§reltaz.18. ©«ober (940 (90. Jahrgang Kr.247 Annahme von Ameise« für die Mittagsnummer kns8'/,Ubr desBormittags Aiuetgen-Preifer Amelgemeil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malftaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrill (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener s>amillenblätter Heimat imBild DieScholle Mvnats-Bezugsvreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Lunellgebühr.. „ -.25 auck bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlub 2251 Drahtanschrift:„Anzelger" Postscheck 11686 Franks. M. Giehener Anzeiger ■mJKSaw General-Anzeiger sür Oberhessen Sdiulftrafee 7-9 -*1 Xi: Oie deutsche Militärmission in Bukarest Ham» Llu. zahlreichen Stellen vor der britischen Küste legten Flugzeuge Minen. Am Destausgang des Kanals wurden wiederum einige feindliche Kriegsfahrzeuge, die sich der Küste zu nähern versuchten, durch das Feuer unserer THarineartiUetie zum Abdrehen gezwungen. Lin U-Boot versenkte aus einem Geleitzug drei bewaffnete Dampfer von zusammen 21 000 BKI-, darunter einen Tanker von 10 000 BRT. Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 17. Oktober im Reichsgebiet Bomben, ohne militärischen Schaden anzurichten. Dagegen wurden erneut in verschiedenen Städten Wohnviertel getroffen, wobei u.a. in Kiel eine Anzahl Häuser beschädigt wurde. fein britisches Flugzeug wurde In der letzten Nacht schon vor Erreichen der Reichsgrenze durch die Abwehr zum Absturz gebracht, ein weiteres Flugzeug im Luftkampf abgeschossen. Marineartillerie schoß Unser Bild berichtet von der Kranzniederlegung der Mission am Grabmal des Unbekannten Soldaten in der rumänischen Hauptstadt am Tage der Ankunst der Mission. Links sieht man den Kommandanten der deutschen Militärmission, General der Kavallerie Hansen, rechts Generalleutnant Spetdel von der deutschen Luftwaffe. — (Allantic-M.) Madrid, 18. Oft (Europapreß.) Der Londoner „ABC"-Korrespondent Louis Calvo berichtet seinem Blatt noch interessante Einzelheiten über das Londoner Bombardement in der Nacht zum Mittwoch. Nach seiner Ansicht kann dieser Angriff als der fürchterlich sie des bisherigen deutschen Lustkampfes gegen England angesehen werden. Nicht weniger als 39 aufeinanderfol- aende Angriffe ließen die Stadt in chren Grundfesten erbeben. Ein berühmter Platz der britischen Hauptstadt, den der Korrespondent offenbar wegen der britischen Zensur nicht nennen darf, ist in einen einzigen Trümmerhaufen verwandelt worden. „Die deutschen Apparate", so fabelt der Korrespondent, „f 11 e g en immer niedrig e r, um n des itb die >nysius Wieder oxenes n. ittfl 3J vjeiK as Ot* Leyer, ierdie nnamlr itstraße 1 rvird' - Fcoiu WrkeU Ä er hat. Verbindung von Der Duce staatssekretärs 6 o b b u , des des Mniisters Der Vizepräsident der französischen Regierung, Pierre Laval, hat am Donnerstagmittag eine Reise nach Paris angetreten. Man nimmt an, daß er am Montag wieder in Vichy sein wirb. von Rio de Janeiro 28 Mann starke Be- Schiff (5135 ART.) nach Europa versenkt. Die satzung wurde gerettet. Das war mit Getreide beladen. Italienischer Wehrmachtberich!. Rom. 17. OfL (DRV.) Der italienische wehr- Machtbericht vom Donnerstag hat folgenden IDort. taut: Der Kommandant des U-Bootes, der das im gestrigen Dehrmochtbericht ermahnte feindliche U- Boot vom „perseus"-Typ versenkte, ist Korvetten- kapitän Bandino B a n d i a i. Bei dem englischen Kreuzer, der, wie bereits im IDehrmachtbericht von gestern' mitgeteilt wurde, von einem italienischen Lufttorpedo getroffen worden ist, handelt es sich nach einer Mitteilung der englischen Admiralität um die „Liverpool^. Dieser Kreuzer hat 9300 Tonnen Wasserverdängung und ist mit 12 Geschützen von 15,2 cm, 8 Geschützen von 10,2 cm, 6 Torpedorohren und 3 Flugzeugen ausgestattet. In Rordafrika patrouillenzusammenstöhe, die zu unseren Gunsten verliefen. Unsere Jogdstaf fein bombardierten die feindlichen Flugplätze von Fuka, Kaisaba, Daba und die feindlichen Bertei- digungsstellungen im Gebiet von Maaten Bagush und Marsa Matruk. Trotz der heftigen Flakabwehr wurden ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe bombardierte heftig die Stadt Tobruk mit Brifauz- und Brandbomben. Einige Anlagen und 45 Wohnhäuser wurden beschädigt, 9 Baracken zerstört, keine Opfer. Einige auf Derna abgeworfene Bomben haben weder Opfer, noch Schaden verursacht. In O st a f r l k a hat eine Eingeborenen-Abteilung einen englischen Posten südöstlich von Daga River Post angegriffen. Der Feind ergriff die Flucht und lieh in der Eile Waffen, Munition und Zugtiere zurück. Unsere Fliegerstaffeln bombardierten die Militäranlagen auf der Insel P e r i m sowie den Flughat sich in Begleitung des Unter- im Kriegsministerium, General Korporationsministers Ricci und für Volksbildung P a v o l t n i nach Flugplätze und Stellungen in Nord- und Ostafrika bombardiert Terni begeben, wo er die SIdhlwer ke für den Bau von Panzerplatten und Geschützen sowie die Waffenfabrik und die Wasserkraftwerke des Delnio besichtigte. In Rio be Janeiro ist ein Ueberseeverkehrsflug- §eug modernsten Typs ber italienischen Transozean- slugverkehrsgesellschaft „ßati" eingetroffen. Die italienischen Blätter weisen darauf hin, daß damit die einzige regelmäßige Postverbinbung zwischen Brasilien und Europa eröffnet sei. Die Wiederoffnung der Burmaflraße 3m Bereich der japanischen Luftwaffe. Der ehemalige Vorsitzende der katalanischen ®e- neralidad, Companys, ist --wie „Messaggero" aus Barcelona berichtet — im Gefängnis von Montjuich erschossen worden. Wie aus Bergen gemeldet wird, sind von den unter englischer Kontrolle fahrenden norwegischen Handelsschiffen im Laufe des Monats September nicht weniger als sieben u n - terge gangen. Ihre Gesamttonnage betrug 31 260 BRT. Don den Besatzungen kamen siebzehn Mann ums Leben. Umbildung des spanischen Kabinetts. Serrano Duner zum Außenminister ernannt Madrid, 17. Oktober. (DRB.) Der spanische Staatsanzeiger veröffentlicht ein Dekret, wonach der bisherige Außenminister Oberst Beigbedek aus der Regierung a u s s ch e i d e t und der bts- berige Innenminister Serrano Suner zum Außenmini st er ernannt wird. Der bisherige Unterstaatssekretär des Innenministeriums, L o • rente, wird mit der Führung aller Geschäfte des Innenministeriums beauftragt und direkt dem Re- gierungschef unterstellt. Ferner scheidet der bisherige Industrie- und Handelsminister Alarcon b e la Lastra aus ber Regierung, und ber Gauleiter der Faiange von Katalonien unb Mitglied des Politischen Ausschusses, Demetrio C a r c e l l e r, welcher Serrano Suner auf seiner Deutschlanbreise begleitete, ist zum neuen Minister für Handel und Inbustrie bestellt worden. * Wie zu der Regierungsumbildung Europapreß ergänzend aus Madrid meldet, steht die Ernennung Serrano Suners zum Außenminister völlig im Zeichen der neuen Lage des spanischen Staates Durch die Ereignisse in Europa sind auch für Spanien die außenpolitischen Fragen in den Vordergrund getreten. Es ist verständlich, daß der Vertrauensmann des Caudillo mit den wichtigsten Aufgaben betraut wird, in die er übrigens schon als Präsident des Obersten Parteirates durch seine Reisen nach Berlin und Rom im besonderen Auftrag oes Caudillo eingegriffen hat. Für Serrano Suner bedeutet die Ernennung eine Ausdehnung feines Machtbereich. Die Übertragung des Außenamtes verleiht ihm im Rahmen des spanischen Kabinetts eine Bedeutung, die die eines normalen Ministers weit übertrifft. Da die Geschäfte des Ministeriums des Innern von dem Unterstaatssekretär Lorente, einem alten Mitarbeiter Serrano Suners, verwaltet werden und im Falle einer Neubesetzung dieses Ministerpostens aller Wahrscheinlichkeit nach ein besonderer Vertrauensmann Serrano Suners ernannt werden dürfte, verliert der neue Außenminister nichts von feinem bisherigen Einfluß auf die inneren Geschäfte des Staates. Der Annunziotenorden für Franco. Deutsche Küstenbatterie vertrieb Die Engländer. Berlin, 17. Okt. (DNB.) Durch gutliegenbes Feuer unserer Marineartillerie wurde, wie im OKW -Bericht vom 16. Oktober gemeldet, an der Kanalküste ein nächtlicher Angriffsver- juch zurückgeschlagen. — Es war, wie wir hierzu noch erfahren, eine mondhelle Nacht, als der Ausguckposten einer Küstenbatterie plötzlich auf See Mündungsfeuer erkannte unb Alarm gab. Die Batterie eröffnete sofort bas Feuer, und es genügten sechs Salven, die gut lagen, um Den Feind in kürzester Zeit zum Abdrehen zu zwingen. Nur wenige Schuß hatte ber Feinb abgeben können, die dem Hafen von Dünkirchen gelten sollten. Es zeigte sich, wie schlecht der Engländer von See auf Landziele schiegt. Obwohl es Nacht war, hatte sich der Feind der Küste nicht auf kurze Entfernung genähert, sondern bas Feuer schon eröffnet, als er sich n o chw e i t b r a u ß e n auf See befanb. Ohne jebe Möglichkeit, Einschläge beobachten zu können, schoß er planlos gegen ein von ihm aus nicht erkennbares Lanbziel. Es war bie- selbe Methode, mit der bie britischen Flieaer bei ihren nächtlichen Einflügen aus großer Höhe operieren. So würbe militärischer Schaben nicht verursacht, dagegen in einem Nachbarborf ein Wohnhaus burch Volltreffer zerstört, wobei ein belgischer Zivilist schwere Verletzungen erlitt. „Messaagero" berichtet aus Algeciras, daß unerkannt gebliebene Flugzeuge Gibraltar ü b erflogen haben. In Algeciras seien heftige Bom- venexplosionen und schwere Abwehrfeuer vernommen worden. auf ber das Hakenkreuz sichtbar war, Aufstellung. Die Legionäre feierten bas nationalsozialistische Deutschland, den Führer und die siegreiche deutsche Wehrmacht in begeisterten Hochrufen. Gesandter Dr. Fabricius dankte für die Kundgebungen unb brachte einen Heilruf auf das nationale, legio- näre Rumänien, feine Führer und die Zukunft des rumänischen Volkes aus. Nach dem Legionarslied fang ein Chor der legionären Jugend das Eng- l a n d l i e d in deutscher Sprache. Südafrika feiert Ohm Krügers Geburtstag. San Sebastian, 17. Okt. (DNB.) Der Ge- burtstag Ohm Krügers wurde als nationolburischer Gedenktag in ber Sübafrikanischen Union mit großer Begeisterung gefeiert. Die Provinzialregierung des Dranjefreiftaates gab schulfrei. Wenn auch die Provinzialregierung ber Kap-Provinz bies verweigerte, so blieben doch tausende von Kindern mit Billigung ihrer Eltern an diesem Tage dem Unterricht fern. In Johannesburg sprach ber nationale Oppositionsführer Dr. M a l an vor über 4000 nationalen Südafrikanern. Das Volk, so sagte er, wirb nie gufrieben sein, bevor nicht Südafrika eine freie unb unabhängige Republik ist. In Pretoria fand bie Feier an Krügers Stanbbilb statt. Pastor Kotze hielt bie Gedenkrede Kleine politische Nachrichten. Der Reichspo st Minister hat sich entschlossen, Arbeiter ber Deutschen Reichspost, bie im jetzigen Krieg mit bem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet worden sind, durch sofortige lieber» nähme in bas Beamtenverhältnis zu för- bern. * Der Reichswirtschaftsminister unb Präsident der deutschen Reichsbank, Funk, veranstaltete zu Ehren des italienischen Außenhandelsministers Riccardi im Kaiserhos einen Empfang. Erschienen waren die Reichsminister Dorpmüller, Selbte, Gra Schwerin von Krosigk unb Darrö, ferner Botschafter von Hassel, ber Chef des Heereswaffenamtes, Ge- Fugostavien. Eine Klarstellung gegenüber englischen Propagandalügen. Belgrad, 17. Okt. (Europapreß.) Gegenüber den englischen Propaganbameldungen stellt „Breme" fest, daß bie Haltung ber Balkanländer zu ihren Nachbarländern seit Beginn bes Krieges festliege. Desonbers bie Stellungnahme Iugoslawiens zu Deutschlanb unb Italien fei schon feit langer Zett DOlIftänbig klar. Keinerlei Ränke könne biefe wohldurchbachte Politik, bie den Interessen bes Landes entspreche, stören. Jugoslawien führe eine reale Politik. Der Balkan unb ber Südostraum seien em natürlicher Beftanbteil von Mitteleuropa nicht nur in wirtschaftlicher, fonbern auch in kultureller unb politischer Beziehung. Deshalb konnten bie natürlichen Interessen von Jugoslawien nicht außerhalb dieses Raumes liegen unb nicht außerhalb ber Gesetze, bie bas Leben ber Völker in biefem Raume bestimmten. Das Blatt führt bie zahlreichen Beweise ber beutsch-jugoslawischen unb italienisch-jugoslawischen Freunbschaft an unb stellt fest, bah auch bie Beziehungen zwischen Jugoslawien unb Ungarn sowie zwischen Jugoslawien unb Bulgarien bie sreunbschastlicbsten seien. Es sei baher klar, baß bie Sage auf dem Balkan unb tnsbefonbere in seinem nörblichen Teil, wo Jugoslawien ben Angelpunkt ber Situation hübe, das beste Dementi ber englischen Propaganbamel- bungen sei. Die legienäre 3ugenb Rumäniens vor der beufftben Gefands»ofk in Bukarest Bukarest, 18. Okt. (DNB.) Donnerstag nachmittag marschierte bie Aborbnung ber legionären Jugend Rumäniens, die in Padua an dem ta- sienischen Jugendtreffen teilgenommen hatte, in Begleitung von einigen tausend Legionären vor der italienischen Gesandtschaft auf, um ihren Dank für die Einladung kundzuttm. Anschließend marschierte ber Zug zur deutschen Gesandtschaft und nahm dort mit einer alten Legionärsfahne, um nichtmilitärische Ziele ihres früheren franzosi- scheu Bundesgenosien angegriffen. So wurden in L e Havre eine Kirche unb mehrere Wohnhge- bäube zerstört. Die Zivilbevölkerung hatte drei Tote und vier Verletzte zu beklagen. Auch Holland hatte unter den Bombenangriffen der britischen Flieyer zu leiden. Bei den Bombenüberfällen, bie sich m der Woche vom 28. 9. bis 5. 10. hauptsächlich aegen bie Stadt Hartem richteten, sind insgesamt 36 nieberländische Zivilpersonen getötet unb 72 verletzt worden. Durch bie Angriffe auf nichtmilitärische Ziele wurden 25 Häuser zer - ft ö r t und 156 Wohngebäude beschädigt. Die Holländer werden dafür nrcht nur der gewesenen Königin W i l h e I m i n a , die erst kürzlich ber RAF. eine große Summe für bie Anschaffung von Bombern übergab, sondern auch deren Schwiegersohn Bernhard B i e ft e r f e l b Dank wissen, nachbem nun auch dieser ber englischen Luftwaffe ein „hochherziges Geschenk" von Geldern, die ihm nicht gehören, für bie Herstellung von 50 Spitfire-Maschi- nen und 13 Bombern zur Verfügung gestellt Der spanische Staatschef General Franco empfing im Krönungssaal des königlichen Palastes zu Ma- brib Marschall b e Bono unb bie Mitglieder ber italienischen Botschaft zur Entgegennahme ber ihm vom König unb Kaiser Viktor Emmanuel III verliehenen großen Halskette bes 2l n n u n z l a t en- Ordens. —? (Scherl-Bllderbienst-M) Don der britischen Abmiralität wirb bestätigt, daß bei dem Seegefecht im Mittelmeer der schwere englische Kreuzer „Liverpool" durch ein italienisches Torvedo beschädigt wurde. An Bord des Schiffes feien Opfer zu beklagen. Die „Liverpool" soll sich in einem englischen Hafen zur Durchführung notwendiger Reparaturarbeiten aufhalten. * Der jugoslawische Frachtdampfer „Orao". der ber Jugoslawischen Schiffahrtsgesellschaft tn Susak gehört, wurde auf Der Fahrt neral Leeb sowie Persönlichketten ber beutschen Wirtschaft. Zu einem Besuch nach Deutschland und den besetzten Gebieten sind 12 schwedische Schriftleiter von Der Reichsregierung eingeladen worden. In ihrer Begleitung befindet sich ein Vertreter des schwedischen Außenministeriums sowie ber Presseattache der deutschen Gesandtschaft in Stockholm. Rebel, Der FeinD Der Flieger. Bon Kriegsberichter Zobann Zörgensen PK Mit ben brei Buchstaben Q BI wird ber Laie zunächst nichts anfangen können. Jeder Flieger kennt sich aus. QBI ist das Schlüsselwort für Schlechtwetterverhältnisse, die Warnung für die Flieger, nicht zu landen ober nicht zu starten. Wer somit eingewelht ist, wird begreifen, warum dieses OBl-Zeichen — funfentelegra- ihisch übermittelt — bei der ganzen Besatzung eines Flugzeuges nicht sonderlich beliebt, ja, gefürchtet und verhaßt ist. Der Nebel braut feine Suppe nicht nur über deutschen Landen. Ueberall an den Küsten des Kanals und des Atlantischen Ozeans, wo unsere Flieger täglich gegen England starten, drückt das ausgesprochene Seek 1 ima der Wetterlage seinen Stempel auf. Schien eben noch bie Sonne am sttah- lenben Himmel, so liegt wenige Stunden später bie Landschaft in ber bicksten Waschküche ober, wie ber Flieger sagt, im dicksten Dreck. Wetterwendischer, launischer, unberechenbarer Herbst! Das ist der Herbstanfang hier im westlichen Zipfel Frankreichs. Hier soll keine wetterkundliche Abhanblung geschrieben, sondern nur einmal kurz erzählt werden, daß ber Kampfflieger nicht allein mit feindlichen Jägern, mit der Flak, den Sperrballonen oder gar den ungeheuer weiten Strecken im Kamps steht, sondern sich gleichermaßen mit dem chm so feindlichen und tückischen Nebel auseinanderzusetzen hat. Und häufig kommt es vor, daß Flugzeugführer und Zeobachter, Funker und Bordmechaniker über bem Heimathafen einen noch schwereren Dienst haben als im feindlichen Luftraum. Daran ist nur der Nebel schuld. Gewiß, in diesem Kampf stehen ihm verschiedene Verbündete zur Sette. Doch nicht immer bleibt ber Flieger gegen den unheimlichen Feind „Nebel" Sieger, wie auch der Mensch sich häufig ben Naturgewalten beugen muß. Wenn es im deutschen Wehrmachtbericht heißt: „Unsere Kampfverbänbe griffen t rotz schwierig st er Wetterlage englische Dock- unb Hafenanlagen wirksam mit Bomben an", bann können sich sicher bie wenigsten Leser einen Begriff davon machen, was alles in diesem einen Satz enthalten ist. Es sind ja nicht nur die dicken Wolkenschichten, die heftigen Stürme, bie Regenböen und die Gefahren der Vereisung, bie einem Flieger bas Leben sauer machen, sondern vor allem auch die drohenden Bodennebel auf dem eigenen Flugplatz. Sie sind gewissermaßen die allerletzte Hürde, die vor dem Ziel genommen werden muß. Nur derjenige kann ermessen, welch schwerwiegende Folgen eine vorzeitige Berührung mit ber Erde haben muß, ber ein wenig Ahnung vom Flugwesen hat. Hundertprozentiger Bruch kann dabei herauskommen. Doch trösten wii; uns damit: ber Tommy kennt ben Bodennebel auch. Er kennt chn nicht nur, sondern hat bestimmt darunter mehr zu leiden als wir. Die Rordamerikaner sollen onch China verlassen. Stockholm, 17. Okt. Aus Tschungking meldet Reuter, daß 400 nordamerikanische Staatsangehörige, die sich in ben nichtbesetzten chinesischen Gebieten befinben, burch Luftpost von den nordamerikanischen Konsulaten unterrichtet wurden, möglichst umgehend das Land zu oerlaf- s e n und sich in die Vereinigten Staaten zu begeben. In ber Mitteiluna bes nordamerikanischen Konsulats in Kunming, bie sich an bie norbameri- kanischen Staatsbürger in ber Provinz ?)ün- nan richtet, heißt es, daß die Rückkehr im Hin- blick' auf die anormale Lage im Fernen Osten erfolgen müsse. Wie bereits gemeldet wurde, wurden gleiche Aufforderungen an die nordamerikanischen Staatsbürger gerichtet, bie sich in der Mandschurei, in Japan, in F r a n z ö s i s ch - I n d o ch i n a ober in Hongkong aufhalten. Dreitausend Nordamerikaner haben bisher, bem Rat ihrer Regierung folgend, Fernost verlassen und sind in die Heimat zurückgekehrt. Davon entfallen 1200 auf Schanghai, 1000 auf Japan und 800 auf Hongkong. 16 Millionen Wehrpflichtige in USA. registriert Neuyork, 17. Okt. (Europapreß.) 16 Millionen Wehrpflichtige wurden am Mittwoch für den Dienst in ber Wehrmacht ber Vereinigten Staaten registriert. Die Mafsenregistrieruna wickelte sich ruhig ab. Die alarmbereite Polizei brauchte nicht einzu- schkeiten, ba es zu keinerlei Zwischenfällen gekommen ist. Weitere Marinereservisten ber USA. wurden vom Marinebepartement mobilisiert. Sie sollen zur Verstärkung ber USA.-Truppen in der Kanalzone bienen. Tokio, 17. Okt. (Europapreß.) „Chugay Shogyo Shimpo" sagt zu ber Wiederoffnuna der Burma- straße burch Englanb, baß bie Bedeutung blefer Straße für die Versorgung Tschiangkaischeks mit Kriegsmaterial durch bie Anwesenheit japanischer Truppen in Indochina stark zurückgegan- g e n sei. Die chinesischen Positionen, so z. B. bie Hauptstadt ber Provinz Mnnan, könnten jetzt nach kurzer Flugdauer von der indochinesischen Grenze aus durch japanische Flugzeuge bom- barbiert werben. Das Hauptziel Japans bleibe Tschiangkaischek zu veranlassen, bei der neuen Orb» nung Dftafiens mitzuhelfen. Der innerpolitische Aufbau ber neuen Struktur Japans müsse außenpolitisch von stärksten Bemühungen begleitet sein, den chinesischen Konflikt beizulegen. „Wir glauben", so fährt bie Zeitung fort, ,daß bie Re- gierung eifrig an dieser Aufgabe arbeitet und jedes nur mögliche Mittel anwendet, um den Konflikt mit China in zufriedenstellender Weise beizulegen." „Asahi Shimbun" bespricht bie Möglichkeit, daß mit ber Wiederoffnung der Burmastraße auch die Verbindung von Hongkong nach Tschungking englischerseits wieder ausgenommen wird. Sollten die Engländer auf diesem Wege wieder Munitionstransporte beginnen, so werde, wie bas Blatt schreibt, bie japanische Regierung geeignete und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen zu treffen wissen. Die Zeitung „Yomiuri Shimbun" spricht von einem englischen Wortbruch, wenn die Engländer nicht nur in der Burmafrage entgegen ben Abmachungen handelten, sondern jetzt auch noch beabsichtigten, die Verbindung von Hongkong wieder zu öffnen, obwohl die getroffenen Vereinbarungen dies nicht vorsehen würben. Dieses Verhalten der Englänber, bie immer ben Begriff „Gentleman" hervorhöben, richte sich selbst. Wie schlecht müsse bie Lage Englanbs sein, wenn es schon gelungen sei, den Forberungen ber Vereinigten Staaten nachzukommen. Hasen von Ghedarem. lieber dem letzteren wurde außerdem von einer unserer Jagdstaffeln ein über- raschender Tiefangriff durchgeführt, bei dem elf Flugzeuge am Boden zerstört, ein Munitionslager in die Luft gesprengt und ein Lastkraftwagen zerstört wurden Line weitere Fliegerstaffel hat im Roten Meer zwei große, von einem Kriegsschiff begleitete Frachtdampfer angegriffen. Liner davon wurde schwer getroffen. Feindliche Flugzeuge, die eingreifen wollten, wurden von unseren Bombern zum Kampf gestellt, bie ein Flugzeug vom Blenheim- Typ unb wahrscheinlich auch eines vom Gloucester- Typ abschießen konnten. Feiubliche Flugzeuge bombardierten Direbaua, Decamere, Tessenei, Kassala und (Bonbar, wobei es nur in (Bonbar einen Toten unb einige Berrounbefe gab, leichte Sachschaden. Spätere Angriffe auf Direbaua unb fyarrar wurden von unseren 3agb- ftaffetn verhindert, bie bie feindlichen Flugzeuge zum Abdrehen zwangen, bevor sie ihre Bomben abroerfen konnten. Verdächtige (Seschästigkeit Edens in Aegpvten. Stockholm, 17. Okt. (Europapreß.) Der englische Kriegsminister Eden legt in Aegypten eine rege politische Tätigkeit an den Tag, die neutrale Beobachter in London erneut zu der lieber- zeugung kommen läßt, daß England im Naben Osten Ziele verfolgt, die nicht mehr im Rahmen bes englisch-ägyptischen Verhältnisses aehatten sind. Nach dem letzten Kabinettswechsel in Kairo erscheint ber Londoner Regierung die ägyptische Haltung nicht zufriedenstellend. Es wird angenommen, daß Eden im Auftrage seiner Regierung versuchen will, durch innenpolitische Beeinflussungsoersuche die ,Lriegs> bereitschaft" Aegyptens zu stärken. Eden wird auch mit Vertretern Transjorda- niens zusammentreffen. „Pvpvlo di Roma" berichtet aus Kabul, daß ber vom Allindischen Kongreß anaeordnete „zivile Ungehorsam" am Mittwoch in In» bien begonnen hat. In Berlin haben zwischen Vertretern der Reichsregierung und der iranischen Regierung Verhandlungen über ben deutsch-iranischen Warenverkehr und die Festsetzung von Jahreskontingenten begonnen. Hauprichrtttlttler: Dc. Friedrich ffitibeim Lange Stellvertreter Dd yanpNchri-ttelteu' Trust Blumschetn. Berantwortiick, >ür -poitft und Wider Dr. i?r. W. Lange, für das R-PuLleton: Dr. HcmS Dhdriot; üi Srad> Gteßen, Provtm, Wtnichail u. Sport: Ern» Älum,chem. 2)tud und Verlag Vrühliche Univenitatebrudetti R. Lange fl. ®, Berlaa«letter. Dr.» Ing. ENch Hamann Anzeigenle>ter Hane Veit, SewMTOfiiUiä lür denIsdaU der Slnietaen; Theodor Kümmel ülälä. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Mühlstraße 31), 16. Oktober 1940. Die Beerdigung findet in der Stille statt. 4679 D Aün 30. September 1940 ist unser lieber Alter Herr 12,50 40 4677 D 10,50 40 von Lützellinden, den 17. Oktober 1940. 03520 Freitag Kohlenschütter, iwiiicnaMiMi'ci, Sl Kohlenkas+en, U Kohleneimer, , Stadttheater K. G. Dauer: 40 Stunden Gebühr: RM. 10,50 48 48 24 24 Dauer: 40 Stunden Gebühr: RM. 10,50 Dauer: 40 Stunden Gebühr: RM. 8,50 Dauer: 40 Stunden Gebühr: RM. 8,50 Dauer: 24 Stunden Gebühr: RM. 7,50 Dauer: 40 Stunden Gebühr: RM. 15,50 Die trauernden Hinterbliebenen Luise Wenzel, geb. Laux Familie Friedrich Wenzel Familie Wilhelm Wenzel Familie Eduard Wenzel Ernst und Albert Wenzel und alle Angehörigen. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 19. Oktober, nachmittags 2 30 Uhr, vom Trauerhaus aus statt U spulun- U ni versal Ceresan Germisan 12,50 12,50 7,50 7,50 Vornehm! Geschmackvoll! Persönlich! Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen BrühPsche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 Knoblauch-Beeren „Immer JUnger" machen froh und frisch' Sie enthalt alle wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, xut verdaulicher Form. Vorbeugend gegen. Altherren schäft »Admiral Scheer« Dr. Pfnorr. Altherrenschaftsführer. la gelbfleischige Speisekartoffeln für den Winterbedarf stets auf Lager. LesiD H Trechsler Stelnstr.73, TeL3581 Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u. 4156 4682 A Kameradschaft des NSDStB. »Admiral Scheer« Transchel, Kameradschaftsführer. , Ofenschirm, . Ofenvorsetzer, Mit offenen Außen Drei Jungen uns ein Mädel en'decken ihre WaldHeimai. 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Anmeldungen zu diesen Lehrgemeinschaften müssen schnellstens abgegeben werden, da ebenfalls mit baldigem Beginn zu rechnen ist. 46?sD Oberfeldveterinär Dr. Martin Zerrath Träger des E.K 2. KL nach kurzem, schwerem, im Felde zugezogenem Leiden zur großen Armee abgerufen worden. - Er hat als Soldat in höchster Pflichterfüllung jederzeit seinem Volke gedient Lieber sein Grab hinaus wird ihm die Altherrenschatt und Kameradschaft ein treues Gedenken bewahren. Wir suchen per sofort oder später eine tüchtige, jüngere Verkäuferin Branchekenntnis nicht unbedingt erforderlich. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften erwünscht. Parfümerie Doll £*£±5 ________________________________________________4684A MW f. Modezeitschriften ver sofort ges.Die Tätigkeit ist nebenberuflich Schr. Ang. unt. 03518 a.d.G.A. Es beginnen folgende Lehrgemeinschaften Unsere geliebte, herzensgute Mutter Frau Margarete Horn geb. Leyerzapf ist am Mittwochabend nach langem Leiden sanft entschlafen. 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Zwecks Teilnahme ist die vorgeschriebene Anmeldekarte auf der Dienststelle der DAF., Kreiswaltung Wetterau, Abtlg. für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstr. 18, 1. Stock, Zimmer 4, auszufüllen. (Dienststunden: täglich von 8—13 und 14.30—18 Uhr, außer Samstagnachmittag.) Für folgende Lehrgemeinschaften können ebenfalls noch Anmeldungen abgegeben werden: sammenwirken mit den Eltern und den beteiligten Dienststellen ihren erzieherischen Einfluß so anzusetzen, daß jeder Junge und jedes Mädel gewissenhaft und verantwortungsvoll die Frage der Berufswahl prüft. Dabei ist vor allem unter Berücksichtigung der vorhandenen Begabung die Werbung für die Berufswahl so zu lenken, daß der Nachwuchs für d i e staatspolitisch wichtigen Mangelberufe gesichert ist. Der Heimabend ist in den Dienst dieser Aufgabe zu stellen. Ziel der Aktion ist die Ablenkung der Jugend von den unerwünschten Modeberufen und ihre Einführung zu den staatspolitisch wichtigen Mangelberufen. Zu diesen gehören in erster Linie die Lehrberufe der Landwirtschaft, der Bergbau, die Bauberufe Maurer und Zimmermann, die sozialen und pflegerischen Berufe für Mädels, die kaufmännischen Berufe des Groß- und Einzelhandels sowie vor allem auch Volksschullehrer und -lehrerinnen. Der Staat wird trotz des Ueberangebots an Ausbildungsstellen gegenüber der Zahl der Schulentlassenen von einem Zwang in der Nachwuchslenkung absehen. Die Berufswahl der Jugend untersteht nach wie vor der Verantwortung der Eltern. Staatlich geprüfter KolsnialSandwirt. Im Hinblick auf die Bedeutung, die künftig der Ausbildung zum Koloniallandwirt zukommt, hat der Reichserziehungsminister Bestimmungen für die als Fachschule anerkannte Deutsche Kolonial- schule in Witzen Hausen erlassen. Die Schule hat die Aufgabe, junge Männer auf den Beruf des Koloniallandwirts vorzubereiten. Für die Aufnahme als Studierender genügt das Schlußzeugnis einer anerkannten Mittelschule. Der Lehrgang dauert vier Studienhalbjahre. Nach der Abschlußprüfung wird die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Koloniallandwirt" erteilt. Jugeudorrest statt Hast oderGefänanisstrafe Das bisherige Jugendgerichtsgesetz stellte dem Jugendrichter gegen Jugendliche, die sich einer Straftat schuldig gemacht hatten, von der — für Jugendliche oft ungeeigneten — Geldstrafe abgesehen, nur Gefängnisstrafe oder Haft zur Verfügung. Dies hatte den Nachteil, daß der Juegndliche, wenn er die Freiheitsstrafe verbüßen mußte, in Gefahr geriet, in der Strafanstalt mit Gefangenen in Berührung zu kommen, die leicht einen verderblichen Einfluß auf ihn ausüben konnten. Ferner wurde dem Jugendlichen nach Verbüßung der Strafe nicht selten die Wiedereingliederung in die Volksgemeinschaft dadurch außerordentlich erschwert, daß die Strafe im Strafregister vermerkt und auch in das polizeiliche Führungszeugnis aufgenommen wurde. Um diese Nachtelle zu verhüten, ermächtigt eine Verordnung des Ministerrats den Jugendrichter und die Polizei nunmehr, an Stelle von Haft oder einer kürzeren Gefängnisstrafe Jugendarrest zu verhängen. Er wird nicht in einer Strafanstalt, sondern anderweit in Räumen der Justizverwaltung vollstreckt und wird auch nicht in das Strafregister und in das Führungszeugnis einaetragern Der Jugendarrest kann verhängt werden als Dauerarrest von mindestens einer Woche und höchstens einem Monat oder als Wochenendkarzer bis zur Dauer von vier Wochenenden, von Samstag mittag bis Montag früh, wodurch die Ausbildung der Jugendlichen nicht behindert wird. Der Jugendarrest wird in Frage kommen, wenn an sich gut geartete Jugendliche unter schlechtem Einfluß eine Straftat begangen haben oder unbesonnen der Versuchung einer Gelegenheit unterlegen sind, oder wenn sonst Unreife des jugendlichen Alters zu der Tat geführt hat, er soll dem Jugendlichen eine Mahnung sein und ihn auf den Weg der Ordnung zurückrufen, Nachteile für die Zukunft ihm aber ersparen. Erwachsene Erziehungsberechtigte, die ihre Aufsichtspflicht vernachlässigten und es dahin kommen ließen, daß die Kinder strafbare Handlungen begehen, haben Bestrafung zu gewärtigen. Kunst und Wissenschaft. Zum Tode Robert von Ostertags. Wir meldeten bereits den Tod des Ministerialdirektors Professor Dr. R. von Ostertag in Tübingen. Damit verliert die tierärztliche Wissenschaft einen ihrer bedeutendsten und erfolgreichsten Vorkämpfer, der auch mit der Gießener Universität als Ehrendoktor ihrer veterinärmedizinischen Fakultät verbunden war. Das Leben von Ostertags war schon von jungen Jahren an ein glanzvoller Aufstieg, erkämpft durch eine gewaltige Arbeitskraft unb Schaffensfreude. Mit 27 Jahren Professor an der damaligen tierärztlichen Hochschule in Stuttgart, kurz darauf Professor in Berlin, Direktor der Veterinär-Abteilung im Reichsgesundheitsamt, leitender Veterinär im besetzten Belgien des Weltkrieges, Leiter der Reichsfleischstelle schloß er den Kreis als Ministerialdirektor und Präsident im Ministerium seiner württember- gischen Heimat. Sein Hauptlebenswerk ist die Schaf- fung einer wissenschaftlichen Fleischbeschau, die die Grundlage des Reichsfleischbeschaugesetzes wurde und allen Kulturstaaten der Welt als Vorbild diente. Aber auch in anderen veterinärhygienischen Fragen wie auf dem Gebiete der Tierseuchen war er der Mann, dessen Rat maßgeblich war und dessen Ansehen Weltgeltung hatte. Anläßlich seines 75. Geburtstages wurde er vom Führer durch Verleihung des Adlerschildes des Deutschen Reiches ausgezeichnet. Gebühr: NM. 8,50 „ 5,50 Tücht.,fleißig. Mädchen f. kleimHaus- halt sofort gesucht. 4685D Friedrich str. 9Zr. 51 I. Telefon 2626. 19.80 bis 22 Uhr: 5. Freitag - Miete AennchenvonTharau Operette in 3 Bildern von Heinrich Strecker Preise von RM. 0.90 bis 3.60 ___________________________ 4640 D Verkäufe | Klavier, Sofa mit 2 Sesseln, Büfett,Auszieb- tisch, Stühle, kl. Kleiderschrank, Kleinmöbel, Gardinen, Stehleiter, Sitz b adern nun e, PetroL- Ofenu.Lamven, Svarherd, neuer Strohsack, Glas ».Porzellan ma. zu verkauf. 03519 Frankf. Str. 57. Fast neuer Kinderwagen zu verkaufen «esM Kevlerstr. 5 v. Was sollen unsere Kinder werden? Für über Millionen Knaben und Mädchen, die Ostern 1941 aus der Schule entlassen werden, wird in diesen Monaten die Frage entschieden, welchen Lebensberuf sie ergreifen wollen. Für die Eltern und die zahlreichen Mütter, deren Männer einberufen sind, ist es dabei eine große Beruhigung, daß auch während des Krieges der Uebergang ihrer Kinder von der Schule ins Berufsleben vorbereitet und gelenkt wird. Die Arbeitseinsatzbehörden, die Reichsjugendführung und die DAF. sorgen dafür, daß jeder Junge und jedes Mädchen individuell beraten wird, daß vor allem auch die Ettern die Möglichkeit haben, sich zuverlässig über die Eignung ihres Kindes für den gewünschten Berus und die Aussichten darin zu unterrichten. Es gilt nicht nur, durch eine zielbewußte Aufklärung die zweckvolle Streuung des Nachwuchses auf die einzelnen Berufe zu erreichen, sondern die Berufe müssen auch von sich aus dazu beitragen, den Drang der Jugend etwas von den drei großen „F", dem Fliegen, Funken und Fahren, abzu- len k e n. Der Junge, der heute ins Berufsleben eintritt, kann erst in sechs bis sieben Jahren voll einsatzfähig fein nach Ablauf der Lehrzeit, des Ar- betts- und des Wehrdienstes, eine Ueberlegung, die auch für die Eltern bedeutsam sein muß. Einer der wichtigsten Grundsätze der Berufsaufklärung ist der, daß möglichst jeder Jugendliche einen gelernten Beruf wählen soll. Reichsjugendführer Axmann hat zu der von der Reichsjugendführung, dem Reichsarbeitsministe- rium und der DAF. gemeinsam durchgeführten Berufsaufklärung der vor der Schulentlassung stehenden Jugend es den HJ.-Führern und den DDM.-Führerinnen zur Pflicht gemacht, im Zu- L KW. mit Plan zu verkaufen. 4687Ü Adolvh Ltnmer Bahnamtliche Spedition und Möbeltransport Gießen Fernspr. 3947. Fast neuer CutAnzug Gr. 50, preiswert zu verkaufen. 03524 Hindenburg- wall 7 III Samstag l-7Uhr | Empfehlungen] Elektrische Dampf- Bügeleisen eingetroffen Carl Schunck Gießen 1458oD Bahnhofstraße. Frische See® musdieln eingetroffen. 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Zuschriften unt. 4680D an den Gieß. Anzeiger. Trockenbeizen: Abavit-Neu Ceresan Nafebeizen: IM ZEICHEN DES WEHRWILLENS 2HRIEGSWINTERH1LFSWERH1946/4! A^WERKTÄTIGE r SAMMELN ? outi1 ZuM.öMübeh. Zreitag.18. Oktober WV Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Kr.247 Zweiter Blatt Zm Lazarett Fragen und Freund mutz ,en en Aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen Monate, die ich und viele, viele Kameraden jetzt im Lazarett liegen. Uns, die die Kugel, der Granat- oder Bombensplitter getroffen. Uns, die wir ausgeschaltet sind aus dem gewaltigen Geschehen dieser Kriegszeit, uns, über die die Zeit dieser Tage, Wochen und Monate hinweggegangen ist, als wäre das für uns gar nichts: hierzuliegen! Sie geht darüber hinweg, währenddessen Gewaltiges zur Tat geworden und noch im Werden ist. Wie war es noch damals, als wir die erste bange Frage auf dem Verbandplatz oder im Feldlazarett an den Arzt richteten: Wie lange wird es dauern, wann sind wir wieder draußen? Dachten wir damals nicht alle, in einigen Wochen wieder bei der Kompanie, den Kameraden sein zu können? Und jetzt sind für die, die das heiße Eisen tiefer traf, aus den Wochen Monate geworden. Wie waren wir froh und dankbar, im ersten weißen Bett zu liegen, Ruhe zu haben und zu wissen, das Schaukeln der Bahre, das Rütteln des Sanka ist vorbei; jetzt fängt die Hilfe und damit die Heilung an. War uns das Leben im Lazarett nicht seltsam, uns, die wir aus der Front gerissen wurden? Wie blickten wir mit verwunderten Augen, wenn wir morgens von unserer Schwester geweckt wurden, der Kaffee ans Bett kam, man uns die Wünsche vom Mund ablas? Wie schauten wir dem Tageslauf zu, nachdem wir die ersten schmerzensreichen Tage, blaß und teilnahmslos daliegend, überwunden hatten? Immer wieder verglichen wir unser jetziges Leb-en mit dem vor 3, 5 oder 10 Tagen. Es war schon seltsam! Langsam wurde uns erst so ganz bewußt, daß wir verwundet im Lazarett lagen, von der Front abgeschnitten. In letzter Zeit ist es wiederholt vorgekommen, daß Fahrzeuge, die bei Fliegeralarm in dringender dienstlicher Angelegenheit unterwegs waren, angehalten wurden, um sie für die Dauer des Alarms zum Halten an Ort und Stelle zu veranlassen. Andere Fahrzeuge wurden bei Fliegeralarm ohne Beleuchtung aus der Fahrt betroffen. Beide Vorgänge entsprechen nicht den Verkehrsoorschriften und den auch bei Fliegeralarm vordringlichen Erfordernissen des öffentlichen Verkehrs. Es fei daher nach einer Mitteilung der für den öffentlichen Verkehr maßgeblichen Polizeidirektion Gießen zur sorgfältigen Beachtung folgendes festgestellt: Grundsätzlich haben bei Fliegeralarm die Fahrzeuge auf den Straßen in Stadt und Land sofort anzuhalten und ihre Insassin in den Ortschaften den nächsten öffentlichen oder privaten Luftschutzraum aufzusuchen. Die Fahrzeuge müssen scharf an die rechte Straßenseite herangefahren und mit vorschriftsmäßig abgeblendeten Lichtern beleuchtet sein. 'Dagegen dürfen alle Kraftfahrer und Radfahrer. die sich im Dienste der Polizei, des Lnsl- schuhes, der Feuerwehr, des Sanilälswefens, der dringenden ärztlichen Versorgung von Verletzten und Kranken unterwegs befinden, alfo daß hier kein Krieg gedroht hat und drohen wird. Wir haben dazu unser Teil beigetragen. Dann lese ich weiter. Vor mir habe ich die Verse deutscher Dichter des Weltkrieges, des Dolkstumskampfes an den blutenden Grenzen des zerstückelten Nachkriegsdeutschtums und Gedichte „Volk an der Arbeit. . Zeigen diese nicht den Weg langer, harter Kampfjahre? Neben mir liegen weiter die Reden Fichtes an die deutsche Nation. Waren sie damals nicht schon Künder einer neuen Zeit und ist heute die Erweckung des deutschen Menschen aus Fremdhen und Knechtschaft nicht schon zur Tat geworden? So mache ich mir in all der Stille und Ruhe meine Ge- danken. Nachmittags erhalte ich meistens von meinen Angehörigen, ehemaligen Schulkameraden, die auf Urlaub sind, und anderen Bekannten Besuch. Die größte Freude ist es aber stets, wenn frühere und jetzige Regimentskameraden, meine besten Freunde, mich aufsuchen. Dann nimmt mein Fragen und deren Erzählen kaum ein Ende. Der Freund mutz von den Kämpfen, von Paris und der jetzigen Besatzungszeit, von den Kameraden und allem, was inzwischen sich bei der Kompanie, dem Regiment ereignet hat, berichten Wir erinnern uns gemeinsam verbrachter Stunden, gedenken leise der Kameraden, die in Polen, Norwegen und im Westen gefallen sind, und tauschen Nachrichten über den, der im hohen Norden, fernen Osten und Westen nach siegreichem Kampf Wache hält und sich für den kommenden Hauptschlag gegen England vorderer- tet. Ueberall stehen sie, die Kameraden, Soldaten, unsere Wehrmacht, bereit für diesen Tag, der kommen wird. Für diese, aber nicht für mich und die anderen, die hier ebenso auf ihre langsame Genesung warten. Wir können nur mit unseren Gedanken bet ihnen fein und ihnen aus sehnsüchtigem Herzen Glück und Sieg wünschen. Unsere Parole ist: Ruhe, Geduld, Abwarten! Aber ich bin noch jung, mir fällt das so schwer! Es ist Sonntag geworden. Auf d^n langen Fluren und Treppen trappelt und schlürft es. Verwundete werden in ihren Betten zum Aufzug gefahren. Heute ist Bunter Nachmittag, es soll einige lustige Stunden geben. Wer dabei war und die heiteren Gesichter unserer Soldaten, der Schwestern und Aerzte, die in ihrem schweren Dienst solche frohen Stunden besonders verdient haben, beobachtet hat, sab den Zweck dieses Nachmittages erfüllt: Ueberall Dlank? Augen, aus denen Lebens- rende spielbewegte Finale ist von launigem Frohsinn erfüllt. Die Sonate op. 31 N r. 3 in Es-dur (1802) läßt erkennen, wie sich Beethoven mit der Sonatenform auseinandersetzt und sie sich persönlich zu eigen gewinnt. Während etwa das Kopfthema der E-ckur-Sonate sogleich in abgeschlossener Formung erklingt, läßt Beethoven das Thema hier allmählich in seiner endgülttgen Gestalt erwachsen. Durch die Ausnützung der verschiedenen Höhenlagen zur Beleuchtung des Thematischen erweitert er die instrumentalen Ausdrucksmittel. Ein Scherzo, das sich in seiner Auswirkung vornehmlich auf das Stakkato stützt, bindet Gesanglichkeit mit feinsinnigem Humor. In dem folgenden Menuetto zieht sich die Kanttlene in Anmut und Gefühlsweichheit dahin; einen besonderen Gegensatz dazu gibt das Trio mit seinen springenden Akkorden. In der Coda verliert sich das Menuetthema im Dämmerlichte des Moll. Das Finale (presto con fuoco) stürmt und schäumt fast im Charakter einer Tarantella einher. Als aus dem klanglichen Leben des Akkords geboren, könnte man den Kopffatz der Sonate op. 5 3 (1804) bezeichnen. Energiegefüllte, in kleine Notenwerte gelöste Dreiklänge und motiviftifche Bildungen führen zu dem gesanglichen, in feiner Art einfachen und eingängigen Seitenthema hin. Auf spielerische Bravour ist aber auch das Schlußrondo dieser Sonate eingestellt. Zu der Zeit, als Beethoven diese Sonate schrieb, finden wir in feinen Skizzenbüchern Entwürfe zu Fingerübungen. So liegt die Annahme nahe, daß hier sein Bemühen um die Erweiterung der Klaviertechnik besonders ausgeprägte Gestalt erhalten hat. Ursprünglich hatte Beethoven als zweiten Satz ein später selbständig veröffentlichtes „Andante favori” vorgesehen, jedoch wohl mit Rücksicht auf die Länge war der Plan gefallen. Dem Rondo geht eine Adagio-Einleitung voraus, die-sich mit ihrer tiefsinnigen Innerlichkeit in Gegensatz zu dem Kommenden stellt. Das Rondo-Thema glaubt man vielfach als eine Erinnerung an ein rheinisches Volkslied, also an die Bonner Jugendzeit Beethovens, ansehen zu können. Dem Grundgedanken werden zwei Zwischensätze in verwandten Moll-Tonarten entgegengeftettt. Nach einem klanglichen Absinken vorn Fortissimo bis zum dreifachen Piano gipfelt noch einmal der Hauptgedanke in dem Prestisfimo der Coda, verbrämt von lang anhaltenden Trillerketten im Lichte äußerster technischer Brillanz. Die drängende Gestaltungskraft, wie sie sich in dieser dem rheinischen Gönner Beethovens, dem Grafen Waldstein, gewidmeten Sonate nicht allein. Dann verlassen mich meine Träume und ruhig soll ich noch zwei Stunden geschlafen haben. Ja, es war geschafft. Die Operation liegt schon lange zurück. Die ersten kümmerlichen Gehversuche, die mir viel Sorge um das Später erwachsen ließen, sind vorüber. Es geht jetzt besser, aber lange wird es noch dauern, bis ich wieder dienstfähig werde. Grau, wie draußen der Himmel an manchen der letzten Regentage, sah es oft in mir aus. Heute fitze ich im Freien in der Sonne, lese und lasse ab und zu meinen Blick in das schöne Hessen- land mit seinen Burgen, Dörfern und dunkel bewaldetes Höhen, über das herbstlich werdende Land streifen. Wie schön ist das alles und so befreiend, offenbart, findet noch einmal ihr Gegenstück in dem Spätschaffen mit der großen B-dur = oonate o p. 1 0 6 (1818). Die Veranlassung zu ihr soll der neue Flügel mit feinen weitgehenden klanglichen Möglichkeiten gegeben haben. Sicher ist, daß hier die Probleme der Klaviertechnik in ihrer Bindung an das Instrument mit kühn in die Zukunft schauender Phantasie ein Ziel gesteckt erhalten; zum andern aber erkennt man auch hier, wie in vielen Spätwerken des Meisters, das Hinstreben zu einfachstem thematischem Material. Um so intensiver und verttefender wirkt sich „Zwischen Leben und Tod." __Ein italienischer Fliegerfilm im Lichtspielhaus. Dieser Film der Degeto, unter der Gesamtleitung Vittorio Mussolinis, eines Sohnes des Duce, geschaffen und auf der 6. Biennale in Venedig mit der Coppa Muffolini ausgezeichnet, entspricht in Thema und nationaler Haltung etwa unserem „Pour-le-merite“=gilm; er schildert das Schicksal des italienischen Fliegerhauptmanns Serra. Nachdem Serra den Weltkrieg überstanden hat, scheint das Leben keinen Sinn und keine Aufgabe mehr für ihn zu haben. Die Fliegerei, der er sich verschrieben hat, bietet wenig Chancen; in einem bürgerlichen Berus, den man ihm anbietet, mag er nicht unternommen; seine abweisende Haltung kostet ihn die wirtschaftliche Existenz, die Trennung von feiner Frau und feinem sehr geliebten Sohn, der die fliegerische Begabung und Begeisterung des VÄers geerbt hat. In Südamerika hofft Serra neue Möglichketten zu finden, fällt aber nur üblen Wer Darf bei Fliegeralarm fahren? Fahrzeuge find vorschriftsmäßig zu beleuchten. Beethoven-Gonaten. Z«m Konzert von Wilhelm Backhaus. Im Sefamiroerf Beethovens wird man der Reihe feiner Klavierfcmaten eine gewichtige totei» luna einzuräumen haben. Zumal in feiner ersten Schaffensperiode ist der Klaviervirtuose Beethoven wegweisend für die innere Durchdringung und Neu- Organisierung der überlieferten Form; denn erst in spaterer Zeit tritt bei ihm die Trennung ^zwstchen dem schaffenden und ausübenden Künstler ein. Der Klavierspieler Beethoven stellte in der Arl seines Vortrags wie auch mit der starken Gestaltungskraft seiner Phantasie bei der Improvisation etwas bisher noch nie Erreichtes bar. Je me^r oer persönliche Akzent im Werk Platz greift desto hoher werden seine Ansprüche an die Ausdrucksmittel des Klaviers: in der Loslösung der Technik von ihrer bisherigen Selbstgeltung, in den ständig wachsenden Forderungen an den Klavierbauer nach Laßerer SMangftärte, Tragkraft und M°dulati°nst°higt-'t des Tones. 'Beethovens Klaoiersonaten sind als Dokumente persönlicher Kündung zu werten. Daher fiel es den zeitgenössischen Pianisten schwer, sie mit lhrem bedeutungsvollen Inhalt voll zu erfassen und im Vortrag auszuschöpfen: Beethoven selber stellt bei ihnen wohl „Mechanik" oder „Aftektatton fest, vermißt aber doch die „wahre Pflege semer Geistes- kinder". Unsere größten Meister des Klaviers haben immer, haben ständig für die Sonaten vorn Podium aus geworben; im Erfolg ober entschied neben vollendetem technischen Können höchste musikalische und menschlich-geistige Reife. In der Gegenwart aber ist Wilhelm Backhaus mit der eindringenden und vertiefenden Kraft seines Beethovenspiels zum matz- geblichen Darsteller dieser Schätze unserer Klavierliteratur geworden. Ein Bild von reicher Fülle des Einfalls gibt die S onate op. 10 Dir. 2 in F - d u r (1798) mit ihrem Kopfsatz; selbst in der Durchführung greift Beethoven nicht auf die ausgestellten Themen zurück, sondern führt neue Gedanken ein der sprudelnden Eingebung improvisierender Phantasie folgend. Mit ,einem Inhalt weist der zweite Satz m f-moU (ein Allegretto an Stelle des sonst üblichen lang, tarnen Zeitmaßes) schon in die Zukunft, fast mochte Sn be” Unstono-Einsatz des Themas an den dritten Satz der C-moll-Symphome („Fünfte ) denken. Das mit klopfenden Rhythmen sich emfuh- Aus der Stadl Gießen. Rücksicht auf Gegenseitigkeit! Die besten Waffen unserer inneren Front, wie auch des draußen kämpfenden Soldaten find Ner- oenstärke, Disziplin und Tatkraft. Diese drei ursoldatischen Begriffe sind seelisch eng miteinander verknüpft; im besonderen wird nur der zu hoher Tatleistung kommen, der sich selbst in guter Zucht hat; und dazu wiederum gehört Nervenkraft. Es ist also höchstes Gebot der Zeit, sich die Nerven gesund zu erhalten; denn auch heute, ja gerade heute gilt das gute, alte Hindenburgwort: „Sieger wird die Nation sein, die die besten Nerven hat!" Es ist also unbedingt 'erforderlich, daß jeder einzelne das (einige dazu tut, die Nervenkraft seiner Volksgenossen zu schonen und zu stärken. Dazu gehören Freundlichkeit im gegenseitigen Verkehr, Bereitwilligkeit in allen Lebenslagen und Unterlassung aller unnötigen Aufregungen. Zu diesen vermeidbaren Erregungen aber gehört der Lärm;' wer ihn vermehrt, anstatt ihn nach bestem Können auszuschalten, treibt Mißbrauch mit der Volkskraft und Volksgesundheit. Das Bedürfnis, unnötigem Lärm entgegenzutreten oder unvermeidlichen Lärm von uns ferm Ich liege jetzt kurz vor dem Feind, 30, 20, dann 15 Meter. Es blitzt und knallt ganz luftig um mich herum. Wie an Silvester die Knallfrofche. Auf einmall fticht's im Arm. Erstes warmes Blut rinnt an der Hand entlang. Die knallenden Blitze um mich herum werden mir zu feurigen Augen kleiner häßlicher Teufel. Und trotzdem, wo sind diese Teufel, der Feind, ich sehe sie nicht. Was soll ich tun, ick), der ich verantwortlich bin für meine Männer, die sich hinter mir an den Boden pressen? In diese Gedanken hinein schreit mein Melder auf: „Helft mir, tut das weh!" Ich springe zu ihm, da zischt es neben mir. Im Knallen sehe ich in ein riesiges Teufelsauge. Und schon reißt mich eine stechend-heiße Gewalt zu Boden. Mich hat's erwischt! Wankend erhebe ich mich und schaue in zwei von Zwielicht grau verzerrt erscheinende Tommygesichter, vom flachen Stahlhelm bedeckt. Jetzt krieg ich euch! Wut, eine unbändige, ganz persönliche Wut erfaßt mich. Ich schieße hin, werfe die letzten Handgranaten, dränge 'mich durch das fperrrenbe Drahthindernis, achte keine Riffe und Schrammen, stolpere mit meinem verletzten Bein, falle, fchlepve mich weiter. „Rechts herum, ran, drauf!", fo schreie ich. An den Feind muß ich, wie, ist gleich. Und ich komme hin und mit mir andere. Ich stehe wankend auf der Brüstung des Sandsackwalles. Vor mir liegen sie, die Feinde, kreuz und quer. Die geballte Ladung hat ihre Wirkung getan! Angesichts dieses Sieges und Todes wird mein wallendes Blut ruhiger. Kameraden sind um mich, sie helfen mir, ich bin Und dann kam die erste Operation. Mit äußerlich frohem Mute ließ man sich zum Operationssaal hochfahren, während im Innern die bange Frage stand, wird es jetzt besser werden, werde ich zur vollen Beherrschung meiner Glieder kommen, wird dieses Glied ganz oder teilweise erhalten bleiben, werden die brennenden Schmerzen aufhören, werden die Splitter, das Geschoß gefunden werden? Aber lange Zeit zu diesen Gedanken bleibt nicht, denn schon erhalte ich im Vorraum die einschläfernde Spritze, daß es wie eine Welle durch den ganzen Körper dringt. Dann werde ich in den Operationssaal gefahren, sehe mit halbem Blick Aerzte und Schwestern, in deren Händen mein Geschick liegt, lautlos in weißen Kitteln herumhantieren. Ich spüre noch den süßlichen Geruch des Narkosemittels, zähle 1, 2, 3 ..., dann langsamer werdend 17 ... 18 ... 19---und höre die letzten Zahlen nur noch in weiter Ferne. Ja, — und bann —? Ich werbe wach, habe bie Augen noch geschlossen, offne sie bann vorsichtig. Wo bin ich, was war los? Weshalb ist alles so ruhig? Da spricht mich jemand an. Ich wende den Kopf, und vor mir sehe ich wie durch einen Schleier das gut bekannte Gesicht um serer treusorgenden Schwester. Ich will mich weiter wenden, sehen, was mein Kamerad nebenan macht; da schmerzt »es stechend im heiß brennenden Bein, bas unbeweglich und bleischwer scheinbar nur an mir hängt und zieht. „Ein Schluck Wasser", so spreche ich leis' unb schwer. Aber bis die Schwester das Glas bringt, bin ich schon in unruhige Träume gesunken. Vor tnir sehe ich Aerzte, große Apparate, alles in kaltem Weiß, sehe eine Aetherwolke über mir schweben und habe einen faden Geschmack im Hals. Man greift nach mir, ich will mich wehren, aber vergeblich! Dann führt mich mein Traum weiter: Im Zwielicht des Morgengrauens tasten wir uns im nebligen Wald an den Feind. Totenstille! Nebelhafte Gestalten springen, nein tanzen vor mir rückwärts von Baum zu Baum. Ich will schießen. Aber eine gewisse Scheu, diese unheimliche Stille zu brechen, hält mich davor zurück. Es war gut so. Es sind Kameraden von nebenan. Dann peitschen die ersten Schüsse durch's Geäst, betonieren bie Handgranaten. Geschäftemachern in die Hände; das mtt amerikanischer Reklamebetriebsamkeit aufgezogene Wagnis eines Transozeanfluges, mit dem sich Serra die Rückkehr in die Heimat und eine neue, würdigere Existenz zu erkämpfen hofft, scheitert: Serra gerät unterwegs in ein Unwetter und wird als verschollen aufgegeben. Nach Jahren taucht er als schlichter Soldat auf dem erythräischen Kriegsschauplatz wieber auf, und hier münjbet das private Schicksal des Hauptmanns in ein größeres, überpersönliches Schicksal ein; man begreift von hier aus sogleich die hohe Auszeichnung des Films auf der Biennale und durch das deutsche Prädikat „Staatspolitisch wertvoll": es geht hier um die Idee der Fliegerei überhaupt, um den nationalen Gedanken, die große faschistische Aufgabe des Imperium Romanum, das sich im schwarzen Erdteil neuen Lebensraum erkämpft und behauptet. Serra findet endlich die späte Erfüllung der Sehnsucht seines fliegerischen und kämpferischen Lebens: in einem schweren Gefecht gegen abessinische Uebermacht gelingt es ihm, eine notgelandete Maschine, in dessen Führer er seinen schwerverwundeten Sohn wiedererkennt, mit letzter Kraft, selbst tödlich getroffen, ins Haupt- quartier der Italiener zurückzufliegen und Hilfe für einen überfallenen Truppentransport zu alarmieren. Serra opfert fein Leben, ,aber sein Sohn wird gerettet und empfängt die Auszeichnung, die den Vater nicht mehr erreicht. * Die Spielleitung Goffredo Alefsandrinis hat die nulionale und imperiale Idee, die der Fabel zugrundeliegk, kraftvoll herausgearbeitet und gewinnt in den Kampfszenen im abessinischen Hochlande, die mit außerordentlichem Realismus und romanischem Temperament dargestellt unb gedreht wurden, dramatische Höhepunkte von mitreißender Spannung. (Mehrere tausend Schwarzhemden, Askari, Legionäre unb Galla-Reiter waren für diese Filmschlacht bei 50 Grad im Schatten als Statisterie eingesetzt.) Den Hauptmann gibt schlicht und sympathisch, in soldatischer Haltung, ohne dabei anziehend persönliche und menschliche Züge vermissen zu lassen, Amedeo N a z z a r i (deutscher Svrecher:, Werner Pkedath). Aus dem geschickt besetzten Solistenensemble heben sich neben ihm Roberto Villa und Gino M o r i (Aldo Serra), Egisto 01 i d i € r i unb Guglielmo Sinaz hervor. — Die deutsche Fassung bearbeitete R. W. Noack. — Im Vorprogramm sieht man die neue Wochenschau, auf die an dieser Stelle schon hingewiesen wurde. Hans Thyriot, zuhalten, ist mit der Zunahme des öffentlichen Ver- . kehrs und mit dem Heranwachfey technischer Anlagen gestiegen. Schon vergangene Jahrhunderte gingen dem immer aktueller werdenden Problem zu Leibe. So war die Betätigung lärmmachender Handwerke schon frühzeitig an besondere Konzessionen unb damit meist an die Ausübung fern von Wohnvierteln gebunden. Wir finden rechtliche Entscheidungen oder auch Gewohnheitsrechte etwa des 16. und 17. Jahrhunderts, die besagen, daß ein lärmmachendes Gewerbe — etwa des Böttchers ober Kesselschmiedes — sich nicht in Wohnvierteln ansässig machen dürfe. Beispielsweise konnte ein Gelehrter ober sonstiger Kopfarbeiter mit Erfolg dagegen angehen, daß sich ein solcher Handwerker in seiner Gegend niederlieh; anderseits mußte er den normalen gewerblichen Lärm in Kauf nehmen, wenn er in eine Gegend zog, wo solche Gewerbe heimisch waren. Wir haben heute ähnliche Rechtsgrundsätze; bie Gründung lärmdrohender Fabriken ist im allgemeinen in der Nähe opn Wohngegenden ausgeschlossen. Zugleich sind die Unternehmer verpflichtet, lärmftoppenbe Maßnahmen zu treffen. Das gleiche gilt für Vergnügungsstätten; denn der alte Busch hat recht, wenn er sagt: „Musik wird oft nicht schön empfunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden!" Und die leider immer noch zu wenig beachteten Bestimmungen über die Ausübung von Hausmusik und den Betrieb von Rundfunkapparaten streben in gleicher Weise die Schonung des arbeitenden, alsv auch ruhebenötigenden Volksgenossen an. Es ist bekannt, daß Lärm bei U Übersteigerung eines gewissen Grades, den man allgemeingültig mit Lärmmesseapparaten — nach „Phon" rechnend — messen kann, gesundheitsschädlich ist. Der Staat tritt durch scharfe polizeiliche Aufsicht energisch für die Gesundheit der Staatsangehörigen ein. Unterstützung fordert der Staat dabei von allen denjenigen, die hier als Helfer m Betracht kommen. Das sind in hervorragendem Maße bie Lehrer und — mehr noch — die Eltern, also die Erzieher unserer Jugend. Es ist doch Tatsache, daß ein wesentlicher Teil des vermeidbaren Lärmes dnrch schlecht beaufsichtigte Kinder hervor- qerufen wird. Damit ist keineswegs gefordert, daß die Kleinen zu scheuen Duckmäusern erzogen werden; aber jedes Kind muß frühzeitig die Rücksicht üben lernen, die es später als Erwachsener auch einmal fordern wird unb fordern darf! Ein Larm- fpicl, dessen tragendes Moment nur bie Freude am Lärm ist, muß aus erzieherischen Gründen ebenso unterbunden werden, wie es von jebem kinderlieben Erwachsenen gern, ja freudig ertragen wird, wenn bie Kleinen bei munterem, sinnreichem Ge- meinschaftsspiel auch einmal allzu laut unb sroy- lich sinb. Denn Freude unb Lustigkeit stört mdjt, wohl aber sinnloses läppisches Lärmen als „Zweck an sich". Gerade jetzt, wo von jedem einzelnen von uns doppelte Leistung verlangt wird, danken mir es jedem, der unnötigen Lärm vermeidet! V. A. die Gestaltungskraft aus. Eine heroisch-pathetische Stimmung durchzieht den monumental sich entfaltenden ersten Sab beffr~ mottoartiger Eröffnung mit vollgriffigen Akkord« seine weitere Entwicklung mit mannigfacher thematischer Durchdringung gegenübersteht. Ein unrasttges Scherzo wird zur Brücke zu einem Adagio voll tiefster ergreifender Jnnenfchau, wie es wohl einmalig in der gesamten Sonatenliteratur dasteht. Der Versunkenheit aber folgt bie Tat; ihr gibt Beethoven in dem Finale stärkste Unmittelbarkeit in dem Widerstreit der Kräfte, in der Fuge. In grandioser Weise führt er hier die strenge gebundene Form in freier Verbreiterung und Vertiefung zu überwältigenden Ausdruck durch. Dr. Hermann Hering. in irgendeiner Funktion des bei Fliegeralarm erforderlichen Luftschuhdienst - Verkehrs stehen — z. V. ein Angehöriger des Sicherheit, unb Hilfsdienstes, der sich auf der Fahrt zu feiner Dienststelle befindet — die Fahrt fortfehen, sie dürfen also nicht zum hallen und Aufsuchen des nächsten Luftschuhraumes gezwungen werden. Alle diese Fahrzeuge dürfen aber auch bei Fliegeralarm nicht ohne Beleuchtung fahren, sondern sie müssen die vorschriftsmäßig abgeblendeten Lichter brennen haben, natürlich nur die kleinen Lichter, unter keinen Umständen, auch nicht beim Passieren von Straßenkreuzungen, Ecken ober bergt, bie großen Lampen einschalten, denn jeder weithin leuchtende Lichtschein muß vermieden werden. Auch Fußgänger, die sich bei Fliegeralarm im Hilfspolizeidienst, im Luftschutzdienst usw. unterwegs befinden, sind nicht anzuhalten, wenn sie auf dem Wege zu ihrer Dienststelle oder zur Erfüllung eines dienstlichen Auftrages an einem anderen Platze un- terwegs sind und sich ausweisen können. Es ist selbstverständlich, daß Verstöße und vor allem bewußte Mißbräuche dieser Verkehrs- und Beleuchtungsvorschriften bestraft werden. ■ Ser kommende Handballkonniag 4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) heraus! der Mann. Abschied.' Anita sagte etwas von beschränkter Zeit. ,^d) weiß und will nichts wissen. Ein gewisser mach mir keine Dummheiten!" „Was verstehst du unter Dummheiten?" . „Verlieb dich nicht!" „Wäre das eine Dummheit?" „Das stellt sich immer erst hinterher Tjüs, Anni." „Tjüs, Peter, guten Appetit!" befinden, wider. Selten vorläufige Entscheidung es einen Zwischenspurt, ein Schatten. Anni entschuldigte sich und lief chm nach. „Du, das ist ein stinkfeiner Kasten, in den dich dein alter Bekannter verschleppt hat. Ich gehe in eine kleine Quetsche am Strand und packe meine Stullen aus, sonst ist unsere Reisekasse pleite. Wir treffen uns — jetzt ist es neun Uhr — sagen wir in zwei Stunden?" „Ach, Peter, warum wollen wir uns so fest verabreden? Ich bin vor Abgang der Fähre am Zoll." Peters Gesicht zog sich in die Länge: „Du, Anni, „Was heißt Appetit! Wolfshunger ist ein Dimi- nutivchen dafür. Amüsiere dich gut!" Peter schwirrte mit seinem Proviant ab. „Jetzt weiß ich wenigstens, wie meine alte Bekannte heißt", sagte Erik Schmitterlöf lächelnd, als Anni zurückkam. „Uebrigens schön, daß Sie Urlaub bekommen haben. Ihr junger Begleiter, der wie ein Wirbelwind heraufgebrckust kam, hat mir in einem Satz mehr erzählt, als Sie in der langen Zeit unserer alten Bekanntschaft. Die Seeiungfrau wird zu einem Mädchen aus Fleisch und Blut mit einem üblichen Schicksal. Schade." „Was ist schade?" „Daß Sie noch diese Nacht mit dem jungen Mann nach Schweden fahren. Ich sagte Ihnen schon vorhin, heute findet ein großes Fest zu Ehren meiner Landsleute statt. In allen Hotels wird getanzt. Sehen Sie, schon werden die Lampions angezündet. Und da wollen Sie fort?" Anni schwieg. Sie wollte ja gar nicht fort; sie wäre gern in Saßnitz geblieben. Aber es war unmöglich. Erstens, wie sollte sie das Peter Renz beibringen, ohne ihn zu kränken; zweitens, wie würde das Schmitterlöf gegenüber aussehen, wenn sie seinetwegen ihre Reise nach Schweden aufgab? Sie fühlte, daß sie mehr für ihn empfand als einfache Sympathie. Wenn sie ehrlich war, so mußte sie sich zugeben, daß es ihr sehr schwerfallen würde, jetzt so wegzugehen, als ob nichts gewesen wäre. Bulgariens Fußball-Mannschaft für den Länderkampf mit Deutschland am kommenden Sonntag in München wird erst an Ort und Stelle ausgestellt. Folgende 14 Spieler werden die Reise antreten: Tor: Ananoff, Aldeff; Verteidiger: So- grafoff, Kitanoff, Radeff; Läufer: Petroff, Nedel- keff, Stambolieff; Stürmer: Milefi, Belopakoff, Nikoloff, Angeloff, Nikolieff und Eftimoff. kommen sollen. Meer, Dämmerung dieser Mann im Strandkorb. ,^Ich habe noch eine Bitte", sagte „Und die wäre?" „Trinken wir ein Glas Sekt zum der sich die Mannschaften hat man so lange auf eine warten müssen. Stets gab der stets eine gewisse Klä- Diesmal aber fehlt beides. Schwimmsportpionier Hans Luber ist im Alter von nur 4'8 Jahren in Berlin verschie- den. Er war einer unserer erfolgreichsten Wasserspringer vor dem Weltkrieg und belegte bei den Olympischen Spielen 1912 hinter Günther (Deutschland) den zweiten Platz im Kunstspringen. Das Wetzlarer Lokaltreffen ist vollkommen offen, und auch über den Ausgang des Krofdorfer Spieles läßt sich keine Voraussage treffen. Hier ist nurx festzustellen, daß sehr wahrscheinlich der zukünftige Tabellenführer der 1. Klasse ermittelt wird, weil beide Einheiten ganz zweifellos die stärksten Kräfte auf sich vereinigen. Lang-Göns ist im Augenblick zu stark, als daß ihm Großen-Linden gefährlich werden könnte. Lich muß sich daranhalten, wenn es die im Vor- spiel erlittene Niederlage wettmachen will. Well Klein-Linden im Vorspiel nicht antrat, muß es nunmehr auch den Rückkampf in Garbenteich bestreiten. Hoffentlich tritt die Mannschaft diesmal an! hohe Ehrung der Mannschaft des Tv. Hochelheim. Auf Grund des hervorragenden Einsatzes bei den letzten Meisterschaftsspielen der Bereichsklasse hat die Reichsführung des NSRL. 14 Spielern des Tv. Hochelheim das Leistungsabzeichen „1940" in Bronze verliehen. Im Auftrage der Bereichsfuh- rung wird Bezirksfachwart Luh in einer besonderen Feierstunde den Spielern die hohe Auszeichnung überreichen. Wir freuen uns, daß es auch wieder einmal einem Verein aus unserem Bezirk gelang, zu den Auserwählten zu gehören. Die Hochelheimer Handballer haben, darüber herr'cht wohl kein Zweifel, die außergewöhnliche Ehrung verdient, weil sie sich in einer Weise für unser Spiel eingesetzt haben, die als vorbildlich bezeichnet werden muß. Ortszeit für dxn 19. Oktober. Sonnenaufgang 7,.58 Uhr, Sonnenuntergang 18.21 Uhr. — Monduntergang 8.43 Uhr, Mondaufgang 20.13 Uhr. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Okt. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41 bis 42,5, c) 36,5 bis 37,5, Bullen a) 43,5 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, Kühe a) 43,5 bis 44,5, b) 39,5 bis 40,5, c) 33 bis 34,5, d) 22 bis 25, Färsen a) 44,5 bis 45,5, b) 41 bis 41,5, Kcllber (Sonderklasse) 65,bis 70, andere Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 45 bis 50, d) 35 bis 40, Hämmel b2) 48 bis 51, c) 36 bis 44, d) 16 bis 30, Schafe a) 41 bis 44, b) 33 bis 40, c) 22 bis 32, Schweine a) 58, bl) 58, b2) 57, c) 55, d) 52, e) 50, gl) 58. Marktverlauf: alles zugetellt. ** Kriegsauszeichnung. Der Leutnant in einem Infanterie-Regiment Albert B ö tz aus Gießen, Landgrafenstraße 4, der vor Amiens schwer verwundet wurde und sich gegenwärtig in einem Lazarett in der Heimat befindet, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Leutnant B ö tz war vor dem Kriege lange Zeit Unterbannführer und Gefolgschaftsführer 4/116 der Hitler-Jugend und Mitarbeiter der Kreisleitung Wetterau in Gießen. — Für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und zum Unteroffizier befördert wurde der Heinrich Hahn von hier, der als Scharführer dem SA.-Sturm 15/116 angehört. ** Biologische Lehrwanderung. Die Arbeitsgemeinschaften Biologie und Ernährung aus dem Walde des NSLB. veranstalten am kommenden Sonntag, 20. Oktober, eine biologische Lehrwanderung in die Wälder längs der Licher Straße unter der Führung von Professor Dr. F u n f. Gäste sind willkommen. Treffpunkt Bahnübergang an der Licher Straße (Kugelberg) um 9 Uhr. ** Verkehrssünder. Die Polizei schrill in der Zeit vom 4. bis 10. Oktober im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschl. des Polizeiamtes Bad-Nauheim-Friedberg, gegen Kraftfahrzeugführer mit 4 Anzeigen, 3 gebührenpflichtigen und 7 gebührenfreien Verwarnungen, gegen sonstige Fahrzeugführer mit 2 gebührenpflichtigen und 6 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Radfahrer mit 4 . Anzeigen, 13 gebührenpflichtigen und 5 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Fußgänger mit 4 gebührenpflichtigen und 8 gebührenfreien Verwarnungen ein. Erfolgreiche Heilkräutersammlung. ch Hungen, 17. Okt. Die von Lehrer Zocke! verwaltete Bezirkssammelstelle Hungen der Reichsarbellsgemeinschaft für Hellpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung (RfH.) konnte bis jetzt 18 3,15 Kilo getrockneter Heil- und T e e k r ä u t e r an die Hauptsammelstelle des Gaues Hessen-Nassau in Frankfurt a. M.-Höchst zum Versand bringen. Im einzelnen wurden abgeliefert: Kamille 39,6; Himbeerblätter 31; Schafgarbe 28,05; Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) 22,3; Brombeerblätter 22,1; Johanniskraut 12,9; Brennnesselblätter 5,25; Odermennigkraut 5,25; Erdbeerblätter 4; Huflattigblätter 2,5; Spitzwegerichblätter 2,3; Feldthymian 2,3; Birkenblätter 1,75; Pfefferminze 1,5; Lindenblüten 1,25 Maiblumenblätter 0,9; Taubnesselblüten 0,2 Kilo. Von den Schulen des Bezirks, die dieses vorläufige Gesamtergebnis aufgebracht haben, steht obenan die einklassige Schule Nonnenroth mit 42,75 Kilo Trockengut. Es folgen: Volksschule Hungen 40,60; Volksschule Obbornhofen 25,20; Volksschule Utphe 21,50; Volksschule Steinheim 20,60; Volksschule Rodheim 16; Volksschule Trais-Horloff 12,50; Volksschule Langd 4 Kilo. Landkreis Gießen = Lich, 18. Okt. Die Medaille für Volkspflege wurde verliehen dem Ortsgruppenamtsleiter der NSV., Hermann Walz, ferner Lehrer Karl Nickel und Karl Ludwig Eise. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Aennchen von Tharau". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Links der Isar, rechts der Spree". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zwischen Leben und Tod". Sladttheater Gießen. Am heutigen Freitag wird die erfolgreiche Operette „Aennchen von Tharau" wiederholt. Musikalische Leitung: Arthur Apelt. Spielleitung: Harry Grüneke. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. Chöre: Nadine Galla. 5. Freitag- Miete. M We K WM Um bie Kriegserinnerungsplakette. Klein-Linden — Hungen. Die Spiele um die Kriegs-Erinnerungsplakette gehen ihrem Ende entgegen. Die aussichtsreiche Elf von Heuchelheim hat durch Nichtantreten in Hungen vorzeitig aufgegeben, so daß nur noch Steinbach oder Hungen als Endsieger in Frage kommen. Gelingt es Hungen, in Klein-Linden einen Sieg her- auszuholen, dann dürfte diese Mannschaft die größten Aussichten haben, da Steinbach noch in Hungen anzutreten hat. Die Platzherren sind durch Abgang mehrerer Spieler geschwächt. Wenn auch der eigene Platz eine gewisse Rolle spielt, so glauben wir doch nicht, daß es ihnen gelingen wird, den Gästen den Sieg streittg zu machen. Fußball in Oaubringen. Daubringen L — Steinbach L Am kommenden Sonntag empfängt die I. Mannschaft von Daubringen die gleiche des Sportvereins Steinbach. Beide Mannschaften lieferten sich am Sonntag zuvor in Steinbach einen spannenden Kampf, der knapp von den Steinbachern gewonnen wurde. Am nächsten Sonntag wird die junge Elf von Daubringen versuchen, die im Vorspiel erlittene Niederlage auszugleichen. Man erwartet ein schönes Spiel, dessen Ausgang völlig offen ist. Steinbach ist der derzeitige Tabellenführer der 2. Klasse. Iugendfußball der Ep.-Dg. 1900. Am kommenden Sonntag herrscht auf dem Platze der Spielvereinigung 1900 Hochbetrieb. Alle Jugendmannschaften treten auf den Plan. Die 1. Jugend- mannschaft empfängt die 1. Iugendmannschast des T. ll SV. Gladenbach. Da über die Spielstarke Des Gegners nichts bekannt ist, ist eine Vorhersage schlecht zu treffen. — Die 2. Jugendmannschaft empfängt die gleiche des Tv. Heuchelheim und sollte einen knappen Sieg erringen können. — Die jüngsten empfangen die 1. Schüler des VfB.-Reichsbahn. Sie werden bestrebt sein, den im Vorspiel mll 2.0 Toren errungenen Sieg zu wiederholen. Rurse Sportnotizen. Iungbann-Mei st erschaffen im Fußball, Handball, Hockey und Geräteturnen wurden von der Reichsjugendführung für das Winterhalbjahr im Deutschen Jungvolk ausgeschrieben, um dem Leistungswillen der Pimpfe gerecht zu werden. 3000Kilometer £ie8e Roman von Olly Boeheim Der Kamps geht weiter! Das ist auch diesmal wieder die Parole der Handballer des Bezirks Gießen, die nunmehr schon seit Monaten erbitterte Kämpfe um die Führung in den einzelnen Staffeln der Meisterschaftsrunde austragen. Weil sich bis jetzt keine Überlegenheit einer Mannschaft herausschälen konnte, bleibt das Interesse unvermindert bestehen. Man kann im Gegenteil sagen, daß es durch die Ungewißheit noch gesteigert wird. Nicht zuletzt aber spiegeln sich in dieser Feststellung die gleichmäßige Verteilung der Kräfte und^die hervorragende Verfassung, in Vielleicht würde ich mich ganz gern mal fangen lassen? dachte Anita. Vielleicht hat das heute so und plötzlich Jemand wartet auf Sie, einer, der das Glück hatte, Sie früher kennengelernt zu haben." „Ach nein", meinte sie leichthin, das ist — nur ein guter Kamerad." „Aber er wartet —" „Ja, er wartet." Eine leise Musik klang aus der Halle. Anita legte den Kopf zurück und schloß die Augen. „Schön, was?" Antta nickte: „Wunderschön!"- Plötzlich knatterte und krachte etwas die Sttaße entlang. Antta sprang auf. „Mir scheint, das Feuerwerk geht los", rief Erik Schmitterlöf. „Sie müssen wissen, daß hier heute abend ein großes Fest stattfindet." „Ach ein", sagte Anni lächelnd. „Das ist kein Feuerwerk, das rft mein Freund Peter Renz mit Onkel Franz." „Ach, bitten Sie die Herren doch herauf." Antta neigte sich über die Brüstung: „Peter, komm rauf, ich —" sie stockte — „ich habe einen alten Bekannten getroffen." Peter Renz schob Onkel Franz unter eine Laterne, um Licht zu sparen und kam in drei Sätzen heraufgerast. „Anni, du bist ein Gemütsmensch", rief er lachend, „ich wollte gerade eine Rettungsexpedition ausrüsten und dich aus den Wellen fischen lassen — ach, Verzeihung — mein Name ist Peter Renz — Reklamemaler — im Begriff, die skandinavische Halbinsel mit modernen, geschmackvollen, unaufdringlichen und doch haftenden Reklamebildern zu versehen." „Erik Schmitterlöf. Sehr erfreut, bitte nehmen Sie Platz; aber wollen Sie Ihren Herrn Onkel nicht auch heraufbitten?" „Lieber nicht, Herr Schmitterlöf, ich habe ihn vorläufig unter die Laterne gestellt, wissen Sie, Steigungen fallen ihm an sich schon schwer, und die Treppe würde er bei seinem Asthma bestimmt nicht schaffen. Alten Herren geht leicht die Puste aus. Uebrigens muß ich Sie bitten, mich einen Augenblick zu entschuldigen, ich habe nämlich in der Seitentasche von Onkel Franz etwas vergessen." „Ach, Ihr Wagen heißt Onkel Franz", lachte Schmitterlöf. „Erraten", schrie Peter Renz und war fort wie sxeude strahlte, Lachen und Frohsinn. Neulich war es eine Volksgruppe, dann BDM., Schulkinder, Werkkapellen, Gesangvereine, heute eine KdF- Gruppe. Man bringt uns allwöchentlich Blumen, etwas zu lesen, Kuchen und andere leckere Sachen. Dankbar werden Unterhaltung und Gaben entgegengenommen. Und von noch etwas anderem will ich kurz er» iählen: Dor einiger Zett konnte von einem Wett- piel unserer jungen Aerzte gegen die Santtäts- oldaten und der großartig gelungenen Unterhaltung der Zuschauer berichtet werden. Hier kam es weniger auf das Können, als vielmehr auf den Willen, uns frohe Stunden zu bereiten, an. Daß dies richtig verstanden wurde, zeigte die anschließende Sammlung für das WHW. und deren namhafter Betrag von dankbaren Spendern, den Verwundeten. So sehen wir in diesem Kriege, wie sich mehr als je die Menschen näherkommen, gegenseitiger Einsatz, Volksgemeinschaft. Und wir werden glücklich sein, wenn wir, gesund entlassen, uns wieder für unser Volk einsetzen und in die Front der Kameraden einreihen können. K. S. „Mir scheint", sagte er dann mit komischem Ernst, „Sie brauchen sich nicht mehr sonderlich anzustren- gen. Ich bin schon völlig in Ihrem Bann." „Macyt Sie das so traurig?" fragte Anita spöttisch. Der Leutnant bemühte sich, verzweifelt auszusehen. „Sie sind gewiß nicht das erstemal in dieser Lage, Herr Leutnant, nicht wahr?" Anita machte ein wissendes Gesicht. ,Hhre vieljährigen Erfahrungen auf diesem Gebiet werden es Ihnen leicht machen, jeden Bann zu lösen." „Sie sprechen weise wie Neptun persönlich", erwiderte Erik Schmitterlöf, „aber das ist es ja eben: einer Meerjungfrau wie Ihnen bin ich nämlich noch nicht begegnet" Seine Augen blitzten sie an, und Anita wußte einen Augenblick lang nicht, ob er Scherz oder Ernst machte. „Es gibt nur Mittel, Ihren Zauber unschädlich zu machen, kleine Nixe", sagte Schmitterlöf listtg und sah Anita tief in die Augen. Das Mädchen zwang sich, den Blick auszuhalten und meinte harmlos: „Da bin ich aber gespannt!" „Ganz einfach, Sie müssen sich in mich verlieben." Seine Stimme hatte einen beschwörenden Ton. „Dann find Sie für immer an mich gefesselt und dürfen nicht mehr in Ihr Element zurück." Anita war ein ganz klein wenig rot geworden. Der Leutnant konnte es im Dunkeln bestimmt nicht sehen. Außerdem war ihre «Stimme ganz fest, als sie lachend sagte: „Den Gefallen werde ich Ihnen aber nicht tun, Herr Leutnant. So leicht fängt man Nixen nicht." rung im Gefolge hatte. Am Sonntag stehen sich gegenüber: deutsche Gleichwellennetz auf Welle 1330 Kiloherz = 225,6 Meter, das schlesische Gleichwellennetz auf Welle 1231 Kiloherz = 243,7 Meter und die Welle des Reichssenders Graz auf 886 Kiloherz -- 338,6 Meter hören können. Die Hörer im Westen und Süden des Reiches werden besonders darauf hingewiesen, daß infolge der neu getroffenen Anordnung diese bisher im Westen und Süden nicht hörbar gewesenen Sender in den meisten Teilen des Reiches gut empfangen werden können. Annahme Untersuchungen für die Waffen-^ und Schutzpolizei. Am kommenden Sonntag, 20. Oktober, um 8 Uhr, finden in Gießen, 83. ^-Standarte, und am Montag, 21. Oktober, um 14 Uhr, in Alsfeld, ^-Dienststelle, Lutherftraße, Annahme-Untersuchungen statt. Angenommen werden Freiwillige für: 1. ^-Verfüaungstruppen (einschließlich ßeibftanbarte ff „Adolf Hitler". Mindestgröße 170 cm. 2. ff-lotentopf ft anbarten: a) mit Dienstzettverpflichtung (12 Jahre, Lebensberuf: Polizei ober Wehrbauer), Minbestgröße: 168 cm mit 17 Jahren; b) ohne Dienstzeitverpflichtung (bevorzugt SA.-Männer unb Parteigenossen); 3. Schutzpolizei: Ungebiente Männer. Geeignete Bewerber können sich bei ber Annahme-Untersuchung als Freiwillige melben. Vereichsklasse: Garbenheim — Mto. Gießen Dornholzhausen — Hörnsheim Lützellinden — Katzensnrt Hochelheim — Kirch-Göns. z Garbenheim hat es nicht leicht, gegen die Gäste aus Gießen zu bestehen. Die Mannschaft hat sich recht gut eingeführt und trotz ihrer beiden Niederlagen bis jetzt recht ansprechende Leistungen gezeigt. Kommt es in Dornholzhausen zu dem erwarteten Großkampf oder wird eine der beiden Mannschaften schon vorher kapitulieren? Das ist die Frage, die im Vordergrund des Interesses steht. Vielleicht kann sich Hörnsheim behaupten, vielleicht aber muß es seine erste Niederlage hinnehmen. Eine Voraussage des Spieles in Lützellinden ist schwer. Beide Gegner haben Chancen, beide können darum auch den Sieger stellen. Die bessere Einheit wird Sieger bleiben. Spielt Hochelheim auch diesmal wieder in der Form des Vorsonntags, dann ist die heikle Angelegenheit geklärt. Denn es ist kaum anzunehmen, daß Kirch-Göns dann an das Können der Platzbesitzer heranreichen wird. Läßt die Mannschaft aber nach oder nimmt sie das Treffen zu leicht, wird die Ueberraschung keineswegs ausbleiben. 1. unb 2. Klasse: Wetzlar — Niedergirmes Krofdorf — (Brüningen Garbenheim — Nauborn Großen-Linden — Lang-Göns Lich — Beuern Garbenteich — Klein-Linden. Bilanzbuchhallerprüfung im Herbst 1940. Im Monat November wirb in Frankfurt a. M eine Bilanzbuchhalterprüfung durchgeführt. Arbeitskameraden, die die notwendigen Vorkenntnisse auf- weisen, können sich bei der Deutschen Arbeitsfront Kreiswaltung Wetterau, Abtc lang für Berufserziehung und Betriebsführung Gießen, nähere Auskunft holen. 4686D Schaffende sammeln - Schaffende geben! Die Deutsche Arbeitsfront sammelt am 19. und 20. Oktober für das 2. KriegswinterhUfswerk des deutschen Volkes. Jeder schaffende Deutsche wird es als seine Pflicht ansehen, an diesen Tagen nach besten Kräften sein Opfer zu geben. Das Opfer der Heimat hilft der feldgrauen Front zum Sieg, der die Freiheit unseres Volkes und seine sozialistische Lebensgestaltung sicherstellt. Wer will Offizier werden? «Schüler höherer oder dieser gleichzuachtenden Lehranstalten, die den Offiziersberuf anstreben und sich zur Zett in ber 7. Klasse befinben, können sich in ber Zeit vom 1. November 1940 bis 1. Juli 1941 bei dem für ihren Wohnsitz zuständigen Wehrbezirkskommando zur vorläufigen 'Annahme als Bewerber für die Offizierslaufbahn melden. Hierbei können Wünsche für eine bestimmte Waffengattung oder einen bestimmten Truppenteil vorgebracht werden. Ueber die endgültige Annahme und Zuweisung entscheidet das Heerespersonalamt auf Grund der Gesamtoffiziersersatzlage des Heeres im Laufe des September 1941. Voraussetzung für die Einstellung — voraussichtlich Oktober 1941 — ist der Besitz des Reifezeugnisses und die Vollendung des 17. Lebensjahres sowie die Verpflichtung zum Dienst in der Wehrmacht auf unbegrenzte Dienstzeit. Alle weiteren Einzelheiten enthalten Merkblätter, die bei den Wehrbezirkskommandos, Wehrmeldeämtern und Arbeitsämtern erhältlich sind. Runfrfunffrörer Achtung' Bei Beginn ber Dunkelheit ist ein Teil her deutschen Sender infolge der besonderen technischen Bedingungen, unter denen zur Zeit gesendet werden muß, schwer oder gar nicht in Deutschland zu empfanaen. Mit Sicherheit aber werden die deutschen Hörer bei Dunkelheit die Wette des Reichssenders Breslau 950 Kiloherz = 315,8 Meter, das nord- Aber das konnte sie ihm doch nicht zeigen. Wußte sie denn, ob er sie liebte? Der Kellner brachte den Champagner. „Kommen Sie, Fräulein Anni, wir wollen Sekt trinken; dann werden Sie wieder zur Nixe, die einen armen «Seemann verzaubert hat. Ich will nicht wissen, wohin Sie fahren, mit wem und maruftt Aber diese Nacht wollen wir tanzen!" „Ja, diese Nacht!" Die Hotelterrasse war noch leer. Leicht und schmeichlerisch klang die Musik herauf. Schmitterlöf faßte Anni um. Der Mond stand riesengroß über dem blassen Meer, ein gewaltiger Lampion, der sich sichtlich anftrengte, die menschliche Konkurrenz zu schlagen. Unten wurde es lebendig. Weiße Gestalten tauchten auf; die jungen Matrosen zogen in einem Fackelzug durch die Straßen. „Allein auf einer einsamen Insel tanzen wir beide", sagte Erik Schmitterlöf. „Aus einem einsamen «Stern", lächelte Anni. „Hoch über dem Meer —" „Und dicht unter dem Himmel — —" „Sie tanzen wie ein Traum —" „Mir ist auch, als ob ich träume —* „Mir auch, einen wunderschönen Traum! Wenn man träumt, darf man alles sagen, alles tun, nicht wahr?" „Ich weiß nicht!" „Doch, kleine Nixe. Es ist ja alles unwirklich. Du brauchst es nicht zu glauben, wenn ich sage, ich liebe dich —" „Wenn ich's aber glauben möchte —?" Das Cello fang mit dunkler Stimme eine verhaltene Melodie. Der Mann blieb stehen unb neigte sich über den roten Mäbchenmunb, ber ihm wie eine blaffe Blume aus bem Halbdunkel entgegen- blühte. Sie gab sich dem Kusse hin. Bald roirbe alles vorbei fein, wenn der Mond, dieser alte Magier, sein gelbes Gesicht ins Meer tauchte. -Tetzt wollten sie sich feinen dunklen Verzauberungen hingeben. «Sie stießen an. Gelb perlte der Sekt in bem fahlen Monblicht. „Auf biefe Nacht!" «Sie tranken die Gläser leer. Erik «Schmitterlöf füllte sie von neuem. Dann sagte er plötzlich: „Wollen wir hinuntergehen an den Strand?" „Ja." ,W (Fortsetzung folgt.)