Samstag, 20., Sonntag, 21. Juli MV ldv. Jahrgang Ur. 170 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Anzeigen-Breife: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbrette Nackläffe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel S Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 250/n mehr ) E £> W Samstag, 2O.j Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte GiehenerFamilienblätter Heimat imBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschluh 2251 Drahtanschrift-„Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. Des Führers Dank an Front und Heimat. Nach siegreicher Beendigung der Kämpfe in Norwegen und Frankreich steht das Großdeutsche Neich stärker denn je / zuvor zu jedem Kampfe gerüstet. — Ein letzter Appell des Siegers an die Vernunft der Völker. ä- ' - z/.... 1 • O;v MW8 W • - v'V-: FT ■ EM; y;K'; ■ U*; ' Der Führer und sein Reichsmarschall Bekenntnis des Glaubens und des Vertrauens, der Volk wie ein Mann hinter seinem Führer Adolf Hitler steht. Mit einem Sturm der Begeisterung stimmen die Abgeordneten und mit ihnen das ganze Liebe und der Treue, mit dem das gesamte deutsche Haus in das Siegheil des Führers ein. Mitgerissen von der überwältigenden Größe dieser Stunde, der größten Stunde des Deutschen Reichstages, so lange eine Geschichte ihn nennt, steigen die Lieder der'Nation empor, die wohl noch nie mit solch heiliger Inbruttst gesungen wurden. Nickt die Ueberleaenheit der Waffen, sondern der überlegene Kampfgeist des deutschen Frontsoldaten hat den Sieg errungen. — (PK.-Ulrich-Scherl-M.) gedenken wir hierbei des uns allen bekannten großen Faschisten, des tapferen Luftmarschalls und des treuen Freundes Deutschlands, Ätalo B a l b 0. Göring bittet dann den Führer, das Wort zu ergreifen. (Der Wortlaut der Führerrede im 2. Blatt.) Dank an den Führer. Unter dem Eindruck der Worte des Führers wurde das Siegheil auf das deutsche Volk, mit dem Adolf Hitler seine Rede schloß, zu einem jubelnden Letzte Warnung. Als der Führer zum letztenmal vor dem Reichstag tand, da war es, um dem deutschen Volke zu berichten über den unerhört schnellen und vollständigen Sieg der deutschen Waffen in Polen, um die poltti- chen Folgerungen aus dem Zusammenbruch des polnischen Staates, jener jeder Einsicht in die wahren Zusammenhänge hohnsprechenden Schöpfung der Versailler Friedensmacher, klarzulegen und schlleß- lich, um an die westlichen Demokratien tue Frage zu richten, weshalb nun dieser Krieg fortgeführt werden solle, den sie vorgegeben hatten, um Polens willen begonnen zu haben. Auf die Gefahr hin, daß die Kriegshetzer in seinen Worten wie schon so oft nur wieder den Ausdruck der Angst und Verzweiflung sehen würden, hatte der Führer dann in aller Offenheit und in größter Ausführlichkeit das außenpolitische Programm der Reichsregierung ent- wickelt nicht nur soweit es die Neuordnung der Dinge in der deutschen Interessensphäre des osteuropäischen Raumes betraf, sondern auch mit Bezug auf das Verhältnis Deutschlands zu den West- rnächten und alle die Probleme, deren Lösung durch Zusammenarbeit aller Nationen den europäischen Völkern das Gefühl der Sicherheit zurückgeben und damit diesem Kontinent den Frieden und eine verheißungsvolle Zukunft für lange Zeit garantieren sollte. Es war ein Programm, das von dem Ver- antwortungsbewußtfein, der großzügigen Vorurteilslosigkeit und dem Gedankenreichtum eines wahrhaft großen Staatsmannes getragen, wert gewesen wäre, die Gründungsakte eines neuen Europa genannt zu werden. Und der Führer hatte dann in ernsten Worten die furchtbaren Folgen geschildert, die die Zurückweisung dieses seines Appells an die Vernunft für die Völker haben müßte, die nun wie Polen die Scharfe des deutschen Schwertes zu spüren bekämen. Wir wissen, in Paris und London war die Verstocktheit größer als Vernunft und Einsicht, die Männer in England und Frankreich, die in frevelhaftem Uebermut den Krieg heraufbeschworen hattest nicht um Polens willen, zu dessen Rettung sie keinen Finger gerührt hatten, sondern um das Werk von Versailles zu vollenden, um das nationalsozialistische Deutschland zu vernichten, um ein Volk auszulöschen, dessen Tüchtigkeit ihnen unbequem war, dessen soziales Beispiel ihre eigene plutokratische Herrschaft in ihren Fundamenten bedrohte, diese Männer wckllten keinen Frieden, ihnen konnte der Krieg nicht lange genug dauern, weil sie ihn brauchten, um mit ihm das große Geschäft zu machen, auf das alle diese Großverdiener der Aufrüstung spekuliert hatten, und das die Völker mit ihrem Blut bezahlen sollten. Sie stießen in wahnwitziger 23er- blenbung die Hand des Führers zurück, sie wollten den Krieg, und sie haben ihn bekommen. Nun steht, knapp zehn Monate nach jenem denk- : würdigen 6. Oktober, der Führer erneut vor dem i Reichstag. Wieder einmal kann er der Welt vor : Augen führen, daß er mit feinen Voraussagen recht 1 behalten hat. Die Wind fäeten, haben Sturm ge- • erntet. Frankreich liegt zerschmettert am Boden und - des Führers warnendes Wort vom 6. Oktober „Es gibt heute keine Inseln mehr" hat begonnen, fü/ Fahrt zum Reichstag. 23 er Hn, 19. Juli. (DNB.) Von der Reichskanzlei zur Krolloper, die noch den Fahnenschmuck zur Begrüßung Oer siegreich heimgekehrten ersten Berliner Truppen tragen, stehen schon seit Stunden, erwartungsfrohe Menschen. Als in den frühen Nachmit- tagsftunben die Kunde von dem Zusammentritt des Reichstags durch Berlin eilte, begann sogleich der Aufmarsch der Bevölkerung zur Spalierbildung. Vor allem gegenüber den Alten Reichskanzlei hatten sich Tausende von Zuschauern eingefunden. Zum ersten- mal brandeten die Heil-Rufe auf, als um 18.40 Uhr Hermann Göring durch die Wilhelmstraße fuhr. Um 18.45 Uhr kommt erneut Bewegung in die Massen vor der Alten Reichskanzlei. Die Wache ist ins Gewehr getreten. Kommandos und Trommelwirbel ertrinken in dem Jubel, mit dem der sichtbar werdende Wagendes Führers begrüßt wird. Auf der ganzen Wegstrecke bis zur Krolloper steigt ein Orkan der Begeisterung auf, sobald die Autokolonne sichtbar wird, an deren Spitze der Wagen des Führers fährt. I Oer Reichstag in Erwartung des Führers. Der Reichstag bietet ein ganz anderes Bild als zuvor, mehr als die Hälfte der Abgeordneten ist im Ehrenkleid des deutschen Soldaten erschienen. Viele von ihnen tragen als Zeichen ihrer Bewährung die leuchtenden Farben des Bandes des E. K. Das Braun und Schwarz der Parteiuniformen der Männer, die auf Geheiß des Führers verantwortliche Posten in der Heimat aus f üllen, wird immer wieder unterbrochen von dem Feldgrau des Heeres oder dem Taubengrau der Luftwaffe. Vereinzelt sieht man auch das dunkelblaue Tuch der Kriegsmarine. Sechs Plätze im Sitzungssaal bleiben leer. Sie sind mit Lorbeer geschmückt. Es sind die Plätze der Abgeordneten Lippold, Haselwander, Veitzel, Boetel, Eckhardt, Hanfler, die auf dem Schlachtfeld mit ihrem Leben den Treueid, den sie dem Führer gelobten, mit dem Tode besiegelt haben. Die Tribüne des Reichstages füllt sich. Das Ehrenkleid der Wehrmacht herrscht auch hier eindeutig vor. In der ersten Reche sieht man den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brau- chitfch, Generaloberst Keitel, Generaladmiral Rae- bcr, Reichsaußenmiy-ister v. Ribbentrop, in der zweiten Reihe die Reichsminister. Auf der rechten Seite haben auch die Reichsstatthalter und Staatssekretäre ihre Plätze eingenommen. Die gesamte rechte Seite des ersten Ranges ist dcm soldatischen Führerkorps des Großdeutschen Reiches vorbehalten. Man sieht die durch die großen Siege der deutschen Waffen in Polen, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich bekanntgewordenen markanten Gesichter der Männer, die unsere Truppen von Sieg zu Sieg geführt und unvergänglichen Lorbeer an die Fahnen der besten Armee der Welt geheftet haben. Die Mehrzahl von ihnen trägt das Ritterkreuz. Unter den Teilnehmern auf den Rängen bemerkt man die führenden Männer des deutschen öffentlichen Lebens, aus Wirtschaft und Wissenschaft, vor allem aber verwundete Offiziere und Soldaten. Auch die Diplomatenloge hat sich iw- zwischen gefüllt. Kurz vor 19 Uhr tritt der italienische Außenminister Graf Ciano ein. Er nimmt in der Mitte der Loge Platz. Rechts von ihm sitzen Staatssekretär Weizsäcker, der spanische, der argentinische und der brasilianische Botschafter. An seiner linken Seite hat Der italienische Botschafter Alfieri Platz genommen . Dahinter sitzen die übrigen Botschafter, Gesandten und Ge- schäftsttäger. Punkt 19 Uhr betritt d er Führer das Haus, mit ihm Generalfeldmarschall Göring, Reichsminister Rudolf Heß und Reichsaußenminister v. Ribbentrop. Im grauen Rock der Wehrmacht durchschreitet er ernsten Gesichtes die Reihen der Männer, die ihn stehend mit erhobener Hand schweigend begrüßen. Der Führer betritt die Tribüne und drückt einzelnen Ministern die Hand. Generalfeldmarschall Göring eröffnet die Sitzung. Dann nimmt Generalfeldmarschall Göring das Wort. Er gedenkt der Opfer, die in den bisherigen Kämpfen geblieben sind, all der Männer, Soldaten und Offiziere, die ihr Leben eingesetzt haben für ihre Pflicht, für ihren Fahneneid, für Führer und Vaterland. Ihr Opfer und ihr Blut sind der Kitt, der mit dazu beitragen wird, das gewaltige Gebäude unseres Großdeutschen Reiches auf ein festes Fundament zu stellen. Der Reichstag gedenkt auch in dieser Stunde der Hinterbliebenen unserer tapferen Gefallenen, die das Teuerste hingegeben haben, deren Trauer aber geadelt wird durch die. Größe und den Nutzen dieses Opfers. Der Reichstag wird als berufene Vertretung des Volkes mit daran arbeiten, daß den Hinterbliebenen und Angehörigen dieser Gefallenen auch für alle Zukunft die Sorge erspart bleibt. Sie werden und dürfen nicht spüren, daß sie ihre Ernährer verloren haben. Das alles wird der Reichstag im Auftrag des Führers später regeln. In dieser Stunde wollen wir nur der Große der Opfer und des heldenhaft erduldeten Schmerzes Der Hinterbliebenen gedenken. Göring gedenkt auch Der Opfer der tapferen Streiter des uns verbündeten und befreundeten Italiens. Auch sie haben ihr Leben für die Gröhe ihres Volkes und ihres Vaterlandes hingegeben. Insonderheit und m erster Lime Unfer linkes Bild zeigt den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht beim Gruß an seine Soldaten lPK.-Rafcheit-Scherl-M.) unser rechtes Bild Reichsmarschall Göring in seinem Hauptquartier bei einer Besprechung mit Generalfeldmarschall Milch und Major Witzig. ; (Scherl-Bilderdi enst-Kropp-M.) England furchtbare Wahrheit zu werden. Es ist ein grandioses Bild unvorstellbar großer militärischer und politischer Erfolge, das sich in der Rede des Führers vor den Augen seines Volkes entrollt. Und es zeigt sich die ganze menschliche Größe dieses Mannes, wie der geniale Staatsmann, der siegreiche Feldherr in den größten Schlachten der Kriegsgeschichte vor den Repräsentanten des eigenen Volkes und vor aller Welt feine Mitarbeiter an seinem Werk an der Front und in der Heimat in ihren Leistungen herausstellt und ihnen seinen Dank sagt für das, was sie taten in wunderbarer Arbeitsgemeinschaft, befruchtet vom Ingenium eines wahrhaft großen Mannes, ihr Bestes gebend für Ruhm und Größe ihres Vaterlandes. Mit inniger Freude vernahm das deutsche Volk von der besonderen Ehrung, die der Führer seinem ersten Paladin durch die Ernennung zum Reichsmarschall bereitete. Hermann Göring, der Pour-le-m£rite= Flieger des Weltkrieges, der Vertraute des Führers von der ersten Kampfzeit der nationalsozialistischen Bewegung her, der Schöpfer der deutschen Luftwaffe, die seine Hände aus dem Nichts hoben und sein Geist zu unvergleichlichen Siegen befeuerte, der Mann des Vierjahresplans, dessen Umsicht und zäher Eifer allen Schwierigkeiten zum Trotz unsere wirtschaftliche Aufrüstung in ungeahnt kurzer Zeit und unvorstellbarem Ausmaß bewerkstelligte, er verkörpert in sich all die männlichen Eigenschaften, an denen das deutsche Volk von jeher seine Besten erkannt hat. Und mit ihm ehrte der Führer seine engsten militärischen Mitarbeiter im Führungsstab, den Oberbefehlshaber des Heeres, den Chef des Generalstabes und zahlreiche im Feldzuge gegen Frankreich besonders bewährte Generale des Heeres und der Luftwaffe. Sie alle, die die höchste Verantwortung trugen, tragen nun auch den höchsten Ruhm. Aver mit ihnen teilen sich in Ehre und Ruhm, in Dank und Anerkennung alle die namenlosen Arbeiter des Generalstabs, die in aller Stille unermüdlich, zuverlässig und von jener Treue im kleinen beseelt, die für das Große die Fundamente legt, dem Plan des Feldherrn im einzelnen zur Durchführung halfen, all jene Truppenführer, deren Schneid und selbständiges Mitdenken auch vor schwierigsten Lagen nicht verzagten und deren Angriffsgeist ihre Truppe immer wieder mit vorwärts riß in jenem rastlosen Siegeszug, der alle Welt in Bewunderung setzte, und nicht zuletzt alle unsere braven Soldaten, die in freudigem Einsatz ihr Letztes hergaben, um den Sieg zu erkämpfen und festzuhalten. Wenn der Führer von dem deutschen Fußvolk sagte, daß es seinen Ruf als die beste Infanterie der Welt erneut bewiesen habe, und von der jungen deutschen Panzerwaffe, daß sie durch ihre Heldentaten auf den Schlachtfeldern Frankreichs sich in die Kriegsgeschichte eingeführt habe, wenn er von den beispiellosen Leistungen der deutschen Luftwaffe sprach und allen andern Wafsen- arten in Worten höchster Bewunderung sein uneingeschränktes Lob zollte, so empfindet mit ihnen das ganze deutsche Volk den Stolz seiner Soldaten über diese Anerkennung herrlicher Waffentaten aus dem Munde des ersten Soldaten der Nation. Noch einmal rief der Führer die politische Lage in unsere Erinnerung zurück, die das Norwegenunternehmen auslöste, dessen Durchführung von allen eingesetzten Angehörigen der drei Wehr- machtsteile das Aeußerfte forderte. Es ist mit einer freudigen Hingabe geleistet worden, die der nationalsozialistischen Wehrmacht zum höchsten Ruhm gereicht. Narvik, wo ostmärkische Gebirgsjäger mit den Matrosen des Zerstörerverbands und Piloten der Luftwaffe ein Beispiel zähesten Heldentums gaben, wurde zum Symbol der Einheit des Großdeutschen Reiches, die hier in härtestem Kampf mit Blut besiegelt wurde. Die Auszeichnung des Helden von Narvik, der als erster das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt, wird im ganzen deutschen Volk besonders lebhaften Widerhall finden. Mit knappen, aber überaus markanten Strichen zeichnete dann der Führer noch einmal die Operationen im Westen, deren Planung, die ursprünglich den Durchbruch durch die Maginot- linie vorgesehen hatte, durch den drohenden Angriff einer britisch-französischen Stoßarmee durch Holland und Belgien so hatte geändert werden müssen, daß diesem Stoß zuoorgekommen werden konnte. Der geniale Plan, dessen Ziel die totale Vernichtung der feindlichen Armeen war, hatte das Schwergewicht auf den linken Flügel gelegt, der die Durch- bruchsoperatton gegen einen feindlichen Flankenstoß von Süden her abschirmte ustd gleichzeitig die Ausgangsstellung für die zweite Operation des Durchbruchs in den Rücken der Maginotlinie bis zur Schweizer Grenze schuf. Der Durchbruch durch die Maginotlinie, die Zersplitterung des feindlichen Widerstandes und die Einkesselung der aufgelösten Teile der feindlichen Armeen schufen dann jene gänz- Des deutschen Volkes Zum Schluß der Reichstagssitzung macht Reichsmarschall Göring sich zum Dolmetsch der Empfindungen der ganzen Nation. Mein Führer!, so sagt er, Jahre hindurch haben Sie auch von dieser Stelle aus immer wieder unser Volk aufgerüttelt und stark gemacht in seinem Glauben an die deutsche Zukunft. Der Welt aber haben Sie immer wieder aufs neue große Prophezeiungen gegeben, und heute wird kaum einer , bestreiten können, daß alle Ihre Voraussagen und Prophezeiungen eine unerhörte und eindeutige Erfüllung gefunden haben. Der Kampf, der hinter uns liegt, hat bereits das deutsche Schicksal neu gestaltet^ denn er war von dem größten aller Siege gekrönt. Als e|n Wunder erschien die deutsche Strategie. Eine Revolution aller geheiligten strategischen und taktischen Prinzipien warf alle Pläne der Feinde über den Haufen. Sie glaubten an eine neue Wunderwaffe. Heute aber ist uns allen und der Umwelt dieses Wunder klar, denn an der Spitze der tapfersten deutschen Soldaten stand Deutschlands größter Feldherr, wie an der Spitze des deutschen Volkes sein größter Staatsmann steht. Was für uns Nationalsozialisten heiliger Glaube ist, was viele im Volke ahnten, was die Gegner aber nicht wahr haben wollten: Unser Führer befehligt selbst seine Wehrmacht! Sein Wille wies in genialen Plänen den Truppen Aufgabe und Ziel. Der Soldat Adolf Hitler hatte das deutsche Schwert scharf geschmiedet, der Feldherr Adolf Hitler führte es in siegreichen Schlägen. Es gibt für uns Sterbliche keine Worte, das gewaltige Werk unseres Führers, das in all diesen Jahren von ihm geschaffen wurde, zu würdigen. Als die Vorsehung unserem Volke Adolf Hitler schenkte, hatte sie Deutschland zu einer großen Zukunft berufen und hierfür gesegnet. Mein Führer! Sie haben mich und Ihre Mitarbeiter soeben mit Dank und Anerkennung überschüttet. Wir taten nur unsere Pflicht, und wir sind dem Allmächtigen dankbar, daß er uns das große Glück geschenkt hat, Gefolgsmänner Adolf Hitlers zu sein. Dank aber, mein Führer, Dank lich unhaltbare militärische Lage, in der es für Frankreich nur noch die Waffenstreckung gab, zumal inzwischen auch unser italienischer Bundesgenosse, besten eindeutiger Haltung wir bis dahin nicht nur ungeheure wirtschaftliche Vorteile zu verdanken hatten, sondern der auch große feindliche Truppenmassen an seinen Grenzen gebunden und den Feind in seinen operativen Erwägungen gelähmt hatte, durch seinen in voller Freiheit seines Entschlusses vorgenommenen Eintritt in den Krieg den Franzosen die völlige Aussichtslosigkeit der Fortsetzung des Kampfes vor Augen führte. So stehen heute die beiden Achsenmächte militärisch und wirtschaftlich auf allen Gebieten weit stärker da als zu Beginn der Operationen im Westen, gerüstet, auch den letzten Feind, der sich einer Wiederherstellung des Friedens hartnäckig widersetzt, zu Boden zu schlagen. Aber noch einmal vor diesem letzten, entscheidenden Waffengang, der über Millionen des englischen Volkes ebenso namenloses Leid brin^'i muß, wie schon der Feldzug in Frankreich üb ,:nrrn des französischen Volkes Elend und Not ’y ü, weil die brutale Gewissenlosigkeit der' pluto crattschen Kriegsmacher in den sinnlosen Evakuierungen ein Mittel der Kriegführung sah, noch einmal bietet der Führer trotz aller bitteren Enttäuschungen die Hand zum Frieden. Wie gründlich hat die Welt den Mann verkannt, ihn als unersättlichen Brandstifter und Friedensstörer schamlos verleunÄet, der nun als Sieger der größten Schlachten der Kriegsgeschichte, gestützt auf die stärkste Wehrmacht der Welt, gesichert durch die Wirtschaft des ganzen Konttnents und den Siegeswillen eines Achtzig-Millionen-Volkes hinter sich, auf die Gefahr hin, wiederum seine Friedensbereitschaft als Schwachheit ausgelegt zu sehen, noch einmal einen Appell an die Vernunft richtet in höchstem Verantwortungsgefühl eines Staatsmannes, der nicht im Kriegfuhren, sondern in grandiosen Arbeiten des Friedens und der Kultur feine Mission sieht. Das brittsche Volk, das sich dem gewissenlosen Treiben eines Churchill ausgeliefert hat, hat den prophettschen Worten des Führers- die er am 6. Oktober sprach, nicht Glauben schenken wollen. Sie sind weit schneller und weit umfassender Wahrheit geworden, als wir selbst es jemals für möglich gehalten hätten. Wenn heute der Führer in seinem letzten Appell an die Vernunft im britischen Volke vorausahnend sagt, daß am Ende dieses Krieges die Zertrümmerung des britischen Weltreiches stehen Dank an den Mm. gehört nur Ihnen! (Starker Beifall.) Darf ich jetzt Dolmetsch sein der Gefühle, die uns alle und das ganze Volk zutiefst bewegen. Es sind Gefühle des Dankes und der Hingabe an Sie, mein Führer! Nur eines erfüllt uns alle heute in dieser Stunde: Ihnen weiterhin folgen zu dürfen, bis der letzte und größte Sieg unser ist. Und an den Allmächtigen richten wir die glühende Bitte, Sie weiterhin zu schirmen und zu segnen. Unser -heißgeliebter Führer, der Garant des deutschen Sieges: Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg- Heil! Wieder ist das ganze Haus von den Plätzen aufgesprungen, wieder recken sich die Arme dem Führer entgegen. Mit erhobener Rechten dankt der Führer seinen Abgeordneten, den Männern der ruhm- gekrönten deutschen Wehrmacht, dem Abgesandten des Duce, den Verwundeten auf den Rängen und allen denen, die ihm in dieser Stunde ihre Huldi- aungen darbringen. Reichsmarschall Göring hat seinen Präsidentenfitz verlassen. Er tritt an_ den Führer heran. Bewegt drückt er ihm beide Hände, umtost von dem unbeschreiblichen Jubel des Hauses. Langsam schreitet der Führer durch die Rechen feiner Abgeordneten. Sie haben ihre Plätze verlassen und sind an den Mittelgang geeilt, um ihm noch einmal zu danken. Erst nachdem b$r Führer den Saal verlassen hat, verebbt der Jubel, der von der Menge vor dem Reichstag sofort wieder aufgenommen wird. Und dann fuhr der Waaen des Führers wieder burch ein Spalier des Jubels. Der Führer, der vorn im Wagen stand, grüßte und banfte nach allen Seiten. Noch lange verharrten auf dem Wilhelm- platz die Taufende, um darauf zu warten, ob der Führer sich noch einmal auf dem historischen Balkon zeige. Reichsmarschall Göring, der den Führer vor der Krolloper zum Wagen geleitet hatte, gratulierte anschließend den Generalfeldmarschallen und anderen ausgezeichneten Generalen seiner Luftwaffe. Als der Reichsmarschall dann in die Wohnung des Führers fuhr, rief ihm die die Straßen umsäumende Menge freudig zu: „Reichsmarschall wir gratulieren!" wird, so wenig diese auch jemals in seiner Absicht gelegen habe, so möge man sich in England besinnen, welchen Einsatz man wagt, um eines Phan- tvmes willen, will man nicht die Geldsackinteressen und uferlosen Herrschaftsansprüche eines kriegslüsternen, aber sich dem Opfer, der Not und dem Leid des Krieges geschickt entziehenden Kapitaliften- klüngels zu feinen Eigenen machen. Das britische Volk muß wissen, was es will. Deutschland steht auch zu diesem letzten, entscheidenden Waffengang bereit, Heimat und Front find von einem Geiste beseelt, dem Geiste äußerster Entschlossenheit, das Letzte einzusetzen in einem Kampfe, der nur mit dem vollen Siege der deutschen Waffen enden kann, denn auf ihn wird sich gründen die Zukunft unseres Volkes in einer neuen europäischen Ordnung, die unser Lebensrecht für alle Zeiten sichert. Dr. Fr. W. Lange. 15 englische Flugzeuge über dem Kanal abgeschoffen. Berlin, 19. Zull. (DBB.) heute nachmittag wurden durch unsere Zager, die die bewahrte Me 109 flogen, zwölf der neuen englischen Defiant-Züger, zwei Spitflre und eine hurricane ohne eigene Verluste über dem Kanal abgeschossen. Der WehrmachtSberichi vom Freitag. - Berlin, 19. Juli. (DVB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die deutsche A-Bootwaffe Hal weitere Erfolge zu verzeichnen. Ein U-Vool versenkte 31 300 ART. feindlichen Handelsschiffsraumes. Einem anderen U-Boot gelang es, aus einem stark gesicherten Geleitzug einen großen bewaffneten Handelsdampfer herauszufchießen. Deutsche Kampfflugzeuge griffen wiederum Flugplätze, Hafenanlagen und Barackenlager in England sowie Schiffsziele vor den Küsten von Rord-Schott- land und im Kanal mit großem Erfolge an. Vier Handelsschiffe von insgesamt 12—14 000 DRT. wurden durch Bombentreffer versenkt. zwölf handelsfchiffe und zwei Vorpostenboote teil, weife so schwer beschädigt, daß mit dem Totalverlust mehrerer Schiffseinheiten zu rechnen ist. wie nachträglich bekannt wird, gelang es am 17. Juli, ein feindliches U-Boot durch Bombentreffer zu versenken. In Tkordwest- und Westdeutschland verhinderte unsere Abwehr gezielte nächtliche Bombenwürfe des Feindes, so daß nur geringer Personen- und Sachschaden entstand. Flakartillerie schoß hierbei 3 feindliche Flugzeuge ab. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 12 Flugzeuge und 2 Sperrballone. Von diesen wurden 7 Flugzeuge in Luftkampfen, 5 durch Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Eichenlaub zum Ritterkreuz. Unser Bild zeigt das Eichenlaub zum Ritterkreuz, das der Führer dem Helden von Narvik, General der Infanterie Dietl, als erstem verliehen hat. — (Scherl-Bilderdienst.) Italienischer Wehrmachtsbericht Gibraltar erfolgreich von italienischen Flugzeugstaffeln bombardiert. Rom, 19. Juli. (DRB. Funkspruch.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Eine Formation unserer Luftwaffe hat in einem 3200 Kilometer langen, durch die Witterungsverhaltnisse erschwerten Flug die Flottenbasis von Gibraltar erreicht und das Arsenal und die übrigen militärischen Ziele wirksam mit Bomben belegt. Ein von unserer Luftwaffe überraschter Dampfer, der den Kanal von Sizilien zu passieren versuchte, ist von Bomben getroffen, schwer beschädigt und dann von der Besatzung seinem Schicksal überlassen worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Im östlichen Mttelmeer ist ein feindliches U-Boot versenkt worden. Oer Bombenangriff auf Haifa Britische Verteidigung vollkommen überrascht. Rom, 19. Juli. (DNB.) Der Agenzia Stefani teilte der Kommandant des Geschwaders, das den Bombenangriff auf Haifa ausführte, Einzelheiten mit. Insgesamt wurden auf die Anlagen und die Oelraffinerie 12 0 Bomben abgeworfen, die sämtlich ihr Ziel trafen. Unmittelbar nach dem Abwurf flieg über dem Gebiet der Oellager eine riesige Rauchwolke senkrecht empor, die Zuckerkrankheit Seit 10 Jahr, leide ich an Zuckerkrankheit. Nachdem ich Ihren Karlssprudel regelmäßig getrunken habe, zeigte die ärztl. Untersuch, cq.'/r %. Ich trinke dieses Wasser weiter. Hans Busch, Buchdr.-Besitzer, Arnsberg (Westf), Jägerstr. 30.9.36. 20 grolle Flaschen RM 12.60, 50 grobe Flaschen RM 25.—. Fracht hin und zurück trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Blskirdien A. ten." Natürlich sind diese Dinge nur auslösend, nur schaffend, und wer nicht das Wesentliche schon vorher in der Seele trug, dem wird keine Auslösung zu echtem Werke helfen. Nur die geladene Büchse gibt auf den leisen Druck am Stecher den Meister» schuß ab — aber dieser Druck kann auch durch einen blöden Knopf am Aerrnel bewirkt werden, d. h. durch den Zufall. Aber lassen wir diese unheimlichen und geheimnisvollen Fragen des künstlerischen Schaffens und bleiben wir heute in den bescheidenen Tälern des Alltags. Lieber Alltag, liebe stille Arbeit im kleinen, lieber Schreibtisch, du Tröster in so vielen Nöten des wirren Lebens! Rosen. x Von Richard von Gchaukal. Es gibt Rosen, rote und gelbe, die so riechen, wie die Rosen in meiner Kindheit gerochen haben. Und andere. Nur die mit dem alten Geruch, einem beseligenden Dust, der aus der verhüllten Tiefe des Kelches wie ein geweihter Atem, der Atem der Ewigkeit, aufsteigt, nur diese, die Rosen, die aus meiner Kindheit Wiederkehr en, liebe ich, ja nur fie scheinen mir wirkliche Rosen. Die andern, noch so schönen, kann ich, kühl, bewundern, aber ich kenne sie nicht, sie haben nichts mit mir zu tun, mir nichts zu sagen. Die alten Rosen sagen mir Unendliches. Ich kann fie gar nie aushören. Sie erzählen mir mit stummen Stimmen, die ganz Atem, ganz Duft sind, von dem Glück, Rose und Kind zu sein, ein Märchen, bas wie alle echten Märchen mit „Es war einmal" «und kein Ende hat. Kein Ende. Wie der efer meiner geliebten Rosen. Damals, in meiner Kindheit, gab es unzählige meiner Rosen, rote und gelbe. Sie erfüllten mein Dasein, das einen langen, langen Frühling besaß. Heute gibt es nur hie und da solche Rosen, sie sind nicht daheim in unfern Tagen, in einer falten Welt, deren Frühling fo kurz ist wie ein Traum. ebenso hat jeder Beruf auch sein vollgerüttelt Maß Handwerkerei, und nur- die Sekundaner glauben, baß ein Künstler ewig in den Wolken erden fern en Schaffens schwebe. Man verbringe nur einmal einen halben Tag in der Werkstatt eines Bildhauers, eines Malers, und man wird staunen, wieviel Handwerk die Stunden füllt! Und beim Dichter ist es nicht anders. Ich glaube, auf tausend Stunden, in denen Verbesserungen gelesen, Stoffe aus hundert Büchern hergeholt, Zeitschriften und Zeitungen benachrichtigt, oft läppische Briefe freundlich beantwortet werden, Einbände, Papiere, Federn geprobt werden müssen — fällt kaum eine' Stunde echten Schaffens. Aber wer seinem Berufe wirklich mit Haut und Haaren verschrieben ist, der wird auch die handwerkliche Seite lieb gewinnen. Solange man jung ist. stöhnt man vielleicht über diese Tätigkeit, die unendliche Mühe und Gewissenschaftigkett nötig macht — Tugenden, die doch nur selten wirklich lohnen. Aber wenn man älter wird, fürchtet man faft die mörderischen Erregungen des Schaffens und setzt sich um so behaglicher zum Handwerk an den Schreibtisch. Den Schreibtisch! Denn das ist unser Amboß und unsere Hobelbank. Ein alter Handwerker flieht seine Werkstatt nach Feierabend keineswegs, ja, es ge= sthieht wohl, daß er an einem zweiten Feiertage heimlich hineingeht und leise über das glatte Werkzeug streichelt ... So genügt auch mir schon der Aufbau meines Kleinkrams, um die Seele vom Sturm neuer Umgebung und fremder Menschen zu heilen. Und ich will mich (da ich ja eben Goethe als Eideshelfer angeführt habe) nicht schämen, zu gestehen, daß ich oft genug auch neue Anregungen, Anreize zu künstlerischem Schaffen in solchen Stunden und aus so bescheidenen Dingen erfuhr. Man soll sehr vorsichtig urteilen, gar verurteilen, in Dingen des Kunst-Werdens! Und ich erinnere mich, daß ich schon vor mehr als dreißig Jahren den Satz schrieb: „Es ist möglich, daß ein ganz großes, ganz echtes, tief aufwühlendes Lied entstand aus einem Mißverständ- ms, einem Wortspiel, ja, einer Spielerei mit Wor- Lobpreis des Schreibtisches. Don Börnes, Freiherr von Münchhausen. Bei Goethe steht der Satz, daß ihm ein stoß- weißes Papier und ein Bündel frischgeschnittener Federn unwiderstehlich zum Schreiben anrege. Ja, es ist eine merkwürdige Kraft in den toten Dingen! Was für ein Hauch von Wanderseligkeit steigt nicht jedem aus guten Landkarten auf, wie kann ein Paar Sporen liebste Erinnerung an einen toten Freund fein! — Ich gehöre zum Geschlecht der -Haus-Unken, die „jede Ortsveränderung bange macht" (Kant), denen das Ausland wie im Altdeutschen: „Elend" heißt, und die das germanische Grundgefühl in sich tragen, daß der Aufenthalt in der Heimat — einfach der Aufenthalt schlechthin — ein täglich neues großes Glück bedeutet. Ich kenne vor jeder Reise geradezu Angstpsychosen, und roenn ich in Leipzig Besorgungen mache, habe ich ganz regelrecht Heimweh, obgleich mich der Wagen doch in 40 bis 50 Minuten wieder heim trägt. Die Heidbauem, wenn sie nach Hannover zu Markte fuhren, banden sich einen Busch Heidekraut an die Nabe ihres Wagens, damit sie doch ein Stückchen Heimat bei sich hatten in der furchtbaren großen Stadt, einen Gruß der einsamen Heimat bei jeder Drehung des Rades. Auch ich trage immer irgend etwas von daheim bei mir — etwa ejne Haselnuß aus dem Annengarten — um das Heimweh zu bannen. Wenn nun aber doch gereift werden muß, kenne ich noch ein anderes Mittel, um den schauerlichen Katzenjammer einer neuen Stube mit lauter feindseligem Hausrat zu bannen: Kaum sind die Koffer ausgepackt, schiebe ich mir einen Tisch lichtgerecht ans Fenster und richte mir einen Schreibtisch ein. Ach, bas liebe grüne Löschpapier, links die Papiervorräte, Tagebuch und Akten, rechts die Füllhalter, Bleistifte, Gummi, Klebstoff und Schere, vor mir das Tintenfaß, Aschenbecher und Stempelzeug! Und dann sitze ich in Ermattung von Reise und Fremdheit still an dem Tisch nieder, und spiele so ein bißchen herum mit all dem lieben vertrauten Handwerkszeug. Er bedeutet mir Glück, er bedeutet mir eine Art Heimat-Ersatz, dieser urtümlich vorgerichtete Schreibtisch. Ich vertrage es nicht gut, an fremden Orten den Vormittag herumzulaufen, irgend etwas zu besichtigen und Menschen zu sehen. Ich bin glücklich, wenn die erste nachgeschickte Post mir den Vorwand gibt, den Vormittag zu „arbeiten" — ein großes Wort für eine Summe von Schreibereien, die meist Nichtigkeiten bedeuten — und wenn ich keine Post zu erlebiaen habe, so forme ich behaglich in Worten die Erlebnisse des Vortrages nach, obgleich mein Tagebuch mir die Mühe nur selten lohnt. Ich kann nicht sagen: Was mir nicht geschrieben ist, Ist mir nicht gelebt, — dazu bin ich wohl trotz allem zu sehr Landjunker und Mann des Lebens. Ich empfinde deutlich, daß ich vor mir selber eine Entschuldigung für diese Spielerei mit Feder und Papier nötig habe. Aber irgendwie hängt wohl auch Tagebücherei und Brieferei mit meinem eigentlichen Leben und meinem Berufe zusammen. Ich lese auch am liebsten am Schreibtisch, schon deshalb, weil ich eine Verpflichtung fühle, fast jedem Verfasser ein Verzeichnis der Druckfehler zu schicken für seine nächste Auflage. Ich glaube, wir Schreibenden sollten, mehr als es geschieht, eine Art Werksgemeinschaft bilden. Es gibt kaum einen gebildeten Leser, der nicht zu fast jedem Buche dem Verfasser einige bescheidene Hilfen geben könnte. Hier ist ein Unkraut falsch benannt, dort singt ein Vogel zu unmöglicher Jahreszeit, da ist eine reiterliche Sache so zu verftehen, daß der Wissende den Dichter auslacht. Gewiß, alles Kleinigkeiten, aber jeder Schaffende ist ein Werdender und wird immer dankbar sein. Unendliche Beruhigung ftrömt diese bescheidene handwerkliche Tätigkeit aus! Ja, gerade die zunächst ganz eintönige gewissenhafte geistige Kärrner- Tätigkeit trägt unsagbaren Frieden in sich. Jeder Beruf ist auf seinen Höchsten Höhen Kunst, nicht lernbar, nicht lehrbar, kaum mitteilbar. Die höchsten Höhen des ärztlichen wie des philosophischen, des richterlichen wie des technischen Berufes sind echte Kunst, sind Eingebung, sind Gnade. Aber reinigt Alles! Slei nhersteller: PJosJIöte.Seifenfabriken.Giessen ingen, eine sich moralisch und politisch fieünat im Rücken. Er hat, mit Waffen seine stolzen. Waffen, noch im Feindes- eiiii' und des fiel' M Dec Optiker amSahnhofl Kein Versicherungsschutz bei Trunkenheit am Steuer. land stehend, niederlegen müffen, weil die Gesamt- fiihrung des Deutschen Reiches nicht genau so tapfer und beharrlich war wie er selbst, lieber zwei Millionen Tote und über vier Millionen Verwundete sind die Zeugen des Weltkriegsfrontsoldaten vor Paris, wie wir es sehen Von SS.-Kriegsbenchier Dr. Holh (SS.-PK.) Kleine politische Nachrichten. Im Anschluß an die Sitzung des Reichstags, der der italienische Minister des Aeußern, Graf Ciano, beiwohnte, gab der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop zu Ehren des Gastes einen Empfang im kleinen Kreise. Auf Grund des Gesetzes über die Sequestrierung des Eigentums feindlicher Staatsangehöriger wurde die 6500 Hektar große Ducea Wood Nelson in der sizilianischen Provinz Eatania vom italienischen Staat eingezogen, deren gegenwärtiger Besitzer der englische Viscount von Bridford, Nelson R o w l a n d , war. Mit der „Ducea", einem blühenden Gelände in Sizilien, sowie mit dem Titel eines Herzogs von Bronte wurde seinerzeit Admiral Nelson von den Bourbonen für die Ermordung des neapolitanischen Admirals Caracciola belohnt. Vom spanischen Staatschef wurde durch Dekret dem Präsidenten der R publik Salvador General Maximiliano Marfines das Groß- treuz des Ordens der Isabel la Eatolica verliehen. Den gleichen Orden erhielt auch der f r ü h e r e ch l - Ionische Botschafter in Madrid, Auretto Nu- nez Morgado, der während des spanischen Bürgerkrieges zahlreichen Nationalspaniem durch Aus- nalmre in der chilenischen Botschaft das Leben reb- tete und später von der chilenischen Regierung abgesetzt wurde. * Wie die chilenischen Zeitungen melden, hat Chile Brasilien mit der Wahrung seiner Interessen in Spanien beauftragt, während Spanien nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen Italien mit der Wahrnehmung der spanischen Belange in Chile betraute. Kunst und Wissenschaft. Der,ning des Nibelungen^in Bayreuth Kameraden -es Sieges. Don Michshauptamisleiter Sanas Oberlindober, Reichskriegsopferführer. Bedeutung. Kraftwagen müffen mit der Eisenbahn reisen. Durch die neuen Richtlinien der Reichsbahn für die Wagengestellung ist angeordnet, daß t r t e g s - oder lebenswichtige Guter bei ber Wagen- aestellunq vor anderen Gütern zu berucksichtiaen smo. Dabei sind als kriegs- oder lebenswichtig Kraftwagen und Kraftwagenuntergestelle besonders genannt, und zwar ohne Unterscheidung nach Last- und Personenkraftwagen. Wie der Reichs- Verkehrsminister mitteilt, wird bei dieser Sachlage die Ueber ührung eines Kraftfahrzeuges a u s d e r Straße von der Fabrik zum Abnehmer oder sonst bei Standortverlegungen in der Regel nicht zu rechtfertigen sein. Insbesondere haben die Verwaltungsbehörden gegenüber Anträgen aus Er- teilung von Einzelgenehmigungen zwecks Uebersuh- rung größte Zurückhaltung zu beobachten. Die An- tragsteller sind im allgemeinen auf die B e n u tz u n g der Eisenbahn zu verweisen.____________ 6aubti für den Inhalt der An-eigen: Theodor Kümmel <ßLw.8. ihren Mann geftanben und sind stolz darauf, ein Kraftquell dieser Revolution zu sein. Die nationalsozialistische Außenpolitik konnte, gestützt auf die revolutionäre Kraft eines solchen Volkes, seiner inneren Einheit, seines Wehr- und Wirtschaftswillens, durch diplomatische Erfolge dem Reich im Osten und im Süden den Rücken fteihal- ten, neue zuverlässige Freunde gewinnen und damit die Voraussetzung zum Siege mit der Waffe begründen. So steht heute ein ganzes Volk, seine Innen-, Außen- und Wirtschaftspolitik, jeder einzelne beut« sche Mensch, Bauer und Arbeiter, Techniker Unb Chemiker, Industrie und Ernährungswirffchaft, in felsenfestem Vertrauen zu dem Frontsoldaten von heute. Ihr Kriegsdienst ist rastlose Arbeit für bie fechtende Truppe, ihr Kriegsziel ist ber Sieg. Ihre Anerkennung für die Erfolge ber kämpfenden Front erschöpft sich' nicht in bürgerlichen rauschenden Siegesfeiern, sondern findet Ausdruck in noch gesteigerter Arbeit und in noch tieferem Glauben an die deutsche Führung. Weltkriegsfrontsoldaten stehen heute mit ihren jungen Kameraden bei allen Waffen unserer Wehrmacht, Weltkriegsfrontsoldaten sind Reichsleiter, Reichsmin'ister und schlichte Arbeitsmänner der inneren Front. Sie tun ihre Pflicht dort, wo die Führung sie hingestellt hat. Mit solcher Pflichterfüllung erkämpfen sie ihren Anteil am Siege. Weltkriegsfrontsoldat und erster Frontsoldat von heute ist Adolf Hitler, der Führer. Er allein vermag die Leistungen in zwei Kriegen mit dem rechten Maß zu messen. Denn er setzt die Kämpfer da ein, wo sie nötig sind. Wir aber, die Weltknegs- frontfoßjaten, wollen treue Kamera d s ch a ft pflegen' zu den Frontsoldaten von heute. Wir sind als Soldaten des Führer die zu jedem Einsatz bereite wehrhafte Mannschaft unseres Volkes. Was wir von 1914 bis 1918 begonnen, vollendet ein neues Geschlecht deutscher Frontsoldaten. Ähr Sieg ist der unsere, der gemeinsame Siegespreis ist aber die deutsche Zukunft. zösischen Revolution vergiftet wurden. Von Deutschland ist eine neue Revolution ausgegangen, die seinem Volk einen neuen Geist gegeben hat. Es ist bie Revolution um die Freiheit der deutschen Lebensauffassung. Freiheit heißt für uns nicht Ablehnung von Pflichten, sondern frei sein bedeutet, in unferm ©ei ft leben und lei ft en zu können! Während andere Völker altern, besinnen wir uns auf unsere eigenste Kraft. Wir sind darum ein starkes, junges Volk, das jetzt erst beginnt, zu feiner ganzen Größe zu erwachen. Und deshalb stehen mir tticht klagend an den Gräbern unserer Soldaten dieses Feldzuges von 1939/40. Wir wollen, daß die große Zukunft unseres Volkes und Reiches ihrer großen Opfer würdig ist. So marschieren und kämpfen Deutschlands Sohne im Bewußtsein ihrer großen Aufgabe. Für uns ist der Soldat und Kämpfer Symbol. Je größer die Zukunft, desto härter bie Anstrengungen und Opfer. Was aber will ein Volk noch von seiner Zukunft erwarten, das Söldner aller Rassen zu seinen Soldaten, d. h. zu Trägern seiner Kultur macht! Nein — Frankreich scheint mir ein st erbendes Vo l k zu sein, das sich auf den letzten Trümmern seiner alten Kultur sonnt. Wem fiele es nicht auf, wie wenig Kinderwagen man in Paris sieht! Lebensgenuß heißt die Devise, fort mit allen Lebenspflichten. Und auf der anderen Seite sehe ich mein Vaterland: jung und lebenskräftig. Seine Zukunft liegt nicht zuletzt in feinem wieder wachsenden Kinderreichtum, in dem neu erwachten Willen zum Kinde. Seinem Volke Kinder schenken wollen, bedeutet freiwillig Pflichten auf sich zu nehmen um der Zukunft willen. Und in dieser Zukunft werden wir eine neue Epoche große Kultur erlebe*. vieles, bas uns nachdenklich und aufmerksam werden läßt. £ Die Pariser Generation von heute erscheint uns im großen Gesamtbild weder als ein einheitlicher noch als ein rassisch wertvoller Typ. Das Volk, das heute in Frankreich lebt, ist weder groß noch schöpferisch, es ist überhaupt kein Volk in deutschem Sinne. Der Franzose liebt bas geruhsame Leben, bie Freude und den Genuß. Sein Lebensziel ist es, sich früh zur Ruhe setzen zu können, um auszuruhen und von den Früchten seiner Arbeit zu zehren. Er liebt bie Feste unb die Freuden um ihrer selbst willen. Er möchte genießen — das nennt er leben! Er lehnt es ab, sich Pflichten zu beugen, das nennt er „Freiheit"! Alles was an großen Kulturwerten auf dieser Welt geschaffen wurde, ist immer und zu allen Zeiten nur aus dem Fleiß ber Menschen heraus entstanden, die über ihre persönlichen Ansprüche hinaus mehr gearbeitet haben, um mehr zu leisten als nur die Früchte ihrer Arbeit zu verzehren. Auch Deuffchland hat lange Zeit dem Geist ber Französischen Revolution gehuldigt und das Schönleben dem arbeitsreichen Lebensinhalt vorgezogen. Es wurde arm dabei wie alle Völker, die von der Fran- lebenden Generation zu tun. Ein Mann, der leidlich deutsch sprechen konnte, sprach mich im Cafö de la Paix vom Nebentisch an, um mich zu fragen, was wir Deutschen eigentlich mit der Aufwerfung des Rassenproblems bezwecken wollten. Bevor ich ihm eine ausreichende Antwort erteilte, promenierte an uns ein großer Neger mit einer kleinen, zierlichen Pariserin vorbei, die einen Kinderwagen mit einem kleinen Kind vor sich herschob. „VoilL!" sagte ich zu ihm, „finden Sie das in Ordnung?" Unverständlich schaute er mich an. Er fand nichts dabei, daß Schwarze und Wtziße zusammen Mischlinge zeugten. Das ist in Paris eine alltägliche Erscheinung, und in den Revuen klatscht man zu den Negertänzen eines schönen Mischlings genau so gerne Beifall wie zu dem Wiener Walzer einer weißen Frau. Auch auf der Straße und in den Eafss interessieren sich ber Pariser und bie Pariserin genau so für die Partner anderer Rassen wie für die der eigenen. Was wir mit gesundem Instinkt als Rassenschmach empfinden und ablehnen, gilt in Paris für ganz natürlich. Man findet nichts dabei. Und so sehen wir, die wir mit offenen Augen jene Menschen betrachten, die uns noch vor kurzem mit ber Waffe in ber Hand gegenüberftanben, so Tie lurbinenteffel im Galaher ElettrlzttSIswerr explobiert. Im Elektrizitätswerk von ®ala£ ter gewaltigem Knall die Turdmenkesse. Dabei ' wurde das ganze Gebäude zerstört. Fünf Menschen wurden getötet unb 14 verletzt. Infolge ber Explosion war die Stadt Galatz stunbenlang ohne Strom. Die Straßenbahn unb das litfie Leben, soweit es von ber Stromzuführung abhängig ist, standen still. Die Ursache der Explosion ist bis jetzt noch nicht geklärt. von den Flugzeugen noch aus einer Höhe von 3500 Meter unb einer Entfernung von über 200 Kilometer gesichtet werben' konnte. Man sah ein Flammenmeer und beobachtete, wie das aus den explodierenden Behältern herausfließende Benzin auch die benadyb arten unterirdischen Behälter ergriff. Die britische Verteidigung zeigte sich absolut unvorbereitet und überrascht, weil das britische Kommando es nicht für möglich hielt, daß von den italienischen Stützpunkten w e - gen der weiten Entfernung ein solcher Angriff unternommen werden könnte. Der in die Milliarden gehende Schaden fft um so schwerer, als dadurch die Versorgung der englischen Flotte im östlichen Mittelmeer mit Treibstoff außerordentlich erschwert wird. Der Brand in Haifa wird auf Grund seiner großen Ausdehnung mindestens mehrere Tage anhalten. ORoofeveW begründet seine Kandidatur. Chikago, 20. Juli. (DNB. Funkspruch.) Dor der Demokratischen Konvention in Chikago hielt Präsident Roosevelt eine Rede, um seinen Beschluß, sich zum bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf zu stellen, zu begründen. Er ließ sich, wie üblich, die Gelegenheit nicht entgehen, unter reichlichem Gebrauch seines demokratischen Wortschatzes und bewußter Verkennung der geschichtlichen Zusammenhänge die kriegerischen Ereignisse in Europa auf seine Art zu schildern. Seinen Zuhörern beteuerte er, nur mit widerstrebenden Gefühlen zu sprechen. Er beschwor sie zu glauben, daß er den persönlichen Wunsch habe, sich zurückzuziehen, unb daß er 1936 die Absicht gehabt habe, am Enbe ber 2. Wahlperiobe die Verantwortung in anbere Hände zu legen. Doch sei ihm selbst jetzt die Erkenntnis gekommen, daß „sein Gewissen es ihn nicht erlaube", den Ruf zum Dienst am amerikanischen Volk zurückzuweisen. Er gab an, nur dem Ruf der Nation zu folgen. gehen müssen. Deshalb ist auch nicht die wehmütige Erinnerung an das, was einmal war, sondern die Verpflichtung aus einem heldischen Kampfe die in die Zukun t schreitende Tradition eines innerlich erneuten Volkes. Die nativnalsozialistische Wehrmacht ist aus solcher Tradition heraus gewachsen, und der Frontsoldat von heute wurzelt in seinem Volke und der heroischen nationalsozialistischen Idee. Er weiß, daß ihm sein Volk bie besten und schärfsten Waffen schmiedet, er weiß, daß sein Volk eben so tapfer und einsatzbereit in diesem Kriege kämpft wie er selbst und seine Führung. Die ersten Schlachten in diesem neuen Kriege sind schon in den Versammlungen und Kundgebungen der NSDAP, geschlagen worden. Das Ringen um die deutsche Volksgemeinschaft, die lleberroinbung von Standesdünkel und Klassenhaß, die Beseitigung des Parteiirrsinns unb der Gelbsackherrschast, bie Ausschaltung artfremden Wirkens und Wesens im innerdeutschen Leben waren die ersten Siege in diesem Kriege. Im Kriege gegen bas Weltjudentum unb die plutokratischen Mächte, bie sich jetzt ber Waffen irregeleiteter Völker bebienen. Die nationalsozialistische Revolution hat diese ersten Siege in einem gigantischen Weltkampf erfochten, aus ihr sind die Kräfte zum Kampfe gegen die Rohstoffmonopole geboren worden, aus ihr sind die Quellen ber inneren unb äußeren Aufrüstung geflossen, ihre ersten Siege bebeuten bie ©runblagen der nationalsozialistischen Wehrmacht. Die Welt- NSK. Niemand kann stolzer sein aus die Waffen- l erfolge der jungen Wehrmacht, als gerade der 1 Weltkriegsfrontsoldat, dem trotz aller ‘ Tapferkeit und aller Opfer das Schicksal doch den . Endsieg versagt hat. Unsere jungen Kameraden von - der nationalsozialistischen Wehrmacht fochten an den i Gräbern der tapferen deutschen Soldaten, ihrer Väter, die es dicht rnchr erleben durften, daß der Führer und seine Wehrmacht das vollenden, was sie, die Toten, einst begonnen haben, die endgültige Sicherung des Deuffchen Reiches. Der Frontsoldat von heute kämpste aus beinahe den gleichen Schlachtfeldem mit den gleichen Gegnern. Er ist genau so tapfer wie bie es waren, die vor 25 Jahren gefallen sind, er setzt fein Leben genau so unverzagt ein wie jene, er rammt wie sie jede Strapaze und Entbehrung aus sich, er schreckt wie sie vor feiner Ausgabe unb keiner Gefahr zurück, unb doch ist er ein anderer wie der Frontsoldat von 1914/18. Er weiß, warum er Krieg fuhren muß unb fennt den Sinn des Krieges, er braucht sich nicht jene Fragen zu stellen, die uns jahrelang gequält unö lerrrtten haben, die die innere Widerstandskraft von Front und Heimat zerfraßen. Er kämpft f u r d a s Leben unb den Lebensraum feines Volkes, bas die Gegner vernichten wollten, er kämpft für eine Weltanschauung, die feinem Blut, feinem Stolz, feinem ganzen Wesen entspricht, und ist allein deshalb unbesiegbar. Siegen aber wird ber deutsche Fronffolda von heute, weil seine Tapferkeit, seine Pmfatzbereltschast, seine Treue unb seine Beharrlichkeit eingesetzt sind von einer Führung, die S^nau so tapfer, so end schlossen, so treu unb fo beharrlich ist wie er selbst. Er kann deshalb in seine Führung das gleiche Vertrauen setzen, wie die Führung aus ihre Soldaten Das gibt ihm neben dem materiellen Ueberge- wicht in feiner Bewaffnung unb Ausbildung die innere mor alische U e berl egenh eit über seine Gegner und bie Gewißheit des Sieges. Der Weltkriegssoldat von 1914/18 hatte zwar bas Gefühl der persönlichen Ueberlegenheitiedem einzelnen Gegner gegenüber, aber er mußte chon 1914 unter bedrückendem Munitionsmangel seine An- fanasfiege schwinden sehen, er kämpfte gegen eine gewaltige Ueberlegenheit an Menschen und Material, die sich von Kriegsjahr zur Kriegsiahr immer mehr aefteiaert hat, er mußte durchhalten auch noch im Ringen mit immer empfindlicher fühlbaren Mangelerscheinungen, eine sich moralisch unb der Geschichte. Es ist fein Zufall, sondern das gütige Walten der Vorsehung und ihre Anerkennung für einen Heldenkampf ohnegleichen, daß es ein Weltkrieg s - frontf olbat, Adolf Hitler, war, der das deutsche Volk wieder zur Besinnung, zu Pflichtbewußt- ein und zur Selbstbehauptung gebracht hat. Es ist kein Zufall, sondern aeschichtliche Gesetzmäßigkeit, daß die ersten Nationalsozialisten bewahrte F r o n t- kämpfer aus dem Weltkrieg gewesen sind. Die heute das Großdeutsche Reich tragende Idee, die nationalsozialistische Weltanschauung, ist in den Schützengräben geboren. Ohne Adolf Hitler und ohne diese Idee hätte das deutsche Volk im Sumpfe der Parteien und der Korruption unter« NSK. Auf dem Place de la Concorde in Paris erleben wir deutsche Militärmusik. Diele Feldgraue und Taufende von Zivilisten säumen das weite Rund, um den Klängen des Musikkorps einer Division zuzuhören. Mit großem Interesse mustern die Pariser bie Felbgrauen im Stahlhelm, die hier den einmaligen Marschrhythmus deutscher Militärmusik erklingen lassen. Nach jedem Marsch setzt neuer, lebhafter Beifall ein. Als das Mufikkorps abmarfchiert. beginnt ein wildes Laufen. Alle wollen den Achtungsmarsch des deutschen Soldaten sehen. Es ist fast auf den Tag ein Jahr her, da fand auf diesem selben Platz bie 150-Jahr-Feier der Französischen Revolution statt, und bie Franzosen umjubelten hier bie englische Garde, die an diesen Feierlichkeiten teilnahm. Gehört es zum Ehmakter dieser feftfreubigen Pariser, jedem zuzujubeln, ber in ihre Mauern zieht? Uns Deutschen ist eine solche schnelle Umstellung unverständlich, uns will sie würde- unb charakterlos erscheinen. Als Reichsleiter Alfreb Rosenberg vor gut Jahresfrist in München bavon sprach, baß jene 150-Jahres-Feier der Französischen Revolution wohl eine ber letzten großen Feiern für den Ungeist dieser Epoche sein dürfte, ahnten wir nicht, daß sich fein Wort fo schnell erfüllen mürbe. Alle die deutschen Soldaten, die durch die Erneuerungsbewegung der deutschen Revolution eine klare, bestimmte Lebensauffassung gewonnen haben, erleben dieses Paris mit sehr gemischten Gefühlen. Völlig unverstänblich erscheinen ihnen diese Menschen. Hier ist ein gewaltiger Zwiespalt! Jener Geist, ber einst diese Stadt im Laufe langer Jahrzehnte zu einem steinernen Dokument eines Aufbauwillens werden ließ, hat nichts, ja überhaupt nichts mehr mit dem Geist der heute in den Mauern von Paris Das Reichsgericht hat die Rechtsprechung zur Trunkenheit am Steuer in ber Frage des Der- icherungsschutzes durch eine neue Entfcheibung we- entlich ausgebaut und den Versicherungsschutz be- chränkt. Nach den allgemeinen Unfallzusatzversiche- rungsbedingungen sinb Unfälle infolge von schlag-, Krampf-, Ohnmachts- unb Schwinbelanfällen sowie von Geistes- unb Bswußtseinstörungen von ber Versicherung ausgeschlossen. Während das Kammergericht biese Ausschlußklausel bisher nur bei sinnloser Trunkenheit angewandt hatte, sagt das Reichsgericht jetzt, daß eine Bewußtseinsstörung im Sinne dieser Bedingungen nicht mit völliger zeitlich begrenzter Bewußtlosigkeit gleichzustellen sei. Sie erfordere also nicht em völliges Versagen der Sinnestättgkeit, sondern nur eine die Aufnahme- und Reaktrons- fähigkeit nicht unwesentlich beem- rachtigende Störung. Eine solche Storung könne durch Alkoholgenuß hervorgerufen werben. Im Gegensatz zum Berufungsgericht, das eine Bewußtseinsstörung nicht annehmen wollte, erklärt das Reichsgericht, daß erfahrungsgemäß em im Alkoholraufch Befindlicher burchaus imstande sein könne, durch Hebung beherrschte Handlungen und Bewegungen noch auszuführen, ohne sich dessen klar bewußt zu fein. Das gelte auch vom Fahren eines Kraftwagens. Die Betätigung des Versicherten vor dem Unfall, das Fahren einer Strecke von 3 Kilometer und sein Verhalten m-der Kurve, vermöge nicht die Möglichkeit einer für den Unfall ursächlichen Bewußtseinsstörung auszUschlie- ßen. In dem zur Entscheidung stehenden Falle hatte der tödlich Verunglückte eine'Lebens- und Unsall- zusatzversicheruna geschlossen. Die Versicherungsanstalt lehnte die Auszahlung ber Unfallversicherungs- lumme ab. Die „Deutsche Justiz" bemerkt zu ber Entscheidung, daß das Reichsgericht ber Ausschluß- Häufel die richtige Auslegung gegeben habe, tfur jeben Unfallversicherten, insbesondre aber für einen Kraftfahrer, ber in betrunkenem Zustande fein Fahrzeug steuert, fei die Enffcheidung von weitreichender Bayreuth, 20.Juli. (DNB. Funkspruch.) Die beiden vollstänbigen Festspielaufführungen von Richard Wagners „Ring des Nibelungen vor den schaffenden Volksgenossen und bewährten Soldaten verschiedener deutscher Gaue begannen am Freitag mit der ersten Vorstellung des „Rheingold . Der jeden Tag wechselnde Besucherkreis gibt einer gegenüber früheren Jahren unverhältnismäßig größeren Zahl von Menschen die Gelegenheit das große musikalische Weltanschauungsdrama Richard Wagners aus der germanischen Mythologie in ber einzigartigen Darbietung der Bayreuther bühne ausschnittweise kennenzulernen. Die Besucher der „Rheingold"-Aufführung kamen aus dem Gau Salzburg. Sie erlebten eine unveränderte Wiedergabe der vorjährigen Neuinszenierung des Werkes durch den szenischen Erneuerer ber Bayreuther Aufführung Heinz T i e t j e n in den beispielhaften Bühnenbildern von Emil P r e c t o r i u s, Unter der musikalischen Leitung von Franz von Hvehlin, der das Orchester gegenüber ber Bühne stark zunm- hielt, erneuerten bie in vielen Bayreuther Aufführungen bewährten Sänger ihre rühmlich bekannten Leistungen. Neu in ber großen Aufgabe bes Wotan, in ber er mit Rubolf Bockelmann abwechseln wird, fügte sich Jaro Prohaskas glanzvoll ausstrahlender Heldenbariton in die erlesene ©pielgemem» schatt. Ein tosender Beifall aus beglückten Herzen dankte den Künstlern. Aus aller Wett. Seidisiotifrie SiEtonnensugen-1005 bleibt' kleine Sdireibmoichine Prof. Soetbeer verreist 3307 D 9.30, 9.30, Kapelle Alter Friedhof. Walther: 10.45 Christen!. Kavelle Wetzlarer Weg. Freund!, möbl. 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Für lose Bollmilch: a) Einstandspreise für konzessionierte Milchverteiler ab Molkereiverteilungsstelle oder frei Bahnrampe Verbrauchsort: 0,23 NM. b) Preis für Verbraucher bei Bezug ab Verteilungsstelle, Verteilerladen oder ab Hof des Erzeugers: 0,26 NM. c) Preis für Verbraucher bei Bezug ab Magen oder frei Haus: 0,28 RM. 2. Die Zuschläge zu den unter 1. genannten Preisen betragen bei Abgabe an Verteiler und Verbraucher je Liter für a) Flaschenmilch...........2 Rpf. b) Markenmilch in Flaschen......4 Rpf. c) Vorzugsmilch in Flaschen.....8 Rpf. 3. Bei Abgabe an Großabnehmer (Krankenhäuser, Kinderheime, Gaststätten und bergt) liegt bei einer täglichen Abnahme von mindestens 10 Litern der Preis 2 Rpf. über dem Einstandspreis des Kleinverteilers. 4. Es wird darauf hingewiesen, daß den Erzeugern ohne besondere Erlaubnis des Milch- und Fettwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau die Abgabe von Milch unmittelbar an Wiederverkäufer oder Verbraucher untersagt ist. 5. Zuwiderhandlungen werden nach den bestehenden Bestimmungen bestraft. 6. Die mit dieser Bekanntmachung bekanntgegebenen Preise treten am 11. März 1940 in Kraft. Gießen, den 18. Juli 1940. 3294C Der Oberbürgermeister. I. B.: Nicolaus. Mahr fährt aushilsw. (Klasse II u. III) Schriftl. Angeb. unt.02463anden Gieh.Anz. erbet. Aelt. unabhäng. 3rau (Mime) übernimmt die Führung eines frauenl. Haushaltes. Schriftl. Angebote unser 02459 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr.7 Verkäufe WM neunjähr.,mittelschwer, Langschweif, zugfest, hat zu verkauf. Robert Schevv Griedel bei Butzbach. Pferdekarte vorhanden. 3305D Gebr. schwarzer Herd kaufen. 02437 Bromöergeröir.Z. kaufen. 02474 Schwarz-weiße, frischmelkende Hüchldffe von z di» 20 v. b. erhalten Sie bei wiederholten Auf« nahmen einer Ameise Giller Liebigstr. 96 II zu verkauf. 02493 Hillebrandstr. 6 mit Kalb zu verkauf. 02435 Großen-Linden Bahnhofstr. 35. 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Ich darf hier meine Person einschatten, weil es kein anderer Staatsmann hätte wagen dürfen, der deutschen Ration eine Lösung vorzuschlagen, wie ich es tat. Es war nur die R ü ck k e h r Danzigs — also einer uralten rein deutschen Stabt — zum Reich sowie die Schaffung einer Verbindung des Reiches zu seiner abgerissenen Provinz, und auch das nur unter der Annahme von Volksabstimmungen, die selbst wieder von einem internationalen Forum kontrolliert werden sollten. Wenn Herr Churchill und die anderen Kriegshetzer nur einen Bruchteil von jener Verantwortung in sich gefühlt haben würden, die ich gegenüber Europa empfand, hätten sie ihr niederträchtiges Spiel nicht unternehmen können. Denn nur diesen und allen anderen europäischen und außereuropäischen Kriegsinteressenten war es zuzu- schrelben, daß Polen die weder seine Ehre, noch seinen Bestand irgendwie berührenden Vorschläge zurückwies und an Stelle dessen zum Terror und zur Waffe griff. Auch hier mar es wohl eine ohne Beispiel dastehende wahrhaft übermenschliche Zurückhaltung, die uns monatelang, trotz fortgesetzter Mordanschläge gegen die-- Volksdeutschen, ja endlich trotz des Abschlachtens von Zehntausenden deutscher Volksgenossen, immer noch den friedlichen Weg einer Verständigung suchen ließ. zuschreiben, daß der polnische Staat angeeifert wurde, eine Haltung einzunehmen, die in keinem Verhältnis zur deutschen Forderung und noch viel weniger zu den dadurch hervorgerufe- nen Folgen stand. Denn gerade Polen gegenüber hat sich das Deutsche Reich seit der nationalsozialistischen Führungsübernahme z u einer wahren Selb st Überwindung bekannt. Eine der niederträchtigsten und dümmsten WahnahmSn des Versailler Diktates, nämlich die Abreihung einer alten deutschen Provinz vom Reich, schrie an sich schon nach einer N o mmeN. Ich habe schon einmal versichert, und Sie all^ meine Volksgenossen, wissen es, daß — wenn ich längere Zeit nicht rede ober wenn sonst nichts ge= schieht — dies nicht bedeutet, daß ich deshalb auch nichts tue. Es ist bei uns nicht notwendig, wie in den Demokratien, jedes Flugzeug, das gebaut wird, zu verfünf- oder zu verzwölffachen und es dann in die Welt hinauszuschreien. Es ist überhaupt schon von den Hühnern nicht ganz klug, jedes kaum gelegte Ei mit lauter Stimme anzuzeigen. Es ,st aber noch viel dümmer, wenn Staatsmänner Projekte, die sie erst Vorhaben, der Mitwelt schon hmaus- gackern, um sie davon rechtzeitig in Kenntnis zu setzen. Der aufgeregten Schwatzhaftigkeit zweier dieser großen demokratischen Staatenlenker verdankten wir laufend die Kenntnis über die Kriegs- aus weitungspläne unserer Gegner und insbesondere über deren Konzentration aus Norwegen bzw. Schweden. Während diese britisch-französische Kriegsclique also Umschau hielt, um neue Kriegsausweitungs- möglichkeiten zu finden, bzw. neue Opfer emzu- fanqen, habe ich mich bemüht, den organisatorischen Aufbau der deutschen Wehrmacht zu vollenden, neue Verbände aufzustellen, den Anlauf der Kriegsproduktion des Materials in Fluß zu bringen sowie die letzte Schulung der gesamten Wehrmacht auf ihre neuen Aufgaben hin anzuordnen. Außerdem zwang das schlechte Wetter des Spätherbstes und des Winters zu einer Verschiebung militärischer Operationen. Im Laufe des Monats März erhielten wir aber Kenntnis von britisch-französischen Absichten, sich in den russisch-finnischen Konflikt emzu- schalten, weniger wohl, um den Finnen zu helfen, als um Rußland, in dem man eine mit Deutschland zusammenarbeitende Macht sah, schädigen, wenn irgend möglich, in Finnland selbst aktiv einzugreifen, um dadurch eine Basis für das hineintragen des Krieges in die Ostsee zu bekommen. Aber zugleich tauchten auch immer stärker die Vorschläge des Alliierten Obersten Kriegsrates auf, entweder den Balkan und Kleinasien in Brand zu setzen, um dadurch dem Reiche die russische und rumänische Oelzufuhr zu sperren, oder das schwedische Eisenerz in die Hand zu bekommen. Zu dem Zweck sollte eine Landung in Norwegen vorgenommen werden mit dem Ziel, vor allem die Erzbahn von Narvik über Schweden zum Hafen von Lulea zu besetzen. . ■ Der russisch-finnische Friedensschluß ließ in letzter Minute die bereits ins Auge gefaßte Aktion in den nordischen Staaten wieder zurücktreten. Allein schon wenige Tage später verdichteten sich diese Absichten neuerdings und fanden nun ihren Niederschlag in einem klaren Entschluß. England und Frankreich waren ubereinge- kommen, in Norwegen die Besetzung einer Anzahl wichtigster Punkte schlagartig vorzunehmen unter dem Vorwand, dadurch die weitere kriegsunterstühung Deutschlands durch das schwedische Erz zu verhindern. Um das schwedische Erz nun restlos sicherzustellen, war beabsichtigt, in Schweden selbst einzumarschieren und die geringen Kräfte (die Schweden bereitzustellen in der Lage war) wenn möglich freundschaftlich, wenn nötig aber Denn wie war die Lage? Eine der wirklichkeits- < fremdesten Schöpfungen des Versailler Diktats, poli- i tisch und militärisch nur ein aufgeblasener Popanz, : beleidigt monatelang einen Staat und droht ihn zusammenzuschlagen, vor Berlin Schlachten zu liefern, die deutschen Armeen zu zerhacken, die Grenze an die Oder oder an die Elbe zu verlegen und so fort. Und dieser Staat, Deutschland, sieht monatelang diesem Treiben geduldig zu, obwohl es t nur einer einzigen Armbewegung bedurft hätte, um diese von Dummheit und Hochmut aufgeblähte Blase zusammenzuschlagen. Noch am 2. September konnte dieser Kampf vermieden werden. Mussolini machte - einen Vorschlag zur sofortigen Einstellung aller Feindseligkeiten und zum friedlichen Verhandeln. Obwohl Deutschland seine Armeen siegreich vor- wärtsstürmen sah, nahm ich ihn trotzdem an. Allein die englisch-französischen Kriegshetzer brauchten d e n K r i e g und nicht d e n F r i e d e n. Und sie brauchten einen langen Krieg, wie sich Herr Chamberlain damals ausdrückte, mindestens 3 Jahre lang, denn sie hatten ja unterdessen ihre Kapitalien in Rüstungsaktien angelegt, die Maschinen angeschafft und benötigten nun die zeitliche Voraussetzung für. das Florieren ihrer Geschäfte und zur Amortisation ihrer Investierungen. Und außerdem: Was haben schon für diese Weltbürger Polen, Tschechen oder ähnliche Völker für einen Wert? Ein deutscher Soldat fand auf dem Bahnhof m La. Charite am 19.6. 1940 ein eigenartiges Dokument beim Durchstöbern der Dortigen Waggons. Er lieferte dieses Dokument — da es eine besondere Bemerkung trug — seiner vorgesetzten Dienststelle sofort ab. Von dort ging dieses Papier an weitere Stellen, die sich nun klar wurden, hier auf der Spur einer wichtigen Aufklärung zu sein. Der Bahnhof wurde nun noch einmal einer gründlichen Untersuchung unterzogen. So kam in die Hand des Oberkommandos der Wehrmacht eine Dokumentensammlung von einmaliger historischer Bedeutung. Es wurden die Geheimakten des Alliierten Obersten Kriegsrates gefunden, einschließlich der Protokolle aller Sitzungen dieser illustren Vereinigung. Und dieses Mal wird Am 6. Oktober 1939 sprach ich von dieser Stelle aus ;um zweiten Wal im Krieg zum deutschen Volk. Ich konnte ihm die militärisch glänzende Niederwerfung des polnischen Staates melden. Ich habe damals zugleich einen Appell an die Einsicht der verantwortlichen Hlännec in den feindlichen Staaten gerichtet und an die Völker selbst. Ich warnte vor einer Weiterführung des Krieges, deren Folgen nur verheerende fein konnten. Ich warnte besonders die Franzosen, einen Kampf zu beginnen, der zwangsläufig von der Grenze sich weiter frißt und der, ganz gleich, wie fein Ausgang fein würde, in feinen Folgen furchtbar wäre. Ich habe diesen Appell damals auch an die übrige Welt gerichtet. Allerdings — wie ich es aus- fpracf) — mit dem Befürchten, nicht nur nuf£ gehört zu werden, sondern damit wahrscheinlich erst recht den Grimm der interessierten Kriegshetzer zu erregen. Es ist auch genau so gekommen. Die verantwortlichen Elemente in Ugland und Frankreich haben in diesem meinem Appell einen gefährlichen Angriff gegen ihr Knegsgeschaft gewittert Sie schickten sich daher sofort an zu erklären daß jeder Gedanke an eine Verständigung aussichtslos fei, ja, als ein Verbrechen gewertet würde, daß der Krieg w e i - t e r g e f ü h r t werden müßte im Namen der Kultur, der Menschlichkeit, des Glücks, des Forschritts, der Zivilisation und — hilf, was helfen kann also auch noch im Namen der heiligen Religion und daß zu diesem Zweck Neger und Buschmenschen mobilisiert werden müßten, und daß dann der Sieg zwangsläufig so von selbst komme, daß man eigentlich nur nach ihm zu Zeisen brauche und hast ich dies selber genau wußte und auch langst gewußt hätte, und daß ich auch nur aus diesem Grunde meinen Appell für einen Frieden her Welt unterbreiten würde. Denn wenn ich an den Sieg zu glauben in der Lage wäre, hatte ich Inmitten des gewaltigen Kampfes um die Freiheit und für die Zukunft der deutschen Nation habe ich Sie zu dieser Sitzung einberufen laffen. Die Gründe dafür liegen in der Notwendigkeit, unserem eigenen Volk die Einsicht in die historische Einmaligkeit der Vorgänge, die wir erlebten, zu erschließen, den verdienten Soldaten aber zu danken, sowie in der Absicht, zu versuchen noch einen und dieses Mal den letzten Appell an die allgemeine Vernunft zu richten. Wer die auslösenden Momente dieser geschichtlichen Auseinandersetzung in Vergleich bringt zum Umfang, der Größe und Tragweite der militärischen Ereignisse, dem muß die Erkenntnis werden, daß Vorgänge und Opfer dieses Kampfes in keinem Verhältnis stehen zu den behaupteten Anlässen, es sei denn, daß diese Anlässe selbst nur Vorwände waren für verborgen liegende Absichten. Das Programm der nationalsozialistischen Bewegung war, insoweit es sich auf die künftige Ausgestaltung des Verhältnisses des Reiches zur Umwelt bezog, ein Versuch, die Revision des Versailler Vertrages unter allen Umständen — soweit aber irgend möglich — auf friedlichem Wege herbeizuführen. Diese Revision war eine naturnotwendige. Das Unhaltbare der Versailler Bestimmungen lag nicht mir in der demütigenden Diskriminierung, der Recht- losmachung entsprechend der sichergestellten Entwaffnung des deutschen Volkes, sondern vor allem in der daraus abgeleiteten materiellen Zerstörung der Gegenwart und der beabsichttgten Vernichtung der Zukunft eines der größten Kulturvölker der Welt, in der vollständig sinnlosen Anhäufung riesiger Ländermengen unter der Herrschaft einiger Staaten, in der Beraubung der Unterlegenen und ihrer unersetzbaren Lebensgrundlagen und unent- behrlichsten Lebensgütern. Die Tatsache, dgh schon wahrend der Abfassung dieses Diktates einsichtige männer auch auf der Seite der Gegner vor der endgültigen Verwirklichung der Bestimmungen dieses Wahnsinnswerkes warnten, ist ein Beweis für die sogar in diesen Reihen herrschende Aeberzeu- gung der Unmöglichkeit, dieses Diktat für die Zukunft aufrechlerhalten zu können. Ihre Bedenken und ihre Proteste wurden allerdings mit der Versicherung zum Schweigen gebracht, daß der neugebildete Völkerbund in seinen Statuten die Möglichkeit einer Revision dieser Bestimmungen sicherstellte, ja dafür zuständig sei. Die Hoffnung auf eine Revision war demnach zu keiner Zeit als etwas Ungebührliches betrachtet worden, sondern als etwas Natürliches. Leider hat entsprechend dem Wollen der verantwortlichen Manner des Versailler Diktates die Genfer Institution sich nicht als eine Einrichtung zur Herbeiführung ver- nötiger Revisionen betrachtet, sondern von Anfang an nur als Garant der rucksichtslo en Durch- führunq und Aufrechterhaltung der V-rsaMer Bestimmungen. Alle Versuche des demokratischen Deutschlands, auf dem Rcmsionswcge eme Gleichstellung des deutschen Volkes zu erreichen, blieben (äffe für bie Verwirklichung ihrer wahnsinnigen Pläne. Es trat wieder einmal jene Verschwörung bärmlicher käuflicher politischer Kreaturen und geldgieriger Finanzmagnaten in Erscheinung, für die der Krieg ein willkommenes Mittel ist, ihre Geschäfte zum besseren Gedechen zu bringen. Das internationale jüdische Völkergift begann immer mehr gegen jede gesunde Vernunft zersetzend zu arbeiten, die Literaten verstanden es, die anständigen Männer, die den Frieden wollten, als Schwächlinge und Landesverräter hinzustellen, die oppositionellen Parteien als 5. Kolonne zu denunzieren, um fo jeden inneren Widerstand gegenüber ihrer verbrecherischen Kriegspolitik zu beseitigen. Juden und Freimaurer, Rüstungsfabrikanten und Kriegsgewinnler, internationale Händler und Börsenjobber fanden politische Subjekte, Desperados Und Hero- straten-Naturen, die den Krieg als das Ersehnens- und damit Wünschenswerte hinstellten. Diesen verbrecherischen Elementen war es zu- W Hegt nun im Interesse eines Siegers, die ihm nützlichen Bestimmungen als für alle heilig hmzu- stellen im Wesen des Selbsterhaltungstriebes des Besiegten aber, sich die allgemeinen Menschenrechte wieder zurückzuholen. Für ihn hatte das Diktat eines übermütigen Gegners um fo weniger Gesetzeskraft, als dieser Gegner damals kein ehrlicher Sieger war. Ein seltenes Unglück hat es gewollt daß das Deutsche Reich in den Jahren 1914 bis 1918 sehr schlecht geführt war. Diesem und dem noch nicht anders belehrten Glauben und Vertrauen des deutschen Volkes in das Wort demokratischer Staatsmänner war unser Untergang zuzuschreiben. Daher war der britisch-französische Anspruch das Versailler Diktat als eine Art internationale oder gar höhere Rechtsetzung auszugeben, für jeden ehrlichen Deutschen nichts anders als eine freche -Anmaßung, die Annahme aber, daß ausgerechnet englische oder französische Staatsmänner Hüter des Rechtes an sich oder gar der menschlichen Kultur wären, eine dumme Unverschämth eit Eine Unverschämtheit, die durch ihre eigenen höchst minderwertigen Leistungen auf diesen Gebieten zur Genüge beleuchtet wird. Denn es ist selten die Wett mit einem größeren Minimum an Klugheit Moral und Kultur regiert worden als jener Teil, der zur Zeit dem' Wüten gewisser demokratischer Staatsmänner ausgeliefert ist. , . . Die nationalsozialistische Bewegung hat in ihrem Programm neben der inneren Erlösung aus den jüdisch-kapitalistischen Fesseln einer pluto-demokratischen dünnen Ausbeuterschicht nach außen hin den Entschluß zur Bef r e i - u n g des Reiches aus den Versailler Dlk- tatfesseln verkündet. Die deutschen Forderungen dieser Revision waren naturnotwendige, für dos Dasein und die Ehre eines jeden großen Volkes selbstverständliche. Sie werden von der Nachwelt einst wohl als unendlich maßvoll bezeichnet. Alle diese Forderungen aber mußten m Der Praxis gegen den Willen der britisch-französischen Machthaber durchgesetzt werden. Wir alle sehen es nun erst recht als einen Erfolg öe.r j^rung bes Dritten Reiches an, baß bie Verwirklichung dieser Revisionen jahrelang ohne Krieg gelungen war, nicht weil wir — wie bie britischen und französischen Demagogen es behaupteten — 3UmJ?,rie^ Ohnehin nicht in der Lage gewesen waren Als es aber endlich schien, als ob es dank einer gewisse erwachenden Vernunft durch eine internationale Zusammenarbeit zur friedlichen Losung auchi bet: 9tef Probleme kommen würbe können, ba wurde die am 29. September 1938 in München m diesem Sinne getätigte Uebereinfunft der vier wesentlich daran beteiligten großen Staaten m öffentlichen Meinung zu London und Pans nicht nur mcht begrüßt, sondern als abscheul iche s Zeichen verdammt. Die blutbefleckten ' taliftischen Kriegshetzer sahen m der Mogllchkei des Gelingens einer solchen friedlichem Revifw das. Eutfchwivdea greifbarem 2in> mit Gewalt beiseitezuschieben. Daß die Gefahr unmittelbar bevorstand, erfuhren wir durch bie unbezähmbare Redseligkeit des Ersten Lords der britischen Admiralität persönlich. Wir erhielten weiter eine Bestätigung dafür durch eine Andeutung, die der französische Ministerpräsi« deut Reynaud bei einem fremden Diplomaten gemacht hat. Daß dieser Termin aber schon vor dem 8. April zweimal verschoben worben war, und daß am 8. bie Besetzung stattfinden sollte, baß also ber 8. der britte und damit endliche Termin gewesen war, wissen wir allerdings erst seit kürzerer Zett, ja, endgültig bestätigt er ft seit der Auffindung bet Protokolle bes Obersten Alliierten Kriegsrats. Ich habe nun, sowie die Gefahr der Herein- Ziehung des Nordens in den Krieg deutlich wurde, auch für die deutsche Wehrmacht die notwendigen Maßnahmen angeordnet. Der „Altmark"-Fall zeigte schon, daß die norwegische Regierung nitfjt bereit war, ihre Neutralität zu wahren. Agenten-Meldungen ließen darüber hinaus erkennen, daß zumindest zwischen den führenden Köpfen der norwegischen Regierung und den Alliierten bereits ein volles Einverständnis bestand. Endlich verscheuchte die Reaktion Nor- wegens gegen den Einbruch der britischen Minenleger in das norwegische Hoheitsgebiet auch den- letzten Zweifel. Die bis ins Kleinste vorbereitets deutsche Operation wurde damit ausgelöst. Tatsächlich war nun die Lage etwas anders, als sie sich uns am 9. April darstellte. Während mir damals glaubten, der englischen Besetzung wenige Stunden zuvorgekommen zu sein, wissen wir heute, daß die Landung der englischen Truppen schon für den 8. vorgesehen gewesen war, daß die Einschiffung ber britischen Verbände bereits am 5. und 6. begannen hatte, daß aber im selben Augenblick die ersten Nachrichten bei der britischen Admiralität über die deutsche Flotte eintrafen, daß sich unter dem Eindruck dieser Tatsache Herr Churchill entschloß, die bereits eingeschifften Verbände wieder aus schiff en zu lassen, um durch die britische Flotte erst die deutschen Schiffe, aufsuchen und angreifen zu lassen. Dieser Versuch mißlang. Nur ein einziger englischer Zerstörer kam in Berührung mit deutschen 'Seestreitkräften und wurde in den Grund geschossen. Es gelang diesem Boot nicht mehr, irgendwelche Nachricht an die britische Admiralität oder an englische Flottenstreitkräfte weiterzugeben. So erfolgte am 9. die Landung deutscher Dorabteilungen in einem Gebiet, das sich von Oslo nordwärts bis Narvik erstreckte. Als in London die Nachrichten darüber eintrafen, lauerte der Erste Lord der Admiralität, Mr. Churchill, schon seit vielen Stunden auf bie Erfolge seiner Flotte. Dieser Schlag, meine Abgeordneten, war das kühnste Unternehmen der deutschen Kriegsgeschichte. Seine erfolgreiche Durchführung wurde nur möglich dank der Führung und Haltung aller daran beteiligten deutschen Soldatep. Was unsere drei Waffen: das Heer, die Warine und die Luftstreitkräfte in diesem Kamps um es Mister Churchill nicht möglich sein, die Wahrheit ber Dokumente einfach zu bestreiten ober wegzuleugnen, fo wie er es seinerzeit bei ben Akten aus Warschau zu tun versucht hatte. Denn biese Dokumente tragen alle bie eigenhändigen Randbemerkungen der Herren Gamelin, Daladier, Weygand usw. Sie können also jederzeit von diesen bestätigt oder etwa ab geleugnet werben. Unb diese Dokumente geben nun Aufschluß über bas Treiben ber Herren Kriegsinteressenten und Kriegs- ausbreiter. Sie werben vor allem zeigen, wie für diese eiskalten Politiker und Militärs alle klei- nen Völker nur Mittel zum Zweck waren, wie sie versuchten, Finnland für ihre Interessen zu verwenden, wie sie sich entschlossen hatten, Norwegen und Schweden zum Kriegsschauplatz zu machen, wie sie beabsichtigten, ben Balkan in Brand zu setzen, um von dort hundert Divisionen als Hilfe zu bekommen, wie sie die Vorbereitungen trafen zum Bombardement von Datum unter einer ebenso gerissenen wie skrupellosen Ausbeutung der ihnen nicht abholden türkischen Neutralität, wie sie die Niederlande unb Belgien immer tiefer in ihre Schlinge zogen und endlich in bindende General- ftabsabmachungen verstrikten und so vieles andere mehr. Die Dokumente geben aber auch ein Bild von der ganzen dilettantischen Methode, mit ber diese politisierenden Kriegshetzer den von ihnen angezündeten Brand zu beherrschen versuchten, vkn ihrem militärischen Demokratismus, der mitverantwortlich ist für das grauenhafte Schicksal, das sie Hunberttausenden und Millionen Soldaten ihrer eigenen Länder zu fügten, ihrer barbarischen Gewissenlos igkeit, durch die sie ganz kalt bewußt ihre Völker zu einer Massen- Evakuierung trieben, deren militärische Auswirkun- , gen für sie selbst nur abträgliche, deren allgemeine : menschlichen Folgen aber erschütternd grauenhafte i waren. Diese selben Verbrecher sind aber zugleich : die Verantwortlichen für bas- Hineinpeitschen der i Polen in den Krieg. 18 Tage später war dieser i Feldzug praktisch beendet. Norwegen leisteten, sichert ihnen die Bewertung eines allerhöchsten Soldatentums. Die Marine führte ihre Operationen und späte? die Transporte durch gegen einen Feind, ber im Gesamten fast mehr als bie zehnfache Überlegenheit besaß. Alle Einheiten unserer jungen Reichskriegsmarine haben sich dabei mit unvergänglichem Ruhm bedeckt. Es wird erst nach dem Krieg gestattet sein, über bie Schwierigkeiten zu sprechen, bie gerabe bet diesem Feldzug durch zahlreiche unvorhergesehene Rückschläge, Aus- unb Unglücksfälle eintraten. Alles am Ende aber trotzdem überwunden zu haben, ist das Verdienst der Haltung, ber Führung und ber Truppe. Die Luftwaffe, in biesem gewaltigen weiten Raum oft die einzige Transport- und Verbindungsmöglichkeit, hatte sich in allem selbst übertroffen. Tollkühne Angriffe auf bie Gegner, auf Schisse und Landungstruppen stehen kaum über dem Zähen Heldentum jener Transportflieger, die trotz unvorstellbar schlechtem Wetter immer wieder in das Land der Mitternachtssonne hinaufflogen, um dort oft im Schneesturm Soldaten abzusetzen oder Lasten abzuwerfen. Die Fjorde Norwegens sind zum Friedhof zahlreicher britischer Kriegsschiffe geworden. Dem ununterbrochenen wilden Angriff deutsches Bomber und Stukas gegenüber mußte endlich die brittfche Flotte weichen und jene Gefilde räumen, . von denen wenige Wochen vorher erst eins engx ja nicht England und Frankreich eine Verständigung ohne jede Forderung vorgeschlagen. In wenigen Tagen war es diesen Hetzern gelungen, mich Der übrigen Welt gegenüber geradezu als Feigling hin- zustellen. Wegen meines Friedensvorschlages wurde ich beschimpft, persönlich beleidigt, Herr Chamberlain spie mich vor ber Weltöffentlichkeit förmlich an und lehnte es ab, entsprechend den Direktiven der hinter ihm stehenden Hetzer und Antreiber Churchill, Duff Cooper, Eden, Höre Belisha usw. über einen Frieden aud) nur aur eben, geschweige Denn für einen solchen zu handeln. So hat dieser großkapitalistische Jnteressentenklungel nach der Fortsetzung des Krieges geschnen. Diese Fortsetzung hat nun ihren Anfang ge° lische Zeitung geschmackvollerweise behauvtet hatte, „daß es für England ein Vergnügen sein wird, in ihnen die deutsche Aufforderung zum Kampf entgegenzunehmen". Das Heer. Schon die Ueberfahrt stellte an den Soldaten des Heeres große Anforderungen, Luftlandetruppen hatten ihm an manchen Plätzen das erste Fußfassen ermöglicht. Nun strömte Division um Division nach und begann den Krieg in einem Gebiet, das in seiner natürlichen Beschaffenheit eine außerordentliche Abwehrkraft besaß und — soweit es sich um norwegische Verbände handelte — auch sehr tapfer verteidigt wurde. Von den in Norwegen gelandeten Engländern allerdings kann nur gesagt werden, daß das einzig Bemerkenswerte an ihrem Dasein die Gewissenlosigkeit war, mit der man so schlecht ausgebildete, unzulänglich gerüstete und miserabel geführte Soldaten als Expeditionskorps an das Land setzte. Sie waren von Anfang an sicher unterlegen. Was aber nun gerade dagegen die deutsche Infanterie, die Pioniere, was unsere Artilleristen, unsere Nachrichten- und Bautruppen in Norwegen geleistet haben, kann nur als stolzes Heldentum von Kampf und Arbeit bezeichnet werden. Das Dort Karvik wird in der Geschichte für immer ein herrliches Zeugnis fein des Geistes der Wehrmacht des nationalsozialistischen Grohdeutschen Reichs. Die Herren Churchill, Chamberlain, Daladier usw. waren noch bis vor kurzem über das Wesen der grohdeutschen Einigung sehr schlecht unterrichtet. Ich habe damals angekündigt, daß die Zukunft sie wahrscheinlich eines besseren belehren wird. Und ich darf wohl annehmen, daß gerade der E i n s a h o st m ä r - kischer G e b i r g s t r u p p e n in dieser nördlichsten Front unseres Freiheilskampfes ihnen die nötige Aufklärung für das Großdeujfche Reich und feine Söhne beigebrachl haben wird. Es ist schade, daß die Grenadiere des Herrn Chamberlain dieser Auseinandersetzung nicht die genügende und vor allem dauernde Aufmerksamkeit widmeten, sondern vorzogen, es bei den ersten Proben über die innere Einstellung der neu zum Reich gekommenen Stamme unseres Volkes bewenden zu lassen. General von Falkenhorst hat diese Opera- tionen in Norwegen geleitet. Generalleutnant Dietl war der Held von Narvik. Die Operationen der Luftwaffe standen unter der Leitung von Generaloberst Milch und Generalleutnant Geißler. Das Oberkommando der Wehrmacht, Generaloberst Keitel als Chef des Oberkommandos und General I o Ü l als Chef des Wehr- Machtsführungsstabes, waren verantwortlich für die Durchführung meiner Anweisungen für die gesamte Aktion. Ehe noch der Feldzug in Norwegen fein Ende gefunden hatte, wurden die Nachrichten über den Westen immer bedrohlicher. Während es an sich vor Kriegsbeginn vorbereitet war, im Falle einer notwendigen Auseinandersetzung mit Frankreich bzw. England die Waglnotlinie zu durchbrechen, ein Unternehmen, für das die deutschen Truppen geschult und wozu sie mit den erforderlichen Waffen versehen waren, ergab sich schon im Laufe der ersten Kriegsmonate die Notwendigkeit, auch ein eventuelles Vorgehen gegen Belgien bzw. Holland ins Auge zu fasten. Während Deutschland gegenüber Holland und Belgien zunächst so gut als feine Verbände außer notwendigen Sicherungstruppen ausgestellt hatte, im übrigen aber sein Festungssystem auszubauen begann, erfolgte an der frangö sisch°belgischen Grenze eine sichtbare Massierung französischer Verbände. Besonders die Konzenttatton fast aller Panzer- und Mot-Divisionen in diesem Abschnitt ließen erkennen, daß die Absicht, auf alle Fälle aber die Möglichkeit bestand, sich blitzartig durch Belgien hindurch an die deutsche Grenze vorzuwerfem Entscheidend aber war nun folgende Wahrnehmung: Während im Falle einer loyalen Auslegung der belgisch- holländischen Neutralität beide Länder gezwungen gewesen wären, gerade angesichts der Konzentratton stärkster französisch-englischer Kräfte an ihrer Grenze auch ihrerseits das Hauptaugenmerk nach dem Westen zu richten, begannen sie dort im gleichen Maße immer stärker abzubauen, um die Grenze gegenüber Deutschland z u besetzen. Auch die Nachrichten über laufende General- stabsbefprechungen ergaben eine eigenartige Beleuchtung der belgisch-holländischen Neutralität. Ich brauche nicht zu betonen, daß diese Besprechungen, wenn sie wirklich neutral gewesen wären, mit beiden Seiten hätten stattfinden müssen. Im übrigen fand eine solche Verdichtung der Merkmale für das Vorgehen der französisch-englischen Truppen durch Holland und Belgien gegen das deutsche Industriegebiet statt, daß man nunmehr auch auf unserer Seite diese Bedrohung als ernsteste Gefabr ins Auge fassen mußte. Es wurde daher die deutsche Wehrmacht von mir mit dieser Möglichkeit der Entwicklung vertraut gemacht und mit den notwendigen eingehenden Anweisungen versehen. In zahlreichen Besprechungen im Oberkommando der Wehrmacht mit den Obe rb efehl sh ab ern der drei Wehrmachtteile, den Führern der Heeresgruppen und der Armeen bis herunter zu den Führern wich- tiger einzelner Unternehmungen wurden die Aufgaben gestellt und durchgesprochen und in der Truppe verständnisvoll zur Grundlage einer besonderen Ausbildung genommen. Der gesamte deutsche Aufmarsch erfuhr dementsprechend die notwendigen Abänderungen. Die sorgfälttgen Beobachtungen, die überall an- gestellt worden waren, ergaben allmählich die zwingende Erkenntnis, daß mit einem englisch- französischen Vorstoß etwa von Anfang Mai ab in jedem Augenblick gerechnet werden konnte. In den Tagen vom 6.—7. Mai verstärkten sich besonders auch auf Grund mitgeteilter Telefonate, die zwischen London und Paris stattgefunden hatten, die Befürchtungen, daß nunmehr jeden Augen- blick das Einrücken der sogenannten Alliierten in Holland und Belgien erwartet werden mußte. Am Tage darauf — am 8. — gab ich deshalb den B e - fehl für d e n sofortigen Angriff am 10. Mai, 5,35 Uhr morgens. Grundgedanke ^dieser Operation war, unter Verzicht auf kleme Nebenerfolge die gesamte Wehrmacht — vor allem das Heer und die Luftwaffe — so anzusehen, daß bei konsequenter Durchführung der vorgesehenen Operationen die totale Vernichtung der französischenglischen Streitkräfte erreicht weiten muhte. Zum Unterschied des Schlieffen-Ptanes vom Jahre 1914 lieh ich das Schwergewicht der Operation auf den linken Flügel der Durchbruchsfronl legen, allein unter scheinbarer Aufrechterhaltung der umgekehrten Version. Diese Täuschung ist gelungen. Erleichtert wurde mit die Anlage der Gesamtoperation allerdings durch die Maßnahme der ©egner'felbft. Denn die Konzentration der gesamten englisch-französischen motorisierten Streitmacht gegenüber Belgien ließ es als sicher erscheinen, daß im Oberkommando der alliierten Armeen der Entschluß bestand, sich schnellstens in diesen Raum hineinzubegeben. Im Vertrauen auf die Standfestigkeit aller eingesetzten deutschen Infanteriedivisionen mußte aber damit ein Stoh in die rechte Flanke der französisch-englischen motorisierten Heeresgruppe zur vollständigen Zertrümmerung und Auflösung, ja wahrscheinlich zu ihrer Einschliehung führen. Als zweite Operation hatte ich vorgesehen die Gewinnung der Seine bis Le Havre sowie die Sicherung einer Ausgangsstellung an Somme und Aisne für den butten Angriff, der mit stärksten Kräften über das Hochplateau von Langres zur Schweizer Grenze vorbrechen sollte. Die Erreichung der Küste bis südlich Bordeaux war als Abschluß der Operationen vorgesehen. In diesem Rahmen und in dieser Reihenfolge haben sich auch die Operationen vollzogen. Das Gelingen dieser gewaltigsten Schlachtenfolge der Weltgeschichte ist in erster ^ßinie dem deutschen Soldaten selbst zu danken. Er hat sich wieder auf allen Plätzen, auf die er gestellt mar, auf das Höchste bewährt. Alle deutschen Stämme nehmen an diesem Ruhm gleichmäßigen Anteil. Auch die Soldaten der jungen, erst seit 1938 angegliederten neuen Reichsgaue haben vorbildlich gekämpft und ihren Blutzoll entrichtet. Durch diesen heldenhaften Einsatz aller Deutschen wird das aus diesem Kriege hervorgehende nationalsozialistische Großdeutsche Reich nicht nur den heute lebenden, sondern auch den nachkommenden Geschlechtern für immer heilig und teuer sein. Der Jeldzugsplan gegen Frankreich. Wenn ich mit der Würdigung der Kräfte beginne, deren Wirken dieser glorreichste Sieg zu verdanken ist, dann gebührt das erste Lob einer Führung, die gerade in diesem Feldzuge den Höch st en Anforderungen gerecht wurde. Das Heer hat die ihm übertragenen Aufgaben unter der Führung des Generalobersten von Brauchitsch und seines Generalstabschefs Halder in wahrhaft ruhmvoller Weise gelöst. Wenn schon der Fuhrungs- apparat des deutschen Heeres von einst als der beste der Welt gegolten hat, dann verdient er heute zumindest die gleiche Bewunderung. Ja, nachdem der Erfolg für die letzte Bewertung entscheidend ist, muß die Führung des neuen deutschen Heeres als noch besser engefprodffen werden. Das Westheer war unter den Befehlen der Generalobersten Ritter von Leeb, v. Rundste dt und v. Bock in drei Heeresgruppen eingeteilt. , Die Heeresgruppe des Generals Ritter von Leeb hatte zunächst die Aufgabe, den linken Flügel der deutschen Westfront von der Schweizer Grenze beginnend bis zur Mosel in höchster Abwehrkraft defensiv zu halten. Erst für den späteren Verlauf der Operation war vorgesehen, auch diese Front mit zwei Armeen unter der Führung des Generalobersten von W i tz l e d e n und des Generals D o l l m a n n aktiv in die Vernichtungsschlacht eingreifen zu lassen. Am 10. Dai. 5.35 Ahr morgens, waren die beiden Heeresgruppen der Generalobersten von Rundskedt und von Bock zum Angriff angetreten. Ihre Aufgabe war, auf der ganzen Front von der Mosel bis zur Korbfee durch die feindlichen Grenzstellungen durchzusioßen, Holland zu besehen, gegen Antwerpen und an die Dyle-Stellung vorzudringen, Lüttich zu nehmen, vor allem aber mit den massierten An- grifffskrästen des linken Flügels die Maas zu erreichen, den liebergang zwischen Kontur und Carignan mit dem Schwergewicht der Panzer- und Motor-Divisionen bei Sedan zu erzwingen und im weiteren Verlauf dieser Operationen unter Zusammenfassung aller verfügbaren Panzer- und Motordivisionen, angelehnt an die Kanal- und Flußsysteme der Aisne und Somme, zumMeeredurchzustoßen. Der südlichen Heeresgruppe Rundstedt fiel außerdem die wichtige Aufgabe zu, im Zuge des Durchbruchs die vorgesehene Abschirmung der linkenFlanke planmäßig sicherzusiellen, um eine Wiederholung des Marnewunders von 1914 von vornherein auszuschließen. Diese gewaltige, den weiteren Verlauf, des Krieges schon entscheidende Operation, die, wie geplant, zur Vernichtung der Hauptmasse des französischen Heeres sowie des gesamten britischen Expeditionskorps führte, ließ schon das deutsche Führertum in Hellem Glanz erstrahlen. Außer den beiden Heeres-Gruppenführern und ihren Generalstabschefs Generalleutnant von Sode n st e r n und Generalleutnant von Salmuth erwarben sich dabei folgende Armeeführer höchste Verdienste: Generaloberst von Kluge als Führer der 4. Armee, Generaloberst L i st als Führer der 12. Armee, Generaloberst von Reichenau als Führer der 6. Armee, General von Küchler als Führer der 18. Armee, General Busch als Führer der 16.Armee, die Generale: von Kleist, Guderian, H o t h und Hoeppner als Führer von Panzer- und Motortruppen. Die große Anzahl weiterer Generale und Offiziere, die sich bei diesen Operationen auszeichneten, sind Ihnen, meine Abgeordneten, bekannt durch die Verleihung höchster Auszeichnungen. Die Fortführung der Operation in der allgemeinen Richtung zur Aisne und Seine hatte nicht den Zweck, in erster Linie Paris zu erobern, sondern die Ausgangsstellung zu schaffen bzw. zu sichern für den Durchbruch zur Schweizer Grenze. Auch diese gewaltige Angrifsshandlung verlief dank der überragenden Führung aller Grad- planmäßig. Der unterdes eingetretene Wechsel im Oberkommando des französischen Heeres sollte dessen Widerstand neu beleben und dem unglücklich begonnenen Kampf die von den Alliierten ersehnte Wendung geben. Tatsächlich gelang es, die neuen Angriffshandlungen der deutschen Armeen an vielen Stellen erst nach Ueberwindung Härte- ft en Wider st andes in Fluß zu bringen. Nicht nur der Mut, sondern auch die Ausbildung des deutschen Soldaten hatten hier Gelegenheit, sich auf das Höchste zu bewähren. Angeeifert durch das Vorbild zahlloser Offiziere und Unteroffiziere sowie tapferer einzelner Männer wurde die Infanterie selbst in schwersten Situationen immer wieder vorwärtsgerissen. Paris fiel! Die Brechung des feinblichen Wi- berstanbes an bet Aisne gab ben Durchbruch zur Schweizer Grenze frei. In einer gewaltigen Umfassung stürmten bie Armeen hinter ben Rücken ber Maginol-Linie, bie ihrerseits selbst von ber aus ber Reserve heraustretenben Heeresgruppe Leeb an zwei Stellen westlich von Saarbrücken unb Keubreisach angegriffen unb unter bem Befehl ber Generale v. Wihteben unb Dollmann burchbrochen würbe. So gelang es, bie gewaltige Front bes französischen Diberstanbes nicht nur im Gesamten zu umschließen, sondern in einzelne Teile aufzulösen unb zu ben bekannten Kapitulationen zu zwingen. Diese Operationen würben gekrönt burch ben nunmehr allgemein einsehenben Vormarsch aller beulschen Armeen, an ber Spitze wieber bie unvergleichlichen Panzer- unb Molorbivisionen bes Heeres mit bem Ziel, unter bem Vortreiben eines linken Flügels bie Rhone abwärts in Richtung auf Marseille, eines rechten Flügels über bie Loire in Richtung auf Vorbeaux unb bie spanische Grenze hin bie aufgelösten Reste bes französischen Heeres zu vernichten bzw. bas französische Territorium zu besehen. lieber das unterdes erfolgte (Eintreten unseres Bundesgenossen in den Krieg will ich an anderer Stelle noch besonders berichten. Als Marschall Pstain die Waffenstreckung Frankreichs anbot, hat er nicht eine ihm noch verbliebene Waffe niedergelegt, sondern eine für das Auge jedes Soldaten gänzlich unhaltbare Situation beendet. Nur der blutige Dilettantismus eines Herrn Churchill vermag dies entweder nicht zu begreifen oder wider besseres Wissen wegzulügen. In dieser zweiten, dritten und letzten Phase dieses Krieges haben sich im Verein mit den schon genannten Generalen als Armeeführer ebenfalls ausgezeichnet Generaloberst v. Witz le ben und die Generale v. Weichs, Dollmann, Strauß. Im Rahmen dieser Armeen kämpften auch die tapferen Divisionen und Standarten der Waffen-^. Alle Waffen wetteiferten nm den Sieg. Wenn ich diesen genannten Generalen als Heeresgruppen- unb Armeeführer meinen unb ben Dank bes beulschen Volkes ausspreche, bann gilt biefer zugleich für alle bie anbeten Offiziere, bie zu nennen im einzelnen unmöglich ist, unb befonbers für bie namenlosen Arbeiter bes Generalslabes. In biefem Kampf nun, meine Ab- georbneten, hat bas beutsche Fußvolk sich wieber als bas erwiesen, was es immer war: als bie beste Infanterie ber Welt. Mit ihr wetteiferten alle anbeten Waffen bes Heeres: Artillerie unb Pioniere unb vor allem bie jungen Verbönbe unserer Panzer- unb Molorlruppen. Die beutsche Panzerwaffe hat sich mit biefem Kriege in bie Weltgeschichte eingeführt. Die Klänner ber Waffen-^ nehmen an biefem Ruhm teil. Allein auch ben Kachrichtenverbänben, ben Bautruppen, ben Pionieren, Eisenbahnbautruppen usw. gebührt entsprechenb ihren Verbiensten bas höchste Lob. Im Zuge ber Armeen folgten bie Kommanbos der Organisation Todt, des Reichsarbeitsdienstes und des KSKK. und halfen ebenfalls mit, Straßen, Brücken sowie den Verkehr wieder in Ordnung zu bringen. 3m Rahmen des Heeres fochten diesesmal aber auch Teile der Flakartillerie unserer Luftwaffe. 3n der vordersten Front halfen sie mit, die feindliche Widerstands- und Angriffskraft zu brechen. lieber ihr Wirken kann erst später im einzelnen berichtet werden. Die Luftwaffe selbst. Als der Morgen des 10. Mai dämmerte, senkten sich Tausende von Kampfmaschinen unb Sturzkampfbombern, gedeckt durch Jäger und Zerstörer, auf die feindlichen Lufthäfen. In wenigen Tagen war die r e st l o s e Luftherrschaft erkämpft. Sie wurde in keinem Augenblick des Kampfes mehr aus der Hand gegeben. Nur dort, wo sich vorübergehend keine deutschen Flieger zeigten, konnten feindliche-Jäger oder Bomber für kurze Augenblicke in Erscheinung treten. Im übrigen blieb ihr Wirken in die Nacht verbannt. Der Einsatz der Luftwaffe in diesem Kampf erfolgte unter dem Befehl des Generalfeldmarschalls. Ihre' Aufgabe war: 1. Die feindliche Luftwaffe zu vernichten bzw. vom Firmament zu entfernen; 2. die kämpfende Truppe direkt und indirekt durch ununterbrochene Angriffe zu unterstützen; 3. dem Feinde die Elemente der Führung und der Bewegung zu zerstören; 4. die feindliche Moral und Widerstandskraft zu zermürben und zu brechen; 5. Fallschirmtruppen als Dorauabteilungen zu landen. Die Art ihres operativen Einsatzes im großen sowie ihre Anpassung an bie taktischen Erfordernisse bes Augenblicks waren hervorragenb. Denn ohne bie Tapferkeit bes Heeres niemals bie errungenen Erfolge hätten erreicht werben können, bann wäre ohne ben heroischen Einsatz ber Luftwaffe alle Tapferkeit bes Heeres boch nur eine vergebliche gewesen. Heer unb Luftwaffe sind beide des höchsten Ruhmes ro ü r b i g! Der Einsatz der Luftwaffe im Westen fand unter dem persönlichen Oberbefehl des Generalfeldmarschalls Göring statt. Sein Generalstabschef: Generalmajor Jeschonnek. Die beiden Luftflotten wurden befehligt von General der Flieger (Sperrte und von General der Flieger Kesselring. Die unter ihnen stehenden Fliegerkorps standen unter den Befehlen der Gene- i rale der Flieger Grauert, Keller, dem Generalleutnant L o e r z e r und Generalleutnant Ritter von ©reim sowie dem Generalmajor Frh. von Richthofen. Die beiden Flakkorps standen unter dem Befehl des Generals der Flakartillerie Weise und des Generalmajors D e ß - k o ch. Besondere Auszeichnung verdient die 9. Fliegerdivision unter ihrem Generalmajor Coeler. Der Kommandeur der Fallschirnttruppen: General der Flieger Student wurde selbst schwer verwundet. Die weitere Führung des Luftkampfes in Norwegen erfolgte durch den General der Flieger Stumpff. Während Millionen deutscher Soldaten des Hee- res, der Luftwaffe und der Waffen-^ an diesen Kämpfen teilnahmen, formten andere dem Aufbau der in der Heimat befindlichen Ersatz sor- m ä t i o n e n nicht entzogen werden. Diele der tüch- ttgsten Offizier mußten — so bitter es für sie selbst war — die Ausbildung jener Soldaten leiten und überwachen, die, sei es als Ersatz, sei es bestimmt für Neuformation, erst später an die Fronten kommen können; wie überhaupt bei allem Verständnis für die inneren Empfindungen der sich benachteiligt Fühlenden auch hier die höheren Ge- amttnteressen entscheidend waren. Partei und Staat, Heer, Marine, Luftwaffe unb ff haben jeden Mann, der irgendwie entbehrlich war, der Front gegeben. Allein, ohne die Sicherung des Ersatzheeres, der Ersatzluftflotte, der Ersatz, ff-Formattonen sowie der Partei und des Staates überhaupt hätte auch der Kampf an der Front nicht geführt werden können. Als Organisatoren des Ersatzheeres der Heimat und der Ausrüstung unb des Nachschubs der Luftwaffe haben sich höchste Verdienste erworben: General ber Artillerie Fromm und General der Flieger Übet. Ich kann die Aufzählung all dieser verdienten Generale unb Admirale nicht beenden, ohne nun besonders auch derjenigen zu gedenken, die im Stabe des Oberkommandos der Wehrmacht selbst meine engsten Mitarb eiter sind: Generaloberst Keitel als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht und Generalmajor Jo dl als Chef seines Stabes. Sie haben in langen sorgenvollen und arbeitsreichen Monaten mit ihren Offizieren den höchsten Anteil an der Verwirklichung meiner Pläne und Gedanken. Die Würdigung der Leistungen unserer Marine unb ihrer Führer wird vollständig erst am Ende dieses Krieges möglich sein. Dank an die Partei. Wenn ich diese rein militärische Betrachtung ber Ereignisse abschließe, bann zwingt mich bie Wahrheit zur Feststellung ber historischen Tatsache, baß alles bas nicht möglich geworben wäre ohne bas Verhalten ber Heimat f r o n t, — unb hier an ber Spitze ohne bie Gründung, bas Wirken unb die Tätigkeit der Kationalsozialistischen Partei! Sie hat in ber Zeit bes größten Verfalls schon im Jahre 1919 in ihrem Programm bie Wieberauftichtung eines beutschen Volksheeres proklamiert unb jahrzehntelang mtf fanatischer Entschlossenheit vertreten. Ohne ihr Dirken waren alle Voraussetzungen entfallen für ben Dieberaufstieg bes Deutschen Reiches, unb bamit für bie Schaffung einer beulschen Wehrmacht. Sie hat aber auch vor allem bem Kampf bie weltanschauliche Grunblage gegeben. Dem sinnlosen Lebenseinsatz unserer bemoFra- tischen Gegner für bie Interessen ihrer Plu- tokratien stellt sie baburch gegenüber bie Ver- teibigung einer sozialen Volksgemeinschaft. Aus ihrem Dirken ergibt sich beshalb auch bie im Weltkrieg leiber nicht vorhanben gewesene Einheit zwischen Front unb Heimat. Ich möchte daher aus ihren Reihen folgende Männer nennen, denen neben unzähligen anderen ein höchstes Verdienst zukommt an der Erringung der Möglichkeit, in einem neuen Deuffchland wieder Siege feiern zu können: Parteigenosse Reichsminister Heß, selbst ein alter Soldat des Weltkriegs, war seit der ersten Zeit der Gründung der Bewegung ein tteuester Kämpfer für die Ausrichtung dieses heutigen Staates und seiner Wehrmacht, Parteigenosse Stabschef der SA. Lutze hat die Millionenmasse der SA.-Männer im Sinne der höchsten Staatserhaltung organisiert und ihre vor- und nachmilitärische Erziehung gesichert, Parteigenosse Himmler organisierte das gesamte Sicherheitswesen des Reiches sowohl als die Verbände der Waffen-ff. Parteigenosse Hier! ist der Begründer und Führer des Reichsarbeitsdienstes, Parteigenosse Ley ist der Garant der Haltung unserer deutschen Arbeiterschaft, Parteigenosse Reichsminister General- major Todt fft der Organisator der Waffen- und Munitionsherstellung und hat sich als Baumeister unseres gewaltigen strategischen Straßennetzes sowie der Festungsfront im Westen unvergängliche Verdienste erworben. Parteigenosse Minister Dr. Göbbels ist der Leiter einer Propaganda, deren Höhe am sinnfälligsten bei einem Vergleich zu der des Weltkrieges in Erscheinung tritt. Unter den zahlreichen Organisationen der Heimat- front sind noch zu erwähnen die Organisation des Kriegswinterhilfswerkes und die NS.-Volkswohlfahrt unter Leitung des Parteigenossen Hilgenfeldt, sowie das Deuffche Rote Kreuz, ferner der Reichsluftschutzbund unter der Führung des Generals der Flakartillerie v. Schröder. Ich kann diese Würdigung nicht abschließen ohne dabei endlich dem Mann zu danken, der seit Jahren meine au» ßenpolittschen Richtlinien in treuer unermüdlicher, sichselbstverzehrender Arbeit verwirklicht. Der Name des Parteigenossen v. Ribbentrop wird mit der polittschen Erhebung der deutschen Natton als Reichsaußenminister für alle Zeiten verbunden seim Der siegreiche Feldherr ehtt seine ersten Miarbetter. Meine Herren Abgeordneten! Ich habe mich entschlossen, als Führer und Oberster Befehlshaber der deutschen Wehrmacht Pie Ehrun.g der verdientesten Generale vor jenem Forum vorzunehmen, das in Wahrheit die Vertretung des ganzen deutschen Volkes ist. Ich muß nun an die Spitze jenen Mann stellen, bei dem es mir schwer fällt, den genügenden Dank für die Verdienste zu finden, die seinen Namen mit der Bewegung» dem Staat und vor allem der deuffchen Luftwaffe verbinden. Seif ber Grünbungszeif ber SA. ist Parteigenosse Göring mit ber Entwicklung unb bem Aufstieg ber Bewegung oerbunben. Seit ber Uebernahme ber Dachl haben feine Arbeitskraft unb verantwortungsfreubigkeit für bas beutsche Volk unb bas Deutsche Reich auf zahlreichen Gebieten Leistungen vollbracht, bie aus ber Geschichte unseres Volkes unb Reiches nicht weggebacht werben können. Das Reich Mer denn je zuvor siche rgestellt. Heimat und Front im gleichen Geist Gin letzter Appell an die Vernunft tung Italiens erwuchs, war ein außerordentlicher. Nicht nur wirtschaftlich kam uns die Lage und Einstellung Italiens zugute, sondern auch militärisch. Italien bannte von Anfang an starke Kräfte unserer Feinde und lähmte vor allem ihre Freiheit der strategischen Disposition. Als der Duce aber den Zeitpunkt für gekommen erachtete, gegen die andauernden unerträglichen Vergewaltigungen, die ihm besonders durch französische und britische Eingriffe zugefügt wur- den, mit der Waffe in der Faust Stellung zu nehmen, und der König die Kriegserklärung vollzog, geschah es in der vollen Freiheit seines Entschlusses. Um so größer muß das Gefühl unseres Dankes fein. Das Eintreten Italiens hat mitgeholfen, in Frank- duktion. Heer und Luftwaffe sind in diesem Augenblick, da ich zu Ihnen spreche, auch in ihrer Ausrüstung vollkommener und stärker, als sie es vor dem Antritt im Westen waren. ' 3. Munitionierung. — Die Munitionie- rung wurde in einem Ausmaß vorbereitet, die angelegten Bestände sind so groß, daß auf vielen Gebieten nun eine Einschränkung bzw. Verlagerung der Produktion vorgenommen werden muß, da die vorhandenen Depots und Räume auch bei größter Ausweitung zum Teil nicht mehr in der Lage sind, verstärkte Zufuhren aufzustapeln. Der Munitionsverbrauch war ähnlich wie in Polen, ein über alles Erwarten geringer. Er steht überhaupt in keinem Verhältnis zu den Vorräten. Die Gesamt-Bevorratung ist daher bei Heer und Luftwaffe zur Zeit für alle Waffen wesentlich höher als vor dem Angriff im Westen. Das deutsche Volk hat seine innere Haltung vor allem unter Beweis gestellt durch seine Söhne, die auf den Schlachtfeldern kämpfen, und die in wenigen Wochen den nach Deutschland stärksten militärischen Gegner geschlagen und vernichtet haben. Ihr Geist war und ist auch der Geist der deutschen Heimat! dienste befördere ich Generalleutnant Dietl, Kommandierender General des Gebirgskorps in Nordnorwegen, zum General der Infanterie und verleihe ihm als erstem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Unter Vorbehalt einer späteren Gesamtwürdigung der Führer und Offiziere der Reichskriegs- marine befördere ich: Admiral Carls, den Kommandierenden Admival der Marine-Station Ostsee, zugleich Marine-Truppenbefehlshaber Ost, zum Ge- neraladmiral. v* In Ansehung der einmaligen Leistungen der deutschen Luftwaffe befördere ich zum General- f e l d m a r s ch a l l den Generalobersten Milch, den General der Flieger Sperrte, den General der Flieger Kesselring. Ich befördere zu Generalobersten den General der Flieger Stumpfs, den General der Flieger Grauert, den General der Flieger Keller, den General der Flakartillerie Weise, den General der Flieger Übet. Ich befördere weiter zu Generalen der Flieger: Generalleutnant Geißler, Generalmajor Ieschonnek, Generalleutnant L o e r z e r, Generalleutnant Ritter von Greim und Generalmajor F r h r. v. R i ch t h o f e n. In meinem Oderkommando Wehrmacht befördere ich den Generalobersten Keitel zum Generalfeldmarschall, den Generalmajor Jo dl zum General der Artillerie * Indem ich diese Beförderungen anläßlich der erfolgreichen Feldzüge unserer Geschichte vor diesem Forum und damit vor der ganzen deutschen Nation ausspreche, ehre ich dadurch die gesamte Wehrmacht des nationalsozialisti- reich die Erkenntnis der vollen Aussickstslosigkeit eines weiteren Widerstandes zu beschleunigen. Seitdem kämpfte nun unser Verbündeter erst auf den Graten und Gipfels der Alpen und jetzt in den weiten Räumen seines Interessengebietes. Gerade seine heutigen Luftangriffe und die Kämpfe zur See werden in dem Geist geführt, der der faschistischen Revolution zu eigen ist, und von uns in dem Geist verfolgt, den der Nationalsozialismus für das faschistische Italien empfindet. Jeder Schmerz fallens, so wie wir ihn in diesen Tagen angesichts des Todes Balbos erlebten, ist auch der Schmerz Deutschlands. Jede Freude auch die unsere. Unsere Zusammenarbeit auf politischem und militärischem Gebiet ist eine vollkommene. Sie wird das Unrecht löschen, das in Jahrhunderten dem deutschen und dem italienischen Volk zugefügt worden ist. Denn: am Ende von allem steht der gemein« ! same Sieg! Wenn ich nun, meine Abgeordneten, Männer des Deutschen Reichstags, über die Zukunft spreche, dann geschieht es nicht, um zu prahlen oder zu bramarbasieren. Ich kann dies ruhig andern überlassen, die es auch wohl nötiger haben, wie z. B. Herrn Churchill. Ich möchte Ihnen also ohne jede Ueberschwenglichkeit ein Bild der Lage geben, so wie sie ist und so wie ich sie sehe. 1. Der Verlauf der hinter uns liegenden zehn Monate dieses Krieges hat meiner Auffassung Recht und den Meinungen unserer Gegner Unrecht gegeben. Wenn sogenannte englische Staatsmänner versichern, daß ihr Land aus jeder Niederlage und jedem Mißerfolg stärker hervorgeht, dann ist es zumindest keine Überheblichkeit, wenn ich Ihnen hiermit mitteile, daß wir aus den Erfolgen ebenfalls stärker hervorgegan- wird. Ich habe bi'sher darauf kaum antwor« ten lassen. Aber das soll nun nicht bedeuten, daß dies die einzige Antwort ist oder bleiben wird. Ich bin mir darüber im klaren, daß aus dieser unserer einmal kommenden Antwort namenloses Leid und Unglück über die 2Hen- schen hereinbrechen wird. Natürlich nicht über Herrn Churchill, denn er wird ja dann sicherlich in Kanada sitzen, dort, wohin man ja das Vermögen und die Kinder der vornehmsten Kriegsinteressenten schon gebracht hat. Aber es wird für Millionen andere Menschen ein großes Leid entstehen. Und Herr Churchill sollte mir dieses Mal vielleicht ausnahmsweise glauben, wenn ich als Prophet jetzt folgendes ausspreche: Es wird dadurch ein großes Wellreichzerskört werden. Ein Weltreich, das zu vernichten oder auch nur zu schädigen niemals meine Absicht war. Allein ich bin mir darüber im klaren, daß die Fortführung dieses Kampfes nur mit der vollständigen Zertrümmerung des einen der beiden Kämpfenden enden wird. Mister Churchill mag glauben, daß dies Deutschland ist. Ich weiß. eswirdLng- land sein. In dieser Stunde fühle ich mich verpflichtet, vor meinem Gewissen noch einmal einen Appell an die Vernunft auch in England zu richten. Ich glaube, dies tun zu können, weil ich ja nicht als Besiegter um etwas bitte, sondern als Sieger nur für die Vernunft spreche. Ich sehe keinen Grund, der zur Fortführung dieses Kampfes zwingen könnte. Ich bedauere die Opfer, die er fordern wird. Auch meinem eigenen Volk möchte ich sie ersparen. Ich weiß, daß Millionen deutsche Männer und Jung« finge bei dem Gedanken glühen, sich endlich mit dem Feind auseinandersetzen zu können, der ohne jeden Grund uns zum zweiten Mal den Krieg erklärte. Allein ich weiß auch, daß zu Hause viele Frauen und Mütter sind, die trotz höchster Bereitwilligkeit, auch das Letzte zu opfern, doch mit ihrem Herzen an diesem Letzten hängen. Herr Churchill mag nbn diese meine Erklärung wieder abtun mit dem Ge- : schrei, daß dies nur die Ausgeburt meiner Angst ei und meines Zweifels am Endsieg. Ich habe dann eben jedenfalls mein Gewissen erleichtert gegenüber den kommenden Dingen. Bedauern den Siegeszug des Dritten Reiches erleben. Unverbesserliche Reaktionäre oder blinde Nihilisten mögen innerlich wohl traurig sein, daß alles anders kam, als sie es sich erhofften. Allem ihre Zahl ist eine lächerliche und ihre Bedeutung ist noch geringer. Leider aber wird anscheinend für die Beurteilung des deutschen Volkes nach außen dieser Abschaum der Nation als Maßstab gewählt. Daraus ergeben sich dann in der krankhaften Phan- taste gescheiterter Staatsmänner die letzten An- klammerungspunkte für ein neues Hoffen. Je nachdem ist es dann der „General Hunger", den die britischen Feldherren zum Verbündeten erwählen, ober die „drohende Revolution". Es gibt keinen so tollen Unsinn, daß diese Leute ihn nicht ihren eigenen Volkern vorsetzen würden, um sich so wieder auf einige Wochen fortzuhelfen. zumindest totgeschwiegen. Ich habe Ihnen damals gleich versichert, daß ich befürchte, wegen dieses meines Friedensvorschlages sogar als Angschase verschrien zu werden, der nicht mehr kämpfen will, weil er nicht mehr kämpfen kann. Es ist auch genau so eingetroffen. Ich glaube nun allerdings, daß schon heute Frankreich — natürlich weniger die schuldigen Staatsmänner als das Volk — 'über diesen 6. Oktober anders denken wird. Welch namenloses Elend ist seitdem über dieses große Land und Volk gekommen! Ich will noch nicht einmal davon reden, was dieser Krieg den Soldaten an Schmerz zufügte, denn über dem steht noch fast das Leid, das durch die Gewissenlosigkeit derer entstand, die Mil 11 o • nen Mewschen von ihrem Heim ohne jeden Grund forttrieben, nur in dem Gedanken, dadurch der deutschen Kriegsführung vielleicht Schwierigkeiten bereiten zu können. Allerdings eine unverständliche Maßnahme. _ Diele Evakuierung wirkte sich am schädlichsten für die alliierte Kriegsführung aus, am furchtbarsten aber für die betroffenen unglücklichen Opfer. Was die Herren Churchill und Reynaud mit diesen ihren Ratschlägen und Anordnungen Millionen Menschen an Leid zugefügt haben, können sie weder diesseits noch jenseits verantworten. Das alles hätte uüe gesagt — nicht zu kommen brauchen. Denn ich habe noch im Oktober weder von Frankreich noch von England etwas anderes verlangt, als nur den Frieden. Aber die Herren Rüstungsinteressenten wollten die Fortsetzung dieses Krieges um jeden Preis, und sie haben diesen Krieg nun bekommen Ich bin selber zu sehr Soldat, als daß ich nicht für das Unglück einer solchen Entwicklung Ver- ständnis hätte. Ich höre nun aus London nur ein Geschrei — es ist nicht das Geschrei der Massen, sondern der Politiker —, daß der Kampf e r st r e ch t ortgefefot werden müsse. Ich weiß nicht, ob diese Politiker schon die r i ch- t i g e Vorstellung von der kommenden Fortsetzung dieses Kampfes besitzen. Sie erklären allerdings, daß sie diesen Krieg weiterführen werden und, wenn England daran zugrund eginge eben von Kanada aus. Ich glaube kaum daß dies so zu verstehen ist, daß das englische Volk nach Kanada geht, sondern es werden sich doch wohl nur die Herren Kriegsinteressenten nach Kanada zurückziehen. Das Volk wird, glaube ich, schon in England bleiben müssen. Und es wird den Krieg in London dann sicherlich mit anderen Augen ansehen als feine sogenannten Führer in Kanada. Glauben Sie mir, meine Abgeordneten, ich empfinde einen inneren Ekel vor dieser Sorte gewissenloser parlamentarischer Volks- und Staatenvernichter. Es tut mir fast weh, wenn mich das Schicksal dazu ausersehen hat, das zu stoßen, was durch diese Menschen zum Fallen gebracht wird; denn meine Absicht war es nicht, Kriege zu führen, sondern einen neuen Sozial- • staat von hiMer Kultur aufzubauen. Icdes Iahr dieses Krieges raubt mich dieser Arbeit. Und die Ursachen dieses Raubes sind lächerliche Nullen, die man höchstens als politische Fabrikware der Natur bezeichnen kann, sofern sie nicht ihre käufliche Schlechtigkeit zu etwas Besonderem stempelt. Mister Churchill hat es soeben wieder erklärt, daß er den Krieg will. Er hat nun vor etwa sechs Wochen mit dem Krieg in dem Raum begonnen, in dem er anscheinend glaubt, wohl besonders stark zu sein, nämlich den Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung, allerdings unter dem vorgeschobenen Motto gegen sogenannte kriegswichtige Einrichtungen. Diese Einrichtungen sind seit Freiburg offene Städte, Marktflecken und Bauerndörfer, Wohnhäuser, Lazarette, Schulen, Kindergärten und was sonst noch alles getroffen 6 DieUmwelt. Die letzten Hoffnungen scheinen in den Augen der englischen Politiker, außer auf den verbündeten und alliierten Nationen, bestehend aus einer Reihe von ausgehaltenen Staatsoberhäuptern ohne Thron, Staatsmännern ohne Volker und Generalen ohne Armeen, auf neue n K o m p l t f a - t i o n e n zu beruhen, die sie glauben dank ihrer hierin bewährten Geschicklichkeit Hervorrufen zu können Ein wirklicher Ahasver unter diesen Hoffnungen ist her Glaube an eine mögliche neue Entfremdung zwischen Deutschland und Rußland. D asbeu 11 ch - ru sische Verhältnis lst endgul11g fest - ae legt Der Grund für diese Festlegung lag dann daß unterstützt von gewissen Kleinstaaten, England und' Frankreich ununterbrochen Deutschland Erobe- runasabsichten in Gebieten unterschoben, bie außer« halb9 aller deutschen Interessen lagen. Bald hieß es, Deutschland wolle die Ukraine besetzen dann wieder, in Finnland einmarschieren, ein anderes Mal be hauptete man, Rumänien sei bedroht, ja, endlich fürchtete man sogar für die Türkei. Ich hielt es unter diesen Umstanden für richtig, vor allem mit Rußland eine nüchterne Änteresstn- festsetzung vorzunehmen, um einmal für immer klWegen, was Deutschland glaubt, für seine Zu- 4. Kriegswichtige Roh st o fse. Dank dem Vierjahresplan war Deutschland in hervorragender Weise auch für die schwerste Belastung g e r ü st e t. In keiner Wehrmacht der Welt ist auch mir annähernd wie in Deutschland eine Umstellung von kriegswichtigen Stoffen, die importiert werden müssen, auf solche, die im Lande sind, erfolgt. Dank dem Wirken des Reichsmarschalls ist die Umstellung der deutschen Wirtschaft zu einer autarken Kriegswirtschaft schon im Frieden vollzogen worden. Wir besitzen vor allem die beiden wichttgsten Rohstoffe: Kohle und Eisen in einem — ich darf heute sagen — unbegrenzten Ausmaß. Die Versorgung mit Brennstoff ist in den Vorräten eine reichliche und die Kapazität unserer Produktion eine steigende und m kurzer Zett — selbst beim Versiegen jeder Einfuhr — eine für unseren Bedarf vollkommen genügende. Durch unsere Metall- sgmmlung hat sich von vornherein der Grundstock unsererMetallreserven so erhöht, daß wir jeder Kriegsdauer gewachsen und keinem Ereignis unterlegen sind. Es kommen hinzu noch die gewaltigen Möglichkeiten, die in der Erfassung einer unübersehbaren Beute sowohl als in der Erschließung der von uns besetzten ^Gebiete liegen. Deutschland und Italien besitzen in dem von ihnen regulierten und kontrollierten Wirtschaftsraum rund 200 Millionen Menschen, von denen nur 130 Millionen Soldaten stellen, während über 70 Millionen ausschließlich wirtschaftlich tätig sein können. Ich habe Ihnen, meine Abgeordneten, am 1. September mitgeteilt, daß ich für -die Führung dieses Krieges zunächst einen neuen Fünf-Jahresplan aufstellen ließ. Ich kann Ihnen heute versichern, daß in diesem Sinne alle Maßnahmen getrosten wurden, daß ich aber — ganz gleich, was auch kommen mag — nunmehr überhaupt in der Zeit keinen uns irgendwie mehr bedrohenden Faktor sehe. Auch die Er- nährung ist dank der diesmal beizeiten getroffenen Maßnahmen für jede Dauer des Krieges hm hat die Entwicklung mir bisher wohl recht gegeben. Trotzdem ich von dieser Entwicklung überzeugt war, hatte ich damals Frankreich und England die Hand zur Verständigung geboten. Die Antwort, die ich darauf erhielt, ist noch in Ihrer Erinnerung. Allgemeine Argumente über den Unsinn einer WeiterführunH dieses Kampfes, über die Sicherheit, selbst im günstigsten Fall keinen Gewinn, sondern nur Opfer zu bekommen, wurden etweder mit Spott und Hohn bedacht oder fchen Großdeutschen Reiches. ! Ich kann die Betrachtung über diesen Kampf \ nicht schließen, ohne gleich hier unseres Bundes- ! genossen zu gedenken. . . \ Seit es ein nationalsozialistisches Regime gibt, । standen in seinem außenpolitischen Programm zwei Ziele: 1. Die Herbeiführung einer wahren Verständigung und Freundschaft mit Italien und 2. die Herbeiführung des gleichen Verhältnisses z u E n g l a n d. Sie wissen, meine Parteigenossen, daß mich diese Auffassungen schon vor 20 Jahren genau so bewegten wie später. Ich habe diese Gedanken publizistisch und in Reden unzählige Male behandelt und verteidigt, solange ich in der demokratischen Republik selbst nur Oppositioneller war. Ich habe — sowie mich das deutsche Volk mit seiner Führung beauftragte — sofort versucht, diese älteste Zielsetzung der nationalsozialistischen Außenpolitik nun praktisch zu verwirklichen. Ich bin auch heute noch traurig, daß es mir trotz allen meinen Bemühungen mit England nicht gelungen ist, zu jener Freundschaft zu fonimen, die — wie ich glaube — für beide Völker ein Segen gewesen märe, unö mar, daß mir dies trotz unentwegter aufrichtiger Bemühungen nicht gelungen ist. Ich bin aber um so glücklicher, daß wenigstens der erste Programmpunkt meiner außenpolitischen Zielsetzung verwirklicht werden konnte. Ich danke dies vor allem dem Genius, der heute an der Spitze des italienischen Volkes steht. Denn nur dank seinem säkularen Wirken wurde es möglich, die beiden geistig einander so verwandten Revolutionen zusammenzuführen, um nun am Ende durch das gemeinsam vergossene Blut einen -öuno zu besiegeln, der bestimmt ist, Europa em neues Leben zu erschließen. Daß ich persönlich die. Ehre habe, der Freund dieses Mannes fern zu können, beglückt mich angesichts der Eigenart eines Lebens- schicksales, das ebensoviel Gemeinsames mit dem meinen aufzuweisen hat wie unsere beiden Revolutionen, ja, darüber hinaus sogar die Geschichte der Einigung und des Emporstiegs unserer beiden Nationen. Seit der Wiedererhebung des deutschen Volkes haben wir allein aus Italien menschliche Stimmen des Verständnisses vernehmen können. Aus diesem erwiderten gegenseitigen Verstehen erwuchs benbige Interessengemeinschaft. Sie wurde endlich in Verträgen festgelegt. Als dem Deutschen Reich entgegen meinem Wunsch und Willen im vergangenen Jahr dieser Krieg aufgezwungen wurde, fand eine Abstimmung des weiteren Vorgehens unserer beiden Staaten zwischen Mussolini und mir statt. Der Nutzen, der dem Reich aus der hat- tunft als Interessengebiet ansehen zu müssen, und was umgekehrt Rußland für seine Existenz als wichtig hält. Auf dieser klaren Abgrenzung der beiderseitigen Interessengebiete erfolgte die Neuregelung des deutsch-russischen Verhältnisses. Jede Hoffnung, daß im Vollzug dessen nun eine neue deutsch-russische Spannung eintreten konnte, ist kindisch. Weder tat Deutschland einen Schritt, der es außerhalb seiner Interessengebiete geführt hätte, noch hat Rußland einen solchen getan. Die Hoffnung Englands aber, durch die Herbeiführung irgendeiner neuen europäischen Krise eine Entlastung seiner eigenen Situation erreichen zu können, ist, soweit es sich um das Verhältnis Deutschlands zu Rußland handelt, ein Trugschluß. Die britischen Staatsmänner sehen alles etwas langsamer ein, sie werden also auch dies schon noch im Lause der Zett begreifen lernen. Ich habe in meiner Rede am 6. Oktober die m eitere Entwicklung dieses Krieges wohl richtig vorhergesagt. Ich versichere Ihnen, meine Abgeordneten, daß ich keinen Moment am Sieg zweifeln könne. Wenn man nun nicht ausgerechnet in den Niederlagen die Merkmale uni) Garantien des Endsieges erblickt, dann glaube ich, 5. Die Haltung des deutschen Volkes. Das deutsche Volk ist dank der nationalsoziallstifchen Erziehung in diesen Krieg nicht gegangen mit der Oberflächlichkeit eines Hurra-Patriotismus, sondern mit dem fanatischen Ernst einer Rasse, die das Schicksal kennt, das ihr bevorsteht, falls sie besiegt werden sollte. Die Versuche der Propaganda unserer Gegner, diese Geschlossenheit aufzulosen, waren ebenso dumm wie wirkungslos. Zehn Monate Krieg haben diesen Fanatismus vertieft. Ueberhaupt ist ein Unglück, daß die Meinung der Welt nicht von Menschen geformt wird, die die Dinge sehen wollen, wie sie sind, sondern nur von solchen, die sie so sehen, wie sie es wollen. Ich habe in den letzten Tagen zahllos- Dokumente ans der Bundeslade des alliierten Hauptquartiers durch- studiert die u. a. auch Stimmungsbenchte aus Deutschland enthalten bzw. Denkschriften über die Verfassung und innere Haltung des deutschen Volkes. Es sind dies Berichte, die auch von Diplomaten stammen. Es ergibt sich bei der ^kture die er Berichte wirklich nur die Frage, c.o ihre Verfasser blinb? blöde oder niederträchtige Schürten sind. gebe nun ohne weiteres zu, daß es auch in Deutsch land selbstverständlich einzelne Subjekte gegeben hat und auch wohl heute noch gibt, die fast mit Seit dem Wiederaufbau der deutschen Wehr- macht wurde er zum Schöpfer der deutschen Luftwaffe. Es ist nur wenig Sterblichen gegeben, im Zuge eines Lebens ein militärisches Instrument aus dem Nichts zu schaf- fen und zur stärksten Waffe ihrer Art in der Welt zu entwickeln. Generalfeldmarschall Göring hat schon als Schöpfer der deutschen Luftwaffe, als einzelner Mann den höchsten Beitrag für den Neuaufbau der deutschen Wehrmacht geleistet. Er hat als Führer der deutschen Luftwaffe im bisherigen Verlauf des Krieges mit die Voraussetzung zum Sieg geschaffen. Seine Verdienste sind einmalige! Ich ernenne ihn daher zum Reichsmarschall des Grohdeutschen Reiches und verleihe ihm das Grohkreuz des Eisernen Kreuzes. Für die Verdienste um den Sieg der deutschen Waffen im Kampf für die Freiheit und Zukunft unseres Großdeutschen Reiches befördere ich nun zum Generalfeldmarschall den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r a u ch i t s ch , die Generalobersten von Rund- st e d t, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A, Ritter von ßeeb, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe C, von Bock, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B, List, Oberbefehlshaber der '12. Armee, von Kluge, Oberbefehlshaber der 4. Armee, von Witzleben, Oberbefehlshaber der 1. Armee, von Reichenau, Oberbefehlshaber der 6. Armee. Ich beförder zu G e n er a l o b e r ft e n die Generale Halder, Chef des Generalstabes des Heeres, Sollmann, Oberbefehlshaber der 7.Armee, Frhr. von Weichs, Oberbefehlshaber der 2. Ar- mee, von Küchler, Oberbefehlshaber der 18. Armee, Busch, Oberbefehlshaber der 16. Armee, Strauß, Oberbefehlshaber der 9.Armee, von F a l k e n h o r st, Militärbefehlshäber in Norwegen, von Kleist, Kommandierender General des 22. AK., Ritter von Schobert, Kommandierender General des 7. AK., Guderian, Kommandierender General des 19. AK., Hoth, Kommandierender General des 15. AK., Haase, Kommandierender General des 3. AK., Hoeppner, Kommandierender General des 16. AK., Fromm, Chef der Heeresrüftung und Befehlshaber des Cr- fatzheeres. Unter Berücksichtigung der einmaligen Bergen sind. ! Ich habe Ihnen schon am 1. September des vergangenen Jahres erklärt, daß, ganz gleich, was auch kommen mag, weder Waffengewalt noch die Zeit, Deutschland niederzwingen werden. Das Reich ist nun heute militärisch stärker als jemals zuvor. Sie haben die im einzelnen sicherlich schweren, im gesamten aber doch so geringen Verluste gesehen, die die deutsche Wehrmacht im Kampf der letzten drei Monate erlitten hat. Wenn Sie bedenken, daß wir in dieser Zeit eine Front aufrichteten, die nunmehr vom Nordkap bis zur spanischen Grenze reicht, dann sind diese V e r l u st e, besonders gemessen an den Verlusten des Weltkrieges, außerordentlich geringe. Die Ursache dafür liegt — abgesehen von der durchschnittlich hervorragenden Führung — in der ausgezeichneten taktischen Ausbildung des einzelnen Soldaten, der Verbände sowie Les Zusammenwirkens der Waffen. Die weitere Ursache liegt in der Güte und Zweckmäßigkeit der neuen Waffen und die dritte in dem. bewußten Verzicht auf jeden sogenannten Prestige-Erfolg. Ich selbst habe mich bemüht, grundsätzlich je- »en Angriff und jede Operation zu vermeiden, die nicht im Sinne einer wirklichen Vernichtung des Gegners notwendig sind, sondern nur einem vermeintlichen Prestige zuliebe getan werden sollten. Trotzdem haben wir natürlich für vielfach höhere Verluste Vorsorge getroffen. Die dadurch eingesparten Männer unseres Volkes werden der Weiter- führung des uns aufgezwungenen Freiheitskampfes zugute kommen. Augenblicklich werden viele unserer Divisionen aus Frankreich wieder zurückgezogen und in ihre Heimatstandorte verlegt. Viele Männer können beurlaubt werden. Waffen und Gerät werden wieder instand- aesetzt oder durch neueres Material ergänzt. Im ganzen ist die Wehrmacht heute stärker als je zuvor! rr 2 Di e W affen. — Der Verlust an Waffen im norwegischen und besonders auch im Feldzug gegen Holland, Belgien und Frankreich ist em vollständig belangloser. Er steht in keinem Verhältnis zur Pro- Abgeordnete! Männer des Deutschen Reichs- tagest 3m Rückblick auf die hinter uns liegenden zehn Monate werden wir wohl alle von der Gnade der Vorsehung bezwungen, irte uns das große Werk gelingen ließ. Sie hat unsere Entschlüsse gesegnet und uns auf den schweren Wegen begleitet. 3ch selbst bin ergriffen von dem Bewußtsein der mir von ihr erteilten Bestimmung, meinem Volk die Freiheit und Ehre wieder 3 urütf gegeben zu haben. Die Schande, die vor 22 Jahren im Wald von Lompiegne ihren Aus- gang nahm, ist an dieser gleichen Stelle für immer gelöscht. Ich habe nun heute die Männer vor der Geschichte genannt, die es mir ermöglichten, das große Werk zu vollbringen. Sie alle haben ihr Höch st es geleistet, ihre Fähigkeit und ihren Fleiß dem deutschen Volk geweiht. Ich will nun schließen mit der Erwähnung jener Namenlosen, die nun nicht weniger ihre Pflicht erfüllten, die millionenfach Leib und Leben einsehten und zu jeder Stunde bereit waren, als brave deutsche Offiziere und Soldaten für ihr Volk das letzte Opfer zu bringen, das ein Mann zu geben hat. Viele von ihnen liegen nun gebettet an der Erziehung heraus die Verpflichtung auf sich nehmen, der gesamten deutschen Volksgenossenschaft Bei- piel und Vorbild zu sein. Sie muß innerlich mit dem Plan und Wollen des Führers so verbunden werden, daß die Volksgenossenschaft zu jeder Zeit und in allen Fragen vertrauensvoll zu ihr kommen kann. In diesem Sinne werden auch in den kommenden Wochen und Monaten neuer großer Verpflichtung den Schulungsmännern der Partei neue Aufgaben zufallen, und die wenigen, die sich dieser Aufgabe heute unterziehen, fühlen sich in dieser Arbeit im alten nationalsozialistischen Sinne dienstverpflichtet, dienstverpflichtet Adolf Hitler und einer größeren deutschen Zukunft. Seife der Gräber, in denen schon ihre Väter aus dem Großen Kriege ruhen. Ls sind Zeugen eines stillen Heldentums. Sie sind das Symbol für jene Hundertlausende von Musketieren, Panzerjägern und Panzerschützen, Pionieren und Artilleristen, SolSaten der Marine und der Luftwaffe, Männer der Waffen- ff und für all die anderen Kämpfer, die im Kampf der deutschen Wehrmacht eingetreten sind für die Freiheit und Zukunft unseres Volkes und für die ewige Gröhe des nationalsozialistischen Grohdeutschen Reiches. Deutschland Sieg-Heil! 9er Erfolg der weltanschaulichen Volkserziehung. Don Hauptbesehlsleiter Friedrich Schmidt, Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP Ortskommandant im besetzten Gebiet. NSK. „Der Kampf auf dem Schlachtfeld, ein Sieg der nationalsozialistischen Idee" — wenn der „Völkische Beobachter" kürzlich den Schlußbericht über den gewaltigsten Sieg der deutschen Geschichte mit obenstehender Ueberschrift einleitete, so war damit festgestellt, daß die Zusammenballung aller deutschen Energien als Voraussetzung des Sieges eine Leistung der nationalsozialisti- s ch e n Revolution ist. Wenn innerhalb des Berichtes als Gründe für den deutschen Erfolg folgendes festgestellt wurde: „Die Gründe für die deutschen Erfolge liegen tiefer; sie sind dort zu suchen, wo Deutschlands Feinde unsere Schwäche zu sehen glaubten, in der revolutionären Dynamik des Dritten Reiches und seiner nationalsozialistischen Führung", so ist hier der Moral des deutschen Volkes, der kämpferischen Haltung des deutschen Soldaten der entscheidendste Anteil an den großen Erfolgen zugesprochen. Der Führer hat in den letzten Jahren auf den Reichspartoitagen oder in seinen Neujahrsbotschaften immer wieder herausgestellt, daß es die Aufgabe der NSDAP, sei, den deutschen Menschen zum Nationalsozialismus zu erziehen; die letzten Monate beweisen, in welchem Ausmaße die NSDAP, diese Erziehung des deutschen Volkes schon vollzogen hat, in welchem Ausmaße auch gerade die deutsche Wehrmacht dieser Erziehungsaufgabe am deutschen Volke zu dienen vermochte. Dieses Erziehungswerk am deutschen Volke ist in erster Linie eine Leistung der gesamten Partei und aller ihrer Organe. Es ist natürlich, daß im Rahmen dieses Erziehungsauftrages der NSDAP, den Schulungsmännern der Partei ein besonderer Auftrag zufiel und auch in Zukunft zufallen wird. So wurden feit Jahren durch den gesamten Schulungsapparat der Partei die Grundwissenschaften der nationalsozialistischen Weltanschauung allen Parteigenossen vermittelt. So wurden bestimmte Haltungsprinzipien immer wieder herausgestellt und unterstrichen. So wurden im höchsten Matze die Bereitschaft zum Kampf und zum Einsatz als letzte männliche Tugend gelehrt und gefordert. Vor den Schulungsmännern der Partei stand auch während des Krieges die zwingende Verpflichtung, Schulungs- und Erziehungsarbeit in der Parteigenossenschaft weiterzuführen. Das konnte nur durch Ueberwindung der größten Schwierigkeiten geschehen, denn wie alle anderen Parteigenossen, griffen alle wehrpflichtigen Männer der Schulungsund Erziehungseinrichtungen der Partei zur Waffe; die Schulungsstätten von den Ordensburgen bis zu den Kreisschulen wurden für die Zwecke der Wehrmacht, als Lazarette oder Genesungsheime zur Verfügung gestellt. Trotzdem ist es uns gelungen, mit Hilfe der verbliebenen Politischen Leiter eine systematische politische Schulungs- und Erziehungsarbeit der Partei wieder einzuleiten. So wurden in den letzten Monaten überall Gau-, Kreis- und Ortsgruppen-Schu- lungsappelle durchgeführt. Die an die Stelle der eingerückten Politischen Leiter tretenden Parteigenossen wurden für ihre besonderen Kriegsaufgaben ausgerichtet. Es wurden Richtlinien und Anleitungen gegeben für die Betreuung der aus den jeweiligen Hoheitsgebieten eingerückten Soldaten. Weiter wurden Anweisungen gegeben füt die erzieherische, politische Betreuung der Parteigenossen und Volkgenossen in der Heimat. In den Betrieben wurden durch Betriebsappelle und Schulungsappelle die schaffenden Deutschen auf- gerüttelt und ihnen das Bewußtsein, übermittelt, daß ihre Arbeit notwendiger Frontdienst ist. Schu- lungsmaterinal wurde bis in die Ortsgruppen zur Verteilung gebracht, in dem über die Gründe, Voraussetzungen und Notwendigkeiten dieses Krieges und über die Absichten unserer Gegner Aufschluß gegeben wurde. So trat in der gesamten Partei neben die Auf- klärungs- und Führungsaufgabe eine intensive politische Erziehung und Führung der Politischen Leiter und Parteigenossenschaft der NSDAP. Der Schulungsbrief mit seiner Sechsmillionenauflage konnte auch während des Krieges in der gleichen Auflage erscheinen. Die einzelnen Schu- lungsbsiefe standen unter folgenden Themen: „Deutschland im Abwehrkampf", „Wir kennen den Feind", „Nur für Deutschland", „Tausend Jlchre Kampf um die Westgrenze", „Die Besten der Welt", „Das Reich siegt" und „Europa gegen England". Wenn sich nun in diesen Sommermonaten die gesamte Parteigenossenschaft in ihrer Freizeit für alle Wirtschaftsaufgaben, z. B, die Erntehilfe, einsetzt, so wird, soweit die Voraussetzung überhaupt noch gegeben ist, durch die Schulungsmänner der Partei eine fortlaufende eingehende Unterrichtung und Ausrichtung durchgeführt, denn neben dem Einsatz im Alltag muß über die Partei dem deutschen Volke immer wieder die Größe und Schicksal- haftigkeü dieses Krieges vor Augen geführt, werden. Es muß der Parteigenossenschaft immer wieder die Kraft gegeben werden, es als Soldaten des Führers durch Leistungsbereitschaft und Einsatz der kämpfenden Truppe gleichzutun. Die Parteigenossenschaft muß aus dieser politischen NSK. (PK.) Angouleme, eine uralte, vielum- kämpfte Stadt, zur Zeit Sitz der Präfektur und des Regierungspräsidenten des Departements de la Charente, liegt etwa 450 Kilometer südlich von Paris auf der Straße nach Bordeaux, das noch etwa 130 Kilometer weiter südlich liegt. Bis Angouleme sind motorisierte deutsche Truppenverbände kämpfend gelangt, hier ' können wir die Fragen besonders klar erkennen, die jetzt irgendeiner Stadt im besetzten Raum entlang der französischen Atlantikküste gestellt sind. Vor allem die eine große Frage der Massenbewegungen, die hier kraß in Erscheinung tritt. Bedenken wir nur: Das Departement de la Charente ist normalerweise von 300 000 Menschen besiedelt. Gegenwärtig wohnen hier jedoch 700 000 Menschen, ein Mißverhältnis, das vor allem in Angouleme selbst zu Folgen geführt hat, deren Bekämpfung höchste Energie der deutschen Militärverwaltung erfordert. Die Zahl der ansässigen Stadtbevölkerung von etwa 40 000 ist durch die Flüchtlinge auf 110 000 Köpfe gestiegen. Angouleme zahlt Unterstützungen, die draußen im Lande vielfach nicht Mehr gezahlt werden. Das ist das Geheimnis dieser ungesunden Ballung der Evakuierten. hinzu kommt noch: In der Nähe von Angouleme stehen Lager mit Rotspaniern, aw mitischen Arbeitern der Rüstungsindustrie, eine rassische Invasion aus Französisch-Jndochina. Ferner findet man Jnterniertenlager und verschleppte Strafgefangene aller Art, die die Gefängnisse füllen. Die Auflackerung dieser Menschenballung kann infolge der verschiedenartigen Herkunft nicht in Bausch und Bogen erfolgen. Jede Frage will für sich gesondert geprüft und gelöst sein. Die Evakuierten aus Paris dürfen nach Hause, die Elsässer mußten zunächst noch auf ihren Abfrus warten. 90 000 Elsässer gibt es hier, hingegen wurden die deutschen Reichsbürger sofort auf deutschen Truppenfahrzeugen in die Heimat gebracht. Jeder Abfluß aus dem gestauten Flüchtlingsbassin ist wiederum bestimmt durch die geregelte Versorgung der Motorfahrzeuge mit Kraftstoff aus den Vorräten, die in Bordeaux liegen. Mißbrauch des Brennstoffes zu privat-egoistischen Zwecken muß indes verhindert werden. Auch daran muß der Ortskommandant denken, dem alle die hundert kleinen und großen Sorgen zur Lösung aufgegeben sind. Von Bordeaux her drängen die Fluten der r ü ck- wandernden Flüchtlinge. Angouleme ist Durchgangsstation nach Paris. Zu der an sich geringen Derkehrsdisziplin der französischen Fußgänger kommt die quetschende Enge der alten Gassen, hier setzt die deutsche Feld Polizei mit ihrer straffen Verkehrszucht ein, unterstützt von der französischen Polizei. Die Bereitwilligkeit zur loyalen Zusammenarbeit von feiten der französischen Amtsstellen ist gegeben. Doch von der deutschen Militärbehörde allein leiten sich die starken Impulse her, die mit dem Wirrwarr fertig werden. Wir wohnten heute der Unterredung des Ortskommandanten mit dem Bürgermeister bei: hier die Verkörperung wortreicher Umständlichkeit, aus der die westlich-demokratische Gewohnheit spricht, alles zu Tode zu beraten und zu zerreden, und dort der umweglose Wille zur Tat, der gleich aufs Ganze und Wesentliche geht, dargestellt durch den deutschen Ortskommandanten. „Arbeiten, arbeiten und nochmals arbeitet — das ist Ihr Programm und das Ihrer Angestellten, Herr Bürgermeister. Die Amtsstunden müssen natürlich verlängert werden. Es geht nicht an, daß tausende Flüchtlinge vor dem Magistrat in der glühenden Hitze stehen. Arbeiten, wenn es sein muh, bis Mitternacht. Ich arbeite auch so lange." Einen Augenblick lang sahen wir in ein verdutztes Gesicht, doch der Bürgermeister hat die Sprache der Stunde begriffen. „Verdammt", denkt er sich im stillen vielleicht, indem er die neuen Weisungen über die deutsche Sommerzeit, über die Verdunkelung, über die Passierscheine mitnimmt, „verdammt, die Deutschen legen aber ein Tempo vor." Doch nur so ist es zu schaffen, ist die Entwirrung der Verhältnisse möglich und das Leben auf allen Gebieten innerhalb einiger Tage wieder auf den Normalstand zu bringen. Entscheidungen von Bedeutung aus dem Handgelenk zu schütteln in Dingen, die nahezu völlig ziviler Natur sind — das ist Schickt Illustrierte an die Front! Der Frontsoldat wird dafür dankbar fein. überall die Aufgabe der deutschen Militäroenvak tung im besetzten Gebiet. Selbst der Nichtdeutschs wird hierin die deutsche Organisationskraft bestau- nen müssen — und das geschieht denn auch — jenes Talent, das sich gerade auf französischem Boden in der richtigen Behandlung der Menschen fremder Nationen offenbart. Entgegenkommen und Entschiedenheit müssen sich zusammenfinden, um bei völlig fremdartigen Verhältnissen eine rasche Wendung zum Besseren herbeizuführen. Welche Aufgabe für wenige Beauftragte der Besatzungstruppe, den ausgedehnten Telegrammverkehr der Flüchtlinge, auch nach dem nichtbesetzten Frankreich hin, zu überwachen, ohne ihn zu beschränken. Welche Aufgabe weiterhin, 150 000 Menschen zu ernähren, die Unterstützungsgelder für die Flüchtlinge sicherzustellen, um neue Not zu verhindern. Schließlich die Versorgung der eigenen Besatzungstruppe, die zufriedenstellende Lösung der Quartierfrage in einem überfüllten Stadtbezirk. Äch mit all den Dingen zu befassen, ist sonst Sache einer wohlvorbereiteten, für Zivilprobleme eingerichteten Feldkommandantur, die einen ausgebauten Kanzleiapparat mitbringt. Um so höher muß die organisatorische Leistung veranschlagt werden, wenn ein Ortskommandant ohne besondere Hilfskräfte mit einem engen Stabe die Dinge zum Guten regelt. Kurzum: Der kämpferischen Leistung des deutschen Siegeszuges in Frankreich hält die Waage die bewundernswert rasche- organisatorische Bewäl- tigung jener Schwierigkeiten, die nun in einem de- setzten Lande auftreten. Die Kriegsgeschichtsschreibung wird diese stillen soldatischen Taten des Ausbaues in Feindesland nicht übersehen. Leixner. Stadtmannschast Gießen gegen Stadtmannschast Marburg. Seit langer Zeit wieder einmal ein Städtespiel in Gießen! Man erinnert sich noch gern an die schönen Spiele gegen Wetzlar und die Marineelf, die beide werbend für den Fußballsport waren. Diesmal ist die Stadt Marburg der Gegner. Am letzten Sonntag konnten die Gießener gegen eine allerdings schwache Vertretung einen Sieg herausholen. Die Gäste, die wissen, daß in Gießen schwer zu gewinnen ist, haben ihre Mannschaft wesentlich verstärkt und denken keineswegs daran, sich ohne weiteres geschlagen zu bekennen. Drei starke Vereine: VfL. 1860, Germania und Ockershausen hat Marburg. Aus diesen Mannschaften rekrutiert sich die Stadtelf. Die Elf der Gießener spielt in der gleichen Aufstellung wie am Sonntag. Die jungen Spieler verstehen sich ausgezeichnet, da sie schon oft zusammengespielt haben. Vor allem kämpfen sie mit großem Eifer, auch technisch legen sie ein schönes Spiel hin. Sie werden die Gewähr dafür bieten, daß es ein spannendes Spiel zu sehen gibt. Die Besucher des schön gelegenen Waldspartplatzes werden auf ihre Kosten kommen. Eporttag in Lollar. Am morgigen Sonntag wird der vom RfL. vorgesehene Sporttag durchgeführt. Die Veranstaltung liegt in den Händen des Vereins für Leibesübungen Lollar und beginnt vormittags 8 Uhr auf dem Waldsportplatz. Zum Austrag kommen ein Dreikampf für BDM., Jungmädel, Jungvolk, HI- und aktive Sportler, ferner gibt es Vorentscheide für Aktive und Jugeno im Einzelkampf. Der Nachmittag bringt Vorführungen des BDM., der Jungmädel, des' Jungvolks und der Jugendgruppe der Betriebssportgemeinschaft „Buderus". Von der HI. wird nachmittags ein Fußballwettspiel ausgetragen, in der Zwischenzeit finden die Entscheidungen im Einzelkampf statt. Am Abend wird auf der Saalbahn bet Otto Nuhn die Vereinsmeisterschaft im Kegeln aus- getragen. „Teutonen^ vor schweren Aufstiegspielen. Arn morgigen Sonntag stehen sich in Langenselbold bei Hanau die beiden Bewerber um den Aufstieg zur Bereichsklasse im entscheidenden Spiel gegenüber. Nur vorgenannte beide Mannschaften kämpfen dieses Jahr um den Aufstieg zur Südgruppe der Bereichsklasse XII (Hessen). So fällt am morgigen Sonntag in Langenselbold die Vorentscheidung, während schon am darauffolgenden Sonntag im Rückspiel in Watzenborn-Steinberg die endgültige Entscheidung fällt. Langenselbold, bei Bezirksklassenmeister des Kreises Hanau, ist für die Watzenborn-Steinberger ein unbekannter Gegner. Ueber seine Spielstärke ist hier wenig bekannt, jedoch schätzt man sie nicht so stark ein, wie den vorjährigen Gegner der „Teutonen" in den Aufstiegsspielen, den Sportverein 1860 Hanau, dem damals auch der Ausstieg gelang. Zum zweiten Male versucht es der zweimalige Meister des Kreises Gießen, den Aufstieg zu erkämpfen. Sollte es diesmal gelingen, obwohl die Mannschaft überwiegend aus Nachwuchsspielern zusammengestellt ist? Die Watzenborn-Steinberger werden voraussichtlich mit folgender Elf antreten: R. Burger; K. Schmandt, Fett; L. Buß, Hirz, Wehrum; Martini, Schmitt, Heil, K. Häuser und Harnisch. Beginn der Spiele um die Kriegserinnerungsplakette. I. Klas 1 e. Grohen-Buseck — Rodheim. In der I. Klasse findet nur ein Spiel statt, da die anderen beteiligten Vereine noch anderweitig beschäftigt sind. Großen-Buseck erwartet die Turner aus Rodheim. Die Gastgeber sind in vorzüglicher Spiellaune und sind auf eigenem Platze schwer zu bezwingen. Die Gäste sind lange' nicht in Erscheinung getreten, die Mannschaft hat aber mehrere gute Spieler verloren, so daß es kaum mpglich ist, sich in. Großen-Buseck durchzusetzen. II. K l a s s e. Sfeinbad) — Heuchelheim. Gleichzeitig startet die II. Klasse zum Kampf um die Kriegserinerungsplakette. Durch die Herausnahme der zwei stärksten Mannschaften dürfte nunmehr die Gruppe fast gleichwertige Mannschaften aufweisen. Die Platzherren sind zwar stark zurückgefallen, jedoch ist der Vorteil des eigenen Platzes nicht zu unterschätzen. Die Gäste haben am letzten Sonntag ein großartiges Spiel gezeigt. Wenn die Mannschaften mit dem gleichen Elan in den Kampf geht, sollte ein knapper Sieg durchaus möglich fein. Klein-Linden — Gröningen. Grüningen reift nach Klein-Linden und muß dort beweisen, daß die in den letzten Spielen gezeigten Leistungen kein Zufall waren. Die Platzherren haben zwar kürzlich eine hohe Niederlage in Grüningen einstecken müssen, doch ist die Mannschaft stark genug, dem Gegner Paroli zu bieten. Garbenleich — VsB.-Reichsbahn II. Dieses Spiel ist ein rückständiges Freundschaftsspiel, da Garbenteich in der I. Klasse spielt. Die Grün- Weißen werden daher auf einen Gegner stoßen, der ihnen keine Gelegenheit gibt, einen Sieg herauszu- holen. HandbaMmpse des Sonntags. Im Hinblick darauf, daß bet Sportkreis Wetzlar feinen Turn- und Sporttag abhält, sind alle angesetzten Spiele, soweit die einschlägigen Vereine davon betroffen sind, abgesetzt worden. Dadurch ist das Programm des Sonntags etwas beschnitten. In der Zwischenzeit sind die Kriegmeisterfchafts- spiele 1940/41 durch das Reichsfachamt ausgeschrieben worden.. Danach aber werden die neuen Rundenspiele bereits Mitte August beginnen, und zwar in drei Klassen: der Bereichsklasse, der 1. Klasse und der 2. K l a s s -e. Für unsere Mannschaften, die seither bereits eingehend beschäftigt worden sind, wird diese Neuerung eine nicht unbedeutende Belebung des Spielverkehrs bringen. Wie sich die einzelnen Klassen zusammensetzen werden, steht einstweilen noch nicht fest. Für Sonntag sind angesetzt: Tv. Holzheim — Tv. Lang-Göns I Tv. Großen-Linden — Tv. Lang-Göns II Tv. Grüningen — Tv. Oberkleen Tv. Heuchelheim — Sp. Großen-Buseck. Bei Holzheim stimmt wieder einmal etwas nicht. Die Mannschaft scheint sich in einer Krise zu befinden, die ihr naturgemäß die Schlagkraft nimmt, die für das Bestehen großer Kämpfe unbedingt notwendig ist. Sollte inzwischen nicht eine Wandlung eingetreten sein, wird es dem Neuling Lana-Göns sicherlich gelingen, den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Großen-Linden hat in seinem ersten Spiel eine recht gute Figur abgegeben. Es steht deshalb zu erwarten, daß die Mannschaft auch diesmal wieder gewinnen wird, wenn — was allerdings nicht statthaft ist — Lang-Göns nicht verstärkt antritt. Zu einem ausgeglichenen Kampf zweier gleichwertiger Gegner sollte es in Grüningen fommeni# Die Platz besitz er werden von Spiel zu Spiel beffer. Aber auch Oberkleen hat sich in letzter Zeit gut her- ausgemacht. Die Großen-Busecker Mannschaft hat sich in letzter Zeit wieder recht gut herausgemacht. Die erzielten Ergebnisse lassen erwarten, daß auch der Kampf gegen Heuchelheim als offen bezeichnet werden muf£ Tv. Lützellinden — Tv. Mainz-Rlombach. Auf dem Sportplatz des JG.-Sportvereins in Frankfurt a. M.-Höchst findet am kommenden Sonntag das Entscheidungsspiel um die gebietst b e st e Vereinsmannschaft zwischen den bet« den obigen Mannschaften statt. Es wird ein Groß« kampf werden, in dem sich zwei gleichwertige Einheiten gegenüberstehen. Wer Chancen hat, den stolzen Titel zu erkämpfen, kann mjt Sicherheit nicht vorausgesagt werden. Fest steht, daß beide Parteien über ein hervorragendes Können verfügen, weil sie nur deshalb bis zum Endspiel kommen konnten. Wer sich nun mit ganzer Kraft einsetzen kann, wird die Oberhand behalten. Hier werden nicht technische Fertigkeiten, nicht ein für das Auge schönes Spiel ausschlaggebend sein. Zweckmäßigkeit und höchste kämpferische Leistungen müssen die Entscheidung bringen. Daß es uns in dieser Beziehung um unseren Vertreter nicht bange zu sein braucht, haben wir am letzten Sonntag gesehen. Die Mannschaft konnte gerade in dieser Beziehung gefallen und war deshalb allein schon chrem Gegner klar überlegen. Wie dem auch sei, es wäre ein Erfolg, wenn Lützellinden den stolzen Titel erwerben sollte, wenngleich die bis jetzt gezeigten Leistungen noch von keiner Mannschaft Der engeren Umgebung erreicht worden sind. (Ein zeitgemäßer Daschküchenkniff: gründlich mit ßtnka einmeichen! Das nimmt dm gröbsten Schmutz vorweg. And die kmiptsache- man spart Waschyulller. 20./2L Zull 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) HrjiO Drittes Statt Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, alte % kg 5 Rpf., 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., neue, kg 8 bis 8% Rpf., 5 kg 80 Rpf., Wirsing, % kg 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 15, rote Rüben 15, Spinat 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 30, gelb, 30, Erbsen 28 bis 30, Mischgemüse 15, Tomaten 30 bis 15, Rhabarber 10, Pilze 45 bis 50, Aepfel 40, Dörfer. (Nachdruck verboten.) 5. Fortsetzung. Deutschland i st ein Garten. Wir wollen nicht den Tag vor dem Abend loben. Die Ernte ist noch nicht hereingebracht, und der Bauer weiß sehr wohl, daß es „zwischen Lipp' und Kelchesrand" noch manche unliebsame Ueberr^lckmn- gen geben kann. Aber im großen Durchschnitt sind die schlimmsten Gefahren überwunden. Es dauert nur noch Tage, dann schwanken die Erntewagen in die Dornotizen. Tageskalender für Samslag. Standartenführer Lutter überreicht SA.-Wehrabzeichen. Gestern abend konnte der Führer der Standarte 116 wiederum 12 SA.-Männern bas SA.-Wehrabzeichen überreichen. Zu diesem Zwecke waren die neuen SA.-Wehrabzeichenträger auf dem Hofe der Standarte angetreten. Nach Ueberreichung des Abzeichens prach der Führer der Standarte zu den Männern und führte aus, daß der Erwerb des Leistungsabzeichens keinesfalls gleichbedeutend fei mit dem Abschluß der Körperausbildung, im Gegenteil, jeder Träger dieses Abzeichens habe die Pflicht, auch weiterhin seinen Körper wehrfähig zu erhalten, dies in der heutigen Zeit mehr denn je. Draußen an der Front, so führte Standartenführer Lutter weiter aus, habe es sich in der Praxis gezeigt, welche Leistungen die deutsche Armee zu vollbringen imstande war weil der größte Teil von ihnen sportlich und geländedienstlich durchgebildet gewesen sei. Die Kampfesweise sei gegenüber frührer Kriege eine ganz andere, nicht mehr die Masse führe zum Siege, sondern die gute Aus- und Durchbildung jedes einzelnen Soldaten in allen Sparten des soldatischen Dienstes. Durch die Ablegung der Leistungsprüfungen für das SA.-Wehrabzeichen habe die Standarte 116 wieder klar unter Beweis gestellt, daß sie ihre Aufgaben auch in der Kriegszeit durchzuführen verstehe. Studentenschaft Gießen fährt zum Ernteeinsatz nach Oberschlesien. Nach einer Mitteilung der Gaustudentenführung an den Gießener Studentenführer Stein werden die Studenten unserer Universität, entgegen einer früheren Disposition (nach der sie im Gau Hessen- Nassau verwandt werden sollten) zur Erntehilfe in Schlesien eingesetzt. Auch einige Studentinnen werden dabei sein. Für die Gießener Studenten ist der Kreis Oppeln in Oberschlesien als Einsatzgebiet bestimmt. Die Studenten werden sich am 25. bzw. 26. Juli auf die Reitz begeben. Die Dauer des Einsatzes beträgt vier Wochen. Illusionist im Gloria-Palast. Aus der Stadt Gießen. Landschaft in der Erntepracht. Die Soldaten, die jetzt auf Urlaub kommen, finden 1 ein Deutschland wieder, das sich sehr verändert hat 1 seit jenem 10. Mai, da wir in der Morgenstunde von J dem geplanten Ruhrüberfall hörten und erfuhren, daß die deutschen Armeen zum Gegenschlag ausgeholt haben. Der Winter war in diesem Jahr ein zäher Dauer- - gast in Deutschland. Anfang Mai hatten die Wiesen den grauen Schimmer noch nicht ganz verloren, wie er nach der Schneeschmelze zurückbleibt. Das zeitige Frühjahr war ausgesprochen kühl — es fehlte lange der „warme Regen", der die letzten Spuren des weichenden Winters abspült. Der Landmann wußte nicht, wo zuerst zuzupacken. Und während unsere Armeen in den letzten zwei Monaten den Alpdruck vom Rhein hinwegscheuchten, hat sich die deutsche Landschaft in einen prangenden Garten verwandelt. Die Heuernte ist schon eingebracht und war in vielen Gegenden begünstigt. Erst die Wintergerste, dann der Roggen sind gelb geworden, und nun warten die dichten Aehren auf hohem Stroh auf Sense und Mähmaschine. In hochgelegenen Abschnitten mag die Trockenheit vom Mai und Juni einen gewissen Abbruch getan haben; um so prachtvoller steht das Getreide in allen Niederungsböden. Und die Natur hat dem Getreide eine gewaltige Hilfe mitgegeben, um auch trocknere Epochen leidlich überstehen zu können: es ist eines der großen Wunder, daß der Roggen Wurzeln hat, die drei bis vier Meter tief in den Boden gehen. Ein Kunststück besonderer Art war es, die Felder verhältnismäßig unkrautfrei zu halten. Vor 30 oder 40 Jahren war die Kornrade noch eine allgemein bekannte „Feldblume". Für den Landwirt war sie immer ein böses Unkraut. In den letzten Jahrzehnten wurde sie fast ganz ausgerottet, und auch auf den Feldern des Kriegsjahres 1939/40 findet sie sich selten. Etwas häufiger ist die Kornblume, die, vom landwirtschaftlichen Standpunkt auch nur ein Unkraut ist. Der gefürchtete Hederich konnte in Schranken gehalten werden. Da und dort mag eine meist kleinere Parzelle zu Beanstandungen Anlaß geben. Selbstverständlich muß jeder Ünkrautherd beseitigt werden. Aber der Gesamtstand ist doch so, daß der Urlauber und Soldat schon vom Eisenbahnfenster aus sieht: Vogelsberg und Westerau. Zeugnisse für Ginn und Art ihrer Bauern. — Ein wertvoller Beitrag ' zur heimischen Volkskunde. Die schöne Melusine Roman SoA Hans Richter Im Gloria-Palast zeigt in einer kurzen Bühnenschau Illusionist Sambalo sein Können, das die Zuschauer vor manche Frage stellt, sie mit Zweifeln, aber auch mit Bewunderung erfüllt, denn der Zauberer weiß seine Darbietungen so zu gestalten, daß man denkt, es ginge nicht mit rechten Dingen zu. Es kommen aus dem nachtschwarzen Hintergrund Stühle und Tische geflogen, der Sensenmann kommt leibhaftig auf die Bühne und führt emen grotesken Tanz auf, ein Partner des Zauberkünstlers tritt auf und verschwindet plötzlich und spurlos, und alles geschieht in einem so raschen Hm-Hui, daß man kaum mit den Augen solgemkann, geschweige denn hinter das Geheimnis kommt) mit dem der Illusionist sich und seine Darbietungen umgibt. Jedenfalls aber entläßt er seine Zuschauer mit einem Gefühl der Hilsslosigkeit vor seinen Experimenten. Wenn auch jedermann weiß, daß die Naturgesetze der Schwe^ kraft, der Existenz der Materie usw. Nicht mit sich spotten lassen, so überrascht doch die Geschicklichkeit, mit dec hier den Zuschauern etwas vorgemacht wird. M-SaneWt M Ml W 3r* Betr.: Theater-Lommerring. Am Samstag, dem 27. Juli, gelangt die 2. Veranstaltung in unserem Theater-Sommerrmg zur Durchführung. Zur Aufführung kommt das Lustspiel von Karl Bordfeldt: „Trockenkursus". Beginn 20 15 Uhr. Die Abonnenten werden gebeten, die Karten in der Geschäftsstelle, Seltersweg 60, umgehend abzuholen. 32970 Oie neuen Lebensmittelkarten. Die jetzt zur Verteilung kommenden Lebensmittelkarten für die 13. Zuteilungsperiode vom 29. Juli bis 25. August bringen im wesentlichen unveränderte Rationen. Zu den wenigen Veränderungen gehört die Umgestaltung der Brotkarte und die damit verbundene Erhöhung der Brotration für Jugendliche. Um die beim Handel liegenden Vorräte an Kaka o- pulver dem Verbrauch zuzuführen, ist auch für die neue Zuteilungsperiode die auf die Reichsfettkarte für Kinder abzugebende Ration von 62,5 auf 125 g erhöht worden. Dabei ist wieder die Möglichkeit gegeben, je nach Vorrat auf den Abschnitt F 4 ftay 62,5 g Kakaopulver 50 g ungefüllte Tafel- oder Blockschokolade zu beziehen. Eine Zuteilung von Gemüse- und Obstkonserven auf die Nährmittelkarte ist diesmal nicht vorgesehen. Dafür können an Stelle von 150 g Nährmitteln entweder 150 g Hülsenfrüchte oder, wie bisher, Kondensmilch bezogen werden. Es gelangen nur die beim Kleinhandel lagernden geringen Mengen an Hülsenfiüchten und die noch vorhandene Kondensmilch zur Ausgabe. Der Erlaß des Reichsernährungsministers weist auf die Notwendigkeit hm, daß die Verteiler die Lebensmittelkarten, soweit sie Bestellscheine erhalten haben, mit ihrem Firmenstempel versehen. Dies ist auch für die Rückrechnung bei Umtausch in Reisemarken wichtig. Der Umtausch m Reijemarlen wird künftig abgelehnt, wenn der Ver- teilet aus der Lebensmittelkarte nicht feststellbar ist. Gießener Tvochenmarktpreife. * G i e ß e n , 20. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Heimat im farbigem Lichtbild. Vortrag vor verwundeten Soldaten. Zu den Soldaten eines hiesigen Reservelazaretts sprach Oberstudiendirektor P h i l i p p aus Friedberg im Auftrage des L a n d e s f r e m d e n v e r k eh rs- verbandes über „Oberhessen, Land und Leute . Seinen anschaulichen und vor allem humorvoll vor- qetraqenen Ausführungen, in denen vor allem Die Wetterauer Mundart zum Ausdruck kam, waren eine qroße Anzahl von Lichtbildern, vorwiegend bunte, aus Oberhessen zugrunde gelegt. An Hand dieser Bilder führte der Vortragende feine aufmerksamen Zuhörer und Zuschauer kreuz unb quer durch Oberhessen, die Wetterau und den Vogelsberg, zeigte ihnen die Sehenswürdigkeiten der oberhessischen Städte, manches schöne Bauwerk, aber auch die Eigenarten der Trachten, die Beschäftigungsart der Bewohner und schließlich die herrlich sich m die Landschaft einfügende Reichsautobahn, tue Ober- Hessen dem Verkehr erschließt und die Sportmogl ch- feiten im Vogelsberg weiten Kreisen zugänglich macht. Der Vortrag fand reichen %eifalL^^^^^__ fen, wenn sie überrumpelt wird. Also wartet der große Chan." „Noch was Herr Holzmann? „Ich möchte es Ihnen schon heute Mitteilen, ich gehe zum nächsten Termin." Der Gewaltige fährt auf. „Was heißt denn das nun wieder?" _. ., „Ich mache mich selbständig, und wenn Sie mich früher entlassen könnten, wäre es mir lieb., „Jetzt in der Reisezeit — ausgeschlossen/ „Mein Geschäft ist auch an die Reisezeit gebunden." „Sieh mal an." Warum soll man hinter dem Berge halten? Holzmann hält nicht hinter dem Berge. Erzählt von dem Autobetrieb, von den Reisewagen — Wilhelm Hellwig hat ihn angerufen und ihm mitgeteilt, „Somme macht straum" wäre in Auftrag gegeben — spricht etwa von einer Uebergangszeit, von „nicht in Verlegenheit kommen lassen" und steuert den Gewaltigen langsam dahin, wo er ihn hlnhoben will. Ehe Silbe und die Sprenger etwas wißen, ist der Urlaubstausch vollzogen, und es steht nun fest: am nächsten Sonnabend wird Tilde fahren. So ganz einfach — fahren. Drei Wochen ohne 8-Dahn, ohne Potsdamer Platz, ohne Benzinluft, dafür aber mit sehr viel Mut behaftet. Das verwirrt. ri . , Um sich abzuregen, klingelt Tilde zuerst einmal — der Gewaltige merkt nichts davon — Fritzchen an. Fritzchen ist Ingenieur, seit zwei Jahren Ehemann von Tildes bester Freundin Lotte, die ihrerseits wieder die Tochter der Apotheke in Utrm ist unb seit einem Jahr Vater eines kurz Schnurks genannten Sohnes, dessen Patentante wiederum Tilde ist. Er ist bei einem elektrischen Konzern im Osten beschäftigt und hat ein Häuschen in Machnow Während Tilde am Telephon hängt, kommt Holzmann vorbei und berichtet, daß der „Sommern achts- traura" heute besichtigt werden kann. „Kann ich nicht", sagt Silbe unb hält die Hand auf die Sprechmuschel. „Sie müssen dabei sein." „Also gut, aber ganz kurz. Bist du da, Fritzchen? Na, endlich. Sag' mal, hast du deinen Wagen mit?' Die Stimme auf der andern Seite des Drahtes scheint das zu bejahen. (Fortsetzung folgt.) . Gloria-Palast (Seltersweg): „Donauschiffer". — Lichtsvielhaus (Bahnhofstraße): „Verwandte sind auch Menschen". Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Donauschiffer"; 11 Uhr Wochenschau-Sondervorstellung „Zwischen den Schlachten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Verwandte sind auch Menschen". Notizen für den 21. Juli. Sonnenaufgang: 5.29 Uhr, Sonnenuntergang: 21.33 Uhr; Monduntergang: 7.43 Uhr, Mondaufgang: 22.10 Uhr. Gastspiel von Mitgliedern des Wiener BnrgtheaterS in Gießen. Es ist dem Intendanten des Stadttheaters Gießen, Hans Walter Klein, gelungen, eine Anzahl von Mitgliedern des Wiener Burgtheaters zu je einem Gastspiel in Gießen, Bad-Nauheim und Marburg zu gewinnen. Mit dem Wiener Burgtheater wird sich in der Komödie „Blaufuchs" von Franz Herczeg eine Bühne.vorstellen, die weit über em Jahrhundert bester deutscher Schauspieltradition verkörpert und deren Entwicklung mit einen entscheidenden Einfluß auf die ganze deutsche Bühnenkunst überhaupt ausgeübt hat. Die Komödie „Blaufuchs Repertoire-Stück des Wiener Burgtheaters — wird aufgeführt am Freitag, 26. ^yli. muß es natürlich heißen. Wir werden doch der Konkurrenz unsere Geschäftsgeheimnisse nicht verraten. Wie soll er aussehen?" ~ - „Lichtblau unb gold", Tilde kann die Farben vom Himmel und von der Landschaft einfach ab- Vorschlag, meine Herrschaften, wir fahren jetzt ab aber wir gehen nicht nach Hause. Tun wir beileibe nicht. Ich weiß da eine Weinkneipe, wo man gerade das kriegt, was wir heute abend ,brauchen. Und was noch zu erledigen ist, wird da in großen ^Man ^kommt^ manchmal rascher zu neuen Dingen, als man es erträumt hat. 6. Wollen pflegt magische Wirkungen zu haben. Solange Tilde nur mit einem Auge nach dem Urlaub hinschielt, ist der Urlaub weit fort. Jetzt ist es plötzlich, als habe ein Windstoß alles Gewölk hinweggefegt, und die Möglichkeit, daß doch etwas aus der Sache werden könne, ist in greifbare Nahe „Siehst du, das gefällt dir. Na ja, man muß nicht gleich alles auf einmal haben wollen. Immer hübsch langsam. Erst mal die Firma, «dann die Mitarbeiterin. Davon träumen alle Mädchen, die im Geschäft stehen: wirklich Mitarbeiterin sein, einen eigenen Wirkungskreis haben. Na gut, warum denn nicht? Wenigstens vorübergehend. Herr Matthias Holzmann hat zwar die Knickerbocker wieder aus- gezogen und trägt den Anzug, in dem man seriös und sachlich hinter jedem Ladentisch stehen kann, aber der Knickerbockergeist wallt noch in ihm. Und dieser Geist ist jetzt, wo er allein ist, viel unternehmungslustiger als vorher. Er konnte, säße Tilde Rohloff'jetzt hier im Zimmer, mit den kühnsten Vorschlägen kommen, sozusagen alle Stellungen in einem einzigen Großangriff nehmen. Er stnbet es durchaus in der Ordnung, daß Wilhelm Hellwig sich für Tilde interessiert unb sieht sich selber halb als Liebhaber, hall, als guter Onkel. Die Verhältnisse hindern, 5aß es zu schnell geht. Die Verhältnisse wünschen langsamen Schritt. Zuerst einmal ein Gespräch mit der Sprenger. „Ich habe gehört. Sie wollen Ihren Urlaub verschieben?" , f .. , ^Wollen Sie etwa tauschen, Holzmannchen/ ,^Das käme wohl nicht in Frage." „Na also, was gibt's denn bann? Schießen Sie „Man kann doch mal ein Wort fallen lassen, bißchen rumhorchen, bißchen vorfühlen." „Fühlen Sie, Holzmännchen", kokettiert das kleine Biest. „Und ein paar Prospekte für den Gardasee könnten Sie mir auch nebenbei besorgen. „Ist doch jetzt viel zu heiß." „Na, eben, deshalb. Wenn aus dem Gardasee was wird, fahre ich erst im September." Der nächste Hebel wird in der Höhle des Löwen, im Zimmer des Büroleiters selber angesetzt „Fräulein Sprenger möchte ihren Urlaub verschieben." „Meinetwegen." „ . .. „Man könnte vielleicht „tauschen. Fräulein Rohloff würde gern bald gehen." „Das heißt bald?" „Nun, etwa am nächsten Sonnabend. „Ausgeschlossen." M , .. t Der Film ist nicht neu. Eine Respektsperson, die etwas auf sich hält, sagt immer zuerst ausgeschlos- „3s ju schnurz und piepe. Bet S°mmernachts träum können sich die Leute was denkem Sebrt was anderes. Ich seh schon das Plakat Mit dem rassigen „Sommernachtstraum m bas B von Utrin. Js ja Käse, in die blaue Sommernacht Falläpfel 10, Birnen 42, Himbeeren 45 bis 50, Kirschen 45, Heidelbeeren 42, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25, Erdbeeren 50, Renekloden 58, Blumenkohl, das Stück 20 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmachgurken 4 bis 5, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Retticki 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf. 8C$Uai.u kommt allerlei, was für Tilde arbeitet. Zuerst einmal der groß« Chon. Er hat was er natürlich niemandem etngeltehen wird, mit dem Dackel Pumps über den Fall gesprochen, gl»ch am Sonn- l0S9tanroie war's denn bei der Schrodern brau- sien^" hat das Palaver begonnen. ° Pumps wäre kein Dackel, wenn er so leicht zu gewinnen wäre. Pumps nimmt die anderthalb Tage aus Grundsatz Übel und zieht dos entsprechend """Zch^Pum^^" °'rbt der große Chan um den kleinen Hund, das haben mir nun alles bald nicht mehr notig. Es fehlt nur noch °m gan kleines bißchen. Was. meinst du wohl, wenn du bei Hellwig und Holzmann dein Körbchen in der (Ecfe d°Pumps steckt di« Nase unter das Hinterbein, tut als ob er schliefe, schielt dabei aber geschickt um die Ecke herum nach seinem Herrn hin. Mag der nur noch eine Weile reden. Und wenn dir dann dort dieTilde immer Jem Fu'tterchen geben würde! Die Tilde magst du doch, toi,futter ist immer gut", denkt Pumps unb rührt fairft die Schmanzspitze. wobei Mord und Totschlag sowie Handgreiflichkeiten am Biertisch im Vordergrund stehen, sowie Zivilprozesse der bäuerlichen Dickschädel werden in allen Schattierungen vorgeführt, Richter und Gerichtete beleuchtet. Unter den besonderen Arten der Rechtspflege ilt der „Hexenprozeß gegen Johann Peters Eheweio aus Sellnrod actum Gießen am 7. Mai anno 1654" von besonderer Anschaulichkeit. Hier hatte die siebzehnjährige vom Hexenwahn besessene Enkelin die 'Großmutter des Umgangs mit dem Teufel angeklagt und auf die Folter gebracht, deren Grade in allen Einzelheiten beschrieben werden. Aber diese charakterstarke Vogelsberger Bauernfrau mit ihrem zähen Rechtsbewußtsein war durch keine Dualen zu beugen: sie ließ sich, hartnäckig leugnend, zu keinem falschen Geständnis zwingen. Bezeichnend erweise sind Diebstähle selten, unter Dorf- ober Hausgenossen fast unerhört. Desgleichen etwa Verleumdung und Urkundenfälschung. Um so häufiger aber sind alle diejenigen Vergehen, die der hemmungslosen Sinnlichkeit dieses urwüchsigen Geschlechts entspringen. Denn wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Hier kennt der Richter seine Schäflein so ganz „in ihrer Sünden Maienblüte". Saft- und kraftvoll überall und glücklich in ihren Prägungen, knapp und fesselnd, besonders eindrucksvoll aber durch ihren unbedingten Realismus ist seine Darstellung. Es kommen zwar, namentlich in den Kein Wissenschaftler, sondern ein Mann, der mitten im vollen Leben steht und zudem als Richter gewohnt ist, es klar und nüchtern von allen Seiten und in allen Beleuchtungen zu sehen, hat in diesen Tagen eine Arbeit vorgelegt, die, wie man ohne Uebertreibung sagen darf, zu den schönsten Sammlungen auf dem Gebiet her hessischen Volkskunde gehört. Das Erfreuliche daran ist eben, daß sie von keines Gedankens Blässe angekränkelt, d.h. überhaupt nicht von wissenschaftlichen Theorien belastet ist, sondern das Volk selbst, den oberhessischen Bauern, rote er war und ist, aus den alten Gerichtsakten und den vom Munde abgelauschten Redewendungen und Lebensweisheiten sprechen läßt. Sein Richteramt und ein Leben in enger Gemeinschaft mit der ländlichen Bevölkerung haben Moritz Hansult wie keinem andern Einblick in die Seele dieses kernigen Menschenschlags gegeben. . Seine Arbeit ist als Heft 75 der von Unwechtats- profe or Dr. Alfred Götze herausgegebenen „Gieße n e r Beiträge zur deutschen Philologie" erschienen. Alles, was darin geboten wird, beruht auf ungedruckten Quellen. Dies sind die Akten der bäuerlichen Schöffengerichte, der Bauernungebote sowie der Hexenprozesse, die Salbücher, Leihoder Lehensbriefe, Bittgesuche an die Amtmänner oder den Landgrafen u. ä. Mit Händen zu greisen ist hier der Vogelsberger Bauer in seiner urwüchsigen Kraft und in seinen Schwächen. Indem er mit eigenen Worten, jedoch ganz in den Wendungen des Originals, erzählt, weiß Hansult vorzüglich das Charakteristische herauszuholen. Die angeführten Beispiele beleuchten das öffentliche und private Leben in seiner ganzen bunten Mannigfaltigkeit. Verstöße gegen das Strafrecht, „Herr Holzmann ist doch noch gar nicht Ihr Teil- ^o^Wenn wir das heute mit Handschlag festmachen, dann gilt das wie auf dem Ferkelmarkt. Morgen fann’s notariell gemacht werden. Sie muffen nämlich nicht denken, daß es so leicht ist, neue Wagen zu kriegen. Man nimmt nicht den ersten besten. Ausstattung, Farbe, Name, will alles überlegt sem. Wir stellen drei neue Wagen ein, und der Verdienst geht gleich zu gleich. Sie im Büro, Holzmann für öie Propaganda, und ich auf dem Hof. Jeder chacht, was er am besten Jann. Und wenn Fräulem Rohloff drüben kündigt und zu uns kommt, dann ist das ganz groß. Gute Geschäfte liegen nicht auf der Straße, Herr chaften, im Sommer wird verdient und der ist rasch vorbei. Womit ich natürlich nicht andeuten will, daß wir im Winter nichts zu tun haben. Ich kauf nur Wagen mit Heizung, darauf können Sie sich bei ’nem alten Fernfahrer verlassen. Wie soll der erste neue Wagen heißen, Fräulem Rohloff-' Tilde sieht das Städtchen Bukow daliegen, sie sieht den Abendhimmel und das Rot der untergehenden Sonne. Einmal einen Schritt weiter kommen den t sie, selbständiger werden, nicht mehr mechanische Arbeiten machen und nur das schreiben, roas andere d'^Sommernachtstraum", sagt sie leise, unb Jie meint eigentlich den hübschen Gedanken, mit dem Wilhelm ^Hellwig ist jetzt ganz atmens ch und Entschluß. „Sommernachtstraum ist sehr hübsch^ Sommermichtstraum ist richtig. Gibt doch wohl ne 0^,Ein^Lustsp?el von Shakespeare", ergänzt Holz- 3um Obstpudding - zur Gemüsespeise MAIZENA "(Hit Önii* ErnährungSoorschrlsten liegen jedem Paket Bet Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Ihre Vermählung geben bekannt Dank aus. Gießen Sufi 1940 Frankenthal 3296 D Lang-Göns, den 20. Juli 1940. 3304 D Qö Dank aus. Kesselbach, im Juli 1940. 3295 D 3287 D V Telefon 3795 Marktstraße 28 kaufen Sie bei vrrrrrrrrrvvrrvtnmä Pauline Velten, geb. Bruder Werner Velten und Eltern. Beachten Sie auch immer-? >e- >s> Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 W4A Im Namen der Trauernden: Lehrer Heinrich Schmidt. KURSE Einzel-Unterricht Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Photo - Photoarbeiten Projektion Schmalfilm-Kino ToddemHausschwamm Beseitig.aufchem.Wege.ohneAb- bruch v. Mauerwerk, 10 j. Garant. F. A. Carl Weber, Frankfurt/Maln Sand weg 6, Gartenh. Ruf 46566 das vornehme 10670 Familien-Caf6 in Gießen Für die uns anläßlich unserer Goldenen Hochzeit erwiesenen Auf- merf samkeiten danken wir herzlich Heinrich Moos u. Frau Marih geb. Viehmann Gießen-Wleseck, im Juli 1940 02469 Anmeldung: Montag und Donnerstag von 11—12 Uhr oder schriftlich Notizen für deü 22. Zull. Sonnenaufgang 5.30 Uhr, Sonnenuntergang 21.32 Uhr. — Monduntergang 8.48 Uhr, Mondaufgang 22.34 Uhr. __________________________ tiuyuM W. / Moritz Hansult weist urdeutsche Art in der Gestalt des hessischen Bauern auf. Möge die verdienstvolle Schrift in weite Kreist dringen und dazu beitragen, die Liebe zu Heimat und Volkstum und die Achtung vor dem Bauerntum als dem Kraftquell der Nation zu wecken und zu vertiefen! Helmut Oehler. ** Mit der Spange zum eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dem Oberstarzt Dr. Strenger, Standortarzt, Gießen, seit Kriegsausbruch Divisionsarzt einer Infanterie-Division, wurde anläßlich der großen Durchbruchsschlacht im Westen die Spange zum eisernen Kreuz verliehen. ** Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der Gefreite in einem Gebirgsjäger- Regiment Konrad P r e i ß, Wetzlarer Weg 80, der bereits den Feldzug in Polen, dann in Norwegen und zuletzt auch in den Vogesen mitgemacht hatte, wurde für seine Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet und gleichzeitig zum Oberjäger befördert. — Die gleiche Auszeichnung erhielt der Flugzeugführer und Unteroffizier bet einer Staffel im Westen, Heinz Beck, Bahnhofstraße 56. , ** Mit dem Treudien st-Ehrenzeichen bedacht. Dem Brückenschlosser Heinrich Bischoff, im Dienst der Bahnmeisterei 1 Gießen, wohnhaft Bruchstraße 9, wurde für 40jährige treue Dienstleistung das vom Führer und Reichskanzler gestiftete Treudienst-Ehrenzeichen (1. Stufe) verliehen. , ** Eine Zweiundachtzigjährige. Frau Marie Diehl, geb. Ruppenthal, wohnhaft Asterweg 9, kann am morgigen Sonntag ihren 82. Geburtstag feiern. , M , ** Bestrafte Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 5. bis 11. Juli im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschließlich der Polizei- ämter Bad-Nauheim und Friedberg, wiederum gegen Verkehrssünder ein und zog sie zur Rechenschaft. Zur Anzeige gebracht wurden 5 Kraftfahrzeugführer, 7 sonstige Fahrzeuglenker, 1 Radfahrer und 1 Fußgänger. Gegen 3 Kraftfahrzeuglenker, 4 sonstige Fahrzeugführer und 1 Radfahrer wurden gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen. Mit gebührenfreien Verwarnungen kamen 3 Kraftfahrer, 2 sonstige Fahrzeuglenker, 7 Radfahrer und 7 Fußgänger davon. , , ** D i e Feuerprobe be st and en! Nach 10 Monaten Krieg kann der Reichsluftschutzbund feststellen, daß seine Amtsträger und die von diesen ausgebildeten Selbstschutzkräfte ihre Feuerprobe bestanden und sich bie Maßnahmen des zivilen Luftschutzes bewährt haben. Ein interessanter Bericht Feste Bohnermasse poliert Fußböden und Linoleum aller Art auf Hochglanz, 4kg portofrei per Nachnahme 6.90 RM. Nichtgefallen Geld zurück. Cb em. Erzeugnisse Buntkirchen, Bremen, Hobenlohestraße 42.3234 V Bezugsscheinfrei I Streudose RM 0.90 Nachfüllbeut.RM 0.46 Chem.Fabr.Dr.flaudlitz&Arndt,Leipzig Erhält!. In all. elnschl. Geschäften sanaÄ», Hämorrhoidalkranke Wiesbaden. Auch während des Krieges geöHnet.(Hämorrhoiden, Fisteln, Fissuren,Vorfall, Ekzem.) Prospekt durch das Sekretariat des Sanatoriums, Wiesbaden 16, Taunusstraßeo in der soeben erschienenen „Sirene" zeigt, wie in Stunden der Gefahr die vom RLB. gelehrten Maßnahmen zum Ziele führten. Das neue Heft bringt außerdem eine wichtige Abhandlung über „Lichtdisziplin", sowie einen Aufsatz „Wer löst eigentlich die Luftschutz-Sirenen bei „Fliegeralarm" aus?" Strafkammer Gießen. In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen den G. S. aus Muschenheim verhandelt. Er ist beschuldigt, im Frühjahr 1940 sich an einer Person unter 14 Jahren fortgesetzt vergangen zu haben. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr, abzüglich ein Monat und 25 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Strafmilhernd wurde die seitherige Unbescholtenheit des Angeklagten berücksichtigt. Amtsgericht Gießen. Der L. M. in Gießen hatte durch Strafbescheid des Finanzamts Gießen eine Geldstrafe von 9500 RM. erhalten. Er hatte Vermögens- und andere Steuern in Höhe von etwa 6500,— RM. hinterzogen. Gegen diesen Strafbescheid beantragt M. gerichtliche Entscheidung. Nachdem eine Reihe Zeugen belastend gegen ihn ausgesagt hatte, nahm der Angeklagte seinen Antrag auf gerichtliche Entscheidung zurück. Aus der engeren Heimat. Erfolge der heimischen Viehzucht. Im Monat Juni konnten in bei; Abteilung B des deutschen Rinderleistungsbuches wieder 21 Kühe des Höhenfleckviehs und des Roten Höhenviehs aus den Tierzuchtamtsbezirken Gießen, Darmstadt und Biedenkopf eingetragen werden. . Ferner wurde in das Deutsche Schwemeletstungs- buch die Zuchtsau „Heida 375" des Schweinezüchters Heinrich Schwing, Burg-Gemünden, Krets Alsfeld, eingetragen, so daß sich die Zahl der aus dem Gebiet der Landesbauernschaft Nessen-Nassau in das Deutsche Schweineleistungsbuch eingetragenen Tiere somit auf 5 erhöht. Landkreis Gießen. - Steinbach, 18.Juli. Der bisherige Schirrmeister einer motorisierten Panzerjäger-Abteilung Heinrich Haas, Sohn des Kriminalsekretars 1. Jt. Heinrich Haas, wurde nach der mit Erfolg bestandenen Teilnahme an einem Lehrgang zum Truppen- ingenieur ernannt und gleichzeitig bef 0 r de r t. Er war Kriegsteilnehmer 1914/18.. — Der ^eld- unterarzt Dr. Heinrich Ludwig W ä l b, Sohn des Landwirts Ludwig Walb, wurde für bewiesene Tapferkeit beim Sturm auf die Maainotlinie mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. * Reiskirchen, 19. Juli. Heute morgen ereignete sich in der Kurve am Dorfeingang von Lindenstruth her ein Verkehrsunfall. Ein Personenkraft-, wagen fuhr gegen einen Baum, wurde erheblich beschädigt und mußte abgeschleppt werden. Der Lenker des Wagens erlitt dabei erhebliche Schnittwunden am Kopf und muhte sich in ärztliche Behandlung begeben. _____________ Die Trauerfeier für 3319D Heinrich Baum findet Montag, 22. Juli 1940, um 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Statt Karten 1 . Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, die trostreichen Worte und überreichen Kranzspenden beim Heimgang meiner lieben, teuren Frau und unserer innigstgeliebten Mutter Elisabeth Luise Schmidt geb. Frey sprechen wir auf diesem Wege unseren allerherzlichsten halt Ihre d Irisch tela Ober den WI 6 i e r hinaus. Neue Reiepte eoob 10» Tomateamerfc bei Ihrem MOadler. Sprüchen, viele Derbheiten vor, die durchaus nicht als salonfähig gelten können-, aber" mit ästhetischen Maßstäben darf man hier nicht messen. Und ^o ersteht, trotz der gewissenhaften Betonung der Schattenseiten, doch ein großartiges Bild dieses bodenverwachsenen Menschenschlages, dem die ganze Liebe des Verfassers gehört. Ein besonderer Abschnitt handelt über die Sprache des Bauern vom ewigen Acker und zeigt jenen als Objekt der landesherrlichen Agrarpolitik. In erschütternden Bittschriften an die Landgrafen — die jedoch meist taten, was ^sie tonnten — rst hier von verheerenden Mißernten und grauenhaften Hungersnöten die Rede. In solchen Zeiten fanden die fremden Werbeoffiziere im Lande williges Gehör. Schwer war das Los des Bauern unter der drückenden Last der Abgaben und Frondienste. Es werden Bittschriften angeführt, in denen einzelne um Befreiung von den Fronarbeiten nachsuchen, weil sie sich körperliche Beschwerden bei ihrem harten Tagewerk zugezogen haben. Im großen und ganzen jedoch haben Landesherrn und Adel nn Ulrichsteiner Bezirk (auf den sich Hansult vorzüglich stützt) Maß gehalten, so daß auch die Parolen des Bauernkriegs 1525 hier kein Echo fanden. In der Einleitung entwirft Hansult ein packendes Bild von dem oberhessischen Bauern und seinem scheu verborgenen Inneren, wobei er jeweils Vogelsberger und Wetterauer einander gegenüberstellt. Denn einen oberhessischen Bauern gibt es nicht, und sie ziehen auch selbst unter sich einen Trennungsstrich. Der Wetterauer, Bewohner einer reichen, vom Verkehr völlig erschlossenen Gegend, ist Franke geworden, der Vogelsberger, so meint Hansult, dagegen in seinem rauhen Bergland Katte geblieben. Wie dem auch sei, die Unterschiede jedenfalls sind deutlich genug. Sie zeigen sich auch in S p r a ch e und Tracht. Vor allem aber ist der Vogelsberger schwerfällig, nicht sonderlich phantasiebegabt, und trotz einer gewissen Neigung zum Uebernatürlichen fast ohne Märchen und Sagen: er ist ein Hinterwäldler, herb, schwerzungig, grüblerisch und bescheiden, aber er hat etwas Natürlich-Anständiges in seinem Auftreten, etwas Herzliches und Gemütliches. Der Wetterauer dagegen lebt mehr nach außen, ist reich an Sprüchen und Schwänken, er ist von der Nähe der großen Städte beeinflußt, ist Diplomat und pfiffiger Lebemann, gelöster und kultivierter als jener und auch manchmal sogar etwas groß-fprecherisch. Einen unübertrefflichen Einblick in Fuhlen und Handeln dieser Bauern und in ihre ganze Welt aber geben die Sprüche, die in den großen und kleinen Dingen des Alltags das Allgemeine hervorheben. Sie sind oft von, unvergleichlicher Prägekraft- hier zeigt sich der Dauer als Sprachschöpfer in seiner Welt. Mit gesundem und gerechtem Urteil wägen sie menschliches Tun und Lassen ab und mahnen zu Vorsicht und Ueberlegung in Reden und Handeln. Dabei ist ihnen nichts Menschliches fremd, aber wie heikel und derb sie auch sein mögen, ist ihre Tendenz doch meist rein. In ihrer knappen Bildhaftigkeit und unverfälschten saftigen Dialektform bringt Hansult eine köstliche Sammlung solFamiliendrucksacheh Verlobungsanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.? □00 □ooinooo o «• >6> >8»