Donnerstag, 19. September 1940 (90. Jahrgang Hl 222 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/,Ubr desNormittags Anzergeu-Preise: Anzeigenteil 7 Rvt. le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Reilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschritt «vorherige Vereinbarung) 25'/» mehr Erscheint täglich, auker Sonntags und fteiertaflS Beilagen: Die >Zllusitterle GiekenerZZamilienblätter Heimat rmRild DieSckolle MonatS-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte «. 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschlusr 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168k Tranks. M l a vonnersi Giesjener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen tkmsss?..... M L X- G /< M # ■ . M *> - > Ser Reichsmarschall leitet den Einsatz gegen England gen, den italienischen Vormarsch zum Stehen zu bringen, seien vereitelt, worden. Der Vorstoß sei trog des Sandsturms wirkungsvoll von der Luftwaffe unterstützt worden. Der Feind habe zahlreiches wertvolles Kriegsmaterial in Sidi el Barani zurücklassen müssen. Die aus altrömischer Zeit stammenden zehn sehr ergiebigen Trinkwasserbrunnen seien von den Engländern vor chrem Rückzug mit Dynamit gesprengt und das Wasser durch Salz ungenießbar gemacht worden. und Siedlungen mit Bomben an und beschädigten einige Wohnhäuser. Der Feind verlor gestern 7 Flugzeuge im Luftkampf. 2 durch Flakartillerie. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt. Royal Air Sorte verlor 1354 Maschinen. B e r l i n, 18. Sept. (D31B.) Die in den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht in den letzten Wochen genannten Zahlen beweisen, wie ungeheuer die Berlusle der britischen Luftwaffe sind. 3 m August verlor die Royal Air Force 1354 Maschinen. 3n der ersten Woche des Septembers büßte sie 481 Flugzeuge ein, und in der zweiten Woche dieses Monats wurden 261 englische Maschinen vernichtet. Küstenartillerie feuert auf Geleit,ug. Berlin, 18. Sept. (DRV.) Ein starker britischer Geleitzug, der aus 10 etwa 4—5000 BRT. großen Dampfern bestand, versuchte am Montag, unter Ausnutzung der schlechten Sichtverhältnisse, im Kanal bei regnerischem Wetter nach We sten auszulau- fen. Der Versuch wurde durch die Luftaufklärung erkannt, worauf einer Küstenbatterie Feuererlaubnis erteilt wurde. Innerhalb von 10 Minuten wurden mehrere Dampfer getroffen. Die Luftaufklärung konnte feststellen, daß die bewegungsfähig gebliebenen Dampfer des Geleitzuges sich zurückzogen. Bereits bei früheren Beschießungen englischer Geleitzüge durch weitreichende deutsche Küstenbatterien waren Dampfer versenkt und Treffer auf den übrigen Schiffen erzielt worden. In mehreren Fällen ließ der Gegner von seinem Vorhaben ab. Die fliehenden Schiffe begaben sich in die Häfen von Dover, Deal und Folkestone. 3n Ostafrlka haben unsere Flieger Borna (unterer Sudan) mit Bomben belegt, wobei ein Fort beschädigt und ein Feldlager in Brand gesetzt wurden. Bei einem Lrkundungsflug über Aden hat eines unserer Flugzeuge, das von englischen Jägern angegriffen wurde, ein feindliches Flugzeug schwer getroffen und ist selbst unversehrt zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt. Lin feindliches Flugzeug wurde von unseren Fliegern bei Saba Sai (nordwestlich von Gala- bat) am Boden zerstört. Feindliche Flugangriffe auf Assab, Massaua, Harmil und Asmara haben keinen Schaden angerichtet. Zn Diredaua wurde ein Mann ver- mundet und ein Platz leicht beschädigt. Lin feindliches Flugzeug wurde mit Wahrscheinlichkeit von der Marineflak abgefchossen. Ein feindliches Flugzeug vom Blenheirn-Typ, das nach Malta unterwegs war, landete aus versehen auf bemSlugfjafen pantelleria und wurde Intakt mit der aus zwei Offizieren und einem Unteroffizier bestehenden Besatzung erbeutet. Schiffbrüchige eines englischen Dampfers von 5800 BRT., der von einem unserer U-Boote im Atlantik versenkt wurde, sind in Lissabon aus- geschifft worden. Berlin, 18. Sept. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Bergeltungsflüge gegen London hielten im Laufe des 17. September an und wurden während der Rächt zum 18. September mit st ei- genfer Heftigkeit fortgesetzt. Auf die Destindia-, London- und Biktoria-Docks, auf Wasser- und Gaswerke, auf Bahnhöfe und sonstige kriegswichtige Ziele wurden Bombenallerkaliber geworfen. Reueausgedehn le Brände waren überall die Folge. Weitere Angriffe richteten sich im Laufe des Tages auf den Flughafen Croydon sowie auf Flugplätze und kriegswichtige Ziele an der Südostküste. Liverpool wurde bei Tag und bei Rächt wiederholt angegriffen. Die Flugzeugwerke in Liverpool-Speke erhielten schwere Treffer. Auch der nördlichste große britische Hafen Glas- gow wurde in der Rächt zum 18.September angegriffen. Zur Einnahme von Sidi el Barani an der ägyptischen Küste berichtet die Agenzia Sttfani, daß der Vorstoß und der Kampf um diese Stadt unter den ungünstigsten Witterungsverhältnissen geführt werden mußten. Nach der Ueberwindung von Sollum und bei der Fortsetzung des Vormarsches nach Osten habe der gefürchtete Sandsturm eingesetzt. Selbst die einheimische Bevölkerung vermeide in dieser Jahreszeit wegen Rach Rom. Von unserer Berliner Schrifileiiung. Neben der sehr lebhaften militärischen Tätigkeit der Achsenmächte steht die politisch-diplomatische Aktivität. Sie hat einen gewissen Höhepunkt durch den Besuch des spanischen Innenministers Ramon Serrano S u n e r und des fast gleichzeitig tn Ver- lin eingetroffenen italienischen Afrikaministers. general Teruzzi erreicht. Beide sind vom Führer empfangen worden und hatten in Gesprächen mit den maßgebenden Persönlichkiten Großdeutschlands Gelegenheit, die Uebereinstimmung der Interessen ihrer Länder und die gemeinsame Linie zu bestätigen, die gerade in diesen Kampfzeiten von besonderer Wichtigkeit ist. Am Mittwoch hat sich daraufhin Reichsaußenminister von Ribbentrop zu einem kurzen Besuche nach Rom begeben. Die Wichtigkeit dieses Besuches, der gerade tn dem Augenblick erfolgt, da England in Aegypten von Jta- lien angegriffen wird und die englische Insel mit London unter schwerstem Bombenhagel der deutschen Vergelter liegt, ergibt sich aus der Lage der Dinge, man kann erwarten, daß die beiden Verbündeten wieder einmal die plutokratische Welt mit Tatsachen überraschen werden, die ganz anders aussehen als die Vermutungen und falschen Prophezeiungen, die in einer sehr ahnungslosen Presse des Auslandes breit und phantastisch ausgewalzt zu werden pflegen. • Seit dem 10. Juni, dem Tage des Eintritts Italiens in diese Generalabrechnung mit England, sind die deutschen und die italienischen Erfolge bereits sehr deutlich geworden. Wir halten England unter Ver- qeltungsfeuer und unter dem furchtbaren, den Engländern bisher völlig fremden Druck einer Wirt- chaftsblockade. Italien hat im Mittelmeer die Streitkräfte Albions getrennt und ist jetzt, nach Eroberung von Britisch-Somaliland, zum entscheidenden Wassen- aang gegen die englische Militärposition in Aegypten geschritten. Beides steht in unmittelbarem Zusammenhang; was in der Nordsee geschieht, findet fern Gegenstück im Mittelmeerraume. Beide Aktionen richten sich gegen die zusammenbrechende englische Weltmacht, und sind eine Wirkung des gleichen revoli^ tionären Geistes, der in Berlin und in Rom durch zwei weltgeschichtliche Persönlichkeiten an einem neuen und besseren Europa arbeitet. Der Abessinienkrieg brachte zum erstenmal eine Deutsche Flugzeuge in endlosem Strom gegen England Am Mittwoch sieben Lustalarme in London Rom, 18. Sept. (DRB.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: 3n Rordafrika haben italienische Truppen sowie NbyscheTruppen.die auch bei dieser Aktion ihre hohen Kriegstugenden und ihre absolute Treue zu Italien unter Beweis gestellt haben, in Fortsetzung ihres siegreichen B o r m a r s ch e s das in 100 Kilometer Luftlinie von der alten Lyrenaika-Grenze gelegene Sidi el Barani befehl und den Ausbau der neuen Basis sowie der Etappe in Angriff genommen. Der hartnäckige und von Panzerformationen unterstützte Widerstand des Feindes ist überall gebrochen worden. Unsere Luftwaffe hat mit Bomben- und Maschinengewehraugriffen wiederholt eingegriffen. 5 feindliche Flugzeuge vom Gloucester-Typ wurden brennend abgefchossen. Der Abschuß eines weiteren ist wahrscheinlich. Bier eigene Flugzeuge sind nicht zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Durch nächtliche feindliche Luftangriffe auf Benghasi und Der na wurden im Hafen von Benghasi ein Ponton und ein Torpedoboot versenkt und einige Brände verursacht, deren man je- doch sofort Herr wurde, in Bema wurde ein Dampfer leicht beschädigt. Der Abschuß eines feindlichen Flugzeuges ist wahrscheinlich. Eine von Iagdslugzengen begleitete Sturzkampf, formation (Picchiatelli) hat den Hafen von Micabba auf Malta bombardiert, Brände und beträchtliche Schäden hervorgemfen, foroie mindestens 3 Flugzeuge am Boden zerstört. Die feindlichen Jäger, die sich einem Kampf mit unseren Jagdflugzeugen zu entziehen trachteten, griffen die „Picchiatelli- an, die entschlossen zum Gegenangriff übergingen und 2 feindliche Flugzeuge abschossen. Zwei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Der englische Widerstand an der Aegyplensronl Überall gebrochen. Sidi el Barani von den Italienern besetzt. den. Bomben fielen auch in Piccadilly, in Berkeley Square und Oxfordstreet. Die amerikanische Agentur „United Preß" schreibt: Viele Teile des Westends haben durch die Luftangriffe schwer gelitten. Eine Anzahl weltbekannter Derkaufshäuser, die alle eine internationale Kundschaft haben, haben teilweise oder ganz geschlossen. Diele der bekannten und teuren Läden in Bondstreet, Oxsordstreet, Picca- dilly Circus, Sloan Square usw. haben keine Schaufenster mehr, die Auslagen können von den Kauflrrstigen nicht mehr betrachtet werden. Associated Preß" meldet, daß drei Warenhäuser tn Westlondon getroffen wurden, von denen eines durch Feuer zerstört wurde. Eine große Bombe habe eine U-Bahnstation getroffen. Nach zwei Uhr nachts habe der Angriff schreckliche Ausmaße angenommen. Trotz allerstärksten Flakfeuers feien deutsche Bomber ftänbig über London ge - San Sebastian, 19. Sept. (Europapreß^) Ueber die Kampfhandlungen am Mittwoch gibt selbst der Londoner Nachrichtendienst eine mrschau liche Schilderung. Danach seien die Deutschen tn qrößeren Formationen über England erschirnen. Der Himmel habe einer verkehrsreichen Straße geglichen Es fei ein endloser Strom von Maschinen erschienen, deren Dorbeiflua allem 15 Minuten gedauert habe. Spater seien Angriffe auf die Themsemündung gefolgt wöbet eine ganze Menge Gebäude zerstört worden fet Auch sei man gezwungen gewesen die durch die Oriard (Street laufenden Straßenbahnen umzulegen. Ueber die zerstörende Wirkung der deutschen Bombenangriffe schreibt die englische Agentur „Exchange Telegraph": In der Bondstreet und Park Lane, den berühmtesten Geschäftsstraßen Londons, .kam es zu Gebäudeschäden durch Volltreffer und einigen Bran- flogen, die Bomben feien schneller und schneller gefallen. Eine von ihnen habe das Wasserhauptrohr in der Nähe eines bekannten West- londoner Hotels getroffen und die Insassen des Hotel-Schutzraumes gezwungen, anderswo Zuflucht zu suchen, da der Schutzraum durch die Zerstörung des Rohres unter Wasser gesetzt wurde. Der Londoner Korrespondent des spanischen Blattes „ABE" gibt einen sehr anschaulichen Bericht über die Verhältnisse, unter denen die Bevölkerung der britischen Hauptstadt zu leben gezwungen ist. Er schreibt: „Von persönlichem Komfort kann nicht mehr gesprochen werden. Wir haben schon vergessen, was das ist: ein sauberes weißes Bett. Die Häuser, die Etagen, die Hotels und selbst die Pensionen sind in den noch unberührt gebliebenen Stadtteilen Londons mit Menschen über» ; füllt. Ueberall auf den Treppen, in den Hallen liegen Matratzenkreuzundquer. Die Eva- fuierten schlafen darauf zu jeder Taaes- und Nachtzeit, wenn kein Luftalarm ist. Wer heute nicht vorsichtig durch die Hallen der Londoner Häuser schreitet, der tritt auf Menschen." Wie der spanische Berichterstatter betont, sei das Leben in London nicht mehr als normal zu bezeichnen. In verschiedenen Stadtteilen fehlten Gas und Elektrizität. Besondere Sorge bereite den Londonern jetzt die neue britische Methode der Luftabwehr. Zu der Bombengefahr sei jetzt die der Sprengstücke von den Flakgeschossen getreten. Durch die Flakfeuersperre werde eine solche Menge an Munition verschossen, daß ein regelrechter S p re n stück reg en auf London Herniedersalle, wenn sich die deutschen Flieger näherten. Das spanische Blatt schreibt dazu: „Es ist völlig gleichgültig, ob die Zeitungen sagen, daß die Massenangriffe der deutschen Flugzeuge abgewehrt werden können und daß nur einzelne Maschinen durchkommen; denn ob in Massen oder einzeln: die deutschen Kampfflugzeuge haben viel Eisen und vl^el Flammen gesät und lassen keinen Frieden. Samet in her Wüste. Mailand, 18.September. (Europapreß.) Dn ' Kriegsberichterstatter des „Eorriere della vera tn Aegypten hebt hervor, daß sich, die Kampfe um Sollum und Sidi el Barani i n e i n e r v o l l st a n ° bin flachen und baumlosen W u ft e afa- spielen, wo sich keinerlei Deckung bietet. Die Tri n k- wasserversorgung der Angriffs-Armee bot besonders große Schwierigkeiten und forderte wochenlange umfangreiche Sorbereitungem Benn dieser Krieg wird mit Wasser^ Feuer und Motoren durchgeführt. Mitten m der Wüste wurden nack> den Bohrungen Hydranten errichtet und -wa, f^itungen gelegl um)°- » sur -„U Armee zu beschaffen. Der erste JBorftop st^er Division folgte. Den Schwarzhemd-n ging eine »nmDanie Berfa altert voran, die auch als erste ^in Sollum einzogen. Die Engländer h^tenzur Verteidigung ihrer Stellungen g r p 6 e M in e seid er gelegt die jedoch rechtzeitig entdeckt und gemieden Sn. Der erste Angriff hatte am U Sentember, 6 Uhr morgens, begonnen, und um 10 23 Uhr wurde bereits die Trikolore auf Kommandogebäude pon Sollum gehiht D^e E g- “ESS'"™«"w. “»»Ä *" hinuni'er z^ Ä- Sidi Omar durchfetzt Mfc’&BfKSEs vollständig besetzen konnten. Reichsmarschall Göring auf einem Gefechtsstand in Flandern. - (Scherl-Bilderdienst- sKropp-j M.) Deutsche Lustangriffe aus Liverpool und Glasgow Zn London Docks, Bahnhöfe und Versorgungsbetriebe unter einen? Bombenhagel aller Kaliber. Gayda bezeichnet im „Giornale d'Jtalia" die Besetzung von Sidi el Barani und die Zerstörung der von dort ausgehenden zweiten englischen Verteidigungslinie als den Abschluß der ersten Phase des italienischen Vorstoßes. Nuy sei der Angriff auf das englische Verteidigungssystem m Bevölkerung vermeide m dieser oagresöeu ^cu<-" j Aegypten berei t s h " n de r t Kl l 0 w e t e ^r der bäufiaen Sandstürme jede Betätigung im oor getragen. Jedem Versuch einer englsicyen dreien Tro Kd em sei von den italienischen motori- Offensive zu Lande gegen die Eyrenaika sei der sierten Abteilungen und den faschistischen Milizfor- Weg verlegt und eine mationen der Vormarsch unaufhaltsam fortgesetzt Entwicklung der weiteren italienischen Offensiv worden. Versuche motorisierter englischer Abtellun- geschaffen. Luftangriff gegen die Docks und Hasenanlagen von Titbury. Berlin, 18. Sept. (DRB.) Deutsche Kampfflugzeuge griffen Mittwoch vormittag die Docks und Hafenanlagen von Titbury erfolgreich mit Bomben an. Außerdem trafen mehrere Bomben eine Rangieranlage bei Titbury, wodurch starker Schaden angerichtet wurde. Lin weiterer Angriff richtete sich gegen das Großtanktager von Port B i k t o r i a an der unteren Themse, wo drei große Oetbehätter in Brand geworfen wurden. Lin kleines Tankschiff, das Oet übernahm, wurde gleichfalls durch Bomben getroffen und versenkt. Bei Durchführung dieser Angriffe kam es über der Grafschaft Kent sowie über der unteren Themse zu oet- (Ein britischer 5000-TonnenDampfer wurde bei ^denen kleineren Luftkämpfen, bei denen einem Angriff nördlich von Irland schwer beschädigt. 15 brlf t Jagdflugzeuge abgeschos- Vritifche Flieger griffen in der letzten Rächt in fen wurden. Drei eigene Flugzeuge kehrten nicht Rord- und Westdeutschland wieder Wohnviertel zurück. taikräftige Unterstützung Italiens durch Deutschland und gleichzeitig eine Bloßstellung der plutokratischen Staaten des Genfer Vereins, die unter Englands Führung vergeblich gegen Italien marschierten. Der Bürgerkrieg in Spanien sand Deutsche, Italiener und Nationalspanier als Waffengenossen gegen eine international zusammengewürfelte, von England und Frankreich aus dirigierte Horde. Auch diesen Einsatz verloren die englischen Plutokraten. Die Vorspiele des jetzigen Entscheidungskampfes, die Beseitigung der Schmachbestimmungen des Versailler Vertrages und die Beseitigung der künstlich gezogenen Grenzen gegenüber der Ostmark, sind mit Italiens Unterstützung von Deutschland gewonnen worden, und als der Entscheidungskamps ausbrach, hat Italien dem gemeinsamen Geist und Sinn der Achsenmächte auch äußerlich zunächst durch seine „non belligeranza“, dann durch seine Kriegsbeteiligung an Deutschlands Seite Ausdruck gegeben. Im Wiener Schiedsspruch regelten beide Länder zusammen die bisher unlösbar scheinenden Balkanverhältnisse nach den Prinzipien des Rechtes und der Gerechtigkeit und traten damit einen zur Freude der Briten ständig schwelenden Brandherd endgültig aus. Die so vorbereitete Neuordnung Europas und Afrikas wird durch diese beide« Mächte erfolgen, und daß sie schon weit vorgeschritten ist, das beweist gerade die Häufung der diplomatischen Arbeiten der Achse und die neueste Reise Ribbentrops in die Hauptstadt unseres Verbündeten. E. S. Neue heimtückische Angriffe auf Hamburg. Wohnungen und Arbeitersiedlung betroffen Hamburg, 18. Sept. (DNB.) Nach einigen ruhigen Nächten ist Hamburg in der Nacht zum Mittwoch erneut von britischen Bombenfliegern besucht worden. Erneut haben sie lediglich nichtmilitärische Ziele heim- gesucht und unter der Zivilbevölkerung in ihren Heimstätten ihre Opfer gefunden. Am Justus-Stran- des-Wea ist auch mit den schärfsten Augen kein militärisches Ziel zu entdecken oder auch nur ein industrieller Betrieb zu sehen. 400 Meter entfernt liegt der Ohlsdorfer Friedhof, der vor einer Woche bereits einmal durch britische Heimtücke verwüstet wurde. Ein Teil der Zerstörung bietet sich in dem Häuserblock, den wir betreten. Ein langgestreckter Klinkerbau, der in sieben Häuser aufgeteilt ist, Wohnungen kleiner Hamburger Bürger, kleiner Angestellter usw. Vier der Häuser sind durch die Wucht der Sprengbomben zerstört worden. In Schutt und Trümmern liegen die Wände, Decken und Räume. Hier sind leider sieben verletzte Volksgenossen zu beklagen. Die anderen Bewohner, über hundert an der Zahl, mußten ihre Heimstätten räumen, denn auch die drei leichter beschädigten Häuser sind nicht mehr bewohnbar, da ein Langzeitzünder in einem der Treppenhäuser niedergegangen ist. Don den fünf Sprengbomben ist eine vor einem Hause niedergegangen, es wurde eingedrückt und mit unzähligen Nissen bedeckt, so daß auch dieses Haus mit drei Stockwerken verloren ist. Vier Häuser wurden völlig zerstört, drei beschädigt, Hunderte von deutschen Menschen ihrer Heimstätte beraubt, und nicht weit davon die große Ruhestätte der Toten: das sind die Heldentaten der Royal Air Force! Im Weichbild der Stadt hat der Feind mit Bosheit und Bedacht eine Schrebergartensied- lung angegriffen und bei hellstem Mondschein im Reihenwurf sieben Langzeitzünder-Bomben aus ein Gelände abgeworfen, auf dem Hamburger Arbeiter ihre Blumen, ihr. Obst und Ge- müsse ziehen. Das Schrebergartengelände dieser „Steubensiedlung" ist Gefahrenzone" geworden, die umliegenden Häuser sind geräumt, auch die schmucken Gärten sind verloren. Ueberall ist w in an der Arbeit, zu retten, was zu retten ist, Mauern abzustützen, Schutt aus dem Weg zu räumen. Hamburgs Bevölkerung ist durch Churchills Bubenstreiche nicht eingeschüchtert. Auch Hamm und Krefeld von den Maten der RAF. heimgesucht. Köln, 19. Sept. (DNB. Funkspruch.) In der Nacht zum Mittwoch wurden bei einem Nachtangriff auf Hamm Spreng- und Brandbomben geworfen. Wieder hat die ,Iöniglicke" Luftwaffe bewußt und systematisch auf Wohnviertel ihre Bombenlast abgeworfen. Ein Wohnhaus wurde zerstört, ein anderes schwer beschädigt. Militärische oder sonstige kriegswichtige Ziele wurden nicht getroffen. Empörend war der Angriff an einem Sonntagmittag auf das Dörfchen Wie- s ch e r s h ö f e n bei Hamm, wo die englischen Flieger mit Maschinengewehren in die Einwohner schossen. Hierbei wurde ein Schulkind getötet. Weitere Angriffe der Briten richteten sich auf ein großes Geschäftshaus im Stadtkern von Hamm, auf Wohnsiedlungen in Heesen bei Hamm, wo in einem Hause sieben Personen getötet wurden, darunter die Großmutter, die Mutter und die beiden Kinder einer Familie, auf Bauernhäuser in Berge und Rhynern in der Nähe von Hamm sowie auf Siedlungshäuser in Radbod. Ein weiteres Verbrechen verübten die Nachtpiraten in den späten Abendstunden in Krefeld. Auch hier ließen britische Flieger ihre Bombenlast mitten in ein Wohnviertel fallen, das bei dem hellen Mondlicht deutlich zu erkennen und außerdem durch Leuchtraketen als Ziel ausgemacht war, fallen. Zwei Wohnhäuser wurden zerstört. Allein hier wurden drei Personen getötet, mehrere andere verletzt, zum Teil sehr schwer. Eine andere Bombe krepierte in einer Siedlung. Hier waren zwei Todesopfer zu beklagen, dazu viele Verletzte. Sogar ein kleines alleinstehendes Haus wurde beworfen. Fünf wehrlose Menschen sind also hier das Opfer Churchillschen Verbrechertums geworden. Mit deutschen Kampsflugzeugen nach Schottland hinauf. Bon Kriegsberichter von Oanwitz. DNB...., 18. September. (PK.) Selbst droben am Firth of Clyde ist man vor deutschen Bombenangriffen nicht sicher. Auch nach Schottland hinauf reicht die Schlagkraft der deutschen Luftwaffe. In dieser Nacht hat G l a s g o w , die zweitgrößte Stadt der Insel, etwas von den deutschen Vergeltungsmaßnahmen zu spüren bekommen. Glasgow ist eines der großen Zentten der britischen Schwerindustrie, bekannt vor allem durch feine mächtigen Werftanlagen. Der schlanke Feldwebel am Steuer unserer Dora wird vielen daheim in Deutschland bekannt sein. Mit derselben Meisterschaft, mit der er heute den Steuerknüppel handhabt, ist er jahrelang einer der Großen unseres Rudersports gewesen, vielfacher Meister im Einer. Er hat sich in zahlreichen Einsätzen so ausgezeichnet, daß er bereits das EK. I trägt. Bald nach dem Start dringen wir in eine dunkle Wolkenwand. Regen streift am Fenster vorbei. Die richttge Waschküche umfängt uns. lieber den Wolken steht der Mond, über Schottland wird er unser bester Verbündeter. Da reißt die Wolkendecke auf, und unter uns liegt Glasgow. Dom Mond beleuchtet der dunkle Streifen des River Clyde, die Werften und Fabriken auf beiden Ufern des Flusses. In aller Gemütsruhe kreisen wir über der Stadt. Wie aus der Landkarte präsentiert sie sich, von irgendeiner Abwehr ist zunächst nichts zu merken. In Werftanlagen auf dem Nordufer liegen unsere ersten Treffer. Zehn Minuten dauert es, bis sich endlich ein paar Scheinwerfer besinnen. Nach allen Richtungen hin suchen sie uns, leuchten Wolke für Wolke ab und können nicht verhindern, daß wir neue Ziele ausmachen. Vom Heckstand aus beobachte ich die Treffer. Einwandfrei läßt sich erkennen, wie drunten die Bomben zünden. Auch als alle Bomben gefallen sind, haben wir keine Eile, den Himmel über Glasgow zu verlassen. Kommandant und Flugzeugführer wollen sich selbst noch von dem Erfolg des Angriffes überzeugen und so sieht die ganze Besatzung noch einmal das Bild der vom deutschen Bombenregen getroffenen Stadt. Nicht das geringste Opfer, nicht die kleinste Beschädigung unserer stolzen Vögel hat dieser Nachtflug nach Glasgow gekostet. Abgerissene englische Sperrballone eine Gefahr für Schweden. Stockholm, 19. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die englischen Sperrballone, die vom Sturm in England losgerissen und in steigender Anzahl Schweden überfliegen, wachsen sich zu einer immer größeren Gefahr für Schweden aus. Jetzt wurde bereits die schwedische Luftwaffe eingesetzt, und durch Flakartillerie ist man bemüht, die unerwünschten Eindringlinge herunterzuholen. Die treibenden Sperrballone haben mit ihren langen Schleppseilen außerordentlichen Schaden angerichtet, insbesondere an den schwedischen Ueberlandleitungen. Auch der große schwedische Sender M o t a la wurde heute vormittag so stark durch die englischen Sperrballone beschädigt, daß er feine Sendungen unterbrechen mußte. Die schwedische Heimwehr wurde eingesetzt, um bei der Beseitigung der englischen Sperrballone mitzuwirken. Selbst über Stockholm wurden englische Sperrballone gesichtet. So u. a. in 400 Meter über dem Flugplatz Bromma und Ullrichsdal, dem Schloß des schwedischen Kronprinzen, weitere zwei Ballone in Surberg, weitere zwei in der Nähe des schwedischen Senders Spanga bei Stockholm und drei weitere Ballone in Södertälje. Don zuständiger Stelle wird hervorgehoben, eine wie außerordentliche Gefahr gerade auch für das schwedische Verkehrswesen bei der fortgeschrittenen Elektrifizierung der schwedischen Bahnen, diese englischen Sperrballone mit ihren eisernen Schleppseilen bedeuten. Die Ballone zerreißen mit diesen die Hochspannungen, so auch die für die gesamte Stromversorgung von Göteborg und Malmö. Der Verkehr auf den schwedischen Westküste-Bahnen ruht. Zahlreiche Hochspannungsleitungen der Elekttizitätswerke Trollhättan sind vernichtet. Bei Gudbrandstorp wurde ein Zug mit mehreren hundert Passagieren auf freier Strecke durch die Unterbindung der Stromversorgung festgehalten. Die Passagiere mußten bis in die Nacht hinein warten, ehe man genügend Autobusse zur Verfügung Hatte, um die Fahrgäste abzuholen. Aehn- liche Vorkommnisse werden von der Strecke Göteborg—Stockholm, Karlshammer, Christiansand und Karlskrona gemeldet. In Kopenhagen sind in der Nacht zum Mittwoch die Straßenbahnen auf der Strecke stehenge- blisben, da die Oberleitungen zerrissen wurden. 35 bis 40 englische Sperrballone flogen von Westen her über J u tl and und treiben bei starkem Sturm über die Inseln Fünen und Seeland m verhältnismäßig raschem Tempo. Sie schleppen lange Drahtseile hinter sich her, die Telephonleitungen zerstörten und Gebäudeschäden anrichteten. Die deutsche Luftabwehr hat bisher sieben Sperrballone abgeschossen. Große Schäden werden auch aus Esbjerg Ribe und Barde gemeldet. Außerdem ist das Fernsprechamt von Tisted beträchtlich in Milleidenschaft gezogen worden. irr losgeriffene britische Sperrballons abgefchoffen. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Wie schwierig die Witterungsverhältnisse zur Zeit über dem Kanal und den britischen Inseln sind, geht aus der Tatsache hervor, daß Dienstag 52, Mittwoch 12 0 britische Sperrballons losgerissen wurden und nach dem Festlande trieben. Sie wurden vondeut - scheu Fliegern abgeschossen, damit sie nicht an Hochspannungsleitungen Schaden anrichteten. Starker Rückgang der englischen Kotzlenproduttion. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Nach einer Meldung der holländischen Zeitung „Algemeen Handelsblad" hat die Kommission Ridley, die zur Untersuchung der Möglichkeiten für synthetische Treibstoffgewinnung eingesetzt war, einen außerordentlich starken Deutsche Vergeltung. i * Unser Bild zeigt die Ruinen eines durch deutsche Flieger während der Vergeltungsangriffe auf die britische Metropole in Brand geworfenen Hauses i n dem Lagerhausdistrikt an den Themseufern. (Associctted-Preß-M.) Rückgang der englischen Steinkohlenproduktion, die der Mulangspuntt für die synthetische Benzinerzeugung fern soltte, festgestellt. Die Kommission fügt dieser Feststellung hinzu, daß das Nachlassen der Förderung in erster Linie auf die allgemeine Abnahme der Arbeits» l e i st u n g e n zurückzuführen ist. Ferner deutet die Kommission an, daß auch die Grubenholzfrage eine Rolle dabei spiele. Schließlich werden Streiks und der schlechte Gesundheitszustand der englischen Bergleute als Ursache für den Rückgang der Kohlenproduktion angegeben. — Angesichts der ständigen Angriffe der deutschen Luftwaffe auf England steht der Produktionsrückgang im Kohlenberg, bau keineswegs vereinzelt da. Schon jetzt sind ähnliche und zum Teil noch schärfere Rückgänge auch in anderen Wirtschaftszweigen zu beobachten, über deren Ausmaß jedoch von englischer Seite jede Angabe vermieden wird. Oie Neustruktur Japans. T o k i o , 18. Sept. (DNB.) Der Vorbereitungsaus- schuß für die Durchführung einer Neustruktur Japans hielt unter Vorsitz des Ministerpräsidenten K o n o y e seine letzte Sitzung ab. Der Ausschuß legt alle weiteren Entscheidungen in die Hände des Ministerpräsidenten. Die Bewegung, die alle Teile der Bevölkerung und alle Gebiete des nationalen Lebens umfassen soll, dürfte den Namen „Bewegung zur Förderung der kaiserlichen Politik" erhalten. Konoye erklärte, er glaube, daß die allgemeine Lage Japans in allernächster Zukunft noch ernster werde. Um die nationale Krise zu überwinden, müsse die gesamte Nation wie ein Mann zusammen st e h e n. Admiral Sujetsugbezeichnete als Voraussetzung für das Gelingen der Neustruktur, daß die Regierung mit aller Kraft die Lösung desChinaproblems betreibe und klare außenpolitische Richtlinien zeige. Das japanische Volk werde dann in seiner Gesamtheit das Gelingen der Neustruktur verwirklichen helfen. Oer Berliner Besuch Gerrano Güners Berlin-, 18. September. (DNB.> Der spanische Innenminister Serrano S u n e r stattete dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in dessen Berliner Dienststelle in der Tiergartenstraße einen Besuch ab. Dr. Ley unterrichtete den Minister über den Ausbau der Partei.und der Deutschen Arbeitsfront. Dann nahmen Dr. Ley und seine spanischen Letzter besuch bei Hermann Stehr Don Alsons Hayduk. Es war einer der vielen regnerischen Augusttage diefes Jahres 1940, vor wenigen Wochen also. Tief hingen die Wolken über dem Schreib erhau er Tal, und droben am Kamm brodelten die weißen Nebel. Zur vereinbarten Stunde stand der Besucher vor dem Faberhaus, das jenseits des rauschenden Zacken den Blick zu den blauen, zur Höhe hinaufpilgernden Bergwäldern des Riesengebirges erhebt. Die Hand lag noch auf der Klinke der kleinen Gattertür, da trat der Dichter aus dem Haus, ganz so, wie es seit Jahren immer gewesen, mit bedächtigem Schritt, das weiße Haar vielleicht noch leuchtender als sonst, die Augen im Glanz jener gewinnenden, stillen Heiterkeit, die das Wesen des nun im siebenundsiebzigsten Jahre stehenden Meisters in zunehmendem Maße verklärte. Der Gast freute sich nicht wenig, den Verehrten so frisch und gesund und, wie die ersten Worte ergaben, so lebenszugewandt und aufgeschlossen an- zutteffen, trotz des Leides, das das jahrelange Siechtum und der Tod der Gatttn dem Dichter zugefügt hatten. „Dante, es geht mir gut", sagte Hermann Stehr, „und ich hoffe, auch bald wieder meine Arbeit aufnehmen und die Maechler-Trilogie vollenden zu können. Die letzten Monate waren ja nicht leicht für mich. Und der Krieg nimmt einen auch mir. Man hängt ja mit jeder Fiber am Gesamtschicksal. Da ist alles Persönliche wie weggewischt." Seit Wochen wartet er, daß sein Jüngster auf Urlaub komme. Der Besucher erinnert sich, daß es gerade ein Vierteljahrhundert her ist, seit Stehrs ältester Sohn Willi als Fähnrich an der Loretta- höhe im Weltkrieg gefallen ist. Ungebeugt steigt der Alte die Stufen zum Obergeschoß voran, wo sich sein großer Arbeitsraum befindet. Es hat sich nichts darin verändert. Von den hohen Regalen grüßen die vielen Bücher in alter Vertrautheit, durchs offene Fenster die heimatlichen Bergwälder, deren Atem hereinströmt über die zahlreichen Erinnerungsstücke langsam, aber unentwegt gewachsenen Ruhmes. Dem Kriegsgeschehen gilt, wie könnte es anders sein, die erste Unterhaltung. Hermann Stehr ist voll tiefer Bewunderung für die Waffentaten des erneuerten Deutschland, für den Elan der Jungen, die die Zukunft des Reiches auch im Frieden zu sichern wissen würden, für hie säkulare Erscheinung des Führers, von dem der Dichter meint, daß die Kernpunkte feiner Kraft in der Gewinnung des deutschen Arbeiters und in der Lösung der sozialen Frage lägen, in der Ueberwindung der sprichwörtlichen deutschen Zwietracht. Frau Ursula tritt ein, die einzige Tochter, die monatelang den einsame« Vater betreut, so oft es ihr eigener Haushalt in Frankfurt am Main gestattet. Sie beftätigt, daß hn Eltern hause von früh- auf darauf gehalten wurde, keine Unterschiede zwischen hoch und niedrig, arm und reich zu machen, sondern die vielen Menschen, die bei ihnen aus und ein gingen, nach ihrem Wert, ihrer Leistung beurteilen zu lernen. Wieder allein, verweilt Hermann Stehr bei den geweckten Erinnerungen seiner Kampfjahre, da er sich mit Gott und der Welt herumschlug, um zur inneren Klarheit, zu seinem eigensten Wesen zu gelangen. Ein Lächeln huscht über fein ausdrucksvolles Gesicht: „Ich bin jahrzehntelang ein schwer verdaulicher Brocken gewesen." Wie er nun aus dieser Zeit mit lebhcftter Steigerung in Stimme und Gestik weitererzählt, kann der Gast sich nicht des Bedauerns enthalten, daß kein autobiographisches Buch vorläge, worin all die äußeren Vorgänge und die innere Reife im Zusammenhang aufgezeigt sei. Geht mir mit Erinnerungsliteratur! Der Dichter soll nicht von sich schreiben, sondern fein Erleben gestalten. Das ernpinfche Ich ist belanglos gegenüber dem Letzten, Unaussprechlichen, das wir Seele und Gott nennen. Einiges aus meiner Entwicklung steht übrigens im „Stundenglas", und das um« «te Bekenntnis meiner selbst ist und bleibt eiligenhof", in dem eigentlich alles enthalten ist." Diese Worte überklingen heute alle weitere Zwiesprache im Faberhaus und dann beim frohgestimmten Abendtrunk in der gegenüberliegenden Lukas- mühle zu Oberschreiberhau; denn diese Worte waren das unbewußte Vermächtnis beim letzten Besuch. Klatschen und Zischen. Richard Wagner nennt einmal den lebhaft sich kundgebenden Beifall des Publikums im Theater „das unentbehrliche Element, auf dessen Wogen sich die Ungeheure Aufregung der schöpferischen Selbst- entäußerung getragen fühlen will. Dieses wunderbare Spiel mit sich selbst, bei welchem der Spieler sich gänzlich selbst verliert, ist keine Unterhaltung zum eigenen Vergnügen; es ist ein gegenseitiges Spiel, bei dem euch Zuschauern der Gewinst ganz allein überlassen ist; aber ihr müßt ihn euch aneignen; die erhabene Täuschung, an welche der Mime seine ganze Persönlichkeit setzt, muß euch durch und durch einnehmen, und aus euch muß ihm die eigene, außer sich versetzte Seele antworten, wenn er nicht als lebloser Schatten nun daoonschleichen soll". Vadite et plaudite — Geht und spendet Beifall! lautete darum schon das Schlußwort der antiken Schauspieler am Ende ihres Spiels, und auch die englischen Komödianten wandten sich mit einer derartigen Bitte an ihre Zuschauer. Dabei mußten sie es aber in Kauf nehmen, daß man ihnen auch das Mißfallen bezeigte, was zuweilen in ausgiebigem Maße geschah und schließlich zu Verboten jeglicher Aeußerungen der Zuschauer führte. So verordnete ein Pariser Edikt von 1749, daß alle Zuhörer, und besonders die im Parterre, sich ganz ruhig zu verhalten haben, „nicht zischen und pfeifen, die Akteure nicht unterbrechen und von ihren Oertern nicht weggehen" dürfen. Dieser Auffassung waren auch der Herzog Karl August von Weimar und Goethe. Bei der so unglücklich verlaufenen Erstaufführung von Kleists „Zerbrochenem Krug" ereignete sich ein Vorfall, der in dem Weimarischen Hoftheater noch nie da- gewesen war und der als etwas Unerhörtes bezeichnet werden konnte: jemand begann zu pfeifen. Der Herzog, der seinen Platz auf dem sogenannten bürgerlichen Balkon hatte, beugte sich über die Brüstung und rief: „Wer ist der freche Mensch, der sich untersteht, in Gegenwart meiner Gemahlin zu pfeifen? Husaren, nehmt den Kerl fest!" Das geschah, und der Uebeltäter wurde drei Tage auf der Hauptwache eingesperrt. Goethe, der zwar Riemer vertraulich gestand, wenn es ihm Anstand und Stellung erlaubt, hätte er auch gepfiffen, hielt sonst nicht weniger streng auf ruhiges Betragen der Zuschauer. Gewöhnlich saß er selbst mitten im Parterre auf einem Sessel, sein gewaltiger Blick beherrschte den Kreis um ihn her und hielt die Mißvergnügten im Zaum. Bei der Aufführung von Schlegels „Alarcos" brachte er die durch die unfreiwillige Komik der Tragödie erzeugte Heiterkeit zum Schweigen, indem er mit Donnerstimme rief: „Man lache nicht!" Schließlich untersagte er dem Publikum überhaupt jede Aeußerung des Beifalls oder Mißfallens Auf anderen Bühnen war aber unterdessen der Beifall geradezu gefordert und zu immer leidenschaftlicheren Formen gesteigert worden. Beliebte Schauspieler wie Dobbelin, Christ, Fleck wurden bereits beim ersten Auftreten mit Klatschen begrüßt. Eine vorher in Deutschland ganz unbekannte Begeisterung ergriff die Theaterbesucher bei Brock- manns „Hamlet". Ihm wurde in Norddeutschland zum erstenmal die Ehre eines Hervorrufes zuteil. Dieses Beifallszeichen, das aus Italien stammt, war in Deutschland von dem Ballettmeister No- oerre eingeführt worden, der beim Klatschen mit einer eleganten Verbeugung auf der Bühne erschien. Der erste Schauspieler aber, den das Publikum selbst vor die Rampe rief, war der wüste „Tyrannenspieler" Vergopzomer, als er am 4. Juni 1774 als Weißes Richard III. in Wien debütierte. Von nun an stieg der Grad der Beifallsäußerungen im Theater gewalttg an, von Wien aus, wo sich der große Schröder noch jedem lauten Jubel vornehm entzogen hatte, verbreitete sich die Beifallsraserei über alle deutschen Bühnen. Hatte der so sehr gefeierte Jffland den Hervorruf am Ende eines ganzen Gastspiels als besondere Auszeichnung ausgenommen, so verlangte und erhielt schließlich jeder Schauspieler Hervorrufe nach jedem Akt, ja „bei offener Szene". Lorbeerkränzs wurden überreicht, und seit den Triumphen der „göttlichen" Sonntag kam das Pferdeausspannen dazu. C. K. zum mit den Verbindung Lichtanlage. Ihrer üb-r die Drrb-ss°nms 3t« «w« ÄTÄVwÄ“»”” Even. Sprech-" S>e m'1 J xXXVXWW /// G u Schonen Osram^ LAM PEN Berlin, 18. Sept. (DNB.) Auf Grund des Er- torat noch vom übrigen Reichsgebiet trennt, auch Aushebung der Zollgrenze zwischen dem Protektorat und dem übrigen Reichsgebiet Gesunde, blendend weiße Zähne durch starkwirksame Zahnpflege mit formal wegfällt, so wird dadurch nicht ein neuer Zustand geschaffen, aus dem irgendwelche wirt« schaftlichen Schwierigkeiten entstehen könnten, sondern es wird nur formal das bestätigt, was tat- ging mit seinen 16 Kradschützen in Stellung. Gleich darauf näherte sich ein entwickeltes feindliches Bataillon. Die Belgier wurden von den Kradschützen mit lebhaftem Gewehrfeuer empfangen. Hippler winkte ihnen mit dem Taschentuch. Der Erfolg war überraschend. Das belgische Bataillon ergab sich den 16 Kradschützen und einer allmählich herankommenden Infanteriekompanie. Oberleutnant Hippler sah ein weiteres belgisches Bataillon entwickelt vorgehen. In rasender Fahrt fuhr er, ununterbrochen feuernd, an der Front der Belgier vorbei. Dann machte er kehrt und entwickelte seine Kradschützen gegen Flanke und Rücken des Feindes. Auch dieses Bataillon ergab sich. Mit 16 Mann hat er ohne Verluste durch schneidiges Zupacken 2000 Gefangene gemacht. mentskommandeure ein. ---Hauptscharführer Kepplinger ist beim Angriff eines Bataillons der Waffen-- bei Arnheim mit nur zwei Männern über die gesprengte Jjssel- Brücke geklettert in der Absicht, das mit Maschinengewehren gespickte Westervoort in Besitz zu nehmen. Hier entspann sich zwischen der Besatzung von 90 Mann und den eingedrungenen drei Deutschen ein heftiger Nahkampf. Es gelang Kepplinger, einen Teil des Westervoort nach dem anderen zur Ueber- gabe zu zwingen. Berlin, 18. Sept (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, General- feldmarfchall von Brauchitfch, das Ritterkreuz zum Eisernen kreuz an folgende Angehörige des Heeres und der Waffen-^ verliehen: ^-Sturmbannführer Witt, Hauptmann Löwe, ^-Obersturmführer Vogt, Oberleutnant h i p p l e r, Oberleutnant Bethke, ^-hauptscharführer kepplinger. Gesunderhaltung der deutschen Jugend. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Der Reichsjugendführer hat es bereits im Juni d. I. in die Verantwortung der luftgefährdeten Gebiete gestellt, den Dienst der HF. so zu gestalten, daß ausreichende Nachtruhe gesichert ist. Der Reichsjugendführer hat nunmehr für die in den Warnzonen liegenden Gebiete (Oberbanne) angeordnet, daß derDienstum20Uhrbeendet sein muß. Er hat weiterhin bestimmt, daß eine Dienstzus ammenfassung an den Sonntagvormittagen in der Zeit von 8 bis 11 Uhr erfolgt. Das Ritterkreuz sürhervorragendeTruppensührer des Heeres und der Waffen---. 4Qpr die große Tube die kleine Tube 25M sächlich schon vorhanden ist. In der verhältnismäßig kurzen Zeit seit dem 15. März 1939 hat sich Böhmen und Mähren mit voller Natürlichkeit und beinahe Selbstverständlichkeit zu einem Teil der größeren deutschen Wirtschaft entwickelt, der aus ihr nicht mehr wegzudenken ist. Die Zukunft wird zeigen, welcher Segen für die Entwicklung der Wirtschaft, besonders aber auch für die Entwicklung des Lebensstandards des Volkes in der Großräumigkeit liegt. In rationeller Arbeitsteilung erlaubt sie es jedem ungehindert durch Engen des Marktes feine Fähigkeiten auf die Erzeugnisse zu konzentrieren, die jedem Werk am meisten liegen. Man wird aber auch erkennen können, welche Stoßkraft nach außen im Export und Import eine so zusammengeballte und geeinte Wirtschaft hat. Böhmen und Mähren können im Rahmen der großdeutschen Wirtschaft der zukünftigen Entwicklung mit vollstem 'Vertrauen entgegenfehen. Dank ihrer begünstigten Lage im Osten und Südoften werden die alten Reichslande bungsverfahren. bestimmt sein, in der neuen wirtschaftlichen Entwick- * luna Europas eine bedeutende und bevor -'gte Rolle Wenn nun die innere Zoll-Linie, die das Prote-k- zu spielen. Aus aller Welt. Lin bewährter Ingenleur-Offizler gestorben. Im Alter von 96 Jahren verstarb in Wiesbaden Generalleutnant a. D. Johannes Krebs. Als ältestes Kind von 17 Geschwistern war er in Jüterbog geboren. Seine militärische Laufbahn begann er in Torgau. Als Inspekteur der Festungsinspektion Metz hat er die großen Neubefestigungen in Metz begonnen. Als Anerkennung für feine Leistungen wurde er 1901 zum Präsidenten des Ingenieur-Komitees in Berlin berufen. Orkan in Kanada. Seit 24 Stunden tobt an der kanadischen Südostküste ein Orkan. Häuser, sind einaestürzt, Fernsprechverbindungen vernichtet und viele Verkehrswege zerstört worden. Wo es noch möglich war, retteten sich die Schiffe in Häfen und ruhigere Buchten. Mehrere Städte, darunter St. John, bieten ein Bild schwerster Verwüstung. Ohm Krüger und wir. Ein Aufsatz von Emil Zannings über das Schicksal des Burenprösidenten Oberleutnant Bethke hat bet Belliecourt und Vendhuille allein mit einigen Leuten in schwerem MG.- und Gewehrfeuer die Brückenübörgänge so lange verteidigt, bis Verstärkung herankam. Er selbst erledigte mehrere feindliche Panzerkampf- wagen und ermöglichte dadurch der Marschgruppe das rasche Vorwärtskommen. Beim Angriff auf Cassel verließ er, trotz schwerstem feindlichen Abwehrfeuer aller Kaliber, seinen Panzerkampfwagen und fetzte seine Kompanie erneut zum Angriff an, um in die stark ausgebaute Feindstellung einzubre- chen. Bei Houtergue vernichtete er mit seiner Kompanie fünf feindliche Panzer, vier Karden-Lloyd- Tankette, zwei Pak und brachte 700 Gefangene, darunter einen Brigadekommandeur und zwei Regi- aber in den Kabinetten speiste man ihn mit unverbindlichen Redensarten ab, wenn er in seherischer Weise davon sprach, daß Dynastien und Staaten an England einstmals sterben würden. In Deutschland, Frankreich, Holland, Belgien und selbst in Rußland ahnte der kleine Mann auf der Straße, daß mit diesem alten würdigen Bauernpräfidenten zum erstenmal ein starker Gegner Englands aufgetreten war. Zwar besaß er keine militärische oder wirtschaftliche Macht, aber er war der erste, der unbestechlich und unbeirrt das Lebensrecht seiner kleinen Nation vertrat. Eine Welle der Empörung überflutete ganz Europa, als man hörte, welche Mittel England anzuwenden wagte, um den Widerstand dieses kleinen Heldenvolkes zu brechen. Es waren dieselben Mittel, die heute gegen das deutsche Volk angewandt werden sollen. In unseren eigenen erlebnisreichen Tagen, in denen die europäische Welt eine neue Ordnung be- kommt, ist jede Lebensäußerung der deutschen Nation auf das eine große Ziel der Abrechnung mit England gerichtet. Auch der Schauspieler steht hier ---Sturmbannführer Witt, im Polenfeldzug als einer der Ersten mit dem EK.1 ausgezeichnet, ist Kommandeur eines Bataillons der Waffen-77. Am Abend des 27. Mai wurde sein auf dem rechten Flügel eines Regiments der Waffen--- eingesetztes Bataillon aus der Richtung Estaires von 20 englischen schweren Panzern, denen die Infanterie folgte, angegriffen. Mindestens zehn feindlichen Panzern gelang es, in die Stellungen des Bataillons, das in diesem Augenblick noch keine Panzerabwehr zur Hand hatte, einzubrechen. Das Bataillon wehrte sich so energisch, daß es den Engländern nicht gelang, die Stellung zu durchstoßen. Neun feindliche Panzer blieben bewegungsunfähig vor der Front des Bataillons liegen. ---Sturmbannführer Witt hat feiner Truppe, die aus Wassergraben, Hecken, Erdlöchern und Kellern den Kampf gegen die felnd- lichen Panzer führte, ein hohes Beispiel der Furcht- losiFkeit und des Willens zum Durchhalten gegeben. Hauptmann Löwe brachte mit seiner verstärkten Kompanie und einer Schützenkompanie am 17. Mm nach heftigem Straßenkampf in Ongny die für den weiteren Vormarsch der Simfion wichtigen Fluh- und Kanalbrücken über die Oise nach kürzester Zett unversehrt in deutsche Hund Am folgenden Tage war er an der Gefangennahme des Stabes der 9. kranzösischen Armee in L- Latelet beteiligt. Am 20 5 wurde durch das Eingreisen seiner Kompanie der Wen durch das stark verteidigte Doullenz erzwungen. Am 27. Mai bahnte er als Barhutiuhrer einer kampsgruppe den Weg durch chondeghem und Sylvestre, um am 28. an der Spitze I-m-r Kompanie nach Vernichtung mehrerer Bunker und E lischer Panzerkampfwagen m die Daladier-Linie ""AobAArmführer Sogt sollte mit -m-m Stoßtrupp von zwei Panzerspähwagen, drei Kradschutzen- gruppen und einem Pak die Maas-Waal-Kanal- brücke von Heerbosch nehmen. Unter dem Feuerschutz der Pak und einiger MG. stürmte Vogt die Drücke Durch Aufrollen der Bunker ermöglichte er feinem Stoßtrupp und einer MGK. das Huruber- kommen. Weber 200 Gefangene wurden gemacht und "Waffen erbeutet. Arn 23. Mm klar e Vog mit einem Spähtrupp in Richtung A" ""f. Bei Nanzimhem erkannte er em französisches Jnfan teriebataiüon tm Rückzug auf die Lys. Durch schnei- diaes Zupacken gelang es Vogt, das einzige noch kampffähige französische Bataillon im Dwiswns- abschnitt vor dem Erreichen der Lys zu vernichten. Am 13 Mai setzte Oberleutnant Hippler bei Behringen mit zwei kleinen Schlauchbooten über den L'^anal, fuhr, ohne weiter-Tests abzuwarten Gäste in dem „Kraft durch Freude"->Großvariet6 Plaza an einer Vorstellung für Arbeiter und Soldaten teil. Serrano Suner befichttgte als Gast des Reichsführers -- und Chef der deutschen Polizei im Kasernengelände der Leibstandarte -- Adolf Hitler Einheiten der -- und der Polizei. Dann fand ein Besuch im Reichskriminalpolizeiamt statt, bei dem der Chef der Sicherhetts- oolizei und des Sicherheitsdienstes ---Gruppenführer Heidrich die Gäste mit den verschiedenen Arbeitsgebieten dieses Amtes vertraut machte. Den Abschluß bildete ein Empfang des Reichsführers -- im Haus der Flieger, zu dem auch Reichsminister Dr. Frick, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, die Staatssekretäre von Weizsäcker und Bohle u. a. erschienen waren. Europäische Meffebilanz. Mit der Schließung der Kölner Herbstmesse am 17. September haben die diesjährigen großen Messeoeranstaltungen im deutschen Wirt- schaftsraum einen höchst befriedigenden Abschluß gefunden. Ueberall, in Königsberg, Leipzig, Wien, Prag und Köln hqt sich die Kraft der deutschen Wirtschaft dokumentiert, und in geschäftlicher Hinsicht sind bemerkenswerte Abschlüsse zustandegekommen. Während in England sofort bei Kriegsbeginn alle Messen abgesagt wurden und m Frankreich lediglich in diesem Frühjahr die Messe Lyon abgehalten wurde, hat Deutschland sämtliche Messeoeranstaltungen durchgeführt und eine sehr große Anzahl ausländischer Einkäufer ange- zogen. r Aber nicht nur die Messen im Reich, sondern auch die Veranstaltungen in den neutralen Ländern, besonders im Südosten weisen eine erfreuliche Bilanz auf. Dies gilt sowohl für die Donaumesse in Prehburg, für die 21 gramer Herb st - m e f fe , für die jugoslawische Messe in Belgrad wie für die holländische Messe in Utrecht. Weitere Veranstaltungen dieser Art in Südosteuropa, die sich in den nächsten Wochen noch abwickeln werden, können eine ebenso günstige Beurteilung beanspruchen. Die Westmächte sind von dem Balkan vollständig verschwunden, während sich die deutschitalienische Beteiligung überall gesteigert hat; neu erschienen ist auf den verschiedensten Messen die Sowjetunion. Als eine Neuheit auf den verschiedensten Messen treten in den letzten Jahren die Lehrschauen immer mehr in den Vordergrund. Hierdurch erhöht sich der Besucherkreis, ohne daß die Geschäftsleute, die Einkäufe tätigen wollen, sich deshalb von dem Besuch der Messe abhalten lassen. Das Entscheidende ist aber, daß die Lehrschauen aufklärend und werbend sich vornehmlich an den wirtschaftlich Interessierten wenden. Denn es steht fest, daß es in erster Linie Aufgabe der Messe sein muß, geschäftliche Verbindung herzustellen und die Exportkraft der Jndusttien der großen nationalen und internationalen Handelswelt auf zu- Wenn Köln neben seiner Anziehungskraft auf die Niederlande, Belgien und Nvrdstankreich in fachlicher Hinsicht besonderen Wert auf die Mö- belmefse legt, so verdient die Leistung dieser Industrie ganz besonders gewürdigt zu werden, die : auch auf der Gemeinschaftsschau in Preßburg zu sehen war. In der Tat war die deutsche Möhel- schau in der Donaustadt ein Blickpunkt für alle Be- nicht beiseite, denn in solchen Zeiten gibt es keine Kunst im luftleeren Raum. Zudem ist jede echte, auf seelische Erhöhung gerichtete Kunst seit jeher zweckbedingt gewesen. Gerade der Film, als letzte und stärkste Ausdrucksform dramatischer Gestaltung, hat die Aufgabe, eine nationale Gemeinsamkeit des Erlebens und Urteilens durch feine St off wähl zu fördern. Historische Begebenheiten, die geeignet sind, beispielhaft, bildend, aufklärend und aufrüttelnd zu wirken, müssen deshalb mit Begeisterung in Angriff genommen sowie mit größter Sorgfalt und Verantwortungsbewußtsein bearbeitet werden. Es gibt geschichtliche Geschehnisse und Schicksale, die zu bestimmten Zeiten jedermann in die Erinnerung zurückgerufen werden müssen, aber nicht nur durch Aufsätze, Berichte und Erzählungen, sondern durch das sinngebende Spiel. Dieses ist eine der vornehmsten Ausgaben, die Schauspieler erfüllen tön- Paul Krügers Vorfahren sind deutscher Abstammung — sein Denken, sein Handeln und auch seine Irrtümer sind uns wesensverwandt; sein Schicksal wird uns erst heute ganz verständlich, obgleich vierzig Jahre seit dem Burenkrieg verflossen sind. Aber für das Walten der historischen Gerechtigkeit ist das eine kleine Zeitspanne. Schon ist die Stunde des Gerichts angekündigt worden. Vor diesem Gericht erscheint als Ankläger auch Ohm Krüger, um Sühne zu fordern für die heuchlerische Vernichtung der Freiheit seines Volkes und für die sechsundzwanzigtausend Frauen und Kinder, die England in den Kon- zenttationslagern durch Seuchen und Hunger umkommen ließ. als. In einer großen Auseinandersetzung mit Cecil Rhodes, dem ebenso fanattschen wie gescheiten englischen Imperialisten, sagt Krüger in meinem kommenden Film: „Für jedes Volk hat die Weltge- chichte eine Aufgabe — vielleicht ist uns Byren )ie Aufgabe zugeoacht, nur ein Beispiel zu geben." In der schwersten Stunde seines Lebens hat sich Paul Krüger emporgerissen zu der Idee; daß sich kein einzelner und kein Volk der Bestimmung, sich ür die Zukunft opfern zu müssen, entziehen kann. Friedfertig regierte Paul Krüger feine kleines, aus nicht mehr als hundertsiebzigtausend Menschen bestehendes Volk. Er war. in jeder Hinsicht em bäuerlicher Patriarch, der — von vierzehn Kindern und etwa siebzig Enkeln umgeben — nicht anders lebte als der Vorsteher einer größeren Dorfgemeinde. Im Wandel arbeitsfroher Jahre, im Wechsel der Jahreszeiten und Lebensstufen, im Auf und Ab der menschlichen Schicksale feiner kleinen Welt fühlte er sich wohl und galt bei seinem Volk nicht als der hochgesteltte Staatschef, sondern als der gute Ohm Krüger, auf dessen Veranda bei Kaffee und Tabak die Staatsgeschäfte besprochen wurden, bis dann der schon bald Sechzigjährige hineingerissen wurde in die große Politik, weil im Lande der Buren Gold gesunden worden war. Sofort machte England Herrschaftsansprüche geltend und zwang das kleine Land in sein politisches Ränkespiel. Auf dem spiegelblanken Parkett der europäischen Ministerien und Paläste hat der schwerblütige Bauer in Gehrock und Zylinder eine gute Figur gemacht. Denn dieser Viehzüchter aus Südafrika war auch den Winkelzügen eines Chamberlain gemachen. Nur in einer Beziehung irrte er sich —: Er überschätzte die Einsicht der europäischen Regierungen. Zu spät sah er ein, daß sie nicht gewillt waren, ihn zu unterstützen. Zwar die Völker jubelten ihm zu, wenn er europäischen Boden betrat, Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" bringt aus der Feder des Staatsschauspielers Emil I a n n i n g s eine Betrachtung zu der Tragödie des Burenführers Paul Krüger. In diesem Aufsatz schreibt Emil Jannings, der die Persönlichkeit Ohm Krügers in einem neuen Film verkörpern wird, u. a.: Ich verfilme „Ohm Krüger", den legendären Führer der Buren, nicht etwa deshalb, weil er für die Alten unter uns eine bekannte Persönlichkeit war, deren Leben bunt, abwechslungsreich und spannend dargestellt werden kann — ich verfilme ihn, weil er dazu ausersehen war, einen Kampf zu beginnen, der in unseren Tagen vollendet wird! Durch Paul Krüger, den einfachen bäuerischen Menschen aus der Einsamkeit Südafrikas, entstand in der Welt das Bewußtsein dafür, daß nationale Freiheit, Wohlstand und Glück bedroht werden, von einem tückischen Leiden im Kulturorganismus: von der Methodik englischer Machtentfaltung. Dieses Bewußtsein konnte nur entstehen und wachsen durch Leben und Taten einer Persönlichkeit, für welche die Politik nicht ein Beruf, sondern eine Berufung war. Für Paul Krüger war der Entschluß, sein kleines Volk gegen das mächtige England in den Kampf zu führen, nicht das errechnete Ergebnis aller Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten, sondern die Erkenntnis eines unabwendbaren Schicklasses des Führers über das Protektorat Böhmen und Mähren vom 16. März 1939 und der Verordnung über das Zollwesen im Protektorat vom 21. März 1939 wird im Einvernehmen mit dem Reichsprotektor nunmehr die Aufhebung der Zollgrenze zwischen dem Protektorat und dem übrigen- Reichsgebiet verordnet. Die deutschen Zollvorschriften treten im Protektorat in Kraft. Die Zölle und Verbrauchssteuern im Protektorat werden in reichseigene Verwaltung übernommen. Der Aufbau dieser Verwaltung wird durch eine besondere Verord- nun geregelt, der zufolge ein Oberfinanzbezirk Böhmen und Mähren gebildet wird. Der Oberfinanzpräsident hat seinen Sitz in Prag. Die im Protektorat bisher geltenden Vorschriften über die Erhebung der Zölle, über die Erhebung der Verbrauchssteuern usw. treten außer Kraft. Lediglich die bisher geltenden Vorschriften über die Besteuerung der Zündmittel mit Ausnahme der Feuerzeuge bleiben bis auf weiteres in Geltung. Schließlich befaßt sich die Verordnung, die im Reichsgesetzblatt 1 vom 18. 9.1940 veröffentlicht wird, mit dem Steuerstrafverfahren und dem Steuerbeitrei- sucher aus dem Innern des slowakischen Landes. Die Geschäftswelt hat besonders die Preiswürdigkeit der deutschen Serienmöbel anerkannt. Es wurden durchaus keine besonders brillanten Ausstellungsstücke gezeigt, sondern Möbel aus der laufenden Produktion von rund. 50 Betrieben, darunter ausgesprochene Exportmöbel, wie sie von jeher von zahlreichen ausländischen Kunden verlangt werden. Einmütig wurde von der Fachwelt festgestellt, daß die neuen deutschen Modelle sich durch die Schönheit des Materials besonders auszeichnen. Wie an anderen Industriezweigen, sollen auch im Möbelfach die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der Slowakei organisch aufeinander abgestimmt werden, damit der zusätzliche Bedarf befriedigt werden kann. . \ Man könnte noch zahlreiche andere Beispiele von den diesjährigen Herbstmessen anführen, die die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie aufzeigen. Wir wollen aber diese Bilanz ab schließen mit einer Betrachtung über die deutsche Stahlschau in Belgrad, durch die die Leistungen der eisenschaffenden Jndusttie Deutschlands besonders repräsentativ her aus gestellt wird. Die Besucher erhalten in der jugoslawischen Hauptstadt in sieben Hauptabteilungen einen Ueberblick über alle Zweige der deutschen Stahlerzeugung und Stahlverarbeitung. Es handelt sich hierbei um die Arbeitsergebnisse des Bergbaues und der Aufbereitung von Kohlen und Erzen in der 1. Abteilung, dann folgt die Abteilung Tiefbau, anschließend die Abteilung Industriebau, Hoch- und Brückenbau, dann folgt die Abteilung Fahrzeug-, Maschinen- und Apparatebau, und schließlich werden in der Abteilung für Landwirtschaft neuzeitliche Maschinen vorgeführt, die im Südosten besonders begehrt sind. Fertigwaren aus dem Bereich der Eisen-, Stahl- und Blechwaren* industtie bilden neben der Sonderschau „Edelstahl" einen . besonderen Anziehungspunkt des deutschen Pavillons. In Zürich fand die erste Tagung der Amtswalter der Arbeitsfrontorgamsation der reichsdeutschen Kolonie in der Schweiz statt. Eine Ausstellung über das Schaffen der Deutschen Arbeitsfront befindet sich in dem Kleinen Tonhallensaal der schweizerischen Landesausstellung. (xruptidirifüeitet: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Eiertreter btf hauptschriftleikers: Ernst Blumschem. verantwortlich für Politt!, Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Sieben, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche UntversitStSdruckeret R. Lange R. S. BerlagSleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anze-igenletter: HanS Beck. Verantwortlich für den Inhalt der 'Anzeigen: Theodor Kümmel. DI.Nr.S. Gesunde Zähne OSRAM Wette rau Kreisdienststelle Geschwister Beuchert. Gießen, im September 1940. 4178 D 9 Fernruf 3153 fficingende / praktiziert wieder 4179 V Birkenwasser - Flaschen enthält QtffährWi gesucht <169D Erstaufführung! Heute Donnerstag Jugend hat keinen Zutritt 4171A Erminio Spalla E vi M al tag Ha ti im Herz der Stadt 1- 50 51-100 101-150 151-200 .07 .25 .35 Clara Calamai Augusto Lanza von 8- 9 Ul von 9-10 Ul von 10-11 Ul von 11-12 Ul ir ir Für die uns anläßlich des Ablebens unserer lieben Mutter erwiesene Teilnahme, sowie Kranz- und Blumenspenden danken wir herzlichst Zwischen Liebelei und Sensationen — zwischen Hoffnungen u. Enttäuschungen W - ein Schicksal, wie es das Leben schreibt: Heiteres Spiel und bitterer Ernst zugleich g? - ein Film voll Schwung u. Leidenschaft Frau Anni Schwarz Gießen, Seltersweg 77 „ 104 1/8 Liter 1h Liter JEcftrmädel für Putzatelier für sofort Lehrmädchen füi Laden und Büro (feines Spezialgeschäft) zum 1. Okt. gesucht. Schriftliche Angebote unt. 03141 an den Gieß. Anz. Kartenverkauf in unserer Kartenverkaufsstelle Seltersweg 60 4173 P Nr. Nr. Nr. Nr. 2 Zimmer und Küche in gutem Hause zum 1. Oktober zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 03147 a.d.G.A. 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Von den unmittelbaren Anhängern des deutschen Sports, die in gewaltiger Zahl feine treuen Gäste auf den Sportstätten Großdeutschlands sind und ihn Woche um Woche unterstützen und wenigstens als Zuschauer das erleben, woran sie aus irgendeinem Grunde nicht selbständig teilhaben können, erwarte ich, daß sie mit gleicher Einsatzbereitschaft wie die aktiven Sportsleute und Turner sich entweder zur Sammeltätigkeit zur Verfügung stellen, oder aber durch ihr Opfer beweisen, daß sie sich auch bei seinem sozialen Einsatz dem Sport aufs engste verbunden fühlen. So wird uns unser erster Start im nie ermüdenden Kampfe des WHW. um das Dolkswohl gelingen. Dem deutschen Sport ist das Streben nach Leistung selbstverständlich. Möge es wieder zu einer Höchstleistung führen! heil unserem Führer! von Tschammer und Osten, Reichssportführer. und vergüten fürNr.103 u.105 RM-.05 p.St. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! unverändert alle Wertstoffe des Gptreidekor- nes, daher so nahrhaft und bekömmlich. 4174D Kräuterhaiis liing Fachgeschäft für vollwertige Lebensmittel, Gießen, in der Mänsbnrg Die Deutsche Arbeitsfront N$G. Kratt durch Freude Achten Sie auf richtige Belichtung! Jede fehl belichtete Aufnahme bedeutet Materialverschwendung. Mit fachlichem Rat steht immer zur Verfügung Ihr Photo- und Kino-Berater Wir kaufen bis auf weiteres leere Dralles VoMorubrot nach dem Simons -Verfahren, Bekanntmachung. Die Bezugscheinausgabestellen des Wirtschastsamts bleiben ab Freitag, den 20. September 1940, zwecks Erledigung der Vorarbeiten für die Ausgabe der Kleiderkarten auf einige Tage geschloffen. Bezugscheine werden während dieser Zeit nicht ausgestellt. 4180C Bezüglich der Ausgabetage für die Kleiderkarten erfolgt besondere Bekanntmachung. Gießen, den 19. September 1940. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. — Wirtschaftsamt. — I. V. Nicolaus. Heute Donnerstag im Gloria-Palast um 19.30 Uhr Seisönlicftes Gastspiel von HILDE WEISSNER ROTRAUT RICHTER HARRY GONDI 111CIHITS1P1I IE 1LHAWS Täglich 3.30, 5.30, 7.45 Uhr — Sonntag 3.00, 5.15, 7.45 Uhr [Stellenangebote] Saubere Frau- z. Reinigen der Geschäftsräume vormittags ges. Hermann Mettenheimer Kreuzplatz. Photo - Kino Kreuzplatz Fräulein nicht u. 18 Jahr, für den Verkauf (w.angelernt)u. LelnnÄifl gesucht. 416sA Parfümerie Doll Marktstraße 28 Freibankverkauf am Freitag, 20.Sevt. 1940 4172Ä 6-7-511»- Mnnng gesucht. Schrift!. Angeb. u. 03143 an o. Gieß. Ans. Der deutsche Spott sammelt für das MW Ein Aufruf des Neichsjportfühi-ers. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten erließ zur ersten Reichsstraßensammlung für das Kriegs-Winterhilfswerk 1940/41, die der NSRL. durchführt, folgenden Aufruf: Zur ersten Reichsstraßensammlung des 2. Kriegs- WHW. 1940/41 wird der deutsche Sport eingesetzt. Meinen Kameraden und Kameradinnen im NSRL., in den Betriebssportgemeinschaften, in der deutfchen Jugend, in den Militär- und Polizeisportvereinen, in den Post- und Reichsbahn-Sportvereinen, und wo immer Sportsleute stehen mögen, ist dieser sie ehrende Auftrag im höchsten Maße willkommen. Mit Begeisterung werden sie die roten Sammelbüchsen, die Wahrzeichen nationalsozialistischer Gemeinschaftsfürsorge, durch die Straßen der Städte und Dörfer tragen. Und mit noch größerer Begei? sterung werden sie wie im frohen Wettstreit auf dem grünen Rasen oder der Aschenbahn auf den Straßen und Plätzen Großdeutfchlands einen Sieg im Einsatz für die Volksgemeinschaft anstreben. Jede, auch die kleinste Gemeinschaft im weilen Reiche deutscher Leibeserziehung und sportlichen Wettkampfes wird dabei sein. Der gute Ruf des deutschen Sports, daß er voll Tatkraft und Zuversicht zur Stelle ist, wenn es völkischen Einsatz gilt, wird sich, davon bin ich überzeugt, bewähren. Der deutsche Sport hat aber auch das Recht, sich bei dieser Gelegenheit einmal in der uneigennützigen Weise an die deutsche Öffentlichkeit zu wenden, die seinen großen Aufstieg und seine großen nationalen und internationalen Leistungen im Reiche Adolf Hitlers seit Jahren mit Anteilnahme vergab zunächst die neuesten Befehle und Rundschreiben der Kreiskriegerführung bekannt. Dann teilte er die beim Kreisschießen erreichten höchsten Ringzahlen und die Ngmen der erfolgreichen Schützen mit. Im übrigen wurden noch einige interne organisatorische Fragen erledigt, dann wurde der Appell in der üblichen Weise geschlossen. + Grünberg, 18. Sept. Der Gallus m a r k t- Ausschuß hielt eine weitere Sitzung ab. Während man in der erestn Sitzung die Abhaltung des Marktes innerhalb der Stadt vorsah, hat nun der Ausschuß auf Grund der eingegangenen Meldungen zum Krämermarkt und Juxplatz beschlossen, den Markt auf seinem gewohnten Platz, der Käswiese, abzuhalten. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" will den Markt durch Darbietungen in der Turnhalle ausgestalten helfen. Kreis Bübingen. x Schotten, 16. Sept. Bei der jüngsten Sammlung für das Winterhilfswerk wurde hier die ansehnliche Summe von etwa 1100 RM. aufgebracht. — Der hiesige Volksbildung sv.er- e i n verfügt über eine mehrere tausend Bände enthaltende Bücherei, die von der Bevölkerung sehr stark benutzt wird. — Die Jungmädel der IM.- Gruppe 19/25 4 hielten in unserer Stadt ein Untergautreffen ab. Eine große Schar Jungmädels, auch aus der näheren und weiteren Umgebung, war zusammengekommen. Nach einleitenden Liedern und am Samstag, 21.September 1940 von 8- 9 Uhr Wt 201-250 von 9-10 Uhr Nr. 251-300 oonlO-11 Uhr Nr. 301-350 Städt. Schlachthof, Gießen. Fran Br. Man Bleichstraße 10 Dorträgen von Gedichten und Wahrsprüchen hielten der Vertreter der Kreisleitung Büdingen, Pg. Roth, und die Unteraauführerin mahnende Ansprachen an die Jungmäoels, in denen sie den Führer als leuchtendes Vorbild der Arbeit und treuen Pflichterfüllung schilderten und die Jungmädels eindringlich auf ihre Pflichten in der heutigen Zeit hinwiesen. Der jüngste, zehnjährige, Jahrgang wurde in die Reihe der Jungmädels ausgenommen. Schöne Liedervorträge und ein sinniges Märchenspiel, das von der hiesigen Jungmädelführerin, Lehrerin Käthe Schmidt, ausgezeichnet einstudiert war, beschlossen die stimmungsvoll verlaufene Morgenfeier. 3m Streit den Bruder eischsffen. LPD. K i r ch h a i n , ,18. September. In dem nahen Ort Roßdorf kam es am Montagabend zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den in ihrem Elternhause wohnenden Brüdern Alois und Heinrich R. Dem letzteren, der verheiratet ist, gehört das Haus, während sein Bruder den Einsitz hat. Es war gegen 21 Uhr, als Heinrich R. von der Arbeit kam und von seiner Frau die Mitteilung erhielt, daß fein Bruder, mit dem sie oft Streitigkeiten hatten, wieder häßlich zu ihr gewesen sei. Bei dem sich nun zwischen den Brüdern entwickelnden Wortstreit holte der leicht erregbare Alois eins Pistole und schoß mehrmals auf seinen Bruder, der schwer getroffen zusammenbrach und auf dem Transport in die Marburger Klinik st a r b. Alois schoß sich dann eine Kugel durch den Kopf, die eine lebensgefährliche Verletzung herbeifuhrte. Man brachte ihn ebenfalls in die Klinik. Keine übereiltenKartoffeleinkellerunoen Es kann beobachtet werden, daß in Verbraucher» kreisen schon jetzt Kartoffeleinkellerungen größeren Ausmaßes für den Winterbedarf vorgenommen werden. Dazu ist zu bemerken, daß die halbspäten Sorten, die gegenwärtig geerntet werden, für eine Ueberwinterung noch nicht geeignet sind, da sie nicht die Haltbarkeit der Spätkartoffel besitzen. Es muß daher bei jetzt vorgenommenen Einkellerungen damit gerechnet werden, daß ein Teil der Kartoffeln verdirbt. Im Interesse einer verlustlosen Ernährungswirtschaft, aber auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit des einzelnen Haushalts wird dringend empfohlen, die Einkellerung im Augenblick noch nicht durchzuführen, sondern erst dann vorzunehmen, wenn Spätkartoffeln lieferbar sind. Die Spätkartoffelernte setzt erst im Oktober ein. Nach den vorliegenden Ergebnissen, die Stichproben geliefert haben, ist eine reichliche Kartoffelernte zu erwarten. Es besteht also kein Grund zu übereilten Einkellerungen! Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n , 19. Sept^Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, 24 kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, y. kg 4,8, 5 kg 48, Wirsing, 24 kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 18, (gelb) 20, Unterkohlrabi 7, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Schwarzwurzeln 30, Rhabarber 10, Kürbis 7, Feldsalat C/io) 10, Aepfel, 24 kg 15 bis 25, Falläpfel 4 bis 6, Birnen 15 bis 25, Zwetschen 14 bis 15, Mirabellen 30, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 124 bis 4, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf. Aus der engeren Heimat. Vom Moiorsturm 5M/147. * Li ch, 16. Sept. Dieser Tage besichtigte der Stabs^ührer der Motorgruppe Hessen, der sich in Begleitung des Führers der Motorstandarte 147, Standartenführer Metzler, befand, das Heim des Sturms 5/M 147, das sich seit kurzem dank des Entgegenkommens der Licher Stadtverwaltung in dem ehemaligen Heylandschen Anwesen in der Amtsgerichtsstraße befindet. Der Stabsführer sprach sich über die dort eingerichtete Werkstatt sowie über den Lehrraum, der mit einem Derkehrserziehungs- tisch und zahlreichen Schautafeln ausgestattet ist, sehr lobend aus. Die vorzügliche Einrichtung wird dem Trupp Lich bei der praktischen Werkstattschulung und bei dem Unterricht in Derkehrserzie- hungsfragen, die bei dem demnächst beginnenden 2. Lehrgang zur vormilitärischen Wehrerziehung eine große Rolle spielen, gute Dienste leisten. Orts-Turn- und Sporttag in Sroßen-Linden. Zu Beginn des Turn- und Sporttages in Gro- ßen-Linden traten alle Teilnehmer zur Flaggen- hiffuna und Morgenfeier an. In einer Ansprache wies der stellvertretende Vereinsführer des Turnvereins Großen-Linden, Ernst Degen, auf die Bedeutung der Veranstaltung hin. Anschließend wurde mit der Durchführung.der Wettkämpfe begonnen. Am Nachmittag wurden Fuß- und Handballspiele und Schauturnen vorgesührt. Die Preisverteilung nahm Orthgruppenleiter Dr. Karl R ö - mer vor. Hierbei sprach er über den Wert der Leibesübungen im nationalsozialistischen Staat. Er forderte die dem Reichsbund für Leibesübungen noch Fernstehenden auf, durch aktive Betätigung zur Erfüllung der dem RLB. gestellten Aufgaben beizutragen. Die Ergebnisse: Turner-Zwölfkampf: 1. Hans Ludwig Keßler 213; 2. Hans Weiß 211; 3. Werner Happel und Reinhold Keßler 206 Punkte. Schüler-Neunkampf, Klaffe A: 1. Hans Kolmer 157; 2. Hans Knab 147; 3. Heini Luh 143 Punkte. Schüler-Neunkampf, Klaffe B: 1. Wolfg. Schmidt 120; 2. Erich Degen 116; 3. Friedel Stoll 112 Punkte. HJ.-Klaffe A (Dreikampf): 1. Werner Happel 61; 2. Hans Ludwig Keßler 49; 3. Otto Luh, 44 Punkte. HJ.-Klaffe B: 1. Helmut Stoll 29; 2. Wilhelm Größer 27; 3. Hans Kolb 26 Punkte. BDM.-Klaffe A: 1. Hildegard Wahl 44 Punkte. BDM.-Klasfe B: 1. Hilde Junker 50; 2. Leoni Schmelz und Herta Rudolpf 40; 3. Elli Weiß 39 P. BDJM.-Klasse A (Dreikampf): 1. Ilse Faber 79; 2. Erika Luh 57; 3. Emmi Faber und Hilde Degen 55 Punkte. BDJM.-Klasse B (Dreikampf): 1. Elisabeth Jung 64; 2. Luise Dern 59; 3. Hilde Klaum 54 Punkte. DJ. (Dreikampf): 1. Rudi Weinand 48; 2. Walter Zimmerschied 43; 3. Hans Faber 40 Punkte. Wehrwettkampf, Klasse A: 1. Karl Steinagel 197; 2. Wilhelm Faber 193; 3. Richard Schneider 177 P. Wehrwettkampf, Klasse B: 1. Ludwig Faber 220; 2. Helmut Velten 209; 3. Artur Menges 201 Punkte. (Sämtlich Sturm 12/116). Vierkampf für Fußballspieler: 1. Helmut Velten 80; 2. Willi Weiß 53; 3. Otto Menges 46 Punkte. Kleinkaliber-Schießwettkampf: 1. Mannschaft der SA. 12/116, 281 Ringen; 2. HI. 3. Polit. Leiter. 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Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 22 bis 25 RM., 6 bis 8 Wochen alte 26 bis 30 RM., 8 bis 13 Wochen alte 30 bis 35 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb geringer UeberstanÄ. Landkreis Gießen # Mainzlar, 18. September. Feldwebel Ihle von hier wurde zum Oberfeldwebel befördert. — Der SA.-Trupp Mainzlar vom Sturm 11/116 führte zusammen mit der Wehrmannschaft ein Kleinkaliber-Ue- bungsschießen auf dem hiesigen Schießstand durch. Bei dem Schießen wurden sehr gute Ergebnisse erzielt. — Die hiesige NS. -Kriegerkameradschaft versammelte sich am Samstagabend bei Gastwirt Hch. Vogel IV. zum Monatsappell. Kameradschaftsführer Christian L e m m e r I Mietnesuche F^ietungen | '---NWU Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden muß: 4170C 5. und 6. Vorauszahlungsrate Grundsteuer 1940, Beitrag zur Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft 1939. Gießen, den 19. September 1940. Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.) Bekanntmachung. Freitag, fcea 20. September L wird von mittags 1 Uhr ab im Anschluß an die Gemeindeobstversteigerung das Obst aus den Freiherrlich von Rabenau- schen Gärten in der Gemarkung Alten-Buseck gegen Barzahlung versteigert. 4176D Zusammenkunft im Krämersgarten. Londorf, den 18. September 1940. Freih. von Rordeck zur Rabenausche Rentei. Nr. 222 Zweiter Statt Siegener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefjen) Oonnerrtag, 19. September 1940 Aus dem Reiche der Krau. p. «ucker- Frisches Kräuter-Grün auch in der winterlichen Küche! sechs Jahren) die Gemeinschaft. Im Zusammenleben mit den anderen Kindern zeigen sich ja erst die schlechten Seiten, durch Neckereien von Kindern untereinander (die bekanntlich viel schwerer nach- wirken als eine Drohung durch Erwachsene) schleifen sich ganz von selbst Härten und Kanten ab. Und nur die wenigsten Mütter werden ja überhaupt imstanü-e sein, ihr Kind im Spiel so anzuregen und vorbildlich zu unterweisen, wie es die fachlich ausgebildeten Kräfte im Kindergarten können. Don der Schokolade abgeben, ein schönes Spiel, ter aufhebe. Die Masse wird mit Salz gemischt, sehr fest in kleine Gläser eingepreßt, mit so viel Weinessig übergossen, bis dieser gerade bedeckt, und dann eine 2 Zentimeter hohe Schicht Mostrich darüber gefüllt. rung des Küchenzettels, sie können auch für Obst« kuchen verwendet werden. Fast alle Gartenerzeugnisse lassen sich süß-sauer konservieren: Birnen, Pflaumen, Kirschen, Aprikosen, ferner Preißelbeeren, Heidelbeeren, Schlehen, Hagebutten, dann Kürbis, Gurken, Bohnen und Tomaten. Für letztere folgendes Rezept: 1 kg grüne Tomaten, die im Herbst nicht mehr ausreiften, werden trocken abgerieben und halbiert. Dann läßt man sie 24 Stunden in abgekühltem Essig ziehen, den man vorher mit 1 kg Zucker und einem Stück Zimt aufgekocht ' "'r' - *>- Zucker- Di e zwei heute skizzierten einfachen Nachmittagskleider sind aus st u m p f e r Seide oder aus weicher, leichter Wolle gearbeitet. Einmachen in Slemauttöpsen. Marmeladen haben vor Gelees heute den Vorzug: denn man braucht weniger Zucker, und außerdem wird das Obst restlos aus^enutzt, weil im Gegensatz zur Geleebereitung alle Rückstände mit verwertet werden. 2 kg zerdrückte Früchte werden mit ’/< kg Zucker zu einem dicken Brei gekocht, dann kommt eine Messerspitze Salizyl daran. Ehe sie erkaltet, wird die Marmelade in Steinguthäfen gerillt. Gegen Schimmelbildung schützt man sich durch leberftreuen mit Zucker oder Auflegen einer Scheibe Salizylpapier, indem man Pergamentpapier in eine Salizyllösung taucht (1 Messerspitze Salizyl in einem Achtelliter abgekochtem Wasser aufgelöst). Dann wird das Gefäß mit festem Papier zugebunden. Pflaumenmus kann man heute ohne das viel- tündige, mühselige Rühren Herstellen, wenn man kg Pflaumen (Zwetfchen) gut wäscht und entsteint und mit 3/4 kg Zucker und */< Liter Essig über nacht stehen läßt, damit sie Saft ziehen. Am nächsten Tag 4 Stunden, ohne zu rühren, kochen lassen, dann eine Stunde kalt rühren und in Steinguteinmachehäfen füllen. Süß-sauer eingemachte Früchte sind in den Wintermonaten eine willkommene Bereiche- Entwicklungsstufe Aber — das mögen sich die Eltern zu Herzen nehmen — der Kindergarten ist niemals ein Ersatz für die kinderreiche Familie. Das letzte Halbjahr vor Schulbeginn. ,-Jetzt wi»d es aber wirklich bald Zeit, daß das Kind zur Schule kommt!" ein oft gehörter und berechtigter Ausruf geplagter Mütter. Tatsächlich ist in den letzten Monaten vor Schulbeginn das Kind so weit herangereift, daß es sich mit kindlichen Spielen allein nicht mehr begnügt. Immer öfter sucht es bei der Mutter Hilfe mit den Worten: „Mir ist so langweilig!" Dann wird es Zeit, Kinder langsam und vorsichtig an den Ernst und die Pflichten des Lebens zu gewöhnen, zumal die Uedsrnahme kleiner Verantwortungen, die viele langweilige Zeit angenehm ausfüllt. Kurzum, man muß das Kind nun beschäftigen. Am leichtesten geschieht das mit leichten Hilfen im Haushalt. Beispielsweise übernimmt das Kind den Einkauf täglicher Dinge bei dem Kaufmann. Oder es hilft bei dem Abtrocknen in der Küche. Man gibt ihm unzerbrechliche Küchengegenstände in die Hand, die es sorgfältig trocknet und an Ort und Stelle bringt. Nur Kleinigkeiten sind es, die von ihm zu erledigen sind, aber sie gewöhnen es an Ordnung und Pflicht. Mit Freuden wird das Kind diese Arbeiten verrichten, schon weil sie ihm eine Abwechslung bringen. Keinesfalls aber soll man schon vor Schulbeginn versuchen, die Grundbegriffe der ABC-Schützen- weisheit in den Kinderkopf zu pflanzen. Das Kindergehirn verträgt eine solche Belastung in den wenigsten Fällen. Man lasse es sich richtig entwickeln, bis die Schule selbst die ersten Anforderungen daran stellt. Denn mit dem Stolz mancher Eltern, die zum Schulanfang mit dem Wissen ihrer Kleinen anderen gegenüber glänzen wollen, ist dem Kinde nur geschadet. Es ist besser, wenn das Kind noch nicht schreiben kann oder rechnen. Der Schulunterricht ist ein ganz anderer als der, den man in elterlichem Ehrgeiz zu Hause gab. Die Päd- agpgik weiß besser, wie man den leichtesten Weg findet, dem Schulkinde die Grundbegriffe klar zu machen. Dor allem aber verleitet das viele Wissen vor Schulbeginn das Kind dazu, im Unterricht um aufmerksam zu fein. Es sieht, wie die anderen zunächst die ersten Buchstaben lernen; es merkt, daß es diese bereits kann und glaubt, nicht aufpassen zu brauchen, weil der Lehrer ihm nichts Neues zeigt. Unwillkürlich nistet sich das Unaufmerksam- werden ein. Andererseits soll das Kind aber dem Unterricht folgen und ist nun gezwungen, vollkommen umlernen zu müssen! Das erschwert und verleidet die Schule! Auch langatmige Gedichte soll man Kindern vor der Schulzeit nicht beibringen. Man hat damit nur sein Gehirn angestrengt, statt es sich ausruhen und entwickeln zu lassen, bis der Ernst der Schulzeit Anforderungen stellt. Immer wieder sei aber darauf hingewiesen, daß die größte Entlastung für die Mutter und der nutzbringendste und zugleich angenehmste Zeitvertreib für das Kind selbst der Aufenthalt in den NSV- Kindergärten ist. Die wenigen Stunden zu Hause, die übrigbleiben, können dann je nach Veranlagung des Heranwachsenden Kindes mit Beschäftigungen im Haushalt zum Vorteil aller Beteiligten ausgefüllt werden. H. v- Lützow. Sott Dorle in den Kindergarten? rotem Mattkrepp hat lange, am Handgelenk besonders weit eingelesene Aermel zu einem am Halse hochschließenden, mit Stoffknöpschen durchgeknöpften Blusenteil mit schmalem Stoffgürtel. Das M i e d e r k l e i d rechts ist aus türkis- farbenem Mooskrepp, wie auch fein vorn zur Schleife gebundener Gürtel und feine kleinen Knöpfe. H. Wenn ich jetzt Lauch (Porree), Sellerie, Petersil- wurzel zurechtmache, dann achte ich auf die etwas härteren Außenblätter vom Lauch und auf die weitverzweigten Wurzelteile des Sellerie. Diese werden zusammen mit reichlich Petersilie, die ich noch aus meinem Garten nehmen kann, und ebenfalls mit Diel Kräutern sehr fein gewiegt oder auch durch die Maschine gegeben und nun in kleinen Gläsern sterilisiert oder als Saft sterilisiert oder getrocknet und wie Kräutersalz zurechtgemacht und schließlich in reichlich Salz mit Mostrich-Verschluß haltbar gemacht. Zum Sterilisieren füllt man die Masse in nicht zu große Flaschen oder kleine Gläser, ver- chließt mit einem Korken ober mit einer Gummi- kappe und sterilisiert 10 Minuten lang bei 90 Grad. Kräuter-Saft gewinnt man, indem die Masse in einem kleinen, aber festen Leinensäckchen zum Ab- tropfen aufaehängt und schließlich auch noch aus- gepreßt wird. Man läßt vom Satze absitzen, füllt in kleine Gläschen, verschließt sie und sterilisiert 10 Minuten bei 90 Grad. Immerhin verlieren die Suppenkräuter beim Sterilisieren an Geschmack und gesundheitlichem Werte. Wir können die sehr fein gewiegte oder zwei- bis dreimal durchgedrehte Masse aber auch trocknen und uns ein Suppenkräutersalz Herstellen. An luftigem, aber nicht sonnigem Orte lassen mir die Masse ausgebreitet langsam trocken werden, geben sie dann durch ein feines Haarsieb und mischen den Kräuterstaub mit feinem Speisesalz, füllen in gut verschließbare Glas- oder Vorzellanbehälter uno verwenden dieses wohl- Hatten sich unsere Einmachvorräte? Wenn sich auch im allgemeinen eingemachte Früchte, Marmeladen und Säfte halten, so kann es doch vorkommen, daß nach einiger Zeit Schimmel oder Gärung auftreten. Eine ständige Kontrolle aller eingemachten Vorräte ist daher unbedingt erforderlich. Wenn wir den beginnenden Verderb rechtzeitig bemerken, so brauchen wir das Eingemachte noch nicht ganz wegzuwerfen. Bildet sich z. B. auf der Marmelade Schimmel, so wird nur die oberste Schicht entfernt, und dann die ganze Marmelade noch einmal aufgekocht, damit die Schimmelpilze abgetötet werden. Hat man von solch einer Marmelade mehrere Gläser eingekocht, sieht man auch bei ihnen nach, ob sie noch schimmelfrei sind. Bei festverschlossenen Konservengläsern kann sich der Deckel gelockert haben. Ist der Inhalt noch gut, wird er noch einmal sterilisiert. Hat sich schon Schimmel gebildet ober bestehen Anzeichen einer Gärung, so wirb man ben Inhalt nach bem Aufkochen zweckmäßigerweise aufessen. Auch Dörrobst ober Dörr- gemüse kann anfangen zu schimmeln, wenn es nicht richtig ausgetrocknet war ober ber Aufbewahrungsraum 3U feucht ist. Man trocknet bann bas ganze Obst ober Gemüse noch einmal nach. Sogar Kon- servenbosen können in feuchten Räumen rosten, wv- burch sie unbicht werden und der Inhalt verdirbt. Voraussetzung für die Aufbewahrung allen Einmachgutes ist ein trockener, luftiger Raum, in bem alles übersichtlich georbnet, mit Datum des Einmachtages versehen, aufbewahrt wirb._____________ beispielsweise den Roller, einem anderen Kinde ab- zutreten, das so etwas nicht besitzt —- das alles sind Dinge, die ein Kind in der Gemeinschaft mit anderen Kindern fpielend erlernt, während sie dem Erwachsenen bittere Stunden bereiten können Der Kindergarten ist ganz unbestritten für jedes Kind eine ideale, wenn nicht sogar notwendige Dorle ist vier Jahre alt und totunglücklich. Ihr älterer Bruder, mit bem sie so herrlich gespielt hat, kommt nun, ebenso wie bie älteren Geschwister, in bie Schule, und Dorle allein bleibt übrig. Den ganzen Tag jammert sie, unb mit tränenerstickter Stimme meinte sie gestern beim Eisenbahn-Spielest: „D-as war wohl nun das letzte Mal." Es ist nicht allein der Kummer des fernen Mädchens ber ben Eltern natürlich zu Herzen geht, sondern es ist tatsächlich eine Ueberlegung anzustellen- Was soll nun mit Dorle geschehen? Em Kind, das allein aufwächst unb infolgedessen gewöhnt ist, auch allein zu spielen ober zumindest nur selten Spielkameraden zu haben, wird bie Leere, die durch ben schulpflichtigen Bruder m seinem Leben entsteht, niemals so empfinden. „Schickt doch Dorle in den Kindergarten! net eine'' liebevolle Tante und hielt damit das Problem für erledigt. Aber Dorfes Mutter hat, wie viele andere Mütter auch, immer noch eine gewisse Abneigung gegen Kindergärten. ,Man weiß doch gar nicht, was da so für Kinder sind, ob sie gutartig, gut erzogen sind, ob sie vor allem gesund sind und nicht die bösen Kinderkrankheiten ms Haus tragen ob Dorle überhaupt richtig behandelt wird. . Und da Mutti selber einmal ihr Kinbergart- nerinnen-Examen gemacht hat. und es für sie das Schönste ist, ihre Kinder auf Grund ber gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen zu erziehen, ihre Begabungen zu wecken und zu fordern, ’.ft bie Dor- stellung, Dorle in ben Kindergarten zu schicken, für sie gar nicht verlockend. Nun aber einmal die andere Seite. Bei der vierjährigen Dorle ist das ganze Problem !a noch nicht einmal fo entscheidend wie beispielsweise bei EM einzelnen Kind ober bei -'nem, dessen Geschwister durch einen «rotzen Altersunterschied zur Eri*n« un^ 3um Spiel ausfanen Ein alto a ! PorzellarLehälter und verwenden dieses wvyt- Dolksmund logt, datz sich mOt RinSer a n L-meckende Salz wie üblich. Aber auch beim Trock- »Ito «'l* MIWMI“»- »" unb einem Stück Zimt aufgt hat. Sie" werben barauf zunächst ohne ben Zi effig in Steinguteinmachehäfen gefüllt, ben Zi effig kocht man dickflüssig ein und gießt ihn erkaltet über die Tomaten. Nach 10 Tagen wird der Zuckeressig nochmals abgegossen, aufgekocht und wieder erkaltet über die Tomaten gegossen. Dann werden die Gefäße mit festem Papier zugebunden. Ganz ohne Zucker lassen sich ebenfalls viele Gartenfrüchte einmachen, z. B. Gurken, Zwiebeln, Bohnen, Tomaten, Pilze, Sellerie, rote Rüben, Karotten, Schwarzwurzeln, Blumenkohl sowie gemischte Gemüse (mixed pickles). Rote Rüben (Beeten) werden auf folgende Art eingemacht: nach gründlichem Waschen werden sie ungeschält in Wasser weichgekocht, dann abgezogen und in Scheiben geschnitten. Mit etwas Salz, würflig geschnittenem Meerrettich, einigen Kümmelkörnern und Lorbeerblatt kommen sie in die Steinguteinmachehäfen. Dann wird mit Einmacheessig (Sprozentig) aufgefüllt, und die Ge- fäße werden zugebunben. Beide Formen zeigen den modischen, angelesenen Rock zu kurzem Rocksattel, das Kleid rechts zu ebenfalls gelesenem Blusen- teil (für schlanke Figuren!) das vorn geknöpfte Mieder. Das Modell links aus mein« Rezepte. Tomatenhäckerle: V« bis 8/< Kilogramm Tomaten, 125 Gramm gemischtes Hackfleisch, 2 alte Brötchen, 1 kleine Zwiebel, etwas Speck ober Fett, grüne Kräuter nach Geschmack. Man brüht bie Tomaten ganz kurz, um bie Haut abziehen zu können unb schneibet sie klein. Den zerschnittenen Speck läßt man hellbraun rösten unb brät bie geschnittene Zwiebel kurz an, fügt bas Hacksteisch unb bie geweichten unb gut ausgebrückten Brötchen hinzu und läßt alles unter kräftigem Rühren etwa 5 Minuten durchbraten. Nund kommen die Tomatenstücke, Salz unb nach Geschmack Liebstöckel, Dill unb Schnittlauch bazu. Man läßt bie Tomaten gar werden unb richtet bas Tomatenhäckerle mit Kartoffeln unb grünem Salat an. Buntes Sauerkraut: 500 Gramm Sauerkraut, einige Wacholderbeeren, 250 bis 375 Gramm gepökeltes Eisbein, 1 dicke Kartoffel, 250 Gramm rohe geriebene Möhren, 1 fein geriebener Apfel, Wasser, Salz, Zucker. Das Eisbein wird in Stücke zerteilt und die Schwarte an mehreren Stellen 5in- geritzt. Man setzt es mit kaltem Wasser auf, bringt es langsam zum Kochen und gibt dann das (Sauer- kraut und die Wacholderbeeren dazu. Wenn das Fleisch gar ist, nimmt man es heraus und kocht das Kraut mit der rohen geriebenen Kartoffel sämig. Dann vermischt man es gut mit bem kleingeschnittenen Fleisch, ben Möhren unb bem Apfel, läßt es aber nicht mehr kochen, schmeckt es sorgfältig ab. Wenn möglich, streut man noch feingeschnittene Petersilie über bas angerichtete Kraut. Zwetschenspeise: IV2 Pfunb Zwetschen, 5 alte Brötchen, xk Liter Milch, 250 Gramm Quark, 30 Gramm Mehl, 125 Gramm Zucker, V« Liter Sauermilch, 2 Eier. Die Zwetschen werben gewaschen unb entsteint. Die in V2 Zentimeter dicke Scheiben geschnittenen Brötchen werden mit ber kochenden Milch übergossen. In eine gefettete Auflaufform legt man eine Schicht Brötchen, gibt bie Zwetschen darauf unb schließt mit ben übrigen Semmelscheiben ab. Der Quark wirb durch ein Sieb gedrückt unb mit Mehl, Zucker, Sauermilch unb Eiern zu einem Guß verrührt, ber über bie eingeschichtete Speise gegossen wirb. Man bäckt im Ofen etwa 50 Minuten. Kartoffeln in Buttermilch: IV2 Kilogramm Kartoffeln, 50 Gramm Speck ober 30 Gramm Fett, Vs Liter Buttermilch, 1 Teelöffel Kartoffelmehl, Salz. — Wir kochen bie geschälten, gewürfelten Kartoffeln mit wenig Wasser fast gar, geben bann bie mit bem Kartoffelmehl verquirlte Buttermilch unb ben ausgebratenen gewürfelten Speck ober das Fett hinein und lassen alles gar werden. as fallen wir tragen ? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Oer Gießener Konzert-Winter1940/41 Die Arbeitsgemeinschaft Gießener Konzertverein, Stadtttzeater und NSG. „Kraft durch Freude" hat als „Konzertring 1940/41" für die Zeit von Mitte Oktober 1940 bis Mitte April 1941 zwölf Konzerte festgelegt. Die Veranstaltungen bestehen aus Orchester- und Soliften-Konzerten, ferner aus einem großen Chorkonzert. Am 10. Oktober wird die Konzert-Reihe mit einem Orchester-Konzert des Städtischen Orchesters unter Leitung von Professor Dr. Temesvary beginnen. Bei diesem Konzert wird Conrad Hansen (Klavier) als Solist mitwirken. Zur Aufführung sind Brahms Zweite Symphonie in D-dur und Tschaikowskys Klavierkonzert in b-moll vorgesehen. Als nächste Veranstaltung im Oktober folgt ein So- listen-Konzert mit dem bekannten Künstler Wilhelm Backhaus (Klavier), der Werke von Beethoven bringen wird. Im November werden zwei Orchester-Konzerte des Städtischen Orchesters unter Leitung des Kapellmeisters Otto S ö l l n e r vom Stadttheater folgen. Bei dem ersten Konzert wird als Solist Herrmann von Beckerath (Violincello) Mitwirken, die Vortragsfolge sicht das Cello-Konzert von Dvorak in h-moll vor; für das zweite Konzert ist als Solist Wolfgang Schn'eiderhan (Wien), (Violine) gewonnen worden, aus dem Programm stehen Bachs Ouvertüre in d-moll, Brahms Violinkonzert und Schuberts Große Symphonie in C-dur. Für den Dezember ist ein Orchester-Konzert des Städtischen Orchesters unter Leitung von Professor Dr. Temesvary mit der Solistin Erna Berger von der Staatsoper Berlin (Sopran) angesetzt worden, das italienische Musik bieten wird. Der Januar 1941 Dringt als Auftakt des neuen Jahres zwei Solisten-Konzerte. In dem ersten Konzert mit Vasa Prihoda (Violine) sollen die Besucher Werke von Vitali, Beethoven, Bach, Tschaikowsky, Strauß-Prihoda und Paganini hören, im zweiten Konzert werden .Lore Fischer (Alt) und Heinz Marten (Tenor) Lieder und Duette singen. Im Februar werden die Konzertfreunde zunächst ein Solisten-Konzert des Stroß-Quartetts hören können, ferner noch ein Orchester-Konzert des Städtischen Orchesters unter Leitung des Kapellmeisters Otto S ö l l n e r. Bei dem Orchester-Konzert wird Karlrobert Kreit en (Klavier) Mitwirken, die Vortragsfolge bringt von Pfitzner die Symphonie in cis-moll, von Liszt das Klavierkonzert in Es-dur und von Beethoven die Siebente Symphonie in A-dur. Der März ist wieder mit zwei Orchester-Konzerten belegt worden. Das erste Konzert wird das Rhein-Mainische Landesorchester unter Leitung des bekannten Dirigenten der Leipziger Gewandhauskonzerte Professor Hermann Abendroth geben, als Solist wird Kurt Stieler (Violine) mitwirken; auf dem Programm stehen Mozarts Vorspiel zu „Jdomeneo" und Mozarts Violinkonzert in A-dur, ferner Bruckners Vierte Symphonie in Es-dur. Das zweite Konzert gibt das Gießener Städtische Orchester unter Leitung von Professor Dr. Temesvary, das Webers Vorspiel zu „Abu Hassan", Richard Strauß' Suite aus „Der Bürger als Edelmann" und Beethovens Vierte Symphonie in B-dur zu Gehör bringen wird. Zum Abschluß ist für den April ein Orchester-Konzert des Rhein--Mainischen Landesorchesters unter Leitung des Gaumusikinspizienten Fritz C u j 6 ntit dem Solisten Gerhart Münch (Klavier) vorgesehen. Außer Miete soll den Kon^ertfreunden noch ein Chor-Konzert „Der Feldherr" von Händel unter Leitung von Professor Dr. Temesvary geboten werden. Elsaffmigshalbiag des ASS.-Sludenienbundes her ilniverW Gießen. Am Dienstag hatte die Studentenführung der Universität Gießen im Hörsaal des Botanischen In- stttuts alle 1. Semester im Rahmen des von der Reichsstudentenführung angeordneten Erfassungshalbtages zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem Rektor und dem NSD.-Dozentenbunb eingeladen. Studentenführer Pg. Hermann Stein begrüßte den Prorektor Pg. Professor Dr. Klute, der im Auftrage des Rektors erschienen war, den Vertreter des NSD.-Dozentenbundes, Dozenten Pg. Dr. Heidt, und die in sehr großer Zahl erschienenen 1. Semester des 3. Trimesters 1940. In einigen grundsätzlichen Ausführungen wies der Studentenführer dann auf die Aufgaben und die Arbeit des NSD. Studentenbundes hin. Als wichtigste Ausgabe sehe der Studentenbund die politische Formung und Erziehung der jungen Hochschüler. Der Student müsse begreifen lernen, daß seine Arbeit und sein Einsatz immer dem Volke gelte und daß der Besuch der Hochschule kein persönlicher Vorzug sein solle, sondern zuerst als Berufung aufgefaßt werden müsse, die jedem besondere Pflichten auferlege. Er betonte, daß gerade im Kriegseinsatz das deutsche Studententum in vorderster Front gestanden habe. Aber auch die gesellige Seite komme in den Kameradschaften vollauf zu ihrem Rechte, weil Ausspannung gerade in einer Zeit größter Anspannung notwendig sei. Deshalb fordere er jeden, der aktiv am Aufbau mithelfen wolle, zum Eintritt in eine Kameradschaft des NSDStB. auf. Professor Dr. Klute überbrachte zunächst die Grüße des Rektors, der zu diesem Abend leider nicht erscheinen konnte. Er sprach dann über den Sinn der Volksaemeinschaft und den Wert der Gemeinschaft überhaupt, die sich in kleinen Kreisen in den verschiedenen Organisationen herausbildet. Er ging aus vom Erleben des Weltkrieges, wo sich in der kleinen Einheit einer Schützengrabengemein- schaft der Wert des einzelnen bewähren mußte. Hier entwickelte sich zum ersten Male der Gedanke der Führerschaft. So wie damals entstehe wahres Führertum erst aus der Gemeinschaft, in der sich nur der als Führer durchsetzen und auf die Dauer behaupten könne, der innere Werte auriuweisen habe und es verstehe, sie in der Gemeinschaft zu entwickeln. Auch heute fordere mehr denn je die Größe der Zeit und die gewaltigen Aufgaben, die uns gestellt sind, von den Studenten volle Arbeits- bereitfmaft, die es bei der Gemeinschaft der Kameradschaft ebenso wie bei der ernsten Arbeit in den Instituten zu beweisen gelte. Dann umriß der Vertreter des NSD.-Dozentenbundes, Dozent Dr. Heidt, die Aufgaben des NSD.-Dozentenbundes, indem er einen Einblick in die Entwicklung und die heutige Gestalt des Dozen- tenlmndes gab. Der Dozentenbund stelle heute mit dem Studentenbund das nationalsozialistische Gewissen der Universität dar mit dem Auftrage der nationalsozialistischen Erneuerung von Hochschule und Wissenschaft. Die Prinzipien, die an der Universität den Studenten und den Dozenten zu gemeinsamer Arbeit zusammenführen, seien Pflicht und Leistung. Mehr noch wie in den letzten Trimestern werde in dem kommenden die gemeinsame Arbeit sich unter diesem Gesichtspunkt gestalten. Sie komme neben anderem zum Ausdruck in der gemeinsamen politischen Erziehungsarbeit, in der Angehörige des NSD.-Dozentenbundes zu den Kameradschaften über die politische und weltanschauliche Ausrichtung des akademischen Nachwuchses sprechen würden. Neben diesen Mitgliedern des Dozentbundes würden bewährte Führer aus Partei und Wehrmacht zu den Studenten sprechen. Weiterhin würden die beiden Organifatio- nen zusammen geführt in der Fachgruppenarbeit. Hier habe der Student Gelegenheit, im kleinen Kreis mit dem Dozenten seinem Institut, seiner speziellen Arbeit und der politischen Ausrichtung eines jeden Fachgebietes bekannt zu machen. Als dritter Punkt der Zusammenarbeit sei der vom Dozentenbund eingerichtete Führungsdienst zu nenneü, der hn besonderen den jungen Studenten neben den Einrichtungen der Universität mit den kulturellen Stätten der Stadt Gießen bekannt machen solle. So werde in diesem Trimester eine Führung durch das Liebig-Museum, den Botanifchen Garten, die Museen, die Universitäts-Bibliothek mit ihrer wertvollen Handschriftensammlung stattfinden. Weiter berichtete Dr. Heidt eingehend über die vom Oberbürgermeister in die Wege geleiteten Arbeiten. Wenn auch die Universität Gießen als Arbeitsuniversität gelte, was bereits Liebig in seinen Aus -er Giadi Gießen. Spiel des Zufalls. Es i[t nichts Seltenes, daß junge Mädchen in der Elektrischen die Zeitung ober ein Buch lesen, falls sie allein find. Zuweilen tun sie auch nur so, als seien sie in ihre Lektüre vertieft, in Wirklichkeit benutzen sie das Buch als Deckung, um möglichst unauffällig und nach Belieben ihre Blicke dorthin werfen zu können, wo sie etwas Sehenswertes reizt. Diesmal hatte das junge, übrigens sehr hübsche Mädchen, das zunächst allein saß, Glück; ein junger Unteroffizier und ich nahmen den Platz rechts und links von ihm ein. Es brauchte also nicht in die Ferne zu schweifen. Aber es hatte nur zwei flüchtige Blicke, einen für jeden von uns, und setzte seine anscheinend spannende Lektüre unbekümmert fort, womit es uns freilich die Möglichkeit gab, so oft wir wollten, uns mit bewundernden Blicken an seinem anmutigen Profil zu ergötzen. Es las ohne die Lippen zu bewegen, ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken und verriet mit keiner Regung feines leicht erröteten Gesichts etwas über den Inhalt des Buches, was uns in wachsendem Maße um so neugieriger danach machte. In stillem Einverständnis miteinander versuchten wir in kühn vorstoßenden Blicken bald von rechts, bald von links, in das Buchgeheimnis einzudringen, das plötzlich eine sehr heitere Angelegenheit geworden zu sein Wen, denn das hübsche Mädchen lachte mit einem entzückenden Lächeln leise auf. Die Frage lag mir schon auf der Zunge, als mir der Unteroffizier zuvorkam: „Das Buch muß wohl sehr interessant sein, Fräulein?" „Kaum!" sagte das hübsche Mädcben mit einem flüchtigen Blick nach dem Sprecher yin. „Aber es hat Sie immerhin zmn Lachen gereizt!" beharrte der Soldat. „Ich habe über etwas nachgedacht", gestand das Mädchen mit einem noch entzückenderen Lächeln als vorhin, „ich stellte mir eine Situation vor —" „Ah, ich verstehe!" fiel der Soldat ein, „die Situation war sicher furchtbar komisch —" „So ist es!" vollendete das Mädchen zustim- mend, „aber ich bin am Ziel!" Es erhob sich rasch und huschte anmutig grüßend davon. „Das Buch!" sagte ich, da die Elektrische schon wieder fuhr, und ergriff den Band, den die Leserin, ohne daß wir darauf geachtet, hinter sich gelegt hatte. „Gottseidank, steht der Name drin!" „Hannelore Falk!" wiederholte der Soldat und zog seine Brieftasche heraus. „Mein Freund in der aleichen Staffel heißt Falk, und seine Schwester hat uns oft knusperiges Gebäck geschickt. Sollte die es sein und außerdem so hübsch?!" Ein gegenübersitzender Herr bestätigte die Richtigkeit der Anschrift, die der Soldat vorlas. „Dann muß ich Ottos Schwester das Buch sofort bringen!" sagte er. „Vergessen Sie nicht, sich Finderlohn geben zu lassen!" erinnerte ich, als die Elektrische hielt. „Das sowieso!" lachte er mit strahlendem Gesicht und verließ wie ein Beschenkter den Wagen. P. B. Lornotizen Tageskalender für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 19.30 Uhr im Gloria- Palast, Seltersweg, Gastspiel „Frohe Stunden bei Film und Funk". — Gloria-Palast, Seltersweg: nur 15.30 Uhr „Trenck, der Pandur". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gefährliche Frauen". Ortszeit für den 20. September. Sonnenaufgang 7.08 Uhr, Sonnenuntergang 19.28 Uhr. — Monduntergang 10.47 Uhr, Mondaufgang 21.06 Uhr. rlS-GMinWsl A Kraft öurtii $tenöe Sportamt „Kraft durch Freude". Kindergymnastik Freitag, 16 bis 17 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße (nicht mehr Goetheschule). 4175D Neues von den Glücksmännern. In der erst vor einigen Tagen begonnenen Herbstlotterie der NSDAP, für die Zwecke der nationalen Arbeit sind in Gießen bereits drei ansehnliche Gewinne gezogen worden. Zweimal konnten die Gewinner je 50 RM., und in einem Falle konnte der glückliche Losbesitzer 100 RM. als Gewinn einstecken. Ein schöner Anfang der Lotterie, in der noch viele große Treffer auf die glücklichen Gewinner warten. MngleMdetaaii Roman von Helene Kalisch -Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 26. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Klaus erzählt hastig — denn er weiß, Maria muß gleich wieder in den Laden zurück — von seinen Fortschritten bei Reppmann und seinem wachsenden Verdienst. Sie hört es freudig und stolz. Und wie sie so in der sonnenbeglänzten Straße beieinander- stehen, kann jeder erkennen, der Augen zum Sehen hat, daß sie zwei Menschen sind, die in Liebe ein*^ ander angehören ... Klaus bemerkt, wie Marta erschrickt. Er folgt ihrem Blick und sieht an dem Fenster neben dem Laden ein gelbliches, altes Männergesicht. Heber die Ränder einer Brille hinweg späht es mit böse blinzelnden Augen nach ihnen, die Lippen bewegen sich in lautlosem gehässigen Schelten. „Der Vater!" flüstert Mana verstört. „Laß den alten Mann", sagt Klaus, „der versteht uns nicht mehr. Und du mußt darum nicht so ängstlich sein, Marta!" Er drückt ihr rasch die Hand und steigt auf den Wagen. „Auf Wiedersehen, min Deem!" ruft er ihr noch zu und fährt lachend davon — viel freier und unbeschwerter in der Liebe als sie. Erst am Sonntag finden sie wieder ein paar Stunden ungestörten Beisammenseins. Zwischen den noch kahlen Gärten einer stillen Vorstadtstraße gehen sie und biegen dann in das Tor eines Friedhofes ein. Hier find sie öfters. Selten sind jetzt hier Menschen, und es gibt stille Wege zwischen Erbbegräbnissen mit prunkvollen Denkmälern und auch solche, die dicht verwachsen sind, in älteren Teilen des Friedhofes. Hier sind sie ungestört. Anfänglich entgeht es Klaus, daß Maria bedrückt 'st. Sie haben sich vielerlei zu erzählen. Auf die Dauer aber kann sie ihm nicht ihre Betrübnis verbergen; sie sehnt sich auch sehr nach Trost durch ihn. ^ils er dann, ernstlich beunruhigt, mehrmals behauptet. „Du hast meinetwegen Unannehmlichkeiten, Marta", gibt sie es zu. Ihr Vater mache ihr Vorhaltungen. Er und seine Frau beschimpften und verdächtigten sie. Tagein, tagaus höre sie jetzt wieder hämisches, kränkendes Gerede. Der alte Mann rege sich auf, und fein Zustand habe sich verschlimmert. Die Stiefmutter werfe ihr vor, sie sei schuld daran, sie werde ihn unter die Erde bringen! „Was ihr je eher, je lieber wäre!" fällt Klaus erbittert Marta ins Wort. „Ja, Klaus, das weiß ich. Und darum bin ich so voll Bitterkeit. Ich konnte nicht an mich halten und habe es ihr ins Gesicht gesagt. Aber damit habe ich alles bloß noch schlimmer gemacht. Sie wühlt und hetzt, bringt nicht nur den Vater gegen mich äuf, auch bei fremden Leuten, bei der Kundschaft macht sie mich schlecht! Ach, ich mag schon keinem Menschen mehr ins Gesicht sehen!" Plötzlich schluchzt Maria auf, schlingt den Arm um seinen Nacken, fragt stammelnd in großer Bedrängnis: „Ach Klaus, dürfen sie denn das? ... Dürfen denn die Menschen immer wieder das Geschehene aufwühlen und mir das Leben damit vergiften? ... Wo ich ihnen doch nichts nehme und alles recht zu machen suche ... Warum lassen sie mich nicht in Ruhe?" „Das sollen sie, Marta! Sonst nehme ich sie mir mal vor und rede mit der erbärmlichen Gesellschaft, wie sie es noch nie gehört haben", ruft er, und fein Gesicht läuft vom Hals aufwärts rot an. „Dann gehen wir beide fort von hier, Marta! Dorthin, wo uns keiner kennt — ober auch — bei mir daheim, du, glaubst du, das ginge nicht? ... Die haben ja nur Angst davor. Glaubst du, ich schaffe es dort nicht? Ganz gewiß Maria, wenn du bei mir bist!" Da trocknet sie ihre Tränen, lacht ihn an und atmet tief auf. „Ich weiß, du meinst es gut, Klaus. Und ich will dir auch nichts mehr vorklagen. Ich werde mich schon durchsetzen! Mich hat ja nur am meisten aufgebracht, daß sie über dich schimpfen, wo sie dich doch gar nicht kennen!" Er sieht sie ernst an. „Laß sie nur, Marta. Damit können sie uns nicht nehmen, was in uns ist und was wir uns sind. Alles andere ..." Er macht eine wegwerfende Handbewegung. — Einige Wochen später richtet Frau Pahl eine Frage an Klaus, die etwas Neues, Ungeheuerliches in ihm aufstört. „Wie is bet nu, Klaus? Wenn soll benn nu jebeiratet werben?" sagt sie. Er sieht sie verstänbnislos an. „Na, nu machen Se ’n bummet Jesichte! ...Ick denke. Sie sind einig ntit die Marta?" „Einig? ... Ja. Wir sind uns gut. Aber weiter kann da nichts sein, denn sie geht ja nicht fort von ihren Alten, weil sie zu gut und zu gewissenhaft ist." „Set weeß ick längst! Darum eben is die Sache schwierig. Aber ick nehme an, Sie, als anftärtöijer Mensch, werden nich bloß mit ihr 'rumziehen und se ins Jerede bringen wollen." „Ich, Frau Pahl?" Klaus funkelte die alte Frau so drohend mit seinen blauen Augen an, daß diese unwillkürlich einige Schritte beiseitegeht. „Das besorgt die Frau Ellrich, das dösige, widerliche Weib! Die redet schlecht von Marta und verdächtigt sie. Die und der alte Kerl, der dem Mädel die Jugend gestohlen hat!... Diese beiden erbärmlichen Subjekte, die ihr die Hände unter die Füße legen müß. ten, das undankbare Pack, für das sie sich ab» rackert, bas vergiftet ihr die Tage!" „Herrjeh, Klaus, wie Sie sich in Hitze reben?... Det kennt man ja jar nich an Ihnen! Aber mir erzähln Se bloß nifcht Neues damit! Mir is bet doch alles lange bekannt. Aber jetzt, wo die jemerft haben, bet die Maria mit Ihnen jetzt, da wird's erst schlimm für bet Mädel! Ja, sehn Se, nu wissen Se nischt zu sagen. Ick mische mir sonst jrund- sätzlich nich in andre ihre Anjesejenheiten. Aber weil ick von Marian viel halte und se mir leid täte, wenn se nochmal sollte Unjlück haben, darum wollte ick mal mit Ihnen deutsch reden, verstehn Se? Und ne richtige Vorstellung davon, wat die alle Tage auszuhalten hat, die Ham Sie doch, nich! ... Wo keener weeß, wo Sie herjekommen fin und bloß, bet Se mal wat ausjefressen und jesessen Ham!" „Wer hat das herumgeredet?" fährt er auf, dunkelrot vor Scham und Zorn. Keuchend, mit geballten Fäusten, steht er vor der alten Frau. Sie wendet sich ab, zuckt mit den Schultern. „Wir, Vater und ick, wir nehmen uns so in acht..." Klaus setzt sich langsam wieder auf den Küchenstuhl, starrt mit düsterem Ausdruck im Gesicht vor sich hm. „Was soll man bloß tun, Frau Pahl? Es kann uns ja niemand helfen." „Vielleicht mit ’n juten Rat, Klaus. Sie find nu mal fon bißken schwerfällig und denken an manches nich. Und Sie find ’n Mann, an Sie bleibt mfcht hängen, wenn die Leute abends mit Marta Erinnerungen an Gießen zum Ausdruck brachte, so werde doch auf der anderen Seite die Stadt kein Mittel unversucht lassen, um dem Studenten in Gießen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Der Studentenführer dankte beiden Rednern für ihre Ausführungen und stellte d§n Studierenden die Kameradschaftsführer vor, die einzeln über die Arbeit und die besonderen Ziele ihrer Kameradschaft berichteten. Der Erfolg dieses Abends kommt am besten darin zum Ausdruck, daß sich die anwesenden Studenten geschlossen freiwillig zur Mitarbeit im NSD.-Studentenbund bereiterklärten und den einzelnen Kameradschaften beitraten. Zn den nächsten Tagen keine Bezugscheine. Die neuen Kleiberkarten werben in Gießen in aller Kürze zur Ausgabe kommen. Zur Vorbereitung bieser umfangreichen Arbeiten bleiben die Ausgabestellen für Bezugscheine beim Wirtschaftsamt der Stadt Gießen von morgen ab für mehrere Tage geschloffen, so daß also in den nächsten Tagen keine Bezugscheine ausgestellt werden können. Frohe Stunden in den Lazaretten. Die Jugendgruppe der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks bereitete dieser Tage den Verwundeten in einem hiesigen Reservelazarett durch mancherlei Darbietungen einige frohe Stunden. Gesang von Kanons und alten Volksliedern, von den Jugendlichen schon bargeboten, flottes Ziehharmonikaspiel unb gemeinsame Lieder der Jugendgruppe und der Soldaten ließen die Stunden des helleren Beisammenfeins zur vollen Zufriedenheit beider Teile werden. Unsere Verwundeten dankten den jungen Gästen in herzlicher Weife. Etwa 90 Schulkinder aus Klein-Linden bereitsten unter Führung des Chorleiters Lehrer Rau den Verwundeten ebenfalls eine schöne Feierstunde, in der Gesang, Gedichtvorträge und Darbietungen eines Ziehharmonikaorchesters Heimat, Volkstum und Soldatentum verherrlichten. Die Veranstaltung war in Gemeinschaft mit der NSG. .Kraft durch Freude" bereitet worden. Der herzliche Dank unserer Soldaten war der schönste Lohn für die jugendlichen Sänger und Spieler, sowie ihren Leiter und die Veranstalter. Im Auftrage des Lanbesftembenverketzrsverban- des Rhein-Main hielt Lehrer Grebe aus Frankfurt a. M. vor den Verwundeten einen fesselnden Lichtbildervortrag, der die gespannt lauschenden Hörer mit den Schönbeiten und der Eigenart der rhein-mainifchen Landschaft vertraut machte. Der Vortragende gab dabei auch einen Ueberblick über die wirtschaftliche Bedeutung und die geschichtlich wichtigsten Ereignisse bzw. Denkmäler des Rhein- Main-Gebietes, feine landschaftlichen Reize und die Sehenswürdigkeiten feiner Städte und Dörfer. Durch die anschauliche Schilderung erhielten die verwundeten Soldaten ein geschlossenes Bild des Rhein« Main-Gebietes, für das sie dem Redner nut herzlichem Beifall dankten. ** Vom Veranstaltungsring des San- nesund Untergaues 116 wird mitgeteilt, daß die Dienststunden für die Einzahlung des Jahresbeitrages und für die Annahme der Neuanmeldungen an folgenden Tagen auf der Verwaltungsstelle des Bannes stattfinden: Freitag, 20. September, 15 bis 18 Uhr; Samstag, 21. September, 15 bis 17 Uhr; Montag, 23. September, 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. Anmeldeformulare können nachgeholt werden. ** 75 Jahre alt. Am morgigen Freitag, 20 September, kann der Reichsbahnobersekretär a. D. Johannes Klebe, Crednerftraße 1 wohnhaft, feinen 75. Geburtstag begehen. Den Jubilar beglückwünschen auch wir herzlich zu seinem Geburtstage. ** In der Anlage tot aufgefunden. Am heutigen Donnerstag früh fand man auf einer Bank in den Anlagen am Hindenburgwall einen etwa 70 Jahre alten Mann tot auf. Die Leiche des Mannes, dessen Personalien bekannt sind, wurde dem Neuen Friedhof zugeführt. Die Todesursache ist bis zur Stunde noch nicht bekannt. ♦♦ Auf der Baustelle abgestürzt. Heute vormittag stürzte auf einer Baustelle in Klein- Linden der Arbeiter Konrad Meurer aus Lohra (Kreis Marburg) aus ziemlicher Höhe ab. Mit inneren Verletzungen mußte der bedauernswerte Mann von der Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. in die dunklen Straßen langjehn sehn. Wat die olle Ellrichen is, die bringt se erst druff, det se alle kieken und uff passen. Ick habe Marian schon jesagt und ooch Ihnen, det Se beede ruhig hier bei uns kommen und sich unjestöri unterhalten können. Und wenn mir eener wat sagt, dem leuchte ick heim... Vorausjesetzt, Klaus, det Sie es ehrlich mit die Maria meinen. Ick bin der Ansicht, Sie sollten ruhig beede nachs Standesamt jehn! Die Marta is achtundzwanzig Jahre, die braucht wahrhaftig keen mehr um Erlaubnis zu fragen. Und denn arbeetet ihr beide so lange jeder seine Sache, bis ihr euch den ei jenen Hausstand jriinden könnt. Denn sind wenigstens die Schandmäuler jeftoppt von wejen Martan!... Unb je eher, je besser, denn se kommt mir fon bißken verändert vor und is manchmal so blaß!" Klalls sieht die alte Frau starr an, aus feinem Gesicht ist alle Farbe gewichen. „Frau Pahl, das — geht ja nicht! — Ich bin ja nicht — meine frühere Ehe ist nicht geschieden —" „Wat?" — Die behäbige alte Frau, die an der anderen Seite des Küchentisches Platz genommen hat, schnellt vom Stuhl empor. „Sie sind verheiratet? ... Und bet Ham Se oerschwiejen? ... Na, sowat von Unaufrichtigkeit! ... Ja, wat denn nu?" „Maria weiß es." „So? ... Schlimm jenug, bet se Ihnen ba nich längst ’n Laufpaß jejeben hat! Wat habt ihr beebe euch benn bloß jedacht?" Klaus sieht Frau Pahl ratlos an unb rückt mit ber Schulter. „Das ist doch alles versunken unb ausgelöscht. Was dazwischenliegt, ist wie ber Tob ... Jetzt ist ein anberes Leben." Frau Pahl aber ist sehr aufgebracht. Zornig schüttelt sie ihre geballten Fäuste vor Klaus Tjabens Gesicht. „Ihr Männer feib boch alle mit ’n Holzhammer jetauft! Jetzt machen Se aber schleunigst unb bringen bie Sache in Orbnung! ..." Klaus sucht unverzüglich Maria Ellrich auf. Unter dem Vorwand, einen Auftrag entgegennehmen zu wollen, wartet er, bis der Laden von Kunden leer ist. „Ich muß heute noch mit dir sprechen, Maria! Kannst du es einrichten?" fragt er leise. Sie blickt ihn erschrocken unb voll Sorge an. „Was ist benn. Klaus? Ich bente, bu mußt zu Reppmann?" „Ich sage ab, rufe im Zigarrengeschäft an!" „3s denn was geschehen?" fragt sie, (Forts, jolgt.)