Mittwoch, 20. März MV Klärende Wirkung der Vrennerrusammenkunst Kein Recht zu willkürlichen Mutmaßungen. Wie war es bei Scapa Flow? Amerikanische Preise stellt Herrn Churchills Lügen richtig. B e r H n, 19. März. (DNB.) Dienstag abend um 19.57 Uhr, 20.58 Uhr und 21.16 Uhr versuchten englische Bombenstugzeuge Angriffe auf die Insel Sylt. Mit Ausnahme eines Hauses, das in Brand geriet, wurde dank der deutschen Abwehr keinerlei Schaden angerichtet. Lin Engländer wurde abgeschossen. Das Gesetz des Handelns. Schlag folgt auf Schlag! Unbarmherzig wird die Position der Kriegshetzer in London und Paris durch politische und militärische Erfolge Deutschlands erschüttert. Der deutsch-russische P a k t stellte, geopolitisch-strategisch gesehen, die Westmächte vor die Tatsache, daß die festländischen Staaten sich wieder zu gemeinsamer Politik zusammenfanden, nachdem die Achse D e u ts ch l a n d—I t a l i e n sich als unzerbrechlich bewiesen hatte, da sie auf dem Vertrauen der beiden größten Staatsmänner der Gegenwart und ihrer Völker beruhte. Die weitgehende Uebereinstimmung der Ziele Hitlers und Mussolinis ergibt sich aus ihrem Werdegang und ihrem Werk, das eine revolutionäre Neuschaffung unter bewußt gegensätzlicher Haltung zu der pluto- kratischen Tyrannei des Westens bedeutete. Der F r i e d e n s s ch l u ß zwischen Moskau und Helsinki setzte schließlich den Bestrebungen der Plutokratien, den ganzen Norden in Mut zu tauchen und auf diesem Felde ihr niederträchtiges Spiel mit anderen Völkern zu treiben, ein Ende. Mehr und mehr wurden die Westplutokratien aus der Politik des Festlandes ausgeschaltet. Auch im Süd- osten hatte der Beschluß des Balkanbun« des, neutral zu bleiben und sich nicht in den Krieg hineintreiben zu lassen, eine für den Neubau Europas entscheidende Bedeutung. Italien, durch die Gewinnung Albaniens ein wichtiges Balkanland geworden, blieb seiner Rolle getreu, die Aus«: breitung des Krieges im Südosten zu verhindern, nachdem der Entente die Verbreiterung des Kriegsschauplatzes im Norden mißglückt war. Das ist aber entscheidend. Dieser neuen politischen Gruppierung, diesem Zu- sammenwachsen ganz Europas vom Norden bis zum Süden, stehen die Plutokratien des Westens hilflos gegenüber. Ihr Versuch, diplomatisch-militärisch dagegen zu wirken, ist in vollem Umfange gescheitert. Rein militärisch genommen, hat sich die Schwäche besonders Englands derartig gezeigt, daß die Neutralen von einem Erstaunen ins andere fielen. Die furchtbaren Schläge der deutschen Luft- unb Seekriegführung gegen Albion wurden besonders deutlich durch die Aktion in Scapa Flow. Die englische Grand Fleet wurde mitten in ihrem Schlupfwinkel durch die deutschen Bomben empfindlich getroffen. Das Gesetz des Handelns liegt in der Hand unseres Führers. Adolf Hitler bestimmt politisch und militärisch, und die Gegner erwarten seine Schläge. Unmittelbar nach dem militärischen Erfolg in Scapa Flow trafen der Führerund Mussolini am Brenner zu einer ZV-stundigen Unterredung zusammen, um die künftige Entwich lung der Dinge zu besprechen und festzulegen. Vergeblich haben französische und englische Politiker und Pressebanditen versucht, Unkraut unter den Weizen des deutsch-italienischen Paktes zu säen. Vergeblich hatte England versucht, Italien durch die Kohlendampferbeschl'agnahme matt zu setzen. Es erreichte die gegenteilige Wirkung: das deutsch-italienische Kohlen-Abkommen zeigt, daß die Quertreibereien der Plutokratien zu einer immer enger werdenden Verbindung zwischen Rom und Berlin führten. Wenn die verzweifelnden Politikaster an der Seine und Themse über die Brenner- Begegnung die wildesten Gerüchte zusammenphantasierten, so gibt der „Popolo di Roma" ihnen die Antwort: Diese Begegnung war „das größte politische Ereignis seit Kriegsbeginn". Man wird bei unseren Gegnern schon merken, was das Treffen auf dem Brenner bedeutet, sobald die Wirkung sich rung zu machen. Sumner Welles wird am Dienstag um 23 Uhr von Rom nach Genua abreisen, wo er sich am Mittwochvormittag an Bord des italienischen Motorschiffes „Conte di Savoia" einschiffen wird, das um 13 Uhr nach N e u y o r k in See geht. OerWehrmachtsberichtvom Dienstag. B c r l i n, 19. TNärz. (DNB.) Das OK7V. gibt beließen Teil seiner Seekriegstrategie und seiner Weltreichsverbindungen aufgebaut hat, zusammengebrochen. Was das weltpolitisch bedeutet, suchen sich die Amerikaner und andere Neutrale soeben klarzumachen. Druck und Verlag: vrühlsche UniversttätrdruckereiR. Lange trügen. In der Aussprache forderte Attlee von der Labour Party, daß man den kleineren Staaten stärkere Sicherheit einer effektiven Hilfe gebe: er sorderte aber auch eine viel größere Anstrengung, um die englischen Reserven an Menschen und Material wirksam einzusetzen. Der Oppositionsliberale Sinclair sagte, daß die Regierung die Lage ml Finnland nicht früh genug erkannt habe. Der ehe* malige Kriegsminister, der Jude Hore-Be« lisha, beklagte, daß mit dem Versagen der englischen Politik im Finnland-Konflikt die Alluerten der Gelegenheit beraubt worden seien, Deutschland von der Versorgung mit schwedischem Erz und russischem Del abzuschneiden. Hore-Belisha forderte eine aktivere Politik zur Bindung der Neutralen an England. Insbesondere machte er den nach der Brenner-Konferenz geradezu belustigend wirkenden Vorschlag, „den Bemühungen Deutschlands um eine Wiederauffrischung seiner Freundschaft mit Japans Und Italien zuvotzukommen". Aber man versteht nun auch, warum die Propaganda der Westmächte so ängstlich bemüht ist, gerade diesen letzten Erfolg der deutschen Luftkriegführung zu verheimlichen oder zu bagatellisieren. Es ist ebenso erheiternd wie lehrreich, zu sehen, was sich Herr Churchill und seine Lügengenossen in dieser Beziehung leisten. Brachte es doch der französische Rundfunk fertig, eine Darstellung Reuters über Scapa Flow zu verbreiten, die jeden bisherigen Rekord dummdreisten Ableugnens weit übertrifft. Da heißt es, die Nazis brauchten Siege, und wenn sie keine erringen könnten, so erdichteten sie sie einfach. Heute werde der deutsche Luftsieg bei Scapa Flow gefeiert. Wie sehe denn dieser Sieg in Wirklichkeit aus? Entgegen den Behauptungen der deutschen Propaganda sei „nur ein einziges englisches Schiff von den Bomben getroffen worden, und auch dieses wurde nur leicht gestreift". In diesem Stile geht es weiter, und schließlich schildert Reuter die „englische Antwort", die darin bestanden habe, daß es Bombern der Royal Air Force gelungen sei, in der Helgoländer Bucht und vor den Friesischen Inseln einige deutsche Patrouillenschiffe „anzugreifen". Dieser Angriff werde, so meint Reuter, den Deutschen, falls sie es noch nicht begriffen hätten, jetzt beigebracht haben, daß jeder Luftangriff ihrerseits von der Luftwaffe der Alliierten auf der Stelle beantwortet werde, und zwar „mit Erfolgen ganz anderen Formats wie der so bescheidene große Luftsieg von Scapa Flow". Herr Churchill, in dessen Auftrag der Reuterbericht wohl verfaßt worden ist, darf versichert sein, daß wir mit diesem seinem Rezept sehr einverstanden sind. Noch ein paar bescheidene deutsche Luftsiege nach der Art von Scapa Flow und noch ein paar englische Erfolge ganz anderen Formats nach Art des Reuterberichts — dann wollen wir uns wieder sprechen. „New York Times" ist keine Zeitung, die man irgendwie freundlicher Gefühle gegenüber Deutschland verdächtigen kann. Ihre Sympathie für sogenannte weltdemokratische Ideale ist bekannt. Aber es läßt sich nun einmal nicht mehr verbergen, daß die englische Seemacht auf dem absteigenden Ast ist. Insbesondere aber hat der deutsche Luftsieg vom 16. März bewiesen, daß — entgegen den englischen Behauptungen — F l u gze u g a n gri f f e auf ein Kriegsschiff nicht nur möglich, sondern auch verderbenbringend sein können. Damit ist eine Theorie, auf der England den wesent- täfigfeit und Artilleriefeuer. Zwei feindliche truppe wurden abgewiefen. Englische Angriffe auf Sylt abgeschlagen kann, wenn das Haus nicht den Beschluß zu einer Nachtsitzung fassen sollte. Die Aussprache sollte ursprünglich schon am vergangenen Dienstag stattfinden, war jedoch damals auf Wunsch der Regierung um eine Woche verschoben worden. Inzwischen hat auch die Geheimsitzung des Senats stattgefunden. (Sumner Welles auf her Rückreise in Rom. Rom, 20. März. (Europapreß.) Der nordamerikanische Unterstaatssekretär Sumner Welles frühstückte am Dienstag zusammen mit Außenmini- ter Gras C i a n o auf dem Golfplatz Acquasanta. Bei einem Presseempfang, den Sumner Welles in den ersten Abendstunden ausschließlich amerikani- chen Pressevertretern in Rom gewährte, lehnte er es ab, über seine römischen Eindrücke eine Aeuße- kannl: Zwischen Mosel und pscilzerwald Spähtrupp- ~ ....... Sloh- Amsterdam, 19. März. (DNB.) Chamberlain sah sich am Dienstag genötigt, im Unterhaus etwas zu dem — wie er sich ausdrückte — „tiefgehen ° Öen Schock" zu sagen, den ihm der russischfinnische Friede bereitet hat. Nach einigen billigen Phrasen über das Schicksal des finnischen Volkes hatte Chamberlain die Schamlosigkeit zu erklären, wenn das von ihm verratene Finnland — jetzt, wo alles entschieden ist! — „weitere Hilfe" benötige, werde England mit Freude feinen Anteil auf sich nehmen. Er nannte bann lächerliche Zahlen über angeblich geliefertes Kriegsmaterial, leider weiß niemand, ob es irgendwo steckenge- blieben oder gar nicht aus England herausgekommen ist. Nur eines weiß die Welt, daß der finnische Feldmarschall Mannerheim in seinem Tagesbefehl nach dem Friedensschluß feststellen mußte, seine Armee habe auf Hilfe gewartet, die nicht gekommen sei. Und dann gesteht Chamberlain offen ein, was er bisher hartnäckig abgeftritten hat, daß er zwar „finnische Freiheit" gesagt, aber „schwedisches E r z" gemeint hat. Von dem britischen Expeditionskorps sollte nur ein kleiner Teil nach Finnland, sozusagen um das Gesicht zu wahren. Die meisten Truppen sollten — in Schweden bleiben! Wörtlich sagte der englische Ministerpräsident hierzu: „Obwohl wir von Finnland keine Bitte um Hilfeleistung erhalten hatten und trotz der wiederholten Weigerungen Norwegens und Schwedens, den Durchmarsch zuzulassen, setzten wir unsere Vorbereitungen fort." An diesem Beispiel können alle Völker lernen, was die Plutokratien unter „Verteidigung der Freiheit der Kleinen" verstehen. Chamberlain warf Schweden und Norwegen geradezu vor, daß sie glaubten, aus dem Kriege der Großmächte herausbleiben zu können, und daß sie ferner glaubten, es fei für die Neutralen gleichgültig, wer den Krieg gewinne. Die Neutralität allein genüge nicht zur Bewahrung der Unabhängigkeit dieser Staaten, sie müßten bereit fein, diese zu verteidigen, und sich denen anschließen, die schon zur Verteidigung ihrer Unabhängigkeit bereitstanden. Die Unterstellung, datz der Krieg Euglandtz der Chamberlain gesteht, Schweden sollte beseht werden Neue Drohungen gegen die Neutralen. — Eine klägliche Llnterhausrede. wahren Kriegsziel spreche. Weitere Einzelheiten könne man heute nicht ge- »en, da die Themen, die die Begegnung am Brenner zur Folge hatten, Schweigen erforderten. Der neue europäische Krieg bringe jeden Tag neue Situationen. Aber in diesen Problemen verschiebender Art bestätige sich jene Gleichartigkeit von Inter - issen, bie bie konkrete Grunblage ber Achse unb b-er Allianz zwischen Italien unb Deutschlanb bilden. Auch „Lavoro Fascista" unb „Tribuna" weisen mit aller Entschiebenheit bie willkürlichen Mutmaßungen ber bemokratischen Blätter zurück. Die Begegnung auf bem Brenner gehöre, in ben Rahmen ber beutsch-italienischen Abkommen. Es handele sich also um ein System, bas gemäß ber Entwicklung ber allgemeinen Lage funktionieren solle. Heber bie Verwirklichung bieser Bebingungen urteilten bie Männer, bie bie beiben großen Völker iüfjren. Das italienische Volk kenne kein anberes Ziel, als sich immer stärker zu rüsten. Kampf bis zum Sieg. Behauptungen über einen angeblichen „Friedensplan" von A bis Z frei erfunden Berlin, 19. März. (DNB.) Ein Teil der internationalen Presse ist hinsichtlich der B e s p r e - Hungen zwischen dem Führe rund dem Duce am Brenner auf einen periodisch wiederkehrenden, diesmal besonders plumpen englisch- Iranzösischen Schwindel hereingefallen. Die sogenannten Alliierten können ihren Schock über das bie Festigkeit der Achse aufs neue dokumentierende Zusammentreffen ber Staatschefs ber beiben ver- t»ünbeten Völker nicht anbers verstecken, als burch k»ie aus ber eigenen Angst vor ber Zukunft geborene, immer wieberkehrenbe Behauptung, Deutsch- Innb unb Italien hätten einen Friebensplan vorbereitet. Zur Hebung ber Glaubwürbigkeit Kieses Schwindels hat man sich jetzt auch noch elf Punkte dieses sogenannten Planes aus den Ringern gesogen. Wie bei srüheren Gelegenheiten, können wir auch heute gegenüber diesen dummen Schwindelmanövern nur erneut feststellen, daß nach i*cr Zurückweisung des einmaligen Friedensangebots i>e5 Führers vom 6. Oktober 1939 Deutschland zur ; Frage des Friedens nichts mehr zu sagen i?at. Seine Losung heißt: Kam p f b i s z u m Siege! Die englischen und französischen Drahtzieher auf ihren wackligen Ministerposten müssen sich andere Dinge ausdenken, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, ihre täglich unruhiger werden- ken Völker zu betrügen unb bie Welt über ihre wahre Lage täuschen zu können. Die Geheimsitzung der französischen Kammer. B rüffel, 19. Mävz. (Europapreß.) Am Diens- leg um 15 Uhr trat die französische Kammer zu ihrer vorgesehenen Geheimsitzung über bte vorliegenden Interpellationen über Flnn- |and und die allgemeine Lage zusammen. Man rechnet mit einer langen Debatte, die sich unter Umständen bis zum Mittwochabend erstrecken Angriffen auf die englische Flottenbasis ein Zivilist getötet unb verschiedene andere verwundet worden seien. Es ist schon von deutscher Seite daraus aufmerksam gemacht worden, daß diese Engländer offenbar Opfer ihrer eigenen Abwehrgeschütze geworden sind. Im übrigen haben auch englische Militärschriftsteller nie verhehlt, daß bei) einem Luftangriff auf militärische Ziele benachbarte zivile Objekte naturgemäß leicht in Mitleidenschaft gezogen werden konnten. Es ist schon deshalb unsinnig, wenn dieser Fall als Handhabe für „Repressalien" bezeichnet wirb, wie es auch Chamberlain anzudeuten schien. Der. Respekt vor der deutschen Abwehr unb vor ber Angriffskraft ber deutschen Luftwaffe dürfte im übrigen vorerst noch eine starke Bremse gegen derartige leichtfertige Ueberlegungen sein. Es war besonders bemerkenswert, daß Chamberlain gegen Schluß seiner Rebe dem Drängen nach einer aktiveren Kriegführung eine ziemlich unmißverständliche A b - sage erteilte. Er warnte vor Abenteuern, die eine geringe Erfolgschance, aber große Gefahren des Fehlschlagens unb selbst ber Katastrophe in sich Das Echo in Rom. Rom, 19. März. (DNB.) Die Begegnung am Zrenner hat in ben Blättern alle übrigen Ereig- isse weit in ben Hintergrund gedrängt. Es hat, □ie „Tever e" ausführt, zweifellos eine klärende Wirkung von außerordentlicher Tragweite gehabt. „Die Welt hat sich nolens volens wieder einmal davon überzeugen müssen, daß im Nittelpunkt des europäischen Lebens ein wahr - oft sicheres und {labiles Element .riskiert, nämlich die italienisch-deutsche Zusammenarbeit, die in der Freundschaft I er beiden Führer sowie der Solidarität der Jnter- iflen und ber Volker besteht und die Folge einer BolitiE der Uebereinstimmung ist, die durch gemeinsam überwundene Prüfungen und die begehenden Abkommen und Bündnispakte bekräftigt worden ist." Gegenüber diesen positiven Tatsachen würden all bie auf schwachen Füßen stehenden ttanzösisch-englischen Mutmaßungen und „Erklä- ungen" eines Ereignisses zusammenbrechen, bas keiner Erläuterung bedürfe, da es in en Rahmen der normalen und unaufhörlichen Zu- oammenarbeit der beiden Achsenmächte gehöre, wenn ihnen auch durch die Gestalten der beiden Führer eine außerordentliche Bedeutung zuteil werde. Das italienische Volk habe nicht die Mahnung des Duce vergessen, daß man den Steuermann auf stürmischer Fahrt nicht stören, noch jeden Augenblick um Nachrichten über den Kurs fragen iiarf. „(9 i o r n a l e d ' Italia" betont, es fei selbstverständlich, daß man zu den geführten Besprechungen nichts sagen könne, denn sie gehörten in )»en Rahmen ber Achse unb ber Allianz zwischen "Rom unb Berlin, bie trotz aller Hoffnungen unb i Mutmaßungen gewisser auslänbischer Strömungen h ta tt seien unb beshalb auch funktionierten. ; In ber Presse ber Kriegführenben ber anberen Seite in Umlauf gesetzte Mutmaßungen seien »oll ko mm en willkürlich. An ber Begegnung am Brenner hätten nur vier Leute teilge- lommen. Keiner habe es für notwenbig erachtet, Erklärungen abzugeben. Kein Außenstehenber sei I deshalb heute ermächtigt, Mutmaßungen anzustel- :cn. Die ganze Welt rüste. Auch Italien treffe Vor- icrge, feine Rüstungen zu vervollstänbigen, um bie Unabhängigkeit seiner Stellung zu schützen unb bie Verteidigung seiner großen Interessen zu gewährleisten, bie in ben offenen Problemen bestehen, bie nuch ihrerseits im Verlauf ber beseitigen Ereignisse unb im Hinblick auf jenen wahren Frieben loroie jenen Aufbau eines gerechten Europas vor- jebraeßt werben müßten, von bem man als bem Annahme von Anzeigen für bte Mittagsnummer bis8V?Ubr bes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf., Textanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wieberholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäberanzeigen unb behorbliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Ps. YO. Jahrgang Kn 68 Erscheint täglich, außer sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Nit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ y.25 nuch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ^ernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks./M. Neuyork, 19. März. (Europapreß.) Den gut unterrichteten Washingtoner Korrespondenten ber „New York Times" wirb aus „zuverlässiger neu- traler Quelle, bie in birekter Verbinbung mit Lon- bon steht", am Dienstagmorgen bestätigt, baß bie britischen Verluste bei bem beutschen Bombenangriff auf Scapa Flow am Samstag weit gro - 3 e r sind, als von ber britischen Abmiralität in ihrer amtlichen Verlautbarung zugegeben wurde. Während bie britische Abmiralität in ihrem offi- zielen Kommunique erklärt, baß nureinKriegs- cßif f burch bie beutschen Bomben beschäbigt worben sei, heißt es in einem von ber „New York Times" wiedergegebenen neutralen Bericht, sechs große Kriegsschiffe, darunter Schlachtschiffe und Kreuzer, seien von den deutschen Bomben getroffen und teilweise schwer beschäbigt worben. Eines ber englischen Kriegsschiffe sei burch zwei Volltreffer praktisch zerstört. Der neutrale Bericht bestätigt bamit bie Angaben bes beutschen Wehrmachtsberichtes, ber gleichfalls von sechs burch bie beutschen Bombenabwürfe getroffenen britischen Kriegsschiffen spricht. Bei ber vorsichtigen Sprache, die im deutschen Wehrmachtsbericht üblich ist, wurde jedoch bie schwere Beschäbigung von brei Schlacht- cßiffen und einem Kreuzer als bestimmt, die Be- cßäbigung von zwei weiteren Kriegsschiffen als wahrscheinlich gemeldet. Auf Grund des neutralen Berichtes der „New York Times" erscheinen also die deutschen Erfolge als noch größer. Krieg der Neutralen sei, ist schon oft in der englischen Öffentlichkeit zum Ausdruck gekommen; nun aber hat ber Premierminister in ber binbenbften Form ben Appell an bie Neutralen zum Einschwenken in bie englische Kriegsfront wiederholt. Die Sprache ber Tatsachen dürfte freilich menia geeignet sein, jenen Mut einzuftäßen, bie nun in aller Form eingelaben sind, sich in bas britische Fahrwasser zu begeben unb sich britischer Führung anzuvertrauen. Dann leistete er sich ein Meisterstück englischer Verdrehungskunst, indem er behauptete, an ber finnischen Tragödie sei einzig und allein Deutschland schuld! Den Nachweis für diese lächerliche Behauptung blieb er selbstverständlich schuld. In der Diplomatenloge des Unterhauses, die mit Vertretern der neutralen Staaten voll besetzt war, hat Chamberlains weitere Bemerkung starkes Aufsehen hervorgerufen, er müsse sich die Kritik neutraler Staaten an bem Verhalten der Westmächte beim Finnland-Konflikt verbitten! Diese Staaten hätten kein Recht, dreinzureden, um so mehr, als sie weit vom Kriegsschauplatz entfernt feien! Dieser Ausspruch wird als eine deutliche Spitze gegen die Vereinigten Staaten ausgelegt, da bie öffentliche Meinung in Amerika das englische Spiel als „Verrat am finnischen Volk" angeprangert ßat Recht verlegen äußerte sich der Premier auch über die B e - gegnung zwischen bem Führer unb bem Duce. Bisher habe man in London, so müßte er ein gesteh en, noch keine Ahnung über ben Inhalt der Gespräche. Zum Schluß strengte er sich verzweifelt an, seinen Marineminister im Lügen zu sekundieren. Er behauptete, der deutsche Luftangriff auf Scapa Flow sei eine „unwichtige Angelegenheit". Nur ein Kriegsschiff sei geringfügig beschädigt worden. Es handele sich dabei nicht um ein Schlachtschiff. Kein in Scapa Flow befindliches Schlachtschiff sei getroffen worden. Es erübrigt sich, dazu viel zu sagen. Vielleicht liest Herr Chamberlain gelegentlich mal bie New Port Times, die beweist, daß man im neutralen Ausland über die verheerende Wirkung deutscher Bombenangriffe anderer Ansicht ist. .. Aus durchsichtigen Gründen legte Chamberlam des Hauzttwert sM Ns BehÄUKtuW, bsi Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen zeigt ... „Wir sind nicht nur auf diplomatischem l'onbern auch auf militärischem Gebiet in öer D e - fensive", gesteht kummervoll die konservative Londoner „Daily Mail". Nein, es ist mehr. Die jungen Nationen haben die Führung, und in diesem Krieg bestimmen wir das Gesetz des Handelns. Das aber bedeutet die endgültige Ausschaltung der englischen Krämer- und Raubgelüste aus der politischen und wirtschaftlichen Zu- samrnenatireit der europäischen Nationen. E. S. Indien fordert erneut völlige Unabhängigkeit! Dominionstatus wird abgelehnt. Amsterdam, 19. März. (DNB.) In Ramgarh begann die 53. Tagung des Indischen Nationalkongresses. Der Präsident des Kongresses verlangte für Indien das Recht, sich seine eigene Verfassung ohne ein Lazwische'ntreten von außerhalb zu geben. Die britische Regierung wolle Indien nicht das Recht der Selbstbestimmung zubilligen. Indien müsse daher aus dem eigenen Weg der Nichtzusammenarbeit vorwärts gehen. Einigkeit, Disziplin und das volle Vertrauen in die Führerschaft Gandhis seien die Faktoren des Erfolges. Indien habe mit dem europäischen Kriegsgeschehen nichts zu tun. Großbritannien habe keinerlei Wechsel in seiner imperialistischen Betrachtung Indiens vollzogen. Der Ausschuß der Indischen Kongreßpartei hat nach zweitägiger Debatte einstimmig die „Patna- Entschließung" angenommen. Sie enthält die Forderung nach völliger Unabhängigkeit Indiens, wobei der Dominienstatus als für Indien ungeeignet abgelehnt wird. In der Debatte sind verschiedene Anträge eingebracht worden, in denen ein scharfes Vorgehen gefordert wurde. Die englische Gewaltherrschaft in Indien hat neue Mutige Küchle getragen. In Lahore schoß wäh. rend einer Prozession der moslemittschen Kasars die Polizei rücksichtslos in die Menge. 23 Prozesi sionsteilnehmer wurden getötet und 39 verletzt. Von der Polizei wurden zwei Mann getötet und acht verletzt, außerdem ein Bezirksbeamter. Es wurden Polizei- und Militärverstärkungen angefordert. Eröffnung der Nanking-Konferenz. Nanking, 20. März. (Europapreß.) Am Mittwoch findet in Nanking die Eröffnung der ersten Konferenz über die Konstituierung und die künftige Politik der neuen chinesischen Zentralregierung statt. Die Konferenz wird zu entscheiden haben über den Regierungssitz der Wang-Tsching-wei - Regierung, die Flagge der neuen Regierung, die Beziehungen zwischen der neuen Regierung und Japan sowohl wie gegenüber dritten Mächten, und die Form endlich, in der die drei Provinzregierungen liquidiert werden sollen. Auf den Straßen Nankings werden Vorbereitungen getroffen, die auf einen baldigen Einzug der Wang-Tsching-wei-Regierung deuten. Das Osterprogramm des Rundfunks. Reichsminister Dr. Goebbels hat angeordnet, daß der Rundfunk an den Ostertagen ein repräsentatives Reichsprogramm bringen soll, das in seiner hervorragenden Besetzung und in seiner künstlerischen Dualität im ganzen deutschen Volke Erhebung, Erbauung, Entspannung und Unterhaltung bringen wird. Unsere führenden Dirigenten, die ersten Orchester, die besten Solisten von Bühne, Film und Kabarett sind vertreten. Abendroth, Böhm, Knappertsbusch, Krauß u. a. dirigieren die Berliner und Wiener Philharmoniker, das Kölner Gürzenich-Orchester und das Leipziger Gewandhausorchester. Es singen der Kölner Männeraesangverein, die Leipziger Thomaner, der Bielefelder Kinderchor und die Kölner Volksschulchöre. Linke und und Lehar dirigieren in einem Operettenkonzert am Ostersamstag eigene Werke. Im Wunschkonzert für die Wehrmacht am Sonntagnachmittag wird Heinz Gödecke als Osterhase die schönsten Gaben verteilen und hat sich dabei der Hilfe bester deutscher Kabarettisten versichert. Die besinnlichen Wortsendungen werden durch Hanns I o h st eingeleitet. Ferner spricht Rainer Schlösser in einer Morgenfeier der Hitler-Jugend. Das Schatzkäsllein des Deutschlandsenders wird mit Käthe Gold und Günther H a d a n k als Sprecher ein weiterer Höhepunkt sein. Die Opernliebhaber hören über den Reichssender Berlin die Uebertragung der Lortzina- Oper „Der Wildschütz. Die Freunde reinster Musik finden ein großes Orgelkonzert, Bach-Kantate Nr. 66 „Erfreut Euch, Ihr Herzen", eine Szenenfolge aus Parzival und am Karfreitag die Matthäus-Passion aus dem Kölner Dom. „Verpflichtung der Hitlerjugend/' Berlin, 20. März. (DNB.) Zum ersten Male findet in diesem Jahre am 31. März die Verpflichtung der 14jährigen Jungen und Mädel aus dem Jungvolk und dem Jungmädelbund auf die Hitler- Jugend im Rahmen einer Feierstunde der Standorte für die Hitler-Jugend und BDM. gemeinsam statt An den Feiern werden sowohl die Eltern der Jugendlichen wie auch die örtlichen Hoheitsttäger der Partei teilnehmen. Die neue Derpflichtungsfor- mel lautet: „Ich verspreche, in der Hitler-Jugend allezeit meine Pflicht zu tun in Liebe und Treue zu Führer und unserer Fahne." Die Kriegsbesoldung der Offiziere und Unteroffiziere d. 23. Bei der praktischen Anwendung des Einsatz- Wehrmachtsgebührnis-Gesetzes vom 28. August 1939 hat sich gezeigt, daß die Abfindung der Wehrmachtsangehörigen d. B. nur mit Wehrsold in vielen Fällen nicht ausreichend war. So standen sich z. B. alle diejenigen, die zu Hause keine Friedensbezüge oder Familienunterhalt hatten, gegenüber den akttven Kameraden wesentlich schlechter. Aus diesem Grunde schafft eine neue Verordnung für die Angehörigen des Beurlaubtenstandes die Möglichkeit, an Stelle ihrer bisherigen Friedensbezüge (z. B. als Beamte) oder des Familienunterhaltes das Gehalt der Berufssoldaten des gleichen Dienstgrades als „Kriegsbesoldung" zu wählen, wenn letztere für sie günstiger ist. Für die Angehörigen d. B., die bisher als Junggesellen weder Friedensbezüge noch Familienunterhalt erhalten haben, beseitigt sie den Zustand, daß sie außer Wehrsold nichts erhielten und dadurch den .im gleichen Dienstgrad stehenden Kameraden des Friedensstandes gegenüber nicht unwesentlich im Nachteil waren, obwohl sie jetzt als Führer die gleiche Verantwortung wie ihre aktiven Kameraden tragen. Der Offizier oder Unteroffizier d. B., der die Kriegsbesoldung wählen will, stellt einen Antrag bei seinem Truppenteil, der die Auszahlung der Kriegsbesoldung in der Heimat veranlaßt. Mit dem gleichen Zeitpunkt fallen dann die bisherigen Friedensbezüge oder der Familienunterhalt fort, fo daß also nirgendwo eine Anrechnung stattfindet, sondern immer nur entweder die Kriegs- besoldung oder die bisherigen Friedensbezüge oder der bisherige Familienunterhalt gezahlt wird. Für diejenigen Wehrmachtsangehörigen, die als Fe st besoldete chre Friedensbezüge weiter beziehen oder die neue Kriegsbesoldung wählen oder den entsprechenden Einheiten der anderen Wehrmachtsteile gehören, fällt der Wehrsold fort, wenn sie ledig sind oder als Verheiratete am Wohnort ihrer Familie Dienst tun. Es fällt also z. B. bei Offizieren, Unteroffizieren und Schützen der Wehrsold fort, wenn sie Friedensbezüge als Festbesoldete oder die neue Kriegsbesoldung erhalten und bei ihrer Familie wohnen. Ist dagegen z. B. der Schütze am Wohnort seiner Familie kaserniert, so erhält er selbstverständlich den Wehrsold neben seinen Friedensbezügen weiter. Neue Reichsmittel für Teilung und Umbau von Wohnungen. Der Reichsarbeitsminister hat zehn Millionen für die Teilung von größeren Wohnungen, den Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen sowie An- und Ausbauten zu Wohnzwecken zur Verfügung gestellt. Es ist eine Zuschuhgewährung von 50 ö. Sy der Baukosten vorgesehen. Der Höchstbettag ist für jede neu erstellte Wohnung oder im Falle der Wohnungsteilung für jede Teilwvhnung auf 800 RM. festgesetzt worden, für den einzelnen An» oder Ausbau auf 600 RM. Die Arbeiten müssen bis zum 31. Dezember 1940 beendet fein, lieber den Antrag, der vor Beginn der Arbeiten zu stellen ist, entscheidet der Landrat oder Oberbürgermeister. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat den Minister des ehemaligen österreichischen Landes, Generalmajor z. b. V. Dr. h. c. Edmund Glaise von Horstenau, aus seinem Amt verabschiedet und ihm für seine dem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste, besonders im Hinblick auf die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich, seinen Dank ausgesprochen. Der General, der zur Zeit beim Oberkommando der Wehrmacht tätig ist, wird nach Beendigung des Krieges weiterhin im Reichsdienst Verwendung finden. Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, der in Begleitung von Oberstleutnant Sende und Obergruppenführer Iüttner eine Befichtigungs- reife an b i e Front unternahm, wurde zum Abschluß feiner Reise durch den Kommandierenden General tiemann empfangen. Nach einem herzlichen Kameradschaftsabend im Kreise von SA.- Männern, die heute als Frontsoldaten draußen ihre Pflicht tun, kehrte der Stabschef in die Reicyshaupt- ftabt zurück. Professor Albert Speer, der Architekt des Führers, vollendete am 19. März fein 35. Lebensjahr. Professor Speer ist auch als Schöpfer der künstlerischen Ausgestaltung fast aller großen Kundgebungen von Staat und Partei bekannt geworden. * Präsident Roosevelt empfing gestern mittag in feiner Privatwohnung den Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog von Coburg, der vom deutschen Geschäftsträger Thomsen begleitet war. Auf der Konferenz der Eifenbahnverwaltungen Deutschlands, Litauens, Lettlands und Estlands in Reval wurde ein neuer Fahrplan für den direk - ten Güterverkehr zwischen den vier Ländern ausgearbeitet, der am 1. April in Kraft tritt. ♦ Don den 7 deutschen Seeleuten, die bei dem völkerrechtswidrigen brutalen UeberfaC Englands auf die „Altmar k" verletzt wurden und im Krankenhaus in Christianfcmd in Behandlung waren, konnten fünf die Reife in d i e Heimat antreten. Zwei schwer Verwundete dürften noch einige Wochen im Krankenhaus bleiben, doch befinden sie sich auf dem Wege der Besserung. ♦ Die neun Deutschen, die ein englischer Piratenkreuzer von dem japanischen Dampfer „A s a m a Maru" heruntergeholt hatte, später jedoch auf Verlangen der japanischen Regierung frei gegeben werden mußten, sind jetzt auf der Rückreise in die Heimat in Moskau angekommen. ♦ Wie der „(Sortiere della Sera" aus Tokio erfährt, ist der japanische Dampfer „F u f h i m i" auf der Fahrt von Yokohama nach Neapel in Singapur von den britischen Behörden durchsucht worden. Die nach Deutschland bestimmte Post wurde zensiert, und ein Teil der Briefe, trotz des Einspruchs des japanischen Generalkonsuls, zurückgehalten. Der Dampfer hat die Fahrt fortgesetzt. Das „Allgemeen Handelsblad" berichtet, daß die Einstellung der Kohlentransporte nach Italien über Rotterdam für die holländische Rheinschiffahrt geradezu verheerende Folgen habe. Die Firmen, die bisher die Verschiffung der Kohle vom Ruhrgebiet nach Rotterdam und den Umschlag der Kohle auf Seeschiffe besorgt haben, werden gezwungen fein, über 1000 Angestellte und Arbeiter zu entlassen. * Wie aus Moskau verlautet, hat das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR, den am 12. März in Moskau geschlossenen Friedensvertrag zwischen der Sowjetunion und Finnland rati- f i 3 i e r t. Aus aller Welt. Ausbruch des Aetna. Seit Samstagabend befindet sich der Aetna in heftiger Eruptionstätigkeit. Der Beginn des Ausbruchs, der wegen schwerer über dem Vulkan lagernder Wolkenmassen nicht beobachtet werden konnte, wurde durch zehn Minuten langes schweres unterirdisches Rollen und zwei Explosionen eingeleitet. Nach einem furzen Zwischenraum wiederholte sich dieser Vorgang, während gleichzeitig an der Westseite des Vulkans ein schwerer Aschenregen niedergang. Der ganze Osthang des Aetna ist von Asche bedeckt, die auch auf der Südwestseite des Kraters niedergegangen ist. Ein gleich heftiger Aus- bruch hat seit 40 Jahren nicht mehr stattgefunden. Sturm, Schnee und Satte ln Dänemark. Frost und Schneestürme haben in Dänemark wieder zahlreiche Eisenbahn- und Postauto-Linien lahmgelegt, da die haushohen Schneeverwehungen jeden Verkehr unmöglich machen. Auf den Inseln Lolland und Falster sind Tausende von Telefonleitungen gerissen und zahllose Leitungsmasten vom Sturm umgeworfen worden. Auf Jüttand sind mehrere hundert Transformatorenstationen durch Störung der Verbindungslinien ausgeschaltet. Die Unterbrechung der Sttomzufuhr macht sich besonders folgenschwer bemerkbar in Krankenhäusern und Wasserwerken. Hochwasser In Ungarn. Die Schneeschmelze führte in Ungarn zu großen Ueberschwemmungen. Der Wasserstand der Donau erreichte bei Budapest eine Höhe, wie seit 70 Jahren nicht mehr. Don den Dampfschiffahrtsstationen und Lagerschuppen ragen nur noch die Dächer aus dem Wasser hervor, auf dem gewaltige Eisschollen treiben. Im Vorort Alt-Ofen wurden alle Maßnahmen zur Räumung der am meisten gefährdeten Sttaßenzüge getroffen. In Neu-Pest hat die Donau einen Damm durchbrochen. In der Provinz, die durch das Hochwasser erheblich mehr zu leiden hatte, als die • Hauptstadt, kamen b r e i Personen in den Fluten um. Eine ganze Reihe von Brücken und Gebäuden sind eingestürzt. Der Vater der Jugendherbergen gestorben. In Hohenelbe im Sudetengau starb der Großindustrielle GuidoRotterim Alter von 80 Jahren. Er war der Vorkämpfer für die deutschen Jugendherbergen. Bereits 1880 hatte er die ersten Schüler- und Studentenherbergen im Riesengebirge gegründet. Nach der Machtübernahme sind die Herbergen auf die Hitler-Jugend übergegangen. Im Jahre 1938 wurden Guido Rotter als dem Vater des Jugendherbergswesens in Hirschberg viele Ehrungen zuteil, wo gleichzeitig die neue Guido- Rotter-Iugendherberge eingeweiht wurde. Amerikanische Schatzsucher. Der Präsident des Gemeinderates des amerikanischen Städtchens Bronx, bemüht sich, Geldmittel zu sammeln, um eine Expedition auszurüsten, die eine Goldladung heben soll, die mit der englischen Fregatte ,M e r c u r y" im Jahre 1780 an der Mün- Wer stört den Frieden? Der englische Geschichtsforscher I. R. Seeley, Professor in Cambridge, dem später ein Abels- titel verliehen würbe, schilbert in seinem weitverbreiteten Werk „The Expansion of England“ benbritischenJmperialismus äußerst offenherzig: „Die Ausbreitung Englands war weder ein ruhiger Prozeß, noch ist sie nur in jüngster Zeit vor sich gegangen. Vielmehr war das 18. Jahrhundert hindurch jene Ausbreitung ein aktives Prinzip der Friedensstörung, eine Ursache von Kriegen, die sowohl an Größe als an Zahl nicht ihresgleichen hat. Von 126 Jahren wurden 64 Jahre, also mehr als die Hälfte, in Kriegen zugebracht." Und dieses blutbefleckte britische Eroberer- und Unterdrückerland spielt heute heuchlerisch den Friedensengel. Während Britannien in Mutigen Kriegen fremde Völker unterjochte, hat der Führer im Frieden Oesterreich, Sudetenland und Memel heimgeholt. Diese Friedenstaten sind jedoch für England „untragbar". Welche verlogene doppelte Moral! düng des Hellgate-Kanals sank. Es handelt sich um vier Millionen Dollar, die zur Bezahlung des Soldes der gegen das Heer Washingtons kämpfenden englischen Truppen verwendet werden sollten. Schon zweimal wurde der Versuch gemacht, das gesunkene Gold zu bergen, 1794 und 1830. Beibemale schei- terien biese Versuche an den starken Strömungen in der Mündung des East Rivers. Auch' ein dritter, von einer amerikanischen Firma im Jahre 1900 unternommener Bergungsversuch blieb ergebnislos. Aus der Stadl Gießen. Oie Pfütze Professor Or. Hermann Reinhold f. Seinen Studenten fühlte er sich allezeit in kameradschaftlicher Gesinnung verbunden und als ein getreuer Ratgeber sowie auch als Freund ihrer Geselligkeit. Und wer mit ihm über Entscheidungen ZU beraten hatte, weiß auch um die harte Zielstrebigkeit seines Wollens, um die Energie, mit der er den Ausbau des ihm anverttauten Institutes für bie besonderen Aufgaben seines Forschungsbereiches förderte, und um die angelegentliche Sorge, mit der er stets das Wohl der ganzen Universität im Auge hatte, nicht davor zurückschreckend, feiner soldatischen Art sonder Furcht auch die erforderliche „Zivilcourage" entsprechen zu lassen, wo ihm dies nötig schien. Aber auch jede streitbare Auseinandersetzung, wie sie unter Männern notmenibig ist, führte er mit ritterlicher Achtung durch, und zum Schlüsse bewegte ihn bie Sorge, baß auch nichts, was gesagt worden ist, als böse gemeint aufgefaßt worden fein mochte. In solcher Haltung bewährte sich seine starke und echte kollegiale Gesinnung. Sein Gedenken bleibt'bei feinen Kollegen, Mitarbeitern und bei der Gefolgschaft feines Institutes über das Grab hinaus lebendig und geehrt, nun ihn die kühle Erde feines Heimatdorfes im Sergi- ichen Lande deckt, wo er, der Sohn eines Land» Mfarrers, in friedlicher Stille ruht, tief betrauert Es ist schlechtes Wetter. Vor nicht langer Zeit hat es geregnet, und zweifellos wird es bald wieder regnen — was allerdings beides nicht hindert, daß irgendwo der Wolkenoorhang undicht ist und für wenige Minuten einen Sonnenstrahl durchlciht, der auf eine Pfütze unter meinem Fenster fällt. Es ist eine belanglose Pfütze, wie es deren viele in dieser Jahreszeit gibt, eine erste beste Allerweltspfütze, über die man einen Schritt macht, wenn sie einem im Wege liegt, ober in bie man unglücklicherweise hineintritt. Sonst hat sie weiter keine Bedeutung. Aber dank dem Loch, das in der Wolkendecke für einige Augenblicke entstanden ist und diesen schönen Lichtstrahl hindurchläßt, belebt sich die öde Szenerie unter meinem Fenster, und illusionsbereit, wie man nun einmal ist, denkt man schleunigst an bessere Zetten. Doch zu der Pfütze! Ein Spatz hat offenbar beschlossen, den günstigen Augenblick zu nutzen und ein Bad in ihr zu nehmen. Flügelschlagend spritzt er bas Wasser hoch, duckt sich nieder und schüttelt feinen Leib. Schimpfend und vielleicht neiderfüllt nähern sich zwei Art- genossen und stürmen, wie von einer magischen Kraft gezogen und vergebens von dem Badenden Dr. Hermann Reinhold, ordentlicher Professor und Direktor des Physikalisch-chemischen Jnstt- tutes an der Universität Gießen, verschied, erst 46 Jahre alt, in der ersten Morgenstunde des Helden- gebenftages als Opfer einer schleichenden Krankheit unerwartet an den Folgen einer Operation. Als Unteroffizier war er seinerzeit mit ben jungen Studenten in den Weltkrieg gezogen und im Range eines Oberleutnants, ausgezeichnet mit dem (Eifernen Kreuz erster Klasse und mit anderen Tapfer- feitsorben, zurückgekehrt. ,Er würbe breimal verwundet und von den Folgen einer schweren Kriegsverletzung fortan dauernd begleitet. Auch später hat er mehrfach geübt, um sich und andere Soldaten fortzubilden, so zum Beispiel auch in der Stellung als Ausbildungsleiter einer SA.-Standarte. Auch in diesem Kriege stellte er sich zur Verfügung und tat Dienst bei der Wehrmacht. Die Universität Gießen verliert auf so erfdyüt* ternibe Weise ein hochgeehrtes Mitglied ihres Lehr, körpers, dem Professor Reinhold, als Nachfolger des im Ruhestand lebenden Professors Schaum, seit dem Herbst 1935 auf dem Lehrstuhl für Physikalische Chemie angehört hat. Er wußtt sich das Vertrauen feiner Kollegen fo bald zu erwerben, daß er nach zweijähriger Führung des Prodekanates zum Dekan der zweiten Abteilung der Philofophischeu Fakultät ernannt und darüber hinaus von seiner Fakultät für bas Amt des Rektors in Vorschlag gebracht worden war. Reinholds wissenschaftliche Laufbahn nahm ihren Beginn in Halle, nachdem er in Erlangen und in Halle Chemie studiert hatte und kurze Zeit in betrieben der chemischen Industrie tätig gewesen war. Ihm war das Glück zuteil geworden, als Mitarbeiter Professor Tubandts in ein damals neu erschlossenes und hochbedeutsames Forschungsgebiet eingeführt zu werden, das er schon mit feiner Doktorarbeit betreten hatte: bas Gebiet der Elekttochemie fester Stoffe. Anfangs in einer Anzahl grundlegender Arbeiten mit Tubandt zusammen, bann mit einer wachsenden Zahl eigener Mitarbeiter zu selbständigen und weiterführenden Fragestellungen vordringend, hat er Erkenntnisse gewonnen, bie uns einen tiefen Einblick in das Verhalten fester Stoffe vermittelt haben: beim Durchgänge des elekttifchen Stromes durch falzartige Verbindungen, bei der thermischen Diffusion, bei Auftreten galvanischer elektromotorischer Kräfte und elektrischer Thermokräfte sowie beim Zustandekommen chemischer Umsetzungen und chemischer Gleichgewichte bei der Mischkristallbildung. Sie ermöglichen es, insbesondere auch festzustellen, welcher Art die elektrische Leitung in einer Gruppe fester chemischer Verbindungen unter dem Einfluß verschieden hoher Temperaturen ist, wobei man neben ben Grenzfällen ausschließlicher Elekttizttätsleitung durch die positiven oder durch die negativen Jonen oder auch, wie bei den Metallen, durch Elekttonen bie verschiedensten Ueberschneidungen dieser Möglichkeiten k^nnenlernte. Eine große Zahl schöner und ausgedehnter Experimentalarbeiten, die bis in die jüngste Zeit in Gießen fortgeführt worden find, bilden bas wissenschaftliche Vermächtnis des Entschlafenen. Der Aufnahmeappell für Gießen-Stabt finbet am Donnerstag, 21. März, in ber Goethefchule Horst-Weffel-Wall, um 10 Uhr vormittags statt. Das Erscheinen aller zur Aufnahme kommenden nehmende^Iunae^n rn« m ! ai‘ ’’ feiner Gattin und seinem Sohne, denen U-' mitdubringen 9 0,1° Aufnahmegebühr j zu früh durch ein tragisches Geschick entrissen roor- ** oen t|b H, abgewehrt, ins Element. Ich finde auch, daß drei Badelustige ein bißchen viel für fo wenig Wasser und einen kurzen Sonnenstrahl sind. Jedoch — es geht. Man spritzt zu dreien, man dreht und wendet und rüttelt sich um die Wette. Als Zuschauer fühlt man ordentlich das Behagen der Badenden mit, denen der Winterschmutz aus dem Gefieder gewaschen wird. Dieser Vorgang wirkt auf die Vogelwelt der Nachbarschaft anscheinend als Signal. Im Handumdrehen find weitere Interessenten für die Pfütze da, diesmal Stare, drei fröhliche Schwarzröcke mit metallisch-glänzendem Gefieder. Flugs wackeln sie hinein in bie Pfütze, in diese erste beste Zufallspfütze, und baden. Stare baden leidenschaftlich gern; Wasser kann sie, wie ich weiß, ganz toll machen. Sie geben sich also mit höchstem Eifer dem gleichen Körperschlingern und -schleudern hin, wie die Spatzen, die nun ihrerseits die Sache eigentlich bedenklich finden müßten, da bie größeren Stare sie arg Mengen. Aber nein. Die Spatzen harren aus. Zwar hüpfen sie mal für einen Augenblick, wenn man so sagen soll, an den Strand, im Nu sind sie aber schon wieder in ber Pfütze. Wahrscheinlich können sie sich nicht davon trennen, weil sich noch zwei mit Frühlingsillusionen eingefunden haben, eine Meise und ein Buchfink, einer von denen, bie, wie es wohl vorkommt, im Herbst vergessen haben, nach Süden zu ziehen. Hinein also mit Hallo! Ich muß sagen: das gibt mir denn doch zu denken. Acht Badende in einer Pfütze, die so gut wie nichts ist, in einem Ding, bas man mit einem Schritt überschreitet, wenn man nicht gerade achtlos hineintritt — acht Leiber, vier verschiedenen Arten angehörend, mannigfach in Größe und Färbung und Lebensfitten, alle sich lustvoll, selbstisch und aufgeregt im Element vergnügend, plantschend und schüttelnd und sich bedrängend und stoßend — wahrhaftig, das ist keine Zufallspfütze mehr, auf die ich da angestrengt hinunterstarre, das ist viel mehr, das ist--- Aber da schließt sich das Loch im Wolkenvorhang, die verdutzten Vögel springen „an Land", schütteln das Wasser aus dem Gefieder und verteilen sich im Gebüsch. Un so läßt es sich denn nicht vermeiden, daß ich wieder nachdenklich auf eine dumme, belanglose und trübe Allerweltspfütze schaue und der Versuchung erliege, mich mit Gottvater zu vergleichen, der möglicherweise in ähnlicher Stimmung eben durch das Wolkenloch hinuntersah, bas, wie ich in menschlichem Unverstand glaubte, zufällig oben entstanden war. PBG. Tageskalenber für Mittwoch. Stabttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Der Graf von Luxemburg". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Die fremde Frau". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es gibt nur eine Liebe". Neuaufnahmen im Deutschen Zungvoll. Was schenken wir zu Ostern? Den der er# t ein» u Bezirkssparkasse Gießen iet einge- 1390 D ngen M , die iin!5 ter SB! Verkäufe sowie 01040 Nr. 701- kaufen Sie bei 1411 A Beachten Sie auch immer-? Nr. 771- Nr. 841- hm iP' n und h it in A- esen m Marbfi von 10-11 Uhr von 11-12 Uhr von 12-13 Uhr Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 604a r Sottet1 ktrochem unhleget1 dann nr r $u;# von iah! Iren lste. Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Photo - Photoarbeiten Projektion Schmalfilm-Kino Familien- Drucksachen Verlobungeanxelgen Vermählungsanzeigen bei BrühLSchulstraße? Geburtsanzeigen K». sowie große Auswahl in Damen- und Herren- Unterkleidung sichern jedem zufriedene Festtagei r;unb d)le. Krend Bölter rieben beim: 'Eng. Ppelte ■Wut nez (5o|, nPienbt? "-.Schv! leiunten ile schx otnungti i britttr )re M ;ebnisb< Klaviere werden 660d fachgemäß gestimmt und repariert G. Ebert Klavier machet Bleichstraße 17 Fernruf 2408 zum Auf- und Abrollen mit verstärkter Seitenkante Bezugscheinfrei! in allen Breiten vorrätig. Gebr. Seelbach Seltersweg 20 __________ 1402A Unsere Hebe Schwester, Tante und Großtante Frau Elisabethe Ohr, geb. Christ wurde am 13. März im Alter von 76 Jahren durch einen sanften Tod von ihrem Leiden erlöst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Christ Gießen, den 19. März 1940. Die Feuerbestattung fand in aller Stille statt. 1405 D 840 910 am 23. März 1940: uoba von 8- 9 Uhr Nr. 911-990 von 9-10 Uhr Nr. 991-107o oon 10-11 Uhr Nr. 1076-1160 -= Für Gießen neu! VenfnnWsrollos old t r PrB en 3nft । erst I1 5 gelber, i Kran! Iperatios n jung« m Jtongi m Eisfi i Tapsfi mal vfi> n Krieg? pater je Soldat!: Stelliir; rte. AL jung ui ) erschü res Leh! ils M ßrofeftm Lehffte r tmjfc ) zu ei' UNg bf! HbteHun; । darühfi des 91(1' Zu Feldpostsendungen und zu Ostern Lustige Soldatengedichte von RUDOLF DIETZ in nassauischer Mundart. Preis 50 Pf. — Die Prachtausgabe 1001 Gedicht„Du liebe Heimat“ 12 Mk. — Zu beziehen durch jede Buchhandlung, wo nicht, vom Druck- und Verlagshaus PHIL. L. FINK, Groß-Gerau. 1345 V Freibankverkauf -am 21. März 1940: Heft# , bei de! jlDfl# ehh N* Weit. Und“ ^rrst fbet >ng- roat lu5. Professor Or. Karl Esselborn t- ; Am Montag, 18. März, ist in Darmstadt der Direktor der Hessischen Landesbibliothek Professor Dr. jur. et phil. Karl Esselborn nach längerem Leiden im 62. Lebensjahr gestorben. Karl Esselborn war in Stuttgart geboren. 3m ! Frühjahr 1897 bezog er die Universität Heidelberg, um neuere Philologie und Rechtswissenschaft zu studieren. Im Jahre 1899 kam er zur Fortsetzung seines Studiums nach Gießen, wo er im Jahre 1901 das juristische Fakultätsexamen bestand. Im Juni 1902 promovierte er an der Universität Gießen mit einer Arbeit über „Die Mini- ste^verantwortlichkeit in Hessen" zum Doktor der Rechte. Am 1. März 1905 trat er als Hilfsbibliothekar bei der Hessischen Landesbibliothek zu Darmstadt ein. 1912 wurde er an diesem Institut* zum Bibliothekar ernannt. Im Jahre 1922 erwarb er in Gießen auf Grund einer Arbeit „Der Deutschkatholizismus in Darmstadt" die philosophische Doktorwürde, ein Vierteljahr später erhielt er die Amtsbezeichnung „Professor". Seit 20. August 1935 stand er als Direktor an der Spitze der Hessischen Landesbibliothek. Als Heimatforscher und Heimatgeschichtsschreiber ist Professor Esselborn weit über seinen Wirkungskreis in Darmstadt hinaus bekannt geworden. Seiner Feder sind viele Arbeiten zu verdanken, die für die Heimatgeschichte Hessens eine wertvolle Bereicherung darstellen. Schon frühzeitig kam er durch Den Historischen Verein für Hessen zu der Beschäf- ttgung mit der hessischen Geschichte. Dor allem sind hier die Bücher in Betracht zu ziehen, die er in Der von dem früheren Prälaten D. Dr. Wilhelm Diehl herausgegebenen Sammlung „Hessische Volksbücher" veröffentlicht hat. Vierzehn Bände wertvoller Heimatgeschichte hat er uns auf diesem Wege «gegeben. Ferner hat er in jahrelanger, eifriger jschriftstellerischer Arbeit an vielen hessischen und clußerhessischen Zeitungen und Zeitschriften — darunter auch am „Gießener Anzeiger" und an dessen Beilagen „Gießener Familienblätter" und „Heimat ■m Bild" — mitgearbeitet. Auch in den „Hessischen Biographien", deren Mitherausgeber er war, fanden sich zahlreiche Arbeiten aus seiner Feder. Seine Mitarbeit galt ferner der „Hessischen Hausbücherei" mnb dem „Hessischen Landkalender". Nicht uner- wähnt sei, daß der Historiker und Literarhistoriker Karl Esselborn auch ein feinsinniger Dichter gewesen ist, der in gedankenvoller und formvollendeter Weise Sonette gestaltete. Bis in die jüngste Leit hinein war er als Schriftsteller und Heimat- .geschichtsforscher unermüdlich tätig. Die Lesergemeinde des „Gießener Anzeigers", Der Professor Esselborn durch seine Arbeiten in den „.Gießener Familienblättern" und in der „Heimat im Bild" manche wertvolle Aufschlüsse aus der Ihessischen Geschichte, auch aus der Geschichte bekannter hessischer Perönlichkeiten und Familien ver- rniitteüe, wird dem Verstorbenen, angesichts seiner .großen Verdienste um die hessische Heimatgeschichte Spargeschenkgutschein in festlicher Hülle lichen Glückwünschen und Grüßen des Reich sorgani- sationsleiter Dr. Ley die künstlerische, iu sorgfältiger Handwerksarbeit hergestellte und eingebundene Urkunde. Gleichzeitig forderte er den Handwerksmeister und seine Gefolgschaftsmitglieder auf, die Auszeichnung als Ansporn .für weitere gute Leistungen zu betrachten. Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: „Auf Grund meiner Anordnung über den Leistungskampf der deutschen Betriebe verleihe ich dem Betriebe Karl Euler, Inhaber Albert Euler, Bäckermeister, Gießen, das Leistungsabzeichen „Vorbildlicher Kleinbetrieb". Das Leistungsabzeichen, soll Anerkennung für vorbildliche Arbeit und Ansporn für zukünftige Leistungen sein. Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront. (Unterschrift) Dr. Robert Ley." Die Bäckerei Albert Euler ist der erste Handwerksbetrieb in Stadt und Kreis Gießen, der mit der Urkunde „Vorbildlicher Kleinbetrieb" ausgezeichnet wurde. Bäckermeister Euler sprach in herzlichen Worten den Dank für die Auszeichnung aus und gelobte, auch weiterhin feinen Betrieb vorbildlich zu führen. Giehen-Klein-Linden. Am Samstagoormittag versammelten sich die aus der Volksschule zu entlassenden Kinder mit ihren Eltern und Lehrern im Saale der neuen Schule zur Schulentlassungsfeier. Nach dem Vortrag schöner mehrstimmiger Chöre sprach Lehrer Möller über den gemeinschaftsbildenden Wert, einer Schulentlassungsfeier im nationalsozialistischen Sinne und über die Einreihung der Kinder in die Volksgemeinschaft. In weiteren Lied- und Gedichtvorträgen der Kinder kam die Verbundenheit mit Führer, Volk und Vaterland zum Ausdruck. Durch Handschlag wurden die zur Entlassung kommenden Kinder zur Treue gegenüber Führer und Volk verpflichtet. Sodann wurde den 22 Kindern, die zur Entlassung kommen, ein künstlerisch ausgestattetes Gedenkblatt überreicht. * ♦* Die überflüssige Osterreise. Zu Ostern dieses Jahres können nicht wie in früheren Jahren besondere Züge für den Osterreiseverkehr eingelegt werden, da die Deutsche Reichsbahn zur Zeit vordringliche Sonderausgaben zu erfüllen hat. Die Reichsbahn richtet daher an alle Volksgenossen die dringende Bitte, in diesem Jahre die übliche Osterreise zu unterlassen und in der Osterzeit die Eisenbahn nur bei ganz besonders dringlichen Anlässen zu benutzen. Es besteht die Gefahr, daß Reisen wegen UeberfüUung der Züge oder Absperrung der Bahnsteige auf halbem Wege abgebrochen werden müssen. Fahrpreisermäßigungen auf Festtagsund Sonntagsrückfahrkarten werden bekanntlich nicht mehr gewährt. ** Juftus-von-Liebig-Schule. Unter dem Vorsitz des derzeitigen Direktors als Regierungsvertreter fanden die Reifeprüfungen statt. Sämtliche 34 Prüflinge bestanden die Prüfung. Ohne Prüfung hatten bereits 13 Schüler der achten Waschtisch z.verk.Zuerfr.i.d. Geschästsst. G. A. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den CleßenerAnzelger Klasse das Zeuanis erhalten, da sie als Freiwillig^ in das Heer emgetreten waren. Ebenso erhielten die 9 Schülerinnen der Oberprima, die seit Kriegsausbruch im Hilfsdienst tätig sind, das Reifezeugnis. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 8. bis 14. Marz mit zwei Anzeigen und acht gebührenpflichtigen Verwarnungen gegen Kraftfahrzeugführer, mit sieben Anzeigen und sechs gebührenpflichtigen Verwarnungen gegen sonstige Fahrzeugführer, mit 13 gebührenpflichtigen Verwarnungen gegen Radfahrer und mit drei gebührenpflichtigen Verwarnungen gegen Fußgänger ein. Strafkammer Gießen. Der H. R. in Uellershausen hatte sich wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Er hatte auf zwei von der Bürgermeisterei ausgestellten Pfefferbezug- scheinen zum Schlachten, die Zahlen 125 Gramm und 50 Gramm in 250 Gramm und 150 Gramm umgeändert, und die Scheine bei dem Kaufmann vorlegen lassen, um sich mehr Pfeffer zu verschaffen, als ihm zustand. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von acht Monaten. Der Angeklagte wurde der schweren Urkundenfälschung in zwei Fällen schuldig erkannt, davon in einem Falle in Tateinheit mit einem Vergeben gegen die Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen in Verbindung mit der Verordnung über den Warenverkehr. Er wurde zu einer Gesamtgesäng- nisftrafe von a ch t Monaten und einer Geldstrafe von fünfhundert Reichsmark, Hilfsweise 50 Tage Gefängnis, verurteilt. Straferschwerend wurde die Tatsache berücksichtigt, daß der Angeklagte, nachdem der Kaufmann den ersten Bezugschein als gefälscht zurückwies, sich einen neuen Bezugschein ausstellen ließ und diesen wiederum fälschte, strafmildernd wurde die seitherige Unbe- straftheit des Angeklagten in Betracht gezogen. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten Ochsen 36 bis 45,5 Rps., Kühe 12 bis 43,5, Kälber 15 bis 64, Bullen 43,5 Färsen 37,5 bis 44,5, Schafe 30 bis 42,5 Rpf. je Vt Kilo Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilo Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 und mehr Kilo) 1,09 RM., bl (135 bis 149,5) 1,09, b2 (120 bis 134,5 Kilo) 1,09, c (90 bis 119,5) 1,07, d (80 bis 89,5) 1,01, e bis f (60 bis 79,5) 0,97, gl fette Specksauen 1,09, i Altschneider 1,09, g2 andere Sauen 1,01, h Eber 1,01. Marktverlauf: Regelmäßig, alles zugeteilt. Sranffurfer Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20. März. Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine nahm bei ausreichender Beschickung einen lebhaften Verlaus. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM, und Heimatkunde ein ehrendes Andenken bewahren. Werkpause - Werkskonzert. Gestern um die Mittagsstunde sand in der Gummifabrik Poppe eine Werkpause (veranstaltet durch den Reichsrundfunk in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude") statt, die mit einem Konzert in unterhaltsamster Weise ausgefüllt wurde. Ein Musikkorps der Wehrmacht er- reute mit ausgezeichneter Konzert« und Marschmusik. Die Gefolgschaft sand sich erwartungsvoll und in freudiger Stimmung dazu ein und dankte für die Darbietungen mit herzlichem Beifall. Das Konzert wurde vom Reichssender Frankfurt übernommen und auf mehrere Reichssender übertragen. Der Sprecher des Rundfunks wußte durch manche launige Redewendung die einzelnen Darbietungen des Programms zu verbinden. Als gar ein Walzer gespielt wurde, fand man sich gerne bereit, wenn auch nicht auf Parkett, so doch auf dem Betonboden des Arbeitsraumes einen Tanz zu wagen. Das Kon- zert nahm einen sehr schönen Verlauf. In der Pause und zum Schluß wurden gemeinsam zwei Lieder gesungen. Zu diesem Werkskonzert fanden sich auch die Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und der NSG. .Kraft durch Freude" ein. Vorbildlicher Kleinbetrieb. Die Backstube der Bäckerei Euler am Ludwigs- platz war gestern vormittag Schauplatz einer schlichten Feier. Bäckermeister Albert Euler, der sich mit seinem Betrieb seit Jahren am Leistungskampf der deutschen Betriebe beteiligt und dessen Gehilfen und Lehrlinge regelmäßig mit guten Erfolgen am Reichsberufswettkampf teilnahmen, wurde mit dem Leistungsabzeichen „Vorbildlicher Kleinbetrieb" aus- gezeichnet. Zur Ueberreichung dieser Auszeichnung und der entsprechenden Ehrenurkunde war der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Willi Becker, Frankfurt a.M., nach Gießen gekommen. Zu der schlich- ten Feier fand sich außerdem der stellvertretende Kreisobmann der DAF. Gießen, Reitz, ein. Bäckermeister Euler hieß die Gäste herzlich willkommen. Zur Ehrung waren auch die Gehilfen und der Lchrling des Betriebs in ihrer Berufskleidung angetreten. Gauobmann Becker hielt eine kurze Ansprache, in der er die Bemühungen umriß, die im nationalsozialistischen Reich für die Förderung des deutschen Handwerks unternommen worden sind, er sprach aber auch von den Forderungen, die der Handwerksbetrieb im Wirtschaftsleben der Natton zu erfüllen hat. Er betonte, daß es vor allem gelte, auch den kleinen Handwerksbetrieb ge- , fund zu erhalten, ihn unabhängig von geliehenem Gelde zu machen, ihn leistungs- und damit lebens- : fähig zu sehen. Er gab seiner Freude darüber Aus- • druck, daß sich der Betrieb des Bäckermeisters Euler । bisher stets mit gutem Erfolg am Leistungskampf - der deutschen Betriebe beteiligte und daß die Ge- • Hilfen und Lehrlinge mit Erfolg im Reichsberufs- ! wettkampf standen. Er überreichte dann mit Herz- THE bei W inst* elektrisch T Serbin1 )her M srenzfäll" dir P°I ober aw i die jalichkeit" uni aj s m W eben H des t in kam' d °ls " uni) tlg ■«$1 ie, n*'1 K ftihtK6.?! «s fim* mas v. jj 'S'S # t MODEHAUS Schneberger Gießen, Schulstraße 4 1 dscKuhen 1 ,........ von 8- 9 Uhr Nr. 561- 630 von 9-10 Uhr Nr. 631- 700 — 770 BÜRO-EINRICHTUNGEN Gießen, Bahnhofstraße. 76?P I Donnerstag, den 21. März 1940, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in dem Versteigerungslokal Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: IHorch-Personenwag., IStaub- sauaer, 1 Radioavvar., 1 Schreibmaschine, 1 Schreibtisch, 1 Dw- lomatschreibtisch, 1 Bücherschr., 1 Büfett, 2 Plüschdiwans, eine Kofferschreibmaschine, 2 Bilder, 1 Chaiselongue, 1 Registrierkasse, 1 Küchenbüfett, 1 Vitrine. u2aö LNdll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 331, Telephon 3239. Fast neue VMM mit Hahn zu verkaufen, oioaa Wolfstr. 12 IL Mtllll'M mit W.-Matratze zu verkaufen. Wo,sagtd.Gieß. Anzeiger, loion Bettstelle m.Svrungrahm. Das große Spezialhaus KÖHLER ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider-u. Punktfragen. KÖHLER sorgt auch fürdie laufende Pflege Ihrer Zivil- und Uniform-Bekleidungsstücke! Aendern, Flicken, Modernisieren. Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen. Eigene Maßschneiderei für Anzüge und Uniformen In höchster Vollendung ____________________________648 A St&dt. Schlachthof, Gießen. Kirchliche Anzeigen. EG. = Gottesdienst, KG. = Kinder- sottesdienst, HG. = Hauvtgottes- Lienst, HG.-Abendmahl = Hauvt- igottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gießen. . Gründonnerstag, 21. Marz. Stadtkirche: 20Beichte und heilig. Abendmahl für Matthaus- u. Markus-Gemeinde, Becker. ! Johanneskirche:16,Vorstellungu. Prüfung der Konnrmanden der ! Wehrmachtgemeinde, Ausield. 18 Beichte u. hl. Abendm. f. Luk.- rnnd Jobs.-Gemeinde, Bastian. i KavelleAlterFriedhof:18Beichte für Luthergemeinde, Walther. KavelleWetzlarerWeg: 20 Beichte und heil. Abendmahl für Petrus- gemeinde, Lic. Jost. ____ Karfreitag, 22. Marz. Stadtkirche: 9.30, Schmidt, heü. Abendmahl für Matth.- u. Mark.- Gemeinde,- 11.15 KG. Matthaus- Gemeinde r 17 Becker. Johanneskirche: 9.30 Auvfeld, HI. Abendmahl für Lukas-und Johs.- «Gemeinde; 11.15 KG. Luk-.Gem.; 17Liturgische Abendfeier, Balttan Kapelle Alter Frredhor: 9.30 Walther,hl.Abendm.f.Luthergem. Kavelle Wetzlarer Weg: 9.30 Lic. Jost, heiliges Abendmahl. Gieffen-Klein-Linden: 9.30 G.- Abendmahl für Jungverheiratete »Md männliche Jugend, Drechsler. Gietzen-Wieseck:9.30 G.'Abendm. AutoöleundAutofette Industrieöle für alle Verwendungsxwedte stets sofort ab Lager Klein-Linden lieferbar. Kaufe und hole ab: ALTOLz. vorgeschriebenen Höchstpreis. Richard Sommer Gießen« Klein-Linden Frankfurter Str. 24, Telephon 2276 Amt Gießen 1401D Werbe-Drucksachen bei ßrühl, Gießen ooo DOOlpoonn (Nachdruck verboten!) 13. Fortsetzung sagte sie mit einer ein- aber sparsam damit umgehen! * Gilt auch für Knorr Bra'ensoße — auch sie ist nicht etwa unbeschränkt zu haben. Heuchelheim • Turnhalle Am 24. März 1940 (1. Osterfeiertag) Großes Konzert von geben ihre Vermählung bekannt 20. März 1940 ausgeführt von einem Musikkorps der Luftwaffe z.Z. Zwickau i.Sa., Heinrich-Äraun-Krankenhaus Beginn 19 Uhr. Anschließend: TANZ! 1399A 1403 D Dresdner Bank Gießen, den 19. Marz 1940 1404D S c h i p p e 1 Besch 1388 V Q vorrätig Mioapml Richard Mühlich, Gießen, Dammstraße 22 in größter Auswahl ! Schulartikel Telefon 4314 1336A Stadttheater Der Würfel ist kochfertig, also kein Fett zusetzen I Zum Strecken, Binden und Verbessern anderer o8ie Zeit idt atyoüd jeg&icber Verdcfywendung ffefgt beißt da« Motto: dpardavndte Verwendung! Soßen genügt oft schon ein Teilchen des WürfelsI Nur 3 Minuten durchkochen, damit nichts verkocht! Oie Geburt eines gesunden Zwillingspärchens zeigen in dankbarer Freude an Zanet Holderer, geb. Mac £ean Kurt Holderer Or. med. Dieter Poppert Siegrid Popperi, geb. Hallter Das große moderne Fachgeschäft für feine Parfümerien und Seife, Kosmetik und Schönheitspflege, Toilettenartikel, sanitären Damen bedarf hat reizende flatterte davon. „Bitte, treten Sie ein!" Schreibwaren 1371 D Er sah ihr Gesicht noch immer nicht deutlich; das Licht flutete ihm zu stark entgegen. Aber in der Neigung ihres Kopfes lag ihre stumme Frage, welchem Umstand sie seinen Besuch zu verdanken habe. „Ich mache eine kleine Reise durch Deutschland, Fräulein Naumann ... Ich bin Engländer, was Sie wahrscheinlich bereits am Namen und an meiner Aussprache festgestellt haben werden ..." Renate Naumann gab die Tür frei. Die überflimmerte Linie ihres schönen, zarten Profils verwirrte Parker für einen Augenblick und ließ ihn stocken. Eine merkwürdige Hoffnung, der Kelch dieses fragwürdigen Abenteuers möge durch die Reizlosigkeit der Frau an ihm vorübergehen. z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 01035 a.d.G.A. AUS SAARBRÜCKEN jetzt Gießen, Marktstraße Nr. 28 Fernruf 3795 Siebenundsechzigste ord. Hauptversammlung Hiermit werden die Aktionäre zur siebenundsechzigsten ordentlichen Hauptversammlung, die Freitag, den 12. April 1940, mittags 12 Uhr Im Bankgebäude Dresden, König-Johann-Straße 3 stattfinden wird, eingeladen. T a gesordnungr 1. Vorlegung des Geschäftsberichts und des Jahresabschlusses für 1939 mit dem Bericht des Aufsichtsrates. 2. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns. 3. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates. 4. Wahlen zum Aufsichtsrat 5. Wahl des Abschlußprüfers. Jeder Aktionär ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Um in dieser stimmen oder Anträge stellen zu können, müssen die Aktionäre ihre Aktien gemäß § 19 der Satzung spätestens bis zum 9. April ds. Js. einschließlich bei der Dresdner Bank in Dresden oder Berlin bei der Länderbank Wien Aktiengesellschaft, Wien oder bei einer Niederlassung dieser Institute bis zum Ende der Schalterkassenstunden hinterlegen und bis zur Beendigung der Hauptversammlung dort belassen. Für den Fall einer Hinterlegung bei einem deutschen Notar oder einer Wertpapiersammelbank ist der Hinterlegungsschein am zweiten Tag vor der Hauptversammlung der Dresdner Bank in Dresden einzureichen. Berlin — Dresden, den 20. März 1940. Der Vorstand: ämeiie“ Wirklich selbständige Kontoristin mit allen Büroarbeiten vollständig vertraut- für bald oder später gesucht. Schriftliche Angebote unter 1415A an den Gieß. Anzeiger. Neue Tapeten Ateliers ausgeschrieben und bin auf gut Glück losgezogen ..." „Sie suchen Bilder?" „Nicht ausschließlich. Sagen wir mal: Kunst- gegenstände, soweit sie sich im Koffer mitnehmen lassen — also Kunst bis zum Kilogramm ..." Er lachte. Und Renate stimmte belustigt in seine Heiterkeit ein. „Oh, ich kann Ihnen eine Menge von Adressen geben, wo Sie nicht nur vom Format, sondern auch vom Gehalt der Arbeiten befriedigt sein werden! Und außerdem glaube ich, Ihnen versichern zu können, daß Sie dort wie ein.Cherub empfangen werden. Leute, die freiwillig vier Treppen hoch steigen und außerdem ernsthafte Absichten haben, sind nämlich etwas dünn gesät ... Aber ich fürchte, Sie haben sich bei mir die Mühe des Treppensteigens umsonst gemacht; ich arbeite nämlich Puppen Ein kleines bedauerndes „Leider!" kam hinterher. „Puppen für Kinder?" fragte er, als habe er nicht recht gehört oder als müsse er sich vergewissern, einen ihm nicht ganz geläufigen Ausdruck richtig verstanden zu haben. „Ja ..." Ihre Antwort kam ein wenig zögernd. Auf Parkers Zigarette hatte sich ein langer Aschenstreifen gebildet, der bald herabzufallen drohte; er hielt die linke Hand hohl auf und sah sich suchend um. Renate Naumann eilte zum Fenster, auf dessen Sims ein paar leere Untersätze zwischen üppigen Topfgewächsen standen. Parker war gleichfalls aufgesprungen. Er kam ihr auf halbem Wege entgegen und nahm ihr die flache Keramikschale ab. Für einen Augenblick standen sie ganz nahe beieinander, unter dem schrägen Fenster, über dessen mächtigem Viereck die strahlende Bläue des Himmels leuchtete. Ihre Hände berührten sich. „Puppen ..." Parkers Stimme klang dunkel und erregt, aber er beherrschte sich bereits, ehe er noch Renates unmerkliches Zurückweichen wahrgenommen hatte. „Oh, Sie haben mich vielleicht falsch verstanden! Ich bin kein Sammler — ich will mir und ein paar Freunden, denen ich verpflichtet bin, Geschenke mitnehmen. Jeder schenkt nach seinem Geschmack; meiner wird in London ein wenig gefürchtet. Es ist mir schon einige Male widerfahren, daß ich meine Geschenke in Wohltätigkeitslotterien wiedergefunden habe ... Puppen —? Hm, ich sehe eine neue Möglichkeit, meine Freunde zu erfreuen: indem ich sie vor Peinlichkeiten bewahre und dafür Für.3-Personen- haushalt zuverl. Mädchen oderFrau für halbe Tage gesucht. uuD Ludwigstr. 44 v. Mädchen oder öausiahtmOöel für halbe Tage in kleinen Haushalt (1 Erwachs, und 1 Kind) für 1. Avril o. spät, gesucht. [1416D Beethoven- straße 1 I. | Kaufgesuche | Gebrauchter iBolöcnc Wolh über Ktnafe Roman von horst Biotnath. Beinen. Eine kleine Vitrine mit blanken Scheiben und hübschen Porzellantassen darin vervollständigten die Einrichtung. Parker trat langsam tiefer in den Raum hinein. Es war eine neue Umwelt, in der er sich bewegte, und doch drängten sich alte Erinnerungen an ihn. Es war ihm, als hätte er schon einmal dieses alles gesehen, so oder so ähnlich, in fernen Tagen neben den Gestalten seiner Eltern, des ruhelosen, sprudelnd lebendigen Vaters, der sanften, leisen Mutter ... Immer schattenhafter waren ihre Bilder geworden, je weiter er sich von ihnen entfernte — und weshalb, weshalb standen sie gerade jetzt, in diesem Augenblick, so farbig und deutlich vor seinem Gedächtnis? Renate Naumann deutete auf einen der Stühle. Parker entging ihre Geste. Er stand mit leicht gesenktem Kopf in der Mitte des Ateliers. Es fiel ihm im Augenblick nichts anderes ein, als seine plötzlich aufsteigende Unsicherheit hinter der Vorgabe, daß er die deutsche Sprache nicht völlig geläufig beherrsche, zu verstecken. „Ich bin — nun, wie sagt man doch gleich? — ein — hm — ein Kunstliebhaber, ja." Er lächelte erlöst, als sei ihm das rettende Wort eingefallen. „Bitte, setzen Sie sich doch!" Sie rückte einen der Stühle ein wenig vom Tisch fort und stellte sich abwartend neben den anderen hin. Er folgte ihrer Aufforderung und ließ sich vorsichtig, als traue er der Festigkeit des alten Möbels nicht ganz, in den kardinalroten Stoffbezug sinken. „Ich kann Ihnen leider nichts anbieten, Herr —?" Sie schaute fragend auf. „Parker — Allan Parker!" „--Herr Parker. Ich selbst rauche nicht. Aber wenn Sie das Bedürfnis nach einer Zigarette haben —? Mich stört es nicht." „Wirklich nicht? Darf man--" „Aber, bitte!" Er holte eine englische Schachtel, die er mit viel List durch sämtliche Zollstationen geschmuggelt hatte, aus seiner Tasche, und brannte sich eine der süß und kräftig duftenden Zigaretten an. „Ja", sagte er nach dem ersten, tiefen Zuge, „ich bin noch nicht lange in München und habe leider nicht einen einzigen Bekannten hier, der mir als Cicerone hätte dienen können. So habe ich mir denn das Münchener Adreßbuch vorgenommen, habe mir ein paar Schulbücher Lehranstalten Mtiger Met (Oberkellner) zumsofortigen Eintritt gesucht. Hotel Hopseid Gießen. [unD fieinrich. fiochftättet Obstbäume in allen Arten und Formen Beerenobst,Rosen Ziergehölze, Hecken- fDflanzen, Koniferen- _ , Stauden u. alle anderen Baumschulpflanzen. Markenware. 997d Katalog franko. Lenhauser Baumschulen Möllers & Co., Lenhausen/Sauerl. Tüchtige [01031 zuverlässige WM« f. zwei- bis dreimal die Woche sofort gesucht. Tannenweg 5. Mädchen oder unabhängige Frau für Haus- und Küchenarbeit gesucht 1409D ßahnholgaststätien Gießen. die allen Freude machen. Wenn sie dazu noch nützlich sind, werden sie bei jedem Gebrauch immer wieder an den Geber erinnern.— Viele solcher schönen und praktischen Geschenke sehen Sie bei J.B. Häuser Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 als guter Onkel ihre Kinder beglücke!" Er strahlte Renate an, als erwarte er ein Bravo für seinen gescheiten Einfall. „Und Kinderfeste mit Verlosung machen Sie wohl nicht allzu häufig mit?" fragte sie und lachte ihn an. „Nein — ich bin ein Hagestolz ..." „Merkwürdig!" sagte sie mit einem neuen kleinen Lachen. „Eine Zeitlang sprechen Sie, als wären Sie in Deutschland aufgewachsen, und dann wieder kommt so ein Wort, das unmittelbar aus dem Wörterbuch geklaubt ist: Hagestolz ..." ,Zst es nicht richtig?" „Gewiß; aber es ist ein wenig veraltet — ungefähr so, als ob ich mich im Englisch Shakespeares mit Ihnen unterhielte. Seit etwa dreihundert Jahren ist das gebräuchlichere Wort dafür .Junggeselle'." Parker wiederholte den Ausdruck; er sah lerneifrig aus und machte ein Gesicht, als ob er das neue Wort in seinem Sprachschatz verankere. Er hatte die Empfindung, in den letzten Minuten sei der dünne Faden von Ufer zu Ufer geflogen, mit dessen Hilfe sich eine feste Brücke bauen ließe. Es war besser und schneller gegangen, als er es je gedacht hatte. Dennoch schwankten seine Gefühle zwischen Befriedigung über sein rasches Vorwärts- kornrnen und einer peinigenden Unsicherheit. Das also war nun dieses Fräulein Renate Naumann, über dessen familiengeschichtliche Daten er durch ein Schreiben in seiner Brusttasche so gut unterrichtet war wie sie selbst. Ach, weshalb war sie nicht ein wenig unsympathisch? Weshalb entsprach sie so sehr dem Bilde — oder weshalb hatte ihn bei ihrer ersten Begegnung fast eine Art von Bestürzung ergriffen, weil er in ihr jene Vorstellung verkörpert fand, so und gerade so wie sie hätte er sich eine Schwester gewünscht oder — die Gefährtin? Er spürte wie einen leisen Schmerz das Bedauern, sich ihr nicht vorbehaltlos und frei nähern zu können. Sein Wissen stand dazwischen; und es brannte wie eine gezeichnete Karte unter dem Aermel eines Falschspielers an seiner Haut .., Aber, zum Teufel, war es nicht ein verdammter! Unsinn, so empfindlich zu sein und sich solch mimosenhafte Bedenken zu machen? Wäre er etwa entzückt gewesen, wenn die Erbin von Mister Robert Naumann eine schiefe Hüfte oder einen Kropf gehabt hätte? Na also! (Fortsetzung folgt.) ladenden Handbewegung. Er dankte und überschritt die Schwelle des Ateliers. Der Raum war nicht allzu groß und durch seine Lichtverhältnisse — das schräge Riesenfenster ging nämlich nach Westen — für einen Maler ungeeignet. An den zartgelb getönten Wänden hingen ein paar ungerahmte Oelstudien, etwas wirr und aus Brausejahren stammend, Meister unbekannt, einige Blätter mit begabten Federzeichnungen und zwei gebrannten Tonmasken, in denen man bei gutem Willen Renate Naumann wiedererkennen konnte. Unterhalb des vielfach gestabten Fensters stand, von zwei Zimmer- linden gesäumt, die in geradezu tropischer Mächtigkeit aufgeschossen waren, ein festgearbeiteter Modelliertisch. Auf seiner Mitte war eine im Entstehen begriffene Plastik durch ein übergeschlagenes Leichentuch dem Anblick entzogen; daneben lagen ein paar faustgroße Plastilinkugeln und ein Dutzend Spachtel und Modelliermesser verschiedener Größe. An der rechten Türecke war ein Raum durch einen bunten Cretonnevorhang abgeteilt und an der linken Wand, etwa in der Mitte, standen vor einem schmalen Büchergestell mit Mappenwerken und bunten Einbänden zwei alte Polsterstühle und ein halbhoher Mahagonitisch mit geschweiften dünnen Mittwoch 19.30—22.30 Uhr 24. Mittwoch-Miete Der Graf von Luxemburg Operette von Franz Lehär. Preise: RM. 0.90 bis 3.60. i389d Weiler mit 1412D Führerschein IV gesucht Walltorstr. 5. ww zirka 10 Wochen alt, zu kaufen gesucht. 1410D Haussauer Bruchstratze 26. Kaufe ständig PIANOS FLÜGEL gegen bar 76oD R. SCHÖNAU Bahnhofstr. 76, Fernspr. 3269. Vervieilältigungs- Apparat gebraucht, aber intadellosernZin stände, zu kaufen gesucht. Schrift!. Angebote unter 1400Da.d. Gieß. Anzeiger erbet. Schreibe maschine gebraucht, zu kaufen gesucht. Angebote unter 1406D a.d.G.A. KleineAnzeigen 'M Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. 4—5-Zim.-Woling. mit Bad von älterem, ruhigen Ehepaar per sofort oder später i. Südviertel ges. Schr. Ang. unt. 01034 a.d.G.A. Kleines Eoötoiofal z.mietengesucht. Schrift!. Angeb. mit Preisangabe unt.Postschließ- fach 6, Westlar. (Stellenangebote] Tücht., zuverläss. MsMeiker oder limD Melkerinnen und ein jüngerer Wnssenr für Lieferwagen sofort gesucht. GörJnöertljol Seltersweg 55. | Vermietungen | Sonnige Stimmer Wohnung Nähe Universität mit Küche,Badezimmer, Balkon u. Zubehör zum 1. Mai d. I. zu vermieten. Schr. Anfr. unt. 01037 a.d.G.A. Schöne MmmÄ Neubau, mit Zubehör, Nähe Gießen, zu vermiet. Schr. Ang. unt. 1357Da.d.G.A. Garage zu vermieten, sowie 1407V Wiese zu pachten ges. Huhn, ^RitteMasse. | Mietgesuche 0944