WM" ' w 'M M Mittwoch. 18. September 1940 Gietzener Anzeiger t9v. Jahrgang Hr. 22t General-Anzeiger für Oberheffen Zchristtettung und SeschSftrsteUe: -letzen. Zchnlftratze 7-9 Drnd und Verlag: vrühlsche Unioer sttätrdruckerei B. Lange Lnnabme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr desBormittags Aruetgen-Preiie r Anzeigenteil 7 Rpf. je mm bei 22 mm Zeilenbrette, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel 8 Pladvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/° mehr Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat rmRildDieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 OhneJllusttierte . 1.80 Zustellgebühr... „ • -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschlutz 2251 Drahtanschrift-.„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks j M. Handel mit Afrika eng- Der Fast 24 Stunden Lustalarm in London Untief unter der Erde Zuflucht zu suchen. Sie losen einen Zwei-Pence-Fahrschein und begeben sich die Treppen hinunter mit Kissen und Butterbroten. manche auch mit Mattatzen. Hier finden sie einen Quadratmeter staubigen und schmutzigen Bahnsteigs, auf dem sie für die nächsten 10 bis 14 Stunden Schutz suchen. Die Mütter bringen ihre Kinder mit und legen sie auf die Decken, sitzen zusammen und reden, während die Männer Zeitungen lesen und Karten spielen. Wenn der Zugverkehr eingestellt ist, gibt es Platz auf dem ganzen Bahnsteig, und dann liegen die Menschenmassen eng aneinander und schlafen. Ich verbrachte lange Zett gestern abend in mehreren Untergrundbahnhöfen. Der Zug der Ventilatoren war unerträglich, und es strömte uns eine widerliche Luft entgegen, so daß man kaum atmen konnte. Die Züge rasselten vorbei und warfen ein kaltes elektrisches Licht über die Oer Reichsaußenminister nach Rom unterwegs. Berlin, 18. SepL (DBB. Aunkspruch.) achtet werden. Am Vormittag des 16. September beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe infolge der ungünstigen Wetterlage auf b e w a f f n e t e A u f k t ä r u n g. In ihrem Verlauf wurden mehrere Flugplätze in Süd- und Mittelengland fowie Hafen und Industrie- anlagen von Whitby wirksam mit Vomben ange- Gegen Mittag fetzten erneut V ergeltungs- angrlffe gegen London ein, die rollend und mit wachsender Stärke bis zum Morgen des 17. September andauerten. Hafen- und Dockanlagen sowie sonstige kriegswichtige Ziele wurden mit zahlreichen Bomben aller Kaliber belegt und an vielen Stellen neue Brände hervor- gcrufen. Nächtliche Bombenangriffe richteten sich auch gegen Liverpool. Drei feindliche Flugzeuge wurden im Luftkamp abgefchossen, eins am Boden zerstört. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. Der Feind unterließ gestern bei Tage und in der vergangenen Nacht jegliche Angriffsversuche auf deutsches Gebiet. bleichen Gesichter. r , London hat ein gefährliches Problem bekommen. Es ist unser größter Skandal, so schreibt „News Chronicle" und weist darauf hin, daß man bereits vor längerer Zeit mit Rücksicht auf die Gesundheit des Volkes tief unter der Stadt hätte Luftschutzkeller bauen müssen. Die ihrer Unterkünfte beraubte Bevölkerung der Jndustriebezirke Londons fordert mit beunruhigender Hartnäckigkeit von der Regierung, daß ihr Wohnräume in den Palästen und Villen des Westends, des Wohnbezirks der Plutokratie, zugewiesen würden, die größere Sicherheit bietende Wohnsitze auf dem Lande aufgesucht habe. — „Es ist unmöglich", so schreibt „Stockholms Tidningen", „daß die Luftkämpfe nicht ihre tiefen Spuren hinter sich ließen. Wer die notwendigen Mittel hat, schickt Frauund Kinder aufs Land. Als ich Montag vormittag das von den Damen der Gesellschaft besonders besuchte Kaufviertel im Westend sah, lag auch die größte und sonst belebteste Straße tot da." Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop hat sich heute vormittag zueinemkurzen Aufenthalt nach Rom begeben. der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere Küstenbatterien nahmen gestern erneut den Hafen von Dover unter Feuer. Auf mehreren britischen Handelsschiffen konnten Treffer beob- rung von Vichy hervorzurufen. Es handelt sich um ein britisches Wasserflugzeug, das die französischen Hoheitsgewässer in der Nähe von C a s a b lanc a überflog. Es wurde von einem französischen Jagdflugzeug festgestellt, das einen Uebungsflug über der Stadt durchführte. Das englische Flugzeug hat das Feuer auf die französische Jagdmaschine eröffnet, das auf die englische Maschine zuflog. Bei dem snh darauf entwickelnden Luftgefecht wurde das englische Flugzeug getroffen und st ü r z t e b r e n n e n d t n s Meer. Die französischen Marinebehörden haben ein Boot an die Absturzstelle gesandt, das drei tische Fliegeroffizieve aufnehmen konnte. Der Wehrmachtsbericht vom Dienstag. Berlin, 17. Sept. (DNV.) Das Oberkommando Die Erfolge der verbündeten Italiener auf afrikanischem Boden lenken in stärkerem Maße die Aufmerksamkeit auch der deutschen Oeffentlichkett auf jene afrikanischen Kolonien, die dem in e t et) unter fadenscheiniger Begründung entrissen worden sind. Man erinnert sich in Deutschland sehr wohl der großen kulturellen Leistungen, die von deutschen Forschern, Wissenschaftlern und Wirt- chaftlern auf afrikanischem Boden vollbracht worden sind. Niemals haben die Beziehungen vollkommen aufgehört, auch nicht unter dem Mandatsystem, das eine niederträchtige Verhöhnung des deutschen Volkes darstellte. Daß dem so ist, verdanken wir vor allen Dingen den deutschen Kaufleuten, die sich unter oft schwierigen Verhältnissen bemüht haben, den afrikanischen Markt zurückzuerobern. Afrika hat mit seinen 30 Millionen Quadratkilo- Metern nur etwa 150 Mill. Einwohner, darunter 2,5 Millionen Weiße. Die Engländer beherrschen den größten Prozentsatz der Bevölkerung, die Franzosen den jeweils größten Teil der Landslache. Nach ihnen besitzen noch Portugiesen, Belgier, Jta- liener und Spanier beträchtliche Kolonialreiche m Afrika. Die deutschen Kolonien Togo, Kamerun, Deutschostafrika und Südwestafrika mit einem Flachenraum von rund 2,5 Mill. Quadratkilometern und etwa 12 Millionen Einwohnern haben sich unter dem Deckmantel der Mandate im wesentlichen Engländer und Franzosen geteilt. Das gesamte afrikanische Gebiet steht unter europäischer Vorherrschaft einschließlich der drei nominell unabhängigen Staaten Aegypten, Liberia und Südafrikanische Union. Dies sind die äußeren Merkmale des afrrkam- schen Kontinents, die bei der Abwicklung von Handelsgeschäften mit diesem Erdteil, der in der Nordsüdachse die natürliche geographische und wirtschaft- liehe Ergänzung Europas darstellt, berücksichtigt werden müssen. Deutschland hat Mit all diesen Ländern bis in die letzte Vorkriegszeit der Jahre 1938/1939 einen mehr oder weniger lebhaften Handelsaustausch bettieben. Das Reich hat aber v l e I mehr Waren aus den afrikanischen Gebieten bezogen als es dort hingeliefert hat. Dies war im wesentlichen eine Folge der überhöhten Einfuhrzölle, die besonders von den Mandatsverwaltungen erhoben wurden, um den deutschen Handel zu schädigen oder unmöglich zu machen. Lediglich nach der Südafrika ni° chen Union konnte das Reich noch im Jahre 1938 für 82 Mill. Reichsmark Waren exportieren, darunter u. a. Papier, Markenartikel, Kraftwagen ufw. Eingeführt wurden in diesem Jahr aus der Union u. a. Wolle, Walöl, Manganerz und Kupfer im Gesamtwerte von 76 Mill. Reichsmark. Aus Deutschostafrika hat Deutschland im gleichen Jahre für rund 85 Mill. RM. Waren bezogen. »Stockholm, 18. Sept. (Europapreß^) London hat am Montag s e ch s A l a r m e erlebt. Der sechste Alarm endete erst in den frühen Morgenstunden des Dienstags und dauerte insgesamt zehn Stunden. Dieser bisher längste Alarm in London wurde allerdings um drei Uhr für mehrere Minuten unterbrochen, dann jedoch wieder gegeben, well neue Wellen deutscher Maschinen sich der Hauptstadt näherten. Damit hat die Bevölkerung von Groß- London die Zeit von Montagmorgen acht Uhr bis Dienstagmorgen sechs Uhr f a st ununt er b oi$ e 1n im Luftschutzkeller zugebracht. „Stockholms Tidningen" bestätigt diese Tatsache w emem Londoner Telegramm mit den Worten: „Wahrend des Montags herrschte der Luftalarm in London fast den ganzen Tag über. Dor dem Mittagessen hatte man drei Alarme, und am Nachmittag war der Alarmzustand ununterbrochen." Die Angriffe in der Nacht zum Dienstag müssen überaus heftig und erfolgreich gewesen em. Der englische Nachrichtendienst erklärt, die deutschen Angreifer hätten versucht, sich die Wetterverhaltnisse dienstbar zu machen. Es wird bestätigt, daß zahlreiche Bomben überderCity, dem W e st en d und anderen militärisch wichtigen Zielen der Vororte abqeworfen worden sind. Brande entstanden, und die Zahl der eingestürzten Hauser ist beträchtlich Auch die übrigen Teile Englands sind wiederum angegriffen worden. An erster Stelle stehen dabei d i e m i t t e l e n g l i s ch e n G r a f s ch a f t e n D e r englische Nachrichtendienst erklärt, in diesen Graf- fdurften habe eine Stadt, deren Name nicht genannt wird besonders heftig gelitten, da überaus , viele Bomben abgeworjen worden feien. Das Londoner Luftfahrministerium veröffentlichte Dienstag morgen ein Kommunique über die deutschen Angriffe in der vergangenen Nacht. Es wird darin mitgeteilt, daß die Angriffe bei Beginn der Dämmerung einsetzten und abgesehen von "** don, welches den Hauptangriff mitbekam, auch zahlreiche andere Teile des Landes erfaßten. Wie m den vorherigen Nächten, so sei London auch dieses Mal von kleinen Gruppen deutscher Maschinen in verschiedenen Wellen angegriffen worden. Diese Angriffe hörten für eine Stunde Dienstagmorgen aufr heißt es weiter, um dann später in kleinerem Umfanae fortgesetzt zu werden. Bomben wurden in verschiedenen Teilen Londons und seinen Vorstädten abgeworfen. Es entstanden Brände, die jedoch gelöscht bzw. begrenzt werden konnten. Wohnhäuser und eine Anzahl Bürohäuser sind vernichtet worden. Wie der Londoner Rundfunk dazu ergänzend mittellt, sind Bomben in London auf bekannten Straßen und Plätzen niedergegangen. Feuerwehrleute, die mit der Löschung von Bränden beschäftigt waren, seien art verschiedenen Stellen getötet worden. Die meisten in London tätigen Auslandsiourna- listen gewöhnen sich langsam daran, die Nächte in den Luftschutzkellern des Jnformationsministeriums zu verbringen. Wer abends gegen acht Uhr kommt, um sich englische Meldungen über militärische und politische Vorgänge abzuholen, wird oft von den allabendlich einsetzenden Luftalarmen überrascht und muß dann, wie es in der Nacht zum Dienstag der Fall war, zehn Stunden lang im Jnforma- tionsministerium auf die Entwarnung warten. Während des Montags waren nur vier Stunden Schlacht im Wüstensand der Sahara. Rom, 17. SepL (DNV.) Der italienische Wehr-1 formuliert wurde. Internationale Kreise in Stock- mnchlsberichl ootn Dienstag hat folgenden Wortlaut: Holm glauben vielmehr an ber ® nt fe nbui g «eftern sanden in der Gegend non 5 i b i e l B a - » • r u ^'ch'^eer rani heftige Kämpfe zwischen unseren> vor- & tönnen, bafe E^nd ber ägyptischen rückenden Truppen und englischen Panzer- Kriegsbereitschaft nicht sicher ist und selbst in einer formationen stall. Die Schlachtgehtinmitten F^unde der größten Bedrohung des Jnselreiches non Sandwolken weiter, die der heiße Verstärkungen siir das Mittelmeer ftei machen muß. Ghibli-Wlnd der Sahara auswirbelt. 3n den ‘ttiiawilfl feindlichen Linien sind gewisse Krisen- ENgMweS Flugzeug s y m p t o m e zu beobachten. u&er Franzoßsch-Marokko abgeschoffen. Das KMeverhäws aus dem äMMen KrieaMauvla- Rom 18. Sept. (Europapreß.) Zu dem Kampf auf ägyptischem Boden stellt Gayda im ."^rnale d'Jtalia" fest, daß die gewaltigen rtaliemschen Unternehmungen auf ebenso großen eng Ns chen Widerstand stoßen. Gayda weist zahlenmäßig nach, wie stark England seine mlltta- rllchen Kräfte in Aegyptenn gemacht habe, und kommt zu dem Ergebnis, daß es sich auf englischer Seite um 230 000 Mann handele, die mit allem , notwendigen Material aufs beste ausgerüstet settm England habe stets Aegypten als Kernstück aller Angriffe bettachtet, die gegen Italien, gegen Libyen und die italienischen Stellungen am Roten Meer gerichtet werden sollten. Dann erinnert Gayda darau, daß der mißglückte englische Angriff auf die Cyrenaika, der erste An- , griff gegen Italien im Juni 1940, von agyptr- , m Gebiet aus versucht worden sei. Es sei . einfach grotesk, wenn nun die englische Propaganda ver uche die italienische Unternehmung a - eine Be- drobuna der Freiheit Aegyptens hinzustellen. 3ta« Uen Lmpfe gegen die Engländer allein auf dem Gebiet, das sie s ich s e l b e r ge w a h lt,hattem Der Krieg müsse daher als e l n a g y P t i s cher Befreiungskrieg erscheinen. Es werde allem von der Gattung der Aegypter abhanden ob der Krieg diesen Charakter annehmen tonne, welcher Die italienische Bevölkerung beseele. Köm« Samt will keinen Kne«. Stockholm, 17. Sept. (Europapreß.) -Aus Kairo liegen Mitteilungen vor, aus denen g' geht daß die in den letzten Tagen von englischer Seite unternommenen Versuche, Aegypten z einer Kriegserklärung a n I t a t i e n z u veranlassen, bisher nicht e r f o l g r e ich ge- eine"/ Aufruf" gesand^und sie erhärt worden Aegypten werde in den Krieg em X ’Ätien wÄ bÄ-Xe non Sollnm ist das gelten o^ne MI bte agw- ung Kir ben jne^nintt Äe8ue5lu%ugeJDif,e Echtere und schwerere Bomben- in London „warnfrei". Diese Zeit ist von der armen Bevölkerung des Eastends benutzt worden, um die Völkerwanderung zum Westend anzutteten, wo man Schutz in den Untergrundbahnhöfen und Kellern der Vornehmen zu finden hofft. Der Londoner Korrespondent von „Stockholms Tidningen" schildert, welch tolle Zustände auf den Londoner U-Bahnhöfen herrschen, die von einem Teil der Bevölkerung mangels besserer Unterkünfte als Luftschutzräume benutzt werden. Er schreibt: „Ich befand mich in einer Untergrundbahnstation, zu der man auf 239Treppenstufenhinabsteigen muß, weil die Fahrstuhle während des Alarms nicht arbeiten. Bereits auf dem halben Wege stolperte ich beinahe auf der Wendeltreppe über einen Mann und seine Frau, die beide aufderTreppelagen, eine Decke über sich geworfen; sie schliefen. Und unter ihnen lagen nicht nur Menschen auf den Treppenabsätzen, sondern auch auf fast jeder Stufe und in Gruppen entlang den Gängen und auf den Bahnsteigen; eine Gruppe nach der anderen, so daß man kaum die Füße auf die Erde bringen konnte. Hunderte von Menschen liegen jeden Abend während des Luftschutzalarms in jeder Untergrundbahnstatlon. Schon am Nachmittag finden sich die ersten Fann- lien ein, die obdachlos geworden sind oder Furcht vor dem haben, was die Dunkelheit bringen mag. Der Selbsterhaltungstrieb veranlaßt sie, schon vor Sonnenuntergang mit ihren Kindern " ‘ Zuflucht zu suchen. Sie lösen Erschein und begeben sich die schon von den alten Römern atu Agenzia Stefani schreibt, mit ... _ Sollum habe nicht nur der erste glänzende Teil der Offensive an der ägyptischen Front seinen Abschluß gefunden, sondern gleichzeitig damit habe die zweite Phase des vom Oberkommando vorgesehenen Angriffes ihren Anfang genommen. Der Feind habe niemals einen derart kühnen Angriff erwartet, weil er sich nicht nur auf feine eigenen Truppen und eigenen Kampfmittel verließ, sondern vor allen Dingen als seinen Hauptverbunoe- ten die naturgegebenen Schw i e r i g k e i - ien betrachtete. Den Abstieg von den steilen Hangen des Gebirges mit nur einem einzigen straßen- ühnlichen Weg und das felsige Gelände glaubte er als ein unüberwindliches Hi ndern i s an« sehen zu können. Statt dessen hätten sich die italie- griffen. Nischen Truppen geradezu von oben herunter a u f d e n G e g n e r g e st ü r z t und die Trikolore hissen können. Noch während der starken feindlichen Verteidigung hätten die italienischen Pioniertruppen die Arbeit ausgenommen, um die bisher wenig brauchbaren Straßen auszudauen, . um auf diese Weise den Nachschub . zu sichern. Während dieser Aktionen habe der Feind verschiedene Gegenangriffe mit Panzerwagens und Tanks versucht. Bei diesem Versuch verlor der Feind eine ganze Reihe von Panzerwagen, während die zuruckflutenden Truppen weiter verfolgt und immer wieder ^geschlagen wurden „Unsere vollkommen ausgebildete Maschine , so schließt der Stefani-Berichterstatter, „ist nunmehr m e th o- disch im Marsch auf die verschiedenen gestellten Ziele nach Osten. Neue bedeutende sttategische feindliche Stellungen sind in der Tat bereits erreicht und erobert" * J © e n f, 17. Sept. (DNB.) Ein englisches Flugzeug, Das im italienischen Wehrmachtsbericht genannte bQ5 mehrere Stunden über Französisch-Marokko Sidi el Barani bildet in 90 Kilometer Ent- freu,fe< wurde von einem französischen fernung 'von der Grenze der Cyrenaika ^"Rlug'aeug zum 21 b ft u r 3 gebracht. Man zweiten englischen Stützp unk t an der üermutet ba^ t>a5 englische Flugzeug Flugzettel abägyptischen Küste, dessen strategische Bedeutung sich warf, um Aufstandsbewegungen gegen die Regie- schön daraus ergibt, daß die zweite englische Berteidigungslinie von hier nach Süden __ _ . ___ Sanktionskrieges gegen Italien m i l i kö uÄ Bergeliungsangriffe gegen lonoon ausgebaut und mit großen Depots und mit ei- _ . ZÖL. *2. C. nein Flughafen ausgestattet, dessen Besetzung die ftltT AlPti OPF l Flugstrecke nach Alexandria auf 350 Kilometer und Hill IVUWf fVIIVIkI V/U/Wl !*'♦ nach dem Suezkanal auf 600 Kilometer verkürzen ~ wird. Sidi el Barani ist ferner der Ausgangspunkt Bombenangriffe gegen Liverpool. — Jtl Süd- UN0 MtteI-tzNgiaN0 b»M)reS^r^n»i^^^geVgt morbsn "Lt Flugplätze, Hafen- utiö Industrieanlagen angegriffen. - Oer Hafen von Dover und ist von Marfo Matruk, dem Haupfftu^ erneut beschoffSN. punkt der dritten englischen Verteidigungslinie, noch' 140 Kilometer entfernt. Schließlich befinden sich m der Umgebung von Sidi el Barani zwölf Brunnen mit vorzüglichem Wasser, deren Zisternen gelegt worden sind. Der Einnahme von darunter vor allen Dingen Sisalhanf, Gerbhölzer, Kaffee uni> Oelftüchte, aber dahin nur für 4,7 Mill. RM. ausgeführt. In einem ähnlichen Mißverhältnis stehen die entsprechenden Zahlen für die übrigen Schutzgebiete, was auf die vorher angeführten Gründe zurückzuführen ist. Aus Südwestafrika hat das Reich für 10 Mill. RM. Waren erhalten, hauptsächlich Karakulfelle und Kupfer; die Ausfuhr dorthin hatte aber nur einen Wert von 3,3 Mill. RM. Kamerun hat sich zum bedeutendsten deutschen Bananenlieferanten entwickelt, daneben erhielten wir von dorther Oelftüchte, Kakao und Edelhölzer, insgesamt Waren im Werte von 13,5 Mill. RM. Ausgeführt wurden nach Kamerun 1938 deutsche Produkte im Betrage von 2,5 Mill. RM, Schon aus dieser kurzen Uebersicht kann man erkennen, daß die deutschen Kolonien sehr wohl in der Lage sind, unsere Wirtschaft mit einer ganzen Reihe wertvoller Rohprodukte zu versehen. Lebhaft war der Handel deutscher Kaufleute auch mit dem britischen Nigeria, das uns 1939 für 30 Mill. RM. geliefert hat, darunter Nutzhölzer und Kakao. Die deutsche Ausfuhr nach Nigeria hatte einen Wert von 6,5 Mill. RM. Besonders lebhafte Handelsbeziehungen bestanden noch mit Aegypten, Marokko, der westafrikanischen Gold- tüste und weniger umfangreiche mit dem belgischen Kongo, den portugiesischen Besitzungen Angola und Mozambique sowie den übrigen Gebieten. Die Handelsftattstik des Jahres 1938 und das Warenregister, das darin aufgeführt ist, zeigen sehr deutlich die Erweiterungsmöglichkeit auf, die für den deutsch-afrikanischen Austauschhandel besteht. Jeder in Deutschland, der in diesem volkswirtschaftlichen Sektor zu arbeiten hat, ist überzeugt davon, daß über kurz oder lang nach siegreicher Beendigung des Krieges wieder ein lebhafter Handelsverkehr eingeleitet wird, der der deutschen Volkswirtschaft viele Produkte zuführen wird, die wir gut gebrauchen können. „Das Leben in London beginnt abzusterben." Madrid, 18. Sept. (Europapreß.) Nach einem Bericht des Londoner Korrespondenten von „ABC", Luis Calvo, beginnt das Leben im Zentrum der britischen Hauptstadt abzusterben. Niemand kann mehr schlafen. Die Börse ist seit Donnerstag geschlossen. Die City arbeitet nicht mehr. Hunderte und Tausende von Menschen ziehen spätestens jeden Abend um sieben Uhr mit Decken, Kissen und Unterbetten in die Luftschutzräume, um dort die Nacht zu verbringen. Auch während des Tages befindet sich ein großer Teil der Londoner Bevölkerung in ihren unterirdischen Schlupfwinkeln, weil ein Alarm den anderen a b l ö st. Man fragt fick, welches Bild der Krieg bieten wird, wenn erst die Nebel über London liegen, und ist davon überzeugt, daß die deutschen Bomben dann noch verheerender wirken werden. Gewaltiger Sturm treibt die Feuersbrünste weiter. ir e u y o r k, 18. September. (DNB.-Funkspruch.) New Vork Herold Tribüne meldet aus London, während die deutsche Luftwaffe ihre Angriffe fortsehe, habe ein gewaltiger Sturm die Feuersbrünste weiter angefacht. In Ostlondon wüteten auch weiterhin große Brände. Die england- freundliche New Bork Times schreibt, die Engländer fürchteten, daß durch die Verteidigung Londons die Verteidigung anderer wichtiger Landesteile zu fehr geschwächt werde. Deutschland habe England zur Defensive gezwungen. Churchills Kriegskabinett ryisse ganz genau, daß die grausame Wirklichkeit des Krieges nicht durch noch so viele optimistische Berichte der englischen Presse verdeckt werden könne. Ein Londoner Sender vernichtet? Stockholm, 17. Sept. (Europapreß.) Ständige Hörer der englischen Rundfunksendungen in Stockholm glauben festgestellt zu haben, daß einer der größten Londoner Sender Montag abend durch zwei Bombeneinschläge vernichtet worden ist. Di-? Einschläge konnten deutlich vernommen werden, und zwar während einer französischen Sendung der BBC. Die Hörer sind selbst auf diese Vermutung gekommen, ohne allerdings eine amtliche Bestätigung aus London zu haben. Daß mehrere Sender in der Nacht zum Dienstag vernichtet wurden, so sagt man, gehe aus einer Entschuldigung des Londoner Rundfunksprechers am Dienstagmorgen hervor. Serano Suner und General Teruzzt vom Führer empfangen. MW« - i Spaniens Innenminister beim Führer. — (Prefse-Hoffmann-M.) Oie nackte Wirklichkeit. Rollend und mit wachsender Stärke sind die Vergeltungsangriffe der deutschen Luftwaffe auf das Herz des britischen Weltreiches niedergefahren. Zehn Tage nun dauert dieser Ansturm, der täglich breitere Lücken reißt in das Verteidimingssystem Londons. Oft ist es nur eine knappe Stunde, die den einen Lustalarm vom nächsten scheidet. Handel und Wandel der Riesenstadt geraten mehr und mehr in Verwirrung. Die Menschen finden keinen Schlaf mehr, und die Arbeit ruht. Als in der Nacht zum Montag die deutschen Schläge wieder mit unbarmherziger Wucht auf die Themsestadt herabgesaust waren. Da wußte Churchill sich keinen anderen Rat mehr, als durch eine groteske Lüae die Well abzulenken von dem, was wirklich geschehen war. Er erfand die „Siegesmeldung" mit den 18 5 A b f chüss e n deutscher Flieger. Es war ein so ungewöhnlicher „Erfolg", daß die Welt auch sofort ungewöhnliche Dinge vermutete, die er verbergen wollte. Man hatte sich nicht getäuscht! Mag die Londoner Zensur auch einen dichten Schleier ausbreiten über das, was die deutschen Fliegerbomben in London tatsächlich zerstört haben, einiges dringt selbst durch den Londoner Lügennebel! So meldet „United Preß" aus Newyork, was ein neutraler Beobachter über die Zustände in London nach zehntägiger Luftschlacht zu berichten weiß: Insgesamt seien etwa 2 0 0 0 Gebäude allerArt zerstört, 3000 Gebäude schwer und 10pOO Gebäude leicht beschädigt. Jeder Stadtteil sei heimgesucht. Am schwersten betroffen seien die Hasenanlaben sowie das in der Hafennähe gelegene Geschäftsviertel. Eisenbahn-, Untergrund- und Omnibusverkehr seien gestört. Die Elektrizität^- und Gaszufuhr sei zeitweise unterbrochen. Das Leben jedes einzelnen der Acht-Millionenstadt sei in Mitleidenschaft gezogen, teils durch Verlust der zerstörten Arbellsstelle, zu mindest durch Mangel an Schlaf. Das klingt ganz anders als die Churchillschen „Informationen" von „einigen Schäden", „einigen Zerstörungen" oder „einer Anzahl Bränden". — Wenn er sich schon einmal zu einem Satze versteigt, wie „Es wurde beträchtlicher Schaden verursacht, und es gab eine Anzahl Opfer" — dann haben die tatsächlichen Auswirkungen besttmmt das gleiche Ausmaß gehabt, wie in der Meldung der „United Preß". Das Weiße Haus teilte mit, daß über vierhunderttausend Männer zur Zeit in USA. ralleutnant Seistert, empfangen. Dor dem Mal hatte eine Ehrenkompanie des Wachregiments „Groß- deutschland" Aufstellung genommen. Innenminister Serano Suner stattete auch dem Reichsnvnister des Innern Dr. Frick einen Besuch ab. Im Anschluß daran hatte Dr. Frick den spanischen Innenminister und seine Begleitung zu einem Empfang eingeladen, an dem auch der spanische Botschafter General Espinosa de los Monteros, der Reichsführer ff, die Reichsleiter Dr. Ley, Rosenberg, Dr. Dietrich, Reichsarbeitsführer Hier! sowie Staatsminister Dr. Meißner, Staatssekretär von Weizsäcker, Botschafter von Stohrer und Reichsjugendführer Axmann teilnahmen. Das Reichsministerium des Innern war durch die Staatssekretäre Dr. Stuckart und Dr. Conti sowie durch General Daluege und Gruppenführer Heydrich ver- tteten. Zu Ehren des italienischen Kolonialministers T e - r u z z i gab der Reichsleiter General Ritter von Epp einen Empfang im Hotel Kaiserhof, an dem Reichsminister Dr. Lammers, Reichsminister Dr.Todt, Reichsleiter Bouhler, der italienische Geschäftsträger und der General Somma, Staatssekretär Gauleiter Bohle und Polizeipräsident Graf Helldorf teilnahmen. Im Anschluß an den Empfang wurden die historischen Stätten von Potsdam besichtigt. Minister Teruzzi verließ am Dienstagabend Berlin, um der Stadt der Reichsparteitage einen Besuch abzustatten. Von Nürnberg aus wird General Teruzzi die Rückfahrt nach Rom antreten. Tschungking erneut bombardiert. Stockholm, 17. Sept. (Europapreß.) Tschung- king, die Hauptstadt der Regierung Tschiangkaischek, fft am Montag viermal japanischen Luft- a n g r t f f e n unterworfen worden. In vier Stun- Berlin, 17. Sept. (DNB.) Der Führer empfing heute vormittag in der Neuen Reichskanzlei den spanischen Innenminister Serrano Suner in Gegenwart des Reichsministers des Auswär- tigen, v. Ribbenttop, zu einer längeren Aussvrache. Eine Abteilung der -Leibstandarte erwies bei der An- und Abfahrt die militärischen Ehrenbezeigungen. Vor dem Ehrenmal war am Dienstagvor- mittag eine Ehrenkompanie des Wachregiments aufmarschiert. Ferner hatte eine Gruppe der spanischen Kolonie Aufstellung genommen. Kurz vor 11 Uhr erschien Innenminister Suner in Begleitung des spanischen Botschafters General Espinosa d e tos Monteros und begab sich in das Ehrenmal, um einen großen Lorbeerkranz niederzulegen, der in spanischer Sprache die Inschrift trug: „Den deutschen Helden die spanischen Kameraden." Der Minister verweilte einige Minuten stillen Gedenkens in der Halle und nahm dann den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie ab. Ueberoll, wo sich Spaniens Innenminister zeigte, schlägt chm die Sympathie des deutschen Volkes entgegen. Der Führer empfing am Dienstag in der Neuen Reichskanzlei auch den als Gast des Reichs- statthalters General Ritter von Epp in Deutschland zu Besuch weilenden Königlich-Italienischen Kolonialminister General Teruzzi. Bei der An- und Abfahrt erwies eine Abteilung der -Leibstand arte militärische Ehrenbezeigungen. Vorher hatte der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbenttop den italienischen Kolonialminstter im Auswärtigen Amt empfangen. Der Minister legte ebenfalls am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Der Minister, in dessen Begleitung sich der italienische Attache General Marras sowie Reichsstatthalter Ritter von Epp befanden, wurde vor dem Ehrenmal vom Kommandanten von Berlin, Gene- den soll — wie der englische Nachrichtendienst meldet — ein Luftalarm dem anderen gefolgt fein; eine große Anzahl Bomben sei abgeworfen worden. Die Japaner hätten sich einer neuen Taktik bedient, indem sie keine Massenangriffe unternommen hätten, sondern zu Angriffen einzelner Formationen übergegangen seien. Oas Wehrgesetz von Noosevelt unterzeichnet. Washington, 17. September. (Europapreß.) Präsident Roosevelt hat am Montagnachmittag das Wehrgesetz unterzeichnet. Gleichzeittg veröffentlichte der Präsident einen Aufruf an die Wehrpflichtigen und erließ die Ausführungs- Bestimmungen für 16,5 Mill. Männer zwischen 21 und 35 Jahren, die von dem Gesetz bettoffen werden. Zu gleicher Zeit wurden m 26 Staaten 26 500 Männer zur Nationalgarde eingezogen, wo sie in einer halbjährigen Hebung „mit der modernen Kriegführung vertraut gemacht" roerben sollen, wie es wörtlich heißt. Die Zeitungen der USA. sind deshalb mit Rekrutierungsberichten angefüllt. Die Ausführungs-Bestimmungen setzen den 16. Oktober als Registrationstag fest. Die Aushebung der ersten 75 000 Mann zur einjährigen Ausbildung erfolgt vier Wochen nach der Registrierung. In Kontingenten von je 100 000 bis 125 000 Mann werden dann die übrigen Wehrpflichtigen des ersten Jahrgangs nacheinander eingezogen werden, bis im Frühjahr 1941 die ganzen 900 000 Männer des ersten Jcchrgangs erfaßt sind. Gießener Gtadttheater. Christian Siemens: „Sieger." Unser Stadttheater beginnt seine Spielzell im zweiten Kriegsjahr unter neuer Leitung und mit einem zu einem Teil neubesetzten Ensemble. Darin liegt eine zwiefache Verpflichtung. Die Arbeitsgemeinschaft des Theaters wird sie im entschiedenen Willen zu kompromißloser Leistung sehen, und für die große und zuverlässige Gießener Theatergemeinde liegt diese Verpflichtung in dem Vertrauen, das sie der neuen Leitung ihres Theaters entgegenbringt. Sie kennt die vielerlei Schwierigkeiten einer kleinen Bühne, aber sie weiß auch, was eine zielbewußte Hand und sicheres künstlerisches Empfinden aus ihr hcrauszuholen vermögen. Sie wird niemals mit alschen Maßstäben messen und keiner echten Leitung Anerkennung und Dankbarkeit versagen. Da- ür war der gestrige Abend, der zur festlichen Eröffnungsaufführung ein volles Haus aufgeschlossen und ergriffen mitgehen sah, ein verheißungsvoller Auftakt. * Intendant Klein hatte für diesen Abend eine dramatische Ballade gewählt, die aus dem historischen Gewände der ausgehenden Hohenstaufenzeit uns Menschen einer kämpferischen Gegenwart in einer Weise anspricht, die wir verstehen. Die Treue, die kein Wenn und kein Aber kennt, die Treue, die alle Zweifel niederringt, alle Prüfungen besteht, der nichts anderes gilt als bedingungslose Hingabe und die kein anderes Lebensziel anerkennt als Bewährung, wann hätte je ein Volk in seinen Söhnen stolzere Beweise einer solchen Treue gegeben als das deutsche in den Jahren der Erhebung und des Schicksalskampfes um die ewigen Rechte der deutschen Nation? Christian Siemens beschwört die Lichtgestalt König E n z i o s, um an dessen Geschick im Kerker von Bologna zu ^zeigen, wessen wahre Treue fähig ist. Enzio, ein Sohn Friedrichs II. und einer deutschen Adligen, soll mit feinen lang herabwal- lenden goldblonden Locken und seiner geschmeidigen Gestalt das Jugendbild seines kaiserlichen Vaters erneuert haben, über alle Maßen kühn und beherzt, für alles Geistige empfänglich und dazu ein Dichter, aus dessen Kantilenen Lebensfreude und -fülle klang, selbst als der Sänger im Kerker sein Leben vertrauerte, so wird Enzio von seinen Zeitgenossen geschildert, und der eigenartige Zauber, den seine natürliche Anmut und einfache Herzlichkeit ausfttahlten, mag jene Legenden uni) Märchen um ihn gesponnen haben, die uns den Kaifersohn wie das Traumbild eines deutschen Ritters erscheinen lassen. Und so hat ihn auch Christian Siemens vor uns hingestellt: schlicht und gerade, ohne Fehl, ahne zaghaftes Schwanken, den inneren Zweifeln, die auch feine Seele bedrängen, nicht einmal erlaubend, auf die Lippen zu treten. Der Autor hat sich damit zwar der dramatischen Möglichkeiten beraubt, die eine Charakter-Entwicklung Enzios ihm geboten hätte, aber er findet die dramatische Steigerung in den Versuchungen, die an Enzio heran- gefragen werden, um ihn von der Sache seines kaiserlichen Vaters zu lösen. Siemens ist in großen Zügen dem Gang der geschichtlichen Ereignisse und der freilich nicht immer sicher verbürgten Ueberlie» ferung gefolgt von jenem unglücklichen Scharmützel bei Fossalto an, nach dem Enzio 1249 in die Hände der mit dem Papst und den lombardischen Städten verbündeten Bologneser fiel, bis zum Tode des Kaisers 1250, nach dem er die Freiheit wiedererhalten hätte, wenn er sich dazu hätte verstehen können, feinem Hause die Treue aufzusagen. So blieb er in Haft, von der ihn erst der Tod nach mehr als zwanzig Jahren erlöste. Auch die von Siemens angeführten Briefstellen aus den Verhandlungen Friedrichs II. mit den Bolognesern sind historisch, und die Ueberlieferung berichtet auch von der Liebe Enzios zu der schönen Lucia, wie auch die Neigung des Bologneser Ratsherrn Pietro Asi- nelli zu König Enzio, dem er viele Jahre später sogar zur Flucht zu verhelfen suchte, historischer Treue entspricht. Siemens stellt dem Gefangenen als Gegenspieler den Kardinallegaten Rainer von Viterbo gegenüber, einen Todfeind des Hohenstaufenkaiser s und fanatischen' Vorkämpfer päpstlicher Allmacht, dessen scharfer Dialektik Enzio nur seinen Glauben und die Stimme seines Gewissens entgegenzustellen hat, die ihm schweigende Treue gebietet, wo er Zweifel nicht zu entkräften vermag und alle Zeugnisse des Verstandes gegen den kaiserlichen Vater zu sprechen scheinen. Wenn schon der seelische Zusammenbruch seines Mitgefangenen, des Grafen von Solimburg — den Siemens übrigens weit günstiger schildert, als die Ueberlieferung es wahr haben will —, den König Enzio nicht irre machen kann, so gar nicht die Drohung mit Folter und Käfig. Erst das letzte große Gespräch mit dem Kar- binallegaten, in bem ber bas ganze abenblänbische Mittelalter beherrschenbe Problemkreis bes päpstlichen Machtanspruchs über Kaiser unb Reich in seiner ganzen Schärfe aufgerissen wirb, bas aber auch in einer ungeheuer gesteigerten dialektischen Zuspitzung alle Schatten auf ben Charakter des Kaisers wirft, erst dieses Gespräch stellt Enzio vor die äußerste Probe der Bewährung. Er besteht sie, nicht ohne harten inneren Kampf, und der Kardinallegat empfindet menschlich groß genug, vor dem Sieger über alle Anfechtungen des Leibes und ber Seele das Haupt zu neigen. * Die Regie Hans Walter Kleins war in der Anlage der Aufführung darauf bedacht gewesen, eine Linie steter Steigerung bis zum letzten entscheidenden Gespräch im dritten Akt durchzuhalten. Bei dem schon angedeuteten Fehlen einer Entwicklung im Charakter Enzios war diese Steigerung nur möglich durch eine sehr sorgsame Dosierung der Spannungsmomente, wodurch von Szene zu Szene die äußeren Effekte zurückttaten und ganz von innen her die Gestalten Enzios und des Kardinallegaten zu jener imponierenden Größe emporwuch- fen, die den Sieg des Heldischen im Dunkel des Kerkers allein auf der geistigen Ebene aus innerer Notwendigkeit heraus aufleuchten ließ. Durch kluge Kontrastierung, wobei man auch Trivialttäten nicht gescheut hatte, durch lebendige Führung der breit uusgesponnenen Dialoge, in denen ja der Schwerpunkt des inneren Fortgangs der Handlung liegt, durch die schattenhaft knappe Skizzierung der symbolischen Figuren der Diener Enzios hatte die Regie des Intendanten eine Aufführung von großer Geschlossenheit und Eindruckskraft zuwege gebracht. Karl Löfflers Sühnenbiiber — ein sehr farbiger Festsaal im ersten Akt unb bann ber Kerker En° »ios, zwischen strengen, aufftrebenben Säulen ein hohes, schmales Fenster — trafen ebenso wie bie gut aufeinanber ab gestimmten Kostüme Willi Enb- r i ch s den historischen Charakter bes Stückes. Hans Caninenberg spielte den König Enzio anfangs mit jener leichten Anmut unb inneren Sicherheit, wie er in bie deutsche Sage eingegangen ist. Dann legen sich schwermütige Schatten auf seine Seele und sein Blick wendet sich — nur einmal noch in alter Leuchtkraft erstrahlend in der wundervollen Liebesszene Des Mittelaktes — ganz nach innen. Caninenberg hatte die edle Haltung, die feinnervige Empfindsamkeit, bas harmonisch Ausgeglichene bie- scs Jünglings, ber weiß, daß sein Heldentum sich nur noch in der sittlichen Bewährung zeigen darf. Hans Joachim Büttners Kardinallegat war in ausgezeichneter Maske der eifernde Greis, hart und starr, aber er mied sehr klug jede Uebersteigerung in das Brutal-Skrupellose oder Intrigante und traf gerade den Ton überlegener Geistigkeit, ber ihn zum furchtbaren Gegner Enzios macht, aber ihm auch erlaubt, bem Sieger seine Achtung zu bezeugen. Hans Geißler gab bem Ratsherrn Asinelli sympathische Züge kluger Mäßigung mit einem Schuß schlagfertiger Ironie. Gert Geiger suchte mit ber nicht sehr glücklichen Figur bes Grafen von Solimburg ben vom Autor gewollten Konttast zu ber inneren Abgeklärtheit Enzios herzustellen. Karl V o l ck war ein etwas ins Groteske verzerrter, polternder Dümmling von Bürgermeister. Müller, S ch e w e und Lowitz gaben als Diener Enzios sehr sauber durchgearbeitete Charaktere. Hannelore Hinkel war als Lucia von einer rührenden Schlichtheit, ganz verhaltene Hingebung. * Die Aufführung, der Verdis Ouvertüre zur Oper „Die Macht des Schicksals", vom Städtischen Orchester unter Kapellmeister Otto Söllners Leitung klangschön und scharf akzentuiert gespiell, vorangegangen war, wurde von dem vollbesetzten und festlich gestimmten Hause mit großer Anteilnahme aufgenommen. Mit dem Intendanten Klein und Bühnenbildner Löffler konnte das ganze Ensemble den Dank des Hauses für das reiche Geschenk dieses Abends entgegennehmen. Dr. Fr. W. Lange. Der problematische Biedermeier. Ein anziehender illustrierter Beitrag des Sep- ternbecheftes von Velhagen & Klafings Monatsheften gilt bem Wiener Biedermeier. Der Aufsatz begnügt sich nicht damit, bas bekannte Jbyll bes Vormärz nachzuzeichnen, fonbern weist darauf hin, daß das ruhige Glück des Biedermeiers nur ein liebenswürdiger Trug gewesen ist. Auch den Menschen jener Tage war ihr gerütteltes Maß an Kämpfen und Nöten beschieden, unb früh schon melbeten sich die Gewalten, die die allzu künstlich gezogenen Schranken der politischen unb gesellschaftlichen Ordnung zerbrechen sollten. Das Handwerk hatte goldenen Boden, jedoch dem aufmerksamen Beobachter konnte nicht entgehen, daß sich die Maschine zu ihrem Siegeszug rüstete und daß sich mit ihr jener prahlerische Schund breitzumachen begann, der dann im wetteren Verlauf des Jahrhunderts den Geschmack, die Gesinnung der Menge so unheilvoll beeinflussen sollte. Auch die Gesellschaft lebte durchaus nicht in jener ungetrübten Harmonie, die uns für das Biedermeier so bezeichnend erscheint. Die von Goethe zuerst so benannten problematischen Naturen rieben sich wund an ber Enge dieser Welt, vernichteten sich selbst in dem zermürbenden Wider- streit von Witte und Tat. Gegen Schubert z. B. versündigt sich, wer in ihm den sorglosen Musikanten erblickt, der fein bißchen Pech in,ber Liebe für seine Lieder brauchte. Seine Kunst, die sich an Fülle und Leichtigkeit nur mit der Mozarts vergleichen läßt, erhebt sich gewaltig und schmerzlich aus jener Dunkelheit, die die Heimat aller Größe ist. werden. Die THacedoiuAcfie Sfäzzen er. ä® und MiMMki Racheakt oder Verbrechen? Rom, 17. September. (Europapreß.) „Messag- gero" meldet aus Simla eine furchtbare Katastrophe, die dreißig Indern und einer Anzahl von Kindern das Leben gekostet hat. Simla ist die Sommerresidenz des Vizekönigs von Indien. Nicht weit von Simla entfernt befindet sich ein Tempel des Buddha, zu dem zu gewissen Zeiten viele Tausende von Indern wallfahrten. Eines dieser ___jung erhalten, Far- f f e ausbllden zu lassen. 'd^it dm A^eordneten mck dem Volke wenig Äed7r'versuch des ^ widerlegt - - ' Tatsachen haben Churchills durch Churchills eigenes Geständnis > W Worte, der' noch bei Beginn des Monats „untrüg- feit der Luftangriffe hat ^ schwierig gemacht, z licke Zeichen und Beweise dafür sah, daß man genauen Entschlüssen zu kommen. < G/+101- hrthoi Vm hpn Noiis die Lust- - Sie neugestistete Krieasrverdienstmedaille. L....... Mut machen. Harte Tl langsam aber sicher dabei sei, den Nazis die Luftherrschaft zu entreißen", bitter Lügen gestraft. Vergebliche Auspulverungsversuche Eine klägliche Trostrede Churchills im Unterhaus. Tempelfeste hat eben stattgefunden. Am dritten Festtage geriet der Tempel aus bisher nicht 9?J"ir3 ten Gründen in Brand. Nach dem Erloschen des Brandes wurden dreißig verkohlte Leichen von Indern und die mehrerer Kinder aufgefunden. Nach dem Urteil eines Missionars handele es sich entweder um den Racheakt einer religiösen Sekte oder um eine Brandstiftung durch einen vpn den Engländern bezahl- ten Verbrecher als Rache für die von indischen Agenten betriebene Propaganda gegen die englische Bedrückung Indiens. Die Verbreitung der Nachricht über das Verbrechen sei von den mgtt- schen Behörden verhindert worden. Der Führer hat das von ihm durch Verordnung vom 18 Oktober 1939 gestiftete „Kriegsverdienstkreuz durch Stiftung eines „Ritterkreuzes des Kriegsver- dienstkreuzes" und einer „Kriegsverdienstmedmlle erweitert. Die „Kriegsverdienstmedaille", die unser Bild zeigt, soll für verdienstvolle Mitarbeit an der Durchführung Lvn Kriegsaufgaben verliehen werden. Schlechiweiterflug über London Don Kriegsberichter Emil Weihmütter. Der Führer hat dem Wehrwirtschaftssuhrer Professor Dr.-Jng. Dr. Otto Mader in Dessau-Ziebigk ans Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensiahres in Würdigung seiner hervorragenden Verdienste aus dem Gebiete der Luftfahrttechnlk die Goethe- Med a i 11 e für Kunst und Wissenschaft verliehen. Das zweite nordamerikanische Schlachtschiff mit einer Wasserverdrängung von 45000 Tonnen wurde aus Kiel gelegt. Das Schlachtschiff. soll den Namen „New Jersey" führen. Stockholm, 18. Sept. (Europapreß.) Das Unterhaus ist am Dienstag zusammengetreten. Der erste Teil der Sitzung, in deren Mittelpunkt eine Erklärung des Ministerpräsidenten Churchill stand, war für die Oefsentlichkeit zugänglich, wahrend der zweite Teil der Sitzung geheim gehalten wurde. Das Unterhaus bot den Abgeordneten em ungewohntes Bild. In dem großen Sitzungssaal waren die wertvollen bemalten Glasfenster, die Mvsaik- einlaaen an den Wänden und der prunkvolle Glasschrank fortgenommen. An Stelle der Schmuckfenster sind jetzt gewöhnliche große Glasscheiben getreten. Churchill sagte, daß die britische Luftwaffe in den letzten Tagen große Schäden m Deutschland sowie in den besetzten Gebieten angerichtet habe, und verwies auf die Angriffe, die die RAF. auf die Ansammlungen von Schiffseinheiten entlang der französischen, belgischen und holländischen Küste gerichtet habe. Wenn er heute wieder erkläre, daß „die eigene Stärke auf See auf Land und vor allem ick der Luft ständig im Wachsen" sei, so wird DNB. 17. Sept. (PK.) Das war ein böser Reinfall, den die biederen Londoner Bürger erlebten. Endlich glaubten sie für einige Stunden Ruhe zu haben vor den deutschen Kampffliegern. Damit fing es an, daß die englischen Wetterpropheten am frühen Morgen einer aufatmenden Millionenstadt zu wissen gaben, daß über gayz Frankreich über dem Kanal und auch über Südengland s e h r s ch l e ch t es 2Ö e t- ter herrsche. Sie wollten damit sagen: „Mit deutschen Luftangriffen ist in Anbetracht der Wetterlage vorläufig nicht zu rechnen." Nun sitzt London am Hellen Mittag wieder im Keller und ärgert sich über seine Wettermachen. Nein, sie können wirklich nichts dafür, die Herren auf den englischen Wetterwarten. Das Wetter war wi r k l i ch so, wie sie es geweissagt haben, und dieses Zeugnis werden ihnen ihre deutschen Kollegen sowohl als auch die deutschen Kampfflieger, die in diesem blödsinnigen Wetter über London erschienen, auf Wunsch jederzeit aus- Wie blutiger Hohn muß es auf die Welt wirken, wenn der skrupellose Kriegstreiber für das Leck, das er über die britische Hauptstadt herausaefordert hat, die Worte findet: „Der Zustand des Wartens, der täglich neu geübt wird, verliert allmählich den Charme (!) der Neuigkeit." (!) Die zynische Brutalität dieser Worte wirkt um so abstoßender, als er selbst angibt, daß in der ersten Halste des September „ungefähr 2000 Menschen getötet und ungefähr 8000 verwundet worden" seien. Davon entfielen vier Fünftel auf London. Das Blut, das bei dem deutschen Dergeltungsschlag auf den Lebensnerv des britischen Kriegszentrums fl/eßt, komnck allein auf sein Haupt. Weiter sagte Churchill, daß auf deutscher Seite ebenso wie auf englischer Seite v o r e r st n u r e i n T e i l der Luftwaffe eingesetzt worden sei, daß er aber bei nüchterner Ueberlegung alles Vertrauen in die Zukunft habe. England hat die „enorme Überlegenheit des Feindes , die Ch^° chill selbst zugibt, zu deutlich gespürt, als daß es durch Worte darüber hinweggetauscht werden konnte. 6 Sie Sicht wird tatsächlich besser. Für Sekunden können wir englisches Land ^kennen Bauernhafe . Sörser, Feldscheunen. Aber uns interessiert nur die , Themse und das, was an kriegswichtigen kiekten , kurz vor ihrer Mündung liegt. Wir sind e wasnach ; Osten abgekommen, aber das schadet nichts, fliegen wir London von oben rechts an. Wieder hat un eine dicke undurchdringliche Wolkenbank aufgenotn= men, die Bodenorientierung hat aufgehort oder wir wissen genau: In zwei Minuten müssen wir Über7em Z?ele sein. Da, plötzlich ist d e . Suppe wie weggeblasen, und vor uns zeigt sich m ihrer ganzen riesenhaften Ausdehnung d i e e n gl ische Metropole. Zweifellos em imposantes Bild, dieses von der Sonne beschienene London. Blitzschnell sucht unser Auge Einzelheiten zu erkennen, aber es sind nicht die ^torischen Baudenkmäler es ist nicht der Tower, auch nicht Die Jisejr minste'r-Kathedrale, die wir suchen, nein, wa- wir suchen sind die Erfaße der deutschen ©/irnnfHieaerei nach sieben Tagen Berge! tung. Sie sind nicht schwer zu finden, diese Erfolgs Kilometerweit steht oft kein Stein. mehrdem anderen. Furchtbar geradezu sind die Verwüstungen »n dem V-förmigen Themsebogen, der einmal eine geballte Kraftzentrale des britischen Empires umschloß Und heute starren uns ausgebrannte Docks, eingestürzte Hallen, rauchende Trümmer und ver rußte Mauerreste entgegen. Dutzende von Fracht- damvfern liegen mit Schlagseite m der Xfeme 5 brennen, andere , ragen nur noch mit Heck nher Rua aus dem grünlich-braunen Wasser. Während wir unsere Beobachtungen matten, {regieren rechts und links von uns die Granaten der^ schweren b ritisch ° n Fl ° k Ah- 5« * mtf denn wir bieten an diesem klaren Himmel em ^r.*tnnifp born-Steinberg das Spiel so überlegen, daß der verdiente 6:0-Sieg zustande kam. Die 2. Jugend trat gegen eine verstärkte Jugendmannschaft aus Rödgen an und mußte eine hohe Niederlage mit nach Hause nehmen. Fußball um die Kriegserinnerungsplakette. Die Ergebnisse der Spiele der II. Klasse. Heuchelheim — Steinbach 2:1 (0:1). Nun ist es doch wahr geworden: Heuchelheim hat sich für die Niederlage des Vorspiels revanchiert und Steinbach den ersten Punktverlust beigebracht. Wir hatten schon in der Vorschau darauf hingewiesen. daß für Steinbach wenig Aussicht auf Punktgewinn vorhanden sei. Das Spiel war von Anfang an bis Ende sehr flott und spannend. Heuchelheim hatth mehr vom Spiel, konnte aber nicht verhindern, daß die Gäste nach fünf Minuten die Führung an sich reißen konnten. Die Platzherren ließen nicht locker, doch nichts wollte ihnen glücken. Der Torwart der Gäste hielt die unglaublichsten Sachen, außer einigen Ecken brachten die Platzherren nichts fertig. Nach der Pause gingen die Platzherren stark aus sich heraus, manchmal glaubte man den Ball schon im Tor, aber der Torhütet der Gäste war vorerst nicht zu schlagen. Wieder waren mehrere Ecken, die aber nichts einbrachten, die Ausbeute der Drangperiode der Platzherren. Erst 6 Minuten vor Schluß fiel der langersehnte Ausgleich. Dieses Tor gab den Platzherren gewaltigen Auftrieb, die kurz vor dem Abpfiff den Siegestreffer erzielen konnten. Grüningen — Klein-Linden 1:5 (1:3). In Grüningen scheint es nicht mehr zu klappen, denn die Mannschaft war gegen früher nicht wieder zu erkennen. Die Gäste, die schon das Vorspiel für sich entscheiden konnten, waren auch diesmal bedeutend besser und siegten verdient. Bis zur Pause hatten sie eine klare 3:1-Führung herausgespielt und konnten diesen Vorsprung bis zum Schluß durch zwei weitere Tore erhöhen. Tabellen st and nach dem 15. 9.1940. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Steinbach 6 5 0 1 10:2 Heuchelheim 6 4 0 2 8:4 Klein-Linden 6 4 Ov 2 8:4 Hungen 5 3 0 2 6:4 Großen-Linden 5 1 0 4 2:8 Grüningen 6 0 0 6 0:12 Zezirkssparkaffe Gießen mit 492,2 Punkten kreis- und Gau-Sieger in der Betriebsklasse II. Auch im Kriege hat Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sämtliche Betriebe zur Teilnahme am „Sommersporttag der Betriebe" aufgerufen. Unter Leitung des stellvertretenden Kreissportwartes Bet- t i n wurde mit der Durchführung des Sporttages bereits am 18. August begonnen. An diesem Tage traten die Firma Adolf Geiße, Gießen, die Oberhessische Tageszeitung und die Bezirkssparkasse Gießen zur Durchführung der sportlichen Leistungsprüfung der Gefolgschaft an. Die Leistungsprüfung bestand aus 5 Hebungen: Aufmarsch aller Teilnehmer, 800-Meter-Lauf der Männer, 400-Meter-Lauf der Frauen, Partnerübungen der Männer und Gymnastik für Frauen, sowie Medizinballweikstoß, Ballwerfen und Spielvorführungen aller Beteiligten. Mit der Flaggenhissung, bei der Kreissport- wart Lettin die Teilnehmer begrüßte, wurde der Sommersporttag eingeleitet. Dann wurden betriebsweise die einzelnen Uebungen ausgetragen. Mit ganz geringen Ausnahmen wurden von allen Teilnehmern die geforderten Mindestleistungen erreicht. Infolge Beurlaubung oder Erkrankung einzelner Gesolgschaftsmitglieder konnte die Bezirkssparkasse Gießen das Endergebnis dieser Leistungsprüfung noch nicht endgültig feststellen, so daß die Durchführung für diese Gefolgschaftsmitglieder an einem späteren Tag nachgeholt werden mußte. Nunmehr hat die Bezirkssparkasse Gießen die „Sportliche Leistungsprüfung der Gefolgschaft" zum Abschluß gebracht und dabei ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Mit 492,2 von 500 erreichbaren Punkten ist sie Kreis- und Gausieger geworden. Um Gausieger zu werden, mußten 450 Punkte erreicht werden. Erst später, beim Vorliegen sämtlicher Ergebnisse aus dem Kreis und dem Gau wird fest- zustellen sein, welchen Platz die Bezirkssparkasse in der Gesamtwertung erkämpft hat. Der Sommersporttag der Betriebe war außerdem ausgefüllt mit Einzelkämpfen, an denen sich fast alle Gefolgschaftsmitglieder der Betriebe mit z. T. recht guten Leistungen beteiligten. 62 Schweine und 11 Kälber schwarzgeschlachtet. LPD. Darmstadt, 15. Sept. Vor dem Sonder- gericht in Darmstadt hatte sich der in Kirch- Brombach im Odenwald wohnende Ludwig Eidenmüller zu verantworten. Er war der Steuerbehörde aufgefallen, und bei einer Kontrolle ergaben sich Schwarz sch lachtungen in erheblichem Umfange, die der Angeklagte nach anfänglichem Leugnen zugab. Insgesamt wurden 62 Schweine und 11 Kälber als schwarzgeschlachtet ermittelt, davon 13 Schweine und alle Kälber nach Kriegsausbruch, die er alle in seiner Gastwirtschaft oder an Privatkundschast markenfrei abgegeben hatte, ohne allerdings Ueberpreise zu fordern. Unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft wurde E. zu.l^ Jahren Gefängnis, 2200 RM. Geldstrafe für die hinterzogene Schlachtsteuer und 7990 RM. Wertersatz für die nicht mehr einzuziehenden Tiere verurteilt. Außerdem wurde der von dem Schwarzschlächter benutzte Kraftwagen eingezogen. Reidislottcrie derNSDüP. für nationale örbcib Jeder Mitt'mit! ="««6000000 Prämien ■ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilheim Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange K. G. Derlagsleiter: -Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümnivl. Pl.Nr.6. *Ptin.geitd.e /Sitte! Ihre Vermählung geben bekannt Wir kaufen bis auf weiteres leere Dralles Birkenwasser - Flaschen 4148 D Fellingshausen, den 16. September 1940. Wir zeigen erfreut die Geburt einer gesunden Tochter an Professor Or. Melchior Westhues und 4154 V Frau Or.Minni Westhues, geb. Will berget 03133 gesucht 4169D 4153 D Friedrich Schwalb im Alter von 52 Jahren. Ludwigsplatz-Drogerie, Photohaus Heuchelheim, den 17. September 1940. Wir üben die Praxis gemeinschaftlich aus: Klaviere Rechtsanwälte Kanzlei: Gießen, Neuen Baue 25 H. Fernsprecher 3548 4083 D Aü=SthallDlallen kauft an 4152V 4073 D I Blut Verschiedenes! Kraft 767D 4139D Siemens. Preise: RM. 0.60 bis RM. 3.10. Stadttheater Tanzschule Bäulke Wolf Straße 31 Ruf 3835 Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief heute mittag mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19 September, nachmittags 3 Uhr statt. Dr. jur. K. Spohr, Notar Dr. jur. J. Spohr Dr. jur. G. W. Kalbfleisch Fachanwalt für Steuerrecht Nachdem ich als Rechtsanwalt bei dem Amts- und Landgericht Gießen zugelassen upd zugleich durch den Herrn Oberfinanzpräsidenten Hessen in die Liste der Fachanwälte für Steuerrecht eingetragen worden bin, habe ich nunmehr hier in Gießen die Ausübung der Praxis aufgenommen. „ 104 1/3 Liter Vi Liter München, den 13. September 1940 Schwedensiraße 52 Oreizehnlinden Frau Anni Schwarz Gießen, Seltersweg 77 Starke Nerven, frisches Aussehen, gesunden Appetit erreichen alt und jung durch Lebens-Elixir Dr. Schieffer JLeftrmädel für Putzatelier für sofort BURäTiNWCHTÜNGEM Gießen. Bahnhofstraße. Wii kaufen gebrauchte möfil.neüwertiße Kraltwagen gegen Barzahlung. Opel, Gießen Ruf 2847/48. Gießen, Marktstraße 28 4166A Georg Schäfer, Arzt Dorothea Schäfer, geb. Krenzien In tiefem Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen: Margarete Schwalb, geb. Benner. Tanz-Unterricht erteilt in Kursen u. Einzelstunden Gießen, z.Z. Gutenbergstr. 14 Universitäts-Frauenklinik im September 1940 für Büroarbeit für sofort gesucht Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Lichtbild und Gehaltsansprüchen sind zu richten an Röchling’sche Eisen- und Stahlwerke G.m.b.H. Betriebsabteilung Wetzlar, Wetzlar. 4115 D Die Quelle neuen Lebens. Der Gehalt an Lecithin u.Eifen macht'sl Gr. Flasche RM.2.75 Kurfl. 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Eine ungefähre Vorstellung von den riesigen Lebens« mittelmengen, die von der Wehrmacht benötigt werden, vermittelt ein Bericht von Wilhelm Lorch in der „NS.-Lanbpost". Er teilt mit, daß für die Zeit der deutschen Offensive im .Westen bis 21. Juni 4 8 2 0 0 0 Tonnen Verpflegungs-, Genuß- und Futtermittel bereitgestellt waren, eine Menge, die 955 kompletten Derpflegungszügen zu je 30 Wagen entspricht. Die Verpflegung konnte sich im Westen selbstverständlich nicht in genau vorausberechneten Bahnen vollziehen. Alle nur möglichen Hilfsmittel wurden herangezogen. Die blitzschnelle Aufstellung von motorisierten Transportkolonnen und andere Maßnahmen waren notwendig, um in der Versorgung der kämpfenden Truppe keine Lücke entstehen zu lassen. Die volle Bewährung der Der- pflegungsorganisation unter den zum Teil völlig veränderten Bedingungen beim Feldzug im Westen ist das Ergebnis jahrelanger gründlicher Vorarbeit. Heil Hitler! Helmut und Elfriede. Schöneres." „Da bin ich aber wirklich neugierig", lachte Klaus zu.cWenn ihm die Sache nicht gefalle, könne er sie ja wieder sein lassen, aber er brauche sich dann nicht den Vorwurf zu machen, eine einmal gebotene Gelegenheit versäumt zu haben. In ihrem Eifer ist etwas wie Gewissensangst. Sie will es nicht sein, die ihn an seinem Vormärtskommen hindert. „Denk an das kleine Anwesen, das Haus am grünen Strand und an das Fischerboot, Klaus? Du hast mir ja verraten, was du von der Zukunft erhoffst. Niemals kommst du dazu bei dem armseligen Verdienst, den du jetzt hast. Ja, ja, Klaus, ich weiß, daß du manchmal im Traum das Rauschender Nordsee hörst, und daß du Heimweh dorthin hast!" Er faßt ihre Arme und zieht sie an sich. „Du willst ja nicht mit dort hin, Maria!" ,Lch kann ja nicht, Klaus! Nicht jetzt", sagt sie traurig und senkt den Kopf; ihr Schläfenhaar streift seine Wange. Er küßt ihre Stirn und ihren frischen Mund. „Lot sind, min Seern", raunt er. „Ohne dich will ich nicht dahin. Wir warten ..." Ihr Zureden gibt dann aber doch den Ausschlag. Er nimmt Reppmanns Angebot an und geht in den späten Nachmittags- und Abendstunden in die Sportschule. Die Behauptung des Leiters, er werde in kurzer Zeit her Hebung die Herrschaft über seinen Körper zurückgewinnen, bewahrheitet sich. Er wird ein guter Lehrer und tüchtiger Trainer. „Nu haste bet ja nich mehr nötig, so früh uffzu- stehen und mit nach die Halle zu fahren", sagt Pahl, hat aber doch nichts dagegen, daß es Klaus noch wie vor tut. Er behält diese Beschäftigung bei. Sie ist es, die ihn öfters mit Marta zusammenführt. Außer den Sonntagen, denen sie — meistens mit Hindernissen — ein paar Stunden des Beisammenseins abgewinnen, sehen und sprechen sie sich während der Wochentage selten und dann auch nur für Minuten. An einem Märztage, an dem die Sonne hell scheint und Frühlingserwartung die Gesichter der Menschen freundlicher und zuversichtlicher aussehen macht, bringt Klaus Ware in Ellrichs Laden. Beim Einräumen kann er nur wenig mit Marta sprechen, da sie Kundschaft zu bedienen hat. Nur über das Gelieferte tauschen sie Bemerkungen aus; aber in den wenigen Worten schwingt ein eigener Klang^ und in ihren Mienen und Blicken ist ein Leuchten heimlichen Glückes. „Na, Fräulein Marta, der junge Mann guckt Sie ja |q strahlend mit jrinen blitzblauey Ai^ey anl der Betrag mindestens 20 RM. ausmachen. Eine Barauszahlung ist unzulässig. Dem scheinen Sie sehr zu gefallen!" bemerkt eine Kundin, als Klaus aus dem Laden gegangen ist. Marta wird rot und macht eine unwirsch abwehrende Bewegung. „Immer wird gleich was Besonderes vermutet, wenn einer mal ’n freundliches Gesicht macht!" „Darüber braucht man doch nicht aufgebracht zu! sein, Fräulein Marta", sagt begütigend die Frau, schweigt eine Sekunde und sieht Marta an. „Ein bißchen Sonnenschein hat doch jeder nötig", setzt sie noch hinzu. Dann geht sie. „Ach. ja", sagt Maria ganz leise und atmet tief auf, blickt zu Klaus hinaus, der die Ladung des Wagens umpackt. Wie leicht und scheinbar mühelos ihm das von der Hand geht! Wie straff und aufrecht jetzt feine Gestalt ist! ... (fr ist nicht mehr der halbverhungerte, obdachlose Vagabund, der an einem dunklen Novembermorgen ihr» Mitgefühl erweckte. Oft sagt er ihr, sie habe ihn vor dem Untergang bewahrt. Und wenn sie das auch nicht gelten lassen will, tief in sich glaubt sie es doch, und es ist das Wundersame, ist ihr selbst- erworbener Glücksbesitz. Es ist der Grund, aus dem das andere aufgeblüht ist, das Heimliche, Herrliche und Süße. Immer wieder wird sie ungläubig davor und kann nicht begreifen, wie das in ihr Leben gekommen ist und es ganz verwandelt. Ihr Blick kehrt von Klaus und dem Wagen wieder in den Laden zurück, schweift nach der Tür, die in das nebenanliegende Zimmer führt. Sie hört dahinter die Stiefmutter sprechen, in ihrer verdrießlich- weinerlich klingenden Redeweise. Niemand ist augenblicklich im Laden. Sie benutzt die Gelegenheit, um auf die Straße zu huscheln und den Schecken zu streicheln. Klaus lacht ihr zu; seine starken weißen Zähne blitzen. Nachdem er den letzten Korb auf den Wagen gehoben hat, tritt er zu Marta. Auch seine Hand tätschelt den Schecken und legt sich dann fest und warm auf die ihre. Sie hält den Blick gesenkt, seine Nähe beunruhigt sie. Unter dem dicken dunkelblonden Zopf in ihrem Nacken ringeln sich ein paar Strähnchen hervor, mit denen der Wind spielt. Auch an der Schläfe lösen sie sich aus dem glatt zurückgekämmten Haar und schimmern im Sonnenlicht. Die beiden Menschen sehen sich an, und in ihnen ist das erschütternd tiefe Glück völligen Einsseins. . ' (Fortsetzung fpjstl _ Mutter, „was das jetzt wieder ist. „Ich kaufe Zigaretten, Hustenbonbons und bat", eiferte Helmut, „und schicke es einem Soldaten ins Feld — gelt Mutter, das darf ich doch?" „Aber ganz gewiß, und wer hat dir denn diesen! Aus der Stadt Gießen. Für den unbekannten Freund. Von Ernst Eimer. „Mutter!" jubelte der kleine Helmut zur Stuben- tür hinein, „von Onkel Ludwig habe ich zum Ge- burtstag zwei Mark bekommen, und lege sie jetzt zum andern in meine Sparbüchse." „Recht so, mein Bub", lobte die Mutter, „das „Boxen sollste? ... Na, denn man zu! Aber seh dir man vor dabei, bet de nich wieder untern Schlitten kommst", sagt der Fuhrmann verdrießlich und stapft davon. Klaus erzählt am Abend Maria Ellrich von seiner Begegnung mit Reppmann und dessen Angebot. Auch auf sie macht es zunächst unverkennbar einen verstimmenden Eindruck. Aber obwohl ihr eine Beunruhigung anzumerken ist, redet sie ihm doch zu, das Angebot anzunehmen. Er schüttelt den Kopf und sagt, er habe keine Lust dazu. „Vielleicht gewöhnst du dich doch an den Gedanken, Klaus", beharrt siss. „Sieh mal, es wäre doch ’ne Möglichkeit für dich, wieder vorwärts zu kommen! Das, was du jetzt machst, is doch nich das Richtige für dich." „Wieso nicht, Marta?" Er streicht sacht mit dem Handrücken über ihre Wange und hebt dann ihr Kinn, weil er ühre Augen sehen will, die sie gesenkt hält. „Warum redest du jetzt anders, als du denkst, Marta? Ich weiß, du hältst nichts von dem Boxen. Und sage ich dir nicht jedesmal, wenn mir uns sehen, daß ich nie so zufrieden und glücklich war wie jetzt? — Ich wünsche mir nichts anderes! — Du mußt mir doch glauben, Marta!" Sie küßt ihn rasch, lehnt ihre Schulter an die feine und nimmt seine harte Hand zwischen ihre beiden Hände. „Das tu' ich ja, mein Klaus! Und was bei mir so wie Abneigung gegen das Boxen aus- sieht, das ist wohl weiter nichts als Unwissenheit! Ich kenne es ja so wenig und konnte mir darum nicht recht umstellen, wie das ein Beruf und ’ne einträgliche f schäftigung sein kann, mit anderen zu ringen und zu raufen, sie niederzuschlagen. Und da habe Ich in meiner Dummheit wohl mal was geredet, was dich gekränkt hat." Klaus schüttelt den Kopf. „Nein, Maria. Du sahst das nicht so falsch, sahst es nur unvollkommen. Ich denke manchmal auch, die geringe Arbeit, die ich jetzt tue, ist wertvoller und nützlicher. Und deshalb mache' ich mir wenig aus dem Angebot von Reppmann. Ja, wäre das früher gekommen, ehe ich hierherkam und dich kennenlernte ..." Nun aber wird Marta zur eifrigen Fürsprecherin des Angebots. Er folle es doch versuchen, redet sie kannst du später einmal gut gebrauchen." „Nein, nein", zögerte Helmut plötzlich, „ich lege sie doch nicht hinein und weiß etwas viel, Das Eozialwerk des nationalsozialistischen Deutschlands Or. Ley über die Grundsätze der kommenden Altersversorgung. „Für mich genug", entgegnete Klaus unerschütterlich. Er hat keine Lust, auf das Angebot emzugehen. Reppmann redet noch eine Weile. Aus einigen Andeutungen merkt Klaus, daß er auch von der Katastrophe etwas weiß, die sein Verschwinden aus der Sportwelt herbeigeführt hat; er merkt Verständnis für seine Scheu, sich wieder in das ihm fremd gewordene Gebiet zu begeben. Es brauche niemand feinen Namen zu erfahren, wenn er es nicht wünsche. Und wenn der auch einst Weltruf hatte, die Gegenwart schreite darüber hinweg, niemand denke heute mehr daran, und von den Schülern, nut denen er zu tun haben werde, kenne ihn keiner ... „Sie brauchen nicht mehr, als Sie hier verdienen? — Na, hören Sie, Tjaden, wenn ich alles gelten lasse, was Sie mir einwenden, das aber nicht! Man braucht immer mehr, als man gerade hat. Sjenegen Sie sich nicht den Weg, sondern überlegen Sie sich mein Angebot! Scharwerken Sie hier vorläufig m Gottes Namen weiter, aber kommen Sie abends em paar Stunden zu uns, und verdienen Sie sich was dazu! Machen Sie mir doch nicht weis, daß tote sich nichts anderes wünschen, als hier Ihren Karren ^Klaus ^la'cht und zuckt die Achseln. Es ist für ihn nicht wichtig und notwendig, daß der fremde Mensch ihm glaubt. Aber er läßt sich schließlich doch das Versprechen abnötigen, die Sache gründlich zu überlegen. Er verwahrt die Karte, die ihm Reppmann gibt, erwidert dessen herzhaften Händedruck und sieht ihm nach, wie er mit langen elastischen Schritten davoneilt. n/, , , .. . „Wat wollte denn der von dir? fragt Pahl, der cus einiger Entfernung die Unterhaltung mit angesehen hat. „Haste dir ooch nischt uffschwatzen lassen? Klaus sieht an ihm vorbei und hat em Flimmern in feinen Augen. »Ich soll wieder boxen, Berlin, 17. (Sept. (DNB.) Reichsorganisationsleiter Dr. Ley veröffentlicht im „Angriff" einen Aufsatz über die Grundsätze der neuen deutschen ozialiftischen Gesetzgebung. Er beruft sich für den Aufbau der Altersversorgung auf zahlreiche Äußerungen Bismarcks, der für den Soldaten der Arbeit bereits eine „31 a a t s p e n f i o n" gefordert hatte und schreibt u. a.: Aus den Besitzlosen Besitzende zu machen, lehnte das liberalistische Bürgertum von vornherein und aus Prinzip ab. Bismarck geißelt die Engstirnigkeit dieses deutschen Bürgertums, und ist mit dem, was nachher als Unfall-, Alters- und Jnvalibenoersiche- rung herauskommt, absolut nicht einverstanden. Er bezeichnet das, was nun als Gesetzeswerk herauskommt, als einen Wechselbalg dessen, was er gewollt hat. Bismarck sagte 1881 zu seinem Mitarbeiter Moritz Busch: „Der Staat muß die Sache in die Hand nehmen. Nicht als Almosen, sondern als Recht auf Versorgung, wo der gute Wille zur Arbeit nicht mehr kann. Warum soll nur der, welcher im Kriege ober als Beamter erwerbsunfähig geworden ist, Pension haben und nicht auch der Soldat der Arbeit?"---„Ich wollte an Stelle des Armengesetzes ein Staatsgesetz haben, das dem Arbeiter für sein Alter statt der Armenversorgung eine Pension sichern sollte, die ihm bis zum Tode ein unabhängiges Dasein ermöglicht. Meiner Meinung nach hat jeder Arbeiter das Recht auf ein Existenzminimum, und ich wünschte, daß ihm dies vom Staate eben in seiner Eigenschaft als Arbeiter gewährt werden sollte." Wie sehr Bismarck den Dersicherungsgedanken ab- lehnte, geht aus einer Äußerung vom 11. September 1887 hervor: „Den Satz) daß man nicht die Gesamtheit der Steuerzahler zugunsten einzelner Klassen der Bevölkerung belasten dürfe, vermag ich als richtig nicht anzuerkennen. Die Alters- und Invalidenversicherung ist ein allgemeines und nationales Bedürfnis, welches daher aus dem Nationalve.r mögen befriedigt werden sollte." Wie sehr Bismarck an die Richtigkeit seiner Gedankengänge, daß man durch die Gesamtheit der Station die Besitzlosen durch eine Staatspension auch zu Besitzenden machen müsse, glaubte, ergibt sich aus einer Unterredung mit Moritz Busch aus dem Jahre 1881. Da heißt es in geradezu prophetischem Sinne: „Diese Sache wird sich durchdrücken. Der Staats» sozialismus paukt sich durch. Jeder, der diesen Gedanken wiederaufnimmt, wird ans Ruder kommen." Sind Zinsen noch zeitgemäß? s Zu den erstaunlichsten Dingen, die besonders seit dem Kriegsausbruch in Deutschland vorgehen, gehört im Blickfeld ausländischer Finanzleute und Wirtschaftsführer die Geldflüssigkeit des Reiches und die Art der Finanzierung der Kriegskosten. Reichswirtschaftsminister Funk hat auf die vielen Fragen über das „viele G e I d" vor einiger Zeit kurz geantwortet: „Das viele Geld kommt von der vielen A r b e i t." In der Tat ist durch diese schlagende Formulierung alles Wesentliche gesagt, was zur Erklärung des finanziellen Wunders notwendig ist. Im Zusammenhang hiermit gewinnt gerade in diesen Wochen das Zinsproblem wieder an aktueller Bedeutung. Seit dc»r Machtübernahme sind die Zinssätze ständig zurückgegangen, und seit dem Kriegsbeginn kann man von einem Zinsfuß von etwa 4 v. H. als die allgemein gültige' Regel sprechen. Diese Entwicklung ist die Folge der überlegenden Staatsführung, die ohne Rücksicht auf Golddeckung und Devisenbilanz die politischen und wirtschaftlichen Probleme Meisterte. So ist es gelungen, die Zinsknechtschaft, um die härteste Begriffsbestimmung für den früheren Zustand zu wählen, zu brechen und damit die Arbeit vor dem Kapital an die erste Stelle zu rücken. Wenn es nun heute in Deutschland keine Kapitalherrschaft mehr gibt, so taucht die Frage auf, ob man überhaupt noch Kap italzi nsen gewähren kann und soll. Man kann wohl feststellen, daß nach der Beseitigung der Monopolstellung des Kapitals und der Kapitalisten die Hute übliche Zinspolitik mit wesentlich anderen Augen angesehen werden muß als früher. Der nationalsozialistische Staat regelt und überwacht Hute die Preise und bestimmt den Einsatz des Kapitals; er hat eine vom Ausland unabhängige deutsche Volkswirtschaft aufgebaut und regelt den Außenhandel und die Devisenbilanz nach seinem Ermessen. Auf die Reichsbank haben keine ausländischen Kapitalisten mehr Einfluß, sondern sie führt ihre Aufgaben nach dem Willen des Führers und der Reichsregierung durch. Bei dieser Sachlage kann eine mäßige und den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechende Zinsgewährung nur nützlich sein, weil durch sie der Sparsinn weitester Bevölkerungskreise angeregt wird und weil durch die Bildung von Kapital für den freien Markt die notwendigen Gelder für kapitalschwächere, aber ausbaufähige Unternehmungen bereitgestellt wird. Die Zinsen ipielen ja für Die großen Betriebe keine sehr entscheidende Rolle, sondern vielmehr für den kleineren Geschäftsmann, Handwerker, Angestellten, Arbeiter und Beamten, der sich oftmals durch Auferlegung von Beschränkungen ein kleines Vermögen zusammenspart. Sicherlich würde der gerade in diesen Kriegsmonaten festgestellte Zug zu den Sparkassen und Banken rückläufig werden, besonders nach dem Kriege, wenn die Konsummöglichkeiten wieder größere Aufwendungen gestatten. Das Hegt aber nicht in der Absicht der deutschen Wirtschaftspolitik, denn die Förderung des Sparwilligen stärkt den Unternehmungsgeist und kommt somit der Allgemeinheit zugute. — Schließlich ist es selbstverständlich, daß die Kreditgewährung nicht kostenlos erfolgen kann, weil schon die Verwaltung und die Risikodeckung ein Einkommen aus Zinsen für die Banken und Kreditanstalten notwendig macht. Don den Zinsverbilligungsmaßnahmen sind nicht betroffen die Altwertpapiere und Privat- Hypotheken, und Maßnahmen auf diesem Gebiet sind wohl vorläufig auch nicht zu erwarten, weil die Form der privaten Hypothek zu Gunsten des Pfandbriefes im Rückgang begriffen ist. Man ist der Meinung, daß gegen diese Entwicklung nichts eingewendet werden kann, da die kurzfristige Pnvat- hypothek Gefahren mit sich bringt und deshalb die unkündbare Tilgungshypothek das Anlageideal in diesem Sektor darstellt. Die Gewährung solcher unkündbaren Tilgungshypotheken wird aber hauptsächlich den öffentlichen Stellen obliegen, weil dem Privatmann, der Kapital hergibt, durch eine ratenweise Zurückzahlung desselben nicht gedient ist, zumal die zurückfließenden kleinen Summen dann häufig einfach mitausgegeben werden. Bei der heute vorherrschenden Tendenz, private Hypotheken in unkündbare Tilgungshypotheken umzuwandeln, kommt es im übrigen auf dem Wege der Verständigung zwischen Schuldner und Gläubiger meistens schon zu Zinsherabsetzungen, so daß die bis vor kurzem noch festzustellenden Fälle von Zinsüberhöhungen guten Vorschlag gemacht?" „Ach — mein Schulkamerad, der Rimmel-Hans hat seinem Bruder auch ein Päckchen an die Front geschickt. Aber Mutter — ich habe ja gar keinem Bruder bei den Soldaten." „Liebes Kind, es gibt auch Soldaten draußen, die! keine Angehörigen mehr haben und sich freuen, wenn jemand an sie denkt. Soll ein solcher beim Päckchen bekommen?" „Ja freilich, Mutter", freute sich der Junge, „abetf es muß heute noch zur Post." „Das kann geschehen", lachte die Mutter, kaufte gleich mit ihrem Buben die Liebesgaben ein und holte an der Auskunftstelle die Anschrift eines Soldaten. Als Helmut bann emsig am Einpacken war, kam seine Schwester Elfriede dazu. „Hier diese Pulswärmer", meinte sie, „legen wir auch noch ins Päckchen. Sie waren für Vater als Weihnachtsgeschenk bestimmt, aber ihm kann ich doch wieder neue strickem" „Natürlich kannst du das", schmunzelte der Junge und war über die willkommene Bereicherung seines Päckchen hoch beglückt. Dem unbekannten Freund schrieb Helmut dann noch diesen Brief: .Lieber Soldat! Du rauchst doch wohl, und die Bonbons sind gegen den Husten. Wenn ich groß bin, komme ich auch zum Militär. Wir Buben spielen schon oft Soldaten, und der Feind wird immer verhauen und gefangengenommen. Die Pulswärmer hat meine Schwester Elfriede für dich gestrickt. Sie meint, im Winter kannst du sie gut gebrauchen. Das glaube ich auch, denn sie wärmen. Schreibe uns doch auch einmal. Wir wünschen Dir alles Gute und senden herz- KlausiäiigteinneiiesLebenan Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr ,/Sieger". -»• Gloria-Pulast (Seltersweg): „Truck, der Pandur", — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Seitens fprünge". immer seltener werben. Schließlich gibt es noch bie richterliche Vertragshilfe, bie dort angerufen werben kann, wo im Einzelfall noch solche überhöhten Zinssätze für private Hypotheken in Kraft sinb. Abschließend kann festgestellt werden, daß auch von der Zinsseite her sich die deutsche FinanFwirt- schäft in einer glückhaften Entwicklung befindet und baß ber verbilligte Zins als eine Belohnung des Sparwillens durchaus würdig ist, erhalten zu bleiben. lleberzahlte Lohn- und Kapitalertragssteuer. Die Bismarcksche Prophezeiung geht nun heute, nach fast 60 Jahren, in Erfüllung. Ein Größerer als er, Adolf Hitler, unser Führer, hat diesen Gedanken in vollendeterer Weise wiederaufgenommen und hat auch die machtpolitischen Voraussetzungen geschaffen, um diese Ideen in die Tat umzusetzen. Die Sozialversicherungen haben ihren Zweck erfüllt. Jetzt jedoch müssen sie Größerem Platz machen, um den Bismarckschen Gedanken vom Staatssozialismus, wie er ihn in der Staatspension für die Enterbten und Besitzlosen sieht, zu verwirklichen^ Die neue Altersversorgung ist auf diesem Grundgedanken fertiggestellt und dem Führer bereits übergeben. Das Gesund- heitswerk über eine umfassende Gesundheitsführung unserer Nation steht vor der Vollendung. Ein Sozialwerk über Lohn, Leistung, Urlaub, Freizeit, Kündigungsschutz, Arbeitszeit und Arbeitsrecht ist in Bearbeitung. Ein Gesetz über Berufs- erziehung, Berufswettkampf und Leistungskampf der deutschen Betriebe ist in Angriff genommen. Die Planungen für ein großzügiges, umfassendes Siedlungs - und Wohnungsprogramm werden mit Energie und Tatkraft vorwärtsgetrieben. Und ich kann versichern, daß, sobald der Krieg durch den größten Sieg aller Zeiten für Deutschland beendet sein wird, auch alle Voraussetzungen, Planungen und Gesetze für das großzügig st e Sozialwerk aller Zeiten und aller Volker beendet fein werden und vorgelegt werden können. Es bleibt mir nur noch übrig, dem deutschen Arbeiter zu sagen, daß auch dieses Werk allein dem Wollen und der Jnittattve des Führers entspringt. Alle großen und neuen Gedanken stammen allein von ihm. Der Unterschied Englands und Deutschlands liegt in den handelnden Personen. Churchill, Chamherlain, Halifax, Eden und wie sie alle heißen sind englische Lords, sie kennen nur das System der Almosen. Sie haben selbst nie die Not, Elend und Armut gekannt. Der Führer dagegen kennt aus feinem Leben den Hunger und die Not, er weiß um die Sehnsucht der Besitzlosen und breiten Masse, und deshalb weiß er auch, daß diese Millionen, die das Schicksal um ein Eigentum und Besitz betrogen hat, ein Anrecht an bie Gemeinschaft, an die Nation haben. Aus diesem göttlichen Recht der Enterbten der Nation kommt der Rechtsspruch, den der Führer durch seinen Auftrag zu einem Aus- und Aufbau einer großzügigen und umfassenden Altersversorgung gegeben hat. Der Reichsfinanzminister hat sich damit standen erklärt, daß die Finanzämter bei der Veranlagung für 1939 überzahlte Lohnsteuer und überzahlte Kapitalertragssteuer auf den festgesetzten Kriegszuschlag zur Einkommensteuer a n r e ch n e n. Das gleiche gilt für die Anrechnung des im Steuerabzugsverfahren vom Arbeitslohn ober von Kapitalerträgen einbehaltenen Kriegszuschlags zur Einkommensteuer auf bie festgesetzte Einkommensteuer. Voraussetzungen sind: Die Beträge müssen bei ber Veranlagung zur Einkommensteuer ober zum Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für 193 9 angerechnet werben. Die Anrechnung für ein anberes Jahr, z. B. auf die Vorauszahlungen für 1940, oder auf anbere Steuerschulden, z. B. auf bie Umsatzsteuer für 1939, ist nicht zulässig. Ferner muß 3n unseren Famttienblättern werden wir am Samstag mit dem Abdruck eines neuen Romans beginnen, der einen Stoff von größter Aktualität In geschichtlich zuverlässiger, aber temperamentvoll bewegter fesselnder Darstellung behandelt. SUEZ PFORTE DER VÖLKER Hat Joses Sebastian Schall seinen Roman eines Kanals genannt, der ungemein fesselnd von der Verwirklichung einer großen umwälzenden Idee in zähem Kampf gegen das politische Intrigenspiel Englands erzählt. Im Augenblick des Zusammenstoßes zwischen Italien und England auf ägyptischem Boden wird der Roman bei unseren Lesern besonderes Interesse finden. Nähtage der Frauenschast <«r Zorn Verbessern von Soppen, Soßen, Gemüse, Fleischspeisen, Eintopfgerichten m der Woche (Montag, Mittwoch und Donnerstag) wird genäht. Jede Frau verpflichtet sich, einen halben Tag zu kommen. Es könnten sich noch manche melden, denn viele sind sicher nur deshalb nicht gekommen, weil sie gar nicht wissen, wieviel und wie segensreich dort gearbeitet wird. Es kann sich jede jederzeit anmelden! (Aufn.: NS.-Frauenschaft.) Gfs. In der Nähstube des Deutschen Frauenwerkes. Pantoffeln für unsere Verwundeten in den hiesigen Lazaretten machen diese Frauen Alte Portieren, selbst mit Stickerei, werden hierfür verwendet. Die Leiterin ist sehr geschickt. Sie richtet alles in den Abendstunden mit ein paar Hilfen vor, damit es an den „Nähtagen" wirklich ein Stück ' gibt. Wieviel Freude macht es, zu sehen, wie ein Stück nach dem andern fertig wird, und immer zu denken, jetzt kann wieder einem Verwundeten, der doch alles für uns eingesetzt hat, eine Freude gemacht werden. Aber nicht nur Schuhe werden in der Nähstube gemacht, dort werden auch Flickbeutel für die arbeitsüberlastete Landfrau oder Arbeitskameradin fertiggestellt: die Wehrmacht sorgt reichlich für Arbeit. Eben sind es 700 Unterhosen, die geflickt werden müssen. Auch der Arbeitsdienst hat diese Hilfsquelle entdeckt und findet, daß es sich auf Strümpfen, die Frauenhände stopfen, doch besser geht. Drei Tage in Verbindung zu setzen und ihr Mitteilung über Aller, Standort usw. d e s oder der in Frage kommenden Walnußbäume zu machen. Gießener Echlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 41,5 bis 45,5, Bullen 36 bis 47,5, Kühe 15 bis 49,5, Färsen 38 bis 49, Kälber 25 bis 57, Hämmel 25 bis 44 Rpf. je % Kilo Lebendgewicht, Ziegen 13 bis 32 RM. pro Stück. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,14; bl (135 bis 149,5 kg) 1,14; b2 (120 bis. 134,5 kg) 1.14; c (90 bis 119,5 kg) 1,12; d (80 bis 89,5 kg) 1,06; e—f (unter 80 kg) 1,02; gl (fette Specksauen) 1,14; i (Altschneider) 1,14; g2 (andere Sauen) 1,06; h (Eber) 1,06 RM. Marktverlauf: Gut, alles zugeteilt. Wiirie von Licht und Schatten darauf. Immer wieder taucht dazwischen der Führer auf. Im Brennpunkt der Ereignisse steht der kühne Feldherr und Sieger gigantischer Schlachten. Das vierte Bändchen zieht die Bilanz. Dort häuft sich polnische Schande über den Zeugnissen eines verbrecherischen und verblendeten Regimes, und hier erhebt sich der deutsche Sieg und wird zum Gewissen auch dieses Landes. Des Führers Arbeitsmänner marschieren mit griffbereitem Spaten und lassen unter den Trümmern des alten Polen ein neues Land auferstehen. Aufbau und Befriedigung finden in den Bildern des letzten Bändchens ihre historische Verewigung. Nicht um zu zerstören hat der Führer den ihm aufgezwungenen Krieg geführt, sondern um aufzurichten und eine soziale und kulturelle Entwicklung anzubahnen, zu der polnische Führung und Herrschaft sich als unfähig erwiesen hatten. In 90 Bildern zieht ein Stück Weltgeschichte an unseren Augen vorüber — Weltgeschichte, die wir miterleben durften! Dokumente von größter Bedeutung und ein wertvoller Besitz also sind diese fünf Bändchen, die am 21. und 22. September an den Rockaufschlägen jedes deutschen Volksgenossen flattern werden. Daß jeder von uns alles daranfetzen wird, um alle fünf zu besitzen, dessen sind wir überzeugt. Jeden von uns blicken diese Bilder, in denen der Geist unsrer Zeit atmet, an als die Zeichen, unter denen sein eigenes Leben steht. Jeder von uns wird sie so verwahren als Erinnerung an das verflossene große deutsche Jahr. Und er wird es um so lieber tun, als er weiß, daß die kleine Spende, die mit ihrem Erwerb verbunden ist, dazu beiträgt, daß soziale Arbeit die Grundlagen schaffen kann, auf denen fest und gesichert ruht, was Deutschlands Söhne unter dem Einsatz ihres Lebens errangen. MAGGI1 Die Buchreihe, die jeder kaust. 90 Bilder Weltgeschehen in fünf Buchabzeichen.-Bilddokumente des siegreichen Feldzuges im Osten. - Am kommenden Wochenende an jedem Nockaufschlag. Wenige Tropfen genügen ja fchon. Mso rech, sparsam damit seih Moggi’s Würze ist anerkannt gut und aus- giebig Wenn olle damit sparen, wird jeder etwas bekommen, und d,es entspricht zugleich einem Gebote der, Zeit _ __|s Uin.,-0 Aber verlangen Tie ansArnekhch MAGG gliedern mitteilen konnte, schloß er mit dem Gedenken an den Führer und die Wehrmacht die Versammlung. 2Reid)6fleiberfarte für beurlaubte und entlaffeneGoldaten. Der Reichswirtschaftsminister hat die Aushändigung von Reichskleiderkarten bei der Beurlaubung und Entlassung aus der Wehrmacht neu geregelt. Wehrmachturlauber erhalten danach grundsätzlich keine Reichskleiderkarte. Diejenigen Wehrmachturlauber aber, die nachweislich für längere Zeit bzw. bis auf weiteres von der Truppe beurlaubt sind und versichern, daß eine Versorgung mit bezugsbeschränkten Spinnstoffwaren durch die Wehrmacht seit ihrer Beurlaubung nicht mehr erfolgt, erhalten ohne weiteres die volle Reichskleiderkarte. Bei endgültigen Entlassungen werden je nach der Dauer der Zugehörigkeit zur Wehrmacht den entlassenen Soldaten zusätzlich Kleiderkartenpunkte, die bis zu anderthalb Karte gehen können, ausgehändigt. Wo stehen wertvolle Walnußbäume? Der Winterfrost 1939/40 hat unter den Walnußbäumen stark aufgeräumt. Es sind viele der an= gekörten wertvollen Bäume erfroren, die vorgesehen waren als Lieferanten von Edelreisern zur Veredelung und von Früchten zur Aussaat zwecks Heranzucht wertvoller Zuchtware. Anderseits haben erfreulicherweise doch viele Walnußbäume den strengen Winter überstanden und tragen auch Früchte. Die Versuchs- und Forschungsanstalt für Wein- und Gartenbau in Geisenheim, Forschungsstelle für Walnußveredelung und Züchtung, ist bemüht, diese Bäume zu ermitteln und die Früchte auf ihren Markt- und Handelswert zu prüfen. Geeignete Bäume werden angekört, damit deren Früchte für die Zukunft zur Aussaat und deren Edelreiser für Veredelung Verwendung finden. Die Forschunas- stelle hat eine Anleitung drucken lassen, die allen Besitzern wertvoller Walnußbäume durch die zuständige Gartenbauberatungsstelle zugestellt wird. Letztere haben Auftrag, die besonders wertvollen Bäume zu ermitteln, mit dem Besitzer in Verbindung zu treten und die erforderliche Verbindung zur Forschungsstelle herzustellen. Es ergeht daher an alle Besitzer wertvoller Walnußbäume die Bitte, sich mit der zuständigen Gartenbauberatungsstelle ** Dienstjubiläum bei der Stadt Gießen. Sein 35jähriges Dienstjubiläum bei den Stadtwerken kann heute der Schichtführer Heinrich Schmidt feiern. Im Kreise der Arbeitskameraden wurde der Jubilar geehrt und erhielt für seine.langjährigen treuen Dienste ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters ** Eine Achtzigjährige. Am heutigen Mittwoch kann Fräulein Frida Habermann, Jhe° rinMraße 9 wohnhaft, in guter Gesundheit ihren 80. Geburtstag begehen. Der Jubilarin unseren herzlichsten Glückwunsch. Strafkammer Gießen. Der wegen Diebstahls und Diebstahlsversuchs bereits vorbestrafte K. I. aus Klein-Karben war an« geklagt, in Ausübung seines Dienstes bei der Reichsbahn in Altenstadt und Lindheim in sechs bis sieben Fällen Nachweise über Zeitfahrkarten gefälscht zu haben. Er hatte die Nachweise über kürzere Strecken, als für die tatsächlich eingelösten Karten bezahtt war, eingetragen und den sich daraus ergebenden Differenzbetrag stets in seine Tasche gesteckt. Auf diese Weise veruntreute er insgesamt etwa 60 bis 70 RM. Der Angeklagte war geständig. Dem Antrag des Angeklagevertreters entfpre- Stadttheater Gießen. Am heutigen Mittwoch wird dramatische Ballade in drei Akten von ChristiaN^iemens wiederholt. Spielleitung: Intendant Har^ Walter Klein Bühnenbild: Karl Löffler. Ortszeit für den 19. September. Sonnenaufgang 7.06 Uhr, Sonnenuntergang 19.30 Uhr. — Monduntergang 9.45 Uhr, Mondaufgang 20.38 Uhr. Staatsrat i. N. Block 75 Lahre alt. Am morgigen 19. September kann der Staatsrat i. R. R u d o l f B l o ck in Darmstadt in aller Frische seinen 75. Geburtstag begehen. Durch seine langjährige Tätigkeit in der Schulabtsilung des hessischen Ministeriums und durch sein Wirken für den VDA. ist Staatsrat Block weithin in Hessen bekannt geworden. Der Jubilar stammt aus Alsfeld, wo er am 19. September 1865 als Sohn eines Forstmeisters geboren wurde. Er studierte Mathematik und Naturwissenschaften an den Universitäten Leipzig, München und Gießen, im Mai 1888 bestand er in Gießen das Fakultätsexamen. Nach seinem Vorbereitungsdienst für das höhere Lehramt war er als Lehramtsassessor in Heppenheim an der dorttgen Höheren Bürgerschule (spätere Oberrealschule) tätig, dann genügte er seiner Militärpflicht. Anschließend kam er ab 1. April 1891 als Oberlehrer nach Gießen an das Realgymnasium und die Oberrealschule, die damals noch vereint waren. Hier wirkte er bis zum 1. Oktober 1904, dann wurde er zum Direktor der Realschule in Wimpfen ernannt. Am 1. Oktober 1907 wurde er als Oberschulrat in die Schulab- teilung des hessischen Ministeriums des Innern berufen, dort wurde er im Jahre 1910 zum Geheimen Oberschulrat, 1919 zum Ministerialrat und bald darauf zum Staatsrat ernannt. Bis zu seinem Uebertritt in den Ruhestand am 1. Mai 1931 war er im Ministerium an führender Stelle des hessischen Schulwesens tätig. Neben seinem Amt wirkte er als Leiter des Volksbundes für das Deutschtum tm Auslande (VDA.) in Hessen in hervorragender Weise; seine Verdienste auf diesem Gebiete wurden im Mai 1932 vom Deutschen Auslandsinstitut durch die Verleihung der Ehrenurkunde für Verdienste um das Auslandsdeutschtum anerkannt. In zahlreichen pädagogischen Fachzeitschriften und in Abhandlungen pädagogischen Inhalts hat Staatsrat Block auch als Schriftsteller auf dem Gebiete der Schulfragen eine weitteichende Tätigkeit entfaltet. Lange Jahre war Staatsrat Block Vorsitzender des Hessischen Oberlehrervereins. Er war auch der Gründer des Deutschen Philologenverbandes, m dem . er die zahlreichen deutschen Oberlehrervereine zusammenführte. Sein Wirken auf diesem Gebiet wurde durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft im Hessischen und im Deutschen Philologenverband anerkannt. iHtwttieut m mm m Sportamt. Sport und Spiele für Männer und Frauen Mittwochs von 20.30 bis 21.30 Uhr, Goetheschule. 67 700 NM. für das Kriegs-WHW. Bei den Spenden am ersten Opfersonntag des Kriegs-Winterhilfswerks 1940/41 wurden im Kreise Wetterau rund 67 700 RM. gesammelt. Auf die Stadt Gießen und ihre beiden Vororte entfallen von dieser Summe 14 885 RM. Gegenüber der gleichen Sammlung beim 1. Kriegs-WHW. stellt dieses Ergebnis eine erhebliche Steigerung dar. Dom Mütterdienst des Deutschen Frauenwerks. Am morgigen Donnerstag, 19. September, beginnt der Mütterdienst des Deutschen Frauenwerkes wieder mit einem Nähkursus. Zunächst sind Stopfen und Flicken vorgesehen. Der Kursus beginnt um 20 Uhr im Hause Schanzenstraße 18. Anmeldungen werden in der Dienststelle der Kreisfrauenschaft, Frankfurter Straße 1, entgegengenommen. Gießen-Wieseck. / Ein Jahr ift eine Winzigkeit im Leben der Nation. Es taucht unter im Jahrzehnt oder wird aufgesogen von der Bedeutung des Jahrhunderts. Und doch kennen wir Jahre, die dem Jahrzehnl, ja selbst dem Jahrhundert ihren Glanz und ihre Größe geben. Das vergangene Jahr war ein solcher Abschnitt, der aus der Geschichte unseres deutschen Volkes nicht mehr fortzudenken ist. An der Härte dieses Jahres wurden wir selber hart, und an seiner Größe ricy- ten wir uns auf. Dieses vergangene Jahr des Kamp* fes und Sieges beherrscht uns und erfüllt uns bis zum äußersten. Wir fühlen seine Bilder für immer in uns lebendig. Diese Bilder des vergangenen großen Jahres, die wie Monumente unseres Sieges in die Zukunft hineinragen, sind auf winzigem Raum in fünf kleinen Abzeichen-Büchlein zusammen- qedrängt, die uns die erste Reichsstraßensammlung für das Kriegs-WHW. 1940/41 am 21. und 22. September bringen wird. In den 90 Bildern dieser kleinen Bändchen zu 3V-- mal 5 Zentimeter Größe, die den Titel: „Des Führers Kampf im O st e n" führen, rinnt ein Stück Weltgefchichte ab. Jede bedeutungsvolle Phase der Vorgeschichte des Krieges, der Vertragsabschluß mit Sowjetrußland, des Führers Rede, die Antwort Polens und die Drohung der Westmächte, Polens Herausforderungen rinnt Bild für Bild vor uns ab. Jedes bedeutsame Ereignis ist durch ein eindrucksvolles Photo vergegenwärtigt, das uns erneut die ganze Spannung jener Stunden fühlen läßt. In zwei weiteren Bändchen erleben wir bann den glanzvollen Sieges'zug der achtzehn Tage. Jeder Tag ist in einem Bild festgehalten. Monumente und Meilensteile des Sieges sind diese Bilder, hart wie aus Eisen geschnitten die Konturen Am Freitagabend führte Vereinsführer Dau- pert vom Tv. Wieseck als Ortssammelleiter für das WHW. einen Appell sämtlicher Vereinsführer der hiesigen Sportvereine durch und gab dabei die Richtlinien für die Sammlung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen zugunsten des WHW. bekannt/ Zugleich wurde der vorteilhafteste Einsatz der einzelnen Gemeinschaften festgelegt. Die Kegler werden auf ihren Bahnen Gelegenheit zu sportlicher Betätigung für das WHW. geben, der Kanuklub beteiligt sich an der allgemeinen Sammeltätigkeit, der Turnverein wird einen Ausschnitt aus seiner Arbeit in den Straßen und auf den Plätzen Wiesecks geben, auch die Jugendorganisationen werden sich beteiligen, die Radfahrer stellen sich in den Dienst der guten Sache. _ In einem Mitgliederappell des Turnvereins, in dem Vereinsführer Daupert die politische Bedeutung der Sammlungen für das WHW. her aus stellte, wurden die Vorarbeiten des Vereins erledigt. Nachdem die allgemeine Sammlung in der üblichen Welse durchgeführt ist, wird am Sonntag um 13 Uhr der Turnverein seine Turner und Turnerinnen einsetzen. Gemeinschaftlich mit der HI. und dem BDM. wird ein Umzug durch die Straßen durchgefuhrt, und dabei werden an verschiedenen Plätzen und Straßenkreuzungen turnerische Vorführungen gezeigt und den Zuschauern Gelegenheit zum Spenden gegeben. Gießen-Klein-Linden. Der Turnverein Klein-Linden 1889 hatte für Samstagabend seine Mitglieder in die Wirtschaft von Fritz Weller zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Man befaßte sich in der Hauptsache mit dem Einsatz des Vereins bei der ersten Straßensammlung für das Kriegs-Winterhilfswerk 1940/41. Die freiwilligen Meldungen der Turner und Turnerinnen gingen so zahlreich ein, daß kaum alle freiwilligen Helfer eingesetzt werden können. Versammlungsleiter Karl Weiß gab dann an die Sieger im diesjährigen Gemeindesporttag die Siegerurkunden und sonstigen Auszeichnungen aus. Nachdem er noch die Anmeldung von 20 neuen Mit- binden. * Lollar, 16. Sept. Dieser Tage fand hier eine Tagung der Unte r g ru p p e n f üh r e r der Gemeindegruppe Lollar des Reichs- lustschutzbundes statt. Im Mittelpunkt der Besprechung standen dringende Angelegenheiten des Luftschutzes. Gemeindegruppenführer, Luftschutzführer Eberle, gab zunächst einige Anordnungen der Ortsgruppe, Gruppe und des Reichsluftfahrt- Ministers bekannt. In nächster Zeit zu erstattende Meldungen wurden eingehend besprochen. Dann wies der Gemeindegruppenführer die Untergruppen» sichrer an, dafür zu sorgen, daß in allen Untergruppen unbedingt die notwendigen Selbstschutzkräfte vorhanden sind. Er gab Anweisung, stets auch für den etwa notwendig gewordenen Ersatz zu sorgen und überhaupt den Kreis der erfaßten und herangezogenen Personen zu erweitern. Die Anordnung des Landrates über die Tierluftschutzkästen muß unbedingt sofort durchgeführt werden. Das gleiche gilt hinsichtlich der Anschaffung der Luft- schutzgeräte, insoesondere der Einstellspritzen, die m allen einschlägigen Geschäften zu erhalten sind. In jedem Haus muß eine solche vorhanden fein. Größte Aufmerksamkeit ist der Verdunkelung der Wohnungen und Höfe zu widmen. Es gibt immer noch Volksgenossen, die es damit nicht genau genug nehmen. Dort, wo Belehrung erfolglos ist, müssen schärfste Strafen verhängt werden. Auch nach der Entwarnung darf kein Lichtschein aus den Wohnungen zu bemerken sein. Die Luftschutzräume sind bei Fliegeralarm unbedingt aufzusuchen. Die Amtsträger wurden angewiesen, dies immer wieder zu überprüfen. In jedem Hause soll ein Luftschutzraum vorhanden sein. Die Erfahrung zeigt immer wieder, daß nur ein ordnungsmäßig hergerichteter Luftschutzraum sicheren Schutz gewährt. Getötet und verletzt wurden immer nur Personen, die den Luftschutzraum nicht aufgesucht hatten. Untergruppen» sichrer Zecher (Ruttershausen) berichtete hierzu - über einen Luftangriff, den er in einer südwestdeutschen Stadt miterlebte, und bestätigte in vollem Umfang das Gesagte.? Das Einsammeln und Mit- nehmen von Sprengstücken usw. durch die Bevölkerung und besonders durch Kinder ist verboten. Es wurde auf die Gefahren durch die in letzter Zeit von britischen Fliegern abgeworfenen Brandplätt- chen hingewiesen und Anweisung zu ihrer Einsammlung und Unschädlichmachung gegeben. Die Luftschutzunterweisung in den Häusern ist gemäß der ergangenen Richtlinien fortzusetzen, ebenso die Ausbildung. Hierzu gab Ausbildungsleiter Zecher einige Erläuterungen. Nach Besprechung einiger interner Angelegenheiten schloß Gemeindegruppenführer Eberle in der üblichen Weise die Tagung. § Lich, 17. Sept. In den Räumen des N S V.- Kindergartens fand ein Mütterabend statt. Nach Erörterung verschiedener Fragen, die sich im Laufe der letzten Wochen ergeben haben, gab die Leiterin des NSV.-Kindergartens, Fräulein Hildegard Konrad, bekannt, daß die Kinder in Zukunft auch ärztlich betreut und monatlich an einem bestimmten Wochentage untersucht würden. Ferner werde'zur Förderung des allgemeinen Gesundheitszustandes täglich Lebertran zum Frühstück verab- reicht. — Die erste Haussammlung für das Kriegs- WHW. 1940/41 ergab hier einen Betrag von 1380,56 RM. chend wurde er wegen Untreue in Tateinh^t mh schwerer Amtsunterschlagung zu einem Jahr Gefängnis und 50 RM. Geldstrafe verurteilt. Die Geldstrafe und ein Monat der Gefängnisstrafe gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Straferschwerend wurden die einschlägigen Vor- ftrafen, strafmildernd das umfassende Geständnis des Angeklagten berücksichtigt. Aus der engeren Heimat. Besichtigung desNSKK.-Sturmheims in Hungen. * S)u»gen, 16.September. Der Stabsführer her Motorgruppe Helfendes N S K K. besichtigte in Begleitung von Standartenführer Metzler verschiedene Dienststellen im Bereich der Standarte 147. Dabei stattete er auch dem neuen Sturmheim des Motorsturms 5/M147 in Hungen einen Besuch ab. Er ließ sich eingehend das Geschäftszimmer des Sturmes, den Verkehrsraum, den technischen Raum, die Kammer sowie den geräumigen Lehrsaal zeigen und .gab seiner Befriedigung über die vom Motorsturm 5/M 147 geleistete Arbeit Ausdruck. Besondere Anerkennung wurde dem Sturmführer Rinker zuteil, weil er es verstanden hat, trotz des Krieges den Dienst in den drei Trupps Lich, Villingen und Hungen in geordneter Weise durchzuführen. Anschließend besichtigte der Gruppenführer noch den neuen Dienst- raum des Trupps Lich. Schwerer Sturz in der Scheune. * Gambach (Kreis Friedberg), 18. Sept. Am gestrigen Dienstag stürzte der Landwirt Heinrich Bönfel von hier in seiner Scheune von dem hohen Gerüst in die Scheunentenne ab. Bei dem Sturz erlitt der bedauernswerte Mann einen fchweren Schädelbruch und einen Rippenbruch. In ernstem Zustand mußte er von der Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes nach Gießen in die Chirurgische Klinik überführt werden. Großes Saugtück im Walde. LPD. Alsfeld, 17. Sept. In einem Saufang in den großen Waldungen in der Gegend von Schellnhausen (Kreis Alsfeld), der wegen der starken Wildschweinplage dort von der Forstverwaltung angelegt worden war, fand der Revierförster auf seinem Kontrollgang am frühen Morgen sieben Wildschweine gemeinsam in sicherer Gefangenschaft vor. Diese große Jagdbeute war auch für den erfahrenen Grünrock eine bis dahin noch nicht erlebte Ueberraschung. Landkreis Gießen. △ Großen-Linden, 17. Sept. Unsere Gemeinde hatte im Frühjahr etwa 254 Morgen Flachs ausaesät. Jetzt sind die Schüler der oberen Klasse unter Leitung ihrer Lehrer damit beschäftigt, die Pflanzen auszurupfen und in kleine Garben zu