190. Jahrgang Nr. 195 Montag, 19.Auguft 194V Gietzener Anzeiger vrühlfche Univerfttätrdnickerei 8. toige General-Anzeiger für Oberhessen 54 »ietz«n^chulftraßt°7-4 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desVormittags Anzeigen-Preife r Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25*/o mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Lustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluß 2251 Drahtanschrift.-„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M. Todesring um England. Don unserer Berliner Schristleitung. Brutal und zu jedem Rechtsbruch entschlossen, hat das plutokratische England die völkerrechtswidrige Blockade aus Europa ausgedehnt. Es ist die englische Regierung, die den Krieg diplomatisch und politisch vorbereitet und erzwungen hat. Es ist wieder die englische Regierung, die mit der Blockade gegen Deutschland sich sofort auf den totalen Krieg eingestellt hat. Deutschland hat lange gewartet, ehe es sich dazu entschloß, nunmehr gegen England zu einer rücksichtslosen und lückenlosen Blockade überzugehen. Wenn nun gegen England die totale Blockade verhängt worden ist, so bedeutet das, daß jedes Schiff, das von und nach England fährt, ganz einerlei unter welcher Flagge, ganz einerlei mit welchen Auftrag, vernichtet wird. Die plutokratische Clique in London ist, wie eine mehrhundertjährige Erfahrung immer wieder gelehrt hat, zu jeder Niedertracht fähig. Es hat sich das schon bei der Erklärung des Kriegszustandes durch die englische Regierung gezeigt, denn noch ehe dieser Kriegszustand erklärt war, hatte der damalige Erste Lord der Admiralität, Winston Churchill, den tollen Streich mit der „A t h e n i a" vorbereitet, um die öffentliche Meinung der Bereinigten Staaten gegen Deutschland aufzuputschen. Nun, wo die englische Regierung Tag für Tag darauf gestoßen wird, daß es hart auf hart geht, daß mit Lügen über englische Luftsiege nicht zurechtzukommen ist, nun muß damit gerechnet werden, daß Churchill, der wie ein Diktator 'England beherrscht, auf neue Verbrechen sinnt, um mit Hilfe dieser Verbrechen Bundesgenossen zu werben. Alle Neutralen wissen nun oder müssen es wissen, daß die Fahrt von und nach England eine Todesfahrt ist, daß, wer sich in die Sperrzone um England hineinwagt, dies auf seine eigene Rechnung und Gefahr tut. Daß diese Gefahr sehr groß ist, das wird Tag für Tag bestätigt durch die Meldungen über die Vernichtung von Schiffen, die Kurs von und auf England gesteuert sind. Ein Verhalten, das nicht erst seit heute dem Selbstmord gleichzusetzen ist. England ist kein Land, mit dem sich regelrecht Handel treiben läßt, es ist erst recht fein Land, das in der Lage ist, neutrale Schiffseigner bei einer Fahrt von und nach England schützen zu lassen. Was in und um England geschieht, das ist der totale Krieg, das ist die Hölle selbst, das ist die Vernichtung, also eine Gefahr, die auch ein neütraler Schiffseigner nicht auf sich nehmen will. Churchill hat bisher immer wieder damit auftrumpfen lassen, daß die Vernichtung von Schiffsraum nicht dazu geeignet sei, die Versorgung Englands oder gar die Fahrt auf England irgendwie zu beeinträchtigen. Das Zahlenbeispiel, das er sich zu diesem Zweck erfunden hat, besteht ja immer darin, fast den gesamten neutralen Schiffsraum als englandhörig oder gar als englandeigen zu bezeichnen, obschon die Dinge in Wirklichkeit so liegen, daß der seit dem 3. September 1939 von deutschen Streitkräften vernichtete Schiffsraum England unmittelbar ans Leben geht. Englands Oft- und Südostküsten sind seit Monaten blockiert mit dem Ergebnis, daß der Schiffsverkehr^ selbst in den wichtigsten Häfen dieser Küsten nahezu völlig verschwunden ist. Nahezu völlig, denn nur noch leichte Küstenschiffe können sich an den Küsten entlangschleichen, was für die englische Admiralität die Veranlassung ist, von einem ununterbrochenen Schiffsverkehr zu sprechen. Der englische Schiffahrtsminister Croß hat aber dieser Tage unfreiwillig eingestanden, daß die ohnedies nicht zahlreichen und vor allem nicht sehr großen Häfen an der Westküste nicht imstande seien, den von der Ost- und Südküste verdrängten Schiffsverkehr aufzunehmen. Der Todesring um England bedroht nun auch den Verkehr zu den Westhäfen Englands, der ohnedies durch die vielfachen Inselgruppen, die der Westküste vorgelagert sind, nicht einfach ist. Deutschland hat diese Entwicklung nicht erzwungen, denn es war England, das mit der Blockade den unmenschlichsten aller Kriege, den Hungerkrieg, die Aushungerung nicht nur einzelner Länder, sondern eines ganzen Kontinents erreichen will. Brutal und perfide hat es diese Blockade selbst gegen seine Bundesgenossen von gestern verhängt, ohne sich darum zu kümmern, wie dieser Frontwechsel auf Neutrale wirkt. Indem Deutschland nunmehr alle neutrale Schiffseigner darauf aufmerksam macht, was ihren Schiffen bei einer Fahrt von und nach England droht, warnt es nicht nur alle Neutrale vor Schiffsverlusten, es warnt sie auch vor dem Schicksal, von England im Stich gelassen zu werden, wie das allen Bundesgenossen. Englands geschehen ist. S. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. 89 feindliche Flugzeuge vernichtet. Ein Zerstörer und 25 700 BRT. versenkt. Berlin. 17. Aug. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe setzte am 16. August und in der Nacht zürn 17. August den Kamps gegen die britische Insel mit Teilkräften fort, hierbei wurden Flugplätze, Flakstellungen und Ballonsperren in Südostengland und der weiteren Umgebung Londons, Werke der Rüstungsindustrie in Mittelengland sowie Hafen- und Kaianlagen in Cardiff, Newport und Bristol erfolgreich mit Bomben belegt und bei der Insel Wight ein Zerstörer versenkt. 3n den Angriffsräumen durchbrachen unsere Jagdflugzeuge in heftigen Luftkämpfen die feindliche Abwehr und ermöglichten dadurch den Kampfverbänden, ihre Angriffsziele zu erreichen. In der Nacht zum 17.8. in das Reichsgebiet eingeflogene britische Flugzeuge griffen verschiedene Orte mit mäßiger Schadenwirkung an. Einige Wohnhäuser erhielten Bombentrefser, wobei zwei Zivilpersonen getötet und mehrere verletzt wurden. Die Gesamtverlufie des Feindes betrugen gestern 8 9 Flugzeuge, davon wurden 59 im Luftkampf, 23 am Boden und sieben bei Nacht durch Flakartillerie vernichtet. 22 Sperrballone wurden in Brand geschossen. 31 eigene Flugzeuge werden vermißt. Deutsche Unterseeboote versenkten aus stark gesicherten Geleitzügen heraus mehrere bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 25 700 BRT., darunter einen Tanker von 5700 BRT. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 18. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 3 2 3 0 0 BRT. feindlichen handels- fchiffsraumes. Die Luftwaffe fetzte am gestrigen Tage und besonders in der Nacht zum 18. August A u f k l ä - rungs - und Angriffsflüge gegen England fort. In weiten Gebieten Süd- und Mittelenglands wurden Flugplätze, Flak- und Scheinwerferstellungen, die Motorenwerke in Filton, Flugzeugwerke bei Birmingham, Industrieanlagen in Reading sowie die Hafenanlagen von Swansea, Avonmouth und Bournemouth erfolgreich mit Bomben belegt. Das M i - n en legen in englischen Häfen wurde fortgesetzt. Britische Flugzeuge flogen in der gleichen Nacht in West-, Mitteldeutschland und Belgien ein. In verschiedenen Orten wie z. in Dortmund wurden Wohnviertel getroffen und eine Anzahl Zivilpersonen getötet oder verletzt. Auch ein Luftangriff auf die Innenstadt von Brüssel erforderte Opfer unter der Zivilbevölkerung, hier wurden vier Personen getötet und 22 verletzt, darunter Frauen und Kinder. Unsere Nachtjäger schossen ein britisches Flugzeug, unsere Flak vier weitere brittsche Flugzeuge in der Nacht zum 18. 8. ab. Ein deutsches Flugzeug wird vermißt. Die Zahl der feindlichen Flugzeugverluste am 16. 8. hat sich v o n 8 9 auf 92 Flugzeuge erhöht. Flugplätze vor London wirkungsvoll angegriffen. Am (Sonntag bis jetzt 138 Flugzeuge als vernichtet gemeldet. Berlin, 18.Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Rahmen der bewaffneten Aufklärung im Raume um London und in der Grafschaft Hampshire erzielten unsere Fliegerverbände wieder einen großen Erfolg. Die Kampfflieger griffen kriegswichtige Ziele, insbesondere mehrere der Stadt London unmittelbar vorgelagerte Flugplätze, wirkungsvoll an und zerstörten zahlreiche Flugzeuge am Boden. Unsere Jäger und Zerstörer fügten in den sich hierbei entwickelnden Luftkämpfen der Royal Air Force weitere empfindliche Schläge zu. Eine große Anzahl von Flugzeugen wurde in der Luft abgeschossen. Bis zur Stunde beträgt die Zahl der Sonntag vernichteten Feindflugzeuge 138. Davon wurden 23 am Boden zerstört, hierbei zeichnete sich das Zerstörergeschwader „horst Wessel" unter Führung seines Kommodore Oberstleutnant Huth besonders aus. Das Geschwader hat am Sonntag 51 Abschüsse zu verzeichnen. Bisher sind 34 eigene Flugzeuge nicht zurückgekehrt. Britische Küstenverteidigung. Unser Bild zeigt eine Beobachtungsstelle einer Küstenbatterie an der Westküste Englands. — (Schepl-Bilderdienst-M.) England unter totaler Blockade. Oie deutsche Antwort auf Englands Nechtsbrüche in der Geekriegsführung. - Eine letzte Mahnung an die neutrale Schiffahrt, das Operationsgebiet um die britischen Inseln zu meiden Berlin, 17. August. (DNB.) Amtlich wird verlautbart: I. England hat seit Beginn des Krieges in immer wachsendem Maße die völkerrechtlichen Regeln der Seekriegführung verletzt. Es begann mit der den primitivsten Gesetzen der Menschlichkeit widersprechenden Verkündung aller Nahrungsmittel zur Konterbande. Hierdurch sollten wie im Weltkriege die deutschen Frauen und Kinder getroffen werden. Es folgte die Erklärung aller Waren deutschen Ursprungs, selbst der. in neutralem Besitz befindlichen und auf neutralen Schiffen aus Deutschland ausgeführten Waren, zur Konterbande. Hierdurch sollte die deutsche Wirtschaft getroffen werden. Dann kam die völkerrechtswidrige Bewaffnung der englischen Handelsschiffe, um sie als Angriffswaffe gegen deutsche U-Boote zu verwenden, der Mißbrauch neutraler Flaggen uff. Deutschland hat hierauf geantwortet: 1. Durch Umlagerung seines Handels nach dem Osten und bedeutende Erweiterung seiner Zufuhr an Lebensmitteln und Rohstoffen aus den europäischen und asiatischen Wirtschaftsgebieten, mit der Sicherstellung gewaltiger Mengen an Rohstoffen aller Art in den von seinen Feinden gesäuberten europäischen Ländern zugunsten der deutschen Wirtschaft und 2. durch Versenkung von 5 Millionen Bruttoregiftertonnen des England zur Verfügung stehenden Handelsschiffsraumes durch die deutsche Kriegsmarine und Luftwaffe. Hinzu kommt die Unbrauchbarmachung weiterer anderthalb Millionen Bruttoregiftertonnen Schiffsraum durch schwere Beschädigungen bei Luftangriffen. Also insgesamt sechseinhalb Millionen Bruttoregiftertonnen. Mit der zunehmenden Erkenntnis der Nutzlosigkeit feiner bisherigen allen Regeln des Völkerrechts widersprechenden Seekriegführung ist England dann zu immer brutaleren Methoden übergegangen. Das Legen von Treibminen, der offene und getarnte Einsatz von Handelsschiffen zu Kriegshandlungen, die Tarnung von Fischerbooten als U-Boot- Fallen, die Ankündigung Mr. Churchills im Parlament am 9. Mai 1940. daß im Skagerrak am Tage alle deutschen Handelsschiffe und bei Nacht alle Handelsschiffe ohne Unterschied der Nationalität verfenkt würden, liegt aus dieser Linie. Den schwersten Schlag aber hat England der Schiffahrt dritter Staaten durch folgende Maßnahmen versetzt. Es hat 1. die Handelsschiffe Norwegens, Dänemarks, Hollands, Belgiens und Frankreichs geraubt, um die gewaltigen Verluste an eigener Tonnage wenigstens teilweise zu ersetzen. Seitdem zwingt es die Eigentümer und Besatzungen dieser Schiffe, für England Frondienste zu leisten. 2. Versucht es mit allen Mitteln, die gesamte neutrale Schiffahrt unter seine Kontrolle zu zwingen. So hat England die verschiedensten Seegebiete, wie neuerdings das Gebiet Zwischen Grönland und England und bestimmte Gebiete um Südengland völlig widerrechtlich durch Minen gesperrt und zwingt die neutrale Schiffahrt zum Einlaufen in die englischen Kontrollhäfen. Es hält auch die Schiffe von Nationen, wie Japan, der Sowjetunion und Schweden, die an dem europäischen Kriege völlig unbeteiligt sind, willkürlich fest. Dor allem aber versucht es jetzt, der gesamten neutralen Schiffahrt das berüchtigte Navycertsystem (System der von englischen Spionageorganisationen in neutralen Ländern aufgebauten Handelskontrolle) aufzuzwingen. Es behandelt Schiffe ohne Navycerts als Prise. England versucht auf diese Weise, die gesamte neutrale Handelsschiffahrt seinen Kriegszwecken-dienstbar zu machen. Was das Seegebiet um England betrifft, fo findet hier bei den sich immer steigernden Kampfhandlungen der beiderseitigen Luft- und Seestreitkräfte ein normaler Handelsverkehr überhaupt nicht mehr statt. Der neutralen Handelsschiffahrt werden vielmehr heute durch Blinen, Dorpoffenboote, Luftpatrouillen, englische Küstenbatterien usw. ihre Routen und ihre Handlungsweise vorgeschrieben, wieder andere neutrale Schiffe fahren meist unter Zwang in Konvois englischer Seestreitkräfte. Von einer freien Schiffahrt in diesen 2Heeren kann daher heute nicht mehr die Rede sein. Die Entwicklung zeigt vielmehr, daß die neutrale Schiffahrt, so weit sie heute überhaupt noch nach England fährt, allen Gefahren der Kriegshandlungen unterworfen ist und daß sie nach Lage der Dinge direkt oder indirekt von England zu Hilfsdiensten mißbraucht wird. Eng- land selbst hat also durch feine jedem Völkerrecht hohnsprechenden Maßnahmen das ganze Seegebiet um feine Inseln zum militärischen Operationsgebiet gemacht, ein Zustand, der es jedem wirklich neutralen Schiff verbieten sollte, sich in diese Meere zu begeben. Eine weitere Abschreckung für die neutralen Schiffe und Seeleute sollte sein, daß unter dem täglich stärker werdenden Druck der deuffchen Streitkräfte sich England neuerdings ganz offen auch über die letzten Schranken anständiger Kriegsführung hinwegsetzt. So hat vor einigen Tagen Mr. Churchill an- kündiqen lassen, daß die deutschen unter dem Schutz des Deuffchen Roten Kreuzes stehenden Seenotflugzeuge, die in Seenot befindliche deutsche oder gegnerische Flieger bergen, nunmehr von England abgeschossen würden. Dieser zynischen Aufforderung zum Mord, die für die Verzweiflung der jetzigen englischen Machthaber über den kommenden Zusammenbruch symptomatisch ist, ist von der englischen Luftwaffe prompt entsprochen worden. Bei" den letzten Luftkämpfen wurden nämlich zwei deutsche Seenotflugzeuge während ihrer Bergungsarbeiten, die verwundeten englischen Fliegern galten, von den Engländern abgeschossen. III. Deutschland hat diese Entwicklung seit Monaten aufmerksam verfolgt in der Hoffnung, daß vielleicht doch noch Erwägungen der Vernunft die jetzigen englischen Machthaber abhalten würden, auf dem Wege dieser verbrecherischen Kriegsführung weiter fortzuschreiten. Diese Hoffnung war vergebens. England hat den letzten Appell des Führers abgelehnt. Demgegenüber hat die Reichsregierung nunmehr beschlossen. Gleiches mit Gleichem zu vergelten und ihre militärischen Machtmittel mit derselben Rücksichtslosigkeit gegen die Schiffahrt um England einzusehen. Am 26. September 1939 hat die englische Regierung durch ihren damaligen Premierminister Mr. Chamberlain erklärt, Deutschland sei eine belagerte Festung, und es sei durchaus legal und menschlich, das deutsche Volk von allen lebenswichtigen Zufuhren abzuschneiden. Das heißt also: Die jetzigen britischen Machthaber betrachten es als durchaus selbstverständlich und legal, daß, wenn es nach ihrem Willen ginge, deutsche Fra-uen und Kinder wie im Weltkriege dem Hungertode ausgeliefert würden. Die Politik des Führers, die der deutschen Wirtschaft die Zufuhr von Lebensmitteln aus großen Teilen der Welt geöffnet hat, und die Sicherung großer Rohstoffvorräte durch den einzigartigen Siegeszug unserer Armeen haben diese englische Rechnung zunichte gemacht. Die heutigen englischen Machthaber wissen das. Trotzdem wagen sie es noch nicht, den völligen Zusammenbruch ihrer Politik dem eigenen Volk einzugestehen, sondern proklamieren vielmehr den Krieg bis aufs äußerste. Dieser selbst- zerstörerischen englischen Haltung gegenüber stellt die Reichsregierung fest: Die belagerte Festung ist heute nicht mehr Deutschland, sondern das englische Insel- reich. Der mißlungenen englischen Hungerblockade gegen deutsche Frauen und Kinder seht nunmehr Deutschland die totale Blockade der britischen Inseln entgegen, die hiermit verkündet wird. IV. Deutschland ist überzeugt, mit der Verkündung der totalen Blockade des britischen Jnselreiches einen weiteren entscheidenden Schritt zur Beendigung des Krieges und zur Beseitigung der an diesem schuldigen heutigen britischen Machthaber zu tun. Das Oberkommando der Wehrmacht wird bei seinen Operationen die günstige strategische Lage, die die Beherrschung der kontinentalen Küsten von der Biskaya bis zum Nordkap sowie die Ueberlegenheit im See- und Luftraum um England den deuffchen Streitkräften bieten, in vollem Umfange ausnutzen. Deutschland handelt dabei im Interesse gang Europas, denn: Seitdem man in London eingesehen hat, daß Deuffchland nicht auszuhungern ist, versucht man es nunmehr, den Hungerkrieg auch auf andere europäische Staaten wie Norwegen, Dänemark, Holland, Belgien und Frankreich, gegen Schweden, Spanien und Portugal auszudehnen. Selbst völlig unbeteiligten Ländern, wie Japan, der Sowjetunion usw., versucht man ihre Zufuhren aus Uebersee abzuschneiden mit der Begründung, daß Deutschland von diesen profitieren könne. Die schnelle Niederzwingung Englands und damit die Be- seitigung der allein dem Frieden entgegenstehenden jetzigen englischen Machthaber ist daher das erste Gebot für ganz Europa und auch für die übrigen neutralen Staaten. Während einige Länder, wie die Vereinigten Staaten von Amerika und Argentinien, bereits seit langem die Meere um England als Kampfgebiet erklärt und den Schiffen, Flugzeugen und Bürgern ihrer Staaten verboten haben, sich in diese Gefahrenzone zu begeben, ist eine solche Maßnahme bei anderen neutralen Staaten bisher nicht erfolgt. Deutschland, das diese Länder wiederholt gewarnt hat, ihre Schiffe in das Seegebiet um England zu schicken, hat die Regierungen dieser Staaten nunmehr n o ch e i n - mal in einer Note aufgefordert, ihren Schiffen das Befahren der deutsch-englischen Kriegszone zu verbieten. Es liegt im Interesse der Staaten selbst, daß diesem. Ersuchen baldig st entsprochen wird. Die Reichsregierung muß ihrerseits jedenfalls folgendes feststellen: Der Seekrieg ist in dem Gebiet um England in vollem Umfang entbrannt. Das gesamte Gebiet ist mit Minen verseucht. Die Flugzeuge greifen jedes Schiff an. Jedes neutrale Schiff, das dieses Gebiet in Zukunft befährt, seht sich daher der Gefahr der Vernichtung aus. Die Reichsregierung lehnt in Zukunft ohne jede Ausnahme die Verantwortung für irgendwelche Schäden, die Schiffen jedweder Art oder Personen in diesen Gebieten zustoßen sollten, ab. Durch ein völliges Fernhalten ihrer Schiffahrt von den britischen Inseln werden die neutralen Staaten auch chrerseits am besten zur Vermeidung von Komplikationen und zur schnellen Beendigung dieses Krieges beitragen. Auch wird es auf diese Weise Mr. Churchill und sonstigen Interessenten in Zukunft schwerer gemacht werden, einen neuen „Athenia"-Fall zu konstruieren, d. h.: ein Schiff eines dritten Staates durch eigene U-Boote versenken zu lassen und dann Deutschland die Versenkung zuzuschieben in der Hoffnung, die öffentliche Meinung dieses Staates damit gegen Deutschland aufzuhetzen und in den Krieg zu treiben. Deutschland ist überzeugt, daß es durch die endgültige Beseitigung des heutigen britischen Piratentums nicht nur Europa, sondern allen neutralen Staaten der Welt einen Dienst von historischer Bedeutung leistet. Das Blockadegevlet um England. Berlin, 18. Aug. (DNB.) Das Seegebiet um England, vor dessen Befahren die neutrale Schrst- fahrt in der Note an die neutralen Regierungen dringend gewarnt wird, ist geographisch wie folgt begrenzt: „Von der französischen Atlantikküste auf 47 Grad 30 Minuten Nord, zwei Grad 40 Minuten West, nach Punkt 45 Grad Nord, 5 Grad West, nach Punkt 45 Grad Nord, 20 Grad West, nach Punkt 58 Grad Nord, 20 Grad West, nach Punkt 62 Grad Nord, 3 Grad Ost, von hier nach Süden zur belgischen Küste, dann der belgischen und französischen Küste folgend zum Ausgangspunkt." Trotz eindeutiger Warnungen. Amerikanisches Transportschiff in das Operationsgebiet an der britischen Aordküste dirigiert. Berlin, 17.Aug. (DNB.) Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat durch eine Verbalnote der amerikanischen Botschaft in Berlin der Reichsregierung am 9. August mitgeteilt, daß das Trupventransportschiff der amerikanischen Armee „American Legion" am 16. August von dem finnischen Hafen Petsamo nach N e u y o r k fahren werde, um amerikanische und andere Staatsangehörige nach den USA. zu bringen. In der Verbalnote wurde mitgeteilt, daß das Schiff bei Tag und bei Nacht in einer bestimmten Weise gekennzeichnet und beleuchtet sein wird. Das Schiff soll außerdem auf seiner Fahrt von Petsamo nach Neuyork einen b e st i m m- ten Kurs einhalten, der u.a. zwischen der Insel Rona und dem Kap Wrath an der Nordküste von England durchführt. Die amerikanische Regierung hat die Erwartung ausgesprochen, daß das Schiff nicht angehalten oder behelligt werde. Die Botschaft hat außerdem die Zusage von Frei geleit erbeten. Die Reichsregierung hat daraufhin der Botschaft der Vereinigten Staaten geantwortet, daß im vorliegenden Fall kein Anlaß für eine Zusage bestehe, da es eine Selbstverständlichkeit sei, daß deutsche Streitkräfte ein neutrales Wehrmachtsschiff nicht angreifen. Die Reichsregierung erklärte sich jedoch bereit, die zuständigen deutschen Stellen von der Abfahrt des Schiffes aus Petsamo und von dem beabsichtigten Kurse informatorisch zu verständigen. Am 14. August hat die Reichsregierung der amerikanischen Botschaft in Berlin mitgeteilt, daß die zuständigen deutschen Stellen nach Kenntnisnahme des beabsichtigten Kurses darauf hingewiesen haben, daß dieser Kurs des Schiffes das militärische Operationsgebiet um England stark berührt, daß mit einer derartigen Fahrt außerordentliche Gefahren verbunden seien. Es wurde desyalb der Dringende Rat erteilt, daß die „American Legion" auf einer ungefährlicheren Route zurückfahre. Diese Warnung wurde auch in Besprechungen mit der amerikanischen Botschaft erörtert, wobei insbesondere auf die völlige Verseuchung des Seegebietes um England mit Minen hingewiesen wurde. Am 16. August mittags teilte die amerikanische Botschaft durch eine Verbalnote mit, daß die „American Legion" von Petsamo am selben Tage abfahre. Ferner wurde entgegen der deutschen Warnung mitgeteilt, daß das Schiff die zu e rst angegebene Route befahren werde. Das Auswärtige Amt stellte daraufhin durch eine Verbalnote, am 16. August der amerikanischen Botschaft gegenüber fest, daß das Schiff sich trotz der Warnung in voller Kenntnis der Gefahren in das Operationsgebiet begebe. Die Reichsregierung müsse deshalb die Verantwortung ableh- n e n , wenn dem Schiff irgendwelche Nachteile hieraus entstehen sollten. Die Verantwortung müsse einzig und allein bei der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika liegen. Die Reichsreaie- rung hat iM übrigen auf den Umstand hingewiesen, daß die endgültige Mitteilung Über die Abfahrt der „American Legion" dem Auswärtigen Amt erst am 16. August mittags zugegangen ist, obwohl der amerikanischen Botschaft vorher als spätester Zeitpunkt für eine Benachrichtigung über den endgültig beabsichtigten Kurs ausdrücklich der 15. August genannt worden war. (Sin gefährliches Experiment. Das ist doch eine sonderbare Sache, daß die amerikanische Regierung ihren Truppentransporter „American Legio n", der Amerikaner aus Osteuropa von dem finnischen Hafen Petsamo um das Nordkap herum, also jenseits des 71. Breitengrades, in die nordamerikanische Heimat zurückbringt, ausgerechnet zwischen dem Kap Wrath und der Insel Rona in die Heimat zurückkehren lassen will. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß die Passage zwischen den Faröer-Jnseln und Island der gerade Weg ist. In dieser Gegend und zu dieser Jahreszeit gibt es selbstverständlich auch keine Eisberge mehr, um einen ganz unwahrscheinlichen Erklärungsversuch für diesen rätselhaften Entschluß vorwegzunehmen. Denn das Gebiet zwischen Kap Wrath und der Insel Rona liegt um den 59. (!) Breitengrad, unmittelbar vor der Nordküste Schottlands. Kap Wrath ist der nordwestlichste Punkt Schottlands. Und die Insel Rona, die in manchen Karten gar nicht verzeichnet ist, finden wir, wenn wir nördlich des 59. Breitengrades einen Strich von den Orkneys nach Westen und einen anderen Strich von den Hebriden nach Norden machen. Auf den Orkneys ist in und um Scapa Flow die wichtigste englische Flottenstation der Nordsee. Man erinnert an den „A t h e n i a" - Zwischenfall, bei dem Churchill schon in den ersten Kriegslagen Menschenopfer nicht scheute, um die Amerikaner in den Krieg zu Hetzen. Aber es gibt auch in den Vereinigten Staaten selbst Kreise, denen jedes Mittel recht ist, um eine Präsidentschaftswahl zu gewinnen. Oie neue Do 215. "M- & va Es *. - '/■ H * MW -■2> . .-ySifc* 4 r - »MM '■V E U.. " ■ Das neueste Dornier-Flugzeug Do 215, über dessen Fertigstellung wir schon ausführlich berichtet haben, hat gegenüber der Do 17 eine stärkere Bewaffnung und ist ihr an Schnelligkeit noch überlegen. ' y (Scherl-Bilderdienst-Werkphoto-M.) Für sie gibt es ein anderes Gegenstück: die Versenkung des amerikanischen Schlachtschiffes „Main e" am 15. Februar 1898 im Hafen von Habana, die von den Amerikanern als erwünschte Gelegenheit benutzt wurde, Spanien herauszufordern und zur Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten zu verlocken. Heute wird angenommen, daß diese Sprengung der „Maine" ein Werk amerikanischer Agenten gewesen ist. Die deutsche Regierung hat sowohl durch ihre Verbalnote an die Vereinigten Staaten wie durch ihre totale Blockadeerklärung der britischen Inseln klargestellt, daß die amerikanische Regierung mit dieser willkürlich gewählten Route s e l b st j e n e Gefahrenzone gesucht hat, vor der von deutscher Seite eindringlich gewarnt wurde. Zur Abrundung des Tatbestandes bleibt nur zu erinnern, daß die Regierung der Vereinigten Staaten bisher ihren Schiffen das Befahren gefährdeten Ses- gebietes verboten hat und daß die Abreife der „American Legion" von Petsamo nicht rechtzeitig gemeldet wurde. Bubenstreiche -er Royal Aire Force. Goethes Gartenhaus in Weimar und der Neußer Ehrenfriedhof bombardiert. Weimar, 17.Aug. (DNB.) In der vergangenen Nacht griffen englische Flieger in größerer Zahl außer vielen anderen Orten in Thüringen auch die Gauhauptstadt Weimar an. Hier versuchten sie nicht nur verbrecherisch die deutlich bezeichnete Rote-Kreuz-Dienststelle an der Belve- derer Allee mit Bomben zu belegen, sondern schreckten sogar davor nicht zurück, Goethes Gartenhaus im Park, eine Stätte, vor der sich die ganze Welt in Ehrfurcht neigt, zu bombardieren. Die Bomben schlugen in einem Umkreis von 20 bis 30 Meter um das Haus herum ein. Auch Bomben mit Zeitzündern wurden in größerer Zahl gefunden. Wie durch ein Wunder ist das Gebäude vor größerem Schaden bewahrt geblieben. Da bei dem hellen Mondschein das Gelände genau zu übersehen und das Gartenhaus klar zu erkennen war, bedarf es keiner Frage, daß es sich bei dem verruchten Anschlag um einen ganz bewußten Bubenstreich gehandelt hat. Wie die deutschen Truppen bei chrem Vormarsch im Weften des öfteren strategische Schwierigkeiten in Kauf genommen haben, um künstlerisch und kulturell wertvolle Bauwerke zu schonen, ist auch in der ausländischen Presse immer wieder hervorgehoben worden. Die britischen Flieger aber scheuen sich nicht, ohne irgendwelche sonstigen Gründe, aus sinnloser Zerstörungswut die aller Welt heilige Stätte anzugreifen, an der einer der größten Dichter und Denker Werke von unvergäng- licher Größe schuf. England hat damit seinen heuch. lerisch gepredigten „Krieg für die Kultur" erneut ins wahre Licht gestellt. In der Nacht zum 16, August haben die britischen Luftpiraten nun auch den Neußer Ehrenriedhof, die Ruhestätte gefallener Soldaten, zum Ziel eines Luftangriffes gemacht. Eine Bombe wurde in der Nähe des Ehrenmales abgeworfen. Nur durch eine Baumpflanzung wurde verhindert, daß Schaden angerichtet wurde. Da das Gräber« seid des Ehrenfriedhofes mit den gleichmäßigen weiß leuchtenden Kreuzen auch aus der Luft ohne weiteres als solches zu erkennen ist, darf ohne weiteres angenommen werden, daß die Bombenabwürfe darauf mit voller Ab« sicht erfolgt sind. Die „moralische Wirkung", die die britischen Flieger mit diesem Angriff beabsich« tigten, dürfte sich allerdings in anderer als in der von ihnen beabsichtigten Weise auswirken. Die verabscheuungswürdige Tat hat in der Bevölkerung größte Empörung und Abscheu erweckt. Oer englische Fliegerangriff auf Brüffel. Brüssel, 18. Aug. (Europapreß.) In der Nacht zum Sonntag wurde Brüssel das Opfer eines englischen Fliegerüberfalls. Nachdem englische Bomber bereits längere Zeit über der in mildem Mondlicht still daliegenden Stadt gekreist waren, erfolgten etwa 15 Minuten nach Mitternacht Bombenabwürfe in das Zentrum Brüssels. Mehrere Häuser wurden völlig zerstört. In weitem Umkreis wurden sämtliche Schaufenster und Fensterscheiben vom Luftdruck herausgerissen. In jedem Falle handelte es sich um Wohnhäuser, deren friedliche Einwohner getötet oder verletzt wurden. Gleichzeitig wurden Bauern getroffen, die mit ihren Gemüse- und Obstwagen bereits am Abend angelangt waren, um ihre Erzeugnisse am Sonntagmorgen auf dem Frühmarkt feilzubieten. Bis 4 Uhr morgens waren 7 Tote und 22 Schwerverletzte geborgen. Unter den Toten befinden sich zwei Frauen und ein Kind. Die Empörung unter der Brüsseler Bevölkerung über diesen gemeinen Ueberfall ist groß. Jedermann weiß, daß sich im Zentrum Brüssels keinerlei militärische Anlagen befinden. Diese Tatsache war. den Engländern, die im Mai selbst die Stadt besetzt hielten, genau bekannt. Die Zeitungen brandmarken deshalb auch die Feigheit dieses „unwürdigen englischen Verbrechens gegen Brüssel". So schreibt die „Nation Belge": Kein Vorwand kann gefunden werden außer der Tatsache: die englischen Flieger zeigen sich als wirkliche Perbrecher. Möchten alle einsichtigen Leute endlich einsehen, daß mit der englischen Barbarei Schluß gemacht werden muß." Oer Strahlende. Von Otto Erich Kiesel. An jedem Morgen, wenn eben das Frühlickt des Spätsommers über die Dächer der Stadtrandhäufer in milden Wogen hinschwillt, bricht aus dem Gebüsch und Gesträuch der Schrebergärten längs der Bahn eine ungeheure Horde von Spatzen mit Schilpen und Ziepen und bevölkert die Wiese vor unserem Haus, die recht verwahrlost daliegt wie ein von Motten großfleckig leer gefressener Tevpich. Ich weiß nicht, was die Spatzen an diesem Rudiment eines einst berauschend grünen Wiesenteppichs noch haben. Tatsache ist jedoch, daß sie allmorgendlich mit unvorstellbarem Gelärm über die Grünflecken herfallen, miteinander fürchterlich randalieren um dann plötzlich — kein sterblich Wesen weih' warum — wie auf Kommando aufzuschwir- ren, in die Verstecke ihrer Schrebergärten einzufallen und von dort einzeln und in kleinen Schwün- gen wieder, auf den zerfressenen Wiesenteppich zurückkehren. Sie bewegen sich zwischen den Gräsern wie eine Kolonie ausgebrochener Feldmäuse, man sieht die braungrauen Federwämse ruckartig weiterrücken und begreift nicht, was es in der Schäbigkeit dieser Grasflecke überhaupt noch zu räubern gibt. Spatzen gelten nun einmal als die Philosophen des Möglichen, sie schmausen zur Reifezeit an den Obstbäumen und Spalieren, und wenn die Kost anfängt knapp zu werden, begnügen sie sich mit jenen Produkten, die den Hesperidenäpfeln vielleicht in der Farbe ähneln, im übrigen aber ihrer Herkunft nach gerade von den Schrebergärtnern benötigt, jedoch infolge der Motorisierung der Verkehrsmittel ebenso vergeblich wie leidenschaftlich gesucht werden. Das Spatzengelärm dringt allmorgend- lich als Weckruf des neuen Tages in jenes Halb- bewußtsein, das, sphärisch zwischen Schlaf und Wachwerden gebettet, köstlich im Aufklingen der schlafgestärkten Sinne ist. Unser erster Blick an jedem Morgen gilt dieser Lärmkompanie, deren Unbekümmertheit die unbewußte heroische Unverzagtheit jener ist, die sich um den morgenden Tag nicht sorgen, insonderheit nicht, wenn der heutige reichlich gedeckten Tisch bringt. Ganz gegenwärtig, schwärmen sie gesättigt auf, sitzen in Reihen auf den Gartenzäunen, stieben einzeln und zu Paaren davon und verbringen nun den Tag in fernen und nahen Gärten, die sie sich offenbar planmäßig zu- geteilt haben; denn hier und da steht man sie immer wieder wütend aufeinander losstürzen, um Eindringlinge zu verjagen. Eines Morgens ist unter den Spatzen ein fremder Gast, einer, der seltsam aufrechten Fluges mit ihnen über die Wiese segelt, sich immer wieder mit ihnen niederläßt. Sein Gefieder schimmert bläulich im Flug, und da wissen mir: ein Wellensittich, der, seinem Bauer entronnen, sich mit den Freischärlern der Vogelwelt angefreundet hat. Tagelang fliegt er mit ihnen, sitzt mit ihnen auf den Gartenzäunen, aber im Flug sondert er sich von ihnen ab; denn seine schwalbenspitzen Flügel leihen ihm größere Kraft. Die Spatzen tun ihm nichts, denn Wellensittiche sind unverzagte Burschen und hacken mit ihrem krummen Schnabel erbarmungslos zu. All die Tage sehen wir ihn und bedauern ihn, denn der Herbst wird seiner Freiheit bald ein grausames Ende bereiten. Da geschieht das Wunderbare: an einem Tag ist zwischen den Grauröcken noch ein neuer Gast, ein goldschimmernder Vogel. Ein entflogener Kanarienvogel, tippen wir. Aber da schwirrt der Haufen auf und wir sehen allen voran den Wellensittich an der Seite des neuen Ankömmlings. Sie fliegen, als ob sie zusammengehörten, und da erkennen wir, daß der Neue auch ein Wellensittich ist; mit einem Gefieder von köstlichem Gelb, so hell und leuchtend wie Gold aus der Schmelze, wie das Gelb der Sonnenblumen, die den Schrebergärten das orphische Geglühe von Zaubergärten leihen. Nun ist die vermottete Wiese die Sensation der ganzen Gegend; mit jedem Tag wird der Flug der Wellensittiche sicherer und krastvoyer. Sie hocken zwischen den Spatzen immer nebeneinander, Artgenossen, von gleichen Willen zur Freiheit, vom gleichen Schicksal zusammengeweht. Wir nennen den gelben Neuankömmling den „Strahlenden" und freuen uns, wenn wir sein Goldgefieder in der Schar der morgendlichen Lärmmacher entdecken. Tagsüber rücken Frauen und Kinder mit Vogelbauern an, um die Wellensittiche, die immer mehr zu verwildern scheinen, in die Gefangenschaft zu- rückzulocken. Bis auf Greifnähe lassen sie die Menschen auch herankommen, äugen schiefköpfig zu ihnen hinunter, dann segeln sie in ihrem seltsam halbaufrechten Flug — so erscheint er wenigstens dem Auge — davon. Weg über die Schrebergärten, weg über die Schlucht der Bahnlinie und hinüber nach den Prunkwiesen der Tennisplätze. Einige Kluge geben das Bemühen, die Vögel zu fangen, als vergeblich auf; dann beginnen einige Jungen, in einer Art atavistischer Anwandlung, wenigstens das zu zerstören, was man nicht besitzen kann, nach ihnen mit Steinen zu schleudern. Sie treffen nicht und die beiden Fremdlinge bleiben das bunte Wunder der armseligen Wiese. Manchmal schießen sie nebeneinander her, sich überholend in tänzerischem Umeinander, sie kreischen dabei urtönig, wild, ein ungebändigtes Jauchzen, Triumph der Lebenslust. Am schönsten ist es aber, wenn der „Strahlende" allein daherfährt; nie zuvor habe ich ein Wesen seinem Element so f)ingegeben gesehen, wie diesen goldenen Vogel. Sein Flug ist rhythmisches Schwingen, Eintauchen und Emporgleiten, einer Melodie folgend, nur ihm und der Luft vernehmbar. Wie gewaltig die Bogen, die er fliegt, sein Schrillschrei ist wie Lachen und Girren, hohnvoll und glücklich. Die ganzen Wiesen ringsum haben nur Augen für diesen fremden Goldvogel; sie kennen das ängstliche Geflatter ausgerissener Kanarienvögel und hielten auch ihn für einen dieser gelben Jämmerlinge; jetzt wissen sie, daß der Zauber meerferner Küsten Wälder um ihn ist und' in dem harten Rauschen seiner Flügel die Stimme jener Urwaldferne. Sie lieben ihn alle, die Wiesen, die zierlich beschnittenen Baum- reihen an den Tennisplätzen, die schon farbig prunkenden Herbstblumen, ja, ich glaube, die hohen Pappeln, die am Stadtparkrand aufgereiht stehen wie grüne Wachtsoldaten, recken sich jetzt noch einmal so hoch über das andere Gewipfel, bloß um den strahlenden Flieger zu sehen. So füllt er mit seinem Glanz den Tag von der Frühe bis in den Abend; wenn es regnet und weht, bangt uns um ihn und wir fragen uns beim Schlafengehen: Wird er morgen wiederkommen? Und er kam immer wieder, und mit ihm sein blauer Genosse; wir dachten gar nicht daran, daß sie Leuten weggeflogen waren. Sie gehörten uns, gehörten zu der vermotteten Wiese, zu allem, was hier den Tag ausmacht. Dann ging der Spätsommer in den Herbst über; die Tage wurden kürzer; der Spatzenlärm kam später und später, aber immer waren noch die beiden Fremdlinge mitten in der lärmenden Horde. Die Wohnhütten der Schrebergärten haben morgens weiß überreifte Dächer; wenn ich zur nächtlichen Stunde wachliege, treibt der Wind das dürre Laub raschelnd über den Asphalt; es hört sich an wie der leise, melodische Fall melancholischen Re« gcns. Es sind nur zwei entflogene, verwilderte Vögel, die die Freiheit mehr liebten als die Ge« borgenheit ihrer Käsige, zwei Vögel, was das schon ist. Aber Trauer geht über meine Seele da ich denke, wie sie in der kühlen Nacht in ihren Verstecken frieren, wie sie, Kinder einer wärmeren Zone, grausam vom Herbst zusammen gekrallt werden. Aber am Morgen sind sie wieder da; im Grau des regenwindschweren Tages umwittert sie eine sich bald vollendende Tragik. Scheint es uns so oder ist es wirklich so, daß ihr Flug nicht mehr so lebend- kühn ist? Alle Gärten trauern, gelb rotes Laub wirrt auf ihren Wegen. Und eines Morgens sind sie nicht mehr da; auch am andern Morgen nicht, und auch am dritten nicht. Eine Woche vergeht, wir sehen die fremden Vögel nicht mehr. Aber die Spatzen sind noch da und plündern die verwahrloste Wiese von Gott weiß was aus. Warum sträuben sich die Haare? Wenn mir in einer Abenteuergeschichte lesen, daß sich dem tapferen Helden oder der schönen Heldin in irgendeiner furchtbaren Situation „Die Haare sträubten", so schütteln wir wohl ungläubig den Kopf und halten diese Schilderung für ein „abgebrauchtes Klischee". Tatsächlich kann sich aber unser Haar aufrichten und „sträuben", wenn uns ein starkes und plötzliches Entsetzen überfällt. Jedes Haar wird durch einen winzigen, aber vollständig entwickelten Muskel in feiner Lage gehalten. Im normalen Zustande ist dieser Muskel schlaff, und infolgedessen liegt das Haar glatt. Wird aber der Muskel durch eine Erregung straff angespannt, dann zieht er das Haar empor, und es hängt von der Lange des Haares und der Stärke der Anspannung ab, ob das Haar sich nur leicht erhebt oder gerade aufrichtet. Der Muskelvorgang ist genau derselbe wie der bei einem Hunde, dessen Rückenhaare sich vor einem Kampf aufrichten. Auch hier ist es die starke Erregung, die die Muskelspannung heroorruft, wie ja überhaupt alle Nervenerregungen die Muskeln beeinflussen. Der Haarmuskel gehört zu denen, über die wir keine Macht haben; er tritt automatisch in Tätigkeit. G,K< Mißstimmung in England Berbers ab- triegsmaterial Tagen mit Volldampf von Ad gegangen, wo die Verladung tische Regierung in Aegypten) bzw. „Les Atrocitds de la Justice anglaise en Egypte” (Die Gräßlichkeiten der britischen Justiz in Aegypten) die Den» Hwai-Affäre an, die im Juni 1906 so großes Aufsehen erregte. Mehrere englische Offiziere be- anden sich am 14. Juni in der Nahe des im Nil- relta gelegenen Ortes Denshwai auf der Taubenjagd, wobei eine Fellachin angeschossen und ein Bauernhäuschen in Brand gesetzt wurde. Die Eingeborenen, die schon über das ungenierte Benehmen der Offiziere auf privatem Boden empört waren, gerieten mit diesett in Streit, was zu Tätlichkeiten auf beiden Seiten führte. Ein Offizier, der Hauptmann Bull, suchte das Weite, fiel jedoch einem Hitzschlag zum Opfer. Britische Soldaten grif- en ein und zertrümmerten einem Fellachen den Schädel. Die Folge dieser Affäre war die Verhaftung von 50 Eingeborenen. Der Prozeß gegen diese fand bereits am 24. Juni statt, nur dis Offiziere traten als Zeugen auf. Vier Angeklagte wurden zum Tode verurteilt, zwei zu lebenslänglicher Zuchthaushaus, drei zu einem Jahr Gefängnis und öffentlicher Auspeitschung und fünf „nur" zu öffentlicher Auspeitschung (50 Hiebe mit der fünfschwänzigen Katze). Die Hinrichtungen und die Vollstreckung der Prügelstrafen wurden am 26. Juni an derselben Stelle vorgenommen, auf der sich der Zwischenfall ereignet hatte. Das grausige Schauspiel dauerte genau eine Stunde. Die Delinquenten wurden einzeln gehängt und während der Pausen je zwei der anderen Verurteilten angesichts der am Galgen pendelnden Opfer ausgepeitscht... Lord Kromer, der damals „British Comptrol- ler-General" in Aegypten war, hat der Vorgang das Amt gekostet, weil sich die allgemeine Erregung im Nillande zu einer gefährlichen Siedehitze steigerte. Selbst er mußte später in seinem Buche „Abbas II" zugestehen, daß die Urteile von einer ungewöhnlichen Strenge waren. Wie stark die Spannung zwischen den Aegyptern und dem britischen Militär in Kairo ist, geht aus der Warnung an einer verrufenen Straße hervor: „Notice: This Street out of bounds to all ranks of His Majestys forces!“, was besagt, daß das Betreten dieser Straße dem britischen Militär verboten ist, um Schlägereien vorzubeugen. Felix Baumann. und Mannschaften auf Handelsdampfer bereits begonnen hat. Die Truppentransportschiffe auf der Reede von Berbera sind ununterbrochen italienischen Luftangriffen ausgesetzt. Die Verschiffung der Truppen ist deshalb besonders schwierig, well die meisten Fahrzeuge wegen des niedrigen Wasserstandes nicht an den Kais anlegen können. Die Niederlage der Engländer wurde in London gegenüber ausländischen. Journalisten mit der „Ausschaltung der französischen Streitkräfte in Französisch-Somaliland" begründet. Die Dominions kein Truppenreservoir mehr für England. Rom, 17. August. (Europapreß.) „Popolo di Roma" mißt der Ankündigung des australischen Ministerpräsidenten, daß Australien keine weiteren Truppenkontingente zur Verstärkung fremder Fronten bereitstellen werde, besondere Bedeutung bei, besonders für die afrikanischen Kriegsschauplätze. Die Ankündigung lasse klar das fehlende Vertrauen in einen Endsieg Englands erkennen und die Besorgnis, daß neue, schwere Ereignisse in einer zweiten Phase den Status quo im Stille n Ozean stören könnten. Australien wolle seine Truppen nunmehr auf dem australischen Kontinent verwenden. England habe geplant, außer den englischen, rhode- sischen, arabischen, indischen und jüdischen Regimentern allein an Truppen aus Australien und Neuseeland 200 000 Mann heranzuziehen und in Aegypten zu konzentrieren. Die von der englischen Propaganda in die Welt posaunten Erwartungen über die Unerschöpflichkeit der militärischen Hilfsquellen Englands erfüllten sich somit auch auf Britische Niederlage in Gomaliland. DasbritischeVerteidigungssystemnachhartnäckigemKampfinitalienischerHand Angriff übergegangen und haben gleichzeitig den Schiffen zu Hilfe eilende feindliche Luftslreitkrqfte zum Kampf gestellt. Sieben feindliche Flugzeuge vorn Gloster-Gladialor-Typ wurden mit Sicherheit abgeschosfen. Der Abschuß von zwei weiteren ist wahrscheinlich. Drei unserer Flugzeuge fehlen. Eines unserer U-Boote hat im Atlantik einen englischen Tanker von rd. 9000 Tonnen versenkt. Verbera wird das Dünkirchen von Gomaliland. Stockholm, 18. Aug. (Europapreß.) In London wird bestätigt, daß die Lage der Engländer in B ri tisch -So malt l and „nun nahezu als kritisch bezeichnet werden muß, und daß die Truppen vor den italienischen Divisionen auf einem fluchtartigen Rückzug sind". Berbera ist der Sammelplatz der zurückflutenden Engländer geworden, das Ziel ist Ade n. Einheiten der englischen Kriegsflotte sind in den letzten Rom. 17. Aug. (DBB.) Ein Samstag abend ausgegebener Sonderbericht der italienischen Wehrmacht über die Schlacht in Britisch-Somaliland hat folgenden Wortlaut: Die am 11. August in Britisch-Somaliland begonnene Schlacht gegen das Gros der feindlichen Streitkräfte vom Ierato-Paß in der Zone von Adadleh ist siegreich beendet worden. Rach fünf Tagen hartnäckiger Kämpfe ist das seit langem ausgebaute englische Berteidigungs- system mit seinen hauplstühpunkten und seinen zwei Linien Stacheldrahthindernissen sowie mit seinen in die Felsen eingesprengten Artillerie- und Waschinengewehr-Kasematten durch Umgehung von beiden Flügeln gefallen. Zahlreiche Waffen jeder Art, ungeheure Wengen Kriegsmaterial und Lebensmittel sowie zahlreiche Gefangene sind in unsere Hand gefallen. Hunderte von Toten, die rhode- sischen und indischen Gebirgsbataillonen angehören, wurden, vom Feind auf dem Schlachtfeld zurückgelassen, aufgefunden. Unsere Luftwaffe hat wie immer in direkter Zusammenarbeit durch Bombardierungen und Wa- schinengewehrangriffe im Tiefflug auf feindliche Stellungen wirkungsvoll in die Schlacht eingegriffen sowie durch Fernflüge Kriegsschiffe und im Hafen von Berbera vor Anker liegende Transporter schwer getroffen. Währenddessen haben die Engländer ohne irgendein Ergebnis den Flugplatz von Assab und die Ortschaft Giggiga bombardiert. Das Wanövcr, das uns nach Berbera führen wird, geht unwiderstehlich weiter zur Eroberung der zweiten befestigten Linie, auf die die von unseren Kolonnen verfolgten feindlichen Truppen zurückweichen. Vulhar besetzt. Rom, 18. Aug. (DBB.) Der italienische Wehr- machtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: Eine unserer von Zella vorrückenden Kolonnen hak im Verfolg ihres Vormarsches in Britisch-Somaliland Bulharbeseht. Eine andere Kolonne ist in die unmittelbare Bähe von Lafaruk gelangt Eine starke Abteilung Inder hat sich bei Wand er a beim Auftauchen unserer Patrouillen in wilde Flucht gestürzt. Lines unserer Flugzeuge ist von einer Aktion gegen Berbera nicht zurückgekehrt. 3n Bordafrika haben feindliche Seeslreitkräfle nicht weniger als 300 Schuh großen und mittleren Kalibers gegen B arbia und das Innere des Landes abgefeuert, wodurch ein Soldat getötet und elf verwundet wurden. Unsere Bomber sind sofort zum Wie die Briten in Aegypten hausten Erinnerungen an Gespräche mit Lord Kitchener. London, 17. Aug. (Europapreß.) An der Antikriegsbewegung in England find, wie ein scharfer Angriff des „Dailp Mirror" zeigt, nicht lediglich „unbekannte Pazifisten und vereinzelte Fafchisten" beteiligt, wie dies stets vorn Jnformationsrniniste- rium behauptet wird. „Daily Mirror" greift den bekannten Labour-Abgeordneten Dr. Alfred Satter scharf an, der den Londoner Stadtteil West- bermondsey vertritt und in der Labour-Zeitschrift für Bermondsey geschrieben hatte: „Deutsche Bombenflieger in großer Zahl haben in der letzten Zeit dieses Land täglich angegriffen. Es scheint, obgleich einige von ihnen zerstört worden sind, als ob bei weitem die riesige Mehrheit von ihnen in der Lage gewesen wäre, die Küsten Englands fast u n g e - straft zu besuchen." Die Möglichkeit von Dergel- tungsbombarbements gegen Deutschland bezeichnet Satter nur als einen schwachen Trost. „Friedensangebot nach Friedensangebot", so heißt es weiter, „wurde abgetehnt, weit man bewußt oder unbewußt als selbstverständlich voraussetzte, daß die Heeres- und Flottenmacht Frankreichs und. Großbritanniens gemeinsam u n - besiegbar sei. ,Hst es", so fragt Satter schließlich, „jetzt schon zu spät, einen andern Weg zu versuchen, als den Kampf bis zum Ende, mit allem, was ein solcher Kampf bedeutet?" Der „Daily Mirror" fordert, der Londoner Polizeikommissar solle sich endlich mit Salter befassen. Gewöhnliche Sterbliche würden die Gefahr hoher Geldoder sogar Gefängnisstrafen laufen, wenn sie sich auch nur einen Bruchteil derartiger Bemerkungen leisten wollten. Das gleiche Blatt wendet sich aber auch gegen die Politik des englischen Nachrichtendienstes, englische Niederlagen dadurch zu vertuschen, daß man die Unternehmungen des Gegners entweder als Scheinmanöver (Bluff) oder als Fehler (blunder) abzutun suche. Churchill könne mit derartigen Wendungen den italienischen Feldzug gegen lebenswichtige strategische Positionen des Empire im Nahen Osten nicht beiseiteschieben. „Wir kennen", schreibt „Daily Mirror", „jene Fehler unserer rücksichtslosen, entschlossenen und wohlausgerüsteten Feinde. Hitlers »Fehles in Norwegen beispielsweise kennen wir so gut, daß wir schon lange zu wünschen begonnen haben, mir könnten wenig st ens einmal einen Fehler von der gleichen triumphierenden Qualität machen. Das englische Volk werde schneller und schneller des Geredes über die Verteidigung in der Festung England müde. Wir verlangen, daß man uns nicht noch einmal erzählt, Rückzüge feien Gewinne, Räumungen von Gelände feien Siege." — Und heute? Daß Kitchener sich mit niemand vertragen konnte, rwar allgemein bekannt. Während des Burenkrieges Ilog er sich mit Sir Alfred Mi 1 ner irr den Haa- iren — in Indien stand er mit Lord Curzon auf ,gespanntem Fuße. Kitcheners Ehrgeiz ließ ihn zu 8)en gewagtesten Mitteln greifen. Als sich beim Ausbruch des Burenkrieges eimge junge Offiziere in Kairo für Südafrika meldeten, erwiderte er: „Nur «Geduld, meine Herren, ich werde schon dafür sorgen, daß mir alle in kürzester Zeit dorthin kom- imen." Ein höherer Offizier aus Kitcheners Um« Hebung erklärte einmal: „Wenn man Kitchener am Schlüsselloch als Späher und Lauscher erwischen noürde, so dürfte er nicht im geringsten verlegen sfein, sondern erklären, daß er sich in jeder Weise tauf dem Laufenden erhalten müsse." Der betreff ssende Offizier kannte seinen Mann. Kitchener erklärte mir, er sehe eine Hauptaufgabe darin, Aegypten zu einem ertragreichen Baumwollande zu igeftalten und suche auf jede Weise die Geldmittel Dafür zu gewinnen. So habe er einem amerikani- fichen Multimillionär die — Insel Philä mit B>em berühmten Jsistempel angeboten, aber der ?Preis von drei Millionen Dollar sei dem Nabob yu hoch gewesen. Schon vor Kitchener haben die Briten im tiefsten ^Frieden in Aegypten zu drakonischen Maßregeln gegriffen. Patrick Steel Hardy und Wilfred Scowen •Blunt führen beide in ihren Werken „Thirtyfive Tears of British Rule in Egypt” (35 Jahre bri- Unter'den Passagieren des Norddeutschen-Lloyd- Mers „Schleswig", der kurz vor dem Weltkrieg erkehr zwischen Venedig und Alexandrien vermittelte, befand sich der damalige Viscount Kitchener, der die Würde eines britischen Generalkonsuls in Kairo, eines Sirdars der englischägyptischen Armee und Gouverneurs im Sudan sowie eines Generalkommandanten des britischen Be- atzungsheeres in seiner Person vereinigte, worauf ein rücksichtsloses Vorgehen in Aegypten zurückzu- ühren war. In Kitcheners Begleitung befand sich ein Adjutant, Hauptmann FitzGerald, der mit ihm am 5. Juni 1916 beim Untergang des britischen Kreuzers „Hampshire" den Tod gefunden hat. Da es auch damals in Aegypten gärte und angeblich ein Attentat auf Kitchener geplant war, so hatte man umfangreiche Sicherheitsmaßregeln auf dem Dampfer getroffen, sogar der Polizeichef von Alexandrien befand sich an Bord. Während der Reise und auch später in Kairo hatte ich mehrmals Gelegenheit, mit Kitchener Gespräche zu führen. Die schlanke Gestalt mit dem verwitterten Soldatengesicht und dem eigentümlichen starren Auge,' das auf eine Verletzung — die Fama von dem Glasauge gehört in das Reich der Fabel — zurückzuführen ist, habe ich noch heute vor Augen. Tatsächlich wußte man nie recht, wohin Kitcheners Blick eigentlich streifte. Er sprach leise und kurz, aber verbindlich. Zuerst etwas kühler Haltung, trat er nach und nach aus seiner Reserve heraus und gab bereitwillig Auskunft. Als ich das angebliche Attentat und die Gärung in Aegypten erwähnte, gab Kitchener das summarische Urteil ab: „Aufstand in Kairo? Schön, in drei Stunden haben die Kanonen der Zitadelle die Stadt in Grund und Boden geschossen!" — Er trat als Diktator auf, was die offensichtliche Brüskierung des Khediven und •feine Provokationen bewiesen. Beim Beiram eröffnete er nicht mehr den Zug der Gratulanten, sondern er stellte sich neben den Khediven. Er benutzte den Hoszug des Khediven und die Fürstenzimmer auf den Bahnhöfen. Die Verkörperung des britischen „Ich will es!" Eines Tages läßt er den Direktor des Zuchthauses in Tura kommen. „Wieviel Sträflinge haben Sie im Zuchthause?" — „Zweitausend!" — „Sckön, nehmen Sie 1500 Mann und lassen Sie innerhalb zweier Monate eine Sttaße für Automobile von Kairo nach Heluan bauen. In zwei Monaten will ich im Auto von Kairo nach Heluan fahren können." Und Kitche- iter fuhr ... Wie ich aus einer guten Quelle in Kairo in Erfahrung brachte, soll das rücksichtslofe Vorgehen Kitcheners mit der Rede des älteren Roosevelt Zusammenhängen, die dieser 1910 in der Guildhall in London gehalten hat. Der Expräsident der USA. kam damals von seiner Afrikareise zurück und erklärte den Engländern in seiner drastischen Art: „In Aegypten habt ihr nicht nur eure eigenen Interessen, sondern auch die der Zivilisation zu wahren. Der jetzige Zustand ist unhaltbar. Entweder seid ihr berechtigt, in Aegypten zu bleiben ober nicht. Seid ihr nicht imstande, Ordnung zu schaffen, so verlaßt Aegypten. Glaubt ihr aber ein gutes Recht für eure Anwesenheit in Aegypten zu Haben, so handelt danach." Roosevelt bezweckte natürlich mit seiner Rede nicht, daß die Aegypter -drangsaliert werden sollten, aber England fühlte sich beunruhigt und zog die Zügel straffer an. An Bord der „Schleswig wurde Kitchener gesprächsweise zu verstehen gegeben, daß für die Stelle eines Generalkonsuls in Kairo doch mehr eine diplomatische Persönlichkeit am Platze sei, woran er lächelnd erwiderte: „Ein Soldat muß jederzeit auch einen guten Diplomaten abgeben können." Unzweifelhaft hat Kitchener versucht, in dieser Weise sich zu betätigen. Ich erinnere an seine Reise nach Sapan, wo die großen Manöver bis zu seiner Ankunft verschoben wurden. Ehe Kitchener nach Schi- monoseki fuhr, besuchte er Port Arthur und die Mandschurei. Auf die Worte des Admirals To- mioka in Port Arthur: „England und Japan gehören unzertrennlich zusammen, und das gegenseitige Zusammenhalten und Verständnis bedeuten ioie Aufrechterhaltung des Friedens im Fernen ! Osten", erwiderte Kitchener: „Das englisch-japanische !Bündnis wird so lange dauern, wie die Welt be» Steht. Die gegenseitigen Beziehungen müssen noch kyerzlicher werden, um den Weltfrieden zu wahren." Sondermarke der Deutschen Post Osten Die Deutsche Post Osten gibt vier Sonder-Postwertzeichen zugunsten des Kriegshilfswerks für das Deutsche Rote Kreuz heraus, deren auf- gedruckte Zuschläge dem DRK. zufließen. Unser Bild zeigt einen der vier Sonderwerte. (Scherl-Bilderdienst-M.) diesem Gebiete nicht. Als erster habe die Südafrikanische Union dem Ausruf Englands keine Folge geleistet. Nun falle auch Australien ab. Eine weitere Karte falle aus dem Spiele Englands. Deutsch-italienische Wirtschastsvereinbarungen. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Der deutsche und der italienische Regierungsausschuß für die Re- gelung der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen haben in Berlin eine Tagung abgehalten. Dabet wurden auch die wirtschaftlichen Probleme behandelt, die sich aus der gemeinsamen Kriegführung der beiden Staaten ergeben. Hierbei wurden auch Regelungen für die bevorstehende Eingliederung des Protektorats Böhmen und A wirkt schmerzstillend- I /■^IVIV^Lerfrlschend-belebend ■ Amol Karmelitergeist ab 80 Rpf. In allen Apotheken u. Drogerien Mähren in das deutsche Zollgebiet und für die Wiederaufnahme des Warenverkehrs zwischen Italien und den von Deutschland besetzten Gebieten getroffen. Die Prüfung des Warenverkehrs ergab, daß die befriedigende Entwicklung der letzten Jahre sich in der letzten Zeit weiter fortgesetzt hat, und daß Deutschland und Italien in immer steigendem Maße in der Lage sind, sich gegenseitig mit lebenswichtigen Gütern zu versorgen. Die auf den verschiedenen Gebieten getroffenen Vereinbarungen wurden am Samstag durch die Vorsitzenden der beiden Regierungsausschüsse, Botschafter Giannini und Gesandter Clodius, unterzeichnet. Die Anwesenheit des Botschafters G i a n n i n i in Berlin hat ferner Gelegenheit gegeben zu Aussprachen über die Auffassung der deutschen und der italienischen Regierung hinsichtlich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Deutschlands und Italiens auch nach dem Kriege. Insbesondere hat Botschafter Giannini Unterhaltungen mit Reichsaußenminister vonRib - bentrop und Reichswirtschaftsminister Funk gehabt, in denen festgestellt wurde, daß die Anschauungen der beiden Regierungen auch in diesen Fragen völlig überein stimmen. Jede Nacht englische Flieger Über der Schweiz. Genf, 18. Aug. (Europapreß.) Die britische Luftwaffe nimmt jetzt bei ihren Flügen nach Italien jede Nacht ihren Weg durch den neutralen schweizerischen Luftraum. Nach den schweren Neutralitätsverletzungen durch große britische Geschwader in den Nächten zum Donnerstag und zum Freitag haben in der Nacht zum Samstag wieder englische Flieger schweizerisches Gebiet und, woran kein Zweifel ist, w i e d e r u m a b s i ch 11 i ch, überflogen. In Zürich wurde am Freitag um 23.25 Uhr Fliegeralarm gegeben, der bis 1.20 Uhr am Samstag dauerte. Im größten Teil der Mittelschweiz war Alarm gegeben worden. Auch im Tessin war ganz deutlich das Motorengeräusch der brittschen Flugzeuggeschwader zu hören. ♦ Die „Basler Nachrichten" schreiben: „Der schweizerische Protest in London gegen die wiederholten Verletzungen des schweizerischen Luftraumes durch englische Flieger entspricht durchaus den bitteren Gefühlen, welche diese Rücksichtslosigkeit 'und Mißachtung der schweizerischen Neutralität in unserem Lande ausgelöst hat. So wie die Dinge liegen, ist jedes Mißverständ- n i s ausgeschlossen, die militärische Handlung stellt sich dar als eine Aktion, bei der es derem Urheber nicht verborgen sein konnte, daß sie ein neutrales und befreundetes Land in eine schiefe Lage und in Schwierigkeiten stürzen müßte. Es kann nicht im englischen Interesse liegen, daß durch weitere Neutralitätsverletzungen sich in der Schweiz der Eindruck fesffetzt, wie wenig ernst die englischen Versicherungen von der Achtung und dem Schutz der kleinen Nationen gemeint waren. Darum ist zu hoffen, daß der schweizerische Schritt in London eine autoritative Absage an derartige Rücksichtslosigkeiten und das Ende dieser Fliegerei über unser Land zur Folge haben wird." Alleinhersteller. P Jos. M Seifenfabriken. Giessen Auch schmutzige Arbeitshände reinigt Wrerinnenwechsel im Obergau Hessen-Mau idj nicht neu besetzt. Heikkinen Landbezirks Kuopio ernannt. 02787 Bei zunehmendem Alter igreifen. Dies geschieht häufig mit Erfolg durch Gesamtorganismus stärkendes Mittel, das den Nachdruck verboten Ohne Gewähr 16. August 1940 7. Ziehungstag | Vermietungen | [Stellenangebote In der Nachmittagsziehung wurden gezogen Ist BrühPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 51 Gewinne zu 2000 NM. 136381 172986 176249 180426 233834 287306 292827 303107 99 Gewinne zu 1000 NM. 10000 RM. 5000 RM. 4000 RM. 3000 RM. 68219 72843 89188 116265 126057 126088 151606 152064 153654 186356 191340 202783 176462 138990 12393 224021 369812 249337 244469 57020 227988 163303 25518 5000 RM. 4000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 357315 254826 82778 239347 51380 183196 251185 370711 169487 29908 130332 205741 281149 373449 264746 117936 246505 66067 185388 267232 373243 296166 106876 244700 118857 10615 126161 394211 1232 215669 198125 58865 149479 211591 Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut die billigste! 3 Gewinne zu 12 Gewinne zu 15 Gewinne zu 378617 18 Gewinne zu 265674 276803 279349 271404 59479 125283 Großhandelsfirma in Wetzlar sucht zum sofortigen Eintritt 130928 34183 177328 227255 Aber Rühmann bleibt Rühmann ob Kavalier, ob Lump, ob Graf oder Vagabund Walter Funk 50 Jahre alt. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Reichswirtschasts- minister und Präsident der Deutschen Reichsbank Walter Funk beging am 18. 8. seinen 50. Geburtstag. In den Jahren des deutschen Verfalls vertrat er als führender Publizist einer großen Berliner Tageszeitung besonders in der Wirtschafts- und Finanzpolitik die nationalen Interessen, wobei er stets von dem Grundsatz des Primats der Politik ausging. Die Fähigkeiten Funks wurden vom Tage der Machtübernahme an für den Ausbau des neuen Staates nutzbar gemacht. Am 30. Januar 1933 wurde erPresfechefderReichsregierung und Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Als Vizepräsident der Reichskulturkammer, Vorsitzender des Verwaltungsrates des vom ihm ins Leben gerufenen Werberates der deutschen Wirtschaft und der Reichsrundfunkgesellschaft hatte er Anteil an der Neuordnung des kulturpolitischen Lebens. Am 15. Januar 1938 zum Reichswirtschaftsmini- ster berufen mit dem Auftrag zur organisatorischen Zusammenfassung aller wirtschaftlichen Kräfte unter dem Vierjahresplan und am 20. Januar 1939 zum Reichsbankpräsidenten ernannt, hat Funk die Reichsbank zu einer der Souveränität des Staates bedingungslos unterstellten deutschen Notenbank umgestaltet und ebenso für die unbedingte Stabilität von Löhnen und Preisen und damit die Bewahrung des Wertes der Reichsmark Sorge getragen. Im Juni 1940 erhielt Funk vom Reichsmarschall Göring den Auftrag, den Aufbau der Wirtschaft nach Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen vorzubereiten. Funk hat sein Amt nie ausschließlich als Ressortminister verwaltet. Seine Wirtschaftspolitik rechnet stets mit allen Bedingungen, unter denen die Wirtschaft funktionieren muß, von der Steuerpolitik, welche die Substanz nicht angreifen darf, bis zu allen geistigen und seelischen Bedürfnissen der Arbeitenden. Seine ganze Arbeit mündet in einem Grundwesenszug der deutschen Staatsführung: Für den entscheidenden Einsatz zum Wohle des ganzen Volkes in entscheidendem Augenblick die entscheidenden Kräfte zu sammeln, zu straffen und, zur höchsten Wirkung zu bringen. Zum Geburtstag überbrachte der Adjutant des Führers NSKK.-Oberführer Albrecht im Auftrag des Führers das Bild des Führers mit einer besonders herzlich gehaltenen Widmung. Reichsmarschall Göring übersandte seine Glückwünsche durch den Staatssekretär Körner, der ihm die Ehrennadel der Luftwaffe überreichte. Die Reichsminister Dr. Goebbels, Rust und Dr. Dorpmüller sowie der Reichsleiter Dr. Ley erschienen persönlich, um zu gratulieren. Für das Reichswirtschaftsministerium übermittelten der Staatssekretär des Reichswirt- schaftsminifteriums, Dr. Landfried, an der Spitze der Abteilungsleiter, für die Reichsbank das Direktorium und die Betriebsführung die Vizepräsidenten Puhl und Lange die Glückwünsche. Der Präsident der Reichswirtschaftskammer, Pietzsch, mit den Leitern der Reichsgruppen überbrachte die Glückwünsche der Wirtschaft, Standartenführer Ullmann die des Reichsführers -- Himmler, Obergruppenführer Lorenz im Namen der volksdeutschen Mittelsstelle, das Auswärtige Amt durch den Gesandten Dr. Clodius. General der Infanterie Thomas, der Chef des Wehrmachts- und Rüstungsamtes im Oberkommando der Wehrmacht hat ein Glückwunschtelegramm gesandt. Mussolini und Außenminister Graf C i a n o hatten ebenfalls Glückwunschtelegramme gesandt, Botschafter Alfieri überbrachte persönlich die Glückwünsche der italienischen Regierung. Aus Anlaß des Geburtstages hat das Reichs- bankdirettorium in Höhe von 500 000 RM. die Walter - Funk - Stiftung begründet. Die Stiftung soll ein weiteres festes Band zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft knüpfen, soll den Sport innerhalb der Reichsbank fördern helfen und dazu beitragen, hem großdeutschen Vaterland die zu seinem Bestände nötigen gesunden, starken und lebensfrohen Männer und Frauen zu erziehen. | Verschiedenes! MMUlll der 5. Klasse sucht Unterricht in Latein Schristl. Ang. u. 02783 a.d.G.A. Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 21. August, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. bis ins Hobe Mer wurde. , £ So berichtet Frau Angela Kamv (Bild nebenstehend). Hausfrau. .Düsseldorf. Collenbachstr. 22 am 16.3.40: ,2ch bin jetzt 7.2 Lahre alt und fühle mich seitdem ich regelmäßig Klosterfrau-Melissengeist nehme, im allgemeinen frei von den B eschwerden. die in meinen Jahren auftreten. Altersbeschwerden, wie Avoetitmangel Schlaflosigkeit und Stuhlbeschwerden sind bei mir behoben. Fch fühle mich rüstig und kann noch gut laufen.“ Gewinnauszug 5. Klasse 3. Deutsche Reichslotterie Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem Schriftsteller Dr. Georg S ch m ü ck l e in Stuttgart-Bad Cannstatt aus Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um das deutsche Schrifttum die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Georg Schmückle war aktiver Offizier, gehört seit 1931 der NSDAP, an und war Gaukulturwart für Württemberg. Von feinen zahlreichen Werken ist besonders der Roman „Engelbert Hiltensberger" bekannt geworden. Wie Reuter meldet, ist der Marinesachverständige des „Daily Telegraph", Hector Charles Bywa- ter, in Richmond gestorben. Die näheren Umstande seines Todes werden verschwiegen. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß Bywater bei den deut- scheu Luftangriffen ums Leben gekommen ist. ♦ Die bulgarischen Behörden haben dem Korrespondenten der Reuter-Agentur, Lowell, dem Korrespondenten des „Paris Soir" und des „Temps', Ginsburg, und dem kanadischen Journalisten Steven S c u p die Aufenthaltserlaubnis verweigert. Der Berichterstatter der Reuter-Agentur, der bereits früher aus Rumänien und aus Jugoslawien ausgewiesen worden ist, ist nach Athen abgereist. Staatspräsident Dr. Hacha hat im Zuge einer Umbildung der tschechischen nationalen Gemeinschaft Gestern abend ist unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Marie Walter Wwe., verw. Hofmann geb. Wagner im fast vollendeten 88. Lebensjahre für immer von uns gegangen. lovdern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — LtchtbUder rmdBewerbungsunte» lagen müssen zur Ber- Meldung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschttft des Bewerbers tragen! Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen G < e bei Herausgabe der besten Drucksache i eie Der Präsident der finnischen Republik hat den Dolkssürsorgeminister Daeino Tanner und den Landwirtschastsmimster Heikkinen ihrer Posten enthoben. Zum Volksfürsorgeminister wurden Handelsminister K o s i l a i n e n und zum Landwirtschaftsminister der erste Vizepräsident des Reichstages, Kalliokoski, ernannt. Das Handelsministerium wurde noch . wurde zum Chef des Landbezirks Kuopio XüMjoaci 234030 239463 259287 286854 310140 326975 330740 336318 34931] 356934 383662 322998, ■396324. A-, LÄl Junger Mann als Ha** zum Ausfahren von Brot und sonstig. Arbeiten gesucht. [3712D Bäckerei Divvel Bahnhofstt. 12. jüngeren, zuverlässigen* Angestellten Handgeschriebene Bewerbungen mit Lebenslauf, Lichtbild und Gehaltsansprüchen unter Nr. 3690D an den Gießener Anzeiger erbeten Wille für Primaner in Latein und Englisch gesucht. Schriftl. Angeb. unt.02786anden Gieß. Anz. erbet. Hauptschristleiter: Dr. Fttednch Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Spott: Ernst Blumschetn. Dmck und Bettag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. VettagSleiter: Dr.°Jng. Erich Hamann; SlnzeigenAter: Hans Beck. Beranlworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Rühmann ist richtig! Jugendliche haben Zutritt 3707a Lichtspielhaus Gebrauchter, gut erhaltener Mmp zu verkauf. 02731 Steinstr. 73,H. II Aus jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen 1, II und III 3 Gewinne zu 40000 RM. 3 Gewinne zu 10000 RM. 6 Gewinne zu 6 Gewinne zu 18 Gewinne zu 285530 325552 27 Gewinne zu 384713 395081 8. Zlehungstag 17. August 1940 3n der Dormittagsziehung wurden gezogen treten auch mancherlei nervöse Beschwerden auf. die man in junaeren Jahren nicht kannte; die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen Gesundheitsstörungen nimmt ab. die Verdauungsorgane sind nicht mehr so leistungsfähig oder sonstige Beschwerden, von denen man früher nichts muhte, melden sich. . Nun sollte man nicht warten, bis sich ernste Krankheitserschemungen zeigen, sondern schon bei den ersten Anzeichen eingreifen. Dies geschieht häufig nut Erfolg durch ein allgemein belebendes und den (yciunuuiguiubuiu» uuini»«« "y;? Körper denAnfälligkeiten gegenüber widerstandsfähiger macht. Solchem Mittel ist Klosterfrau-Melissengeist, der vielen, die ihn regelmäßig nehmen, em treuer Helfer Aus aller Wett. Ueberraschungen im Oeynhausener Schachturnier. Paul Schmidt war im Schachturnier um die Meisterschaft von Großdeutschland 13 Runden lang als einziger unbesiegt geblieben. In der 1 4. Runde ereilte ihn aber das Geschick. Schmidt spielte ein Damengambit gegen den Wiener Stadtmeister Keller. Der Wiener, der sehr vdrsichtig spielte, nahm kein dargebotenes Opfer an und erlangte im Verlauf auf dem Damenflügel einen starken Angriff. Keller drängte seinen Gegner immer mehr in die Verteidigung, und Schmidt kam in große Zeitnot. Im 33. Zuge überschritt er schließlich die Bedenk- zeit, so daß er die Partie verloren geben mußte. Mit diesem Treffen ist vielleicht die Entscheidung über den Titel gefallen, denn Kieninger gewann sein Treffen gegen Dr. Lachmann. Der an dritter Stelle liegende Richter machte als Nachziehender, trotz des etwas besseren Spiels gegen Kranki remis. Gilg, der gegen Dr. Lange gewann, hat nun den Berliner eingeholt. Weiter siegten mit weiß Reged- zinski gegen den Dresdner Keller und Heinicke tn 84 Zügen gegen Engert. Als Schwarzer gewann Herrmann gegen Kohler. Unentschieden trennten sich Ahues und Brinckmann. Der Stand der Spitzen- gruppe eine Runde vor Schluß lautet: Kieninger (Köln) 11 Punkte, Schmidt (Danzig) 10 Punkte, Gilg (Troppau) und Richter (Berlin) je 9 Punkte, Kohler (München) 8 Punkte. Ein 200 000.R7N.-Gewinn gezogen. Montag morgen entfiel auf die Losnummer 108 262 der Deutschen Reichslotterie ein Gewinn von 200 000- Reichsmark. Die Lose werden in allen drei Abteilungen in Achtelteilung ausgegeben. Französische Erdölgesellschast unter rumänischer Staatskontrolle. Bukarest, 18. Aug. (DNB.) Nachdem bereits früher ein R e g i e r u n g s k 0 m m i s s a r bei der größten rumänischen Erdölgesellschaft, der dem Shellkonzern angehörenden „Ästra Romana", eingesetzt worden war, wurde jetzt in der Person des Ingenieurs Florentin Demetrescu ein Regierungskommissar auch bei der Gesellschaft „Concordia" ernannt. Die „Concordia", deren Aktienkapital von über ejner Milliarde Lei meist in fr anz ö s i° schem und belgischem Besitz ist, steht in der Erdölförderung an zweiter Stelle unter den rumänischen Erdölgesellschaften. daß Jugend von Jugend geführt sein wolle. Doch werde sich die Jugend gern dem Rat und der Ausrichtung durch Aeltere unterziehen. Die Hitler-Jugend ist ein Bestandteil der Partei und wird von ihr betreut. Während die HJ.-Führer ihre Aufgaben tm Rahmen des deutschen Heeres bekommen haben, sind die Aelteren an ihre Stelle getreten und betreuen die Jugend. Da der Führer alle Deutschen zu Nationalsozialisten machen will, gibt es keine höhere Aufgabe, als sich gerade der Jugend zu widmen. Das Mädel im BDM. müsse auf feine künftige Aufgabe als Frau und Mutter vorbereitet werden und in der Frauenschaft die weitere Ausrichtung erfahren. Der Gauleiter dankte der aus der BDM.-Arbeit scheidenden Obergauführerin für die gute Zusammenarbeit und verband damit die besten Wünsche für ihren weiteren Lebensweg. Alsdann führte er die Untergauführerin Trudi Samper in ihr neues Amt ein. Mit einem Appell an die BDM.-Führerinnen, zu der neuen Führung zu stehen und weiter wie bisher ihre Pflicht zu tun, schloß der Gauleiter seine Ausführungen. . . Dann verabschiedete sich die Obergausuhrerm m einer herzlich gehaltenen Ansprache. Die neue Führerin des Obergaues ließ ihre Ausführungen abschließend in dem Wort von Rudolf Heß ausklingen: „Dem Führer rufen wir zu: Adolf Hitler, der du uns groß, stolz und tapfer gemacht hast, wir danken dir! Wir bleiben in Treue und Disziplin deine Gefolgschaft, und wir bekennen: Es ist unser höchstes Glück, für dich zu schaffen, für dich zu kämpfen!" NSG. In Wiesbaden fand durch Gauleiter Sprenger die Verabschiedung der bisherigen Führerin des BDM.-Obergaues Hessen-Nassau, Hete Gauhl, geb. Banicki, und die Einführung chrer Nachfolgerin, Untergauführerin TrudiSamper, statt. Für die Reichsreferentin war Obergauführerin Marianne L e i p 0 l d erschienen, ferner nahmen der Führer des Gebietes Heffen-Naffau 13, Gebietsführer B r a n d t, der bei der Wehrmacht ist, der kommissarische Gebietsführer Dr. G a u h l und die Gaufrauen- schaftsleiterin, Frau Westernach e r, an der Veranstaltung teil. * Nach einer arbeitsreichen Tätigkeit scheidet Gauführerin Hete Gauhl, geb. Banicki, wegen Verheiratung aus der BDM.-Arbeit aus. Seit Februar 1934 in der BDM.-Arbeit stehend, führte sie die Rund- funkspielschar Frankfurt a. M., war Beauftragte der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen, leitete die Obergauführerinnenschule Heiligenberg und war bei der Reichsjugendführung als Kulturamtsreferentin tätig. Ihre Arbeit wird nun als kommissarische Beauftragte Untergauführerin Trudi Samper fortsetzen, die seit 1932 dem BDM. angehört und Trägerin des goldenen HJ.-Ehrenzeichens ist. Zunächst stellvertretende Untergauführerin, Sommerlager-Leiterin, übernahm sie erst den Jungmädel- untergau Worms, dann Gießen und kommt nun als Untergauführerin aus dem BDM.-Untergau Frankfurt a. M. Gauleiter Sprenger ging davon aus, daß man nicht „Jugendfuhrer von Beruf" fein könne, sondern Biber in Deutschland Don Professor Dr. Gustav Hinze 75 Seit. m. 9 Textabbildungen u. 62 Abbildung, auf Kunstdrucktafeln nach Natururkunden des deutsch. Bibervaters Amtmann Behr Heraurgegeben von der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin 3n Leinen gebunden RM. 3,00 Wie Wisent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierarten, die einst in Deutschlands (Bauen weit verbreitet waren, aber durch das unnachsichtige Eingreifen des Menschen mehr und mehr der Vernichtung anheimfielen. Es gehött heute zu den wichtigsten Aufgaben allergreunde unserer heimischen Tierwelt, dieses seltsame Nagetter vor dem Aussterben zu schützen und die wenigen in Deutschland noch vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Tin hervorragender Kenner gibt hier in ttefflichen Schilderungen und herrlichen Natururkunden ein anschau- liches Lebensbild vom deutschen Biber. «Hugo Bermühler Derlag Berltn-Llchterfelde SOWÜVS HE Josef Nebesky zum Setter des aus 64 Mitgliedern bestehenden neuen Ausschusses ernannt, der Mittler zwischen der Protektorratsregierung und der tschechischen Oeffentlichkeit sein soll und vor allem feine Aufmerksamkeit den sozialen Maß- nahmen zuwenden wird. * Nach dem neuen für die tschechischen Oberschulen in Böhmen und Mähren geltenden Lehr- plan wird die Anzahl der Wochenstunden des Deutsch-Unterrichts in jeder Klasse um zwei Stunden erhöht. Künftig werden dem Deutsch-Unterricht in der 1. und 2. Klasse je sechs, in der 3 bis 5. Klasse je fünf Stunden wöchentlich gewidmet werden. Möbl. Mansarden-1*»- LüUgiUaSÖ, Wohnung 2 Wobnräume, 3 Schlafräume mit Zentralheiz. und all. Zubehör zu vermiet, 02735 Hindenburg». 141 | Mietgesuche"] Suche zum 1.9. möbliertes Zimmer mit Zentralhzg., evtl. st. Wassern. Klavier. Schriftl. Angeb. u. 3710D «ur d. Gieß. Am. Ab heute Montag bis Donnerstag 4.00, 6.00, 8.15 Uhr CU£ef> jußeCtf aC£®» Cacftt über Heinz, der alles macht, Heinz RQhmann Hecfaad! Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Heinz Wwe., geb. Hofmann Emma Walter 4 Enkel und 3 Urenkel. Gießen, den 19. August 1940. BltWIlW- MMO neben geloffen! Abzugeben gegen Belohnung a. d. Fundbüro. 3711D Grüner MM entflogen. Geg. Belohnung abzugeben bei Hans Faderl Friseurmeister Neustadt 6.t02734 Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen 248479 252135 282794 309939 ----- 90 Gewinne zu 1000 RM. 17202 18658 80627 93964 162673 173229 173619 179646 199771 217866 220325 227947 237999 245913 290309 330087 349971 350335 356090 359130 Netterer Herr mit Pension sucht allere Same wenn mögt, mit etwas Pension zwecks Führung gemeint. Haus- valtes. Schriftl. Angeb. u. 02782 an d. Gieß. Anz. Zunge Hausgehilfin , gesucht. 02766 1 3tou Staumeilter ' Eschenauer Oetootu. ■ ----' kann noch gut lauren. n , Weiter Herr Georg Klinkert. Buchbinder, Wuvvertal-Barmen. Acker-Str. 17 am 7.5.40: „Bor 2 Jahren begann ick stark zu altern. 3d) begann zittrig zu werden schlief schlecht und wurde unsicher im GehenFodaß mir die Verrichtung meiner Arbeit schwer wurde. Da wandte ich regelmäßig K osterfrau-Melissengeist an. Der Erfolg ist erstaunlich 3d) möchte deshalb allen älteren Leuten raten, daß sie nicht nur einen Versuch mit Klosterfrau- Melissengeist machen, sondern daß sie ihn regelmäßig einnehmen! Den bekannten Klosterfrau-Melissengeist in derblauen Packung mit den drei Nonnen erhalten Sie beiSbrem Apotheker oder Drogisten in Flaschen zu NM. 2.80 und 1.65 (Inhalt: 100 und 50 ccm). Vergessen Sie ihn nicht bei 3hrem nächsten Einkauf!_______________________________ Ehrliche, saubere i MW einmal wöchentlich 2-3 Stunden gesucht. 3714V Gr. Steinweg 15 Verkäufe | Opel P4 25000 Kilometer gelaufen, z. Taxpreis zu verkauf. Schriftl. Ang. u. 37099 a.d.G.A. Gebr. kompl. Wie« m. Matratzen zu nett. Anzusehen zwischen 17 u. 19 Uhr.Zu erfrag.in derGtzschaftsst.d. Gieß. Anz. 3713V Aähmaschlne, Sofa und sonst. Einzelmöbel zu verk. Wo, sagt oieGeschäftsst.d. Gieß. Anz. 02731 1 Nr. 195 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, (9. August 1940 Aus der Stadt Gießen. Enttäuschter Wagemut- Auf einem Steinpfosten vor einem Neubau, wohl zur Einfriedigung des künftigen Vorgartens mit etlichen andern in entsprechenden Entfernungen voneinander ausgestellt, saß kläglich weinend ein blonder Knirps. Die Tränen kullerten chm in dicken Perlen über die Wangen, während sich die Hände krampfhaft an den unbequemen Sitz festklammerten und die kurzen Beine haltlos baumelten. Wahrscheinlich hatte ihm die mit hilfreich ausgestreckten Armen vor ihm stehende, ein wenig größere Schwester mit vieler Mühe hinaufgeholfen, weil ihn der Stein wohl wie ein begehrenswerter Thron gereizt hatte. Er hatte größer sein wollen als sie und bewundert werden ob seiner Tat. Nun brüllte er enttäuscht an dem kleinen Mädchen vorbei in die böse Welt, die ihn genasführt hatte. Besonders empörte ihn, daß die Kleine auch noch lachte und gar nicht seine verzweifelte Lage zu verstehen schien. Er trat mit den Füßen nach ihr, als ihre Hände nach seinen Armen packten. Wie oft wird der Knirps noch später aus ähnlichen Situationen, die sich wiederholen werden, lernen müssen, daß die schöne Welt doch kein Märchenland ist, in dem man sich nach Lust und Laune vergnügt. Vorerst erscheint ja vieles noch ein Wunderreich, das man nur mit kindlichen Augen anzu- schauen braucht, um es jedem Wunsche nach zu verwandeln. Da werden die Bordsteine des Bürgersteigs zu einem eisernen Schienenweg, auf dem man Schnellzug spielen kann, indem man mit Schnauben und emsig kitschenden Schuhsohlen das Vorwärtsstürmen einer Lokomotive nachahmt. Da bietet ein Sandkasten Baustoff genug zu Türmen und Burgen, zu Tunnels und Brunnen. Die Kinderphantasie ist unerschöpflich im Erfinden von Spielen. Denn das ist ihre Welt. Und es erstaunt einen immer wieder, wie rasch sich Kinder in jede Rolle hineinfinden, mit welch' köstlichem Nachahmungstalent sie einzelne Berufe spielen. Ähre Darstellung vergißt vor allem die wesentlichsten Gesten nicht und versteht es bis ins kleinste Einzelheiten ungeschminkt zu charakterisieren. Aber wie oft werden sie auch diese Wunschwelt einstürzen sehen. Als ich mich nach einigen Minuten aus meinem Rückweg nach dem heulenden Knirps umsah, fand ich ihn bereits zwischen andern Kindern munter umherspringend. Er hatte sein Erlebnis auf dem Stein schon vergessen. Aber so schnell wird er ihn nicht wieder erklettern, weder allein, noch mit fremder Hilfe. Dagegen wird er eines Tages über solche Pfosten im „Bocksprung" hinwegsetzen, wie er auch andere Hindernisse des Lebens nehmen wird. Und vielleicht bleibt die erste Unerschrockenheit des Knirpses ihm trotz aller heutigen Tränen auch weiter treu, denn: „Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten." .''n, als das Ausschneiden ungenügend zu besorgen. Besondere Sorgfalt erfordern auch die Entleerung der Harnblase und die Entleerung der Gallenblase an der Leber. Beide sind gut auszuschneiden, ohne daß sie verletzt werden und ihr Inhalt mit dem Fleisch in Berührung kommt, da es sonst in seinem Geschmack beeinträchtigt wird. Oester kann man beobachten, daß Züchter oder Züchterfrauen das geschlachtete Tier ins Wasser fegen. Dies ist falsch. Das Gewebe saugt Wasser an, und dadurch wird ein Teil der im Fleisch enthaltenen Mineralsalze gelöst. Erst kurz vor dem Zubereiten entfernt man Blut und Haare mit einem feuchten Tuch. Das Kaninchenfleisch wird außerdem niemals frisch geschlachtet zubereitet, sondern soll nach Möglichkeit in einem luftigen Raum einige Tage hängen und vor allem vollkommen ausgekühlt fein. Ausschlaggebend für die Bekömmlichkeit Bezirksspiettag des Fachamts Handball in Gießen. - Am gestrigen Sonntag fand in Gießen eine Arbeitstagung des Fachamtes Handball statt, die von den Vereinen außerordentlich stark beschickt war. Neben den Dereinsspielwarten waren die Uebungs- teiter, sowie die Schiedsrichter und Anwärter er- schienen um die Richtlinien für die kommenden Meisterschaftsspiele entgegenzunehmen. Die Tagesordnung wurde eingeleitet mit einer kurzen Ehrung der gefallenen Kameraden, sowie einem Gedenken der unter den Fahnen weilenden Handballspieler. Dann gab der Leiter des Fachamtes Handball im Bezirk Gießen, Bezirksfachwart Luh, einen umfassenden Rückblick über die im letzten Jahr geleistete Arbeit und gab gleichzeitig bekannt, in welcher Form der zukünftige Einsatz geregelt werden soll. Aus den klaren Ausftihrungen mar zu entnehmen, daß sich die Handballbewegung außerordentlich entwickelt hat und daß auf allen Gebieten Fortschritte erzielt werden konnten. Die Auswahlmannschaften des Bezirks, die verschiedentlich in Aktion traten, konnten allenthalben ihre Ueberlegenheit unter Beweis stellen, während anderseits einzelne Mannschaften, so u. a. Hochelheim und Lützellinden, in ihren Klassen erfolgreich abschnitten. Der Mannschaftsbestand hat sich wesentlich erhöht. Eine ganze Reihe neuer Einheiten konnte aufgestellt werden. Die zukünftige Arbeit, die mit dem Start der neuen Meisterschaftsspiele beginnt, wird nach einem neuen Plan ausgerichtet. Daneben soll durch eine interessante Gestaltung des Spielbetriebes (Bergleichskämpfe, Städte-, Werbe- und Pokalspiele, Turniere der Jugend) die Oeffentlichkeit mehr und mehr auf den Handball aufmerksam gemacht wer- Das geringe Plus der blau-weißen Verteidigung glich die Läuferreihe der Grün-Weißen mehr aus, und die Stürmerreihe vom Waldsportplatz war der vom iril um Längen voraus. Besonders zu nennen wären beim DfB.-R. Hunk, Kramer, Anton und Lehrmund und bei 1900 Pankok, Goß, Kraft und Fischer. Schiedsrichter war Schmidt (Dillenburg). Kurze (Dponuottzen. Beim Wasferball-Dreiländertur- nier in Budapest hatte die deutsche Mannschaft, in der fast durchweg Nachwuchskräfte standen, einen schlechten Start. Sie verlor gegen Ungarns B-Mann° schäft mit 0:7 (0:2) Toren. Ungarn Ä siegte mit 5:1 (1:1) über Italien. Deutschlands Wasserballer kamen am zweiten Tage des Budapester Ländertumiers zu einem großen Erfolg, gelang ihnen doch gegen die ungarische Weltmeistermannschaft ein Unentschieden von 5:5 Toren. Ungarns B-Mannschaft siegte mit 6:3 (1:1) über Italien und führt nun mit 4:0 Punkten die Tabelle an. * Deutscher Marathonmeister wurde in Berlin der Potsdamer Puch. Die Meisterschaft im 10-km-Gehen fiel an Schmidt (Hamburg) und Mei- ster im 50-lcm-Marschieren wurde Bleiweiß (Berlin). Drei Meistertitel wurden am Sonntag in Hannover im Gewichtheben vergeben. Schuster (München) siegte wieder im Bantamgewicht, und im Schwergewicht verteidigte Olympiasieger Manger (Freising) den Titel erfolgreich. Im Mittelgewicht wurde Rudi Jsmayr (Freising) von Valla (Wien) entthront. Der Schrenzer bei Butzbach, mit dem freien Blick ins weite hessische Land, schon in frühgeschichtlicher Zeit eine wehrhafte Stätte, ist durch das im Jahre 1937 ins Leben gerufene Weidigbergfest alljährlich eine Sammelstätte unserer leibesttichtiaen Jugend geworden. Männer, Frauen und die Jugend aus den Bereichen Hessen und Südwest standen am gestrigen Sonntag zum vierten Male auf der Bergeshöhe über der alten Turnerstadt Butzbach. Das Kriegsbergfest des NSRL.-Bezirks Friedberg (Hoherodskopfbergsest und Weidigbergfest vereint) stand ganz im Zeichen der Bewährung des Nationalsozialistischen Reicysbundes für Leibesübungen. Wohl fehlte in den mittleren Jahrgängen mancher, der im vorigen Jahre dort oben um Siegerehren gekämpft hat, aber die Jugend und die älteren Jahrgänge füllten die Lücken voll und ganz aus. 666 Wettkämpfer bewarben sich um den schlichten Eichenkranz. Das Kriegsbergfest wurde mit der Flaggenhissung durch Ortsgruppenleiter Bürgermeister Dr. Mörsch e 1'(Butzbach) und eine von Bezirksdietwart Schwickert (Nieder-Mörlen) gestaltete Morgenfeier würdig eingeleitet. Dann setzte auf den Kampf- ftätten der Höhe reges Leben ein. Die Dreikämpfe, aus Lauf, Sprung und Wurf bestehend, zeigten bei dem ausgezeichneten Sportwetter erfreulich gute Leistungen; das zeigt ein Blick in die Siegerliste. Diele Gemeinschaften brachten hier in breiter Front den Beweis ihrer Einsatzfreudigkeit in schwerer Zeit. Erster Sieger in der Männerklasse und damit Kriegsbergfestsieger 1940 wurde Feldwebel Konrad Jeyner von Der Tgm. Friedberg, der am Samstag aus Frankreich in Urlaub kam und am Sonntag schon wieder unter seinen Kameraden im Einsatz stand. Zwischen den Kämpfen unterzogen sich die Riegen der völkischen Aussprache, die von Bezirksdietwart Schwickert und Ortsgruppen- Iciter Bürgermeister Dr. Mörschel ab genommen wurde. Nachmittags wurden mit besonderer Spannung die Staffelkämpfe verfolgt. Nach Abschluß der Wettkämpfe nahm, nachdem Ortsgruppenleiter Bürgermeister Dr. Mörschel namens der Partei und der Stadt Butzbach herzliche Worte an die Wettkämpfer aus Hessen und Südwest gerichtet hatte, NSRL.-Gau- und Bezirksführer SA.-Hauptsturmführer O t t e r b e i n die Siegerehrung vor. Oie Gcrflcbniffc: Volkstümliche Dreikämpfe. i ä.nner (91 Bewerber): 1. Sieger Feldwebel Konrad Jehner, Tarn. Friedberg, 88; 2. Wachtmstr. Weiler, Wetzlar, 84; 3. Kurt Lange, Sonderkommando „Krafft" Bad-Nanheim, 81; 4. Eberhard Höften, DfB.-R. Gießen, 80; 5. Karl Walter, Tgm.