# W-/ Gs V K V*- K <• :■ J ** ingrlff auf den mit Transport-, Rlunitions- und getriebsftoffzügen überfüllten Bahnhof Rennes. isondi LEFELD wurde unter schwersten Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. 20 000 Gefangene blieben in deutscher Hand. Die deutschen Truppen haben, wie gemeldet, d t e Loire aufwärts Orleans bei Revers und südostwärts davon erreicht. Unter dem Kriegsmaterial, das von uns erbeutet wurde, befanden sich bei Revers über 10 0 Panzerwagen, darunter sechs überschwere Panzerwagen im Gewicht von 70 Tonnen. Diese wagen traten hier zum ersten und gleichzeitig zum letzten Male in den Kampf. Geschlagene Kanadier. S t o ck h o l m, 18. Juni. (Europapreß.) Die Reste einer geschlagenen kanadischen Division sind am Dienstag aus Frankreich in England eingetroffen. 50 Kilometer von Paris entfernt bekam der Divisionskommandeur wegen der Aussichtslosigkeit des Unternehmens den Befehl, den Rückmarsch zur Küste nach England anzutreten und nach England zurückzukehren. Bei der Einschiffung in einem französischen Hafen wurde die Division zum letztenmal von deutschen Flugzeugen unter Feuer genommen. Die Offiziere des Stabes empfangen die Weisungen des Kommandierenden Generals. (PK.-Gregor-Scherl-M.) Rasch fortschreitender Zusammenbruch Frankreichs. An einem Tage weit über 1OOOOO Gefangene.-Oie Festungen Belfort, Oijon und Metz gefallen. — Colmar in deutscher Hand. e. , In emcl ranz Ty dl st, in msl Als er r.\ wurde I :e ihm n Hin sPi :e zurützl Frantfm ite er rird mb Leb!-! ng eilte I rt hatte, *1 loibot m i nicht, H Tornister M , sanden h in Frank« er sich H rten, das» ib fünf 5* Der Wehrmachtsbencht vom Dienstag. Führerhauptquartier, 18.Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der militärische Zusammenbruch Frauk- eeichs schreitet unter dem Druck unserer rastlosen Verfolgung rasch vorwärts. Zwischen Caen und Le Mans ist die Orne in mehreren Stellen überschritten, die Loire aufwärts Orleans bis Revers und südöstlich da- >5 fi s iä e’K ienunW [Ronb*1 Deutsch-italienische Liebereinstimmung. München, 18. Juni. (ORB.) Oer Führer und -er Ouce haben sich heute in einer Besprechung in München über -le Stellungnahme -er bei-en verbün-eten Regierungen zu -em französischen Waffensttllstan-Sgesuch geeinigt. Oer Führer un- -erOuce haben nach Been-igung -er Besprechungen München wie-er verlassen. ! ampf gegen den zwischen der atlantischen Söffe und der oberen Loire zurückflutenden Degner fort. Besonders erfolgreich war ein LuftZubelnderEmpsana des Führers. München, 18.Juni. (DRB.) .Die Hauptstadt der Bewegung bereitete dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, als er unmittelbar aus dem Hauptquartier in München eintraf, eine überwältigende Huldigung. Punkt 12.00 ^br fahrt derSonderzugdesFührersindie Bahnhofshalle. Nachdem der Führer dem Zug entstiegen ist, begrüßt chn Reichsstatthalter General Ritter von Epp mit tiefbewegten Worten. Mit dem Reichsstatthalter und Gauleiter Staatsmrmster Adolf Wagner schreitet der Führer durch das jubelnde Menschenspalier. Als Adolf Hitler den Massen auf dem Bahnhofsplatz sichtbar wird, brandet eine unbeschreibliche Welle der Begeisterung empor. Unter den Klängen der Nationalhymnen schreitet der Führer die Front der Ehrenkompanie ab. Dann besteigt er den Wagen zur Fahrt nach seiner Wohnung. Sie gestaltet sich zu einem brausenden Tnumphzug. Immer wieder dankt der Führer, im Wagen stehend, den begeisterten Volksgenossen. Die Ankunft des Duce. Ueberaus herzliche Begrüßung. Um 14.58 Uhr fuhr der Zug des D u c e in die Halle. Unter den Klängen der Giovmezza stieg der Duce aus seinem Salonwagen. Der Führer, der wieder zum Bahnhof zurückgekehrt war begrüßte den Duce, der die Uniform eines Marschalls des Imperiums angelegt hatte, auf das herzlichste. Anschließend begrüßte der Führer den italieni chen Außenminister Graf Ciano, der die Uniform eines Majors der italienischen Luftwaffe trug. Der Duce richtete hierauf Begrüßungsworte an den Reichsaußenminister von Ribbentrop und den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel. Während der Führer mit dem Duce unter den Klängen der italienischen Nattonalhymne die Ehren- n, nben W Sie- . J Moll iet ■9 fftv «n m -riech'; 1 s«“ in« i«, »--K 5 ganz f 1 'N »A irt® Al * I Keine Mißverständnisse. Am 10. Mai 1940 schreibt die große französische Militärzeitschrift „France Mili« taire" im Zusammenhang mit einem später zu diktierenden Gewaltfrieden: „Mit Gangstern verhandelt man nicht!" Es liegt wirklich keinerlei Anlaß zu irgendwelchen Illusionen vor. Frankreich hat nicht kapituliert, es hat auch nicht die Waffen nieder g e l e g t, sondern Marschall Petain hat lediglich das letztere als drohende Notwendigkeit hinge- ftellt und um Bekanntgabe der deutschen Bedingungen gebeten. Und der Fall wird vollkommen eindeutig dadurch, daß der neue französische Außenminister Baudoin ausdrücklich erklärt, Frankreich habe die Waffen nicht niedergelegt, es sei nicht erschüttert, sondern sei nur dem deutschen Material erlegen, und im übrigen sei ja schließlich noch England mit seiner Flotte und mit seiner Luftflotte da. Es ist also alles völlig klar. Frankreich hat nach seiner Tributpolitik in der Systemzeit die sechs Jahre lange opfervolle Friedenspolitik Adolf Hitlers in jeder Weise sabotiert, hat Deutschland mit immer neuen Bündnissen eingekreist, hat sich schließlich dem geschworenen Todfeinde Deutschlands, England, unter völligem Verzicht auf die Selbständigkeit seiner Politik in die Arme geworfen und hat mit diesem England zusammen einen Krieg gewissenlosester Art gegen Deutschland vom Zaun gebrochen, das ihm nicht einen einzigen Fußbreit seines Eigentums genommen hat. In diesem Kriegs wird Frankreich trotz Unterstützung durch ein englisches Heer in der unwahrscheinlich kurzen Zeit vom 10. Mai bis zum 17. Juni militärisch so furchtbar zerschlagen, s kv es durch seinen Regierungschef nach mehr als neun Monaten unverschämter Großmäuligkeit seinen militärischen Bankrott eingestehen muß — und in dieser verzweifelten Lage spielt sich dasselbe Frankreich, das noch am 10. Mai jede Verhandlung mit „Gangstern" ablehnte, plötzlich in der Person des Marschalls Pötain auf den soldati- schen Biedermann hinaus und wünscht, sich mit uns, wenn schon nicht mehr an den Diktattisch, so doch wenigstens an den Verhandlungstisch zu setzen. So geht es nun ganz bestimmt nicht! Es liegt keinerlei Anlaß zu Illusionen mehr vor. Es geht hier gar nicht darum, daß von zwei militärischen Gegnern der eine unmittelbar vor völliger Besiegung sich plötzlich auf die Rolle eines im ritterlichen Kampf Unterlegenen hinausspielt und nun dem andern vor dem letzten vernichtenden Streich die Frage vorlegt: wie roärs denn, wenn wir uns vertragen würden — selbstverständlich mit allen Ehren? O nein, es geht hier um etwas ganz anderes! Es geht hier gar nicht um die Soldaten allein, es geht auch nicht um Frankreichs „Kinder", wie Herr Baudoin die französischen Soldaten aller Hautfarben unter liebevoller Verschweigung aller weißen und schwarzen und andersfarbigen Besttalitäten zu nennen beliebt. Es_ geht jetzt vielmehr einzig und allein um die endgültige Beseitigung jener Dauergefahr, jenes Imperialismus und jener systematischen Friedensverhinderung, die Europa seit Jahrhunderten aus einem Krieg in den anderen hetzt und schließlich sogar die überzeugendste lichen Platz den Duce und den Führer. Noch einmal dankten der Duce und der Führer mit erhobener Rechten nach allen Seiten. Dann schlossen sich hinter ihnen wieder die Türen, während die Menge in spontaner Begeisterung die nationalen Hymnen der beiden verbündeten Länder und die Kampflieder des Kriegs anstimmte. Kurze Zeit später geleitete der Führer den Duce zur Abfahrt zum Portal des Führerbaues, wo er sich angesichts der Taufende auf dem Königlichen Platz herzlich von ihm verabschiedete. Der Abschied. Die Abfahrt des Duce gestaltete sich noch einmal zu einer eindrucksvollen und herzlichen Kundgebung der Münchener Bevölkerung, die trotz der vorgerückten Stunde den Staatsmännern der beiden großen Nationen durch einen Massenaufmarsch aufs neue ihre unverbüchliche Gefolgschaftstreue bezeugte. Der Führer geleitete vom Prinz- Karl-Palais aus feinen hohen Gast zum Hauptbahnhof. Noch einmal schritten beide die auf dem Bahnhofsvorplatz angetretenen Ehrenkompanien ab. Ein letzter Gruß der Massen, ein letztes Rusen, ein letztes Winken. Dor dem Sonderzug verabschiedete sich der Führer vom Duce mit einem langen festen Händedruck. Dann bestieg Mussolini den Wagen. Die wenigen Minuten bis zum Abgang des Zuges benutzte er noch zu einem angeregten Gespräch mit Adolf Hitler. Inzwischen hatte sich der Reichsaußenminister von Ribbentrop vom italienischen Außenminister Graf Ciano herzlich und freundschaftlich verabschiedet. Dann setzte sich der Sonderzug des Duce in Bewegung. Wenige Minuten später verließ auchderSon- Verzug des Führers die Hauptstadt der Be- wegung. Langsam leerte sich das Bahnhofsgebäude, das selbstverständlich entsprechend den Notwendigkeiten der Kriegszeit auch heute vorschriftsmäßig verdunkelt war. Mit gewaltigen Explosionen flogen ganze Züge in die Luft, unter den Truppen brach eine ungeheure Panik aus. 3n der Loiremündung gelang es, die bisher zrößte Angriffswirkung auf feind- iche Transportschiffe zu erzielen. Gewal- Iger Schiffsraum wurde vernichtet oder schwer beschädigt. Unter den getroffenen, zum Teil als beiden erkannten Schiffen befanden sich zwei Trans- »orter von je 30 000 Tonnen, zwei Transporter von k 25 000 Tonnen, ein Transporter von 20 000 können, vier Transporter von je über 10 000 können und mehrere kleinere Kriegs- und Handelsschiffe. Renn Schiffe sind gesunken, andere unter ikxplosionserscheinungen teils vollständig ausge- ! »rannt, teils gekentert. 3n der Rächt zum 18. Juni nahmen englische Flugzeuge ihre Angriffe gegen nichtmililärische Ziele in Rord- und Westdeutschland wieder auf. Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 5 Flugzeuge. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Durch entschlossenen persönlichen Einsatz haben der Kommandeur eines Schühenregimenls, Major Z i m- »ermann, der Oberleutnant eines Panzerregi- »ents Malguth und der Leutnant einer Be- »bachtuugsabteilung' D a n n die Sprengung wichtiger Brücken durch den Feind im letzten Angen- W verhindert. Der am 17.3uni bekanntgegebene Erfolg eines U-Bootes gegen einen britischen hilfskreu- I.er im Moray-Firth ist durch ganz besonders bqxferen und vollen Einsatz des Bootes unter Fuh- mng von Kapitänleulnant kuppisch erzielt wor- ' »en. Der Zusarnernnbruch des französischen Heeres macht immer raschere Fortschritte. Die ungeheure Zahl der befangenen und die schnelle Eroberung selbst stärkste': Festungen bestätigen den raschen Verfall der Wider- tianbstraft des Gegners ebenso sehr wie unsere »roßen Raumgewinne an verschiedensten Frontao- «chnitten. Gleichwohl kann von einer völligen Ausgabe des Kampfes beim Gegner bisher noch ferne Rede sein. Auf die Kriegführung selbst. unverbindliche Schritt des Ministerpräsidenten Mar- »chall Pötain keinerlei Einfluß. Der Kampf geht weiter gegen einen Feind, helfen‘ ®Jber' ttanbstraft zwar im großen ganzen Krochen zu .ein scheint, der sich selbst aber zur Stunde noch nicht völlig aufgegeben hat, obwohl der ! Ihn buchstäblich aussichtslos geworden ist und es Mas Bild eines vollständigen Militärischen Zusam. menbruchs ist, den uns der OKW.-Berich l 118. Juni vor Auqen führt. Öuer durch Frankreich Üoßen unsere Truppen in rastloser Verfolgung vor Sie haben nach Westen hin die Orne übertönt, „ j. ion erreicht. ÄtJ schon durch Soudermetdung bekanntgegeben, staben Schnelle Truppen das französische Rüstungs- Meni'. jentrum Le Ereuzot beseht und die Festung fe wurbi’ Setfort genommen. Die F e st u n g Dijon erkem- st kampflos gefallen. Einer kühn vorstoßenden 1 W Beweglichen deutschen Abteilung hat sich auch die §estung Metz ergeben. Von dort aus wurden nunmehr die noch ver- Menfe Ädiglen Abschnitte der Maginot-Linie bel- ber l. sterseits Diedenhof en auch von rückwärts an- iute.Nl! gegriffen. neinbet Der Durchbruch durch die Maginot-Linle füd- te imbk! I ich Saarbrücken wurde bis an den Rheiu- m WcheSi Marne-Kanal erweitert. Am Oberrhein «nk M\ schreitet der Angriff gegen die Vogefenvor- y y|| ivärts. Colmar ist genommen. Allein am gestrigen Tage find weit über LOO 000 Gefangene eingebracht worden. Die Beute umfaßt die gesamte Ausstattung zahl- reicher französischer Divisionen und mehrerer Jestungen. Vie Luftwaffe setzte den Berfolgungs- MJahrgang Ur.^3 mvb ® Mittwoch, 19.Juni VJlvIlvIlvl Xllllvlllvl hfoloe böbeter? @eroan Ermästiptc Grundpreise BBSSS «»»säw General-Anzeiger für Oberhessen Friedensplanung des größten Staatsmannes aller Zeiten zu zerschlagen sich anmaßt! So liegen die Dinge und nicht anders. Es liegt mithin auch nicht der geringste Grund zu irgendwelchen abwegigen Sentimentalitäten vor. Jahrhundertelang ist der deutsche Hang zur Sentimentalität ein fester Bestandteil in den Kalkulationen unserer Gegner gewesen — bis zu dem Augenblick, in dem sie durch das Versailler Diktat Deutschlands Versklavung verewigt zu haben glaubten. In diesen 21 Jahren seit der Erzwingung der Unterschrift unter jenes Diktat sind es Frankreich und England gewesen, die uns jede Sentimentalität gründlich ab gewöhnt haben. Wenn also Frankreich jetzt in einem Atem versichert, es müsse die Waffen niederlegen, es lege sie aber nicht nieder, dann wird Frankreich zu der un- aeheuren Last seiner Verantwortung für die Unfriedenspolitik der letzten Jahrzehnte auch noch die Verantwortung dafür übernehmen müssen, daß es ohne Rücksicht auf sein Land und auf sein Volk einen Krieg weiter führt, den es militärisch nicht' mehr führen, wohl aber jederzeit durch Waffenstreckung beenden kann. Als Deutschland am 4. Oktober 1918 sein erstes Waffenstillstandsangebot machte, hat Frankreich fünf Tage lang überhaupt nicht geantwortet, und den Abschluß des Waffenstillstandes selbst hat es weitere fünf Wochen verschleppt, um ihn dann ohne jede Verhandlung mit einer Frist von 72 Stunden zu diktieren. Wir haben vom 2. August 1914, geschweige denn vom 4. Oktober 1918 bis heute nichts vergessen. Wir sind durch eine zu harte Schule gegangen. Es ist ein gerechtes Menetekel, wenn vom Denkmal des Waffenstillstandes im Walde au Com- piögne und vom Versailler Schloß die siegreiche deutsche Kriegsflagge weht. Es war am 11. Mai 1940, als in dem oben zitierten französischen Armeeblatt „La France Mili- taire" genau auseinandergesetzt wurde, wie man mit dem geschlagenen Gegner verfahren müsse. Wörtlich hieß es da: „Die Sttafe scheint sich aus drei Stadien erstrecken zu müssen: Das erste Stadium, in dem wir augenblicklich leben, ist die Blockade. Das zweite von morgen wird die Vernichtung durch eine militärische Niederlage sein. Die dritte von übermorgen wird die Sühne umfassen." Was unter dieser Sühne zu verstehen ist, wurde gleichfalls von dem Blatt der franAösi- schen Generalität ausführlich beschrieben: „Sobald die Zeit für den Frieden gekommen ist, gilt es, die Augen aufzumachen und sich nicht wieder wie 1918 prellen zu lassen. Ein Vertrag? Niemals im Leben! Man diskutiert nicht mit Gangstern, man setzt ihnen das Messer an die Kehle. Wie wird man das tun müssen? Deutschland die Zeit über, die notwendig sein wird, besetzen; aus den Reihen der Boches Mannschaften zusammenstellen, die überall an der Peripherie des Reiches mit ihren Händen die Ruinen forträumen müssen; dann das Reich a u f l ö s e n ; dann vor allem jenen überaus schädlichen Giftpilz vernichten, der Deutschland korrumpiert und seit einem Jahrhundert alles europäische Unglück verursacht hat: den preußischen Geist. Nach dieser Ausmerzung und Abrechnung und nach der exemplarischen Bestrafung wird es dem zivilisierten Europa vielleicht möglich fein, Atem zu holen." Das ist der Friede, den sich das französische Militär am 11. Mai 1940 gewünscht fj-at. Man soll uns Deutschen nicht nachsagen, daß wir bereits im Juni 1940 die edlen Wünsche und Lehren des französischen Generalstabs vergessen hätten. Wer sich 21 Jahre lang und länger wissentlich und willentlich dem hemmungslosen Rausch einer Haßpolitik hingegeben hat, der kann sich nicht, wenn ihm das Messer an der Kehle sitzt, mit einer biedermän- nischen und noch dazu unverbindlichen Geste der ganAen angehäuften Verantwortung entziehen. Weygand, der französische Oberkommandierende, war 1918 Fachs Generalstabschef — sollte er seinen jetzigen Chef wirklich in der Meinung gelassen haben, daß man den Deutschen mitten in eindm französischen Haßkriege mit irgendeinem vage umschriebenen Ver- handlungsvorschlag kommen kann? Wir stehen einem Frankreich gegenüber, das uns 1918 einen ehrenvollen Frieden hohnvoll verweigert und uns 1919 nach weiteren furchtbaren Opfern unter der Hungerblockade das schimpflichste Diktat aufae- zwungen hat. Es liegt wirklich kein Anlaß zu Illusionen vor. Das Maß ist voll. Das großdeutsche Volk, das die heldenhaften Kämpfer unserer Wehr- macht stellt, weiß seine Angelegenheit in den denkbar besten Händen. Lhurchills Fußtritt. Nur Borwürfe und Schmähungen für den Verbündeten. B e r l i n, 18. Juni. (DNB.) Hatte Churchill in seiner gestrigen Rundfunkansprache für das geschlagene Frankreich noch billige Mitleidsphrasen übrig, so übergießt er heute in einer Unterhaus- rede den am Boden liegenden Bundesgenossen, der sein Blut für den britischen Egoismus vergossen hat, mit einer Flut von Schmähungen und Vorwürfen. Richt England hat an dem „kolossalen militärischen Desastre" schuld, sondern die französische Führung trägt die Verantwortung dafür, daß nicht alle Engländer „erfolgreich weggebracht" werden konnten. Nicht England ist es, das seine vertraglichen Verpflichtungen nicht einlöst, sondern Frankreich, das sich nicht blindlings bereiterklärt, für die Londoner Plutokraten restlos auszubluten. Als Quittung für seinen immerhin tapferen Einsatz erfährt Frankreich heute aus dem Munde seines Verbündeten: „Die Franzosen werden ihre großen Gelegenheiten und ihre Zukunft aufs Spiel setzen, wie sie nicht den Krieg gemäß ihrer vertraglichen Verpflichtungen fortsetzen, von denen wir sie nicht freigestellt haben." Mr wissen von französischen Offizieren, welche Erbitterung über die mangelnde englische Unterstützung in der ganzen Armee geherrscht hat. Wir wissen auch von Augenzeugen, wie es mit der Rettung der 100 000 (!) Franzosen, der sich Herr Churchill in seiner Unterhausrede rühmt, tatsächlich ausgesehen hat, daß nämlich französische Soldaten, die sich aus englische Schisse retten wollten, m i t Kolbenschlägen abgewehrt wurden. Für England ist der Poilu immer nur der Landsknecht, der gut genug ist, für die Londoner Geldsäcke zu bluten. Jetzt aber über dem zerschlagenen „Bundes- aenossen" die Peitsche beißender Vorwürfe zu schwingen. Das ist eine echt Churchillsche Gemeinheit. Hinter den Vorwürfen versteckt sich die pluto- kratische Gier, Frankreichs Flotte und seine Kolonien unter dem Schein des Rechts an sich zu reißen. Dann macht Herr Churchill aus der Not eine Tugend und erklärt aufgeblasen, daß England nun allein kämpfe. Ganz sicher scheint aber der „starke Mann" an der Themse seiner Sache nicht mehr zu sein; denn bange fügt er hinzu: „Ich glaube, daß nun die Schlacht in England bald beginnen wird ..." Ja, sie wird beginnen. England wird di« Waffen Deutschlands, und Italiens zu spüren bekommen. Don den höheren, sonnenbeschienenen Gefilden", die Churchill der Welt vvrgaukett, hat sie sattsam genug. Sie verlangt nach einem Frieden der Gerechtigkeit. Das Schwert Deutschlands und Italiens garantiert ihn. Italienischer Wehrmachtsbericht. Erneute italienische Luftangriffe auf Malta, Korsika und Bizerta. Rom, 18.Juni. (DRV.) Der italienische Wehr- machtsberichl vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: Das Oberkommando der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: In der Rächt vom 16./17. Juni sind die Flotten- basis von Bizerta, die militärischen Ziele von Malta und die Flughäfen von Korsika wirksam mit Bomben belegt worden. Unsere U-Boote haben feindliche Tanker, darunter einen von großer Tonnage, versenkt. In Rordafrika werden die Operationen an der Lyrenaika-Küste fortgesetzt. In Ostafrika sind zahlreiche Luftoperationen mit Erfolg durchgeführt worden, wobei verschiedene Flottenstützpunkte und militärische Ziele im oberen Sudan mit Bomben belegt wurden. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Drei feindliche Flugzeuge sind am Boden zerstört und ein Jagdflugzeug ist im Luftkampf abgeschossen worden. Einige Einflüge der feindlichen Luftwaffe blieben ohne nennenswerten Erfolg. Ein Flugzeug wurde von der Ftak abgeschossen. Der Feind hat in der Rächt zu gestern die Luftangriffe erneuert, wobei nichtmilitärische Ziele getroffen wurden. In Mailand wurden Häuser und ein Schwesternhospiz beschädigt. Zwei Tote und einige Verwundete bei der Zivilbevölkerung. In Ligurien hat eine Jtak- batlerie vier feindliche Flugzeuge abgeschossen. Italienisches Dementi. Rom, 18. Juni. (Europapreß.) Im zuständigen Ministerium wurde am Dienstag erklärt, daß die von England verbreitete Rachricht von der Gefangennahme von 6 0 0 italienischen Soldaten an der ägyptisch-libyschen Grenze glatt erfunden worden sei. Das gleiche gelte für die englische Meldung von einem erfolgreich ausgeführten Bombardement. Rastlose Verfolgung im Rücken der Maginot-Linie. Von Verdun südwärts den zurückweichenden Franzosen auf -en Fersen. ä<-. z zü Za Am Rande der deutschen Vormarfchstraßen nach Süden, über die wenige Stunden vorher oft noch der stiebende Feind auf seinem heillosen Rückzug dahinflutete, begegnen unsere Truppen zahlosem vernichteten Kriegsgerät der Franzosen. Dieses Feld war völlig mtt Trümmern von Lastkraftwagen bedeckt. — (PK.-Borchert-Scherk-M.) ... 19.Juni. (PK.) In den Wäldern tacken vereinzelt noch Maschinengewehre. Die Infanterie säubert und kämmt die Wälder durch. Der Gegner im Süden von Verdun, seit einigen Tagen im Zurückgehen, versucht mit einzelnen Teilen, sich immer noch stellenweise zur Wehr zu setzen. Aber es gelingt ihm nicht mehr. Die Vorausabteilungen, die motorisierten Truppen der Division, stoßen vor, und in ihrem Schutz stößt die rasch nachfolgende Infanterie vor. So geschieht es, daß Divisions- gefechtsstände zwei Kilometer südlich eines Waldstückes liegen, in dem noch eifrig geschossen wird. Aber immer wieder ergeben s i ch die Franzosen; einzelne Divisionen machen auf diese Weise bis zu 1000 Gefangene täglich, die immer gruppenweise von den Kompanie* Radfahrschwadronen, von den Reitern der Aufklärungsabteilungen und den Panzerjägern zu den Gefechtsständen geführt werden. Kaum wird noch mit Artillerie geschossen. Im Krad rasseln die Abteilungen nach vorn, gehen in Stellung, schießen ein paar Schuß, und schon kommen von vorn die Meldungen: Feind setzt sich a b ! In den Wäldern kommt es ja manchmal wieder zu heftigen Kämpfen. CH assen rs d'Afriaue, teilweise gute und vorzügliche Soldaten, kämpfen bis zur letzten Patrone und ergeben sich dann. Es ist das, was sich der geschlagene Feind noch leisten kann: Hinhaltender Widerstand, Flucht in eine wegelose Zukunft. Denn inzwischen wird der Fluchtweg ab geschnitten, weil die motorisierten Panzerkräfte, weit nach Süden ausholend, die Sperre legen. Die große Straße südlich Verdun ist nicht gesprengt ober aufgerissen. Der Gegner hatte hierzu keine Zeit, und die große Voie Sacröe, die Heilige Straße von Tar- le°Duc nach Verdun, die einzige Verbin- dungsstraße, die Frankreich im Weltkriege noch nach Verdun hatte, auf ihr marschieren nun die deutschen Infanteristen schnell nach Süden. Breitbahnig gewährt sie drei, stellenweise vier nebeneinander hermarschierenden Kolonnen Platz. Auf ihr entscheidet sich das Schicksal der eingeschlossenen französischen Truppen. In der schwülen Junihitze, die lastend auf den Infanteristen liegt, gelingt es immer wieder, den Gegner einzuholen, mag er sich in den Wäldern noch so gut bereitstellen. Die Dörfer längs der Straße sind kaum zerschossen. Stellenweise brennen die Scheunen noch. Kaum aber sieht man hier Franzosen. Er hat versucht, sich zu retten und scheint das Kämpfen allein den geringen Kräften zu überlassen, die er in die Wälder steckt. Ein Geschütz dann und wann ober ein ausgefallener Kraftwagen. Die Häuser jeboch in den Ortschaften sind re st los verwüstet. Schamlos haben die französischen Soldaten in den Häusern ihrer „Conci- toyens" gehaust. Verschmutzt die Häuser, Tische und Betten. Das Vieh häufig erstochen und erschossen. Der Franzose muß Jagdkommandos ausgesandt haben, deren Aufgabe allein war, das Vieh zu töten. In großer Hast zieht er sich zurück. Mit der gleichen Schnelligkeit, jedoch in überlegener Ruhe folgen die deutschen Soldaten. Die Kommandeure der Divisionen, der Kommanbierende General bes chier kämpfenben Armeekorps führen ihre Truppen aus ber oorberen Linie heraus, und es gelingt, den Gegner vorsich herzutreiben. Verfolgung im Süden von Verdun, vielleicht die erstaunlichste Folge dieser Kriegführung in dem Abschnitt im Rücken der Maginot-Linie. Mit großer Freude, im glücklichen Erkennen der weltgeschichtlichen Bedeutung dieses Marsches nach Süden, rücken die Infanteristen immer weiter vor. Es fehlen die Worte zur Kennzeichnung des Geistes dieser Männer, deren Füße vom vielen Marschieren brennen, deren Haut von der Sonne und dem beißenden Staub alüht, die kurze Zeit zum Essen haben, die kaum schlafen können, und die immer roieber und wieder weitermarschieren. Das gleiche gilt für die Reiter, die tagelang kaum aus dem Sattel kommen und den tapferen Pferden, die bei den Schwadronen und bei der Artillerie, bei den Nachschubkolonnen Tag um Tag ben langen Weg entlang marschieren und oftmals viele Kilometer traben müssen. Es ist ein unerhörtes Anspannen aller Kräfte, seien es Nachrichtenmänner,oder Infanteristen, Pioniere oder die Fahrer der'Lastwagen, die Benzin, Verpflegung, Munition karren müssen. Ein Gefühl bes Stolzes erfüllt alle, die durch die Höhen westlich ber Maas nach Süden marschieren, bergauf, bergab, zwischendurch kämpfend und bei dem Rasten erschöpft am Wegrand liegen und sofort schlafen. Es sind aber zugleich die Tage, in denen hier im Raume von Verdun und nun schon südlich dieser blutigen Stabt sich erneut die große Aufgabe der Infanterie- Division erweist, ohne Panzer und ohne Stukas Forts und Festung genommen zu haben, um sich nun den letzten Sieg zu erkämpfen. Joachim Fischer. Lieber Rhein und Z11 ins Elsaß hinein. Wie sah es in den Bunkern der Maginot-Linie aus? ...., 18. Juni. (P. K.) Gegenüber der Ruine Limburg, unweit des oberrheinischen Ortes Sasbach, lag bis zum 15. Juni der Abschnitt Limburg - Süb ber französischen Maginot - Linie. Heute, kaum 48 Stunben später nach bem tollkühnen Uebergang unserer Pioniere mit Sturmbooten über ben Rhein, liegt bereits wohloerankert in ben reißenden Fluten des von starken Regenfällen an- geschwollenen Stromes eine für schwerste Lasten gebaute Pontonbrücke, über bie lückenlos bie Truppen aller Waffengattungen bes Heeres sich ins Elsaß ergießen. Im stürmischen Vorwärtsdringen ist bereits am ersten Tag der Rhein-Rhone-Kanal überschritten und nach hartem Kampf tagsbarauf bas leicht zu oerteibigenbe schwierige Sump f- gelänbe ber Ill erreicht worben. Auch hier würbe ber sich teilweise hartnäckig wehrenbe Feinb bald geworfen, und am Nachmittag bes 17. Juni hat bie Spitze schon Colmar, die alte deutsche Stadt, erreicht. Ein Wunberwerk an fein eingespielter Organisation lieh bie über bas Babener Lanb verteilten Einheiten die Bergstraße bes Schwarz- walbes hernieberrollen in bie Rheinebene, um sich bort zum Angriff bereitzustellen. Der lieber* gang über ben Rhein mit Sturmbooten im Ange- Flaggenhiffung auf der deutschen Botschaft in Parisi Nach dem Einmarsch unserer Truppen in Pari, erfolgte am Gebäude der deutschen Botschaft bie feierliche Hissung der Hakenkreuzfahne. (PK.-Hellental-Atlantic-M.) sicht der mächttgen Befestigungen und Bunker des Feindes war ein tollkühnes Husarenstück unserer Pioniere und der sie unterstützenben leichten und schweren Waffen. Während am 17. Juni die Brücken über die Jll geschlagen werben, und dadurch der Vormarsch um wenige Stunben aufgehalten wirb, unternehmen wir einen Gang durch bie Bunkerlinie gegenüber ber Ruine Limburg. Ein französisches Schild mit der Aufschrift „Limburg-Süd" liegt Aer« drochen im Drahtverhau. Schon stehen an ben Anfahrtstraßen die neuen deutschen Schilder, die ben Kolonnen ben Weg weisen. Wir entbecfen zwischen den deutschen Fahrzeugen einige nagelneue französische Lastkraftwagen, voll bepackt mit Truppenmaterial aller Art und der Fahrer des Wagens versichert uns mit einem Hinweis auf ben Kilometerzähler stolz, baß bieses Fahrzeug unter feiner Lenkung schon mehr Kilometer zurückgelegt hat als unter ber seines französischen Vorgängers. Zwischen den doppelten Drahtverhauen führt ein schmaler Weg abwärts zu einem riesigen Betonwerk, aus dessen Schießscharten noch Rauch- aus der Tiefe quillt, während bereits auf dem oberen Sockel ein Flakgeschütz zum Schutz des Nachschubes in Stellung gegangen ist. Der Zustand bes Bunkers verkündet das Heldentum jenes Stoßtrupp-, der ihn gestürmt hat. Die meterdicke Stirnwand ist im direkten Schuß in etwa 2 Meter Breite völlig zertrümmert worden. Treppe liegt neben Treppe, und die dicken Eisenstäbe ragen verbogen wie schwacher Draht aus den Durchbrüchen. Die 3 cm starke, von innen festverschraubte Eisentür wurde durchs eine ungeheure Sprengladung in Fetzen zer- rissen, und im Innern bietet sich uns ein chaotisches Bild. Telephonleitungen hängen wirr burck- einander, die Rohre der Lüftungsanlage find burch- löchert und durch den Luftdruck von den Wänden, gerissen, denn in einem Raum nebenan ist ein Munitionslager in die Luft gegangen. Durch die geborstene Decke tropft Regenwasser ins Innere. Es ist so heiß, daß wir zuerst erschrocken die Hand zu- rückziehen. 30 Stunben dauerte es, bis der Bunker ausgebrannt war, und bis heute ist der glühendheiß gewordene Beton noch nicht wieder ausgekühlt. Neben dem eigentlichen Kampfbunker, in dessen. Räumen die geborstenen Waffen unter Trümmern: begraben liegen, kommen wir durch einen Laufganx in die unterirdischen „W o h n r ä u m e", die unversehrt geblieben sind. Wir finden aneinander anschließend zwei Küchen mit Einrichtung und reichem Vorräten. Für bie Bunkerbesatzung gab es keim Feldküchenessen. Man empfing die Lebensmittel in Natura. In den Nischen stehen zwei große Herde mit je zwei Kochöffnungen. Wir finden Weiß" brot, Konserven, Wein, rohes Fleisch, Würste und Kannen voll Milch, die inzwischen sauer geworden: ist. Alles liegt unordentlich durcheinander, doch ist: der Schmutz nicht etwa eine Folge der furchtbaren. Beschießung. Auf einem langen Tisch stehen noch- die Reste des Frühstücks vom 15.Juni. Die Teilnehmer an diesem Mahl ahnten nicht, daß kurz, darauf der deutsche Angriff beginnen würde, dem in diesem Abschnitt die gesamte Bunkerlinie inner*1 halb zwei Stunden zum Opfer fiel. Wir sprechen einen Pionierseldwebel, der am jenem Morgen einen nach kurzer intensiver Artillerievorbereitung in Sturmbooten übersetzenden Stoßtrupp angeführt hat. Sein Trupp allein hat diec Bunker mit Handgranaten und Sprenglabunaem unschäblich gemacht, einen mehr, als im Angriffsbefehl vorgesehen war, und einen großen Teil ber Besatzung gefangen genommen. Aus ihren Bunkerm finb freilich wenige nach hinten entkommen. Etwas abseits hat man bie Toten für bie Bestattung bereitgelegt unb mit Zeltbahnen zugebeckt. Sie tragen wie bie Englänber khakibraune Uniformen. An einem langen Draht von Baum zu Baum hängt hinter bem Bunker, ein wenig vorn Beschuß burchlöchert, bie letzte Wäsche, Hemben und Unterhosen in bunter Reihenfolge. Das hochmütige „Chanson" der Tom- mies, daß sie diese Wäsche bald in ber Siegfried- stellung aufhängen würben — zu höheren Geistestaten konnte sich bie Kriegspoesie ber Englänber im ihrer Verblenbung nicht aufraffen —, hat sich ben ihren gefeierten französischen Bunbesgenossen ins Gegenteil verkehrt. Als der Abend an diesem regenschweren Sunitag vorzeitig hereinbricht, finb bie Brücken über bie Ill fertiggestellt, und wieder folgt bie Oberrheinarmee bem mürbe geworbenen Gegner im nun immer zügigerem Vormarsch, lieber aufgeweichte Feldwege unb burch tiefe Regenlöcher strebt die Infanterie den Vogesen zu, deren nahe Berge heute von tiefen Wolken verhangen sind. Der strömende Regen rinnt vom Stahlhelm über bie um- gehängte Zeltplane, aber fein Unwetter, keine Mü" bigkeit unb keine Strapaze vermag den unwibelsteh- lichen Drang nach vorn ausAuhaltei^ Peti£ Aktuelle Geographie ■t Gedrückte Stimmung in London was Kurt Neher. Pariser ------------- ihren Dienst noch am u,_. - <, Einmarsches wieder ausgenommen, und lange lonnen entwaffneter Mobilgarden fahren m Omnibussen an uns vorüber zu den Sammelplätzen. Es wäre zu viel gesagt, wollte man von einer beginnenden Normalisierung des Lebens in der französischen Hauptstadt sprechen. Dazu bedarf es erst der Rückkehr von Hunderttausenden, wenn nicht Millionen französischer Flüchtlinge, die sich, versteckt in den Wäldern und Dörfern, erst em Herz fassen müssen, der „deutschen Gefahr" mutig in die Augen zu sehen. Wir versuchten bei dem kurzen Aufenthalt in der besiegten Hauptstadt rasch einige Pariser Be- kannte oder Freunde zu treffen. Unsere Bemühungen sind aussichtslos. Alles, was es irgendwie möglich machen konnte, hat Paris mit unbestimmtem Ziel verlassen. Die Zurückbleiben- den wurden von ihren Bekannten als Helden und Märtyrer betrachtet, deren Tod man beweinen konnte sobald deutsche Truppen sich anschickten, das Weichbild der Stadt zu überschreiten. Diel hat das beherrschte und korrekte Auftreten unserer Soldaten schon dazu beigetragen, um die aufgeregten Gemüter langsam zu beruhigen. Wer Paris kennt, weiß daß es von jeher die Klatschtreppe Europas war und wundert sich über nichts mehr. Diese Gerüchte aber beweisen, daß die Seinestadt die Nerven völlig verloren hat, weil sie selbst von den Institutionen betrogen wurde, die für den Franzosen die Verkörperung der Hauptstadt war. in ta Ni! me. unter i unfern chten öj er die 8 narsch q lernet erliüh anzöW Karte mit dem ungefähren Frontverlauf, gezeichnet nach dem OKW.-Bericht vom 18. Juni 1940. (Scherl-Bilderdienst-M.) Aus eigener Anschauung. Paris sucht sich zurechtzufinden. - Das Vertrauen zur Führung verloren. r, die tä n Mich« ieue M Truppet 5 WllM den M ater {einer gt hat ch ?rs. führt eigen $!■ ioch Soui i dem ob des 5kt> ustand be-1 itoßW mwaird' reite E: n Irep? wie |(fo: cm start! irbe toi 3en zu- ein M oin dch sind durch n öäidc st ein $ rch die o Innere. L- e Hand? öder 8® Der A® ausgeM , in W TrihW n LauMl-i die uÄ nander & und reich!' b es hü die WJ zwei lM fciis ®ür[tef r qewor'i" >er,Mp furA^ öürbe,^ rfinie ei der f s* 'S ! J $11* LS tfumbl,L - .8«.’S '.‘Ä <5 At lö- h|( < r-5N' Schweizer Bilanz. Die überlegene deutsche Strategie trug den Sieg davon. Englands Macht zur See sei ungebrochen. Alle Blätter sind sich jedoch einig darüber, daß die Schnelligkeit, mit der die Entscheidung in Frankreich heranreifte, ihre Auswirkung auf die weitere Schlag, kraft der deutschen Waffen haben müsse. Wie der britische Hilfskreuzer im Mray-Nrth versenkt wurde. Berlin, 18. Juni. (DNB.) Wie schon im OKW.-Bericht mitgeteilt wurde, ist der Erfolg eines U-Bootes gegen einen britischen Hilfskreuzer im Moray-Mrth durch besonderen Schneid und vollen Einsatz des Bootes unter Führung von Kapitänleutnant K u p p i f ch erzielt worden. Der durch Flugzeuge und Fischdampfer gesicherte Hilfskreuzer wurde gegen Mitternacht durcy einen Torpedo am Achterschiff getroffen. Da das Schiff nicht sank, lief das Boot nach etwa drei Stunden erneut an und feuerte einen weiteren Torpedo, der das Schiff mitschiffs traf. Trotz schärfster Abwehr^durch inzwi- schen herangezogene zahlreiche Zerstörer, U-Bootjäger und Flugzeuge, die das U-Bovt mtter, Wasser und Flieaerbombeneinsatz fortlaufend angriffen, entschloß sich der Kommandant, da das Schiff sich auch jetzt noch über Wasser hielt, nach weiteren zwei Äunden zu dem dritten Torpedoschuß, der den Hilfskreuzer gegen 5.30 Uhr unter Wasser brachte. Es gelang dem Kommandanten, sein Boot durch hervorragende Führung der stun- denlangen, hartnäckigen Verfolgung zu entziehen und unversehrt IN die Heimat zu bringen. gewordenen Kapitalien in neue Unternehmungen. in Algier und in Jndochina gesteckt. Rennes, mit 85 000 Einwohnern die Haupt- stadt der Bretagne, liegt auf der Vormarschstrecke zum unteren Loireufer mit seinen Häfen Nantes und St. Nazaire, die — abgesehen von dem weiter südlich gelegenen Bordeaux — die einzigen Handelshäfen sind, über die Frankreich noch an der atlantischen Küste verfügen konnte. An der westlichen Spitze der Halbinsel Bretagne liegt der Kriegshafen Brest fast ebenso weit westlich wie Kap Landsend, der westlichste Punkt Südenalands. Die Bretagne, die den Kanal nach Süden abschließt und ihre Haupfftadt Rennes wurde in den letzten Jahren wegen des Strebens der Bretonen nach einer gewissen Selbstverwaltung oft genannt. Der Wehrmachtsbericht nennt auch die O r n e, die die deutschen Truppen zwischen Caen und Le Mans überschritten hgben. Caen, nur wenige Kilometer vom Meere entfernt an der Seine-Bucht, ist die Hauptstadt der niederen Normandie, mit 50 000 Einwohnern ein reger Jndustrieort und wichtiger Bahn- knotenpunkt, während der Schiffsverkehr nicht allzu groß ist. Die ältesten Zeiten der Stadt gehen noch auf Wilhelm den Eroberer zurück, und auch später ist Caen mehrfach Sitz der Herzöge der Normandie gewesen. Zwischen Franzosen und Briten war Caen, wie die ganze Kanalküste, häufig heißumstrittenes Gebiet. Rund 130 Kilometer, den Ornefluß aufwärts, nach Süden an der Sarthe, einem Nebenfluß der Loire, liegt Le Mans, ebenfalls ein wichtiger Knotenpunkt der Westbahn, mit 70 000 Einwohnern, Mittel- punkt einer regen Textil- und Metallindustrie. Hier bei Le Mans besiegte im Januar 1871 die Armee des Prinzen Friedrich Karl die französischen Truppen General Chcmzys in mehrtägiger Schlacht nach hef- tigern Ringen. Le Mans liegt bereits 180 Kilometer südwestlich Paris in Richtung auf die Loiremündung. Der Durchbruch durch die Maginot-Linie konnte bis an den Rhein Marne-Kanal erweitert werden, der von der kanalisierten Jll bei Straßburg unter Ueberschreitung von Meurthe, Mosel und Maas nach dem Marne-Seiten-Kanal bei Vitry le Francois führt. Der Kanal ist in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaut worden, er ist rund 360 Kilometer lang und für Schiffe bis 250 Tonnen befahrbar. Der Vorstoß vom Oberrhein her gegen die Vogesen führte zur Einnahme der alten deutschen Stadt Colmar, die eine Reihe schöner alter Patrizierhäuser und ein berühmtes Münster besitzt mit einem Marienbild Schongauers und den berühmten Isen- Heimer Altar Grünewalds aufzuweisen hat. Colmar stammt noch als Stadtgründung aus der römischen Zeit, 1226 wurde es Reichsstadt. Mit seinen rund 45 000 Einwohnern ist es ein wichtiger Verkehrs- und Jndustriemittelpunkt des Ober-Elsaß. seittg auf Verteidigung bedachten Kriegsvorberei« tung der Westmächte. Aber es muß auch feftgefteüt werden, daß die Westmächte der Strategie der deutschen Heeresführung keine gleiche entschlossene und geistesgegenwärtige Operationsleitung entgegenzustellen hatten." Der Berner „B u n d" schreibt: „Nach der Katastrophe in Nordfrankreich und Flandern, dem Auseinandersprengen der Engländer und Franzosen, dem Zusammenbruch auf den in aller Eile improvisierten Verteidigungsstellungen Weygands im Innern des Landes waren die Kampfchancen für Frankreich noch ungünstiger geworden, als sie es von Anfang an gewesen waren. Stellung um Stellung mußte aufgegeben werden. Wertvollstes, unersetzliches Kriegsmaterial wurde in Massen verloren. Die Fronten wurden schließlich von den Deutschen eingedrückt und zerschlagen. Die Maginot-Linie geriet ins Wanken, und es steigerte sich durch die zurückweichenden Truppenmassen die Verwirrung. Als es denn gar der genial operierenden deutschen Heeresleitung gelang, vom Plateau von üangres aus einen Keil gegen d i e Schweizer Grenze vorzutreiben und alle Truppen der gesamten Vogesen-Front einzukesseln, da gab es für die Generale Pötain und Weygand nichts anderes mehr als die letzte und schwerste Entscheidung, den Entschluß zurEin- stellung des Kampfes zu treffen. Heber die militärisch Verantwortlichen für die Vorbereitung und die erste Kampfzeit dürfte es noch einige peinliche Auseinandersetzungen geben, ehenso auch mit einigen Staats- und Parteimännern, zumal Hitler ihnen im voraus offen gesagt hatte, daß Frankreich dem Unternehmen, in das es sich einlasse, nicht gewachsen sei. Frankreich wird nicht nur von einer Uebermadjt an Menschen und Waffen, sondern auch von der besseren Leitung, der weitsichtigeren und aufs letzte vorbereiteten Organisation geschlagen und von den neueren, moderneren Kampf methoden, den besseren, größeren II d e e n der Kampfführung." Stockholm, 18. Juni. (Europapreß.) Tiefer Ernst und eine illusionslose Stimmung liegt über den Leitartikeln der Londoner Presse. Sie alle behandeln den Zusammenbruch Frankreichs und sind sich darüber einig, daß diese Entwicklung „ein furchtbarer Schlag für die Westmächte" sei, daß London aber nichtsdestoweniger weiterkämpfen müsse. Die sofortige Einberufung von drei neuen Jahres- . klassen ist für „Daily Expreß" ein Beweis dafür, „daß nichts den englischen Enffchluß ändern kann, weiter zu kämpfen, bis der Sieg errungen ist". Dor sieben Jahren, so schreibt „Evenina Standard" betrübt, hätten die Hitlertrupps vor Der Reichskanzlei in Berlin paradiert. Heute wehe die Hakenkreuzfahne über Berlin, Wien, Prag, Warschau, Oslo, Kopenhagen, Amsterdam, Brüsiel, Luxemburg und Paris. Bis jetzt, sagt „Evening News , habe Eng- land die Hitze der Kriegsflamme nur von fern gespürt. Jetzt aber stehe der Feind an Englands Türschwelle. Entmutigt bekennt das Blatt, die brittsche Bevölkerung habe den Glauben an einen raschen Sieg längst aufgegeben und fragt mißtrauisch, ob die eigenen Vorräte an Waffen, die Produktion und die Hilfe Amerikas genügten, um den Abwehrkampf zu führen. Die Regierung sei offenbar der Ansicht und bas Volk müsse mit ihr gehen „bis zum bitteren Ende". Die „Times" kommentiert die Ereignisse der letzten 48 Stunden in weniger bombastischer Form und macht ihre Leser darauf gefaßt, daß unzählige Stunden furchtbaren Druckes dem Jnselreich bevor» stünden, aber man dürfe nicht verzweifeln. Die Seemscht sei es, die den Ausschlag gebe, und An der Burgundischen Pforte, also im Tal des Doubs, zwischen schweizerischem Jura und den Vogesen liegen drei, jetzt viel genannte Festungs- städte: Belfort, Mömpelgard und Besanxon. Am westlichsten liegt Belfort, das das „Loch von Belfort" unmittelbar beherrscht, wie man gelegentlich auch die „Burgundische Pforte" nennt. Belfort kam mit dem gesamten Sundgau und dem größten Teile des Elsaß 1648 durch den Westfälischen Frieden an Frankreich und wurde 1659 dem Kardinal- Kanzler Mazarin, dem erfolgreichen Nachfolger des Kardinal-Kanzlers Richelieu zum Dank für die der Krone Frankreichs geleisteten Dienst verliehen. Bel- ort gehört also mit dem Sundgau zum Elsaß und ollte auch 1870/71 ursprünglich zum Deutschen Reich zurückkommen. Dann aber verzichtete das Deutsche Reich, worauf die Franzosen — zum Dank — dem Gebiet von Belfort sofort eine verwaltungsrechtliche Sonderrolle als Träger der französisch-elsässischen Politik zuwiesen. Obwohl in den folgenden zwei Jahrzehnten Bismarck die Bildung des gewaltigen französischen Kolonialreiches begünftigte, wurde auf diese Weise Belfort zum Vorposten des französischen Revanchegeistes. Weiter nach Südwesten, unmittelbar am Doubs, liegt Montböliard, dessen deutscher Name Mömpelgard ist, und das sich wegen seines etwas „ausgefallenen" Namens mit Schilda, Homberg und Buxtehude in den Ruhm einer gewissen Sprichwörtlichkeit teilte. Geschichtlich ist interessant, daß Mömpelgard — Montb^liard — inner» jjatt) der buntscheckigen Karte reichsfürstlicher Hoheitsgebiete zu ... Württemberg gehörte, auch zeitweise Sitz einer württembergischen Nebenlinie war und erst 1801 an Frankreich kam. Besan?on endlich, das schon im Mittellauf der Doubs liegt, war als „Bifantz" deutsche Reichsstadt und Haupfftadt der zum burgundischen Reichskreis gehörigen Freigrafschaft Burgund. Es kam zu Frankreich im Jahre 1679 durch den skandalösen Frieden von Nijmwegen, der damals im deutschen Dolkmund den Spitznamen eines Friedens von „Nimm weg" bekam. Die Erwerbung von Besan^on-Bisantz durch Ludwig XIV., den „Sonnenkönig", ging unmittelbar dem Raub von Straßburg (1681) voraus. L e Creusot ist das französische „E s - f e n". Dort haben die Schneiderwerke ihren Sitz, Die etwa den deutschen Krupp-Werken entsprechen. Wie der deittsche Name „Schneider" schon vermuten läßt, stammen diese Industriellen aus dem Elsaß. Neben der Kanonengießerei betreiben die Schneider- Creusot-Werke den Bau von Lokomottven und Ma- schinen und große Eisenwalzwerke. In der Umgebung von Creusot, das nur etwa 100 Kilometer nördlich von Lyon liegt, sinden sich leidlich reiche Eisenerz- und Kohlenlager. Heute smd die Schnei- der-Creusot-Werke, die 1836 gegründet wurden, in : staatlichem Besitz, und die Jickustriellen-Familie Schneider, die engverbunden ist mit der ebenfalls . elsässischen Familie de Wendel, hat die dadurch frei» Nation in ihrem Kampf für die „Zivilisation" vor anderen auszuzeichnen. Zurückgeblieben sind nur die Einwohner der Vorstädte, die kleinen Leute, und das lichffcheue Gesindel, dessen Vertreter man in den Villenvierteln nicht selten begegnet. Die Zentren der französischen Haupfftadt, in denen sich im Frieden das Leben in allen seinen bunten Formen, die eben typisch pariserisch sind, zusammenballt, sind verödet. Der Schwerpunkt ist in die Do r st ädt e verlegt, nach St. Cloud, Dt. Denis, Clichy, Neuilly, wo diese Bevölkerung heute Mühe hat, sich mit dem Notwendigsten an Lebensrnitteln zu versorgen, weil die Inhaber der Geschäfte alles im Stich gelassen haben, um sich in Sicherheit zu bringen. Zwischen der Kammer, Notre Dame, an der Oper, dem Etoile und die ganze Seine entlang, zeigt Paris am hellen Nachmittag das gleiche Gesicht wie sonst in den Morgenstunden von Sonn- und Feiertagen. Vor dem Senatsgebäude ist ein Wagen, mit dem sich Zivilisten in Sicherheit bringen wollten, auf ein Warnzeichen gefahren. Koffer, Wäsche und Schachteln wurden herausgeschleudert und liegen nun in buntem Durcheinander über die Straßenbreite zerstreut. — Auf dem Quai d'Orsay weht seit Freitagnachmittag die Haken- kreuzfahne. Ein Doppelposten am Haupteingang hat die Wache bezogen. Kriegs- und Marineministerium sind verlassen. Gens, 18. Juni. (Europapreß.) Die „Suisse" schreibt unter der Ueberschrift „Bilanz einer Poli- til". „Alle über den augenblicklichen Krieg gemachten Beurteilungen haben sich als falsch herausgestellt, wenn sie auf Vergleichen mit 1914/18 auf. gebaut waren. Die Ursache ist, daß man von der deutschen Wirklichkeit nichts wußte und daß man übersehen hatte, daß das Reich andererseits nichts unterlassen hat, um den im September 1914 begangenen Fehler zu vermeiden, d.h. den Halt der deutschen Armee an der Marne. Die auf feiten Frankreichs gemachten Fehler waren fatal. Im Sommer 1940 hat Frankreich weder Den Mann noch das Mittel gefunden, um ein Wunder zu verwirklichen. Die Preis- ,gabe des Kabinetts Reynaud wurde in dem Augenblick unvermeidlich, in dem die militärischen Chefs ies für unmöglich hielten, den Widerstand fortzuletzen. Die amerikanische Antwort auf den Appell Meyncmds enthielt nicht einmal eine Versicherung .einer großen und unmittelbaren Hilfe. Unter der Ueberfchrift „Marschall PStains «schwerer Entschluß" schreiben die „Basler Nach- richten", „Marschall Pötain kennt den Zustand [einer eigenen Armee und hat die Leistungsfähigkeit der gegnerischen unmißverständlich kennengelernt, nicht nur die hohe Fähigkeit ihrer Führung, jonbem auch den bewundernswerten Elan ihrer Gruppen. Vom Inhalt der Antwort Hitlers und Mussolinis und von der Stellung, die Frankreich Ibazu einnehmen wird, hängt ungeheuer viel für .England ab. Der Optimismus, mit dem die gestrigen Londoner Abendblätter betonten, die Zeit arbeite jetzt mehr denn je für England und gegen chitler, ist also ganz un faßlich. Dreiviertel-Jahr lang hat man nun die Behauptung von dieser den Westmächten gefälligen Arbeitsweise der Zeit gehört, und nun soll sie sich nach Ausscheiden Frankreichs prompt auf das weiterkämpfende England konzentrieren ..." In der „Nationalzeitung" heißt ,es: „Die jetzige Krise der französischen Wehrmacht ist bas Ergebnis einer zu zögernden und zu ein» Paris war nie die Verkörperung Frankreichs, wenn es auch sein Kopf gewesen ist. Aber heute steht es zweifelnd an sich selber, zerrissen und uneinig in seinen Urteilen und Meinungen für ganz Frankreich da. Die Regierung ist geflohen. Die zurückgebliebene Bevölkerung ist sich selbst überlassen. Flüchtlinge und Regimenter ziehen in buntem Durcheinander nach Süden und Südwesten. „Was soll werden?" Das ist der Gesprächsstoff am zweiten Tage nach der Einnahme von Paris. „Weiterkämpfen bis zum Aeußersten, und sollten unsere Truppen in den Pyrenäen enden müssen." So ist die eine Auffassung, die zweite: „Wir sind verraten und verkauft, der deutschen Macht sind wir nicht gewachsen, S ch l u ß mit der englandhörigen Politik unserer Regierung. Wir wollen Frieden und Zusammenarbeit mit Deutschland", steht der ersten Auffassung schroff gegenüber. In den Distrots, die nun ihre Tore langsam wieder öffnen, beschäftigt nur dieses eine Thema die Insassen. Jeder deutsche Soldat, dessen man habhaft werden kann, wird nach seiner Ansicht befragt, als fei er der Vertreter des deutschen Außenministers. Zurückhaltend antworten unsere Männer, sind sie doch nur bemüht, den Franzosen das Mißtrauen und die grenzenlose Angst zu nehmen vor allem feldgraue Uniform trägt. Die Flics, wie der er Dolksmund die Polizisten nennt, haben ersten Tag des deutschen lenommen, und lange Ko- ... 18.Juni. (PK.) Für das Paris von heute s itibt es unendliche politische Parallelen. So wie es i »ich jetzt den einmarschierenden deutschen Truppen ' ibarbietet, ist es nicht nur ein Dokument französische 1 'Großsprechertumes, sondern auch militäLjscher und ’ werrvaltungsmäßiger Verwirrung. Die fliehende 'Regierung hat eine völlig niedergeschlagene, mit i Reinem Wort unterrichtete Bevölkerung zurückgelas- ;jen, die sich von allen Seiten verraten fühlt. In endlosen Zügen ergoß sich zwei Tage vor dem Einmarsch der deuffchen Soldaten der regellose 'Strom kopfloser Flüchtlinge nach dem Süden des Landes, um dort vor den Deuffchen Barbaren" Schutz zu suchen, die man den Parisern, ebenso wie »allen Franzosen, in den schrecklichsten Farben ge» -schildert hatte. Nun sitzen unsere Männer mit lachen« Len Gesichtern auf ihren Fahrzeugen ober marschieren singend durch die Straßen. Noch bevor ein Franzose Gelegenheit hatte, mit einem deuffchen Soldaten zu sprechen, war das ganze Lügengebäude über unsere Armee zusammengebrochen. Was war diesen armen Menschen alles erzählt rmorben von Ernährungsschwierigkeiten, Brennstoff» •mangel, schlechter Ausrüstung und zerrütteter Disziplin. Die erste Frage, der Bevölkerung war immer: „W as wird mit uns geschehen? Wenn darauf die mit ungläubigem Erstaunen auf» •genommene beruhigende Antwort erteilt war, kam -sofort die bereits größeres Vertrauen bekundende Frage: „Wie kommt es, daß die Männer alle fso gut aussehen bei ihrer schlechten Verpflegung?" Das Tuch unserer Röcke wurde befühlt, nmb bas Lederzeug geprüft. Es war für uns alle »erschütternd, die Männer und Frauen zu beobachten, die, belogen und betrogen von ihren Zeitungen, ähren Parteien, der Regierung, sich nun allem zurecht zu finden suchten, in den auf sie em» Rtürmenöen Ereignissen und Wahrheiten. Wo ein deutscher Soldat sich am Morgen nach idem Einmarsch sehen ließ, war er sofort nach der PUeberminbung der ersten Scheu von einem Schwarm Menschen umgeben, die sich sehr oft überhaupt nicht mrit ihm verständigen konnten, für die er aber allem Durch fein Dasein eine Offenbarung war. Jede Bewegung unserer Männer tränten sie förmlich m ssich hinein. „Ah, er zündet sich eine Zigarette an! „Ah, er nimmt einen Schluck aus der Feldslaschei „Nun setzt er sich auf den Sattel feines Motorrades, mm einen Augenblick nach langer Fahrt auszuruhen nmb ein Butterbrot zu essen. Man braucht die Pariser nicht zu fennen, es ist mich nicht nötig, Gedankenleser zu sein, man suhlt Senau, was hinter den Stirnen vor sich geht. Em Rann, ein Mensch, wie alle anderen auch, oft gutmütig, immer hilfsbereit und immer grunöanftan- Bbig. Mon dien, roi e hat man uns betrogen. Kinzig und allein diese Gedanken und keine anderen ^beschäftigen diese Pariser am Tage des deutschen Kinmarsches. Es war nicht die Niederlage Frank- »eichs und der Sieg des Reiches, die im Vordergrund iihres Denkens standen, sondern nur das trostlose, miederdrückende Gefühl, von der eigenen ^e° Nierung so an der Nase heru m g e fu b r t worden zu sein, wie irgendein afrikanischer Neger- ftamm von seinem Zauberer. Scham und Wut erfüllte sie, als ihnen bei den Hunderten von Gesprächen, die wir am ersten und zweiten Tage mit ihnen führten, die Tränen in die Augen traten. Es wird in unserem Zeitalter, mit seinen tausend- fältigen Möglichkeiten der Nachrichtenübermittlung imb der Aufklärung kaum ein zweites Bestplel |ur die verzerrte Darstellung eines M>ttes seben,mtt denen die Haupfftadt der europäischen Kulttirnatwn Frankreich den deuffchen Menschen betrachtete Eines siteht fest, die französische Führung hat nicht nur eine schlacht verloren, sondern auch bas Vertrau der Bevölkerung ihrer Hauptstadt Die eleganten Viertel des Champs Elys6es sind l e e r g e I siegt. Alle Caf6s und sämtliche Geschäfte sind ge ^schlossen. Die Sammelpunkte der reichen Fami- lllien der französischen Haupfftadt: Versailles und-das Wesinet liegen verödet. Man begegnet nur ab nmb zu einigen scheuen Hunden Katzen, die in der Katastrophensttmmung des 12. Juni vergess nvurden, als zum ersten Male, mm auch von de ^Regierung bestätigt, der Schreckensruf ertönt . „ Deuffchen kommen!" Das zweite Marnewunder ist a u 5 g e b 11 e b e n , •auf bas alle Franzosen warteten wie auf em G !schenk, das der liebe Gott nach französischer Aust Ifafiung zu geben verpflichtet war, um die Grg KÖLM .Boni Namur" Noblen; ’öuenfii ROUEI •REIM! -RBJ •Vei IH6. wmont KSfDit teuchai iERF \03t6 fft/ät Hovoi •la «AJbo 6EI roui IÖSSEL XlL assbürS is , snefert /[HofttfUmar >—JlTViezn ENNBf C-—/Zürich BERN Y Aus der engeren He-mat. Schwerer tlnqlücksfall bei Erdarbeiten Am gestrigen Dienstagnachmittag ereignete sich bei Erdarbeiten in der Nähe von Bernsfeld (Kreis Alsfeld) ein schwerer Unglücksfall. Eine hohe Erdwand rutschte unvermutet hernieder und verschüttete fünf Arbeiter, die am Fuße der Erdwand beschäftigt waren. Leider fanden von den verschütteten Männern zweidenTod, und zwar ein 37 Jahre alter Mann aus Atzenhain und ein 17 Jahre alter Bursche aus Weitershain. Drei an- dere Männer, sämtlich aus Bernsfeld, mußten vom Deutschen Roten Kreuz nach Gießen in die Chirurgische Klinik übergeführt werden. Einer von diesen Männern trug innere Verletzungen davon, ein anderer hat Kopf- und Brustverletzungen erlitten, der dritte liegt mit einem Beinbruch darnieder. Wegen Amtsverbrechens ins Zuchthaus. Lpd. Frankfurt a. M., 18. Juni. Unter den weiblichen Kräften eines Frankfurter Postamts befand sich eine 25jährige Beamtin, die dadurch auffiel, daß sie eine große Neugier für den Inhalt von Päckchen aus der Schweiz zeigte. Es wurde mehrfach beobachtet, daß sie in defekte Päckchen hineinsah. Als sich die Beamtin einmal auf die Toilette begeben hatte, fand man dort später die Hülle eines aus der Schweiz stammenden, an einen Soldaten gerichteten Päckchens. Bei einer nun vorgenommenen Spindrevision entdeckte man in der Handtasche der Beamtin Schweizer Schokolade, die aus jenem Päckchen stammte, was sie auch nach anfänglichem Leugnen zugab. Wegen des von ihr begangenen Amtsverbrechens muhte die Beamtin jetzt vor der Strafkammer Frankfurt erscheinen, die die Angeklagte, die sich bisher gut geführt hatte, zu der geringst zulässigen Strafe von einem Jahr Zuchthaus verurteilte. Preistreiberei wird empfindlich bestraft. Lpd. Hünfeld, 18. Juni. Wie die Pressestelle des Landratsamtes mitteilt, haben die während des Krieges getätigten Pferdeverkäufe in vielen Fällen zu einer starken Erhöhung der Preise für Nutzpferde geführt. Verschiedentlich wurde von den Verkäufern Vie Notlage des Bauern, der durch Abgabe von einem oder mehreren Tieren an die Wehrmacht zum Kauf von entsprechendem Ersatz gezwungen war, in unverantwortlicher Weise ausgenutzt. Diese willkürliche Aushandlung des Kaufpreises ist durch die schon seit einiger Zeit beim Verkauf eines Pferdes vorgeschriebene Vorlage einer Pferdekarte unmöglich gemacht worden. In den Wintermonaten Dezember bis Februar sind z. T. Preise für Nutzpferd« gefordert worden, die in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Wert der Tiere standen. Bei der Verfolgung dieser Preistreibereien wurden vom Regierungspräsidenten in Kassel nunmehr empfindliche Ordnungsstrafen über die Schuldigen verhängt. So wurden zwei Männer wegen ihres volksschädlichen Verhaltens mit je 800 RM. bestraft, ferner wurde der Verkaufspreis auf den von der Schätzungskommission abgeschätzten Preis herabgesetzt. Beide haben, obwohl ihnen bekannt war, daß ihre Pferde der Wehrmacht zur Musterung vorgeführt werden mußten, diese kurz vorher verkauft, offenbar in der Absicht, einen höheren Preis erzielen zu können. Sprechstunden der Redaktion. 11 30 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittags geschlossen. Deutsche Lugend fliege! Zeitgemäßes Schwimmbad Gießen-KIem-Lmden liches Farbenspiel. Acktungs- Pause kam jede Mannschaft zu einem Tor, dann besser als hatten die Gäste etwas mehr vom Spiel, doch hatten einschießen. Fußball der 2. Klaffe. Steinbach I — Gröningen I 2:1 (1:1). Jugend ist regelmäßig zu Gast. Bademeister V o l k kennt sie alle, seine Getreuen, die entweder mit einer Stammkarte versehen das Eingangshäuschen passieren oder aber ihre fünf Pfennige zücken, die die Benutzung des Schwimmbades für die Kinder kostet. Selbstverständlich sind die Kinder auch ständige Gäste von der Schule aus, und in Klein-Linden gibt es kaum mehr ein schulpflichtiges Kind, das nicht schon schwimmen könnte oder nicht im Begriff wäre, es zu lernen. An schönen Tagen sind in dem Schwimmbad schon bis zu 600 Personen gezählt worden, die aus Klein-Linden, aber auch aus Gießen und aus anderen Orten der nächsten Umgebung kamen, um einige Stunden der Erfrischung und Erholung zu stellen, daß die Gäste keineswegs gewillt waren, die Punkte ohne weiteres zu verlieren. Es entspann sich ein harter Kampf, der stets offen war. Vor der sie mit ihren Schüssen Pech. Der Gegner war glücklicher und konnte kurz vor Schluß zum Führungstor suchen. Selbstverständlich wird dafür gesorgt, daß das Wasser stets in hygienisch einwandfreiem Zustand bleibt. In regelmäßigen Abständen wird es vollständig abgelassen und wieder aus der Leitung nachgefüllt. Täglich läuft ein Teil des Wassers ab und wird über Nacht wieder ergänzt. Das Wasser erwärmt sich gerade jetzt sehr rasch. Mit etwa 14 Grad Celsius kommt es in die Becken, und nach nur zwei Tagen ist es von der Sonne bereits auf eine Temperatur von 18 bis 20 Grad erwärmt. Die Wasserflächen leuchten blau, denn der Grund und die Seitenwände der Becken sind lichtblau gekachelt. Die rötlich gehaltenen Auskleideräume und Kabinen, das Grün der Wiesen ringsum, das Helle Grauweiß der Einfassungen und das Blau des Wassers in den Becken bieten ein hübsches sommer- ~ ' N. Abitur Voraussetzung. Die Einstelluna als Offiziersanwärter erfolgt am 1. Oktober 1940. Die Bewerbung muß im allgemeinen bis zum 1. August 1940 für dieses Jahr durchgeführt sein. In Ausnahmefällen werden Gesuche auch nach diesem Zeitpunkt noch angenommen. Die Ableistung der Arbeitsdienstpflicht entfällt durch die Annahme bei der Luftwaffe. Auskunft über Einstellungsbedingungen und Cinftellungsverfahren erhältst du bei allen Wehr- erfatzdienstftellen. Hast du aber Lust, deutscher Junge, als Freiwilliger zur Luftwaffe zu kommen, so hast du die Wahl: Als Kriegsfreiwilliger für das fliegende Personal (Flugzeugführer, Bordfunker, Bomben- und Bordschütze) und für die Fallschirmtruppe, oder als länger dienender Freiwilliger; aktive Unteroffizierslausbahn für alle Waffengattungen der Luftwaffe (Flieger, Flak, Luftnachrichten- und Fallschirmtruppe). Auch als Freiwilliger kannst du, wenn du ein tüchtiger Soldat bist, Offizier werden. Melde dich bei der Wehrersatzdienststelle, dort erfährst du alles weitere. Zur Förderung des Nachwuchses der deutschen Luftwaffe wird folgender Appell an die deutsche Jugend gerichtet: Fliege deutsche Jugend, fliege! Die großen Ereignisse in Polen, Norwegen und jetzt im Westen haben uns und der ganzen Welt gezeigt, von welch entscheidender Bedeutung eine ausgezeichnete und gut geführte Luftwaffe für die politischen und militärischen Geschehnisse unserer Gegenwart ist. Ausschlaggebend ist aber immer für die Erfolge der Geist, der in den jungen Soldaten der Luftwaffe steckt. Deshalb rufen wir alle Jungen mit Unternehmungsgeist, Frische und Tatfreudigkeit auf: Komm zu uns, deutscher Junge, und werde Flieger, Funker oderKanonier! Deutschland braucht in der Zukunft erst recht ganze Kerls. Willst du Offizier werden bei der Flieger-, Flakoder Luftnachrichtentruppe, dann richte dein Gesuch an: „Annahmestelle 3 für Offiziersanwärter der Luftwaffe, München 13, Lerchenauerstraße 115/ Für die Einstellung als Offiziersanwärter ist das Am Rande des Vorortes Klein-Linden, unweit dem hohen Bahndamm der Umgehungsbahn, der wie eine grüne Mauer den Blick nach Norden abschließt und außerdem den Vorzug für das Schwimmbad bietet, Winde aus Oft und Nord abzuhalten, liegt die Badeanlage, die vor zwei Jahren nach modernen Gesichtspunkten von der damals noch selbständigen Gemeinde Klein-Linden geschaffen wurde. Die von' Liegewiesen umsäumte Anlage bietet sich sehr hübsch und zweckmäßig dar und ist für die Jugend von Klein-Linden geradezu ein Dorado geworden. Das Bad Klein-Linden weist verschiedene Becken auf. Ein länglich-schmales und seichtes Becken dient zunächst der Reinigung der Füße, denn es soll vermieden werden, daß das eigentliche Schwimmbecken oder das Becken der Nichtschwimmer mit sandigen oder schmutzigen Füßen betreten wird. Außerdem flankieren zwei Brausen das Reinigungsbecken. Das Becken für Nichtschwimmer ist verhältnismäßig groß und gibt vielen Badegästen die Möglichkeit, sich zu tummeln. Das Becken für die Schwimmer ist größer als das der Nichtschwimmer und ebenfalls für viele Schwimmer geräumig genug. Eine Erweiterung hat diese Anlage noch dadurch erfahren, daß im rechten Winkel dazu ein bis zu 3,80 Meter tiefes Sprungbecken geschaffen wurde, das nur für die Benutzung vom ©prungturm aus geschaffen ist. Dadurch wird vermieden, daß Schwimmer durch die Springer (ober umgekehrt) gefährdet werden. Für die Kleinsten ist, etwas abseits, ein hübsches kreisrundes Planschbecken da. Saubere Plattenwege säumen die Wasserflächen. Das Bad wird stark in Anspruch genommen. - Die Die Grimmaer warteten mit einem ergebnis auf. Die Gäste waren technisch der Gegner, haben aber viel Pech bei ihren Aktionen gehabt. Die Platzherren haben unverdient gewonnen. Schon bei Spielbeginn konnte man festHungen I — Heuchelheim I 3:1 (1:1). Nun mußte auch Heuchelheim erkennen, daß in Hungen schwer zu gewinnen ist. Die Platzherren hatten etwas mehr vom Spiel und haben auch verdient gewonnen. Schon zu Beginn des Spieles ließ sich eine leichte Überlegenheit der Gastgeber erkennen, doch gingen die Gäste zuerst in Führung Es dauerte aber nicht lange, dann hatte Hungen ausgeglichen. Beide Mannschaften versuchten um» sonst, die Führung an sich zu reißen. Erst nach der Pause gingen die Hungener zum Generalangriff über und schossen kurz darauf das Führungstor. Ein weiteres Tor, durch Elfmeter erzielt, stellt? den Sieg sicher. Oie nächsten Spiele. VfB.-Reichsbahn II. — Klein-Llndea I. Dor dem Spiel gegen Steinberg treffen sich hn Rückspiel beide genannte Mannschaften auf dem Waldfportplatz. Das Vorspiel konnten die Gäste knapp für sich entscheiden. Auch jetzt muß man ihnen die größeren Aussichten auf einen Sieg ein« räumen. / Grüningen I. — Hungen L Hungen muß im Rückspiel in Grüningen antreieit. Das Vorspiel konnten sie hoch für sich entscheiden, jedoch hat sich das Kräfteverhältnis ziemlich ausgeglichen. Da die Grüninger zu Haufe eine scharfe Klinge schlagen, werden die Gäste gut tun, der. Gegner sehr ernst zu nehmen. GroßenBuseck I. — Steinbach I. Der Tabellenführer erwartet die Gäste aus Stein. bad) zum Rückspiel. Bereits im Vorspiel tonnten die Platzherren einen Sieg an sich reißen. Fist Steinbach heißt es, alles daranzusetzen, daß bas Ergebnis nicht zu hoch ausfällt. Garbenteich I. — Heuchelheim I. Garbenteich empfängt zum Rückspiel bie Gäste aus Heuchelheim. Die Gäste verloren im Vorspiel sehr knapp unb haben baraus gelernt. Die Platzherren sinb baheim kaum zu schlagen und für dieses Spiel als Favorit anzusehen. Handball im Tv. Gießen-Klein-Lindev Klein-Linden 3gb. — Gießen INtv. 3gb. 4:19 (1:10). Klein-Linden wartete am Sonntag mit einer sehr schwachen Leistung auf. Die Mannschaft spielt« auf zu engem Raume und kam nur selten zum Schuß auf das Gästetor. Auch hatte der Torwart der Gastgeber einen schwarzen Tag und ließ haltbare Bälle passieren. Demgegenüber zeigten die Gäste ein seines Zusammenspiel, nahmen unb gaben die Pälle behend und sicher weiter, so daß der Sieg auch in biefa Höhe verbient war. Zudem befand sich der Torwächter der Gäste in bestechender Form. Schon gleich zu Beginn des Spieles war erficht-, lich, daß das Spiel für Gießen hoch gewonnen werden würde. In der ersten Minute nach dem Anspiel war für bie Gäste das erste Tor fällig, dem in der nächsten Minuten weitere Tore folgten. Klein-Linden konnte nur ein einziges Mal in der ersten Halb' zeit zum Erfolg kommen. Nach der Pause waren die Gastgeber ein wenig besser und konnten auf vier Tore erhöhen. Gießen aber konnte noch neun Tore werfen. Wenn auch Klein-Linden hoch verlor, \t verdient die Haltung der Mannschaft doch anerfaniti zu werden, sie kämpfte unentwegt weiter, und bas Spiel wurde bis zum Ende fair durchgeführt. HauptjchrifUeiter: Dr. Friedrich WUhe»m Lange. Stellvertreter bd Hauptschristleiters: Ernst Blumschcin. Verantwortlich für Poltt^ Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumjchein: für Sport: Heinrich Ludwig Neun«. Druck und Verlag: Brühlsche Untveyitätsdruckerei R. Lange K. 8. VerlagsleUer: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzetgenletter: Hans Bert. Verantwortlich für den Fnkiast der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.5. Ihre Vermählung geben bekannt Gießen (Marburger Straße 67), den 18. Juni 1940 | Empfehlungen"] Kohlenherde lackiert und emailliert Verschiedenes zuschutzberechtigt. seoeD Adolf Dönges, Panzer-Jäger Anna Dönges, geb. Hemer kombinierte Gas- und Kohlenherde emailliert, wieder eingetroffen BURO-EINRJCHTUNGEM Gießen. Bahnhofstraße. 744 Gebe noch Eintagsküken unb einen Teil 8 bis 12 Tage alte Küken ab, vor 21.6. geschlüpfte noch Damen- Armbanduhr von Seltersweg bisCrednerstratze verloren. Abzugeb. gegen Belohnung 02166 Seltersweg 6 im Laden. Käte Scholze anerkannte Vennebrungszucht der Landesbauernschaft Hessen-Nassau Geflüselhof a. d. Hardt Gießen, Bleiberger Weg 81, Tel. 3476. Edgar Borrmann 5: Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 und 4156 ______m Klaviere werden 660D fachgemäß gestimmt und repariert G. 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Münzenberg Burgweg 30 b.d.Führerschule Wir kaufen ge brauchte mößl.neowertiße Krailwagen Statt Karten Q)0ut6lUttX*1WAJ 'S» 9 FOTO- 2825 A In tiefem Schmerz: Frau Ida Beyer, geb. Klingelhöffer Ernst Beyer, z. Z. Major der Artillerie Trudel Dietenbach, geb. Beyer Hilde Beyer, geb Krüger Otto Diefenbach, z. Z. Leutnant d. Kraftf-Tr. und 3 Enkelkinder. Butzbach (Hlndenburgallee 10), den 18. Juni 1940. Beerdigung fand am 18. Juni In der Stille statt __2896D Am Sonntag, dem 16. Juni, starb nach kurzem Leiden im Krankenhaus in Nieder-Weisel im 77. Lebensjahr mein geliebter, guter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Grobvater Oberforstmeister a. D. Eduard Beyer tianhläoon von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder* liaCniäuuu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Donnerstag den 20. Juni 1940, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal Neuenweg 28, dahier), zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Ovel-Personenwagen, 2 Nähmaschinen, 1 Klavier, 2 Schreibmaschinen, 25 Feldhacken, 1 Registraturschrank, 150 Tub.Herdputz. Moll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstr. 33 I., Tel. 3239. LmD Allemst. Frau sucht einfach möbliertes oder leeres Zimmer m^kochgelegenh. Schr. Ang. unt. 02152 a.d.G.A. 2 Einiamilien- Neubauten inFrledbergunö Herborn gelegen 5 Zimmer, Küche, Bad, Garten bei 4—5000 RM. Anzahlung Rest langfristig, zu verkaufen. Peter Reinert Immobilien Frankfurt a.M..Kalzentr. 8 Ruf 27581. (2834V [Stellenangebote Heine üriprangi- zengnlzie, -enbern nur Zeugnis ob|*dften dem werbung-lchretben bei- legen I — Lichtbilder undBewerbungSuntev lagen müffen lut Set Meldung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift bei Bewerber« tragen I Nebenberuf! 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Ries, 72 Jahre, Gießen,Katharinengasse 8; Friedrich Simon,Reichs- bahn-Betr.-Werkmeister, 62 Jahre, Gietzen, Damm- stratze 28; Walter Ludwig Martin Schmidt, Schüler, 14 Jahre, Gießen, Weserstr. 12; 7.6. Lisel Kling- svor,geb. Berg,techn. Assistentin, 34 Jahre, Gießen, Mausburg 4; Carl Allendörfer, Justizinsv. a. D., 63 Jahre, Gießen, Kaiserallee 24; Robert Lutz, 9 Jahre, Nieder-Bessingen, Kr. Gießen;9. 6. Emilie Trinkaus, geb. Dtckharot, 76 Jahre, Gießen, Seltersweg 50; 10. 6. Karl Becker, Landwirt, 63 Jahre, Rabertshausen, Kr. Gietzen; 12. 6. Bruno Fritz Karl Grützmacker, Wehrmachtsangestcllter, 37 Jahre, Gießen, Wolfstrabe 26; Anna Caesar, geb. Jager, 84 Jahre, Gieben, Henselstr. 4; Paul Heidlinde- mann, Kaufmann, 55 Jabre, Gietzen, Goethestr. 31; 13.6. Heinrich Weimer, Bauunternehmer, 72Jahre, Gieben, Wetzlarer Weg 37; 14. 6. Johann Wilhelm Rillst, Erdarbeiter, 53 Jahre, Grüningen, Kr. Gießen ; 15. 6. Johannes Fölsing, Fuhrmann, 69 Jahre, Gieben, Mäusburg 12; Anna Markowiak, geb. Freitag, 68 Jahre, Gieben, Horst-Wessel-Wall 51. Vereine Mietgesuche Stadttheater Mittwoch, ,9. Zuni 1940 Ur.H5 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Festungen der Volksernährung Durch Umschaufeln erfolgt die Durchlüftung des Lagergetreides. i n t 1940 (Nachdruck verboten!) 20. Fortsetzung. wohnte in der Unaererstraße und hatte einen großen Kreis von Freunden um sich, die ihm halfen, ein ooh da griff nach Schmetterlingen und glatten Kieselsteinen, folflt.) fragen", überfüllt zum war. tiherd« ingetr* Fenster hinaus, ob die Sonne auch noch Sie schien, gleißend, gelb und stark. „Man könnte mal im Dorf drunten meinte Joachim. Aber das Dorf war so Humor. Die Sonne scheint auch so schön." „So", machte Jdachim und sah blinzelnd 'en i 1 's,u L ; die Die mb für i-. Freunden um sich, die ihm halfen, ein vergnügtes Leben zu führen. Sie hatte ihm viel geholfen in jener Zeit. Mit i’ünitt. 4:19(1:11 >t einer ft t spielte er zum rt der U ltbare Sei te ein few Bälle bchü ch in bitt' ch der ?rde irt 1185 !n antrete entscheib.^ rmlich? 1 tun» d- Mit dem Stechthermometer wird die Wärme des lagernden Getreides ständig überprüft. (Aufnahmen [2J: Dr. Cornelius.) Keine Sm von Hauck Boman von Eharlotte Kaufmann. und auf jeden Schritt gelauscht hatte, der die Straße herunterkam, ob es nicht sein Schritt sein würde. Nein, er konnte ihr nicht helfen. * Sibylle fuhr mit Joachim in die Weihnachtsferien. Sie fuhren mit dem Auto, mit Joachims grau lackiertem Wagen. Seine Schier waren oben auf das Wagendach geschnallt, und wenn er einmal über» mäßig scharf eine Kurve nahm, klapperten sie. Sie machten einen Umweg und fuhren am Rhein entlang. In Bonn übernachteten sie. Sie kamen über schlechte Wege und viele gute Wege. In Norddeutschland schneite es. In Stuttgart kam die Sonne. Die Fahrt, durchrast im Siebzig»Kilometer»Tempo, brachte die beiden Menschen einander sehr nahe. Seit Heidelberg sagten sie „du" zueinander. „Denn wir sind ja nun seit Wochen schon zwei gute Kameraden", meinte Joachim." Sie kamen ins Allgäu. Weiße Berge und türkisblauer Himmel begrüßten sie. Joachim hatte in einem Berghotel zwei Zimmer bestellt. Aber als sie eintrafen, stellte sich heraus, daß nichts frei war. „Warum haben Sie mich nicht verständigt?" fragte Joachim, aber der Hoteldirektor wußte darauf nur bedauernd die Schultern zu zucken. „Weihnachten, mein Herr! Wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht. Sie müssen vielmals entschuldigen. Es ist ein schrecklicher Andrang. Aber für die Dame wäre im großen Damenschlafsaal noch ein Bett frei, und wenn Sie selbst, wie eine Menge anderer Herren, mit dem Aufenthaltsraum vorlieb- nehmen würden — wir stellen Liegestühle — sehr bequeme Liegebetten, hinein. Der Schnee ist ja so ichön hier wie noch nirgends sonst in den Bergen. Sie wären nicht der einzige und haben sicher genug L .aus CK, lel lonntr 'eißen. ner dann länger^ Zeit ge- setzt werden, vernichtet die Käfer samt Brut. Eine Beeinflussung des Nährwertes oder der Genießbarkeit des Getreides findet dabei selbstverständlich nicht statt. Dr. C. O. C. fe ft! * nad) fr? fr’“* n \ [/I NS.-Frauenschast/Frauenwerk. Die rassenpolitische Arbeitsgemeinschaft hält einen Schulungsabend am Freitag, 21. Juni, 20.15 Uhr, in der Kreisfrauenschaft, Frankfurter Straße 1. Alle Mitglieder sind herzlich willkommen. Ein Säuglingskurs des Mütterdienstes beginnt am 19. Juni, 20 Uhr, Schanzenstraße 18, DAF., Hinterhaus. \ Hitler-Jugend Bann 116. Slandortbefehl. Heute Mittwoch, 19. Juni, Antreten der Fähnlein 4, 5 und Lehrfähnlein zum Kartoffelkäferabwehrdienst pünktlich um 14.30 Uhr an den befohlenen Antreteplätzen. ObenwälderHeimatvereinigungGießen Die am gestrigen Dienstag im Hotel Köhler abgehaltene Veranstaltung der „Odenwälder Heimatvereinigung" erfreute sich eines stattlichen Besuchs. Direktor Hartmann entbot den Erschienenen den Willkommgruß und gedachte voll Stolz und Dank gegenüber Führer und Heer der beispiellosen Was- Joachim nickte. „Es kann so gewesen sein. Es kann. Denn dieser Gode aber schon ein schlechtes Gewissen Hatte, so war es trhnn doch eigentlich eine Dummheit •on ihm, daß er die Bescheinigung an die Frau chickte unter Angabe seines Absenders." „Das war eine Dummheit. Zugegeben. Es war »hne Zweifel ein Fehler von ihm, denn nun kann ran ihn fragen. Da er ja aber keine strafbare Hand» Ling begangen hat, braucht er sich nicht unbedingt ! u fürchten. Möglicherweise hat er den Absender Lanz in Gedanken und automatisch auf den Umschlag geschrieben. Nun, wir werden ja weiter sehen, wenn »fr seinen Aufenthalt ermittelt haben. Uebrigens iefjt man, daß aus schlechten Taten nichts Gutes werben kann. Er hat sich seiner Freiheit nicht lange gefreut." Mjülln lächelte und gab Joachim die Hanv. „Kommen Sie gut nach Hause, Herr Keit." Joachim nickte wieder. Er wurde sich bewußt, daß f*r dauernd mit dem Kopfe nickte, seitdem er in dieses Büro getreten war. .. Draußen schneite es noch immer, unaufhörlich und Metig. Die Laternen spiegelten sich in der Nasse des Asphalts. Er beeilte sich, nach Hause zu kommen. In der Dänischen Straße mußte er an der Kunst- Handlung vorbei, in der immer noch das Wintervuo »usgestellt war. Berge im Schnee. Es war vollkommen unmöglich, sich vorzustellen, isaß die Frau, zu der er manchmal fuhr, nun luittDß war. Es war ja überhaupt merkwürdig, sich vorzu- Vellen, daß sie je verheiratet geroefen mar. oie ist >a ein Kind, dachte er. So jung, so unberührt. Nun war sie also wirklich allein ... In der Esmarchstrahe stand em kleines, ro es »uto, aus dem ein Mädchen stieg in dem Augenblick, vls Joachim daran vorbeiging. Er stieß beinahe gegen die rasch aufgeschlagene Wagentur „Verzeihung!" sagte er. Er erkannte Ingeborg Petersen und konnte nicht umhin, stehenzubletben. „Ach", machte sie, „bin ich erschrocken. Habe ich dich gestoßen? Hast du dir weh getan?' „Nein, nein. Es ist gar nichts passiert. Wie geht es dir?" „Oh, gut. Danke." Sie lächelte ihn von unten her- auf an. „Heute habe ich mir meine Schiausrüstung wieder auffrischen lassen. Ich will Weihnachten in die Berge. Du ja auch, wie ich gehört habe." „Ja, wahrscheinlich", erwiderte er einsilbig. „Wo fährst du hin? Ins Allgäu? Es soll viel Schnee dort geben." „Ja, ich hoffe es wenigstens." Sie stand ganz nahe neben ihm. Sie war ein gutes Stück kleiner als er und lächelte ununterbrochen. „Ich habe mir wieder Schnallfelle gekauft", berichtete sie. „Meine letzten sind kaputt. Denke dir, ich hatte sie im Koffer auf dem Speicher, und nun sind die Motten hineingekommen. Sie haben den ganzen Seehundpelz aufgefressen. Nun überlege ich mir dauernd, ob ich nicht doch besser daran getan hätte, mir Klebfelle zu kaufen. Was meinst du? Soll ich sie umtauschen?" Der Schnee rieselte auf das hellblonde Mädchen herab und auf Joachim. Die Scheinwerfer des kleinen Wagens beleuchteten die stille Straße und den nassen Asphalt. Klebfelle oder nicht. Für Joachim war diese Frage im Augenblick unendlich belanglos, aber er antwortete höflich: „Du kannst meiner Meinung nach ruhig die Schnallfelle behalten. Sie tun bestimmt ihre Dienste." „Ja, glaubst du? Sie sind leichter anzumachen, nicht wahr? Ach, es wäre furchtbar nett von dir, wenn du dir meine Sachen einmal ansehen und mir deinen Rat geben würdest" Er versprach höflich, sich ihre Sachen einmal anzu. sehen. Er wußte, daß sie damit gerechnet hatte, einmal seine Frau zu werden, so wie auch seine Mutter es sich dachte, und er wußte, daß sie durch seine plötzliche Zurückhaltung und Kälte enttäuscht war. Er konnte ihr nicht helfen. Sie war ihm so fremd ge- worden. Sie hatten sich gar nichts zu sagen. Er ver- stand nicht, daß er Jahre hindurch Sehnsucht nach ihr gehabt hatte. * Er verabschiedete sich und eilte nach Hause. Er ließ sie zurück neben ihrem kleinen Wagen unter dem sinkenden Schnee auf der stillen, vornehmen Straße, obgleich er wußte, daß sie hier nur auf ihn gewartet hatte, daß sie mit Absicht hier im Wagen gesessen Geld und Sorge. Sie hatten sich geliebt Sehr. Als sie bann heirateten und Sibylle mit ihrem letzten Gelb in bte verlassene Fischerkate am Meer erstand und in Ordnung bringen ließ, glaubte sie, keinen Wunsch mehr zu haben. Ade-r das Leben bringt immer wieder Wünsche. So, wie das Meer neue Wellen heranschiebt, wie der Wind immer wieder um die Kipfel der Berge streicht — immer wieder bringt das Leben neue Wünsche, neue Sehnsüchte. Und so hatte sie auch später in den Jahren ihrer Ehe wieder neue Wünjche gehabt. Nicht nach Reisen und Vergnügungen ober Geschenken. Sie wollte malen und scyaffen und vorwärtskommen. Sie dachte daran, einmal ein schöneres Haus zu haben und Kinder und einen Mann, der ... sie wollte zu ihm aufschauen. Aber Detlef lag am Strand und träumte und obofatra^ oleum,r 11 olier^lJl ß«ld ’Sr .ersort]> der Süßstoff meist den gleichen Dienst wie der Zucker. Will man das Gericht geschmacklich uerbej- em und an Nährwert bereichern, so empfiehlt sich )er Zusatz einer kleinen Zuckermenge neben dem Süßstoff. Süßstoff ist außerordentlich billig. Eine kleine Packung kostet nur 20 Pfennige. Süßstoff löst sich leicht in kalter Flüssigkeit: et tonn aber auch ohne Bedenken mitgekocht werden. Erst'in allerjüngster Zeit ist auf Grund von Behauptungen, baß bas Mitkochen von Süßstoff Speien und Getränken einen Nachgeschmack verleiht, ein groß angelegter Versuch in dieser Richtung dnrchgefüh'rt worben mit dein Ergebnis, daß bet richtiger Anwendung und bei den üblichen Koch- temperaturen eine Beeinträchtigung des Kochgutes nicht erfolgt. Zum Einkochen nimmt man Süßstoff in Kristallform (N-Packung ober Süßwunder-Ta- bletten). Die O-Tablettcn eignen sich infolge eines Zusatzes von Natron, ber lebiglich zum Zwecke der Dosierung beigegeben ist, weniger für Koä>zwecke. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungvmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 43, Bullen 34,5 bis 48,5, Kühe 18 bis 43,5, Färsen 38 bis 60, Kälber 40 bis 63 Rpf. je Vt kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,10, bl (135 bis 149,5 kg) 1,10, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,10, c (90 bis 119,5 kg) 1,08, d (80 dis 89,5 kg) 1,02, e—f (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,10, i (Altschneider) 1,10, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 NM. Marktverkauf: Auftrieb etwas schwächer, alles ausverkauft. ♦ ** Beim 'Futterholen vom Wagen überfahren. Gestern nachmittag wurde eine junge Landwirtsfrau aus Gießen - Wiefeck beim Futterholen von dem beladenen Fuhrwerk überfahren. Die Räder gingen der bedauernswerten Frau über die Brust, wodurch die Verunglückte schwere Brust- und Rippenouetschungen erlitt. Die Frau mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ♦♦ 21 u f d e m Heimweg von der Schule verunalückt. Am gestrigen Dienstag verunglückte ber 12 Jahre alte Schüler Herbert Becker aus Butzbach auf betn Heimweg vom Schulbesuch in Gießen. Am Ortseingang von Heuchelheim fuhr der Junge mit seinem Fahrrad auf einen Leiterwagen auf und erlitt dabei erhebliche Verletzungen im Gesicht. Die Bereitschaft Gießen vom Deutschen Roten Kreuz mußte den bedauernswerten Jungen nach der Chirurgischen Klinik bringen. Amtsgericht (Sieben. Der F. M .in Bad-Nauheim hatte einen Strafbefehl über zwei Wochen Gefängnis erhalten. Er war beschuldigt, im April einem Arbeiter ein Paar halblange Schaftstiefel und einem anderen Arbeiter eine Weste entwendet zu haben. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein, er wurde aber in der Hauptverhandlung überführt. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen verurteilt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Juni. (Dorbericht.) Es kosteten Kälber 30 bis 65 RM., Hämmel 36 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 50 bis 56 RM. Marktverlauf: Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt fentaten unserer ruhmreichen Soldaten, vor deren Siegeszvg nunmehr auch die Franzosen nicht mehr standhalten können. Auf aktenmäßigen Darstellungen fußend, erzählte sodann Studiendirektor Dr. Walter seinen Landsleuten vom „Räuberunwesen im Odenwald um 1800" in längeren Ausführungen, die mit Spannung verfolgt wurden. Zucker oder Süßstoff? Um Zucker zu sparen, kann man in vielen Fällen, in denen man bisher Zucker verbraucht hat, Süßstoff verwenden und dadurch den Zucker entweder völlig ersetzen oder die bisherige Znckermenye erheblich ocrrin-aern und durch Süßstoff ergänzen. Gegen Süßstoff besteht vielfach noch ein Vorurteil. Manche Hausfrau hat in der Tat mit Süßstoff schon „schlechte Erfahrungen" gemacht. Das ist aber fast immer nur darauf zurückzuführen, daß der Süßstoff falsch verwendet wurde. Zucker sollte im lag» lichen Speiseplan hauptsächlich Dort verwendet werden, wo außer dem süßen Geschmack vor allem auch der hohe Nährwert des Zucker (hoher Brennwert, teilweiser Ersatz für Fett) wichtig ist. Dort, wo es nur darauf ankommt, Speisen zu süßen, leistet Zur Desinfektion und Wundversorgung gebraucht man die seit über 10 Jahren ärztlich erprobia und bewährte Sepso-Tinktur, die in allen Apotheken und Drogerien in Fläschchen zu sünfundfünfzig Pfennigen und in Tupsröhrchcn zu ncununbbicr^ Pfennigen erhältlich ist. Sie desinfiziert wie Jod-Tinktur und wird genau so angewandt. Sepso-Tinktur findet nicht nur bei Hieb-, Stich-, Biß-, Schnitt- und Schürfwunden An- lücnbung, sondern auch bei Entzünbungen in der Mundhöhle und des Zahnfleisches sowie zur Desinfektion von Pickeln und Insektenstichen. Infolge ihrer großen Tiefenwirkung erweist sie sich ferner bei Prellungen, Quetschungen und in allen Fällen, in denen eine gesteigerte Durchblutung des Gewebes erwünscht ist, als sehr brauchbares Behandlungsmittel. Wir wissen aus den Veröffentlichungen über die gewaltigen Getreidemengen, die unsere vorsorgliche Staatsführung angehäuft hat, daß der Brotkorb Deutschlands in diesem Kriege gefüllt ist und von unseren Gegnern nicht in die Höhe gezogen werden kann. Hat die Lagerung solch riesiger Vorräte, so wird mancher fragen, nicht auch Nachteile im Gefolge? Kann die Parole „Kampf dem Verderb — jetzt erst recht" auch hierbei restlos befolgt werden? Wir haben eines der Lagerhäuser ausgesucht, die als moderne Festungen der Volksernährung der Sicherung unserer Brotversorgung dienen. Hier wer- den die meisten Gefahrenquellen durch sachgemäße Kontrolle und auf ausreichenden Erfahrungen beruhender Vorbehandlung von vornherein ausgeschal- tet. Das Hauptmoment dabei ist die Vermeidung einer zu hohen Feuchtigkeit und Wärmeentwicklung im Getreide, die Fäulnis herbeiführen kann. Durch Umschaufeln der auf Schüttböden lagernden Körner oder durch Lüftung und Abkühlung der in Silo schächten aufgestapelten Getreidemengen mittels Ventilatoren wird sie vermieden. Ein anderer Weg ist, gleich bei Ankunft des Getreides mit mariner Luft oder durch Vakuumtrockner die Feuchtigkeit auf 13 v. H. herabzusetzen. Die Gefahr einer nachträglichen Wärmeentwicklung, der Bildung sogenannter „Wärmenester" in den Getreidestapeln begegnet man durch ständige Kontrollen der von Menschenhand bedienten Stechthermometer oder elektrisch betriebener Fernthermometer. Der Bekämpfung des Kornkäfers, des Hauptfach- lichen tierischen Schädlings der Brotfrucht, wird ebenfalls besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Verluste, die durch dieses Insekt entstanden, bezifferten sich früher auf jähr- lief) 100 Millionen Mark. Jetzt aber ist es gelungen, seine verderbliche Wirkung weitgehend zu bannen. Mit einem besonderen Sieb werden Schüttelproben des Getreides vor- genommen, wobei die kleinen Käfer durch die Drahtmaschen fallen. Ist so eine Getreidepartie als käferverseucht erkannt, so kommt sie in besondere, mit Zinkblech ausgeschlagene Schächte, die als Gaszellen dienen. Ein neuartiges, hochwirksames Gas, unter das die Kör- „Oh, das geht alles", sagten sie und waren vergnügt. Dann versuchte Joachim mit frischem Eifer gleich ein wenig auf den Gipfel zu steigen, mit frisch gewachsten Schiern, während Sibylle sich auf der Terrasse in Decken einpacken ließ, um braun zu werden, sie, die vom Sommer her immer noch braun war. Sie atznete tief, als wolle sie den Geruch des Schnees in sich aufnehmen, der weiß und glitzernd bis zur Brüstung heraufreichte. Der Bergwind strich über sie hinweg. Er war kalt und herb und stark. Heber die Terrasse flogen die Bergdohlen. Sibylle träumte. Sie gab sich diesem Ausruhen- dürfen, dieser nie erhofften Reise ganz und gar hin. Alles Erinnern an früher schob sie zurück. Ihre stille Jugend im Haus einer alten Tante, denn die Eltern waren früh gestorben, ihr kurzes, hastiges Studium, das durch ein kleines Erbteil ihres Onkels sicher- gestellt war und das sie in München hinter sich gebracht hatte, ohne daß sie dabei jemals in die Berge gekommen war. Die Zeit, in der sie Detlef Hauck kennenlernte.... In München war das gewesen, in Schwabing. Er war eG Donnen ox: dem Achi dem in dr i KleinG ersten hch se waren d len auf U l) neun Iw d verlor, t >d) anertann ter, und ki »geführt. 'trUpertteiHld lich für P-Ä ifiutroiflSfiM i R. fiangt 11 nter: N- W Kimmrl. flltl Aus der Stadt Gießen. Oer Geächtete. Er gehört zur Rasse der rebhuhnfarbigen Italiener und hat sich in seinen zehn Lebenswochen zu tinem prächtigen Junghahn entwickelt, der allen juheren Anzeichen nach seinen Mann stellen wird. Sein Kamm ist schärf gezackt und leuchtet rot, seine Bruft beginnt sich in edlem Bogen zu wölben. Sein einziger Fehler ist seine Schreckhaftigkeit int) Furcht vor sechs Hühnern, mit denen er feit ;a)cl Wochen Pferd und Stallung teilt. Sie behan- leiten ihn vom ersten Augenblick an als Eindring, ing, wider den sie sich, bei aller sonstigen Mißgunst gegeneinander, sofort in stillem Einvernehmen verbündeten. Und der kleine Unerfahrene tat das lörichtste, was er tun konnte, als sie mit ihren Schnäbeln nach ihm hieben: er riß mit flüchtigen Sprüngen aus und suchte sich sogar vor ihnen zu verstecken, anstatt Gleiches mit Gleichem zu veralten. Das wissen die Hennen nun, und sie scheinen sch geradezu ein teuflisches Vergnügen daraus zu machen, ihm immer und überall ihre Ueberlegen- zeit zu zeigen. Der Aermste muß sich wie ein Dieb einen Lebensunterhalt aus der FutterschüsseUstehlen, Znd nur die vorübergehende Abwesenheit einzelner Hühner, sobald sie sich zum Legenest zurückziehen, sber ihre Trägheit, bte es liebt, mit vollgepfropftem Baud) in eine Sandkuhle gebuddelt die Minuten ■01 verdösen, verschaffen ihm zuweilen die ersehnten reien Augenblicke, die ihn doch noch auf seine Kosten kommen lassen. Denn er sieht trotz alledem gut aus, der kleine Kerl, der sechs zu eins durchhält! Er wächst sogar Zusehends, und sein Rückengefieder zeigt schon einen chwachen Schimmer seiner künftigen Pracht. Und mit der zunehmenden Größe scheint auch die Selbstbehauptung sich zu festigen. Im Stall, wo allabend- ich eine toste Hetzjagd hinter ihm her tobte, und er sich schließlich ein bescheidenes Schlafplätzchen xu ebener Erde suchen mußte, behauptet er jetzt chon seinen Sitz auf der Stange. Er wandelt sich zu seinem Vorteil, der Geächtete. Er wird kecker und dreister. Und als er gestern ylotzlich den Hals krampfhaft nach vorn reckte und 3en Schnabel öffnete, hätte ich ihm helfen mögen > Dor Freude. Aber der sieghafte "Hahnenschrei blieb noch aus. Immerhin, der Versuch ist gemacht! Und eines Tages wird den erschreckenden „Damen" sein herrisches „Kikeriki" entgegenschallen! Seine Selbst- Behauptung wird sich zum Selbstbewußtsein steigern, und er wird sich Mann fühlen. Dann könnte ?r den Unverträglichen ihre Bosheit vergelten, denke ch, obschon ich selbst nicht an so etwas glaube. Er roirb vielmehr den Kavalier spielen und mit den Schnöden schöntun. So sind die Männer !> Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Volkstümlicher Vortrag der Ludwigs-Universität: 20.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- rvigstraße 34, Professor Dr. Glöckner über „Einführung in die Aesthetik der bildenden Künste" Zweiter Teil: Zeichnung und Malerei). — Stadt- thcater: 19.30 bis 22 Uhr „Trockenkursus". — Glo- ria-Palast, Seltersweg: „Tip auf Amalia". — Licht- Fpielhaus, Bahnhofstraße: „Diener lassen bitten"; Gastspiel russischer Künstler „Feuervogel". Sladtthealer Gießen. Am heutigen Mittwoch letzte Wiederholung von .Trockenkursus", Schi-Lustspiel von Kurt Bortfeld. Spielleitung: Hans Geißler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 32. und letzte Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. konzerkgemeinschaft blinder Künstler „ Südwestdeukschland". Blinde Künstler veranstalten am morgigen Donnerstag, 20. Juni, in der Aula der Universität ein Konzert. Die Dvrtragsfolge wird bestritten von Maria Kujawa, Wiesbaden (Sopran), und Otto Schneider, Heidelberg (Klavier). Die Sängerin singt Lieder von Schubert, Reger und Trunk. Otto Schneider spielt eine Sonate von Mozart und bringt dann Werke von Chopin und Liszt. Blinde Künstler rool- •en zur Verbreitung deutschen Kulturgutes beitragen, anb so haben sie es sich zur ernsten Aufgabe ge- I Nackt, ihre Zuhörer am inneren Erleben guter t Musik teilnehmen zu lassem________. wie der Bera, und so blieben sie. Sibylle bekam eine Koje im großen Schlafsaal angewiesen, und Joachim freundete sich mit seinen Leidensgenossen an, die griff nach Schmetterlingen uni gleich ihm die Nacht auf Liegestühlen verbringen nach Miesmuscheln und Tang, sollten. 1 (Fortsetzung | MM- sS 8 gtO ü." & 3 G 0S h Z ■ 8 Hl Mi «in kl M M: ki El M Mi b on e M) litt B ii: MsU pro M liof *i)ö E kh ett t kl * Ü t w D |0 5( W Ur lurd Zl title Hl l-°s ö ietli jrilf kn Si iot. V kt Itoi kihi fit K. na W iil. n Bi tot Ji kni 3 Sri 2- SS?" «ä'a,§-»sa.8-^ä üs'L ? Z ® g _ „ PnLüBm’ -«3' S*f B •H' a W* 3 3’cf)§ ** 9* »* c H 3> 8 £- V O‘2-Äi:a 8 ‘E. 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