Zrettag.io.zanuar MO M. Jahrgang Kopenhagen, Januar 1940. ttt. ion. ls ßelitm- annt nt f Straßes tember 1939 Pfund z u IW »i«w solchen FV chlen." jrivve, sich 6lt6xn bewahrt. 18 elMagkn-R i Sie clm I Psg. 3" -b w , DrehesS Franzi 'tarn 12.111 as uni ':i riiteral^. an oriie' lltlf ästig« Deutschen Reiches nicht zu uereiiibarcnbc Provokation seitens Polens mit dem s o s o r t i g e n deutschen Vormarsch und der Vernichtung der polnischen Armee l'eanlwortcl werden würde. Oslo. ft. ft stehen. 3u dieser Politik der französischen Negierung habe ich folgendes zu bemerken: 1. Deutschland mufz. ebenso wie es sich niemals in vitale französische Jnleressensphären eingemischt hat, eine Einmischung Frankreichs in seine vitalen Interessensphären mit aller Entschiedenheit ein für allemal ab lehn en. Die Gestaltung des Verhältnisses Deutschlands zu seinen östlichen Rachbarn berührt keinerlei französische Interessen, sondern ist ureigenste Angelegenheit der deutschen Politik. Die Reichsregierung sieht sich daher nicht in der Lage, Fragen der deutsch-polnischen Beziehungen mit der französischen Regierung zu erörtern oder dieser gar das Recht zu einer Einflufznahme auf Fragen zuzugestehen, die mit der zukünftigen Gestaltung des Schicksals der deutschen Stadt Danzig Zusammenhängen. 2. Zu Ihrer persönlichen Orientierung über den deutschen Standpunkt in der polnischen Frage will ich aber solgendes sagen: Die polnische Regierung Hal das hi sl arische einmalige Angebot des Führers zur Regelung der Danziger Frage und zur endgültigen Konsolidierung der deutsch-polnischen Beziehungen mil Kriegsdrohungen beanlwortel, die man nur als seltsam bezeichnen kann. Es ist im Augenblick nicht zu erkennen, ob die polnische Regierung diese eigenartige Einstellung revidieren und zur Vernunft zurückkehren wird. Solange sie aber bei dieser unvernünstigen Haltung bleibt, kann dazu nur gesagt werden, dafz jede Verletzung Danziger Bodens durch Polen oder eine mit dem Ansehen des Ä «*5 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer dis8'/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Npf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenfiaffel B Plahvorfchrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeiaen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Npf. klärung und bei Gelegenheit ihrer Unterzeichnung ftattgefunden haben, bestand vielmehr volle Klarheit darüber, dah sich der Vorbehalt auf das besondere Freundsck-aftsverhältnis Frankreichs zu E n g l a n d und Deutschlands zu Italien bezöge. Insbesondere haben wir bei unseren Besprechun° aen am «. Dezember 1938 in Paris überein hm- wend die Respektierung der beider sei- tigen vitalen Interessen als Voraus- etzung und als Grundsatz der künftigen Entwicklung guter deutsch-französischer Beziehungen fet- gestellt. Dabei habe ich ausdrücklich auf Osteuropa als deutsche Interessensphäre hin gewiesen, und Sie haben — gunz im Gegensatz zu der Behauptung in Ihrer Notiz — damals Ihrerseits betont, daß sich in der Einstellung Frankreichs zu den osteuropäischen Fragen seit der Kon- ferenz von München ein grundsätzlicher Wandel vollzogen habe. . Mit diesem von uns Anfang Dezember festgeslell- ten Standpunkt steht es in direktem Gegensatz daß Frankreich den g r o ß z ü g i g e n B o r s ch l a g d e s Führers an Polen zur Regelung der Danziger Frage und die etwas .eigenartige polnische Reaktion zum Anlaß genommen hat, mit Polen neue, verstärkte Bindungen flehen Deutschland einzugehen. Am Schluß Ihrer Notiz werden diese Bindungen dahin charakterisiert, daß jedes militärische Eingreifen Polens bei einer Veränderung des Status quo in Danzig Frankreich veranlassen würde, Polen sofort militärisch beizu- Neuische Aufklärer über (Schottland. Der Heeresbericht vom Donnerstag. Berlin, 18. Ian. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe führte neben G r e n ) ü b e r - wachnngsflügen an der Westfront A u f - klärungsflüge über der schottischen K ü st e durch. Dänemark unter britischem Würgegriff Don unserem Dr. O.-Korrespondenten. gegenüber den kleineren Nationen gar nicht anders zu erwarten war: England weigerte sich zunächst ganz energisch. Gleichzeitig aber zeigten die britischen Rationierungsmaßnahmen für Butter und Speck, daß auch mengenmäßig in Zukunft mit geringerem Absatz nach England gerechnet werden muß. Nach langwierigen Verhandlungen in London ist es dann einer dänischen Handelsabordnung gelungen, vorläufig eine gewisse Erhöhung der wichtigsten Preise durchzusetzen. Trotzdem bleibt immer noch der unhaltbare Zustand bestehen, daß die dänische Landwirtschaft ihre Erzeugnisse an Eng- land z u u n t e r d e n G e st e h u n g s k o st e n liegenden Preisen liefern muß, fo daß die Regierung gezwungen ist, nach wie vor mit Subventionen einzuspringen. Bei ver Abwärtsentwicklung des englischen Pfundes wird diese Lage naturgemäß sich nicht bessern, sondern eher noch verschlechtern, darüber hinaus hat auch die weitere englische An- kündigung, wonach die Speckeinfuhr au 9 Kanada verdoppelt werden fall, in Dänemark die schwärzesten Befürchtungen ausgelöst. Ein weiterer Ausbau des Warenaustausches zwischen England und feinen Dominions, wie er schon vor dem Kriege zum Schaden der neutralen Geschäfts- Partner Englands angestrebt wurde und während des Krieges naturgemäß noch erheblich gefördert werden wird, muß die Lebensgrundlage der dänischen Landwirtschaft, jedenfalls bei ihrer gegenwärtigen Struktur, aufs schwerste gefährden. Dao französische Gelbbuch hatte zur Unterstützung des französischen Blaubuches eine Auswahl von zurechtgestutzten Dokumenten gebracht, die ein völlig falsches und bewußt verlogenes Bild der Umstände gaben, unter denen Frankreich Deutschland den Krieg erklärte. 11. a. wurde versucht, den Nachweis zu führen, daß Frankreich nur unter ganz bestimmten Umständen die Münchener Politik mitgemacht habe, daß „unter Voraussetzung der Aufrechterhaltung des französischen Bündnissystems in Osteuropa Bonnet, der damals Außenminister war, die Politik betrieben hätte, die vom Ministerpräsidenten Da- lädier auf dem radikalsozialistischen Parteitag in Marseille im Oktober 1938 im Sinne der Münchener Aussprache dahin umrissen wurde: „Ich habe meinen Weg gewählt." Amtlich wird von deutfä>er Seite unter Veröffentlichung der entsprechenden Dokumente gezeigt, daß dieser Zweck des französis.chen Gelbbuches, Frankreich weiß zu waschen, völlig ver- fehlt, ja, daß Frankreichs W 0 r t b r u ch 0 f - f e n k u n d i g e Tatsache ist und um fo schwerer ins Gewicht fällt, als keine klare und vernünftige Begründung für diesen Umfall und die Rückkehr Frankreichs zur traditionellen antideutschen Haßpolitik gegeben waren. Dieser Nachweis ist so dokumentarisch belegt, daß danach das französische Gelbbuch als Ausfluß des schlechten G.ewis- ,ena D «lädier» und der einen gewertet werden muß. Einer rückschauenden Geschichtsbetrachtung wird es in späterer Zeit noch deutlicher sein, wie Frankreich durch Daladier von seinem klaren Weg der Vernunft in den Blutsumpf des jetzigen Frankreich wollte den Krieg gegen Deutschland Eindeutige Klarstellung in einem Briefe Ribbentrops an Bonnet. Berlin, 18. Ian. (DNB.) Amtlich wird verlautbart: (Zweite amtliche deutsche Veröffentlichung zum französischen Gelbbuch): Wie vor kurzem durch die Veröffentlichung von Urkundenmaterial über den Besuch des Reichsauhenm'.ni- sters von Ribbentrop in Paris im Dezember 1938 nachgewiesen worden ist, schien im Winter 1938/39 feit langen Jahren zum ersten Male die Voraussetzung für eine wirkliche und dauernde deutsch-französische Entspannung gegeben zu sein. Trotz innerpolitischer Widerstände mannig- facher Art ist die französische Negierung bis in den März 1939 von ihrer neuen realistischen Politik nicht offen abgewichen. Erst die seit dem 17. Marz 1939 zum politischen Programm erhobene englische Einkreisungsp 0 litik hat die Hofs- nnngsoollen Ansätze zu einer beutsch-frän- zösischen Verständigung zerstört Es zeigte sich sofort, daß die franzosrsche Außen- Politik jede Selbständigkeit verloren hatte. Frank, reich hatte bereits im Frühjahr 1939 durch seine aktive Teilnahme an der antideutschen Einkretsungs- politik der deutsch-französischenErklärung die Grund- läge entzogen. Trotzdem ist der französtsche Außenminister Mitte Juli 1939 nochmals von maßgebendster deutscher Seite auf seinen politischen Kurswechsel festgenagelt und auf die verhängnisvollen Folgen der Polen gegebenen Blankovoll, macht hingewiesen worden. r, C1 Am 1. Juli war dem deutschen Botschafter vom französischen Außenminister eine schriftliche Notiz zur Weiterleitung an Reichsaußenminister von Rlb- benttop übergeben worden. Hierin hatte Bonnet behauptet, daß im deutsch-französischen Abkommen ein Vorbehalt hinsichtlich der fortdauernden Geltung des französisch-polnischen Bündnisses ent- halten sei und gleichzeitig erklärt, daß Frankreich fest entschlossen sei, die Bolen gegebenen Der- sprechungen unter allen Umstanden einzulosen. Der Reichsaußenminister beantwortete diese französische Drohung mit dem folgenden ; Schreiben an den französischen Außenminister. In der Rundfunkansprache, die der dänische Btaatsminister S t a u n i n g am Vorabend des -neuen Jahres hielt, forderte er im Hinblick auf die müßen politische Lage alle Kreise der Bevölkerung lauf, Einigkeit zu halten und insbesondere da- für zu arbeiten, daß das Wirtschaftsleben Les Landes möglichst in vollem Umfange aufrecht- Eine solche Aufforderung hätte zwar jedes andere neutrale Land passen Ä Ä X- Wal ■Ä, auch im LS Persönlich. Fuscht, den 13. Juli 1939. Sehr geehrter Herr Bonnet. <öi< haben ®raf Wclczeck am 1. Juli eine für mich bestimmte persönliche Notiz übergeben, deren Inhalt es nunmehr auch nur zur chiacht, Eurer Exzellenz klar und unmißverständlich die Einstellung der deutschen Regierung zu den deutfch- ranzösifchen Beziehungen im allgemeinen und zu der Danziger Frage im besonderen dekannt- deutsche und die französische Regierung haben am 6. Dezember 1938 eine Erklärung unterzeichnet wonach sie feierlich die zwischen Deutschland und Frankreich bestehenden Grenzen als endgültig anerkennen und wonach sie alle ihre graste ein fetzen wollen, um friedliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen den beiden Ländern sicherzustellen. Diese Erklärung war auf feiten der Reichsregrerung die logische Folge der von ihr feit ber Machtuber, nähme konsequent verfolgten Politik der Verständigung mit Frankreich, einer' Politik, an der sie grundsätzlich auch heute noch festhalten ^Was Ihre Bemerkunug über den in dem Artikel 111 der deutsch-französkschen Erklärung ausge- nommenen Vorbehalt bezüglich der besonderen Be- Ziehungen Deutschlands und Frankreichs zu dritten Mächten anlangt, so trifft es keines- we g s z u , daß dieser Vorbehalt eine Anerkennung besonderer Beziehungen Frankreichs zu Polen in fid^ 1^0 Besprechungen, &ie in Berlin und Paris bei den Vorverhandlungen über die Er- Hr. 16 «rffes Blatt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Seliagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Lcholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 3. Die bereits erwähnte, im Schlußsatz Ihrer Rotiz enthaltene Festslellung würde nach ihrem Wortlaut bedeuten, daß Frankreich Polen das Recht zugesteht, sich jeder beliebigen Aendernng des status quo in Danzig militärisch zu widersetzen und daß, wenn Deutschland eine solche Vergewaltigung deutscher Interessen nicht duldet, Frankreich Deutschland angrei- f e n will. Sollte dies tatsächlich der Sinn der französischen Politik sein, so müßte ich Sie bitten, zur Kenntnis zu nehmen, daß solche Drohungen den Führer in seinem Entschluß, die deutschen Interessen mit allen ihm zur verstigung stehenden Mitteln wahrzunehmen, nur noch bestärken würden. Der Führer hat immer die deutsch- sranzüsische Verständigung gewünscht und einen nochmaligen Krieg zwischen den beiden Ländern, die durch keinerlei vitale Interessengegensätze mehr getrennt werden, als Wahnsinn bezeichnet. Liegen die Dinge aber so, daß d i e französische Regierung den Krieg will, so wird sie Deutschland jederzeit bereit sinden. Die Verantwortung für einen solchen Krieg würde dann ausschließlich die französische Regierung vor ihrem Volk und vor der Welt zu tragen haben. Angesichts der angenehmen persönlichen Beziehungen, die ich mit Eurer Exzellenz gelegentlich der Unterzeichnung der Erklärung vom 6. Dezember 1938 aufnehmen konnte, bedauere ich, baß Ihre Notiz mich zu dieser Erwiderung gezwungen hat. Ich möchte die Hoffnuna nicht aufgeben, baß letzten Endes doch noch die Vernunft obsiegen und das französische Volk erkennen wirb, wo feine wahren Interesten liegen. Nachbem ich mich seit über 20 Jahren für die deutschstranzösische Verständigung eingefetzt habe, würde bas auch für mich persönlich die Erfüllung eines aufrichtig empfundenen Wunsches sein. Mit den besten Empfehlungen Ihr sehr ergebener Joachim von Ribbentrop. * Frankreich ist also im Juli, noch ehe die polnisästm Provokationen ihren Höhepunkt erreicht hatten, ein« dringlich vor den Folgen der von England gewoll- ten aggressiven Haltung Polens gewarnt morden. Es wurde nicht ber geringste Zweifel darüber ge- lassen daß der dringende Wunsch Deutschlands nach 'Verständigung mit dem westlichen Nachbarn seine natürliche Grenze in der Notwendigkeit ber Wahrung der deutschen Lebensintere sen und des Schutzes des deutschen Volkstums finden mußte. Sollte Frankreich die Einmischung in ureigenste An- gelegenheiten ber deutschen Politik bis ariffskriege treiben, so wurde es Deutschland berent finden, diesen ihm aufgezwungenen Krieg mifzuneh- Alle biete Warnungen sind in den Wind geschlagen worden. Di« sranzo- jische Regierung i st E n g l a n d b i s zu- lAt «ef olflt. Somit rotrö fit vor ihrem Volk mb vor der Melchichle di- Neranlwormvp dolur ,,I tragen hoben, das, am Ende aller Bemühungen um den Frieden am Vhem wiederum der Krieg fteht. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vruck und Verlag: vrvhlsche UniverftlSlrdruckerei «.lange in Sietzen. Schriftiettung und «cichüstrftelle: Schulftrafte - Es ist verständlich, daß man angesichts solcher polnischer" Weq Entwicklungen auch den schleppenden Verlauf ber //f i f allgemeinen W i rtsch a ft sverhand l unge n zu denen eine andere bänische Abordnung, fogar unter Führung des Prinzen Axel von Dänemark, nach London gereift ist, mit erheblichen Bedenken ver- folgt. Zu abschließenden Ergebnissen scheint man dort immer noch nicht gekommen zu sein, was die wirtschaftlichen Besorgnisse noch weiter erhöht. Um so mehr hat die gerade zu Weihnachten bekannt- gewordene Unterzeichnung des deutsch- dänischen Warenabkommens befriedigt, die bewiesen hat, wie eine Abstimmung gerechter beiderseitiger Interessen auch in Krisenzeiten erfol- gen kann, wenn nur ber gute Wille ba.yn vorhanden ist. Daß dieser aber aus britischer Seite offenbar fehlt, beginnt jetzt auch langsam manchem unentwegten Englandfreund zu bdinmern. bericht.) y t)cnb btijq lbes------ für je s »rhalten bleibe. < d)fen37'J ebenso gut auf jedes andere neutrale . .. 16 bin Können, sie hat aber in Dänemark jetzt ganz beson- haniU rbere Bedeutung. Wohl fein Land des Nordens wird bis55^ :in solchem Ausmaß von den Folgen des englischen ' u! ^Krieges betroffen wie gerade Dänemark. In keinem iLande des Nordens sind gleichzeitig die inner- irfibiis -politischen Spannungen trotz des außen-- J 10,1 politischen Drucks fo gestiegen wie hier. Während -Schweden durch Hereinnahme ber großen bür- ed)tlid)(llg zgerlichen Parteien in bas Kabinett wenigstens Haus»n -äußerlich eine Sammlungsregierung zustandege- ie uinzustl Sdracht hat, während in Norweaen die Arbeiter. )er am 1 Partei unter mehr ober minber stillschweigender Dul- erhaUnW üdung durch den Bauernbund weiter regiert und fferoerbrext oauch dort schon Koalitionsgespräche anheben, ist hhiech» nman in Dänemark von einer solchen Derstam gteniriij üdigung noch weit entfernt. Jedenfalls haben die feroertroä bbäuerlichen Kreise ihre alte Abneigung gegen die bers «Dia ^Politik der Regierung Stauning nicht aufgegeben, • entfat sondern ihre Opposition womöglich noch verschorft. Mn Nun ist Dänemark allerdings auch etn Land, in ■mm ödem die Lage der Landwirtschaft von aus- — j schlag geb end er Bedeutung für die Gefamtlage und »in weitem Maße auch für die politische Stimmung iift. Der Reisende, der ohne jede Kenntnis der wah- Wu* iren 2;erhöltnifse durchs Land fuhr und bie sauberen, .modern und wohlhabend aussehenden Bauernhöfe öbewunderte, befam schon immer den Eindruck, daß -zumindest auf diesem Gebiet in Dänemark alles in i Ordnung fein müsse. Er wurde in diesem Glauben .noch bestärkt, wenn er immer wieder von den Fort- j schritten reden hörte, die in bezug auf die Moder- inifierung und Rationalifierung der Landwirtschaft .erzielt worden seien, und die Ausstellungen sah, die idjes bemeifen sollten. In Wirklichkeit aber wak es schon während ber ganzen letzten Jahre um Den en Schm ■ Bestand des dänischen Bauerntums sehr schlecht ■’ bestellt. Schon bamal5 gab es Höfe, bie b i s z u 90 v H. verschuldet waren, schon damals mußten viele Bauern ihren Besitz verlassen, wenn - sie die Zinsen ihrer hohen Schulden nicht mehr be- . zahlen konnten und die Bank im Wege der Zwangsversteigerung einen neuen „Eigentümer' suchte, der sein gutes Geld in dieses nicht mehr lohnende Geschäft zu stecken wagte. Ein „Geschäft" — wenn .auch ein schlechtes! — drohte dieser lebenswichtige Volksstand zu werden, je weiter bie fogenannte Industrialisierung ber L a n bwirisch a s t und ihre weitgehende Spezialisierung auf bestimmte Absatzerfordernisse fortschritt und je großer damit auch ihre A b h ä n g i 0 t e 11 v o n ben .Konjunkturschwankungen bes Weltmarktes wurde. Diese Lage führte auch in Dänemark zu Abwehrorganisationen ber Bauernschaft, zur Verhinderung von Zwangsversteigerungen und zu all den Erfcyeinungen, wie wir sie im Deutschlano der dunklen Jahre vor 1933 erlebten. So war bie Lage bei Ausbruch bes Krieges. Nun aber wurde sie für die bänische Landwirtschaft geradezu verzweifelt. Ais bereits vor Beginn des Krieges das englische Pfund immer mehr absank, sah sich die Regierung Staumng am 1. September 1939 gezwungen, bie dänische Krone v o m Pfund zu töfen, um nicht durch die sonst befürchteten Preissteigerungen das ganze Wirtschaftsleben des Landes in Verwirrung geraten zu lasten Damit traten aber für die dänische Landwirtschaft ungeheure Verluste ein. Ihre nach England ver- kauften Produkte brachten naturgemäß jetzt einen entsprechend geringeren Betrag in dänstcheii Kronen ein. Obwohl auf ber anderen Sette zunächst oud; 6ie englifdjen A u ss u h r w ar cn etwas billiger wurden — was im übrigen nach Ausbruch des Krieges durch die großen F r a ch t e r Höhungen für die gefährlich geworbenen Englandfahrten im wesentlichen wieder aufgehoben wurde —, so kam diese Verbilligung nicht ihr, sondern in erster ßinie Ü«r <51 ab t b e d ö 11 c r u n fl un6 ber Industrie zugute. Wenn man bedenkt, dast über 25 v. H. ber dänischen Ausfuhr allein auf Sperf unb Schweinefleisch entfiel, ganz abgesehen von den übrigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie Butter, Eier ufw., und baß vor bem Kriege England den größten Teil dieser Agrarprobukte abnahm, so wird ber große Verlust der bam chen Landwirtschaft verständlich, der ln den ersten Kriegsmonaten allein auf Grund des Pfundverfalls täglich 200 000 Kronen ausmachte! „ . Wegen dieser Entwicklung wurden der Regierung vom Bauernstand die heftigsten Vorwurfe gemacht. Durch einen grundlegenden Vergleich zwischen den bänischen Koalitionsparteien der Sozlaldemokratle und ber Venftrepartei, war der Landwirtschaft vor acht Jahren ein fester Pfundkurs zugestche" worden. Das nunmehrige Abgehen vom Pfunde wurde daher von den durch die ungünstige Cn - Wicklung der Landwirtschaft ohnehin aufsautz^ste erregten Bauern als Bruch feierlicher De^prechum gen, im Reichstag fogar als „Schwmb^rstreick Nr. 1" bezeichnet. Die von der Regierung schließlich bewilligten Subventionen halfen nur unzureichend, so daß alles von einem günstigen Ausgang ber mit England eingeleiteten Verhandlungen über Erhöhung ber Preise für Butter, EierundSveck abhing. Hier aber bef dieOache fo, wie es bei der Rückstchtslosigleit des Bntentums e bereiten. Das phmö Berlin, • die höheren Schulen, die Berufsschulen 0 Hochschulen, an der Pfleg« des Luftfahrt und die Üftfahrtgedankens durchgesetzt. Der Be- Der von Todesfahrt nach England. Auf Minen gelaufen. - Torpediert und versenkt. London Northern Castern Rcrttway in einer Entfernung von 6 Kilometer vom Unglücksort wurde beschädigt. Auch eine Kirche hat Beschädigungen erlitten. Das Gebiet um die Unglücksstelle wurde sogleich von Polizei abgesperrt, die das Publikum zurückhielt. kreis von 20 Meilen mit Spreng stücken besät war. Heber der Stelle, an der die Fabrik lag, war unmittelbar nach den Explosionen eine große Feuersäule zu sehen. Die Erschütterungen durch die Explosionen waren derart, daß zahlreiche Gebäude der Gegend beträchtlich beschädigt wurden. Sogar eine Bahnstation der gearbeitet und ihn in Zusammenarbeit mit dem NS.-Fliegerkorps und der Luftfahrtindustrie und unter steter Förderung der Luftwaffe in der Iuoend technischen Aufgaben ausgeschöpft worden. Das NSFK. hat die so begeisterte Jugend in seinen Lagern im Segelflug geschult. In den Luftfahrt- saüung ist gerettet. In großer Aufmachung melden die Amsterdamer Blätter den Untergang des norwegischen Dampfers „Fagerheirn" (1590 Brgt.) in der Bucht von Biskaya. Die Blätter berichten, daß der Schule, in jedem Unterrichtsfach und in jedem Le | Unterrichtsfach gemacht worden, sondern der Luft- bcnsalter ist der Luftfahrtgedanke im Unterricht zu fahrtgedanke hat alle Fächer durchdrunaen. Im pflegen." Das ist der Kerngedanke eines von Reichs-1 Werkunterricht gab es Flugmodellbau als Pflichterziehungsminister R u st im Benehmen mit dem ' fach. Weit über eine halbe Million Jungen nahm Reichsminister der Luftfahrt soeben herausgegebenen . letzthin daran teil. Erlasses über die Pflege der Luftfahrt an -------".......... den Schulen und Hochschulen, der die in den letzten fünf Jahren gewonnenen reichen Ersah- rungen auf diesem Gebiete zusammenfaßt. handel ermuntert. Waren in Ländern zu kaufen. aus denen sie bisher nie bezogen wurden, weil die englischen Händler sie vermutlich in anderen Lrzeugungsgebieten günstiger und ihrer Geschmacksrichtung besser entsprechend erwerben konnten. Ls steht außer allem Zweifel, daß nach der Beendigung des Krieges mit dem Wegfall der staatlichen Subventionen sofort auch diese künstlichen Käufe des britischen Handels in den „gewissen" neutralen Ländern Wegfällen würden. Die Leidtragenden der neuen britischen Wethoden würden also sicherlich die neutralen Wirtschaftskreise sein, die sich seht zu einer Umstellung ihrer Handelsbeziehungen aus England verlocken ließen. Ls ist aber bereits bekannt, daß die Auswirkungen der britischen Pläne heute auch in den neutralen Ländern klar erkannt werden und daß man dort keine große Neigung zum Abschluß anormaler Handelsgeschäfte mit England zeigt. Ueberdies dürfte angesichts der auch von zahlreichen britischen Stellen eingestandenen schwierigen Finanzlage des englischen Staates das Schatzamt in feinen Mitteln für solche künstlichen Kauf- und Derkaufsfubventionen stark beschränkt sein. Die neutralen Märkte aber wissen genau, daß sie an Deutschland einen natürlichen Handelspartner besitzen, dessen Erhaltung für eine gedeihliche und auf- wärtsslrebende Entwicklung ihres eigenen Wirt- Der Krieg als Mittel zum Wirtfchastsdiktat England will die Neutralen zu Nädern seiner Kriegsmaschrne machen. neutralen Handels und der neutralen Schiffahrt gestalten." England will die Neutralen rmas um Deutschland vollständig u n t e r s e i n w i r t s ch a s b liches Diktat zwingen und sie zu ausfuh- renden Organen seines Wirtschaftsknegsmimste- riums machen, Forderungen, durch deren Annahme sie einfach zu Rädern der britischen Kriegsmaschine würden. Die zolgen der deutschen Geoenblockade. Amsterdam, 19. Januar. (DNB. Funkspruch.) Wie der parlamentarische Korrespondent der „Times" annimmt, würden die Anforderungen an fre englische Schiffahrt für Kriegszwecke steigen Es sei daher wahrscheinlich,daß man m naher ^ufunft öie unwichtigen Einfuhren prakt'sch s e n - f en müsse, um Frachtraum zu sparen. Außerdem müßte der Schiffsbau erheblich erweitert werden. Damit würden Fragen akut, wie die ob ber 25au von Kriegs- oder Handelsschiffen den Vorrang habe. Außerdem brauche man eine große Anzahl gelernter Arbeiter. Dieses A r b e i t e r p r o b l e m werde wahrscheinlich größere Schwierigkeiten Englische Pulverfabrik flog in die Lust Drei Explosionen. — Großer Schaden. 21 m ft e r b a m, 18. Ian. (DNB.) Wie Reuter mit* teilt, wurden am Donnerstagvormittag, um 10.45 Uhr, fast gleichzeitig zweiExplosioneninder nördlichen Umgebung von London vernommen. Die Explosionen waren so heftig, daß in den meisten Häusern dieses Bezirkes die Fenster flirrten. Kurz danach bedeckte schwerer Rauch einige Minuten lang 1916 befinde, daß es eine Reihe von Waren bereits rationiert habe und daß vor allem die deutsche Ausfuhr erheblich gelitten hätte. Die absolute Unwahrscheinlichkeit derartiger Behauptungen mutzte Sir RonaldCroß eigentlich selbst aufgefallen sein, nachdem er die gewaltig erhöhte LeistungsfLhigkeltder deutschen Wirtschaftsorganisation gegenüber 1914 und bas Vorhandensein zahlreicher offener und von England ungefährdeter Zufuhrmöglichkeiten selbst betont hat. Der Hinweis auf die Rationierung einer Reche von Waren wirkt im Hinblick auf die absolut gleich verlaufende Entwicklung in En Aland geradezu komisch. Aehnlich nebelhaft ist die Behauptung von Croß, daß praktisch die gesamte deutsche Ausfuhr, soweit sie mit den Waffen des britischen Wirtschaftskriegsministeriums angegriffen werden könne, zum Stillstand gebracht worden et. Sir Ronald Croß hat dabei den Abgeordneten aber verschwiegen, daß diese Waffen seines Mim- steriums nur einen ganz geringen Bruchteil Der deutschen Ausfuhr zu treffen vermögen, wahrend umgekehrt aus einer Reihe neutraler Lander zahlreiche anerkennende Pressestimmen über die ungestörte Fortführung der deutschen Ausfuhr unD über teilweise sogar erfolgte ö t e t g e - r u ng vorliegen. Es hätte sicherlich viele Engländer mehr interessiert, wenn Croß in der Lage gewesen wäre, ähnlich gewundene Erklärungen über die Entwicklung des britischen Außenhandels abzuge-ben. Sir Ronald C r o ß hat sich auch nicht gescheut, mit zynischer Offenheit das wahre Ziel Englands bei feinen jetzigen Wirtschaftsverhandlungen nut den Neutralen aufzuzeigen, denn er erklärte: ,JIn|er Ziel ist, um das von Deutschland kontrollierte Gebiet einen Ring zu legen. Je mehr es uns gelingt, diese Sperre von den Seezugängen her auszuuben, um so einfacher und leichter wird sich die Lage des Schulen und Hochschulen im Dienste der Luftfahrt Erlaß des NeichSerziehunqsministers Huff. Deutschlands Vorherrschaft in ber Luft, bie in diesem Kriege täglich bewiesen wird, muß gehalten und weiter ausgebaut werden. Das erfordert nicht nur restlosen Einsatz der Forschung, der Industrie und der Luftwaffe selbst, sondern auch Sicherung eines hochwertigen Nachwuchses, und diese wiederum kann nur auf der Luftfahrtbegeisterung der gesamten Jugend auf- gebaut werden. In seinem Bemühen um die Erziehung der deutschen Jugend Aum Wehrgeist hat Reichserziehungsminister R u st deswegen schon vor fünf Jahren in einem der ersten Erlasse, die er nach seiner Ernennung zum Reichsminister überhaupt herausgab, Richtlinien und Einzelanweisungen für die Durchdringung der Schulen mit dem Luftfahrtgedanken niebergelegt. Seit jenem Erlaß haben alle deutschen Schulen, die Volksschulen nicht minder als die Gegend. . . Amtlich wird in London bekanntgegeben, daß sich das Explosionsunglück im Norden Londons in der Pulverfabrik in Waltham Abbey ereignete und daß dadei fünf Personen getötet wurden. Außerdem sind schätzungsweise 50 21 n g e [teilte verletzt worden Wie jetzt bekannt wirb, erfolgte kurz nach den zwei ersten Explosionen noch eine dritte, bie so heftig war, daß die ganze Gegend in einem Um- London, 18. Ian. (Europapreß.) Der italienische Kohlendampfer „P r e m u b a" (4727 Brt.) ist im Aermelkanal während eines Sturmes bei Goodwin auf eine Sandbank aufgelaufen. Die Mannschaft konnte nur unter großen Schwierigkeiten gerettet werden. Es besteht Hoffnung, bah das Schiff gerettet werden kann. Der italienische Dampfer „E r n a n i (6600 Brt.) aus Genua ist an der englischen Küste mit dem Leuchtschiff „Brak e", das im Aermelkanal stationiert ist, zusammengestoßen. Das Leuchtschiff wurde so schwer beschädigt, daß man feinen Untergang befürchtet. Seine Mannschaft konnte gerettet werden. An der englischen Nordwestküste ist der britische Dampfer „Grazia" (5642 Brt.) infolge einer Explosion kurz nach Verlassen des Hafens gesunken. Die Mannschaft ist m Sicherheit. Der britische Dampfer „C a i r n r o tz" (5500 Brt.) ist in der Nacht zum Donnerstag an der Westküste Englands auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die 48 Mann starke Besatzung konnte sich in Sicherheit bringen. _ Der griechische Dampfer „Asteria" (3313 Brt.) ist am Mittwochabend in ber Nordsee auf eine Mine gelaufen und gesunken. Elf Ueberlebenbe und die Leiche eines weiteren Mitgliedes ber 24 Mann starken Besatzung würben in einem Hasen an der Ostküste an Land gebracht. Man befürchtet, daß die übrigen zwölf Mann der Besatzung und ber englische Lotse ums Leben gekommen sind. Aus Trondheim wird gemeldet, baß ber norwegische Dampfer „E n i d" (1800 Brt.) nach einem vom Kapitän erhaltenen Telegramm in ber Nähe der Shetland-Inseln torpediert und ver- senkt wurde. Die aus 17 Mann bestehende Be- Englands Handelsschiffe sind Krieasfohrrenae. A m ft e r b a m, 19. Januar. (DNB. Funkspruch.) Ein Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph gibt eine eindrucksvolle Schilderung, wie England seine Handelsschiffe bewaffnet und sie damit praktisch zu Kriegsschiffen macht. Der Bcrtreter des Londoner Blattes hat einen Hafen an der Westküste Englands besucht und schreibt darüber, man habe ihm einen Teil ber großen Organisation ber Admiralität gezeigt, um Handelsschiffe zu bewaffnen. Jetzt sei bereits mehr als die Hälfte der H a n d e l s s ch i s f s a h rt ausgerüftet. In dem Hafen, den ber Korrespondent besucht hat, haben allein nahezu 400 Schisse ein ober zwei Geschütze auf ihrem Achterdeck gehabt. Viele Schiffe hätte man auch mit Minenschutz- und Vernebelungsapparaten ausgerüstet. Die Mehrzahl der Schiffe erhielt zwei Geschütze, und zwar 12-cm-Geschütz und ein 7,6-cm-Flak-Geschütz. Die 2ldmiralität übernehme auch die Verstärkung ber Decks. Ebenso bilde sie die Schiffsbebienung aus. Viele erwerbslose Stewards seien als Geschützbedienung wieder untergebracht worden. schaftslebens unerläßlich ist. Es ist bemerkenswert, daß Sir Ronald Croß in seinen Ausführungen unfreiwillig auch einige Geständnisse über die deutsche Wirtschaftslage entschlüpft sind, bie von hier aus nur bestätigt werden können. Er hat sicherlich nichts Falsches gesagt, wenn er erklärte, baß in Deutschland die Organisierung ber Wirtschaft schon lange vor dem Kriegsbeginn in Tätigkeit war und daß f ü r Deutschland nur die französische Grenze geschlossen sei, während alle übrigen Nachbarn neutral sind und deshalb bie Zufuhr- Canäle gegenüber 1914 aewaltig z u - genommen hätten. Nach biefen durchaus zutreffenden Angaben werden es auch manche aufmerksame Hnterhaushörer unverständlich gefunden haben daß Sir Ronald Croß kurz danach mitteilte,------ — . daß sich Deutschland jetzt nach 4V, Monaten Krieg Dampfer durch eine furchtbare Explosion m zwei bereits in einer ähnlichen Wirtschaftsnotlage wie!Stücke zerrissen worden sei und daß man wieder ouf ichjpfen Kberie. Kopenhagen, 18.Jan. (DNB.) Der Kurs des englischen Pfundes, der sich m der vergangenen Woche etwas erholt hatte, ist wieder ins Rutschen gekommen. Nachdem er schon gestern um sechs Oere zurückging, wurde er Donners- taa um weitere fünf Oere niedriger mit 20,46 angesetzt. würden „nur die Kriegshetzer Oberhand erhalten, bie ihm Schlappheit und Protzerei mit dem deutsch- französischen Abkommen vorwürfen." Es ist also klar erwiesen, daß weder Bonnet, noch Da- lädier den Mut hatten, den ftanzösischen Jnterefsencl'iquen die nackt« Wahrheit zu sagen und zu ihrem Wort, das Deutschland gegeben worden war, zu st ehern Das ist die Tragödie der Leute, die klar erkannten, was Frankreich nottat, die bie Befriedung Europas in der Hand hielten und sie aus Furcht vor den anonymen ■ Mächten Frankreichs verschleuderten. Es ist die Tragödie der Schwachen, durch die Frankreich wieder einmal ein-m Blutzoll bis zum Versiegen seiner Kraft für bie Briten zahlen sott. Mit anderen Worten: Dalabier brachte Frankreich auf d e n „p o l n i s ch e n" W e g ! E. S. Frankreich vreßi neue (Söldner. Brüssel, 19. Ian. (Europapreß.) Nach einer hn französischen Amtsblatt veröffentlichten Verordnung sind künftig alle männlichen in Frankreich lebenden Staatenlosen, sowie die bas Asyl- recht genießenden Ausländer im Alter von 20 bis zu 48 Jahren zur militärischen Dienstleistung verpfllchtet. Die Dauer dieser Dienstleistung ist die gleiche wie für Militärpersonen. Französische Kaufleute gegen England. Die englische Handelsvolitik „sehr lästig". Amsterdam, 19. Ian. (DNB. Funtspruch.) Bekanntlich haben England und Frankreich ein Wirtschastsbündnis abgeschlossen, das in London mit großem Triumph begrüßt wurde, in Frankreich aber bald eine deutliche Katerstimmung hervorgerufen hatte. England hatte durch die vollkommene Zusammenlegung beider Wirtschaften bie französischen Finanzen reibungslos eingesackt ober „den Interessen der Zivilisation gebient", wie man solche Geschäfte im Londoner Rundfunk zu nennen pflegt. Es war aber mit seinem Erfolg noch nicht ganz zufrieden, sondern alsbald wandte es begehrliche Blicke nach den Neu- traten, denn es betonte, bah der Beitritt xu dem famosen Abkommen allen offenstehe und daß es wünschenswert wäre, wenn möglichst viele Staaten von der Einladung Gebrauch machten. Nun muß aber selbst ein englisches Wirtschafts- blatt wie bie „Financial Times" zugeben, daß die französischen Kaufleute gegen England erheblich murren, wett sie mit ber englischen Handelspolitik ganz und gar nicht elnoer ft anbett find. Diese Unzufriedenheit fei Fächern wurden die Flugphysik und bie Chemie der Luftfahrt gelehrt. Im mathematischen Unterricht ist jede Möglichkeit ber Verbindung zu den luftfahri- Lehrgängen der Gewerbe-, Berufs- und Fachschulen ist eine einzigartige Verbindung von cheorettschem Unterricht, praktischer Werkstattarbeit und fliegerischer Betätigung betrieben worden Die akademischen Fliegergruppen — jetzt flugtechnische Fach- gruppen — an den Technischen Hochschulen und die Luftfahrtabteilungen der Hochschulinstitute für Leibesübung haben diese Ausgabe und bamit die wissenschaftliche Ausbildung auf dem Gebiete der Hochschule fortgesetzt. Ein großes lückenloses System zur Begeisterung und Ausbildung unserer Jugend für bie Luftfahrt und insbesondere natürlich für unsere Lustwafft ist also geschaffen worden. Es findet in dem neuen Er- laß seine endgülttge Einordnung in bas deutsche Erziehungs- und Bildunaswesen. In mehreren umfangreichen Anlagen werden schließlich die allgemeinen Anweisungen des Erlaßes durch eine Fülle von , Einzelanweisungen und konkreten Beispielen, zum i Beispiel für bie Unterrichtsgestaltung in den xxt* Berlin, 18. Januar. (DNB.) Der britische Wirtschaftskriegsminister Sir Ronald Croß hat im Unterhaus wieder einmal einen neuen Ueberblirf über bie Tätigkeit und die Aufgaben seines Ministeriums gegeben und dabei neben früher schon vielfach behandelten Fragen auch einige neue Gesichtspunkt« gebracht. Zu den besonders interessanten Angaben bes Ministers gehört die Feststellung, daß England bei den gegen Deutschland gerichteten Konkurrenzkäufen und -Verkäufen in gewissen neutralen Ländern zu ganz neuen Methoden hat greifen müssen, da Deutschland, be- onders in den Südoststaaten, seinen Außenhandel eit Jahren auf der Grundlage bes Verrechnung^ und Tauschsystemes betrieben und dadurch einen beträchtlichen Vorsprung gehabt habe. Das britische Schatzamt habe deshalb dem englischen Handel die Preisdifferenz bezahlen müssen und sei in dieser Hinsicht immer großzügig gewesen. Dor allem habe England auch gewisse Waren in Ländern gekauft, von denen 5 s i e sonst nie bezogen habe. Croß haoe damit zugegeben, daß die britischen Bemühungen um eine Erweiterung des Handels mit den Südostländern völlig künstlich sind, während Deutschland seit langer Zeit einen auf den natürlichen Lrgän- zungsvoraussehungen sich günstig entwickelnden handel mit diesen Ländern betreibt. Die neuen englischen Methoden bestehen also offenbar darin, daß der britische Staat durch Subventionen des Schatzamtes den britischen auf einer Sitzung der britischen Handelskammer in Paris geäußert worden, der auch französische Mitglieder der Handelskammer in London beigewohnt hätten. Dabei habe man betont, daß der Großteil der französischen Ausfuhr — unter dem Namen „Luxusartikel" zusammengefaßt — von der Einfuhr nach England gänzlich ausgeschlossen sei. Diese Beschränkungen seien von den französischen Kaufleuten (die Franzosen find ihren Freunden gegenüber höfliche Leute) als „sehr lästig" bezeichnet worben. Ueberhaupt, so berichtet bas Blatt weiter, könnten es die Franzosen ein- ach nicht verstehen, warum und wieso 3 m i « ch e n zwei Alliierten, nachdem sie doch ihre Wirtschaftsquetten vorbehaltlos in einen einzigen Topf zusammengeworf«n hätten, Derart tiefgreifende Beschränkungen errichtet würden. Die französischen Kaufleute mögen wohl — worüber das Blatt natürlich nicht berichtet — an bie guten Zeiten zurückgedacht haben, als noch kein „Wirtschaftsbündnis" bestand und die Engländer nicht in ber Lage waren, Die französische Ausfuhr abzudrosseln. 17. Jan. (DNB.) „In jeder deutschen! Die Luftfahrt ist dabei nicht zu einem eigenen ►em Unterrichtsfach und in jedem Le> | Unterrichtsfach gemacht worden, sondern der Luft- Unterricht zu fahrtgedanke hat alle Fächer durchdrungen. Im s von Reichs- > Werkunterricht gab es Flugmodellbau als Pflicht- **"»* fr»™ ' fr«* ith»v öirto halbe Million Jungen nahm In den naturwissenschaftlichen Krieges geführt worben rft Es ist einfach nicht wahr, daß das französische Bündnis- systme im Osten Euoropas aufrechterhalten werden konnte, nachdem der Weg einer Verständigung mit Deutschland von Dalabier in den Oktobertagen 1938 gewählt worden war. Dieser Weg Der Verständigung wäre der Weg der Vernunft gewesen, denn Daladier, Der so besorgt auf Frankreichs leere Wiegen schaut, mußte sich sagen, . daß Deutschland mit seinen 65 Millionen Menschen, : Die heute auf über 80 Millionen angewachsen sind, ein zentraler geopolitischer Block im Herzen Europas ist, Dem als größten Machtfaktor Europas auch ein Frankreich, wenn es frieDliebenb wäre, nicht mehr hemmend in den Weg treten konnte. Die frühere französische Politik gegen Deutschland gründete sich auf Die Tatsache, daß das Damals uneinige Deutschland nur unwejentlich volksstärker war als Frankreich. So ermöglichte diese längst überholte Tatsache Die Politik Der Bourbonen unD der Napoleoniben, aber seit der Begründung der Dritten ftanzösischen Republik im Jahr« 1870 ist Frankreich ins Hintertreffen gelangt; Die Bevölkerungszahl Deutschlands hat sich verdoppelt, seine Energien haben sich ungemein entwickelt. Die Dnnamit dieser Wirklichkeit war offentunDig und ebenso das Scheitern der Politik eines Clemenceau und PoincarL, die bas Versailler Friedensdiktat auf ewig zu stobt- lifieren versuchte. Diese Erkenntnis von ber Histon- schen Umkehrung aller Dinge, auf denen die fron« zosische Politik der Deutschfeindlichkeit beruhte, war auch im Kreise der D a 1 a d i e r und Genossen weit- verbreitet, und Francois Poncet, der französische Botschafter in Berlin, trat bei seinem Ab- schied aus Berlin im November 19-38 für eine deutsch-französische Zusammenarbeit ein und nannte bas Netz Der ftanzösischen Mttttar- allianzen, besonders der mit Polen und ber Tsche- cho-Slowakei, „Atavismen", also Heber- dleibsek bes Versailler Diktats. Enbe 1938 Haven bie Franzosen unter Dalabier und Bonnet unzweifelhaft ben Versuch gemacht, sich von diesen „Atavismen" zu befreien. Das Abkommen vom Dezember 1938 zwischen Deutschland und Frankreich war aufgebaut am ber Tatsache, baß „friebliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen Deutschland als eines ber wesentlichen Elemente ber Äonfolibierung ber Verhältnisse in Europa" not« roenbig seien. Das war der Sinn ber in Paris unterzeichneten Vereinbarung, und in einer Unter- rebung zwischen Reichsaußenminister von Ribbentrop am 6. Dezember 1938 und Bonnet tn Paris hatte Ribbentrop befonbers barauf ver- miesen daß Die Versailler Ueberblei-bsel im Osten von Frankreich abgebaut werben müßten, bie Art Der Einkreisungspolitik gegen Deutschland sei doch ein unerträglicher Zustand. Bonnet erwiderte Darauf, „baß sich die Verhältnisie seit München ja in biefer Hinsicht grundlegend geändert hatten . Das heißt, baß Frankreich auf feine Versailler Interessen im Osten verzich- t e t e. So war auch bie einbeutige Marseiller Erklärung bes französischen Ministerprä'sibenten Dalabier vom 27. Oktober aittgesaßt worben: Frankreich verzichtet auf alle Versailles-Illusionen und wendet sich ber neuen Wirklichkeitspolitik zu. Woher kam Der Umfall, Der Wortbruch Frankreichs; dieser Rückfall in eine Politik, Die Frankreich bereits während bes Weltkrieges mit Dem Verlust Der Blüte seiner Jugend, von anderthalb Millionen Toten, bezahlt hat? Dafür sind Drei Gründe maßgebend: Der Einfluß bes perfiben Albion, die sture Widersetzlichkeit ber Beamtenschaft bes ftanzösischen Auswärtigen Amtes unb Der destruktive Einfluß Der freimaurerisch-Milchen ftanzösischen Presse. Immer stärker traten diese drei Faktoren in Erscheinung; verzweifelt versuchte Bonnet, sich Demgegenüber burchzufetzen. In feiner Rede in Der Kammer vom 26. Januar 1939 machte er ber innerpolitischen französischen Opposition erhebliche Zugeständnisse, aber er betonte Dem deutschen Botschafter in Paris gegenüber, biese Zu- geftänbniffe seien „nur für ben inneren Gebrauch" bestimmt gewesen. Noch am 18. Februar 1939 berichtete ber deutsche Botschafter Graf Welczeck, Bonnet habe bestritten, daß ein Umfall vorliege, aber mehr könne man von ihm nicht verlangen, denn wenn er in Der Kammer affen spräche, Dann keine Zeit gehabt habe, Notsignale auszusenden, griechische Dampfer „Iris" habe einen Teil Der satzung gerettet und in Vigo an Land gesetzt, norwegische Dampfer habe sich auf ber Fahrt Afrika nach Englanb befunben. Die „Ducheß of Y o r k", die der Camrdian Pacific Line gehört und 20 021 Brgt. groß ist, lief beschädigt in einen englischen Hafen ein. Das Schiff war angeblich auf eine Sandbank gelaufen. Es mußte in ein Dock gebracht werden. Der italienische Dampfer „Fidel itas hot unweit von Kap Hatteras Notsignale gegeben. Das Schiff hat Steuerhavarie erlitten. Aal ö 21n M 1 Saal AM gM ßrfif * jenle1 eine Schla 1670. beher iDiirfr Sinh' mar ©an Aichl - 0 biefn foira Duld Dorf Deut' bar Z°lll einei 8ret post' Seit B tonn den. inne M tzenj ter. Da' $ra wer inös well $01 nch nifc nia uni 3 bU! lan we dri Es 5 at 0e seiet fid be Ai n> eii de tt I 11 ei kl D 2 i s j t i s i j < i । । nur unter einem gewissen, sehr starken Zwang: nirgends wird man so schnell vergessen wie in unserem Beruf! Zwei Jahre, ein Jahr vielleicht nur, dann heißt es: „Diehl ... Diehl... ? Kenne ich gar nicht! Wer rft denn das ... ? „Dieses unerbittliche Muß, sich in Erinnerung zu bringen durch eine neue Leistung, zu zeigen, daß man noch da und daß man reifer geworden ist, hat auch meinen General veranlaßt, mir in der liebenswürdigsten Weise Berufsurlaub zu gewähren. Er weiß ja außerdem, daß ich wiederkomme — — und gern wiederkomme!" W. Hoeppner-Flatow. sein wird. Wer die Entwicklung des Welthandels in der letzten Zeit vor dem Kriege und erst recht jetzt während des Krieges beobachtet hat, der kann unschwer voraussagen, daß sich wohl weder die Hoffnungen Amerikas noch die Befürchtungen Europas be- Wahrheiten werden, und zwar aus dem Grunde, weil inzwischen die liberalistische Weltwirtschaft, wie sie bis kurz vor dem Kriege bestanden hat, dahingesiecht sein wird. An ihre Stelle aber wird ein Welthandel treten, wie er sich aus den langsam er- wachsenden W i r t s ch a ft s g r oß r äu me n er- geben wird. Diese Wirtschaftsgroßräume sind schon oft aufgezählt worden. Man tut aber gut, sie sich immer wieder in die Erinnerung zu rufen, um Fehlschlüssen zu entgehen. Es sind dies das Britische Imperium, Kontinent Amerika, der Ferne Osten, Italien mit seinem Imperium, Frankreich mit feinem Kolonialreich und der Großraum Nordkap- Schwarzes Meer bis nach Sibirien, in dem Deutschland, der Balkan und neuerdings Sowjet-Rußland eng miteinander verbunden sind. Alle diese Wirtschaftsgroßräume werden nach einer Autarkie innerhalb ihrer weit besteckten Oren» zen streben. Diese Wirtschaftsgroßräume sind auch in der Tat groß genug, sich in ihren landwirtschaftlichen und industriellen Erzeugnissen zu ergänzen. Selbstverständlich darf man auch in diesem Falle das Wort Autarkie nicht wörtlich mit „Selbstgenügsamkeit" übersetzen. Auch innerhalb der aufgezählten Großräume wächst nicht alles und wird nicht alles hergestellt, wonach des Menschen Herz begehrt. Und so wird zwischen den Großräumen auch weiterhin ein Austausch von Waren stattfinden. Dieser Warenaustausch nun wird der künftige Welthandel fein! Einen Welthandel wird es also nach dem Kriege nach wie vor geben. Nur wird ek erstens, weil er nur ein Spitzenaustausch ist, stark zusammenschmelzen, und zweitens sich nicht mehr in der Hand eines einzigen Landes befinden. So ergibt sich, daß die Hoffnungen Amerikas zuschanden und Als wir dann auf seinen „Tod" zu sprechen kommen, auf das — lange Zeit sich hartnäckig behauptende — Gerücht, daß er gefallen sei, wird Diehl lebhaft, fast ausgelassen. Er selbst erhielt die Nachricht von seinem „Tode" in einem kleinen Schwarzwalddorf, als er eines schönen Nachmittags im Oktober in das einzige Wirtshaus des Ortes kam, um dort seinen Kaffee zu trinken. „Mit einer auffallenden Feierlichkeit wurde mir die Heimatzeitung überreicht, ich blätterte sie durch, fand mein Bild und stutzte: da stand doch wahr und wahrhaftig fest, daß Ihr in Eurem eigenen Lande schlimm gehaust habt. — Hoffentlich seht Ihr bald ein, daß Euer Krieg sinnlos ist und Ihr nur für England sterben sollt!" Dors zwischen den Fronten Mit einem Spähtrupp nach Spichern. 3m Fernaufklärer über Frankreich unterwegs Mit dem Lustbildgerät weit in Feindesland hinein. — Wertvollstes Aufklärungsmaterial nach Hause gebracht. Ein Frontbild von Carl Ludwig Diehl, dem beliebten Filmdarsteller, der jetzt als Rittmeister tm Westen den feldgrauen Rock trägt. (Presse-Bild-Zentrale-M.) die Meldung, ich sei tot, und dazu ein sehr netter Nachruf, den ich mit großem Vergnügen gelesen habe. Offen gestanden: ich habe mich über bie eh rem den Worte sehr gefreut, hielt es dann aber doch für wichtig, meine Frau °nzuml-n und chr faaen: Du, hör mal zu und erschrick nicht! Jetzt ist' es so weit: ich bin gefallen und tot! Es muß stimmen, denn ich habe es eben in ^r Zeitung gelesen!" Damit war sie vorbereitet aus die zahllosen Kondolenzschreiben und Bellerdsanrufe; aber langsam in die Totenstille. Diese herrscht auch in der vom Friedhof umgebenen Kirche. Verlassen hängt die samtene Fahne des „Cercle des Hommes et des jeunes Gens“ (Männer- und Jünglingsverein) neben der Tür. Bor 70 Jahren lagen tn diesem Kirchenschiff, von der Schwelle bis zum Chor, die Schwerverwundeten aus der Schlacht um das Dorf und seine Höhen. Einmal nur, seit der Flucht der Gemeinde, ist es hier wieder lebendig geworden, als ein deutscher Spähtrupp zu Ehren J>es Führers am Heiligen Abend der Kriegsweih- Aacht die Glocken der Dorfkirche zwischen den Fron- Ren läutete. I Es mag die Erinnerung an den Klang dieser USlocken gewesen sein, die vor kurzem den Angelhörigen einer französischen Arbeitskompanie Urlaub lin sein Heimatdorf nehmen ließ und der hier von »deutschen Soldaten in Empfang genommen wurde. IDer Mann hatte keine Ahnung davon, daß Spichem Ischon vor Wochen von seinen Kameraden aufgege- Iben war. In der gleichen Ahnungslosigkeit wurde Idas französische Volk in den englischen Krieg gejagt, teer Deutschland zerstückeln soll. Um die ihnen allein Inützliche „Ordnung" zu retten, stellten die Herren Inner alten, überlebten Welt erneut dieses Kriegs- Ai el auf, das seit Richelieus Zeiten den Lebensraum Kes deutschen Volkes bedroht. Bis zu den Spicherer Möhen konnte das stärkere bourbonische Frankreich Kor 300 Jahren das lothringische Land einem ge- Mpalteten Deutschland entreißen. Hier wurde ihm Malt geboten. Es ist ein sinnloser Versuch des Pluto- Rratischen Frankreichs von heute, das Glück in Mnem Augenblick korrigieren zu wollen, in dem das Deutsche Volk zum ersten Male in seiner Geschichte Minter einer stählernen Führung zusammenge- Mchweißt ist, und, beschützt durch die beste Armee »der Welt, hier in der Westmark sein Lebensrecht I verteidigt. Adolf Schmid. Was wird aus dem Wetthandel? Noch ist der Bär nicht erlegt, da wird sein Fell bereits geteilt. So etwa kann man die Einstellung der n o roame ri kam scheu Geschäftswelt kennzeichnen, die sich mit dem Schicksal des Welthandels nach der Beendigung dieses Krieges beschäftigt. Versteht sich, daß die USA. am liebsten das ganze Fell einstecken möchten. Vieles scheint auch zunächst dafür zu sprechen, daß sich der Schwerpunkt des Welthandels von London nach Neuyork verlagern wird, welcher Auffassung auch der italienische Senator Luigi Bar- zini soeben im „Popolo d'Jtalia" Ausdruck gegeben hat. Aber abgesehen davon, daß das Ende dieses Krieges noch nicht da ist, so erhebt sich doch ganz allgemein die Frage: Wie wird der Welthandel nach dem Kriege überhaupt aussehen? Die Nordamerikaner rechnen damit, daß sie die Nachfolgerschaft Englands, dessen Welthandelsziffern von Monat zu Monat immer mehr zusammenschrumpfen, als leichte Beute an sich reißen können. Indessen auch für die Weltwirtschaft und den Welthandel gilt das Wort: Alles fließt. Das will besagen, daß wir nach dem Kriege einer völlig veränderten Struktur des Welthandels gegenüberstehen werden. Daß auch Europa von dieser veränderten Struktur schon eine Ahnung hat, geht aus jenen Stimmen hervor, die befürchten, daß die künstige Weltwirtschaft eine Weltwirtschaft ohne Europa selbst heute noch gibt es Leute, die es meiner Frau ernsthaft übernehmen, daß sie so vergnügt ist und sich weigert, meinetwegen Trauerkleidung anzulegen. Am Abend nach diesem Telephongespräch saß Diehl, der damals gerade Kommandant des Stabs- guartiers eines Divisionsstabes geworden war, in seinem Dienstzimmer, als ein Anruf von einer benachbarten Abteilung kam: „Kann ich einen Ihrer Offiziere sprechen?" — „Ja, bitte, hier ist ein Offizier am Apparat!" antwortete Diehl. Aber der Mann am anderen Ende der Strippe verstand offenbar nicht richtig und fragte nach dem Namen des Sprechers. Diehl, ein wenig ungeduldig geworden, meldete sich: „Hier spricht Rittmeister Diehl!" — Daraufhin ein erschrockener Laut am anderen Ende der Leitung, eine lange Pause und Hann eine etwas zaghafte Stimme: „Diehl ...? Ich höre immer Diehl ...? Verzeihen Sie, aber ich bin ganz perplex! Ich habe nämlich den Aufttag, Ihrer Abteilung im Namen meines Kommandeurs unser Beileid zu Ihrem Tode auszusprechen!" Einen geradezu großartigen Witz aber leistete sich der Straßburger Sender, der kurz nach dem Auftauchen des Gerüchts ungefähr folgendes meldete: „Wie verzweifelt die Lage in Deutschland ist, beweist die Tatsache, daß dort heute bereits alle wehrfähigen Männer der Kunst und der Wissenschaft eingezogen sind, so daß Das Kunstteben und die Forschung in Deutschland vollkommen brach liegen. Einer dieser Männer, der auch uns bekannte Filmschauspieler Diehl, ist inzwischen gefallen." Am nächsten Tage aber leistete sich der Straßburger Sprecher folgende klassische Formulierung: „Wir haben noch nie die Meldungen des deufichen Nachrichtendienstes geglaubt, mit einer einzigen Ausnahme: gestern, als wir den Tod des Schauspielers Diehl meldeten. Heute stellt sich heraus, daß selbst das gelogen ist!" Ein ganzes Paket Zeitungsausschnitte mit Nachrufen hat Diehl bereits gesammelt, und merkwürdig: „Es kommen immer noch welche hinzu, obwohl sich doch langsam herumgefprochen Haven sollte, daß ich — zusammen mit Olga Tschechowa, Ferdinand Marian, Elisabeth Flickenschild, Friedrich Kayßler, Lucie Höflich und Bruno Hübner — unter M. W. Kimmichs Regie den „Fuchs von Glenarvan" drehe, ein Spiel - um die irdische Freiheitsbewegung, Ende Januar aber, wenn der Fuchs endlich gefangen, geht es wieder hinaus, nach Westen, an die Front, in den Bunker--und ich freue mich darauf! Ich bin Soldat: verstehen Sie, in erster Linie Soldat! Und wenn ich — schweren Herzens — Urlaub zum Filmen genommen habe, dann feinen Humor: „Ich laste mich doch nlchk von der Seite anquatschen!", sagt er ... Die schwarzen Wölkchen kommen bedrohlich näher, aber die deutsche Maschine fliegt weiter. Die Besatzung weiß, daß sie sich auf ihre Maschine verlassen kann, sie hat sie schon in Polen aus allen Kämpfen heil nach Hause gebracht. Die Bodenabwehr jagt noch ein paar Granaten hinter dem Aufklärer her, dann stellt sie das Feuer ein. Unbehelligt fliegen wir wieder nach Deutschland hinüber. In kurzer Zeit ist der Feldflughafen wieder erreicht. Die Maschine rollt aus, steht. Schon hält ein Kraftwagen neben ihr, das Bildgerät wird entladen, das mitgebrachte Material zur Auswertung gebracht. Und schon wieder wird die Maschine hergerichtet, daß sie jederzeit zu einem neuen Auftrag starten kann. Hans Herbert Hirsch. Begegnung mit einem „Toten". Eine Unterhaltung mit Karl Ludwig Diehl. Wenn man auch weiß, daß es nur ein Gerücht mar, es ist doch ein eigenartiges Gefühl, einem Mann gegenüberzusitzen, Der im In- und Ausland totgesagt war und auf den ernsthafte Leute sehr ernsthafte Nachrufe geschrieben haben._ Neben dieser kleinen „Sensatton" aber ist man natürlich auch gespannt darauf, wie ein Schauspieler sich gibt; ber vier Monate an der Front war, und jetzt zum ersten Male wieder im Filmatelier steht. „Ja", lächett Karl Ludwig Diehl, als ich ihn frage, ob es chm nicht sehr schwer geworden fei, sich nach vier Monaten Krieg wieder in den Atelierbetrieb hineinzufinden, „es ist mir zu Anfang sehr settsam vorgekommen, als ich geschminkt und in me Dekoration gerufen wurde. Es kam mir so unwic^ tig vor, was wir hier machen. Und trotzdem ich schon 10 Jahre filme; ich fühle mich fremd im Atelier und vor der Kamera! Aber Diehls gilt geschnittenes Offtziersgesicht mit den Hellen Augen und den zahllosen Falten und Fältchen lächelt — das hat nur drei oder vier Tage gedauert. Dann habe ich mich zurückgefunden. Dann war ich rote- der ,^u Hause" im Atelier. Und dann habe ich auch erkannt, daß das. was wir hier machen, notwendig ist und getan werden muß. Daß es em«! Arbeit für das deutsche Volk ist und für Deutschland, genau so wie unser Tun draußen an der Front. Allerdings auf einer ganz anderen Ebene! Mtt dieser gleichen Selbstverständlichkett, mit der der Rittmeister Diehl sich zurechtgefunden hat in den Bezirken des Films, hat auch der Schauspieler Diehl sich zurechtgefunden in den Bezirken des Sol- »n. Nicht nur, well er 1916 bis 1918 schon ftzier an der Front stand, fonbem well er auch seit 1935 schon regelmäßig ferne NestrveÜbungen gemacht hat. „Da ich mit meinem aktwen Rex- ment ausrückte", erzählt, „kannte mich die Mehr- zahl der Mannschaften und Offiziere schon. Ich bm also der etwas aufdringlichen Neugier, der 'ch sonst so häufig begegnen muß, entgangen. Von Anfang an war ich Kamerad unter Kameraden im Regiment, nicht das angestaunte Wundertier. Und wenn Sie mich nach dem eindringlichsten Erlebnis dieser Monate fragen, bann kann ich nur mit einem Satz anroorten, ber alle Erlebnisse biefer Zeit ^schließt - ich habe mich wohlgefühlt unter den Mannern braufeen und gehe gern zu chnen zurück! land. Die Spicherer Höhen selbst befinden sich schon ■ jenseits ber Recchsgrenze. Um ihren Besitz tobte I eine der ersten, blurigsien, aber auch ruhmvollsten I Schlachten des Krieges 1870/71. An jenem 6. AugustW 1870, an dem die Franzosen geschlagen aus diesen W beherrschenden Stellungen zurückweichen mußten,» wurde einer der Pfeiler aufgeridjtet, bie die deutsche I Einheit über die Jahre des nationalen Verfalls I durch Versailles hinaus tragen sollten. Wie vor fall I 70 Jahren sah Frankreich auch jetzt wieder in den I Spicherer Höhen eine Bastion zur Bedrohung des I Saarlandes. Ende Oktober mußten die Poilus den I Berg unter dem nachhaltigen deutschen Druck auf-1 geben. Das Saartal rückte aus ihrer Beobachtung. I Am Rande dieser Höhen beginnt das Nie ° I mands 1 and. Spichem liegt mitten drin. Das I Warnungsschild vor der letzten Deckung: „Vorsicht! 1 Nicht weitergehen! Wird vom Feind eingesehen!" I — gilt nicht für den Spähtrupp, der sich an I diesem falten, von einem schneidenden Nord ost I durchwehten Januarmorgen über die Stolperdrähte, | durch eigene und seindlchie Hindernisse langsam dem | Dorfe nähert. Don einem alten, grüngestrichenen, I deutschen Zollhaus aus sind die ersten Dächer ficht- I bar Dor ihnen der dunkle Block eines französischen ' Zollbunkers. Es ist fast wie ein Symbol: Auf der einen Seite das schlichte, für den Frieden gebaute Bretterhäuschen des ehemaligen deutschen Zollpostens mit einer dünnen, kräftigen Händen kaum Widerstand leistenden Schranke — auf der anderen Seite der drohende massive Betonbunker der französischen Zöllner. Aus vier tiefen Schießscharten konnte daraus bie Straße ins Reich bestrichen werden. Stahlplatten bilden die Wände, und eine von innen fentbare, schwere stählerne Schranke diente zur Straßensperre. Dicht davor, wo einst eine Straßengabelung war, klafft ein riesiger Sprengtrichter. Während der nassen Novembertage lief er voll Wasser Heute glänzt eine dicke Eisschicht aus dem Krater Daß Spichem mit allen Mitteln verteidigt werden sollte, davon zeugen nicht nur die feld- mäßigen Befestigungen rings auf den Geländewellen, sondern auch die vielen Barrikaden am Dorfeingang. Eine sechsfache Sperre ist hier errichtet. Meterdicke Steinmauern, Wagensperren, spanische Reiter, Bauerngeräte, Ackerwalzen, Mähmaschinen und Heuwender sind zusammengefahren und aufgetürmt. Morgen um Morgen muß ber deutsche Spähtrupp durch dieses Dorf gehen. Es liegt in dem Niemandsland zwischen den Fronten, von der einen nicht viel weiter entfernt als von der anderen. Das Innere der Häuser bietet ein trostloses Bild der Verwüstung. Es gibt so gut wie nichts, was darin unbeschädigt ist. In wirrem Durcheinander häuft sich auf dem Fußboden, den Gängen und Höfen, was bie Hausfrau in vielen Jahren mit Mühe an Wäsche und Kleidungsstücken gepflegt und aufgespeichert hatte. Zerfetzte Briefschaften, Photoalben und Bücher liegen zerstreut; Kinderspielsachen sind bedeckt mit zerbrochenem Geschirr und zerschlagenem Hausrat. Zersplittert hangen bie Spiegel an der Wand, und aus den leeren Fensterrahmen wehen, wie weiße Fahnen der Ergebung in das Schicksal, die schmutzig gewordenen Gardinen. Spichem lag nie unter Artilleriefeuer. Fast unbeschädigt sind auch Dächer und Mauern ber Gehöfte. Es war nicht das unumstößliche Gesetz des Kampfes, das hier unvermeidliche Zerstörungen angerich- tet hatte. Frankreichs koloniale Hilfstruppen durften sich hier mtt geradezu sadisttscher Lust austoben, bevor sie von den Deutschen weitergejaat wurden. An einem bekannten Platz, wo auch oer Feind, wenn er hier herumsucht, vorbeikommen muß, drückt ein Plakat den Abscheu des deutfchen Soldaten vor dem barbarischen Zerstörungswerk in Spichem aus: „Franzosen! Ein deutscher Spähtmpp stellte soeben stehen winzig klein auf dem Rollfeld. Am Horizont taucht ein größerer Dunstkreis auf: Das muß Paris fein! Jawohl, es ist Paris, die Karte beftätigt es. Schade, daß der Auftrag anders lautet, ein kleiner Abstecher nach ber französischen Metropole wäre nicht zu verachten. Seit einiger Zeit arbeitet das Luftbild gerät. Aufnahme um Aufnahme entsteht. Wir können uns nicht genug über die günstige Wetterlage freuen, die Bilder müssen einfach fabelhaft werden! Wie über einer riesigen Landkarte fliegt die Maschine, offen ausgebreitet unter sich Feindesland. Mit dem bloßen Auge ist jetzt jede Straße, jedes Wäldchen zu erkennen. Plötzlich beugt sich der Beobachter in seiner Glas- kanzel noch weiter noch vorn, blickt gespannt nach unten. Militärische Anlagen erscheinen im Blickfeld, Kasernenbauten und Teile von Befestigungsanlagen! Und wieder arbeitet das Bildgerät, jede Einzelheit genau festhaltend. Deutlich erkennbar ziehen sich die Schienenstränge der Eisenbahnlinie zu den Bauten hin, lebhafter Zugverkehr läßt auf etwas erhöhte Bewegung bei den hier untergebrachten Truppenteilen schließen. Aber bie Auswertung der gemachten Aufnahmen ist ja nicht Sache ber Besatzung. Für die Männer in der Maschine geht es darum, wertvolles und interessantes Material nach Hause zu bringen, anhand dessen die vorgesetzte Dienststelle Schlüsse ziehen kann. Aufnahme um Aufnahme entsteht, bis der Auftrag erfüllt ist. Der Flug war erfolgreich, der Pilot freut sich, der nun auf das Zeichen des Beobachters die Maschine wendet und wieder Kurs auf Deutschland nimmt. Der Beobachter hat das Bildgerät abgeschaltet und beugt sich wieder nach vorn, um Ausschau zu halten nach feindlichen Jägern, ober nach den bekannten Detonationswölkchen ber Flak-Granaten. Er deutet plötzlich nach links, dort hat eine Flak- Batterie die Maschine erkannt. Der Franzmann schießt! Unbeirrbar und ruhig fliegt der Pilot weiter. Er hat auch in den brenzlichsten Situationen preußische Aarde. Als das 2. Garderegiment zu Fuß am 18. August 1870 auf der Höhe von Habouville hielt, bevor es seinen Marsch über St. Marien nach St. Privat an- trat, der bas Regiment 39 Offiziere und 1067 Mann kosten sollte, meldete sich ber ©renabier Friedrich von der 4. Kompanie in Mantel und Schlafschuhen, ohne Gewehr, bei seinem Kompaniechef, dem Grafen Rantzau, zur Stelle. Gefragt, woher er in diesem Aufzuge käme, berichtete Friedrich, daß er am Morgen wegen schlimmer Füße zur Bagage geschickt worden sei. Als er nun gehört habe, daß bas Regiment wahrscheinlich noch am gleichen Tage ins Gefecht kommen würde, habe er den die Bagage beaufsichtigenden Unteroffizier gebeten, ihn zu entlassen. Der habe ihm seine Bitte abgeschlagen, und deshalb habe er einfach seine Sachen zurückgelassen, sich heimlich daoongeschlichen und gesucht, bis er seine Kompanie gefunden habe. Der Kompaniechef fragte den Ausreißer, woher er denn ein Gewehr für ihn nehmen solle. Friedrich antwortete ruhig: „Herr Graf, entweder werde ich zuerst totgeschossen, dann gebrauche ich fein Gewehr, ober es kommt zuerst ein anderer dran, dann nehme ich dem feines!^ „Friedrich", sagte der Graf, „Sie wissen, daß ich Sie bestrafen muß, weil Sie gegen den Befehl Ihres Vorgesetzten vom Krankenwagen ausgerissen sind; aber trotzdem" — bei diesen Worten nahm er den Helm ab — .wenn Sie heute davonkommen, so erzählen Sie Ihrem Vater, daß Ihr Kompaniechef den Helm vor Ihnen abgenom- men hat, und daß er glücklich sein soll, einen so braven Sohn zu haben." Friedrich wurde später verwundet, geheilt und er- hielt das Eiserne Kreuz. Graf Rantzau aber erhielt am gleichen Tage die Verwundung, an der er nach monatelangem Leiden starb. PK. Ue-ber bas Rollfeld des Feldflughafens pfeift ein kalter Winterwind. Gerade wird wieder eine Maschine startklar gemacht. In zehn Minuten wird sie auffteigen zum Flug über Frankreich. Und morgen wird der Heeresbericht wieder melden: „Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstättgkeit fort ..." Der Auftrag, mit dem die Maschine nach Westen fliegt, ist in der Flugbesprechung bis ins kleinste durchgesprochen worden, alle Vorbereitungen sind getroffen, die Geräte sind eingebaut, und jetzt laufen die Motore, ihr Dröhnen schwillt mal an, bald verebbt es wieder. Der Bvrdmvnteur bremst bie Maschine ab, die Brenmsklötze werden weggezoaen und schon jagt das Flugzeug mit immer größer merbenber Geschwindigkett über bie verharschte Schneebecke des Rollfeldes. Meterhoch flieh der Schnee auf, ein wunderbares Bild! Das Fahrgestell hebt sich vom Boden, die Maschine fliegt. Nach tnenigen Sekunden hat sie ber Dunst schon verschluckt. Die Sonne, die irgendwo hinter den Wolken hockt, vermag nicht durchzu- brechen. Aber ber Dunstschleier liegt nur wenige Meter hoch über dem Gelände; plötzlich reißt die Wolkendecke auf. Der Beobachter beugt sich vor, klare Bodensicht ermöglicht eine einwandfreie Orientierung. Nur kurze Zeit ist seit dem Start vom Feldflughafen vergangen, jetzt ist die Maschine bereits über französischem Boden. Noch ist ber Zeitpunkt für ben Einsatz bes Bildgerätes nicht da, noch gilt es, eine Strecke zu fliegen, aber schon werden bie Apparate fertiggemacht, um bei Erreichen bes befohlenen Abschnitts sofort anfangen zu können. Jeder einzelne der Besatzung paßt auf, ob sich nicht von irgendwo ein feindlicher Jäger nähert, aus ber gläsernen Bugkanzel läßt sich ein weites Gebiet übersehen. Der Bordfunker liegt ttn Heckschützenstand auf der Lauer. Aber ungesehen und ungestört kann die Maschine ihren Kurs verfolgen, kein feindlicher Jäger ist ihr auf ber Spur, auch bie Flak hat bas Flugzeug nicht bemerkt. Tief unten ein Flughafen. Ein paar Maschinen PK. Wenige Kilometer südlich Saarbrücken steigt aus der gewellten Ebene, in der die Hauptstadt des Saargebietes liegt, ein Höhenzug empor. Mit steilen Hängen Überhöht er um rund 100 Meter seine Umgebung. Es sind die Spicherer Höhen. Zu ihren Füßen liegen die Zollhäuser „Goldene Bremm". Hitr scheiden sich Frankreich und Deutsch- 51 mit Aus alter Welt Gedenket der hungernden Vögel! lii < mit llllii kn bem 3 Blnfl e>n nichf holt ttor 2 kch' tigti spie Spi £tq Gjd Hotellerie auszuharren bis zu einer glücklichen Wendung der Dinge, d. h. bis zu dem Augenblick, wo die Grenzen sich wieder öffnen und d-er Strom der Fremden sich, so wie man allgemein hofft, wieder aufs Neue in die Schweiz, das Hotel Europas ergießt. städte im Schnee" kommt, sieht es als Ehre an, sich einzutragen und achtet darauf, es in aller Genauig- Wie es heißt, ist die Strandung daraus zurück- keit zu tun. Sind es doch meist Schweizer und zuführen, daß die Leuchtfeuer an der Küste über- durch ihre Reise in den Schnee tun sie ein natio- eist waren und insolgevessen ein falscher Kurs ein- I nales Werk: Sie ermöglichen so der schweizerischen j geschlagen wurde.__ len tiwa ßlod Dc ilück lioet Fer ani 211 tid) ßefe Dal Bern rzäl kr: len. Bir len Die unb Ui Eor; frot)1 Hamm, 18. Jan. (DNB.) Die Juuizpressestelle des Oberbandesgerichts Hamm teilt mit: Am 16. Januar ist der am 5. März 1907 in Dortmund geborene Kurt Schroeder hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Dortmund am 6. Dezember 1939 auf Grund der Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5. 9.1939 zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilt worden war. Schroeder ein schwer vorbestrafter Verbrecher, gegen den bereits die Sicherungsverwahrung angeordnet war, hatte nach einem Ausbruch aus der Strafanstalt zahlreiche Einbrüche unter Ausnutzung der Dunkelheit begangen. Einsturz fordert drei Todesopfer. Bei Erd arbeiten in Käfertal bei Mannheim ereignete sich eine schweres Unglück, das drei Todesopfer forderte. Einstürzende Erdmassen begruben fünf Arbeiter unter sich. Trotz sofortiger Bergungsmaßnahmen, die bis zum Einbruch der Dunkelheit dauerten, konnten drei Verschüttete nur als Tote geborgen werden, zwei weitere erlitten Verletzungen leichterer Natur. Schiffsuntergänge an der norwegischen und dänischen Küste. Kopenhagen, 19. Januar. (DNB.) Der dänische Dampfer „Olga", der mit einer Zelluloseladung von Schweden nach Spanien unterwegs war, ist am Donnerstagmorgen an der norwegischen Küste bei Halkardsholm südwestlich von Torungen nach der Ausfahrt von Arendal auf Felsgrund gelaufen und nach kurzer Zeit gekentert und gesunken. Die 17 Mann der Besatzung konnten sich in den beiden Booten des Dampfers an 3JI He M licht perb pieo hingerichtet. Berlin, 18. Januar. (DNB.) Am 18. Januar 1940 ist der am 4. April 1920 in Schweinfurt geborene Hans Nickel hingerichtet worden. Nickel ist vom Sondergericht Bamberg wegen dreier Verbrechen gegen die Verordnung gegen Dolksschäd- linge zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Der Verurteilte, ein vielfach vorbestrafter unverbesserlicher Gewohnheitsverbrecher hat am 21. November 1939 in Schweinfurt unter Ausnutzung der Verdunkelung Diebstähle begangen. die Stadt Nigde, etwa 150 Kilometer nordnordwestlich von Adana, heimgesucht wurde, lieber 400 Häuser sollen zerstört, sowie 50 Personen getötet und 160 verletzt worden sein. Dynamitexplosion beim Tunnelbau. Durch die Explosion einer Dynamitkassette wurden am Mittwochmorgen sechs Arbeiter, die bei einem Tunnelbau in der Nähe von Subiaco bei Rom beschäftigt waren, getötet. Schnelles Wachstum der Stadt Rom. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Rom noch in diesem Jahre wieder den Höchststand der Bevölkerungsziffer erreichen, den die Stadt zur Zeit des Kaisers A u g u st u s aufzuweisen hatte, nämlich 1336 680 Einwohner. Am 1. Januar 1939 waren es noch 1 280 000; berücksichtigt man, daß die jährliche Bevölkerungszunahme bisher durchschnittlich 40 000 Seelen ausmachte, so erscheint die von den Behörden ausgesprochene Erwartung fast wie eine Gewißheit. Seit 1931, dem Jahre, in dem Rom die Millionengrenze überschritt, ist die ewige Stadt zugleich auch die volkreich st e Italiens. Das war nicht immer so. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts war Rom nur die dritte unter den großen Städten Italiens mit etwa 200 000 Einwohnern, deren Zahl sich unter der französischen Fremdherrschaft noch erheblich verminderte. An erster Stelle standen damals Neapel und Palermo. Nach Rom folgte damals Venedig mit 140 000 Seelen vor Mailand, Turin und Genua. 1871 war . immer noch Neapel die größte Stadt, Mailand die zweite und Rom die dritte; dazu kamen Genua und Turin als Städte mit mehr als einer halben Million Einwohner. Zusammengenommen stellen diese fünf Städte auch heute 11 v. H. aller Bewohner Italiens. Bei der letzten Zählung befanden sich 38 v. H. aller Italien besuchenden Fremden in diesen fünf Städten, in denen auch mehr als die Hälfte aller italienischen Studenten eingeschrieben und 76 v. H. aller Aktienkapitalien angegeben waren. 6(o Lich Dbe him die sich aus Diplomlandwirten, aus Lehrerinnen der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde und technischen Kräften zusammensetzen. Auf den einzelnen Berater kommen rund 800 Betriebe. Die allgemeine Wirtschaftsberatung wird auch im günstigsten Falle immer eine Vielzahl von Bauernbetrieben zu beraten haben. Nicht die Zahl der Berat^ngskräfte ist entscheidend, sondern die Tatsache, daß die Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung vom Betriebsleiter selbst abhängt. Aufgabe der Beratung ist es, Anregungen zu geben und den Bauern undl Landwirten unermüdlich bei ihrer schweren Arbeit zur Seite zu stehen. Um die Einzelberatung stärkers in den Vordergrund stellen zu können, wurden die ehrenamtlichen Hofberater geschaffen. Ein weiterer Mitarbeiter ist der landwirtschaftliche Berufsschullehrer. Durch den geplanten Ausbau des ländlichen Berufsschulwesens werden demnächst in jedem Kreise mehrere solcher Kräfte vorhanden sein, die der allgemeinen Wirtschaftsberatung zur Verfügung stehen. Daneben hat der Reichsnährstand eine große Zahl von Spezialberatungsstellen geschaffen. So werden zur Durchführung der Milchleistungskontrolle über 10 000 Kräfte benötigt. Die tierzüchterischen Fragen werden durch 170 Tierzuchtämter wahrgenommen. Iw ähnlicher Weise stehen für alle Zweige der Landwirtschaft Sonderberater zur Verfügung. 2 J.eid ? liiii -li; tiei fa Uli Schnee im Engadin Von unserem C A.-Korrespondenten die Befürchtungen Europas nicht eintreffen werden. Diese Entwicklung des Weichandels mag manchen, vor allem dem jüdischen Weltbankier nicht liegen. Sie wird sich aber zwangsläufig aus dem wirt- fchaMchen Umdenken ergeben, das — wie es sich heute in der Praxis schon bewährt hat — nicht mehr mit Geld und Gold, sondern nur noch Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder i. 23.: Ernst Blumschein; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Land retten. Wie e zuführen, ' p'ift uinrr Don Fumminge an der Süd l üste von Laaland wurde am Donnerstag ein Schiffsunglück beobachtet, über dessen Umfang noch nähere Angaben fehlen. Nach Augenzeugenberichten ist ein Dreimast- schoner, der mittwegs zwischen Laaland und Fehmarn fuhr, in den Eisstauungen des Fchmam- Beltes zerdrückt worden. Die Beobachter meinen, gesehen zu Haden, wie der Achtersteven des Schiffes plötzlich in die Höhe gehoben wurde und der Schoner in wenigen Sekunden unter der Meeresoberfläche verschwand. Die PoGzeistationen in Roedby und Nakskov alarmierten die dänische Marine- lstation in Nyborg, von der sofort Maßnahmen zur Hilfeleistung ergriffen wurden. Ueber das Ergebnis list bisher nichts bekannt geworden. I Byrds Südpolexpedition in der Watfischbucht. I Wie aus einem Funkbericht an das USA.-Manne- Iministerium hervorgeht, sind die beiden Schiffe der «Südpolexpedition des Admirals Byrd in der Walfischbucht eingetroffen. Oeftlich von Klein-Amerika wurde bereits mit der Ausladung und der Errichtung des Lagers begonnen. Reue Erdstöße in Sud-Anatolien. 400 Häuser zerstört, 50 Tote, 160 Verletzte. Rom , 18. Jan. (Europapreß.) In der Nacht zum iDonnerstag ereigneten sich in Süd-Anatolien zwei Ineue heftige Erdstöße, von denen besonders schwer Waren und Arbeit rechnet. Die Gauwutschastsberater der NSDAP, tagten. Berlin, 18. San. (DNB.) Unter dem Vorsitz von Reichsleiter B o u h l e r fand gestern im großen Saal des Reichsluftfahrtministeriums eine Zusammenkunft der Gauwirtschaftsberater der NSDAP, statt, bei der aktuelle Wirtschaftsfragen besprochen wurden. Wirlschastsberatung für den Bauern. Für die Erzeugungsschlacht ist die Wirtschaftsberatung auf dem Lande von großer Bedeutung. Dank der Arbeit des Reichsnährstandes kann diese Beratung heute bis an das letzte Dorf herangetragen werden. Gegenwärtig stehen für die allgemeine Wirtschaftsberatung 5660 Kräfte zur Verfügung, Genf, Januar 1940. Wenn am blauen Leman sich die schwarzen Wasserhühner, die Akrobaten unter den Wasservögeln, eingestellt haben, auf dem nahen Jura die Schneedecke mehr und mehr dem Tale zuwächst und im Tessin noch eine frühlingslinde Sonne Unentwegte zum Bade im See einladet, liegt das Engadin schon unter dicker, weicher Schneewatte. Einige Wochen lang haben sich die Schneemetropolen des Engadins auf die Wintersonne vorbereitet. Jetzt gelten die Wintersport-Eintrittskarten auf den Eisenbahnen und letzter und größter Schick in den großen Schweizer Städten ist, Sonntag um Sonntag in die strahlende Hochgebirgssonne zu entfliehen und gleichzeitig der notleidenden Berg- Hotellerie, die mehr denn je die Fremden vermißt, zu Hilfe zu kommen. Früher waren die Riesenhotel- kästen von St. Moritz, Pontresina, Arosa ufw. um die Jahreswende schon überfüllt. Dieses Jahr ist es stiller. Die „ganz große" Kundschaft fehlt und damit auch der Glanz, welchen die internationalen Gäste dem bunten Getriebe der Wintersportplätze im Engadin gaben. Auf den mit weicher Watte überzogenen Hängen ist das Bild allerdings noch wie ehedem. Auf dem klassischen Schifeld von St. Moritz und an vielen anderen Sportplätzen lassen sich der rundliche Herr Meyer und die stattliche Frau Mutzig per Seilbahn und Schilift auf 2500 Meter Höhe tragen, schnallen sich hier unter Aechzen und Stöhnen die langen Bretter fest. Dazwischen trifft man auch zahllose Schneehäschen, die in unerhörten Verdrehungen am Steilhang kleben und deren Herzklopfen die Murmeltiere aus dem Winterschlaf wecken könnte. Dies find die prädestinierten Unfall-Teufel. Selbst für diese kläglichen Opfer ist gesorgt. Periodisch fegt die Schikontrolle über die Hänge; flotte, braune Gesellen, um den Arm die 808-Binde, die wie zum Trost überstickt ist von der fröhlich ein Auge zublinzelnden St. Mo- ritzer Sonne. Aber auch der hinkende Sportler ist ein Held, wenn er, von mitfühlenden Blicken verfolgt, über die Schwelle der Chefa Deglia in St. Moritz stolpert. Die Chesa Deglia ist ein altes Bauernhaus, aus- geschmückt mit herrlichen Raritäten echt romanischer Bauemkunst, das erfinderischer Hotelier-Geist zu neuer Pracht erstehen ließ; heute schlürft man hier Tees und Aperitifs zu einer Tanzkapelle. Endlos sind die Räume, Durchblicke und heimlichen Winkel. Die Bar ist überdeckt von altem Kreuzgewölbe; in der geschwärzten Küche mit dem alten Rauch fang ißt man die herrlichsten romanischen Bauernspezialitäten. St. Moritz, Weltstadt im Schnee. Es war die letzten Jahre vielleicht s ch o n z u viel an Rummel, 1 Hochbetrieb, Mammuthotels, Seilbahnen, Bars, Dancings; selbst mit den weltbekannten Amüsierstraßen der großen europäischen Hauptstädte nahmen es einige „Dorfitrasten" an Reklame und Mannigfaltigkeit der Lokale auf. Dieses Jahr ist es ein wenig ruhiger geworden, wenn man auch den großen Rahmen nach Möglichkeit aufrecht erhält. Aber das laute ausgelassene Treiben fehlt. Es ist alles stiller und auch irgendwie besinnlicher geworden. Größte Ueberraschung: die Atmosphäre von St. Moritz hat darunter keineswegs gelitten, im Gegenteil. Dem lauten, fast parven-ühaften Treiben der letzten Jahre ist eine stille und sichere Eleganz gefolgt. Deshalb fehlt es oder keineswegs an all der Kurzweil, die in den Wintersportplätzen auf so nette Art und Weise den Tag in Sonne und Schnee abschließt. Nach wie vor sind natürlich in St. Moritz und in den anderen „schweizerischen Weltstädten im Schnee" einige rauchgeschwängerte Beizen der Einheimischen in Mode. In die setzt sich meist der Kenner und schlürft andächtig und in Ruhe seinen „Veltliner". Veltliner im Engadin ist Göttertrank, herbe Alpen- luft mit roter Traube von Italiens Sonne befruchtet. Und wie unglaublich nahe ist dies schöne Son- nenland für die Italiener! Zwei Stunden Autofahrt tragen den Mailänder übers Wachende zum Wintersport, und so bevölkert eine ansehnliche Zahl italienischer Sportler die „Weiße Metropole". Was ganz neu ist, ist das Militär. Und das schweizerische schilaufende Militär ist außerordentlich gut. Es stellt die Spitzenklasse der Schiläufer dar und ist in allen Orten gesucht, nicht nur zum Schiläufen, sondern auch zum Tanz. Der „letzte Schrei" der schweizerischen Wintersportplätze sind die „goldenen Bücher". Ehemals hießen sie Fremdenbücher, und manch einem mar es eine Plage ober zu langweilig, und nicht wenigen auch in den internationalen Luxuspalästen unangenehm, sich mit Namen, Anschrift, Geburtsdatum usw. dort einzuttagen. Ja, manch ein Schwindel ist da passiert, wenn sich auch die Polizei durch solche Dinge nicht täuschen ließ. Offiziell druckte sie zwar manchmal ein Auge zu und strich mit Vergnügen einer großen Schauspielerin zehn Jahre ab und gab dafür einem hoffnungsvollen Jüngling zehn Jahre dazu: „ausgleichende Gerechtigkeit?" Heute ist das alles anders. Jeder, der in eins der „Welt- Freitag 20.00 bis 22.00 Uhr 16. Freitag - Miete. 245D ERSTAUFFÜHRUNG Kinder auf Zeit Lustspiel von K. Bortfeldt. Spielleitung: Karl Volck. Preise: RM. 0.60 bis RM. 3.10. UHREN - SCHMUCK - TAFELGERÄTE Seltersweg 47 Telephon 2373 Die Renovierung meiner Geschäftsräume ist beendet! Geschäftszeit von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr 298D in die ewige Heimat. Beerdigung: Dienstag, 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Schwestern vom Stjosephs-Krankenhaus Gießen, den 19. Januar 1940. Gott rief heute früh y25 Uhr unsere liebe Schwester Gratiana MÜ-ZimiDer- Wohoong mit Heizung in gutem Hause per sofort ob. später gesucht. Schr. Ang. unt. 0188 a. b.G.A. Ehevaar sucht mA. Zimmer mitKochgelegen- beit Nähe Berg- taserne. Schrift!. 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Von Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln IMMOe in klein. VLengen täglich von 14-15 Uhr Weüsteinstrafre6 bei Docter. 0193 Paidfc Bettdien aus gut. Händen z.kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 296D a.b.G.A. Leinen RM. 2,85 Hugo Dermühler Verlag Berlin - Lichterfelde SDölalaröeltet 27 Jahre alt, 1,75 gr., evang., wünscht charaktervolles,einfach. Mädel zwecks Heirat kennenzulernen. Ersparnisse vorhanden. Zuschr. möglichst m. Bild unter 0178 a. den Gieß. Anz. erbet. Stadttheater Freitag, G.ZanuarMV Gießener Anzeiger (General-Anzeigrr für Oberhessen) Ur. 16 Zweites Blatt Aus der Stadt Gießen Schweigen können. tigfedt. Bei Verdunkelung rechts gehen! Der Schwochkopf. Zahnbehandlungssanierung für den HL.-Iahrgang 1921 Dornotizen. Tageskalender für Freitag. worden. Es war erfreulich, zu vernehmen, daß, wenn auch fere Ernährung gesichert ist. Der Krieg hat uns nicht überrascht wie 1914, wir brauchten im Ernährungssektor keine neuen Maßnahmen zu treffen, es ist nur notwendig, die Front der Erzeugungsschlacht zu erhalten. Dies bedeutet, daß wir die Erträge weiter zu erzielen haben, die durch die bisher getroffenen Maßnahmen ermöglicht wurden. Die Zeit ist diesmal für uns, denn die ins Reich zuletzt heimgekehrten Provinzen waren einst Ueberfchußgebiete und werden unter unserer Führung ihre alte Fruchtbarkeit bald wieder erreichen. Höhere Ernten verlangen aber auch mehr Arbeit. Das Landvolk muß weiter auf Verständnis und Hilfe aller Kreise der Bevölkerung rechnen. Es braucht zu gewissen Zeiten hilfreiche Hände. Uns allen kann alber auch damit geholfen werden, daß mit dem Segen der Ernte sorgsam umgegangen wird. Denn die Parole der Er^eugungsschlacht hieß nicht nur: „M ehr erzeugen! , und war an den Bauern gerichtet, sondern auch: „Das Erzeugte sparsam verwenden" und diese Mahnung galt und gilt dem Verbraucher. Prof. Sessous schloß mit dieser Mahnung seine aufschlußreichen Ausführungen, welche so erfreuliche Ausblicke auf unsere Ernährungslage bieten. Der starke Beifall bekundete dem Vortragenden die Dankbarkeit seiner Hörer, denen hier mancherlei Blickmöglichkeiten auf das Gebiet wichtiger ernährungswirtschafllicher Angelegenheiten unseres Volkes erschlossen worden waren. Am gestrigen Donnerstagabend fand im Großen Hörsaal der Universität der dritte wehrwissenschaftliche Vortrag statt. Auch diesmal wieder begegnete die Veranstaltung außerordentlich starkem Interesse bei den vielen Hörern aus den Kreisen der Partei und der Wehrmacht, den Angehörigen der Fakultäten und bei den Volksgenossen aus der Gießener Bevölkerung. In fesselnder Weise sprach über das interessante Thema der Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzensicherung der Universität Gießen profeffor Or. her verbundenen deutschen Waffen, insbesondere aber auch von der Infanterie, sowie dokumentarische Bilder von einer ersten Rekrutenvereidigung in der befreiten Stadt Posen. Heinrich Ludwig Neuner. Oer Gesang als Heilmittel. Ernährungssichemng im Kriege von der pflanzenbaulichen Seite betrachtet Oer dritte wehrwissenfchastliche Vortrag unserer Universität. Rach Eintritt ber Dunkelheit sind bei der allgemeinen Verdunkelung trotz der benutzten Leuchtzeichen aller Art vielfach Zusammenstöße von Fußgängern auf dem Gehwege zu beobachten, die häufig schwerwiegende Folgen haben. Die Ursache gen auf Halbmast. Das Leben des Verstorbenen, den auch der „Oie- feen er Anzeiger" zu seinen Mitarbeitern zahlen Durfte, war ungemein reich an Arbeit, Erfolg und vielseitiger Ausstrahlung. Professor Gloel wurde in Cörbelitz bei Magdeburg geboren, er besuchte das humanistische Gymnasium, studierte deutsche und klassische Philologie in Halle und in Berlin, war zu Berlin und dann in Wesel im Schuldienst und kam am 1. April des Jahres 1900 als Oberlehrer und Professor an das Gymnasium in Wetzlar. Die Stadt wurde ihm zu einer zweiten Heimat, der er all seine Liebe und alle seine geistige Kraft widmete. Er wuchs bald über feine Tätigkeit als Schulmann hinaus und wurde ein Verkünder und Verfechter alles Edlen und Schönen. Mit all der ihm möglichen reichen Hingabe wandte er sich dem Studium der Zeit zu, in der Goethe einige Monate in Wetzlar weilte. Er forschte dem Geistesheroen nach und faßte seine Ergebnisse in Schriften zu« jammen, die eine wertvolle Bereicherung der Goetheliteratur darstellen. Er legte dar, was der Aufenthalt Goethes in Wetzlar für den großen Dichter bedeutete und hielt es in umfangreichen Werken („Goethes Wetzlarer Zeit" und „Goethe und Lotte") fest. Außerdem erschien durch ihn ein „Silhouettenbuch" als reizvolle Ergänzung zu diesen Werken. Mit unendlicher Liebe betreute er die Gorthestätten. Darüber hinaus widmete er sich der Heimatforschung. Er belebte den Wetzlarer Geschichtsverein, er ordnete und bereicherte das Wetzlarer Heimatmuseum, dem er viel Arbeitskraft widmete. Die Stadt Wetzlar betraute ihn bald mit der Leitung des Museums. Durch seine Initiative kam eine Sammlung zustande, in der fast alle Werther- Ausgaben vereinigt sind, die je in den Kultursprachen unserer Erde erschienen sind. Bei der geistigen Lebendigkeit, die Professor Gloel Zeit seines Lebens auszeichnete, war es nicht verwunderlich, daß er auch durch den Wetzlarer Dom lebhaft herausge- fordert wurde. Er wandte ihm viel Studien arbeit : zu und faßte seine Ergebnisse in einem Werk zu- Das Beiprogramm ist dem Hauptfilm würdig. 3n einem Kulturfilm von besonderer Schönheit wird man mit dem geheimsten Leben m einem unter Naturschutz stehenden Tümpel vertraut gemacht. Man sieht die reine Pracht der Seerchen und mancher seltenen Pflanze mit schonen Muten, erfahrt von dem Klein-Lebewesen in ausgezeichneten mikroskopischen Bildern und wrcd nicht zuletzt auch durch das geschickt gesprochene Wort auf den Reichtum der Natur hingewlesen, der allem schon m einem kleinen Tümpel offener wird. In der Wochenschau sicht man schone Bilder vom Mnter- sport, viele interessante Aufnahmen vom Einsatz in der weitverbreiteten „Angst vor dem Zahnarzt , in der Unkenntnis der den Zahnerkrankungen folgenden Schädigungen des Magens, der Nerven, des Herzens ufw. zu suchen ist oder auch in der Gleichgültigkeit vieler Eltern, die sich damit eine soziale Hilfe entgehen lassen, wie sie ihnen schwerlich noch einmal angeboten werden kann. Es werden daher noch einmal die männlichen Jugendlichen zunächst des Jahrganges 19 21 mit Nachdruck aufgefordert, sich unverzüglich in Zahnbehandlung zu begeben. Behandelt werden soll nicht nur der eine oder andere kranke Zahn, sondern das ganze Gebiß soll saniert werden, d. h. alle Zähne müssen gesund oder wenigstens gefüllt und behandelt sein. Nicht nur die HJ.- Zahnärzte, sondern alle Zahnärzte und Denttsten in Hessen und Hessen-Nassau haben von ihren Berufsverbänden Richtlinien und Antragsformulare erhalten, erteilen Auskunft und sind berechtigt, die Untersuchung und Behandlung aufzunchmen. Eltern sorgt dafür, daß die Zähne eurer Söhne behandelt werden! Kameraden ,bes Jahrganges 1921! Meldet euch zur Zähnuntersuchung und eventuellen Behandlung, damit ihr gesund und wehrfähig seid, wenn der Führer euch zum Heeresdienst fammen. Für allen Einsatz um Heimatforschung, um die Geschichte der Heimat, um Literatur und Kunst blieben für Prof. Gloel auch die äußeren Ehrungen nicht aus. Die Stadt Wetzlar ernannte ihn am 100. Todestage des großen Dichters, am 22. März 1932, zum Ehrenbürger. Eine besondere Auszeichnung wurde dem hochbetagten Gelehrten zuteil, als ihm, durch den Führer im Jahre 1936 die Goethemedaille verliehen wurde. Diese Ehre verschönte die letzten Jahre seines Alters und durfte ihn mit tiefer Befriedigung erfüllen. Der hochherzige Mann, der bis in seine letzten Tage am Geschick seines Vaterlandes lebhaften Anteil nahm, schloß die Augen in ernster Zeit. Ihm wird nicht nur in Wetzlar, sondern weit darüber hinaus ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben. wort. Das alte Volkssprichwort: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", hat immer noch seine Gül- ■ * ■■ H. Manche Erwachsenen machen es wie die Kinder: cjne Ueberlegung, ohne irgend einen Gedanken an he Folgen schwätzen sie darauf los, und sie meinen runder, wie unterhaltsam sie wären. Daß Kinder Dicht schweigen können, wissen wir, und deshalb rerden ihre Erzählungen entsprechend eingeschätzt, kanz anders bei Erwachsenen. Es ist merkwürdig, rieviele Menschen Freude daran haben, etwas V6\es von andern zu sagen. Das Schlimme dabei it, daß sie meist nur halbe Wahrheiten verbreiten. $ie wissen oder fühlen das auch selbst, denn in ien meisten Fällen enden ihre Berichte mit dem öatz: „Ich will nichts gesagt haben!" Sie haben cmas läuten hören, wissen aber nicht, wo die flocken hängen. Das sind meist dieselben Menschen, die bei Un- ilücksfällen Händeringend dabeistehen und sich nicht tu helfen wissen. Nur ihr Mundwerk geht ununter- »rochen weiter. Daß man aber zupacken, daß man iwlfe leisten kann, ohne viel zu reden, das wissen je nicht. Für sie gilt in erster Linie das Wort: .Lerne schweigen!" Wir möchten hinzufügen: „und sandle!" Auch anderen sagt das Wort sehr viel. Wenn Ilch Sorgen drücken und du kommst in eine frohe Aesellschaft, sollst du dann reden oder schweigen? )a sitzen gute Bekannte und vertraute Freunde, ein ([einer Kreis voll Harmonie. Und du kommst und irMlst nur von deinem Leid. Da wird der Glanz, [er über dem kleinen Kreise liegt, schnell verschwinden. Warum aber sollst du die Fröhlichen betrüben? ‘ Sir sollen, wenn wir an der Geselligkeit teilnehmen, [en gut Gelaunten spielen, uns genau so verhalten □ie die anderen, den Kummer für uns behalten :nb mit den Fröhlichen fröhlich sein. Der Handlung lag ein Roman von Erich Eberhard zugrunde. Der Verfasser arbeitete am Drehbuch mit. Die Regie (Hans Schwei kart) baute den Film in szenischer Hinsicht mit lobenswerter Klarheit auf. In gleichem Geiste geschah die Ausstat- tuna, in der es kein Zuviel gab. Eine besondere Freude ist es, in diesem Film Teile der Fünften Svmphonie von Beethoven in ausgezeichneter Interpretation des Hamburger Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Dr. Hans Schmitt- Isserstedt zu hören. Die Photographie dient auf außerordentlichem Niveau dem Werk. Besonders eindringlich sind die Landschaftsaufnahmen ä.u Beginn, schön die Bilder aus Italien, eindringlich die Großaufnahmen von der Hauptdarstellerin. Mit'gutem Recht darf gesagt werden, daß dieser Bavaria-Film mit zu den erfreulichsten Erscheinungen der letzten Monate zahlt. Auf genügend breiten Gehwegen geht man innerhalb dieser rechts, auf Straßen mit schmalen Gehwegen benutzt man nur den in der Gehrichtung rechts gelegenen Gehweg. Auf Landstraßen ohne Gehwege empfiehtt es sich dagegen l i n k s zu gehen. Auf der linken Straßenseite kann man entgegenkommenden Fahrz^igen leicht und sicher ausweichen, während sich der Fahrzeugverkehr gleicher Richtung rechts auf der rechten Straßenseitie abwickelt. Fußgänger, befolgt diese Regel insbesondere bei Verdunkelung! Ihr bewahrt euch selbst und andere vor Schaden. Professor Or. Gloel, Wetzlar t- In unserer Nachbarstadt Wetzlar ist ein Mann aus dem Leben abberufen worden, der weit über die Mauern der ehemals freien Reichsstadt hinaus bekannt und hochgeachtet war. Der Heimatforscher und Heimatfreund Professor Dr. Heinrich Gloel ist im Alter von nahezu 85 Jahren gestorben. Er war Ehrenbürger der Stadt Wetzlar. Dom Wetzlarer Rathaus wehten aus diesem Grunde die Flag- Zunächst gab er einen kurzen Rückblick über die Erzeugungslage nach dem Kriege, die trotz der Lehren, die aus der Blockade noch hätten in frischer Erinnerung bei den die Geschicke Deutschlands leitenden Mannern sein müssen, sehr stark auf ausländischen Einfuhren beruhte. Mit der Machtübernahme setzte schlagartig die nationalsozialistische Agrarpolitik ein, es erfolgte die Umstellung auf stärkste heimische Erzeugung. Sie kam zum Ausdruck in i)er Erzeugungsschlacht, die die Bauern zu höchster Leistung oufrief. Der Redner zeigte an Hand zahlreicher, überzeugender Lichtbilder, wie auf allen Gebieten des Acker- und Pflanzenbaues eine kaum für möglich gehaltene Steigerung der Erträge erzielt werden konnte. Die Zuhörer wurden mit Den vielseitigen Möglichkeiten, welche zu einer dauernden Erhöhung der Ernte führen und nicht zuletzt wissenschaftlicher Arbeit ihren Einsatz verdanken, bekannt gemacht. Eine sehr wichtige Rolle bei der Sicherung unserer Ernährung spielt die Futtererzeugung aus deutschem Boden, um im Falle einer Unterbindung der Einfuhr vom Ausland unabhängig zu sein. Gerade auf diesem Gebiete sind ganz außerordentliche Erfolge erzielt Schleimzug erst stockt, dann wieder das Versäumnis durch übermäßige Absonderung nachgeholt wird, entsteht einerseits ein Gefühl der Trockenheit und passiert andererseits eine auffallend. große Menge den Kehlkopf, ein Vorgang, den jedermann bei Katarrhen der Luftwege erlebt. Diese Wirkung der Stimme hat man erst durch den kranken Zustand erkannt, besonders das weitverbreitete Asthma leiden entsteht in den meisten Fällen durch den Mangel genügender Stimmtätig- keit und artet zur Unerträglichkeit aus, weil die Schleimabsonderung hinter dem Bedürfnis nach Anfeuchtung zurückbleibt. Eine Reihe von Krantheits- geschichten sowohl von Kindern wie von Erwach- jenen, die angeführt werden, zeigt, daß Stimm» Übungen auch in schweren Fällen von Asthma eine sofortige und dauernde Besserung bringen. Die Erfahrung lehrt auch, daß Menschen, die nicht mit Rücksicht auf ein bestehendes Leiden planmäßig die Stimme zu üben beginnen, sondern nur zu dem Zwecke, sie zu verbessern, sich dann wohler fühlen als zuvor, sie sehen sich mitunter von kleineren Hebeln wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, akuten Katarrhen und anderen Störungen befreit. Man kann danach schließen, daß der Voltskörper durch das fast allgemeine Verstummen gesundheitlich geschädigt und gefährdet worden ist; das Volk fang früher viel mehr als heute, und es ist sehr zu begrüßen, daß man entschlossen ist, hier verändernd einju'greifen und durch die Schule und durch Jugendorganisationen der planmäßigen Gesangsübung und Stimmerziehung einen ihrer Bedeutung entsprechenden Rang einzuräumen. C. K. Auf einer Abendgesellschaft, zu der auch der Dichter Victor Hugo erschienen war, waren die Gäste längst versammelt, die Übliche Essenszeit war überschritten, und noch immer ging man nicht zu Tisch. Ein naher Freund des Hauses, Vizepräsident des Senats, wagte es schließlich, die Hausfrau flüsternd nach dem Grund der Verzögerung zu fragen. Diese klagte ihm ihr Leid: „Sehen Sie, wir waren vierzehn zu Tisch, aber im letzten Moment hat Herr T abgesagt. Ich habe nun nach einem vierzehnten geschickt, denn unter den Gästen ist jemand, der sich nie als Dreizehnter an den Tisch setzen würde ..." Einige Minuten später vertraute der Vizepräsident Victor Hugo an: „Wissen Sie, warum wir nicht zu Tisch gehen? Weil irgendein Schwachkopf unter uns ist, der Angst hat, sich zu Tisch zu setzen, wenn wir dreizehn sind." Da richtete 1 • ---- ' i voller Würde auf und sagte sster- mchkopf ,#• bin üW* Diese Magd und werdende Künstlerin ist Bri- gitte Horney, die in jeder Szene nachweist, daß sie das Wesen der Magd aus ureigenster mensm- licher Tiefe gestaltet. Sie verleiht der Magd die Züge der herben Verschlossenheit, gibt ihr den Ausdruck des Schmerzes, der Trauer, der Derzweislimg, der Schaffensfreude, des Glückes, der künstlerischen Erfüllung und der tieferen inneren Befriedigung. Durch ihre unbestrittene darstellerische Kunstlerfchast zwingt sie die Menschen, die diesen Film sehen, m ihren Bann und fordert zum Miterleben auf. Unnachahmlich wild und temperamentvoll erscheint sie in der Szene, da sie der Berliner Kunstgewerblerin das Geld aus der Hand schlägt, ungestüm äußert sich ihr Temperament in der rassigen Polka, die sie mit dem jungen Gutsherrn, den sie heimlich Ueol, in der Dorfschenke tanzt; erschütternd spiegelt ihr Gesicht das Erlebnis eines Symphoniekonzerts, das sie in Tränen ausbrechen läßt, ehrlich ist ihr C - staunen vor den Werken eines wahrhaften uno reifen Künstlers, und eindringlich vermag sie Die Ehrfurcht auszudrücken, die sie den Bildhauern des klassischen Altertums entgegenbringt, deren Werre sie auf einer glückhaften Äali-enrerje in Rom ken- NSG. Da Schul- wie Reihenuntersuchungen der Hitler-Jugend, sowie die Musterungsergebnisse immer wieder ernste Mängel des GebißzustaNdes unserer Jugendlichen aufdecken und auf den Schaden Hinweisen, der unserer Volkskraft durch die durch Gebißschäden hervorgerufenen allgemeinen körperlichen Schädigungen erwächst, hat es das Gesundheitsamt der Hitler-Jugend als Pflicht übernommen, sich gerade auf diesem Gebiet nicht nur auf» klärend, sondern auch sozial helfend einzusetzen. So rief die hessen-nassauische Hitler-Jugend im November vorigen Jahres alle männlichen Angehörigen des Jahrganges 1921 auf, sich zur Zahnuntersuchung bzw. zur Zahnbehandlung zu stellen. Die Finanzierung dieser Aktion ermöglichte ein Teil der Führergeburtstagsspende, im Vorjahr von den Lan- desoersicherungsanstalten und dem Reichsversicherungsamt zur Verfügung gestellt. So ist die hessen-nassauische Hitler-Jugend in der finge, auf Antrag über den, Kostenanteil der Krankenkassen, Eltern usw. hinausgehenden Kosten der Zahnbehandlung für Angehörige des Jahrganges Wenn heute Sport und Gymnastik aller Art begünstigt werden, um dem Schaden entgegenzuwirken, das große Teile unseres Volkes fast nur eine sitzende Lebensweise führen, weil ihnen die Maschine den Einsatz der eigen en Kräfte ab ge nommen hat, so ist eine Tätigkeit, die den allergrößten Einftuh auf Wachstum, Kraft und Gesundheit des Körpers ausübt, bisher noch kaum herangezogen worden, die Stimme, deren wichtigste, fräftigfte und wirksamste Betätigung der Gesang ist. Aus diese Bedeutung der Stimme für die Gesundheit weift Dr. A. Thau- sing in der Wochenschrift für neue deutsche Heilkunde .Mppokrates" nachdrücklich hin. An die Sanger legt man gewöhnlich nur einen geistigen, fünft- 'herrschen Maßstab an und achtet nicht auf ihre körperlichen hervorragenden Eigenschaften. Die bedeutendsten Sänger haben ausnahmslos einen hochgestellten Brustkorb, bei dem das Brustbein während der Atmung stillsteht, und Bereinigen eine besonders zweckmäßige und weiträumige Atembewegung mit einer athletischen Haltung des Schultergürtels und feiner Muskulatur, des Fundaments der Armkraft. Diese Gestalt des Rumpfes haben als Säuglinge alle besessen, und die Sänger haben sie beibehalten, während die anderen sie verloren haben, sodaß bei ihnen die Stimme sich nicht zu Kraft und Schönheit entwickelt und der Brustkorb dadurch seinen inneren Halt verliert, einsiNkt und die flache Form annimmt, die man beim Erwachsenen als normal beurteilt. Die Weiträumigkeit des Brustkorbs hat nicht nur große Bedeutung für das Wachstum der inneren Organe, die Lunge, das Herz und die großen Blutgefäße, wie die mühelose große Atembewegung auch die körperliche Ausdauer ermöglicht, die Stimm- arbeit ist auch für die Gesundheit des Atmungsorgans, vor allem seiner weit ausgedehnten Schleimhaut wichtig. Der Schutz des Atmungsorgans besteht in der Bedeckung der Luftwege mit Schleim, auf dem sich die staubförmigen Beimengungen der Luft niederschlagen, und in der Fortbewegung des Schleimes nach außen hin, und dabei wirkt die Stimme wesentlich mit; die Tätigkeit des Kehlkopfes und die Vibration der Stimmlippen regt die , . Absonderung der Schleimhaut an und beschleunigt I der Dichter sich in i die Bewegung der Schleimdecke. Nur wenn derl lic^ „Dieser Schwachkopf nenlernt. Das alles ohne große Geste, ohne mimische Uebertreibung! Neben einer Hauptdarstellerin von solcher Straft und Hingegebenheit an die Sache hat es Olga Tschechowa schwer, als geschäftstüchtige Berliner Kunstgewerblerin Kerstin ihrer menschlich so undankbaren Rolle zu einigem Ansehen zu verhelfen. Earl R a d d a tz , als Gutsbesitzerssohn Joachim von Erken, bewegt sich sicheren Gefühls neben beiden Frauen und weiß insbesondere in den Szenen mit seinem Freunde nicht nur einige Augenblicke stürmischer Heiterkeit auszulösen, sondern auch nachdenklichen Ernst zu vermitteln. Dem Freund Joachims und Förderer Dürthens^ dem Bildhauer Professor Wolfram, gibt Ewald Balser m kraft tiger Charakterzeichnung liebenswerte Zuge. Auch Paul Dahlke als Großknecht Thomsen, der m der Enge des dörflichen Daseins neben Durthen steht, vermittelt einen Menschen, der nicht übersehen werden kann. Die übrigen Rollen sind so besetzt, daß die künstlerische Geschlossenheit gewahrt bleibt. Und wenn du wieder einsam bist und deinen Sorgen gogenüberstehst, dann fühlst du, daß die rohen Stunden nicht nur den andern genützt haben, unbern auch dir. Denn du hast Kräfte gesammelt, dir helfen. Deshalb schweigen, Waffenstillstand^ mit sich selbst abschließen. Urlaub nehmen von den Alltagssorgen, und dann wieder neu gefräftigt in ten Kampf. Das Reden bringt keinen Gewinn, sondern das Schweigen. So ist es in vielen Lebenslagen, auch wenn die rinspielungen knüppeldick kommen, dann hilft nur ; ine richtige Antwort: Das Schweigen! Und wenn ,icht gleich ein treffendes Wort einfallen will, der (,alte lieber still. Keine Antwort ist auch eine Ant- „Befreite Hände." Dem neuen Film, der feit gestern im Gloria- -Palast gezeigt wird, liegt, ferne von allem Klischee, ein ungewöhnlicher Geoanke zugrunde: die Magd Dürthen, die auf einem großen Gute die Schafe hütet hat begnadete Hände, die schlicht und natürlich zu gestalten vermögen! Die stille, verschlossene MaÄ» schnitzt, ungeschult, wie sie ist, aus Holz einfache Tierfiguren und schenkt sie den Kindern als Spielzeug. Im Dorfe lacht man über sie. ziber aUe Kinder haben sie lieb. Nur dunkel ist ste sich_lhrer Künstlerschaft bewußt. Erst als eine Berliner Kunstgewerblerin in die Einsamkeit ihres dörflichen Lebens einbricht (die dabei annimmt, das natürliche Geschick der Magd für ihre kunstgewerbliche Fabrikation einzuspannen), glaubt Dürthen eine Möglichkeit zum Wandel ihres Geschicks zu erkennen. Sie läßt das Dorf hinter sich, fährt nach Berlin, erlebt ein halbes Jahr herber Enttäuschung, bis sie durch Zufall in den Bannkreis eines bedeutenden Bildhauers gerät, der der Künstlerschaft in il^ zur Entfaltung verhilft, und auch, über manche Klippp hinweg, ihr künstlerisches Gewissen bleibt. Aus der Hirtenmagd Dürthen wird eine reife und schöpferische Persönlichkeit. Um ihrer künstlerischen Mission willen schlägt sie Liebe und mögliches Eheglück aus. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr ,Kinder auf Zeit". — ' Gloria-Palast, Seltersweg: „Befreite Hände". Lichtspielhaus, Bahnhofitraße: „Der Opernball' — Dderhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Sladttheater Gießen. Heute abend findet die Erstaufführung des Lust- iviels „Kinder auf Zeit" von Kurt Bortfeldt statt. ! Spielleitung Kari Volck. Es wirken mit: Elisabeth Leiprecht, Rose Stirl; Walter Erier, Viktor von Ischrneidler. Die Aufführung findet gleichzeittg als 16. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Ehrung verdienter Schulmänner. Der Führer hat das goldene Treudienst-Ehren- Zeichen für 40jährige treue Dienste den an der Justus-von-LiebicsiSchule in Gießen wirkenden Stu- iiienräten Professor Dr. W. Heymann und Pro- ssessor W. Heymann, ferner das silberne Treu- Dienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste den «ebenfalls an der Justus-von-Liebig-Schule m Gie- stzen tätigen Studienräten Johannes Reinhardt und Erich Kurz verliehen. noch h7-7u^ d° Lino Lücken klaffen, in die Breite zu diesen Zu,ammenstöhen kiegt nur darin daß die aesehen nicht zuletzt durch ausreichende Vorräte, Fußgäuger sich in den Städten Nicht an die Mst- welche die letzten Ernten anzulegen erlaubten, UN- verständliche Regel d^^Re^^s^eh^ns^halten^ 1921 zu übernehmen. Leider haben sich trotz dieser großzügigen Maßnahmen immer noch Angehörige des Jahraanges , , 1921 zurückgehalten, fei es, daß der Grund hierfür braucht! Untergau, Z.M.-Untergau, Bann und Zungbann 116. Die nächste Vorstellung des HJ.-Veranstaltungs- ringes findet am Sonntag, 28. Januar, statt. Die Karten sind von den Einheiten ab Montag, 22. Ja» nuar, in den Dienststunden auf der Dienststelle abzuholen. Montag, Mittwoch und Freitag von 18 bis 19 Uhr. Dienstag und Donnerstag von 20 bis 21 Uhr. Samstag von 15.30 bis 16.30 Uhr. Ich mache darauf aufmerksam, daß Jgn. und Jg., die nicht in Uniform erscheinen, die Vorstellung nicht besuchen dürfen. Heil Hiller! Der Beauftragte für den Veranstaltungsring. Gez.: W. Re eh. Kriegstagebücher der deutschen Jugend. NSG. Der Reichswalter des NS.-Lehrerbundes hat die deutschen düngen und Mädel zur Anlage und Führung von Kriegstagebüchern aufgerufen. 300 000 derartige Kriegstagebücher, die der NS.- Lehrerbund gemeinsam mit dem „Hilf-mit"-Verlag geschaffen hat, wurden bereits allen deutschen Schulklassen kostenlos aur Verfügung gestellt. Wie der „Deutsche Erzieher" berichtet, lassen die Beste!- Iungen des für 5 Rpf. im einzelnen zu erwerbenden Kriegstagebuches bereits erkennen, mit welcher Begeisterung die deutsche Schuljugend dem Ausruf des Reichswalters des NSLB. Folge leistet. „Cure Mithilfe soll selbstlos und still erfolgen, aber für die Zukunft unvergessen bleiben." Das ist der Kernsatz, der dem Kriegstagebuch vorangestellt ist. Unter Mitarbeit der gesamten deutschen Er- ziehersckaft wird durch die Führung des Kriegs- tagebucyes den deutschen Junaen und Mädeln das Geschehen unserer Zeit und ihr eigener Einsatz zu vollem Bewußtsein gebracht werden. In allen Familien Und vor allem in allen deutschen Schulen werden Erinnerungswerte entstehen, die künftigen Geschlechtern den Einsatz von Front und Heimat in größter deutscher Zeit überliefern werden. Tonfilm auch für Schwerhörige. Es ist erfreulich, daß es der Industrie nunmehr gelungen ist, auch den Schwerhörigen die Kultur- schöpfung des Tonfilms zu vermitteln. Diese Anlage bestehl aus einem Kopfhörer, der mit dem Lautsprecher verbunden ist sowie aus einer kleinen Schaltoorrichtung, die der Hörer selbst bedienen und entsprechend der für ihn notwendigen Lautstärke einstellen kann. Die Handhabung des Gerätes ist sehr einfach. Der Kopfhörer, wie man ihn aus der Frühzeit des Rundfunks her kennt, gibt den Ton in aller Reinheit wieder und gestattet auch dem schwerhörigen Volksgenossen das starke Erlebnis, das heute der Tonfilm für viele Menschen ist. Auch helle Rotweine sehr bekömmlich' NSG. Es ist eine bekannte Tatsache, daß unsere deutschen Rotweine nicht in allen Jahren von Haus aus die allseits geschätzte, satte rubinrote Farbe aufweisen. Sie erreichen in sonnenarmen Jahren nicht immer die Vollreife und bleiben infolgedessen blaß-hellrot. Die Kellerwirtschaft Hilst sich dann dadurch, daß sie die hellroten deutschen Weine mit dunklen ausländischen Weinen, meist spanischer, italienischer ober griechischer Herkunft verschneidet. Das deutsche Weingesetz gestattet diesen Weinverschnitt bis zu einem bestimmten Ausmaß. Im Jahre 1939 sind die deutschen Rotweine infolge der lang anhaltenden Regenperiode in den Reifemonaten September und Oktober sehr hellfarbig geblieben. Die Einfuhr ausländischer Verschnittrotweine ist unter den durch den Krieg bedingten Verhältnissen jedoch äußerst gering. Darum können die Rotweine in diesem Jahre nicht immer in der dunklen rubinroten Farbe in Verkehr gebracht werden wie sonst. Den Kenner wird das nicht weiter stören. Die helleren Rotweine sind genau so anregend und bekömmlich wie die dunkelfarbigen. In den Erzeugergebieten werden die deutschen Rotweine von jeher meist so getrunken wie sie gewachsen sind, d. h. ohne Verschnitt mit ausländischen Deckweinen. Im übrigen werden durch den Verzicht auf den Zusatz ausländischer Deckrotweine dem Reich Devisen gespart. * ** Seinen Verletzungen erlegen. Der 80jährige hiesige Rentner Julius Schwalb, der nach einem Zusammenstoß mit der Straßenbahn (wir berichteten gestern bereits über den Unfall) mit einem Schädelbasisbruch in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte, tst in der vergangenen Nacht seinen schweren Verletzungen erlegen. Matthias Claudius in Darmstadt. dius wirkte kurze Zeit (1776/77) durch Berbers Vermittlung in Darmstadt, wo er als Kammerrat in der Landkommiffion, die zur Förderung des Ackerbaues und des Handwerks errichtet worden war, und als Leiter der damals ins Leben gerufenen ,^effen-Darmstäd tischen Privilegierten Landzeitung" (des langjährigen Darmstädter Regierungsblattes) tätig war. In feiner Darmstädter Zeit sind eine Reihe der schönsten Gedachte entstanden, so das bekannte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen und das Rheinweinlied „Bekränzt mit Laub den lieben vollen Becher", das Matthias Claudius auf einer Wanderung zum Rhein an einem schönen Herbsttag im Erkerzimmer der Groß-Gerauer „Krone" gedichtet hat. Ein Claudius-Weg und eine Claudius-Eiche halben in Darmstadt die Erinnerung an den Dichter wach. öth-Eppler mit 6:4, 8:10, 6:2 gegen Asmussen, Jpsen. Italienische Jugend in Garmisch. Auf Einladung des Reichsjugendführers kommen zu den Winterkampfspielen der Hitler-Jugend vom 18 bis 26. Februar in Garmisch-Partenkirchen Schi, sportler der Faschistischen Jugendorganisation Italiens, die in einem Länderkampf gegen die Schi, läufer der HI. antreten. Italien schickt für die Wett, bewerbe im Abfahrts-, Tor- und Sprunglauf je fünf Jungen der Jahrgänge 1925 bis 1931. Je drei Jungen der deutschen und italienischen Mannschaft werden bei den Wettbewerben gewertet. Mit diesem Länderkampf gegen die faschistische Jugend kommt erneut die enge Zusammenarbeit zwischen der Hit- ler-Jugend uni> der Gioventa Jtaliana del Littvrio zum Ausdruck, die sich auf dem Gebiet des Sports zu einer herzlichen Kameradschaft entwickelt hat. Vermischtes. (Ein japanisches Wunderkind. Beim siebenten Jahreswettstreit der jungen ja- jonischen Tonkünstler erhielt der erst elf Jahre alte Geiger Toschija Et o den Sonderpreis des ja. panischen Unterrichtsministers. Don den mehreren hundert Bewerbern waren nur zwanzig in den engeren Wettbewerb gekommen, nämlich sechs Pia« nisten, sechs Sänger, vier Geiger und vier Kom- poniften. Erste Preise erhielten die siebzehnjährige Pianistin Joko Matsusumi aus Tokio, der elfjährige Geiger Toschija Eto aus Tokio und der 28jährige Komponist Osamu Schimizu aus Tokio. Der klein« Eto ist der Sohn eines Volksschullehrers. Schon als Dreijähriger wurde er von feinem Vater im Kla- vierspiel unterrichtet. Die ganze Familie ist sehr musikalisch; Toschijas neunjähriges Schwesterchen Reiko spielt schon geläufig Klavier. Als ihm mib geteilt wurde, daß er den ersten Preis bekomme, sagte der kleine Geiger: „Das Stück, das ich spielen mußte, kam mir gar nicht schwer vor, für mich bedeutete es jedenfalls nicht sehr viel. Aber ich dachte nicht, daß ich damit den ersten Preis gewinnen würde; das ist mir wie ein Märchen!" Der „Dlamankenberg" brennt. Der „Diamantenberg" auf Korea, der so genannt wird, weil man in seiner Tiefe diamanten- haltige Schichten gefunden hat, steht seit einigen Wochen in Flammen. Der gewaltige Brand frißt sich an den Hängen des Berges entlang und zer- stört die Wälder, die durch eine längere Dürrezeit ausgetrocknet sind. Die Bevölkerung des ganzen Gebietes führt feit vierzehnTagen einen heldenmütigen Kampf gegen das furchtbare Flammenmeer, aber viele Dörfer sind noch immer in Flammen gehüllt. Man fürchtet, daß die Zahl der Todesopfer bereits mehr als 600 beträgt. Zweihundert Häuser sind bis- her ein Raub der Flammen geworden. Japanische Truppenteile befinden sich an Ort und Stelle, können aber auch nicht viel ausrichten, weil die Gegend sehr wasserarm ist und alle technischen Vorrichtungen zur Feuerbekämpfuna fehlen. Die Soldaten müssen sich daher darauf beschränken, den unglücklichen Bewohnern der Gebirgstäler Hilfe zu bringen. Sonnenmaschinen in Rußland. Dem alten, bisher noch niemals befriedigend gelösten Problem direkter Ausnutzung der Sonnenwärme zur Krafterzeugung wird jetzt in der Sowjetunion auf neuen, Erfolg versprechenden Wegen zu Leibe gegangen. Die staatliche Akademie der Wissenschaft will in R o st o w am Don ein beso bered Institut für Experimente dieser Art einrichten. Der Ingenieur A. P. P e t r o w in Rostow hat bereits einen „Heliokühlapparat" konstruiert, der in acht Stunden mittels Ausnutzung der Sonnenstrahlung 10 kg Eis erzeugt. Die Eiserzeugung durch Sonnenwärme klingt heute nicht mehr so paraoox, nachdem in vielen deutschen Küchen Kühlschränke arbeiten, bei denen eine Gasflamme Eis erzeugt. Derselbe Ingenieur hat auch einen „Helio- dampfkessel" erfunden. Der Vervollkommnung dieser von der Sonne betriebenen Kraftmaschine sollen die Experimente in dem neuen Institut in erster Linie dienen. LPD. Darmstadt, 18. Jan. Am 21. Januar ist der 125. Todestag des Dichters Matthias Claudius, des „Wandsbecker Boten". Matthias Clau- Die toerreidmng her „Adolf-Hilln-Preise" für Mwr- und Segelflug. Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, überreichte im Beisein des Korpsführers des NSFK., General der Flieger Christiansen, die vom Führer für die besten flugsportlichen Leistuungen gestifteten Molf-Hitler-Preise. Unser Bild zeiK von rechts: NSFK.-Obersturmführer Silier, der den Preis für Segelflug als Anerkennung hervorragender Fufiball der Gauliga-Mannschasten. Hessens Fußball-Gauklafse sollte eigentlich vor Beginn der Rückspiele einen Sonntag pausieren, da aber in der Gruppe Nord noch eine Begegnung rückständig ist und in der Süd-Gruppe zum 28. Januar drei Kämpfe in Groß-Hanau angesetzt waren, lind doch noch zwei Spiele zustandegekommen. In oer Süd-Gruppe ist das Rückspiel zwischen V f B. Groß-Auheim und Dunlop Hanau um eine Woche vorverlegt worden, und so kann sich der Spitzenreiter schon am Sonntag für die an Weihnachten in Hanau erlittene Punkteinbuße revanchieren. Das Vorspiel endete 1:1, aber diesmal darf man die Auheimer sicher in Front erwarten. Das einzige Spiel der Nordgruppe führt Hessen Bad Hersfeld mit Kurhessen Kassel zusammen. Mit diesem Treffen, das am vergangenen Sonntag aus fiel, wird die Vorrunde abgeschlos- ßetftungen auf dem Gebiet des Höhenflugs zugesprochen erhiett. General der Flieger C h r i st i a n - s e n, NSFK.-Hauptsturmführer Bräutigam dessen besondere Leistungen auf dem Gebiete des Streckenflugs ausgezeichnet wurden, Dberleunant kennet, den zweiten Träger des Preises für Motorflug, und ganz links Generaloberst Milch. (Attantic-M.) jen. Hers seid gilt, wenn die Soldaten alle zur Stelle sein werden, als Favorit, doch ist die Kasseler Elf stark genug, um auch in HersfeÜ) eine gute Rolle spielen zu können. Neue deutsche Tennissiege in Kopenhagen. Im weiteren Verlauf der internationalen dänischen Hallen-Tennismeisterschaften in Kopenhagen gab es wieder schöne deutsche (Erfolge. Meister Heinrich Henkel schlug den Dänen Asmussen mit 6:3, 6:3, Eppler (Köln) war mit 6:3, 6:4 über Zahle erfolgreich, Gies bezwang den in Deutschland bestens bekannten Dänen Sperling mit 6:4, 6:3 und Gulcz (Köln) schaltete seinen Klubkameraden Heimsöth mit 6:3, 5:7, 6:3 aus. Im Doppel verloren Gies-Gulcz mit 6:4, 1:6, 9:7 gegen die Dänen Johansen-Wium, dagegen behaupteten sich Heims- Dur reute Hlann für Bttolfof kmsnvonMsMeM CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 35 26 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Anne sagt, daß Klarissa alles mit diesen Beeren kuriert, jede Krankheit. Aber wie sie das sagt, fällt ihr ein, daß sie ja im Grunde genommen nie richtig krank gewesen sind. Ihre Augen sind nachdenklich. Sie sind heute einen Schein dunkler als sonst, oder kommt es Christian nur so vor? Er müht sich, sehr vergnügt zu fein, er denkt, es ist am besten so, da ist auch Anne vergnügt. Ja, sie lacht mit ihm und steckt ihm Beeren in den Mund, aber ihre Augen sind doch dunkler. Sie wandern zusammen über das weite Plateau. Da, hinter ihnen, ist ein Hotel. Es liegt ein bißchen geduckt, wie in Angst vor vielen Dingen, vor Schnee, vor Sturm — oh, man könnte sich hier wohl fürchten. Das Wasser eines Falles, des „Vöringfoß", rast und rauscht eintönig, emsig, als dürfe es nichts versäumen. lieber eine Felsspalte nahe beim Fall ist eine Brücke gebaut. Sie ist aus schweren Brettern und ihr Handlauf aus ungehobelten Stämmen. Sie ist keineswegs fein geschwungen, aber sie paßt hierher. Oben auf dem Handlauf sitzt eine junge Dame. Sie gehört nicht in dieses Land, kein Gedanke daran, sie kommt aus Berlin, aber sie will zeigen, was sie kann. Schwindlig? Bewahre. Sie sitzt da, hat eine Hand in die Hüfte gestemmt, die andere auf den ungehobelten totamm gelegt. Sie hat rotlackierte Nägel und einen geschminkten Mund. Sie läßt sich photographieren. Man staunt über ihren Mut, und sie schwebt geschminkt und schwindelfrei über dem Wasser, das unter ihr dahinrast, als wäre das Menschenleben ein Nichts.-- Am Nachmittag sind Anne und Christian in Ulvik. Sie sehen, wie eine ganze Flotte von Fischerbooten ausfährt. Braun und frisch geölt sind sie, kräftige Boote. Hoch oben im Mast hängen kleine Fässer mit Trinkwasser. Ein Mann sitzt auf dem Bootsrand, er läßt beide Beine über das Wasser hängen. Seht, da sitzt er und raucht. Anne muß an das Mädchen denken, das schwindelfrei über dem Vöringfoß schwebte. Doch dieser hier sitzt nicht zum Photographieren da, er sitzt da, weil der Fjord und das Meer ihm vertraut sind. Es ist keine Sensation dabei, kein Theater, er sitzt und raucht. Zwischen zwei Masten hängt Wäsche, eine blaue Mannerhose und ein weißes Hemd. Die Hose wandert mit großen Schritten durch die Luft, ihr geht die Bootsfahrt nicht schnell genug, die Hemdsärmel aber schlagen über dem Kragenqueder zusammen, als riefen sie der Hose zu: „Liebe, was machst du, warte ab, denn das Leben ist kurz. Bald sind wir mürbe und von Wasser, Seife und Wind zerrieben, lauf nicht, wir kommen früh genug ans Ziel." Solche Gedanken kommen Anne heute, merkwürdige Gedanken, Gott mag wissen, woher diese Gedanken kommen. Christian dagegen sagt: „Du sollst nicht grübeln, Anne, wir wollen vergnügt sein und lachen, weil wir beieinander sind." Die Fischerboote tuckern mit ihren kleinen, singenden Motoren über den Fjord, ein bißchen scheint die Sonne; nur sehr schüchtern und mattgelb, ober sie scheint. Anne und Christian gehen durch ein paar Straßen. Hernach trinken sie in einem Hotel am Fjord Kaffee, und sie reden dies und reden das. Sind Annes Augen immer noch dunkel, ober hat sie alles vergessen? Sie ist ja noch ein Kind, kaum achtzehn Jahre alt, sie ist jung, diese Anne. Sieh, auch in diesem Hotel ist ein Verkaufsstand mit bunten Decken und tausend Kleinigkeiten. Aber sie sieht nicht hin. Sie blickt zum Fenster hinaus. Vor ihr liegt der Fjord und die Sonne ist strahlender geworden. Keine Rede mehr vom Sturm; kein Regen und keine spritzenden Tropfen, auch keine Gedanke mehr an Balholm. „Heute abend ist Ball, wenn der Dampfer Norwegen verläßt, ist Ball an Bord. Wollen wir auch tanzen, Christian?" Sie will tanzen, Anne ist jung und will tanzen. Das ist richtig so; denn Anne ist noch ein Kind. Ja, ist Anne Wegner wirklich ein Kind? An diesem Abend ist sie eine der schönsten Frauen an Bord des Riesendampfers „Columbus". Sie trägt das mattblaue Tüllkleid, das sie auf dem Sommerfest trug, auf Kläres Sommerfest, das so tragisch endete. Heute aber trägt sie es anders. Sie trägt es für Christian und für ihn sind ihre Wangen gerötet und für ihn glüht ihr Mund. Sie tanzen. Sie sind beieinander, und der Saal ist hell und erfüllt von Fröhlichkeit. Bunte Luftballons heben sich zur Decke, wo sie wie große Blu- men schweben. Es wird gesungen, getanzt und gelacht. Wer denkt in diesen Stunden an anderes als an das Vergnügen? Wer denkt daran, daß der Dampfer jetzt die letzten Felsen Norwegens grüßt, die letzte Bucht, und daß er seinen Kurs heimwärts nimmt? Doch — Anne denkt daran, Anne Wegner flüstert es Christian ins Ohr. Sie sprechen dann weiter kein Wort darüber, aber sie tanzen nicht mehr. Er holt ihren Mantel und sie steigen hinauf zum Sonnendeck. Es ist fast windstill, das nächtliche Land liegt unter dem merkwürdigen nordischen Schimmer. Man sieht die Felsen wie graue, zerklüftete Berspielen vorüberziehen. Leb- und farblos, durchsichtig ien uns, und — wenn nicht Klarissa zu viel (Sortierung folgte was dieses alles für sie bedeutete, kann nur der verstehen, der Klarissa kennt. Und nun saß dieser Vater mir in Balholm gegenüber, aber er war für mich doch nur ein fremder Mann, mit einer fremden Familie. Ich konnte nicht mit ihm sprechen, es stand Der Traum ist ausgeträumt, das Schiff liegt wieder in Bremerhaven auf dem Columbuspier die Reifenden schütteln sich die Hände. Man sagt, daß man sich wiedersehen will, und ist doch schon mit den Gedanken beim Alltag, bei den Sorgen, die er bringen wird, und bei den gewohnten Freuden. Ein Märchen ist zu Ende. I 2lnne und Christian verlassen den Dampfer g«’ wie Mondstein und doch mit jenem geheimnisvollen Schimmer tief in sich liegt der Fjord um das Schiff. Und auch das Schiff fährt so ruhig dahin, anders als am Tag, anders als im Sturm. Auf dem Bootsdeck steht eine junge Frau an die Reeling gelehnt. Sie hat ein he".es, langes Kleid an. Sie spielt mit einem Papi erschien, den sie aus dem Ballsaal mitgebracht hat. Das Papier knistert, man hort es bis hierher. Die Frau spricht kein Wort. Neben ihr steht ein Mann. Er ist groß und breitschultrig, auch er sagt nichts. Sie sprechen und lachen nicht, sie sind so still wie das Land, wie der Fjord und wie Die Nacht. Da weht Annes Stimme in diese Stille, wie eine kleine, kaum hörbare Kinderstimme, und sie sagt: „Als mein Vater uns verließ, war ich noch nicht drei Jahre alt. So lange ist es her, Christian, aber ich habe ihp doch wiedererkannt. Ich habe ihn gleich erkannt. Es ift damals wohl so gewesen, daß mein Vater seine Familie nicht mehr ertrug, und daß hinter uns der Hof, der Birkenhof, stand, den er übernehmen sollte. Er war Maler und wollte von allen Bindungen frei fein. Er fuhr mit irgendeinem kleinen Frachter zu Studienzwecken nach Australien. Aber schon von Marseille aus schrieb er, daß er nicht wiederkommen würde. Meine Mutter war eine stolze und verschlossene Frau, die nie und zu keinem Menschen über das sprach, was sie in ihrer Ehe durchmachen mußte. Sie paßten wohl gar nicht zusammen, die Charaktere waren zu verschieden, das war es. Doch sie wollte das nicht einsehen und hatte sich gegen eine Scheidung gewehrt Nun kam dieses Letzte und raubte ihr alle Besonnenheit. Sie schrieb an Klarissa, sie schickte meine Schwester Kläre zu Freunden, sie nahm stark wirkende Schlaftabletten in großer Menge und öffnete in der Küche den Gashahn, nachdem sie mein Kinderbett in die Küche geschoben hatte. Ich war so jung, sie wollte mich mitnehmen. । mw v«;n|nun ucnuucn wn x/umpiec w*’i Anne atmet tief und hastig, sie schluchzt, Christian meinfam, sie wollen auch heute in Bremen noch zu- greift nach ihren Händen, die sind eiskalt. Er zieht lammen fein, diesen letzten Tag haben sie sich ae- Anne an sich und mit dem Gesicht an seiner Schulter stöhlen. sagt sie: „Vielleicht hat Klarissa alles gefühtt. Sie Nur Manda Wenzien und Willem Schönemann war in den Tagen so unruhig, daß sie es auf dem verabschieden sich von ihnen Margot ist krank man Birkenhof nicht aushielt Sie kam gerade zeittg ge-! hat sie in diesen Tagen nicht mehr gesehen und'Frau nug, um mich zu retten. Als ihr nach wiederholtem --------- ' ■ ■ r' *— - - Klopfen und Klingeln nicht geöffnet wurde, ließ sie die Tür gewaltsam aufbrechen. Ja — ich wurde gerettet, meine Mutter nicht mehr Das Gift der Tabletten war schon ins Blut gegangen, sie starb nach wenigen Stunden. Meine Schweller Kläre hat mir einmal erzählt, daß mein Vater noch ein paarmal an Klarissa geschrieben hat. Er schickte wohl auch die Mitteilung, daß er sich wieder verheiratet habe, aber für Klä- rissa ist er tot. Sie hat ihren Bruder sehr geliebt Schönemann hat unter schwerer Migräne zu leiben. Christian aber weiß, daß Margot nicht krank ift, daß sie sich nur so ein bißchen vor ihm schämt, und er weiß, daß die Frau Geheimrat nicht krank ift, sondern wahrscheinlich verärgert. Nun könnte er eigentlich, als er Willem die Hand drückt, mit den Augen blinzeln und „so so" oder dergleichen sagen Doch das geschieht nicht, es ist, als wisse dieser Christian vom Mädchen Margot nicht mehr als jener andere. eingegriffen hätte, wäre ich heute nicht mehr am Leben. Ich lebe so gern — Christian und ich konnte mit meinem Vater nicht sprechen, nicht ein Wort. Ich habe gedacht, daß ich ja als seine Tochter gestorben bin, ein zweites Mal hat Klarissa mir das Leben gegeben, und sie ist mir Vater und Mutter gewesen. Kannst du begreifen, daß sie für mich alles ift?" „Ja, Anne." Er spricht in ihr Haar hinein, In dieses Haar, das er so liebt, und er denkt, daß Kla° rissa sich vielleicht zwischen sie stellen wird. — Ader er wird nicht von Anne lassen. Er kann es nicht, er wird um seine Liebe kämpfen, wenn Klarissa es will, und er wird Anne noch mehr fein, als es Klarissa ist, Mutter und Vater, Geliebter und Kamerad. Unten spricht jetzt die fremde Frau. Sie spricht und lacht, es schallt bell über das Wasser, hell über das Schiff. Annes Kopf liegt an Christians Schulter, er beugt sich nieder und küßt sie. Ihr Gesicht ist so weiß wie eine Blüte, ihre Lippen sind kalt und zittern. Zum ersten Male fragt er: „Liebst du mich Anne?" Da spürt er, daß sie lächelt, während sie tagt: ,Ja — Krischtian."