht. — Oberst von Bismarck erzwang mit seinem Schützenregiment den Maßübergang bei Leffe nach hartem Kampf mit französischen Paknestern, Bunkern und Besatzungen, stieß westlich der Maß bei Onhaye vor und erstürmte diesen Ort. Lediglich dem persönlichen Einsatz des Regimentskommandeurs war es zuzuschreiben, daß die von den Kämpfen der Vortage bereits stark ermüdete Truppe zu diesen Erfolgen fortgerissen wurde. Auch weiter hat Oberst von Bismarck durch die Umsicht seiner Führung kritische Lagen überwunden und seinem Regiment zu einer Reihe von Erfolgen verhalfen. Oberst Hoßbach stürmte als Kommandeur eines Infanterieregiments mit einer Vorausabteilung den vom Feind besetzten Ostrand des Ppernfanales und ermöglichte so der Division, von hier aus den planmäßigen Angriff fortzusetzen. An der Kanalküste griff er bei Dieppe in Begleitung eines Ordonnanzoffiziers, einer Gelechtsordonnanz und eines Spähtrupps mit einem LMG. die am Strande Man war in Bukarest durch die britische Garantie in eine verzwickte Lage geraten, die flüchtenden Polen machten sie nicht leichter, aber durch vorrätiges Lavieren entging man dem Aeußersten. Wie wenig freilich die britische Garantie für das Land auch nur den geringften praktischen Wert besaß, sah Rumänien Dann, als die Sowjetunion daran ging, die zwei Jahrzehnte hindurch ver- chleppte bessarabische Frage zu bereinigen. Aber ber Krieg wurde auch diesmal vermieden, wenn auch nur durch stillschweigende Unterwerfung unter die russischen Revisionsforderungen. Und er konnte ein drittes Mal vermieden werden, als Ungarns Revisionsansprüche durch den Wiener Schiedsspruch der Achsenmächte und Bulgariens Wunsch nach Rückgliederung der Süddobrudscha durch gülliche Uebereinfunft ihre Erledigung fanden. Rumänien ist aus dieser Revidierung kurzlebiger Konjunkturgewinne zwar an Umfang beträchtlich verkleinert hervorgegangen, aber es ist in seinem heutigen Besitzstand ein völkisch homogener Nationalstaat, der außer der starken deutschen Volksgruppe keine nennenswerten Minderheiten mehr in feinen Grenzen beherbergt, obwohl es noch einen Teil feines Land- zuwachfes aus dem Weltkrieg für sich hat behaupten können. Die deutsche Volksgruppe, von der wir sprachen, ist kein sprengendes Element im rumänischen Volkskörper, sondern Bindeglied zum großen Deutschen Reich, das mit der in Wien verheißenen Garantie das neue Rumänien in feinen starken Schutz genommen hat. Wie sehr man dies auch in Rumänien als eine Anknüpfung an beste außenpolitische Tradition des Landes empfindet, geht aus dem herzlichen Willkomm hervor, der der deutschen Militarmission bei ihrer Ankunft in Bukarest zuteil wurde, aber auch n rumänischen Provinzstädten, wo vereinzelt deut- che Lehrformationen ihren Standort erhalten haben, sind sie mit einer Begeisterung empfangen worden, die dafür spricht, daß das rumänische Volk mit innigem Dank die glückliche Wendung seines Schicksals empfindet, die zu den Verheißungen des innerpolitischen Umbruchs ihm nun auch die Ge- währ gibt, daß es in Frieden die Früchte feiner Arbeit genießen kann. Denn unter der Anleitung friegscrprobter deutscher Instruktoren wird auch aus dem rumänischen Heer, das trotz hoher Ausgaben für die Rüstung uneinheitlich und mangelhaft bewaffnet, sowie schlecht ausgebildet war, wieder eine schlagkräftige Wehrmacht werden, der ruhmvollen Taten würdig, die einst rumänische Truppen unter ihrem ersten Fürsten Carol von Hohenzollern im russisch-türkischen Krieg vor Plew- na 1877 vollbracht haben. Sechs Jahre später hatte Carol den politischen Anschluß an die Mittelmächte vollzogen und noch 1913 das Bündnis erneuert, in dessen Schutz Rumänien zu einer unabhängigen, geachteten Macht geworden war. Erst der britische Ein- 3nfolge der heftigen noch anhaltenden Regengüsse ereignete sich auf der Eisenbahn st recke von Gerona zur französischen Grenze, in der Rähe der Bahnstation E a mo lle ra ein großer Erdrutsch, wobei die Lokomotive und der Gepäckwagen eines Personenzuges von den Erdmassen verschüttet wurden. Die Zahl der Opfer ist bisher noch nicht bekannt. 3nfolge des weiteren Ansteigens des Ter-Fluffes muhten die Beowhner der Stadt Gerona am Freitagabend alarmiert werden, um von den Wasfermaffen bedrohte Häuser zu räumen. 3n den Abendstunden des Freitag ging auch über Barcelona ein heftiges Unwetter mit wolkenbruchartigem Regen nieder, fodaß in kurzer Zeit in den tiefer liegenden Stadtteilen die Straßen und Keller unter Waf fer standen. Feuerwehr und freiwillige Hilfstrupps der Falange leisteten überall Hilfe beim Leerpumpen der Keller und Wohnungen. Die angerichteten Materialschäden sind bedeutend, doch find rNneschenleben nicht zu beklagen. Der spanische Staalsches General Franco hat Hilfsmaßnahmen angeordnet und zur Linderung der ersten Rot der betroffenen Bevölkerung, 100 000 Peseten bereilgeskellt. Zur Einschiffung versammelten feindlichen Truppen an und nahm 4200 Engländer und Franzosen gefangen. An der Loire drang Oberst Hoßbach mit zwei Schützenkompanien in Chateau ©entier ein und verhinderte im letzten Augenblick die bereits r irbereitete Sprengung der großen Mayenne-Brücke — Major Kratsch befreite als Kommandeur einer Artillerieabteilung mit zwei Stoßtrupps eine ab- gefdjnittene und vom Feinde hart bedrängte Batterie. Er erledigte hierbei MG.-Nester mit 'Pistolenschüssen und kämpfte feindliche Stellungen nieder. Mit wenigen Monn machte er 350 Gefangene, darunter einen Oberst und 30 Offiziere, und erbeutete 20 schwere Maschinengewehre und 1 Pak. — Hauptmann Schulz eilte als Kompaniechef in einem Panzerregiment bei Sommiere einem von feindlichen Panzern im Rücken angegriffenen Schützenregiment zu Hilfe und warf den Gegner zurück. Auch bei Philippeville brachte er mehrere französische Panzerkampfwagen zur Uebergabe. Bei Hersin warf er einen Angriff feindlicher Panzerwagen, die bereits in die Stellung unserer Schützen eingedrun- qen waren, zurück, vernichtete drei Tanks und schlug den Rest in die Flucht. Bei Hescamps gelang es ihm, 300 französische Soldaten gefangen zu nehmen, eine feindliche Artillerieabteilung und ein Pionierbataillon zu überrennen, beim' Nachschubstab eine Kriegskasse und 10 feindliche Panzerwagen und 100 Lastkraftwagen zu erbeuten. — Oberleutnant Dau- wüller leitete als Kompaniechef in einem Ge- birgsjägerregiment den Angriff auf den stark befestigten Ort Bechancourt. Nach fast vierstündigem erbitterten Häuserkamps, an dem Oberleutnant Dau- wüller mit Handgranate und Maschinenpistole teilnahm, wurde der Ort genommen und damit die feindliche Flankierung, die bisher den Uebergang über den Aisnekanal verhindert hatte, ausgeschältet. fluß am Hofe seines Nachfolgers und die Begehrlichkeit der mächtigen liberalen Partei unter Mannern wie Bratianu, Jonescu und Averescu führten Rumänien an der Seite der Westmächte in den Weltkrieg unb mit dieser Abkehr von der naturgegebenen Verbindung mit Mitteleuropa auf den verhängnisvollen Irrweg über die ungesunde Aufblähung zu dem Großrumänien der Pariser Vorortdiktate in zwei Jahrzehnte eines falschen äußeren Glanzes und innerer Unruhe, die nun mit der Wiederh->rst->llunq einer den politischen und wirtschaftlichen Realitäten entsprechenden Ordnung ihr Ende gefunden haben. Damit sind auch von außen her alle Bedingungen gegeben für eine neue glückliche Epoche in der Entwicklung des rumänischen Volkes und für die Erfüllung der politischen und wirtschaflichen Aufgaben, die ihm im fontinentaleuropäischen Raum Zufallen. Dr. Fr. W. Lange. Was England in Rumänien verliert. Wie die italienischen Blätter aus London melden, stellt die englische Presse wehmütige Betrachtungen über Englands Verluste in Rumänien an. Der „Daily Expreß" klagt, Großbritannien verliere K a - Pilotanlagen im Werte von etwa fünf Millionen Pfund, außerdem Anleihen, die einmal zwanzig Millionen Dfund wert gewesen seien, und darüber hinaus noch „einiges O e l" Noch im ersten Halbjahr 1940 führte England über 52Q 000 Tonnen Erdöl aus Rumänien ein. Deutschland mit dem Protektorat im gleichen Zeitraum nur rund 350 000 Tonnen. Jetzt hören die Ausfuhren für England auf. Auch die hier investierten englischen Kapitalien müssen abgeschrieben werden. Vor allem wurden die Raffinerien vom briti« schen Kapital beherrscht; so gingen 61 v. H. des geförderten Erdöls durch englische Raffinerien. Insgesamt hat England den Rumänen acht Anleihen gewährt, die auf 24,55 Millionen Pfund lauten. Von den ihm im vergangenen Jahre mit dem englischen Garantieversprechen erteilten Kredit hat Rumänien allerdings nur eine Million Pfund in Anspruch genommen. Aber aus den früheren Ru° mänen-Anleihen haben die Briten riesige Gewinne zu ziehen verstanden Schon von der ersten Staatsanleihe, die England Rumänien im Jahre 1864 ge« wahrte, und die auf 916 000 Pfund lautete, kamen 200 000 Pfund in rumänische Hände, den Rest behielten die englischen Bankiers als „Risikoprämie" und Spesen für sich. Zinsen von 7,5 o. H. bei Ausgabekursen von 80 v. H. waren bis in die letzte Zeit die Regel In der rumänischen Schwerindustrie standen vor allem die Reschitzaer Eisenwerke, die Vereinigten Metallhüttenwerke und die Melara Lokomotiv- und Röhrenwerke unter britischem Ein- Aktivität zur See. Während die Vergeltungsangriffe unserer Luftwaffe in den letzten Wochen im Vordergrund des Interesses standen, ist die deutsche Kriegsmarine durchaus nicht untätig gewesen. Sie hat ein Gebiet von der Biskaya bis in das nördliche Polarmeer zu schützen. Ihre Artillerie hat alle wichtigen Punkte besetzt und hütet Europas Festungsküste. Zerstörer und U-Boote sind ständig am Feind, unsere wendigen Schnellboote, die zur See das sind, was die Jagdflugzeuge für unsere schweren Bombenmaschinen bedeuten, durchpflügen die Meere, und alle diese Waffen unserer Kriegsmarine sind nicht nur für die Verteidigung da. sondern tragen in kühnen Vorstößen das Verderben in die Reihen der Flottenverbände des Gegners. Als der Handelskrieg der deutschen U-Boote in den letzten Wochen Erfolge errang, wie niemals vorher, schrie die englische Presse Zetermordio. Alle britischen Verheißungen, das U-Boot werde bald keine Gefahr mehr für die britische Handelsschifffahrt sein, zerrannen wie Churchills Schwindeleien in Nichts. Fast täglich bringt der OKW -Bericht Ziffern über erfolgreiche U-Bootfahrten Am 17. Oktober meldet er die Versenkung von 21000 Tonnen feindlichen Schiffsraumes, am 18. Oktober von 42 000 Tonnen durch Kapitänleutnant Bleichrodt, und zugleich den Untergang von zwei Handelsdampfern und zwei Tankern mit zusammen 33 000 Tonnen, die durch einen kühnen Vorstoß unserer Schnellboote vernichtet wurden Und dazu der Kampf unserer Zerstörer an Englands Westküste, am Bristolkanal! Dort liegen die großen enaüfcben Häfen Cardiff. Swansea, Pembroke usw. Niemals während des Weltkrieges konnten sich hier öeutfcbe Ueberwasser-Streitkräfte sehen lassen Der totale Sieg über Frankreich nach der Besetzung Norwegens hat die seestrateaiscbe Lage völlig verwandelt und unseren Kriegsschiffen den freien Zugang <)um Atlantik, damit auch zur operativen Bewevung im Rücken des Feindes eröffnet. Unsere Zerstörer gingen an einen durch britische Zerstörer geschützten Kreuzerverband heran, erzielten einen Torpedotreffer. schlugen den Feind in die Flucht und kehrten selber heim, ohne getroffen worden zu sein. Die ae- maltige Uebermacbt des Gegners schreckte sie nicht, sie griffen an. Und diesem furchtlosen Angriffsgeist, der in allen Teilen unserer Flotte lebt, weiß der Engländer nichts entgegenzusetzen. Das Gesetz des Handelns liegt auch zur See bei den Mafien Adolf Hitlers. fluß. Inzwischen sind bei Neschitza die britischen Vorstandsmitglieder ausgeschieden, auch bei *ben anderen Unternehmen wird der englische Einfluß sein Ende finden. Engländer und polen verlosten Rumänien. Bukarest, 18. DEL (Europapreß.) Am Donnerstagabend hat das Motorschiff „Transsylvania" mit über 150 Fremden, meist Engländern und Polen, Constantza mit dem Ziel Istanbul verlassen. Die Passagiere haben die Absicht, sich i n d e r T ü r - k e i niederzulassen. Nach einer anderen Meldung hat die griechische Negierung eine generelle Durchfahrtsbewilligung für jüdische Emigranten, die von Rumänien nach Palästina auswandern wollen, gewährt. 3u(flarifd)=rumätiifdi6 Annäherung. Sofia, 18. Oft. (Europapreß.) In bulgarischen Kreisen finden die rumänischen Stimmen starke Beachtung, die für eine Verständigung mit Bulgarien im Sinne einer dauernden Freundschaft zwischen den beiden Staaten eintreten. „Utro" veröffentlicht einen Bericht aus Bukarest, aus dem hervorgeht, daß in rumänischen Kreisen der Gedanke einer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Annäherung zwischen Rumänien und Bulgarien immer mehr Fuß fasse. Man erkenne in rumänischen Kreisen besonders an, daß Bulgarien den Vertrag von Craiova loyal durchgeführt und alles getan habe, um Zwischenfälle zu vermeiden. Oie Heimkehr der Volksdeutschen aus Bestarabien. G a l a tz, 19. Oft. (DNB.) Bis zum 18. Oktober sind 100000 Volksdeutsche aus Bessarabien ausgesiedelt worden. 77 324 haben bis einschließlich 17. Oktober die rumänisch-russische Grenze überschritten. Von diesen sind gegen 67 000 in den drei Häfen Galatz, Reni und Kilea verschifft worden. Im Galatzer Auffanglager halten sich derzeit mehr als 12 000 Bessarabiendeutsche auf, bevor sie auf der Donau und anschließend mit der Bahn die Weiterreise nach Deutschland antreten. Aus Bessarabien sind noch rund 5000 Volksdeutsche in 20 Trecks zu erwarten. Bis Ende des Monats wird die große Völkerwanderung ihren Abschluß finden, rund 120 000 deutsche Menschen werden mießer heimgekehrt sein ins Reich. Unruhe in Palästina. Arabische Demonstrationen gegen Anden und Briten. Rom, 18. Oft. (Europapreß.) „Messaggero" meldet, daß in den letzten Tagen neue antijudische und antibritische Kundgebungen in Palästina unter der arabischen Bevölkerung stattgesunden haben. Sie seien dadurch ausgelöst worden, daß der mohammedanische Mufti von Jerusalem auf der Straße von Juden beleidigt worden sei, die ihn auch mit Steinen beworfen haben, während die englische Polizei sich weigerte, den Mufti zu schützen. Am gleichen Abend hielt der Mufti dann eine Rede, in der er herbe Kritik an England übte. Anschließend bildeten zehntausend Arbeiter einen Demonstrationszug und Zagen vor die jüdische Universität von Jerusalem und vor die englische Präfektur. Ernste Störungen ereigneten sich vor dem jüdischen Technikum in Haifa, wo die Araber jüdische Studenten feststellten, die mit Revolvern bewaffnet waren, obwohl das Waffentragen verboten ist. Die britischen Mili- tarbehorden versuchten, diese Demonstrationen mit Panzerwagen und Bajonetten zu unterdrücken. Edens Besuch in Kairo. Wachsender Druck auf die ägyptische Regierung. . Stockholm, 18. Oft. (Europapreß.) Der Be- such des englischen Kriegsministers Eden in Aegyp- ten stellt sich von Stunde zu Stunde mehr als ein ausgesprochener Druck auf die ägyptische Regierung heraus. Nachdem Eden sich zuerst mit bem englischen Befehlshaber im Mittleren Orient ©ir Archibald Wawell und dem Ober- kommissar in Palästina, Mac Michael, über Tapfere Truppenführer des Heeres mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. IM ZEICHEN DES WEHRWILLENS 2.RRIEGSWINTERHI LFSWERH194Q/41 —WBU'I . —”r' T -wronQVnBBBBHMM Tr SAMMELN quwl 1$.u 2ttOkfr>be% Aus dem Reich. w Die Zuckerkrankheit /w U7Tv\ Seif 10 Jahr, leide ich an Zudcerkrank- I §-S(or^ II heiL Nachdem ich Ihren Karlssprudel \\ n SVli.-#// regelmäßig getrunken habe, zeigte die ärztl. Untersuch.ca. ’/z’/o- Ich trinke dieses Wasser weiter. Hans Busch, Buchdr.-Besitzer, Arnsberg (WestL), Jägerstr. 30.9.36. 25 qroOe Flaschen RM. 14.-, 5U große Hasel en RM. 24.-, dazu Pfand. Lieferung frei Haus. Heilquelle Karlssprudel, Biskirchen 257A es sich UM das 31100 Tonnen große Schlachtschiff „Barha m". * Die britische Admiralität gibt bekannt, daß der Konteradmiral Sir Henry Harwood zum Lordkommissar der Admiralität und Chefadjutanten des Admiralstabes ernannt worden ist. — Der Vizeadmiral John T o o e y ist zum Oberkommandierenden der Flotte in der Heimat (Home-Fleet) bestellt worden. 3taienifdter Wehrmachtbericht. Rom, 18. Oft (DNB.) Der ilallenische Wehrmachtbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Der Kommandant des Flugzeugs, das den englischen Kreuzer Liverpool- bombardiert hat, ist Fliegerhauptmann der Luftwaffe Mafsimilio E r a s L In Nordafrika haben unsere Flugzeugformationen trotz der widrigen Witterungsbedingungen erfolgreich die Bombardierung der Flugplätze von L l D a b a und von Marsa IN a l r u k wiederholt; getroffen wurden der Flugplatz von El di Khella «Alexandria), und längs der Straße Marsa INa- truk—El Daba feindliche Anlagen und Kraftwagenkolonnen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. In Ostafrika haben unsere Flugzeuge den Wasserflughafen und den Hafen von Aden bombardiert, wobei in beiden Angriffszielen riesige Brände ausgelöst wurden. Die feindliche Luftwaffe hat den Wohnort von Neghe11i bombardiert und leichte Schäden verursacht. Europas sportliche Neuordnung. Die Anzeichen mehren sich, daß zusammen mit der politischen und wirtschaftlichen Neuordnung, auch auf sportlichem Gebiet unter Führung der Achsenmächte eine neue Zeit heraufzieht. Wenn man bedenkt, daß von den sieben noch ausstehenden Fuß- ball-Län der kämpfen des letzten Drittels der europäischen Spielzeit Deutschland nicht weniger als dreimal daran beteiligt ist — Italien,' Spanien, Ungarn und Jugoslawien sind die anderen Partner — so kennzeichnet das den Wandel der Lage zur Genüge, einer Situation, die vor dem Kriege sehr stark vom. sogenannten „Mutterland des Sports", von England, beeinflußt war. Erst kürzlich erließ die neue norwegische Regierung eine Aufhebung des Verbots der internationalen sportlichen Zusammenarbeit Norwegens mit anderen Ländern, wodurch das sportliche Leben Norwegens wieder seinen gewohnten Gang gehen kann. Dieser Erlaß hat bei den Sportlern und in der Presse freudigen Widerhall gefunden. Er wurde auch bei uns als ein Zeichen gewertet, daß man die Entwicklung, bedingt durch die politischen und militärischen Ereignisse, begriffen hat. Der Einfluß der Westmächte ist fast völlig geschwunden. Frankreichs Sport ist völlig zusammengebrochen, auf der Insel ist dieser Zusammenbruch nur noch eine Frage der Zeit. Die Führung ist jedenfalls klar an Deutschland und Italien übergegangen. So werden beispielsweise die Schiweltmeisterschaften Anfang Februar 1941 in Cortina d'Ampezzo ausgerichtet; neun Länder haben bereits ihre Zusage eingereicht: Deutschland, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, die Slowakei, Bulgarien, Rumänien und Italien. Die sich anschließenden Kämpfe der Internationalen Winte r s p o r t w o che in Garmisch-Partenkirchen werden gleichfalls hervorragend besetzt sein. Der Neuaufbau des internationalen Hochschulsports, von Deutschland und Italien bewirkt, ist ein weiteres Kennzeiche.n für die kommende Entwicklung, die, von allen bürokratischen Fesseln befreit, zu einer neuen Blüte des europäischen Sports beitragen wird. N. Kartoffeivorscbüffe für Familienünierbalieempfänaer. Empfänger von Familienunterhalt, die einen selbständigen Haushalt führen und geeignete Kellerräume besitzen, auch Untermieter, können auf Antrag zur Bezahlung von Speisekartoffeln, die sie für ihren Bedarf einkellern wolley, einen Vorschuß aus Mitteln des Familienunterhalts bekommen. Die Kartoffeln werden in diesem Falle von der Behörde direkt an den Lieferer bezahlt. Der Betrag wird in Teilbeträgen auf den Familienunterhalt der folgenden Monate bis ;um Frühjahr angerechnet. Hat ein Gefolgfchaftsmitglied vor seiner Einberufung ron seinem Unternehmer einen Kartoffelvorschuß erhalten, so kann gleichfalls auf Antrag die Rückzahlung dieses Vorschusses aus Mitteln des Familienunterhalts erfolgen, jedoch nicht, wenn der Unternehmer während der Dauer der Einberufung freiwillige Zuwendungen gewährt. Erhöhte Werbungskosten bei der Sonderunierstützung. Dienstverpflichtete erhalten Sonderunterstützung, wenn das Bruttoeinkommen während der Dienstleistung geringer ist als das bisherige Arbeitseinkommen. Besondere Werbungskosten, die der Dienstverpflichtete bei seiner früheren Arbeit nicht hatte und die ihm nicht auf anvere Weise ersetzt werden, müssen dabei ab gesetzt werden. Es kann sich ergeben, daß trotz gleichbleibenden Lohns Me ersten Transporte über die Vurmaflraße. Amerikanische Autokolonnen mit Kriegsmaterial für Tschiangkaischek. japanische Bombenangriff« auf Kunming, den Endpunkt der Autostraße. drei von allen Richtungen vorgehenden japanischen Heeressäulen gelang, Fühlung miteinander zu bekommen und so die Einkreisung von 20 Divisionen der Tschungking-Armee zu vollenden. Die Fühlungnahme zwischen den drei Verbänden erfolgte südlich von Liyang, halbwegs zwischen Nantsiku und dem Tanhu-See, ungefähr am Berührungspunkt der Provinzen Tschekiang, Kiangsu und Anwei. Neue LSA.-Kredile für China? Washington, 18. Oft. (Europapreß.) In Zusammenhang mit der Wiederöffnung der Burmastraße konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der politischen Kreise am Donnerstagabend auf die Frage, welches Ausmaß künftig die US A«5)ilfe Nun sei das englische Flottenkommando nur darauf bedacht, die Geleitzüge durch eine den gegnerischen an Wasserverdrängung, Artillerie und Geschwindigkeit überlegene Streitmacht zu schützen. Nicht zum Kampf, sondern nur zum Schutz dieser Geleitzüge setze das englische Flottenkommando selbst seine Schlachtschiffe ein. Das Mittelmeer werde zum Grab der englischen Schiffe. Es werde äußerst gefährlich für die Macht und das Prestige der englischen Kriegsmarine, die als die unüberwindlichste der Welt gegolten habe. Seit 40 Rächten keine Ruhe mehr Neue Angriffe auf Sud- und Mittelengland. Stockholm, 18. Oft. (Europapreß.) In den Morgenstunden des Freitag haben deutsche Geschwader erneut zu Tagesangriffen gegen Süd- und Mittelengland und London eingesetzt. In London wurde am Freitagmittag bekanntgegeben, daß die englische Hauptstadt seit 40 Nächten nicht mehr zur Ruhe gekommen ist. Der kürzeste Luftalarm dieser 40 Nächte dauerte sechs, der längste mehr als dreizehn Stunden. In der Nacht zum Freitag hat die englische Luftwaffe keine Aktivität entfaltet, weil ihrdasWetterzu schlecht war. In stärkerem Maße wurde Liverpool wieder von der deutschen Luftwaffe angegriffen. Die Aktion dauerte mehrere Stunden. Ferner wurden militärische und kriegswichtige Punkte Ostenglands angegriffen. Das Bombardement der englischen Hauptstadt nahm seinen Fortgang. Verkehrsknotenpunkte in den Außenbezirken Londons haben durch Bombenwürfe schwer gelitten. In London wurden neue Brände entfacht, Straßen unbefahrbar gemacht, Industrie- und Geschäftshäuser vernichtet. Noch in den Morgenstunden waren mehrere tausend Mann damit beschäftigt, die Trümmer der vergangenen Nacht aus dem Wege zu räumen. Die Stadt Canterbury, die auf der Strecke Dover—London liegt, wurde auch angegriffen, und zwanzig Bomben sollen über der Stadt abgeworfen sein. Im englischen Unterhaus wurden am Freitag von Regierungsseite die Verluste der Zivilbevölkerung im September mit 6950 Toten und 10 615 Schwerverletzten bekanntgegeben. Die Zahl der Leichtverletzten wurde nicht genannt, doch wird vermutet, daß sie weit höher liegt als die der Toten und Schwerverletzten zusammen. das Einkommen eines Dienstverpflichteten an der neuen Stelle geringer ist, wenn er nämlich an der neuen Stelle erhöhte Werbungskosten zu bestreiten hat, besonders seine Aufwendungen für Fahrkosten gestiegen sind. Der Reichsarbeits- Minister hat sich damit einverstanden erklärt, daß der Unterschied zwischen dem früheren niedrigeren und den nunmehr höheren Fahrkosten als Sonder- Unterstützung erstattet wird. dem Vorsitzenden der Bank von China, Sung, stattfand, wird große Beachtung beigemessen. Aus zuverlässigen Stellen verlautet, daß weitere USA. - Kredite für China erwogen worden sind. Diese Kredite sollen der Finanzierung von Materiallieferungen an Tschungking dienen. Es liegt eine Meldung aus Manila vor, wonach dort ein USA.-Frachter mit 33 für Tschungking bestimm, ten USA. -Flugzeugen an Bord einlief. Diese sollen mit 20 weiteren seit längerer Zeit in Manila lagernden Flugzeugen über die Burmastraße der Tschungfing-Regierung zugeleitet werden. Neue Mordanschläge in Schanghai. Schanghai, 19. Oft. (Europapreß.) Der in Schanghai herrschende politische Terror hat am Freitag wieder Opfer gefordert. Zwei bewaffnete Männer betraten ein chinesisches Hotel, schossen den Besitzer nieder und verwundeten den Koch durch einen Halsschuß. Die Mörder tonnten unbehindert entfliehen. ermöglicht. Die Tokioter Presse schreibt, die japanische Luftwaffe habe gezeigt, daß Japan fest entschlossen sei, auf die englischen Maßnahmen entsprechend zu antworten. England müsse sich darüber klar fein, daß Japan vorbereitet sei, aus Gründen der Selbstverteidigung und aus Gründen der Blockade der feindlichen Lieferungswege Wa f s e n g e w a l t anzuwenden. „Tokio Asahi Schimbun" ist der Ansicht, 'daß zwar die Lieferungskapazität der Burmastraße nicht groß sei, groß aber die Prestigefrage für Japan. Wenn England das Recht haben sollte, die Burma^ strahe wieder zu öffnen, dann habe Japan auch das Recht, die Burmastraße zu vernichten. Das Echo in Man. Aus alter Welt. Der Chemiker Geheimrat k. A. Hofmann t- In Geheimrat Professor Dr. K. A. Hofmann, der am 15. Oktober, wenige Monate nach Vollendung seines 70. Lebensjahres, st a r b , verliert die deutsche Chemie einen hervorragenden Wissenschafter, den Schöpfer eines der bekanntesten chemischen Lehrbücher. Hofmann, 1870 in Ansbach geboren, wurde 1898 als ao. Professor Leiter der Anorganischen Abteilung des Münchner Universitäts-Institutes. 1910 ging er als Ordinarius an die Technische Hochschule Berlin, deren Anorganisch-Chemisches Institut er bis zu feiner Emeritierung 1935 leitete. Seine Arbeiten umfassen nicht nur die anorganische Chemie fast aller Elemente, wobei die Entdeckung des Radiobleies (Radium D) 1900 wesentlich zur Förderung der Radiumchemie beigetragen hat, sondern haben auch organisch-chemische Themen zum Gegenstand gehabt. So glückte ihm die Darstellung des Glanzkohlenstoffes, sie wurde zum Anlaß zur Bearbeitung der Kristallchemie des Kohlenstoffes. Was Hofmann besonders den Chemie-Studierenden und auch vielen Fernerstehenden nahegebracht hat, ist sein Lehrbuch der anorganischen Erperimentalchemie, allen Fach- genossen als „der K. A. Hofmann" bekannt. Mit diesem Werk hat Hofmann einen entscheidenden Beitrag zur Ausbildung tüchtigen Nachwuchses für die deutsche chemische Wissenschaft und Technik geleistet. Eine Schule erbt von ihrem Lehrer. In Bad Dürrenberg starb vor einiger Zeit der Mittelschullehrer.a. D. H e y n e, der über drei Jahrzehnte im höllischen Schuldienst tätig war. Durch letztwillige Verfügung hat er der Glaucha. Schule für Mädchen in Halle 10000 RM. hinterlassen. Die Zinsen dieses Vermächtnisses sollen besonders zur Unterstützung bedürftiger Schulkinder bei Konfirmationen und Schulausslügen verwendet werden. C'^enp Briefmarken der Sowjetrepublik Litauen. Die Regierung der Sowjetrepublik Litauen hat beschlossen, eigene Briefmarken mit der Abbildung bp« neuen litauischen Sowjetwappens herauszubringen. Es ist dies das erstemal, daß einer 2ow,et-Unions-Republif das Recht auf Herausgabe eigener Wertzeichen zugestanden wurde. Bis jetzt sind in den Sowjetrepubliken nur einheitliche Briefmarken der Sowjetunion verwandt worden. Veulenpest in hsingking. Nach einer Meldung der Agentur Domei sind in Hsinfing, der Hauptstadt von Mandschu» k u o, 18 Fälle ooft Beulenpest festgestellt worden. für Tschungking annehmen wird. Es herrscht die Meinung vor, daß Roosevelt entschlossen ist, Tschungking die weitestgehende U n t e r ft ü t- zung angedeihen zu lassen, wobei man sich allerdings im klaren ist, daß die V e r k e h r s v e r h ä lt - ni s s e in China der materiellen Hilfe relativ enge Grenzen ziehen. Der Besprechung, die am Donnerstag zwischen dem Handelssekretär und Direktor der staatlichen Hypothekenbank, Jesse Jones, und Schanghai, 18. Oft. (Europapreß.) Zweihundert Lastkraftwagen mit Gütern für Tschungking überquerten am Freitag wenige Minuten nach Mitternacht die indisch-chinesische Grenze, nachdem entsprechend der Mitteilung der britischen Regierung an die japanische Regierung die Burmaroute von Freitag an wieder geöffnet ist. Zweitausend zum Schutz gegen Fliegerangriffe grau angestrichene nordameri - kanische Lastwagen stehen jenseits der Grenze bereit und werden in fieberhafter Hast von 5000 indischen, chinesischen und burmesischen Kulis beladen. Sechzig nordamerikanische Lastwagen, die mit den verschiedensten Waren, darunter auch Munition, beladen waren, starteten a l s erste Gruppe am Freitag — sieben Minuten nach 0 Uhr — von Lashio aus nach China und trafen in den Morgenstunden des Freitags unbeschädigt in Kunming, der Hauptstadt der sud- westchinesischen Provinz 9)ünnanfu, ein Inzwischen haben Hunderte von weiteren nordamerifani- schen Lastwagen Rangun auf dem Wege nach Lashio verlassen. Sie sind alle mit Kriegsmaterial für die Tschungfing-Regierung beladen. Die Che- nefen haben die dreimonatige Schließung der Route zu umfassenden Ausbesserungsarbeiten benutzt und seit dem Einmarsch Japans in Inda- china Maßnahmen getroffen, um dem erwarteten Angriff der japanischen Luftwaffe, deren Stutzpunkte bei Haiphong jetzt nur noch knapp zwei Flugstunden entfernt sind, begegnen zu können. bomben aus den chinesischen Teil der Vurmaslraße. die militärische Lage unterhalten hatte, steht er nun in Verbindung mit dem ägyptischen Kabinett und den ägyptischen Militärs. Unterredungen zwischen ihm und dem ägyptischen Ministerpräsidenten sowie dem Chef des ägyptischen Generalstabs haben bereits stattgesunden. Weitere werden folgen. Die englische Presse bezeichnet Edens Reise als „wichtiges Glied der englischen Vorbereitungen für die bevorstehende Entscheidung im östlichen Mittelmeer". Edens Besuch solle an Ort und Stelle einige schwebende Fragen zwischen England und Aegypten klären. England ist vollständig ohne Informationen über die Absichten Italiens an der libysch-ägyptischen Grenze. Ein Reu- tertelegramm aus Kairo erklärte am Freitag, die Armee Marschall Graziani habe sich nun zwischen Sollum und Sidi el Barani eingegraben und mache keinen Versuch, weiter vorzurücken. Die englische Heeresleitung in Kairo sieht das als einen neuen „Sieg" der englischen Waffen an. Aber die „Times" läßt durchblicken, daß diese einseitig gefärbte Betrachtung der militärischen Lage in Aegypten G e - fahren in sich berge, da Graziani lediglich auf die Vollendung gewisser militärischer Vorbereitungen warte, um dann vorzustoßen Gayda schreibt im „Giornale d'Jtalia", der Flug Edens nach Kairo sei ein Beweis der Unruhe Londons. Im Mittelmeer ereigne sich genau das Gegenteil der dreisten Berechnungen der englischen Politiker und militärischen Führer. Die jüngsten für die italienische Seemacht siegreichen Episodeck bewiesen die für die englischen Seestreitkräfte wachsende Unsicherheit des Mittelmeeres sowie den kämpferischen Geist und die Ofsensivfähigkeiten der italienischen Kriegsmarine. Die bisherigen Angriffsversuche der englischen Flotte hätten stets mit Verlusten und einem lärmenden Mißerfolg geendet. pauptidiniuetter: Dr ^rteBndi Lildelm Vanpe Slellvertreten bei Paupiichri'Neliers Ernst Blumschetn. Beranlwortli» rür sollst. und Bilder Tr SVr. W. Hange für daS ftenLieton: Dr. HanS Dhyriot; iüt Siabi Gießen. Provinz, Mriichau u. Sport: Ern» B>umiche>n. Druck und Verlag lörühhtäe Unioeriitatebrurferet R. Lange R. ®. Setiaa?leitet: Dr.»Ing. ENch Hamann: Mn^eigenleiter Hans Beck. VeramworUtch lürdenInhaitderAnzeigen: Theodor Kümmel Tokio, 19. Oft. (DNB. Funfspruch.) Wenige Stunden nach der Wiederöffnung der Burmastraße belegten japanische Flugzeuge den Teil der Straße der in der südwest-chinesischen Provinz P ü n n a n liegt, mit Bomben. Gleichzeitig wurden kriegswich- tige Dbjefte der Provinzhauptstadt Kunming angegriffen. Durch die japanischen Bombengeschwader wurde eine über eine große Gebirgsschlucht führende Brücke der Burmastraße unweit der Grenze zerstört. Ferner erlitt die Straße an mehreren Stellen schwere Schäden. Auch verschiedene an der Straße errichtete Lager für Kriegsmaterial sowie eine westlich von Möngtse an der Bahnlinie Haifhong—Kunming gelegene 3 t n n f a b r i f waren Ziele der japanischen Bomben. Die Flieger berichteten, daß sie nirgends auf Widerstand gestoßen seien. Bei dem Angriff auf die Stadt Kunming feien die M u n i t i o n 5 f a b r i f und andere nichtige militärische Einrichtungen zerstört worden, ie Wolkendecke habe einen überraschenden Angriff Tokio, 18. Ott. (Europapreß.) Zur Wieder- Öffnung der Burmastraße unterstreicht die sapa- ni che Presse die Entschlossenheit Japans, Maßnahmen zu ergreifen, um auf die englische Herausforderung zu antworten. Noch größere Entrüstung herrscht in der japanischen Presse über die Absicht Englands, Tschiangkaischek auch die Zufuhren von Material über Hongkong wieder zu gestatten, die auf Grund freundschaftlicher Abmachungen zwischen London und Tokio unterbunden waren. „Asahi Schimbun" schreibt, falls die Engländer ,ur die Lieferungen an Tschiangkaischek auch die Durchfahrt von Hongkong freigeben sollten wurde in ber britischen Besitzung ein j a p a n f e i n ö 11 et) e 5 Zentrum geschaffen und in diesem Falle wurde sich Japan gezwungen sehen, angemessene ©eaenmafcregeln ,u ergreifen, da die spanischen Truppen das chinesische chmieriand von chonakona besetzt basten, dürfte die B-rbmdung mit $)ongtonfl für die Regierung Tschiangkaischek ohne großen Wert sein. Sie neue japanische Offensive. Tokio, 19. Dtt des Krieges Ehrenbürgerrechte von den । Gemeinden allgemein nicht mehr verliehen werden dürfen. In einer schlichten Feierstunde verabschiedete der Chef der Zivilverwaltung in Lothringen, Gauleiter Bürckel, den bisherigen Stadtkommissar Jmbt, der wieder in sein Amt des Oberbürgermeisters von Kaiserslautern zurückkehrt, und führte Kreisleiter Kleemann aus Ludwigshafen in sein Amt als Oberbürgermeister der deutschen Stadt Metz ein. * Die slowakische Regierung bereitet ein umfaßendes Gesetzeswerk über die Lösung der Iudensrage vor. Darin ist vor allem die völlige Entjudung der Wirtschaft, die abgesonderte Ansiedlung der Juden sowie eine Neufassung des slowakischen Judenbegriffes, bej bisher konfessionellen Charakter trägt, vorgesehen. Der Berliner Geschäftsträger der Vereinigten Staaten von Amerika, Herr Alexander Kirk, ist abberufen worden. Er hat Berlin am 12. Oktober verlassen. Die Geschäfte der Botschaft führt als Geschäftsträger ad interim Botschaftsrat Leland B. Morris. * Am Mittwoch wurde ein großes englisches Kriegsschiff in das Trockendock von Gibraltar eingebracht, das allem Anschein nach schwere Beschädigungen aufwies. Wie sich nun herausstellt, handelt Britischer Lustangriff auf Vorpostenboot abgewiesen. Berlin, 18.Oh. (DNV. Funkspruch.) In der Nordsee wurde am 17.10. ein Vorpostenboot von zwei britischen Torpedoflugzeugen angegriffen. Das wirksame Abwehrfeuer des deutschen Vorpostenbootes hinderte die britischen Flugzeuge, richtig anzufliegen, so daß sie ihre Torpedos auf größere Entfernung abwarfen. Durch geschicktes lUanöoricrcn konnte sich das Vorpostenboot diesen Torpedoangriffen entziehen. Britenbomber an der Kanalküste zum Abdrehen gezwungen. Berlin, 18.0h. (DNV. Funkspruch.) Am Don- nerstagckbend und in der Nacht zum Freitag unternahmen Einheiten der britischen Luftwaffe insge- samt acht Einflüge in das Gebiet der fran- zösifchen Kanalküste. Da die Feindflugzeuge im stellen Mondschein deutlich zu erkennen waren, wurden sie von der deutschen Flak unter wirksames Feuer genommen. Die britischen Flugzeuge drehten daraufhin ab, ohne Bomben geworfen zu haben. Im Wattenmeer zerschellt. Berlin, 18.Oft (DNB.) In der Nacht vom 15. zum 16. Oktober flogen britische Bombenflugzeuge über die Deutsche Bucht nach Deutschland ein. Die britischen Flugzeuge wurden an der Küste in der Gegend der Wefermündung durch Ma- rineartillerie wirksam unter Feuer genommen. Wie erst jetzt bekannt geworden, wurde ein britisches Flugzeug zum Absturz gebracht. Es zerschellte im Wattenmeer. fleuer Stützpunkt für die „American Mipper^. Genf 18. Okt. (Europapreß.) Die nordamerikanische „Clipper-Transatlantik-Lime", die einzige sichere Verbindung z w i s che n ß 1-f f a & on unb toeunort die bisher über Horta aus Den or,oren geführt wurde, soll einen neuen Stutzpunk erhalten da der Hasen von Horta wahrend der Winterzeit nicht genügend Schutz bietet und d nordamerikanischen Großflugzeuge mit großen Verspätungen rechnen müssern Der neue Stutzpunkt soll in Portugiesisch-Westafrika liegen. Die „Clipper"-GrOßslugzeuge sind aus über drei Monate im voraus belegt, obwohl ,ede Maschine 40 tflug gaffe und 3500 Kilogramm Last rmtmmmt. nach nur kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 22 Jahren genommen. Rodheim a. d. Bieber, 18. Oktober 1940. 4726 D Dank. Gießen-Wieseck (Alicestr. 19), den 19. Oktober 1940. 4694 D Run-eisen kauft 4705 V 3964 V suchen wir 4597 V LehrmMchen Abl. 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Von Dr. Paul Rohrbach Zeit vielen Jahren tritt unser ständiger außenpolitischer Mitarbeiter Dr. Paul Rohr- bach in seinen im Gießener Anzeiger veröffentlichen Aufsätzen und Reiseberichten aufklärend und werbend für den kolonialen Gedanken ein. Auch sein für Montag angekün- digter Vortrag im Gießener Vortragsring gilt dem gleichen Thema. Vox Jahren, es war noch vor dem Umbruch von 1933, wurde ich gebeten, in der Obersekunda eines Münchener Gymnasiums den kolonialen Gedanken einmal in Form einer Unterrichtsstunde zu behandeln. An diese Stunde erinnere ich mich darum so gern, weil ich nach anfänglicher Zurückhaltung der Jungen — sie war nur zu erklärlich, denn wer »sprach damals in München von den Kolonien! — ihr volles Mitgehen erlebte. Ich überlegte mir, wie am besten zu beginnen wäre und versuchte es damit, uns alle miteinander in eine englische Schulklasse zu versetzen. An die Schüler dort wird z. B. die Frage gerichtet: Wer von euch ist in Großbritannien und wer draußen in Uebersee geboren? Darauf könnte geantwortet werden: Ich bin in Indien geboren, ich in Kenya (Ostafrika), ich in Hongkong, ich in Gibraltar! Zur Erklärung gleich: In den Tropen können weiße Kinder nicht aufwachsen; die Eltern, mag es eine Beamten-, Offiziers- oder Pflanzerfamilie sein, schicken sie zur Erziehung nach Hause. Dasselbe gilt für die vielen überseeischen Einzel- stützvunkte im englischen Weltreich. Ein paar Hinweise auf die Wandkarte setzten meine Münchener Jungen ins Bild. Zweite Frage in der englischen Klasse: Wer von euch hat Verwandte in Afrika, Asien, Amerika, Australien? Bei wem kommen zu Hause Briefe von dort an? Eine Menge Hände gehen in die Höhe. Der eine hat einen Bruder, der Offizier in der englischen Armee ist, er hat. einen silberbeschlagenen Dolch von dort geschickt und interessante Marken fürs Album. Ein Onkel hat Weinberge in der Kapkolonie, von dort kam ein Faß südafrikanischer Sherry an. Eines andern Tante ist in Sidney verheiratet und hat den Neffen eingeladen, sie zu besuchen, wenn er mit der Schule fertig ist, das Reisegeld hat sie auch versprochen. Der englische Schulkamerad wurde einigermaßen bildhaft, und ich kam mit der Klasse in Fahrt. An den Beispielen fing der Unterschied in den Köpfen an zu dämmern zwischen einem Volk, das reich ist an Kolonien, und einem, das keine mehr besitzt. Ein Junge meldete sich: „Wir haben auch Verwandte in Amerika". — „Wo denn?" — „Ich glaube, in Kalifornien." — „Schreibt ihr euch noch?" — „Ja, manchmal kommt noch ein Brief, aber der ist englisch, die Eltern leben nicht mehr und die Kinder können kein Deutsch mehr." Daran knüpfte sich eine Aussprache mit der Klasse über das Wort von den Deutschen als „Kulturdünger in der Welt": von den 5 Millionen Deutschen, die im Laufe eines Jahrhunderts nach Amerika gegangen sind und dort das amerikanische Volk haben aufbauen helfen, deren Nachkommen aber ihre Sprache und ihr deutsches Bewußtsein, ja, oft sogar die Erinnerung an ihre deutsche Herkunft, verloren haben. Darüber wurde es nachdenklich still in der Klasse. Wir kamen nun darauf, welche Völker außer den Engländern noch überseeischen Besitz haben: Franzosen, Holländer, Portugiesen, Belgier. Bei ihnen allen sagte ich, hängt in der Schule eine Weltkarte, und wenn der Schüler sie ansieht, so weiß er: das Stück da, das unsre Farbe zeigt, gehört uns, da kann ich auch einmal hinkommen, als Kolonial- offizier, Farmer, Pflanzungsleiter, Eisenbahner, Ingenieur, dort im Urwald und in der Steppe kann ich Bahnen und Kraftwerke bauen, mit meiner Trägerkarawane oder meiner Autokolonne auf Fahrt gehen! Davon erzählen ja all die Menschen, die auf Urlaub nach Hause kommen, davon ist in ihren Briefen die Rede, das zeigen die Bilder, die den Briefen beiliegen. So waren wir hei der Frage angelangt, an welche Berufe ein deutscher Junge denken kann, wenn wir wieder Kolonialoolk geworden sind, und welche ihm verschlossen bleiben, olange wir keine Kolonien haben. Die Klasse war warm geworden. Mir schien bemerkenswert, daß eigentlich nur zweierlei in der Besprechung die Jungen lebhafter beschäftigte: der Schutztrup- penoffizier und der Farmer. Natürlich auch der Löwenjäger, was mit der Altersstufe zusammenhing, was aber als kolonialer Beruf doch ausgeschaltet werden mußte. Am Ende gelang es, ^auch ein Stück Kolonialwirtschaft dem Verständnis näherzubringen. Ich erzählte von den deutschen Kaffeepflanzern am Kilimandscharo und von den Farmern in Südwestafrika, die auch unter fremder Herrschaft auf altem deutschem Boden deutsche Arbeit tun, und sagte: Stellt euch vor, wieviel Deutsche mit deutscher kolonialer Wirtschaft und durch den Handel mit deutschen Kolonien wohlhabend werden könnten, statt daß nur Engländer, Amerikaner oder Holländer durch das reich werden, was wir bei ihnen taufen müssen — aber dazu müßte erst der Kaffee, den wir trinken, die Wolle und Baumwolle, in die wir uns kleiden, das Fleisch und die Butter, die wir einführen, auf deut- Das lebensgesetzlich-natürliche Denken steht gegen das dogmatisch-historische Denken. Das europäische Erleben dieser' Tage ist kein politisches Ereignis, andern ein biologisches. Die Zuordnung der biologischen Kräfte zueinander erfolgt durch das biologische Gesetz der Wertung des Verhältnisses von Anlage und Umwelt und nicht auf anerzogenen, geistesgeschichtlich begründeten Anrechten. Wenn wir bei uns den Haß nicht kennen, sondern nur die Freude, wenn Neid und Mißgunst die andere Seite dagegen beherrschen, so deutet das wiederum darauf hin, daß hier nicht gleiche Machtfaktoren, sondern zwei grundverschiedene Prinzipien sich gegenüberstehen. Die Befriedung des europäischen Raumes und die Herstellung einer größeren Einheit wird sich nur in biologischem, lebensgesetzlichem Denken vollziehen. Ein neuer Wertbegriff, die Erlebnis- welt des nordischen Menschen, seine Kunst und sein Schaffen werden die Einheit bestimmen. Es wird unsere Aufgabe sein, dieses als Leit- und Führungsprinzip für die Zukunft allen jenen Mitbewohnern dieses Kontinents darzubieten, um so nach Verdienst und Würdigkeit die glückliche Zukunft zu sichern, die nicht nur den einzelnen, sondern der Gesamtheit die erforderliche Ruhe gibt, die wiederum für die große Aufgabe in der Welt Voraussetzung ist. Das rassepolitische Denken führt nicht zur Trennung, sondern zur Einigung. Die Sicherung und Verbesserung des Erbgutes in qualitativer Hinficht ist die Hauptaufgabe in der nächsten Zeit. Damit sind die Bearbeitungen aller Probleme einer unterschiedlichen Fortpflanzung und einer qualitativen Bevölkerungspolitik als vordringlich anzusehen. Die wissenschaftliche Arbeit, die auf dem Gebiet der menschlichen Erbbiologie und der Erbpathologie geleistet wurde, hat uns heute einen Maßstab an die Hand gegeben, mit dessen Hilfe Aufschluß über die Vererbungsoorgänge im menschlichen Bereich zu erhalten ist, den wir anlegen können, um aktiv fördernd einzugreifen. Bevölkerungspolitische Arbeiten, die in großer Reihe durchgeführt werden, geben darüber hinaus ein Bild von der Zusammensetzung und dem qualitativen Wert der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und -sippen im Rahmen des Volksganzen. Erhebungen über die Fortpflanzungsverhältnisse verschiedener Gruppen in verschiedenen Umweltbereichen zeigen, wie ungeheuer wichtig es ist, auf die unterschiedliche Fortpflanzung im Rahmen der Gesamtoermehrung des Volkes zu achten. Die Erbmasse erfährt laufend durch die unterschiedliche Fortpflanzung eine starke quantitative Veränderung im Volkskörper. Hierdurch wiederum schem Kolonialboden hervorgebracht werden! Besonders interessant schien die Frage, wie man Farmer in Südwest werden kann. Zuerst mußte ich erklären, daß es dort keinen Ackerbau gibt sondern nur Mehwirtschaft. Ein Junge meinte, er würde gern auch einmal einen Hof mit Vieh haben, aber sie hätten kein Geld dazu. Ob das drüben wohl leichter ginge? Darauf erzählte ich von unfern alten Schutztrupplern in Südwest, die während ihrer Dienstzeit lernten, wie man ein Lehmziegelhaus baut, wie man die Zugochsen abrichtet, wie man einen Brunnen sprengt, und die dann beim Ausscheiden aus der Truppe als Prämie für ihren Dienst von der Regierung billiges Farmland bekamen. Bei ihrer Tüchtigkeit und Erfahrung konnt- ten sie mit einer kleinen Stammherde anfangen und sich richtig in die Höhe arbeiten. Ich selbst kannte viele, die als Soldaten, manche auch als Offiziere, ohne alles Vermögen ins Land gekommen waren und nun auf einem Eigentum von Tausenden von Hektaren wirtschaften und große Herdenbesitzer sind. Zum Schluß natürlich die Frage: Wie können ribir wieder zu Kolonien kommen? Mit meiner Zuversicht habe ich auch damals nicht hinter dem Berge gehalten, aber ich wünschte — ich könnte diese Stunde heute noch einmal geben! kann das Gesicht und die ganze kulturelle Leistung eine Verschiebung erfahren. Heute schon haben wir z. B. einen großen Mangel an allen höheren Berufen, der nicht nur aus dem großen Bedarf auf allen Gebieten beruht, sondern auf der geringeren Fortpflanzung der begabteren Schichten in den letzten Jahrzehnten. Der Nachwuchs derjenigen, die wertvolle Erbanlagen tragen, ist zu gering gewesen, als daß die großen Erfordernisse heute voll gedeckt werden könnten. Die wissenschaftliche Vorarbeit der asozialen Forschung und der Kriminal-Biologie ist von großer Wichtigkeit. Ihre Bedeutung für die Dolkspolitik steht außer Zweifel. Durch Untersuchungen erhalten wir eingehende Beleg über bestimmte Eigenschaften und Defekte, z. B. Arbeitsscheu, Drückebergerei usw., die sippengemäß gebunden scheinen. Diese Untersuchungen ergänzen die Ergebnisse auf dem Gebiet der Erblichkeit direkter Erbkrankheiten. Dadurch, daß biologisches Denken in das Gebiet der Kriminalistik eingedrungen ist, können wir auch hier vorbeugend die Bekämpfung der Verbrechen in Angriff nehmen. Der individuellen Ausschaltung der Kriminellen aus der Volksgemeinschaft, die an sich ja schon stets geübt wurde, steht heute aber die Ausschaltung aus dem Erbstrom gegenüber. Durch Inhaftierung und Unterbringuna in Arbeitssammellaaern wird verhindert, daß dieser minderwertige Blutsstrom durch leichtfertige Fortpflanzung sich ständig in großem Umfang vermehrt. Wir erkennen, daß über die Ausschaltung der direkten Erbkrankheiten hinaus die Ausmerzung des großen Komplexes, den wir mit „asozial" umschreiben, noch wichtiger ist. Aus diesen Fragestellungen heraus sind größere Untersuchungen über das Schicksal von Adoptivkindern angestellt worden. Die Analyse der Adoptionsfälle z. B. einer Vermittlungsstelle hat ergeben, daß auf dem Sektor der fördernden Be- völkerungspolitik, wozu die Adoption gehört, nur die stärkste Beachtung der biologischen Zusammenhänge den entsprechenden Erfolg sichert. Bei den Untersuchungen sind Fälle ausgezeichnet, wo Kinder mit schlechten Erbanlagen aus dem schlechtesten Milieu in die besten Verhältnisse adoptiert worden sind, die trotz entsprechender Fürsorge die anlagemäßig gegebene minderwertige Umwelt stets wieder ausgesucht haben. Darüber hinaus konnten Fälle aufgeführt werden, wo z. B. ein Kind mit guter Anlage in das ihm zukommende Milieu zurückkehrte und nicht der umgebenden schlechten Umwelt erlag. . Neben der wissenschaftlichen Arbeit über die Zusammensetzung des Volkes und die unterschiedliche Vermehrung steht die wirtschaftliche För- derung der erbtüchtigen Volksglieder. Hierzu hat die wissenschaftliche Arbeit noch erheb- Viologisches Denken im europäischen Raum. Don Dr. Wqlter ©reife, München, Liundesleiter des Reichsbundes für Äiologie. liche Unterlagen zu liefern. Die Auswirkung der Kinderbeihilfen, der Ehestandsdarlehen, d,er Einfluß der Motorisierung, der Fortpflanzung, der Neu- bauernsiedlung liefern eine große Fülle von Fra» gen, daß es einer stärksten Förderung bedarf, um hier erforderliche Unterlagen beizubringen. Ueber die Sicherung der Dolkskraft und ihrer qualitativen Hochzüchtung stehen heute nun die weiteren Aufgaben der Einfügung in die große Ordnung der europäischen Lebensgemeinschaft. Biologisch gesehen hat der Staat nur Daseinsberechtigung, wenn er völkisch — erbmäßig, qualitativ wie quantitativ — die Voraussetzung bietet, eine entsvre- chende organische Gestalt zu repräsentieren. Jedem Staatssystem sowie jeder Organisation, die ihre Es kommt nicht auf das Aeuhere an, sondern auf den Inhalt. Um Blech zu sparen, kommt jetzt Erdal, die altbewährte Schuhcreme, auch in Nachfüllpackungen in den Handel. Man kann diese mit dem gleichen Vertrauen kaufen wie Erdal in Blechdosen. Es ist eins und dasselbe in Qualität und Menge! Man setzt das Unterteil mit Erdal einfach in die leere Erdalblechdose ein. Der besondere 23er* chluß der Nachfüllpackung hält die Erdalmasse frisch, ohne daß sie an der Umhüllung haftet. 4357V Macht auf unbiologischen, konstruktiven Systemen oder dogmatischen Kräften aufbauen, stehen wir heute verständnislos gegenüber. So wichtig die Erziehung im Volksleben ist, so schwach ist eine Macht, die sich ständig nur durch äußere Beeinflussung und Einwirkung erhalten kann. Wenn diese Einwirkungen aber die biologischen vorhandenen Kräfte verdrängen oder ablenten, dann erhalten wir jene jetzt zusammenbrechenden Demokratien oder Hierarchien» wie sie sich uns heute zeigen. Schlagworte wie Plutokratie, Freimaurertum, internationale Finanzverflechtungen, universalistische Hierarchien usw. charakterisieren die unbiologische Form. Staaten, die sich mit diesen Mitteln an der Macht halten oder mit diesen Mitteln die Macht erobert haben, zerfallen. Dagegen zollen wir den echten völkischen Einheiten stärkste Anerkennung und erkennen aus unserem biologischen Denken heraus jeder Volksgruppe — mag sie noch so klein sein — die ihr entsprechende Kraft und Macht zu, die ihren biologischen Energien entspricht Im europäischen Raum wohnen die verschiedensten Völker. Im Laufe der Geschichte verschoben sich, teils durch innere Kraftäußerungen und teils durch fremde Einflüsse, biologische Kraft und staatliche Form. Je größer die Diskrepanz zwischen staatlicher und biologischer Wirklichkeit war, um so unglücklicher war das Zeitalter. Je besser das biologische Gleichgewicht, desto glücklicher und leistungsfähiger war dieser Erdteil. Im Lebenskampf unseres Volkes haben wir erkannt, daß die Wertung des Menschen rassisch gegeben (ft. Wenn wir jetzt auf Grund dieser biologischen Haltung eine über die Grenzen wirkende Kraft gewonnen haben und über unsere bisherigen staatlichen Bindungen hinaus jene Siedlungspunkte verwandter Erbmasse mit in den Wirkungsbereich unserer Ideen hineinziehen, so erwächst uns hier eine Verpflichtung von europäischem Ausmaß. Neben der früheren Fragestelluna der Erb- und Rassenpflege vom Völkischen aus gesehen haben wir uns jetzt zu überlegen, in welchem starken Maße Erb- und Rassenpflege im europäischen Raum im wirklich organisch-lebensgesetzlichen Sinne die Grundlage der Zukunft fein muß. QVe gute N E STLE KINDERNAHRUNG Für Kinder im Alter bis zu >7, Jahren auf die 4 Abschnitte 5-8 der Kinderbrotkarte je eine große Dose in allen Fachgeschäften Chemin des Dames 1940. Von Peter Bamrn. (Nachdruck verboten.) Auf dem Misthaufen, der in der Morgensonne vor jem Fenster dampft, steht der Hahn und kräht, lieber den Trog des Brunnens beugt sich, bis zum Gürtel nackt, ein Soldat und wäscht sein Hemd. Die Magd kommt und füllt zwei große Eimer mit Wasser. Dann betrachtet sie den Soldaten. Offenbar ist sie ein wenig belustigt darüber, daß er diese Weiberarbeit verrichten muß. Sie wechseln einige Scherzworte miteinander in jener lächelnden Sprache der Geste, in der sich Mägde und Soldakn seit allen Zeiten so gut verständigen können, schließlich ergreift der Soldat die schweren Eimer und trägt sie in den Stall. Und die Magd ergreift das Hemd und beendet die Prozedur des Waschens mit ein paar schnellen und geschickten Griffen. • Wie alt ist dieses Bild! Nicht anders hat der Soldat der X. römischen Legion am Brunnen gestanden und sein Hemd gewaschen, als Cäsar Gallien erobert hatte. Zwischen Siegern und Besiegten fangt, hier und heute, auf einem Bauernhof, neben einem Misthaufen, auf dem ein Hahn kräht, der Frieden m 2)enn weit schon hinter uns liegt der Krieg. Der große Wind ist verweht. In den friedlichen Dörfern an der Loire, durch die unser Weg zuruck zu uns führt, hat das Leben wieder angefangen, -wir aber sitzen abends am Kamin, stumm und ein wenig traurig, und denken an die Tage des Schicksals, die hinter uns liegen. Der Jubel der Siegesfeste ist wohl eher die Sache derer, für die diese Siege ge- wonnn wurden. Wir, die wir das Rauschen des großen Windes gehört und die gesehen haben, die von feinem Flll-felf-hlaq getroffen, baljinfanten, mir bur= fen still fein. Saß nicht aus. Scipio auf den Trum mern Karthagos und meinte? Durch unser Schweigen aber geht leise ein anderer Wind. Durch dieses Schweigen schwebt mit sanftem Flügelschlage die Göttin der Legende. iM>,6!anqfam*un bekommen bie D-men fenen feierlichen Slang, ber sie befer tn bas Gebot s t>er Menschen einsenkt, als wenn man sie m ötei szstel^ Braye Trucy, Chavonne — so tauten diese Namen. Und endlich fällt auch jener Name, der schon vor zwei Dezennien den großen, feierlichen Klang hatte, der Name des Chemin des Dames. Ein kahler Höhenrücken, über den ein paar Kilometer lang eine Straße führt, rft zur Klippe geworden, an der das Schicksal eines Volkes, zerschellte. Hier scheiterte 1917 die Offensive des Generals Nivelle. Damals zum letztenmal ist Frankreich in die Schlacht gezogen, den Gegner mit der Waffe zu besiegen. Damals zum letztenmal wehte die Gloire als die Fahne Frankreichs vor der französischen Armee. Auf dem magischen Berg aber standen die besten Divisionen der alten deutschen Armee, und an ein paar Dutzend Maschinengewehren und einer Handvoll Männern, die die Feuerwalze durchgestanden hatten, zerbrach Frankreichs letzter großer Elan. Die französische Armee ist nach dieser Niederlage nicht wieder angetreten. Der General Petain, der kalte Mathematiker der Strategie, war es, der erkannte, daß die Zeit der Gloire für Frankreich vorüber sei. Er war es, der die französische Heeresleitung dazu bestimmte, zur rühmlosen, aber sicheren D£fense überzugehen, bis das Uebergewicht an* derer Kräfte die Deutschen zur Kapitulation zwang. Derselbe General Petain, der heute als Marschall der große, alte Mann Frankreichs geworden ist und die wahre Verantwortung für das Schicksal der französischen Nation auf seine Schultern geladen hat, ist vielleicht der einzige Mensch in Frankreich gewesen, der klar gesehen hat, was kommen würde. Das Unglück, das er damals zu verhüten gewußt hat, heute ist es eingetreten. Und wieder ist es der magische Berg, der seine Schicksalsrolle dabei gespielt hat. Mag die lieber» legenheit der deutschen Armee auf welchen Bedingungen auch immer beruht haben, am Chemin des Dames wurde mit gleichen Waffen gekämpft. Die Artillerievorbereitung war kurz. Das Gelände ließ die Verwendung von Panzern nicht zu. Stukas kamen im Anfang, des Bodennebels wegen, nicht zum Einsatz. Das Gelände war günstig für Öen Verteidiger und ungünstig für den Angreifer. Und auf der anderen Seite stand die Elite der französischen Armee, die Chasseurs alpins. Die Weygand-Linie war die letzte Hoffnung der französischen Nation und die letzte Chance der französischen Armee. Der Poilu ist ein Meister der Verteidigung, und sie haben gekämpft wie die Teufel. Zwei Tage blieb die Waage in der Schwebe. Die Verluste waren schwer auf beiden Setten. Dann senkte sie sich auf die Sette der Deutschen. Aber die junge Division, deren Gefechtsstreifen über die Mitte des Chemin des Dames lief, sie hat auf den Schlachtfeldern der Väter gezeigt, daß sie der Väter würdig war. Nach dem Zusammenbruch der Wey- gand-Linie war das Schicksal der Franzosen besiegelt. Und am Chemin des Dames war einer jener Brennpunkte der Geschichte, an denen mit der Waffe zwischen Männern die Zukunft entschieden wird. Der alte Glanz des magischen Berges erstrahlt von neuem. Wieder ist für eine ganze Generation der Name des Chemin des Dames ein großer Name geworden. Neue Gräber sind zu den alten hmzu- gefommen. Wenn wir an den Chemin des Dames deuten, so denken wir an die Stahlhelme auf den Holzkreuzen, die auf frischen Hügeln stehen. Tot ist dort jetzt alles und verlassen, trostlos verlassen. Unzählige Gegenstände liegen umher in der Wüste des Schlachtfeldes von gestern, über dem die Sonne Frankreichs untergegangen rft. Der große Wind ist verweht, Paris war noch einmal eine Messe wert. Der Kriegs der Vater aller Dinge, hat feine Saat in diese wüste Erbe gesenkt. Und während wir stumm in den Kamin schauen, in dem das Feuer verlischt, erwägen wir die Zeit, da diese Saat aufgehen wird, zu erfreuen das Auge derer, die nach uns kommen werden. Zeitschriften. — Die von Professor Heinrich Hoffmann heraus- gegebene Monatsschrift u n ft dem Volk" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) hat ein zweites Sonderheft der großen Deutschen Kunstausstellung in München gewidmet, das sich im besonderen mit der dort gezeigten Plastik und Graphik beschäftigt, daneben aber auch nochmals eine ganze Reihe von Gemälden roiebergiebt. Die großenteils farbigen und großformatigen Reproduktionen sind vorzüglich; sie geben dem, ber- nicht bie Möglichkeit hat, bie Ausstellung zu besuchen, boch eine Vorstellung bauen, was bort gezeigt wird, und wo bie bilbenbe Kunst unseres Volkes heute steht. Neben bem einführenden Text zu den Münchener Ausstellungsarbeiten fei aus dem Inhalt des großzügig ausgettatteten Heftes noch eine grundsätzliche Betrachtung „Was gibt uns die Kunst?" von Dr. Franz Dttmann hervor- gehoben. „Die festliche Stadt." Eine Buchbesprechung. — Lina Staab: Die festliche Stadt. Ein Gedichtkreis um Würzburg. 55 Seiten. G. Grotesche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1940. — (167) — Lina Staab, in Neustadt an der Weinstraße ansässig, ist den Lesern des Gießener Anzeigers seit Jahren aus Beiträgen zur Unterhaltungsbeilage bekannt. Die Anszeichnung mit bem Westmarkpreis, ben sie im vorigen Jahre für den. auch an dieser Stelle besprochenen Gedichtband „Jahr der Liebe" erhielt, und mit einem der Lyrikpreise der „Dame" bestätigte nur, was dem Kenner der gegenwärtigen deutschen Dichtung seit langem gewiß war: daß hier eine der wesentlichsten und charaktervollsten Kräfte der jungen Lyrik heranwuchs und sich ausprägte; das bezeugt auch dieses kürzlich erschienene neue Buch, das seine innere Geschlossenheit nicht nur aus der großen, lebendigen Einheit seines dichterischen Themas gewinnt: in den Würzburger Gedichten der Lina Staab verbinden sich auf eine nicht sehr häufig zu findende Weise weibliche Zarcheit und Wärme des Gefühls mit einer männlich anmutenben Klarheit, Reife und Strenge ber Form. In ben Gebichten spiegeln sich Gesicht und Geist ber bezaubernben Stabt unb einer ber reichsten unb anmutigsten beutschen Landschaften; man hat ben Eindruck, als ob die immer wieder überwältigende Fülle natürlicher und kultureller Kostbarkeiten irn mainfränkischen Raume die lyrische Phantasie, Ausdruckskraft und Vielfalt der Formen in diesem Gedichtkreise beschwingt und gesteigert habe. Für Lina Staab verbindet sich Würzburg mit bem entfcheibenben Erlebnis ihrer Jugend: in ber „festlichen Stabt" sammeln sich Erinnerung, Dank und Liebeserklärung aus künstlerischer Intuition und fraulichem Herzen. Die alte.Mainbrücke mit ben fränkischen Heiligen unb Schutzpatronen, Residenz und Hofgarten, Veitshöchheim und Ma- rienoerg bilden bie Szenerie, bie von ben unsterblichen Geistern Walthers von ber Dogelmeibe und Heinrich von Kleists, Riemenschneiders und Grünewalds, Balthasar Neumanns und Tiepolos für immer verklärt und beseelt würbe. So ist ber mit noblem Geschmack ausgestattete schlanke Band eine kostbare Gabe für Kenner unb Freunbe bes beutschen Gedichtes wie der deutschen Landschaft. Hans Thyriot, Aus der Stadt Gießen. Vertrauen. Von Anton Holzner. Wenn man eine große Fabrikanlage oder ein mächtiges technisches Meisterwerk bewundert, dann staunt man immer wieder darüber, mit welcher Feinheit die einzelnen Räder und Glieder aufeinander abgestimmt sind, und ineinander übergreifen. Unendlich feiner als die komplizierteste Maschine ist der Organismus der menschlichen Gemeinschaft. Auch hier muß ein Glied das andere ergänzen, auch hier müssen alle Glieder Zusammenspiel en und ineinandergreisen. !Die Voraussetzung und der Garant für ein geordnetes und fruchtbares Zusammenarbeiten der einzelnen Kräfte jeder menschlichen Gemeinschaft ist das Vertrauen. Der Ausgangspunkt allen menschlichen Vertrauens ist das Selbstvertrauen. Menschen, die kein Vertrauen zu sich selber haben, die persönlich unsicher und haltlos sind, werden stets auch ihren Mitmenschen mit Argwohn und Mißtrauen begegnen. Aus dem Glauben heraus, daß Gott den Menschen in dieses Leben gestellt hat, damit jeder an seinem Platz das Schöpfungswerk des Allmächtigen erfülle, gestalte und vollende, muß der Mensch einen ungeheuren inneren Halt, ein gewaltiges Selbstvertrauen, eine ganz große Selbstsicherheit besitzen. Dieses Selbstbewußtsein, das besonders dem nordischen Menschen im Mute liegt, gibt die Kraft zu den kühnsten Taten, den Mut zu den schwersten Opfern, die Zähigkeit für die schwierigsten Aufgaben und die Aufgeschlossenheit xur Bejahung alles Großen und Schönen in diesem Leben. Dieses Vertrauen auf die Kräfte des Blutes, des Geistes und der Seele kommt in der inneren Haltung und in den Daten zum Ausdruck und spiegelt sich im klaren, selbstsicheren Blick des Auges und in den Bewegungen und der Haltung des Leibes wider. Wer kein Selbstvertrauen.besitzt, wird sich selbst immer wieder zur Qual werden, in jeder Gemeinschaft aber, vor allem in Stunden der Gefahr und der Entscheidung, eine Last und ein Hemmschuh sein. Orientalische Selbsterniedrigung, sklavische Unterwürfigkeit und nervöse Minderwertigkeitskomplexe müssen als Hauptfeinde des gesunden Selbstbewußt- seins entschieden und zäh bekämpft werden. Rur wer Selbstbewußtsein besitzt, kann auch ein natürliches Vertrauen auf den Mitmenschen haben. Wer Selbstvertrauen besitzt, muß aber auch ein gesundes Vertrauen zum Mitmenschen haben, wenn nicht sein Selbstvertrauen zu dummer Ueberheblich- keit ausarten soll. Das Vertrauen gegenüber den Mitmenschen richtet sich in erster Linie gegen die Angehörigen der eigenen Sippe, gegen die Kameraden der gleichen Arbeits-, Ideen- und Derufsgemeinschaft und gegen die Volks- und Rassegenossen. Das Vertrauen zu ihnen entspringt denselben natürlichen, biologischen Gesetzen, wie das gesunde Selbstvertrauen. Vertrauen ist innerhalb jeder natürlichen Gemeinschaft nicht eine Gabe, die man von oben herab gnädig schenkt, sondern eine selbstverständliche Pflicht, die man jedem Glied dieser Gemeinschaft s ch u l d i g ist. Es gibt Menschen, die märten immer erst bis sich Vertrauen bewährt hat, die behandeln das Vertrauen wie ein Geschäft, die sind so lange mit Mißtrauen erfüllt, bis sie selbst Mißtrauen geerntet haben. Diese Menschen untergraben jede Gemeinschaft. Mit ihrem ständigen Mißtrauen zerstören sie im Laufe der Zeit jedes menschliche Vertrauen. Sie tragen selbst die Schuld daran, wenn ihr ursprünglich unberechtigtes Mißtrauen allmählich berechtigt wird und sie selbst schließlich an Stelle des natürlichen Vertrauens nur noch Argwohn und Mißtrauen ernten. So reich und herrlich aber das Vertrauen jede Gemeinschaft und jeden Einzelmen- schen befruchtet, so ätzend, zersetzend und zerstörend wirken Argwohn und Mißtrauen. Sie können das blühendste Leben ersticken, die innigsten Bande zer- -reißen, die schönsten Freuden vergiften und alle Erfolge vereiteln. Jedes Vertrauen muß Proben bestehen können, es muß sich auch bei Enttäuschungen bewähren. Es gibt Menschen, die werden mißtrauische Feinde der Gemeinschaft, wenn sie einmal eine große Enttäuschung erlebt haben, wenn ein Mensch einmal ihr Vertrauen nicht erfüllt oder gar häßlich mißbraucht hat. Der natürliche deutsche Mensch weiß, daß es unter Menschen immer auch Schattenseiten, Fehler, Schlechtigkeit und Minderwertigkeit geben wird. Durch diese menschliche Tragik kann und darf aber fein aus den Gesetzen des Blutes und Lebens fließendes natürliches Vertrauen keine Erschütterung erfahren. Es mag in manchen Stunden der Enttäuschung schwer sein, sich das Vertrauen unvermindert zu erhalten. Der Sieg des Vertrauens wird aber immer ein Sieg des deutschen Blutes sein. In jeder Gemeinschaft haben Führung und Gefolgschaft dasselbe Recht und dieselbe Pflicht zum gegenseitigen Vertrauen. Beide sind verpflichtet, dieses Vertrauen stets voll innerer Bereitschaft zu schenken, selbst mit dem Vertrauen zu beginnen und nicht erst vom anderen Vertrauen zu fordern. Vertrauen ist nicht nur eine der heiligsten Verpflichtungen, es ist gleichzeitig auch eines der schönsten Geschenke der Gemeinschaft. Es gehört zu den glücklichsten Stunden im Menschenleben, wenn sich in einer großen Gefahr oder bei einer harten Probe echtes Vertrauen bewährt hat. Es ist eine der besten Auszeichnungen für einen Menschen, wenn man ihm restloses Vertrauen zuspricht und schenkt. Vertrauen gehört zu den Grundvoraussetzungen natürlicher, menschlicher Haltung. Vertrauen ist ganz besonders eine Zierde des deutschen Wesens. Vornotizen. Tageskalender für Samskag. • HJ.-Veranstaltungs-Ring: 19 Uhr im Stadttheater „Käthchen von Heilbronn". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Links der Isar, rechts der Spree". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zwischen Leben und Tod". — Gießener Konzert-Ring: 20 Uhr in der Universitätsaula, Klavierabend von Professor Wilhelm Backhaus. — Verein ehemaliger 116er: 20 Uhr im „Pfälzer Hof" Kameradschaftsappell. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 15.15 bis 17.30 Uhr: „Goldregen"; 19 bis 22 Uhr: „Paganini". — Gloria-Palast, Sel- tersweg: 11 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung; „Links der Isar, rechts der Spree". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zwischen Leben und Tod". Stadtlhealer Gießen. Am Sonntagnachmittag wird die Lustspiel-Operette „Goldregen", die kürzlich mit großem Erfolg hier uraufgeführt worden ist, wiederholt. Spielleitung: Harry Grüneke, musikalische Leitung Arthur Apelt. Außer Miete! — Am Sonntagabend wird der große Operettenerfolg „Paganini" wiederholt. Die Lehar-Operette, die seither in Gießen immer ausverkaufte Häuser zu verzeichnen hatte, steht unter der musikalischen Leitung von Otto Söllner. Die Spielleitung hat Harry Grüneke. Tanzleitung: Irmgard Trömel. Chöre: Arthur Apelt. Bühnenbild :Karl Löffler. Außer Miete! Montag, 21. Oktober, geschlossene Vorstellung für die Reichsbahn: „Paganini , 19 bis 22 Uhr. — Dienstag, 22. Oktober: „Die Macht des Schicksals", Oper von Verdi, 19 bis 22 Uhr. 6. Dienstag-Mtere. — Mittwoch, 22. Oft., Neuinszenierung: „Das Käthchen von Heilbronn", Schauspiel von Kleist, Spielleitung: Hansjoachim Büttner. 19.30 bis 22 Uhr. 6. Mittwoch-Miete. — Freitag, 25. Oktober, Erstaufführung: „Dr. med. Hiob Prätorius", Komödie von Goetz, Spielleitung: Hans Geißler, 19.30 bis 22 Uhr. 6. Freitag-Miete. — Samstag, 26. Oktober: „Das Käthchen von Heilbronn". Geschlossene KdF.- Vorstellung. Sechzehner-Ring. 19.30 bis 22 Uhr. 3. Vorstellung. — Sonntag, 27. Oktober: 2. Morgen- veranstaltung: Lanzelot und Sanderein. Altflämisches Schauspiel. Spielleitung: Hansjoachim Büttner. 11.30 bis 12.30 Uhr. Außer Miete. 19 bis 22 Uhr: „Aennchen von Tharau", Operette von Strecker. Außer Miete. Gießener Vorkragsring. Goeche-Bund, „Reichswerk Buch und Volk" (früher Kaufmännischer Verein), Volksbildungsstätte Gießen und Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde werden im Rahmen des Gießener Vortragsringes ihren ersten gemeinsamen Vortragsabend am Montag, 21. Oktober, in der Neuen Aula der Universität mit einem Lichtbildervortrag des Schriftstellers Dr. Paul Rohrbach über bas Thema „Mit Auto, Bahn und Flugzeug durch Afrika von Nord nach Süd" beginnen. Fahrbereitschaften im Dienste der Heimat. Eine Unterredung mit dem Fahrbereitschastsleiter für Stadt und Kreis Gießen. Die Inanspruchnahme vieler Lastkrast- fahrzeuge durch die Wehrmacht seit Ausbruch des Krieges machte für die Lebensmittelzufuhr und die Heransthaffung aller kriegswirtschaftlichen Güter in der Heimat eine besondere Organisation der zu Hause verfügbaren Lastfahrzeuge und Pferdefuhrwerke erforderlich. Zu diesem Zwecke wurden durch Erlaß des Reichsverkehrsministeriums überall im Reich Fahrbereitschaften ins Leben gerufen, die den Einsatz der Lastkraftwagen und Pferdefuhrwerke in der Heimat für die Versorgungswirtschaft zu regeln haben. Eine derartige Organisatton besteht auch in Gießen für die Stadt und den Landkreis Gießen unter der Oberleitung des Landrats Dr. Lotz, lieber die Aufgaben und die bisherige Arbeit der Fahrbereitschaft Gießen haben wir uns mit deren Leiter, Spedtteur Hans Plank, unterhalten. Das Ergebnis der Unterredung enthalten die nachstehenden Zeilen. Die Fahrbereitschaften haben die Aufgabe, die für die heimische Wirtschaft zur Verfügung stehenden Lastkraftwagen und Pferdefuhrwerke 'planvoll unter dem Gesichtswinkel des Gesamtinteresses der Bevölkerung einzusetzen. Die Leiter der Fahrbereitschaften haben bei der Befriedigung des Güternahverkehrs — bis zu 50 Kilometer — dafür zu sorgen, daß der Bedarf der Wehrmacht in der Heimat stets pünktlich und ausreichend herangeschafft wird, die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung auf dem Gebiete des Transports reibungslos erfolgt, die kriegswirtschaftlich wichtigen Güter, namentlich auch für die Verforgungsbetriebe — wie z. B. Gas- unt> Elektrizitätswerke, Schlachthöfe usw. — stets pünktlich an- bzw. abtransportiert werden und den Erfordernissen der übrigen industriellen und gewerblichen Wirtschaft auf dem Gebiete des Fuhrwesens nach bester Möglichkeit ge&ent wird. Dazu gehört vor -allem die Sicherstellung der Transportmittel für die rechtzeitige Ent-- und Beladung der Güterwagen, der Transport von Kohlen, kriegswirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln von Bahnhöfen und Berteilungsstellen bzw. von den Städten hinaus zu den Orten in den ländlichen Gegenden. Für die Transportleistung gilt eine stufenweise Einteilung. Neben dem Bedarf der Wehrmacht in der Heimat sind in erster Linie leichtverderbliche Lebensrnittel, wie Milch, Gemüse, Fleisch zu befördern. Dann steht als nächste dringliche Aufgabe die rechtzeitige An- und Abfuhr von Gütern zu und von den Güterbahnhöfen zur Erledigung, um in diesem Sektor des Wirtschaftslebens nach bester Möglichkeit Verkehrsstockungen zu verhüten. Hierauf folgen die Transporte von Gütern für die wehr- wirtschaftlich wichtigen und für die Versorgungsbetriebe (Kohlen für die Gas- und Elektrizitätswerke), weiterhin von Gütern für Bauzwecke des Reiches und für andere staatswichtige Aufgaben, schließlich die Transporte für. die übrigen Wirtschaftszweige. Selbstverständlich wird im ^Fahrbereitschaftsdienst nicht rein schematisch nach dieser Rangfolge gearbeitet, sondern man ist allezeit bemüht, sämtliche Transporte mit größter Beschleunigung durchzuführen, damit die Heranschaffung der Güter überall flott und reibungslos verläuft. Die Fuhren für die Wehrmacht und die Lebensmitteltransporte haben aber stets den Vorrang. Der Fahrbereitschaftsleiter Gießen hat seine Ausgabe derart in Angriff genommen, daß er überall da, wo — wie z. B. bei Baufirmen und Versorgungsbetrieben — alte vertragliche Vereinbarungen auf Fuhrleistungen bestehen, möglichst nicht eingegriffen hat, soweit die Erfordernisse der Gesamtheit es zuließen. Die hierfür bereitstehenden Fahrzeuge müssen erforderlichenfalls aber auch für andere Fuhrleistungen mit tätig fein. Für den Gütertransport in Stadt und Landkreis Gießen find Fahrzeuge aller Größen vom umgebauten Personenkraftwagen bis zum 4-Tonnen-Lastkraftwagen eingesetzt, die je nach den Erfordernissen verwandt werden. Der Gütertransport nach und von der Reichsbahn ist die Hauptaufgabe dieser Fahrzeuge, damit die Güterwagen der Eisenbahn stets möglichst rasch be= und entladen werden. Ein weiterer wichtiger Arbeitszweig dient der Beförderung von Lebensrnitteln und sonstigen Bedarfsgütern für die Wirtschaft nach und von den Orten im Kreise Gießen, die nicht an Bahnstrecken gelegen sind. Diese Aufgabe stellt an die Fahrbereitschaften täglich große Anforderungen, da natürlich auch plötzlich auftretenber Stoßverkehr bei Massenandrang von Gütern mit bewältigt werden muß. Welche Transportleistungen für die Stadt und den Landkreis Gießen von den im Dienste der Gießener Fahrbereitschaften stehenden Lastkraftwagen zu vollbringen sind, ist schon daraus ersichtlich, daß im Tagesdurchschnitt rund 400 bis 500 Tonnen Güter befördert werden. Der Zweck der Fahrbereitschaften macht es erforderlich, bi4 zur Verfügung stehenden Lastkraftwagen und Pferdefuhrwerke nicht nur in straffer Weise für die Aufgaben einzusetzen, sondern auch mit dem Brennstoff und- den übrigen Betriebsmitteln in haushälterischer Weise zu verfahren. Deshalb erhalten die Fahrzeugführer an jedem Morgen, oder auch schon am Abend vorher, ihre Fahrtaufgaben für den jeweiligen Arbeitstag zugewiesen, damit unnötige Fahrten und Zeitverlust vermieden werden. Gefälligkeitsfahrten sind naturgemäß ausgeschlossen, vielmehr haben für alle Fahrten nur streng wirtschaftliche Erfordernisse zu gelten. Der Betriebsstoff für die Lastkraftwagen wird nach Maßgabe der Transportleistungen und der von den einzelnen.Wagen gefahrenen Kilometer von dem Leiter der Fahrbereitschaften zugewiesen. Die Pferdefuhrwerke werden unter den gleichen wirtschaftlichen Gesichtspunkten wie die Kraftfahrzeuge eingesetzt. Vorzugsweise findet der ,Phaser- motor" auf dem Lande für die Zwecke der Holzabfuhr Verwendung. Auch hier hat der Leiter der Fahrbereitschaften vertragliche Abmachungen von früher her in weitgehender Weise bestehen lassen, daneben müssen aber auch die Besitzer der Pferds- fuhrwerke für andere Fuhrleistungen jederzeit bereitstehen, da sie hierzu auf Grund des Reichs- leistungsgesetzes verpflichtet sind. Die Abrechnung für die Fuhrleistungen erfolgt direkt zwischen dem Fuhrunternehmer und dem Auftraggeber; die Fahrbereitschaftsleitung hat damit nichts zu tun. Für den Lastkraftwagen-Transport sind hierbei die vom Reichsverkehrsministerium festgesetzten Höchstpreise für den Güternahverkehr maßgebend. Der Lastkraftwagen-Fernverkehr mußte unter den kriegswirtschaftlichen Gesichtspunkten eine erhebliche Einschränkung erfahren. Diese kommt darin zum Ausdruck, daß jede Lastkraftwagenfahrt über 50 km Luftlinie hinaus der vorherigen Genehmigung durch den für unseren Bezirk zuständigen Oberpräsidenten in Kassel bzw. durch den örtlichen Fahrbereitschaftsleiter in Gießen unterliegt Die Notwendigkeit einer solchen Fernfahrt wird vorher genau geprüft Die Fahrt wird nur dann genehmigt, wenn der Güter« transport gar nicht mit der Eisenbahn erfolgen kann. Nur in besonderen Ausnahmefällen — z. B. in Anbetracht der Eigenart des Transportgutes ober bei außergewöhnlicher Dringlichkeit — wird der Lastkraftwagentransport über 50 km hinaus genehmigt. Die Fahrbereitschaften stehen jetzt ein Jahr im Dienste der Volksgesamtheit. Es kann festgestellt werden, daß ihr bisheriges Wirken zur Versorgung der engeren Heimat mit Lebensmitteltransporten und wichtigen Bedarfsgütern zufriedenstellend verlaufen ist und diese kriegswirtschaftliche Einrichtung die Erwartungen erfüllt hat, die bei ihrer Schaffung gehegt wurden. B. Bec Optiker am Sahnhof | 3000Kilometer £ie£>e Roman von Olly Boeheim 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die kleine Stadt fang und klang und leuchtete mit tausend bunten Augen auf das Meer hinaus. Weit draußen zogen schimmernde Schiffe funkelnd und fern in die Weite. Anni und Erik Schmitterlös gingen die breite Promenade entlang, dem Ende des Straubes zu, wo es still und einsam wurde. Der milde Wind wehte abgerissenes Mädchenlachen herüber, den Klang einer Ziehharmonika und den Jubel der tanzenden Jugend. Erik Schrnitterläf streckte sich in den weißen Sand, lieber dem Meer standen kühl und klar unzählige Sterne. "Ich liebe dich", sagte er daun, und ein leises Zittern überlief seinen Körper, „ad), bitte, frage nicht, ob ich das vielen Mädchen am ersten Abend gesagt habe. Du 'würdest mir die Antwort nicht glauben." »Ich glaube dir", sagte Anni leise. Sie hatte sich neben ihn gesetzt und ließ den feinen Sand durch ihre Finger rinnen, lieber dem Meer tanzten Lichtraketen in den Himmel, durchschnitten sausend die Luft und fielen als bunte Leuchtkugeln in das Wasser. Sie hatte die Augen geschlossen und lehnte ihren Kops leicht zurück. „Alle Sterne fallen auf uns herab", sagte Anni bebend, „alle Sterne." Er neigte sich über ihr junges Gesicht mit dem vollen, weichen Mund, der zuerst zögernd, dann immer williger seine Küsse erwiderte. Das Meer sang sein urewiges Lied, indes die Lieder der jungen Menschen allmählich müde wurden. Die laute Fröhlichkeit ebbte ab, während der Mond mit breitem Lächeln über dem glasklaren Himmel schwamm. Aus lautem Jubel war Flüstern geworden, aus hellem Lachen gedämpftes Kichern. Verträumte Paare gingen eng aneinandergeschmiegt den Strand entlang, dessen blasser Schimmer schon die Morgendämmerung ahnen ließ. Das Fest ging Zu Ende; die Lichteraugen strahlten noch in unverändertem Glanz; aber die Augen der Menschen waren müde geworden. Viel heimliche Liebe mar 1 aufgebläht in dieser zauberischen Frühlingsnacht. Viel Glück war über junge Menschenherzen hereingebrochen; viele junge Lippen erschauerten unter dem ersten Kuß. Wie würde es enden? Mit Abschiednehmen und Winken von fahrenden Schiffen? Mit Tränen oder mit einem kleinen Goldreif? Dunkel und unergründlich wie das Schicksal lag das ewige Meer vor ihrer jungen Liebe. Erik Schrnitterläf wollte feinen Traum festhalten. „Du, ich fahre demnächst nach Stockholm, ich habe drei Wochen Urlaub. Du mußt mich anrufen. Ich werde dir. die Schären zeigen, Schloß Gripsholm und das Skokloster, ja, Anni?" „Ja." „Es ist doch mehr als diese Frühlingsnacht.. Der Tag wird das nicht verwehen wie einen Traum, sag!" „Nein, Erik — ich liebe dich —" „Das hast du noch keinem gesagt?" „Noch keinem!" Ein dumpfes Tuten riß die beiden aus ihrer Verzauberung: die Fähre! Sie beschleunigten ihre Schritte. Peter Renz wartete mit allen Zeichen des Entsetzens am Zollamt und schwang Annis Koffer. „Alles all right bis auf dich, Mädchen!" Noch ein hastiger Kuß im blauen Mondschatten hinter den Warenballen. „Leb wohl!" „Denk an mich!" „Immer!" „Immer —" Onkel Franz stand grotesk-hochbeinig zwischen zwei Luxuslimousinen vom neuesten Typ. Langsam setzte die Fähre sich in Bewegung. Anni schaute zurück. Allmählich schob sich das graue Wasser zwischen Schiff und die Stadt. Am Hafen stand die hohe, schlanke Gestalt Schmitterlöfs, und sein Tuch flatterte wie ein weißer Vogel im Zwielicht. Anni riß ihren Schal -ab und winkte. Sie neigte sich über die Reling, als könnte sie es damit verhindern, daß das graue Band des Wassers sich zusehends verbreiterte. Immer kleiner wurden die vielen Lichter, immer schemenhafter und ferner die schmale Gestalt am Hafen. Das weiße Tuch war nur noch ein flatternder Falter, der langsam im Dunkel ver- taumelte. Anni wandte ihr Gesicht Peter zu, der aus purer Verlegenheit mitgewinkt hatte. Er faltete sein Taschentuch zusammen und wischte Anni die Tränen ab. „Hunger?" fragte er mit etwas belegter Stimme. Anni schüttelte schluchzend den Kopf. „Durst?" Anni verneinte wieder. „Also müde!" Anni nickte. „Bleiben wir auf Deck?" „Gern." Peter hatte schon zwei Liegestühle mit Decken vorbereitet. Er packte Anni ein und legte sich stocksteif in den Nachbarstuhl. Die Sterne erstürben im fahlen Grau. Peter steckte sich eine Zigarette an. Er hatte vor, Anni tüchttg die Leviten zu lesen, und knobelte an einem saftigen Anfang. Aber er fand keinen. Er blinzelte zu Anni hinüber; sie lag, das schone blasse Gesicht noch naß von Tränen, den weichen Mund halb geöffnet — und schlief. Peter schüttelte den Kops. „Kleine Schwester", sagte er bekümmert und breitete seufzend seine Decke über ihren Stuhl. Dann ging er in den SpeiserAUM und ließ sich einen doppelten Kognak geben. 4. Kapitel. Vera Verries stand in ihrem weißen 'Segelanzug am Bootssteg und sah prüfend in den Himmel, lieber dem blauen Siljansee schwamm eine schwarze Wolke wie ein träger Tintenfisch. Der Hoteldiener aus Leksand, der, um der deutschen Dame sprachlich behilflich zu sein, mit zu dem Bootsverleiher gegangen war, folgte mit zweiflerischer Gebärde ihrem Blick. „Es wird Sturm geben, Madame", sagte er mit seinem schwedischen Akzent, „und der Siljan ist gefährlich. Ich würde nicht segeln allein!" Vera Verries zog die feinen Brauen nervös zusammen: „Danke schön. Aber ich werde es trotzdem riskieren bei dem herrlichen Sonnenschein. Sollte es wirklich stürmisch werden, lege ich irgendwo an und warte, bis das Wetter sich verzogen hat. „Wie Madame wünschen!" Der junge Mensch wandte sich zum Gehen, während der Bootsverleiher das kleine Segelboot vom Land abstteß. Der Wind griff mit verspielten Händen in das schmale Segel und trieb es in rauschender Fahrt in den See hinein. Der Kirchturm von Lekfand wurde rasch kleiner. Die weißen Kreuze des Friedhofes, die bis zum Wasser hinabreichten, die ernsten Tan. nen, die wie ein Finger Gottes in den lichten Himmel hinaufdeuteten, verschwommen im Dunst. Die blaue Ferne nahm Vera Verries auf. Der Wind hatte etwas nachgelassen. Leise klatschten die kurzen Wellen an den Bootsrand. Die Tänzerin Vera Verries streckte ihre schönen Beine unter dem Segel aus, ließ das Boot treiben und geriet ins Träumen. Jetzt, losgelöst von allem, was sie beschwert hatte, selbst vom festen Land, erschien es ihr, als könne niemals mehr ein Manager sie mit Telegrammen und Gastspielverträgen aus ihrer Ruhe stören. Sie schloß die Augen, zog die Kappe tief über die Stirn und gab sich wohlig der Frühlingssonne hin. Jetzt fühlte sie erst, wie müde sie mar. Arme, viel beneidete und bewunderte Vera Verries! Ihr ganzes Leben war bisher nichts anderes gewesen als ein rastloses Dahingetrieben, werden. Ein Hasten von Hotel zu Hotel, vom Bahnhof zum Auto. Training, Anspannung, Erfolg, kurzes Ausruhen, schon mit dem nächsten Vertrag in der Tasche, schon mit den Gedanken halb im Flugzeug, im Auto, Schiff oder Eisenbahn. Das waren ihre besten Jahre gewesen. Was hatten sie ihr gegeben? Ruhm? Vera mußte lächeln. Wie hatte Grischa gesagt, als er sie verließ? „Ruhm ist nur der Inbegriff aller Mißverständnisse, die sich um einen Namen sammeln, und er verblaßt schnell." Vera Verries hatte sich damals für den Ruhm entschieden, statt für ein geruhsames Leben an der Seite eines Mannes, den sie zu He- den geglaubt. Zu einer wirklichen großen Berühmtheit hatte sie es jedoch ttotz aller Willensanspannung nicht gebracht, aber immerhin hatte sie sich einen guten bekannten Namen erkämpft. Vera Ver- ries war zu klug, um nicht zu wissen, daß sie ihren Höhepunkt bereits überschritten hatte. Wenn sie nun mit ihrem Boot wie ein lichter Falter über den himmelblauen Siljansee glitt und das Fazit ihres Lebens zog, so blieben viel Müdigkeit, ein leeres Herz und eine Villa am Wannsee übrig. Sie dachte an ihre Schwester Maria, die ni'e mit ihrem Haushaltungsgeld reichte, und sie stets mit den Worten empfing: „Oh, du Glückliche!" Wann war Vera Verries wirklich glücklich gewesen? War Erfolg Glück? (Fortsetzung folgt.) werden. Postens in Aus- Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! folgschaftsraum der Brauerei Jhring-Melchior ein W e r k k o n z e r t für die Gefolgschaften der Brauerei und der Maschinenfabrik Georg Schieferstein statt. Das Konzert wurde ausgeführt von dem Musikkorps eines Seefliegerhorstes, da,s sich gegenwärtig auf einer Konzertreise befindet. Nach einleitenden Begrüßungsworten des stellvertretenden Betriebsführers, Dipl. Brauerei-Ing. Georg Maid- hoff, brachte die Kapelle ein abwechslungsreiches, volkstümliches Programm zu Gehör, in dem sich Märsche, Operetten-Potpourris, Charakterstücke und Lieder in flotter Folge ablösten und das bei den Zuhörern freudigen Beifall fand. Zum Schluß dankte Betriebsführer Hermann S ch l e f e r ft e i n im Namen beider Gefolgschaften dem Musikkorps für die genußreiche Unterhaltung. Kreis Wetzlar. Neugestaltung am Hindenburg-Wall Verschönerung der Anlagen. - Verbesserung vor dem Etadttheater. Wann Verbreiterung im Seltersweg und am Walltor? flltftoffe sammeln unö Burdi Oie Schuldend abliefern: auch eine htiegetDiditige teiflung Oer Heimat! Bauern beim Führer. Was erzählen die Hessen-Nassauer, die in Berlin waren? Eine Unterhaltung mit Ortsbauernfuhrer Bender, Krofdorf. Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, Gießen, gibt nachstehend die Sprechzetten des Kreisobmannes und der einzelnen Abteilungen bekannt. Diese Sprechzeiten sind von den Volksgenossen einzuhalten, da Abfertigung außerhalb der vorgesehenen Sprechzeiten nur nach telephonischer Rücksprache erfolgen kann. Die Sprechzeiten sind: Für Kreisobmann und Fachabtellungswalter: freitags von 9 bis 13 Uhr, samstags von 8 bis 13 Uhr; Verwaltungsstelle: täglich von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr; Rechtsberatungsstelle: montags von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr; Abt. Berufserziehung: täglich von 8 bis 13 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr (Samstag nur von 8 bis 13 Uhr). 4700O Was ist Butterschmalz? Die neuen Lebensmittelkarten enthalten erstmalig eine Bezugsberechtigung über 50 Gramm Butterschmalz für alle über drei Jahre alten städtischen Dersorgungsberechtigten im Rahmen der Gesamtfettration. In Sachsen, Siiddeutschland und der Ostmark ist Butterschmalz nichts Neues, in anderen Teilen des Reiches ist die Verwendung im Haushalt bisher weniger bekannt gewesen. Es wird daher darauf hingewiesen, daß Butterschmalz ausgelassene, nicht lagerfähige Butter ist, aus der alle Buttermilchreste entfernt sind. Butterschmalz ist daher die reinste Form des ausgelassenen Butterfettes und das hochwertigste tierische Fett überhaupt. Da Butterschmalz ein wasserfreies 100-v. H.-Fett ist, entsprechen 80 Gramm Butterschmalz dem Fettgehalt von 100 Gramm Butter. Das Vitamin A der Butter geht bei der Herstellung von Butterschmalz nicht verloren. Der dem Butterschmalz anhaftende eigene Geruch und Geschmack ist kein Qualitätsmangel, sondern eine natürliche Eigenschaft, die sich beim Kochen, Backen und Braten vorteilhaft auswirkt. Butterschmalz ist kein Brotaufstrich. Beim Kochen, Braten und Backen ermöglicht dagegen der höhere Fettgehalt einen sparsamen Verbrauch. Die unübertroffene Güte der süddeutschen Mehlspeisen, die besondere Qualität der sächsischen Christstollen und der Wiener Gebäcke beruhen zum großen Teil auf der Verwendung von Butterschmalz. Butterschmalz läßt sich bei der Zubereitung aller Speisen verwenden, für die die Hausfrau bisher andere Fette gebrauchte. Dabei muß aber berücksichtigt werden, daß Butterschmalz sparsamer verwendet werden kann, also in geringerer Menge als andere Fette zugesetzt wird. Die Versorgungslage im Mein-Main-Aebiei. Das Landesernährungsamt Hessen teilt u. a. mit: Der Bedarf an Milch, Milcherzeugnissen, Deien und nördlichen Seite des Gebäudes, also auf dem Weg, der nach der Neuen Bäue zu gelegen ist. Durch diese Neuerungen werden vor dem Theater erheblich bessere Verhältnisse als bisher aefchaffen. Der Autoparkplatz an der jetzigen Stelle neben dem alten Stcütthaus, also gegenüber vom Stadttheater, ist auch in Zukunft zum Parken der Wagen zu benutzen. Im kommenden Frühjahr soll mit der Umgestaltung des Hitlerwalls von der Gartenstraße aus, nach dem Vorbild der jetzigen Neugestallung am Hindenburgwall, begonnen werden. Man darf wohl hoffen und wünschen, daß diese Verbesserungsarbeiten in möglichst kurzer Zeit dis zum Walltor durchgeführt werden und bei dieser Gelegenheit vor allem auch eine wichtige Verbesserung der Der- kehrsverhättnisse durch die Beseitigung der jetzigen 8°Kuroe an der Marburger Straße/Ecke Wernerwall herbeigejührt wird. Zu diesem Zwecke müßte das an der Ecke Marburger Straße/Wernerwall stehende Haus, das sich bereits im Besitze der Stadt_ befindet, abgebrochen werden. Dann wird es möglich fein, unter Hinzunahme der großen Gartenfläche neben diesem Hause die untere Marburger Straße erheblich zu verbreitern und die gegenwärtigen zahlreichen Gefahrenmöglichkeiten zu beseitigen. Bei dieser Betrachtung tritt auch die dringend notwendige Verbreiterung des unteren Selterswegs am Kreuzplatz wieder in den Vordergrund. Die Stadt hat vor einiger Zeit das Hausgrundstück des verstorbenen Karfmanns Schulze an der Ecke Seltersweg / Kreuzplatz gefault. Das Haus steht jetzt völlig leer. Es wäre nun wohl der richtige Zeitpunkt gekommen, die Verbreiterung des Selterswegs durch den Abbruch dieses Hauses mit gleichzeitiger Korrektur der angrenzenden Häuserfront im Seltersweg vorzunehmen. Nachdem der Fährverkehr jetzt die Einbahn-Richtung vom Selterstor zum Kreuzplatz erhalten hat, ist er nämlich stark angewachsen und dadurch die Gefährdung der vielen Fußgänger in dem „Flaschenhals" zwischen dem Lotzekasten und dem Kreuzplatz, der engsten Stelle des Seltersweges, erheblich gestiegen. Nicht nur aus Gründen der Verkehrssicherheit, sondern auch aus Erwägungen, die sich mit weiter Sicht auf die künftige Neugestaltung im Stadtkern von selbst aufdrängen, wäre es dringend geboten und sehr zu begrüßen, wenn nunmehr ungesäumt die Verbreiterung des Sellerswegs an dieser gefährlichen Ecke in Angriff genommen würde. B. Amtsgericht Gietzen Ein Mann in Gießen hatte einen Strafbefehl über 10 RM. erhalten. Er war beschuldigt, bei einem Fliegeralarm ein Fenster nicht genügend verdunkelt zu haben, so daß der Lichtschein nach außen drang. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der Hauptoerhandlung wurde er durch die Aussage des Luftschutz-Blockwarts überführt und dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend zu einer (3 e I b {träfe von 10 RM., ersatzweise 2 Tage Haft, verurteilt. Die schlechte Verdunkelung war wiederholt aufgefallen und der Angeklagte war auch verwarnt worden. Nur mit Rücksicht auf seine wirtschaftlichen Verhältnisse sah das Gericht von einer Erhöhung der Strafe ab. (Straffommer Giehen. Die Eheleute P. und Chr. H. in Gießen-Wieseck 1 waren durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom i 27. August zu je neun Monaten Gefängnis ver- : urteilt worden. Sie waren beschuldigt, gemeinsam i drei Einbruchsdiebstähle, die Ehefrau allein einen . Einbruchsdiebstahl begangen zu haben, wobei ihnen i insgesamt 170 RM. in die Hände fielen. Gegen das ■ Urteil legten die Angeklagten Berufung wegen der • Strafhöhe ein. Sie behaupteten, aus Not gehandelt ! zu haben. Dem Antrag des Anklagevertteters ent- ' sprechend wurde die Berufung verworfen. Das Ge- * Launsbach, 18. Oft. Dieser Taae konnten durch die Spendefreudigkeit der Launsbacher Bevölkerung von den hiesigen DRK.-Helferinnen folgende freiwillige Sachspenden entgegen- genommen und der D RK.- D ie n stste ll e Wetzlar zugeführt werden: 150 kg Aepfel, 2 Eimer Marmelade, 1 Eimer Gelee, 1 Büchse Dbft, 1 Glas Kirschen, 11 Flaschen Fruchtsaft, 17 Eier, 650 g Speck, 31/« kg Mehl und 3 P. Zigaretten, 10,60 Reichsmark. G. A.-Gport. Fußball Deutschland-Vulgarieu Der Fußball-Länderkampf gegen Bulgarien in München und die vier Treffen um den Fußball- Tschammerpokal in Wien, Nürnberg, Wuppertal und Königsberg stehen im Mittelpunkt der sportlichen Ereignisse des Wochenendes. Dem Fußball - Treffen gegen Ungarn, das bekanntlich 2:2 ausklang, folgt nun eine Begegnung mit Bulgarien. Nach langer Pause ist wieder einmal München der Schauplatz eines Ländertreffens und wenn nicht alles trügt, wird die Hauptstadt der Bewegung ein gutes Spiel erleben. Die Bulgaren sind sehr tüchttge Fußballer, das haben sie in den beiden vorausgegangenen Treffen gegen Deutschland gezeigt. Die erste Begegnung 1935 in Leipzig wurde von uns 4:2 gewonnen und das Rückspiel 1939 in Sofia endete nur 2:1 zu unseren Gunsten. Mit der Mannschaft Klodt Streitle Moog Kupfer Goldbvunner Hammerl Lehner Walter Conen Sing Gärtner sollte auch im dritten Kampf ein deutscher Sieg zur Tatsache werden. Die Bulgaren kommen mit 14 Spielern nach München und werden ihre Elf endgültig erst an Ort und Stelle namhaft machen. Schiedsrichter ist der Ungar Kiß. Großes Interesse beanspruchen auch die vier Begegnungen der' 4. Tschammerpokal - Schlußrunde. Der Pokalverteidiger 1. FC. Nürnberg hat Schwarz- Weiß Esten zu Gast, Rapid Wien empfängt die SpDgg. Fürth, Fortuna Düsseldorf tritt im neutralen Wuppertal gegen den Wiener SC. an und Dstpreußens Meister DfB. Königsberg hat es mit dem Sachsenmeister Dresdner SC. zu tun. Nürnberg, Rapid, Fortuna und Dresden sollten in die Vorschlußrunde einziehen. Arbeitstagung des Fachamts Leichtathletik. Als das Fachamt Leichtathletik zu Beginn des vergangenen Kriegssommers die Durchführung eines geregelten Trainingsbetriebs in Angriff nahm, verbunden mit planmäßigen Wettkämpfen, stellten sich ihm große Hindernisse in den Weg. Sie sind alle gut überwunden worden, und der Bezirk 8 kann die Feststellung machen, daß eine sehr erfolgreiche Wettkampfzeit hinter uns liegt. Was die Zahl der Teilnehmer an den einzelnen Veranstaltungen anbetraf — denken wir nur an die wöchentlichen Trainingsund Wettkampf ab ende — so konnte man nicht von kriegsmäßiger Besetzung sprechen. Nach Abschluß der B^dnsaison ist es nun notwendig, rechtzeitig an die Winterarbeit zu denken. Ihr soll eine Arbeitstagung am kommenden Sonntag gehen, die unter Leitung des Bezirksfachwarts für Leichtathletik Himmelmann steht. Die llebungs- leiter aller NSRL.-Gemeinschaften des Bezirks 8 1 und tüchtige Mitarbeiter der Vereine sind hierzu eingeladen worden. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Winterarbeit der Leichtathleten. Daneben werden alle die Fragen nicht unerwähnt bleiben, die von Bedeutung sind. In engem Zusammenhang mit der Winterarbeit steht die Lehrgangsarbeit. Diese wurde bereits im vergangenen Sommer ausgenommen und wird nun planmäßig fortgesetzt. Qb- wähl die Wintermonate ausschließlich mit harter 1 Trainingsarbeit ausgefüllt sein sollen, darf der Wettkampf nicht ganz vergessen werden. Soweit es die Räumlichkeiten in den verfügbaren Hallen zulassen, werden Hallenveranstaltungen zur Durchfüh- ' rung kommen müssen. Alle diese Fragen werden zu i einer Aussprache während der Tagung führen. ; Ebenso werden die Wettkampfbestimmungen und i Kampfrichter fragen behandelt werden. i Eine solche Arbeitstagung des Fachamtes Leicht- i athlekik wird in unserem Bezirk erstmalig durchge- > führt. Die zahlreichen Anmeldungen hierzu und die : Taffache, daß mit dieser Einrichtung während des t Krieges begonnen wird, mögen ein Beweis dafür > fein, daß alle die, die im Sport zur Erfüllung einer • Aufgabe bestimmt sind, ihrs Pflicht tun. Pünkllich erschien der Führe r. Ich glaube, daß jedem von uns das Herz einen Augenblick gestockt hat. Er kam ganz schlicht daher, so wie er in seinem Arbeitszimmer gesessen hatte, und schaute uns an. Der Reichsbauernführer sprach; Blumen und Erntekrone wurde überreicht. Dann ging der Führer langsam an den Fönten vorbei und schaute jeden einzelnen fest und gütig an, und diesen Augenblick vergißt man nicht sein Leben lang. Darauf sprach er zu uns, dankte uns für unsere Arbeit und unseren Einsatz und setzte uns die polttische Lage auseinander. Ich hatte den Eindruck: der Mann weiß, was er will, und wir können uns auf i h n verlassen. Er hat keine Elle und wird nichts überstürzen; aber wenn er zupackt, dann geschieht es im richtigen Augenblick und so, daß der Erfolg nicht ausbleiben kann." Arn Abend erlebten die Abordnungen den Film „Jud Süß". „2)en hätte man in der Kampfzeit schon aufführen sollen", meinte Bender. Ja, und dann wollten wir auch wissen, was für Eindrücke die beiden anderen aus Hessen-Nassau mitgenommen hätten. Die Bäuerin Margarete Muller aus Rimbach: „Sie wollte ursprünglich gar nicht mit nach Berlin fahren. Wer sollte ihr denn die Kinder und die Wirtschaft versorgen? Ihr Mann steht doch im Feld, und sie ist ganz allein! Aber der Mann schrieb ihr, sie solle doch sa mitfahren, es sei eine große Ehre. Und da hat sie sich denn entschlossen, die Reise zu machen und hat es nicht bereut. Auch der Landarbeiter Jäger ist stolz auf fein Erlebnis. Als alter Frontkämpfer hatte er bas Eiferne Kreuz mit dem Ehrenkreuz für Front- kämpfer und die heffffche Tapferkeitsmedallle angelegt, und unterwegs wußte er zu erzählen, daß er drei Jahre bei der Kavallerie gebient und vier Jahre Feldzug mitgemacht hat, und von da ab ist fein Leben Arbeit gewesen von früh bis spät." Auch ihm ist es ergangen wie der Bäuerin und dem Drtsbauernführer, der uns zuletzt sagte: „Ich habe mich besonders im letzten Jahr, als ich vor Arbett nicht aus noch ein wußte, oft gefragt: wie wird einem das einmal gedankt werden? Nun ist es uns gedankt worden; und das Erlebnis dieses Besuches in Berlin wird mit uns gehen durch unser ganzes Leben." Im Verlaufe der letzten Wochen ist der Hin- i denburgwall zwischen dem Selterstor und dem 1 Stadttheater einer weitreichenden Neugestaltung i unterzogen worden. Die Arbeiten sind mittlerweile 1 so weit gediehen, daß noch vor Beginn des Winters ! mit ihrem Abschluß zu rechnen ist. Durch die Weg- < nähme der vorderen Baumreihe am Rande des i Fußgängerwegs ist es möglich geworden, die Fahr- ' bahn wesentlich zu verbreitern und zugleich auf beiden Seiten einen Radfahrweg zu schaffen, für den auf der bebauten Straßenseite allerdings ein schmaler Streifen des Bürgersteiges in Anspruch genommen werden mußte. An Stelle bes. früheren Fußgängerwegs in den Anlagen ist ein neuer gleich breiter entstanden, der mit Kleinpflaster versehen und ein Stück in die früheren Anlagenflächen hineingelegt wurde. Dieser neue Weg stellt eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem früheren, verhältnismäßig schmalen Pflafterweg dar und verbindet sich inniger mit den Grünanlagen, sodaß der Fußgänger nicht mehr den Eindruck hat, außerhalb der eigentlichen Grünanlagen zu gehen. Im Frühjahr wird der Weg durch eine 30 cm hohe Hecke eingefaßt. Zugleich ist bei der Neugestaltung mancherlei altes und überflüssiges Buschwerk beseitigt worden, wodurch das Anlagenbild nur gewonnen hat. Gegenwärtig ist man dabei, die Böschung an dem neuen Änlagenweg zwischen der Johanniskirche und dem Stadttheater mit Grassamen einzusäen, damit auch dieser Teil der An- Johanneskirche und dem Stadttheater mit Graslagen im Frühjahr bereits sein grünes Kleid zeigen kann. Für bas nächste Frühjahr ist für biefen Anlagenteil die Schaffung zahlreicher Sitzgelegenheiten vorgesehen, damit hier für Spaziergänger viele Ruhepunkte vorhanden sind. Ferner soll inmitten dieser Anlagen etwa in der Höhe der Plockstraße in der Nähe des jetzigen Holztempels ein moderner Musikpavillon mit Schallrückwand errichtet werden. Die Deffnung des Orchesterraumes wird nach den Anlagen zu liegen, sodaß man bei den Konzerten in den Anlagen sitzen und der Musik lauschen kann. Rund um den Musikpavillon sollen schöne Spaziergängerwege geschaffen werden. An dieser Stätte sollen künftighin Anlagen- Kvnzerte des Städtischen Orchesters, her Militärkapellen, der K-eiskcwelle b»r NSDAP.. d"s Musik- zuges der SA.-Standarte 116 und evtl, auch anderer Kapellen stattiinden. Das Wetterhäuschen, das bei den jetzigen Umbauarbeiten weggenommen werden mußte, wird in besserer Gestaltung und in reicherer Ausstattung im nächsten Frühjahr an dem altgewohnten Platze wiedererstehen. Dagegen wird die bisherige Bedürfnisanstalt an der Anlagenecke bei der Johanneskirche nicht wiederkehren, denn sie ist ja an dieser Stelle künftighin überflüssig, weil eine große und moderne Toilette für Männer und Frauen im Zuge der jetzt schon funbamentierten Kolonnadenbauten zwischen dem Selterstor und der Bleichstraße vorgesehen ist. Gegenwärtig sind auch Veränderungen vor dem Haupteingang des Stadttheaters im Gange. Die bisherige Trepne vor dem Hauvtportal ist durch eine neue, wesentlich breitere ersetzt wor- ' den, die einen bequemen Aufgana gestattet und zu beiden Seiten einen guten Abschluß durch Stein» öoftame nie erhalten hat. An Stelle des bisherigen i Blumenbeetes vor dieser Treppe wird künftig eine l breite Plattenfläche ihren Platz haben, um den Zugang zum Hauptportal des Stadttheaters vom Hin- denburgwall her breit und bequem zu machen und es - mit Rücksicht auf das spätere neue Rathausgebäude stärker zu betonen. Die Blumenbeetanlage wird in die seitlich liegenden Grünflächen hineinverlegt werden, die ihren Abschluß finden sollen in den jetzigen beiden Baumgruppen beiderseits vom Hauptportal. Dis bisherigen diagonalen Wege über diese Fläck>e werden in Wegfall kommen. Ferner wird in Zukunft die Auffahrt für Kraftwagen unmittelbar vor dem Haupteingang des Theaters fortfallen. Die Autos erhalten vielmehr ihre Auffahrt an der Fetten war weiterhin im großen und ganzen ausreichend gedeckt. Zur Bedarfdeckung in Käse wurde auf die Bestände des Großhandels zurückgegriffen. Speisequark ist weiterhin stark gefragt. Es wird erstrebt, in irgendeiner Form dem Uebelstand abzuhelfen, daß praktisch keine Käseart auf den Markt gelangt, die der Quote von 30 Gramm auf Reisemarken entspricht. Die Versorgung mit Nährmitteln ist nach wie vor ausreichend. Auch sind erhebliche Mengen an Kaffee-Ersatz lose vorhanden. Es wäre erwünscht, wenn dieser an Stelle der Paketware dem Verbrauch zugeführt würde, d. h. wenn die Hausfrauen bei ihrem Einzelhänder nicht absolut Kaffee in Paketen verlangten. Am Viehmarkt waren, wie schon in der letzten Zeit überhaupt, weniger Schweine zu sehen. Als Ausgleich wurden mehr Rinder zugelassen und die Versorgung dadurch sichergestellt. Immerhin lag der Austrieb an Schweinen um fast ein Fünftel höher als in der Vorwoche. Auch in der kommenden Woche wird das fehlende Schweinefleisch durch Rindfleisch ersetzt Darüber hinaus ist die Zuteilung eines Schweinefleisch im eigenen Saft in Dosen Wir trafen den Ortsbauernführer Karl Bender, als er eben im Begriff war, ins Rübenfeld zu fahren. Er nahm uns mit in die Stube und ließ sich geduldig von uns aus fragen. Aus der Erinnerung holte er langsam die Eindrücke seiner Berliner Reise herauf, und das geschah mit einem tiefen Ernst, aber zugleich auch mit einer schönen Beschwingtheit, die von der Größe und Nachhaltigkeit des Erlebnisses zeugte. Sie waren also zusammen mit dem Landes- bauernführer nach Berlin gefahren, die Bäuerin Margarete Müller aus Rimbach im Odenwald, der Landarbeiter Heinrich Jäger vom Hellerhof bei Alsfeld und er, der Drtsbauernführer Karl Bender aus Krofdorf bei Gießen. Am Abend trafen sie im gleichen Hotel Bauernabordnungen aus der Ostmark, aus dem Warthegau, aus Sachsen und Westfalen. Bauern verstehen einander schnell, und so wurden hier schon gute Bekanntschaften geschloffen. Der nächste Morgen brachte eine Stadttundfahrt und anschließend eine Besichtigung des Reichssportfeldes. Hier wurden die Abordnungen durch den Reichsbauernführer begrüßt. Als dann der Reichsbauernführer an jeden einzelnen Teilnehmer heran- trat, konnte Bender ihm die Grüße zweier Krofdorfer ausrichten, die im letzten Krieg mit dem damaligen Leutnant Darre in einer Batterie gestanden hatten. „Er hat sich sehr gefreut über die Grüße", erzählt Bender. Don da ging es in das Propagandaministerium. „Und hier", so berichtet der Drtsbauernführer, „waren wir bei der großen Kaffeetafel, wo jeder sich setzte, wohin er wollte, w i e eine einzige Familie. Es war sehr gemütlich und gar nicht wie in einem Ministerium." Der zweite Tag brachte dann nach dem offiziellen Empfang im Berliner Rathaus den eigentlichen Höhepunkt der Fahrt: den Empfang beim Führer. ,,Jch war einer der ersten, die den Vorhof der Reichskanzlei betraten", berichtet Bender. „Und hier, wie überall in Berlin, wo gebaut wird, ist mir der neue Stil aufgefallen, den ich den Stil des Dritten Reiches nennen möchte. Er ist einfach, groß und monumental. Im Botschaftersaal traten wir dann im Viereck an. sicht gestellt. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 19. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, % kg 4, 5 kg 40, Wirsing, H kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15, Unterkohlrabi 5, Erbsen 25, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 18, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarzwurzeln 15, Rhabarber 10, Kürbis 7, Feldsalat C/io) 10, Aepfel, kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 30, Zwetfchen 13, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5 bis 30, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Rpf. 4> ** HI.» Veranstaltungsring. Am heutigen Samstag, 19. Oktober, findet die zweite Vorstellung des HJ.iVeranstaltungs-Rings „Kathchen von Hellbronn" statt. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr. ' ... . ** Kriegsauszeichnungen. Der Unteroffizier Friedrich B ö tz aus Gießen, Alicenstraße 43, der zur Zeit in Frankreich bei einer Fliegerformation steht, wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. — Dem Polizei-Dber- wachtmeister Hugo Gunia (jetzt Sjl^nebel bei einer ^-Polizei-Division) wurde am 3. Oktober 1940 das Kriegsoerdienstkreuz II- Klasse mit Schwertern wegen besonderem Verdienst beim Einsatz in Frankreich verliehen. , _. _ , . ** Ermäßigte Postgebühren. Die Deutsche Reichspost übermittel jetzt für die ermäßigte Gebühr (50 Rpf. ohne Rücksicht auf Gerruch und Entfernung und ohne Erhebung einer Zustellgebühr) Pakete mit Kleidungsstücken nicht nur der einberufenen oder der zur Entlassung kommenden Wehrmachtsangehörigen, sondern auch der einbe- rufenen ober zur Entlassung komrpenden Reichs- arbeitsdienstpflichtigen. Die Postämter geben über Einzelheiten Auskunft. Ortszeit für de« 20. Oktober. Sonnenaufgang 8 Uhr, (Sonnenuntergang 18.19 Uhr. _ Monduntergang 11.41 Uhr, Mondaufgang h Ortszeit für den 21. Oktober. Sonnenaufgang 8.02 Uhr, Sonnenuntergang 18.17 Uhr, — Monduntergang 12.34 Uhr, Mondaufgang 21.42 Uhr. richt führte bei der Begründung des Urteils aus, die Angeklagten feien ganz raffiniert vorgegangen, und der Vorderrichter habe bereits weitgehend mildernde Umstände zugebilligt. Aus der engeren Heimat. Der AlsfelderStadthaushaltfür 1940 ♦ Alsfeld, 18. Ott. Der Haushaltsplan der Stadt Alsfeld für das Rechnungsjahr 1940 wurde mit 645 800 RM. Ausgaben festgesetzt. An Gemeindesteuern werden erhoben: Grundsteuer für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe 162 v. H., für die Grundstücke 102 v. H., Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital 273 v. H. Zweigstellensteuer 355 v. H. und Bürgersteuer 500 v. H. Landkreis Gießen. (U Lich, 18. DEL Der Unteroffizier in einem Artillerie-Regiment Ludwig Wolf von hier, Men-- aesgasse 43, tinirbe zum Wachtmeister befördert. — Am Mittwochnachmittag fand in dem großen Ge- Ihre Verlobung geben bekannt . . . dann denken Sie an 4706 D (§s grüßen als Verlobte Ich bin bei dem Finanzamt Gießen als Helfer in Steuersachen 3965 D zugelassen Maigasse 11 03530 J7J7D Ihre Vermählung geben bekannt von Nord nach Süd. msD z. 3- lm Felde Gießen, Lleblgstraße 33 4719 d Dessau (SfLdf. Krankenanstalten), 14. Oktober 1940 4714D STADTTHEATER GIESSEN ANchl fiberlfdgOorl AUchi fiberfrdgbdtl 4702 D 4. Deutsche Reichslotterie 0 Ziehung schon nächsten Dienstag Waschmittel eifen.) 1940 Pulver Buch acker Dr. Flimm elfen.) Dezember 30 p 2Dofd>.(Seifen») 1940 elfen*) Dezember 30 g Dasch-fSelfen- 1940 4695 D elfen.) Oejembee LOg Dasch.fSelfer 1940 Pulver elfen») Dezember 50 g Tofd).(6eif 1940 Zu verkaufen vsw. Waschmittel GLORIr z^rirgsipj rrr 194041 PQLQST Giessen Feinwäsche Oie Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen voll Freude und Dankbarkeit an 14,50 7,50 Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 E R für Dohnorit Gertraut Äemhammer, geb.Hepding Dr. med. Arnold Äernhammer M 10 Kilo 4 „ Willy Werner Gießen, Friedensstraße 49 OTTO JAKOB Bäckerei und Konditorei Bleichstraße 21 OEORG SCHILLING Bäckermeister Bism'arckstraße 8 LUDWIG RUHL Bäckerei und Konditorei Marktplatz 13 HEINRICH WEIMAR Bäckerei und Konditorei Frankfurter Straße 41 Kartenvorverkauf: Challier,Neuenweg,Kartenverkaufsstelle der KdF., Seltersweg 60, u. Abendkasse. Schwere Verschleimung und Hustenqualen vollkommen beseitigt: Waschmittel für Rodhelmer Straße 40 20. Oktober 1940 Ott führet? 85 Millionen, Oie einen willen hoben, einen entschlich unO ju einet tot bereit fink deicht keine Macht bet Wett! Waschmittel für Es ladet ein 4691o Evang. Stadtmission / Löberstr. 14. Portos, per Nachnahme. Nichtges. Geld zuruck. Chemische Fabrik Oieck, Hamburg 1, Glockengieherwall 25 >te(. 32 55 52/53. 469Gv Hilde Trautmann Arthur Tränkner Ingenieur Or. Hugo Gaßmann Irmgard Gaßmann, geb. Schön im Oktober 1940 Die beliebte „Erika“ ist prompt lieferbar Generalvertretung Baums L Treibig Gießen, Bahnhofstraße 26 Ruf 3700 (neben dem Lichtspielhaus) Elisabeth Wall Wilhelm Gras Unterarzt Vollkornbrot ist vitaminreich Vollkornbrot ist leicht verdaulich Vollkornbrot ist kräftig im Geschmack Vollkornbrot ist nahrhaft und bekömmlich Nur das mit der Gütemarke versehene Brot darf als VOLLKORNBROT an geboten werden Nachstehende Bäckereien haben nach Prüfung die Anerkennung zur Herstellung von Vollkornbrot vom Hauptamt für Volksgesundheit erhalten. Straßer .

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