m. Jahrgang Nrltzy Gießener Anzeiger zreltag, Hfl. Juli 1940 Annahme von Au-eigen für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr desVormittagS Anzeigen-Preile: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbrette, Terttetl 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenftafselö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Äretzener Familienblätter Heimat imRild DieScholle MonntS-Be-ugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 OhneIllusrnerte „ 1.80 Lustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsdrechanfchluh 2251 Drahtanfchrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. Vrühlsche Universitätrdnttlerel 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen $ «Irhen^chulftras,- 7-9 KM 8 ■ ,-WW 9er Siegesmarsch der ruhmreichen Berliner Division durch das Brandenburger Tor Lagekarte von England aus Grund des OKW.-Berichts vom Donnerstag, 18. 7.1940. — Das Kreuz bezeichnet die Lage der der Bretagne vorgelagerten Insel d'Oessant. — (Scherl-Bilderdienst-M.) richte ohne Ausnahme jene Angst in dem englischen Volk verraten, die sich in Erwartung der Katastrophe für das Land zu erkennen gibt. Es werde behauptet, daß alle Wehrpflichtigen eingezogen seien, doch müsse selbst von englischer Seite zugegeben werden, daß man kaum mehr als zehn bis zwölf Divisionen ausgebil- leter Truppen habe. Kennzeichnend für die Richtigkeit dieser Feststellung sei die panische Furcht vor deutschen F a l l s ch i r m t r u p - p en, die in den groteskestemMaßnahmen Ausdruck inde. So sei neuerdings angeordnet worden, daß alle Landkarten und Atlanten aus Bibliotheken und Buchläden entfernt werden müßten und die Bevölkerung selbst alle Landkarten vernichten müßten in dem naiven Glauben, eine Orientierung deutscher Luftlandetruppen dadurch zu erschweren. Churchills Wachsende Opposition gegen die Londoner Kriegshetzer Weitere 30000 BRT. in überseeischen Gewässern versenkt Der Wehrmachtsbericht vom Donnerstag. Berlin, 18. Juli. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In überseeischen Gewässern operierende deutsche Kriegsschiffe haben weitere 30000BRI. feinb- lichen handelsschiffsraumes versenkt. Auf Fahrzeugen der Kriegsmarine landeten deutsche Truppen auf der Insel D'Ouesfant, die der Bretagne vorgelagert ist. Deutsche Kampfflugzeuge griffen den Truppenübungsplatz Aldershot sowie Flugplätze, Jndustriewerke und Hafenanlagen in Süd- und IMltelengland an. Auf dem Flughafen Tunbridge Wells, im Jndustriewerk Lastborne und in den Hafenanlagen in Portland wurden besonders starke Brände beobachtet: ein grohes Rüstungswerk in Greenock erhielt mehrere Bolltreffer. Bei Angriffen gegen Schiffe im Kanal gelang es, ein Handelsschiff in Brand zu werfen, ein weiteres Handelsschiff und ein Borpostenboot durch Bomben so schwer zu beschädigen, daß die Besatzungen die Schiffe verlassen mußten. In der Rächt in das Rhein-Ruhr-Gebiet einfliegende feindliche Flugzeuge wurden durch Flakabwehr vertrieben oder am gezielten Bombenabwurf gehindert. Einzelne planlos abgeworfene Bomben richteten weder Personen- noch Sachschaden an. Lin feindliches Flugzeug vom Wüster Bristol- Blenheim wurde im Luftkampf nördlich Lherbourg abgefchofsen. Lin eigenes Flugzeug ist über dem Kanal abgeslürzt. Die Insel Ouessant, die jetzt besetzt worden ist, liegt etwa 25 Kilometer vom westlichsten Punkt der Halbinsel Bretagne entfernt und fast genau soweit westlich wie Kap Landsend, der westlichste Punkt Englands! Mit anderen Worten: Die Insel Ouessant bildet mit Kap Landsend zusammen den Eingang in den Aermelkanal, der sich zwischen Calais und Dover schließlich auf 35 Kilometer verengt. Zwischen der Insel Ouessant und Kap 2 ndsend ist der Kanal noch 200 Kilometer breit. Biele Hunderttausende umsäumten am Donnerstagabend Die festlich geschmückte Dst-West-Äcyse zum Lranoenourger xor uno zu oen Minden, um die erste aus dem Westen heimkehrende Berliner Division aus übervollem Herzen und mit dankbarem Jubel zu begrüßen. Der Gauleiter der Reichshauptstadt, Reichsminifter Dr. Goebbels, und der Befehlshaber des Ersatzheeres, General der Artillerie Fromm, begrüßten die heim- kehrenden Truppen auf dem Pariser Platz. — Unser Bild zeigt den Einzug der ersten Kolonnen durch das Brandenburger Tor. Auf einem Podium vor der Tribüne links Reichsminister Dr. Goebbels und der Befehlshaber des Ersatzheeres General der Artillerie Fromm. (Scherl-Bilderdienst-M^ Stockholm, 18. Juli. (Europapreß.) Mit der wachsenden Spannung und Unruhe in England beschäftigt sich die Stockholmer Zeitung „Folkets Dag- bladet". Das Blatt schreibt: „Je länger die deutsche Offensive auf sich warten läßt, um so größer wird die Nervosität in England. Das ist auch ganz natürlich. Die sich immer wiederholenden Luftangriffe müssen eine deprimierende Wirkung auf die Bevölkerung haben. Auch die fortdauernde Blockade des Jnselreichs schafft wachsende Schwierigkeiten im Lande und muß besonders befruchtend aus die Bildung oppositioneller Gruppen und ihre untergrabende Tätigkeit wirken. Bezeichnend ist, daß die Angriffe gegen Chamberlain und seine Anhänger in der Regierung nach kurzer Pause wieder aufgelebt sind." „Folkets Dagbladet" verweist dann auf eine am lebten Sonntag in England abgchaltene Tagung von Vertretern der Arbeiterklasse, in der nicht nur Chamberlain, sondern auch Churchill heftig angegriffen und die Forderung nach einer Arbeiterregierung für England erhoben wurde. Das Blatt beschäftigt sich auch mit Churchills großspuriger Erklärung, London bis zum letzten Haus zu verteidigen, wobei es die Frage aufwirft, was denn Englands Frauen und Kinder zu dieser Exklärung sagen. Das Blatt stellt fest, daß die Furcht in England eine zunehmende Opposition gegen Churchill bringe und daß man Churchill bereits jetzt als den be st gehaßten Mann in England bezeichnen könne. Die deutsche Taktik der Zermürbung sei sehr wirksam, sie werde noch zu sehr entscheidenden mnerpolitischen Veränderungen in England führen. _ Auch „Göteborgs Morgenpost" meldet aus London, daß die innere Spannung Englands von Tag zu Tag zunehme. In weiten Kreisen sei man der Ansicht, daß auch Churchills Stellung wesentlich geschwächt wäre. Man erkläre, daß die schlechte Lage des Premierministers vor allem auf der Oran-Affäre beruhe. Sie werde voll nur von dex Admiralität, der Labour-Party und dem Eden-Flügel der Konservativen Partei gebilligt, jedoch vom König und dem Oberhaus — ungeachtet der Parteistellung — sowie von großen Finanzkreisen verurteilt. Unter der französischen Bevölkerung Kanadas habe es Demonstrationen gegen England gegeben. Mit einer gewissen Unruhe habe man in England die Meldung aufgenommen, daß zwölf kanadische Deputierte der Regierung eine Entschließung zustellten, in der sie forderten, daß die nach England geschickten kanadischen Divisionen sofort zurückgeholt werden sollten, sofern England seine Angriffe auf Frankreich verschärfe. Churchill werde auch für die großen Verluste der englische n H a n - bei s flotte durch die deutschen Luftangriffe verantwortlich gemacht. Es gebe jetzt so wenig Kriegsschiffe in England, daß diese die englische Flotte nicht schützen könnten. „Financial News" erkläre, daß es gegenwärtig für England unmöglich fei, eine größere Menge von Waren aus Südamerika heranzuschaffen. . Das Kopenhagener „Faedrelandet macht oarau aufmerksam, daß die aus London eintreffenden Be- Solider Warenhaushalt. England fehlt nicht nur das Bedürfnis nach Auf- richtig feit, fordern auch das Bedürfnis nach Folgerichtigkeit. Es reimt sich schlecht zusammen, wenn weiterhin behauptet wird, der Wirtschaftskrieg gegen Deutschland sei nicht minder aussichtsooll als bisher, wenn aber auf der anderen Seite unter Berufung auf die ungeheure wirtschaftliche Ueberlegenheit Deutschlands in beweglichen Worten schleunigste und umfassendste Wirt- chaftshilfe von Amerika erbeten wird. Wir Deutschen haben nie eine hohe Meinung vom britischen Warenhaushalt gehabt. Wir hatten stets das Empfinden, daß unsere Gegner viel zu lange, nämlich Jahrzehnte — ja Jahrhunderte lang — aus dem Vollen geschöpft haben, als daß sie sich ohne empfindliche Störung ihres Gemütszustandes in Selbstbeschränkung und Verzicht schicken könnten. Aber noch etwas anderes ist uns an unserem Gegnern aufgefallen: sie haben keine Achtung vor den Gütern, die uns die Erde schenkt, und vergeuden sie kaltblütig, wenn ihnen das aus irgendeiner Er- roägung heraus nützlich vorkommt. Sie haben kurz nach Kriegsausbruch eine lange Konterbandeliste aufgestellt und darauf auch solche Waren gesetzt, die für die Kriegführung auch nicht die geringste Bedeutung besaßen. Sie tragen die Schuld, wenn Brasilien abermalls Millionen von Sack Kaffee ms Meer schüttet, Argentinien Millionen von Tonnen Mais unter Dampfkesseln verheizen läßt, wenn die gesamte westafrikanische Kakaoernte dem Verderben überantwortet wird und wahrscheinlich auch umfangreiche Baumwollbestände zur Vernichtung bestimmt werden. Die Engländer maßten sich an, das klassische Handelsvolk zu sein. Sie haben in den letzten zehn Monaten gezeigt, daß sie schlechte Treuhänder der Güter und Schätze sind, die die Natur den Menschen anvertraut. Wer die ausländische Presse verfolgt, kann feststellen, daß der Eindruck, den Großbritanniens Wirtschastsgelvichtt auf alle Völker des Erdballs ausübte, noch immer ein wenig nachwirkt, und daß es in manchen Ländern auch bei ausdrücklicher Beibehaltung der Neutralität.einige Reservate zugunsten des alten Handels- und Wirtschaftsvolkes gibt. , Aber unverkennbar mischt sich in die Pressebetrach- tungen die Feststellung, daß an der Vergeudung wertvoller Wirtschaftsgüter und an schweren Verlusten der betreffenden Poduzentenländer die Regierung des Vereinigten Königreiches die Schuld trägt. Man fragt sich, ob es alle 15, 20 oder 30 Jahre — wie es der Londoner Regierung beliebt — einen Krieg und damit eine Krise für die Interessenten der von England blockierten Erzeuger- und Verbrauchergebiete geben soll. Man fragt sich, ob man es als unabänderlich hinnehmen soll, daß ein- oder zweimal innerhalb eines Menschenalters eine große Wertgerstörung und Warenentwertung eintritt. Immer deutlicher wird gefordert, daß es Großbritannien künftig unmöglich gemacht werde, das Vermögen und die wirtschaftliche Wohlfahrt aller Völker des Erdballs für seine politischen Interessen einzusetzen und zu opfern. In diesen Monaten, in denen sich Großbritannien bemüht, den schweren Schlag abzuwehren, zu dem das von ihm angegriffene Deutschland ausgeholt hat, wird darüber diskutiert, ob andere Völker auf Grund ihrer Veranlagung und Erziehung nicht mel- leicht bester geeignet wären, für kleinere Völker einen gefunden Warenhaushalt durchzuführen. Vom alten Preußen heißt es, daß es sparsam bis zur Knauserigkeit gewesen sei. Man belächelte die in den behördlichen Amtsstuben geübte Praxis, die be- nutzten Briefumschläge an den geleimten Stellen aufzutrennen, zu wenden und auf der unbenutzten Seite zum zweitenmal zu verwenden. Als der Nationalsozialismus die Sammlung von Altpapier, Stostreften, Altmetallen ufw. anordnete und unter Haltung verrate wachsende Unsicherheit, und seine Regierung sei ebenfalls von Unsicherheit geprägt. Alle Anzeichen ließen somit darauf schlieren, daß der endgültige deutsche Angriff England mitten in einer p olitis che n Krise antreffe. Die Presse der englischen Arbeiterpartei wendet sich in charfer Sprache gegen die Propaganda- Methoden Duff-Coopers. Die Verbreitung alscher Gerüchte über angebliche Meinungsverschie- )enheiten zwischen Hitler und seinen Generalen und über nur in der Einbildungskraft vorhandene Unzufriedenheits-Kundgebungen der Bevölkerung Deutschlands, so schreibe der „Daily Herald", bliebe sowohl im Inland, als auch im Ausland erfolglos. Statt sich durch derartige kindische Erfindungen selbst zu täuschen, müsse man den Tatsachen ins Gesicht sehen. — „News Chro- nick" wendet sich gegen das Gesetz über die Verfolgung der Verbreiter „falscher" Gerüchte. Die Regierung möge lieber ihre Macht gegenüber jenen politischen Persönlichkeiten und der Finanzwelt gebrauchen, bet denen zahllose Kundgebungen der Un- zuftiedenheit und des Defaitismus festzustellen seien. Große Schwierigkeiten der britischenLevante-Truppen Nachschub und Verpflegung nur auf riesigen Umwegen. Rom, 18. Juli. (DNB) Wie Stefani meldet, wird die Lage der englischen Streitkräfte in der Levante immer schwieriger. Die Bombenangriffe italienischer Lustgeschwader gegen Haifa haben riesige Brände in den Petroleumdepots und den großen Raffinerien verursacht. Haifa als Endpunkt der großen Pipeline des Irak ist gleichzeitig einer der wichtigsten militärischen Stützpunkte Palästtnas. Die große Raffinerie war erst 1939 für die Versorgung der englischen Flotte in Kriegszeiten fertig- gestellt worden. Mit ihrer Zerstörung ist der briti» schen Flottenorganisation in dv Levante ein schwerer Schlag zugefügt worden. Andererseits fehlt es im östlichen Mittelmeer an Trockendocks, was um so schwerer ins Gewicht fällt, als viele englische Schiffseinheiten durch Granaten oder Fliegerbomben beschädigt wurden. Die italienische Sperre zwischen Sizilien, Pantelleria und der afrikanischen Küste hindert die englischen Streitkräfte daran, Nachschub und Verpflegung von Gibraltar her zu erhalten. Malta wird mehr und mehr evakuiert. Einige Geleitzüge mit Lebensmitteln und Munition an Bord haben von Matta aus nach Alexandrien gelangen können, aber das englische Expeditionskorps in Aegypten und Palästina sowie die Flotte und die Luftstützpunkte müssen fort« gesetzt versorgt werden. Der Nachschub kann fortan nur über Südafrika und den Sudan erfolgen unter Ueberwindung riesiger Entfernungen und größter Schwierigkeiten. Die englischen Truppen sollen übrigens sehr unter der hohen Temperatur an der libyschen Grenze und bei dem gleichzeitig starken Druck der Italiener leiden. Churchill raubt auch Frankreichs Handelsflotte. Stockholm, 19. Juli. (DNB.) Das britische Handelsministerium teilt mit, daß alle französischen Handelsschiffe, die sich in briti- schen Häfen aufhalten, von der Regierung „nach Maßgabe des Verteidigungsreglements" beschlagnahmt werden. Dieser neue Raub der britischen Piraten wird mit der zynischen Bemerkung bemän- : telt, daß nach Kriegsschluß eine Entschädigung für ■ ihre Verwendung gezahlt und die Schiffe an Frank- • reich zurückgegeben werden sollen. >- * - v • I MW E MM^ZL >> rtÄ , x>"X - - NWPr ■/<: #?; yr! 8 MW M r-, .■"} E I Bä MM • 1 I N L’W’ ■<- egLlsterung der Berliner Bevölkerung, durch deren dicht- Gesichtern hier über die Straße Unter den Linden mar- Interessengegensätze auszuschalten." Wieder Flugzeuge über Gibraltar. Madrid, 18. Juli. (Europapreh.) lieber Gibraltar erschienen am Mittwoch erneut fremde Flugzeuge und warfen auf der Höhe von Punta Europa B o m b e n ab. In einem Fall wurden dichte Rauchwolken beobachtet, was darauf schließen läßt, daß durch den Bombenabwurf Brände entstanden sind. Gegen die Evakuierungsmaßnahmen der Behörden von Gibraltar wurden erneut große Protestkundgebungen, hauptsächlich von Frauen, veranstaltet. Vor der Residenz des Gouverneurs kam es zu T u m u l t s z e n e n ; Kavallerie und Feuerwehr versuchten, die Demonstranten zu zerstreuen. Im Hafen hat sich ein britisches Handels- schiff ein höchst einträgliches Geschäft daraus gemacht, das Vermögen Evakuierter gegen hohe Bezahlung nachMadeirazu bringen. In London wird mit- geteilt, daß ein Luftangriff auf Gibraltar am Don- nerstagmorgen die er st en Todesopfer forderte. Drei Personen kamen ums Leben, mehrere wurden verwundet. Es wurde nicht mitgeteilt, welcher Nationalität die angreifenden Flugzeuge waren. Italienischer Wehrmachtsbericht Rom, 18. Juli. (DRV.) Der italienische Heeres- bericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: In Rord-Afrika ist das Gebiet von INarfa Matruh erneut wirksam mit Bomben belegt worden. Alle Flugzeuge sind zurückgekehrt. In Ost-Afrika ist der Feind, der sich von Moyale zurückgezogen hat, in der Richtung von Buna von den Landstreitkräften und von der Luftwaffe ver- folgt worden, die die fliehenden Kraftwagenkolonnen mit Rlaschinengewehrfeuer beschoffen und ver- sprengten. IDdffen, Munition und Kraftwagen wurden erbeutet. Unsere Flugzeuge haben den Flughafen von Daijr mit deutlich beobachteten Erfolgen bombardiert. Der Feind hat den Flughafen von Agordat mit Bomben belegt, ohne Schaden anzurichten. Lin englisches Flugzeug ist von unseren Jägern abgeschossen worden. Erfolgreiches italienisches Ll-Boot. härtesten Winter, den wir überhaupt kennen, bei über 40 Grad Kälte im Generalgouvernement mit. Ihr zogt nach Westen, als dort die Stunde der Entscheidung gekommen war. Ihr habt Euer Teil dazu beigetragen, Frankreich in einem kühnen Ansturm niÄ)er zuwerf en. Nach tagelang währendem siegreichen Durchbruch durch die für uneinnehmbar; gehaltenen Maginotlinie verzeichnet Ihr die Gefangennahme von 74 000 Franzosen« darunter ein Kommandierender General und drei Divisionskommandeure mit ihren Stäben, dazu eine ungeheure Beute an Pferden, Kraftfahrzeugen und Geschützen. Während Ihr aber kämpftet und siegtet, hat diej Heimat, die Ihr hinter Euch ließet, nichts versäumt« um sich Eurer mürbig zu erweisen. Mit harter Pflichterfüllung haben wir Euch zu dienen und zu! helfen gewußt. Wir haben Euch, während Ihr kämpftet und siegtet, keine defaitiftischen Briefe und Zeitungen an die Front geschickt, auch nicht im verflossenen Winter, der für Berlin härter war als für jede andere Stadt im Reich. Ihr brauchtet Euch im keiner Stunde wie 1917 und 1918 der Heimat zu! schämen, weil sie ebner Munitionsstreiks organisierte, während Ihr draußen Euer Leben für das Vaterland einsetztet. Wir haben in der Heimat gearbeitet, wie man überhaupt nur arbeiten kaum Mit einem unbeschreiblichen Jubel wurde am Donnerstagabend die erste Division heimkehrender Truppen in der Reichshauptstadt begrüßt. Von der Be, gestaffelte Spaliere die Soldaten mit' frohen E.,........- schieren, vermittelt unser Bild einen Ausschmtt. — (Scherl-Bllderdienst-M.) Ihr die große Zeit des Vaterlandes als Kämpfer an der Front erleben durftet. Ihr sollt dieses Gluck in der Erinnerung ewig halten, es Euren Kinern übermitteln, damit sie einst wie Ihr als tapfere Soldaten ihren Mann zu stehen bereit sind. Die Aeltesten von denen unter Euch, die e i n ft oi er Jahre schon im Weltkrieg für Deutschland mitgekämpft und gestritten haben, ste werden jetzt den liebgewordenen grauen Rock für immer ausziehen. Ihnen gllt unserer b eso nde- rer Dank, und unsere besten Wunsche begleiten sie, wenn sie ins bürgerliche Leben nun zurückkehren. Ihr anderen werdet nun auf Urlaub fahren, dann wiederkommen und Euch für neue Aufgaben schulen, die der Führer dem Heer gestellt hat. Denn noch ist nicht Friede, noch fahren wir Krieg. Ihr bleibt Soldaten, ständig Kreit, den Endsieg zu erfechten für Führer, Volt und Vaterland! Oie Reichshaupistadi empfängt ihre siegreichen Soldaten Festlicher Einzug der ersten Berliner Division. Den ersten Gruß der Heimat entbietet der Berliner Gauleiter, Reichsminister Dr. Goebbels. Soldaten der ersten von der Front heimkehrenden Berliner Division, so sagte er: Als Gauleiter von Berlin heiße ich Euch auf dem Boden Eurer Vaterstadt herzlich willkommen. Wir wissen es und können es alle aus tiefstem Herzen Mitempfinden, daß Eure Gedanken jetzt hochfliegen in stürmischer Freude. Diesen Ehrentag habt Ähr Euch verdient. Als Ihr im August des vorigen Jahres zu den Waffen eiltet, gingt Ihr einem unbekannten Schicksal entgegen. Führer und Vaterland hatten Euch gerufen, und keiner von Euch, der diesem Ruf nicht freudig Folge geleistet hätte. Ueher die Hälfte von Euch hat schon im Weltkriege Deutschlands Leben mit dem eigenen Leben gedeckt und beschützt. Aber wie anders war das damals als jetzt! Als dieser Krieg im September des vergangenen Jahres ausbrach, war die Einkreisung schon mißlungen. Ihr brauchtet nicht zu befürchten, daß Euch in der entscheidenden Stunde von der Heimat aus der Dolch in' den Rücken gestoßen würde. Im Rücken gedeckt durch eine entschlossene und opferbereite Heimat, konntet Ihr im September des vergangenen Jahres Euren Siegeszug durch Polen antreten. Ihr kämpftet heldenhaft an der Brahe und in der Tucheler Heide. Ihr machtet den 23on unserer Äerliner Schristleitung. Am Donnerstag ist die erste Berliner Division unter den Begeisterungsstürmen der Menge und dem Läuten der Glocken in die Reichshauptstadt ^eingezogen. Sie nahm ihren Weg über die Ost-West-Achse durch das Brandenburger Tor zum Lustgarten. Es war dies insofern kein lokales Ereignis, an dem nur die Berliner teilgehabt hätten, als der Marsch durchs Brandenburger Tor für alle Deutschen von je her ein symbolhaftes Erlebnis bedeutet hat. Das Brandenburger Tor gilt uns als Sinnbild des Triumphes deutschen Soldatentums und als Sinnbild der Größe des Reiches. Wir denken dabei an jene Zeit zurück, als vor fast 70 Jahren unsere Großväter als Sieger von den Schlachtfeldern Frankreichs heimkehrten, von den Schlachtfeldern, auf denen unter Führung Bismarcks und Moltkes die Einheit des Reiches wieder erkämpft worden war. Wir denken aber auch an jenen trüben Dezembertag des Jahres 1918 zurück, als die deutschen Truppen erneut durchs Brandenburger Tor zogen, nicht mehr im prangenden Blau des Siebziger Krieges, sondern im zerschlissenen Feldgrau der We ltkr ie gsun i form, nicht mehr empfangen durch eine glückliche, stolze Heimat, — und dennoch d i e wahren Sieger! Freilich ahnte damals noch niemand, daß em unbekannter, heimkehrender Soldat aus seiner tieferen Erkenntnis und Gläubigkeit bereits den Entschluß gefaßt hatte, aus diesem unwürdigen Empfang ruhmbedeckter Helden den Marsch in eine größere Zukunft werden zu lassen. Erst als fünfzehn Jahre später, am 30. Januar 1933, die Braunhemden mit lodernden Fackeln durchs Brandenburger Tor zogen, begriffen es alle, daß das traurige Schauspiel von 1918 kein Ende, sondern der Anfang einer neuen, größeren Zeitepoche gewesen war. Und nun erleben wir die Dollenduna dieses Prozesses einer totalen Erneuerung, die sich in der siegreichen, blitzschnellen Niederwerfung der äußeren Feinde dokumentiert. Die Siegesbanner, die am Brandenburger Tor wehen, verkün^n uns die Macht und Herrlichkeit bes neuen Reiches, sie mahnen uns aber auch, nicht die Männer zu vergessen, die den Weg vom kleindeutschen Reich Bismarcks zum großdeutschen Reich Adolf Hitlers, vom Fürstenbund zum Nolksstaat mit ihrem Herzblut gedüngt haben, und sie lassen uns schließlich nM vergessen, daß dieser gewaltige Freiheitskampf noch fortgesetzt werden muß, bis auch der Hauptfeind England am Boden liegt. So war es vor 22 Fahren ... Am Donnerstagabend hielt die erste Berliner Division ihren Einzug in Berlin. Der feierliche Empfang, der unseren Soldaten zuteil wurde, laßt die Gedanken 22 Jahre zurückschweifen, als auch deutsche Soldaten ihren Einzug in die Reichshauptstadt halten. Aber welch em Empfang wurde ihnen damals bereitet! Die tapferen Männer, die vier Jahre lang in den schwersten Stahlgewittern einer ganzen Welt von Femden getrotzt hatten, mußten die Begrüßungsworte gerade derjenigen über sich ergehen lassen, die das deutsche Volk in eben diesen Tagen m das größte Unglück gestürzt hatten. - Unsere Bilder vom Jahre 1918 zeigen rechts heimkehrende Truppen am Pariser Platz »n Berlin, links die Manner der November- 9 Republik auf der Tribüne während des Einzuges der tapferen Soldaten. — (Scherl-Bilderdienst-M^ „Diesmal braucht Nr Euch der Keimt nicht zu schämen." Reichsminister Dr. Goebbels heißt die Truppen willkommen. Benutzung der Jugendorganisationen und Parteigliederungen planmäßig durchführte, machte man dies als typisches Gebaren der „Habenichtse" lächerlich und wollte darin den Beweis erblicken, daß Deutschland zu einer ernsten bewaffneten Auseinandersetzung mit den reichen Westmächten gar nicht fähig sei. Auch die mehrere Winter lang tatkräftig durchgeführte Aktton ,Kampf dem Verderb" wurde nicht als Stärke, sondern als Schwäche ausgelegt. Zu spät haben unsere Gegner gemerkt, daß all dies einer Gesinnung und Grundeinstellung entsprang, die besser den Siea verbürgt als das in den Westländern übliche Wirtschaften aus dem Dollen. In einer ausländischen Zeitung wurde kürzlich ausgeführt, man gewinne bei der Lektüre der deutschen Presse den Eindruck, als sei es eine eigene deutsche Angelegenheit, wenn überall in der Welt Vorräte vernichtet und Warenbestände entwertet werden; so errege man sich in der deutschen Oeffent- lichkeit über solche Vergeudung. Diese Beobachtung ist durchaus richtig. Man sieht in der Tatsache, daß die vielerorts eintretende Überproduktion mäst aus genutzt werden konnte, um den anderwärts festzustellenden Unterverzehr zu Heiligen, ein Armutszeugnis der bisher unter britischer Führung stehenden internationalen Wirtschaftsordnung. Man ist empört über eine „Ordnung , bei der wertvolle Lebensmittel verderben, weil die verbrauchsbereiten Völker heute keine ausreichende Kaufkraft besitzen, und weil sich niemand findet, der die kurze Zeit spanne bis zu einer morgen oder übermorgen mit Gewißheit zu erwartenden Kaufkraft überbrückt. Deutschland führt im festländischen Europa, dessen wirtschaftliche Betreuung ihm oblieat, einen soliden Warenhaushalt durch, der in zunehmendem Maße das Interesse auch jener überseeischen Produlttonsländer erregt, die durch die britische Blockade von den europäischen Märkten abgeschlossen worden find. Ser Willkommgruß der Heimat. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Unter dem fesllichen Geläut aller Glocken zog am Sonnerstagnad)mittag die erste Division Berliner und Brandenburger Truppen mit dem frischen Lorbeer ihrer glorreichen Siege in Polen und Frankreich durch das Brandenburger Tor in die Reichshauptstadt ein. Ganz Berlin hatte sich an der Ost-West-Achse, am Pariser Platz und Unter den Linden eingefunden, um seinen tapferen Vätern und Söhnen, Brüdern und Freunden einen Empfang zu bereiten, der ihrem heldenmütigen Kampf und Sieg würdig war. Don allen Dächern und auf allen Fenstern wehten die Hakenkreuzfahnen. Die Einmarschstrahen selbst hatten unzählige fleißige Hände in einen einzigen gewaltigen Triumphbogen verwandelt. Zu beiden Seiten des Pariser Platzes sind große Tribünen errichtet für die Vertreter von Staat, Wehrmacht und Partei, die Angehörigen der Berliner Gefallenen und Verwundeten und Berliner Rüstungsarbeiter. Davor haben Verwundete mit ihren Krankenschwestern einen Ehrenplatz erhalten. Kurz vor 18 Uhr klingen Marschmusik und Heilrufe vom Tiergarten herüber. Jauchzende Rufe lösen die freudige Spannung, die über den Massen gelagert hat, zu einem tosenden Willkommensgruß. Langsam fährt, der Kommandeur der Division im feldgrauen, blumenübersäten Wagen durch den Mittelbogen und dankt grüßend für den Sturm der Begeisterung und Freude, der ihm und seinen tapferen Männern entgegenschallt. Dann folgen, blitz- auber und schneidig, unsere Soldaten in drei gro- 3en Marschsäulen. Wuchtig dröhnen die Stiefel auf dem Asphalt, als sie von einem Orkan des Jubels empfangen und blumengeschmückt in schneidiger Wendung vor der Ehrentribüne aufmarschieren, um das erste Willkommen der Heimat zu hören. Rom, 18.Juli. (DNB.) Agenzia Stefani grb * die Erlebnisse eines der an den letzten Angriffen auf feindliche Kriegsschiffe beteiligten U-Boote wieder < Das U-Boot hatte auf seiner mehrtägigen Fahrt i das Glück, zwei feindliche Schiffe durch Torpedos < versenken zu können. Der erste Gegner war ein eng- < Uscher Torpedoboots Zerstörer, während i beim zweiten Angrift ein feindliches U-Boot da- i ran glauben muhte. Das italienische U-Boot zählte ! mit Hilfe seiner Horchgeräte 140 Wasserbombe n, mit denen die feindlichen Luft- und See- ftreitträfte es vergeblich zu. vernichten suchten. Allerdings hatte der kühne U-Boot^Kommandant das , Wagnis unternommen, fein Schift bis auf eine selbst bei den Probeversuchen nie erreichte Tiefe tauchen zu lassen. Mit den Siegeswimpeln geschmückt, kehrte das U-Boot nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten wohlbehalten in seinen Heimathafen zurück. Spaniens Lebensrecht. General Franco am vierten Jahrestag der nationalen Erhebung. Madrid, 18. Juli. (Eurnpapreß.) General Franco hat am vierten Jahrestag der national- spanischen Erhebung vor Mitkämpfern feiner Bewegung eine Rede gehalten, in der er die Forderung nach Rückgabe von Gibraltar anmeldete und auf zwei wichtige Abschnitte der spanischen Geschichte hinwies: 1. auf das historische Werk der katholischen Könige und 2. auf die natio- naftpanische Erhebung und die Erfolge der deutschen Wehrmacht, durch die ein neuer Geschichtsabschnitt Gesamte uropas eingeleitet werde. Der Caudillo unterstrich auch die Verdienste der nationalsozialistischen Vorkämpfer in Deutschland. Rückhaltlose Disziplin sei die große Tugend des deutschen nationalsozialistischen Kämpfers im Braunhemd, der gegebenenfalls auch fein Leben gelassen habe, ohne erst lanae nach dem Weg feiner Führung zu fragen. Das spanische Schicksal könne ebenfalls nur durch eiserne Disziplin und Einigkeitvon Volkund Führung verwirklicht werden. 500 000 Spanier seien in der ersten Schlacht für Europa geopfert worden. Zwei Millionen Spanier stünden heute kampfbereit. „Ich bin sicher", rief General Franco aus, „daß Ihr einen Schutzwall um mich bilden würdet, wenn es sich als nötig erweisen sollte. Im Namen des Führers heißt der Befthlshaber /VUrtDlS vtdnVBlWUrflBt des Erfatzheeres, General der Artillerie I5ro m.m, ' ------- die Truppen willkommen. General Fromm führt aus: Soldaten? Eure stolze Division hat, als eine der ersten Refervedivftionen auf gestellt, den alten Satz erneut bestätigt, daß die alten Refervl- st e n der jungen aktiven Mannschaft im vollen Umfang gleichwertig geblieben und zu achten sind, und hat damit gezeigt, daß unser Oberster Befehlshaber, der Führer, zu jeder Zeit Soldaten haben kann, so viel er will. Zwei Schlachten von kriegerischer Bedeutung ragen heraus über Euer reiches kriegerisches Erleben: Der Kampf in der Tucheier Heide, mit dem Ihr deutsches Land zurückerobert habt, und der Uebergang über Öen Oberrhein und d ie K äm f e im Oberelsaß, die Euch wiederum in altes deutsches Land geführt haben. Ihr könnt stolz sein auf Eure Leistung, sollt glücklich fein, daß ■ . - ■ ■ ■ '■ : ' * «u - .. Oie japanische Blockade Meilen Das Wahlprogramm der Demokratischen Partei ver- m it a n habe Deutsche Kriegsgefangene als Kugelfang. Gefesselt in der vordersten französischen JnfanteriesteUung. Berlin, 18. Juli. (DNB) Aus französischer Gefangenschaft zurückgekehrte deutsche Soldaten be- Bayreuth dem Volke? Oie Nichard-Wagner-Festspiele des Kriegssommers 1940. Don unserem Sonderberichterstatter. und 6es guten Gewissens, so fährt das Parteiprogramm Das neue japanische Kabinett Tokio, 18. Juli. (DNB.) Zur Neubildung des rapanischen Kabinetts unter der Führung des Fürst enKonoye wird bekannt, daß auf Grund einer Konferenz der Armeechefs Generalleutnant Ein To jo zum Kriegsminister bestimmt wurde. Nach macht unerläßlich [ei. Er werde vor d°r -nbgultigen Kabinettsbildung eme eingehende Aussprache nut den Wehrmachtsministern und dem Außenminister über Außenpolitik und Wehrmachts fragen haben, um das Programm fest zulegen und alle Meinungsverschiedenheiten von vornherein zu beseitigen. Das Yonai-Kabinelt sei an den Gegensätzen zwischen Wehrmacht und Außenpolitik ge- i scheitert. Rückzug Churchills aus Ostafien. Wenn sich der „Temps" jetzt Gedanken über die nächste Zukunst Frankreichs macht, dann steht dem an sich um so weniger im Wege, als ja die politischen Kreise in Frankreich wirklich Veranlassung genug haben, über das nachzudenken, was ihre Verblendung über ihr Land gebracht hat und wie dies nun die Folgen dieser Verblendung überstehen soll. Aber auf ein en, völlig falschen Weg gerät das Blatt, wenn es sich bei seiner.Betrachtung über die notwendigen Dinge der nächsten Zeit über die „chinesische Mauer" beklagen zu dürfen glaubt, die sich durch Frankreich hindurchziehe. Damit ist ersichtlich die durch den Waffenstillstand notwendig gewordene Demarkationslinie , gemeint. Nicht nur der „lemps", sondern auch die Kreise, die zweifellos hinter ihm stehen und ihn vermutlich zu diesem ungehörigen Vorstoß ermuntert haben, sollten nicht vergessen, daß zwischen Deutschland und Frankreich kein Friede, sondern erst ein Waffenstillstand besteht! Wie. das Wort besagt, bedeutet das lediglich Waffenruhe, nicht aber Aushebung des Kriegszustandes, der ja seinerzeit nicht von Deutschland an Frankreich, sondern von Frankreich an Deutschland erklärt wurde. . Die Schriftleitung des „Temps" wird sich wohl noch sehr gut der Bestimmungen des Waffenstillstandsabkommens von 1918 entsinnen, nach denen die Blockade gegen die schon halbverhungerte Bevölkerung Deutschlands nicht aufgehoben wurde, Hunderttausende deutscher Frauen, Kinder und Greise mußtenanchungerundUnter- ernährung st erben noch Monate nach i dem Tage, als das deutsche Volk vertrauend auf ' die lügnerischen Versprechungen seiner Gegner die : Waffen niedergelegt hatte. Hat der „Temps" - damals auch feine Besorgnisse geäußert über die Ernährungslage des deutschen Volkes. Im übrigen, w e r h a t den halbverhungerten französischen Flüchtlingen, die durch eine unfähige und verbrecherische Regierung auf die Landstraßen gejagt worden waren, Speise und Trank gegeben? Wer hat den Flüchtlingen die schnellste Heimkehr in die Heimat ermöglicht, damit sie so bald wie möglich ihrer Beschäftigung wieder nachgehen und die Arbeit in der Landwirtschaft wieder aufnehmen können? Bestimmt nicht die stanzösischen Behörden, sondern diedeutsche Wehrmacht! Statt dankbar für diese Hilfe zu sein, die feinen Landsleuten von den deutschen Siegern zuteil wurde, fühlt sich der „Temps" bemüßigt, unberechtigte Anwürfe ge- Angehörigkeiten. B e r n, 18. Juli. (DNB.) Wie aus Clermont-Ferrand gemeldet wird, beschäftigt sich der „Temps" mit Fragen der französischen Flüchtlinge und der Landwirtschaft. Frankreich, so erklärt der „Temps , lebe gegenwärtig von seinen Reser v e n. Em Ten des Landes fei mehr als übervölkert. Wie ollten die nichtbesetzten Gebiete leben können, wenn nicht recht bald das Gleichgewicht hergeftellt wurde? Wie solle ganz Frankreich leben, wenn die Ernte aus Mangel an bäuerlichen Arbeitskräften auf dem Felde verdorre? Es fei im höchsten Grade wichtig, daß die Bauern, die die Uniformen auszogen, wieder zur Sichel griffen, daß die Ernte eingebracht und die Aussaat vorgenommen werde. Aus diesem Grunde sei es notwendig, daß W ähr un a s Verhandlungen mit d em Sieger erfolgreich durchgeführt würden. Es könne nicht fein, daß der nationale Boden durch eine chinesische Mauer geteilt werde. Niemand könne ein Interesse an einer solchen Trennung haben. Niemand könne ein Interesse daran haben, das Land auszuhungern. Die Flüchtlinge, die nach Millionen zählten, müßten in ihre Städte, in ihre Landstriche zurückkehren können. fort, könne die größte Demokratie der Welt es sich nicht leisten, von rücksichtslosen Aggressoren mutwillig angegriffene friedliebende, freiheitliebende Völker zu ignorieren. „Wir verpflichten uns daher, diesen Völkern jede materielle Hilfe zu gewähren, so weit sie mit den Gesetzen und den Interessen unserer eigenen Landesverteidigung vereinbar ist, damit Friede und internationales Vertrauen wieder triumphieren mögen." Auf innenpolitischem Gebiet wird die Fortsetzung der bisherigen Agrarpolitik versprochen. Die Wirtschaft der USA. stehe an der Schwelle einer großen neuen Aera auf allen Gebieten. Zur Erhöhung des Beschäftigungsgrades wird die Einberufung einer Konferenz zur Lösung des Arbeitslofenproblems unter Leitung Roosevelts vorgeschlagen. Ein besonderes Kapitel widmet das Programm den Negern, deren gleichberechtigte Behandlung bei Einstellung in Regierungsdienste und bei den Waffengattungen nachdrücklich gefordert wird. Agrarminister Henry Wallace wurde mit 665 von'1095 Stimmen zum demokratischen Vizepräsidentschaftskandidaten nominiert Roosevelt hatte diese Nominierung von Wallace zur Bedingung für die Annahme der dritten Präsident schaftskandidatur gemacht Stockholm, 18. Juli. (DNB ) Churchill kündete im Unterhaus das A b k o m men Japan über die Waffenlieferung China und erklärte, die britische Regierung bei ihrer Nachprüfung der von Japan uberrntttelten Vorstellungen die verschiedenen von ©rofjbritannien Übernommenen Derpslichtungen nicht außeracht^ aelafien. Es sei völlig ausgeschlossen, die ?o ?cyneu wachsende Spannung irgendwie ableugnen 3U nwl» kn Sie britische Regierung muß- d e r gelaßen gegenwärtigen Weltlage R-ch- nunq^tragen und dürfe sich dabei nicht ver- hehlen daß Großbritannien vor einem Kampf um Leben undTod stehe. Churchill fugte hinzu: Wir sind zu einem vor läuftgen Abkvmmen gelangt in der 'Hoffnung, daß mit der Zeit, die hier durch gewonnen wird, auch eine direkte und erträgliche Losung für beide interessierten Telle gefunden «werden wird. tatioe Gipfelpunkt in einer steil ansteigenden Reihe von 100 000 kulturellen Veranstaltungen ist die von KdF. seit Kriegsbeginn vor der Wehrmacht durchgeführt wurden und insgesamt rund 30 Millionen Teilnehmer aufweisen. Auf diese quantitativ einzigartige Kulturtat folgt in Bayreuth nun der qualitativ einsam hervorragende Höhepunkt. Daß sich an Niveau und Einsatzbereitschaft jedes einzelnen Künstlers gegenüber den normalen Aufführungen nichts geändert hat — wenn man vom Ausfall der traditionellen „Parsifal"-Aufführungen absieht — bewies chon der erste Abend. Er brachte eine originalgetreue Wiederholung des „Fliegenden Hol- l ä n d e r", dessen Neuinszenierung im vergangenen Jahr eingehend gewürdigt worden ist. Die Oper traf auch jetzt auf keine unverständigen Zuschauer. Denn am Vormittag sind sie in Vorträgen durch den Leiter des Bayreuther Bundes, Otto D a u b e, und den Inhaber des Bremer Richard-Wagner-Lehr- tuhls, Dr. Curt Zimmermann, m das Werk, eine Ideen, seine musikalischen Elemente und in die Bayreuther Aufführungspraxis des pausenlosen Durchspielens eingeführt worden. Jeder Festspielgaft besitzt ein eigens von KdF. herausgegebenes Textbuch mit musikalischen Beispielen. Wie stark die Wirkung der Vorstellung selbst war, das deutete sich cm dem spontanen nach dem ersten Akt hervorbrechenden Beifall an, der nur mühsam zuruckgehalten . und an den Schluß verwiesen werden konnte, wo er । bann mit geballter Herzlichkeit hervorstieß. Täglich verändern sich die Gesichter im Zuschauer - raum. Zwölf Vorstellungen sind vorgesehen, von denen auf den „Holländer^ vier und auf den „Ring zwei Zyklen entfalten, und jedesmal sitzen 1800 neue Menschen vor den Wundern der Szenen, die Emil Preetorius geschaffen und Heinz Tiet- ien als Regisseur und künstlerischer Oberleiter mit bewegtem Leben erfüllt hat. Aber für keinen Teilnehmer wird sich das Erlebnis Bayreuths m der Erinnerung trennen lassen von den Namen der be- beutenbften Wagnersänger Deutschlands, und die Gäste der ,F>olländer"-Aufführungen werden daheim erzählen von einem Rudolf Bockelm an n und einer Maria Müller, einem Franz Volker und einem Ludwig Hofmann, von Erich Z i m - mermann und Ria Focke, die, wie der Zettel berichtet, der Stab eines unsichtbaren Dirigenten Karl Elmendorfs geführt hat. Johannes Jacobi. gen Deutschland zu richten. Diejenigen Kreise in Frankreich, die sich so zweckbewußten Illusionen hinzugeben scheinen,, wie sie dem „Temps" in Auftrag gegeben wurden, sollten ich außerdem stets vor Augen halten, daß Artikel 24 der am 25. Juni unterzeichneten Waffenstill- tanbsbebingungen ausdrücklich besagt: der Waften- tillstandsvertrag „kann von der deutschen Regierung jederzeit mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, wenn die stanzösische Regierung die von ihr durch den Vertrag übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt". Es 'gehört selbstverständlich zu diesen Verpflichtungen, daß Frankreich keinerlei Verstöße in seiner Oeffentlichkeit duldet, die mit der Tatsache des Kriegszustandes, ferner mit der Tatsache der absoluten Niederlage Frankreichs und den daraus sich ergebenden Folgen unvereinbar sind. Es ist aus- ichtslos und zudem bedenklich, wenn irgendwelche Funktionäre in Frankreich, sie mögen zur Presse ober zu den Kreisen um die Regierung gehören, verfugen wollen, den klaren Tatbestand durch irgendwelche Manöver zu trüben. Zu diesen Versuchen gehört es beispielsweise auch, wenn der stanzösische Außenminister Baudoin sich aus Mangel an Arbeitsmaterial in seinem eigenen Ressort mit innerpolitischen Problemen befaßt und die erstaunliche Behauptung aufftellt, der autoritäre Gedanke fei in Frankreich nicht so einfach über Nacht gekommen, sondern Frankreich steuere bereits seit — zwei Jahrzehnten darauf hin. Da haben wir also einen offenen, wenn : auch sehr ungeschickten Versuch, der gegenwärtigen ► stanzösischen Regierung außer einem politischen Leumundszeugnis auch noch ein politisches Alibi zu verschaffen. Die Behauptung Bciudoins verdient : wegen ihrer allzu plumpen Unsachlichkeit kein Wort der Widerlegung, sie würde sich aus der Geschichte Frankreichs' von 1918 bis heute, gipfelnd in der Volksfrontperiode, ganz von selbst ergeben. Don dieser Tribüne aus werdet Ihr bei Eurem Dor-1 beimarfd) auch von den Berliner Rü st ungs-I a r b e i t e r n begrüßt, die Euch Tag und Nacht die I Waffen geschmiedet haben, mit denen Ihr das Reichl verteidigtet. Auch im Dezember 1918 wurdet Ihr, Soldaten I der damaligen Weltkriegsarmeen, von dieser Stelle I aus von einer sogenannten Regierung empfangen. I Landesverräter und Juden haben Euch damals emp-1 fangen, in Ihren Begrüßungsreden erklärten sie ben I Krieg, den Ihr 4^2 Jahre mit einem Heroismus, wie ihn die Weltgeschichte bis dahin noch nicht I kannte, durchgefochten hattet, für eine sinnlose Massenschlächterei. Die Disziplin ber beutfchen Armee bezeichneten sie als Kabavergehorsam, und bas einzige, was sie Euch als Errungenschaft bes neuen Systems anfünbigen konnten, war, baß, wie sie erklärten, auf den Amtsgebäuben bie roten Fahnen rvehten und Arbeiter- und Soldatenräte gebildet worden feien. Ihr Soldaten unseres Krieges dagegen findet die Heimat fo wieder, wie Ihr fie verlassen habt. An ihrer Spitze steht derselbe Führer, auf ihren Gebäuden wehen dieselben Fahnen, ihr Volk ist von demselben Geist und von demselben willen erfüllt. Diesmal also braucht Ihr Euch der Heimat nicht zu schämen, für die Ihr Euer Leben eingesetzt habt. So seid uns denn willkommen, Soldaten! Ihr wißt, wofür Ihr gekämpft habt. Und die in Euren vorwärtsstürmenden Reihen fielen, sind nicht gestorben für ein leeres Phantom, sondern für das größere, schönere, freie Vaterland, dessen Söhne wir alle sind, wir verneigen uns in Ehrfurcht vor dem heroischen Opfer, das sie für das Reich und feine Zukunft gebracht haben, wir grüßen ihre Angehörigen und versprechen ihnen, daß diesmal der Dank I des Vaterlandes ihnen wirklich gewiß sein soll. Soldaten! Noch ist der Krieg nicht zu Ende. Seine letzte Etappe muß noch gewonnen werben. Dann sollen bie Friedensglocken über bem Dater-I land läuten, bann bauen wir ein größeres Reich und ein besseres Europa auf. Dafür, © o l b a => ten,habtihr gekämpft. Me erste große Vorhut der Soldaten, bie das Reich beschützten, kehrt in die Heimat zurück. Mr werden ihnen im Namen unseres Volkes den Dank abstatten, der ihnen gebührt So wollen mir uns dann vereinigen im Glauben an das Reich, an seine Größe und seine Unsterblichkeit. So wollen wir unsere heißen Wünsche zusammenfassen im Gedenken an ben Mann, der das Reich aus feiner tiefsten Ohnmacht erhob unb es wieder in Krieg und Frieden emporführte zur stolzesten Weltmacht, die die moderne Geschichte kennt. Soldaten! Berliner und Berlinerin-1 tum! Im Glauben an das Reich, an seine Große und an seine Zukunft vereinigen mir uns m bem Ruf: Es lebe der Führer! Es lebe unser Volk und unser Vaterland! . Kommandomorte klingen aus. Die auf dem Pariser Platz aufmarschierte Spitze ber Division nimmt die Marschrichtung wieder auf, um nun strammen Schrittes an den Ehrentribünen vorbei ihren Ein- zua in die Stadt zu nehmen. Durch den Mittel- boaen des Tores folgen in Sechserreihen Kompanie um Kompanie, Männer, Pferde und Fahrzeuge, Ein Jauchzen und Rufen, ein Winken Fahnchen- unb Tücherschwingen ohne Enbe begleitet fie. Chikago, 18.Juli. (DNB.) Der Demokratische , Parteitag, ber, wie mir gestern schon gemeldet, j Roosevelt zum demokratischen Präsident- , schaftskandibaten nominierte, hat am Don- , nerstag bas offizielle Parteiprogr a m m . angenommen. Einleitend wird darin auf we heute , in ber Welt vor sich gehenden „gewaltsamen Aende- rungen hingewiesen. In ben letzten sieben Jahren fei es der Demokratischen Partei gelungen, die De einigten Staaten durch Rüstungen sowie durch Besserung ber wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit unb burch Hebung der sozialen Lage zu stärken. Auf diese Verdienste sei man stolz unb heiße daher das „Fuhrertum Roosevelts" gut. Das Parteiprogramm fährt bann fort: ,,Das USA.-Dolk ist entschlossen, ben in Europa, Asien und Afrika wütenden Krieg nicht nach Amerika übergreifen zu lassen. W i r wolle nnicht an überseeischen K r i e g - n teil n e h m e n und rvir werben unsere Land-, See- ober ^aftstreitkrafte n i cht in Kämpfe in fremden Ländern außerhalb des amerikanischen Kontinents schicken, ausgenommen im Falle bes Angriffs. Wir befürworten bie Monroe-Doktrin, die wir rücksichtslos durchführen unb verteidigen werden. Richtung unb Ziel unserer Außenpolitik wird wie in ber Vergangenheit, auch künftig in ber Sic^rheit unb Verteidigung unseres Landes unb der Erhaltung bes Friedens bestehen." Seit Jahren habe Roosevelt gewarnt, daß organisierte Angriffe gegen Religion Demokratie unb internationales Vertrauen Amerikas Trieben unb Sicherheit bedrohten. Von Partei- gängertum geblendete Menschen hätten diese Wrn- nungen als kriegshetzerisch unb als aufdringliche Einmischung in ben Wind geschlagen. Um ßcherzu- ftellen, daß Amerikas Rüstungen gnebensroarfen seien, werbe man bie traditionelle Politik guter Nachbarschaft fortfetzen, bie Rechte anderer und die vertraglichen Verpflichtungen achten, ben Außenhandel durch Handelsverträge tultivieren unb bie wirtschaftliche Zusammenarbeit mit ben Republiken Schanghai. 18.Juli. (DNB.) Der - o n b er SS a n g t ,Z°u-Bucht aus gegen N n g P ° gerichtete japanische Angriff schreitet schnell fort Werste« chinesische Forts bei Sch'Ngpai wur Fürst Konoye bildet bie neue i->pAsche Regierung, ben bbe^in®^ auf^ie Süfte (Scherl-Bilberinenst-M.) von Fukicn aus. Die etwa 40 Weilen t>on 2tmoq Dornet verbleibt Vizeabmiral Aoshiba Aomrt^lanbrtWt's vor.^Im SÄostabschmtt ber sä« MftSj e«* äähäs sä“ mandschurischen Eisenbahn, Maisuoka, den P I tz sty ßhnnnrf»® ebenfalls Lanbungen ften des Außenministers übernahm^ Mett en - Fürst Konoye erklärte der Presse, 770“^ ) -- jammenarbeit zwischen dem Premier und der Wehr 2er „Fliegende Hollänber" und der „Ring des i Nibelungen" bilden in diesem Sommer das Pro- 1 gramm der Bühnenfestsprele m Bayreuth. Sie . stehen im Zeichen bes Krieges. Wie anders wirkt biefes Zeichen auf uns ein, wenn wir den Buck nach England schweifen lassen. Don dort erreicht uns die Nachricht, daß zu allem kutturellen Niedergang auch noch der Zusammenbruch des Londoner Sinfome- Orchesters kommt. In Bayreuch sitzt tm „mystischen ,Abgrund" ein Festspielorchester, das auf die Initiative des Führers von allen Fronten wieder zusammengeholt worden ist. In Heer, Luftwaffe und Marine hatte der Krieg die Musiker unb technischen Spezialisten ber Buhne zunächst verstreut. Der kam der Befehl, auch m diesem entscheidungsschweren Sommer m Bayreuth zu spielen. Bis auf den letzten Mann sind bie Mitwirkenden ber vorjährigen Festspiele zusammen- gerufen worden. Und nun gehen nach intensiven Proben bie Ausführungen wieder in Szene, so glanzvoll in ihrer Kunsterscheinung, so präzis funktionierend in ihrem äußerst komplizierten technischen Funbament, als ob ein normales Festspiesiahr dem anberen gefolgt märe. , Doch verändert ist das Bild t m Zu f ch au er- raum. Erwartungsvoll wie stets sind die Gesichter die Spannung des Außerordentlichen liegt über bem Haus. Aber es sind nicht die Begüterten, aus aller Herren Ländern herbeigeeilten Freunde der Kunst Richard Wagners, die diesmal die Fanfa^n auf den grünen Hügel gerufen haben. Deutsche Soldaten, unter chnen viele Verwundete, A r - beiter unb Arbeiterinnen aus den Rüftungsbetrieben sitzen auf den einst so teuren Plätzen. Kostenlos werden sie in Sonder zu gen aus zwölf Gauen des Reiches auf Einladung des Führers nach Bayreuth befördert, kostenlos ist ihre i Verpflegung, kostenlos der Eintritt ins Theater. Der treueste Hüter des Bayreucher Gedankens feit fun zehn Jahren, Adolf Hitler, hat nach zahlreichen eigenen Besuchen an der Weihestätte deutscher Musikdramattk nun auch den Wunsch Richard Wagners erfüllt, ber sich bisher niemals so vollständig verwirklichen ließ; dem schaffenden Bolk aller Schichten freien Besuch des Bayreuther Festspielhauses zu ermöglichen. . ■ „ Wie wenig es sich dabei um kulturelles Almosen handelt, erkannt man am deutlichsten dar- aus, baß bi- Oesfnung ber Myreuther Feftfpi-le für Soldaten und Rüstungsarbeiter nur der reprasen I A war in V ill-r s . fnr - M ar «ui 1 Man fchrt-b ben 29. Mai 1940. Auf »eitern Ge and- würbe schwer gekämpft. Durch -men unglücklichen Zufall gerieten einige deutsche Colbaten m französische Gefangenschast. Don schwarzen Truppen würben ihnen bie chänbe mit Stricken auf den Rücken gebunden unb sie darauf wieder nut in die vorderste Linie geschleppt. Von 9 bis 22 Uhr mußten sie als Kugelfang für bie französische Infanterie bienen. Die Schutzen ncch- men hinter ihnen Deckung und schossen über sie hinweg. Einer der jetzt befreiten Soldaten berichtet, daß er in gefesseltem Zustande volle 10 Stunde n den französischen Soldaten als Deckung zu dienen hatte. Die französischen Soldaten legten, im Gefecht bie Gewehre beim Schießen auf feinen Rücken auf und benutzten ihn als Schutzwehr. Die Fesseln wurden den deutschen Soldaten erst abgenommen, als sie in der Nacht bereits sechs bis acht Kilometer hinter der ftanzösischen Front waren. stabt zug-g-n. - L (Sch-rl-Bilb-rbi-nst-Schops-M.) Aus dem Reich. lieber 37 Millionen bei der vierten Haussammlung für das Kriegshilfswerk Berlin, 18. Juli. (DNB.) Jlad) den bisher vorliegenden Meldungen erbrachte die am 6. und 7. Juli 1940 durchgeführle Haussammlung für das Deutsche Rote kreuz das Ergebnis von RM. 37112 354,63. Jm Vergleich zum vierten Opfersonntag des kriegswinterhilfswerkes 1939/40 hat sich das Ergebnis um RM. 23 733 996,58, das sind rund 178 Prozent, erhöht. Auf eine Haushaltung entfällt im Durchschnitt der Betrag von RRl. 1,62. Das Ergebnis der zweiten bzw. dritten Haussammlung ist damit um rund 2 Millionen RM. gesteigert worden. Handwerker, die Altershilfe erhalten. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat schon zum 1. Juli d. I. mit den Zahlungen für die Alters- Hilfe des Handwerks angefangen. Die Altershilfe ist für solche älteren Handwerker gedacht, die für die Altersversicherung wegen ihres Alters nicht mehr in Betracht kommen, und die gleichzeitig würdig und besonders bedürftig find. Die handwerksorganifa- tion hat die zu unterstützenden Handwerker b e ° reite ausgewählt, so daß weitere Meldungen zur Zeit nicht berücksichtigt werden können. Die Altershilfe mußte auf diesen Kreis beschränkt werden, da die Beträge dafür durch eine Umlage erhoben werden, die in Kriegszeiten neben der Werkerhaltungsbeihilfe eine erhebliche Belastung der handwerklichen Betriebsinhaber darftellt. Falls nach siegreicher Beendigung des Krieges die Altershilfe erweitert wird, werden die Handwerkskammern den hierfür in Betracht kommenden Handwerksveteranen die nötigen Mitteilungen machen. Anrechnung von Kriegsjahren für 1939 und 1940. Bis zur endgültigen Bestimmung, wer a l s Teilnehmer am gegenwärtigen Kriege im Sinne der Wehrmacht-Fürsorge- und -Versorgungsbestimmungen anzusehen ist, und unter welchen Voraussetzungen für den jetzigen Krieg Kriegsjahre anzu - rechnen find, ist eine vorläufige Regelung getroffen worden. Wenn der Tod die Folge einer Beschädigung bei besonderem Einsatz ist, kann bei der Feststellung von Witwen - und Waisengeld für das Jahr 1939 bereits ein Kriegsjahr zur ruhegehaltsfähigen Dienstzeit hinzugerechnet werden. Weiterhin ist zur ruhegehaltsfähigen Dienstzeit ein Kriegsjahr hinzuzurechnen: a) wenn der Tod eines' Soldaten im Jahre 1940 die Folge einer Beschädigung bei besonderem Einsatz gewesen ist, für das Jahr 1940 und b) wenn ein Soldat wegen einer 1939 oder 1940 vor dem Feinde erlittenen Verwundung wegen Dienstunfähigkeit aus dem aktiven Wehrdienst entlassen roorbeiL ift, für das Jahr, in dem er verwundet wurde. Tiefe Regelung findet sinngemäß fürdiegesamte zivileVerwal- tun g Anwendung. Die Anrechnung der Jahre 1939 und 1940 als Kriegsjahre kommt für 23 e a m t e nur in Frage, wenn sie infolge einer im Jahre 1939 oder 1940 vor dem Feind erlittenen Verwundung d a u - ernt) dien ft unfähig geworden find und deshalb in den Ruhestand versetzt wurden oder später versetzt werden müssen. Wirtschastsaffefforen. Die von der Reichswirtschaftskummer und dem NS.-Rechtswahrerbund im Jahre 1938 geschaffene Reichsarbeitsgemeinschaft für Volkswirteausbildung hat bisher 215 Praktikanten in praktische Ausbildungsstellen vermittelt. Am Ende der dreijährigen Ausbildung steht eine Prüfung, die durch die Mitwirkung eines Kommissars des Reichs- wirtschaftsministeriums eine gewisse öffentliche Anerkennung erhält. Die Reichsarbeitsgemeinschaft setzt sich jedoch für die Gleich st ellung des Ausbil- dungsganges mit der Ausbildung der juristischen Assessoren ein. Die Wirtschaftsassessoren sollen als Bewerber für den höheren Dienst in der Wirtschaftsverwaltung zugelassen roerben, wie dies heute schon in der Arbeitsverwaltung geschieht, ferner im Gemeinde wesen und in der gesamten Sozialverwaltung. Auch die Frage des Betriebsführernachwuchses soll sich durch grundsätzliche Einschaltung des Volkswirts weiterbringen lassen. Auf Wacht über dem deutschen Lustraum. In der „S i r e n e" wird auf die großen Aufgaben des Luftschutzwarndienstes hingewiesen. Während der Flugmeldedienst die Aufgabe habe, den Luftraum über dem deutschen Land nach feindlichen Flugzeugen zu beobachten, habe der Luftschutzwarndienst auf Grund dieser Flugmeldungen die Bevölkerung, die Industrie und alle Einrichtungen und Dienststellen rechtzeitig zu warnen. Würde die Bevölkerung bei jedem feindlichen Einflug die Luftschutzräume aufsuchen müssen, so könnte das gesamte öffentliche und private Leben des ganzen Volkes sehr stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Andererseits müßten aber manche Stellen, z. B. solche der Industrie, die Möglichkeit haben, mit Rücksicht auf ihre technischen Einrichtungen gewisse Maßnahmen zu ergreifen, um vor dem Fliegeralarm den Betrieb umzustellen. Diesen Warnstellen müsse schon Die,Gt)urd>in=£inic". Stockholm, 18. Juli. (Europapreß.) In England spricht man jetzt — sich selbst zum Tröste -r von der Undurchdringlichkeit der Churchill-Linie. Als Churchill-Linie wird jener Streifen der englischen Küste bezeichnet, der Holland, Belgien und Frankreich gegenüberliegt. Wie „Aftonbladet" meldet, gibt es aber Zeitungen genug in England, die sich recht skeptisch über die Befestigungsarbeiten an der Küste äußern. Das englische Innenministerium gab bekannt, daß neue Gebiete in O st - und Südost-England zu Räumungsgebieten erklärt worden sind. Der Abtransport der gesamten Bevölkerung soll sofort beginnen. Die Regierung erklärt sich bereit, die Miet- und sonstigen finanziellen Verpflichtungen der Evakuierten zu übernehmen. Englische Flieger über der Westschweiz. Bern, 19. Juli. (2)9123.) Der schweizerische Armeestab teilt mit: Am Donnerstag, 18. Juli, vormittags 11 Uhr, überflog ein englisches Erkundungsflugzeug das westschweizerische Grenzgebwt von Les Brenets, Le Locle, Neuchatel, St. Inner, La Chaux de Fonds. Ein- uni) Ausflug bei Les frühzeitig die Luftgefahr durchgegeben werden, aber auch nur dann, wenn die Luftgesahr wirklich droht, da häufige Unterbrechungen der Arbeit Ausfälle an Produktion und Arbeitsleistung zur Folge haben. Der Bevölkerung könne im allgemeinen eine drohende Luftgefahr erst dann mitgeteiU werden, wenn mit einem Ueberfliegen und mit einem Angriff auf die Stadt gerechnet werden müsse. Wenn die feindlichen Flieger abgeflogen find, ohne Rücksicht darauf, ob ein Angriff stattgefunden hat oder nicht, müsse sich der Führer der Luftschutzwarnzentrale überlegen, ob neue Angriffe bevorstehen. Komme er zu der Ueberzeugung, daß dies nicht der Fall ist, so veranlasse er die Entwarnung. Er müsse feine Ent- fchlüsse fassen unter dem Gesichtspunkt der Dermei- dung jeglicher unnötigen Beunruhigung und kürzester Unterbrechung des gewohnten täglichen Lebensganges der gesamten Bevölkerung. Er müsse andererseits dafür sorgen, daß vor Erscheinen feindlicher Flieger genügend Zeit vorhanden ist, um Deckung aufzusuchen. Solche Aufgabe könne nur ein Mann lösen, der die Luftlage sicher beurteilt und der ferner über große Entschlußkraft und ausgeprägtes Derantwortlichkeitsvermögen verfügt. Durch die ihm zur Seite stehenden Gehilfen, Auswerter genannt, werde dafür gesorgt, daß die Luftschutzwarn- zentrale zu jeder Minute über den Stand der Luftlage unterrichtet ist. Brenets. In allen genannten Orten wurde Fliegeralarm gegeben. Zbn Sauds Antwort auf den englisch-jüdischen Geheimvertrag. Rom, 18. Juli. (DNB.) SaudErabische Truppen stehen, wie „Massaggero" meldet, am Golf von Akaba und an den Wasserstellen des Nedschd. Diese Truppenzusammenziehungen an der Grenze Transjordaniens, wo der englandhörige Emir Abdallah fein Scheinregiment führt, sind die Antwort König Ibn Sauds auf den englisch-jüdischen G e h e i m ve r tr a g. Es ist aber auch das deutliche Zeichen, daß die Stunde der Befreiung für die arabische Welt gekommen ist. Kein anderer als König Ibn Saud, so schreibt das Blatt, wisse besser, daß erst mit dem Untergang des britischen Reiches die arabische Welt zu ihrem endgültigen Recht kommen kann. Blutiger Terrorakt der Smutsschen Polizei. Lissabon, 19. Juli. (DNB.) Aus der südafrikanischen Presse wird bekannt, daß S m u t s s ch e Wache auf einer englischen Insel. Ein deutscher Soldat hält Wache an der Küste der Insel Jersey im Kanal, die von den deutschen Truppen als erste englische. Insel besetzt wurde. Von Sprung zu Sprung geht es näher an England heran. — PK.-Wiedemann- fAtlantic-j M.) <• :/ ■ ^>7 Polizeiformationen sich eines unerhörten Gewaltaktes schuldig machten, indem sie am 1. Juli angeblich zur Unterdrückung eines Putschversuches in das Jnterniertenlager Baviaans» poort eindrangen und in brutalster Weise ohne vorherige Untersuchung 500 Lagerinsassen niederknüppelten. 140 Internierte mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. 82 wurden schwer verwundet. Der Smutsfche Polizeiterror scheute sich nicht, selbst Kranke aus den Betten herauszuprügeln, die Kammern zu verwüsten und Geld und Eigentum im Werte von 4500 Pfund stehlen. Kleine politische Nachrichten. Der italienische Verbindungsoffizier der deutschen Waffenstillstandskommiffion, Oberst M a r c i n e 11 i, ist am Donnerstagoormittag in Wie sb aden eingetroffen. Das dänische Außenministerium teilt mit: Da die Ereignisse nach und nach herbeigeführt haben, daß der Völkerbund nicht länger als eine reelle Existenz angesehen werden kann, hat die dänische Regierung beschlossen, ihre Vertretung beim Völkerbund ab311 berufen und mit der Leistung einer wirtschaftlichen Unterstützung des Bundes aufzu- hören. Einer der Führer der ungarischen Minderheiten Jugoslawiens, Senator Dr. V a r a d y , hat dem Ministerpräsidenten Zwetkowitsch sämtliche das Un- garntum interessierende Fragen vorgelegt. Ministerpräsident Zwetkowitsch hat versprochen, alle berechtigten Wünsche des Ungarntums zu erfüllen Ans aller Wett. Schwere Unwetter im westlichen Jugoslawien. In West-Bosnien sind bei Bihatsch drei Frauen und vier Kinder durch einstürzende Häuser erschlagen worden. Bei der bosnischen Eisenstadt Zenica verschüttete ein Bergrutsch einen ganzen Gü terzu g mit 13 Waggons, wobei vier Eisenbahner schwer verletzt wurden. Im Bahnhof Zenica knickte der orkanartige Sturm die Lichtmasten. Sie fielen auf einen Personenzug, der gerade im Bahnhof stand. In Dalmatien herrschen schwere Stürme. In Split rollte die Sturmflut bis in die Straßen der Innenstadt hinein. In S l 0 v e n i e n wurden die Häuser in weiten Land- strecken vollständig abgedeckt: besonders die Gegend von Cilli wurde schwer betroffen. Die Hopfenernte gilt als verloren. In Nord-Kroatien fand man Hagelkörner mit einem Gewicht von 300 g. Sechs lote bei einem Zugunglück in Frankreich. . Bei Limoges entgleiste in der Nähe der Ortschaft Roncon ein elektrischer Zug infolge Versagens der Bremsen. Sechs Tote und 20 Schwerverletzte find als Opfer zu beklagen. Riesenbrand zerstört großes rumänisches Sägewerk. Ein Brand entstand in dem Sägewerk Aisler in Piatra Nearntz in der Provinz Moldau. Nach einer halben Stunde hatten die Flammen sämtliche Werksgebäude erfaßt. Trotz angestrengtester Arbeit der Feuerwehren brannte das Werk vollständig nieder. Außerdem fimi> 20 Häuser, in denen Arbeiter des Werks wohnten, eingeäschert worden. Vierfacher Kindesmörder zum Tode verurteilt. Das Berliner Sondergericht verurteilte den 34- jährigen Rudolf Zimmermann wegen Mordes und Sittlichkeitsverbrechens in vier Fällen, begangen unter den erschwerenden Voraussetzungen der Gewaltverbrecherverordnung, zum Tode. Zimmermann, der vor acht Tagen in Salzwedel verhaftet worden war, hatte am 10. Juni d. I. in Prenzlau ein sechsjähriges Mädchen, am 22. 6. in Rottftock (Zauch- Belzig) ein achtjähriges Mädchen, am 1. Juli in Eger ein gleichaltriges Mädchen und zwei Tage später in Magdeburg ein sechsjähriges Mädchen ermordet. Hauptfchrtftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptichristleiterö: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich fürPolitU, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provtr^ und Wirtfchast: Ernst Blumschetn (beurlaubt); i. B.: Heinrich Ludwig Neuner: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange K. B. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: HanS Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Am eigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.S. Bringe von jetzt ab jeden Markttag ein großes Quantum 02465 Nachruf. Unser lieber, guter Vater, Schwiegervater und Großvater Die trauernden Kinder. Gießen (Bleichstraße 2), den 18. Juli 1940. D2462 Wetzlar, den 17. Juli 1940. Wasch- Zuverlässiges 3277 D Mäddien 02456 Perrato Sommersprossen- In tiefer Trauer: Elli Kümmel. Krem hilft bestimmt Gießen, den 18. Juli 1940. CAF1E WII1EM Dose RM. 2.10 Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Juli, 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitte ich Abstand zu nehmen. Heute F reitag : Musikalisches Rätselraten mit anschließender Preisverteilung ___________________________________3273 A Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine hebe, gute, treusorgende Mutter Frau Elise Kümmel, geb. Christ plötzlich im 81. Lebensjahr zu sich zu rufen. Graue -orfa- , W« €•"* Flasdic 1.74. extra stark 2.40 Maare Uusdiädlich! Sich. Wirkung. Drog. Elges, Seltersweg 68a M2eV Löw.-Drog. Kilbinger, Seltersweg69 Drogerie WinterhoII, Kreuzplatz 10. Garten- Schirme i. verschiedenen Ausführungen loh.SDießACo. 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Juli 1940 verschied unerwartet Herr Paul Gurenkoff aus Gießen. 02460 Nk. »69 Zweites Blatt________________Eichener Anzeiger «Seneral-AnzeM ffir Gberhesien)______________Keiiag. 19- Zuli 1940 Pimpfe im Schulungslager Vergwerkswald soll. Aber die Naseweisen werden nicht alle, wie die selbst verschuldeten Unfälle bei Fliegeralarm beweisen. Sie wollen sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, das seltene und aufregende Schauspiel eines nächtlichen Luftkampfes zu gemeßen. Der Feuerzauber der Lichtzeichen scheint ihnen eine zu verlockende und reizvolle Angelegenheit. Und so befriedigen sie ihre Neugier am offenen Fenster oder versuchen unter irgendeinem Vorwand auf die Straße zu kommen. Sie werden hier wie dort ihrer zügellosen mit ihrem das einer kommt. Phantasie eine Enttäuschung bereiten, Leben aber ein heilloses Spiel wagen, Herausforderung des Schicksals gleich- P. B. boa die Stämme herab, aber die warme Luft des Südens trieb die Säfte dann mit doppelter Kraft ^Hinter^den Dünen der Gironde sind die Rebengär- ten der Weinlandschaft Medoc aufgerecht, m dem Schlemmboden zwischen dem Strom und dem Meer gedeihen die schweren Rotweine Margaux und Cha. teau Lafitte. Der Hunderte von Kilometer lange 'Ruq der nehrungshaften Dünen wird nur em einzige/Mal durch die Bucht von Arcachon unterbrochen. Biarritz mit seinem Strand, dem die Franzchen den Beinamen des Koketten gaben hat das Schicksal Dünkirchens und Ostendes nicht geteilt. Soviel Elend durch das Weltbad auch ^udurchsslng, seine Villen und Kurhäuser stehen noch. Gleich sud- lick von Biarritz beginnen ragende Felsen das Meer zu umklammeim. An den Klippen des Golfs von Biscaya rennt der Ozean mit fesselloser Wucht an donnernd schlägt die Brandung empor. Der Zug fährt nur noch eine halbe Stunde bis zur Brücke, an der die ©panier den deutschen Soldaten einen festlichen Empfang bereiteten. spiel mit anschließender Siegerehrung statt. Der Teilnahme an den Wettkämpfen wird von vielen Seiten größtes Interesse entgegengebracht, so daß mit einer starken Beteiligung zu rechnen ist. Säst und Fruchtmark ohne Zucker. Die Dersuchsstelle für Hauswirtschaft hat sich in den letzten Wochen mit der Zubereitung von Fruchtsäften und Fruchtmark beschäftigt. Sie hat bei diesen Versuchen Säfte und Fruchtmark, um Zucker zu sparen, teils ohne, teils mit geringen Zuckerzusätzen zubereitet. Zur Abkürzung der Aufbewahrungsfrist wurde das Einmachgut kurze Zeit in einem Brutschrank bei 37 Grad aufgehoben. Die Versuche ließen erkennen, daß Säfte und Fruchtmark ohne Zuckerzusatz haltbarer waren als die, die mit geringem Zuckerzusatz zubereitet wurden. Das erklärt sich folgendermaßen: Äst kein Zucker in den Fruchtsaften enthalten, so wirkt die darin enthaltene Säure konservierend. Wird verhältnismäßig wenig Zucker zugesetzt, so bildet die schwache Zuckerlösung einen guten Nährboden für Bakterien, und das Einmachgut ist weniger haltbar als das gänzlich ohne oder aber mit hohem Zuckerzusatz zubereitete. Hoher Zuckergehalt wirkt ebenfalls konservierend. * ** Mit dem Eisernen Kreuz ausge- z e i ch n et. Dr. Erich Sieger, Hindenburgwall 12, Hauptmann in einem Artillerie-Regiment, wurde mit der Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse und mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. — Das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt ferner der Gerichtsreferendar Leutnant d. R. Heinz Barth, Hensel- straße 3, für tapferen Einsatz beim Uebergang über die Aisne. Die gleiche Auszeichnung wurde auch dem Gefreiten Rudolf R ü b s a m e h , Bahnhofstraße 56, zuteil. — Für Tapferkeit vor dem Femd in den Kämpfen um die Maginotlinie erhielt auch der Unteroffizier Alfred Bormuth, Äm Gartfeld 7, das Eiserne Kreuz II. Klasse. _____________________ Meeresküsten unter deutscher Flagge. Von Richard Gertach. Vom Nordkap bis zu den Pyrenäen halten unsere Soldaten Wacht. Sie sehen auf das Nordmeer, auf das Skagerrak, auf die Nordsee, auf den Kanal und auf den Atlantischen Ozean. Am Nordmeer wird es in dieser Jahre2zeit ka um Nacht, nach Sonnenuntergang weicht der Schatten der Dunkelheit schon bald wieder dem Sonnenaus- qanq. Die Felsen und Schären schimmern 22 Stunden des Tages in strahlendem Licht. Ueber Dänemarks Küste grünen die Buchenwälder in ihrer alten Verwunschenheit. Wo die Viehweiden bis ans Meer herankommen, trollen sich die schweren Pferde zwischen den schwarzweißen Kühen. Am Rande der Dünen rauschen die Möwenschwärme auf, bcr ©ee= schwalbenruf klirrt • herab, und die Strandlauser flöten im seichten Wasser der Sandbank. Der starke Atem des Meeres fegt über dies frie- fischen Inseln. Hinter den Dünen Hollands Zieht sich unabsehbar das ebene Land hin, hoch wölbt sich der Himmel. Tiefer als der Meeresspiegel hegen Die Aecker und Wiesen Zeelands und wer aus den tiefliegenden Wegen unter den Deichen geht, sieht über sich die Kornfelder und das wogende Gras Auch die Küste Flanderns ist von Dunen gesäumt und der gelbe Sand leuchtet weithin. Steil sind die Hänge der normannischen Küste, ausgewaschen v Wolkenbrüchen, aber oben klammern sich die Hecken und Bäume an, und immer wieher springt ein Aussichtspunkt weit vor. Unten S^eht der Strandstreisen an der Brandung hin, und der feuchte Sand ist so fest, daß die Räder der Wagen kaum emsinken. 5>eide wächst auf den wilden Hügelkuppen der Bretagne, immer wieder beißen und sagen such Puch- ten und Schlupfwinkel tief, in ine Küste °m und davor lugen Riff- und winzige aus dem Meer. In den ti-foersponnenen Wawern wuchert das Farnkraut und die niedrigen Hutten oer tfi scher spähen aus Baumdickichten auf die stürzens Sut hinaus. Der Wechsel der Sezeüen 'atzt de Schiss- in dem kleinen Hasen van Parmc am £t lantifcken Ozean bei Ebbe auf dem Trockenen Ue cen und der Geruch von Muscheln steigt dann aus dem Schlamm. Aus der Insel Norrmouster °°^ schränken sich die Bäume urwaMast, der Sturm Dornotizen. lagesfalenber für Freitag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Donauschiffer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Verwandte sind auch Menschen"; in beiden Häusern neueste Tonwoche „Die Heimkehr des Führers". Notizen für den 20. Juli Sonnenaufgang 5.27 Uhr, Sonnenuntergang 21.34 Uhr. — Monduntergang 6.37 Uhr, Mondaufgang 21.44 Uhr. BDM.-tlntergan 116 Gießen. Stelle für Leibeserziehung. Betr. Obergaumeisterschaften in Leicht- a t h l e t i k. Alle inzwischen dazu einberufenen Madel sind am Samstag, 20. Juli, um 7.45 Uhr m vorschriftsmäßiger Kluft usw. am Bahnhof Gießen. Bis dahin hat jedes Mädel schon seine Fahrkarte nach Darmstadt gelost. Hin- und Rückfahrt müssen vor- gelegt werden und werden dann rückvergütet. (An Ausweise denken., Die Mädel, die zur Obergau- regatta kommen, fahren erst Sonntag, den 21. Juli. Die Abfahrt wird von der Untergaufachwartin für Rudern bestimmt. Betr. Führerinne nwettkampse. Sie werden laufend jeden Montag auf dem Universitätssportplatz durchgeführt, von 18 bis 19^30 Uhr für JM.-Führerinnen und von 19.30 bis 21 Uhr sur^ „Verwandte sind auch Menschen." Es ist hinlänglich bekannt und oftmals hat es auch die Wirklichkeit gelehrt, daß mit einer Erbschaft immer so mancherlei Kriterien verbunden sind. Das gilt vor allem für diejenigen, die eine Erbschaft erhoffen. Und wie mannigfach sind die Gefühle in denen, die an einer Testamentseröffnung teilnehmen! Der neue Tobis-Film im Lichtspielhaus stellt dies alles einmal in einer originellen und lustigen Form heraus. Ein amerikanischer Millionär kommt, so will es die Handlung, in seine deutsche Heimat zurück, aber bei einer Havarie seines Schiffes auf See wird er fälschlich totgesagt. Das paßt ihm gut in den Kram, denn er -möchte einige Wochen unerkannt in Deutschland leben. Daraus wird aber nichts, denn die Verwandtschaft läuft nun Sturm auf die Erbschaft. Der Millionär nützt diese Situation aus und freut sich diebisch darauf, seiner eigenen Testamentseröffnung beizuwohnen und dabei zu hören, was in der Verwandtschaft so alles über ihn gesagt wird. Er hat auch das Vergnügen, seine Verwandtschaft in allen Spielarten kennenzulernen, aber das Ende der Geschichte, das hier — um der Spannung für weitere Besucher des Films willen — nicht verraten sei, sieht doch ganz anders aus, als er es sich gedacht hatte. Das Lustspiel, unter der Regie von Hans Deppe in Szene gesetzt, bringt eine Fülle herzerfrischenden Humors, bringt auch einige sehr gut gezeichnete Charaktere und manchen hübschen menschlichen Zug auf die Leinwand. Unter den Darstellern fällt zuerst Heinz Salfner als der Erblasser und Millionär auf, ganz amerikanisch, sehr seriös, aber auch von einer gewinnenden Menschenfreundlichkeit. Ernst Dumcke als sein Freund und Berater, uni) Fritz Od emar als Diener und Faktotum des Millionärs, passen gut zu ihm. In einem lebhaften Gegensatz zu diesen dreien steht dann die zwar weniger seriöse, dafür aber um so urwüchsigere Verwandtschaft, die sich in Renee Stobrawa, Mar- garete Kupfer, Elfe v. Möllendorff, Ellen Bang, Oskar S a b o , Fritz K l a u d i u s , Arthur Schröder usw. verkörpert. Den Vogel schießt in dieser Reihe Renäe Stobrawa als ungemein zungenfertige Kölnerin ab. Aber auch die übrigen Erscheinungen lassen nichts an klarer Zeichnung zu wünschen übrig. Dem Operateur bot der Film Gelegenheit, als Schauplatz der Geschehnisse ein mecklenburgisches Schloß, Park und See, in hübschen stimmungsvollen Bildern festzuhalten, H. L. Neunen Wirtschaftsrassen: Angora, Weiße Wiener, Blaue Wiener, Große Chinchilla, Große und Kleine Widder. Als Preisrichter fungierte der Züchter H o e v e l aus Frankfurt-Schwanheim, der schon öfter in Gießen richtete, mit Unterstützung des Kreisfachwartes Kreiling. Die Ausstellung leitete Zuchtwart Kern. Ausgestellt waren mehr als 100 Kaninchen, von denen mehr als 60 für die Zucht brauchbar, weitere 25 als bedingt brauchbar befunden wurden. Nur 11 Tiere waren für die Zucht nicht geeignet und können abgeschafft, bzw. verkauft werden. Das Gesamtergebnis war für die Gießener Züchter sehr günstig. Im Anschluß an die Bewertung wurden zahlreiche Verkäufe getätigt, da die Nachfrage nach gutem Zuchtmaterial, vor allem an Angora-Zuchttieren, sehr groß ist. Die nächste Ausstellung findet im November statt. Mit ihr ist eine Kreisschau für Zuchtrammler verbunden. Gießen-Klein-Linden. Unter dem Vorsitz des Ortsgruppenleiters R. Jung tagten am Mittwochabend die Führer der Parteigliederungen gemeinsam mit den Dereins- führern der dem NSLR. angeschchlossenen Vereine, um über die Durchführung eines Gemeindesporttages zu beraten. Als Tag der Durchführung der geplanten Wettkämpfe wird der 11. August vorgesehen. Es werden in allen Abteilungen volkstümliche Dreikämpfe, bestehend in Weitsprung, Wurf und Lauf ausgetragen. An den geplanten Wettkämpfen werden sich Glieder des Jungvolks, der Jungmädel, der Hitler-Jugend, des BdM., der SA., Turner und Sportler beteiligen. Politische Leiter und Mitglieder des Schützenklubs tragen einen Wettkampf im Kleinkaliberschießen aus. Im Anschluß an diese Wettkämpfe, wird im hiesigen Schwimmbad ein Wettschwimmen für die Teilnehmer durchgeführt. Die Kampfrichter werden von der Ortsgruppe Klein-Linden des NSLR. gestellt. Am Nachmittag findet ein Handball- und ein Fußball- und feinen jüngeren Kameraden schließlich auch die Grundbegriffe dieser Wissenschaft vermitteln kann. Da findet man sich denn zu mancher Stunde bei schönem Wetter im Freien und bei schlechterer Witterung im Lehrsaal — ein und folgt mit aller Aufmerksamkeit den Erläuterungen, die gegeben werden. Jeder der Pimpfe muß bereit sein, sofort nachzuweisen, ob er all das, was ihm gelehrt wird, auch begriffen hat. Und Pimpfe begreifen rasch, hauptsächlich dann, wenn es um Dinge geht, die sie so lebhaft interessieren, wie es eben bei Karte und Kompaß der Fall ist. Selbstverständlich spielt im Lagerdienst auch der Unterricht in weltanschaulichen Fragen eine sehr wichtige Rolle. Für diesen Abschnitt des Dienstes werden im Lager führende Männer der Partei erwartet, und mit großer Aufmerksamkeit folgen die Jungen den Rednern, die von der Kampfzeit erzählen, von der Geschichte und der unwandelbaren geistigen Haltung der Partei sprechen. Kreisleiter Backhaus hat es sich nicht nehmen lassen, den zukünftigen Jungenschafts- und Fähnleinführern einen Vortrag zu halten, auch Kreispropagandaleiter Rahner sprach bereits im Lager. Im Rahmen der weltanschaulichen Schulung steht außerdem ein überaus wertvolles Schulungsmittel zur Verfügung, und zwar die interessanten Film-Bildstreifen der Reichs jugendführung, die eine Fülle des wertvollsten aufklärenden Schulungsmaterials enthalten, das hier in leicht faßlicher und in sehr anschaulicher Form an die Jungen herangetragen werden kann. Mit besonderer Freude geht es auch an den Schießdienst. Selbstverständlich wird zuerst das Dreieckszielen geübt, es dauert aber nicht lange, dann werden die ausgezeichneten Luftgewehre hervorgeholt und jeder einzelne kann feine Geschicklichkeit beweisen. Stolz zeigen sie die charakteristischen Pappescheiben, auf denen genau zu erkennen ist, wie 1 jeder Schuß saß. Selbstverftändlich werden bei diesem Schießdienst mit dem Luftgewehr die Sicherheitsmaßregeln strengstens beachtet. Eine besondere Freude ist es für den Außenstehenden, einmal einen Gang durch alle die Zimmer zu unternehmen, in denen die Pimpfe Hausen. Alles ist in einer geradezu mustergültigen, in einer durchaus militärisch anmutenden Ordnung. Sauber sind die Schränke aufgeräumt. Tadellos geordnet liegt die Wäsche zu kleinen Stößen in den weißen Schränken. Die Jacken der Uniform und was sonst an Bekleidungsstücken von zu Hause mitgenommen wurde, hängt auf Bügeln. Die Strümpfe liegen schön zusammengerollt nebeneinander. Die Schuhe sind in einem besonderen Raum untergebracht. Jeder der Lagerteilnehmer hat je ein Fach für die Schuhe und ein Fach für das Putzzeug. Eine wahre Pracht ist es aber, zu sehen, wie exakt die Pimpfe ihre Betten bauen. Es hat den Anschein, als hätte es in den Stuben einen richtiggehenden Wettbewerb gegeben, um festzustellen, wer sein Bett am saubersten und am glättesten herzurichten vermag. Jede Mutter würde ihre Helle Freude daran haben! Die Lagerleitung ihrerseits hält aber auch auf strengste Ordnung. Schon jetzt und nach diesen Eindrücken läßt sich sagen, daß'der Kreisleiter die Gauführerschule nach sieben Wochen' genau so wiederfinden wird, wie er sie in tadelloser Ordnung den Pimpfen übergeben hat. Ein ganz besonderes Kapitel ist die Verpflegung. Alle Pimpfe sind darüber des Lobes voll. Der Magenfahrplan ist für die ganze Woche festgelegt und hängt an der Wachtstube aus. Er ist so abwechslungsreich gestaltet, daß sich die Jungen von einer Mahlzeit auf die andere freuen. Hinzukommt, daß die Mahlzeiten im Hellen Speisefaal eingenommen werden, der in einem eigens erbauten Gartenhaus untergebracht ist. Die Tage, die die Lagerteilnehmer in dem schonen großen Haus im Bergwerkswald, die Stunden, die sie in schöner Pflichterfüllung der Vorbereitung auf zukünftige Aufgaben verbringen, die schonen Stunden in der herrlichen Landschaft im Bergwerkswald und die schonen Stunden der Lagerkameradschaft überhaupt, werden allen in bester Erinnerung bleiben. Diese Erinnerung wird ein Ansporn dazu sein, im Dienst der Hitler-Jugend und des Jungvolks um so eifriger zu sein, als sie alle in den Tagen dieses Lagers auf die verschiedenste Weise erfahren haben, welch große Aufgaben vom einzelne, wie auch von der Gemeinschaft, für die Zukunft Deutschlands zu erfüllen sind. N. Arno Breker. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Bildhauer Pro- Mfnr Arno Breker wird, wie schon kurz gemeldet, Äi 40 Safrre dt. In der Werkstatt d» Vaters in Elberfeld erlernte er das Steinmetzhandwerk, nach seiner Lehrzett führte er die^.Werkstatt des Vaters, der im Felde war, selbständig werter. In den Jahren 1920/25 war er Schuler der Akademie in Düsseldorf, vor allem bei Hubert Netzer. 1925 schuf er die Steinfigur der.'Aurora für die^Gesolei- Ausstellung, weiterhin mehrere Ehrenmäler. 1927 bis 1933 arbeitete er in Paris^ Aus dieser Zeil stammen neben kleineren figürlichen Arbeiten Bil^ Nisse, die überall hohe Anerkennung fanden. Nach der Beteiligung an dem Wettbewerb für die plastische Ausgestaltung des Reichssportfeldes errett er ben Auftrag für den „Zehnkämpfer und die Sie^rin" in der Pfeilechalle des Hauses des deutschen Sportes. Für das Reichsrnrnisterium für Dolksaufklärung und Propaganda schuf er den „Prometheus", für den Ehrenhof der Neuen Reichs- kanzlei in Berlin die symbolischen Figuren der Partei" und der „Wehrmacht", für das.Reichsparteitagsgelände in Nürnberg die ,,Verettschaft und den „Künder". In letzter Zelt, sind' seine Relief- entwurfe „Auszug zum Kamps für die Soldatenhalle in Berlin imd die „Kameraden und ^Wachter", zwei Einzelstücke aus einer Reihe von 80 Reliefs vor einem geplanten Monumentalbau an der Nord-Süd-Achse in Berlin bekannt geworden. Neben diesen monumentalen Arbeiten schuf er eine Reihe von Bildnissen, darunter einiger führender Persönlichkeiten des Staates und der Partei. Der monumentale Charakter aller Werke Arno Brekers beruht auf der Wahl der Motive, die eine intuitive, der jeweiligen Arbeit umrittene symbolische Ausdeutung zulassen, beruht auf dem Körpertyp der Werke, der dem gesunden, kraft- und energie- vollen, schönen beseelten Menschenideal unserer Zeit entspricht. Mit seinen monumentalen figürlichen Arbeiten hat Breker gezeigt, daß es auch in unserer Zeit möglich ist, allgemein bewegende Ideen in der Plastik zu gestalten. Er hat damit dazu beigetta- gen, daß die deutsche Bildhauerkunst aus der Isolierung einer kleinen Jnteressenschicht herausgeführt und mit dem allgemeinen nationalen Geschehen verbunden wurde. Er erhielt die Olympische Medaille, der Führer verlieh ihm den Professorentitel, und auf der letzten Biennale in Venedig zeichnete ihn Italien mit dem Duce-Preis aus. (Galoppierende Schlangen. Eine der gefährlichsten und furchtbarsten Schlan- aen die es gibt, ist die Schwarze Mamba, die sich in Südafrika findet. Diese Schlangen bewegen sich mit außerordentlicher Schnelligkeit fort, sowohl auf ebener Erde wie auch auf hügeligem Terrain und durch das Dickicht, und die Geschwindigkeit ihrer Sprünge wird von den Eingeborenen mit dem Galoppieren eines Pferdes verglichen. Jedenfalls können sie es an Schnelligkeit mit einem in voller Karriere befindlichen Pferd aufnehmen. Eine seltsame Eigenschaft dieser Schlange ist die Treue über den Tod hinaus, die sich das männliche und das weibliche Tier bewahren. Wer lange genug m Südafrika gelebt hat, weiß, daß er, wenn er eine Mambaschlange getötet hat, suchen muß, auch ihren Gefährten zu erlegen, denn die Tiere haben em ausgesprochenes Rachegefühl und verfolgen den Mörder ihres Lebensgenossen. Die Eingeborenen benutzen diese Eigenfchaft der Mamba, um sich an ihren Feinden zu rächen. Sie legen eine tote Schlange vor das Bett ihres Feindes und sind dann sicher, daß die überlebende Schlange den ahnungslosen Schläfer töten wird. Die beste Art, die Schlange zu erlegen, ist die, daß man ihr mit einem starken Schlag des Dschambok, der dicken ReiAttsche der südaftikanischen Farmer, den Rücken bncht, U M.-Führerinnen. Ich bitte die Mädelführerinnen um Pünktlichkeit. Zu den gleichen Zeiten können auch die Hebungen für das Leistungsabzeichen abgenommen werden. Kv?.-Vorirag vor Soldaten. Einen interessanten Vortrag hielt vor Soldaten des Standortes der Reiseschriftsteller Fred von Bohlen. Der Redner verstand es, in sehr lebendiger Schilderung und mit Unterstützung von Filmaufnahmen über Land und Leute des Balkans zu plaudern. Fred von Bohlen hatte eine Reise über Öen Balkan nach dem Orient bis nach Asien unternommen, die er in einem Film und einem Buche unter dem Titel „Schleier, Fez und Turban" schilderte und von der er jetzt -einen Ausschnitt brachte. Er vermittelte zunächst seine Eindrücke und Erlebnisse von einem Besuche in Serajewo, schilderte die Fahrt nach Uesküb über Monastir, führte Filmaufnahmen der letzten heulenden und tanzenden Sekte der Derwische vor, die er bei einer Zeremonie in einer Moschee machen durfte. Die Bilder verrieten den eigenartigen Brauch der Derwische, die sich durch anhaltenden monotonen Gesang in Ekstase versetzen, so daß sie schließlich herumhupfen, sich schütteln und wiegen, bis sie in Tränen ausbrechen und sich dann einen Dolch durch die Wangen stoßen, ohne daß sie dabei Blut verlieren. Im mitten Teile führte der Redner gleichfalls seltene Bilder von den Bettelmönchen in Kalaba-k in Griechenland vor, die auf steilen Felsenklippen ein sonderbares Eigenleben führen. Dieser von der NSG. „Kraft durch Freude" vermittette Vortrag fand eine dankbare Zuhörergemeinde. Eine Ausstellung der Kaninchenzüchter Der Kaninchenzuchtverein Gießen hielt im "®u.r9s Hof" eine Ausstellung von Kaninchen der Wirtschaftsrassen ab, die als Vorschau für die weitere Zucht bestimmt war. Ausgestellt wurden Tiere der Aus -er Stadt Gießen. Gefährliches Feuerwerk. Mr Menschen lieben das Licht, besonders wenn es verschwenderisch und prunkvoll festlichen Räumen Glanz und Wärme verleiht Wir steigen auf die Berge, um das flammende Farbenspiel eines Sonnenuntergangs zu erleben, wir reifen ans Meer, um den Feuerball der Abendsonne und sein Versinken in den aufgehenden Fluten bewundern zu können. Und gehört nicht dem funkelnden und glitzernden Sternenhimmel unser ganzes Entzücken? Hier hat das Licht, weil es aus der schwärzesten Finsternis erblüht, ja seinen besonderen Zauber. Aehnlich empfinden kleine Kinder das erste Aufflammen eines Zündholzes als ein Wunder, das sie mit großen Augen bestaunen und das sie gar leicht verlockt, sich heimlich das Schauspiel zu wiederholen, was schon oft verhängnisvolle Folgen hatte, wie das gute, alte „Struwelpeterbuch" an „Poulinchen" in Bild und Wort warnend vorführt. Für die Jugend, wie für die Erwachsenen ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Silvesternacht ein fröhliches Vergnügen, dem sie um fo verschwenderischer huldigen, je tiefer sie in den Geldbeutel greifen können. Kein größeres Volksfest kann sich darum einen schöneren und zugkräftigeren Abschluß bereiten als mit einem Brillantfeuerwerk unter nächtlichem Him- mel. Wenn die auf zischenden Raketenschlangen mit Knall und Geknatter platzen, um leuchtende Stern- regen niedersprühen zu lassen, macht sich die Freude immer wieder in begeisterten Bewunderungsrufen laut. , ., _ Und es gibt Menschen, die das ungleich wildere und gefährlichere Feuerwerk eines nächtlichen Gewitters sich vom Fenster aus ansehen müssen. Mit Spannung und heimlicher Erregung verfolgen sie das gewaltige und grelle Aufflammen der nieder- zuckenden Blitze, während sich ängstlichere Gemüter furchsam unter die Bettdecke verkriechen. Beides Verhalten ist töricht, jenes dazu noch frevelhaft, weil man sich nicht leichtfertig der Gefahr aussetzen In großzügiger Weise und vvrbehalÜvs hat Kreisleiter Backhaus der Hitler-Jugend unseres Bannes und Jungbannes 116 die Gauführerschule im Bergwerkswald zur Verfügung gesteift. Das stattliche und guteingerichtete Gebäude, das bisher die Amtsträger der Partei zu Schulungszwecken in einen Räumen beherbergte, ist jetzt erfüllt von jenem frisch-fröhlichen Leven, das die Jugend, insbesondere aber eben die Pimpfe, mit sich bringen. Mit Eifer und Begeisterung haben sie Besitz ergriffen und sind rasch heimisch geworden. Die Führung der Hitler-Jugend hat die Absicht, das Heim ür die Dauer von sieben Wochen zu einer inten- iven Führemachwuchsschulung zu nützen. In mehreren Kursen wird diese Schulungsarbeit durchgeführt, und sie soll den Jungen das Rüstzeug dafür geben, daß sie bald vor der Front ihrer jungen Kameraden stehen können, um ihnen Vorbild zu sein. Je 35 Pimpfe, Horden- oder Jungenschafts- ührer werden dabei jeweils für den Zeitraum von acht Tagen in der Lagergemeinschaft vereinigt. Es war nicht schwer, bei einem Besuch im Lager Bergwerkswald den denkbar besten Eindruck zu gewinnen. Alle Pimpfe, frische lustige Jungen von 10 bis 14 Jahren, waren, als wir uns bei ihnen umsahen, auf der Wiese hinter dem Hause angetreten und trieben unter fachmännischer Anleitung eine Stunde Sport und Spiel, mühten sich energisch mit dem Medizinball ab, machten allerlei luftige und gesunde Bodenübungen, spielten gar ein Rugbyspiel, das sie alle in lebhafte Bewegung braute. Der Sportdienst ist aber nur ein kleiner Bruchteil des Dienstes im Schulungslager. Die Ausbildung ist universell. Es wird Geländedienst getan, und zwar nach allen Regeln der Kunst. Der Bergwerkswald, also die unmittelbare Umgebung des Lagers, ist geradezu das ideale Gelände für die Schulung und Ausbildung in dieser wichtigen Disziplin. Neben der praktischen Arbeit im Gelände' geht aber immer auch die Theorie einher, denn es wird von jedem Pimpfenfuhrer und von jedem Führer der Hitler-Jugend verlangt, daß er mit Karte, Planzeiger und Kompaß umzugehen versteht kreis Friedberg. -Butzbach, 18. Juli. Im Rahmen einer schlichten Feier beging der Leiter der hiesigen Bezirts- spartasse, Direktor Falter sein 25jähmges Dienst- jubrläum. Als der Jubilar vor einem Vierteljuhr- hundert in das Getdinstitüt eintrat, bestand es erst in kleinem Umfang. Unter seiner umsichtigen Leitung tonnte es sich jedoch zu dem bedeutendsten Unternehmen dieser Art in unserer Stadt entwickeln und insbesondere die Belange der Wetterauer Landwirtschaft fördern. Im Jahre 1931 übernahm Herr Falter die Leitung der Kasse. Vor wenigen Jahren wurde das alte Gebäude zu klein, und ein neues repräsentatives Haus wurde bezogen. Die Gefolgschaft des Mathildenstiftes beglückwünschte in der Feier ihren Betriebsleiter ganz besonders, der sich auch stets für die Belange der Gefolgschaftsmitglieder eingesetzt hat. Kreis Wehlar. * Frankenbach, 18. Juli. Dem Feldwebel Adolf Geller von hier wurde am 18. Juni für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen um Amiens das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Zu gleicher Zeit wurde sein Bruder Karl Geller zum Unteroffizier befördert. Beide sind Söhne des weit und breit bekannten Fuhrunternehmers Karl Geller II. Neunmal zum Tode verurteilt. LPD. Frankfurt a. M., 18. Juli. Das Sondergericht Frankfurt a. M. verurteilte den 29jah- rigen Karl Semmler als gefährliche^ Gewohnheitsverbrecher wegen vollendeten Einbruchs in 29 Fällen, davon neun als Volksschädling unter Ausnutzung der Derdunkelungsmatznahmen begangen, und versuchten Cinbruchsdiebstahls in sieben Fällen neunmal zum Tode, zehnJahrenZuckt- haus, dauernden Ehrverlust und Sicye- rungsverwahrung, seinen 33jährigen Bru- ** Eine ZweiundachtzigjShrige. Am kommenden Sonntag, 21. Juli, kann Frau Marie Diehl, geb. Ruppenthal, ihren 82. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau nimmt an den Geschehnissen unserer Zeit noch regsten Anteil. (Wir beglückwünschen zum Geburtstag!) *♦ E i n Acktzigjähriger. Der Rentner Bertold Goß, Landmannstraße 15, kann am morgigen Samstag, 20. Juli, in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. (Mr beglückwünschen zum Geburtstag und wünschen dem Jubilar einen weiteren schönen Lebensabend!) ** Zum Reviergruppenführer ernannt. Mit Wirkung vom 12. Juli wurde Luftschutz-Obertruppmeister Wilhelm Erle, Bürodirektor i. JR., zum Reviergruppenführer der Reoier- gruppe II Gießen des Reichsluftschutzbundes durch den Orts-Kreisgruppenführer ernannt. ** Gesangskonzert .des Bauerfchen GefangvereinsvorVerwundeten. Einer Anregung des Kreisleiters zur Folge gab in Verbindung mit „Kraft durch Freude" am vergangenen Sonntag der Bauerfche Gesangverein ein Konzert unter Leitung seines Chormeisters Blaß. Wenn auch schon verschiedene Vereine Konzerte in den Kliniken veranstaltet haben, so sollen doch in Zukunft die Gesangvereine noch mehr für derartige Veranstaltungen herangezogen werden. Nichts erfreut einen verwundeten Soldaten mehr, als der Gesang eines Männerchors. Dies kam am Sonntag bei allen Verwundeten so recht zum Ausdruck. Die vorgetragenen Chöre zeugten von guter Pflege des Liedgutes im Bauerfchen Gesangverein, obwohl etwa 50 o. H. der Sänger unter den Fahnen stehen. Auch an den kommenden Sonntagen werden sich weitere Männerchöre in den Dienst dieser Sache stellen. ** Kann man mit Essig waschen? Um das Auslaufen empfindlicher farbiger Stoffe zu verhindern, hat man früher dem Spülwasser etwas Essig zugesetzt. Dies war oft eine verspätete Maßnahme, da ja die Farben schon beim Waschen selbst angegriffen wurden. Zum Waschbad selbst konnte aber Der Essig nicht gegeben werden, da gewöhnliche Seife vom Essig sofort zersetzt wird. Das neutrale „Waschmittel für Feinwäsche", das heute auf Seifenkarte zu haben ist, verträgt einen Essigzusatz direkt zum Waschbad. Stoffe mit empfindlichen Färbungen lassen sich so ohne Gefahr waschen. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. -- Mainzlar, 18.Juli. Der ^-Oberscharführer Hans Keil von hier wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Die schöne Melusine Roman bon Hans Richter 4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Es ist Abend. Sie sitzen auf einer Höhe über dem Scharmützelsee. Auf der anderen Seite des Sees liegt Buckow, und die untergehende Sonne spiegelt sich, blutrot in den Fenstern der Häuser. Manchmal ist das Leuchten so stark, daß man an einen Brand glauben konnte. Die Fahrgäste des „Pionier" sitzen drüben in einer Gastwirtschaft und essen, die „Straßenbummler" haben sich bereits auf den Weg machen müssen, weil der Wagen nun einmal langsamer ist. Wilhelm Hellwig hat den Tag über mit seinen Fahrgästen so viel zu tun gehabt, daß er zu dem eigentlichen Zwecke seiner Reise — so nennt er innerlich die so sehr gewünschte Annäherung an Tilde — gar nicht gekommen ist. Dafür hat er aoer Holzmann nicht aus dem Auge gelassen und ihm hier und da geheimnisvoll zügeblinkert. Einmal hat Tilde es gemerkt und hat gefragt: „Was will er eigentlich von Ihnen, großer Chan?" Der ist nun alles andere als ein Diplomat, und Hellwig hätte sich niemanden für seine Mission aussuchen können, der mehr Angst davor gehabt hätte. „Es ist wegen unseres Geschäftes", versetzt er nur. Weil Tilde keinen Grund hat, nicht an dieses Geschäft zu glauben, geht auch um ein Haar die letzte Gelegenheit noch daneben, nämlich die am Scharmützelsee. „Ich hab drüben 'nen netten kleinen Platz ausbaldowert", sagt Hellwig. Tilde, die ganz gern einmal mit sich allein ist, wehrt ab. „Wenn Sie mit Herrn Holzmann von Geschäften reden wollen —" „Aber nein doch", sagt Hellwig. Und nun sitzen sie da. „Von Müncheberg bis Friedrichsfelde können wir laufen lassen", beginnt Hellwig mit dem Gespräch an einem Punkt, an dem er sich sicher sühlt. „War doch hübsch oder —?" „Eigentlich sollte man so etwas nie machen", kommt es von Tilde her, die ganz in Gedanken ist und völlig vergessen hat, mit wem sie spricht. Hellwig nimmt die Zigarre, mit der er die schöne der August Semmler als Volksschädling wegen Einbruchsdiebstahls in zwei Fällen und gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu drei Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust, die 30jährige Ehefrau des Karl Semmler wegen gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu 15 Monaten Zuchthaus, die Ehefrau des August Semmler wegen Hehlerei an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten und zwei Wochen zu 375 RM. Geldstrafe und die 57jährige Mutter der Brüder Semmler wegen Hehlerei zu sechs Monaten Gefängnis. Allen Angeklagten wurde die Untersuchungshaft angerechnet. Ende März d. I. gelang es der Kriminalpolizei, hinter das Treiben der Einbrecher zu kommen und mehrere Kraftwagen voll Diebesgut zu beschlagnahmen, das aus einem umfangreichen Lager an Lebensmitteln, Möbeln, Hausrat aller Art bestand. Die in Frankfurt a. M.-Rödelheim ansässigen Angeklagten übten ihre verbrecherische Tätigkeit seit 1 9 3 4 aus. Der Wert der gestohlenen Sachen ging in die Tausende und betrug im Einzelfalle bis zu 14 800 RM. Eingebrochen wurde in Wohnungen, Ladengeschäfte, Möbellager, Keller usw. Kommoden, Tische, Betten, Frisiertoiletten verschwanden. Ungeheure Vorräte an Lebensmitteln, so 20 Kübel mit ausgelassener Butter, Konserven, Speckseiten, Kaffee, Hülsenfrüchte, Seife fielen den Angeklagten auf ihren Raubzügen in die Hände. Eine große Vorliebe zeigte man für die Beraubung von Bienenhäusern. Auch für Brennstoff, wie Kohlen, Koks und Briketts, zeigte man Interesse. Ein reichhalttges Sortiment Dietriche, Schlüssel und Diebeswerkzeuge, das auf dem Gerichtstisch lag, legte Zeugnis von dem hohen Grad verbrecherischen Willens des Karl Semmler ab. Der Vater der beiden Brüder Semmler, der ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt war, hat sich nach der Festnahme das Leben genommen. Frankfurter Schlachfviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Juli. (Vorbericht.) Es kosteten: Ochsen 32 bis 46,50 RM., Bullen 28 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 28 bis 45,50, Kälber 25 bis 59, Lämmer und Hümmel 18 bis 51, Schafe 10 bis 44, Schweine 53 bis 59 RM. — Marktverkauf: alles zugeteilt. Wandervorschläge für den Sonntag. Gießen — Heuchelheim — Mendorf — Klein-Linden — Gießen. Diese schattenlose Wanderung beginnt am Neustädter Tor. Wir gehen die Rodheirner Straße entlang nach unserem stattlichen Nackbardorse Heuchelheim, das wir bis an den Bieberbach durchschreiten, und an dessen Ufer entlang, roten Ringen nach, weitergehen. Wir kommen über die Lahnbrücke und das Bahngeleise am Fuße des Allendorfer Wäldchens auf die Landstraße, der wir nach rechts folgen. Nach dem Passieren von zwei Mühlen gelangen wir, nachdem wir kurz vor Dutenhofen abgeschwenkt sind, nach dem anmutig liegenden Allendorf, wo wir die gelbe Punktmarkierung antreffen. Diese führt uns über einen ansehnlichen Höhenrücken, auf dessen Kamm sich ein prächtiger Rundblick bietet, wieder auf die Landstraße. Bald darauf erreichen wir unseren Vorort Klein-Linden und kehren nach insgesamt dreistündiger Wanderung nach Gießen zurück. Wehlar — Kloster Allenberg — Dserghanfen — Aßlar. Wir fahren nach Wetzlar, das wir in westlicher Richtung, schließlich über zwei Dillbrücken, durchschreiten und lahnwärts, dem „L" des Lahnhöhenwegs folgend, zu dem malerisch über dem Lahntal gelegenen ehemaligen Prämonstratenserkloster Altenberg gelangen. Wir besichtigen die wohlerhaltene schöne Kirche mit vielen Grabdenkmälern, den zu einem Park umgestalteten früheren Klostergarten und weiden unsere Blicke an der überraschend hübschen Aussicht von der Terrasse in das Tal. Ohne Zeichen gehen wir nun auf einsamen Wegen durch den großen prächtigen Klosterwald, an dessen Ende sich ein schöner Blick über das Dilltal erschließt. Kurz vor dem über der Dill am Bergrande gelegenen Berghausen schlagen wir die Straße nach rechts ein, die zur Dill hinabführt und flußabwärts nach unserem Endziel Aßlar bringt. Dauer der Wandel rung 3% Stunden. Herborn — Erdbach — Brettscheid — Heisterberger Weiher — Driedorf — Veilstein. Don Herborn, dem altertümlichen Städtchen, folgen wir der Wanderstrecke des Westerwaldvereins, die uns in einer knappen Stunde nach Erdbach bringt. Hier besuchen wir die mächtigen Kalksteinbrüche und die in einer wildromantischen Waldschlucht liegenden sog. Steinkammern, zwei Höhlen aus vorgeschichtlicher Zeit. Hier kommt auch der zwei Kilometer weiter oben in der Erde verschwindende Erdbach in verstärktem Maße wieder zutage. Durch ein enges Waldtal steigen wir aufwärts zur Sttaße nach Breitscheid, das wir bald daraus erreichen. In dem ansehnlichen Ort, der durch feine Tonwarenindustrie weithin bekannt ist, finden wir gastliche Aufnahme. Hier stoßen wir auf die Wanderstrecke 7, der wir jetzt in südlicher Richtung folgen. Durch Wald und Feld erreichen wir sodann den Heisterberger Weiher, ein in anmutiger Waldlandschaft liegendes Gewässer, an dessen Ufer in einem Blockhaus Erfrischungen zu haben sind. Waldaufwärts kommen wir auf eine Straße und auf dieser nach dem alten Städtchen Driedorf, das im Mittelalter in hoher Blüte stand, die Trümmer zweier Burgen und einer alten Ringmauer geben noch Zeugnis aus jener Zeit. Auf fester Straße, bergauf und -ab wandern wir weiter, durchschreiten noch die Dörfer Seilhofen und Rodenberg, genießen unterwegs prächtige Blicke auf die Westerwälder Landschaft mit ihren Höhen und erreichen nach insgesamt sechsstündiger Wanderung unser Endziel Beilstein, das, von einer Burgruine bekrönt und von herrlicken Wäldern umrahmt, reizvoll im oberen Ulmbacytal liegt. Von Beilstein be- yutzen wir zur Heimfahrt die Bahn durch das liebliche Ulmbachtol bis nach Biskirchen, wo wir um- fteigen müssen. Systematische Bodenuntersuchungen im Ga« Hessen-Nassau. Lpd. Immer wieder hören wir von einer Steigerung der Ernteerträge und die meisten werden sich nur schwer vorstellen können, wie der einzelne Bauer auf der gleichen Fläche Land in diesem Jahr mehr ziehen soll, als im vergangenen. Der Erfolg wird immer vorn Einsatz der Mittel abhängen, und zwar wird es sich darum handeln, ob die richtigen Mittel in ausreichendem Maße eingesetzt woroen sind. Ob in diesen oder jenen Acker Kalk oder Phosphor gegeben werden muß, ober ob gar eine andere Frucht dort besser gedeiht als hisher, das alles sind Fragen, die der einzelne Bauer nicht untersuchen kann. Hier kommt ihm die Landbauwissenschaft zu Hilfe. Im Kriege sind alle diese Fragen von besonderer Bedeutung. Deshalb wurde Anfang dieses Jahres vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand eine Sonderaktton für Bodenuntersuchungen in die Wege geleitet, die auch in Hessen-Nassau in vollem Umfange durchgeführt wird. Zur Steigerung der Erträge ist es in erster Linie wichtig, den Nährstoffzustand unserer Böoen zu kennen und zu wissen, ob genügend Kalk und Phosphor vorhanden sind, da gerade in unserem Klima die meisten Böden kalkarm sind. Die Land- wirtschaflliche Versuchsstation in Darmstadt ifKdie für unseren Gau zustänbige Untersuchungsstelle unb ihr Leiter, Professor Dr. Lubwig Schmitt, ist Sonberbeauftragter bes Verbandes deutscher landwirtschaftlicher Unterfuchungsämter, die die Bodenuntersuchungen durchzuführen habem 500 Untersuchungen täglich. In Darmstadt werden zur Zeit alle Böden aus dem Bereich der Landesbauernschaft Hessen- Nassau untersucht. Der Kalk- und Säurezustand der Böden unserer Heimat richtet sich nach der geologischen Beschaffenheit und ist daher verschiedenartig. Deshalb weichen auch die Untersuchungsergebnisse der einzelnen Böden oft weit voneinander ab. In den Laboratorien der Versuchsstation sind zahlreiche Chemiker damit beschäftigt, Die täglich eingehenden Proben der verschiedenen Böden in Retorten, Reagenzen und Trichtern aufzulösen, zu verkochen, Abendluft nicht gerade verbessert, aus dem Munde und grunzt verwundert. „Hoppla?" Tilde wird wach und gegenwärtig. „Ach so, entschuldigen Sie, Herr Hellwig, nein, ich habe damit nichts gegen Sie und Ihr Unternehmen sagen wollen. Ist auch Unsinn. Aber sehen Sie einmal, ich bin in einer kleinen Stadt groß geworden, beinahe auf dem Lande. Utrin ist nicht größer als Buckow." „In der Nähe von Utrin hab ich mal mächtigen Stunk mit 'nem Kugellager gehabt,' war noch als Fernfahrer", erinnert sich Hellwig. Der Gedanke erheitert ihn in der Erinnerung. „Kugellagerdefekt ist ’ne dolle Sache, Frollein Tilde, zuerst denken Sie, Sie kommen überhaupt nicht weiter, und dann schleppen sie sich wie ein lahmer Maikäfer zur nächsten Werkstatt. Und manchmal is dann dock Zappen duster. Aber warum eins gern in solch nem Kaff fitzen mag, wenn er in Berlin bleiben kann, bas geht nid) rein in mein Köppken." „Sie find eben Berliner", sagt Tilde, „Bin ick", protzt Hellwig unb schlägt mit der Hand auf einen Tisch, der nicht da ist. „Ich versteh Sie schon", sagt Matthias Holzmann leise. „Und ich weiß auch, was Sie vorhin haben sagen wollen. Man bekommt einen Kosthappen und weiß, wie gut die Schokolade schmeckt, aber die Tafel essen die anderen. Sehen Sie, manchmal meine ich auch, ein Haus am See — mit Garten —" „Dafür sind Sie doch nicht gebaut", mischt Hellwig sich ein. Das konnte ihm gerade fehlen, daß der Geldmann jetzt abschnappt und gefühlvoll wird. „Wahrscheinlich haben Sie recht", gibt der große Chan klein bei. „Wahrscheinlich ist es so: wir leben in Berlin, wir schimpfen drüber, aber wir kommen nicht davon los." „Richtig!" trumpft Hellwig auf. „Sehr wahr, Herr Holzmann. Kein Mensch hindert Sie, im Sommer mal 'ne Woche ober zwei sich irgendwo hinzusetzen. Gute Betten, prima Verpflegung, nette Leute, nicht wahr? Als Teilhaber von Hellwia & Co. reißen sich die Gastwirte nach Ihnen. Das sag' ick. Aber nich bleiben, hab ich recht ober hab ich unredjt?" „Natürlich haben Sie recht. Fräulein Rohloff hat eben zu lange keinen Urlaub gehabt." „Dann soll sie welchen nehmen." Tilde fühlt, baß sie etwas gutmachen muß. Nicht nur an Hellwig, viel mehr an Holzmann, der den ganzen Tag über merkwürdig zurückhaltend gewesen' ist, warum, weiß sie eigentlich nicht. Der große Chan ist immer ein netter Kerl und ein guter Kamerad gewesen, und sie hat ihn wirklich gern gemocht. Was er nur gestern abend gehabt hat. Ob er etwa denkt, daß sie, Tilde Rohloff, und er? Der Gedanke ist absurd, aber sie prüft doch gewissenhaft alles durch, sich unb den Gedanken. Nem, sie ist nicht zu weit gegangen. Sie hat ihm niemals Hoffnungen gemacht, die sie nicht erfüllen will und kann. Ist es denn gar nicht möglich, daß ein Mann und ein Model miteinander eine Partie machen nur als gute Kameraden und als nichts anderes? Tante Malwine sagt kategorisch nein. Aber so denkt man in Steinbergen. Wenn. Tilde sich Tante Malwines Gesicht vorstellt, muß sie lachen, und ihre ganze Spannkraft wird im Augenblick wieder wach. „Wissen Sie, daß Sie den ganzen Nachmittag nicht richtig gelacht haben?" fragt Holzmann und ist erleichtert, weil er eben ein schlechtes Gewissen hat. „Ich war ein bißchen abgespannt", lügt sie. „Ja, ja, die Luft", meint Hellwig. „Die Luft hatts in sich, wenn es auch nur märkische Luft ist." Tilde ist bereit, jede Gelegenheit zu ergreifen. „Ich denke mir das wundervoll, Holzmännchen", redet sie sich in Eifer. „Sie beteiligen sich bei Herrn Hellwig, und wir doktern zusammen neue Fahrten aus. Rich- tige Entdeckungsfahrten, irgendwohin, wo die Leute sonst nicht hinkommen. Hellwig und Holzmanns Wagen werden die schönsten Touren machen, die man sich überhaupt ausdenken kann. Sie werden gar nicht mehr genug Platz haben." Der große Chan strahlt. „Wissen Sie, Fräulein Tilde, daß Sie eben etwas gesagt haben, worum ich Sie gerade bitten wollte?" „Was denn?" „Sie sollen mitfommen in die neue Firma." „Ich hab doch keine tote Tante beerbt, Holzmännchen." Wilhelm Hellwig hält den Augenblick für günstig, und innerlich ist er bereit, die Taktik seines zukünftigen Teilhabers anzuerkennen. Natürlich kann es nur so und nicht anders gemacht werden, schließlich ist es ja auch nicht so, daß man sich nur eine Frau schlechthin leisten kann. Eine Frau muß etwas vom Geschäft verstehen, und wenn ein Mädel sich einmal für die Firma interessiert, dann ist es bis zum Firmeninhaber kein so weiter Weg mehr — denkt Hellwig. Seit gestern hat er angefangen, sich alles so, wie es werden soll, auszumalen. Das hübsche Büro zu verdampfen und mit den modernsten technischen Mitteln genau zu prüfen. Zuerst wird die Bodenprobe auf kohlensauren Kalk untersucht und wenn dieser fehlt — was meistens der Fall ist —, wird die gleiche Probe auf Säurezustand und Kalkbedarf mit Hilfe besonders konstruierter physikochemischer Apparate untersucht. Durch Schaffung neuartiger Schnellmethoden, die zum Tell in der Darmstädter Versuchsstation entwickelt wurden, ist es möglich, täglich bis 500 Proben zu unter- suchen. In eirfem zweiten Untersuchungsgang werden die Proben dann ebenfalls nach einer Schnellmethode auf ihren Phosphorsäuregehalt untersucht. Das Ergebnis wird in Formulare eingetragen, die jtdem Bauern leicht verständlich sind und ihm auf den ersten Blick den Zustand seiner Böden klarmachen. Diese Formulare werden dem betreffenden Grund- stücksbesitzer über die Wirtschaftsberatungsstelle schnellstens zugeleitet. Auf diese Weise hat der Bauer die Möglichkett, in kurzer Zeit den Zustand feiner Böden, sofern ein Kalkmangel feftgeftellt wurde, in Ordnung zu bringen. Aus dem Untersuchungsattest ist genau zu ersehen, welche Menge Kalk je Hektar gegeben werden muß. Weiter kann der Bauer aus dem Attest ersehen, welche seiner Aecker den größten Phosphorsäurebedarf haben. Schon jetzt hat sich er- aeben, daß die Bauern und Landwirte diese Untersuchungsaktion sehr begrüßen und die Ergebnisse der Untersuchung sofort auswerten, ihre Böden also verbessern. Die Arbeit des Boderchrobeimehmers. Zu einer Bodenprobe werden 500 Gramm Ackerscholle benötigt. Die Probennahme geht nun so vor sich, daß die Orisbauemführer nach Beratung mit Den Bauern der zuständigen Beratungsstelle melden, zu welcher Zeit die Untersuchung gewünscht wird. Im Bereich der Landesbauernschaft Hessen- Nassau werben von allen Betrieben über 2 Hektar Größe von Hektar großen Flächen Proben genommen. Zu diesem Zweck schickt die Versuchsstation in Darmstadt ihren Hauptbodenprobenneh- mer in die Gemarkung, wo er zusammen mit dem Orisbauemführer, einem Gemarkungskundigen und acht freiwilligen Helfern (HI. und Schülern) im Verlauf von drei bis vier Tagen die erforderlichen Proben entnimmt, in Kisten verpackt unb nach Darmstadt schickt, wo sie bann in ben Laboratorien untersucht werben. Die Untersuchungskosten, bie sehr niebrig finb, hat ber Grunbstücksbesitzer bzw. der- jenige zu bezahlen, ber zur Zeit ber Ausstellung bes Attestes zur Nutzung ber untersuchten Fläche berechtigt war. Freundliche Börsenstimmung — uneinheitliche Kursgestaltung. Frankfurt a. M., 18. Juli. Die Grundstimmung der Börse war auch in dieser Berichtsperiode unverändert freundlich. Die Nachftage nach Aktien wurde sogar vorübergehend etwas lebhafter, beschränkte sich aber auf einige Spezialpapiere, vor allem am Montanmarkt und auf Bauaktien sowie auch Elektrowerte. Von den Montanaktien wurden vor allem Werte beachtet, die früher im Reichsland Elsaß-Lothringen stark interessiert waren und bei denen gewisse Erwartungen auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen mitsprachen. Man verweist auf bie Pionierarbeit dieser Gesellschaft unb die durch das Versailler Diktat bedingte geringe Entschädigung für die damals dort erlittenen Verluste. Der Geschäftsumfang war jedoch durchaus — wenigstens am Frankfurter Platz — nicht groß und da im Wochenverlauf hier und da kleine Abgaben hervortraten, neigte die Kursgestaltung vielfach zur Uneinheitlichkeit. Im Durchschnitt gesehen sind die Kursveränderungen nur geringfügig. Von heimischen Werten sielen Wayß & Freytag auf, die bis auf 200 anzogen, während anderseits Scheideanstaltaktien nach Erholung wieder mehrere Prozente nachgaben. Der Rentenmarkt steht dagegen im Zeichen stetiger Nachfrage nach Pfandbriefen, Reichsschatz- anmeifungen und auch Jndustrieobligattonen. Kurs- mäßig trat diese Nachftage jedoch weniger hervor, vor allem sind die Kurse für Pfandbriefe noch immer mehr oder weniger nominell mangels ausreichenden Angebots. Der Freiverkehrsmarkt behielt eine stetige ruhige Haltung. Einige Umsätze kamen in Dingler auf etwa letzter Basis zustande, Rastatter Waggon zogen bis auf 91 an, für Kupferberg besteht Kaufinteresse bei etwa 113. hat er in diesen Gedanken längst eingerichtet. Jetzt gibt er einen Schreibtisch dazu und setzt Tilde vor ihn hin. Warum soll in einem hübschen Büro nicht auch ein hübsches Mädel sitzen, das den Leuten die Geschichte klarmacht? Und warum soll man das Mädel nicht als Führerin mit auf Fahrt schicken? Ein Plakat mit einer Frau, die nach etwas aus- sieht, zieht immer besser als eins ohne. Der neue Plan ist im Augenblick geboren. „Ich suche schon lange nach einer gebildeten Empfangsdame", sagt er todernst. J3a, was soll ich denn bei Ihnen?" Hellwig ist nicht umsonst Geschäftsmann. „Sehen Sie, Fräulein Rohloff, das Reifebüro, das ist Großbetrieb, da können Sie auf die Dauer nichts erben. Nicht mit und nicht ohne Tante. Aber wir sind individuell, bei uns sind Sie erste Kraft, bei uns sind Sie die'Seele vom Buttergeschäft, sozusagen." „3a, aber —" „Zuerst einmal haben Sie Ihren Urlaub, den nehmen Sie, und auf den haben Sie ein Anrecht. Wenn Ihnen nun Hellwig unb Holzmann die Spesen ersetzen, und Sie klamüsern für uns ein paar neue Fahrten aus, da kann keines was dagegen haben. Sie auch nicht. Sie haben Urlaub, sehen was, unb es kostet Sie keinen Pfennig." „Ich bin aber noch gar nicht an ber Reihe", zögert Tilbe. „Die Sprenger soll ab nächsten Samstag fahren, unb bei ihr paßt es nicht, bie verschiebt gern, hat sie mir neulich gesagt." Matthias Holzmann ist von dem Plan begeistert. „Ich spreche morgen mit ihr, unb Sie tauschen." Als Tilbe boch zögert, biegt er sich zu ihr herüber. „Sie übernehmen bamit keine persönlichen Verpflichtungen, Fräulein Tilbe", flüstert er. „Es bleibt alles auf geschäftlicher Grunblage." „Wenn ich Urlaub nehme, muß ich zuerst einmal nach Hause." „Wer sagt denn, daß Sie nicht nach Utrin fahren sollen?" drängt Hellwig. „Da gibt es doch alles, was man braucht. Seen und Wald, und ein paar Hügel« chen sind auch da. Die Gegend von Utrin kennt fein Mensch, ist eigentlich merkwürdig. Erster Auftrag: Sie arbeiten eine Fahrt nach Utrin aus unb übernehmen bie Führung. Ueber bie Spesen brauchen wir nicht zu reden. Ich kenne Sie, und Sie kennen mich. Und Herrn Holzmann kennen Sie noch viel besser." (Fortsetzung folgt.)