-.25 ei, ■ Walcheren. W- ...... —Midde!air\l^] i-6ladbath lJti1ich löwen BELGIEN Wavr Roubaix Malmedv Mons Koche Charta Douai liemeux Maubeuge^ ■Dinant iivet Neupr- Äbert, '• ifiO Nevfchateau Chaurv ipi! keim; Ffcre enlard <^njhateau- ßraveiotte let? lormans n Epernäv' LaFerte PARI n iöW Gedrückte Stimmung in Frankreich untergebracht geweien. Die negie- < zopicye ^die nuoj uer |iui«n / DerwaltunASAkbäuden, Schulen und 1 auf die es leine Hornung letzen konnte. xung «erde in endermonde BRÜSSEL M. Ibert, lodet 496A ße« MM8 CTannay ’hätillon it Qie[ 1QI. ein Bouillon Seoan^ luy 4 Arten X yfftw k^/Loiowy1 verpen Herent lecheln Maastrknt hen FupBn*^^ Verviers Berlin, 19.Mai. (B3tB.) Der Führer hat am 18. Mai 1940 den folgenden Erlaß vollzogen: Die durch das Versailler Diktat vom Deutschen Reich abgetrennten und Belgien einverleibten Gebiete sind wieder in deutschem Besitz. Innerlich sind sie Deutschland stets verbunden geblieben. Sie sollen daher auch nicht vorübergehend als besetztes Feindesland angesehen und behandelt werden. Ich bestimme daher schon jetzt: Die durch das Versailler Diktat vom Deutschen Reich abgetrennten Gebiete von Lupen Malmedy und Mores- net sind wieder Bestandteil des Deutschen Reiches. Die genannten Gebiete werden der Rheinprovinz (Regierungsbezirk Aachen) zugeteilt. Bestimmungen über die Ausführung dieses Erlasses behalte ich mir vor. ♦ Ein neues Kapitel des Diktats von Versailles ist revidiert. Seit über 1000 Jahren urdeutsche Gebiete waren nach einer Abstimmung, die nach den raffinierten belgischen Schikanen alles andere als eine wirkliche Abstimmung gewesen war, unter dem Druck der Westmächte im Jahre 1920 Belgien zu- gesprochen worden. Die deutsche Bevölkerung dieser Gebiete hat auch in den beiden Jahrzehnten der Trennung oom Reich treu zu der deutschen Heimat gehalten, der sie in Gesittung und Kultur aufs engste Sofies Wv.elles^y i bLouvieres ugny M. Jahrgang Ur. UZ scheint täglich, außer < onntags und Feiertags gngnan^ witmedvl rtels, ziö’i hing bekanntgegeben, wurden Mecheln und C ö - rt en in hartem Kampf genommen, Brüssel da- gigen kampflos durch den Oberbürgermeister unseren mrürfenben Truppen übergeben. Der aus der Dyle- SteUung zurückgehende Feind wird verfolgt. Südlich Maubeuge durchstießen deutsche )!anzerkorps die französischen Grenzbefestigun- gtn, zerschlugen z wei feindliche Divisionen und verfolgten den weichenden Feind über die obere Sambre weiter südlich bis gebiet, insbesondere Hamburg und Bremen, und in Westdeutschland. Wie in allen bisherigen Fällen wurden, abgesehen von einer Kaserne, aus- chließlich nichtmilitärische Ziele planlos angegriffen. Dies stellt das deutsche Oberkommando der Wehrmacht im Hinblick auf die sich darauf ergebenden Folgerungen ausdrücklich fest. Einheiten der deutschen Kriegsmarine haben vor südafrikanischen Häfen, die feindlichen Seestreitkräften als Stützpunkte dienen, Minen gelegt St.AmancLr^x ^/valenciennes Denajn * \ Cambrai LeCateay ^Oudenaarde Mmiens som^. unb o. 'Beaumont Florennes Zm RothforH, c, >4 Jenö t e erreicht. Zwischen Maubeuge und La Fere wird |kr Angriff fortgesetzt. Sambre und Oise sind fiberschrilten, Oe E a t e a u und St. Quentin in Rutscher Hand. Auf dem Südflügel erreichten wir Hit starken Kräften die Gegend nördlich von Laon Hib die Aisne bei Rethel. Bei den Kämpfen nordwestlich Montmedy ist in der Maginotlinie das starke Hanzerwerk 505 genommen worden, hierbei Hit sich der Oberleutnant eines Pionierbataillons, < c r m e r, besonders ausgezeichnet. Die Gefange- ßen- und Beutezahlen steigen. Bis jetzt wurden 110 000 Gefangene, ohne die holländische Armee, Int) zahlreiche Geschütze bis zu 28 cm Kaliber ge- Zihlt. Die Luftwaffe unterstützte wirksam das Vor- z?hen des Heeres. Ihr Schwergewicht lag weiterhin dif den rückwärtigen Verbindungen, Verkehrsanlagen tib Rückzugswegen des Feindes. Bombenwurf auf vehrere Flugplätze zerstörte hallen, Werften und cm Boden stehende Flugzeuge. Vor der französisch- telgischen Küste wurde ein Handelsschiff von 6000 Sonnen durch Bombentreffer versenkt und ein 3er- flörer schwer beschädigt. Die Vertu st edes Feiu- fce s betrugen 147Flugzeuge. hiervon find 47 In Luftkampf, 13 durch Flak abgeschossen, der Rest um Boden zerstört worden. 27 eigene Flugzeuge r erden vermißt In Norwegen steht die Gruppe Narvik, unterstützt durch die Luftwaffe, noch immer in schwerem Abwehrkampf. Ein Handelsschiff on 1500 Tonnen und ein Transporter von 6000 Sonnen wurden hier versenkt, ein feindliches Flugzeug im Lufttampf abgeschossen. Feindliche Flugzeuge griffen wiederum verschiebe Städte im norddeutschen Küstengebiet und in Vesideutschtand mit Bomben an. Militärische Ziele rurben nicht getroffen. Der WehrmachtSbencht vom Samstag. Führerhauptquartier, 18.Mai. (DRB.) Sos Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In h o 11 a n d macht die Säuberung der Ausländischen Inseln rasche Fortschritte. 5mr östlich vlissingen auf der Insel Walcheren nurde gestern noch gekämpft. Der holländische Kom- vandant hat nunmehr die Kapitulation an- geboten. Auf den Inseln Schouwen und J eveland wurden über 2000 Holländer und N Franzosen gefangen. Teile der holländischen Kriegsmarine, soweit sie in den Häfen lagen, uurden in Besitz genommen, ebenso die holländi- gt (oisi (dien küstenbatterien beseht. In Rordbelgien gelang es an zwei Stellen, 1 J it den äußeren Gürtel der Festung Antwerpen MU einzubrechen. Wie gestern schon durch Sondermel- Slafartillerie vernichtete 20 Panzerwagen. Berlin, 19. Mai. (DRB.) Südwestlich Brüssel wurde am Abend des 18. 5. ein Angriff feindlicher Panzerwagen abgewiesen. Im Erdkampf eingesetzte Flakartillerie vernichtete hierbei in direktem Schuß allein 20 pan- | zerwagen. Die Aisne bei Reihet erreicht. Hi.Quentin nndLeCateau in deutscher Hand.-IIOOOOGefangene und zahlreiche Geschütze. Indessen hätten die Ereignisse in den letzten vierundzwanzig Stunden einen so schnellen Verlauf genommen, daß selbst die Kritik an der Heeresleitung vor der wachsenden Furcht in den Hintergrund getreten sei. Der Gedanke, daß die Gefahr so nahe sei, habe allen den Atem verschlagew. Wie der „(Sortiere della Sera" aus Paris meldet, droht der aus den belgischen und französischen Kampfgebieten kommende Flüchtlings ström zu einer Kalamität zu werden, weil die Flüchtlings- transporte die Verschiebungen der motorisierten 216» teilungen und Truppen nach der Front e r s ch w e » ren. Die Behörden haben strenge Maßnahmen ergriffen, damit die Bevölkerung der bedrohten Gebiete nicht von sich aus die Häuser verläßt, um sich in wilder Flucht nach dem Süden zu wenden. Dazu kommen erhebliche Zerstörungen der großen Verkehrswege durch die deutschen Flieger. General Duval vergleicht die heutige miltiärische Lage mit der großen Offensive von 1918 und kommt zu dem Schluß, es handele sich vor allem darum, die neue Front festzusetzen und dem Feind in festen Stellungen Halt zu gebieten. Der Personenwechsel in Paris Die Regierungsumbildung. — General Wehgand wird Oberkommandierender. Stockholm, 19. Mat (Europapreß.) Die mtlh tärischen Mißerfolge Frankreichs an der Westfront sollen nicht in der Schlagkraft der deutschen Wehrmacht, sondern in dem Mangel der Führung Frankreichs zu suchen sein. Anscheinend aus diesem Grunde wurde am Samstagnachmittag das französische Kabinett umgebildet. Neu rückte in die Regierung als stellvertretender Mstiister. Präsident und Minister ohne Portefeuille der Marschall P 6 t a i n ein, der erst am Samstagmorgen von seinem Botschafterposten in Madrid in Paris eintraf. Dalad ier wurde als Verteidigungsminister abgesetzt. Das Verteidigungsministerium wurde von R e y n a u d übernommen, der auch weiter Ministerpräsident bleibt. Daladier wird dem Kabinett als Außenminister angehören. Zum Innenminister wurde der ehemalige Kolonialminister M a n ö e l ernannt, zum Handelsminister Leon B a r 61 y und zum Kolonialminister Louis R o 11 i n. Henry Roi, der bisher das Kolonialministerium verwaltete, scheidet aus der Regierung aus. Der langjährige Generalsekretär des Quai'd'Orsay, Leger, ist, einer offiziellen französischen Verlautbarung zufolge, durch den Botschafter beim Heiligen Stuhl, Charles Roux, ersetzt worden. Ferner hat der Präsident der Republik eine Verordnung unterzeichnet, wonach General Weygand zum General st abschef der Landesverteidung und zum Oberkomman- dierenden der gesamten Operationen ernannt wird. Der Londoner Nachrichtendienst fügt hinzu, daß die Verwendung G a m e l i n s ungewiß fei. % DZ DM W 2 M s StOmer. „ Armentieres.#^ Hazebrouck* * TOurcöing Bethune Bruav- Cent ttfvin* StM - Arras« Jourriai 4th Jl. Lehs Zlernsvrechanschluß 2251 ^abtanschrift: „Anzetgeri * osticheckllössF-rankf^M. Rom, 19. Mai. (Europapreß.) Der Pariser 23er= treter des „Giomale d'Ätalia" berichtet, dort werde allgemein zugegeben, daß von dem Ausgang der gegenwärtigen Riesenschlacht die Entscheidung des ganzen Krieges und die Rettung der westlichen Demokratien abhänge. Ausführungen des Korrespondenten über die Stimmung der Pariser Bevölkerung sind von der Militärzensur ae st rech e n worden. Stehen gelassen wurde nur die Mitteilung, daß die Presse die Bevölkerung auffordere, Vertrauen zu der militärischen Führung zu haben und den Mut zu bewahren. Nach einer Meldung der „Stampa" von der spanischen Grenze berichten Reisende aus Bordeaux, daß in dieser Stadt Vorbereitungen für d e n Umzug der französischen Regierung von Paris nach Bordeaux im Ganze seien. Schon während des Weltkrieges sei die französische Regierung vorübergehend in dieser Stadt untergebracht gewesen. Die Regte- Rosendaai ^da NIEDER- ' Wfe lande verbunden geblieben ist. Der Entschluß des Führers, diese Gebiete ohne Verzug wieder unlösbar mit dem Reiche zu verknüpfen, ist der Dank für diese Treue. Geyß-Fnquart Reichskommiffar für Holland. Berlin, 19. Mai. (DNB.) Um die öffentliche Ordnung und das öffentliche Leben in den unter dem Schutz der deutschen Truppen stehenden niederländischen Gebieten sicherzustellen, hat der Führer den Reichsminister Dr. Seyß-Jnquart zum Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete bestellt. Der Reichskommissar übt im zivilen Bereich die ober st eRegierungsge walt aus und untersteht dem Führer unmittelbar. Er kann sich zur Durchführung seiner Anordnungen und zur Ausübung der Verwaltung der niederländischen Behörden bedienen. Die militärischen Hoheitsrechte werden von dem deutschen Wehrmachtsbefehlshaber in den Nieder- landen ausgeübt, der ebenso wie die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile das Recht hat, die Maßnahmen anzuordnen, die zur Durchführung seines militärischen Auftrages und zur militärischen Sicherung notwendig sind. Das in den Niederlanden bestehende Recht bleibt in Kraft, soweit es mit der Besetzung vereinbar ist. e w X> ac NO so *” Neueste Lagekarte zu den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Eupen und Malmedy wieder Bestandteile des Reichs. an bieobereOife. Infanterie-Divisionen folgen Ic gewaltigen Märschen dichtauf. Zahlreiche Gesungene der zerschlagenen französischen Truppen und g:aße Beute wurden eingebracht. Auch südlich 5 e d a n gewannen wir nach Süden Raum. Die Luftwaffe griff hauptsächlich die rückwärtigen Verbindungen und die mit dich- i len Kolonnen belegten Rückzugsstraßen des Feindes 'n Belgien und Frankreich an. Unter der Wirkung dieser Agnrisse ging der Feind an verschiedenen SleUen fluchtartig zurück. Bei der bewaffneten Auf- klsrung an der niederländisch-belgischen Küste geling es, einen feindlichen Zerstörer zu versenken. 3m Seegebiet v on Rarvik wurden feindliche Ausladungen bekämpft und je ein schwerer Tresfer auf einen schweren Kreuzer und einen großen Transporter erzielt. Der Gegner verlor im Laufe des Tages 108 Flugzeuge, Koon 53 im Luftkampf, 11 durch Flakartillerie, der Heft wurde am Boden zerstört. 26 eigene Flugzeuge werden vermißt. Feindliche Luftangriffe richteten stch Algen verschiedene Städte im norddeutschen Küsten- Mourmelon v- & V ¥ Deutsche Schläge. Die beiden letzten Wehrmachtsberichte lasten den ungeheuren Umfang der deutschen Operationen auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz erkennen, die die deutschen Truppen nach Aufgabe des Widerstandes auf der Insel Walcheren in den Besitz ganz Hollands gebracht haben, sie nach Zerschlagung der Dyle-Stellung ostwärts Brüssel den Vormarsch an die belgische Küste haben antreten lassen und schließlich sie nach dem Durchbruch durch die Maainot- linie zwischen Maas und Sambre in breiter Front tief nach Frankreich hineingeführt haben. Nach dem Fall Antwerpens, dessen strategische Bedeutung als auf das modernste ausgebaute Gürtel- estung und linken Eckpfeiler der französisch-briti- chen Verteidigungsstellung zwischen Maas und Schelde und dessen wirtschaftliche Rolle als einen der größten Häfen des Kontinents wir hier schon am Samstag kennzeichneten, konnte der weichende Feind über die Schelde zurückgetrieben werden, westwärts Brüssel wurde der Abschnitt der Dender, eines Nebenflüßchens der Schelde, etwa 25 Kilometer westlich der belgischen Hauptstadt, erreicht. Die belgische Küste rückt immer näher mit allen peinlichen ^Folgen, die sich daraus für die Engländer ergeben: unmittelbare Kontrolle der Kanalschiffahrt und Stützpunkte für die deutsche Luftwaffe unmittelbar vor den Toren der britischen Inseln. Daß Deutschland heute schon das Mün» dungsgebiet der Schelde, der Maas und des Rheins und mit der Besetzung der Insel Walcheren auch den für die Ueberfahrt nach England in Friedenszeiten bedeutenden Hafen Vlissingen, eine Stadt von rund 20 000 Einwohnern, beherrscht und dies für seine Kriegsmarine und Luftwaffe auszunutzen versteht, mag den Engländern schon einen Vorgeschmack dessen geben, was sie erwartet. Die Bresche, die unsere mit unerhörtem Schwung oorwärtsstürmenden Truppen in die Maginotlinie zwischen Maubeuge und Carignan schlugen, konnte in den zwei letzten Tagen nach dem Durchbruch deutscher Panzerkorps durch die Grenzbefestigungen südlich Maubeuge zu einem strategischen Erfolg von ungeahntem Ausmaß und von noch unabsehbarer Folgewirkung ausgeweitet werden. Der gestrige Wehrmachtsbericht meldete, daß zwischen Maubeuge und La Fere der Angriff fortgesetzt wurde, das sind im Luftraum etwa 80 Kilometer. Die Sambre, ein Nebenfluß der Maas, ist Tn ihrem Oberlauf überschritten, ebenso wie die Oise, ein Nebenfluß der Seine. Dem hier nach Nordwesten weichenden Feind wurde Le Cateau, ein Städtchen^ von 9000 Einwohnern nur noch 25 Kilometer südöstlich Cambrai, bei dem Ende August 1914 die 1. Armee Klucks die Engländer schlug, und weiter südlich St. Quentin entrissen. St. Quentin, eine Stadt von 50 000 Einwohnern, ist jedem Weltkriegskämpfer bekannt. Hier schlug Ende August 1914 die 2. Armee Bülows die 5. französische Armee zurück, später spielte sich der Stellungskrieg nahe der Stadt ab und im März 1918 war St. Quentin Mittel- Montdidief Noyon, Clermont / Montag, ro. Mai M Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/?Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf..Tertameigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorfchrift (vorherige V er einbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Fwiay leviPh Kasernen Unterkunft finden. Alle Hotels seien bereits von Flüchtlingen aus Nordftankreich besetzt. Ein englischer Dampfer, so berichtet die „Stampa" weiter, habe den Hafen von Bordeaux mit 600 Ausländern und Franzosen in Richtung Neuyork verlassen. Dieses Schiff soll auch eine Goldsendung der Bank von Frankreich an Bord haben. Das Kopenhagener Blatt „Berlingske Tidende" schreibt, aus den Nachrichten aus Paris gehe mit großer Deutlichkeit hervor, daß alles in Frankreich von der psychologischen Wirkung des gewaltigen deutschen Vorrückens überrascht sei. Der Mann auf der Straße in Frankreich wundere sich über den merkwürdigen Umstand, daß das französische Heer den Westwall nicht angreifen könne, während die Deutschen mit einem Schlage eine breite Frontlinie durchbrochen hätten. Das Vertrauen sei mehr erschüttert als 1914, und ängstlich spähe das fran- . zösische Volk nach der starken militärischen Persön- GichemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen^chlllftratzer-4 St Trond Waremme ,. ... . _ • Lüttich Embresin Sr Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Führerhauptquartier, 19. Mai. (DRB.) Jas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Rach der Beseitigung des letzten Widerstandes auf frr Insel Walcheren ist ganz Holland mit Amtlichen Inseln in deutscher Hand. In Rordbelgien drängen unsere Truppen mch der schon durch Sondermeldung bekanntgegebe- nin Einnahme von Antwerpen den hin- hcllend kämpfenden Feind immer weiter nach Westen zrrück. Westlich Antwerpen wurde die Schelde Überschritten, westlich Brüssel der Abschnitt der FRANKREICH Bapaume . Roysselaer? T tangemarck * Terneuzen//'X ^‘ö*^5tNjcolas Waesmunster—J Genf ' — Dünkirchep- Meru -^•Chantihv YjT eSt.Denis Prosnes ^Verdun Itelet} X*. \ 1 ■■■ — Vlissingeo*— • - Zeebrüg^e^^. ~ QstendfT^^ 8nigge Njeuport Eedoo 5 Dixmuiden Thourout | eilag en: Die Illustrierte < ietzener Familienblätter i ümatimBild DieScholle $ onats^Berugsvreis: J !it4Beüagen.RM.1.95 j hne Illustrierte * 1.80 ' uftellgebühr......27 «ich bei Nichterscheinen nrn einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt AvesnesK Busigny, * (Jj^urmies Z Bohain' O^JtMicheh.,. 3 ^/&^irson VtQuentin ^^ibomont * ^nehamel Charlevill Sissonne Dumont So"™ L(ao"VRetheL___ Jtauen benachbarten Kroatien verboten. London erkennt den Ernst der Lage Vollkommenheit. blutige, zerstampfte Schlachtfelder verwandelt einzig und allein zur Rettuna der eigenen ,t. I und der britischen Plutokratenkaste, das muß "die n Zeit lehren. Die deutsche Wehrmacht, dessen sind Rom meldet: „Veruhigung aus dem Balkan" anläßlich der Ankunft der Berliner Philharmoniker versucht worden, die daraufhin aus Protest nach Berlin zurückgekehrt seien. Inzwischen ha^e die jugoslawische Regierung energische Maßnahmen ergriffen und auch die für Sonntag angesetzten Kommunalwahlen in dem Feindliche Lustangriffe aus nichlmiMürlfche Ziele. Berlin, 18. Mai. (DRB.) Seit dem 10. Mai haben feindliche Bombenflugzeuge deutsches Reichsgebiet vielfach in tiefen Einflügen in zahlreichen Fällen mit Brand - und Spreng- bomben teilweise schwersten Kalibers beworfen. Die Abwürfe erfolgten offensichtlich völlig wahllos. Rur in wenigen Fällen sind militärische ober kriegswichtige Ziele unmittelbar angegriffen und mit Bomben belegt worden. Don 71 in der Zeit vom 10. bis 13. Mai erfolgten Flugzeuganariffen feindlicher Flieger cmj deutsches Reichsgebiet sind sechs punkt der großen Durchbruchsschlacht. Es ist also durch das Blut vieler tapferer deutscher Soldaten geheiligter Boden, den unsere Truppen in scharfer Verfolgung des nach Nordwesten weichenden FeinItaliens neue Aufgabe Mailand, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Graf C i a n o erklärte hier in einer An- spräche: Im Geist der Hingabe und des Glaubens schickt das italienische Volk sich an, an die neuen Aufgaben heranzutreten, zu denen es berufen werden kann. Diese Aufgaben werden diktiert durch dieDerteidigungunsererRechte als sou- veräner Staat zu Lande, zu Wasser und 'zur Luft, durch die Notwendigkeit, endlich unsere Aspi- rationen zu verwirklichen die naturgegeben, weil gerecht und unerläßlich für das Leben des Landes find, durch den Willen, das Prestige Jta- liens als arbeitende, kriegerische und faschistische Großmacht hoch und rein zu erhalten, dieses Amiens, das seinen Verpflichtungen treu zu bleiben aedenkt. Die Parole wird kommen von dem, der unser einziger Führer im Frieden und im Kriege ist. Rom, 19. Mai. (Europapreß.) Der Berliner Korrespondent des „Piccolo" unterstreicht den hervorragenden Anteil der deutschen Infanterie bei den Kämpfen. Die Infanterie habe an den Erfolgen der letzten Tage einen entscheidenden Anteil. Sie habe alle Hindernisse überwunden, die ihr der Gegner in den Weg gelegt habe, nicht nur, weil sie Mut und Tapferkeit zeige, sondern auch, weil sie sich niemals von Unvorhergesehenem überraschen lasse. Die Infanterie arbeite eng mit den Panzerdivisionen, den motorisierten Abteilungen und Fliegern zusammen. Sie sei stets zur Stelle, wenn die anderen Waffen auf Wider st ände stießen. In Belgien und Luxemburg hätten Znfanterie-Abteilun- aen Marschleistungen von 200 Kilometer in sechs Tagen vollbracht. Den Rekord aber habe eine In- fflnterie-Dioision mit einem 70-Kilometer- Marsch innerhalb von 24 Stunden au - gestellt. Die Zusammenarbeit der Infanterie mit den übrigen Waffengattungen sei ein Wunder an den Bomben wurden nicht weniger als 5 0 Flugzeuge als zerstört erkannt, von denen der größte Teil unmittelbar nach dem Angriff in Flammen stand, ebenso wie die Tankanlage des Flugplatzes selbst. Auf einem anderen Flugplatz wurden weitere 16 französische darunter fünf Morane-Werkflug- zeuge und vier Potez durch Bombenwurf und MG. zerstört. Bei den noch angegriffenen Flugplätzen sind auf den Rollfeldern und vor den Hallen stehende andere feindliche Flugzeuge zerstört worden, während bei weiteren Luftkämpfen zahlreiche Abschüsse feindlicher Flugzeuge erzielt werden' konnten. Diese Leistungen der Luftwaffe lasten keinen Zweifel darüber, wie sicher die Schläge gegen die französische Fliegertruppe geführt werden und daß die vielleicht im ersten Augenblick sehr hoch erschei- nenden Detlustziffern keineswegs ins Reich der Fabel gehören, wie das von den Westmächten immer wieder behauptet wird. Oie deutsche Infanterie. Einnahme Antwerpens habe bestimmt nicht zu einer Erleichterung beigetragen. Englische Kreise erinnerten daran, daß Napoleon Antwerpen als eine auf das Herz Englands gerichtete Pistole bezeichnet habe. Im Zeitalter der Luftwaffe sei die Bedeutung der Beherrschung eines solchen Platzes noch viel größer. Das Blatt teilt weiter mit, daß die Fallschirmpsychose in London weitergehe. Man warte förmlich darauf, vom Himmel die Fallschirmjäger niedersteigen zu sehen. In Hampshire sei die Bevölkerung mit Sicheln, Knüppeln und alten Gewehren bewaffnet auf ein Feld hinausgestürzt, wo ein Flugzeug niedergegangen sei, aber es habe sich herausgestellt, daß ein Privatflugzeug habe notlanden müssen. Auf den Straßen der Ost- und Südostküste Englands nach dem Innern des Landes würden Barrikaden errichtet, um feindlichen Landungstruppen den Durchmarsch zu verlegen. Man spreche weiter von der Entfernung aller Kinder aus London. Die Räumung würde aber sechs Tage erfordern, und die Mütter seien gegen diese Absicht. Nach den Erfahrungen im vergangenen September seien nur 5 v. H. der Kinder für den Abtransport vornotiert geblieben. Alle Straßen Londons, in denen sich Regierungs- gebäude oder für die Kriegführung wichtige Behörden befinden, stehen unter militärischer und polizeilicher Bewachung. Stacheldrahtverhaue sind um Whttehall gesperrt worden, und Kraftwagen — soweit sie überhaupt bei den strengen Benzinsparmaßnahmen benutzt werden dürfen — können die verbarrikadierten Straßen nur mit Sonderausweisen passieren. Das Riesengebäiü>e ber~ British Broadcasting Corporation wird von Militär bewacht. Beim Betreten des Gebäudes wird eine äußerst strenge Kontrolle ausgeübt. Mit aufgepflanzten Bajonetten verrichtet eine große Anzahl von Soldaten hier den Dienst. Aehnliche Vorsichtsmaßnahmen gegen Sabotageakte sind auch an allen Eisenbahnstattonen, Untergrundbahnhöfen, Autobushaltestellen getroffen worden. Die öffentlichen Verkehrsmittel, Autobusse, Straßenbahnen und Untergrundbahnen werden au offener Strecke angehalten, die Fahrgäste müssen sich einer Leibesuntersuchung unterziehen. In Aufrufen heißt es, daß sich Krankenschwestern und Ambulanz- gehilfen zur Verfügung stellen sollen, um nach Frankreich geschickt zu werden. Vor Afrikas Küste. Als am 16. Mai die bisherigen brittschen Schiffs, kontrollstattonen in Kirkwall und den Downs aufgehoben wurden, da behaupteten die englischen Schreiberlinge, dies sei ein Zeichen für die wachsende „Einschnürung" des Deutschen Reiches, da meinten sie, Deutschland habe sich selbst durch die Besetzung der niederländischen und skandinavischen Küste so sehr blockiert, daß nunmehr die Blockadeunkttonen der englischen Flotte an den Nordseeausgängen überflüssig geworden seien. Ein Wortspiel, das wohl nur für ganz naive Gemüter, wie sie in- ulare Abgeschlossenheit produziert, gedacht war. Ein Wortspiel aber auch, an das wir uns nun mit be- . anderem Vergnügen erinnern, weil inzwischen das Maß unserer „Abschnürung" besonders deutlich geworden ist durch das Auftreten deutscher Knegs- chiffe vor den Häfem der Südafrikani- ien Union. . Eine Absperrung von den Weltmeeren, rote sie England noch während des Weltkrieges mehr oder weniger vollständig gegenüber der deutschen Kriegsmarine durchführte, hat ja in diesem Kriege in teinem Augenblick bestanden. Wie erinnern nur an M erfolgreichen Operationen der deutschen Pan. zerscyisfe im Südatlanttk, wir erinnern an die Heimkehr der „Bremen", wir erinnern an das Seege- echt deutscher Seestreitkräfte bei Island, wo der englische Hilfskreuzer „Raoalpindi" versenkt wurde. Seitdem ist durch die Besetzung Norwegens das at- ländische Tor noch weiter aufgestoßen, die ozeanische Bewegungsfreiheit unserer Kriegsmarine noch vergrößert worden. ' Die Verminung afrikanischer Gewässer mutz als eine erste Folgewirkung dieser Tatsache angesehen werden. Das^ kühne Unternehmen unserer Einheiten stellt die brittsche Seekriegführung vor ganz neue und schwerwiegende Probleme. Es zeigt der Welt, daß das angeblich „meerbeherrschende" England nicht mehr imstande ist, s e l b st e n 11 e g e ne Teile b e 5 Empire vor feindlicher Einwirkung zu bewahren. Der Fabel vom abgeschnürten Deutschland steht die Tatsache eines verminten Weltreiches gegenüber. durch sein persönliches Ansehen die Schwierigkeiten! e rl in, 19. Mai. (DNB.) Der putsche W ehr - zu überbrücken, die sich da- Frankreich der Äolk-. mach -b-ncht gab heute bekannt, da- ,n-g-amt 147 rrntii hitrrh {»int1 offene Unteritüüuna ber roten I feindliche Flugzeuge vernichtet wurden, darunter 47 Machthaber in Barcelona selbst aeschaffen hatte, durch»Abschuß imi Luftkampf, 13 durch Flakbeschuß, U i°bt ««ÖTÄ %oLanLi°nenb er Näh- °°N Taurnai Ministerpräsident selbst als „sehr -rnst"^b-zeichnet zwischen deutschen M-ss-rschmitt-Jagern und 20 hat, durch die Erinnerung an ähnlich kritische Zei- französischen Morane-Äagdflugzeugen ten des Weltkrieges, Patriotismus und Zuversicht Lustkampf, bei dem s am t l l ch e f r a n A d f HAe n des französischen Volkes zu stärken, eine Aufgabe, Flugzeuge der Reihe nach abgeschos- der sich Herr Reynaud ohne das Aushängeschild des s e n wurden. Sechs deutsche Flugzeuge werden vergreisen Marschalls anscheinend nicht gewachsen fühlt, mißt. Wie sehr sich die Pariser Regierung durch die und An anderer Stelle wurden gleichfalls im Luft- erwartete Entwicklung auf dem neuen Kriegsschau-1 ^mpf zwölf feindliche Maschinen abgeschossem w h- platz bedrängt fühlt und unter dem Eindruck steht, rend beim Angriff auf den Flugplatz von Sois- daß etwas geschehen müsse, zeigt wohl am besten so ns vier französische Potez-Maschlnen ^im Ab- die Ausbootung Daladiers. Denn nichts ande- stürz gebracht und am Boden eme Brsttol-Blenheim res bedeutet es ja, wenn dieser, der seit 1936 das vernichtet wurden. Auf dem französischen Flugplatz Kriegsministerium innehatte und neben der Aus-IV i tr y - e n - Ar t oi s wurde bei einem Angriff rüstuna sich vor allem auch der Reorganisation und durch deutsche Bombenflugzeuge eine große Anzahl Vereinheitlichung des Oberbefehls in der Krieg-französischer Moräne-Flugzeuge be i m Tanken stchrmig gewidmet hatten nun sein Amt an den Wi- tüb-rrascht, Durch dis ihr Ziel genau tresten- sich schon zunutze gemacht, als es i gung des spanischen Bürgerkrieges zösischen Botschafter zu Franco n unmittelbar auf militärische Ziele, 14 auf Ziele, die man vielleicht als kriegswichtig bezeichnen kann (Brücken, Bahnlinien, Kriegsindustrie, Bergwerksanlagen ufw.) sowie 51 Angriffe auf a u s ge s p r o- chen nichtmilitärische Stellen erfolgt. Bei diesen nichtchilitärischen Zielen handelt es sich um Ortschaften,^ie weder mit Truppen belegt waren oder s o n st i g e militärische und kriegswichtige Zielobjekte enthielten, noch in der Nähe solcher militärischen oder kriegswichtigen Anlagen gelegen sind. Z. B. erfolgte ein Luftangriff mit Abwurf von Brandbomben auf das Kloster Marienberg bei Boppard, das als Mädchenpensionat benutzt wird. Nur dem Glücksumstand, daß die Zöglinge sich im Pfingst- urlaub befinden, ist es zuzuschreiben, daß hierbei keine Opfer beklagt werden müssen. In Emmerich (Kreis Rees) wurde das Krankenhaus von Bomben getroffen. B e i Donaueschingen log ein französisches Flugzeug auf einen ein* zelnen Bauern zu, der seinen Acker bestellte, beschoß ihn mit Maschinengewehrfeuer und verwundete ihn. Bei dem Orte L a n k - L a t u m im Kreise M.-Gladbach wurden vier Bomben auf einen Bauernhof abgeworfen. Diese Beispiele lassen sich entsprechend der hohen Zahl der Angriffe auf nichtmilitärische Ziele beliebig vermehren. Nicht nur in Freiburg, sondern auch an manchen anderen Orten sind dieser völkerrechtswidrigen Willkür Zivilpersonen, darunter auch Kinder, zum Opfer gefallen. Die ganzen Begleitumstände dieser Fälle beweisen völlig einwandfrei, daß die feindliche Luftwaffe hierbei völlig bedenkenlos verfahren ist. MdemMertteuzausgezeichnei Berlin, 18. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz an folgende Offiziere der Kriegsmarine verliehen: Kapitänleutnant Otto S ch u h a r t, Kapitänleutnant Hans Bartels und Oberleutnant z. S. Hermann O p d e n h o f f. Kapitänleutnant Schuhart hat als Kommandant eines U-Bootes im September 1939 den britischen Flugzeugträger „Coura- a e o u s" trotz stärkster Sicherung durch Torpedo- schuß versenkt. Aus zwei weiteren Feindfahrten gelang es ihm, die beachtliche. Versenkungsziffer von annähernd 70 000 Tonnen zu erreichen. Er hat außerdem eine Reihe von Minenunternehmungen gegen die britische Küste erfolgreich durchgeführt. Kapitänleutnant Bartels hat als Kommandant eines Minensuchbootes im Seegebiet von Bergen alle sich bietenden Angriffsgelegenheiten geschickt ausgenützt und sowohl bei der Unterstützung der Operationen an Land wie auch im Angriff auf norwegische Flotteneinheiten hervorragenden Mut ■ bewiesen. Obwohl ihm nur geringe Kampfmittel zur Verfügung standen, hat er durch seine Kühnheit mit seinem Boot die See- Herrschaft vor Bergen und in den angrenzenden Fjorden ausgeübt. Die Besetzung von Haugesund ist sein Verdienst. — Dberieutndnt z. S. Opden- hoff hat als Kommandant eines Schnell- b o o tes ungeachtet stärkster feindlicher Ueberlegen- heit einen britischen Zerstörerverband mit Entschlossenheit und Schneid angegriffen. Dabei gelang es ihm, einen Zerstörer durch Torpedoschuh zu versenken. Mit dieser Ehrung hat der Führer gleichzeitig die Besatzungen dieser drei Kommandanten ausgezeichnet. Oie englische Flotte »rettete- Hollands Goldreserven. Bern, 18. Mai. (DNB.) Wie die Unterstützung und Hilfe aussieht, die England den kleinen neutralen Staaten gewährt, geht aus einemBericht des „Exchange Telegraph" hervor, daß die holländischen Goldreserven durch die britische Flotte ge rett et worden seien. Während des deutschen Vordringens in Holland seien die englischen Seestreitkräfte mit der Aufgabe betraut worden, die wertvoll st en Aktiven Hol- lands in Sicherheit (!) zu bringen. Auf diese Weise hätte noch zur rechten Zeit der Rest der holländischen Goldreserven und Diamanten im Werte von Millionen Pfund nach England übergeführt werden können. —- Während also die holländischen Soldaten durch die Schuld ihrer kurzsichtigen englandhörigen Regierung kämpften, bluteten und starben, galt Englands Sorge der Goldreserve und den Diamantenwerten des Landes, die es schleunigst nach London in „Sicherheit" brachte, um sie — wie man es von Piraten nicht anders kennt — nie wieder herauszugeben. Die Welt aber sieht wieder einmal, wie es mit der Sorge Englands für die Neuttalen in Wirklichkeit aussieht. Sie ist nichts anderes als die xlutokratische Gier, andere auszunutzen und auszuplimbern bis zum Letzte» Verfolgung des nach Nordwesten weichenden Fein- o m, 19. Mai. (DNB.) Die Lage i n S ü d o st - des hier betreten haben. Nach Sübroeften konnten europa ^ird von der römischen Sonntagspresse zu gleicher Zeit starke deutsche Kräfte bis tn bte aufmertfam verfolgt, wobei man insbesondere auf Gegend nördlich von Laon, ebenfalls vom Welt- vollkommene Solidarität Un- krieg her ein bekannter Name, vorstohen, droa a r n s Italien und Deutschland" 60 Kilometer weiter westlich wurde bei R e 1tjie1 hinroeift sowie auf die Tatsache, daß die deutsche die A i s n e erreicht. Hier schlug am 1. September §ßarnung < n Jugoslawien eine gute, 1914 die 3. Armee Hausens die Franzosen nach er- k fl k eiHame Wirkung gehabt habe, was nicht bitterten Kämpfen, llnd auch die Aisne, ein Neben- ,^etzt auch in dem Verbot des antideutschen fluß der Oise, hat in der Geschichte des Wettkneaes ^araber Mattes „Trgovinsti Glasnik" zum seit den Tagen des Vormarsches 1914 als einer der Umdruck komme. „Giornale d'Jtalia" betont in Großtampf ab schnitte des Stellungskrieges eine be- ejner Meldung aus Sofia, daß sich a u ch in B u l - deutende Rolle gespielt. Die Einnahme eines ftar-- g § r i e n die Gewißheit durchsetze, daß nach Kriegs- fen Panzerwerkes der Maginotlinie nordwestlich foroo^ bas Mittelmeer als auch der Balkan Montmedy, bei der sich der Pionieroberleutnant ^urcL Lösung der offenen Fragen ein neues Germer durch besonderen Schneid auszeichnete, Aussehen erlangen werde. In Belgrad zeigt, daß auch hier am äußersten Südflügel des fönne man „ach der Alarmstimmung der letzten nach dem Durchbruch in stürmische Bewegung ge- $ eine fühlbare Entspannung erkennen, ratenen Abschnitts die deutschen Truppen iah vor- Messaggero" betont in' einer Budapester Korre- wärtsdrängen und auf jede Überraschung eines j,on^n, baß die schwere militärische Niederlage feindlichen Entlastungsversuchs gefaßt sind. Em an- und Frankreich zu einem überstürz- näherndes Bild vom Ausmaß der deutschen Offen- ten Rückzieher in Südo st europa veran- sive vermag die Zahl von H0 000 Gefangenen I habe. Die Agenten der berüchtigten englischen geben, die, abgesehen von der holländischen Armee, Handelsgesellschaft, die alle für Deutschland be» von den deutschen Truppen gemacht wurden. Wie stimmten Waren aufkaufen sollten, seien so gut wie hier schon am Samstag angedeutet wurde zeichnet verschwunden und ihr Geschäft sei zumeist in sich nun immer mehr ein deutlicher Konflikt der ber Schwebe gebüeben. Ein letzter Sabotageakt sei Interessen bei den feindlichen Verbündeten ab. Die ^rim-cil) durch die Verteilung von Flugblättern Engländer weichen nach Nordwesten aus, weil ihnen > die Sicherung der Kanalhäfen vor allem am Herzen liegt, die Franzosen suchen dagegen durch die Wen- düng nach Südwesten Paris zu schützen, das ja von St. Lumttn in der Luftlinie nur noch rund 120 Kilometer entfernt ist, was etwa der Strecke von i Mailand, 20. Mai. (Europapreß.) Ein Teil Gießen nach Heidelberg.entsprechen mag^ k englischen Presse macht, wie die italienischen Die politische Schockwirkung ^ die Westtnachte S[ättertiau5 Landon berichten, keinen Hehl mehr aus ist nicht ausgebtteben. Nachdem schon der Fehlschlag ß So schreibe der „Evening des brittsch-sranzosischen Unternehmens m Norme- Standard", das brittsche Volk wisse, daß es vor gen zu einer Reorgamsterungder^englischen Regie- k schwersten Krise seiner Geschichte vung geführt und mit Churchill, Eden Duff Cooper stehe. Weder Philipp von Spanien, noch Lud- Arm in Arm mit den Fahrern der Labour^Zartei XIV «och Napoleon oder Kaiser Wilhelm II. und den Oppositionsliberalen ^genttichen bie Insel so unmittelbar in Gefahr gebracht. Drahtzieher des Krieges ms volle Rampenlicht ge- ^a5 Blatt fordert, die Engländer müßten „die bracht und zur Uebernahme der vollen Derant- Gefahr mutig erkennen" und sich für den größten wortung gezwungen hatte, sehen wir setzt als T2^r* kraftaufmanb aller Jahrhunderte rüsten. Die Be- politische Rückwirkung der zermalmenden deustchen L^ung, die das Blatt dafür gibt, ist recht auf- Schläge in Belgien und Novdfrankreich ^^ ^reid). Es erklärt nämlich, ein Triumph ähnlichen Vorgang in Pans^absplelen.Reynaich hatte mürbe für England den „Verzicht auf erst vor wenigen Tagen erklärt, daß revolutionäre Flüsse und Bequemlichkeiten bedeuten, die Maßnahmen ergnffen "sid vielleicht „Menschen ^t vielen Generationen aehabt habe". „Eve- und Methoden" gewechselt werden mußten. Rey- I . ' ^ms" weisen auf die U e d e r l e g e n h e i t naub hat es nicht bei der Ankündigung belassen, k deutschen Luft- und Panzerwaffe sondern schon wenige Tage darauf den visherlgen I, benm Einsatz jeden Widerstand brechen solle. Der Generalissimus G a m e l in durch (Seneral JB e 9 • tßorinarich werde daher nicht endgültig aufgehalten ganb ersetzt. Man wechselt vM gern mitten im können, solanae die Westmäche nicht in der Strom die Pferde und Bitten 'n der Schlacht d n öem Feinb angemessene Kräfte Oberkommandierenden Aber bte Schlage der beut- überzustellen. UeberIegenf)eit öcr Luftwaffe schen Wehrmacht , ^uversicht des fran ^deute auch eine Überlegenheit im Felde. zösischen Volkes so hart getroffen, daß Reynaud an ^er militärische Mitarbeiter der Londoner scheinend nicht gewagt hat, ^ch lana^ zu zögern, ^jmes" steltt danach ohne Umschweife fest, daß — «n^ßcl?ener?2tabJ?^Lihem die französische Heeresleitung durch den deutschen An- rende ist 73 Jahre alt, entspricht also wenigs^ns dem ^en Ardennen völlig überrumpelt Alter nach den VoiTstellungen, die sich fein britischer wor^ßn ,re| Mwohl die Vertewigungsanlagen in Kollege Sir ©ömur^ Jronsibe von einem tahlyen öie|em Abschnitt schwächer als irgendwo anders ge- Heerführer macht. Weygai^ch^bo^nerDelssle seien, habe man sich in französischen General- wurde französischer Kavallerieafftzier uüd unter Foch ^5^1 en sehr erstaunt darüber geäußert, im Herbst 1914 Chef des Stabes der 9 A^ee, ob- ß5 ben Deutschen gelungen sei, dieses schwierige wohl er nie dem Generalstab angehort hatte. Mtt Gelände mit Panzerwagen zu überwinden. Die Zu- F°ch blieb er seitdem unzertr-nnlich zusammen S° ,„mm-n°rb°it zmischen Pnnz-rwnss- und Sturz- wurde er rm Marz 1918 auch dessen babsches, als ^ ^ombem habe den ersalgreichen deutschen dieser ,0berkommand'er«nder^der allu-rt-nArmeen Vormarsch ermöglicht. In gewissen Frontabschnitten sei französische Infanterie durch die Riesenmassen deutscher Bomben schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Ganzen Kolonnen deutscher Panzerwagen sei es gelungen, durchzubrechen. „(Karriere della Sera" meldet aus London, trotz aufmunternder Meldungen der Zeitungen über Luftbombardements deutscher Städte und einer angeblichen Verlangsamung des deutschen Vormarsches bleibe die Stimmung düster, und die zu später Abendstunde bekanntgewotdene Nachricht von der geworden war. Nach dem Kriege trat er 1922 als Berater des polnischen Heeres hervor, das vor den Toren Warschaus den Ansturm der Russen zum Stehen brachte. Ein Jahr später wurde er Oberkom- missar in Syrien, 1930 Chef des Generalstabs, dann Generalinspekteur der Armee und Vizepräsident des Obersten Krieasrats. 1935 mußte er freilich dem General Gamettn Platz machen. Zu Kriegs- beginn wurde ihm der Oberbefehl über die Levante- armes übertrag-en, die zur Kriegsausweitung auf dem Balkan bereitgestellt worden war. Die lieber- raschung, mit der Deutschland im Nordwesten zuschlug, hat diese dunklen Pläne der plutokratischen, NL7nd^n^7di°°'M ^stellk'auiVn 7g7wLigm Augknb^ck b-d-utL-M-n Au^n- Wechsel der Menschen und Methoden" zu sein, soll^ Mandel, der als gefügiges Werkzeug Clömen- Ohmnhr A»rr Rennaud bereits soAialistische Minister ceaus eine politische Laufbahn begann und als Obwohl ^^^«0^1^ u^nb es bann burd) dessen Kabinettschef während des Weltkrieges die Me ffrne^nuna1 ßo^is 2R a?i n 5 bes gü^rers de? politische Polizei und Zensur mit größter Rücksichts- Republikanischen Vereinigung, und Jbarnö Gareys losigkeit handhabte, mag sich durch^diese Erfahrungen von der Französischen Sozia'lpartei zu Staatsmini- wie durch fernen abgrundtiefen Deutschenhaß Herrn ftem erweitert hatte, zwei Politikern also, die sich Reynaud besonders empfohlen haben. Ob im fran- durch hemmungslose Deutschenfresserei empfohlen hat- Zösischen Volk die von Reynaud so krampfhaft her- ten hielt er ober besser gesagt sein Auftraggeber und aufbeschworene Ennneruna an den Weltkrieg und Einbläser Churchill, dessen eilige Pariser Reise sich den „Tiger Clömenceau das Gesu^wird zu be- hier wohl ausgewirkt hat, eine nochmalige Reorgani- schwichtigen vermögen, sich emen Krieg verwickelt sation des ftanzösischen Kabinetts für notwendig, ZU sehen, der wiederum die Blute der^ französischen um wenigstens etwas den niederschmetternden Em- Jugend zermalmt und die franzosi^en Provinzen druck abzuschwächen, den das unaufhaltsame ®or- mieberum m blutige, 6^^Iac^tfeIber oer- dringen der deutschen Armee weit nach Nordfrank- wandelt einzig und allem zur ^tiina ber eigenen reich hinein auf Parlament und Volk gemacht hat. und der britischen Plutokratenkaste,^bas muß chl« Die Ernennung des greifen Marschalls P 61ain Zett lehren. Die deutsche Wehrmacht, dessen smd zum steNverttetenden Ministerpräsidenten springt wir sicher, wird jedenfalls alle Anstrengungen dabei am sinnfälligsten in die Augen und soll es machen, diesen furchtbaren aber notwendigen Unter« auch tarn um PÄain, her -inst V-rdun für di°! richt -".. W ■& --- "' **^*'x*<^i$ ;X? ’ A-- ’ iJSS Aus dem Wege in die Gefangenschaft Antwerpen wieder zum Leben erwacht SorMigeSichenlng in einer WtfjenOrW Nie Hakenkreuzfahne ans dem Vrnffeler Rathaus Reichsminister Nr. Frick zum Muttertag ilu nu oem uperourgermeH*«* #u ' mb von diesem in dessen historisch-ehrwürdigen LEji 2mtszimmer die Kapitulation verlangte. Die L Übergabe der Stadt und die Entwaffnung der * ni. ob chi eich neu Btt N A obe fch n or aii btt ich irck imr laui lst'i eii> stck rrour M inr Die deutschen Mütter mitten im Lebenskampf der Nation Mit wenigen Begleitern unter Führung von zwei Brüsseler Feuerwehrleuten begab sich der Major dinn gegen Abend in das Rathaus, wo er n it dem Oberbürgerme ist e r zusammentras >! dii (i, h bb U5. S Ob bb 3or wenigen Minuten tobte hier noch der Kampf. Die auf dem Boden liegenden Stahlhelme verraten, ' daß auch französische oder belgische Gefangene gemacht wurden. Die Männer gehen nun sichernd vor, rm ihre Kameraden, die die Telephonleitungen zu legen haben, gegen Ueberraschungen zu sichern. (PK.-Borchert-Scherl-M.) Brücken den Eindruck Hervorrufen möchten. Aber an den Straßen stehen in kleinen und größeren Gruppen die Menschen. Biele winken uns zu, bieten uns mit lachendem Gesicht den Deutschen Gruß. An den Ecken und Straßenkreuzungen stehen schnell hevbeigeschaffte Tische, Eimer und Wannen mit Wasser, Kaffee (Bohnenkaffee!) und Limonade für die vorbeiziehenden Truppen. Auf Schritt und Tritt zwingt es uns sich immer mehr auf: Es ist doch deutsches Land, in dem der Marschtritt unserer Soldaten erklingt. Eupen-Malmedy heißt dieses Land, das hin und her gerissen wurde. Ein Land das deutsch geblieben ist, sogar unter seinen Kindern. Versailles hat es vom Reich getrennt und sie warteten auf diesen Tag. — Hufgeklapper, Räderrollen und immer wieder Marschtritt. An den Straßen und Fenstern lagern seit dem Erscheinen der ersten deutschen Truppen die Bewohner. Tabakwaren, Getränke und Eßwaren werden den deutschen Soldaten buchstäblich zugestopft, als ob sie seit Wochen nichts mehr zu essen bekommen hätten. Die Wachen, die öffentliche Gebäude in den Schutz der deutschen Wehrmacht nehmen, können sich der Angebote kaum erwehren. Unmöglich all die Begegnungen zu schildern, die man in wenigen Minuten in Malmedy hatte und die jedem einzelnen zu einem Erlebnis wurden. Karl Heinz Balzer. 3m deutschen Malmedy. P. K. Am 10. Mai marschierten die feldgrauen Kolonnen durch das deutsche Malmedy, durch einen Lanoesteil, in dem Kinder wie Greise deutsch sprechen. Die deutschen Soldaten marschierten, wofür ihre Väter einst gekämpft und ge- *♦ I blutet haben. War es Zufall oder bewußte Fügung, daß hier als erster ein Deutscher den Truppen den Gruß entbietet? Ein Landmann, etwa 60 Jahre alt, die lange Pfeife in der Rechten, winkt uns zu. I Er weiß in der ersten Minute kein Wort, da strömen seine Lippen über vor Freude. In der gleichen Sprache, die wir so lange von den Eifelbauern hörten, ruft er aus: etzt sind mir zu Hause! Endlich seid Ihr gekommen" I Er spricht davon, wie sie hier lange gewartet haben, von Jahr zu Jahr, heiße Sommer und bitterkalte Winter, daß Deutschland sie wieder aufnahm in den Schoß seiner Familie, daß sie von den Belgiern nicht drangsaliert worden seien, daß man ihnen ihr Hab und Gut gelassen habe, daß sie aber unter fremder Herrschaft lebten. Sie mußten bei den Behörden die fremde Sprache sprechen und ihre Kinder lernten nicht mehr die deutsche Geschichte — jetzt sind wir wieder zu Hause! Nicht in Feindesland befinden mir uns, das merken mir immer mehr, wenn auch die gesprengten hier antreffen. Allmählich mögen sich auch einzelne Bürger aus dem Bau heraus. Zunächst verängstigt und zurückhaltend. Bald aber roerben sie freundlich und erzählen uns, daß sie seit vier Tagen ohne Wasser und ohne Licht leben und daß sie laut Verordnung des Magistrates vor Montagvormittag 9 Uhr, also 48 Stunden lang, ihre Wohnungen nicht haben verlassen dürfen. Wir klopfen am Südbahnhof an die Scheiben eines Cafe-Hauses. Vorsichtig regt sich etwas hinter den verschlossenen Türen. Man trägt uns einen Tisch vor das Haus und bringt Kaffee, Weißbrot und Käse. Man merkt es den Einwohnern an, wie glücklich sie darüber sind, daß ihre Wohnviertel durch den schnellen Einmarsch der deutschen Truppen vor den Schrecken des Krieges verschont geblieben sind. Die Einwohner Antwerpens sind Flamen, bei ihnen spürt man nichts von Deutschenhaß. Bestreben, der kinderreichen Familie nach und nach die Stellung zu geben, die ihr in der Volksgemeinschaft zukommt. Nicht bevorzugt soll sie werden, soll doch Kinderreichtum einmal selbstverständlich für jede Familie sein. Aber unter den Nachwirkungen einer selbstsüchtigen Zeit ist unser Leben noch -zu sehr auf den einzelnen abgestellt und es scheint die kinderreiche Familie allzu leicht benachteiligt gegenüber dem Junggesellen. haben eine jahrhundertealte Heimat auf gegeben, um ins Vaterland endgültig heimzukehren. Alle Frauen des ganzen Volkes, die heute als Mütter einer entschlossenen Nation leben und arbeiten dürfen, sind sich darüber klar, daß wir in einem Lebenskampf stehen, der b e ft a n b e n sein muß. Wir wollen dabei besonders allen schwer arbeitenden Müttern danken, die in der Landwirtschaft und in kriegswichtigen Betrieben treu und gewissenhaft ihre Pflicht erfüllen. Ihnen gu helfen und sie vor Ueberlaftung zu bewahren, ist unsere vornehmste Aufgabe. Die Kette helfender Hände muß noch viel dichter werden als das bis heute schon der Fall ist. N a ch b a r s ch a f t l i ch e Hilfe, dieses Urgut unseres Volkes, soll uns mehr denn je zur inneren Pflicht werden. Der Mut, mit allem fertig zu werden, soll nicht beim guten Willen stecken bleiben, sondern lebendige, tägliche Wahrheit sein. Heute, am Muttertag, reichen wir unsere Hände unseren Soldaten. Vor unseren Führern, ihren besten Kameraden, treten mir hin und sagen: Unsere Herren, unsere Gedanken und unsere Arbett gehören dir, weil du für uns Deutschland bist. Was auch an Opfern von uns Frauen gefordert werden wird, es soll uns willig und bereit finden. Berlin, 19.Mai. (DNB.) Im Rundfunk sprachen am Sonntag Reichsminister Dr. Frick und Reichs- frauenschaftsführerin Scholz-Klink zum deutschen Muttertag. Unsere Herzen und Hände, so sagte die Reichsfrauenführerin, unsere Gedanken und unsere Arbeit stehen seit den Septembertagen so ganz in dem uns aufgezwungenen Kampf, daß mir nur einen Maßstab aller Dinge kennen: den iKrieg und unsere Soldaten. Wir Mütter mit Kindern, die noch nicht ihr Vaterland verteidigen können, treten mit allen-deutschen Soldaten in dieser Stunde zuerst vor alle Mütter und Frauen hin, die in diesem Krieg ihre Söhne und Männer für ihr Volk gegeben haben. Vor ihnen verneigen wir uns in dankbarer Ehrfurcht und in dem guten Willen, ihnen Schrnestern und Brüder zu sein, sobald sie dessen bedürfen. Weiter gehen unffcre Schritte zu den Müttern und Frauen, die durch feige Angriffe auf deutsche Städte in diesen Tagen ihre Kinder verloren haben ober um ihre schwer verletzten bangen. Zum dritten stehen mir — Sol- | baten und Mutter — Hand in Hand vor dem einst OB!* itenfc ; juro1 orptto ien P: jer w Lrh- nunfle gefüllt 6er. en sM intrn» inheilk> ien, V lie 6* nzeM ugeiv' pben- ^neO1 lerlefltt; rboit' x.* ebof^ W ei M Polizei erfolgte um 20.45 Uhr am 17. Mai, roobei । der Oberbürgermeister Garantie für ruhiges Verhalten der Bevölkerung übernahm. Wenige Minuten darauf steigt am Brüsseler Rathaus die Hakenkreuzfahne empor und auf dem berühmten Rathausplatz erscholl zum ersten Male aus den Kehlen deutscher Soldaten ein Sieg-Heil auf den Führer. Jnzrnischen ist in kaum einstündiger Arbeit und baten unb Mutter — Hand m Hand vor Dem env lerer Pioniere der erste Notiibergang über zrgartlgen Heimweg unstrer Wolhymen- und Ga- den Kanal fertig geworden. Mit den Sicherun- liziendeutfchen, unserer Balten und Sudtiroler, die gen überschreiten auch wir ihn und gelangen un- zum erstenmal in dscsem Jahr den Muttertag mit behelligt zum königlichen Schloß Lacken. aus uns feiern. Auch sie haben ihre Opfer gebracht. Sie beHen Kuppelturm mir die Hakenkreuzfahne auf-' ziehen. Regierung und königliche Familie sind schon seit Tagen geflüchtet. Kurz darauf erscheinen englische Aufklärer, die rnohl die rneithin leuchtende Fahne bemerkt haben, aber von unserer Flak ver-1 _ M^ertag am 19. Mai 1940 hielt Reichs- scheucht werden konnten. Als mir aus bem miSifSr Dr. Frick eine Rundfunkansprache. Wie in m bie Stabt zuruckkommen, ist das Leben m Brussel Jahr, so sagte der Minister, feiern mir auch mieber erwacht. Staunend ^Hn ^smal den ReiSmuttertag. Gerade heute ist es kerung, die uns mol)!mt es biein besonderes Bedürfnis, den deutschen Müt- der königlichen Familie betonte, die mir 'm Schloß Ufib grauen -u sagen, daß die deutsche Natton trafen,. nod) nicht so rasch erwartet Die L., empfindet, rvelche Ehrung die deutsche Mutter freundliche atte DE meinte nämlich, im Weltkrieg ^underttausenbe von ihnen haben ihre waren die Deutschen nach JEagen getommen, $aben We Väter ihrer Kinder aus der Fa- S&JV.. E'aÄ'iÄt'SS MA? »ft ha »rüffel aemeldet seien und deutschen Mütter und Frauen in besonderer Ehr- ?Ann rtiAns die Kolonnen der Panzerjäaer erbietung. Aber mir wissen, daß es ihnen Trost und MIK: d-r S in dieskr RMng Stolz zugleich fein -mrd, daß diese Männer für Füh- vorüber Aus den ersten paar Monn, als die wir rer und Reich, für die Freiheit des deutschen Vo - durch Brüssels Sttaßen kamen, werden von Minute kes, ja für die Befreiung ^ M^en Menschheit zu Minute mehr. Auf die Radfahrerkompanien, die von der Herrschaft einer plutokratischen Kaste fielen, als erste sicherten, folgen Truppen aller Wehr- Die größte und die eigentliche Aufgabe der Frau machtsteile. An den Straßenausgängen beziehen Mutterschaft. Ihr den Weg zu dieser Panzerjäger ihre Stellungen. In der Ferne fjären Aufgabe zu ebnen, ist eine der vornehmsten Auf- mir Sprengungen rollen und ab und zu unterbricht gaben unseres Reiches. Ich erinnere an die Ehe- der Feuerstoß eines MG. die Stille der garten- standsdarlehen, die bie Rückkehr ber Frau zur Fa- ähnlichen Umgebung ber schönen Hauptstadt Bel- mtfie durch bie Erleichterung der Grünbuna eines giens. Hausstandes bezwecken. Die Gesamtzahl ber seit ber mit einem Pfeil unb einem Schiffsbilb ben Automobilisten zur Fahrt nach Dover ein. Unfete Ge- bauten treffen sich mit benen der Panzerjager an den Geschützen, und ein Mund spricht das aus, was mir alle in diesem Augenblick denken. „Dieser Einladung werden wir nachkommen! Mit Brüssel sind wir wieder dem Urheber dieses Krieges um ein gewaltiges Stück näher auf den Leib gerückt." Edgar Bissinger. DNB...... 19. Mai. (PK.) In rascher Fahrt tagt uns unser PKW. durch die noch im ersten Norgendärnrner liegende Landschaft. Wir kommen oen aus Löwen, das unter dem sinnlosen Widersand des Feindes, der in aller Eile die friedliche Universität der Stadt noch befestigt hatte, schwer {■litten hat. Nur dem raschen, auf die Widerstands- refter genau konzentrierten deutschen Angriff ist » zu bauten, baß bas Bild nicht noch troftlofer cusgefallen ist. Hinter Löwen ist aber ber Rück- Pg des gsechlageuen Feindes auf Brüssel zu schnell geworden, daß oft kilometerweit keineeiuzigeKampfspur zu sehen ist. Die ßinwohner, die unserem Wagen entgegenkommend in ihre verlassenen Heimstätten zurückkehren, sind nur betroffen durch die Plünderungen der ß nglänb er, bie wahllos Wertgegeustäube aller Üxt mitgehen hießen. Männer unserer Vorausad- tiilung fanben so in der Beiwagenmaschine eines englischen Offiziers Dameuschlüpfer, Frühjahrsstoffe, Cttümpfe unb Sekt noch in ben Packungen verstaut unb mit der Preisauszeichnung des Löwener Kauf- ttauus versehen, aus dessen Laden dieses „Vorbild" ftiner Soldaten sie gestohlen hatte. Ein belgischer befangener, den wir beim Gefechtsstaud ver Vorausabteilung treffen, bestätigt diese unsere Wahr- nrhrnuug mit ber Aussage, die Soldaten hätten aus- dicklich Erlaubnis zum Plündern erhal- hn, da ja sonst diese Gegenstände ben Deutschen in di< Hände fielen. Iluf diesem Gefechtsstand gibt uns der Führer b>r Vorausabteilung eine kurze Schilderung seines ßinbringens in bie Stadt Brüssel und von der Leb er gäbe, die wenige Stunden vorher vor sich ; g-ng. Als die Spitze seiner Abteilung sich aus den ?vrstädten heraus auf die Brücken, die über den nitten durch die Stadt gehenden Willebrock-Kanal fuhren, hinentwickelte, erhielt sie plötzlich Beschuß eRglischer Nachhuten, die sich in Hausern jmfeits des Kanals festgesetzt hatten. Wie die Eng- linder den Charakter Brüssels als unverteidigte ' b ene Stadt auffassen, geht am besten daraus her- vor, daß sie gegen den Willen ber Bevölkerung sämtliche Brücken sprengten und die 2 rückenauf führten mit Minen bepflasterten. Dvhlgezielter Pakbeschuß veranlaßte den Feind ziemlich schnell, seine Stellung zu räumen und auch Hüne Granatwerfer schwiegen rasch, nachdem seine Beobachtungsstelle niedergekämpft war. Der Krieg ist für die deutsche Hausfrau unb Mutter ebenso wie für den deutschen Mann d le große Bewährungsprobe. Wie unsere deutschen Frauen und Mütter in der Heimat sich bewähren, wie sie in der Arbeit des Tages Mut und Hoffnung nicht sinken lassen, sondern als tapfere Vorbilder in ihrer Familie wirken, wie sie ihren Männern und Söhnen draußen das beruhigende Gefühl verschaffen, daß- in der Familie, in der Heimat Ordnung und Zuversicht herrscht, das wird zu einem nicht geringen Teil für die Entscheidung unseres Kampfes maßgebend fein. Ich begrüße es deshalb, daß auch unter den jetzigen schwierigen Verhättnissen das Deutsche Frauenwerk seinen Mütterdienst fortsetzt. Der beste Wille muß erlahmen, menn ihm nicht das notwendige sachliche Können zur Seite steht. Dies zu vermitteln ist die Aufgabe des Mütterdienstes. Die Aktion zur Verhütung der Rachitis ist ein schönes Beispiel, wie im nationalsozialistischen Staat alle Kräfte sich zusammenfinden, um den deutschen Nachwuchs zu sichern. Die Säuglings- und Müttersterblichkeit wird immer der Gegenstand besonderer Sorge der deutschen Gesundheitsführung sein. Ich darf daraus Hinweisen, daß die Säuglingssterblichkeit seit 1933 von 7,7 auf 6,0 v. H. zurückgegangen ist. Der Führer hat bem deutschen Volk gewalttge Ausgaben im mitteleuropäischen Raum zugewiesen. Es wird von uns ab» hängen, diese Möglichkeiten zu nutzen. Wir werden es nur dann können, wenn wir genügend Menschen haben, die dazu fähig sind. Von Ihnen, also, deutsche Mütter, wird es abhängen, ob die erste Voraussetzung für die Lebensbehauptung unseres Volkes erfüllt ist: eine ausreichende Zahl erb- gesunder, rassisch wertvoller, kinderreicher Familien. Diese Aufgabe soll Ihr Stolz sein. Sie gibt Ihnen jene geachtete Stellung, die unser Volk Ihnen voll Ehrerbietung einräumen soll und der mir am heutigen Tage besonders gedenken. (P. K.) Im unaufhaltsamen Vormarsch haben unsere Truppen am Samstagvormittaa die Festung jntrnerpen genommen. Auf der großen Zu- fchrtstraße von Tilburg in Holland her zeigen sich uns bald nach Ueberfdyreiten der belgischen Grenze deutlich Spuren heftigsten Wider st an- de s. Durch Brücken» und Straßensprengungen, durch Baum- und Wagensperren versuchten die Feinde, bas rasche Vorrücken der deutschen Wehrmacht zu verhindern. Aber mit Artilleriefeuer mürben die Widerstandsnester des Gegners zerstört unb bann schnell genommen. Weit hinaus in die Vororte Antmerpens führen Hchienen der elektrischen Straßenbahn. Aber bie Lrähte hängen zerrissen herab, die Telephonmasten sind umgestürzt, zerschossene und ausgebrannte flraftmagen, tote Pferde und Kühe säumen unseren Deg. Je näher man jedoch dem eigentlichen Stadtkern Antwerpens kommt, desto seltener trifft man Einschläge der Granaten und Spuren der MG.- ßarben. Antwerpen selbst wurde anscheinend kampf- lis vom Gegner geräumt. In einem schmucken Landhaus am Rande der ftabt finden mir, zu einem großen Haufen aufae- tiirmt, Uniformstücke und Ausrüstungsaegenstände. $ie Soldaten der feindlichen Armee haben alles »eggeroorfen, um möglichst ungehindert fliehen zu kennen. Aber so viel Zeit hatten sie doch, um tzchränke und Kästen zu durchmühlen und alles Vertoolle mitgehen zu heißen. So plünderten sie hier die Wohnungen ihrer eigenen Bundesgenossen, die in panikartigem Schrecken alles jiheim im Stich gelassen hatten. Die Straßen sind menschenleer, die Häuser und Läden geschlossen, die senster mit Papierstreifen verklebt und mit Gardinen verhängt. Da sehen wir zwei Schutzleute euf dem Fahrrad, bie ersten Menschen, bie wir Wir fahren weiter zum Rathaus, von bem bas berühmte „Denkmal des Handmerfers" steht, der nach der Sage der Stadt Antwerpen ihren Namen gab. Auf dem weiten Platz lagern deutsche Soldaten. Panzerjäger mit ihren Geschützen sichern biel Sttaßen. Das Rathaus und die Zunfthäuser ber - deutschen Hanse, in prachtvollem Renaissancestil er» I baut, die schmalen handtuchartigen Bürgerhäuser I der Barockzeit und die modernen großen Hotels unb Geschäftshäuser finb sämtlich unversehrt. Allmählich regt es sich hinter ben Garbinen. Verstohlen I blicken bie Einwohner aus ben Fenstern. Freundlich I .. o. . en, - winkt man uns zu. Die Antwerpener haben rasch Ein Transport belgischer Gefangener wirb von beutschen Solbaten in die rückwärtigen Linien geführt, begriffen, baß ber beutsche Soldat nicht als Feind | um nach Deutschland gebracht zu werden. — (PK.-Borchert-Scherl-M.) der Zivilbevölkerung gekommen ist. Bald wird auch in Antwerpen wie drüben in Holland bas gewohnte Leben und Treiben wieder beginnen. Erich Leupolt. Der letzte Gruß der Heimat an der Grenze. P. K. Während die deutschen Truppen in Belgien und Holland die große Offensive vortragen, die diesen Krieg entscheiden soll, rollen auf den Straßen des Hinterlandes in ununterbrochener Folge die Nachschubtransporte, marschieren immer weitere Kompanien und Regimenter der Infanterie und der anderen Waffengattungen, brummen die Zugmotoren, der schweren Artillerie und brausen die Kampfflugzeuge frontwärts. Auch in dieser letzten größeren Stadt unweit der luxemburgischen Grenze herrscht seit den frühen Morgenstunden des Pfingstsonntag das gleiche Bild, wie in allen Grenzorten. Da rollen die Transporte und marschieren die langen Kolonnen — endlos, stundenlang. Hitze und Staub haben den Soldaten, die teilweise schon ihre 50 und mehr Kilometer Marsch hinter sich gebracht haben, nichts anhaben können. Trotz der Strapazen des Marsches leuchten Freude und Stolz aus ihren Augen, Freude und Stolz darüber, daß sie nach langen Monaten des Abwartens nun doch noch an den Feind kommen sollen, daß sie mit antreten dürfen zur letzten großen Entscheidung. Die Menschen in dieser Stadt säumen die Straßen. Zuerst trieb sie nur die Schaulust und die Neugier — sie wollten unseren Soldaten noch einen letzten Gruß zuwinken. Aber ebenso schnell sahen sie auch, was not tat: erst waren es nur Wasserkannen, schnell aus den nächsten Häusern geholt, aus denen den Marschierern ein kühler Trunk und eine Erfrischung gereicht wurde. Immer mehr Kolonnen kommen, unabsehbar die lange Reihe der Fahrzeuge und Marschkolonnen. Es bedurfte keiner Aufforderung und keiner besonderen Organisation, in kürzester Zeit sind plötzlich Kannen mit Kaffee und Tee, Körbe mit Brot und Wurst da. Frauen und Mädchen übernehmen die Verteilung, Blumen werden geworfen. Grüße zu- gewinkt, Scherzworte gewechselt. Ein Privatwagen quetscht sich durch die Reihen. Kaum können die Menschen auf den Bürgersteig zurücktreten, so eng stehen sie. Im Nu werden ganze Pakete mit Zigaretten ausgepackt und an die Soldaten verteilt. Eben fährt wieder ein Wagen vorbei. Gerade steigt der Unteroffizier heraus, um Brot und Wurst entgegenzunehmen, da fliegt ihm schon von zarter Frauenhand geworfen eine Zigarettenpackung zu. Und während er sich noch einmal erstaunt zurückwendet und lachend dankt, springt ein anderes Mädchen, nicht achtend der festlichen Tracht des Pfingstsonntags, auf das Trittbrett des Wagens. Ein Fliederbusch und eine Packung Zigaretten werden hineingeworfen, dem Ueberraschten gerade auf den Schoß. Singend kommt eine Kompanie Infanterie daher. Das frohe Marschlied hält die Männer zusammen in gleichem Tritt. Brote werden ihnen gereicht, Eiswaffeln, Tassen und Gläser mit Kaffee und Tee, Zigaretten, Süßigkeiten. Laute Heil-Rufe brausen den Männern entgegen. „Auf Wiedersehen — machts gut!" Das Marschlied hat längst äuf- gehört. Die Kompanie gerät durcheinander, aber der Hauptmann ist nicht böse darum. Lächelnd läßt er ein BDM.-Mädel gewähren, das ihm einen Fliederstrauß an den Rock steckt. — Und immer noch rollen und marschieren die Kolonnen. Die Menschen weichen nicht, sie werden nicht müde, ihren Soldaten ihre ganze Liebe zu beweisen, eine Liebe, die aus vollem Herzen kommt angesichts der Schwere des Einsatzes, dem diese Männer entgegen gehen. Sie sollen wissen, daß die Heimat immer hinter ihnen steht. Jürgen Darmer. DieVannerdesDeufschenOrdens wieder in der Marienburg. Marienburg, 19. Mai. (DNB.) Die durch den deutschen Sieg zurückgewonnenen B a n n e r des Deutschen Ritterordens sind der Marienburg wieder zurückgegeben worden. Sie galten in Polen als Triumphzeichen ihres 530 Jahre zurückliegenden Sieges. Jetzt sind sie von der Burg der polnischen Könige in Krakau heimgekehrt und haben einen Ehrenplatz in der Säulenhalle des Hochmeister-Palastes erhalten. In einer Feier im Remter übergab Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank die Fahnen cm Reichsstatthalter F o r st e r. In einer Stunde größter geschichtlicher Entwicklung, so sagte der Minister, übergebe er 18 Fahnen des deutschen Ordensheeres in der Gestalt, in der sie von den Polen als ewiges Mahnmal der Niederlage des Deutschen Ordens und als Ausdruck des ewigen Hasses aller Polen gegen das Deutschtum auf der Burg zu Krakau verwahrt worden seien. Ein wundersames Schicksal schließe sich. Nie wieder würden diese Zeichen der polnischen Willkür zum Opfer fallen. Reichsstatthalter F o r st e r betonte, der Volkstumskampf der letzten 500 Jahre müsse mit der re st losen Eindeutschung dieses Landes zum Abschluß gebracht werden. Jeder Deutsche, der in den Osten geschickt werde, müsse diese Berufung als eine ehrenvolle Auszeichnung empfinden. Der Osten werde in Zukunft auf allen Gebieten in nichts mehr hinter dem Westen zurückstehen. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei müsse die Trägerin des Deutschtums werden. Großadmiral Boeder weilte in Norwegen. Berlin, 18. ®lm. (DNB.) Der Oberbesehlsha- b-er der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h.c.’Rae« der, weilte vom 15. bis 17. Mai mit dem Chef des Stabes der Seekriegsleitung, Vizeadmiral Schniewind, in Norwegen. Er hatte Besprechungen mit dem Kommandierenden Admiral in Norwegen, Admiral Boehm, dem Befehlshaber in Norwegen, General von Falkenhorst, und besuchte den Reichskommissar Terboven. Der Großadmiral besichtigte die Verstärkungen der Land- und Seeverteidigung der norwegischen Küste, insbesondere den im Gang befindlichen weiteren und verstärkten Ausbau des Stützpunktes Drontheim. Die Hafen- und Küstenstellungen in Norwegen sind in einen Ausrüstungs- und Verteidigungszustand gesetzt worden, der den Erfordernissen jeder Operation gegen den Feind entspricht. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat das Beglaubigungsschreiben des Königlich-italienischen Botschafters Dino Al- fieri am 18. Mai 1940 im Führerhauptquartier entgegengenommen. * Durch die deutsche Aufklärung im S e e g e b i e t dor Narvik wurde bei Bodoe ein schwerer Kreuzer festgestellt, der mit starker Schlagseite auf eine Klippe auf gelaufen ist. Er wird durch feindliche Flieger und einen feindlichen Zerstörer gesichert. * Vor dem Hafen von V l i s s i n g e n liegen die Trümmer eines großen Transporters (25 bis 28 000 Tonnen), der in der Mitte durchgebrochen ist. Wahrscheinlich ist er auf eine Mine gelaufen. * Durch eine Sprengung der Brücke der Bahnüberführung St. Louis—Basel durch die Franzosen ist der direkte Zugverkehr Frankreich- Schweiz via Basel unterbrochen. Es sind auch noch weitere Eisenbahnbrücken in St. Louis in die Luft gesprengt worden. * Wie aus London verlautet, ist der Luftverkehr zwischen Paris und London e i n g e st e l l t worden. * In Birmingham traf der erste Verwundetenzug aus Frankreich ein. Bei Punta Gallinas auf der kolumbianischen Halbinsel Goajira im Karibischen Meer sind ein Hilfskreuzer und ein U-Boot der englisch-französischen Streitkräfte vor Anker gegangen. Die Zeitung „El Siglo" schreibt dazu: „Kolumbianische Neutralität durch Frankreich und England verletzt." Aus aller Welt. Schuhe aller Zeilen und Völker. Das deutsche Ledermuseum in Offenbach hat die durch zahlreiche Ankäufe erweiterte Schuhsammlung neu geordnet und für die Oeffentlichkest wieder freigegeben. Das Museum besitzt heute die größte Sammlung von Schuhen aller Länder. lieber L200 Paare sind, nach Völkern und Zeiten geordnet, ausgestellt. Neben dem zierlichen Rokoko-Schuh und dem prunkvollen Barockschuh stehen Bauernschuhe, die 20 Pfund schweren Stangenreiter-Stiefel und die 7 Pfund schweren Reiterstiefel aus der Zeit Friedrichs des Großen. Als modische Entartung wird auch ein Schuh mit 1815. Ein gut Teil der Kriegsgeschichte der letzten brel' Jahrhunderte wird bei den jetzigen Kämpfen west»' lief) Namur wieder lebendig. Am 14. Mai meldete der Wehrmachtsbericht das Eintreffen deutscher Panzertruppen bei W a v r e an der Dyle-Linie. Unweit davon liegt im Süden Ligny. Hier griff Napoleon — zum letztenmal.: erfolgreich — am 16. Juni 1815 d i e Preußen an. Hier ereignete sich auch die berühmte Episode, daß der alte Marschall Blücher unter seinem Pferd zu Fall kam, aber auf fein geliebtes Pfeifchen nicht verzichtete. Jnzwischen hatte fein Generalstabschef Gneisen au das Kommando übernommen und marschierte über Wavre in die Gegend von Brüssel, statt sich (nach der Vermutung Napoleons) auf Lüttich zurückzuziehen. In Brüssel aber stand Wellington, der über einem Tanzvergnügen verabsäumt hatte, den Preußen bei Ligny zu Hilfe zu kommen. Gneisenau aber wollte Napoleon auf den Fersen bleiben, der inzwischen Wellington bei Waterloo (oder Belle-Alliance) „gestellt" hatte, wie man schon sagen muß. Wellington ging es recht dreckig. Immer wieder erneuerte Napoleon seine Sturmangriffe. Am Abend des 18. Juni 1915 entfuhr Wellington der Stoßseufzer: „Ich wollte, daß es Abend wäre, oder es kämen die Preußen!" Und da waren die Preußen auch schon da! Ungefähr im selben Augenblick merkte Wellington an der Wendung, die die französische Artillerie nahm, daß sein linker Flügel entlastet wurde. In den französischen Reihen erscholl der Ruf: „Sauve qui peut!” (Rette sich, wer kann!) Wellington dankte überschwenglich Blücher. Gneisenau hielt sich von dieser Begegnung seitab und befahl die Verfolgung des Kor- s e n „bis zum letzten Hauch von Mann und Roß ...", der berühmte Befehl, der seither ein geflügeltes Wort geworden ist. Die Verfolgung rourbe mit solchem Nachdruck ausgenommen, daß Napoleon seine Kutsche verließ. In ihr wurde sein Degen und der „Schwarze Adlerorden" gefunden, den er seit Tilsit trug. Dieses Großkreuz vom Schwarzen Adlerorden trug fortan Gneisenau, Napoleons - Degen ist gerade jetzt in einer Ausstellung der Berliner Nationalgalerie zu sehen, die den Freiheitskriegen 1813/15 gewidmet ist. einem 34 cm hohen Absatz aufbewahrt. Aus einer jetzt erworbenen Wiener Sammlung sieht man die Tanzschuhe der berühmten Tänzerin Fanny Elßler und die ersten Ballschuhe der Fürstin Metternich, Schuhe der unglücklichen Kaiserin Elisabeth, der Kaiser Franz I. und Franz Joseph sowie bekannter Filmstars. Eine interessante Sammlung von Schuhwerk aus dem Weltkriege zeigt, wie das von Feinden eingeschlossene deutsche Volk den Materialmangel einer totalen Blockade zu bekämpfen wußte. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Potttck, Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz^ und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Derlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Gießen, den 1«. Mal 1940. 2476 D Frau Katharina Will, geb. Schmidt Leihgestern, den 19. Ma! 1940. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 21. Mai, um 15 Uhr. 2481 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Poppe eim von einer frohen und ausgeruhten Frau emp- ingen wich, die sich nun bemüht, ihm nach Dienst- chluß alles Unangenehme fernzuhalten und ihn !ufzuheitern. Bei den doppelt belasteten Frauen der kann dies nur selten der Fall sein. Denn eben- 3 müde wie der Mann ist ja die Frau, die neben« iei noch die Verantwortung für das tadellose Wei- erlailfen des Haushalts trägt. Um aber keine Unterbrechung im forttaufenden llrbeitsgang der Volkswirtschaft eintreten zu lassen, müssen sich heute unendlich viele Frauen auf die ?eren Arbeitsplätze der Männer stellen. Sie arbei- ;n als Schalterbeamtinnen, in den Fabriken, als Schaffnerinnen bei den verschiedenen Bahnen, als ßoftbotin usw. Diese Frauen haben sich auf die lufrufe hin sofort freiwillig zur Mitarbeit gernel- et. Es gibt aber auch noch viele Frauen, die ab- eits stehen, weil sie für die in Frage kommenden Berufe kein Talent besitzen, weil sie zu alt oder zu chwach sind. Aber auch für diese gibt es genug Ge- egenheit zur Mitarbeit. Wenn sie sich dem Deut- che Frauenwerk oder der NSV. zur Verfügung tellen, so können sie im Rahmen der Nachbär- chaftshilse eingesetzt werden, sie können Kinder beaufsichtigen, jüngere oder unerfahrene Frauen und Mütter beraten, für überlastete Hausfrauen und Mütter die Einkäufe mit den eigenen zusammen i rledigen, oder igendwelche andere Tätigkeit aus- iben. Die deutsche Volkswirtschaft braucht noch unendlich viele Frauen, die sich für solche leichteren Arbeiten melden, oder sich auch einem Beruf zur Verfügung stellen; keine Frau ist zu alt oder zu Jein", um hier mitzuarbeiten. Denn diese Mitarbeit trägt dazu bei, die Wirtschaft auf Hochtouren weiterlaufen zu lassen und damit ein leichteres Durchhalten zu ermöglichen. Kein Ehemann hat Darum das Recht, feiner Frau diese Ehrenpflicht ;u verweigern und sie aus egoistischen Gründen dem Beruf fernzuhalten. Die Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebesschule". Notizen für den 21. Mai. Sonnenaufgang: 5.22 Uhr, Sonnenuntergang: 21.22 Uhr. Monduntergang: 5.22 Uhr, Mondaus- । gang: 21.17 Uhr. Vollmond: 15.33 Uhr. Oie Deutsche Arbeitsfront sammelt in den Betrieben für das Rote Kreuz. NSG. Die Deutsche Arbeitsfront wird im Rahmen der Sammlung des Kriegshilfswerkes für das Deut- che Rote Kreuz bis Mittwoch, 22. Mai, in den Betrieben unseres Gaugebietes mit ihren Obmännern und Warten sammeln. So will die Deutsche Arbeitsfront, die im Hinblick auf die gewaltigen Erfolge unserer Truppen im Westen alle Schaffenden zur Spende für das Rote Kreuz aufruft, ihren Teil zu dem großen sozialen Hilfswerk für unsere kämpfenden und verwundeten Soldaten beitragen. quellen. Es wird trotzdem nicht ausbleiben, daß — vorwiegend auf dem Lande — die volle Verantwor-, — --------- , . - tunq für eine Vormundschaft Einzelpersonen mit Kind, dessen Vater (einer Wehr- ober einer sonsti- Rücksicht auf deren Aemterüberlastung oder restlose gen Dienstpflicht genügt, auch zum Empfang von zeitliche Beanspruchung nicht übertragen werden j Familienunterstutzung berechtigt. chatten. Die gemütlichen Feier- ____________ ______ frohen, lachenden und sorglosen Frau werden wir nach dem Siege nachholen. E. Sch. Wits zu spalten. . Der pflichtbewußte Vormund muß auch im Kriege bemüht sein, sämtliche Möglichkeiten eines planvollen Einsatzes der durch HI. und Staat vorgesehenen Maßnahmen zur Heranbildung eines leistungsstarken Nachwuchses in Anspruch zu nehmen. Die Wege zur Begabtenförderung, Berufsertüchtigung, Gesundheitsvorsorge und Charakterstärkung sind durch den Krieg keineswegs verschlossen. Auf Antrag des Vormunds ist das unterhaltsberechtigke Mainz, Offenbach und Frankfurt a.M. nahmen daran teil. Der große Saal des Klubhauses war bis auf den letzten Platz besetzt. Der geschäftsführende Vorsitzende Hitz hieß die VHC.er herzlich willkommen und begrüßte insbesondere Oberbürgermeister Ritter (Gießen), ferner den Urgründer Dambmann (Schotten) und Sanitätsrat Dr. Koch von Nidda, der seit 50 Jahren dem VHC. angehört. Nachdem er einen gedrängten Ueberdlick über die politischen Ereignisse der jüngsten Zeit gegeben hatte und auf den Führer ein dreifaches Sieg-Heil ausgebracht war, wurde der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden unb Kameradinnen in üblicher Weise gedacht. Anschließend folgten Erläuterungen zum Jahresbericht, der den Mitgliedern bereits im Druck zugegangen war. (Siehe Auszug im „Gießener Anzeiger" vom 3. Mai.) In kurzen Zügen kennzeichnete der Geschäftsführende Vorsitzende u. a. das Verhältnis zum NSRL. Er wies darauf hin, daß es Pflicht jedes Zweigvereins fei, einen Dietmar! einzusetzen. In den Zweigvereinen des VHC. solle, ebenfalls wie in allen anderen Gemeinschaften des NSRL., ein Kriegsarchiv geschaffen werden. Mit Freude gab er davon Kenntnis, daß von dem Landesfremdenverkehrsverband 500 RM. für die Wandervereine feines Bereichs zur Förderung der Wegemarkierung zur Verfügung gestellt worden feien. Auf den VHC. entfalle davon der Betrag von 96 RM. Vom Zweigverein Laubach konnte mitgeteilt werden, daß im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung 15 fchöne, weiß gestrichene Bänke an den schönsten Punkten aufgestellt wurden. Ein Sorgenkind des VHC. sei der Bisrnarckturrn. Er soll nach fachmännischem Urteil baufällig sein, seine Wiederherstellung erfor- deutsche Zukunft und betonte besonders, daß es Darauf ankomme, die Vaterlandsliebe und die Heimatliebe immer mehr zu vertiefen. Nicht zuletzt seien dazu die Wanderoereine berufen. Dor allem gelte es, junge Menschen für die Heimat zu begeistern. Die Jugend zum Heimatwandern zu fuhren. sei für die Wandervereine eine schöne vaterländische Pflicht. Nach der beifällig aufgenommenen Ansprache des neuen Verbandsführers wurde der Vorstand in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung bekanntge- geben: Verbandsführer Oberbürgermeister Ritter, stellvertretender Derbandsführer Apotheker S c r i b a (Schotten), Schatzmeister Stadtrechner Glock ^Schotten), Wegewart, Obmann der DHC.-Berg- wacht und Verwalter des Klubheims Jakob Buß (Schotten), Dietwart Dr. H. D a m b m a n n, Werbe- roart W. Seipel (Butzbach), Pressewart Emil H i tz (Gießen) und Bausachverständiger Fritz Schmitt (Schellnhof. . Im Hinblick auf die Arbeit der Bergwacht wurde darauf hingewiesen, daß die Rettungsaktionen ausschließlich auf das Rote Kreuz übergegangen feien, während die zukünftige Aufgabe der Bergwacht auf dem Gebiete des Naturschutzes und der Beobachtung des Zustandes der Wegemarkierungen liege. Eine Sammlung, die aus Anlaß dieser Sternwanderung für das Deutsche Rote Kreuz durchge- führt wurde, erbrachte den stattlichen Betrag von 76,20 RM. im mer noch in meinen Armen. Und Unteroffizier fraß er am gleichen Tage noch eine große Ring- auf Dem uno ver, ucyr mir sro^er RAM «MM, ~ Mmde. Mwr SlUM um lein LL« rssr mtofe MÜM LÄtM Wü LMM MM in die Ohren. Nun sitzt er mir wieder auf der Schuller odey Es war, als ob „Er" ahnte, daß ich mich nun ohne ihn in irgendeine Gefahr begab. Wie das nun aber gekommen ist, daß „Er", als wir gerade eine schwierige Sache zu erkundigen hatten, plötzlich unter uns war, wußte niemand. Er war eben da. „Mensch, schlag den Köter tot! Der verrät uns , lüfterte Unteroffizier Rückert. Der Hund aber benahm sich, als ob er wüßte, worum es ging. Lautlos schlich er mit uns vor. Vor uns lag das verlassene Gehöft, trostlos, traurig, überall sah man die Einschläge der Granaten. Rückert flüsterte wieder: „In dem Gehöft fft keiner mehr, bestimmt nicht. Aber in der Waldecke dahinter." Plötzlich jagte „Er", Nase auf der Erde, voraus. Um die Hauswand herum. Dann hörten wir sein wildes Heulen ... französische Flüche. Gleich darauf ratterte ein Maschinengewehr. Nun wußten wir genau, wo der Feind saß. Wir stürmten vor. Schuß auf Schuß. Handgranaten bumberten. Rückert erwischte es am Arm. Dann ein kurzer Nahkampf. Hinter fliehenden Franzofen zischten unsere Schüsse. Ein paar hoben die Hände. Der Auftrag, Gefangene einzubringen, war ausgeführt. Aber nun schnell zurück, denn in kurzer Zeit würde feindliches Artilleriefeuer hier em- schlagen.. Da fiel mir ein, wo war „Er"? Ohne ihn konnte ich nicht zurück. Hastig suchte ich. Bald fand ich ihn, auf einem toten französischen Korporal liegend, den „Er" angefallen hatte. Er lebte noch, aber an der Seite floß das Blut aus einer Stichwunde in Mein schwarzer Freund. Äon Ernst Eimer. An einem schönen Morgen fand ich ihn im Unterholz eines Buchenwaldes, und als ich ihm den Schnabel streichelte, spuckte er mir einen Kirschkern in die Hand. Ich nahm ihn mit nach Hause und gab ihm als Wohnung einen großen Hühnerkasten. Vierzehn Tage später machte mein kleiner Freund die ersten Flugversuche; zunächst auf die Beerensträucher, dann auf die Nußhecken, und in der dritten Woche hüpfte er schon im Geäst eines hohen Apfelbaumes herum und sagte „Krack". Ans Auskneifen dachte er nicht, obwohl er jetzt nachts im Garten auf einem Baume saß und tagsüber zahlreiche Erkundigungsflüge in die Umgebung unternahm. Mit Vorliebe bohrte er feine Eß- und anderen Schätze in den Grasboden und deckte sie mit Blättern zu. Ein kleiner Junge versuchte einmal rm Scherz, seine Vorratskammer auszurauben. Ader blitzschnell hoppelte der Schwarze herbei, packte seine Brocken wieder und versteckte sie in einem anderen Loch. Doch da griff von neuem der Bub danach. Nun flatterte aber der Rabe dem Jungen fo stürmisch und bedrohlich an den Hinterkopf, daß der erschreckte den Schnee. r . Ich nahm den Hund wie damals auf meine Arme. „Guter Hund, braver Hund!" Seine Augen sahen mich an, als wollte er sagen: „Nun hab ich euch doch geholfen! Wenn ich nicht gewesen wäre, hätten sie aus den Fenstern und hinter den Ecken auf euch geschossen. Ich aber habe sie entdeckt, und weil ich wie der Teufel zwischen sie fuhr, konntet ihr merken, was los war. Hab' ich das gut gemacht?" Wir trugen ihn zurück, wie man einen verwundeten Kameraden trägt. Langsam und vorsichtig. Sein Atem wurde zu einem leisen Röcheln. Das Blut tropfte weiter über meine Uniform in den Schnee. Unentwegt sahen mich die klugen, treuen Augen an, doch es schob sich schon der graue Schleier des Todes über seinen hellen Blick. Wir schwiegen ... keiner sprach ein Wort. Als wir Meldung erstatteten, hielt ich „Er" im- „Er." Aus dem Tagebuch eines Soldaten. Don Edith Mayer-Springer. Wir fanden ihn in einem verlassenen Dorf Niemandsland. Als wir am Abend durch den Ort gingen, lag „Er" völlig entkräfte^ und verhungert vor einem'Schuppen, an dessen Tür er angekettet mar. Das arme Tier! Ich bückte mich zu ihm, und da ließ er mit letzter Kraft den Schwanz wedeln und leckte mir Die Hand. Das rührte mich. Ich nahm ihn hoch — ein ruppiges, zerfledertes Scheusal! Unsagbar häßlich! Die Kameraden johlten und lachten. „Mensch, das geht zu weit! Gib ihm einen Gnadenschuß!" 4 Der Hund sah mich an, als verstünde er jedes Wort. Seine Augen blickten mit so grenzenlosem Vertrauen, daß ich ihn nicht aus den Armen ließ, und von dem Tag, an war „Er", wie er von uns genannt und gerufen wurde, in unserem Bunker. Langsam fütterte ich ihn hoch. Das Fell wurde glatter. Schöner wurde „Er" aber nicht. Er blieb das häßliche Scheusal, und man mußte lachen, wenn man ihn nur ansah. Aber „Er" wich nicht von meiner Sette. Nachts lag „Er" auf. meinen Füßen und wärmte mich. „Du Hafts gut", riefen die Kameraden, „bu mit deinem Privatofen!" Offensichtlich bemühte „Er" sich, uns Freude zu machen. Wenn die Kameraden abends Ziehharmonika spielten, jaulte er in der ersten Zeit in den fürchterlichsten Tönen. Als man ihn ein paarmal ermahnt hatte, still zu sein, legte „Er" den Kopf fest auf meine Knie und schwieg. Man merkte, er gründet. Denn zehn Stunden später spuckte er bei bestem Wohlsein die Schraube wieder aus. Er war voller Schelmenstreiche. Von den Fenstersimsen hackte er den Mörtel und die Steine los, und seinen Wassernapf warf er ständig um. Er stahl mir Bleistifte und Pinsel, und als ich sie vor dem Diebe schützen wollte und mit einem großen Zeitungsblatt bedeckte, da riß er es in viele Stücke und schlug sich die Fetzen in Heller Empörung um den Köpft Da warf ich meinen lieben Freund zum Fenster hinaus. Er hüpfte aber gleich wieder zur Haustüre herein, warf einen Topf voll Rahm vom Küchenschaft, haschte int Umherflattern noch ein Stück Butter vom Frühstückstisch und entführte es ins hohe Vaum- geäft. Aber auch ein lieber Spielkamerad konnte er fein. Wenn ich rauchte, durfte er das auch. Mäuschenstill saß er dann auf meiner Schulter und streckte seinen Schnabel mit der leeren Zigarrenspitze stolz in die Luft. Beim Kirschenpflücken gab ich ihm einmal eine noch grüne Frucht in Den Schnabel, da machte er mißtrauische und ungläubige Augen, ließ die Kirsche rasch in den Korb fallen und holte sich eine reife heraus. Auf einem Gang nach dem eine halbe. Stunde! entfernten Tannenwald war auch der Rabe an meiner Seite. Er saß auf meiner Schulter, flog auch zuweilen voraus und erwartete mich dann wieder am Wege oder auf einem Baum. Aber plötzlich eilte er in schnellem Fluge dem Walde zu und entfloh mit einem Dutzend seiner Kameraden, die sich vom dunklen Forste lösten, über alle Berge. Alles Rufen war vergeblich. Als ich eine Stunde später zu Hause in meinen Garten trat, saß der Kerl schon wieder in der Spitze eines Apfelbaumes, rief „Krack" und flog mir auf den Kopf. Im Herbst ließ ich meinen kleinen Freuitt), den ich nicht dem Stadtleben auesetzen wollte, acht lange Monate im Garten meines Sommerhäuschens allein zurück. Gute Freunde brachten ihm täglich sein Futter, und im übrigen verkehrte er auch auf den Nachbarhöfen bei den Hühnern und Gänsen. — Im folgenden Jahre lag ich am zweiten Tage meiner Rückkehr langewegs in meinem Garten im Grase, da weckte mich krächzender Gesang. Das Rädlein saß auf meiner Brust, wippte mit den Flügeln und schrie mir seine Wiedersehensfreude „Es wäre schlimm geworden, wenn ,Er' nicht gewesen wäre. Die Franzosen lagen im Hinterhalt im Gehöft. I. S., wo wir fie nicht vermuteten. Aber der Hund ..Er schluchzte ein paarmal, und auch seine Augen wurden feucht. Am Abend begruben wir ihn. Der kleine Müller spielte auf Der Ziehharmonika leise ein trauriges Lied, — es schämte sich niemand seiner Trauer. An diesem Abend erklang kein frohes Lied mehr, und auch die anderen, die nicht dabei gewesen waren, saßen still und lasen oder schrieben einen Brief an die Heimat. Ich aber fühlte mich einsam und verlassen, und das wird auch noch eine Weile so bleiben. wollte nicht stören. An einem Samstag war „Er" für kurze Zett verschwunden^. Gegen Abend kam er zurück und legte vor micWttn ein Huhn. Ein dickes, fettes, von ihm gejagtes Huhn. „Er" sah mich aus lüften klugen Augen etwas angstvoll an, denn melleicht mar er sich, rrotz seiner guten Absichten, der Schan^ tat bewußt. Ich konnte ober nicht anders, — ich klopfte und streichelte ihn, und „Er" umsprang mich in wilden Sätzen. Bei den Kameraden war „Er nun ganz und gar „öer gute Hund". Er verließ mich nie. Wenn ich auf Polten zog, lief „Er" mit und wachte mit mir. Wenn aus Meldegängen mich feindliches Artilleriefeuer überraschte und ich Deckung nehmen mußte, schmieAe er sich an mich, als wollte er mich schützen. Nur wenn ich auf Spähtrupp ging, mußte man ihn anbinden. Lange, hörten Mr ihn MvMh Kleine laut schreiend davonrannte. Eines Tages kam der Schwarzschnabel zur Tür herein, versuchte zunächst den blinkenden Schlüssel aus einem Schränkchen zu ziehen, und als es nicht gelang, hüpfte er mir aufs Knie und guckte mir beim Malen zu. Aber plötzlich fuhr er wild auf die Farben los, ftaß Butzen Hellgelb auf und rauschte hinaus. Zur besseren Verdauung schemts ----- . - • s (raß er am gleichen Tage noch eine große Ring- auf dem Suh und versucht mit großer AMtzme«, - , < . rm . • _____ ..... s_ StA RfiwPn.-M'hö (‘—.rnnrrik) tinm ftfnMn 11t TAIR&TL Drei heimatkundliche Führungen. erhöhung für den Mieter nur gering auswirkt. Die Mietzinserhöhung ist jedoch nur nach ausdrücklicher Genehmigung der zuständigen Preisbehörde zulässig. Wer ist für die Verdunkelung in Treppenhäusern verantwortlich? Nach dem Gesetz ist für die Verdunkelung der Treppenhäuser der Hauseigentümer selbst oder an seiner Stelle der von ihm angestellte Hauswart verantwortlich. Der Luftschutzwart, welcher nicht mit dem Hauswart zu verwechseln ist, hat allgemein die ordnungsmäßige Verdunkelung innerhalb seiner Luftschutzgemeinschaft zu überwachen und für die Abstellung von Mängeln durch die Verantwortlichen Sorge zu tragen. Die Mieter sind für die Verdunkelung der Treppenhäuser gesetzlich nicht verantwortlich. Hat aber ein Mieter diese Pflicht freiwillig übernommen, so ist es selbstverständlich, daß er dieser Pflicht auch nachkommt. Die Reichsbahn mahnt zur Disziplin. Die Deutsche Reichsbahn hat im Interesse aller Reisenden durch Anbringung von Abschirmvorrich- tungen an den Lichtquellen in den Zügen eine begrenzte Aufhellung ermöglicht. In der Praxis hat sich aber ergeben, daß die Hinweisschilder auf die Verdunkelungspflicht häufig von den Reisenden nicht beachtet und die eingesetzten Verdunkelungskappen unzweckmäßig verwendet bzw. die Fenstervorhänge nicht geschlossen werden. Falls diese Verstöße nicht aufhören, sieht sich die Deutsche Reichsbahn gezwungen, die Erleichterungsmaßnahmen wieder aufzuheben. Die Pflicht zur Einhaltung der Verdunkelungsbestimmungen besteht auch für die Urlauberzüge der Wehrmacht. Reichseinheitliche Prüfungsanforderungen für Kurzschrift und Maschinenschreiben. Durch die vielfältige Arbeitsteilung im heutigen Wirtschaftsleben und infolge des durch den Krieg bedingten Einsatzes aller verfügbaren Kräfte werden spezialisierte Leistungen in Kurzschrift und Maschinenschreiben stärker verlangt als bisher. Die Reichswirtschaftskammer hat jetzt einheitliche Richtlinien für die Durchführung der Prüfung erlassen. Es gibt künftig Kurzschriftprüsunaen sowohl für Anfänger, als auch für Vollkräfte, sowie in Fremdsprachen, 'ferner die Maschinenschreibprüfung und außerdem Stenotypistenprüfungen für Anfänger und Vollkräfte. Die Kurzschriftprüfungen beginnen in der. Anfängerprüfung mit 120 Silben in der Minute. Bei der Maschinenschreibprüfung werden vier Aufgaben gestellt. Es werden mindestens 180 Reihenanschläge in der Minute verlangt. Auch bei der Stenotypistenprüfung sind vier Aufgaben vorgesehen, die Kurzschriftgeschwindigkeitsprobe, die Schnellschreibprobe auf der Maschine, die formgerechte Gestaltung eines Schriftstücks und Maschinenkunde. Die neuen reichseinheitlichen Richtlinien werden bei den nächsten Prüfungen erstmalig angewendet. Obst- und Gartenbauverein Gießen. Am Sonntag fand im „Burghof" eine Mitgliederversammlung des Obst- und Gartenbauoereins statt. Vereinsführer Junker sprach über die Baumpflege und wies daraus hin, daß dadurch die Obsterzeugung gefördert werden könne. Die Obstbaumblüte in diesem Frühjahr ist sehr verheißungsvoll, beim Kern- und Steinobst sind gute Ansätze vorhanden. Der Vereinsführer gab dann praktische Ratschläge aus seinen reichen Erfahrungen. Zur Unterstützung der Arbeit der Mitglieder hat der Verein eine zweite Obstbaumspritze angeschafft, auch das Spritzmaterial ist vorhanden. Der Obst- und Gartenbauverein steht auch nach der Abtrennung der Kleingärtner sehr günstig da. Der Verein hat trotz großer Aufwendungen für Pflanz- und anderes Material für die Mitglieder sehr sorgfältig gewirtschaftet, so daß en. wieder in der Lage ist, die Mitglieder bei der Obstbaumbeschaffung im Herbst wirksam zu unterstützen. Zum Schutz gegen eventuellen Schaden bei Baumspritzungen soll eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Ver- einsfühxer Junker besprach anschließend eine Reihe von Obstbaumsorten, die sich für die hiesige Lage eignen und die gesunde und reichliche Früchte versprechen, so daß der Obstanbau rentabel wird. Weiter gab er praktische Ratschläge für die zweckmäßige Veredelung vorhandener Bestände, die bisher nicht die erwarteten Erträge aufwiesen. Anschließend fand eine rege Aussprache statt. Ausflug zur Vogelwelt. Wer hat schon einmal den Baumpieper, den Kanarienvogel des Waldes, oder die Spitzlerche, wie ihn der Volksmund nennt, beobachtet, wie er sich von einem Baumzweig emporschwingt, an der höch- ten Stelle seines Aufflugs sein Lied schmettert und mit rechtwinklich zum Körper gestelltem Schwanz im Steilflug herabsinkt? Wer weiß, daß man einen Gesang und Schlag der Singvögel unterscheidet, oder daß der Girlitz klirrend singt wie das Geräusch eines Griffels auf einer Schiefertafel, daß der Gartenrotschwanz seinen Gesang mit di treut, treut, treut einleitet, oder daß das Rotkehlchen neben vollen Tönen dünne gepreßte Laute singt? Daß der Waldlaubsänger auch Schwirret heißt, nach seinem einem Schwirren ähnlichen Lied, daß der Zilpzalp oder Weidenlaubsänger so heißt, weil er „zilpzalp" singt? All dieses und vieles andere Schöne mehr konnte man am Samstagnachmittag auf einer Wanderung hören und erleben, die die Arbeitsgemeinschaft „Biologie und Ernährung aus dem Walde" des RS.-Lehrerbundes in den Bergwerkswald unternahm, wobei der Assistent des zoologischen Instituts, Dr. Völker führte und den Teilnehmern an der Wanderung viel anregende Belehrung über Vogelstimmen und Wesensart unserer heimatlichen Sänger bot. Wanderung zur Flora tm hangelstein. Dieselbe Arbeitsgemeinschaft veranstaltete am Sonntagmorgen eine Führung zu der vielgestaltigen Flora des Naturschutzgebietes Hangelstein Prof. Dr. Funk hatte die bewährte Leitung. Im Besichtigen und Besprechen der für den Hanael- stein charakteristischsten, jetzt gerade blühenden Pflanzen, der Beobachtung von Krankheitserscher- nungen an wildwachsenden Pflanzen und bei mancherlei Hinweisen auf giftige und heilkräftige Pflanzenarten vergingen die Stunden schnell, sodaß die Teilnehmenden, die seit 8 Uhr unterwegs waren, erst gegen 13 Uhr zurückkehrten. Führung durch Alt-Gießen. Am Sonntagmorgen machte die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" einen heimatgeschichtlich bedeutsamen Gang durch Alt-Gießen unter Führung von Stadtbaudirektor G r a v e r t. Nach einleitenden Ausführungen über die Entstehungszeit der ältesten Siedlung Gießens, der Burg, erfolgte eine mit Jahreshauptversammlung der Imker. Die Ortsfachgruppe Gießen der Bienenzüchter hielt am Sonntag im Hopfeld ihre Jahreshauptversamm- lung ab. Ortsfachgruppenleiter Bodenbender gab einen Ueberblick über die augenblicklichen Verhältnisse in der Bienenzucht, dann wies er auf die Arbeiten hin, die in den nächsten Monaten erfolgen müssen. Bis Ende Juli müssen wieder die Völker für das neue Jahr zur Verfügung stehen. Aus den Erfahrungen des letzten Winters müssen die erforderlichen Schlüsse gezogen werden. Es dürfen nur gesunde Völker überwintert werden, außerdem ist darauf zu achten, daß das Bienenhaus durch die nötigen äußeren Schutzmaßnahmen auch warm bleibt. Weiter wurde auf die Steigerung der Wachserzeugung hin- gewiesen. Der Rechnungsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr wies geordnete wirtfchaflliche Verhältnisse aus. Die Zahl der Mitglieder beträgt annähernd 300. Die Anzahl der Völker ist seit 1938 um mehr als 500 gestiegen und beträgt jetzt 2765, was als ein Erfolg der Arbeit der Ortsfachgruppe zu werten ist. Dem Rechner Heinrich H ö b e l e r wurde für seine mühevolle Arbeit zugleich mit der Entlastung Dank und Anerkennung ausgesprochen. ** Arbeitsjubiläum. Am Samstag konnte bei der Fa. Bänninger G. m. b. H., Gilehen das Gefolgschaftsmitglied Wilhelm Fenster, Annerod, Tiefenweg 55, als Modelldreher auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Zu einer Feierstunde aus diesem Anlaß hatten sich die Geschäftsführer, sowie die Arbeitskameraden an dem festlich aeschmückten Arbeitsplatz des Jubilars in der Mooellmacherei versammelt. Hierbei wurden dem Jubilar durch den Betriebsführer Karl Bänninger, den Bettiebsob- mann, sowie von den verschiedenen Wteilungs- leiter Dank und Anerkennung für die in den verflossenen 25 Jahren geleisteten treuen Dienste ausgesprochen. Dem Jubilar wurden sowohl von feiten Skizzen veranschaulichte und an vorhandenen Dau- resten nachgewiesene Verlebendigung der Wasserburg Gießen, die von dem Geschlecht der (Bleiberger zur Beherrschung der süd-nordwärts führenden Ver- kehrsstraße, der alten Wein- (d. h. ^va§in-)strahe, und als militärischer Schutz des 1129 von den Glei- bergern erbauten Klosters Schiffenberg in der Mitte des 12. Jahrhunderts um den heutigen Kirchenplatz erbaut wurde. Das Wallenfelssche und Leibsche Haus sind alte Burgmannenhäuser. Bauart und Höhe des allen Wehrgangs der Burg wurden geschildert unb an Steinresten veranschaulicht. Länger ließ man sich über das Leibsche Haus belehren, eines der ältesten gotischen Gebäude in Deutschland. Stadtbaudirektor Gravert trug dann seine auf eigenen Forschungen beruhende Ansicht über die Lage des Walltors (wahrscheinlich Waldtor) vor, die er unter einem starken Turm in der Gegend der heutigen Marktlauben annehmen möchte. Der Lindenplatz war wohl einmal Friedhof (der älteste Friedhof lag innerhalb der Burgmauern um die alte Pankrattuskapelle, die Anfang des 19. Jahrhunderts der heutigen Stadtkirche weichen mußte). Besonders lehrreich waren die Ausführungen des Vortragenden über die durch den Bau des alten Schlosses um 1330 bedingte bauliche Entfaltung in nördlicher Richtung. Durch die Erhebung Gießens zur Festung unter Philipp dem Großmütigen bekam das Stadtbild Gießens wieder ein ganz anderes Gepräge. Das alte Festungsgelände wurde 1810 zu den heutigen Anlagen. Kasematten der ehemaligen Festung sind noch in den Denninghoffschen Brauereikellern zu erkennen. Auch der den älteren Einwohnern noch bekannte Mordkeller am Brandplatz war ursprünglich Kasematte. Die geschichtliche Entstehung von Neuem Schloß und Zeughaus-Kaserne und ihre baugeschichtliche Eigenart wurde besonders herausgestellt. In der Beilage „Heirnt und Bild" des „Gießener Anzeigers" find alle diese Dinge wiederholt eingehend dargestelll worden. Wir dürfen uns daher mit kurzen Hinweisen begnügen. Die zweistündige Führung fand mit einem Dante smort einer der Teilnehmer ihren Abschluß. Die drei Führungen haben dem Heimatfreund schöne und wertvolle Anregungen geboten, die ihn stärken in seiner Siebe zu Heimat und Volk, die gerade in der großen Kriegszeit nie erlahmen soll und will. —ff* der Firma, als auch der Gefolgschastsmitglieder zum Andenken an den Jubellag, wie üblich, tbert- volle Geschenke überreicht. Mit einer Dankansprache des Jubilars endete die schöne Feier. ** Vortrag von Prof. Dr. Rauch ver- legt. Der in der Reihe der volkstümlichen Vorträge der Universität für heute vorgesehene Vortrag von Professor Dr. Rauch „Deutsche Dome (Gotik)' ist auf den 24. Juni verlegt worden. ** Vorläufig keine privaten Geldsendungen an Wehrmachtsangehörige in Norwegen und Dänemark. Private Post- und Zahlungsanweisungen an .Wehrmachtsangehörige in Norwegen und Dänemark sowie in den besetzten Westgebieten sind vorläufig von der Auszahlung ausgeschlossen. Es wird daher gebeten, von privaten Post- und Zahlungsanweisungen abzusehen, da sie dem Absender wieder zugeleitet werden müssen. Teuere Eisenbahnfahrt. LPD. Grünberg, 19. Mai. Eine billige Eisen- bahnsahrt mit einer längst verfallenen Fahrkarte, die bei einer früheren Bahnfahrt an der Bahnsteigsperre versehentlich nicht entwertet worden war, wollte ein Mann aus Grünberg machen. Zu diesem Zweck manipulierte er auf der Fahrkarte ein späteres Ausgabedatum hinein und fuhr dann los, wurde aber unterwegs von der Zugkontrolle mit der gefälschten Fahrkarte erwischt. Durch seine „Schlauheit" hatte er sich eine Ausgabe von rund 6 RM. ersparen wollen. Dafür muß er nun nach dem Urteil des Amtsgerichts Grünberg wegen Fälschung einer öffentlichen Urkunde in Verbindung mit Bettug eine Strafe von drei Monaten Gefängnis abfitzen. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 19. Mai. Am gestrigen Samstag, 18. Mai, konnten unsere Mitbürger Schuhmachermeister Heinrich H o r m a n n VII. und Frau Marie, geb. Decker, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar erfreut sich bester Gesundheit. Wir beglückwünschen herzlich. Urheberschutz für Lichtbilder auf 25 Jahre verlängert. Das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie vom 9. Januar 1907 räumt dem Urheber eines Lichtbildes das ausschließliche Recht zur Vervielfältigung, gewerbsmäßigen Verbreitung und Vorführung biszumAbloufvon z e h n I a h r e n nach dem Ende des Kalenderjahres ein, in dem das Lichtbild erschienen ist. Ist ein Licht- bild nicht bei Lebzeiten des Urhebers erschienen, so endet der Rechtsschutz mit Ablauf von zehn Jahren nach dem Todesjahr des Urhebers. Diese Schutzdauer hat sich als ungenügend erwiesen, nachdem die Lichtbildnerei auf vielen Gebieten des menschlichen Sehens ständig an Bedeutung gewonnen hat. Als Mittel zur Festhaltung von Begebenheiten, zur Wiedergabe der Natur, zur Vervielfältigung von Werken der bildenden Künste oder zum Darstellen von technischen Vorgängen bietet das gewöhnliche und das durch den Film vorgeführte bewegte Sichtbild mannigfache Möglichkeiten. Ihre Ausnutzung ist durch den Emsatz menschlicher Fähigkeiten und technischer Mittel in zunehmendem Maße vervollkommnet worden. Den persönlichen und sachlichen Aufwendung^) und Sen )amit erzielten Seiftungen wird die bisherige Dauer des Schutzes in vielen Fällen nicht gerecht, weil der Urheber im Verlauf von nur zehn Jahren nicht in der Sage ist, durch die Verwertung seines Alleinrechts eine angemessene Belohnung zu finden. Ein Gesetz, das die bisherigen zehnjährigen Schutzfristen ür das Urheberrecht an Sichtbildern auf 25 Jahre verlängert, kommt allen Lichtbildern zugute, die zur Zeit noch Schutz genießen. Für die Fälle, wo der Urheber eines Lichtbildes vor Inkrafttreten des Gesetzes bereits zugunsten anderer über sein Urheberrecht verfügt hat, sind Uebergangs- bestimmungen getroffen. G.A.-Sport. Meisterschasts-Endenrundspiele im Fußball. Gruppe la: VfL. Stettin — Union Oberschöne» weide 1:3 (0:2). Gruppe 1b: Rapid Wien — Vorwärts/Raf. Gleiwitz 3:1 (1:1). Gruppe 2: Tvd. Eimsbüttel —VfL. Osnabrück 3:1 (2:1); 1. SV. Jena — Dresdner SC. 02 (0:0). Gruppe 3: SC. 03 Kassel — Fortuna Düsseldorf 0:5 (0:2). Gruppe 4: Stuttgarter Kickers — Kickers Offenbach 4:0 (2:0). Wahenborn-Sleinberg I. — Rodheim L 7:3 (4:1). Unter Leitung von Schiedsrichter Post (Gießen- Wieseck) standen sich am gestrigen Sonntag auf. dem Sportplatz an der Neumühle beide Mannschaften im Kriegsmeisterschaftsspiel gegenüber. Die Gästemannschaft hinterlieh einen guten Eindruck. Unbefangen und mit dem starken Wind im Rücken spielend, blieben die Rodheimer im Angriff und zur Ueberraschung der Zuschauer führten die Gäste bald 1:0. Als jedoch die Teutonen dazu übergingen, den Ball flach zu halten, kamen sie mehr und mehr zur Geltung. Auf gute Vorlage von Harnisch erzielte der Halbrechte Arnold den Ausgleich. Nicht lange dauerte es und der gleiche Spieler verwandelte eine Vorlage von Schmitt zum 2. Treffer. Dann ging Harnisch auf Linksaußen durch und schoß hart auf das Tor. Der Gästetorhüter vermochte den Ball nur abzulenken, Arnold war zur Stelle und schon hieß es 3:1. Eine weitere Kombination des einheimischen Sturmes schloß Arnold mit dem vierten Treffer ab. Nach Halbzeit erwartete man ein überlegenes Spiel der Einheimischen. Doch die Hintermannschaft der Platzelf wurde etwas unsicher und bann hieß es 5:3. Dann kamen jedoch die Teutonen wieder auf und, als Arnold mit einer feinen Vorlage bedient wurde, und dieser den Ball weit zu dem auf Linksaußen gelaufenen Schmitt weiterleitete, schoß Letzterer zum 6. Treffer ein. Schmitt beschloß auch mit dem 7. Treffer den Torreigen. Die Teutonen hatten folgende Mannschaft zur Stelle: O. Burger; K. Schmandt, Fett; K. Häuser I., Hirz, Wehrum; L. Buß, Arnold, Schmitt, K. Häuser II., Harnisch. MW Sues schaffendem? Nomon von fflorflno eckartchelm 32. Fortjetzung. (Nachdruck verboten!) „Wo ist mein Vater?" Irgend etwas wird in Lena hell. Mein Vater! Das klingt nach Verständigung. „Er ist oben, Hermann, in Der Oberstube!" Seine Schritte dröhnen die Treppe hinaus. Kein Wort mehr für sie, keinen Gruß! Und doch, und doch — war nicht zuletzt in seinen Augen ein Schimmer jener Blitze, die sie ihr so unvergeßlich machen? „Was haft du denn, was ist denn mit dir?" Rudolf und Erni 'kommen durch die Hintertür, sie wundern sich, weil Lena wie entgeistert die Treppe - hinaufsieht. „Nichts, nichts! Nur — Hermann ist wiederge- kommend „Nur? Nur, sagst du? Du bist gut! Nur? Als ob das so selbstverständlich wäre! Wo ist er denn?" Rudolf will die Stubentür aufreißen. „Laß — laß dock nur! Sprich doch leise!" „Du tust ja gerade, als wäre er zu einem Begräbnis gekommen." „Oben ist er, oben! Er verlangte den Vater zu sprechen." „Oben bei Vater? Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Na, hoffentlich kochen die beiden was Vernünftiges aus." Rudolf geht kopfschüttend in die Stube. Erni zögert noch ein Weilchen. Ihre Augen hängen merkwürdig fest an Lenas sonderbar lächelndem Gesicht. So als wollte sie Antwort haben auf eine Frage, die sie Tag und Nacht nicht losläßt Hermann ist keineswegs wie der verlorene Sohn bei seinem Vater eingetreten, nicht so, wie Rudolf es sich vorgestellt hat. Und Christoph Gräfe sieht nicht aus, als wolle er aus Freude über die Rückkehr ein gemästetes Kalb schlachten. Vielleicht läßt er sich die Freude auch nicht merken. Er sagt ziemlich schroff: „Was willst du denn hier?" Hermann hat die Mütze, die er in der Hand trug, auf den Stuhl geschleudert-. Er steht aufrecht vor dem Vater, sieht ihn voll und. ohne reuevolle Bedrückung an. Langsam streckt er ihm die Hand entgegen. Die ausgestreckte Hand bringt den Alten um seinen Halt. Er muß sich setzen. Da steht nun der lange Kerl, sein Aeltester, der seinem Herzen der nächste war, dem er so schlimme Worte sagte — da ist er wieder und stteckt ihm die Hand entgegen. „Na ja, da bist-du ja wieder! Das ist mir lieb! Gefehlt hast du hier. Das ist nichts, einfach die Arbeit hinzuschmeißen und sie anderen zu überlassen. Du weißt doch, daß sowas bei uns nicht geht!" Hermann zuckt bedauernd die Achseln. „Denke nicht, daß ich jetzt für immer zurückkomme! Meine Arbeit ist drüben in der Belzig-Brauerei. Du hast hier den Hefenfranz und die eingearbeiteten Leute Ich muß drüben hinter allem her fein. Ich will dort mal ordentlich reine Wirtschaft machen!" „Was — du willst nicht wiederkommen?. Ja, was ist denn das für Unsinn?" Hermann schneidet mit einer raschen Gebärde dem Vater das Wort ab. „Unsinn? Ich fyabe dort drüben meine Arbeit, das t)abe ich ja eben gesagt. Die mußt du achten. Ich hab' endlich mal meine eigene Sache! Muß mal endlich selber für alles einstehen!" „Hab' ich dich vielleicht hier verdrängt?" braust Gräfe auf. „Hattest du hier nicht genug zu tun, daß du dir anderswo Arbeit suchen mußtest?" „Arbeit hab' ich hier genug gehabt, das ist'wahr. Aber in meinem Alter will man fein eigener Herr fein, will selber die Verantwortung für feinen Betrieb tragen, nicht immer erst mal den Chef fragen, ob's so oder so sein soll!" „So — im Wege war ich dir also. Konntest es wohl nicht erwarten, daß ich aufs Ausgedinge ziehe, he? Soll mich wohl gleich in den Sarg legen?" „Davon redet niemand, daß ich dich aufs Aus- gebinge bringen wollte. Dann hätte ich nicht die Belzig-Brauerei gekauft, abgesehen davon, daß es jetzt überhaupt ein Glück ist, daß wir sie haben, wenn hier Schluß gemacht wird mit der Brauerei!" „Schluß machen — das ist noch nicht raus! Die Quellen können ja anderswo gefaßt werden." „Ja, das können sie, und das hoffen wir alle! Aber es ist keine Gewähr da. Und auf unsicherem Boden kann keiner bauen. Ich will was Festes unter den Füßen haben. Aber ich bin nicht hergekommen, um mit dir darüber zu streiten, ob der Kauf der Belzig-Brauerei nach deinem Geschmack ist oder nicht. Ich will was anders!" „So, was willst du denn?" Die Frage des Alten ist ängstlich. Dieser Sohn ist ihm auf einmal unheimlich geworden mit seinem selbständigen Wesen. Irgend etwas mahnt auch zur Vorsicht. Sieht Hermann nicht aus, als könne er in jeder Minute wieder die Tür hinter sich zuschlagen und gehen — auf Nimmerwiedersehen? „Ich will, daß du mir das auszahlst, was ich von meiner Mutter habe!" „Was willst du?" Schwerfällig ist Christoph Gräfe aufgestanden. „Mein Erbe, mein mütterliches Erbe will ich haben." „Ja, weißt du denn nicht ganz genau, daß das Geld feftliegt? Daß ich es garnicht flüssig isiachen kann? Willst du mich denn ruinieren?" „Ruinieren? Dich? Einen, der so dasteht wie du?" Hermann zuckt mit einem nachsichtigen Lächeln die Achseln. „Uebrigens — von deinen Geldgeschäften weiß ich nichts! Du hast mich doch nicht ränge» lassen. Nicht mal den Geldschrankschlüssel hast du mir gelassen." Gräfe hätte beinahe gesagt, daß das ja auch gut gewesen ist. Dann wäre noch mehr Geld in Die Bruchbude hinter den Teichen gewandert. Aber er bezwingt sich. Nur das eine muß er sagen: „Meinst du damit, daß du nicht genug Gelb von mir bekommen hast? Daß ich bich bazu getrieben habe, solche — solche Schleichwege zu gehen?" Hermann schießt bas Blut ins Gesicht. „Du weißt es selbst genau, baß es für mich keinen anberen Weg gab, in ben Besitz ber Belzig-Brauerei zu kommen. Mein Erbe hättest bu ja bazu nicht her- ausgerückt! Nun wirst bu ja wohl inzwischen eingesehen haben, baß es nicht so bumm war, sie zu erwerben. Ich will mit bem Gelbe meiner Mutter Erni auszahlen, bamit bie Schulb getilgt ist; bas übrige wirb noch für Jnstanbsetzungen unb zum Abtragen kleiner Schulben gebraucht. Ich will sauber bastehen und mein Gewese in Ordnung haben! Leicht wird es so wie so nicht, weil die Anzahlung zu klein ist." Der Alte windet sich. „Woher soll ich denn nur das Geld nehmen? Ich kann nichts aus dem Betrieb herausziehen, unb soviel Barmittel habe ich nicht." „Ja, ich weiß schon, bu willst weiter auf bem schulbenfreien Hof sitzen! Nun, wenn bie Sache mit ber Autobahn nicht wäre, ginge ich lieber zu frem- ben Leuten, um mir (Selb zu borgen, weiß Gott! Aber nun wirst bu ja eine anftänbige Abfindung bekommen für bie Quellwiesen, bavon wirst bu mein Erbteil gut auszahlen können. Dich ernährt ber Hof auch ohne Brauerei. Erni wirb heiraten, Jupp etwas Orbentliches lernen. Ich muß mich aber nach einer richtigen Grunblage umsehen.. Denn ick will enblich mal so leben wie jeber anbere Mann meines Alters. Ich will mich nach einer Frau umsehen, will Kinber haben, kurz, bie Rechte, bie bisher ein jeber Gräfe feit Jahrhunderten in Anspruch genommen, hat, bie will ich auch haben!" „Eine Frau, so." Der alte Gräfe rutscht auf seinem Stuhl hin unb her. Es wirb ihm nicht leicht, auszusprechen, was er auf bem Herzen hat. „Du hast mir allerbings bas Recht, bir hinein- Zureden, ganz unb gar ab gesprochen! Aber bas eine muß ich bir sagen, als bein Vater: man hort ba allerhanb von einem schwarzen Frauenzimmer — vor bie Hunbe sollst bu fnir nicht gehen, Junge!" „Vater!" Hermann ftellt sich ganz nahe vor seinem Vater auf. „Glaubst bu denn, ich hätte von ben Gräfes gesprochen, von Voreltern uru^Ahnen, wenn ich art so eine gebucht hätte?" Er^vischt sich mit ber Hand über bie Stirn. „Es ist jetzt viel über mich weggegangen, Vater! In solchen Zeiten wankt alles. Da nimmt man schon aus Trotz, was einem aerabe in ben Weg läuft. Aber bas ist vorbei! Es laufen einem zum Glück auch gute Menschen über ben Weg — sehr gute sogar, ja, bie bringen einen mieber zurecht. Nein, bu brauchst keine Sorge zu haben. Ein Gräfe schmeißt sich nicht weg!" „Na, bann ist es ja gut." Der alte Gräfe steht schwerfällig auf und sieht fernen Sohn mit ganz anderen Augen an. Gortjetzung folgt)