M.42 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Birkener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanjchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 190. Jahrgang Montag, 19. Zebruar 1940 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitätzdruckerei «.Lange In Kietzen. Schristleitung und «eschästrftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Npf. Wiederholung Malstasfell Abschlüsse Mengenstaffcl B Plahvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Srundpreife Büoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Npf. Norwegischer Protest in London britischen hat in <5eiute vormittag hat der Staatsminister, der äugen- der Neutra l l t a t s v e r letz u n g aver i|t per blirflidi den Außenminister vertritt, dem hiesigen der „A l t m a r k gewesen. Wir haben energisch brttischen^Gesandten gegenüber sein st ä r k st e s aegen diese schwere Neutral.tatsverlehung prote- Mißfallen und seine Entrüstung aus-s stiert. Mißf englischen Soldaten enterten auf der ----------------y , , ...... Schiffe (nämlich zwei kleine Torpedoboote) tonnten — abgesehen von einem energischen Protest — nichts gegen die überwältigende britische Heber- Bestürzung bei den Aeniralen Belgien durchschaut die Hintergründe „2111 m a r V, besetzten gewaltsam die Kommandobrücke, nahmen das Schiff in Besitz und eröffneten ein wildes Feuer auf die wehrlose, völlig unbewaffnete deutsche Mann- schäft. Sobald ich bemerkt hatte, daß es sich bei dem unbekannten Schiff um einen Engländer Han- delle, halte ich die Mannschaft auf Deck an- treten und die Boote klar zum Hieven machen lassen, da an Bord keinerlei Waffen zur Gegenwehr vorhanden waren. Bei dem Feuerüberfall der Engländer versuchten meine Leute, teilweise über das Lis an Land zu kommen oder schwimmend die Küste zu erreichen. Als die Engländer die deutschen Matrosen auf dem Lis bzw. im Wasser bemerkt hatten, richteten sie ihr wildes Feuer auf die hilflosen. Die genaue Anzahl der loten und Verwundeten konnte ich noch nicht feststellen. Alle Toten und verwundeten an Bord der „Altmark" hatten Bauchschüsse, da die Engländer aus nächster Nähe auf die wehrlose deutsche Mannschaft gefeuert hatten. Das Schiff lief mit dem Heck auf Felsen. Der heimtückische Lteberfall auf die „Altmark" Ein beispielloser Bruch des Völkerrechts auf Befehl der britischen Admiralität. t ä t 3 u zwingen, den finnischen Krieg Ser Frevel im Ming-Fjord. Die Geschichte Englands ist mit Blut geschrieben, mit dem Blute Unschuldiger, die brutal und Zynisch geopfert wurden, wenn es den Engländern darum zu tun mar, durch irgendeine neue krasse Gewalttat ihrem zusammengeraubten Reich ein neues Land, einen neuen Stützpunkt einzufügen. Die Welt weiß, daß der Weg Englands zur Weltmacht gepflastert ist mit unzähligen blutigen Verbrechen. Aber selbst in der englischen Geschichte ist es ohne Beispiel, was mir jetzt über die Vorgänge im norwegischen Jössing- Fjord hören mußten. Selbst der Baralong-Fall ist durch diese Bluttat britischer Seeräuber weit in den Schatten gestellt, denn hier knallte ein englischer Schiffskapitän aus eigenem Antrieb und auf eigene Verantwortung hilflos im Wasser treibende deutsche Matrosen kaltblütig ab. Aber der Ueberfall auf den unbewaffneten deutschen Dampfer „Altmark" innerhalb norwegischer Hoheitsgewässer trotz Anwesenheit norwegischer Torpedoboote ist keineswegs der Handstreich irgendeines wahnsinnig gewordenen britischen Seeoffiziers, sondern geschah auf außbrütf* lichen Befehl der britischen Abrnirali - t ä t und mit voller Billigung d e r britischen Regierung. Herr Churchill besitzt dis Frechheit, mit eiserner Stirn diesen Sachverhalt be- kanntzugeben und ist dreist genug, den britischen Kommandanten zu seinem feigen Piratenstück zu beglückwünschen. Die „Altmark" befand sich auf dem Rückwege von Südamerika und hatte britische Matrosen an Bord non den Besatzungen der britischen Handelsschiffe, die das deutsche Panzerschiff „Graf Spee" vor Weihnachten im Südatlantik versenkt hatte. Im krassen Gegensatz zu der lächerlichen Schilderung des Herrn Churchill haben diese britischen Matrosen dem Kapitän der „Altmark" kurz vor ihrer gewaltsamen 'Befreiung ausdrücklich versichert, daß sie an Bord der „Altmark" die denkbar anständigste und r i t t e r l i ch st e Behandlung erfahren hätten, und sie haben ihm dafür ihren Dank ausgesprochen. Was Herr Churchill darüber zurecht phantasiert, um dem von ihm veranlaßten völlig Oslo, 17. Februar. (DNB.) Das norwegische Außenministerium veröffentlicht folgende Verlautbarung: Am 16. Februar nachmittags befand sich der deutsche Dampfer „A l t m a r k" unter Eskorte eines norwegischen Torpedobootes auf norwegischen Territorialgewässern. Gegen 16.30 Uhr versuchten zwei englische Jäger durch einen War- rmngsschuß in der Nähe von Foksteinene ihn anzuhalten. Das norwegische Torpedoboot legte Protest gegen das Auftreten der Jäger ein. Die „Altmark" ging in den Jössing-Fjord und die Jäger folgten nach und legten sich in den Fjord. Nach einem erneuten Protest des norwegischen Torpedobootes zogen sich die englischen Einheiten, die Inzwischen auf einen Kreuzer und fünf Jäger angewachsen waren, außerhalb der Drei-Meilen-Grenze zurück. Einige Zeit später ging ein Jäger gleichwohl i n das Hoheitsgewässer unter Land und benutzte einen Scheinwerfer. Gegen 23 Uhr ging der englische Kreuzer in den Fjord hinein und die „Altmark" wurde geentert. Einige britische Untertanen auf der „Altmark" wurden an Bord des schen Schiffes genommen, worauf dieses wie- auslief. Das norwegische Wachtschiff bzw. die rr . / - "2___(I X « ... , Amnhnkrtrtlo i nordischen Länder in den Krieg h i n c i n 3 u • ziehen. Wenn Norwegen und Schweden auf der Seite der Westmächte in den Krieg eintreten, würde England die Blockade Deutschlands wesentlich erfolgreicher gestalten können und vor allem Deutschland von dem schwedischen Erz abriegeln können. Unter diesem Gesichtswinkel muß man den groben Bruch der norwegischen Neutralität ansehen, der durch den Ueberfall der zwei englischen Zerstörer auf die „Altmark" gegeben war. Man muß bis zuletzt hoffen, daß dieses nicht ein Ausdruck der englischen Politik, sondern das eigenmächtige Auftreten englischer Seeoffiziere ist. 2lber cs handelt sich um eine so grobe Verletzung der norwegischen Neutralität, daß sie schon als eine Provokation charakterisiert werden muß. Das, was geschehen ist, ist ein deutliches Beispiel dafür, was für Gefahren unserer Neutrall- tät von Seiten der Westmächte drohen. SchärssteVerurteilummMien. Mailand, 18. Februar. (DNB.) Der unerhörte Dölkerrechtsbruch des britischen Angriffs auf das deutsche Handelsschiff „Altmark" wird von der Ualienischen Presse aufs schärfste verurteilt. Der macht tun. v. r Die norwegische Regierung hat heute die Gesandtschaft in London angewiesen, das Vorstehende der britischen Regierung mitzuteilen und einen ernsten Protest wegen dieser groben Verletzung der norwegischen Territorial- gemässer einzulegen, die starke Verärgerung hervorgerufen hat, weil sich die Geschehnisse weit innerhalb eines norwegischen Fjordes ereignet und somit irgendein Irrtum über die Territorialgrenze nicht vorliegen konnte. Die Gesandtschaft ist beauftragt, M verlangen, daß die britische Marine angewiesen wird, künftig die nor- wegische Souveränität zu respektieren. Die Gesandtschaft ist gleichfalls angewiesen, hinzuzufügen, daß die norwegische Regierung von der britischen Re- gierung erwartet, daß sie die Gefangenen der norwegischen Regierung ausliefert und daß ein Schadenersatz erfolgt. „Popolo d'Jtalia" erklärt, die Lage sei ernst. Dee schwerwiegende Zwischenfall an der norwegischen Küste sei eine scharfe Mahnung an die Neutralen, mit allen Mitteln ihre Neutralität zu verteidigen und zu zeigen, daß sie nicht gewillt seien, schweigend die von England begangenen Rechtsverletzungen hinzunehmen. Die „Gazzetta del Popolo schreibt, während man in den neutralen Staaten von einem Akt der unerhörtesten (Seeräuberei spreche, der einer Marine, die sich immer als die „Beschützerin" der kleinen Nationen und die peinlich genaue Verteidigerin der Regeln des Seekrieges hinzustellen bemühte, unwürdig fei, spreche man in England von einer „prächtigen Aktion", die der englischen Flotte würdig sei. Es sei überflüssig zu betonen, daß das britische Vorgehen bei den Neutralen größte Bestürzuna hervorgerufen habe, die darin ein Zeichen der Mißachtung jeder Grundsätze erkennen, für die zu kämpfen Großbritannien bisher immer vorgegeben habe. In neutralen Kreisen halte man den Racheakt gegen bas deutsche Schiff eher als ein Zeichen der Schwäche als der Stärke. zu ermöglichen. Vie Opfer der britischen Mordtat. Oslo, 18. Febr. (DNB.) Bei dem völkd-recht« widrigen Ueberfall der Engländer auf die Altmark im Iossina-Fjord in der Nackt vom 16. zum 17. Februar sind solgende Mannschaften des wehrlosen deutschen Handelsdampfers ermordet worden: Otto Stender, Fritz Bremer, Ralph Steffen, Waldemar Path, Walter Roten, Fvltz S ch i e r m a n n. Tödlich verwundet und inzwischen während der Nacht im Krankenhaus in Christian* sund gestorben ist der Steward Ernst Meyer. Christian Clausen und Walter A u g u st i n liegen noch schwer verwundet in dem Krankenhaus« Hans B e r n b f e n wird vermißt und ist wahrscheinlich im Wasser schwimmend von den Enalän» dern abgeschossen worden. Heinrich Schüler, Hugo H o r st und Wilhelm Richert liegen schwerverwundet rm Pensionat von Haug« Dalane bzw« an Bord der „Altmark". Brüssel, 18. Febr. (DNB.) Die brutale Verletzung der norwegischen Neutralität durch England Belgien größtes Aufsehen hervorgerufen. Sa „Pays Nöel", man müsse sich fragen, was schreibt „Pays Nöel", man müsse sich fragen, was die Engländer dazu getrieben habe, eine Tat zu begehen, die ganz deutlich ein Vergehen gegen bis Oberhoheit eines dritten Staates barfteile. Die Verantwortung für ben Zwischenfall falle ausschließlich auf den Chef der britischen Marine, Churchill, dessen Unüberlegtheit und Rücksichtslosigkeit den 91 eutraten schon schwere Sorgen bereitet habe. Möglicherweise handele es sich um den ersten englischen Druckversuch, um die nordischen Länder zu beeinflussen. Aus jeden Fall stehe fest, daß bie Aktion gegen bie „Altmark" der englischen Flagge keine Ehre mache. — Der flämisch» „Standaard" schreibt, daß es sich um eine klar« Schändung der norwegischen Neutralität handele. — Die Zeitung „Vingtiörne Siöcle" meint, baß blo Verletzung der norwegischen Hoheitsgewässer durch England wahrscheinlich aus den Wunsch Englands zurückzuführen sei, die skandinavischen Staaten zur Aufgabe der Neutralität zu zm i n--- um ein aktives Eingreifen in i gang des Jössing-Fjords drängte sich aber einer der Zerstörer dicht an die „Altmark" heran, wobei an Bord des Zerstörers die enterbereite Mannschaft deutlich zu erkennen war. Darauf drehte ich scharf bei und lief in den Jössing-Fjord ein. Dem Zer-störer schien es zunächst nicht möglich, der „Altmark" in den Fjord zu folgen. Ich lief dann weiter in den Jössing-Fjord ein. Ein englisches Torpedoboot versuchte, mir nachzukommen, aber die beiden norwegischen Torpedoboote legten sich am Eingang des Fjords zwischen mein Schiff und ben Engländer und hinderten so ben Zerstörer an der Einfahrt in ben Fjorb. Als es dunkel geworden war, beobachleten wir, daß zwischen den beiden norwegischen Torpedobooten ein 65p i f f in den Fjord einfuhr, das wir zunächst für ein norwegisches Fahrzeug hielten, wir riefen das Schiff zu wiederholten waten an. Als Antwort erhielten wir das Signal „Wenn ihr nicht beidreht, eröffne ich das Feuer". Da waren wir uns klar, daß ein englischer 3er- störer die Sperre der norwegischen Torpedoboote durchbrochen hatte. Der Engländer kam jetzt schnell achtern, steuerbord-längsseits. Die nach sich ziehen kann." Der Bericht des Kapitäns. Heber den unerhörten Piratenakt englischer Seestreitkräfte gibt der Kapitän des deutschen Dampfers folgenden Bericht: Di« „Altmark" fuhr am 18.2. zwischen Stavanger und Christian,und in «nm ® stände von IVz Seemeilen an der norweg'ischen ttupe entlang. Sie wurde schon im Laufe des Tages wiederholt von drei englische nF! u SS e uae n des Typs Blenheim überflogen, die verschiedentlich bis über dem Schiff und über der norwegischen Küste kreisten. Die Flugzeuge standen offensichtlich in Funkverbindung mit englis ck e n S«-st reit kraft« N. Nach kurzer h-nt -rlchnen ein englischer Kreuzer der „Aurora -Klasse mit fünf Zerstörern, die sich immer naher an die ,Mt mark" h ranschoben. Die beiden norwegstchen> T°r- pedaboot«, welche die „Atmark" begleiteten mie n di« Engländer verschiedentlich ab und traten auch mit den englischen Kriegsschiffen zu wiederholten Malen offensichtlich mit der Aufforderung, von der „Atmark" abzulassen, in Verbindung Ich versuchte, in die Nahe des Jos,'n« Fjords zu gelangen und mich zwischen d u ) Äd und Zi.e vorgelagerten M »u schieben und meine Fahrt sortzusetzen, weil ich mchtan die Mog^ lichkeit glaubte, daß die Engländer sich irt den1 m> wegischen hoheitsgewastern eines offenen Neutra Mtsbruches schuldig machen wurbem Hart am Em- Empörtes Echo in Schweden. Stockholm, 18. Febr. (DNB.) Die schwedische Presse gibt offen ihrer Entrüstung Ausdruck. „<5tod- holms Tidningen" erklärt, baß durch den Vorfall eine bedrohliche Lage entstanden ist und verzeichnet die tiefe Empörung der Norweger. „Svenska Dag- bladet" betont, der Vorfall sei ein Beispiel für den Druck auf die Neutralen durch ben rücksichtslos geführten englischen Handelskrieg. Es handele sich hier um vorsätzliche Verletzung von Norwegens Neutralität. „Nya Dagligt Allehanda" 1^, unter aUen Umständen sei es offenbar, daß bie englische Regie» nma absichtlich und überlegt bie nor- we gische Neutralität verletzt, habe „Afcknbladet be- leidmet die Motivierungen Churchills für bie Hand- lungsweise der Engländer als eine offenbare Aus- rebe. Die Engländer hätten in dem norwegischen Gebiet nichts zu suchen. Norwegen kennt die Gefahr. Oslo, 18. Februar. (DNB.) , Arbeiberblabet" schreibt: Man kann nicht davon absehen daß die Westmächte ein großes Interesse daran haben, die Berlin, 17. Febr. (DNB.) Wie bereits bekannt- gegeben, haben sich englische Seestreitkräfte einer - unerhörten Verletzung der norwegischen Neutralität schuldig gemacht. Englische Seestreitkräfte versuchten, längsseits des völlig unbewaffneten deutschen Hanbelsdampfers „2111 - mark" im norwegischen Hoheitsgewässer 200 Meter oom Lande entfernt zu gehen, um bas Schiff zu entern. Um 23.07 Uhr legte ber Kapitän der „Altmark" in einem Funkspruch an die deutsche Gesandt- schäft in Oslo schärfsten Protest gegen bas im höchsten Maße völkerrechtswidrige Verholten ber englischen Seestreitkräfte ein, vor deren gewaltsamen Vorgehen gegen bas unbewaffnete deutsche Handelsschiff innerhalb norwegischer Hoheitsgewässer ber Kapitän sein Schiff der Bedrängung des britischen Kriegsschiffes trotz Gegenwart zweier norwegischer Torpedoboot 200 Meter von ber norwegischen Küste entfernt nur durch Einlaufen in ben Jössing-Fjord entziehen konnte. Der Kapitän forderte zugleich ein ausreichendes Geleit für eine gesicherte Weiterfahrt. Dem deutschen Gesandten in Oslo wurde von dem Staatssekretär im norwegischen Außenministerium Bull erklärt, daß bie Admiralität beruhigende Zusicherungen gegeben habe. Auch die norwegische Admiralität gab die bindende Versicherung ab, daß für ausreichenden Schutz ber „Altmark" gesorgt sei. Mm 0.55 Uhr meldete der Kapitän des deutschen Handelsdampfers der deutschen Gesandtschaft in Oslo, daß um 22 Mhr der englische Zerstörer „Loffak" die „Altmark" im inner st en Fjord gekapert, geentert und die Besatzung des Schiffes überwältigt habe. Lin Teil der Bejahung fei, nachdem die Engländer rücksichtslos von der Schußwaffe Gebrauch gemacht hatten, gefangengenommen worden. Bei dem Gewaltakt hätte es auf Seiten der deutschen handelsschiffsbesahung Tote und Verwundete gegeben. Das deutsche Schiff sei auf Strand gesetzt worden. Mm 3.05 Mhr funkte der deutsche Kapitän, daß der Zerstörer auf die auf dem Lis befindlichen und Deckung suchenden sowie die im Wasser schwimmenden deutschen Matrosen ein wildes Gewehr- und Maschinengewehrfeuer eröffnete. Die Zahl der auf diese Weise meuchlings ermordeten unbewaffneten deutschen Matrosen stehe noch nicht fest. An Bord selbst lägen vier Tote und fünf Schwer- verwundete. Der deutsche Gesandte in Oslo hat daraufhin beim norwegischen Außenministerium schärfsten Prote st eingelegt. Die Protestnote hat folgenden Wortlaut: „Ich protestiere allerschärsstens gegen die Vergewaltigung des deutschen Dampfers „Altmark durch den englischen Zerstörer „Cossak" im innersten Jössing-Fjord, also innerhalb norwegischen Hoheitsgebietes, wobei deutsche Tote und Verwundete zu beklagen sind. Ich lege allerschärfste Verwahrung ein gegen bie unerhörte Verletzung des Völkerrechts in norwegischen Küstengewässern und dagegen, daß die norwegische Regierung unserem Schiff „Altmark" keinen genügenden Schutz gewährt hat. Die Völkerrechtsverletzung findet nur noch in der Beschießung von Kopenhagen im Jahre 1807 eine Parallele. Sie ist in der Weltgeschichte einzig dastehend, und ich muß, unter Vorbehalt weiterer Forberungen meiner Regierung, darauf bestehen, daß ber frühere Zustand auf dem Dampfer „Altmark", soweit dies nach den eingetretenen Verlusten möglich ist, sofort wiederhergestellt, der entstandene Schaden wieder gut gemacht wiro und gegen den Täter alle verfügbaren Kräfte eingesetzt werden. Ich muß darauf aufmerksam machen, daß es sich um die a 11 e r e r n st e st e S i t u a 11 o n handelt, die die schärfsten Konsequenzen gedrückt, die bie norwegische Regierung über biefe grobe Neutralitätsverletzung c-mpfinbet. plumper Cnilastungsversuch Halifax protestiert bei Norwegen. Amsterdam, 19. Yebr. (DNB.) Um das durch den unmenschlichen völkerrechtswidrigen Anschlag auf die „Altmark" schwer belastete internationale Ansehen Großbritanniens zu retten, wird jetzt plötzlich eine Attacke gegen Norwegen in geniert. Die Londoner Sonntagspresse suä>t mit einzig dastehender Frechheit den völkerrechtswidrigen Angriff auf bie „Altmark" wenigstens nach außen hin bamit zu rechtfertigen, daß Norwegen der Dorwur gemacht wird, seinenDerpflichtungenals neutraler Staat nicht nachgekommen zu sein. , , , . Der Außenminister Lord Halifax hat sogar bei der norwegischen Regierung einen formellen Pro- t e ft erhoben, der fast wie die Androhung britischer Repressivmaßnahmen klingt. Die Dölkerrechtsbrecher, bie den gemeinsten Mord auf dem Gewissen hoben, entblöbeii sich also nicht, jetzt auch noch papierne Proteste loszulassen. Damit wollen sie ihr blutbeflecktes Gewissen entlasten! Ab^r eine so plumpe Methode, durch verlogene Dorwürfe und unverschämte Drohungen sich nachträglich reinwaschen zu wollen, kann nirgends verfangen. England hat sich, wie die Stimmen aus aller Welt beweisen, durch den feigen Ueberfall au die „Altmark" blohgestellt und dürfte bald überall als der brutale Feind der kleineren Staaten erkannt sein. Schlimmster Sali der Neutralitälsverlehung. Oslo, 18. Febr. (DNB.) Außenminister Koh t sprach am Samstagabend in Trondheim über bie gegenwärtige Lage und erklärte, daß sie für Norwegen vielleicht gefährlicher als die im Weltkriege sei. „Wir sind , so sagte er, „zwar in den meisten Kriegszwischenfällen nicht in der Lage gewesen, entscheidende Beweise für bie Verantwort- lichkeiten zu erbringen. Der schlimmste Fall ber Neutralit ätsverletzung aber ist ber bie völkerrechtswidrigen Handstreich ein beschönigendes Mäntelchen umzuhängen, ist eitel Lüge. Aus der britischen Verlautbarung geht eindeutig hervor, daß der britische Zerstörer, der dem Dampser „Altmark" in die norwegischen Hohoitsgewässer gefolgt war, sich aus eigenem Antrieb von dort zurückgezogen hatte, nachdem der Kapitän eines norwegischen Kanonenbootes erklärt hatte, daß die „Altmark" u n - bewaffnet fei, am Tage vorher in Bergen untersucht worden sei und von den norwegischen Behörden die Erlaubnis erhalten habe, auf seiner Fahrt nach Deutschland norwegische Hoheitsgewässer zu benutzen. Dieser britische Kommandant, der sich mit dieser Auskunft zufrieden gab, hatte also das Gefühl gehabt, daß er gegen die „Altmark" ohne schweren Völkerrechtsbruch nichts unternehmen könne. Aber nun griff erneut Churchill ein, der ja schon die britischen Seestreitkräfte zu einer regelrechten Treibjagd auf die „Altmark" angesetzt hatte. Und auf ausdrücklichen Befehl der britischen Admiralität lief der britische Zerstörer „Cossak" erneut in den Fjord ein, wo es dann zu der unerhörten Gewalttat kam, bei der sieben deutsche Handelsmatrosen, die sich unbewaffnet und schutzlos vor den britischen Flintenkugeln auf das Eks zu retten suchten, erbarmungslos niedergeknallt wurden. Wenn der Baralong-Fall schon im Weltkriege bewiesen hatte, daß britischen Seeoffizieren das selbstverständliche Gefühl für Ritterlichkeit und Anstand abhanden gekommen war, so ist die Freveltat im Jössing-Fjord ein neuer Beweis, wie britische Offiziere und Matrosen niedrigsten Instinkten nachgeben und nicht vor nacktem! Mord zurückschrecken. Aber diese neueste Schandtat Churchills hat auch ein eminent politisches Gesicht, denn es ist klar, daß es der britiscken Regierung nicht in erster Linie aus die Verhinderung der Weiterfahrt eines einzelnen deutschen Handelsschiffes ankam, sondern auf den Versuch, durch die systematische Anlage eines solchen Zwischenfalles ein neutrales Land in den Krieg hineinzuziehen, den die wesllichen Plutokranen allein nicht zu gewinnen vermögen. Der wohl überlegte und mit größtem Zynismus durch geführte Angriff Englands aus Me norwegische Souveränität ist eine Kriegserklärung an alle bisher unbeteiligten Länder. Wenn sie sich nach diesem Exempel auch weiterhin mit leeren Protesten begnügen, werden sie von England ebenso behandelt werden, wie es Norwegen geschah und werden damit auch ohne ihren Willen zu Partnern der britischen Kriegführung. Daß hierin für die Länder, die auf ihre Neutralität Wert legen, eine sehr ernste Gefahr liegt, demonstriert dieser Vorfall erneut, denn niemand kann Deutschland zumuten, daß es eine Haltung als neutral hinnimmt, die sich ein- fettig zu Gunsten seiner Gegner auswirkt. Die Neutralen haben erneut eine Lehre erhalten, daß Englands Seeherrschast den Untergang des Völkerrechts bedeutet, wenn sie sich nicht zu energischem WDerstand aufraffen. Mit leeren Protesten werden sie auch künftighin in London keinen Eindruck 1 Machen. L. „Briianuiens Beruf ist Mord" Gauletter Bohle an die deutsche Handelsmarine. Berlin, 18. Februar. (DNB.) Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, als Hoheitsträger der deutschen Seefahrt, und der Leiter der Reichsverkehrsaruppe Seeschifffahrt, Staatsrat Eßberger, sagen in einem Aufruf: Der Angriff des englischen Zerstörers „Cossak" auf den unbewaffneten deutschen Handelsdampfer „Altmark" innerhalb der norwegischen Hoheitsgewässer, in dessen Verlauf unbewaffnete und damit wehrlose Kameraden von den Engländern auf bestialische Weise niederge- knallt wurden, stempelt britische Seeleute zu Piraten und stellt sie außerhalb der Reihen aller anständigen Seeleute der Welt. Die Briten sind mit den schiffbrüchigen Seeleuten des versenkten Handelsdampfers „W a k a m a" in derselben Weise wie im Jössing-Fjord verfahren. Die Auffindung eines von Maschinengewehrkugeln durchsiebten Bootes der „Wakama" vor der brasi- lianischen Küste legt beredtes Zeugnis ab von einem Drama, vollzogen durch Mörderhände britischer Seeleute. Diese beiden Verbrechen offenbaren dieselbe niedrige Gesinnung wie die Ermordung wehrloser deutscher Seeleute und Luftschiffer durch die Besatzung der „Bara- long" und der „King Steffens" im Weltkriege. Sie sind Ausfluß des jüdischen Geistes, dem das britische Krämervolk im Laufe seiner Geschichte immer gedient hat und mit dem es sich ein Weltreich zusammenstahl. Das ganze deutsche Volk und besonders die deutschen Seeleute wissen, was von England zu erwarten ist: Kein ritterlicher Kampf, sondern Meuchelmord. Die Empörung der Kulturstaaten dieser Erde wird sich gegen England richten. Britanniens Beruf ist Mord. Das hat uns der Erste Lord der brittschen Admiralität erneut bewiesen. Gefälschter SOS.-Rus englischer Piraten. Wie der deutsche Dampfer „Wakama" überfallen wurde. Rio de Janeiro, 18. Febr. (DNB.) „Gazeta de Noticias" veröffentlicht eine Darstellung des englischen Ueberfalls auf den deutschen Dampfer „W a- ka ma", die sich auf Aeußerungen englischer Matrosen stützt. In dieser Schilderung wird festgestellt: Die „Wakama" wurde durch englische Kriegsschiffe innerhalb der brasilianischen Hoheitsgewässer angegriffen und darauf von der eigenen Besatzung versenkt. Die Verfolgung des deutschen Frachtdampfers wurde vom Lande aus mit dem bloßen Auge von Zeugen beobachtet, die auch Schüsse englischer Kriegsschiffe hörten. Englische Flugzeuge machten darauf Jagd auf die deutschen Rettungsboote, die von dem MG-Feuer der Flugzeuge getroffen wurden, wie der Zustand beweist, in dem sie an der Küste des Staates Rio de Janeiro aufgefunden wurden. „Gazeta de Noticias" kommt zu der Feststellung, daß der englische Admiral Harwood nach diesen Beweisen für das Vorgehen der Engländer mit seinen Erklärungen die brasilianische Oeffentlichkeit nicht irrezuführen vermöge. Brasiliens Protestnote beweise, daß das Land entschlossen sei, gegen derartige Piratenakte in seinen Hoheitsgewässern vorzugehen. Die Tatsachen sprächen lauter als die Worte des britischen Admirals. Erst viele Stunden später wurde e i n 8 0 8- Ruf gesendet, offensichtlich durch eines der englischen Kriegsschiffe, um den Eindruck zu erwecken, daß der Angriff außerhalb der Hvheitsgewäfser erfolgt sei. Die Schiffe, die zu dem in dem 808-Ruf angegebenen Ort eilten, fanden jedoch keinerlei Spuren vor, so daß anzunehmen ist, daß die in dem 808-Ruf bezeichnete Position gefälscht war. Sonst hätte z. B. der brasilianische Dampfer „Bage" befttmmt noch Rettungsboote finden müssen, die jetzt angetrieben wurden. Augenzeugen beobachteten die Derfolgung und Beschießung des deutschen Dampfers zwischen 7 und 8 Uhr morgens, während der 808-Ruf erst um Va3 Uhr nachmittags erfolgte. Mehrere Zeugen sahen an Bord des englischen Kreuzers „H a w k i n s", als dieser in den Hafen von Rio de Janeiro einlief, einige Leute von der „Wakama", was darauf schließen läßt, daß die Mitglieder der „Wakama "-Besatzung, die nicht getötet worden waren, von dem englischen Kriegsschiff gefangen genommen wurden. Eine der Kanonen des englischen Kreuzers Dawkins" wies deutlich Spuren von Abschüssen auf, die erst vor roenigen Stunden erfolgt waren. Moskau berichtet Einbruch in die Mannerheim-Linie. Moskau, 18. Febr. (DNB.) Die fowjetrirfsi- fchen Heeresberichte an der karelischen Front melden: Seit dem 11. Februar habe Sowjetrußland den Angriff auf d i e Mannerheim-Stel- lung auf der karelischen Landenge konzentriert. Die Vorstöße der Sowjettruppen feien in drei Richtungen erfolgt: im Abschnitt von Summa (im Westen der Landenge), im Abschnitt von M u - ola (in der Mite der ßanbenge) und in dem schon früher hart umkämpften Abschnitt am Taipale e n - I o k i unweit des Ladogasees. Im Abschnitt von Summa fei es den Sowjettruppen gelungen, auf einer Breite von zehn Kilometer die vordersten Stellungen der Mannerheim-Linie zu durchbrechen und ungefähr zehn Kilometer tief in Richtung auf Wiborg (zunächst bis zu der Eisenbahnstation Kamärä) vorzustoßen. Nach den letzten Berichten habe die im Abschnitt von Summa operierende Sowjetarmee ihren Vorstoß sowohl in der Breite wie auch in der Tiefe beträchtlich erweitern können. Es dürfe daher kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß im Rayon zwischen Summa und Wibora die Manne rh eim - Li nie von den Sowjettruppen durchbrochen worden sei. Damit seien die im Westen der karelischen Landenge (südlich von Wiborg) entlang dem Wiborger Meerbusen vermutlich noch operierenden finntsft^n Truppenteile abgeschnitten. Ferner ergäbe sich für die Sowjettruppen nunmehr die Perspektive, den Verteidigern der Mannerheim-Stellung von Wiborg aus in den Rücken zu fallen und auch die finnische Armee, die nördlich des Ladogasees stehe, zwischen der karelischen Landenge und der zentral finnischen Seenplatte einzukreisen. Die Sowjettruppen hätten an der Mannerheim-Linie insgesamt -162 befestigte Verteidigungspunkte und 41 eisenbetonierte Artilleriestellungen (Bunker) erobert. Die Führung der sowjettschen Armeen sei vor allem bestrebt, die Kampfhandlungen im Süden Finnlands vor dem Frühjahrs-Tauwetter zum Abschluß zu 'bringen. Die finnischen Meldungen geben zu, daß bei den hefttgeiHKämpfen auf Der karelischen Landenge es den Rusten gelungen fei, weiteren Geländegewinn in den Abschnitten von Summa, ferner zwischen dem Muola-See und am Mukaren-Fluß und bei Taipala zu erzielen. In Helsinki sehe man jetzt die Lage in zunehmendem Maße als ernst an, Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat Professor Dr. Sven Hedin in Stockholm zu seinem 75. Geburtstage ein herzliches Glückwunschtelegramm übersandt und dem großen Forscher das Großkreuz des Verdienstordens vom Deutschen Adler verliehen. Der englische Dampfer „Baron A i l s a" (3656 Bruttoregistertonnen) ist in der Nordsee gesunken. Die Besatzung konnte außer dem Kapitän und einem Besatzungsrnitgiled gerettet werden. — Der holländische Dampfer „Ameland" (4537 Brt.) ist kurz nach der Alftahrt aus Hoek van Holland in der Nordsee auf eine Mine gelaufen. Das Schiff wurde in sinkendem Zustande von der Besatzung verlassen. — Nach einer Londoner Meldung fino in der Nordsee die beiden schwedischen Dampfer „Lian a" und „O smed" (1646 und 1545 Brutto- regiftertonnen) in der Nordsee gesunken. * Präsident Roosevelt, der auf einer Erholungsreise an Bord des OS^.-Kreuzers „Tuscaloosa" unterwegs ist, erklärte, feine Fahrt habe die Panamazone zum Ziel. Dort werde er die Verteidigungsanlagen auf der atlantischen Seite des Kanals besichtigen und eine Konferenz mit den Militär- und Zivilbehörden der Kanalzone haben. Dabei soll eine verstärkte Kanalbefestigung besprochen werden. 32 Schiffe mit 128174 Btt. in einer Woche. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 18. Jebr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bei einem Stoßtrupp, unternehmen westlich Werzig wurden mehrere Gefangene eingebracht. Wie durch Sondermeldung bereits bekannkgegebeu. sind in der Woche vom 11. bis 17. Februar durch Einsatz der Seekriegsmittel an britischer, französischer und dem Feind nutzbarer neutraler Tonnage 32 Schiffe mit 128 174 Bruttoregiftertonnen versenkt worden. lieber der Nordsee kam es auch gestern wieder zu einem L u f t k a m p f zwischen einem Bristol- Blenheim und einem Messerschmitt-Flugzeug. Das englische Flugzeug wurde zum Absturz gebracht. Oer Wehrmachtsbericht vom Samstag Berlin, 17. Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen wurden bei einem Spähtrupp- unternehmen am Warndt südwestlich Saar- brücken mehrere Gefangene eingebracht. An der Oberrheinfront stellenweise leb- Haftes beiderseitiges MG.- und Gewehrfeuer. (Ein deutscher 3äger schoß über der Nordsee ein englisches Flugzeug des Musters Bristol- Blenheim ab. Kaufmann und Hausfrau. Dem Einsatz des Kaufmanns in der Kriegswirtschaft und der Einstellung auf beiden Seiten des Ladentisches war eine Versammlung des thüringischen Einzelhandels in Weimar gewidmet, auf der der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Dr. Franz H a y l e r, die Forderung stellte, daß der Kaufmann heute mehr denn je eine enae Serbinbuna zu seiner Kundschaft suchen müste. Sem Kundendienst ist heute mehr denn ie ein „Versorgungsdienst". Der Kaufmann soll sich die Zeit nehmen, immer wieder aufzuklären und beim Kunden für Einsicht in die jeweils wechselnde Lage zu werben. Das Vertrauen des Verbrauchers ist das Gold des Betriebes. Es zu erwerben und zu erhalten, erfordert den Einsatz der ganzen Persön- licykeit. Der Kaufmann muß die Sorgen des Verbrauchers zu feinen eigenen machen. Gewiß ist er dem Anschein nach in vielen Fällen „der Stärkere" gegenüber dem Verbraucher, aber gerade diese lieber, legenheii werde ihm eine stärkere Verantwortung auferlegen, damit die Kundschaft nicht verärgert wird. Daß aber auch d i e Hausfrau mit ihrem Verständnis für die oft nicht geringen Sorgen des Kaufmannes zur Erleichterung des Verkehrs im La- den viel beitragen kann, stellte die Reichsfrauen« führerin Frau Scholz-Klink in den Vordergrund. Die Hausfrau darf nicht nur immer an ihre eigenen Sorgen denken, sondern sie muß auch einmal einen Gedanken an die große Arbeitslast des Kaufmannes und feiner Frau wenden. Zu dieser Rücksichtnahme gehört es auch, der Frau eines ein- gezogenen Kaufmannes etwa mit der Sorge um die Kinder oder mit einem Handgriff im Laden zur Hand zu gehen. Auch die erwerbstätigen Frauen brauchen die Rücksicht der Hausfrau, die ihre Einkäufe leichter über den ganzen Tag verteilen kann. Die Hausfrau soll nicht aufbegehren, wenn einmal eine Ware nicht da ist, und dem Kaufmann nicht zumuten, ihr md)r zu geben, als ihr zusteht. Jeder Versuch einer Anbiederung beim 23er« kaufspersonal muß unterbleiben. Auch soll die Hausfrau kein Wettrennen von Laden zu Laden veranstalten, besonders dann nicht, wenn sie Waren sucht, die sie früher nie gebraucht hat. Ebenso sollte sie ein Verständnis für die Ladenschlußzeiten aufbringen, vor allem aber in jeder Situation die Ruhe bewahren und niemals den Humor verlieren. Anderseits schätzten es die Hausfrauen, wenn der Kaufmann liebenswürdig bis zur letzten Minute ist und keine persönlichen Sympathien oder Antipathien zur Schau trägt. Sven Hedin, der Dichter. Zum fünfundsiebzigsten Geburtstag des schwedischen Forschers am 19. Februar. In welches Buch Hedins man auch schaut, immer wieder wundert man sich, einmal über den Weitblick des Verfassers, fremde Länder und Kulturen zu erkunden, Gebiete geographisch zu bestimmen und unter vielfältigen Gesichtspunkten zu durchforschen, die Sprachen der dortigen Völker zu erlernen, und bann über seine künstlerische Fähigkeit, das Geschaute und Erkundete mit Zeichenstift und Feder anschaulich festzuhalten. Wenn er von einem Som- merabenb in Bagdad, einem Zug durch die Salz- wüste ober einer zauberischen Mondnacht in mongolischen Bergschluchten erzählt, wenn er Fels- ober Flußlandschaften schilbert, so glaubt man, selbst dabei gewesen zu sein. Als Hedin vor Jahren auf einer Forschungsreise durch China auf die Ruinen der alten Kaiserstadt Jehol stieß und nachdenklich durch die zerfallene Pracht schritt, belebten sich für ihn Die eingestürzten Paläste, die leeren staubigen Gemächer, deren Kostbarkeiten längst geraubt worden waren, die abgebröckelten Simse und die brüchigen Terrassen; bann versenkte er sich in bie uralte Geschichte biefes Landes und schrieb bas herrliche Buch „Jehol, bie Kaiser- stabt", bie früher ben chinesischen Herrschern als Sommerresidenz diente. Der Forscher ließ sie wieder erstehen in einem anmutigen Tal etwa zwanzig Tagereisen von Peking mit ihren Tempeln und Palästen, deren goldene Dächer über die stillen Wege der weiten Gärten schimmern, mit zierlichen Brücken über verträumten Teichen, mit Gartenhäusern, geschwungenen breiten Treppen und vielen lächelnden Buddhas — Schilderungen voll phantastischer Buntheit. Jehol war das Ziel von fast 500 000 Torguten, bie an ber Wolga saßen unb, plötzlich von ber Sehnsucht nach ihrer Urheimat gepackt, in einem Tobeszug ohnegleichen ostwärts manberten, nach verzweifelten Märschen burch Eis unb Wüste, nach furchtbaren Sttapazen und Kämpfen mit feindlichen Horden in Jehols stillen Gärten ankamen, vom Kaiser ehrenvoll empfangen und reich beschenkt. In Jehol wurde 1793 die englische Gesandtschaft wie die eines Vasallenstaates empfangen und mit der herablassenden Antwort abgefunden, der Sohn des Himmels werde dem „Landeskönig" wegen seiner Anmaßung nicht zürnen, wenn er weiterhin „zitternd gehorchen" werde. Als Sven Hedins eigentlichen und „einzigen" Rowan bezeichnet ber Verlag Brockhaus des Forschers Werk „Tsangpo Lamas Wallfahrt", das in zwei Bänden („Die Pilger" und „Die Nomaden") oorliegt. Es ist verständlich, wenn der Verfasser, der fast em halbes Jayrhundert im Osten verbrachte, als Schauplatz feines Romans jenen schwer zugänglichen Teil der Erde wählte, den er eigentlich erst für unsere Wissenschaft erschlossen hat, das geheimnisumwitterte „Dach der Welt", das Hochland von Tibet. Mit tiefem Einfühlungsvermögen wird der Werdegang eines mongolischen Fürstensohnes und buddhistischen Pilgers geschildert. Wir sehen die Leute des Graslandes mit ihren einfachen Seelen und Sitten aufwachsen, bewundern sie in der Kargheit und Schönheit ihres täglichen Daseinskampfes, erleben, wie ber kleine Mongole um bas runbe schwarze Zelt ber Mutter bie ersten Schritte tut, wie er heranwächst zwischen Pferdegetrappel und Reiterspielen, staunen über bie Pracht ber Gastmähler unb Hochzeiten unb Über bie wilbe Steppentochter Dolma, bie auf ungesatteltem Kamelhengst burch die Einöde jagt und mit ihrer herben Liebe den jungen Pilger auf seinem Zuge ins Kloster vergeblich in Versuchung bringt Wild und ungezügelt, spröde und unnahbar tritt die Natur des Ostens wie eine Riesin hinter den Schicksalen der Menschen auf, wälzt Steppenbrände über das dürre Grasland, begräbt tausendköpfige Karawanen, Priester unb Bauern mit ihren Tieren, unter Stürmen von Sanb, läßt bie Verirrten mit Wölfen um ihr Leben kämpfen unb jagt ben Lauf ihrer Gezeiten mit betlemmenber Furchtbarkeit über ßänber scher Entfaltung („An den Mond") stand „Sehnsucht" in Dielfältiiger Stimmung-gestalt gegenüber mit der reichen Frille des Schlusses. Den „Musensohn" durchzog Lebensbejahung km Lichte der Bild- haftigkeit. Den Gaben aus Hugo Wolfs „Italienischem Liederbuch" wurde schöpferische Sprachgestattung zum Schlüssel. Der Zug des Jnnerlichen-Jntimen wurde wach in besinnlicher Jnnenschau, die durch die Feinheit der Einzeldurchdringung die musikalische Linie mit der Plastik des Gedanklichen zu- summenschmelzen ließ; als tief innig erfühlt sei „Wir haben beide lange Zeit geschwiegen^ hervor- gehoben mit der Verhaltenheit des Beginnes und dem Beglückenden des Schlusses. Groß war ber klangliche Aufschwung: „Ich hab' in Penna einen Liebsten wohnen". Leidenschaftliches Liebeserleben mit glühendem Temperament durchwehte die ,Ligeunerlieder" von Joh. Brahms. (Das Werk, ursprünglich für Soloquartett geschaffen, wurde vom Komponisten selber für eine Singstimme umgearbeitet und gilt neben den „Ungarischen Tänzen" als sein sprechend- stes Bekenntnis zur ungarischen Volksmusik.) Gertrude Pitzinger ließ aus den Einzelsituationen des Zyklus jedes Lied in feiner Eigenart Gestalt gewinnen; impulsiv, schwungvvll, mitreißend im rhythmischen Akzent, neckisch, versunken, empfindungsstark gern eitet, so blühte jedes einzeln auf als organisches Glied einer geschlossenen Folge, in der Gesamtheit als der Ausbruch stärksten musikalischen Erlebens. Max Reaers „Schlichte Weisen" wurden zum innigen Ausklang des Abends. Nach der Gefühlsgebanntheit bei Brahms berührte die Schlichtheit und Wärme anheimelnd in ihrer ursprünglichen, ungewollten, herzlichen Naivität. Und doch mit individuell erklang jedes Lied, ganz aus feiner Grundftimmung heraus, immer wieder aufs neue fesselnd, innerlich bereichernd durch die Vielfättib' feit des Einsatzes der stimmlichen Abstufungen bis zu feinster klanglicher Gelöstheit und durch das Erwecken auch des letzten Ausdruckswertes. Im gegenseitigen Geben und Nehmen, im Austausch und im Eingehen auf einander war Heinz Schröter auch diesmal wieder gleichwertiger Mitschafsender am Flügel; selbständig im eigene« Anteil und zugleich schmiegsam im Anpassen und Mit- gehen. Das leider nicht voll besetzte Haus war bald von den Konzertgebenden gewonnen, und immer stürmischer brach begeisterter Beifall aus; die Sängerin dankte mit Sondergaben (u. a. Hugo Wolf: „Heimweh", Regen „Mariä Wiegenlied" unt Nordmahrrsche Volkslieder). Dr. Hermann Hering. Gießener Konzettverein. Liederabend Gertrude Pitzinger. Gertrude Pitzinger ist zweifellos au einer ber markantesten Erscheinungen im deutschen Konzertgesang geworden durch die glückliche Verbindung der bedingenden Faktoren. Einer, wie schon früher von hier aus festgefteltt werden konnte, restlos durch- gebildeten, entwickelten und beherrschten Stimme von ausdrucksstarker Farbe, die hinter dem schönen Klang stets die Fülle des Gefühls mitfchwingen läßt, eint sich in ausgeglichenster Wirksamkeit musikalisch fundierte, ausweitungsfähige Gestaltungsgabe, die durch die Intensität des (Einbringens, Nachfühlens und Nachschaffens für den Liedgesang geradezu prädestiniert. Dazu tritt vertiefend ein Erfassungs- oermögen, das nicht nur jedem Stil volles Recht gewahrt, sondern darüber hinaus gerade auch die menschlichen Hintergründe erlebt und sie bestimmend ausschwingen läßt und so jeden Schaffenden vollgültig in seinem spezifischen Eigenleben erfaßt und ihn vollendet zu künden vermag. So wurde Schuberts „Dem Unendlichen" zum verheißungsvollen Eingang. Akzentschwer in der Deklamation des Rezitalivischen und zugleich doch klanggebunden bei ■ größtmöglicher Plastik des Textes, weit in den Steigerungen mit ausschwingender Linie erschloß sich' die Welt des Pathetisch- Erhabenen. Vergeistigtem Naturempfinden» in lyri- unb Völker hin. Einbrucksstark heben sich, besonbers im zweiten Banbe, bie prachtvollen Schilberungen aus bem Leben ber Steppentiere, der Murmeltiere, Jack, Wildesel, Wildgänse heraus, in ihnen ist die jahrtausendealte Kraft ber Natur noch lebendig. Nur wer wie Hedin Jahrzehnte unter diesen Menschen und Tieren lebte, wer sich ihrem Klima, ihren Sitten unb Bräuchen so anzupassen wußte unb bie Geschichte biefer fremben Länder so kennt, konnte die Geschicke der Pilger und Nomaden vor uns auf- rollen wie einen mächtigen Fries, auf dem Völker und Naturmächte gegeneinander im Kampfe stehen. Wir sehen in Sven Hedin auch den Deutschenfreund. Er hat, ohne Rücksicht auf seinen Weltruhm, seinen Glauben und sein Vertrauen auf Deutschland aufrechterhalten, er weiß, was er Deutschland verdankt, und diesen Dank hat er bekundet in seinem neuesten Buche „Fünfzig Jahre Deutschland", das in feinen Erinnerungen eine wertvolle Ergänzung bietet zu unserer Geschichte von der Schaffung des zweiten Reiches bis in unsere Gegenwart. Hans Sturm. N Zur vormilitärischen Ausbildung angetreten ZHV\V\ (Nachdruck verboten!) 18 Fortsetzung. Handschuhe, die er sich angeeignet hatte, waren wie । gesagt noch recht feucht und wurden am Körper ner die Treue Hullen. doch kein bis zum die Erde zeichnet, ist mit der kinderreichen lese verbunden. sich eingefunden, der Verleihung des Ehrenbuches Familie eine erbbiologische Aus- 120 kinderreiche Familien hatten dazu viele geladene Gäste aus Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin Nachdem hatte und Lieder der schl-uß. Sodann Aus der Stadl Gießen Oer kalte Winter vor 2ü0 Zähren em 2ßeU aus diesem Revolver aller Wahrscheinlichkeit nach Ihrem Bruder Ludwig eine Kugel in den Kopf geschossen wurde", sagte Kybander. Dann ging er mit freundlichem, undurchdringlichen Gesicht. Em feiner Benzinduft zog hinter ihm her; denn die nach dem gemeinsamen Gesang der Nation fand der Appell seinen Ab- Stork teilte verschiedene Anweisungen mit und erinnerte an die Ehrung des Generalfeldmarschalls von Mackensen zum 90. Geburtstag durch den Führer und den NS.-Reichskriegerbund. Anschließend zeichnete Kameradschaftsführer Hart- m a n n für mehr als 25jährige Zugehörigkeit zur Kameradschaft mit der silbernen Ehrennadel des NSRKB. folgende Kameraden aus: Hch. Bachmann, Battenfeld, Bauer, Hch. Becker, Hch. Bönsel, Ludwig Christ (Rodheim), Ioh. George, Ludw. Gerlach (Bieber), W. Döll, Groß, Hedderich, Hugo Herbert, Hans Keitzer, Jak. Kranz, H. Kreie, W. Mank (Wieseck), Karl Noll, Karl Parr, Hans Preiß, Hch. Rohrbach, Aug. Rück, Gg. Schäfer, W. Schaum (Klein-Linden), Gg. Strauß, Konrad Schomber, Gust. Schneider (Wieseck), Gg. Sommer (Watzenborn-Steinberg), Karl Stork, Gg. Waldschmidt (Leihgestern), Ad. Weißmann, Hch. Winn und Wlo- darek. Für die ausgezeichneten Kameraden sprach Ioh. George dem Kameradschaftsführer Dank aus. Der stellvertretende Kameradschastssührer G e l- l e r verband damit den Ausdruck des Dankes uffb Vertrauens für den feit 10 Jahren die Kamerad- Tauwetter, sondern der Frost hielt an 10. März, und hat man gefunden, daß 3 Schuh tief gefroren gewesen." Xfornotuen. Tageskalender für Montag. N t suchen Hk denn je I°ll sich il, oren und ; wechselnd« Verbraucher, ben und zu sen Person, n des Per. »ewiß ist er r Stärkere' diese lieber. lwch leb. 'feuer. totillee ein rs Btiftoi. Gießen Klein-Linden. Die hiesige Kriegerkameradschast unter ihrem neuen Kameradschaftsführer Kam. Diehl hielt am gestrigen Sonntag ihren Generalappell im Kameradschaftsheim „Zum Strümpfchen" ab. Der Kaine- radschaftsführer begrüßte die den Kriegsoerhält- nissen entsprechend zahlreich erschienenen Kameraden. Besonderen Gruß entbot er den Verrretern des Kreisverbandes, Kam. Kreisfchießwart Hanf und Derwaltungsführer ©lebe. Nach der Einführung übermittelte Kam. ©lebe den Gruß des Kreiskriegerführers, weiter sprach er über die Einheitlichkeit des Anzuges und die Neuaufnahme von Kameraden, ^eisschießwart Hanf referierte in längeren Ausführungen über den Stand des Schießens in der Kameradschaft, insbesondere über das Wettkampfschießen 1939 und das Ehrennadel- schießen. Dem Schießwart Kam. Benderotzh wurde Anerkennung zuteil für seine eifrige Arbeit. Die Kameradschaft hatte sich mit 25 v. H. beteiligt, was aber beim nächsten Wettkampf gesteigert werden soll. Sodann wurde beschlossen, das Ehrensalvenschießen bei Beerdigungen verstorbener Kameraden wieder aufleben zu lassen. Im weiteren Verlaufe antroortung ärgert wirb, ihrem Ver. Sorgen de; chrs im La. 'eichsfrvuen. ien Vorder- mer an ihre H auch ein- deitslast bes Zu dieser u eines ein« orge um die Laden zur stetigen ousfrau, die n Tag ver- lufbegehren, ) dem toben, als ifir g beim Ver- )U die Hausladen zu nicht, wem zebrauchi is für die ■ vor allein I ^wahren I erseits schätz' I lufmann lik' I nd keine per- I i zur Schau I allen Beoölkerungsschichten. In feiner Eröffnungsansprache konnte der Leiter des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., Gauamtsleiter Prof. Dr. Kranz, Gauleiter Sprenger und zahlreiche Vertreter aus Partei, Wehrmacht und Staat begrüßen. Vor der Verleihung der Ehrenbücher durch Gauleiter Sprenger ging dieser noch einmal auf die Bedeutung der (Seburtenfteigerung ein, gegen die es bis zur Machtergreifung durch Adolf Hitler einen inneren und einen äußeren Feind gegeben habe: der innere Feind, der jüdische Arzt, der äußere :fonWnbo htrupp. "ch $aar. 3m Zeichen der grünen Uniform Der „Tag der deutschen Polizei" in Gießen. ........ trafen sich die Kameraden in den Sturmlokalen zu einer Stund« kameradschaftlichen Beisammenseins, während dem die Derpflich - tungserklärungen zur vormilitärischen Ausbildung unterschrieben wurden. Volksgenossen den einzelnen Stürmen. der Kreisleiter des Führers gedacht Populärwissenschaftlicher Vortrag: 20.15 Uhr im Kunsttvi s s enschaftlichen Institut Professor Dr. Ullrich über „Kulturgeschichte der Mathematik". — Gloria-Pal-ast (-Seltersweg): „Zwei Welten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Brand im Ozean". NS -Zrauenschast Deutsches Frauenwerk. Am Dienstag, 20.2., findet in der Aula der Universität ein Vortrag des Leiters des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Prof. Dr. Groß statt. Alle Mitglieder werden gebeten, sich den Vortrag anzuhören. Eintritt frei. BOM -Untergau 116 Gießen. Betr.: B D M.- S a n i k u r s. Der Kurs findet jeden Dienstag um 20 Uhr im Moeferheirn stakt. Der nächste Abend ist am 20. Februar. VDAl.-Werk-Gruppe la/116, Sport und Gymnastik. Der nächste Heimabend ist am Dienstag, 20. Februar, im Moeserheirn. Außer Liederbüchern sind noch die restlichen Fragebogen und Mitgliedsausweise mitzubringen. rlS'GmeinWsl M Stall öntifiWe Achtung! KdF.-Sport. Für Frauen. Gymnastik und Spiele: Donnerstag, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerschule. Für INänner: Allgemeine Körperschule: Donnerstag, 18 bis 19 Uhr, Goethefchule. Beginn: 22. Februar 1940. 859D Zahresappett ehemaliger Kavalleristen Die Kameradschaft ehemaliger Kavalleristen hielt am gestrigen Sonntag im „Bayerischen Hof" ihren Jahresappell ab. Kameradschaftsführer Ernst Hartmann konnte dazu eine große Anzahl Kameraden begrüßen und gedachte in erster Linie der Kameraden an der Front. Hierauf wurde der verstorbenen Kameraden Ehrenmitglied Kutschrad und Adolf Noll gedacht. Schriftwart K. Stork erstattete den Jahresbericht, aus dem ein vielfältiger Einsatz der Kameraden zu entnehmen war. Im letzten Jahr wurde den Kameraden Hch. Rohrbach, I. Heydt und Waldschmidt (Leihgestern) das Mackensen-Ehrenzeichen I. Klasse verliehen. Dank der Opferbereitschaft der Kameraden gab der von Kassenwart Hch. Rohrbach vorgebrachte Kassenbericht Aufschluß über gute Kassenverhalt- Nisse. Dem WHW. wurde wieder ein Sonderbei- trag überwiesen. Fechtwart Valentin hob hervor, daß die Kavalleristen im Kreisverband mit ihren Sammlungen an erster Stelle standen. Für den einberufenen Schießwart Immel fuhrt Kamerad Kehler das Schießwesen fort. Sozial- wart Strauß führte aus, daß einige Kameraden unterstützt werden konnten. Propagandawart Rund 1500 Volksgenossen der Jahrgänge 1896 bis 1922 waren gestern vormittag auf Oswaldsgar- ten angetreten, um sich zur vormilitärischen Ausbildung zur Verfügung zu stellen. Kreisleiter Backhaus hielt eine kurze, eindringliche Ansprache, in der er seiner Freude darüber Ausdruck verlieh, daß die Volksgenossen in so stattlicher Anzahl angetreten waren. Er betonte dann, daß heute jedermann in unserem Volke erkenne, wie notwendig es fei, daß Deutschland wehrhaft dastehe, und daß jeder sich gerne einfüge in die Verteidigungsfront für unser Vaterland. In feinen weiteren Darlegungen sprach Kreisleiter Backhaus von der früheren Zerrissenheit des deutschen Volkes, das durch die unselige Kleinstaaterei jener Zeiten und oftmals auch durch konfessionelle Streitigkeiten ausyespalten gewesen sei. Er rief einige markante Zeitpunkte der deutschen Geschichte in die Erinnerung zurück und ließ daran eindeutig erkennen, daß die Einigung unseres Volkes unter Adolf Hitler ein unbedingtes Erfordernis gewesen ist und sich in dieser Einigung ein langgehegter Wunsch aller guten Deutschen erfüllt hat. Nachdem der Kreisleiter noch kurz über die gegenwärtige politische Lage, die Absichten unserer Feinde und über die geschlossene Front des beut, ;en Widerstandswillens gesprochen hatte, Sh n’S Sh iw.: r» '"wich, ” Hi. »* D15 1 Sekitz. Sie senkte den Kops, als werde er herabgedrückt von diesen schweren, unklaren Gedanken. Ihre grauen Schläfen waren in dieser letzten Nacht ganz weiß geworden und niemand hatte es ihr in all den Aufregungen bisher gesagt. ♦ Kriminalkommissar Kybander war zu Fuß gegangen, denn die Netteimannstraße lag nicht weit weg von der Kurfürstenstraße. Er fand die Hausnummer und las unten am Schild den Namen Herder. Er klingelte, der Schnarrtor erscholl, Kybander trat ein. Frau Herder stand fn der Tür zu ihrer Wohnung. Sie sah den Mann, den sie nicht kannte, heraufkommen. Er trug einen grauen Staubmantel und sah nett aus. Vielleicht ein Vertreter, der einen Staubsauger oder einen elektrischen Eisschrant verkaufen wollte. Sie wurde schrecklich überrascht: Kybander zeigte seine Marke. „Es handelt sich nur um eine Auskunft, Frau Herder. Ich muß Ihren Herrn Otto- Erich Hegg einen Augenblick sprechen. Ist er im Hause?" „Ja", sagte Frau Herder; sie gab den Eingang frei. Sie ging vorweg, den ziemlich dunklen Korridor entlang und klopfte an eine Tür. „Herr Hegg!", rief sie, „Besuch!" „Kriminalpolizei" zu rufen, widerstrebte ihr. Die Tür öffnete sich. Licht fiel in den Korridor. Hegg sah seinen Besucher erstaunt an. Den Mann kannte er doch nicht?" „Nein", Tagte Kybander und erriet Heggs Gedanken, „Sie kennen mich nicht. Aber ich muß Sie einen Augenblick sprechen." „Tut mir leid, daß Frau Herder Sie herein- gelassen hat, aber ich habe gar keine Zeit." Er übersah Frau Herders verzweifeltes Winken, das ihn warnen sollte. „Moment!" sagte Kybander, „Sie werden Zeit haben, Herr Hegg." Er ließ seine Messingmarke sehen. „Ich bin Kriminalkommissar Kybander und bearbeite die Mordsache Carlotti." Erblaßte Hegg oder war das nur, roefl er sich umwandte und das Licht fein Gesicht besser traf? Er stand da. gut gewachsen und breitschultrig, aber er ließ diese Schultern hängen. „Kommen Sie herein", sagte er. (Fortsetzung folgt.) frau. Ärtegsmirt. Seiten bes 3e? thürin. auf her handel, Dr Frau Henriette sagte: „Wie roch denn der Mann?" Sie blähte die Nüstern, fand es aber nicht ^©erhärt Carlotti sagte grob: „Nach Schnaps roch er Sicherlich war er angetrunken, sonst hatte er nicht solchen Blödsinn geredet." „Fandest du wirklich, es war Blödsinn, Gerhart, meinte Frau Henriette vorsichtig." „ Unbedingt. Der Kerl war betrunfem Frau Henriette schwieg. Sie war kluger als ihr Sobn So klug war sie sogar, daß sie erkannt hatte, der Kommissar war ihnen allen über gewesen. Sie seufzte und gab das Thema auf. ,/Du warst unten be- Julia?", fragte sie und trat naher zu ihrem G°rh°.rt Carlotti. Er hielt friefianb feiner Mutter fest. „Ich möchte bir etwas sauen Mutter", hob er an. „Der Augenblick ist schlecht gewählt, aber es drückt mir das Herz ab, menn ich denke, du könntest annehmen ich habe em falsches Spiel getrieben. Julia und ich lieben uns. Wir wollten Ludwig alles sagen Es ist eine doppelte Tragik, daß er in der Nacht sterben mußte. Personen bequem Unterkunft. Er besteht aus einem Hauptgang und drei langen Seitenräumen. Er ist in allen seinen Teilen in gewachsenen Fels eingehauen und nach der Erdoberfläche zu stark von gewachsenem Fels überlagert: Der Luftschutzraum ist also absolut bombensicher. Von verschiedenen Teilen des Kellers aus führen Luftschächte nach oben, die so ausgebaut sind, daß im Falle eines feindlichen Angriffs aller Schutz gegeben ist. Der Keller ist mit Bänken ausgestattet. Der Boden, der ehemals morastig war, ist zementiert worden. In allen Räumen wurde für elektrisches Licht gesorgt. Der Luftschutzkeller macht in seiner Gesamtheit einen ausgezeichneten Eindruck und läßt in hohem Maße seine Zweckmäßigkeit erkennen. Oie Neltuugsstativn. Die Rettungsstation, die im Kellergeschoß der gewerblichen Berufsschule in der Kirchstraße geschaffen wurde, überraschte wohl alle Besucher durch die vollkommene und gut durchdachte Einrichtung. Die Rettungsstelle gibt im Falle eines feindlichen Luftangriffes für zahlreiche Verletzte Unterkunft, erste Hilfe, erste operative Behandlung, ferner die Möglichkeit zu gründlicher Reinigung für die von Kampfstoffen getroffenen Volksgenossen und die I Möglichkeit zur Ruhe in Räumen mit über 50 Frau Henriette schwieg. Gerhart war ihr Lieb- lingssohn, an ihn hatte sie von jeher mehr gehan- gen. Man kann nicht für feine Gefühle. Sie hatte sich bemüht, ihre Liebe gerecht zu verteilen, aber Liebe läßt sich nicht kommandieren. ,Zch wußte es, Gerhart", sagte sie und streichelte seine Hand. „Schon lange wußte ich es. Aber ich mußte zusehen, ohne euch Helsen zu können, dir nicht, Julia nicht und auch Ludwig nicht." „Er war glücklich; er war ahnungslos." „Ach, ich weiß es nicht, Gerhart. Hätte er sich dann das kleine Mädchen angeschafft und Julia betrogen? Aber reden wir nicht davon. Jedenfalls könnt ihr auf mich rechnen." „Du bist von einem wundervollen menschlichen Verstehen, Mutter." Er war ganz gerührt. Die alte Frau Carlotti schüttelte den Kopf. „Ach, das weiß ich gar nicht sicher, Gerhart", sagte sie. „Jedenfalls hat es weder Julia noch Ludwig Glück gebracht, daß ich tatenlos zusah. Bis zuletzt. Ich möchte nicht, daß das nun alles umsonst war und ihr beiden wieder in einer oerqueren Situation steckenbleibt." Sie klopfte ihres Sohnes Hand. „Es hat ein Gewitter gegeben, und der Blitz hat furchtbar einge- schlagen. Der Himmel weiß, was er tut." „Latz den Himmel hier aus dem Spiel. Ein gemeiner Mord kann nicht bas Werk des Himmels Frau Henriette schwieg, als habe der Sohn ihr wirklich den Mund verboten. Aber das Streicheln der Hand wurde stärker. Du weißt nicht alles, mein Sohn, dachte sie. Gemeiner Mord, sagst du. Wüßtest du, was ich weiß, redetest du nicht so. Oder machst du mir etwas vor? Spielst du genau so Komödie wie ich? Wollen wir uns gegenseitig schonen und arbeiten damit dem Kommissar in die Hände? Aufklärung und Sühne, sagte er; und damit fing er Julia. Aber uns, Gerhart, uns beiden geht es hier nicht um eine Sühne und nicht um die Aufklärung, die der wahren Gerechtigkeit nachhinken müßte; und wenn einmal der Vorhang erklärungslos gefallen ist soll man ihn nicht wieder hochzuziehen ver- uchen. Deshalb ist der Kommissar mein Gegner und auch du stehst gegen mich. Ich bin mit dem Toten allein. Er hat mir sein Geheimnis anvertraut, daß ich es wahren soll. Er war mir im Leben nicht der liebste Sohn, ich will ihm im Tode lieber den Winter 1739/40 berichtet der damalige $ Qhre*. D°Ic Douernheim bei Nidda im Kirchenbuch: „Es war em sehr harter Winter, da es NoAchber 1739 anfing zu frieren und in ziem- hdjer Gleichheit fortbauerte, bis ben löten Januar, da bie Kalte sehr stieg bis auf ben 18. Jan und stand mein Thermometer auf 66 Grad (nach Fahrenheit = JL®raÄU5)' D°n Hamburg aber und ^n nördlichen Landern ward berichtet in der Zeituna daß die Kälte daselbst 30 Grad höher gestiegen als i I 1709. Hieraus fings an zu schneien und die Kälte fiel wieder, bis auf den 26. Grad des Therm Den 14. Febr. brach die Kälte wieder ein und stieg innerhalb 4 Tagen bis auf ben 48. Grab Den 18. Febr. stieg bas Therm. auf 55 Gr., fiel aber ben 28. Febr. roieber, ba es anfing zu schneien, unb blieb also bei gelinder schöner Witterung bis zum 23. Febr., da bie Kälte aufs neue roieber anbrach unb bas Therm. stieg am 24. Febr. bis auf 63 unb am 26. Febr. auf 69 Grad. Etliche Tage hernach fiel zwar bie Kälte roieber, es roar war aber ■ schäft führenben Kamerab Hartmann. Der Karne- „ rabschaftsführer gab ben Dank an feine treuen bes Appells 'würben bie Kasse unb Geschäftsführung Mitarbeiter weiter unb bestätigte diese in ihren in bester Ordnung befunden. Die Kameradschafts- Aemtern. | führung wurde in der seitherigen Besetzung bestätigt. finbcmber, dieser sonderbare Kommissar, wartete, ob dl- kleine Debatte weitergehen werde, als das nicht der Fall war, li-b er das Thema allen, tos war, als habe er nur spielerisch mit der Florettlpitze -org-tippt, den Gegner zu beunruhigen und aus der Reserve herauszulocken. Der erwartete richt g Stoß blieb aus. . . _ „Ich wollte Sie vorhin fragen ,.wandte er sich wieder an Gerhart Carlottt, „ob Sie gestern abend im Hause waren." „Nein", lautete die rasch gegebene Antwort. war nicht im Hause. Ich ging um neun Uhr weg- vor neun Uhr sogar, und kam $cgen em Uhr nachts zurück. Ich kann das beweisen.' ~ „So", meinte Kybander nut jener freundlichen Gelassenheit, bie ben anberen entnerven muhte, „oas Ist natürlich äußerst günstig." sr wandte pch an 6 au Henriette, die mit gespanntester Ausmerksamkett dem Rededuell gefolgt war ,S-.°n «,e doch |o sreundlich", sagte er, „und M)ren S.e mich noch einmal ganz kurz durch alle Raume. Da Herr Car lötoanÄ ist, tann ich nun woh auch emen Blick in sein Zimmer werfen Es wirb stcherncy au geräumt sein." Sein Wunb zuckte. . , „Gewiß", knurrte Gerhart CarMttt, gereizte denn je. „Obgleich ich den Zweck nicht ein ehe.fisten Sie mich für den Mörder.^e-nes Bruders Kybander sah ihn °n. Seme grauen kühlen Augen hatten einen verdeckten ®lana. «®»e fin» o erste, der das ausspricht, Herr Carlottt , sagte er. ,Äl hatte das nicht gesagt. „Was soll das heißen, Herr! . . üfs Vielleicht nur, daß Sie vorsichtiger sein mu, fen", antwortete Kybander. „Gehen wir, bitte . E schob Carlottt einfach vor sich her. tanb „Sehl-- I It gegenM I Den * I hte der * I MenM | I ichen-ÄntliM I iu, die burd) I die mufif» I unkW" )■*' I । erfühlt fo !gen" her-"' Ännes B Peima eml i ■äU «tet und fl“1 «in Wlsik ! ■f taU f W W n» W J “5, KWl durch 's- W I 1 ul'"., pl' I fall fW I Arn Samstag und am gestrigen Sonntag bestimmten bie Uniformen der Polizei vornehmlich bas äußere Bild unserer Straße. Schon am Samstag.norgen schwärmten bie Beamten der Schutzpolizei mit ben roten Sammelbüchsen bes Winterhilfswerks aus unb begannen eine eifrige Sammeltätigkeit. Balb ging niemand mehr ohne bie Spenbe- Abzeichen, bie in ihrer Form lebhaft an Nürnberger Zinnsoldaten erinnerten. Ein Teil ber Figuren roar bunt bemalt unb ließ bie verfchiebenen Uniformierungen ber deutschen Polizei besonders gut erkennen. Am Sonntagmorgen roar auch ber Lautsprecherwagen ber Polizei schon unterwegs, der sonst der Verkehrserziehung bient. Nun aber erklangen aus ihm weithin hörbar ©olbatenlieber ber Gegenwart unb auch einige Schlagerlieber. Am gestrigen Sonntag würbe bie Sammlung von ben Polizeibeamten eifrig fortgesetzt, auch bann, als die Abzeichen längst alle verkauft waren. Im „Felsenkeller^. Der „Tag ber deutschen Polizei" brachte über bie Sammeltätigkeit hinaus auch einige Besichtigungsmöglichkeiten befonberer Art. Da roar es zunächst ber „Felsenkeller" in ber Bahnhofstraße, ber berechtigtem Interesse begegnete. Der Keller, ber als öffentlicher Schutzraum eingerichtet ist, bietet rund 500 Im Wohnzimmer wußte er es so einzurichten, baß er einen Augenblick allein war. Ein gar nicht vorhandener Windstoß warf auch noch bie Tür zu. Kybander war mit zwei Sprüngen bei ben Röhren der Zentralheizung unb riß ein Paar weiße Wilb- Icberhanbschuhe, die ba zum Trocken auflagen, an sich Er steckte sie ein. Sie waren feucht unb rochen nach Benzin, benn bie Heizung war um diese Iah- reszeit nicht mehr in Betrieb. Man hatte bie Handschuhe dorthin nur aus ber Hanb gelegt. Dann öffnete er schleunigst wieder die Tür. Frau Henriette sah ihn mißtrauisch an, sagte aber nichts. „Noch etwas?", fragte sie nach einer Pause. „Nein, erledigt", antwortete Kybander, „ich danke Ihnen. Den Revolver nehme ich mit." „Warum?" fragte Gerhart Carlottt noch immer schloß er feine Ansprache mit der Aufforderung zu aller Pflichterfüllung in ber nun bevorstehenden vormilitärischen Ausbilbung. Obersturmführer Erb als ftelloertretenber Führer ber SA.-Stanbarte 116 sprach anschließenb zu ben angetretenen Kameraden über bie praktische Form ber Durchführung ber vormilitärischen Ausbilbung. Er wies barauf hin, baß es gelte, bie Kameraben im Kleinkaliber, schießen auszubilben, sie in bas Gelänbe zu führen um sie „gelänbegängig" zu machen, sie aber auch weltanschaulich auszurichten. Er forberte zu pünktlichem unb regelmäßigem Antreten zum Dienst auf unb betonte, baß von niemanben Unbilliges verlangt werbe, unb baß jebe mögliche Rücksicht bar- auf genommen werbe, paß bie angetretenen Kameraden auch beruflich stark in Anspruch genommen seien. Er überwies fobann bie angetretenen Liegestätten, deren Strohsäcke mit blenbenb weißem Leinen bezogen sinb. Die Rettungsstation muß möglichst von all ben Volksgenossen passiert werben, bie burd) einen feinblichen Angriff zu Schaben gekommen sinb. Erst nach ber Behanblung in bieser Rettungsstelle können bie Geschäbigten einer Klinik zur weiteren Behanblung überwiesen werben. Bei ber Besichtigung bieser mobern ausge- statteten Rettungsstation würben ben Besuchern von fachmännischer Seite eingehenbeOErläuterungen zuteil. Technische Tiothilfe zeigt Modelle. Mit großem Interesse verbiente auch bie Ausstellung ber Technischen Nothilfe betrachtet zu werben, bie auf Tischen im Alten Rathaus am Marktplatz aufgebaut roar. Aus minutiöser Kleinarbeit waren bort Mobelle von verfchiebenen Brückenkonstruktionen gezeigt, bie maßstäblich gerecht geschaffen waren unb erkennen ließen, mit welcher Hingabe unb Liebe man sich bei ber Technischen Notyilfe ben Aufgaben für ben Ernstfall roibmet. Wohl kaum ein Volksgenosse, ber alle diese genannten Einrichtungen besichtigte, dürfte sich ber Bitte um eine Spenbe für bas Kriegswinterhilfswerk verschlossen haben. Jebermann wirb aber auch mit Anerkennung ber Männer unb Frauen gebucht haben, beren Arbeitsergebnis hier zu sehen war. Das Sammelergebnis aus ber Stabt Gießen liegt bis jetzt noch nicht vor; es roirb erst im Laufe bes heutigen Tages endgültig festgestellt. Nach allen Beobachtungen beim Verlauf ber Sammlung kann man aber jetzt schon bie erfreuliche Feststellung machen, baß auch unsere Gießener Polizei zweifel- los ein gutes Ergebnis ihrer Bemühungen melben kann unb in bem Erfolg bes Sammelwerks bi^ enge unb vertrauensvolle Derbunbenheit ber Gießener Bevölkerung mit ber Polizei erneut eine ein« brucksvolle Bekunbung erfahren wirb. 3m Landkreis Gießen 11668,20» Die Sammlung der Gendarmeriebeamten des Landkreises Gießen, der ff, des NSKK. und der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Gießen anläßlich des „Tages der Deutschen Polizei" erbrachte nach ben bisherigen Feststellungen bas stattliche Oefamtergebnisoon 11668,20RM. Dieser Betrag setzt sich im einzelnen wie folgt zusammen: Sonberspenben ber (Senbarmeriebeamten unb Bürgermeister bes Lanbkreises Gießen 703,50 RM., Sonberspenbe ber Angehörigen ber Freiwilligen Feuerwehren bes Lanbkreises Gießen 1842,65 RM., Erlös aus bem Verkauf ber Spenbenabzeichen 3200 RM., sonstige Spenben 5922,05 RM. Ebenso wie in ber Stabt Gießen gebührt auch allen Spendern und Sammlern im Landkreis Gießen volle Anerkennung für ihre Opferfreudigkeit und ihren tat- frohen Einsatz. Der Gauleiter ehtt die kinderreichen Familien. Frankfurt a. M., 18. Febr. Der Landesverband Hessen-Nassau des Reichsbundes der Kinderreichen hat einen Aufstieg genommen, ber ihn in bie Reihe ber lebendigsten Träger der bevölkerungspolitischen Arbeit gebracht hat. Die Krönung dieser zielbewußten Arbeit am Lebenswillen unseres Volkes ist bie Ehrenbuch-Erstausgabe des (Sippen- werttgkeitsbokuments für Vater, Mutter unb Kind. „Ehrenbuch für bie deutsche kinderreiche Familie", bas Gauleiter Sprenger im Saalbau an bie erbtüchtigen kinberreichen Familien, bie hier versammelt werden konnten, symbolisch für das gesamte Gaugebiet erstmalig verliehen hat. Während das Ehrenkreuz nur die Mutter aus- Feind, die Westdemokratien, für die 20 Millionen Deutsche schon immer zuviel gelebt hätten. Mit den Worten des Führers: „Wir leben auf Erden, um unserem Volke das ewige Leben zu geben" schritt daraus der Gauleiter zur Verteilung der Ehrenbücher. Reichshauptstellenl'eiter Konrad schloß darauf die Feierstunde mit der Führer-Ehrung und anerkennenden Worten für unsere Soldaten an der Front. • VfB.-Reichsbahn Gießen. vfB. R. I — Spielvgg. 1900 I 2:1 (0:0). Die Grünweißen siegten knapp, aber verdient, leicht hätte der Sieg höher ausfallen können, aber die Torschüsse waren meist zu ungenau. Vor allem wurde auf beiden Seiten ritterlich gekämpft. Die Grünweißen hatten die meiste Zeit mehr vom Spiel, der beste Mann dürste der kleine Funk gewesen sein, der sich unermüdlich einsetzte und überall zu finden war. Schwach war Nikolai, der nie richttg im Bilde war. Die Läuferreihe war der der Blauweißen überlegen, die Hintermannschaft war sehr gut. Bei den Blauweißen schaffte die Hintermannschaft unermüdlich und rettete manch schwierige Situation, die Läuferreihe war schwach, die rechte Seite kam bei Fleischhauer nicht durch. Der Anstoß der Grünweißen wurde schön vor das Tor getragen, doch vergab Berghöfer die erste Chance, sein Schuß ging knapp neben das Tor. Bei den Blauweißen war es Balz, der über das Tor schoß. Die Grünweißen hatten sich gefunden und dominierten, jedoch wurde wieder zu wenig geschossen, die wenigen Torschüsse konnte Dinges halten. Die Verteidigung der Grünweißen stand auf der Mittellinie und hatte nur wenig zu tun, denn die Durchbruchsversuche der Blauweißen wurden sicher abgestoppt. Bis zur Halbzeit schossen die Grünweißen sechs Ecken, während der Gegner leer ausging, Diese Ecken waren die einzige^. Ausbeute der drückenden Ueberlegenheit. Nach der Pause wurde das Spiel noch schneller, eine siebte Ecke wurde von Berghöfer über das Tor getreten, dann konnte Heeg eine klare Chance der Blauweißen verhindern. Wieder waren die Blau- weißen vor dem Tor der Platzherren, jedoch rettete Möhl in höchster Not. So schnell war das Spiel, jetzt lief Ehmann die Linie entlang, doch wurde sein Schuß abgewehrt. Die Grünweißen gingen aus sich heraus und konnten wiederum stark drängen, Ehmann wurde gut bedient, flankte, und Schmuck schoß nach 55 Minuten zum Führungstreffer ein. Dieses Tor gab den Grünweißen einen mächtigen Auftrieb, die Hintermannschaft der Blauweißen hatte schwer zu kämpfen, eine schöne Flanke von rechts köpfte Schmuck neben das leere Tor. Wieder hatte Schmuck, dem nichts gelingen wollte, eine sichere Sache verschossen, dann nahm Funk einen Abschlag auf, und dessen Schuß konnte Dinges nicht halten. Dieses war den Blauweißen zuviel, und jetzt wurden sie überlegen. Die Bodenverhältnisse hatten den jungen Spielern stark zugesetzt, es machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Einen Freistoß schoß Gath, dessen Schuß prallte an Heeg ab, und schon hieß es 2:1. Jetzt gingen die Blauweißen stark aus sich heraus, und die Verteidigung der-Platzherren hatte bange Minuten zu überstehen, in den letzten Minuten wurde auf Halten des Ergebnisses gespielt. VfB.-R. 1. 3gb. — 1900 1. 3gb. 1:1 (0:0). Da der amtierende Schiedsrichter ausgeblieben war, einigte man sich auf eine verkürzte Spielzeit. Die Blauweißen waren weit überlegen, doch glückte ihnen nichts. Die Grünweißen konnten sogar bei einem Durchbruch das Führungstor schießen. Durch einen Elfmeter fiel der längst verdiente Ausgleich. Mit diesem Ergebnis können die Grünweißen mehr wie zufrieden sein, denn der Gegner war weit besser Hauptschriflletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerer R. Lange, K.-G., Derlcrgsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. Gießen (Wetzlarer Weg 80), den 19. Februar 1940. 0573 Trauer; Familie Heinr. Vonderheid Familie Emil Hartmann Familie Jakob Reußwig nebst Angehörigen. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 20. Februar, nachmittags 1 y4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. In tiefer Heinrich Birk IL Familie Heinrich Braun Familie Heinrich Dittmann Familie Fritz Berger Psalm 78, V. 23—26. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Anna Marie Birk, geb. Braun im Alter von 59 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Am 15. Februar verschied nach schweren Leiden 86QD Betriebsführung und Gefolgschaft der Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft Filiale Gießen. Herr Johannes Volz. Der Verstorbene hat 29 Jahre in unseren Diensten gestanden und sich als treuer u. gewissenhafter Mitarbeiter und Kamerad bewährt. Seine lautere und aufrechte Haltung, seine Hingabe für die Interessen unserer Firma werden ihm ein ehrendes Andenken sichern. 863D Am 15. Februar ist ußser 116 er-Ehrenmitglied und Treubundkamerad Johann Heinrich Volz aus arbeitsreichem Leben von uns geschieden. Bestattung Dienstag, 14 Uhr, Neuer Friedhof. Wir bitten unsere Mitglieder, dem verdienstvollen, treuen Kameraden zahlreich das letzte Geleit zu geben. Keine Ursprungszeugnisse, londern nur Zeugnisabschriften dem werbungsichre iben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I Bäcker- Lehrling gesucht. O57i Bäckerei und Konditorei Elmshäuser Marburg / Lahn Bekanntmachung. Die nächste Auszahlung des Familienunterhaltes erfolgt durch die Bezirkssparkasse Gießen am: Mittwoch, dem 21. Februar 1940, für Gruppe II, Jlr. 1—500; Donnerstag, dem 22. Februar 1940, für Gruppe II, Nr. 501—1000; Freitag, dem 23. Februar 1940, für Gruppe II, Nr. 1001 und darüber, sowie Gruppe I, III und IV und Räumungsfamilienunterhalt. Die Auszahlungen werden nicht nur in der Zeit von 10% bis 12 Uhr, sondern von 8 bis 13 Uhr vorgenommen. 8610 Gießen, den 17. Februar 1940. _______Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.)________ Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden muß: 8580 4. Rate Gewerbesteuer 1939. 3. Rate Hundesteuer 1939. Gießen, den 17. Februar 1940. _______Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.)________ Bekanntmachung. vetr.: Die Bekämpfung der Ratten im Stadtkreis Gießen. Bei der Durchführung der Rattenbekämpfung wurden dem Schädlingsbekämpfungsdienst Hessen-Nassau von den Hausbesitzern verschiedentlich Schwierigkeiten bereitet. Ich weise nochmals auf die Polizeiverordnung über die Rattenbekämpfung vom 19. April 1939 (veröffentlicht in der Oberh. Tageszeitung vom 10.1. 1940) sowie auf die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters (veröffentlicht in der hiesigen Presse am 1.2. 1940) hin, nach welchen die Eigentümer, Pächter oder sonstigen Nutzungsberechtigten von bebauten und unbebauten Grundstücken verpflichtet sind, die zur Durchführung der Bekämpfung vorgeschriebenen Maßnahmen zu dulden. 8620 Der Oberbürgermeister. 3. 23.: Nicolaus, H. Zimmer zum 1. ober 15. März gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 0574 an den Gieß. Anz. erbet. FitnÄZiffliiier mögl.m.Schreib- tisch und Chaiselongue, volle Pension, in ruh. Lage, sofort geh Schr.Angeb.unt. 8680 and.G.A. frankfurter Straße 38. Mehrere Hi'ss- arbeiler gesucht. [846D Rau & Eo. Gießen- Klein-Linden, Brandweg 11. Suche per sofort möM. Zimmer evtl.mitPension. Schriftl. Angeb. unt. 0577 an den Gieß. Anz. erbet. AWkMU für halbe oder ganze Tage ge- sucht.Schriftliche Angebote unter 0568 an d. Gieß. Anzeiger erbet. 3 Helfer Ihrer Gesundheit I Schlechtes Blut — müde, matt ? dann Brennessel-Saft „ Schoenenberger“ Bei Leber- u. Gallenleiden: Löwenzahn-Saft „Schoenenberger“ Bei Husten, Katarrh, Schleim: Spitzwegerich-Saft „Schqenenberger“ > „Schoenenberger“ Heil- y pflanzensäfte hab. noch 1 alle natürl. Heilkräfte! j Fl. RM. 1.60. Bewährt bei viel, anderen Leiden. ' Kräuterhaus JUNG Im Herz der Stadt Gießen, Ld.Mäusburg I 867 D Wehrwissenschaftliche Vortragsreihe der Ludwigs-Universität Gießen Dienstag, 20. Februar 1940, 20.15 Uhr, in der Neuen Aula: VORTRAG des Reichshauptamtsleiters Professor Dr. Groß, Berlin, Leiter des Rassenpolitischen Amts der NSDAP., über Die geistigen Fronten im Machtkampf der Gegenwart Freier Eintritt! 865D WW-MMMW Dienstag, den 20. d. M., pünktlich ab vormittags 10 Uhr, versteigere ich Roonstraße 28 meistbietend gegen Barzahlung: Komplette Betten, Kleider- und Glasschränke, Kommoden, Bertiko, Nähmaschine, Tische, Stühle, 1 Wasch- u. 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Gießen Von angesehener Versicherungsgesellschaft, die die Kleinlebensversicherung betreibt, wird zum 1. April d.J. ein tüchtiger Orisvertreier der Kaution stellen kann, gesucht (auch eine weibl. Kraft käme in Betracht). Der Monatsverdienst beträgt z.Z. rund RM. 150.-. Aus- führl. Bewerbungen mit Lichtbild unt. 0567 an den Gießen. Anzeig. Ihre Vermählung geben bekannt Maiihies A. Küster und Frau Aenne, geb. Küitner Breslau, den 18. Februar 1940 z. Z. im Felde Schweinfurt, Arndtstraße 1 Anschrift v. 18.-28.2.40: Hampelbaude, Poft Ärückenberg l.Rsgb. 0576 MSVw-WMOft IUOSWÄWM HEUTE MONTAG ERSTAUFFÜHRUNG: Ein heiterer Film von THMMSMKWZMZ Marianne Simson / Antje Weisgerber / Hansi Wendler / Joachim Brennecke / Max Eckard und Lachende Jugend gibt diesem Film das pulsierende Leben Wer diesen Film sieht, wird ein paar Jahre jünger! Ein TERRA-FILM nach einer Idee von WERNER P. ZIBASO mit 'BRAND IM' K b |i | Hans Söhnker / Rene Deltgen | Rudolf Fernau / Winnie Markus | Alexander Engel / Michael Bohnen = Spielleitung: Günther Rittau E Gewaltig das Thema, grandios die Darstellung E Ein Meisterwerk deutschen Filmschaffens! BEIPROGRAMM und UFA-TON-WOCHE Täglich 4.00 Uhr, 6.00 Uhr, 8.30 Uhr, Sonntags 3.00 Uhr, 5.30 und 8.30 Uhr.