NOÄWeQEH DÄNE \maiü r V S , -^WI GßsgowjgQündee / y 'y^&rttiofForfh -■§!:/ ** Dienstag, 20. Zebruar 1940 190. Zchrgavg Werke Ech-s BllLtelegramm pon der «LUmart" im SöMg-Fjor^ (Scherl»Bildsrdienlt-M^ teroen- erzen'... Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Plahvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. ZlBAS° elt£e0 lark«9 iohoe" au mark" als gefangen abzuführen. Sobald die britischen Gefangenen an Bord gebracht und die Enter- Mannschaft zurückgekehrt war, dampfte die „Cossak" gegen 12.30 Uhr nachts seewärts. Oer britische Entlastungsversuch mißglückt. Neutralitätsbruch steht einwandfrei fest. Basel, 19. Febr. (Europapreß.) Die „Neue Zürcher Zeitung" stellt in einer längeren Darstellung der Ereignisse im Jössing-Fjord fest, daß der Ueberfall der „Cossack" ohne Zweifel eine rücksichtslose Verletzung der Neutralität Norwegens darstelle. Es handele sich um eine Kriegs Handlung innerhalb der neutralen Küsten- ge wässer, also um eine Verletzung der Artikel 1 und 2 der Haager Konvention von 1907. Der be- sondere Charakter der „Altmark" habe die norwegische Negierung in keiner Weise zwingen können, ihr die Durchfahrt zu verweigern. Nach Artikel 10 der Haager Konvention bedeute die bloße Durchfahrt eines solchen Schiffes durch die Küstengewässer keine Beeinträchtigung der Neutralität. Die „Basler Nachrichten" befassen sich mit den englischen Persuchen, die von Norwegen erhobenen Vorwürfe abzuschwächen. Das Blatt erklärt, „die Gegenbeschwerde, die England an Nor- wegen gerichtet hat, hat in Oslo keinen Eindruck gemacht^. In Norwegen, das gegen seinen Willen zum Schauplatz des Ueberfalls geworden sei, hielten Regierung und öffentliche Meinung entschieden daran fest, daß das britische Vorgehen u n b e r e ch • tigt gewesen sei, weil nach dem geltenden Völkerrecht auch ein Kriegsfahrzeug, ja selbst ein Prisenschiff mit Prisenmannschaft an Bord das Recht zu einer kurzen Durchfahrt durch die Territorialgewässer ohne Anlaufen eines Hafens habe. Die in der englischen Note als Entlastungsversuch angeführten Umstände würden daher in Oslo, so heißt es in dem Bericht, als juristisch unerheblich bezeichnet. i Ermäßigte Grundpreise Bäoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Oslo, 19. Febr. (DNB.) Während die ganze Welt mit Abscheu und in einmütiger Empörung das brutale völkerrechtswidrige Vorgehen der britischen Meuchelmörder gegen die Matrosen des deutschen Handelsdampfers „Altmark" anprangert, wurden die Opfer dieses feigen Ueberfnlles am Montagnachmittag m norwegischer Erde zur letzten Ruhe bestattet. Der Beisetzung wohnten der deutsche Gesandte Dr. Bräuer, der Landeskreis- leiter Span aus, die überlebende Besatzung des Schiffes, sowie zahlreiche Vertreter norwegischer Behörden, darunter der Kommandeur des Küstenabschnittes der norwegischen Kriegsmarine bei. Auch die Anteilnahme der norwegischen Bevölker ung war sehr stark. Aus den kleinen Dörfern und von den Berghöfen waren Bauern und Arbeiter herbeigeströmt, um den deutschen See- leuten, die nach langer Fahrt so nahe der Heimat von feiger Mörderhand fielen, die letzte Ehre zu erweisen. Vom Deck der „Altmark", die dicht an der am ist das Eis im Fjord ungefähr zehn Zentimeter stark. Die „Altmark" hatte jedoch keine Schwierigkeiten, die Eisdecke zu durchbrechen und drehte bei der Kaianlage in der inneren Fjordbucht bei. Die breite Fahrrinne, welche die „Altmark" ins Eis gebrochen hatte, zeigte dem englischen Zerstörer den Weg, sodaß er ohne jede Lotsenhilfe direkt zur „Altmark" in den Fjord hineinsteuern tonnte. v Die Bewohner von Jössinghavn wurden durch Schüsse, Lärm und Schreien alarmiert; sie konnten im Hellen Licht der Scheinwerfer das Entern der Engländer auf die „Altmark" und das weitere grauenvolle Drama bis in jede Einzelheit verfolgen. Ein Rettungsboot, das von der „Altmark Oslo, 20. Februar. (DNB. Funkspruch.) lieber das Vorgehen der Engländer bei dem Ueberfall im Jössing-Fjord berichtet „Dagbladet" noch Einzelheiten: Jössinghavn ist ein kleiner Verschiffungshafen einer Titanerzgrube. Da aber in den letzten 14 Tagen keine Verschiffungen stattgefunden haben, vpiel^ * bei J; Durch 3?.n wehr Aw, wncnn, Feierliche Beisetzung der Toien der „Allmark" Starke Anteilnahme der norwegischen Bevölkerung an den Opfern britischen piratentums. Wie die Einwohner von Mnghavn den feigen Rordübkrsall erlebten. Ur. 43 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: 5rantfurt am Main 11686 suchte an Steuerbord längsseits der „Altmark zu gehen. Auch diese Absicht konnte durch ein schnei- diges Manöver der „Altmark" vereitelt werden. Der Zerstörer wurde durch das Schraubenwasser zurückgeworfen, während die „Altmark" auf den Jössing-Fjord zudrehte. Sobald die Gefahr beseitigt war, fuhr die .Altmark" durch die etwa 180 Meter breite Einfahrt in den Fjord hinein. Das Innere des Fjords war mit einer Eisdecke bedeckt, die jedoch nicht stark genug war, um das deutsche Schiff zu behindern. Die beiden kleinen norwegischen Torpedoboote „Skaro und Kjell" folgten der „Altmark" und bheben etwa in der Mitte des Fjordes liegen. Um 20.15 Uhr machte schließlich ein norwegisches Vorpostenboot an der Brücke des inneren Fjordes fest. Unter dem Schutz der Dunkelheit drang sodann um 22.28 Uhr der englische Zerstörer „Cossak" in den Fjord ein. Was nun folgte, spielte stch m einer kleinen Bucht ab, die in einer typrsch norme- mschen Landschaft von hohen Bergen begrenzt ist Aus der Altmark" wurde das in der Dunkelheit erschienene Schiff, das nur in rohen Umrissen un- klar zu erkennen war, als ein n o r w eg l s ch e s a n g e s p r o ch e n , zumal sich aus dem Verhalten der flno'™e(Men Torpedoboot« »rcht- Ungewohn- liehe5 ergab, oo fragte die Altmark das er chienene Schiff an, ob es ein Norweger fei, worauf keine Antwort folgte. Um 22.46 Uhr gab das unbekannte Schift mit AmnnHcheinmerfer unter Benutzung des Inter- national Wbud)«5 an bi« „Wtmarr folgen- hen Morsespruch: „Benötigen Sie einen Schlepper? eine3ototÄr an »«ftort «w.’ MeMltmart" erneuerte 22.50 Uhr chre Anfrage: °^N^aing"d'7„AI-mar!" noch weiter " den Fjord hinech, der etwa IV« Seemeilen lang uni 250 bis heruntergelassen war, wurde von den Engländern beschossen. Die deutschen Seeleute wollten schwimmend und teilweise über das Eis laufend das Land erreichen, während ihnen die Kugeln der Engländer um die Ohren pfiffen. Auf der kurzen Strecke vom Ufer bis zur Landstraße sind deutliche Blutspuren zu sehen. Zerschossen und blutend versuchte einer der Deutschen, kriechend den Weg zu erreichen. Er wurde später in ein Krankenhaus gebracht. Der norwegische Zollbeamte, Odd Chuas, der sich beim Einlaufen der „Altmark" in den Fjord an Bord begab und sich im Gespräch mit einem der deutschen Sch-iftsoffiziere befand, wurde von den Engländern an die Wand g e st e l l t und mit erhobener Schußwaffe befragt, wo sich die gefangenen Engländer befänden. Er versuchte, sich als norwegischer Zollbeamter zu legitimieren, doch schenkten die Engländer ihm keinen Glauben. In einem unbewachten Augenblick ließ er sich an einem Tau an der Schiffsseite herab und flüchtete über das Eis. Die Engländer schossen hinter ihm her. Die Geschosse sausten um seinen Kopf. Nur seiner guten Ortskenntnis hatte er es zu verdanken gehabt, daß er mit dem Leben davonkam. Bei der Schießerei wurde ferner eine Reihe von Häusern von Jössinghavn von Kugeln getroffen. Ein norwegischer M a r i ne so l d a t, der Deckung hinter einem Hause suchte, wurde von dem Scheinwerferlicht erfaßt und erhielt einen Schuß in die Hand. Viele deutsche Matrosen fanden Unterkunft in den Häusern der umliegenden Ortschaften. Sie waren völlig durchnäßt. Die norwegische Bevölkerung nahm sich ihrer hilfreich an. Die „Altmark" liegt noch immer auf Grund. Den Eingang des Fjordes bewachen drei norwegische Kriegsschiffe. 3500 Meter breit ist. Als das unbekannte Schiff um 350 Meter breit ist. Als das unbekannte Schiff um kein Zweifel mehr bestehen, daß es sich um ein gegnerisches Schiff handelte. Die „Altmark" wurde in Längsrichtung gebracht, so daß sie dem Zerstörer das Heck zudredte, um dem Gegner ein Längsseits- fommen zu erschweren. Sobald sich der Zerstörer hinter dem Heck des deutschen Schiffes befand, ging die „Altmark" mit äußerster Kraft zurück, um den Zerstörer zu rammen und auf Strand zu drücken. Die „Cossak" wurde ziemlich hart getroffen, doch gelang es ihr, weil die „Altmark" nicht genügend Fahrt hatte, knapp hinter dem Heck vorbeizukommen. Gelegentlich des Enllanggleilens an der „Altmark" kam von dem Zerstörer ein Enter- kommando an Bord des Schiffes. Was nun geschah, ist eine grausame Untat gegen wehrlose deutsche Seeleute mitten im norwegischen Land, rund eine Seemeile von der Küste entfernt. Das Lnterkommando begann f i n n - tos auf jeden zu schießen, der an Deck sichtbar wurde. Auch der britische Zerstörer beteiligte sich an diesem grausamen Spiel. Von ihm aus wurde u.a. auf den Ersten Offizier geschossen, der auf der Mittschifss Lausbrücke stand. Der Offizier lieh sich jedoch geschickt herabfallen und konnte dem Feuer auf diese Weise mit nur geringfügigen Verletzungen entgehen. Die Lntermannschaft verteilte sich über das ganze Schiff und trieb die Besatzung zu einzelnen Gruppen zusammen. Sechs deutsche Seeleute wurden dabei wie Freiwild abgeschoffen. Ihre Schuhwunden zeigen, aus welcher Nähe dieser Massenmord an wehrlosen deutschen Seeleuten -geschah. Während die Einschüsse klein find, weisen die Ausschüsse Durchmesser bis zu sechs Zentimeler auf. Ihre Wunden, meist sind es Bauchschüsse, klagen die barbarischen Methoden Englands an. Die „Altmark" hatte keine Waffen an D e ck. Der Kapitän hatte bewußt aus jegliche Gegenwehr mit Feuerwaffen verzichtet. Er benutzte ausschließlich das Mittel des Rammstoßes. So ist auch von der „Altmark" kein einziger Schuß gefallen, dagegen hat sowohl der Zer- stärer „Cossak" als auch das Enterkommando das Feuer auf alle sichtbar werdenden Deutschen eröffnet, ganz gleich, ob sie sich im Wasser schwimmend oder über das Eis kriechend retten wollten. Auch ein zu Wasser gebrachtes Rettungsboot der „Altmark" wurde von Backbord des britischen Zerstörers aus mit Gewehrfeuer beschossen. Es wurden auch die Seeleute, die sich bereits an Land gerettet hatten, vom englischen Feuer verfolgt. Diese unmenschliche Roheit setzt der englischen Brutalität die Krone auf. Der einzige englische Verlust bezieht sich auf ein Mitglied des Enterkommandos, das ins Wässer fiel. Ein Offizier des Enterkommandos wurde von einem britischen Geschoß versehentlich schwer getroffen. Ein an Bord befindlicher deutscher Arzt leistete ihm erste Hilfe Der Zufall wollte es, daß der Vierte Offizier der „Altmark" in dem Augenblick, als er in ritterlicher Weife für den verwundeten Engländer Der- bandszeug herbeischaffte, von einer englischen Kugel angeschossen wurde. Die freigelassenen englischen Gefangenen bedankten sich in großer Zahl beim Kapitän, beim Gefangenenoffizier und besonders bei dem Arzt für die gute Behandlung. Dos hinderte aber einige Gefangene nicht, gemeinsam mit Leuten des Enterkommandos die Offiziers- und Mannschaftsräume in übelfter Weise aue^u- plündern, während die Besatzung durch Gewehr- und Pistolenfeuer in Schach gehalten wurde. Gestohlen wurden Kleidungsstücke in großer Zahl, Wäsche, Uhren und silberne wert- gegenstände. Die in den Messen und Kammern hängenden Bilder des Führers wurden entweder zerstochen ober zerrissen. Die (Seeräuber machten einen äußerst nervösen Eindruck. Sie halten es sehr eilig, das deutsche Schiff wieder zu verlassen. Deshalb haben sie auch darauf verzichtet, Besatzungsmitglieder der „Alt- So hausten die englischen Seeräuber. Oer Kapitän ver .Altmark" über den britischen Schurkenstreich im ^öffingfjord Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Universitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 A n B o r d d e r „A l t m a r k" irn Jössmg-Fiord, 19. Febr (DNB.) Der Kapitän der „Altmark" erklärte dem DNB.-Vertreter, die „Altmark habe sich während ihrer ganzen Fahrt längs der norwegischen Küste innerhalb des norwegisch en H o h e i t s g e b i e te s bewegt. Der Abstand der Schiffes von der Küste habe nach den Kursauf- Zeichnungen nie mehr als 1,5 Seemeilen betragen. Als von einem britischen Zerstörer die erste Spreng- gtanate abgegeben wurde, habe sich die „Altrn sogar nur 0,7 Meilen von der nächsten Küste entfernt befunden. • Der englische Uebergriff begann mit dem Erscheinen von drei Fernaufklärern. Um 15.25W am vergangenen Freitag wurden von der „Altmar fünf englische Zerstörer und ein Kreu 3er der ,Aurora"-Klasse gesichtet Um 15.45 Uhr gab der Kreuzer mit Scheinwerfer das. Signal „Steuert West", das zehn Minuten spater mm einem Zerstörer wiederholt wurde. Selbstverstano- lich folgte das deutsche Schiff dieser Aufforderung nicht, weil sie unrechtmäßig unter Verletzung der norwegischen Hoheitsgewassers ersolate. Als um 16.25 Uhr der erste Schuß eines Zerstörers er folgte, befand sich der britische Flottenverband em wandfrei in der norwegischen Aohe'ts- 3 o n e. Das norwegische Torpedoboot „Skaro ging daraufhin an den englischen Zerstörer heran bis er schließlich seewärts abdrehte Em anderer Ze störer versuchte alsdann sich zwischen ^A Küste zu schieben, um das deutsche Schiff aus dem Territorialgewässer abzudrangen. Du ch schicktes Manöver der „Altmark wurde dieser Plan verhindert. Der englische 3^torermu6t V Versuch aufgeben, und die „Altmark ieber alten Kurs parallel zur norwegischen Küste nneoe. auf. Um 16.56 Uhr unternahm der Zerswrer „F n irepiit" einen © n t e r u n g 5 n erf u M n allerlei Seeräuberwerkzeug ausgerüstetes Enterkom Wando stund an Bord des Zerstörers bereit. Er ver- Fjord entlangführenden Derkehrsstraße auf Strand lag, wurden die mit der Reichsflagge bedeckten sechs Särge getragen, während eine Abteilung der norwegischen Kriegsmarine vom Kreuzer „Olav Tryg- vason" die Ehrenbezeugung erwies. Auf drei Lastfrachtwagen, denen ein Zug von 70 bis 80 Kraftwagen mit dem Trauergefolge folgte, wurden die Särge dann nach Sogndal übergeführt. Gedämpft erklang ein Choral. Dann wurden die Särge in ein gemeinsames Grab gesenkt. Nach der Einsegnung durch den Pfarrer der deutschen Gemeinde in Oslo, Schieck, grüßte der deutsche Gesandte Dr. Bräuer und der Kapitän der „Altmark" zum letzten Male die toten deutschen Matrosen, die für Führer und Vaterland unter den Kugeln feiger britischer Piraten gefallen sind. Dann legte der Gesandte den Kranz des Führers am Grabe nieder. Die Anteilnahme der norwegischen Marine brachte Kommandeur W i e g e r s mit einem Kranz mit den norwegischen Nationalfarben zum Ausdruck. „Veste brilische Srabition." Der britische Verteidigungsminister Lord Chats f i e l d hat in einer Rede in Cardiff erklärt, daß das Morden auf hoher See eine typisch deutsche Erfindung sei, von dem man vor dem Erscheinen der deutschen Flotte nur bei Piraten und Freibeutern gehört habe. Es falle England schwer, den Kampf in dem ihm angeborenen Geiste der Ritterlichkeit gegen Deutschland weiterzuführen. Kaum 24 Stunden nach dieser Rede des edlen Lords haben britische Seestreitkräfte auf ausdrückliche Anordnung des Ersten Lords der Admiralität und mit voller Billigung des britischen Kabinetts der Welt ein leuchtendes Beispiel von der ritterlichen Kampfesweise gegeben, die Lord Chatfield als höchste Tugend britischer Seeleute zu preisen die Stirn hatte. Feiger Meuchelmord an wehrlosen deutschen Matrosen und brutale Verletzung der Souveränität eines neutralen Landes, das sind die ritterlichen Methoden britischer Seekriegführung. Mit dem deutschen Volk vereinigt sich die ganze neutrale Welt in Abscheu und Entrüstung über die zynische Handlungsweise der Britem In allen neutralen Ländern empfindet man den Handstreich im Jössing-Fjord als einen tödlichen Schlag gegen das Völkerrecht und als Gipfel britischer Brutalität. Trotzdem haben englische Blätter die Stirn, den Ueberfall britischer Freibeuter als schneidige See» mannstat zu verherrlichen und davon zu sprechen, daß-die Entermannschaft des britischen Zerstörers sich der „besten Traditionen der britischen Flotte würdig erwiesen" habe. Damit haben die Londoner Skribifaxe vollauf recht, freilich in einem etwas anderen Sinne als sie es meinen. Die britische Seekriegsgeschichte ist tatsächlich eine Serie unerhörtester Neutralitätsbrüche. Wir brauchen nur an verschiedene eklatante Vorfälle im Weltkrieg zu erinnern. So wurde am 26. August 1914 der deutsche Hilfskreuzer „Kaiser Wilhelm der Große" in spanischen Hoheitsgewässern vor der Douro-Mün- dung von dem englischen Kreuzer „High Fligher" überfallen. Ein Jahr später wurde der deutsche iJCkerei MUNtz nachni. Mslokal i'vztv. an Mabe im entgegen 'ersteigert .... , 86«D Mel aller ^.Mcher, Füllfeder» Schreib», naschinen, 'ken,lUhr, nellwaage -Vollzieher _^eL 3108 Medenes] vermietet rhaltenes ivier? tl. Angeb. Rv ariden Anz. erbet. ngs-Anzeigen hl. Schulstr.7 Größte Entrüstung in Norwegen. flagranteste Neutralitätsverlehung in diesem Kriege." Oslo, 19. Febr. (DNB.) Hambro, Präsident des Sterling und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, bezeichnete das Vorgehen der britischen Flotte als flagranteste Verletzung des Gebietes eines neutralen Staates, die sich in diesem Krieg ereignete. Er fügte hinzu: „Wir in Norwegen verstehen nicht diese unverschämte und ungestüme Verletzung der Hoheitsrecbte dieses kleinen Staates. Der Augenblick, den man für diesen Gewaltakt gegen Norwegen wählte, ist sehr bemerkenswert. Wir standen kurz davor, ein Handelsabkommen mit England abzuschließen. Es ist völlig selbstverständlich, daß nach dieser anmaßenden Verletzung norwegischen Hoheitsgebietes alle Besprechungen über Handels- und Schiffahrtsfragen zwischen den beiden Ländern nun in ein ganz neues Sta - di um getreten sind. Was die schwersten norwegi- schen Verluste aus See bisher nicht erreichen konnten, nämlich, daß norwegische Seeleute sich weigerten, nach England zu fahren, wird jetzt nach diesem Ueberfall vielleicht eintreten." * Die gesamte norwegische Presse nimmt in erbitterten Leitartikeln gegen die englische Verletzung der norwegischen Hoheltsrechte durch den Ueberfall Im Jössing-Fjord Stellung. „Tidens Tegn" schreibt: „Gerade der ausdrückliche Befehl aus London, der zu diesem Neutralitätsbruch auffor- derte, macht den Rechtsbruch gegen Norwegen schwerwiegend. Die englische Propaganda, die diesen Uebergriff jetzt beschönigen will, stößt in Norwegen auf herzlich wenig Verständnis. Das deutsche Schiff hatte das Recht, norwegische Hoheitsgewässer zu durchfahren, ohne deswegen von Norwegen angebalten zu werden." — „Morgenbladet" schreibt: „Mit seinem brutalen Uebergriff hat England die ideologische Grundlage seiner bisher selbst gewählten Stellung zunichte gemacht. England hat mehr verloren, als es gewonnen hat. Es wirkt sonderbar, daß dieser Uebergriff gegen einen kleinen neutralen Staat in der englischen Presse und im Rundfunk als Heldentat gefeiert wird." — „Aften- posten" stellt fest: „Englands Flotte hat bei dieser Gelegenheit aus der unglaublich zynischen Einstellung heraus gehandelt, daß Norwegen eine kleine Nation ist, deren Neutralität man ungestraft übertreten kann. Wenn der Jössing-Fjord zum Gebiet einer Großmacht gehören würde, so wäre diese .Heldentat' schwerlich zur Ausführung gekommen." In „Morgenposten" heißt es: Die „englische See- schlacht" im Jössing-Fjord ist die aufsehenerregendste, brutalste Verletzung unserer Hoheitsgewässer und ein Angriff auf unsere Neutralität. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, daß dieser englische Angriff in ganz Norwegen einen sehr peinlichen Eindruck hinterlassen hat. Die „Altmark" hatte ebenso wie britische defensiv bewaffnete Schiffe — heute ist dies ja die gesamte britische Handelsflotte — ein Anrecht aus Durchfahrt durch norwegische Hahertsge- wässer. Dazu haben sogar Kriegsschiffe unter gewissen Bedingungen das Recht. Daß sich brittsche Gefangene an Bord beenden, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Das Recht für die Durchfahrt durch neutrale Hoheitsgewässer besteht auch für Prisenschiffe und Gefangene sind als ein Teil einer Pnse zu betrachten. „Arbeideren" schreibt: Die britische Regierung hat die Maske als Beschützer der kleinen Nationen ab- geworfen. Diese Handlung hat die untadelige Kleidung eines englischen Genttemen vom Leibe gerissen, als es sich um die Verteidigung englischen Prestiges und englischer Interessen handelte. Der Fall Jöfsing-Fjord ist mir eine Bestätigung dessen, was seit Beginn des Krieges immer wieder hervorge- hoben wurde: Die größte Gefahr für die Neutrali- töt unseres Landes droht uns heute von England. England und fein Verbündeter Frankreich haben das größte Interesse daran, Norwegen und Schweden in derselben Weise in den Krieg hineinzuziehen, wie sie dies mit Polen und Finnland getan haben. kleine Kreuzer „Dresden", der nach der Schlacht bei den Falkland-Jnseln nach der chilenischen Küste gefahren war, dort bei der Insel Mas a Tierra in der Cumberland-Bucht nur etwa 400 Meter vom Lande entfernt, also innerhalb chilenischer Hoheitsgewässer von den britischer; Kreuzern „Glasgow" und ,Kent" beschossen. Der englische Befehlshaber, der durch einen deutschen Parlamentär darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die „Dresden" in neutralen Gewässern liege, erwiderte, die englischen Schiffe hätten Befehl, die „Dresden" zu vernichten, wo immer sie sie anträfen. Die Neutralitätsfrage müsse zwischen der englischen und der chilenischen Regierung erörtert werden, sie gehe ihn nichts an, er habe lediglich seinem Befehl nachzukommen. In genau der gleichen kaltschnäuzigen Art hat der Kommandant der britischen Seestteitkräfte im Jossing- Fjord gehandelt, wobei die wilde Schießerei auf die wehrlosen im Wasser schwimmenden und sich auf dem Eis in Sicherheit bringenden deutschen Seeleute ein besonderes Beispiel • britischer Ritterlichkeit darstellt. Daß lediglich niedrigste Rachsucht die Engländer zu ihrem brutalen Vorgehen veranlaßt hat, gel)t daraus hervor, daß die Tragödie im Jössing-Fjord mir die letzte Phase einer regelrechten Treibjagd war, die die brittsche Admiralität auf die „Altmark" veranstaltet hat. Der Dampfer „Altmark" ist ein Tankschiff, das sich lange vor Kriegsausbruch im Auslande befand und zu planmäßigen Fahrten im Oelttansport eingesetzt war. Schon daraus ergibt sich, daß es völlig unbewaffnet war und eine rein zivile Besatzung hatte. Bei Ausbruch des Krieges wurde es zur Versorgung des Panzerschiffes „Admiral Graf Spee" mit herangezogen. Ein Teil der Gefangenen, die „Admiral Graf Spee" durch die Aufbringung feindlicher Handelsschiffe gemacht hatte, war auf der „Altmark" untergebracht worden. Nach dem Ende des Panzerschiffes vor der La-Pl ata-Mündung war die „Altmark" auf sich allein gestellt. Mtt großem Geschick hatte sie sich allen Verfolgungen feindlicher Seestreitkräfte entzogen, sämtliche feindlichen Ueberwachunaslinien durchbrochen und schließtch norwegische Hoheitsgewässer erreicht, ohne das es der britischen Admiralität gelungen war, des deutschen Dampfers habhaft zu werden, obwohl man zahlreiche Krieas- schlffe auf die „Altmark" angesetzt hatte. Daher die Wut der Engländer, die auch vor den Grenzen neutraler Hoheitsgewässer Nicht Halt machte. Die verlogene Kampfe sweise britischer Seeleute erkennt man auch an der heuchlerischen Anfrage des englischen Morsespruches: „Benötigen Sie einen Schlepper?" womit der Kommandant des brittschen Zerstörers sich in der Dunkelheit als Norweger zu tarnen suchte, um sich unter der Maske eines Hilfebringenden des deutschen Dampfers zu bemächtigen. Aber das gehört alles zur brittschen Ritterlichkeit, wie sie Lord Chatfield auffaßt. Wenn französische Blätter ihrem britischen Bun- desgenosien Beifall klatschen und ihn dazu beglückwünschen, daß er mit dem Frevel im Jössing-Fjord den Beweis einer „exemplarischen Entschlossenheit" dargelegt habe, der einen „glücklichen Präzedenzfall" schaffe, so wird man für diese Auslassungen in den neutralen Ländern hoffentlich recht hellhörig sein. Ueberall dort, wo man immer noch meinte, daß der britische Handelskrieg der Freiheit und Unabhängigkeit der kleinen Völker diene, wird die neueste britische Untat den Leuten die Augen darüber öffnen, wie es in Wahrheit mit der Freiheit der kleinen Völker bestellt wäre, wenn die Maximen brittschen Freibeutertums ohne Widerspruch blieben. Es ist höchste Zeit, daß die Welt erkennt, was ihr von England droht. L. Englische Flieger beschießen Rettungsboote mit Frauen uni» Kinvern. B e r l i n, 19. Febr. (DNB.) Es liegen jetzt Augen- zsugenberichte darüber vor, daß die Rettungsboote des deutschen Dampfers „Wa- tu s s i", der am 2. Dezember 1939 auf der Höhe des Kap der guten Hoffnung von englischen Bombenflugzeugen angegriffen wurde und sich selbst versenkte, von den britischen Bomben- und Jagdflugzeugen mit Maschinengewehr en beschossen wurden. Die Tatsache, daß sich in den Rettungsbooten auch Frauen und Kinder befanden, macht das Vorgehen der britischen Flieger noch verwerflicher. Der Apfel. Von Richard Gerlach. Wir nehmen ihn meistens einfach hin, wir beißen hinein, daß es kracht: er scheint nur darauf gewartet zu haben, gegessen zu werden, ein reifer Apfel, schön und gut. Aber daß er das Ergebnis vieler Mühen ist, daß der Sturm ihn nicht vorzeitig abgerissen und die Sonne ihn milde beschienen hat, daß der Apfelblütenstecher mit seinem spitzen Rüssel nicht schon die Knospe anbohrte, und daß der Apfelwickler nicht sein Ei auf die halbreife Frucht legte, aus dem ein Räupchen hätte schlüpfen können, das sich dann bis zum Kerngehäuse durchgefressen hätte, das alles ist doch nicht einfach selbstverftänd- lich, sondern ein Glück. Seien wir also ein wenig dankbar für das freundlichste Geschenk unserer Gärten. Bis es zu einem Baum kommt, der Früchte tragen kann, gehen schon Jahre hin; zuvor aber muß der Wildling veredelt werden, und wenn er okuliert oder gepfropft wird, entscheidet es sich erst, von welcher Sorte er fein wird. Da gibt es die balsamisch duftenden Kalvillen und Gravensteiner, die Rosmarinäpfel Oberitaliens, den füßsauren Lütticher Rambur, die Borsdorfer, die Goldparmänen, die aromatischen grauen Renetten, den rheinischen Bohnapfel und den Ontario, und an jedem schmeckt die Zunge etwas anderes. Der Apfel gedeiht weder in einem zu rauhen, noch in einem zu warmen Klima, der hohe Norden muß auf ihn verzichten, und im Süden tritt an feine Stelle schon bald die Orange. Er gehört unseren Breiten an; am lieblichsten rundet er sich in unseren milden und geschützten Landschaften, am Bodensee und am Neckar und überall, wo auch die Rebe wächst. Die Menschen schätzen ihn seit Jahrtausenden, und Paris kam schon in Verlegenheit, welcher der holden Schönen er den Apfel als Preis zuerkennen sollte. Wer den Apfel der germanischen Göttin Iduna aß, blieb immer jung, und auch die griechische Schirmerin der Liebe, Aphrodite, stellt man sicy gern mit einem Apfel vor. Im Mittelalter wurde der Apfel xum Symbol der sündhaften Sinnenlust, jedoch hatte man dessenungeachtet seine Freude an den altertümlichen Sorten, an den Gormaringern und Crevedellern. Wenn die Leiter im Baum steht und Frucht um Frucht gepflückt und in Schürze oder Korb getan wird, liegt über den Obstgärten der Duft der Reife. Die Birnen müssen bald gegessen und die Zwetschen in wenigen Tagen zu Mus gekocht oder eingemacht Erfolgreiche Angriffe auf feindliche Geleitzüge. Britischer Zerstörer versenkt. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen geringe örtliche Artillerietätigkeit. 3n verschiedenen Seegebiäen wurden wiederum vier feindliche Geteitzüge von U-Booten erfolgreich angegriffen. Aus drei Geleitzügen heraus wurden Dampfer und Tankschiffe, aus dem vierten ein Zerstörer versenkt, der zu den Sicherungskräften dieses Geleitzuges gehörte. * Die Engländer haben die im heuttgen deutschen Wehrmachtsbericht gemeldete Versenkung eines brittschen Zerstörers zugegeben. Es handelt sich dabei um den Zerstörer „Darin g", einen Zerstörer der „Defender"-Klasse, der 1932 ferttggestellt wurde. Der Zerstörer war bewaffnet mit vier 12-cm-Ge- schützen und 8 Torpedorohren. Die „Darina" war ein Schwesterschiff des Zerstörers „Ducheß", der im Dezember v. H. — wie die Engländer behaupteten, bei einem „Zusammenstoß" mit einem anderen Schiss — der Flotte verlorenging. Die „Daring" hatte eine Geschwindigkeit von 35,5 Knoten, jedoch wurde diese Geschwindigkeit bei Probefahrten um 2,7 Knoten überboten. Neun Offiziere und 14 8 Mann werden als verloren bettachtet. Ein Offizier und vier Mann wurden gerettet. Oie Nachfolge Moltas. Bafel, 20. Febr. (Europapreß.) Die eidgenössi- schen Räte sind in Bern zusammengetreten. Einer Der wichtigsten Beratungsgegenstände ist die Wahl eines Nachfolgers für den verstorbenen Bundesrat Motta am Donnerstag. Die Wahl ist nun endgültig geklärt, nachdem die Fraktion der Katholisch-Kon- werden, das Fleisch der Aepsel aber ist noch fest; sie halten sich bis in das Frühjahr hinein, und auch wenn sie schrumplig und runzlig geworden sind, schmecken sie noch. Aber am köstlichsten ist es, selbst auf der Leiter zu stehen und in einen Herbstapfel hineinzubeihen, der die Süße vieler Sonnentage in sich gelöst hat, und der auf eine geheimnisvolle Weise das enchält, was uns untrennbar vom Gefühl der einstigen Jugend und der Heimat ist. „Zwei Wetten." Ein Gründgens-Film der Terra. Die zwei Welten, die Gustaf Gründgens in seinem nach einem Drehbuch von Felix Lütz k en- Dorf inszenierten „heiteren Film" konfrontiert hat, sind keine sensationellen Neuentdeckungen, wie überhaupt die Sensation, die Spannung, Der Nervenkitzel nicht Sache dieses Films ist. Die fröhliche Unbeschwertheit lachender Sommertage beschwingt diese Menschen, alte und junge, die ganz unpathetisch und ohne erhobenen Zeigefinger zum Generationenproblem ein heiteres und ganz Der Gegenwart entnommenes Kapitel beisteuern. Kein billiges Karikieren Der alten Welt mit ihren von Den Jungen als vorsintflutlich empfunDenen Anschauungen, Der liebenswürdige Charme von Ida W ü st, die als .Schloßherrin von Altenstrahlow trotz Standesdünkel und überkommenen Vorurteilen doch ihr Herz auf dem rechten Fleck hat, und der behagliche Lebensgenuß ihres Gatten, den Hadrian Maria Netto höchst pläsierlich im vieldeutigen Spiel feiner listigen Augen und großartiger Nonchalance abgibt, sichern diesen beiden Exponenten der älteren Generation unsere volle Sympathie. Wir lächeln, aber entschuldigen, wie es auch die Jungen tun, die ihnen in frischer Ungezwungenheit, ohne je aus dem Rahmen zu fallen, die selbstverständliche Kameradschaft der Jugend in natürlichen Lebensformen, in gemeinsamer Arbeit und gemeinsamem Frohsein vorexerzieren. Für diese Jungen bat Gründgens Kräfte aus dem schauspielerischen Nachwuchs eingesetzt, sie spielen ganz ohne Routine mit einer gewinnenden Unbekümmertheit das, was sie wirklich sind: frische, natürliche Jugend. Max Eckard und Joachim Brenn ecke sind zwei Erntehelfer, die auf dem Gute in Marianne S i m s o n und Antje Weisgerber reizende Gestnnungsgenossinnen finden. Und auch Hansi Wendler, ein etwas arrogantes Großstadtpflänzchen, lernt das Landleben schätzen. Die lustige Sommeraesckichte hat als Schauplatz dis fonnendurchglühten Felber, die grL, servativen sich darauf geeinigt hat, als Nachfolger für den Tessiner Motta wieoerum einen Tessiner in der Person des Regierungsrats E n - rico Celio zu präsentieren. Celio steht im Alter von 51 Jahren und ist bisher mehr in der kantonalen als in der eidgenössischen Politik hervorgetreten. Da die Freisinnigen von vornherein den Anspruch der Katholisch-Konservativen anerkannt haben, ist die Wahl Celios höchstwahrscheinli'b. Schweden hält an seiner Neutralität fest. Eine Erklärung des Königs zur Finnsandfrage. Stockholm, 20. Febr. (DNB.) Der König von Schweden stellte in einer Sondersitzung des Staatsrates fest, daß er vom ersten Augenblick an Finnland mit geteilt habe, daß es nicht mit militärischen Interventionen Schwedens rechnen könne. Schweden müsse in Der gegenwärtigen Sage an Diesem StanDpunkt festhalten. Wenn Schweden jetzt in Finnland eingreifen würde, gehe es Das größte Risiko ein, nicht allein in einen Krieg mit RußlanD, fonDem auch in Den Krieg Der Großmächte hinein- gezogen zu werden. In einer solchen Lage wäre es darüber hinaus wahrscheinlich unmöglich, Finnland den nicht geringen Beistand zu geben, den es jetzt von Schweden erhalte. Nach dieser königlichen Erklärung steht es mehr denn je fest, daß Schweden entschlossen ist, an der bisher eingeschlagenen Neuttalitätspolitik f e st z u - halten. Die Kundgebung des Königs wird ihren Eindruck auf die schwedische Öffentlichkeit nicht verfehlen. Die sozialdemokratische Reichstagsgruppe hat sich in einer Entschließung der Politik der Regierung voll angeschlossen. nen Wiesen, stille Waldseen und das behagliche Herrenhaus eines märkischen Gutshofes, von der Kamera Walter Pindters in schönen Bildern voll Stimmung und Leben eingefangen. Als besonders hübschen Auftakt gab es Den Kulturfilm: „Die Sommerwies e , Der die Wunder der Lebensgemeinschaft von Tieren und Pflanzen, von uns grobsinnigen Menschen sonst kaum beachtet, aufgespürt hat und in ungemein reizvollen Aufnahmen Dr. Georg P r i e m e l s uns schauen läßt. Dr. Fr. W. Lange. „Neuestes, Allerneuestes" vor hundert Jahren. Wenn heute irgendwo in der Welt etwas Aufregendes geschieht, erfahren wir es durch die drahtlose Nachrichtenübermittlung innerhalb weniger Stunden. Als Napoleon am 5. Mai 1821 auf St. Helena starb, kam die Nachricht davon 5 0 Tage später nach London, obwohl man in Erwartung des Ereignisses schon Vorbereitungen getroffen hatte, um die Kunde so rasch wie möglich zu befördern. Die Meldung von seinem Tode stand am 4. Juli in englischen, am 6. Juli in Pariser Blättern, am 12. Juli in der „Mainzer Zeitung", am 13 in der Augsburger „Allgemeinen Zeitung", und erst am 14. Juli in Berlin in der „Dossischen Zeitung". Noch hundert Jahre früher ging es noch viel langsamer. Im Jahre 1717 Dauerte es fast neun Monate, bis Die Nachricht vom Tode des türkischen Sultans von Konstantinopel, nach Deutschland kam. Die „neuesten Nachrichten" machten gemächlich ihren Weg, indem ein Blatt sie von dem anderen übernahm. Nach Halle kam die Meldung vom Tode Friedrichs des Großen erst nach zwei Tagen. „Vorgestern, den 17. August", heißt es in einem Berliner Schreiben an die .Höllische Zeitung" vom 19. August 1786, „beschloß Preußens Monarch, Friedrich Der Einzige, sein großes tatenvolles Leben." Unter solchen Verhältnissen war es schon eine journalistische Leistung, daß Der „Schwäbische Merkur" im Dezember 1825, als ein Kurier den Tvd Kaiser Alexanders und Die russische Palastrevolution meldete, seine Druckerpresse anhielt, um die Nachricht noch in das Blatt hineinzubringen. Daß aber im allgemeinen häufig die Anzeige Der politischen Meldung vorging, zeigt die Geschichte, die aus den Anfängen der ..Kölnischen Zeitung" berichtet wird. Da soll Frau Markus Dumont durchs Klappfenster in Die Druckern gerufen haben: ^Spanien raus» di« Schellfische sind Dal" Q.K. Kleine politische Nachrichten. Ministerialrat Dr. Ziegler vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda über, reichte Dem schwedischen Forscher Sven Hedin bei einem Empfang in dessen Stockholmer Heim als Ehrengabe das erste Blatt des Zentralasien- Atlas. Der mit Hilfe Der Deutschen Forschungs- gemeinschaft in Deutschland hergestellt wird. Er faßt Die geographischen Forschungen von Sven Hedm m Asien zusammen und ist Die erste genaue forte- graphische Wiedergabe Der weiten bisher unerforschten Gebiete von Jnnerasien. * In MaDr iD wurDe Das Deutsche Haus in Anwesenheit des deutschen Botschafters von Stohrer und des Landesgruppenleiters der AO. Der NSDAP., Thomsen, eingeweiht unD eine Gedenktafel mit Den Namen Der Gefallenen Der AO. enthüllt. * Der PräsiDent Der Republik Paraguay, General E st i g a r r i b i a , hat Die autoritäre Regierung ver- fünDet, weil es ihm infolge Des WiDerstanDes Der sich leiDenschaftlich befämpfenDen Parteiführer nicht gelang, Die Ministerkrise beizulegen. Der PräsiDent erklärt in einer Botschaft an Die Nation, Die Maßnahmen seien notwenDig, um Das LanD vor Der Anarchie zu schützen; er stellte balDige Neuwahlen in Aussicht. Die Erfolge des deutschen Seekrieges machen sich jetzt in einem fühlbaren Mangel an geeignetem Frachtraum für Die Weizenverschiffung vom La Plata nach Europa bemerkbar. Die Frachtraten sind erheblich gestiegen und stehen auf 28 USA.«Doüar für die Tonne. Aus aller Welt. Drei Volksschadlinge hingerichtet. Am 19. Februar 1940 ist Der vom Sonder- gericht Königsberg (Preußen) wegen Verbrechens nach Der VerorDnung gegen DolksschäD- linge zum ToDe verurteilte 49jährige Anton R a - falski aus Allenstein hingerichtet roorDen. Ra- falfti ist in seinem Leben schon zweimal als Schad- ling an Der Volksgemeinschaft hervorgetreten. Wäh- renD Des Polenseldzuges hat er ersparten W e h r s o l D , Den ihm DurchfahrenDe Frontsol- Daten gaben. Damit er ihn an ihre Angehörigen schicke, unterschlagen unD verschleuDert. Fer- ner ist am 19. Februar 1940 Der am 20. Oktober 1895 in OberDigisheim, Kreis Belingen (Württemberg) geborene Christian Rein hingerichtet worden, den Das Sondergericht in Königsberg in Preußen als Volksschädling zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt hat. Rein, ein erheblich vorbestrafter Gewohnheitsbetrüger, nutzte während des polnischen Feldzuges Die in Ostpreußen infolge Der Truppenansammlung vorübergehenD eingetretene Warenverknappung dazu aus, um gewissenlos Frontsoldaten zu betrügen und zu bewuchern. Außerdem ist am 19. Februar 1940 Der am 25. Dezember 1916 in Berlin geborene Hans Israel Blumenthal hingerichtet roorDen, Den Das SonDergericht in Königsberg in Preußen am 19. Dezember 1939 wegen Verbrechens nach der Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und Dauerndem Ehrverlust verurteilt hatte. Blumen- thal, ein mehrfach vorbestrafter und wegen weite- rer Straftaten gesuchter Verbrecher, hat durch fort- gesetzte Betrügereien Kriegswohlfahrtseinrichtungen geschädigt. Zwei Kinder beim Rodeln ums Leben gekommen. In Trier rodelten zwei Schüler einen Weg herunter und stießen in voller Fahrt gegen einen Postkraftroagen, der die Straße kreuzte. Die beiden Knaben, acht und zwölf Jahre alt, gerieten unter den Kraftwagen und waren beide sofort tot. Ein dritter Junge, der auf einem angehängten Schlitten saß, erlitt eine Gehirnerschütterung. Das Rodeln auf der Straße, auf Der das Unglück passierte, war wegen der damit verbundenen Gefahren polizeilich verboten. Geschoß aus dem Weltkriege explodiert. In Der Nähe von Triest waren Arbeiter mit Der VerlaDung von Alteisen beschäftigt. Plötzlich explodierte Dabei ein Geschoß aus Dem Weltkriege. Drei Mann rourDen getötet, zwei trugen schwere Verletzungen Davon. „Braud im Ozean". Ein Terra-Film im Lichtspielhaus. Liebe, Oel, GolDrausch, Eifersucht, Kameradschaft, Intrige eines skrupellosen Menscyen und ein riesiger Oelbrand auf Dem Meer, das finD die Pfeiler Dieses Films. Die vielverschlungene HanDlung, bei Der es um eine schöne Frau geht, spielt irgenDroo in WestinDien, entftanDen ist Der Film auf Der kleinen Insel Vilm vor Rügen. Ein riesiger darstellerischer und technischer Apparat wurDe für ihn aufgeboten, um Den Anforderungen Des Manuskripts genügen zu können. Der Spielleiter Günther R i t t a u , der von der Kamera gekommen ist und hier zum ersten Male Regie führt, hat ein Werk geschaffen. Das Die Besucher von Anfang bis EnDe in Spannung hält. In Hans Sähnker (Nick DorlanD) und Ren6 D e 11 g e n (Tom Finberg), den beiden' Tauchern, die aus besten Freunden und guten Kameraden zu Rivalen um die Liebe einer schönen Frau wer- Den, finD zwei Künstler von bestem Format in Den männlichen Hauptrollen tätig. Winnie Markus (Juana), eine künstlerisch vielversprechende, bisher noch unbekannte Nachwuchsdarstellerin aus Wien, spielt Die einzige große weibliche Rolle Dieses Films in ausgezeichneter Weife unD gibt ihrer Juana viele sympathische Züge. Die Rolle Des skrupellosen Intriganten Pedro de Alvarado ist mit Rudolf Fernau vortrefflich besetzt. Von den Darstellern sind weiter als künstlerisch besonders markant Michael Bohnen (McGown) und Alexander Engel (Käpten Gold) hervorzuheben. Die kleineren Rollen weisen durchweg eine zufriedenstellende Besetzung auf. Das Drehbuch schrieben nach einer Idee von Werner P. Z i b a s o Richard Dillinger, Werner E p l i n i u s und Dr. Wolfgang Frank. Die schmissige Musik schrieb Lothar Brüh ne. Mtt der Kamera leistete Ekkehard Kyrath gute Bildarbeit, während C. L. Kirmse unD Wilhelm ! Vorwerg auf der kleinen Insel am Rügenschen Bodden eine naturgetreue Hazienda in tropischer Küstenlandschaft mit allem Zubehör Der Oel- bohrung, einem gesunkenen Schiff mit GoldlaDung usw. aufbauten unD schließlich einen gewaltigen OelbranD auf Den Wogen Des Meeres zustande brachten. Als Auftakt sieht man zahlreiche gute Bilder aus Dem Geschehen unserer Zeit, die einen starken Eindruck hinterlassen- _ Ernst Blumschein« // (Nachdruck verboten!) 19 Fortsetzung. ebenso für der An- In v a l i - Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin die Ruhe- o liche Bezüge erhalten, bann auf Antrag von der B e rs i ch e r u n g s p f l i ch t befreit dieser Berorbnung ausführt, nicht zweckmäßig erscheinen, hier allgemein und traft Gesetzes die Dersicherungsfreiheit eintreten zu lassen. Es ist beshalb bestimmt, daß die in der Privatwirtschaft beschäftigten Personen, er Wartegeld ober ahn» mitbii Rund 8 650 RM brachte unsere Gießener Polizei zusammen ionber. egen 33er. ^olksschad. 'ton Ra. 'den. Ra. ils Schad, ten. Wäh. sparten Frontsol« ^gehörigen deck. Fer. !0. Oktober lWücktem. chtet wor> J in Preu, dauerndem eblich vor- ährend des infolge der ingetretene gewissenlos nd zu be> : 1940 der rene Hans )rben, den reußen am . nach der Tode und . Blumen- !gen weite, urch fort« hlfahcksein- °chen sich ^'gnetem 3 vom Lo ^ien sind ^'Dollar Ann eeU> ♦volk« General run9 Den h?e5 xer nichi A^fident °'e Maß, vor der euwah,^ lhauS. »meradflhaft, md ein y > die Pfe' kl indlung, be> ,lt irgendwo im auf der riesiger bar irde für des W der von dek ersten bas bie innun8 5 \ unb Nene 'n'»ui Karners s« 'S* ö mt W W K rentenbezieher unb neuerdings Personen, bie Ruhegeld aus gestelltenversicherung oder denpension aus der knappschaftlichen Pensionsversicherung erhalten, sofern sie wieder Lohnarbeit — sei es im öffentlichen Dienst oder in der Privarwirtschaft — aufnehmen und von bem ihnen eingeräumten Recht der Befreiung von der Versicherungspflicht Gebrauch machen wollen. Mit dieser Regelung ist jedem einzelnen in der Privatwirtschaft wieder- unb weiterbeschäftigten Ruhe- ober Wartegeldempfänger und jedem im öffentlichen Dienst ober in ber Privatwirtschaft beschäftigten Bezieher von Invalidenrente, von Ruhegeld nach dem Angestelltenversicherungsgesetz ober von Invalidenpension aus ber knappschaftlichen Pensionsversicherung Gelegenheit gegeben, selbst zu entscheiden, ob er den reichsgesetzlichen Versicherungsschutz genießen will. Schlägt er aber den Versicherungsschutz entgegen seinem eigenen unb seiner Familienangehörigen Interesse unberechtigter Weise aus, bann muß er gewärtig sein, baß der Antrag auf Befreiung durch bie Verweigerung ber Ein- verständniserklärung bes Bezirksfürsorgeoerbands abgelehnt wirb. Eine sorgfältige Prüfung ist deshalb bie Voraussetzung für die Antragstellung auf 33er- Der „Tag der deutschen Polizei" hat in Gießen mit einem Ergebnis abgeschlossen, das man als außerordentlich erfreulich bezeichnen muß. Insgesamt gingen aus diesem Anlaß bei unserer Gießener Polizei 8649,96 R M. als Spende für das Kriegs - WchW. ein. Von diesem Gesamtbetrag entfallen auf den Erlös des Verkaufs von 24 050 Plaketten 4810 RM., auf freiwillige Spenden der Gießener Bevölkerung 3082,46 RM., auf die Spende ber hiesigen Polizeibeamten 456,20 RM., auf die Spende der Freiwilligen Feuerwehr 176,30 RM. unb auf bie Spenbe ber Technischen Nvthilfe 125 RM. Das Gesamtergebnis bes biesjährigen „Tages ber beutschen Polizei" in Gießen ist um r un b 3000 RM. höher als im Vorjahre. Bei ber Würbigung bieses Sammelergebnisses ist vor allem bebeutsam, baß von ben Polizeibeamten keine Sammlungen in Betrieben ftattfan- ben unb baß auch bie freiwilligen Spenben aus bem Kreise ber Bevölkerung, bie auf ein Bankkonto eingezahlt würben, ohne jegliche Einwirkung ber Polizei eingingen. Nicht minber bemerkenswert ist bie Tatsache, baß bei bem Verkauf ber Abzeichen kaum ein Käufer anzutreffen war, ber nur ein Abzeichen erworben hätte; fast burchwea würben minbeftens zwei, häufig sogar noch mehr Ab- Zeichen erworben. Ueberall war eine aufjerorbent- lich große ©penbefrembigteit festzustellen, bie dem schon oft bewährten Gemeinsinn unserer Volksge- nossen in Gießen erneut ein ehrenbes Zeugnis aus- stellte. Diese Opferbereitschaft konnten alle Polizei- beamten feftftellen. Der Leiter unserer Gießener Polizeibirektion, Major unb Kornrncmbeur ber Schutzpolizei ch e l l w e g e - E rn b e n , selbst erkannte auf feinem Runbgang mit ber Sammelbüchse, ber ihn am Samstag noch bis zum späten Adenb in eine ganze Reihe von Gaststätten führte, daß alle Volksgenossen gebefreubig unb mit frohem Gesicht ihre Spenbe in feine Sammelbüchse taten unb babei bas Bewußtsein befunbeten, baß auch sie mit ihrer Spenbe bem Kriegs-WchW. gerne helfen wollen. Die gleiche vorbilbliche Tatbereitschaft war aus ben Spenben auf bas Bankkonto ersichtlich, bei bem Einzahlungen von 1 RM. an bis zu 150 RM. in großer Zahl zu verbuchen waren. Nicht nur im Hinblick auf bas ausgezeichnete Enbergebnis ber Sammlung, fonbern auch angesichts ber überall zutage getretenen vorbilb- lichen Gesinnung unserer Gießener Volksgenossen [rfommen. inen Weg rt gegen )ie Straße wölf Jahre inb waren ;e, der aus ine Gehirn- he, aus der damit Der« boten. biert iter mit der itzlich explo- kriege. Drei chwere Ber- sichemngsfreiheit. lieber ben Antrag auf Befreiung entscheidet dasjenige Versicherungsamt, in dessen Bezirk die gu- ltä noige Krankenkasse ihren Sitz hat. Wird der Antrag abgelehnt, so entscheidet auf Beschwerde das Oberversicherungsamt endgültig. das Stück zum letztenmal." „Es war ein historisches Stück", sagte Kybander, „schoß man mit Revolvern?" „3a." Sie sahen sich an. Beider Blicke waren fest und keiner wich aus. Der Kommissar senkte als erster den Blick. Er wollte nichts herausfordern. „Sirü> Sie ein guter Schütze?" „Das denke ich." Ratten Sie den Revolver gestern mit einer bestimmten Absicht zu sich gesteckt?" „Um ihn aus der Garderobe mit nach Hause zu nehmen. Er ist mein Eigentum, unb für bie Buhne, wie gesagt, wurde er nicht mehr gebraucht." „Das meinte ich nicht. Als Sie gestern abend zu Carlottt gingen, hatten Sie da den Revolver mit einem vorgefaßten Plan eingesteckt? Und wissen Sie genau, daß auch gestern nur Platzpatronen darin waren?" „Ich hatte feinen Plan und ich habe nie andere als Platzpatronen in bas Magazin getan." „Nicht eine einzige andere in den Lauf?" „Nein, niemals." „Dann wollten Sie Carlottt nur einen Schreck einjagen?" „ v „Ich war nicht bei Carlottt, ich vergaß, das vorhin zurückzuweisen." Die beiden Männer standen sich gegenüber. Der Schauspieler hielt die Fäuste geballt. Kybander sah ihn prüfend an. Dann sagte er ruhig: „Setzen wir uns lieber. Rauchen Sie eine Zigarette, das wird Ihre Nerven beruhigen." Hegg tat folgsam, wie ihm geraten. Er bot auch dem Kommissar nochmals an, aber Kybander lehnte wieder ab. Er deutete auf die Schachtel. „Gut?" — „Ausgezeichnet", bestätigte Hegg, „ich rauche nur diese Marke." „Sie rauchen viel, nicht wahr?" „Warum fragen Sie das? Ich bin jetzt mißtrauisch geworden." _ v . „Weil drei dieser Zigarettenstummel vor Ludwig Carlottis Tür lagen. Sie haben sich wohl nicht gleich zu ihm hineingetraut? Oder war jemand der ihm und Sie warteten deswegen vor der Tür?" Hegg blies den Rauch zur Decke. Je enger sich das Netz scheinbar um ihn zuzog, um so ruhiger wurde er. „Reden Sie, was Sie wollen", sagte er, I „ich war nicht bei Ludwig Carlottt. Schließlich wird 1 es ja mehr Leute in Berlin geben, die diese Zi° Ihre Fragen darauf abzielen, kann ich es Ihnen schon jetzt sagen." „Woher wissen Sie von dem Mord? „Fräulein Gospik rief mich vor nicht langer Zeit an" Er schluckte etwas hinunter. „Dann ließ ich mir die Mittagszeitung heraufholen. Dort liegt sie. Was darin steht, weih ich. Mehr nicht." Kybander nickte. „Wo wohnt Carlottt? fragte er ,Nettelmannstraße 10", antwortete Hegg, und ihm fiel zu spät ein, daß der Kommissar das wissen mußte und die Frage eine Falle gewesen ar benn die Zeitungen nannten bie Hausnummer nicht. 5u)= bänder fuhr in feiner gelassenen Art fort: „Fräulein Gospik hält Sie für den Täter. Sie sagte mir, Sie hätten gestern gegen Abend Drohungen gegen Carlottt ausgestohen und Sie besäßen einen Revolver." „Das hat Iwanka gesagt? Ja", nickte Kybander; er stand auf. »„Trugen Sie gestern biefen Anzug, Herr Hegg?" fragte er. Es ging bei ihm scheinbar alles burcheinander. Der Schauspieler schüttelte den Kopf. Iwanka hatte ihn verraten. Sein Blut rauschte in den Schlafen wie ein Insektenschwarm. „Den grauen', sagte er als sei Kybander damit vollständig orientiert; und der Kommissar hiett sich denn auch nicht mit weiteren Fragen auf, sondern trat an den Kleiberschrank und öffnete ihn. Der graue Anzug, es war nur einer in dieser Farbe vorhanden, hing gleich ^^Mbander klopfte gegen bie Taschen, dann faßte er zu und holte einen Revolver heraus. Es war ein kleines, schwarzblaues Browningmodell Kaliber 6,35 mm. Der Kommissar schob vorsichtig den Laus zurück, er ließ die Kugel herausfallen. Dann zog er das Magazin heraus. fieaa hatte ihm mit wütendem, aber nicht angst- lichen Gesicht zugesehen. „Platzpatronen , sagte er. „Wozu?" „Für die Bühne. . m v , , „Unb warum tragen Sie die Waffe tn der Tasche eintzs Straßenanzugs?' ^in^peinlicher Zufall, sinden Sie nicht? Kybander sah von dem achselzuckenden Mann weg und betrachtete den Lauf der Pistole. „ES ist kürzlich baraus geschossen worden", jagte er. „Natürlich. Jeden Abend bis vorgestern. Da lief ir n § nflSrW!; n 5M rf "JV1 l, KM äußerte sich Major Hellwege-Emden uns gegenüber in hohem Maße befriedigt über diesen vortrefflichen Verlauf des „Tages ber beutschen Polizei", ber — wie wir gestern bereits hervor- hoben — erneut bie enge Verbunbenheit unserer Bevölkerung mit ber Gießener Polizei unter Beweis stellte. Major Hellwege-Emden hat uns gebeten, auf diesem Wege allen Spendern und allen Helfern bei der Sammlung feinen herzlichsten Dank und seine volle Anerkennung zu übermitteln. Er rühmte bei dieser Dankesäußerung die vorbildliche Opfer» freudiakeit unb den tatfrohen Leistungswillen, die bei allen Spendern und Helfern festzustellen waren. Sein Dank gilt auch dem Oberbürgermeister unb dem Stadtbauamt für die entscheidende Mitwirkung bei der Herrichtung des Schutzraumes im Felsenkeller, der im Verlaufe des Sammeltages von vielen Volksgenossen besucht wurde und allenthalben wohlverdiente Anerkennung wegen der vorbildlichen Ausstattung erhielt. Ebenso herzlich gilt der Dank den Männern und Frauen vom Roten Kreuz, die bei ber Einrichtung der Rettungsstation in der Kirchstraße vortreffliche Arbeit geleistet haben. Nicht minder ist der Dank an die Technische Nothilfe für ihre wirksame Unterstützung und an die Freiwillige Feuerwehr für bie gleiche Bekunbung ihres Tat- willens gerichtet. Die bei dieser Sammlung gezeigten Einrichtungen Ein Wink für die Hausapotheke Es ist für uns heute selbstverständlich, daß der Verbrauch von ausländischen Arzneimitteln nach Möglich- feit eingeschränkt wird. Deshalb gebraucht man jetzt zur Desinfektion und Wundversorgung nicht mehr Jodtinktur, für die der Rohstoff gegen Devisen aus dem Ausland bezogen werden muß, sondern die ausschließlich aus einheimischen Rohstoffen zusammengesetzte Sepso- Tinktur, deren Desinfektionskraft zufolge der übereinstimmenden Untersuchungsergebnisse von batteriolo- gischen Instituten und Kliniken ber Jodtinktur völlig gleichwertig ist. Sepso-Tinttur, die man in allen Apotheken und Drogerien in Flaschen zu fünsundfünfzig Pfennigen und in Tupsröhvchen zu neunundvierzig Pfennigen erhält, ist der Jodtinktur sogar überlegen, da sie keine schädlichen Nebenwirkungen hervorruft, wie sie nach Jodgebrauch häufig in Form von Ausschlägen, Jodschnupsen unb allgemeiner Beeinträchtigung bes Wohlbefindens in Erscheinung treten. Aus der etaM Gießen, oiif mit! .in3lsS'rt3nhn,^eti.a'<1nC" begegnet der Frau überall £!n das sie allein anspricht: „Hilf mit im Deutschen Frauenwerk!" J 1 m So manche Frau schüttelt den Kopf, wenn sie es sieht unb denkt: Dazu habe ich boch keine Zeit, tzaben Sie einen Mann ober einen Sohn im Felb? Wissen Sie mchtz baß es Frauen ber NS.-Frauen- schaft unb Deutsches Frauenwerk finb, bie Ihnen oft braufeen helfen beim Strümpfestopfen, Wäsche- ma\d)en unb Ihnen so manche Bitte erfüllen? Wissen Sie nicht, daß bie Nachbarschaftshilfe bes Deutschen Frauenwerkes sich auch für Sie einfetzt, wenn Sie in Not geraten unb sich keine bezahlte Hilfe leisten können? Unb wißen Sie auch nicht bafe für bie Kinber ber werktätigen Mütter, bie in NSV -Kinber- gärten untergebracht finb, in ben meisten Fällen NS.-Frauenfchaft-Deutfches Frauenwerk bie Betreuung übernehmen? Es hanbelt sich nicht immer nur barum, praktisch SU helfen in irgenbeinem Aufgabengebiet bes Deutschen Frauenwerks. Wißen Sie stets Ihren Küchenzettel auf bie Ernährungslage einzustellen? „Hilf mit im Deutschen Frauenwerk!", ber Ruf soll eine Mahnung fein für jebe beutsche Frau, bie noch außerhalb steht. „Hilf mit!" heißt soviel, wie reiche uns bie Hanb, benn auch bu sollst mit in unserer Kamerabschaft stehen. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Wehrwissenschaftlicher Vortrag ber Universität: 20.15 Uhr in ber Neuen Aula Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß (Berlin), Leiter bes Rassen- politischen Amtes ber NSDAP., über „Die geistigen Fronten im Machtkampf ber Gegenwart". — Stabt- theater: 20 bis 22.30 Uhr „Iugenb". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Zwei Welten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Branb im Ozean". »Die geistigen Fronten im Machtkampf der Gegenwart." Ueber dieses Thema spricht am heutigen Dienstag- abend in der Neuen Aula, im Rahmen der wehr- wissenschaftlichen Vortragsreihe unserer Universität, der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß, Berkin. Man darf auf einen außerordentlich fesselnden und aufschlußreichen Vorttag rechnen, der im geistigen Leben unserer Stadt, aber auch im Hinblick auf unser Ringen gegen die Plutokratien Englands und Frankreichs und die mit ihnen verbundenen Kräfte, ein Ereignis von besonderer Bedeutung werden wird. Der Zutritt zu diesem Vortrag ist für alle Volksgenossen frei. Mittelschulen im Kreis Gießen. In Gießen, Lich, Laubach, Hungen und Grünberg werden mit Beginn des Schuljahres 1940/41 Mittelschulen eingerichtet. Die Anmeldung ber Schüler muß bei ben Leitern ber Volksschulen bis zum 1. März erfolgen. Gießen-Klein-Linden. Der Gesangverein „21 r t o n" Klein- Linden hiett im Vereinslokal ,Lum Strümpfchen" seine Generalversammlung ab. Vor Eintritt in bie Tagesordnung begrüßte der 33erei ns sichrer den Übertreter der Partei, die Sänger und zwei Urlauber. Sodann wurde der Toten der Partei, des Krieges und des Vereins gedacht. Ein Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte, daß dieses für den Verein ein arbeitsreiches war. Außer mehreren 33er- anftaltungen geleitete der Verein verdiente Sänger zur letzten Ruhe. Jedesmal, wenn in Klein-Linden an das deutsche Lied appelliert wurde, tat der Gesangverein „Arion" seine Pflicht. Der Verein nahm an mehreren Jubelfeiern auswärtiger Vereine teil. Den zur Wehrmacht eingezogenen Sängern wurden mehrmals Liebesgabepäckchen geschickt. Dem Rech- ner wurde nach der Rechnungsablage Entlastung erteilt. Vier verdiente Sänger erhielten eine besondere Anerkennung. Den fünf noch lebenden Gründern des Vereins soll am Gründungstage ein Ständchen gebracht werden. Ferner will der Verein ein Ehrenbuch für die an der Front stehenden Sänger und der Weltkriegsteilnehmer fuhren. Um auch ferner in kurzen Abständen der Sänger an der Front gedenken zu können, soll ein besonderer Reservefonds bereit gestellt werden. __ Krankenversicherung und Arbeitslosenhilfe n Verwaltungs-Inspektor K Heß, Städtisches Versicherungsamt Gieße Kybander betrat das kleine wohnlich und sauber gehaltene Zimmer. Der Schauspieler tat bu ent- sprechende einladende Bewegung. „Bitte , sagte er, „fragen Sie also, Herr Kommissar, ich werde ant- WQ^bot Zigaretten an, Kybander warf einen fluch- tiqen Blick auf die Schachtel, dankte dann oper- 92luf dem Flur klappte eine Tür. Zwei Frauenstimmen wisperten. Dann war es manschen ttll- Nur einmal knackte dicht vor der eine Diele. Knbander sagte freundlich: ,Zhren Namen nannte mir ^Fräulein Iwanka Gospik. Sie kennen die junge „Gewiß." Der Schauspieler blinzelte nervös „Sie kennen oder kannten auch Ludwig Carlotti l „Nein. Ich hatte nur seinen Namen gehört. Gelesen" verbesserte ihn Kybander fieaa hielt den Kopf etwas schief, gewissermaßen fÄ unb um besser zu hören DieftrKomm.,, sar wußte recht peinliche Emzelheiten. Darm gab w su- “sroanta wollte mit ben Namen ihr» - Gönners »»heimlichen: aber ich fanb einen Br.es unb empfanden Tarlatti als «ebenbubkr?“ „Wenn Sie es wissen massen. >0. Ich »2?.= JST5 Ä Mann an den Hals zu werfen. „Er^richtetr^thr bie Wohnung ein unb stellte ihr ' Geld zur Verfügung." ... (icfeen „Sie haßten ihn beswegen, benn Sie aktiven Dienstes eine private Versicherung gegen Krankheit abgeschlossen und diese meist nicht auf» gekündigt haben, nicht auch noch des besonderen Schutzes der reichsgesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Da nun — wie eingangs bereits erwähnt — Ruhe- und Wartegeldempfänger auch in großer Zahl in der Privatwirtschaft Verwendung gefunden haben und noch finden werden, war auch dieser Personengruppe die Möglichkeit einer Befreiung von der Kranken- unb A r - deitslosenversicherungspflicht (richttg Reichsstock für Arbeitseinsatz) zu eröffnen. Denn hier besteht vielfach ebenso wie bei den im öffentlichen Dienst wieder- oder weiterbeschäftigten Ruhe- und Wartegeldempfängern kein besonderes Bedürfnis für den Schutz der reichsgesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Die verschiedenartigen Verhältnisse und Bedürfnisse in ber Privatwirtschaft lassen es aber, wie bie amtliche Begründung zu Durch die Verordnung über Aenderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der Arbeitslosenhilfe vom 12. Dezember 1939 hat der Gesetzgeber Bestimmungen erlassen, die insbesondere ben Zweck verfolgen, den gesteigerten Anforderungen des Arbeitseinsatzes Rechnung zu tragen, ferner die Durchführung der Krankenversicherung in der Kriegszeit zu erleichtern und schließlich die Verwaltungsarbeit zu vereinfachen. ■ Die nachstehenden Ausführungen beschränken sich auf bie Wiedergabe beqenigen Aenderungen, die die Versicherungsfreiheit für wieder- und weiterbeschäftigte Ruhe- und 3Bartegelbempfänger, Invalidenrentenbezieher, Bezieher von Ruhegeld aus der Angestelltenversicherung und Bezieher von Invalidenpension aus der knappschaftlichen Pension sv erst cherung enthalten. Der in ben letzten Jahren zu beobachtende Mangel an Arbeitskräften führte dazu, zunächst Ruhe- ftanbsbeamte, sowie Bezieher von Ruhegeldern nach Versetzung in den Ruhestand, bann auch Jnvaliden- rentenbezieher, Bezieher von Ruhegeld aus der Angestelltenversicherung und Bezieher von Invaliden- penfion aus der knappschaftlichen Pensionsversicherung in irgend einer Form in den Arbeitsprozeß wieder einzugliedern, sei es als Angestellte in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben, ober als Angestellte oder Arbeiter in der Privatwirtschaft. Nach dem früheren Recht unterlag die Mehrzahl biefer Beschäftigten vom Tage der erneuten Arbeitsauf- n