uoiiiicrstiifl, 20. Juul l*H0 Eichener Anzeiger Oie deutsche Klagge auf dem Straßburger Münster '' , , , „ , t i<« TUinfkvi Westen Deutschen Herz rourbt nicht Zuhrerhauptquartier, 19. Juni. (ONB ) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: L.uneville r? u * qrün- ilrb frist pfirfitefrei9 patzt auch fine Melduna Telegraph", die davon l'erlchlel, bah o; c » Oer famose Unionsplan VI4 wir fcclbftmifflnbc Frankreich». jk van „Exchange „ Paul 'N e t) n a u h versucht bnbc, bk 'Negierung 411 inqc ausrauben, tu, gatiA verschlucken 3n ble|en Geslchl»krels passt auch laut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere rNarlneLrkundungs-Flugzcuge haben ein feindliches U-Boot versenkt. Auf dem nordafrikanischen Kriegs- schau plah ist die Lage unverändert. 3n 0 ft a f r i f a ist eine englische Kolonne, unter- stützt von Panzerwagen, die unter hissung der Trikolore in unsere Linien einzudringen versuchte, in einem wirksamen Gegenangriff zerstört worden. Unsere Luftwaffe hat feindliche L u s t flotten ft ü tz p u n k I e a n g e g r i f f e n und dabei drei Flugzeuge in Brand gesetzt. Feindliche Flugzeuge haben eine landwirtschaftliche Siedlung mit Bomben belegt. Drei Frauen und einige Kinder wurden getötet. ‘ - 3n der gestrigen Nacht hat der Feind unter Bombenabwurf Luftangriffe auf Städte in den Provinzen Ligurien und Piemont ausgeführt. Opfer sind keine zu beklagen. Der Schaden ist ganz gering. Der Kannst geht weiter " (90. Jahrgang HH44 (jrlrtjemi täglich, nutzer Hvnntng» und >Vetcrinn8 tktlrtiwn: DieIllustrierte Oliefu'ucr rtiunilienblntter HeiumtimBild Die^ctzolle Mvnntd-BeAnnOl'rcict r Mit 4 BeiinnenNM 1.95 Obne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 nucb bei Nichterscheinen von etnAelnen Nummern infolge höherer Gewalt nrrnfvrcdhuifriiliifi 2251 Sbrnbtanfdnift ..^biAvincv" Postsclied 11ti»"i>rnnks./M Der Wehrmachtsberichl vom Mittwoch. Führeehauplquarlier. 19. Juni. (BUB.) Dao Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die französische Wehrmacht lüft sich Immer mehr auf. Schnelle Truppen haben in der Normandie Lherbourg genommen. Bei Rennes ist die Bretagne erreicht. C e 2U a n 0 nach Süden durchschritten. Zwischen Orleans nnb Revers gelang es an vielen Stellen die Loire z u überschreiten. 3n Burgund stossen viele Truppen schon in Richtung auf C n 0 n vor. Westlich RI ü I h a u s e n sind Panzer- und motorisierte Divisionen, von Belfort kommend, im Begriff. sich mit den Truppen zu vereinigen, die Über den Obcrrhein angegriffen haben, und die bei Hl ünft er schon tief in die B ogef en vorgestotzen sind. weiter nördlich ist Kauen genommen und der Rhein-Rlarne-Kanal östlich Rancy In breiter Front Überschritten. 3n der TUaginol-Cinlc beiderseits Dieben Hofen leistet der Feind noch widerstand. Kampf- und Sturzkampfverbände wirkten durch Angriffe auf Befestigungen. Feldstellungen. Eisen dohnstrecken. Iruppenansammlungen und Kolonnen mit. den Widerstand des In Lothringen eingeschlosse neu Feindes zu brechen. Dor Cherbourg wurde ein Handelsschiff von 1 0000 Tonnen durch Bomben versenkt. 3n England griffen deutsche Kampssllegerver- bände zahlreiche Flugplätze sowie G r 0 tz t a n k- lager an der Ihemsemündung mit Bomben an und setzten diese in Brand, hierbei zeichneten sich besonders die von Generalmajor Loeler geführten Fliegerverbände aus. Britisctze Flugzeuge flogen auch In der Rächt zum 19. Juni in Rord- und Westdeutschland ein, um wie bisher ihre Bomben über nichtmilitärische Ziele ab- zuwerfen. Dabei find etwa 18 Tote unter der Polizei und der Zivilbevölkerung zu beklagen, darunter eine Anzahl Personen, die sich nicht In die Luftschutzkeller begeben hatten. Die Gesamtverlusle des Gegners in der Lust betrugen gestern 6 Flugzeuge. 5 deutsche Flugzeuge werden vexmltzt. Der Leutnant in einem Schützen-Regiment Dietz hat eine wichtige Brücke durch kühnen Zugriff unversehrt In unsere Hand gebracht. Italienische Luftwaffe weiter im Angriff. Ein scindlichcü U-Boot Versen«. Rom, 19. Juni. (DRB.) Der italienische Wehr- machtsberichl vom Wittwoch hat folgenden Wort- Unfer (telegraphisch von München nach 'Berlin übertragenes) 'Bild «zeigt die beiden Führer der verbündeten Nationen während der Besprechung im Führerbau. — (Presse-Hoffmonn-M.) Oie Zusammenkunft von München im Echo der italienischen preffe. ö e n f, 19. Juni. (DNB.) Der französische TM- fter der nationalen Verteidigung Uetz im /tachric^ tenbienft folgendes bekannt geben: ,.Es besteht ch kein Waffenstillstand. Verhandlungen haben noch nicht begonen. Der Kamps fteht weIler. Der fran^öfilche ÜJtlnifierrat Hai eine erfWtung oerölfentlkhl, In der es beifit: „Go erlf crt kein ®affen|tlllftanh, wir haben auch die Was|en mchi niebergelegt, daher ist es unsere Pfllcht, d e n d-r Hand lorHuleg.nl- »« General DegaulIe, der in der Negierung N Y naub Ches bes Militärkabinetts war es bann aber oorzog, nach Cnglanb zu flüchten, hielt do kernige Nundfunkansprache, in der er w a. aus führte- Generale, die feit vielen Jahren die fron Zösifchen Armeen befehligten haben eine neue Jte gieruna gebildet Diese Negierung behaupte, oan unsere A?meen besiegt sind und hat Verhandlungen MH dem Grinde ausarnamm-n. u^dl^F.Wdfi'lfl, r Fehler fllbt ee noch teilen elnsufielten. Ich lafle. dafi Jranfretn) verloren i[t. Irofi oller unserer Fehler fllbt -» noch flenufl Mittel, die uns eines lafles flelfalten werden untere Feinde zu zermalmen (!) ®a» ““fr, möge, die Flamme des sranzösljchen Widerstandes tiesttzmnen, zwei französische Armeen znr Verteidigung der britischen Insel und? England au schicken und alte Übrigen noch verfügbaren streit« kräste In Nordascika zu konzentrieren Osteich^eltiq !otte die französische Marine ebenso «nie die Luft« lotte den Kampf an der Sette Grvtzbrttannlens fort« etzen sollen. ■7 r < I sterprästdent hat sich darum gezwuugcn gesehen, eine Nelhe von Motznohmen zu treffen, die ans weit e r e Dl n 11 o n I e v n n g von Backwaren. Mehl, Zucker und Fleisch abzielen Der französische Innenminister Po ma ret hat burd) den Nundsnnk an die Bevölkerung In Frankreich einen Ausruf gerichtet, die Ortschaften nicht zn verlassen, auch dann nicht, wenn diese unmittelbar vor der Besetzung stünden Der Platz der srauzüslfchen Bevöl- kernng sei nicht aus den Landstratzen. Darum habe die französische Negierung alle srnnzösischeu Städte au offenen Städten erklärt. Auf biefe Welfe würden die Franzosen an Ihren Wohnorten in Sicherheit sein. Stockholm, 19. 3unl. (Eurovapretz) Wenngleich auch alle londoner Blätter freundlich'' Worte für den ehemaligen Verbündeten finden, so hat der Beobachter doch ha» Gefühl, dasz das amtliche England von Marschall Petatn enttäuscht Ist, well dieser es ablehnte, den anmatzenden Bor- fchlag einer englisch-sranzöMchen Unionsgründung zu diskutieren. Seit Montagabend wird fast In jeder englischen Nnndfunklendung daraus hinge- miesen, batz die neue französische Negierung e» nicht für notwenbtg befunben habe, ben englischen Vor- schlag au beantworten. Zwei Versuche habe die brl, tische Negierung unternommen. Zunächst habe Churchill sich mit Neynaub In ber französischen Provinz- stabt Nantes getroffen Neynaub Hobe die Unfähigkeit elngestanben, ble sranzttslschen Armeen weiter Im Kampfe zn halten. Schltetzllch habe man sich auf eine Formel geeinigt, nach der ble französischen Armeen den Kamps zwar ausgeben, die s r a n z ö f I s ch e Negierung aber nutzer Landes gehe, um dadurch die Fiktion der Legalität aufrecht zu erhalten Dieser 0 Hurchill-Neynand- Plan non Nantes aber sei an der klaren .Haltung des Marschalls Pötaln gescheitert Ein weiterer 'Berlud). Frankreich Im Wlrknngs- .......h ',n (।halt«", i' । । H B o । "1 a ii । unhtnotn« men worden Während von allen Fronten her Mel« düngen einlrasen von der Verzweiflung der sranzö- slsck;en Soldaten, die sich nld)i mehr zur 'Berteldl- nung formiertl'u, habe der britische 'Balsrhoster den letzten Plan unterbreitet Dieser ei ulrljln anderes gewesen als eine dreiste Speknlatlim auf da«, fron« zöstsche Kleinbürgertum In einem Unionspakt sollte laut Neuler folgendes vorgesehen werden: „Die beiden Negierungen erklären, bah Frankreich und Grotzbritannien nld)l länger zwei Nationen, sondern ä! I sch 5rItt |tbi Union ü II' werden Die Vertcisimig dieser Union wird dafür Sorge tragen, batz die Organe der Landes- v e r t e I d I g n n g z n I a m m e n g e I e g t nnd eins gemeinsame äutzere, sinanzlelle und wlrts,hnfllid)« Politik betrieben werde. Zeder srmizttslstlp- Bürger wirb unverzüglidi die brlllld)e Bürgerschaft erwer- ben, ebenso wie jeder britische Untertan Bürger von Frankreich weiden wird, Während de« Kriege» foll io nur iln iln i labtneH geben und alle Streitkräfte Grotzlirilcmnlens nnd Frankreichs, zu Lande, zn Wasser und In der Lust, werden unter die Leitung dieser Negierung gestellt. Diese Negierung wird dort arbeiten, wo sie es am besten kann. Die beiden Parlamente werden förmlich .assoziiert' werden Frankreich wird seine verfügbaren Streitkräfte Im Felde. zn Wasser und In der Lust zur Verfügung stellen. Mit anderen Worten also: Frankreich sollte voll- tisch, wlrtschaftlld) und staatsrechtlich im b r 111 • ipIri valikommen dul• hsii, nur noch ein Anhängsel der Londoner Plntokratle fein! .s)lnter diesem Ueberrnmpelnng-»verfud) verbarg sich eiskalte Berechnung Man wollte, wenn schon ,^rankreld)s Armee zerorach, wenigsten» Frankreichs ft I o 11 •• und ft rankreich » K o tonte n e r b e n i 91 ffn niederträchtige Leichenfledderei Crst die Völker für sich bluten lassen, wenn es brenzlich riecht, im Stich lassen, nnd wenn e» ganz schies geht, sie auch nach unter Ausnutzung der Not- tlmmlimr von 2liiArlnrn für die Mittagbnnmmer b|g.^'/ INn de^Bovmittooä Wt iintvrdlr für I mm-Olllw bei VhiAClgCH mm " ' ihrltcf VL,’trrtniufiin« Vim 70 mm Wiche IW Pf, 2Vlcbrrboluim'ViaUhiffel I VlbhUHinc'.VieimenhaficlH Plabvorsdnist (rnnbcilac* 2tciclnlmrmm)t.’h" »mehr (Vrinithlntf (BninbVrflle VbibcrmiAclaim imb bebüvhlhhc VhiAClarit mm UU mm Vircllo er Schmoch. nun wieder in deutsdrer Dondl Kanin Hot in heu unseligen Noveniberhigeli 191H, als die Wassenstillstandsbehlngungkn s'iwn den Umfang kommenden Unheils ahnen Hetzen, etwa» bitterer gebrannt in beuuchen fterzen al« der Verlust Stratz- bürg», der .wunderschönen Stadt", Mit der so viels erhobene nnb schinerzlidie Erinnerungen deulsdier Neid,«gefchid>le verbunden sind, seit ans der rörni- d)i*n Gründung Virgen loratum die Neichsstadt Strotzburn geworden war. die ein Mlltelininkt de» deutsdn'u .Humanismus und der Nesormation wurde, an deren bertlbinter Ilniversiläl einst Goethe studierte, die aber and) wie keine andere Stadl des deutsdn'ii Westens die Dabgier de» sralizöflsdien Nachbarn erregl Hot. der, nachdem er schon Im Westfälischen ft rieben die link»rheinlschen Teile des .ftochstifts Straflburg an sich gebracht hatte, nützt ruhte, bl» er durch die sdüindlichsli'n Manipulolivnen am 80. September IflHI mitten Im ftrleden and» die Neichsstadt Stratzburg sid) einverleibte Der Hlaub Stratzburgy bleibt für immer verbunden mit dem 'Namen des „Sonnenkönig»" Ludwig» XIV., der ble Ohnmacht des Neiches und die (Kcsinmnig»loslgkeit Nom, 20. Juni (Europapretz.) „Ein erster, beadrtlicher Schritt zum Anfliau des neuen Europas ist am Dienstag in der Münchner Zusammenkunft zwisd)en 5)itler und Mussolini und durch die Ent- sche,düngen, die die beiden Führer ongefldsts des Wasfenstillftandsgcslichs der französischen Negierung vereinbart haben, zurückgelegt worden." So schreibt der Herausgeber des halbamtlichen „G i o r n a l e d ' I t a I i Man dürfe aber nicht vergessen, dotz IkrlalUco Deutschland und Oesterreich, d h. der Eii" heit der deutsd)en Nation, fast zehn Millionen Deut- sche entritz und das arbeitsame Deutschland all seiner Kolonien beraubte Man dürfe ebensowenig vergessen, datz Versailles Italien segliches Kolonialgebiet verweigert habe ftrankreick) habe n I e m a I s Mi tleid mit Italien gehabt: es habe ihm 2.) 3abre lang jedes Zugeständnis unter Beleidigungen verweigert Das italienische Volk habe daher nicht weniger als das deutsche Volk das Necht, unbeng- fam darauf zu warten, dotz Gerechtigkeit endgültige Aufbau des neuen Europa werde noch neue Rümpfe und neues Bin, tosten Die Rede Churchills am Dienstag bestätige, datz England im Vertrauen auf die Unterstützung seines Imperiums entschlossen sei, den Krieg bis zum Aevtzersten sortzusetzen Deutschland und Italien hätten bereit» mit dieser Verlängerung des Krieges gerechnet und sie feien z u m Kamp sle b er ei t. Churchill habe vor dem Unterhaus die Gedenkrede zur französischen Niederlage gehalten Statt aber die eigene Verant- wortlichkeit für die leibst begangenen ungeheuren Dummheiten und vor allem für den von (Engi-mb an Frankreich begangenen felgen Vierra, zu beken- nen habe Ehurchill, so schreibt ..Popolo M Noma , ble 'unglaubliche Unverschämtheit gehabt, die Fron- Avsen noch zur Fortsetzung de» Kample» auszusor- lern um den England gegenüber eingegangenen Verpslidckungen treu zu bleiben Da» alle Albion sei also immer noch nicht gesättigt vom Blute Frank- reich», selbst jetzt nicht, wo Frankreich sichtlich schon ausgeblutet erscheine Als keanAelchvenb für ble Haltung der Engländer führt „Messaggero" die Tatsache an, datz in den Togen, da Frankreich sein letztes Blut vergotz, In London das Königs-Derby obaehallen worden sei Das Nennen Hove einen un» aehimrev Zulauf von VeranÜgungsluftigen gehabt. Währenddessen sei Frankreictz gestorben „Messaggero" schreibt, die Vlnswirknng der Ber- elnbarungen des Führers mit dem Dme ans die zukünstige Entw-ilklnng In Europa lasse sid) nld)l ermessen. Die Niederlage Frunkreldrs sei unerhört, ungeheuer und so schrecklich, datz einen solchen .in- | die Gesdilchte Europas wahrsd-einlüh nie mehr erleben werbe. Der Vormarsd) der deutschen Divisionen gehe unerbllllldj weiter. 'Weder Deutschland nod) Italien hätten ble ‘2 1 Jahre nach Versailles vergessen. Italien könne nicht vergessen, dotz es von Frankreich und England betrogen worden sei Frankreich sei völlig zerschlagen, und England erwarte sein Schicksal, do» von dem Frankreichs nicht verschieden sein werde Nicht» mehr werde den siegreldv-n Vormarsch der geistigen, moralisd-en und politischen Erneuerung Europas aufhalten können. darf nickst verlöschen und wird nicht verlöschen! (!) General Deganlle will Frankreich für Ehurchill und seine Pllltakratencligne endgültig in» Verderben stürzen. Ihn kümmert eo nicht, das, die Lage der französischen F I ü ch 1 l i >, g » m o s s e n in Süv- srankreich von Tag zu Tag unhaltbarer wird Um einen neuen Zustrom zu verhindern, wurden die Landstrotzei, an vielen Stellen burd) 'Bunin- stamme nnd sonstige Barrikaden v e r s p e r r t. Unter den Flüchtlingen befinden sick) and) viele poIni sch e und belgische Emigrant e n. Dav Flückü- lingeelenb hat die an nnd für sich schon grvtze L e b e n o m 111 e I v e r k n a p p n n g zn einem der ernstesten Probleme des Tages gemuckst. Der Mini- heulldier Fürsten brutal aU-NUtzte, um ältesten beut|d)en Kulkiir- und Bvlkoboden vom 'Held, al'zn- reihen Niemals haben da» hie Besten he» heul,dien Volkes vergeffen, Immer wieder sind Ile nach Stratz- burg gepilgert und haben sid) nützt soll selten können an trvm Stratzburger Münster, dem edlen 'Bau Ermin van Steinbachs, von dem Goethe In seinem Aussatz „Von deutscher 'Baukunst" 1772 In höchstem Entzücken den Meister zn fld) sprechen lässt „Wie frifcy lenctzlet er 1m Morgendnftglanz mir entgegen. Die ftoi konnte Ich Ihm mi hie 8ltnie <•"**i* u» »• - trecken, schauend die grotzen harmonischen Massen, zu unzählig kleinen Teilen belebt, wie In Werken her einigen Natur, bis miss geringste Fäserchen, alles Gestalt und olles zweckend zum Ganzen: wie das feslgegründele, ungeheure Gebäude sid) leidst in hie Luft hebt, wie durchbrochen alles und doch für die Ewigkeit! Deinem llnlerrübl dank Ich», Genins, datz nilro nldjl mehr schwindelt In leinen Tiefen, datz In meine Seele ein Tropfen släi senk! der 'Wonnernl) des Geistes, der ans eine solck)e Sdstip« htnfl heradfchousn und tzottglelch sprechen kann Es ist gulr Und als dann nach den Besreiungs- kriegen entgegen dem Sehnen denlsctzer Patrioten dank her gerissenen diplomatischen SchachzÜM' I alle t) rauh» auf dem Wiener Konaketz, Stratzbura und da» Elsas! den Franzosen hi leb, ries Ernst Moritz Arndt bei einem späteren Besuch Stratzburg» aus: „O mit welchen die fühlen von Wonne und 'lUeh Über all diese Schönheit und Kerrlicksteil, und datz diese nicht w.....i unst i gimotden sind bin i-t) 'n " Itraftl -mi i" in hoht H Münstit gtstandin unt> habe Im Osten ben Schwarzwald, Im Süden den ' jura, im Westen den IDoai |u voi mli 1,111111 n st henk Olm Ije 1111e Iaht nnb hl« Menschen darin öHt Nrühlschc NnlverNtötrdnlckerelN. taugt General-Anzeiger für Oberhessen Oteßen^chntftratze 7-9 i deutsch noch?" Erst 1871 fand das deutsche Sehnen Erfüllung, Straßburg wurde wieder deutsch und blühte als Hauptstadt der Reichslande auf in der Pflege des jungen Reiches, dos die Universität erneuerte, Industrie und Verkehr förderte und alles tat, um aus Straßburg ein Schmuckkästlein des deutschen Westens zu machen. Das Versailler Diktat hat dem allen ein Ende gemacht, Straßburg wurde französische Departementshauptstadt, deren Eigenart sich an dem strengen Pariser Zentralismus ab- schliff. Heute zählt es 193 000 Einwohner und ist nicht nur wichtiger Bahnknotenpunkt und Flughafen, sondern auch an der Mündung der Jll in den Rhein und am Rhein-Marne- und am Rhein- Rhone-Kanal gelegen, der erste Umschlagplatz der Oberrheinschiffahrt. Die Bewegungen der deutschen Armeen legen sich wie weitausgreifende Fangarme über das ganze Land und pressen überall, wo die französischen Truppen nicht nach Süden entfliegen, sie in tödlicher Umarmung zusammen. So vereinigen sich nun schon von Belfort kommende, also von Westen aus gegen den Rücken der Maginotlinie vorstoßende deutsche Divisionen mit den deutschen Verbänden, die die Oberrheinfront bei Colmar durchstoßen hatten und nun im Vormarsch in die Vogesen sind. Hier der Vogesenkamm im Oberelsaß ist während des ganzen Weltkrieges Kampfgebiet gewesen, meist freilich eine „ruhige Front", aber gerade die im gestrigen Wehrmachtsbericht genannte Stadt M ü n- st e r, mit etwa 4600 Einwohnern Hauptort des Münstertales, das durch Viehzucht, Käfeproduktion und Weinbau berühmt ift, war im Frühjahr und Herbst 1915 der Mittelpunkt heftigen Ringens, ebenso wie auch die Höhen nordwestlich von Mülhausen, z. B. der Hartmannsweiler Kogf. Mülhausen selbst, am Oberlauf der Jtt, war seit Ende August 1914 in deutschen Härchen geblieben. Es ist mit fast 100 000 Einwohnern die zweitgrößte und die industriereichste Stadt Elsaß-Lothringens, Sitz zahlreicher Baumwollwebereien und Kattundruckereien, Maschinenfabriken und chemischer Werke. Westlich der Stadt liegen wichtige Kalistätten. Auch Mülhausen mit seinem schönen Renaissanceratbaus ist alte deutsche Reichsstadt gewesen, di« seltsamerweise sich 1515 der schweizerischen Eidgenossenschaft angeschlossen hatte und 1797 in den Revolutionskriegen von den Franzosen einverleibt worden war. Weiter nördlich wurde Lun6oille genommen, ein' Städtchen von 25 000 Einwohnern an der Meurthe, einem rechten Nebenfluß der Mosel, bekannt durch den Friedensschluß von 1801, der die französischen Revolutionskriege beendigte. Ebenfalls an der Meurthe liegt Nancy, die alte Hauptstadt des Herzogtums Lothringen, heute mit 120 000 Einwohnern Sitz einer vielseitigen Veredelungs- rndustrie, bekannte Universität und Forstschule, 20 Kilometer weiter westlich liegt die Festung T o u l, auch sie war einst deutsche Reichsstadt und Bischofssitz, die mit Verdun und Metz 1552 von Heinrich II. Frankreich einverleibt wurde, ein Gewaltstreich wie der Raub Straßburgs und wie dieser verübt unter skrupelloser Ausnutzung selbstmörderischen deutschen Hauszwistes. Ein anderer deutscher Stoß führte schon durch Burgund weit nach Süden hinunter in Richtung Lyon am Zusammenfluß der Saone und Rhone. Hier ist schon südfranzösischer Boden, aber im Mittelalter als Hauptstadt des Königreichs Arelat zum Reich gehörig, erst im 14. Jahrhundert wurde es französisch. Heute ist Lyon mit 570 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs und eine der ersten Textilhandels- und -industriestädte der Welt, deren Seidenweberei besonders berühmt ist. Oestlich Lyon zwischen der oberen Rhone und der Schweizer Grenze liegt Savoyen, das Stammland des italienischen Königshauses, südöstlich die Dauphins mit Grenoble, und südlich, die Rhone abwärts, die berühmte Provence mit Avignon, Arles und Nimes. Daß der Vormarsch des rechten Stoßflügels m einer Breite von rund 130 Kilometer die beiden nordwestlichen Landschaften Frankreichs zu durchschreiten begonnen hat, die durch Geschichte und Volkstum eine Besonderheit in dem zentralistischen Staatsgefüge der Dritten Republik darstellen und auch immer wieder eine Beachtung dieser ihrkr Eigenort freilich vergeblich gefordert haben: die Bretagne und die Normandie, haben wir gestern schon in unserer geographischen Betrachtung zum Wehrmachtsbericht erwähnt. Mit der normannischen und bretonischen Küste ist die Basis für den Kampf gegen England um ein bedeutsames Stück verlängert. Don Cherbourg, dem letzten Kanalhasen Frankreichs, der nun auch in deutscher Hand ist, betragen die Entfernungen bis zu dem großen südenglischen Kriegshafen Portsmouth, bis zur Insel Wight und Dem bedeutenden Handelshafen Southampton zwischen 120 und 150 Kilometer. Zwischen der Normandie und der Bretagne liegen die normannischen Inseln, die zu England gehören, obwohl sie ganz nahe der französischen Küste liegen. Die Westspitze der Bretagne mit dem bebeutenben Kriegshafen Brest stößt schon weit in den Atlantik hinaus. Sie flankiert den Zugang zur Irischen See, durch die die Zufuhren nach den westenglischen Häfen geleitet werden müssen, soweit sie nicht den enormen Umweg um Nordirland herum vorziehen. Wie wenig England über der endgültigen Nieder- ringung der französischen Armeen von uns vergessen wird, haben die ^Bombenangriffe deutscher Kampfgeschwader auf Flugplätze und Tankanlagen an der Themsemündung gezeigt. Dr. Fr. W. Lange. Deutsche Soldaten retteten die Kathedrale von Nonen. Durch französische Brückensprengung in Brand geraten. Berlin, 19. Juni. (DNB.) Es ist bekannt ge- worden, daß die Kathedrale von Rouen durch das tatkräftige Eingreifen des Generalobersten von Kluge, Oberbefehlshaber einer deutschen Armee, und durch den opferwilligen Einsatz deutscher Truppenteile vor der Zerstörung durch Feuer gerettet wurde. Der Erzbischof von Rouen, Pierre Petit I u l l e o i l l e, hat am 11.6. das Verdienst der deutschen Wehrmacht um die Rettung der berühmten Kathedrale handschriftlich mit folgenden Worten bestätigt: „Das Feuer hat die Kathedrale von Rouen ergriffen. Ich erkenne bereitwillig an, daß die deutschen Militärbehörden alles getan haben, um den Brand einzudämmen. Am Abend war alle Gefahr abgewandt." Auch über d i e Ursache des Brandes, dem beinahe eine der herrlichsten Kathedralen Frankreichs zum Opfer gefallen märe, besitzen wir ein amtliches Dokument aus französischer Feder. Der Stadtverordnete und jetzig« Bürgermeister von Rouen, P o i s s a n t, hat folgende Feststellungen zu Protokoll gegeben: „3m Verlauf des 9.6. wurden mir mehrere Brände in verschiedenen Stadtvierteln an der Seine gemeldet. Sie konnten i n - folge des Mangels an Wasser nicht bekämpft werden, da die Kanalisation unterbrochen war. Ich glaube, diese Brände können durck die Wirkungen der Sprengung der durch die französischen Truppen minierten Brücke hervorgerufen worden fein. Die Brücke ist durch die französischen Truppen in die Lust ge- prengt worden. Möglicherweise haben auch eng- i s ch e Soldaten die Zündschnur in Brand ge- etzt. Um 10 Uhr vormittags ging ich mit dem Herrn Kommandanten auf die Kathedrale zu. Um diese Stunde hat das Feuer, vom Kai heraufkommend, die Rue St. Denis und die Rue Bonnetieres Übertritten. Der starke Wind schürte den Brand. Die Feuerwehr und die deutschen Soldaten haben unter der Führung ihrer Offiziere wahrhaft helbenmütige Anstrengungen gemacht, um die Kathedrale zu retten. Während des Rettungswerkes wurden zwei deutsche Offiziere und mehrer« deutsche Soldaten ernstlich verwundet. Dank dieser Bemühungen wurde die Kathedrale gerettet und der Brand auf einen Verhältnis- mäßig beschränkten Raum begrenzt." In einem Bericht oes Kommandanten der städtischen Feuerwehr von Rouen heißt es: „Als sich die Heftigkeit des Brandes verstärkte, arbeiteten die deutschen Behörden energisch mit den Feuerwehrleuten zusammen. Dank der übermenschlichen Anstrengungen haben wir die Kathedrale vor völliger Vernichtung bewahrt. Alle, ohne Ausnahme, Offiziere, deutsche Soldaten und Feuerwehrmänner tjaben ihre Pflicht getan trotz der großen Müdigkeit, unter der wir alle litten." Das Eingreifen der deutschen Soldaten war von entscheidender Bedeutung, denn der größt« Teil der städtischen Feuerwehr hatte zusammen mit dem Oberbrandmeister die Flucht ergriffen, so daß die zurückgebliebenen Feuerwehrleute nicht in der Lage waren, den Brand einzudämmen. Der ungefähre Frontverlauf, eingezeichnet auf Grund des Berichtes des Oberkommandos der Wehrmacht vom 19. Juni 1940. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Englands perfide Kampfmethoden. Wieder ein deutsches Lazarett im Hinterland bombardiert. Berlin, 19. Juni. (DNB.) In feiner letzten Rede hat der Kriegsverbrecher Churchill, wie schon so oft, von neuem feiner Vernichtungswut gegen alles Deutsche Luft gemacht. Da feine vielgerühmten Soldaten bisher immer bewiesen haben, daß sie den deutschen Soldaten und ihren Waffen einfach nicht gewachsen sind, greift er, wie es schon Jahrhunderte hindurch in der englischen Geschichte geschehen ist, zu den gemeinsten Mitteln. Fast Nacht für Nacht schickt er feine Bomber u n - ter dem Schutze der Dunkelheit in deutsches Hinterland. Ziel sind nicht etwa militärische Objekte, denn dort könnte die deutsche Luftsicherung ihrem Flug ein jähes Ende bereiten. Ihre Bomben werfen sie f a ft ausschließlich auf Wohnbezirke, kleinere Dörfer, auf die Ränder der Städte und oft auf freies Feld, um sich ihrer gefährlichen Aufgabe entledigen und daheim melden zu können: Bomben abgeworfen! In zahlreichen Fällen sind Schulen, Kinderspielplätze, Krankenhäuser und Lazarette das Opfer dieser hinterhältigen Angriffe gewesen. In der Nacht vom 17. zum 18. Juni flogen englische Bombenflieger Koblenz an und bombardierten ausschließlich zwei Objekte: die beiden Lazarette St.-Joseph-Haus und Kemperhof. Während die Brand- und Sprengstoff«, die dem St. Joseph-Haus zugedacht waren, glücklicherweise alle ihre Ziele verfehlten und in der Umgebung des Krankenhauses niederfielen, war die Wirkung des Bombardements auf den Kemperhof um so furchtbarer. Ein Seitenflügel des Gebäudekomplexes wurde durch alle Stockwerke hindurch aufgeriffen, zwei Schwestern, die sich um die Unterbringung der Verwundeten und Kranken in den Luftschutzkeller bemüht hatten, wurden vom ersten Stockwerk mit den Trümmerhaufen heruntergerissen und konnten erst nach schwieriger Arbeit verletzt aus dem Schutt geborgen werden. Auch der Irmenhof wurde durch Bomben schwer demoliert. Sämtliche Fensterscheiben und zum Teil die Türen der Krankenzimmer wurden zerstört. Mur der Tatsache, daß alle Verwundeten in den Luftschutzkeller gebracht waren, ist es zu verdanken, daß niemand weiter verletzt wurde. Daß es sich bei diesem Angriff wie schon so oft um eine bewußte Aktion gegen ein Lazarett handelt, geht aus folgenden Gründen klar yervor: Kemperhof liegt einsam weit außerhalb der Stadt. Der gesamte Gebäudekomplex ist durch riesige rote Kreuze auf weißem Grund nach oben weithin sichtbar gemacht. Die Nacht war mondhell und sternenklar. Außerdem aber haben die Flieger vor dem Abwurf der Bomben an Fallschirmen Leuchtraketen fallen lassen, die das ganze Lazarett taghell erleuchteten. Die Bomben wurden auch nicht aus großer Höhe abgeworfen, sondern die Maschinen gingen vorher auf Erdnähe herunter. Dieses neue schändliche Verbrechen Churchills wird zu den vielen anderen Kosten auf die große Rechnung geschrieben, die ihm demnächst präsentiert werden wird. Daß sie auf Heller und Pfennig beglichen wird, dafür bürgt das deutsche Schwert. Durch das Oberelsaß in die Vogesen hinein. ... (PK.) Der Kampf um den Brückenkopf Brei- s a ch war am Sonntagabend beendet, der Gegner überall geworfen, zerstreut und gefangen. Am Montag früh geht es mit neuem Schwung vor und dann in Eilmärschen nach Süden in Richtung Sulz—Sennheim und Ensisheim—Mülhausen. Die Straßen sind regenweich. Die Landstraßen müssen an Kanälen und Flüssen auf morastigen Feldwegen umgangen werden, weil die Franzosen schon am ersten Angriffstag die Brücken gesprengt haben. Das konnte den deutschen Vormarsch nicht wesentlich aufhalten. Don früh bis spät stießen die Aufklärungsabteilungen vor, und die Bataillone marschieren zügig nach. In einigen Dörfern haben sich die Franzosen gleich über dem Rhein noch verschanzt und müssen niedergekämpst werden. Den Vormarsch halten diese Widerstandsnester nicht lange auf, sie werden ein- v,A ■ - V Die Bevölkerung der Hauptstadt der Bewegung bereitete dem Führer und dem Duce bei ihrer Fahrt vom Bahnhof durch die Stadt einen unbeschreiblich begeisterten Empfang. lief gestaffelte Spaliere jubelnder Männer und Frauen und vor allem der Jugend Münchens säumten den Weg der Wagenkolonne. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Noch einmal Churchill. Churchill hat wohl eingesehen, daß seine jüdische Freunde in Presse und Rundfunk das erliegens Frankreich auf keinen Fall mehr werden galoari. fieren können. Er hätte ihnen sonst noch nicht, wie er’s gestern tat, den „parlamentarischen" Eselssiiz.- tritt versetzt. Er würde sonst auch noch nicht, wie er’s inzwischen durch den Rundfunk tat, seinen Engländern so restlos klarmachen, daß sie jetzt an die Reihe kommen und an den Krieg glauben müssen, auch die 30 000 Autobesitzer, die eben noch Wagen, Benzin, Zeit und Laube übrig hatten, um zun Derby-Rennen zu fahren. Natürlich wickelt Churchll seine peinliche Eröffnung in einen Wust von neu;n Prahlereien. England sei „nur zur See und in b?r Luft verwundbar". — Nun, daß es das in der Tü ist, haben unser« U-Bootsleute und unsere Flieger bewiesen. Sie werden auch erweisen, was es ba trit auf sich hat, daß Herr Winston Churchill jetzt ir.it derselben schönen Sicherheit, wie einst den Sieg Polens, die Niederlage Deutschlands in NorweM und seine Vernichtung in Belgien und Frankreich, voraussagt, daß „jeder Versuch, England zur See ju erreichen, schon im Kanal erstickt" werden würde, und daß die „wundervolle englische Luftwaffe", unb der „wunderbare Geist der englischen jungen Fli?. ger" die deutsche Luftwaffe kläglich schlagen urb jede Landung von Flugzeugen oder Fallschim- springern in England unmöglich machen wecke. Auch im Weltkrieg habe am Schluß „(Englands höhere Moral" gesiegt. Das steht dem in Lügen Graugewordenen besonders gut zu Munde. «Seine Losung heißt: „Die Schlacht in Frankreich ist beendet; die Schlacht in England beginnt." Die Dominien sollen jetzt helfen. Der gekaufte südafiikr- nische Herr Smuts sei schon auf dem Sprung, kam- dische Truppen feien schon gelandet. Die Kapituli. tion Frankreichs, sagt zur Erläuterung seines Eskl- fußtrittes Herr Churchill drohend, werde Frankreichs Schicksal besiegeln. Die Bedrohung Englands b«. drohe alle Völker, vor allem auch die USA. Hitler habe ja kein Kriegsmaterial mefyr; die Rüstung;- industrien in den besetzten Gebieten werde er ja nickt in Schwung kriegen. Aber England werde jetzt anfangen. Nun, Hitler hat schon sonst einiges in Schwung gekriegt, was zu leisten Herr Winsttn Churchill seinem Lande immer noch schuldig blieb. Di« britische Nation, schreibt der jüdische „Manche, lter Guardian", müsse sich glücklich preisen, durch diesen großen Churchill „zu dem Gipfelpunkt eimr hohen und heiligen Macht" hinaufgeführt zu werden. Uns soll es recht sein, denn je höher der Gipfel, desto tiefer der Sturz. fach umgangen und von nachfolgenden Km- panien erledigt. Vielerorts wurde Widerstand ae- leistet, so am Eingang zum Lauchtal bei Sulz. Alles wie ausgestorben, kein Feind zu sehen. Unsere Flak und Pak haben die Infanterie überflügelt urb stoßen schneidig auf Sulz vor. Da schießt es plötzlich aus allen Weinbergen und Hohlwegen, Straße:- rändern, Hecken und Waldungen. Verluste waren nicht zu vermeiden. Und auch ihre Dorfühler mu.tz- ten die unerschrockenen Kameraden von der Pck etwas zurücknehmen, aber nur für kurze Zeit. Mit dem neuen Tag geht der Vormarsch weiter. In Ensisheim, nicht weit von Mülhausen, haben die Franzosen am Sonntag d i e Brücke über die Jll gesprengt, so daß mehrere Häuser in Schutt liegen und in weitem Umtreis j keine ganzen Ziegeln mehr auf den Dächern M so gewaltig war die Sprengung, die auch die gaitje Brücke vollständig zerstörte. Aber unsere Truppen sind schon dabei, eine Notbrücke zu errichten urb einstweilen die Infanteristen mit Schlauchbooten überzusetzen. Den Vormarsch auf Mülhar- sen kann die zerstörte Brücke nicht hemmen. 91 ur geringer Widerstand muß weiterhin gebrochen werden, und gegen Mittag rücken unsere Truppen stramm und froh in die industriereiche Stadt der Oberelsaß ein. Wir ziehen uns südwestlich an den Dr> gesen entlang. Rechts vor uns erhebt sich der im Weltkrieg schwer umkämpft« Hartmanns« weiter Kops mit dem Erinnerungskreuz of dem Gipfel. An der Straße tasten sich unsere Aus« klärungsabteilungen langsam vor. Aus dem ® el« weiter T a l schoß gestern noch die französisch Artillerie. Um einen etwaigen Feind in diesem Schlupfwinkel unschädlich zu machen, ist Artillerie und Flak aufgefahren unb setzen ihre Granaten m die Wälder und Hohlweg«. Als wir kurz vorhin in Merxheim «inführen, wird gerade noch ms Baumschützen geschossen. Es sind meist versprengte Gegner, die bei dem Vormarsch nicht abziehen konnten. Ein Aufklärer sucht die Tatwinkel ab. Der Kommandierende General des Abschnitts ist bis cn die Spitze der Aufklärungstruppe vorgefahren unb geht zu Fuß noch weiter vor, um Vie Lage .311' erkunden. Auch zu den in den Feldern aufgesahre- nen Artilleristen geht er und informiert sich. Südlich gegen Sulz schlagen unserer vorgehenden Infanterie einige MG.-Feuerstöße entgegen. Unsere Infanteriegeschütze betten hinüber, der Fenrb schweigt. Kurz nach Mitternacht muß unsere Arttl- lerie nochmals hinter Ungersheim nordwestlich von Mülhauspn auffahren, diesmal mehrer« Batterien der schweren Artillerie. Neu« Gefahren' zonen für den Vormarsch müssen in den seitlichen Vogesentälern unschädlich gemacht werden. Wilb gehen die Granaten hinüber, und dumpf hallen die Detonationen in den Vogesentätern wider. Auf dem Wege nach B 0 l l w e i I e r kommen ur; mehrere Kolonnen entgegen. Dort wurde Hefti? gekämpft. Jedes Haus mußte gesäubert werden. 2tu> allen Winkeln werden die Schützen herausgezerrt Sogar in Zivilkleidern werden einige nrit der Wa^f« in der Hand angetroffen. Wie sich aber nachher herausstetlte, waren es Soldaten in Zivil, die m' diese echt heimtückische französische Art kämpften. Aber auch dieses Nest wird gesäubert. U e b 1 r 1000 Gefangene haben wir hier herausgehalt Gegen Abend gehen wir nach Sennheim vir Feindlicher Widerstand wird im Zusammenwirken: mit Artillerie und Pak gebrochen. Der Marsch geh' weiter. MG.-Feuerduelle gibt es unterwegs frei«' lieh noch. Plötzlich tauchen in einer Waldschneise > gar noch einige Tanks auf. Nach einigen Schüssen! rennen sie. Acht wurden erledigt. Rechts werden ein paar Bunker entdeckt, die auch sofort Feme' geben. Wieder kommen unsere Paks zum 6dpiR und machen diese Hindernisse sturmreif. Dabei fäll' ein Major in unsere Gefangenschaft, der uns fa-fl1 daß in dem Nachbardorf auch noch ein Bataille steckt. Sofort fetzt sich ein Infanterie-Bataillon in Bewegung und hebt das Nest aus. Auf den Straßen mehren sich die Gefangenen-Kolonnen. Semi- Heim ist reif zur Einnahme. Man könnte sich wundern, daß die Franzohr immer noch einen so aussichtslosen Kampf an em- zelnen Punkten liefern, aber meist geschieht es 'n völliger Unkenntnis der Lage. Don einem nah-en Dogesental hören wir jetzt gerade wieder schwer« endens Ä Ä5 hrt zu k Detonationen, Unfere Artillerie greift dort nochmals an. Warum kämpfen denn die Poilus fo zäh? Sie tonnen ja nicht mehr heraus! Auch hinter den Do- Öen . winkt ihnen keine Rettung mehr. Sie ziehen daher in die Taler zurück und verteidigen sich als gute Soldaten, wenn sie dort angegriffen werden. Doch der Widerstand ist immer nur vereinzelt Dennoch ist die Auskämmung eines fo großen Gebietes in wenigen Tagen eine große Leistung. Aber unsere Truppen sind mit einem Feuereifer dabei wenn es nur vorwärts geht. Dr. August Rammingen ^-Obergruppenführer Weitzel f. Bei einem nächtlichen englischen Fliegerüberfall «auf die innere Stadt Düsseldorf wurde --- Obergruppenführer Weitzel tödlich getroffen. -)° Obergruppenführer Weitzel fuhr während des An- ttri fes in die bedrohte Zone, als ihn ein Splitter einer Bombe traf. ^«Obergruppenführer Weitzel gehörte zu der Al- ten Garde des Gaues Hessen-Nassau. Er noar einer der ältesten Mitkämpfer unseres Gauleiters, an dessen Seite er dem Gau eine schlagkräftige und einsatzbereite, vom Gegner stets gefürchtete Schutzstaffel aufbaute. Sein Kampfgeist und jein Opfersinn, die er in der Zeit vor der Machtübernahme und auch in den Jahren danach in Hessen-Nassau zum Einsatz brachte, lassen ihn der Bewegung unseres Gaues unvergessen sein. Das Adler-Geschwader entscheidend beteiligt. Berlin, 19.Sunt. (DNB.) Der gestrig- OKW.< Bericht gab bedeutende Erfolge der deutschen Luftwaffe gegen feindliche Transportschiffe an der Loire- wündung bekannt. Wie wir hierzu erfahren, ist an liefen außergewöhnlichen Erfolgen des 17.6. das Gekannte Adler-Geschwader unter Führung Les Oberstleutnants L v e b e l entscheidend beteiligt gewesen. Großer Oeltanker nahe der englischen Küste versenkt. N e u y o r k, 19. Juni. (DNB.) Wie verlautet, wurde der 14 000 BRt. große Oeltanker ,^J t a I i a" vm 14. Juni in der Nähe ber englischen Küste versenkt. 19 Besatzungmitglieder werden vermißt. 3er Tanker gehörte der Texas Company of Nor- öaqv Weiter wird gemeldet, daß die Bundesschiff- jfahrtskommission den Verkauf des U8A.-Frachters „6 o n t) o r" an eine englische Reederei genehmigte. .IleuesKlotlenbauprogramm der USA. derstand»■ bei 6y|j. ehen. Unii: Mgrltü eßt es pL'i • en, Strafe,-. , ■lüfte Mi, fühler tu-' on her V-' 'je Zeit, arsch wrte ie te )aß mchci em Um )ächm iü ich die gen ere Inin' Nichten d chlauchbo:r Mülha.' emmett fc -brachen tc- Washington, 19. Juni. (DNB.) Der Flottenchef Admiral Stark forderte am Dienstag im Marineausschuß des Abgeordnetenhauses weitere ^Milliarden Dollar für ein zusätzliches rund 200 Kampfschiffe umfassendes Programm. Die Marine der USA., deren Tonnageraum zur Zeit etwa 1,7 Millionen Tonnen umfaßt, würde, falls der Kongreß die Forderung bewilligt, um 1,25 Millionen Tonnen vermehrt werden. Starks Forderung kam völlig überraschend, da erst nm Montag in den Marineausschüssen beider Häuser mit Billigung der Regierung zwei Vorlagen Angebracht worden waren, die 1,2 Milliarden Dollar für 84 weitere Kriegsschiffe anforderten. Stark bezeichnete das neue Programm angesichts der Weltlage als unumgängliche Notwendigkeit zur Verteidigung der Vereinigten Staaken und ihrer Jnfelbesitzungen, wie zur Verteidigung der Monroedoktrin. Der Marineausschuß hieß das zusätzliche Flottenausbauprogramm einstimmig gut. Die Bewilligungen müßten jedoch von Fall zu Fall angefordert werden. Admiral Stark erklärte, die Durchführung des neuen Programms würde etwa 7 Sabre beanspruchen. Der Vorsitzende des Senats- ausscyusses, Walsh, bezeichnete die Bill als Beginn einer amerikanischen Doppel flotte, d. h. Schaffung je einer unabhängig voneinander operierenden Flotte im Atlantik bzw. Pazifik. Allgemeine Wehrpflicht in Kanada. N e u y o r k, 19. Juni. (Europapreß.) Aus Ottawa wird gemeldet, die Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht in Kanada sei im Rahmen eines außerordentlichen Ermächtigungsgesetzes vom Ministerpräsidenten Mackenzie King angekündigt worden. Der kanadische Ministerpräsident fügte jedoch hinzu, daß die Wehrpflicht vorläufig auf die Landesverteidigung beschränkt bleibe. Weiter gab Mackenzie King die Landung des ersten kanadischen Expeditionskorps auf Island bekannt. Dor dem kanadischen Parlament erklärte Verteidigungsminister Power, jedem Bürger Kanadas unter fünfundvierzig Jahren werde in absehbarer Zeit „Gelegenheit gegeben und die Verpflichtung auferlegt werden", s i ch militärisch ausbil- den zu lassen. Der Verteidigungsminister hob hervor, daß die militärische Ausbildung nur zum Zwecke der „Verteidigung des Dominions" erfolgen solle, woraus hier die stillschweigende Zusicherung genommen wird, daß die auf Grund Der Allgemeinen Wehrpflicht Ausgehobenen nicht zur Aufstellung des nach England zu entsendenden Expeditionskorps herangezogen werden sollen. Die Ausbildungszeit werde ie nach den Erfordernissen drei Monate ober weniger betragen. Das Straßburger Münster. Von Ernst von Niebelschüh. Mit der Besetzung der „wunderschönen Stadt" durch deutsche Truppen ist auch das Straßburger Münster, dessen Verlust uns nicht weniger schmerzlich traf als der von Grünewalds Jsenheimer Altar in Colmar, wieder in die Arme der Mutter zurückgekehrt. Grenzlandschicksal waltet über diesem vielleicht schönsten, sicher aber geliebteften un- ferer mittelalterlichen Dome. Er blickt gleicherweise nach Osten wie nach Westen, und wer seine Geschichte zu schreiben unternimmt, kann nicht umhin, sie in die der beiden Völker hineinzustellen, die ihm seine Gestalt gegeben haben. Dennoch fällt das deutsche Element schwerer und ausschlag- gebenber in bte Waagschale. Soweit wir bte Baugeschichte ber Mün- sterkirche zurückversolgen können, nirgends treffen wir auf französische Namen. Deutsch war das Domkapitel, deutsch die Bischöfe, deutsch auch die uns überlieferten Architekten, angefangen bei jenem Meister Rudolf, der bas gotische Langhaus erbaute, über Erwin von Steinbach, ben mutmaß- imnr W lichen Schöpfer ber Fas- fabe, bis zu Ulrich von Ensingen unb Konrab Hültz, bie mit ber Errichtung bes Turmoktogons unb feiner phantastischen Helmbekrönung bem Bau bie im wesentlichen enbgültige Form gegeben haben. Als ben gotischen Musterbau hat schon ber junge Goethe bas Münster gepriesen, obwohl ihm dieses Lob mit geringerem Recht zukommt als etwa bem Kölner Dom, Der ihm an Einheitlichkeit ber Planung unb Durchführung überlegen ist. Auch an Konsequenz in ber Uebernahme französisch-gotischer Konstruktionsgrunbsätze. Man barf nicht übersehet, baß bie gotischen Bestanbteile, Langhaus unb Turmfront, sich unorganisch an eine noch aus romanischer Zeit stammende Dftpartie anlehnen unb selber mit Benutzung ber Funbarnente eines frühromanischen Vorgängers errichtet sinb. Aus bieser Kreuzung alter Ueberlieferungen mit ber neuen Formensprache ergaben sich sehr eigentümliche Maßverhältnisse, unb bas Resultat ist ein Raum, ber gerabe bie im französischen Sinne entscheibenben Fvrberungen ber Kathebralgvttk nicht erfüllt. Sowohl die weiten Pfeilerabstände wie auch bas geringe Maß der Höhenstreckung sind unfranzösisch, unb aus biesem nicht eben „klassischen" Verhältnis ber Höhe zur Breite entsteht ein Raumbilb von ruhig ausgewogener, aber nicht eigentlich „gotisch" zu nennender Weite unb Durchsichtigkeit — trotz aller Korrektheit ber Einzelformen. Es forbert zum Verweilen auf, was bie französische Kathebrale mit ihrer schnellen Pfeilerfolge unb ihrem steilen Querschnitt nie tut. Am besten ist bieser Unterschieb burch eine Zahlenfigur klarzumachen. Verhalten sich in ber klassischen Gotik ber Franzosen bie Scheitelhöhe ber Gewölbe zur Breite bes Mittelschiffs wie brei zu eins, so in Straßburg nur wie zwei zu eins. Mit anberen Worten: bas ber Schulgotik so wesenseigentümliche Moment ber Uebertreibung fehlt bem Straßburger Langhaus. So überroältigenb ber Einbruck ist, er entsteht nicht aus ber starren Befolgung eines formalistischen Dogmas, bas ben Menschen in die Knie wirft, ohne ihm bie Möglichkeit ber Wieber- aufrichtung zu geben. In der wie mit Filigran überzogenen Fassade mit der wundersamen „Harfenbespannung" ber Wanbflächen unb ber unvergleichlich schon gezeichneten Rose über bem Mittelportal erreicht bie Baumasse, bie von Ost nach West zunehmenb transparenter wirb, jenen Zustand ber Vergeistigung, ber bie Bewunberer dieser riesenhaften Schauwand an bas „achte Weltwunder" benfen lieh. Die Jbee bazu mag auf Erwin von Steinbach zurückgehen, ben Meister, in welchem noch Goethe ben Schöpfer bes 'Gesamtbaus zu sehen glaubte. Schabe, baß einer der großartigsten Baugedanken aller Zeiten später in ungeschickte Hände geriet: durch die Einfügung eines Zwischengeschosses zwischen den anfänglich freistehenden Turmstümpfen, wodurch die vertikal aufschießende Fassade in eine bloße Kulisse verwandelt unb der ursprüngliche Plan, der Stirn- wand zwei gleiche Turmbekrönungen zu geben, unmöglich gemacht wurde. Die später gefundene Lösung des Einturms ersetzt durch eigenwillige Originalität, was ihr an Einheitlichkeit und Symmetrie fehlt. Eine sehr deutsche Lösung! Bizarr unb launenhaft, wenn man will, aber von so geistreicher Eigenart, daß es unmöglich ist, sich einen Partner, der diesem Turm das Gleichgewicht hielte, auch nur vorzustellen. Noch aber fehlte dem Turm- oktogon Ulrichs von Ensingen der Helm. Er ist das Werk bes aus Köln berufenen Konrad Hültz: eine aus lauter Spindeltreppen bestehende, luftdurchlässige Spitzpyramide aus Stein, eine Vielheit von Schrauben gleichsam, mit deren Hilfe ber Besucher dieses technischen Wunberwerks bie Spitze ber Nabel erreicht. Mit einer Höhe von 141 Meter ist ber Straßburger Münsterbom von keinem ber noch im Mittelalter vollendeten deutschen Domtürme übertroffen worden. Eine reiche und kostbare Portalplasttk, das meiste und beste aus ber Entstehungszeit bes Bauwerks, also bem 13. uyd 14. Jahrhundert, sowie bie Fülle alter Glasgemälde tragen dazu bei, uns das Straßburger Münster auch nach dieser Richtung hin als eins ber ebelften Dokumente beutscher Kunst erscheinen zu lassen. Völkerwanderung über die Schweizer Grenze. Ein Sonberberichterstatter an ber französischschweizerischen Grenze hatte Gelegenheit, ben Flüchtlingsstrom an den Grenzübergängen von Frankreich zur Schweiz längs bes Juragebirges zu beobachten. Der Strom ber Flüchtlinge hat, fo meßet er, in ben letzten 24 Stunben stellenweise bie Ausmaße einer wahren Völkerwanderung angenommen. Zu Fuß, auf Fahrräbern, mit Schubkarren, Hanb- unb Kinderwagen, Pferbefuhrwerken unb Automobilen überschreiten Frauen, Kinder und Greise, Schweizer wie Franzosen, nur mit bem not» roenbigften Gepäck unb in Bettlaken geknotetem Hab unb Gut bie Grenzen der Schweiz. Dazu treten in immer größeren Gruppen französische Soldaten unb Offiziere, Eisenbahner, Zoll- unb Grenzgenbarmeriebeamte auf Schweizer Boben »re Inip" \ e Slck la f n ben h rfjebt sich!- rtmanr." f. igsfreuj J- > unsere | 5 bem ®1:" . e franto'' [b in bii'n ist W Granaten' - kurz My- •abe noch - st verjM . icht linfel ab. itts ist lnU - -gefahren ® die LatzU n auW ' !r Sfe». i'et ein S? l Kk K t igeg» E d-- E in1»* d-« i®»,' nViW Rote Bataillon Leilo-Crena.dierefJ'SO o. |1 -.vX ■ Das gilt nicht nur für das,was der Soldat ißt unb trinkt,sondern auch für das, was er zu rauchen, btfommt-jür uns ifr cs ein Grund mehrLigaretten^u liefernde ihm besonders gut schmecken sollen- S)os unsichtbare Id* M UN DSTÜCKder GÜLDENRING fasst neben dem Jroma auch den (geschmack des fdabaks zur Rettung kommen -dDie Freude an diesem herzhaften, für eine m u ndstück fose Zigarette typischen Qenuss wird aber noch gesteigert durch den Schutz, den, das Id.'Mundstück den dippen gewähr GÜLDENRING mit ^Mundstück 4 P FG* Sieri/iüta ofcfirillfyur 2916 D Schüler zu RM. 0.20. 2910D kasse des Kurhauses. 2912P Marktstraße 23. [29i?D DIE BANK IST DEIN FREUND Freibank-Verkauf 02163 von 10-11 Uhr iWiSkWW | Mietgesuche I-Miiu. Milli. GLORIA Heute Donnerstag Erstaufführung! 2908 D 02160. 2920 D Die Deutsche Arbeitsfront M NSG. „Kraft Horch Freude“ __ Wetterau Kreisdien RM. 5.50 in unserem Theater-Sommer-Ring für Nur Neu nszenieruoOen! • Nur We Plötze im Hol suslem! Neueste Ufa-Ton-Woche Anmeldung nur noch einige Tage in der Karten Verkaufsstelle, Seltersweg Nr. 60 2919A Sprechstunden in Gießen: Dienstag, Donnerstag, Samstag Sprechstunden in Großen-Äuseck: Montag, Mittwoch, Freitag BANK SPAR BUCH DEIN GELD TRÄGT ZINSEN Während meiner Abwesenheit werde ich durch den staatl. gepr. Dentisten F. G. Dunkel vertreten Juni 1940 7-8 Uhr 8-9 Uhi 9-10 Uhr am 22. von von '0N Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Bänninger G.m.b. H., Gießen Freitag früh ab 8 Uhr irifcbeSchollen ! 2914A Nr 1001-1050 Nr 1051-1100 Nr 1101-1150 Nr 1151-1200 Berusst. Dame sucht zum 1. 7. ’ rundlich möbl. Verkäufe "] Schreibmaschine ,Orga-Privat‘ gut erhalten, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 02164 a.d.G.A. wennmoglichmit Küche, von berufstätig. Dame gesucht. Schr. Ang. unt. 02166 a.d.G.A. im Alter zw. 25 und 40 Jabren ganztägig in Dauerstellung gesucht Schriftliche Angebote unt. 2925A an den Gießener Anzeiger erbeten. SCHNELLE ABWICKLUNG Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem schweren Verluste meines lieben Mannes, unseres treusorgenden Vaters, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank aus. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Anna Heidlindemann, geb. Braun. Gießen, den 20. Juni 1940. Gießen (Händelstraße 16), den 17.3uni 1940 z. Z. Katholisches Schwesternhaus Unsere 2rmlinde ist angekommen! Dies zeigen in dankbarer Freude an Gertraud Äraner, geb. Huth Or. W. Brauer ^Shves Slaail. gepr. Dentist, Gießen, Großen-Äuseck von 11-12 Uhr Nr 1201-1250 SiMt. ScHlachihüL Sielen. Watte Fran od.älteros Fräulein zur Führung ein. frauenlos. Haushaltes von älter. Herrn gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02162 an den Gieß. Anz. Diebank irheiler gesucht. 2923D Lotz Kohlenhandlanß Kaiserallee. Keine Ursprungszeugnisse, andern nur Zeugntr abichriften dem Be werbungsichreiben bet legen! — LichtbUder undBewerbungsunte» lagen mülfen zur Ber meivung von Berluslen auf der tRüd'eite 'Jla- men und Anschrift des Bewerbers tragen! fTheaterfreunde! Wir bieten im Laufe der Sommerspielzeit 5 Vorstellungen Millionen konnten außerdem durch den Verkauf der Pferde gedeckt werden. Aehnliche Szenen wie damals erlebte Verrieres auch in den Tagen oom 17. und 18. Juni 1940, mit dem einen Unterschied, daß sich durch den stürmischen Siegeslauf der deutschen Truppen, die nun bereits den jenseitigen Grenzüberaang besegt haben, hier keine größeren Truppenmassen des geschlagnen französischen Heeres mehr auf neutralen. Boden flüchten können. In Verrieres begegneten uns un- zähligevbis über das Dach beladene Fuhrwerke, Kraftwagen sowie Gruppen flüchtender Franzosen mit ihren kläglichen Habseligkeiten. Mehrere fram zösische Zoll- und Grenzschutzbeamte befanden sich noch auf französischem Boden. Die deutsche Reichs- Aelterer bilanzsicherer DucMer für einige Stunden in der Woche gesucht. Schr. Ang. unt. 2918D a.d.G.A. Todes-Anzeige Gestern nacht verschied nach kurzer Krankheit unser Gefolgschaftsmitglied Hugo Bechthold aus Launsbach. Wir verlieren in ihm einen treuen, aufrichtigen und fleißigen Mitarbeiter, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Gestern verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Konrad Balser im 70. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Marie Balser, geb. Geiß. Gießen (Krofdorfer Straße 10). den 20 Juni 1940. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Täglich 4, 6, 8.15 Uhr. Sonntag 3,5.30,8.15 Uhr Jugend hat Zutritt 2909A (siebener Vortragsring Goethe-Band,KauhnännischerVer0inu.Volksbildanßsstätie6ie6eD Montag, den 24. Juni 1940, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität, Zugang Goethestraße Vortragsabend des bekannten Sprechers Dr. Leonhard Blass Der letzte Sprung des alten Löwen Dichtungen, Briefe und Dokumente über Englands Spiel mit den Völkern Die Mitglieder des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins haben bis zu drei Plätzen freien Eintritt gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises am Saaleingang. Die Mitglieder der Volksbildnngsstätte Gießen erhalten besonders ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von RM. 0.40 auf der Kartenvorverkanfs- stelle der KdF., Gießen, Seltersweg 60. Die Mitglieder der Gsserschäft für Erd- und Völkerkunde erhalten gegen Vorzeigen ihres Mitgliedsausweises an der Abendkasse ermäßigte Karten zum Preise von RM. 0.50, Mitglieder der NS.-Frauenschaft, des Landschafts’znndes Volkstum und Heimat gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises Karten zum Preise von RM. 0.60, Nicht- mitgl eder zu RM. 1.- bei Challier und an der Abendkasse, Stndentenkarten zu RM.0.30 bei Hausverwalter Becker, Universitätsgebäude, HJ., BDM., Militär und 3roo für einige Stunden am Tage gesucht.! 2922V Mtitöe 9 d. w evtl. Stadtmitte (2000 kg Tragkraft! zu verkaufen I mit Mittagstisch. > zät a Schr. Ang. unt Finanzamt Gieken. >02167a.d.G.A. Diese Beiden sind jung verheiratet, sie sind entschlossen, sich ihr Leben nach ihren eigenen Plänen aufzubauen. Dazu sind Mittel notwendig, die ihnen heute noch nicht zur Verfügung stehen. Sie wissen aber, daß jede gesparte Mark sie der Erfüllung ihrer Wünsche näher bringt Sie haben daher ein Bank-Sparkonto eröffnet. Sie haben gut gewählt, denn nun haben sie teil an den vielen Vorteilen, die die Bank jedem Kontoinhaber bieten kann — auch Dir: L-V—1 L 1 —1 GIESSEN AM OSWALDSGAßTEN• FERNßJ2U5Z46 Dr. Ploch Asterweg 34 nimmt am Freitag. 21. Juni die Praxis wieder auf. aang der klägliche Vorbeimarsch der Bourbaki- Armee. Die Bedingungen des Grenzüberganges und der Entwaffnung wurden in einem kleinen Haus in der Stadtmitte von Verrieres zwischen General Herzog und dem französischen General Clinch ant unterzeichnet. Eine Gedenktafel an dem Haus erinnert noch heute an jene Zeit. Damals zogen über die Grenze von Verrieres 88 000 Mann; der Vorbeizug der Artillerie, die an der Spitze marschierte, dauerte 48 Stunden. Das Kriegsmaterial umfaßte 12 000 Pferde, 1200 Wagen und 1200 Geschütze. Die Internierung kostete den Schweizer Bundesstaat 12,2 Millionen Franken. Die Kriegskasse der übergetretenen Armee hatte einen Wert von 1,6 Millionen Franken, etwa 1,15 kriegsflagge ist bei Larmont-Dessus, in Sichtweite der Schweizer Grenze, gehißt worden. 50 französische Soldaten überschritten in diesem Augenblick im Laufschritt die Grenze und wurden entwaffnet. Immer neue Flüchtlingsscharen überschreiten die Grenze mit Sack und Pack, mit Kind und Kegel, mit den in letzter Minute zusammengerafften Habseligkeiten beladen. Auf einem Fuhrwerk lag alles wüst durcheinander: Koffer, Wäsche, Möbel, ein Radioapparat und so- gar eine Nähmaschine. Die Archive und Standesamtsurkunden mehrerer französischer Ortschaften wurden im Cafe Federal von Verrieres deponiert. Der Inhaber des Cafes, Cesar Hirt, ist der Sohn des Kaffeehausbesitzers, der 1871 den Uebertritt der Bourbaki-Armee miterlebt hatte.__________________ über, wo sie sofort entwaffnet und in Internierungslager gebracht werden. Den zahlenmäßig stärksten Zustrom französischer Truppen, die der immer drohenderen Umzingelung und Gefangennahme durch die oorstürmende deutsche Armee durch eilige Flucht und Uebertritt auf neutralen Boden zu entgehen trachten, erwartet die Schweiz auf dem Grenzabschnitt zwischen Basel und Verrieres (unweit von Pontarlier). Die Einwohner von Verrieres erleben erneut historische Stunden. Hier überschritten schon ein» m a l während des französisch-deutschen Krieges 1870/71 eine geschlagene französische Armee und Tausende von Flüchtlingen die neutrale Grenze: am 1. Februar 1871 vollzog sich an diesem Grenzüber- WM ffiirky fFcmplc das kleine, tapfere Trappermädel inmitten eines packenden Geschehens. - Ein Film für jedermann der sich ein jugendliches Herz bewahrte Kurhaus Bad-Nauheim Freitag, 21. Juni abends 8 Uhr, im groß. Bühnensaal Gastspiel der Frankfurter Oper »MONA LISA« Oper in 2 Aufzügen. Musik von Max von Schillings. Dichtung von Beatrice Dovsky. Mona Lisa: Elsa Kment Musikalische Leitung: Otto Winkler, 1 Kapellmeister der Frankfurter Oper. - Bühnengestaltung: Herbert Decker, Oberspielleiter der Frankfurter Oper. Bühnenbild: Hellmut Jürgens. Eintrittspreise von 2.0R bis 6.05 RM. an der Theater- t PQLRST____Giessen Daunen- Kinderdeckbett zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. [289sD Wenig gebraucht, moderner 2915D fätap (Korbgestecht) zu verkaufen. Gießen, Bahnhofstr. 68. | Kaufgesuche"] Heu kauft [2924D Huhn, Rittergasse. [Verschiedenes] Die Mion die am Sonntag (16.6.40)a. Hoftor des Hquses Weserstraße 29 die Kinderstrickjacke abgenomm. hat, ist erkannt u. wird ersucht, dieselbe a. d. Fundbüro abzugeben, andernfalls Anzeige erfolgt, orisb 6bANk dich mit einem guten Werkzeug zu schaffen. Das wissen Sie doch auch. Ob Sie Schreiner oder Schlosser sind, Sie müssen sich auf jeden Fall auf Ihr Arbeitsgerät verlas-, sen können. Es muß ein Werkzeug sein, welches die Arbeitsgänge erleichtert und wacker voran hilft. Es muß dabei stabil sein und Arbeitskraft sparen Und so sind sie auch alle beschaffen, die guten Werkzeuge von 02168 Donnerstag, 20 Juni 1940 Gichener Anzeiger iGeneral-Anzelgsr für Mderhessen) HrJ44 Zweites Blatt Gießener Studenten nn Ernteeinsatz Oer Blitz auf Verdun Don Ioses Maanus Wehner. ver- war Kleinkrieg der Blutpumpe, Brennpunkte ungeheuersten Heldentums vulkanisch ausstoßend, aber Verdun entfernte sich immer mehr, je näher wir ihm kamen. Thiaumont, Kalte Erde, Damloup, Dauxteich — wer sie sah, wer von Trichter zu Trichter stürmte, wer auf Toten schlief und ekles Wasser aus verpesteten Sümpfen trank, wer die Scharen der Raben sah —, der hörte kaum noch den Jubel der Lerche, die morgens aus der tausendmal zermahlenen Erde jener tödlichen Kraterlandschaft stieg. Am Tage Allerseelen 1916 zog die deutsche Besatzung von Fort Daux ab, während drüben auf dem Douaumont die siegestrunkenen Schwarzen lärmten. Gruppe des deutschen Heeres liegen sahen, ohne sie nehmen zu dürfen, brannte all die Jahre schmerzlich in unserem Bewußtsein. Denn wir hatten die Ueber- zeuaung — und keine Beschwichtigung oder Wissenschaft konnte sie uns nehmen —, daß wir dieses Verdun hätten erobern können, wenn man uns nur hätte laufen lassen. Wir fühlten mit verzweifelter Scham, daß der Führung hier die letzte Kühnheit gefehlt hatte, wie sie uns Soldaten der vordersten Linie natürlich war: In hellem Zorn feuerten die Krieger vor Souville ihre Stahlhelme zu Boden, als der Befehl kam, liegen zu bleiben und den Sturm einzustellen. Wir begriffen das nicht, wir Soldaten, wie wir nie halbe'Maßnahmen begriffen haben, und unsere Flüche vermischten sich mit den Gebeten ter zahllosen Verwundeten, die tagelang, wochenlang einsam auf dem Schlachtfelde lagen, weil niemand sie zuruck- traqen konnte. Die Tragik von Verdun enthüllte sich uns in langsamer Erkenntnis als Gespaltenheit einer Führung, die niätz wußte, was sie wollte. * Falkenhayns Plan zur Offensive von Verdun war von vorneherein zwiespältig und unklar. Einmal sollte jenes mythische Schlachtfeld der Zermürbung des Feindes dienen, indem es möglichst viel Femd- truppen anzog und ausbluten ließ: die Blutpumpe. Anderseits aber sollten unter der Hand alle offensiven Erfolge „mitgenommen" werden, die sich zu- fällia ergaben. Die Kraft des Deutschen aber liegt im Angriff; wer ihm den Sturmgeist zerbricht und aufspaltet, raubt ihm den Sieg. Aus dieser intellektuellen Anlage des Planes, die im Grunde auf mangelnde Verbindung des völkischen Instinktes mit dem Hirn der Führung beruhte, ergab sich die Niederlage wie ein schlimmes, aber gerechtes ^Nachdem schon am 25. Februar 1916 die Feste Douaumont durch einen überaus lühnen Handstreich durch das Feuer der eigenen Artillerie hindurch in deutsche Hand gefallen war. lag das Gelände bis Fleury hinunter offen da. Die Taae nach dem Siege indessen verrannen ungenützt. Da Falken- hayn an allen Fronten zugleich stark fein wollte, hatte er versäumt, rechtzeitig Reserven für den Nachstoß heranzubringen: sie rollten noch von entfernten • Bahnhöfen heran, wahrend schon Joffre und der i neue Verdunqeneral Mtain den Gegenangriff her- - anschoben. Sehr bald schon begann der taktische gesetzt werden. Studenten der Veterinärmedizin (etwa 20), die das Praktikum bereits hinter sich haben, werden den Tierärzten im Gau Hessen- Nassau zugeteilt und in praktischer Tätigkeit aus ihrem speziellen Gebiet ihre Arbeitskraft dem Bauern zur Verfügung stellen. Vorgesehen ist ferner, daß eine Anzahl Studenten der Forstlvirtschaft hilft und zu Kulturarbeiten in den Wäldern herangezogen werden. Sofern m den Einsatzorten Erntekindergärten vorhanden sind, sollen sich die Studentinnen auch der Kinderbetreuung widmen. » Wenn auch der Ernteeinsatz als eine Ehrenpflicht des deutschen Studenten angesehen wird, so wird den Studenten doch für Aufwand und Verschleiß an Kleidung und Schuhwerk eine kleine Entschädigung gewährt werden, die für den Tag 60 Pfennige betragen soll. Außerdem wird der Student freie Verpflegung und- Unterkunft erhalten. Die Vorlesungen an unserer Universität werden am 25. Juli beendet. Der Ernteeinsatz beginnt am 27. Juli und wird bis zum 27. August dauern. Unsere Gießener Studenten werden sich mit allem Eifer beteiligen, sie werden sich, wo und an welcher Stelle es auch sei, während dieser vier Wochen freudig in den Dienst der Volksgemeinschaft stellen. Durch diesen Einsatz fallen auch in diesem Jahre die Ferien fort. Unmittelbar vor Beginn der Erntehilfeaktion wird ein Appell stattfinden. geheilt, die Tragik des Weltkrieges, der in Verdun seine höchste Höhe und seine tiefste Tiefe erfuhr, ist aufgehoben durch einen blitzähnlichen Vollzug. Wir spüren erschüttert im innersten Wesen, daß wir verwandelt werden, und daß unsere Geschichte und die Geschichte Europas umgeprägt wird, während die letzten Schatten der Furcht und des Verhängnisses erlöschen. Es ist nicht nur die saugende, reißende Kraft des Motors, die das Tempo dieses Krieges bestimmt: es ist die Hand des Schicksals selber, unter der nun Reiche niederstürzen wie exotische Wälder, die von inner her von Ameisen ausgehöhlt waren. Verdun fiel durch das deutsche Volksheer. Wer aus dem Volke stammt, dem Herzen und Geiste nach, sah dieses Schicksal mit frommem Mute und mit der kühnen Heiterkeit des letzten Aktes kommen. Daß es so schnell nahen würde, wußte niemand al» der Führer. Wir danken ihm aus heißem Herzen. Durch den Fall von Verdun hat er die Seele des deutschen Frontsoldaten, des toten und des lebendigen, endgültig befreit. Fast ein Dierteljahrhundert lang war uns Verdun die öde, gefleckte, von stachlichen Kreuzen besteckte Schädelstätte. Sie wurde langsam zum feierlichen Friedhof, pastellfarben, alt und schwer, ein Bannfeld des Todes zwischen den Völkern, das Sinnbild stummen Opfers. Dieser Bann i st gebrochen. Als der Wehrmachtsbericht die Eroberung Verduns samt allen Forts meldete, verschlug es uns buchstäblich die Sprache. Es ist einfach unfaßbar, daß es nun in Stunden gefallen ist, was uns acht Monate lang trotzte. Wir fühlen die unheimlich wehende Atemkraft eines Schicksals, in dem der gerechte Gott selber den Blitz schleuderte und den Fluch und Bann von jener Stätte im Nu aufhob, als sei nichts gewesen. Dies ist ungeheuer und der Sprache nicht mehr zugänglich, was nun geschieht. Jenem höchsten Augenblicke dieses Feldzuges, als sich das Mikrophon des Kriegsberichters von der Mole von Bou- logne zum Atlantik hinabsenkte, so daß wir am Rundfunk das Rauschen jenes Meeres hörten, zu dem wir vor einem Vierteljahrhundert mit lechzendem Mute stürmten, um auf halbem Wege zusammenzubrechen — jenem höchsten Augenblicke der jahrhunderllang ersehnten und nun endlich erreichten Gewinnung des freien Weltmeeres, reiht sich, fast ebenso gewaltig und unbegreiflich, die Eroberung von Verdun an. Der Blitz, der auf die alte, ehemalige Reichsstadt niederfuhr, konnte nur von der Hand eines Führers geschleudert werden, in dem das Herz des ganzen deutschen Volkes schlägt und der nicht nur sein Kopf ist. Die schwerste Wunde der deutschen Soldatenseele ist gen an: Vernarb Shaw, Houston Stewart Cham-11 berlain, Thomas Carlyle und Byron, Gandhi und 1 Tagore, die Präsidenten Krüger und Steijn, de Va- lera, Hans Grimm, Gorch Fock und Hermann Löns u. a. Es ist das hohe Tribunal eines Weltgerichts über England. Dr. Blaß hat diesen Vortragsabend seit Oktober vorigen Jahres allabendlich im gesamten Reichsgebiet gehalten und überall einen tiefen Eindruck hinterlassen. Zu Beginn der Veranstaltung, die im Rahmen des Gießener Vortragsringes vom Goethe-Bund, Kaufmännischen Verein und von der Volksbildungsstätte Gießen durchgeführt wird, wird Kreisleiter Backhaus sprechen. Notizen für den 20. Juni. Sonnenaufgang 5.02 Uhr, Sonnenuntergang 21.50 Uhr. — Monduntergang 5.43 Uhr, Mondäufgang 21.56 Uhr. Hitler-Jugend Bann 116. Sonntag, 23. Juni, Sich, BDM.-Heim, Sonntag, 30. Juni, Bad-Nauheim, Ernst-Ludwig- Schule, Sonntag, 7. Juli Londorf, Schule, Sonntag, 14. Juli, Gießen, HJ.-Heim, Graben- straße. An diesen Schulungen haben teilzunehmen: sämtliche Stamm- und Jungstammführer, sämtliche Ge- folgschaftsführer und Fähnleinführer, sämtliche So- zialreferenten und Sozialwarte der HI. und des DJ. Ein Vertreter kann nicht gestellt werden. Die Schulung beginnt jedesmal um 10 Uhr. Die Fahrkarten sind zwecks Rückerstattung zu behalten. Verpflegung bzw. Reisemarken sind mitzubringen. Die Tagung ist "egen 16 Uhr beendet. Sollte an einem dieser Tage Einheitsdienst sein, so muß dieser durch den Stellvertreter durchgeführt werden. BOM.-Untergau 116 Gießen. Dienstbefehl. Am Sonntag, 23. Juni, sammeln alle Mädel- und Jungmudelgruppen für das Rote Kreuz. Die BDM.- Werkgruppen treten um 9% Uhr vormittags am Studentenheim an zur Veranstaltung im Lazarett. DDIN.-Werk singt und spielt für unsere verwundeten Soldaten. Am Sonntag, 23. Juni, wollen die Mädel des BDM.-Werks in einer Veranstaltung im Standortlazarett, die um 10 Uhr vormittags beginnt, unseren verwundeten Soldaten einige kurzweilige und fröhliche Stunden bereiten. Lieder der Singschar, Tänze : der Volkstanzgruppe, begleitet von dem Orchester des BDM. die Gymnastik der Sportgruppe, dazu i zwei politische Satiren, eine „Moritat" und ein ; lustiges Kasperlspiel folgen in buntem Wechsel. Wir in Frage. Der bisherigen Feldpostanschrift eines Soldaten ohne Ortsangabe darf mithin nicht kurzerhand sein jeweiliger Standort vom Absender zugesetzt werden, nur um die Absendung von Feldpost- päckcben möglich zu machen. Derartia unrichtig adressierte Sendungen würden die Empfänger nicht erreichen, sondern gelangen an die Absender zurück. Die Angabe eines Luftgaupostamts in der Anschrift gilt, worauf nochmals hingewiesen wird, nicht als Bestimmungsort. Wuegabe der Ehrenurkunden der Meiallfie^de Das Stadtbauamt, das die Dur8)führung der Metallspende aus Anlaß des Geburtstags des Führers im April übernommen hatte, hat nun auch die Freude, die vielen Spender mit den Urkunden auszeichnen zu können, die als Erinnerung an das Metallopfer des deutschen Volkes ausgegeben werden. In vielen stattlichen Stößen, nach dem Alphabet geordnet, liegen die Urkunden in zwei Räumen des Stadtbauamtes bereit und harren der Abholung. Die Urkunde, die dem Ernst der Zeit entsprechend sich in schlichter Ausstattung mit der Unterschrift des Generalfeldmarschalls Hermann Göring zeigt, trägt jeweils den Namen des Spenders. Wenn man einen Stoß dieser Urkunden in die Hand nimmt und blättert, dann findet man, daß fast alle Gießener Familien sich an dieser Spende beteiligt haben. Ferner sind auch viele Urkunden ausgestellt, die auf Formationen der Partei, auf staatliche und städtische Behörden, auf Dienststellen der Wehrmacht, auf viele Gießener Firmen und Industrie- werte, auf zahlreiche Vereine, auf studentische Kameradschaften, auf sportliche Vereinigungen und auf viele andere Dienststellen der verschiedensten Art lauten. So wird auch aus der Urkundenausgabe ersichtlich, daß diese Metallspende aus Anlaß des Geburtstags des Führers eine große Sache der ganzen Volksgemeinschaft auch in unserer, Stadt gewesen ist. Oie Betreuung des pflichtjahrmädeis auf dem Lande. Jrn vergangenen Jahr ist ein gutes Drittel der Pflichtjahrmädel auf dem Lande eingesetzt worden. Die Tendenz in diesem Jahre ging nun dahin, diesen Einsatz auf dem Lande zur Entlastung der Bauersfrau noch zu verstärken. Abschließende Zahlen liegen noch nicht vor, immerhin kann man annehmen, daß der Kreis jener Mädchen, die das Pflichtjahr in der Landwirtschaft abdienen, wesentlich größer geworden ist. Bei der Fürsorge, die der nationalsozialistische Staat der Jugend angedeihen läßt, ist selbstverständlich bei diesem Einsatz alles vorgesehen, so daß für die Eltern der Pflichtjahrmädels keine Besorgnisse aufzukommen brauchen. Das gilt schon von der Auswahl der Stellen. Der Reichsnährstand hat diese Auswahl in feinen Aufgabenkreis aufgenommen und übt diese Tätigkeit in allen Landes- uyd Kreisbauernschaften mit größter Gewissenhaftigkeit aus. Ein zweites ist die laufende Betreuung. Hier ist schaff®- 55 „dsie^ >°* starkwirksam, gegen Zahnsteil ansatz, zahnfleischkräftigend, mild aromatisch, - Solch- Bilder stiegen °°r uns auf. als f'ch der unbegreifliche Bormarsch dem uns heilig geworde nen Gelände näherte, auf dem wir »°n Wn Schrecken der Erde, aber auch die letzte Tapf des feldgrauen Menschen erfuhren, eines. umi Den Preis des anderen. Verdun, die verfluchte Stadt im.Maasgrunde, die wir Soldaten des bayerii^e Leibregiments als die am weitesten vorgesturm n aller Behaglichkeit die Sonnenwärme zu genießen < _inb den Körper braun brennen zu lassen. Und ein j bißchen gymnastische Bewegung dazu war auch kein - gehler, man fühlte sich nachher wie neu geboren. । Kreuz und quer führten die Wandertage der nächsten , Jage durch grüne Wälder, über lockende Höhen, an , Bächen und Quellen vorbei, immer durch das schöne । heimatliche Land. An einem Tage aber, der mit Regenwolken drohte, wurden die lohnenden Sehens- > IEDÜrbigteiten betrachtet, mit denen die Stadt auf- : wartet. Ist es nicht sehr angebracht, sich auch einmal 3(5 Einheimischer bei ihnen sehen zu lassen? „Mensch, siehst du gut aus", sagten die Kameraden bei der Wiederkehr, „du hast ja eine Gesichtsbräune, □[5 wenn du vier Wochen im Hochgebirge gewesen wärest." Daß diese sichtbaren Zeichen der Erholung nur dem vierzehntägigen Urlaub daheim zu danken aonren, wollte ihnen nur schwer einleuchten Aber sie gaben sich trotzdem vorgenommen, es demnächst genau so zu machen. Und in der Tat hat ja der Ärlaub daheim mehr lockende Reize, als sich über- Iiaupt ahnen läßt. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. * Volkstümliche Vorträge der Ludwigs-Universität: 20.30 Uhr im Physikalischen Institut, Stephanstr. 34, Prof. Dr. Vogelsang über „Deutscher Soldaten- glaube in den letzten drei Jahrhunderten"; 20.30 Ahr im Geologischen Institut, Braugasse 7, Professor 2r. Klüpfel über „Vulkane einst und jetzt". — Moria-Palast, Seltersweg: „Fräulein Winnetou". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Diener lassen bitten". Gastspiel russischer Künstler „FeuervoKl'. — Konzertgemeinschaft blinder Künstler „Südwest- Leutschland": 20 Uhr in der Aula der Ludwigs-Um- wersität Konzert. — 50er 1888—1938: Zusammentreffen bei Alterskamerad Haibach. „Der letzte Sprung des alten Cöroen.“ Der Vortragsabend des bekannten Sprechers Dr. Leonhard Blaß mit dem Thema „Der letzte Sprung des alten Löwen" (Dichtungen, Briefe und Dokumente über Englands Spiel mit den Völkern), 6er im März wegen 'plötzlicher Erkrankung des Vortragenden wieder abgesetzt werden mußte, wird nun onm' Montag, 24. Juni, 20 Uhr, in der Neuen Aula 6er Universität nachgeholt werden. In diesem ein- 6rucksvollen Vortragsabend, der als Thema einen «klassischen Ausspruch des bekanntesten Dichters der angelsächsischen Welt Bernard Shaw trägt, mit dem «dieser schon 1914 der hinterhältigen Politik Englands gegenüber Deutschland das Urteil gesprochen «hat, sucht' Blaß das Wesen des Engländers im Verlauf feiner Geschichte zu erkennen. In -Dichtungen, Briefen und Dokumenten, vorgetragen von dem »ausgezeichneten Sprecher Dr. Leonhard Vlaß^la^ Verfügung gestellt und werden mit ihren Sammelbüchsen durch die Straßen ziehen. Oertliche Beran- staltungen anläßlich der Sammlung werden noch bekanntgegeben. Keltwostpäckcken. Die Deutsche Reichspost teilt zur Beseittguna von Zweifeln zur Versendung der wieder zugelassenen Feldpostpäckchen mit Feldpostnummer und Bestimmungsort folgendes mit: Feldpostpäckchen können vorläufig nur an solche Heeresangehörige versandt werden,' zu deren Feldpostanschrift schon bisher außer der Feldpostnummer eine Ortsangabe gehörte. Es kommen also im allgemeinen nur Feldpostpäckchen an Heeresangehörige im Inland, im besetzten Ostgebiet und im Protektorat Böhmen und Mähren Aus der Stadt Gießen. Urlaub daheim. Zunächst sah es nicht gerade verlockend aus. Ur- jaub daheim, was sollte daraus viel werden? „Halsend Beinbruch", wünschten die Kameraden beim Abschied. Es war wie in den früheren Jahren, als man eilends danach strebte, noch am Abend den ßug zu erreichen, mit dem es in die Weite ging. Wut daß man fid) diesmal getrost Zeit lassen konnte. §s fuhr kein Zug, es lockte keine Ferne. Immerhin gestand die beglückende Aussicht, in den nächsten vierzehn Tagen völlig frei zu sein von den alltäg- jchen Dingen. Was konnte man nur anstellen in tiefer Zeit, denn um die Tage in gleichmäßiger Einzigkeit verrinnen zu lassen, dazu waren sie ent- ,djieben zu kostbar. Der erste Urlaubstag brachte strahlend schönes Detter. Warum also nicht gleich in aller Frühe den ßiucksack gepackt und ins Blaue gewandert? Bei Dlegenroetter konnte man immer noch zu Hause blei- Den. Mit forschem Drang und froher Bereitschaft nmg es hinaus. Es wanderte sich gut an den Stätten vorbei, an denen die Arbeit eben begonnen hatte, 3in über die Felder, auf denen die Bauern in emsiger Tätigkeit waren, bis schließlich der Wald den jßfab aufnahm und ihn über moosigen Boden an 'dyllische Plätzchen leitete. Es ergab sich dabei, daß nun der Heimat ganz neue Eindrücke abgewinnen konnte, ja, daß man ihr geradezu Geheimnisse ab= auschte, an die man früher nie gedacht hätte. Es □jar eine prachtvolle Wanderfahrt. Am nächsten Tage lockte das Freibad. Wundervoll, Wie im porigen Jahre in entscheidender Stunde die Gießener Studenten zum Ernteeinsatz im deutschen Osten den Bauern zur Hand gingen, so werden sie auch in diesem Jahre ihre Arbeitskraft für vier Wochen in den-Dienst der Landwirtschaft stellen. Soweit sich die Studenten nicht in der Pflichtfamulatur befinden, werden sie sich hundertprozentig in den Ehrendienst des Ernteeinsatzes stellen. Auch die Studentinnen unserer Universität ziehen mit aus. Die Reise von der Stadt auf das Land geschieht diesmal aber nicht über weiten Raum, vielmehr werden die Gießener Studenten und Studentinnen innerhalb des Gaues Hessen-Nassau eingesetzt und damit der heimischen Landwirtschaft dienstbar gemacht. Der Einsatz erfolgt in geschlossenen Kameradschaften des NSDStB., sodaß die Verbundenheit innerhalb der Kameradschaften auch für die Zeit des Ernteeinsatzes gewahrt bleibt. Die Studentinnen werden sich in kleinen Gruppen den Kameradschaften anschließen. Insgesamt werden von der Universität Gießen etwa 120 Studenten und 30 Studentinnen zur Erntehilfe eingesetzt. Eine stattliche Anzahl von Studenten wird darüber hinaus im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb mithelfen, während die wenigen körperlich behinderten Studenten, oder diejenigen, die aus irgend einem Grunde einer schweren körperlichen Arbeit nicht fähig sind, entweder im Bürvdienst, ober im Fabrikdienst eindie große Tube die kleine Tube 25” hoffen, daß Spiel und Gesang der Mädel unsere Soldaten nicht nur in dieser kurzen Veranstaltung erfreuen, sondern daß sie dann auf ihrem langen Krankenbett gern und oft daran zurückdenken. Unsere Gedanken sind bei der Sronf! Das deutsche Volk, das täglich und stündlich mit heißem Herzen den Kampf unserer Wehrmacht im Westen an den Lautsprechern verfolgt und die ge- chichtlichen Ereignisse, wie überhaupt die Größe dieser Zeit miterleben darf, ist mit den Gefühlen unaussprechlichen Dankes bei feinen Soldaten. Die Menschen in den Städten haben plötzlich Zeit, sie tehen vor den Landkarten der Operationsgebiete, do immer eine solche Karte gezeigt wird, sie drängen sich vor den Schaufenstern, in denen Spezialkarten ausgehänat find. Die Lautsprecher sind von Menschen umstellt, und der Verkehr versiegt plötzlich in den Verkehrszentren, wenn durch den Aether über die öffentlichen Lautsprecher eine neue Sonder- mefbung bes OKW. verkündet wird. Die Heimat ist bei der Front. Das ist keine leere Phrase, das ist das Gesetz, unter dem heute unser Denken steht. Der Pulsschlag der Heimat ist bei der kämpfenden Truppe. Der ungeheure Schwung, mit dem der deutsche Angriff vorgetragen wird, und die Siegeszuversicht des deutschen Volkes werden ihren beredten Niederschlag finden am kommenden Samstag und Sonntag, wenn für die Frontsoldaten und die verwundeten deutschen Soldaten die erste Straßensammlung im Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz stattfinden wird. Diese Sammlung wird mit ihrem Ergebnis das Gelöbnis bekunden, daß das deutsche Volk der Taten seiner Feldgrauen sich würdig erweisen will. An diesen beiden Tagen verkaufen die Schwestern, Helfer und Helferinnen des DRK. bunte Blumen. Sie werden jedes Kleid, jeden Rockaufschlag und jeden Mantel schmücken — bas ist eine Selbstverständlichkeit für jeden Deutschen in ber Heimat. Die Losung heißt: Dank der Heimat an die Front! Auch die Jugend hilft den kämpfenden Soldaten. NSG. HI. und BDM. werden sich am kommenden Wochenende für die Straßensammlung des Deutschen Roten Kreuzes einsetzen. Die Jugend Deutschlands ist stolz auf ihre tapferen Soldaten und Kameraden, die draußen im Felde stehen und ihr Leben für die Heimat hergeben. Sie bemüht sich, dieser Soldaten würdig zu sein, und überall dort, wo Arbeitskräfte und Hilfe gebraucht werden, steht sie bereit. Am Samstag und Sonntag haben sich die ■ Jungen und Mädel dem Deutschen Roten Kreuz zur Dos Glück der Imkerei. Wer sich mit Bienenzucht befaßt, wird den Segen auch dieser Beschäftiguna mit und in der Natur sehr bald spüren. Die schönste Frucht der Imkerei ist, wie der Dichter Ulrich Sander im Maiheft von Velhagen & Klasings Monatsheften rühmt, nicht der Honig, sondern die tiefe Besinnlichkeit, die ein Jmmenstand ausstrahlt. Den Honig kann man sich kaufen, aber die Besinnlichkeit ist rar geworden. Sie ist schon beinahe ein Luxus geworden in unserer hastenden Zeit. Darum widmen sich wohl auch gerade die einsam wohnenden Landpastoren und Dorflehrer der Imkerei, weil sie so viel Einsamkeit um sich haben, daß sie sich Immen leisten können. Man muß einmal einem zünftigen Fachmann zu- gesehen haben, mit welcher Ruhe er seine leise und langsam ziehende Arbeit an einem geöffneten Volk verrichtet, ohne Jmmenschleier und ohne Handschuhe, nur mit Ruhe und Fachkenntnis bewaffnet. Trifft ihn einmal ein Stich, so schwillt die Wunde bei ihm nicht mehr an, weil er mit dem Jmmen- gift so durchsetzt ist, daß er immun wird. Niemals trifft ihn das Rheuma, weil er tagtäglich feine kleinen Spritzen bekommt. Als vor kurzen Tagen eine Sondermeldung ikundete, der Tote Mann fei gestürmt, da tuns Weltkriegssoldaten zumute, als wische eine geisterhafte Hand, lang über den schwarzen .Horizont Ihinfahrend, eine Schreckensstätte unserer Erinnerung • aus. Unser Atem stockte. An den Toten Mann rech, iten sich die Namen der Schluchten, Hugel u 'Sumpfe, der Steinbrüche, Teiche, der Zwischenwerke lunb Maschinengewehrnester, der zersplitterten Bahn- ibämme, Keller und Ruinen, ine unvergeßlich in Der Iblutroten Nacht unserer Erinnerung standen, über- ragt von den Namen der großen Forts die UM den : Hefigen, von ewigen Blitzen umzuckten Erdsarg von Douaumont lagen. Hier war die lodernde, brüllende Feuerholle gewesen, in die die weißen und schwarzen Volker aller Erbteile schritten, um das Los des Krieges zu wen den, vom Februar bis zum November 1916 Hunderttausende waren dort verblutet, im Walde Eremitage und Caillette, am Vauxberg und vor Fleury, im Wirbel der Artillerie die ihre Geschoße bald wahllos auf Freund und Femd warfen. Szenen voll unsagbaren Grauens hatten sich m den Hohl gängen und Kasematten von Douaumont abgesp , iats eine Explosion die Munitionsstapel entzündete, als puloergeschwärzte Deutsche von ihren Kameraden m dämonischer Verwirrung für Neger gehalten und nut dem Messer bekämpft wurden, — bis Monate spater wirklich Kolonialtruppen in das Fort drangen und die Weißen abschlachteten. Hier aus diesem.öden Gelände gewann der Krieg seine absolute Gestalt, un es gab Gruppen von Männern — heute darf man es sagen —, die völlig gestört wochenlang vorn blieben und im Mondschein unter schrillen Kommandos im Feuerhagel exerzierten, bis sie zersplitterten. Mikrofein- kürzlich festgelegt worden, daß diese Betreuung im Rahmen der Jugendarbeit des Reichsnährstandes von den Jugendwartinnen in engster Zusammen- arbeit mit den Untergauführerinnen zu erfolgen hat. Die Obsorge gliedert sich nach zwei Richtungen hin, in die Einzelbetreuung, die sich immer wiederholt, und in die Pflichtjahrtreffen in den Kreisen. Die Kreisjugendwartinnen und ihre Helferinnen sorgen dafür, daß das Pflichtjahrmädel in die BDM.-Arbeit im Dorfe eingegliedert und daß es wiederholt während ihres Aufenthaltes auf dem Lande aufgesucht wird. Das Mädel hat also stets das Gefühl, daß man sich um sie kümmert, und es werden bei dieser Betreuung so manche Mißverständnisse geglättet und kleine Sorgen behoben werden können. Mindestens dreimal im Jahr wird in jedem Kreis ein Pflichtjahrtreffen stattfinden, das erste möglichst bei Einsatzbeginn — aus einer Anzahl von Kreisen liegen bereits Berichte solcher Treffen vor — das zweite zur Weihnachtszeit, das dritte kurz vor der Entlassung. Im fröhlichen Lagerbettieb werden die im Kreise eingesetzten Mädel zusammen sein, für manche wird so ein Treffen, das mit einer entsprechenden Schulung verbunden ist, den letzten Anstoß geben zum Verbleib in der nach der Ausbildungsordnung des Reichsnährstandes für die Jugend so aussichtsreichen Landarbeit. Opern-Abend in Bad-Nauheim. Am morgigen Frettag, 21. Juni, findet im Großen Bühnensaal des Kurhauses in Bad Nauheim ein Gastspiel der Frankfurter Oper mit der Oper „Mona Lisa" von Max von Schillings statt. Die Oper wird in der Originalbesetzung des Frankfurter Opernhauses aufgeführt. Die Titelpartie singt Elsa Km ent. Die männlichen Hauptpartien werden von Heldenbariton Jean Stern und lyrischem Tenor Jakob Sabel gesungen. Musikalischer Leiter ist der 1. Kapellmeister der Frankfurter Oper Otto Winkler. Das Kurorchester ist durch Mitglieder des Frankfurter Opernhaus-Orchesters auf 67 Mitglieder verstärkt. Glehener Dochenmarktpreise. * G i e ß e n, 20. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 10% bis 11, Kartoffeln, % kg 5 Rpf., 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., Wirsing, % kg 22 bis 25 Rpf., gelbe Rüben, das Bund 25, Mifch- gemüse 8 bis 12, Tomaten 55, Zwiebeln 17, Meerrettich 30 bis 70, Kirschen 45 bis 55, Stachelbeeren (unreif) 20 bis 23, Erdbeeren 50 bis 65, Blumenkohl, das Stück 20 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 60, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. ** Der Gebrauch von Hand» und Taschenlampen während der Verdunkelung ist nur gestattet, wenn die Lampen vorschriftsmäßig abgeblendet sind. Gemäß Erlaß des Reichsministers der Luftfahrt kann die Abblendung erfolgen durch eine eingebaute Abblendoorrichtung (Abschirmung, lichtdämpfende Filter) oder behelfsmäßig durch Einlage von Zeitungspapier zwischen Glühbirne und Scheinwerferlinse. Für die behelfsmäßige Abblendung reichen bei den üblichen Taschenlampen zwei Lagen Zeitungspapier aus. Bei licht- stärkeren Handlampen find entsprechend mehr Lagen erforderlich. Farbige Lichtwirkungen sind unzulässig. Hand- und Taschenlampen werden vorschriftsmäßig gehandhabt, wenn ihr Lichtschein nicht nach oben dringt und andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Aus her engeren Heimat. Jüdisches Vermögen wurde nicht angemeldet. LPD. Frankfurt a. M., 19. Juni. Das Amtsgericht Frankfurt verurteilte den 74jährigen Lion Israel S e l i g m a n n wegen Vergehens gegen die Verordnung betr. Anmeldung jüdischen Vermögens zu einem Jahr Gefängnis und 2 0 0 0 0 RM. Geldstrafe, und den 66jährigen Leo Israel Katzenstein wegen Begünstigung zu vier Monaten Gefängnis. Beide Angeklagte, die sich jetzt im Ausland befinden, waren zuletzt in Frankfurt ansässig. Seliamann unterließ es, eine Anzahl in seinem Besitz befindliche Wertpapiere anzumeDen und ins Depot zu geben, Katzenstein verkaufte vor der Auswanderung Seligmanns einen Teil der Papiere. Die Wertpapiere, die noch beschlagnahmt werden konnten, wurden durch das jetzt ergangene Urteil für eingezogen erklärt. Katze hütet junge Enten. LPD. Frankfurt a. M., 19. Juni. Ein ebenso settenes wie eigenartiges T i e r i d y l l kann man auf einem Hof im Frankfurter Stadtteil Schwanheim beobachten. Dort hat eine Katze Junge, was sie aber nicht adhält, gleichzeitig auch vier junge Entchen mit zu betreuen, die sie sorgsam behütet, wenn sie allzu große Spaziergänge machen wollen. Anderseits haben auch die Entchen die Katze als „Ersatzmutter" anerkannt und kuscheln sich mit den jungen Kätzchen an das Fell der Mieze, wenn sie behaglich schnurrend chren Kindergarten in der Sonne ruhen läßt. Landkreis Gießen. A Watzenborn-Steinberg, § 19. Juni. Gestern nachmittag trat in Watzenborn-Steinberg erstmals in diesem Jahre der Kartoffelkäfer- s u ch d i e n st in Aktton. Wieder, wie im vergangenen Jahre, wurden verschiedene Kolonnen gebildet, die je einen gewissen Bezirk abzusuchen hatten. So wurden die gesamten Kartoffelfelder der Gemarkung Watzenbor-Steinberg einschließlich der Gemarkung Obersteinberg erfaßt. Erfreulicherweise konnten sämtliche Kolonnensührer melden, daß ein Auftreten dieses gefährlichen Dolksernährungsschädlings hier nicht festzustellen war. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Juni. Notiert wurde Je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Andere Kälber a) 62 bis 65 (gegenüber 14. 6. 62 bis 65), b) 54 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 25 bis 40 (30 bis 40), Lämmer und Hümmel a2) 50 (50 bis 51), b2) 48 bis 49 (49), c) 30 bis 42 (40), Schafe a) 42 bis 44 (44), b) — (37 bis 40), c) 15 bis 32 (15 bis 23), Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), gl) 56 (56). Marktverlauf: Kälber, Hümmel, Schafe und Schweine zugeteilt. Bier Großkämpfe um die deutsche Fußballmeisterschaft. Zwar stehen am kommenden Sonntag nur vier Gruppenspiele um die deutsche Fußball-Kriegs- meisterschast aur Entscheidung, aber alle vier sind doch von entscheidender Bedeutung, da nur Mannschaften auf den Plan treten, die berechtigte Aussichten auf einen Platz in der Vorschlußrunde haben. Einer der „letzten Vier" wird am Sonntag besttmmt ermittelt werden (Dresdner SC. oder Eimsbüttel), aber vielleicht kommt auch der großdeutsche Meister Schalke 04 ans Ziel. In den Gruppen 1 und 4 fallen die letzten Entscheidungen erst am 30. Juni. Der Spielplan für Sonntag lautet: Gruppe 1: Rapid Wie« — Union Oberschöneweide. Gruppe 2: TDd. Eimsbüttel — Dresdner SC. Gruppe 3: Schalke 04 — Fortuna Düsseldorf. Gruppe 4: 1. FC. Nürnberg — Kickers Offen» hach. Borentscheid zu den Untergau- meisterschasten in der Leichtathletik. Am 23. Juni in Gießen. Am 23. Juni beginnt in Gießen um 9 Uhr vormittags auf dem Universitätssportplatz der Vorentscheid zu den Untergaumeisterschaften in der Leichtathletik. Gleichzeitig finden Vorentscheide statt in Friedberg (im Rahmen des Kreissporttages des NSRL.), in Butzbach, i« Grünberg, in Groffen- Buseck und in Lich. Der Vorentscheid gibt jedem Mädel Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Besonders können sich hier diejenigen Mädel hervortun, die als ehemalige Mitglieder eines Sportvereins heute in den Leistungssportgruppen des BDM. zusammengefaßt sind. Während die Wettkämpfe von Jungmädeln, BDM.-Klasse B, BDM.- Klasse A und BDM.-Werk durchgeführt werden, werden Meisterschaften nur i« der Klasse A (16- bis 18-Jährige) ausgetragen. Die Auswahl zu den Unter» gaumeisterschaften wird an Hand dieser Ringvor- entscheide getroffen. Sie werden am 30. Juni in Bad- Nauheim ausgetragen. Die Schwimmeisterschaften für den gesamten Untergau finden am 7. Juli in Klein-Linden statt. Tag der Handball-Entscheidungen. Der Abschluß in der Lahnpokalrunde bringt uns am nächsten Sonntag noch einmal Hochbetrieb. Es werden nicht weniger als zwei Entscheidungen erwartet, die endgültigen Aufschluß über die Gestaltung der kommenden Entscheidungsrunde geben sollen. Daneben findet ein Treffen statt, das über den Rahmen der üblichen Spiele hinausgeht. Es handelt sich dabei um die Begegnung Tv. Lützellinden gegen Turngesellschast Offenbach in der Zwischenrunde um die Feststellung der gebietsbesten Hand- ball-Dereinsmannschaft. Zunächst stehen sich in Hörnsheim Tv. Hörnsheim — Tv. Hochelheim gegenüber, die beide mit der gleichen Punktzahl die Spitze der Tabelle in der Staffel 1 anführen. Da Hörnsheim in der Zwischenzeit seine Mannschaft wesentlich verstärken konnte, aber auch Hochelheim einen überaus starken Gegner darstellt, ist mit einem Spiel zu rechnen, das Erinnerungen an ver- gangene Zeiten wach werden läßt. Wenn mir auch glauben möchten, daß Hörnsheim dem Gegner starken Widerstand entgegensetzen wird, so ist doch kaum anzunehmen, daß sich Hochelheim die ihm gebotenen Chancen nehmen läßt. Die Einhett ist sicher» lich in der Lage, ihre Erfolgsserie fortzusetzen und danach in den kommenden Entscheidungsspielen ein gewichtiges Wort mitzureden. In Allendors/Lahn treffen die Mannschaften 2Nlv. Gießen — Tv. Heuchelheim aufeinander. Da Gießen seine kampferprobte Elf nicht mehr zur Verfügung hat, rft der Ausgang die- ses Spieles vollkommen offen. Es ist sogar, damit zu rechnen, daß Heuchelheim Vorteile hat. Immerhin läßt sich über den Ausgang keine klare Voraus- sage treffen, weil sicher auch der Mtv. eine Mannschaft auf die Beine bringen wird, die einem starken gegnerischen Ansturm gewachsen ist. Auf das Spiel Tv. Lützellinden — Turngesellschaft Offenbach ist bereits verwiesen worden. Lützellinden hat die ihm gebotenen Chancen, sich entsprechend vorzube- reiten, am letzten Sonntag nicht genutzt. Ob es trotz, dem bei dem starken Gegner zu einem Sieg reichen wird, bleibt abzuwarten. Wenn man auch Vertrauen zu dem Vertreter des*Bannes 88 haben kann, so weiß man, daß die Gegner über ein ganz vorzügliches Können verfügen, technisch und taktisch außerordentttch gut sind. Wenn Lützellinden Wert daraus legt, an den weiteren Spielen beteiligt zu sein, kann nur geraten werden, alles auf eine Karte zu setzen und jede sich bietende Möglichkeit zu nutzen, um den Gegner niederzuhalten.- Die Mannschaft ist zwar noch verhältnismäßig jung. Leibesübunaen in den Schulen. Sommerfampffplele zwischen den Sommer- und herbstferieu. Um den Leistungsstand in den Leibesübungen nach Möglichkeit während des Krieges zu halten, fallen auch in diesem Sommer, den schwierigeren Verhältnissen enffprechend i« einfacherer Form, Wettspiele ausgetragen werden. Die Mädchen spielen wieder Grenzball. Es ist dies ein Spiel, das seit seiner Einführung schon eine große Leistungssteigerung in der Wurfweite und der Fangsicherheit gebracht hat, und immer gern gespielt wird. Die Jungen sollen mindestens auch Grenzball spielen. Da, wo es die Verhältnisse gestatten, soll Fußschlag- ball als Wettspiel durchgeführt werden. Dies ist ein vom Schlagballspiel abgeleitetes Spiel, bei dem der Ball ein Hohlball, mit dem Fuß abgeschlagen wird. Erfreulich ist, daß in den größeren Schulen der Kreise Gießen und Friedberg gern Fußschlagball gespielt wird und zu einer guten Form entwickelt wurde. In seiner Vielseitigkeit macht es den Jungen viel Freude, vor allen Dingen wird dadurch der Abschlag (Hoch- und Weitschlag), das Zuspiel, der Fang, das Einkreisen und der Lauf in spielender Form geübt. Zur Klarstellung der Regeln und als Vorbereitung für die gleichmäßige Durchführung der Wettspiele hält der Kreissportlehrer im Juni und Juli in den Bezirken der Kreise Gießen und Friedberg Arbeitsgemeinschaften ab, in denen beide Spiele gezeigt und erläutert werden. H. Kurze Sportnotizen Das Reichsbundpokal-Endspiel zwischen den Bereichsmannschaften von Bayern und Sachsen ist zum 30. Juni angesetzt. Der Kampfort steht noch nicht fest. Eine Fußballelf der Kriegsmarine spielte in Südbaden gegen den VfB. Waldshut und siegte mit 7:2 (5:2) Toren. Drei deutsche Weltrekorde im Gewichtheben, ausgestellt von den Wienern Richter und Valla, wurden jetzt anerkannt, so daß Deutschland nun 21 von 35 Bestleistungen in seinem Besitz hat. Keine Spur von Hauü. Roman von Lharlotte Kaufmann. 2l. Forffetzung. (Nachdruckverboten!) „Er ist ein bißchen faul", sagten die Leute in Stein, und die Fischer stießen lachend ihre schweren Boote ins Meer und zogen ihre Netze über den Strand. Sie konnte ihn nicht aufrütteln aus seinen Gedanken, so sehr sie sich mühte. Sie konnte ihn nicht ändern. Trotzdem liebte sie ihn. Und sie setzte ihre Liebe um in Arbeit und Sorge um den Mann, so daß die Fischer in Stein zu ihren Frauen sagten: „Wenn der Hauck seine Frau nicht hätte, dann könnte er sich längst ersäufen." An all dies wollte sie aber heute nicht denken. Uebrigens mußte die Begegnung damals tm Nebel doch nur eine Täuschung gewesen fein. Weder in Sörup noch in Stein oder Teek hatte man einen Fremden gesehen oder gar einen Mann, der irgendwie dem verschwundenen Maler gleich sah. Als Sibylle ein paar Tage später Huich erzähll hatte, daß ihr ein Fremder ins Rad gelaufen wäre, hatte er gemeint, es wäre vielleicht der Knecht vom Rübsam-Hof gewesen. „Der hat doch eine Liebschaft mit des Schmiedes Tochter." Die nächtliche Begegnung mit ihrem Erschrecken verging im Licht der Tage, im Treiben des Schnees über der See, in der Vorbereitung für die Ferienfahrt. Ich darf Detlef nicht vergessen, befahl Sibylle sich. Ich will ihn nicht vergessen. Ich liebe ihn. Immer noch. Er soll zurückkommen. Heute, morgen. Und in jeder stillen Nacht wußte sie stets von neuem mit einer Deutlichkeit ohnegleichen, mit einer Sicherheit, die durch nichts erschüttert zu werden schien, und die der Tag doch immer wieder ins Wanken brachte, daß der Fremde eben doch Detlef gewesen war. — Als Joachim von seiner Tour zurückkam, lag der Schatten des Berghauses bereits lang und schwarz auf dem Schnee. Er suchte Sibylle und fand sie eingewickelt auf der Terrasse. Allein. „Nanu", sagte er, „frierst du noch nicht?" Sie schlug die Augen auf, Bernsteinaugen, die an Moorwasser erinnerten und an einen Sommertag. „Da bist du ja", sagte sie und richtete sich auf. „Ist es schön gewesen?" „Natürlich. Ich bin sechsmal gefallen. Toll, nicht wahr? Einmal hat es mich so hineingeworfen, daß ich beinahe eine Schaufel gebraucht hatte, um mich wieder herauszubuddeln. Jetzt habe ich Hunger." Er half ihr sie aus den Decken zu wickeln. Am Geländer der Terrasse blieben sie eine Weile stehen und sahen in die Tiefe. Ein Wagen der Bergbahn kam herauf. Die Drahffeile zitterten. „Nächstes Jahr", sagte er, in die Ferne schauend, „werden wir nicht in ein Berghotel gehen, sondern auf eine Hütte. Da braucht man sich nicht dauernd umzuziehen. Und dort werde ich dich dann Schifahren lehren, auch wenn du dann wieder nicht willst." Die Drahffeile der Bah« zitterten stärker. Sie schwirrten und fangen. Das Dach der Gondel schob sich höher, näher. Ein fremdes Wesen inmitten des Berges. Nächstes Jahr, ging es Sibylle durch den Sinn, er denkt an nächstes Jahr, während ich kaum wage, bis morgen zu denken. Karsten Huith verbrachte den Weihnachtsabend hinter dem großen Kachelofen feines Wohnzimmers. Die Bettina hatte ihm einen Weihnachtsbaum geputzt, mit weißer Watte,.bebenden Glitzerkugeln und roten Kerzen. Er fand ihre Handlungsweise übertrieben romantisch. Sie war überhaupt so ungewöhnlich und fast unangenehm festlich gewesen, schon den ganzen Tag. In aller Frühe bereits, als sie ihm half, kleine Geschenke für die Kinder herzurichten, mittags, als sie ihm einen Festttfch deckte. „Heute ist doch noch ein ganz gewöhnlicher Werktag", wehrte er ab. „Was denken Sie sich! Feiertag ist erst morgen." „Bei mir zu Hause ist heute schon Festtag", erläuterte sie. „Zum mindesten vom Mittagessen ab." Und er mußte sich gefallen lassen, daß sie Aepfel unter den Weihnachtsbaum legte und den Nußknacker aus der Küche holte. Am Abend überreichte er ihr dann das Geschenk, das er. für sie besorgt hatte, und fühlte sich unbehaglich. Als sie endlich gegangen mar mit vielen Wünschen für einen schonen Abend, seufzte er auf. Er stellte das Radio an und drehte es wieder ab. Er ließ die roten Kerzen des Weihnachtsbaumes verbrennen und vertropfen. Er lehnte sich mit dem Rücken gegen die warmen Ornamente des Kachelofens, und feine Gedanken liefen hinter all feinen einsamen Weihnachtsabenden her. Obwohl er eine Heimat befaß, Eltern, Freunde, war er doch Weihnachten eigentlich immer allein gewesen. Karsten Huith war nicht senttmental, er war nur trotzig und jung. Er ging zum Tisch hinüber,, öffnete einen Berg Walnüsse und zerstteute die gelbbraunen zackigen Schalenreste über das Tischtuch. Sein Vater machte das auch immer so, und dann pflegte die Mutter über die Unordnung zu zanken. Er aß einen Apfel. Er versuchte in einem Buch zu lesen. Es war alles nichts. Er war nun einmal unruhig und unzuftieden. Er konnte nichts dafür. Er nahm die Landkarte aus der Schublade und versuchte Reisen zu machen in Gedanken. Es war dies an ruhigen Tagen seine Lieblingsbeschäftigung. Er vermied geflissentlich, seinen Blick auf die bayerischen Berge zu werfe«, und schlug gleich die Sudsee auf. Er wanderte über Neuguinea und nach Australien hinüber. Ach, es war langweilig und öde. Der Allas klappte zu. Er knipste wieder das Radio an. Weihnachtsmusik, Kindersingen, Glockenläuten. Ich will nicht allein sein, sagte Huich in das Glockenläuten hinein. Ich will nicht allein sein. Ich will heiraten und eine Frau haben. Ich will Sibylle ... Das Glockenläuten verklang, und die letzte blutrote Kerze vertropfte arff den Boden. Morgen würde die Bettina mit einem Löschpopier die Wachsspritzer aufbügeln. Er drehte kein Licht an. Im Finstern griff er wieder nach einem Apfel und aß ihn. Er war süß und genau so, wie sich ihn seine Kindersehnsucht jedes Jahr gewünscht hatte. Ein Weihnachtsapfel. Als er ihn verzehrt hatte, tappte er im Dunkeln aus dem Zimmer, schlüpfte draußen in Mantel und Hut und trat ins Freie. Heber Dörup lag eine dunkle, sternenlose Nacht. Es war warm. Karsten Huith hatte im Sinn, einen weiten und ermüdenden Spaziergang zu machen über Stein hinaus am Meer entlang, ganz weit bis zur Schönborner Landsttaße hinüber, bis zu Rüb» fams Hof. Aber als er an Frau Krugs Laden vorbeikam, stand die Betttna unter der Tür. „Ach, Sie sind's, Herr Lehrer. Ich hörte Ihre Gartentüre klappen und dachte mir schon, wer da wohl nachts ums Haus schleiche." „Ja, ich bin es nur." „Wollen Sie einen Spaziergang machen? Es ist warm heute nacht, nicht wahr? Ganz plötzlich so warm." ,^Ja, abscheulich warm. Anstatt zu schneien, wie man das immer auf Weihnachtsbildern sieht, weht eine Frühlingslust." „Wollen Sie nicht ein wenig hereinkommen, Herr Lehrer, und sich meinen Baum ansehen?" Sie stand da, mit den Härcken über der weißen Spitzenschürze, und blickte ihn an. Natürlich wußte sie, daß er sich langweilte, daß chn das Alleinsein umhertrieb. Sie war ja nicht mehr so jung. Sie hatte ja auch schon ihr Teil hinter sich. „Ja, lassen Sie ihn mal sehen." Sie führte ihn hinein in ihr winziges Stübchen, mit den alten, dunkelbraunen Möbeln, den Nippes» fachen auf der Kommode, den Familienbildern an den Wänden. Huith kannte die Stube gut. Aber das flackernde Kerzenlicht legte heute einen eigenen und fast fremdartigen Reiz auf alles altmodische Gerät und ließ eine Stimmung entstehen, die so durch und durch Weihnachten war, daß er wortlos gehorchte, als sie ihn bat, sich auf das Plüschsofa zu fetzen. Sie eilte und schenkte ihm roten Wein ein. „Es ist nicht gut, wenn man Weihnachten allein ist", sagte sie dobei. „Ich kenne das. Diele Jahre. Dann meint man, draußen in der Luft wäre es besser, und bekommt doch nur nasse Füße, ohne daß die Gedanken sich wegschieben lassen. Versuchen Sie doch einmal ein Honigplätzchen. Und hier ein biß» chen Jngwergebäck. In Holland macht man diese Jngwerkuchen viel. Ich bin mal dort in Stellung gewesen, ehe ich geheiratet habe." Sie bekam rote Backen, und ihr krauses Haar bewegte sich. Sie sah nicht älter aus als dreißig. „Heute ist ein gutes Geschäft gewesen in meinem kleinen Laden", berichtete sie, als müsse sie ihn mit Gewalt ablenken von traurigen Dingen. „Lametta und Wunderkerzen und tausend Dinge." (Fortsetzung folgt.)