Dienstag, 19. März (940 9V. Jahrgang Ur. 67 Erscheint täglich, anher sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Lietzener Familienblätter öeimatimBild DieScholle Nonats-Bezugsvreis: Nit 4 Beilagen.RM.1.93 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... ,, 7*25 Luch bei Nichterscheinen non einzelnen Nummern »folge höherer Gewalt Kernsvrechanfchluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Vostscheck11686Frankf./M. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/oUhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse Mengenstaft'elö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Ermäßigte Grundpreise Baderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen rs««»* Shetland-)”-. STROMNEßJ 8 BEI Gif 'ORKNEY- = INSELN: Dtutrdies Rcirh J(cuwTlov»<-^v£ ^Orkng- ©er Stoß ins Wespennest. Wenn man zurückblickend noch einmal die kümmerlichen Versuche Englands, die fürchterliche Schlappe von Scapa Flow zu vertuschen, an seinem inneren Auge Revue passieren läßt, so fällt vor allem eins auf: Die völlige Geistlosigkeit und Tölpelhaftigkeit der britischen Lügenfabrikanten. Geschickt zu lügen, haben die Engländer vollkommen verlernt. Da hat C h u r ch i l l noch vor kurzem im Unterhaus öffentlich und ohne Einschränkung erklärt, die Bucht von Scapa Flow sei „für die Flotte jetzt wieder sicher" — und 14 Tage später muß er selber zugeben, daß deutsche Flieger sechs der kostbaren Schiffe seiner home fleet bomb ar* nur durch die Indiskretion zweier Blätter, daß an der Abstimmung über die mühsam zurechtredigierte Kompromißformel nicht weniger als 5 5 Senatoren nicht teilnahmen! So also sieht das „einstimmige Vertrauen" aus, das dem Lande auf der Regierungsmaschinerie Daladiers vorgetäuscht wird. Fragt sich, ob die Kammer in ihrer heutigen Geheimsitzung sich für solche Manöver ebenfalls einfangen läßt. Keine ungetrübte Freude. Genf, 19. März. (Europapreß.) „Le Nouvelliste de Lyon" schreibt über das wirtschaftliche Verhältnis zwischen Frankreich und England recht offen: „Eine enge französischbritische Vereinigung", so sagte das Blatt, „ist zwar wünschenswert, aber sie kann für beide Nationen nur von Nutzen sein, wenn beide über die gleichen Mittel verfügen, und nicht die eine Nation auf Kosten der anderen Geschäfte macht. Im letzteren Falle würde das nämlich nur auf einen Schwindel hinauslaufen, wenn der eine Verbündete allen Nutzen hätte und der andere nur den kläglichen Trost, die Stellung des anderen zu verstärken. Bei uns sind alle am Export teilneh- menden Unternehmen von Arbeitskräften und Rohmaterial entblößt, in England dagegen hat die» Oie Begegnung auf dem Brenner. Aussprache zwischen Führer und Duce im Geiste herzlicher Freundschaft. engen vertrauensvollen Zusammenarbeit diente auch die Zusammenkunft auf dem Brenner, die überall in der Welt jene Beachtung gefunden hat, die ihr zukommt. Lebhaftes Meresse in aller Wett „Koordination"FrankreichsZaubersorme1 ’fARTH 9 5 — HOUSE KIRKWALL—= FLOHE Probleme zu schaffen und die Einzelausführung den Fachministern zu übertragen, die damit tatsächlich dem engeren Kriegskabinett nachgeordnet würden. Auch die Frage der größeren oder geringeren Mitbeteiligung des Parlamentes gehört in diesem Zusammenhang. Der deutsche Leser wird leicht bemerken, daß sich die französischen Bemühungen um technisch-mechanische Einzelheiten der Ministerial- verfassung drehen, die das Grundproblem nicht anpacken: Volk und Staat mit allen ihren Organen einheitlich auszurichten. „Einstimmiges Vertrauen." Die Technik der Geheimsitzungen in Kammer und Senat ermöglicht es der Regierung Daladier, das französische Volk über die Haltung der Abgeordneten und Senatoren weitgehend zu täuschen. Nach dem Bericht der halbamtlichen französischen Nachrichtenagentur hat der Senat in seiner Geheim- sitzung dem französischen Ministerpräsidenten „einstimmig" das Vertrauen ausgesprochen. Der französische Zeitungsleser wird dabei von Regie- rungs wegen doppelt belogen. Erstens weiß er nicht, daß im Senat eine klare, eindeutige Vertrauensformel ohne alle Umschreibungen und Bedingungen gar nicht zuftandekam. Zweitens erfährt er dann Bekümmerte Fragen der dritlfchen presse. A m st e r d e m , 19. März. (DNB. Funkspruch.) Der große deutsche Luftangriff auf Scapa Flow hat in den Londoner Zeitungen große Erregung ausgelöst. Trotzdem Churchill nach bekannter Manier die deutschen Erfolge zu verkleinern sucht, kommt in der Presse deutlich die schwere Sorge zum Ausdruck, die der überraschende und glänzende Vorstoß in der gesamten britischen Oeffentlichkeit her- voraerufen hat. Vor allem ärgert man sich maßlos darüber, daß die britische Luftabwehr völlig versagt hat. So schreibt der „Daily Telegraph", der Angriff habe ergeben, daß die Der- teidiauna von Scapa Flow mangelhaft sei. „Daily Expreß" sagt, der deutsche Angriff sei eine Warnung für England, die deutsche Luftwaffe und die Tapferkeit ihrer Piloten nicht zu Am Brenner, 18. März. (DBB.) Der F üh- e r und der Duce hatten Montag morgen am Brenner im Salonwagen des Duce eine lnterredung von zweieinhalb Sinnen, die in herzlich st em Gei sie verlief, lei der Unterredung waren Reichsaußenminister ton Ribbentrop und der italienische Auhen- niniffer Graf Ciano zugegen. Die Begleitung des Führers hielt sich während 'er Besprechungen mit dem Gefolge des Duce und em deutschen Botschafter in Rom, von Wacken- | I Der Schlag gegen Englands Flotte ffHOTTlAND w&j'forbsfL. htlgolaid HMlDüf'g MOtWOi Sfcze? Lont!Sn itaiais ySsXuniikr. 'liverpooi * WW HM Ms Spähtrupp im Niemandsland. Mobilmachung die Techniker und Unternehmer nicht herangezogen." Das Blatt meint, daß diese ganze Situation eine große Enttäuschung sei. Herr Halifax irrt. Die Tschechen haben genug von westlichen Versprechungen. Prag, 18. März. (DNB.) Angesichts des finnisch-russischen Friedensvertrages wird es kein neutrales Volk mehr geben, das nicht bei ./Sicherheitsangeboten" der Westmächte von Angst und Panik befallen werden würde. Aus dieser Erkenntnis heraus muß auch das Angebot des Herrn Halifax erstaunen, der sich am Jahrestag der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren wieder dem tschechischen Volk die „Selbständig- keit" garantieren will, demselben Volk, das die Westmächte vor gar nicht so langer Zeit im Stich gelassen haben. Es zeugt von einer grenzenlosen Unkenntnis der Lage im böhmischen Raum, wenn das Foreign Office noch heute solche Mittel zur Propaganda seiner Interessen verwenden möchte. Die Betroffenen scheinen allerdings dafür wenig Verständnis zu zeigen. So sagt das Prager „Ceske Slowo": ,Lord Halifax irrt, wie alle jene westlichen Staatsmänner geirrt haben, die glaubten, sich um unser Volk um jeden Preis kümmern zu müssen. Gott bewahre die Tschechen davor! Mr haben unsere Erfahrungen gemacht und wissen, daß wir uns allein um uns kümmern müssen. Auf die Versprechungen des Westens wollen wir lieber verzichten." Die „Lidove Li st y" schreiben: „Unsere Antwort auf die Erklärungen des Herrn Halifax ist kurz und bündig., Der Verrat der Westmächte vom Jahre 1938 an uns kann nie vergessen werden, und diese Erfahrung gilt für alle Zeiten. Eine ähnliche Erfahrung machten nach uns die Polen und die Finnen; wir haben genug davo n." Ein Pamphlet. In der französischen Provinzstadt Angers sitzt ein Häuflein ehemaliger polnischer Machthaber, das sich als polnische Regierung" bezeichnen läßt. Zu „regieren'7 hat aber diese Clique nichts mehr. Die Leute in Angers haben auch sonst in keiner Weise den Beweis geliefert, daß sie für ihr Volk etwas geleistet hätten. Als sie Polen als Deserteure verließen, war das Land unter ihrer Unfähigkeit militärisch zusammengebrochen und wirtschaftlich und kulturell in einem trostlosen Zustande. Mit welchem Recht sich diese Bankerotteure als „Regierung" bezeichnen lassen, ist schleierhaft. Um ein Zeichen ihres Daseins zu liefern, haben die polnischen Emigranten in Angers ein Pamphlet zusammengestellt, das sie der Weltöffentlichkeit als „Weißbuch" empfehlen möchten. Sein Inhalt ist genau so verlogen wie die ganze polnische Politik gewesen ist. Diese Leute haben mitgeholfen oder waren maßgebend beteiligt, als 1,5 Millionen Deutscher aus dem Osten vertrieben und ihres Eigentums beraubt wurden. Sie haben der Ermordung von 58 000 Volksdeutschen in den Septembertagen zugesehen und Vorschub geleistet. Die Vernichtung von über einer Million Ukrainer geht ebenfalls auf ihr Sündenkonto. Es ist nach alledem unglaublich, daß eine solche Clique von Hasar- teuren es überhaupt wagen darf, vor die Oefsent- lichkeit zu treten. Der Inhalt ihres Pamphlets ist denn auch jämmerlich genug. Neu ist vielleicht die Erfindung, daß Deutschland durch das Abkommen von 1934 eine Grenzgarantie für Polen übernommen habe. Daß auch diese Behauptung Unsinn ist, geht ja schon allein aus dem Wortlaut der Verträge hervor. Im übrigen bemüht sich das polnische Pamphlet, die englische Regierung zu unterstützen, indem es erklärt, Polen habe seine halsbrecherische Politik gegen Deutschland aus eigenem Entschluß getrieben. Diese Behauptung steht mit den Tatsachen und den geschichtlichen Daten in schreiendem Widerspruch. Aber sie zeigt, in wessen Auftrag die Emigranten von Angers tätig sind. Oer Wehrmachisbericht. Berlin, 18. Därz. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „hart ostwärts der Mosel und im Grenzgebiet südlich Zweibrücken wurden feindliche Spähtrupps unter Verlusten für den Gegner abgewiesen und dabei mehrere Gefangene gemacht. Die beiderseitige Artlllerietätigkeit war etwas lebhafter als an den Vorlagen. Die Luftwaffe setzte die Aufklärung gegen Frankreich und Großbritannien fort. An der schottischen Ostküste wurden feindliche bewaffnete Handelsschiffe und vorposlenboole angegriffen. Ein Vorpostenboot wurde versenkt." * P. K. Eine unübersichtliche Gegend ist es hier südwestlich von Zweibrücken. Wenig Dörfer, weite Wälder, tief eingeschnitiene Mulden und Steilhänae. Der Spähtrupp tastet sich ins Niemandsland hinaus. Starkes Unterholz läßt den Trupp nur langsam vorwärtskommen. Eine Gewchrfalve fnotiert, Maschi nengewehraarben fegen in die Rechen des Spähtrupps. In der Nacht hat sich der Gegner hier auf die Lauer gelegt, um im Morgengrauen den deutschen Spähtrupp beim Vorgehen abzufangen. Rumäniens Neutralität. Bukarest, 19. März. (Europapreß.) Der rumänische Außenminister Gafencu sprach im Senat über die Grundlinien der rumänischen Politik. Rumänien sei entschlossen, in der striktesten Neutralität zu bleiben und gute Beziehungen zu allen Staaten zu entwickeln. Auch auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Auslande habe sich Rumänien bemüht, seine Neu- tralität und seine vollständige Unabhängigkeit an den Tag zu legen. Die Wirtschaftspolitik Rumäniens fei von der Sorge beherrscht, die notwendigen Heeresausrüstungen zu beschaffen und die Versorgung der nationalen Wirtschaft mit Rohstoffen sicherzustellen. Rumänien sei überzeugt, daß es durch loyale Unparteilichkeit seine eigene Stellung verstärkt und dem allgemeinen Interesse gedient habe. Oie bulgarische Außenpolitik. Sofia,19. März. (DNB.) Die Blätter veröffent- tichen Erklärungen des bulgarischen Ministerpräsidenten F i l o f f über die Außenpolitik Bulgariens. Bulgarien habe nicht die Absicht, die Schwierigkeiten eines Nachbarstaates zur Entscheidung bulgarischer Ansprüche auszunutzen, weil es allem eine friedliche Lösung seiner revisionistischen Forderungen ersehne. Bei der heutigen Lage sei der Friede das Kostbarste, und dieser könne allein durch die Politik der Freundschaft gegenüber allen Staaten und durch die Unterstützung der Neutralität erreicht werden. Bulgarien sei neutral und wünsche es auch zu bleiben. Es sei deshalb auch entschlossen, keinerlei neue Verpflichtung gen oder Bindungen einzugehen. Bulgariens Beziehungen zu den Dalkanländern hätten eine bedeutende Besserung erfahren. Flloff erwähnte den Pakt mit Jugoslawien, die Verständigung mit der Türkei und fügte hinzu, daß sich auch die Beziehungen zu Rumänien sehr gebessert hätten. Augenblicklich sei Bulgarien bemüht, das Verhältnis zu Griechenland zu besierru Die Beziehungen zur Sowjetunion würden durch die wirt- schasttichen Beziehungen charakterisiert. Die Be- ziehungen zu Deutschland und Italien seien die besten. Mit Deutschland verbinde es seit jeher weitverzweigte Handelsbeziehungen, die sich auch jetzt entwickelten. Bulgarien tue alles, um sich vom Kriege fernzuhalten. Es sei aber genügend vorbereitet, seine Unabhängigkeit und Freiheit gegen jeden Angriff zu verteidigen. Dom Feind selbst ist nichts zu sehen. Also auf die Mündungsfeuer gezielt. Höchstens 25 Meter beträgt der Abstand. Der Leutnant richtet sich für einen Augenblick auf, zieht eine Handgranate ab und schleudert sie ins Dickicht. Darauf hat der Trupp nur gewartet. „Sprungauf! Marsch, marsch!" Vergebens versucht sich der Gegner festzubeißen, er muß weichen. Schritt für Schritt zieht er sich kämpfend zurück. Mit einem Male ist ter Wald zu Ende. Der Feind muß a u die offene Lichtung hinaus. Darauf haben unsere Männer gewartet. Schon hämmern unsere MG.s. Rechts, abseits gestaffelt, hat ein Schütze das MG. über das Knie gelegt und feuert wild in die 60 und mehr Franzosen. Noch einmal versucht der Gegner, den Rückzug zum Stehen zu bringen. Ein feindliches MG. soll in Stellung gebracht werten, aber schon knallt ein bayerischer Unteroffizier mit ter Maschinenpistole den Mann am MG. ab. Die Schießerei hat deutsche Kameraden herbeige- holt. Ein anderer Spähtrupp, ter auch im Niemandsland unterwegs war, hat den flüchtenden Feind umgangen und packt ihn von ter linken Flanke. Fünf Tote fallen in unsere Hand, sechs Verwundete und zwei Unverletzte müssen den Weg in die Gefangenschaft antreten. Ausgesuchte Männer der Kolonialinfanterie, die zu diesem Unternehmen zusammengezogen waren. Kurt Mittelmann. Dänische Abfuhr für Churchill. Kopenhagen, 18.März. (Europapreß.) Der Chef des dänischen Sicherheitswesens, S t r o e b e ch, hat dem Ersten Lord der britischen Admiralität, Winston Churchill, eine entschiedene Abfuhr erteilt auf die Versuche, Angehörige neutraler Staaten in das gegen Deutschland gerichtete englische Spionagegesetz einzubauen. Churchill hatte bekanntgeben lassen, daß jede Mitteilung über Bewegungen deutscher Kriegs- schiffe, ganz gleich von welchen zivilen Stellen sie käme, mit tausend Pfund Sterling bezahlt werde, falls sie dazu angetan sei, den Erfolg einer Seekriegshandlung zu garantieren. Stroebach gab zu verstehen, daß jeder Däne, der der englischen Aufforderung entspreche, wegen Spionage für eine fremde Macht verurteilt werde. Laut Gesetz dürften in Dänemark die Bewegungen fremder Schiffe nicht bekanntgegeben werden, weder für Dänemark selbst, noch für das Ausland. Wer das dennoch tue, werde zur Verantwortung gezogen, und jede englische Belohnung webte sofort beschlagnahmt werden. Kleine politische Nachrichten. Der deutsche Botschafter in Moskau Graf von der Schulenburg veranstaltete einen Empfang zu Ehren des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare und Außenministers Molotow. An dem Empfang nahmen ferner teil beiden stellvertretenden Außenkommissare D e k n n v s o w und Losowski. ♦ Der ungarische Ministerpräsident Graf le» leki begibt sich für die Osterfeiertage mit seiner Frau nach T r i e st, um dort Verwandte zu besuchen. Der Ministerpräsident wird während der Osterfeiertage auch mit Mussolini Zusammentreffen. • Die finnischen Minister Passtkivi, Volon« m a a und Hakkarainen sind mit dem Flugzeug in Stockhol m eingetroffen. Der Weiterflug n a ch M o s k a u, wo die Ratifikationsurkunden zum Friedensvertrag ausgetaucht werden und Vorbesprechungen über den Beginn von Handelsvertragsverhandlungen stattfinden sollen, erfolgt am Dienstag. * In Kapstadt ist der Oberkommandierende der englischen Streitkräfte im Nahen Osten, General W a v e l l, zu einer Aussprache mit den Militärbehörden der Südafrikanischen Union eingetroffen. Er wird auf der Rückreise Bulawayo in Süd« rhodesien und Kairo berühren. Im Anschluß an die Leistungskämpfe der deutschen Studentenschaft, die seit Jahren im Rahmen des Reichsberufswettkampfes aller schaffenden Deutschen durchgesührt wurden, hat der Reichsstudentenführer den Studenten - Wissenschafts, e i n s a tz gegen die Feindstaaten zum studentischen Kriegsleistungskampf erklärt. Das Orchester der Frankfurter Oper gab unter Leitung seines Dirigenten Konwitschny in der bulgarischen Hauptstadt ein großes Symphonie- Konzert zugunsten der bulgarischen Armen. Das Konzert brachte dem Orchester vor vollem Hause einen großen Erfolg. Aus aller Welt. Zwei Volksschädlinge hingerichlel. Am 16. März ist der 1890 in Willkassen, Kreis Lätzen, geborene Heinrich Michalowski hinge- richtet worden, den das Sondergericht Königsberg als Volksschädling zum Tode verurteilt hatte. Micha- lowski, ein asozialer Mensch, der schon 26 mal oorbeftraft ist, mißbrauchte die Hilfsbereitschaft der Ehefrau eines zum Heeresdienst Eingezogenen zu schweren Betrügereien, gab sich dabei als Hilfs- bedürftiger Polenflüchtling aus und erweckte bewußt den Anschein, als ob die Flüchtlinge keine staatliche Unterstützung erhielten, sondern aufs Betteln ange- wiesen seien. Ferner ist der am 24. November 1895 in Grünfließ (Kreis Neidenburg) geborene Gustaf Pörschke hingerichtet worden, den das Sondergericht Königsberg als Volksschädling und Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat. Pörschke, ein schwervorbestrafterGewohnheitsver. brecher, der im Oktober 1939 aus der Strafhaft entwichen war, verübte dann unter Ausnutzung der Kriegsverhältnisse 32 Einbrüche. Bei einer ihm drohenden Festnahme schoß er auf seine Verfolger. Dieder Kölle in Schweden. Die plötzliche Kälte, von ter Schweden wieder heimgesucht wird, hat erneut zur Einstellung des Schiffsverkehrs zwischen Schweden und Dänemark geführt. Weder zwischen Malmö und Kopenhagen noch zwischen Helsingför und Helsingborg konnten die Fährdampfer wegen der starken Eisbildung aus- laufen. In der Nähe von Stockholm wurden in der Nacht zum Montag wieder minus 25 Grog gemessen. Auf offener See geht der Schiffsverkehr nur mit dem Einsatz von Eisbrechern vor fkb. Ver- schiedene ohne Eisbrecherbegleitung ausgelaufene Dampfer fitzen im Eise fest. Der Bottnische Meer- busen ist im Norden noch immer zugefroren, so daß der Verkehr zwischen Schweden und Finnland hier durch Autos über das Eis aufrechterhalten werten kann. Flugzeugunglück in Unkerilallen. Ein Passagierflugzeug der Linie Rom — Trip o. l i s ist nach dem Abflug von Catania auf Sizilien infolge dichten Nebels bei den Aeolischen Inseln vom Kurs abgekommen und an einer Felswand der Insel Stromboli zerschellt. Zehn Fahrgäste und die Besatzung des Flugzeugs fanden dabei den Tod. Unter den Fluggästen, die sich Haupt- ächlich aus Flieger- und Jnfanterieoffizieren zusam- nenfetzten, befand sich auch die bekannte Schrift- tellerin und Mitarbeiterin vieler italienischer Zeitungen, Maria Volpi. Vor Erkältung schützen Bei Husten nützen mehrmals täglich schon in Oas Oster-Zeugnis. Von Hans-Horst Brachvogel. Alles stürzte in den Gängen des Schulhauses durcheinander, griff nach den Mützen und strebte lustig den Ausgängen zu. Jürgen ließ sich willig mitziehen. Aber er hatte Sorgen. Zwar hatten in dieser Minute die Ferien begonnen und sein Zeugnis bestätigte seine Versetzung, aber es hatte eine böse Bemerkung über Bedenken, die man bei der Versetzung gehabt habe und die man im Hinblick auf das kommende Schuljahr nicht verschweigen wolle. Das war nicht schön, Jürgen liebte Sorgen gar nickt. Er war immer bemüht, sich sein junges Leben so angenehm und heiter wie möglich zu ge- stalten; jetzt kam dies, und dann würden die — leider berechtigten Worte seines Vaters kommen, und feine Mutter würde dabei ganz still werden, was noch viel schlimmer war, als wenn sie schalt, aber sie wurde nur immer still und traurig ... und die ganzen Ferien über würde er sich schuldig fühlen. Jürgen hatte keine Eile, nach Hause zu kommen. Dahin kam er heute noch früh genug. Erst begleitete er seine Freunde, dann prüfte er, was es in den Schaufenstern an schönen Dingen gab, anschließend begutachtete er einen Verkehrsunfall, und schließlich traf er Gerd, dem er feine Sorgen offenbarte und der ihm oorschlug, sein Zeugnis erst am Ferienende zum Unterschreiben zu geben. Jürgen dachte nach. „Nein", meinte er. „Besser, es bald hinter sich zu haben." Nach diesem Entschluß hatte er es plötzlich eilig. Als er nach Hause kam, saßen seine EUern schon bei Tisch. „Wo warst du so lange?" fragte sein Vater freundlich. „Komm, iß erst. Versetzt bist du selbstverständlich?" „Ja", sagte Jürgen leise und fügte vorbereitend hinzu: „Aber so selbstverständlich war es nicht." Sein Vater sah ihn überrascht an. „Nein", erklärte Jürgen kleinlaut. „Weißt du, ich hatte sv viel Pech. Gerade dann, wenn ich mal nicht so gut gelernt hatte, kam ich immer ran ... es war wirklich Pech!" Er blickte auf seinen Teller. Niemand antwortete. Vorsichtig hob er die Augen. Ein Löffel klirrte, dann war es wieder ganz still. ,Zch hätte mir vielleicht auch etwas mehr Mühe geben können", sagte er unsicher und wartete. Keine Antwort. Dies Schweigen war fürchterlich. Jürgen rutschte unbehaglich auf seinem Stuhl hin und her. „Ißt du denn nicht?" fragte seine Mutter besorgt. Er beugte sich über seinen Teller. »Drei von uns sind sitzengeblkten*, sagte er barnu „Hatten auch Pech?" fragte fein Vater lächelnd. Jürgen überlegte. „Nun, Jürgen?" „Ein wenig, aber ... aber sie hatten auch selbst etwas schuld. Sie hätten sich mehr anstrengen können." „Also kein Pech, sondern Faulheit?" „Ja —" gestand Jürgen ein. „Und — ja, ich hätte sicher auch etwas mehr tun können. Aber ntan denkt doch nicht immer so weit." Er sah seinen Vater flehend an. Wenn er nur ein wenig Verständnis hätte. Er war wundervoll, nur in solchen Dingen konnte er so kühl werden. Und wenn er so wenig sprach wie jetzt, war es verdächtig. Hilfesuchend blickte Jürgen zu seiner Mutter. Sie nahm ihn doch sonst immer in Schutz. Jetzt schien sie ihn gar nicht zu sehen. „Na —" sagte Jürgen plötzlich sehr kühn und trotzig. „Hauptsache, ist bin versetzt!" So dachte er. Jetzt wissen sie's. Was bedeutet denn schon diese lächerliche Fußnote! Mutig stürzte er sich erneut aufs Essen und wünschte sich sehnsüchtig, erst draußen zu sein. Aber weshalb sagten sie nichts? Weshalb sahen sie ihn so merkwürdig an? Er konnte aus ihrem Gesichtsausdruck nicht klug werden. Mit einem Male lachte sein Vater laut. Er lachte. „Da bist du wohl sehr stolz?" fragte er. „Nun, der Osterhase und ich, wir werden deinen Fleiß belohnen. Was wünschst du dir denn als Belohnung?" Was war das? Hatte er alles falsch verstanden? Der Vater sah so zufrieden aus und sprach von Belohnung? Und wenn er jetzt die Bemerkung sah — dann waren Zorn und Enttäuschung' doch noch größer! „Hol mal das Zeugnis, Jürgen", sagte er heiter. Jürgen sprang auf. Er blieb stehen. Ein wenig hilflos klammerte er sich an der Stuhllehne fest, trat von einem Fuß auf den anderen und stammelte: „Und nächstes Jahr, Vater, werde ich — bestimmt — dann — kein Pech mehr ..." „Die Hauptsache, Jürgen, ist wohl die Versetzung. Alles andere ist doch Nebensache, nicht? Hol mal das Zeugnis, ich will es gleich unterschreiben." Jürgen sah ihn verzweifelt an. Langsam schritt er zur Tür und in sein Zimmer. Er kramte sehr lange. Er wußte genau, wo er das Zeugnis hingelegt hatte, aber er suchte es überall, um Zeit zu gewinnen. Bis feine Mutter kam und rief, er solle sich beeilen, Vater warte. Da ging er zurück, ging mit zögernden, staksenden Schritten, mit Sorgenfalten auf der glatten Knabenstirn und mit einem unglücklichen Zug um den sonst so trotzigen Mund quer durch das Zimmer zu seinem Vater und reichte ihm das Blatt. Wenn es nur erst oych-j wär«, dachte Sein Vater nahm es, sah es flüchtig an, unterschrieb und gab es zurück. Aber — dachte Jürgen. Aber — er kann es doch noch gar nicht gelesen haben. Und er muß es lesen. Es wäre nicht richtig,' cs ihn einfach übersehen zu lassen ... Er blickte zu Boden und stotterte ein paar unbeholfene Worte: „Die Bemerkung, Vater", sagte er. „Es ist ... es wird ..." Er wußte nicht weiter, hielt den Kopf gesenkt und wartete. Nach einer Weile blickte er ängstlich auf. Sein Vater stand am Fenster, mit dem Rücken zum Zimmer, und feine Schultern zuckten verdäch- tig. Langsam wandte er sich um und ging zur Tür. Auf halbem Weg blieb er einen Augenblick stehen, legte Jürgen die Hand auf die Schulter und sagte lächelnd und gang nebenbei: „Heute früh sprach ich übrigens mit deinem Klassenlehrer, Jür- gen. Was ich Dir daraufhin sagen wollte, hast du nun selbst schon gesagt. Wir verstehen uns gut, wir beide." Jürgen war allein. Er starrte auf die Tür, hielt sein Zeugnis in den Händen, und die Augenwinkel waren feucht. Er wußte nicht, ob er glücklich oder beschämt sein sollte. Er wußte nur, daß sein Vater wundervoll war und, daß es wundervoll sein müßte, ihm Freude zu bereiten. »Oie fremde Frau.^ Der selbstsichere und manchmal etwas gewalttätige finnische Reeder Hanno Kohlemainen hat sich erst auf mancherlei Umwegen davon überzeugen lassen müssen, daß die um zwanzig Jahre jüngere blonde Deutsche Anne nicht zu ihm gehören kann. Es schien zwar so, als habe er sie rasch und für immer gewonnen, aber als ihn Anne näher kennenlernte, ihn sah, wie er sich in seinem Lebenskreis bewegte, innerhalb dessen sie eine Fremde war, da entzog sie sich ihm durch die Flucht auf einen Frachtdampfer, der gerate nach Deutschland auszulaufen im Begriff war. Aber der Zufall will es, daß er sie wieterfindet, denn der Frachter friert auf See ein und liegt fest. Anne gehört aber nicht mehr zu ihm. Der junge Steuermann Nils hat es ihr angetan. Den Reeder trifft nun nicht nur der Verlust der geliebten Frau, sondern hinzu kommt noch die Trauer um seinen eigenen Sohn, um den Sohn der auf feinem Gute dienenden Magd Jouka, der als Schiffsjunge auf dem Frachter Diente, verunglückte und starb. Durch das Kind, dessen Leiche er in tagelangen Märschen über das Eis an Land zurückbringt, findet der Reeder wieder zurück in seinen ureigenen Lebenskreis, während Anne dem jüngeren Manne folgt. S>ie Hanteung. reich -q ehret umvArlygllchey Dramatik, ist dem Roman von Hans Heise „3n Kemi liegt Das Hochzeitskleid" entnommen. Regie führte Roger v o n N o r m a n. Der Film führt nach Finnland, in die Bereiche des nördlichen Meeres, macht einen Frachtdampfer in feinen engen Begrenzungen zum Schauplatz Der Ereignisse und stellt damit auch Die Menschen in einen engen Rahmen. Die Art der Darstellung trägt dazu bei, die Krisen Doppelt fühlbar werden zu lassen. Uebermächtig steht Der Staatsschauspieler Eugen Klöpfer im Kreis der handelnden Personen. Unheimlich erscheint er jetzt und im nächsten Augenblick von rührender Menschlichkeit, hingerissen sieht man ihn im Tanz mit seinen Landsleuten und dann wieder hilflos vor der Zartheit Des fremden Menschenkindes Anne, energisch steht er inmitten Der rauhen Seeleute auf dem Frachter, und dann spricht ihm wie- der aus dem Gesicht und aus jeder Bewegung die Trauer um Den eben gefundenen und so rasch wieder verlorenen Svhn. Neben einem Darsteller von solcher Ausdruckskraft hatte es Elisabeth Reich nicht leicht, sich gültig zu behaupten. In ihrer übergroßen Sparsamkeit der Geste erscheint sie manch- mal etwas zu unbewegt, fast kühl. Sympathisch sind Kmtt F isch er-Fehling als Steuermann Nils und Werner Lippert als Schiffsjunge, Dem für fein Alter eine fast zu schwere Aufgabe gestellt war. Der Terra-Film wird feit gestern im Gloria-Palast gezeigt. Heinrich Ludwig Neuner. Zeitschriften. — Mit einem Aufsatz „Die Antike in Der goti- $en ötatuarrf des 13. Jahrhunderts" wird das Marzheft der Kunst" (Verlag F. Bruckmann-Mün- chen) eröffnet. Drei Statuen, in denen das Heilige durch antikifch verklärte, gotisch vergeistigte Schönheit eine Verwirklichung gefunden hat, werden gegenubergestellt, die national bedingten Merkmale gßjßigt. Herbert Griebitzsch würdigt das plastische Schaffen von Anton Hiller. Zur Bilderzählung als Stilleben gibt Ulrich Christoffel einige Bilder der Genre- und Jnteneurmalerei. „Den Maler Der Welt Des JhnDes nennt Dr. Wera v. Blankenburg Otto Herbig. Wie Herbig Die Kinder inmitten ihrer eigenften Welt mit starker Empfindung malt, tritt uns m seinen Bildern entgegen. Das Heft bringt im srneiten Teil Wohnhausbauten der Architekten Ostler - Garmisch und Denzinger - Stuttgart und Innenausstattungen Des Architekten Ernst Wolf- Stuttgart Die Haustüre, wie sie sein soll und wie sie nicht sein soll, verdeutlicht Max Schoen an Bild- bespielen, »lumenfrüge, Vasen und Obstschüsseln ^5L„^ohelandschule, sowie Bildteppiche von Edith Magdeburg, zeugen oon starker srmWerWaA ripo- Sizilien In Dom wand Zehn fanden Haupt- zufain- Schrift' ?r Zei- Mnbeii Gewalt. >ke, ein sv er, ^rafhast Mg der ?r ihm ’lfiet. ' Krejz . ymgei o mal ütschaft Irenen {Hilfs, bewuß, aatlidje l ange. -r 1895 wieder nfl de; nemart nhagen konnten säusln der @ra$ verkehr h. An lochne Meer- so dah ib hier rhaiten ise > Regit >rt nach Dleem en Bend stellt lahmem ! Krisen mächtig ;er iin rrschemi hrender n Tanz hilflos nkindes >n See« im wie- nnfl di« sch wip ler von Reich »r über' mlwch ilch f"? in >,m p ,llt war- ^.Palast itiner. Igelt erinnern werden. Lieder und GedichtvortrSge in vaterländischem Geiste umrahmten die würdige Tagungen der ölten Soldaten Feier. Hausen (Kreis Gießen), 18.März. Die Krie- 'kameradschaft Hausen hielt am Sams« Tag der Wehrmacht" - 24403 NM [, und i Mil- serer Stadt, aber auch ein Beweis für die herzliche Verbundenheit aller Volksgenossen mit der Wehrmacht unseres Standortes. Auch die Soldaten selbst haben sich eifrig an der Spende beteiligt. Entlassungsfeier in der Goetheschule. Aus -er Stadt Gießen Osterbräuche. wasser verleihen. Aber die Burschen des Dorfes sind neckluftig. Sie lauern den Mädchen auf und treiben allerhand Allotria, um sie zum Lachen und wendung. Die Bilanzsumme hat sich weiter kräftig, zwar von 2785,1 Millionen RM. aus 3205,6 lionen NM. erhöht. Besonders bemerkenswert ist die starke Zunahme der sonstigen Gläubiger und der Spareinlagen, die insgesamt um 476,3 Mil- lionen RM., d. h. um 25,6 v. H. gestiegen sind. Insgesamt unterhielt das Institut Ende 1939 Niederlassungen an 188 Plätzen; die Zahl der Depositenkassen beläuft sich aus 170. Der junge Mensch werde sich immer vor die Frage gestellt sehen: Sein oder scheinen? Echt oder unecht? Wahrhaftig oder unwahrhaftig? Und jeder Heranwachsende junge Mensch müsse sich mit diesen Fragen auseinandersetzen, sich nach besten Kräften zum Wahren und Guten entscheiden. Stolz müsse sich aber auch jeder junge Mensch in den Dienst der Ganzheit unserer Volksgemeinschaft stellen. Im weiteren Verlaufe der Feier widmete der Schulleiter, Lehrer K r a u s ch, den scheidenden Kinder eindringliche Worte, in denen er besonders die Gedanken der Kameradschaft und der Tapferkeit in den Vordergrund stellte. Nachdem er Den Kindern noch manchen beherzigenswerten Gedanken und beste Wünsche mit auf den Lebensweg gegeben hatte, wurde zur Verteilung der Gedenkblätter geschritten, die jedes Kind an feine Schul- Nach altem Volksglauben besitzen die ersten Sonnenstrahlen, die am Oftermorgen am Horizont er- scheinen, die Kraft, dem Wasser wunderbare Kräfte mitzuteilen. Wenn sie sich zitternd int murmelnden Bach spiegeln, ist der Augenblick gekommen, wo in manchen Gegenden die Mädchen schweigend gegen den Strom das Osterwasser in Kannen schöpfen, um sich mit ihm zu waschen. Blühende Gesundheit uno Schönheit soll das gewonnene Oster- Zahres-Hauptappell der Garde-Kameradschast Gießen. Kameradschafts führer Reichardt eröffnete den Appell am Sonntag im Hotel „Prinz Carl" mit einer Begrüßung der zahlreich erschienenen Kameraden. Zunächst gab er einen Rückblick auf das verlassene Vereinsjahr und sprach über die in dieser Zeit für unser Vaterland eingetretenen bedeutungsvollen Ereignisse. Der Kameradschastsführer gedachte dann der verstorbenen Kameraden, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Mit dem größten Bedauern machte er die Mitteilung, daß der Schriftführer, Kamerad Hoffmann, der 40 Jahre lang fein Amt mit seltener Pflichttreue verwaltet hat, aus Gesundheitsrücksichten fein Amt niederlegen mußte. Zum Nachfolger bestimmte der Kamerad- chaftsführer Kamerad Hottenbach. Sodann er« taktete Kamerad Kramer den Kassenbericht, der ein erfreuliches Ergebnis hatte. Die beantragte Entlastung wurde erteilt. Es folgte unter „Verschiedenes" u. a. eine Besprechung über das im April 1940 stattfindende 40jährige Stiftungsfest. Hierauf hielt Kamerad Oberft a. D. Kock, 4. G>R. z. F., einen fesselnden Vortrag. Insbesondere erwähnte der Redner, daß der Monat März im Zeitgeschellen eine bemerkenswerte Rolle gespielt hat, ebenso die Jahreszahl 40: 1140 Brandenburg, 1640 Großer Kurfürst, 1740 Friedrich der Große und 1940 mit seinen großen Ereignissen. Weiter wies er auf die Heldentaten der Garde im Weltkrieg hin, insbesondere auf die verlustreichen Angriffe im Jahre 1915. Reicher Beifall dankte dem Redner für feine markigen Ausführungen. Nach kurzer Aussprache schloß der Kameradschastsführer den anregenden und von echt kameradschaftlichem Geist getragenen Jahresappell mit dem Sieg-Heil auf den Führer. Generalappell der Marine-Kameradschast Gießen. Der „Tag der Wehrmacht", die große Schlacht unserer Soldaten und der soldatischen Organisationen in unserer Stadt für das Kriegswinterhilfswerk, hat ein sehr günstiges Ergebnis gebracht. Durch die Straßensammlung, das Cintopfeffen, die Vorführungen und sonstigen Veranstaltungen, sowie durch die beiden Bunten Abende im Stadttheater wurden insgesamt 24 403 Reichsmark aufgebracht. Das Ergebnis ist ein neuer großartige; Bäuerliche Bezugsund Absahgenossenschast Gießen. Alljährlich kurz vor der Frühjahrsbestellung kommen auch die hiesigen Bauern einmal zusammen. Im Hotel Hopfeld hielten sie diesmal die 5. ordentliche Jahresversammlung der Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft ab. Der Vorsitzende er- erstattete den Jahresbericht. Mitgliederstand und Warenumsatz sind im Berichtsjahr gestiegen. Der Gesamtumsatz betrug 25 500 RM., die Reserven 2000 RM., der Reingewinn 200 RM. Der Geschäftsbericht wurde mit den Berichten vergangener Jahre verglichen und wies eine günstige Entwicklung aus. Geschäftsführer North besprach dann geschäftliche Angelegenheiten. Insbesondere wies er daraufhin, daß in der heutigen Zeit jeder Leihsack zurückgegeben und das anfallende Bindegarn sorgfältig gesammelt werden muh. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Das ausscheidende Vorstandsmitglied Hennecken und das Äuffichtsratsmitglied Höchst wurden einstimmig wiedergewählt. Oberrevisor Hartmann dankte der Geschäftsleitung für die vorbildliche Arbeit und den Mitgliedern für ihre genossenschaftliche Treue. In seinem Schlußwort bat der Vorsitzende, auch in der gegenwärtigen ernsten Zeit treu zu ihrer Organisation zu stehen. Meisterprüfung in Gießen. Den zum Wehrdienst eingezogenen Hcmdwerkern, die die Meisterprüfung ablegen wollen, ist auf Grund einer Vereinbarung zwischen der Vertretung des deutschen Handwerks und dem Oberkommando der Wehrmacht Gelegenheit gegeben, sich der Meisterprüfung zu unterziehen. Von dieser Vergünstigung haben 15, und zwar 11 dem Maurerhandwerk und 4 dem Zimmererhandwerk angehörige Soldaten Gebrauch gemacht. Sie unterziehen sich zur Zeit im Haufe der Kreishandwerkerschaft Gießen vor dem Meisterprüfungsausschuß für das Baugewerbe in Oberhessen unter Vorsitz des Amtsvorstandes des Hessischen Hochbauamtes Gießen, Reg. - Baurat Kuhlmann, der Meisterprüfung. Die Prüfung dauert drei Tage. Dor Beginn der Prüfung fand eine bescheidene Eröffnungsfeier statt, zu der auch Kreisleiter Backhaus erschienen war. Hierbei wurde insbesondere hervoraehoben, wie gestern noch • zu Kriegsdiensten bereitstehende Soldaten des Fel- des heute zu friedensmäßigen Aufgaben, in der Heimat herangezogen werden, ganz im Sinne unseres Führers, der in weiser Voraussicht trotz des Krieges die Zukunftsaufgaben nicht verabsäumt haben möchte. Landkreis Gießen. )—( Rup pertsburg, 18.März. Nachts drang ein Raubtier in die Hühnerfarm des Landwirts Hermann Marx ein und biß 40 einjährigen Hühnern die Köpfe ab. Die toten Tiere laaen alle auf einem Haufen. Nur noch 10 Hühner des Bestandes sind am Leben. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 200 RM. Wirtschaft. Oer Abschluß der Dresdner Bank. Die Umsätze der Dresdner Dank im Geschäftsjahr 1939 sind im Vergleich zum Vorjahre — ohne die Umsätze auf Steuergutscheinkonten und der während des Berichtsjahres übernommenen sudetendeutfchen Filialen — weiter um 9 v. H. gestiegen. Die Zahl der Dresdner-Bank-Kunden hat sich um reichlich 10 v. H. auf 650 000 erhöht. An Krediten wurden von dem Institut 1241 Millionen RM., gegenüber 955 Millionen RM. im Vorjahre, neu bewilligt. Die Gewinn- und Verlufttechnuna weist nach vorsichtigen Rückstellungen einschließlich Vortrag einen Reingewinn von 11,70 (11,68) Millionen RM. aus, aus dem wieder 6 v. H. Dividende verteilt werden; zuvor wurden dem offenen Reservefonds 3,5 (2,0) Millionen RM. zugeführt und außerhalb der Ertragsrechnung u. a. Rückstellungen für spätere Pension szahluna en an die Gefolgschaft dangenommen. Die Gefolgschaft erhält wiederum eine Sonderzu- In der geschmückten Turnhalle der Goetheschule fand gestern nachmittag in schlichter Form die Feier der Schulentlassung statt. Der Schulleiter, Lehrer K r a u s ch, begrüßte die Kinder und die Eltern herzlich. In kurzen Worten wies er auf den tieferen Sinn der Feier hin. Sodann hielt Lehrer Mattern eine Ansprache. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte er das Wort des Generalfeldmarschalls von Schliessen: „Mehr sein als _________, scheinen." Er ermahnte die Kinder, im Geiste die- gebracht. Das Ergebnis ist ein neuer großartiger ses Wortes immer eingedenk zu fein, daß sich im Beweis der Opfersreudigkeit der Bevölkerung un-l Leben nur das Wahre und Echte behaupten werde. wart Runge, Kassenwart Seibert und Wirt- schaftskassenwart Herbert ihre Berichte. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Kameradschaft sind in Ordnung. Dem Kameradschastsführer L i ch wurde einstimmig das Vertrauen ausgesprochen, der feine Mitarbeiter in der Führung bestätigte. Wie der Kame- radschaftsführer berichtete, ist neben seinem Stellvertreter, Kamerad Mettenheimer, jetzt auch das Mitglied des Beirates, der Marine-SA.-Sturm- führer K. Heß, eingezogen worden. Wie der Kameradschaftsführer weiter berichten konnte, hat die Kameradschaft innerhalb des Marine-Landesver- bandes Fulda-Werra sehr gute Erfolge in der Werbung für den Gedanken der Seefahrt erzielen können. Mancher aus der Marine-HI. hervorgegangene Junge ist bei der Kriegsmarine. Kamerad R u p p e l dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Marine-HI. Der Bannführer der Marine-HI., Eisenreich, hat den Standort besichtigt, und Kamerad Ruppel wurde neben seiner Führung des Standortes noch als Marine-Sachbearbeiter für die Kreise 9B etter au und Wetzlar bestimmt. Kamerad Fritz Müller führte dann eine Reihe von selbstgedrehten Filmen, u. a. aus Süddeutschland, aus Hambura, London und Kopenhagen vor. Besondere Freude bereitete ein Filmstreifen von der Layn, der die Strecke von den Bootshäusern bis fast an den Wißmarer Steg in Farben festhält. Als Abschluß wurden noch ein Mm von einer Fahrt auf hoher See und ein Tricksilm vorgesührt. Knegerkameradschast Hausen. Die Gießener Marine - Kameradschaft hielt am Samstag in ihrem Bootshaus den Iahreshaupt- appell ab. Kameradschaftsführer Hch. L i ch gedachte zunächst der Kameraden, die wieder bei der Wehrmacht im Kampf gegen England stehen. Aus dem vom Kameradschastsführer erstatteten Jahresbericht war zu entnehmen, daß im verflossenen Jahr wieder viel Kleinarbeit geleistet wurde, und daß vor allem in der Werbung für die Seefahrt gute Erfolge erzielt werden konnten. Die Kameradschaft verlor im letzten Jahr durch Tod den Kameraden Schornsteinfegermeister Gg. Keil. Sein Andenken, gleichzeitig das aller Gefallenen, wurde in üblicher Weise geehrt. Die Kameradschaft beteiligte sich an der Weihe eines Skagerrak-Ehrenmales in Oberursel und am Reichskriegeriag in Kassel. Mit der Marine-SA. und der Marine-HI. verband die Kameradschaft ausgezeichnete Zusammenarbeit. An den Reichssttaßensammlungen für das WHW. konnte sich die Kameradschaft erfolgreich beteiligen. Vor allem war auch die Zusammenarbeit mit der Abteilung Kriegsmarine unter Leitung von Korvettenkapitän Chorus sehr gut. Das Band zwischen der Heimat und den wieder einberufenen Kameraden war allezeit fest. Der Schießdienst war sehr rege. Zum Schluß des Berichts wurde dem Verwalterehepaar Ziegler und dem Kameraden S ch m a h l für seine uneigennützigen Dienste Dank ausgesprochen. Die Mitgnederzahl der Kameradschaft hat sich nicht wesentlich verändert. Im Anschluß an den Bericht des Kameradschaftsführers gaven Schießwart B e n t> e r o i' , ~ ’ 7 ger kamerads chaf t Hausen hielt am Sams« tagabend unter Leitung des Kameradschaftsführers Wahl ihren Generalappell im Lokal des Kameraden Fink ab. Kameradschastsführer Wahl erstattete nach der Begrüßung der Kameraden den Jahresbericht, aus dem zu ersehen war, daß die Kameradschaft auch im verflossenen Jahre eifrig an ihren Aufgaben gearbeitet hat. Der Bericht über das Klassenwesen zeigte einen guten Stand, dem Rechner wurde mit Dankesworten Entlastung erteilt. Den Bericht über das Schießwesen erstattete der Schießwart Kamerad B r i e g e I. Anschließend sprach Kreisschi eßwart Hanf (Gießen), der dem Kameraden Briegel für seine eifriae Arbeit im Dienste her Kameradschaft dankte und mitteilte, daß die Kameradschaft Hausen im Schießwettkampf 1939 hundertprozentig zum Schießen angetreten war. Als Anerkennung dafür überreichte er der Kameradschaft im Auftrage der Kreiskriegerführung ein neues Kleinkaliber-Gewehr. Diese Anerkennung fand bei den Kameraden freudigen Widerhall. Sodann ehrte Kreisschießwart Hanf noch einige Kameraden für gute Schießleistungen Mit der lieber» reichung von silbernen und bronzenen Ehrennadeln. Nach Dankesworten des Kameradschaftsführers Wahl sprach Propagandaobmann Diesel (Gießen) über den Aufbau, die Geschichte und Einrichtungen des Reichskriegerbundes sowie über die Pflichten aller Kameraden im Dienste unserer Volksgemeinschaft. Kamerad Hanf berichtete dann noch über das Versicherungswesen im Kreisverband, wobei er den Kameraden zahlreiche wertvolle Hinweise geben konnte. Kameradschaftsführer Wahl sprach am Schluß seine Befriedigung über den guten Verlauf des Appells aus und dankte besonders den Kameraden Hanf und Diesel für ihren Besuch neradschafts- als Vertreter des Kreisverbandes. Dann wurde der th, Schrift-!Appell tn üblicher Weise geschlossen. Stadttbectter: 20 bis 23 Uhr „Der Graf von Luxemburg". — Gloria-Palast lSeltersweg): „Die fremde Frau". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es gibt nur eine Liebe". Sprechen zu bringen. Wird das Schweigen gebrochen, dann verschwindet die Zauberkraft, und das unnütz gewordene „Plapperwasser" schüttet der Bursche dann einem Jugendgespielen, der als Langschläfer gilt, in die Haustür. Das in Niederdeutschland bereits um Fastnacht geübte Schlagen mit Ruten, fällt in ostdeutschen Gegenden mit Ostern zusammen. „Schmackostern" heißt hier dieser schon für das 12. Jahrhundert bezeugte Brauch. Im Vogtlands werden am ersten Dftertag die Mädchen von den Burschen aus dem Bett „aufgepeitscht", — ein Dienst, den die Mädchen an Pfingsten dann den Burschen erwidern. In der Olmützer Gegend ziehen am Ostermontag die Knaben und Burschen mit drei- oder vierkantigen Rutenbündeln umher und „schmackostern" die Erwachsenen. Am Osterdienstag tun es die Mädchen. Mancherorts schlägt auch der Bauer die Bäuerin, der Knecht die Magd mit grünen Reisern. Hier bedeuten die sanften Stteiche nicht nur Segen und Fruchtbarkeit für Haus und Hof, sondern es sollen mit den Schlägen auch das dem Landmann lästige Ungeziefer vertrieben werden. Das bekannteste Ostersymbol, mit dem die verschiedensten Bräuche verbunden sind, ist das Ei, das schon in uralter Zeit als Sinnbild der Frucht- barfeir erscheint. Schon die alten Germanen brachten bei Beginn des Pflügens oder nach der Bestellung des Ackers Eieropfer dar, um den Wettergott Donar günstig zu stimmen. Gar vielfältig ist heute das Brauchtum, in dessen Mittelpunkt das Ei steht. Die Herkunft des Ostereies wird heute dem Hafen zugeschrieben, der ebenfalls als Sinnbild der Fruchtbarkeit gilt. In süddeutschen Gegenden nennt man darum die Ostereiersuche, zu der der Pate seine Patenkinder einlädt, die „Hasjagete" — Hasenjagd. Versinnbildlicht das Ei die von der Sonne neu geweckte Fruchtbarkeit, so ist der am Osterfest in die Luft fliegende Ball ursprünglich das Symbol dieses Himmelsgestirnes selbst. Vielerorts haben sich als Ofterbrauch die fog. „Brautballspiele" entwickelt. Bei ihnen haben die jungen Ehepaare des vergangenen Jahres der Dorfjugend die Bälle zu schenken. Im Südharz werden diese Bälle zur Hälfte auf dem Anger zum Spiel der Kinder aus- geworfen. Mit der andern Hälfte spielen die Burschen Schlagball, worauf es besonders darauf ankommt, die mit Geldstücken gespickten Bälle so kräftig zu schlagen, daß sie entzweigehen und ihren Inhalt dem Schläger abgeben. Die jungen Mädchen des Dorfes veranstalten Wettläufe nach den von den jungen Frauen als Preis ausgefetzten „Brauttüchern". Aber nicht nur in der Form des „Brautballspiels" ist das österliche Ballspiel ein weitverbreitetes Dfteroergnügen. Auch als allgemeine Belustigung, an der die ganze ©orfgemein« schäft von den Kindern bis zu den Greifen teil» nimmt, wird es geübt In allen diesen Symbolen und Volksbräuchen kommt die Freude des Menschen zum Ausdruck, aus der winterlichen Haft befreit und dem neu sprießenden Leben wiedergegeben zu sein. Tageskalender für Dienstag. Her Wird eine schlichte Zweckpackung verwendet weil die gesamte Herstellung der ECKSTEIN Nr.5 sich nur auf die Güte des Tabaks und seiner Mischung konzentriert Denn auf den Tabak kommt es aof (Nachdruck verboten!) 12. Fortsetzung. geweht, um der blinden Spur des Glücks zu folgen und sich das Haus anzusehen, in das es hineintappte, und den Menschen kennenzulernen, über dem es sein Füllhorn ausschüjßete. Renate Naumann, Kunstgewerblerin ... Was, zum Teufel, war das nun wieder? Er verband keine rechte Vorstellung mit dieser Berufsbezeichnung. „Gewerblerin" klang solid, bürgerlich, handwerksmäßig; aber in Verbindung mit der Kunst lockerte sich das Wort geheimnisvoll auf. Und zum erstenmal in diesen letzten Tagen zerriß der Nebel, in dem er bisher blindlings dem Klang einer Glocke, einer goldenen Glocke allerdings, nachgeirrt war: dem Geläute der Million und — er sah sich aufmerksam im Rückspiegel an und lächelte sich zu — seiner Aussicht, eine Frau zu erobern ... Der Wagen bog nach rechts ein. Zwischen Villen und hinter gepflegten Vorgärten tauchten für einen Augenblick die grünen Laubwände des Englischen Gartens auf, ein Hügel und darauf ein Tempel, dessen patinierte Kuppel herüberblinkte, bis eine neue Schwenkung der Droschke den Anblick entführte. Der Fahrer blickte suchend nach den Nummernschildern der Gebäude aus und hielt vor einem Hause, dessen Front aufgefrischt wurde und mit Leitergerüsten umkleidet war. ... Parker entlohnte den Fahrer reichlich — vielleicht mit einem kleinen Aberglauben im Hintergrund, daß der ins Unbekannte geworfene Pfennig auf der Habenseite seines Schicksalbuchs mit Zinsen vermerkt würde. Er nahm die Treppen im Sprung und stand bald, nicht schwerer atmend, als wenn er sie mit etwas weniger Schwung erstiegen hätte, vor einer Tür im vierten Stock, wo, unter einem blankgeputzten Messingschild „Xaver Holzschuh, Posamentier", Renate Naumanns schmales Kärtchen mit einem Reißstift befestigt war. Er entdeckte in dem spiegelnden Messingschild, daß seine Krawatte verschoben war, zog sie fest und prüfte, bevor er* läutete, noch einmal rasch Rasur und Scheitel. Eine Frau, deren üppige Fülle ein wenig erschreckend war, öffnete ihm und fragte mißtrauisch nach seinen Wünschen. „Ich möchte Fräulein Naumann sprechen! Ist sie zu Hause?" Weite WolMticrlW Roman oon fjorfl Bfccnatb. Parker hielt den Drücker sekundenlang in der Hand. Er lauschte und preßte die Lippen zusammen. Es war, als fürchte er, mit dem Schritt über diese Schwelle ins Bodenlose zu treten... Er warf mit einer ärgerlichen Bewegung den Kopf zurück und stieß die Tür auf. Bei seinem Gruß erhob sich einer der Beamten vom Schreibtisch und öffnete den gläsernen Schalter- verschlag. „Ich bin auf der Durchreise und habe eine Empfehlung an ein Fräulein Renate Naumann, ohne die Adresse der jungen Dame zu besitzen. Würden Sie so freundlich sein, mir die Anschrift zu geben?" „Renate Naumann?" wiederholte der Beamte. „Ganz recht." „Einen Augenblick, bitte! Das werden wir sofort haben... Nehmen Sie inzwischen Platz!" Er deutete in eine Ecke des Schalterraums, wo zwei gelbe Stühle unter einem Schild standen, das die dringende Aufforderung enthielt, nicht auf den Boden zu spucken. Der riesige Büroraum war durch ein gutes Dutzend deckenhoher, langer und doppelseitiger Kartothekschränke in ebenso viele Abschnitte aufgeteilt, in die man wie in lange Bühnengänge hineinsah. Parker verfolgte den Weg des Beamten, der mit nachtwandlerischer Sicherheit zwischen die Schränke trat und, fast ohne aufzuschauen, ein in Kopfhöhe liegendes Fach herauszog, um es auf dem Schaltertisch abzusetzen. Sein Zeigefinger glitt leicht über die grauen Kartenränder hin, bremste ab und stach zwischen die Blätter hinein. „Naumaier, Naumaier, Naumaier, Naumaier ... Naumann! Agnes — Anton —", seine Stimme verlor sich in einem undeutlichen Gemurmel, „Naumann, Renate!" Er zog die Karte aus dem Kasten heraus. „Kunstgewerblerin, Doro- theenstraße 16, Atelier ... Wollen Sie sich’s aufschreiben?" Er reichte dem Besucher einen Bleistift und den Werbeblock einer Münchner Zeitung hin. „Dorotheenstraße 16, Atelier!" wiederholte er diktierend. . . Parker riß das Blatt ab und schob es m den Handschuh. „Vielen Dank!" Er lüftete höflich den Hut. _ „Die Dorotheenstraße liegt übrigens draußen tn Schwabing, jenseits des Siegestors", fügte der Beamte höflich hinzu. „Wenn Sie hier fremd sind, nehmen Sie am besten eine Droschke!" „Danke schön!" Parker drehte sich um und verließ das Büro. „Engländer", sagte der Beamte zu seinem Berufskameraden. „Scheint ziemlich lirum-larum zu haben ..." Er rieb Daumen und Zeigefinger gegeneinander und blies mit einem leisen Seufzer den Staub von seinen Karten ab. „Dafür san mir halt in sicherer Position!" bemerkte sein Mitarbeiter auf gut münchnerisch und brach eine Zigarette aus Sparsamkeitsrücksichten in zwei Teile. ... Parker nahm, wie ihm geraten war, am nächsten Standplatz eine Droschke. Das Verdeck war zurückgeschlagen. Er legte den Hut neben sich aufs Polster und atmete gegen den erfrischenden Fahrwind. Mit diesem Besuch Münchens erfüllte sich ein alter Wunsch von ihm. Die glückliche Verbindung geistiger und leiblicher Genüsse in der bayerischen Hauptstadt hatte ihn schon lange angezogen. Indessen schenkte er, während der Wagen in die Canalettofarben der Ludwigstraße glitt, weder der klassischen Front zur Linken noch den neuen breiten Durchbrüchen zum Englischen Garten hin allzuviel Aufmerksamkeit. Leicht vornübergebeugt, blickte er über die Schulter des Fahrers hinweg auf den Geschwindigkeitsmesser, dessen Zeiger über der Vierzig zitterte, und beobachtete ungeduldig das knackende Vorrücken der Droschkenuhr. Das Bummeltempo machte ihn unbegreiflicherweise nervös. Wenn ein Wagen an ihm vorüberflitzte, biß er sich auf die Lippen. Es war, als fürchte er, jemand könne ihm zuvorkommen, ihn überholen, schneller sein als er. Worin eigentlich, wußte er selbst nicht genau, lieber seine Pläne war er sich auf dem Londoner Charing-Croß-Bahnhof im Grunde ebenso unklar gewesen wie hier, am Ziel. Er hatte das Gefühl, einem Phantom nachzujagen. Manchmal war es ihm, als hätte ihn nur die Neugier über den Kanal Er wurde einer kurzen Musterung unterzogen, die aber zufriedenstellend auszufallen schien. ,Lch glaub’ schon. Warten Sie mal ’nen Moment!" Parker blieb auf der Schwelle stehen. Er sah in einen geräumigen, aber vielfach verwinkelten Fluc hinein/ an dessen Wänden ein Schrank und zwei hölzerne bunte Truhen standen. Die üppige Dame steuerte quer durch den Bor- raum hindurch und klopfte an einer Tür an, die dem Wohnungseingang schräg gegenüberlag. Weiter hinten, in halber Dunkelheit, schlossen sich noch drei weitere Türen an, von denen eine halb geöffnete den Ausschnitt einer peinlich sauberen Küche sehen ließ. „Hallo, Fräulein Naumann!" rief die Wirtin halblaut in einer Art von Telephonierunterhaltung gegen die Tür. „Ein Herr ist draußen, der Sie sprechen will ..." Sie drehte sich halb nach Parker zurück und nickte ihm zu. Parker trat ein und schloß die Wohnungstür hinter sich. Er hörte, während er nach einem Haken für seinen Hut suchte, in dem Zimmer ein eiliges Rücken von Stühlen und ein hastiges „Einen Augenblick, bitte!", das aber wohl mehr der Wirtin galt und die Aufforderung enthielt, den Gast noch ein paar Sekunden lang aufzuhalten. Aber da in der Küche etwas zischte, enteilte die Wirtin mit einer rasch hingemurmelten Bitte, sich noch zu gedulden und allein zu warten, zu dem übersprudelnden Kaffeewasser. Dann flog die Tür auf — mit einer seltsam erwartungsvollen Eile, die Parker wie einen leisen Stich empfand, als gelte sie einer rasch aufgezuckten Hoffnung, die er enttäuschen würde. Beide waren sie für den Bruchteil einer Sekunde! geblendet: Parker von der jäh hereinströmenden Lichtfülle und Renate Naumann von dem raschelt Wechsel aus der Helligkeit ihres Ateliers in das Halbdunkel des Flurs. Er sah noch nicht mehr als die Umrisse ihrer Gestalt, während sie ihr Auge schon an das Dämmerlicht gewöhnt hatte, denn in dem plötzlichen Stocken ihrer Begegnung, an dem raschen Fall ihrer Arme erkannte er, daß sie in ihm den Fremden wahrgenommen — und einen anderen erwartet hatte. ' „Mein Name ist Parker", sagte er und verbeugte sich, „Allan Parker ..." Er trat einen kleinen Schritt näher. (Fortsetzung folgt.) STATT KARTEN. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme sowie für die vielen Kranzspenden und die trostreichen Worte beim Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Mutter und Tochter Frau Frieda Emde, geb. Haupt sprechen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen: Frieda und Hedwig Emde Karl Haupt Gießen (Am Sandfeld 25), im März 1940. isssD Gewilmauszug 5. Klasse 2. Deutsche Reichslotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II und III iiiillllliliinilililiilllllil AaHläffe von z bi« 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Lmeias llllllllllllllllllllllllliilll Weg.Verheiratg. meiner Hausangestellt. suche ich Hausgehilfin Kochkenntnisse nicht erforderlich Frau [1335D Gertr. Benner, Bahnhofstr. 4011 Zuverlässiges im nicht unter 18 Jahren in 4-Personen - Haushalt gesucht. 01022 Wo? sagt die Ge- schäftsst. d. G. A. Junge kräftige Mail für 8 Stunden täglich in Dauerstellung gesucht. Verwaltung der Veterinär- Kliniken. (13910 Lehrmädchen gesucht. Vermit- lung durch das Arbeitsamt, oioi» Srleöriffi 6toB Lederwaren, Sattlerei, Neuenweg 32. 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Ziehungstag In der Vormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 10000 RM. 124360 3 Gewinne zu 5000 RM. 261748 6 Gewinne zu 4000 NM. 120694 390314 ...... 30 Gewinne zu 3000 RM. 35137 160082 167553 184365 221332 235856 248199 257366 369009 391173 ...... 21 Gewinne zu 2000 RM. 91730 120643 210006 304633 311676 366098 389034 120 Gewinne zu 1000 RM. 3417 6171 13425 20077 25751 29536 33384 47441 47786 58423 64514 66975 79207 89143 91394 103280 104234 111522 126750 133858 141868 145562 172239 178767 179278 180743 211777 224907 233831 247118 251171 266033 267015 271073 293171 294825 305637 315184 328022 354683 Aelieres Arbeitspferd zu kaufen oder zu leiben gesucht. Schriftliche Angebote mit Preisangabe aN 1396D Emil Schmoll Biergroßh. und Eisfabrik, Gießen. 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