Samstag, 18. /Sonntag, 19. Mai 1940 d • Samstag, 18., Eichener Anzeiger 190. Jahrgang Nr. 116 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: DieJllustrierte Gießener r>amilienblätter HeünatimMld DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4 Beilagen.RM.1.95 OhneJllustrierte * 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" , Postscheck 11686 s^rankf^M. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8V2Uhrdes Vormittags Grundvreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.Fehlanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäßigte Grundvreise Baderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. vrühlsche Univerfitatrdruckere; 8. Lange General-Anzeiger sür Oberhessen $ Siehen,^chulsttatzt 7-9 Die belgische Hauptstadt in deutscher Hand. Oie Dyle-Gtellung zerschlagen. — Oie Maginot-Linie in 100 Kilometer Breite durchstoßen. — 12000 Gefangene. Unsere Lagekarte veranschaulicht- gestrichelt den von unserer Wehrmacht bis zum Donnerstag besetzten Teil Belgiens, punktiert das Gebiet der Niederlande. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Großer Eindruck in Italien. Oie tleberlegenheit der deutschen Kommando-Einheit. Mailand, 17. Mai. (Europapreß.) Mario Ap- pelius, der weitgereiste Kriegsberichterstatter des halbamtlichen „Popolo d'Italia" hebt in einem ausführlichen Artikel den hohen Kampfgeist der deutschen Truppen hervor, ihre gewaltige Ausrüstung, die straffe Kommando-Einheit, die vollkommene Zusammenarbeit der verschiedenen Waffen, die neue Kriegstechnik und die völlige Beherrschung der Luftwaffe. Deutschland siege, so sagt Appelius, weil es ein einheitliches Kommando habe, das vom Obersten Befehlshaber der Wehrmacht ausgeübt werde, weil die nationalsozialistische Disziplin die aanze Nation eingereiht habe und weil Deutschland seine Schlachten mit deutschen Soldaten austtage und nicht mit Polen, Finnen, Norwegern, Holländern, Belgiern, Indern, Arabern, Senegalesen usw. Der englisch-französische Generalstab habe sich von Adolf Hitler das Gesetz des Handelns aufzwingen lassen und eingestanden, daß die Maginotlinie durch die Ereignisse überholt sei. Auch „Gazzetta del Popolo" schreibt, die jungften Nachrichten zeigten, daß die Maginot-Linie kein unüberwindliches Hindernis mehr darstelle. Ueberem- stimmend werde von den Militärkritikern festgestellt, daß Deutschland die Initiative bchalten und den We st Mächten-den Bewegungskrieg aus- gezwungen habe. Während die Westmächte ihrerseits für einen Belagerungskrieg gewesen seien und Deutschland durch eine Blockade hätten aushungern wollen, setze Deutschland seine gigantischen Bemühungen fort, um die in das französische Befestigungssystem nördlich der Maginot-Linie gerissene Bresche zu erweitern. Natürlich biete das französische Oberkommando alle verfügbaren Kräfte auf, um den deutschen Einbruch aufzuhalten. Der „Popolo d'Italia" hebt die Ueberlegenheit der deutschen Stteitkräfte an Zahl und Ausrüstung sowie die der Luftwaffe hervor, mit denen jetzt der Vormarsch ins Herz Frankreichs getragen werde. Deutschland habe zugleich auch die Möglichkeit, England von den gewaltig näher gerückten Stützpunkten aus anzugreifen. Von dem gegen Frankreich geführten Schlag werde auch England in Mitleidenschaft gezogen. Für Churchill hat „Lavoro Fascista" Worte voll beißender Ironie. Durch die Niederage der englischen Flotte in den norwegischen Gewässern habe Churchill der Welt bewiesen, daß er kein Nelson sei. Infolge dieses „erfolgreichen Rückzuges" fei Churchill „der alte Freund Italiens", von England sofort in die Lage versetzt worden, der Welt zu beweisen, daß er auch weder ein Wellington noch ein Pitt sei. pariser Veirachtimgen zur Schlacht in Aordsrankreich. Genf, 17. Mai. (Europapreß.) Die französische Presse vom Freitag macht in ihrer Behandlung der Kämpfe an der französischen Nord- grenze den bemerkenswerten und nicht ganz einfachen Versuch, einerseits Optimismus zu zeigen, andererseits aber das französische Volk mit der Möglichkeit von Rückschlägen vorsichtig vertraut zu machen. Sie muß sich dabei in Krämpfen winden und gelangt zu Schlußfolgerungen, dre angesichts der neuesten Entwicklung geradezu als unbeabsichtigte Selbstironie wirken müssen. So schreibt de Kerillis in der „Epoque": „Dem Feind ist es ge- lyngm« unsere Sinsen an mehreren Stellen emzu- drücken; in welchem genauen Maß, wir wissen es nicht. Das Oberkommando hat es nicht für ratsam gehalten, genauere Angaben in den offiziellen Berichten zu machen, um den deutschen Generalstab nicht zu unterrichten." , . _ . General Duval schreibt im Journal des De- bats": „Die Wahrheit, die zu verheirnlichen fernen Zweck hat, ist, daß die Maas von den Deutschen im Süden von Namur und bei Sedan überschritten worden ist. Die Panzerdivisionen, denen eine starke Flugaktton und mächtige Arttl- lerietätigkeit vorausging, sind vorwärts geworfen worden, um die Bresche ptit dem Ziel auszunutzen, Berlin, 17. 2Hai. (DNB.) Deutsche Truppen sind nach schweren Kämpfen durch die Dyle- Stellung nördlich Cowen gebrochen und haben IN e ch e l n genommen. Im umfassenden Angriff ist Löwen heute gefallen. Nach dem Zusammenbruch der südlich Löwen gelegenen britisch- französischen Stellung sind heute gegen Abend die deutschen Trikppen in Brüssel einmarschiert. Die belgische Regierung hatte Brüssel fluchtartig verlassen und sich nach Ostende begeben. 3m Norden von Antwerpen haben sich die deutschen Truppen im weiteren Vordringen an die Nordfrontbefestigung herangeschoben. Der Wehrmachtsberichl vom Freitag. Führer-Hauptquartier, 17. INai. (DNB.- e i n Handelsschiff vor Dünkirchen durch Bombentreffer schwer beschädigt. pariser Sorgen. Genf, 18. Mai. (Europapreß.) Nach einer Verfügung der Militärbehörden darf niemand Paris ohne besondere Erlaubnis verlassen. Die Behörden drohen mit ernsten- Maßnahmen gegen die Verbreitung falscher Gerüchte, da infolge des fortwährenden Andranges von Flüchtlingen aus den besetzten Gebieten in Paris die beunruhigenden Gerüchte überhand nehmen. Die Zeitungen fordern zum Einschreiten gegen die Defaitisten und feindlichen Agenten auf. „Ordre" spricht von Schwächen des Polizeikommandos, die bereits zu Aenderungen geführt hätten. Sämtliche Polizeistreitkräfte von Paris haben eine Razzia durch die Hauptstraßen und an den Ausfallpforten der französischen Hauptstadt durchgeführt, um unerwünschte Ausländer einzufangen und festzunehmen, vor allem auf den Champs Elysees, den Boulevards, auf dem Montparnasfe und Montmartre. Ein Riesennetz an den Ausfalltoren der Stadt soll sämtliche ein- und ausfahrenden Kraftwagen anhalten und die Insassen auf ihre Personalpapiere kontrollieren. An vielen Stellen sind sogar regelrechte Straßensperren errichtet. Beamte mit Stahlhelm und Gewehr sollen „für einen etwaigen Angriff" bereit stehen. Gendarmerie, Mobile oder Republikanische Garde, Zoll- und Polizeibeamte, die bisher nur einen einfachen Revolver hatten, sind jetzt mit Gewehren und Karabinern bewaffnet worden. Um den Auszug der Flüchtlinge zu erleichtern, wurde das Verlassen von Paris auf gewissen Straßen verboten. Ständig fahren Kraftwagen aus der französischen Hauptstadt aufs Land hinaus die Frauen, Kinder und das Gepäck befördern. Zur Erleichterung der Truppenbewegungen haben die Militärbehörden die städtischen Autobusse beschlagnahmt. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3n der Schlacht zwischen Antwerpen und Itamur wurde die Dyte- S tettung südlich Davre durch st ohen und die Horbo ft front der Festung Namur genommen. Südlich Waubeuge bis nach Larignan, südöstlich von Sedan, ist die Waginot-Linie auf einer Breite von 10 0 Kilo meter durchbrochen. Französische Panzerkräfte, die sich westlich D i n a n t unseren Panzern entgegenwarfen, sind geschlagen. Verbände des Heeres und -er Luftwaffe verfolgen überall den nach Westen zurückgehenden Feind. 3n den Kämpfen südostwärts Sedan errang -er Kommandeur eines motorisierten Schühenregi- ments, Oberstleutnant B a l ck, durch rücksichtslosen persönlichen Einsatz besondere Erfolge mit seiner Truppe. Bisher wurden an diesem Teil der Front 1 2000 Gefangene gemacht, darunter zwei Generäle, und zahlreiche Geschütze erfreutet. Auf dem Südflügel wehrten eigene starke Kräfte seindliche Entlastungsangriffe ab und konnten im Nachstößen auch hier Boden gewinnen. An der S a a r f r o n t wurde die Lrkundungs- lätigfeit gegen die Waginot-Linie fortgesetzt. Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde gestern durch französische Fernkampfartillerie ohne militärische Gründe die unverteidigte Stadt Rastatt beschossen. Deutsche schwerste Batterien haben daraufhin als Vergeltung das Feuer auf Hagenau eröffnet. 3n Holland ist die Eroberung der Inseln in der Provinz Seeland im Gange. Die 3nsel T h o l e n hat gestern kapituliert. Hauptangriffsziele der Luftwaffe bildeten am IS.Wai die rückwärtigen Verbindungen des Feindes in Frankreich und Belgien. Zahlreiche Lifenbahnstrecken und Straßen sind nachhaltig zerstört, Truppentransportzüge vernichtet, Truppenansammlungen und Warsch- kolonnen zersprengt worden. Durch Angriffe gegen feindliche Seestreitkräfte und Transportschiffe find vor der niederländisch-belgischen Küste e i n f e i n d l i ch e r K r e u z e r und ein Kanonenboot versenkt, ein Transportschi f f so schwer getroffen, daß es auf Strand gesetzt werden mußte, und zwei französische Zerstörer beschädigt worden. 3n der mitt- • lercn Nordsee erhielt ein getauchtes U-Boot einen Bombentreffer, seine Vernichtung ist wahrscheinlich. Vor Narvik gelang es, auf einem Schlachtschiff und einem Leichten Kreuzer Bombentreffer zu erzielen und einen Tanker von 15 000 Tonnen in Brand zu werfen. Lin feindlicher Jäger wurde dort im Luftkampf abgeschossen. Unsere Gebirgsjäger konnten in ihrem Abwehrkampf durch Luftangriffe auf feindliche Ausladungen und Ansammlungen entlastet werden. Verstärkungen wurden ihnen zugeführt. Am gestrigen Tage hat der Feind im Westen insgesamt 59 Flugzeuge verlören. Davon sind 30 Flugzeuge im Luftkampf, 8 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 15 eigene Flugzeuge werden vermißt. Heue Erfolge unserer Luftwaffe. Berlin, 17. Wai. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die deutsche Luftwaffe erzielte bereits in den Morgenstunden des 17. Wai eine Reihe von bemerkenswertes, Angriffserfolgen. An der belgischen Front schoß.heute innerhalb einer Stunde eine deutsche Slastel von sechs Wesserschmitt-Jägern 13 britische Kampfflugzeuge des Wusters Blenheim av, ohne selbst irgendwelche Verluste zu haben. Im Hafen von Dünkirchen wurde ein 5 ertöte r durch zwei Volltreffer schweren Kalibers nnerhalb weniger Winuten zum Sinken ge- brächt. Außerdem wurden ßin Kreuzer uns Das Operationsgebiet im Westen. s MUNSTER nnvM/ — vussmnen ANTWERPEN Genf Calais Ypern Boulögne # Omer Aachen IHLE ■Bonn ttertertn Kopien? Amiem Maub?uge\ Dieppe Sedan Mqm Metz. Maastnchf 'LÜTTICH 6 'tAontmeng V Perdu n : duip 'ßURG IÜSSELDORE XlLKÖLN) ARRAS• Camönai Ostende^~ Brügge DORTMUND Harwich LONDON $ : HAA ... ... - wfw.' mom nuXEMBURü. Triei taarbriieken'* /<& . e &RÜKFL In acht Tagen. Die Welt hält den Atem an, fast klingt es wie ein Märchen, was in der soldatisch knappen Sprache der Berichte des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht mitgeteilt wird. Seit vor nun erst acht Tagen der Führer seinen Entschluß kundtat, dem falschen Spiel Hollands und Belgiens, die hinter der Maske einer einseitig geübten und geforderten Neutralität sich zum Aufmarschgebiet feindlicher Armeen f)ergaben, ein Ende zu machen, haben die deutschen Truppen auf ihrem Siegeszug zur Küste in ständigen harten Kämpfen Strecken durcheilt, die selbst im Zeitalter des Motors und nach den schon erstaunlichen Leistungen deutscher Truppenverbände, in Polen und Norwegen einfach unvorstellbar erschienen, war doch seit dem Grenzübertritt in Belgien sowohl wie in Holland ein ganzes fein ausgeklügeltes und nach modernen strategischen und technischen Gesichtspunkten angelegtes System von Sperrieaeln zu überwinden, das tapfer verteidigt wurde. Aber der „furor teutonicus" des deutschen Soldaten, sein Angriffsgeist, seine vorzügliche Schulung, seine geistige Ueberlegenheit und Wendigkeit im schnellen Erfassen neuer Lagen überwanden im äußerst präzisen Zusammenwirken aller Waffen, von einer genialen Führung wirkungsvoll angesetzt und geleitet, jedes Hindernis, zerbrachen jeden Widerstand, wo er sich auch zeigte. Heute nach acht Tagen des Kampfes ist nicht nur ganz Holland bis auf wenige Inseln der Scheldemündung in deutscher Hand, die deutschen Armeen stehen auch mitten in Belgien, die Dyle-Stellung, die Belgiens Hauptstadt und den Weg zur Küste schützen sollte, ist zerschlagen, deutsche Truppen sind in Brüssel eingerückt, Südbelgien und Luxemburg sind in Eilmärschen durchmessen, die französische Grenze und Verwirrung und Durcheinander hinter der Front zu verursachen." Der General sucht seine Leser damit zu trösten, daß dies auch nur ein großer Zwischenfall sei, dessen Schwere zwar nicht unterstrichen zu werden brauche, der aber korrigiert werden könne. Dann aber kommt das Eingeständnis: „Dennoch ist das Kommando, und das ist vernünftig, der Meinung, daß es keinen Zweck hat, unsere Kräfte auf ungeheueren Fronten zu halten, und es hat alle Anordnungen getroffen, sie auf verschiedene Art und den Umständen entsprechend zu verteilen. Es hört auf, sich einfach überall zu verteidigen, was zu nichts führt dort, wo man nicht angegriffen wurde und dem Feinde die Freiheit überläßt, nach Gutdünken zu handeln. Es setzt nun alle seine Mittel ein, um dem vom Feinde unternommenen Manöver zu antworten, und zwar alle seine Mittel" Henri Bidou schreibt im „Intransigeant": „Dieser Krieg gleicht wenig dem Infanterie- krieg von 1914. Die Waffen, die die Schlachten führen, sind für Besetzungsmanöoer unbrauchbar. Sie gehen vor, aber halten nichts fest. Daraus entsteht ein andauerndes Hin und Her im Kampf und ein Durcheinander, das mit den Kämpfen des letzten Krieges nichts mehr gemein hat. So finden sich Abteilungen von ihrem Gros abgeschnitten im Rücken des Feindes, greifen an und werden angegriffen. Das ist ein Durcheinander ohnegleichen, aber man kann wohl sagen, daß am Ende eines solchen Durcheinanders die Infanterie das letzte Wort spricht." Oas Rätsel der schweren Panzer. Rom, 17. Mai. (Europapreß.) Dem Pariser Vertreter des „Messaggero", der die Stimmung der Bevölkerung der französischen Hauptstadt zu schildern beabsichtigte, sind von der französischen Militärzensur 65 Worte seines Berichtes gestrichen worden. Nur der eine Satz, daß sich niemand die Wahrheit, nämlich das Herannahen der kritischen Stunde, verhehle, ist stehen gelassen worden. Gegenüber den Beschwichttgungs- und Beschönigungsversuchen der französischen Presse, die den Verlust Hollands und eines großen Telles von Belgien mit der Absicht des Generalstabes der West- mächte, eine Frontverkürzung herbeizuführen, zu erklären versucht, stellt der Korrespondent fest, der französische Kriegsplan, der auf die allmähliche Abnutzung und Schwächung der deutschen Streitkräfte durch einen langen Stellungskriege hinziele, sei von den Deutschen völlig über den Haufen geworfen worden. Die Westmächte müßten jetzt die deutsche Initiative erdulden und einen Bewegungskrieg auf einem für sie ungünstigen Gelände annehmen. Bei der Schilderung der Kämpfe an der Maas führt der Berichterstatter als wichtige Einzelheiten die Tatsache an, daß den Deutschen gelungen sei, schwere Panzerwagen auf das Westufer des Flusses zu bringen. Nach dem Eingeständnis des „Temps" erwiesen sich die normalen französischen P a n z e r a b • wehrgeschütze gegen diese schweren Panzer als völlig wirkungslos. Das Problem der Abwehr dieser Panzer werde von den Militärkritikem als „gegenwärtig noch ungelöst" bezeichnet. Man fragt sich in französischen Sachverständigen- kreisen, wie die Deutschen es fertiggebracht hätten^ diese Kampfwagen über die Maas hinüberzu- bringen. Einige abschließende Betrachtungen über die Aussichten des französischen Widerstandes, die offenbar nicht allzugünstig für die Sache der West. Mächte waren, sind dem Korrespondenten ebenfalls von der MMärzensur gestrichen morden. Mffenemsah deutscher Panzer Zerschlagene französische Panzer Deutsche Vomber über dem Flugplatz Dijon Der WehrmachtLericht vom Freitag berichtet, daß französische Panzer, die sich östlich Dinant unseren Panzern entgegenwarfen, geschlagen wurden. Don dem Angriff der deutschen Panzerkraftwagen auf Dinant berichtet unser Bild. — (PK.-Kliem. — Scherl-M.) Von der Wirkung deutscher Bomben gibt diese Luftaufnahme von dem französischen Fugplatz in Dijon einen Begriff. Ein Teil der Hallen ist schon zerstört, und immer noch trifft der Bombenhagel die Flugplatzanlagen. — (PK.-Folkerts. — Scherl-M.) weiter jenseits die Maas überschritten und hier in die durch Ausnutzung des vielfach unüberwindlichen, scharf eingeschnittenen, gebirgigen und waldreichen Geländes, durch künstliche Befestigungsbauten verstärkt, zu einem starken Bollwerk für jeden Verteidiger gewordene Maginotlinie eine klaffende Bresche von 100 Kilometer Breite gelegt. Das ist das Fazit von acht Tagen. Auch auf die D y l e - S t e l l u n g hatten die Engländer und Franzosen die größten Hoffnungen gesetzt, die freilich nun überraschend schnell zunichte gemacht worden sind. Die Dyle-Stellung, als letzter Sperriegel des belgischen Befestigungssystems vor Brüssel war als Verlängerung der Maginot-Maas- linie gedacht, flankiert von den beiden Eckpfeilern der gewaltigen Befestigungen Namurs und Antwerpens. Antwerpen, dessen erste Ursprünge als Befesti- San der Schelde weit in das erste Jahrtausend ^reichen, Mitglied der Hanse und erste Handelsstadt Europas im Reich Karls V., wurde aus höchster Blüte empfindlich zurückgeworfen, als die Holländer in ihrem Freiheitskampf gegen Philipp von Spanien 1585 die Scheldemündung sperrten und damit den Handel der von den Spaniern zurückeroberten Stadt vernichteten. Erst nach der Trennung Belgiens von den Niederlanden 1830 entwickelte sich Antwerpen wieder zu einer der bedeutendsten Handelsmetropolen der Welt, die heute mit ihren Vorstädten 420 000 Einwohner zählt und der kulturelle Mittelpunkt de- Flamentums ist. Ob- wohl Antwerpen noch rund 90 Kilometer von der freien Nordsee entfernt liegt und die Scheldemündungen sämtlich in holländischem Besitz sind, worüber es zwischen Belgien und Holland bis in die neueste Zeit hin vielfache Differenzen gegeben hat, hat Antwerpen sich in scharfer Konkurrenz mit Amsterdam und Rotterdam behaupten können. Der berühmte Brialmont, dem auch Lüttich und Namur ihre Befestigungsanlagen verdanken, baute Antwerpen in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einer der stärksten modernen Festungen aus. Im Weltkrieg war das belgische Heer in den ersten Septembertagen 1914 auf Antwerpen zurück- aewichen und hatte den rechten Flügel der deutschen Armeen mehrfach durch Ausfälle beunruhigt, bis es, von seinen Verbündeten im Stich gelassen,, eingeschlossen und nach einer Belagerung von 14 Tagen, bei der die berühmten deutschen 42-cm- Mörser und die österreichischen 30,5-cm-Motor° batterien neben 28-cm-Marine-Langrohrgeschützen wirkungsvoll eingesetzt wurden, von General Bese- ler am 8. Oktober zur Uebergabe gezwungen wurde. Namur, der andere Eckpfeiler der von unseren in gewaltigem Schwung vorwärtsstürmenden Truppen durchbrochenen Dyle-Stellung, ist ebenfalls eine gewaltige Festung, die schon in den Kämpfen dys 17. Jahrhunderts eine große Rotte gespielt hat und von Brialmont auf das modernste aus gebaut wurde, um das Sambre- und Maastal zu schützen. Im Weltkrieg hatte auf dem Vormarsch durch Belgien die 2. deutsche Armee des Generals von Gollwitz am 20. August die Festung umschlossen und sie mit Hilfe schwerer Belagerungsartillerie schon in wenigen Tagen niedergekämpft. Der Schwerpunkt des deutschen Angriffs auf die Dyle-Stellung lag bei W a v r e, nicht weit von dem historischen Schlachtfeld von Belle-Alliance, auf dem am 18. Juni 1815 Napoleons Kriegsstern unterging. Hier, nur noch 25 Kilometer von Belgiens Hmrpl- stadt entfernt, wurde die AuffanMellung des britisch-französischen Heeres durchstoßen. Eine zweite Bresche schlugen sich unsere tapferen deutschen Truppen 20 Kilometer weiter bei Löwen, der durch die schamlose Greuelpropaganda aus dem Weltkrieg her zu zweifelhaftem Ruhm gelangten alten flämischen Universitätsstadt mit großartigen gotischen Bauten, und drangen auf Mecheln vor, das bereits halbwegs zwischen Antwerpen und Brüssel ebenfalls noch an der Dyle liegt. Auch Mecheln, der Sitz des KaMnal-Primas von Belgien, eine Stadt von 'rund 60 000 Einwohnern, ist durch Prachtbauten der Hochgotik berühmt. Bei Löwen und Mecheln befanden sich unsere Truppen auf den Spuren der Kämpfe, die schwache deutsche Kräfte gegen die Ausfälle der belgischen Armee aus Antwerpen zu führen hatten. In der Front eingedrückt und auf dem linken Flügel überholt, hat die britisch-französische Armee die zum Auffang hes deutschen Vorstoßes bestimmte Dyle-Stellung trotz der vielgerühmten Befestigungen nicht zu halten vermocht. Schon wenige Stunden, nachdem der deutsche Wehrmachtsbericht den Durchbruch der Dyle-Stellung gemeldet hatte, standen deutsche Truppen, von dem unwiderstehlichen Willen zum Siege vorangetragen, in den Mauern Brüssels. Nach einem Feldzug von genau acht Tagen weht die deutsche Reichskriegsflagge im Herzen Belgiens. Nur wenig mehr als hundert Kilometer sind es noch bis nach Ostende, wohin die belgische Regierung geflohen ist, bis zur belgischen Küste, die bestimmt ist, die neue Front gegen England nach Süden bis zum Kanal zu verlängern. Brüssel, einst der Sitz der Herzöge von Brabant, war unter Burgundern und Habsburgern Hauptstadt der Niederlande, mit seiner berühmten Kathedrale und dem herrlichen Marktplatz, umstanden von den gotischen Fassaden der alten Zunfthäuser, noch heute von ausgeprägt flämischem Charakter. Die Francillons gewannen in Brüssel erst die Oberhand, als es Hauptstadt des neugeschaffenen Königreichs Belgien wurde, das seinen Unabhängigkeitskrieg gegen die Niederlande mit Hilfe Frankreichs geführt yatte und nun zum Dank dafür Kultur und Sprache seiner herrschenden Schichten von dort bezog. Heute ist Brüssel eine äußerst lebendige, auch wirtschaftlich sehr rege moderne Großstadt, die mit ihren Vororten 840 000 Einwohner zählt. Es bleibt nun dem britisch-französischen Heere, das in wohlvorbereiteter Stellung den deutschen Vormarsch erwartet hatte, aber nicht imstande gewesen war, Den mit Elan vorgetragenen deutschen Vorstoß aufzufangen, nichts anderes übrig, als den Spuren der belgischen Regierung zu folgen und auf Gent—Ostende auszuweichen, wenn es nicht die Küste preisgeben will und auf den Raum vsn Lille zurückgeht, wo die die Namen der vielen durch das Blut tausender deutscher Weltkriegssoldaten geheiligten Schlachtfelder Flanderns wieder lebendig werden. Ein Ereignis von kaum geringerer Bedeutung und noch gar nicht abzusehender Tragweite hat sich a n der Maasfront zugetragen. Hier ist zwischen Sambre und Maas in einer Breite von 100 Kilometern di« Maginot-Linie durchbrochen. Hier hat sich die unerhörte < dynamische Kraft der deutschen Panzertruppen in einer bis dahin einfach unvor- stellbaren Weise gegen einen Panzergürtel schwer- ster Befestigungen ausgewirkt. Wie dem Angriffsgeist des deutschen Infanteristen in Holland und Belgien der Motor Flügel verlieh zu einem Siegeszug, für dessen Tempo die Kriegsgeschichte keine Beispiele kennt, so war es hier an der Maginot- Linie entlang der französisch-belgischen Grenze die In nahezu allen Phasen der großen Entscheidung in Belgien, in denen deutsche und französische Panzer aufeinandertrafen, wurden die französischen Einheiten — nicht zuletzt durch die zusätzlichen zermürbenden Schläge der deutschen Luftwaffe — aufgerieben oder verlustreich zurückgeworfen. — Unser Bild zeigt deutsche Soldaten in einer belgischen Ortschaft vor einem zusammengeschossenen französischen Panzerkampfwagen. — (PK.-Schulze-Scherl-M.) krieges her ein vertrauter Name, deckt das Sambre- Tal gegen Vorstöße von Namur—Charleroi her, der linke Flügel der deutschen Einbruchsarmee kämpfte auf dem historischen Schlachtfeld von Sedan. Weder hier und weiter südlich, wo man sich durch Bereitstellung starker Kräfte vor Heber« raschungen gesichert hatte, noch vor der Mitte der Front bei Dinant vermochten feindliche Gegenstöße, die zur Entlastung der vom Einbruch unmittelbar bedrohten Abschnitte unternommen wurden, trotz des Einsatzes starker Panzerverbände Boden zu gewinnen. Sie wurden zurückgeworfen, die Maasfront in 100 Kilometer Breite zerschlagen, die Zahl von 12000 Gefangenen lediglich an der Front bei Sedan demonstriert augenfällig die Wirkung des deutschen Dernichtungsschlaas. Ein Blick auf Die Karte eröffnet nach diesen ersten gewaltigen Erfolgen der deutschen Waffen kaum vorstellbare Möglichkeiten, aber wir wollen uns nicht auf gewagte Spekulationen einlassen, nur so viel sei gesagt: Der Bewegungskrieg, wie ihn die überlegene deutsche Führung dem Feind nach seinem eigenen Eingeständnis aufgezwungen hat, läßt alle starren Formen fallen, heute sucht man nicht mehr eine Front, die rechts und links auf Fühlung und Anschluß sieht, wie noch im Weltkrieg selbst beim Aufmarsch und den Eröffnungsschlachten des Sommers 1914 und dann wieder bei der deutschen Einsatz der modernen Waffen bis zum äußersten aufgelockert. Im Rahmen der großen tragenden Idee des Feldherrn, dessen zuchtvolle Phantasie die Heere bewegt, ergibt sich für diese aus dieser Auflockerung, wie schon der Krieg in Polen gezeigt hat, eine große Selbständigkeit, die ungeheure Entschlußkraft und Wendigkeit erfordert. Die deutsche Heeresleitung hat wie in Polen nun auch auf dem neuen Kriegsschauplatz im Nordwesten gezeigt, daß sie alle Elemente der modernen Kriegführung in geradezu virtuoser Weise beherrscht und handhabt, sie hat es verstanden, dem Feinde das Gesetz des Handelns vorzuschreiben und wird die Initiative nicht aus der Hand lassen. Es ist bezeichnend für die neue Sage, daß sie den Feind vor schwerwiegende Entscheidungen stellt, man tönte sich denken, daß sie je nach den Gesichtspunkten, von denen aus sie betrachtet werden, sehr verschieden ausfallen müßten. Schon jetzt fehlt den Belgiern nach dem Verlust der Dyle-Stellung und ihrer Hauptstadt eigentlich das militärische Ziel für eine Fortsetzung des Kampfes, wenn sie nicht ausschließlich für die Interessen Englands die Reste ihrer Wehrmacht opfern wollen. Die Engländer ihrerseits legen begreiflicherweise das größte Gewicht auf die Verteidigung der belgischen Küste, um die Deutschen von den eigenen Gestaden sernzuhalten. Völlig anders liegen wieder die Interessen der F r a n z o - Wucht der modernen deutschen Panzerwaffe, gegen die kein Kraut gewachsen war. Die Festung Mau- , . „ _ beuge, ebenfalls aus den ersten Wochen des. Welt- FMjahrsosfensivs 1918t Ui Fronten sind durch den j tz n. die mehr auf die Verteidigung ihrer Haupt- '------- Greuelhetze-auch eine,,Waffe" Wir haben es schon im Weltkrieg erlebt, daß die von England planmäßig organisierte Greuelhetze gegen die deutsche Wehrmacht stets dann einsetzte, und sich sehr schnell übersteigerte, wenn der Gegner schwere Rückschläge zu verzeichnen hatte. Das begann schon im Polenfeldzug. Das steigerte sich im norwegischen Feldzug mit der Verbreitung bewußt erlogener „Meldungen" über die Beschießung etwa friedlicher Landbewohner durch deutsche Flugzeuge. Das hat jetzt einen vorläufigen Höhepunkt erreicht im Zusammenhang mit den Operationen im westlichen Feldzug. Geleitet und maßgeblich beeinflußt wird diese Greuelhetze von Denjenigen Staaten, deren Regierungen verantwortlich sind für den fort- geletzten Bruch internationaler Konventionen gegenüber neutralen Staaten, von Denjenigen! Staate auch, der feine militärisch autorisierten Mörder upd Schwerverbrecher nach vollzogener Tat öffentlich durch die Regierung belobigt wie beispielsweise das Gesindel des Zerstörers „Cossack", Den Dann oben an der norwegischen Küste sein verdientes Schicksal ereilte. An der Westfront hat jetzt ein Feldzug von nur einer Woche eine Lage entstehen lassen, die in den Reihen des Gegners außer schwersten Verlusten Der Optiker am Sahnhafl Ihrer Krankenkasse aller Art eine tiefgehende Beunruhigung hervorge- rufen hat. Schlagartig hat infolgedessen eine wahre Flut der niederträchtigsten Greuelmeldungen in England und Frankreich eingesetzt: Beschießung eines Flüchtlingszuges von 500 Personen, von denen nur 200 (genau!) angefommen seien? Verfolgung der holländischen Thronfolgerin und. ihrer kleinen Tochter durch Deutsche Flugzeuge, Die auf sie geschossen hätten, weil ihnen Die Vernichtung der Prinzessin befohlen worden sei, Verwendung von 2000 Uniformen holländischer Behörden als Verkleidung für deutsche Soldaten (sofort amtlich identifiziert als abgetragene blaue Uniformen Der Schutzpolizei, die 1 in einigen Grenzorten im August 1939 durch Die Grenzwachen zur Aufbewahrung eingeliefert worden waren und sämtlich die deutschen Hoheitszeichen usw. trugen); Bombardierung belgischer Flüchtlinge auf Landstraßen; Bombardierung nichtmilitärischer Stadtteile viele Stunden hindurch usw. Daneben tauchen sämtliche Erzeugnisse der englisch-französi- chen Giftküche aus dem Weltkrieg wieder auf wie die angebliche Verteilung vergifteter Bonbons und dergleichen mehr. Es ist nicht etwa so, daß diese ordinäre Kampf- art der Presse überlassen bleibt, vielmehr beteiligen ich die beiden „Jnformationsministe- r i e n" führend an diesem widerlichen Treiben. Dementsprechend sind auch sämtliche anderen Publi- kationsmittel in den Dienst dieser Greuelhetze ge- teilt, beispielsweise die amtlichen Nachrichtenbüros. So leitet u. a. die französische Havas-Agentur eine Greuelschilderung mit dem Satz ein: „Die deutsche Armee begeht mit wahrer Herzenslust dieselben Verbrechen wie 1914." Wir haben wichtigeres zu tun als jede Greuelmeldung zu widerlegen. Eine derartige Verteidigung im einzelnen hat die ruhmreiche und ritterliche deutsche Wehrmacht im Gegen- atz zu unseren Gegnern noch niemals nötig gehabt — die Kolonialgreuel Englands und Frankreichs füllen dagegen eine ganze Bibliothek, aber jede einzelne dieser Hetzlügen wird ihre gebührende Antwort erhalten. Friedrich Der Große sprach einmal in tiefster Verachtung das Wort: „Und mit solchem Pack muß ich mich herumschlagen!" Das Wort trifft auf die Methoden eines Gegners zu, der anscheinend so wenig Vertrauen zu den Leistungen seiner Wehrmacht hat, daß er ohne die widerwärtigste Greuelhetze anscheinend nicht mehr auskommen kann. tadt gerichtet sein müßten, als für England sich an der belgischen Küste zu schlagen. Diese starke Divergenz Der militärischen Interessen der Verbündeten wird kaum ohne Einfluß auf die Leitung ihrer künftigen Operationen bleiben, ganz abgesehen davon, daß die deutsche Initiative die Kriegslage so aestaltet hat, daß der Gegner es überhaupt schwer haben wird, neue Operationen großen Stils von ich aus einzufädeln. Dr. Fr. W. Lange. WachfendeAervoM in England Stockholm, 17. Mai. (Europapreß.) Die Nervosität, die das rasche deutsche Vorgehen in Holland, Luxemburg und Belgien in England ausgelöst hat, scheint nach Berichten der neutralen Presse aus London immer größer zu werden. „Die deutschen Fallschirm- und Luftlandetruppen scheinen den Engländern große Sorge zu machen", schreibt „Sagens Nyheter". Männer im Alter llis zu 70 Jahren würden mobilisiert und müßten sich dem Freiwilligenkorps zur Bekämpfung der Fallschirmtruppen zur Verfügung stellen. Wie das Kriegsministerium mitteilt, haben sich an einem Tage 250 000 Freiwillige für die Ortswehren gegen Fallschirmjäger gemeldet. Durch Rundfunk wird das Publikum dauernd vor der Gefahr von Angriffen durch Fallschirmjäger gewarnt. Es wird aufgefor- dert, die Automobile nachts unbrauchbar zu machen. Ganz England wird in Zonen eingeteilt. In London werden Tag und Nacht Wachdienste eingerichtet, ebenso auf den Brücken und an wich' tigen Eisenbahnknotenpunkten. Besondere Vorsichtsmaßnahmen wurden im Regierungsviertcl von White hall getroffen, wo die Fallschirmjäger im nahen St.-James-Park niedergehen könnten. Der Sitz der Admiralität wurde von Arbeitern mit einem hohen Drahtverhau umgeben, außerdem wurde ein fünf Meter tiefer Graben auf dem Gelände der Admiralität ausgeworfen. Sand- sackbarrikaden mit Maschinengewebrnestern werden vor dem Kriegsministerium beraerichtet. Die Verwaltungsbeamten wurden aufgefordert, die Verlegung der Ministerien nach Provinz st ädten vorzubereiten. Dutzende von De- antf-’n sind bereits umgesiedelt. „Dagens Nyheter" meldet weiter, die Flüchtlinge aus Holland und Belgien, die in großen Scharen in England ankämen, müßten sich bei der Untersuchung durch die Behörden den schlimmsten Strapazen aussetzen. Eine genaue Kontrolle Der Pa« viere und des Gepäcks und die Leibesvisitationen dauerten oft stundenlang. Die Bewegungsfreiheit der Flüchtlinge und der Übrigen Ausländer werde mit jedem Tage mehr eingeschränkt. London werde jetzt wieder evakuiert. Tausende von Familien verließen Die englische Hauptstadt. Sämtliche Lokale schlössen sehr zeitig am Abend. Das Nachtleben in London sei völlig verändert Das war Kort Eben Emael! ,Ledes von diesen Forts ist von einem tiefen Antitank-Graben umgeben. Ich möchte den bei Bat- tice auf über 3 Kilometer im Durchmesser schätzen, mit einer zirka 5 m tiefen senkrechten Zementwand an der Außenseite und einem etwa 13 m hohen steilen Glacis an der Innenseite. In dieses Glacis sind Kasematten eingebaut, von wo aus Antitank-Kanonen den Graben bestreichen können..Das Gelände zwischen den Forts ist mit einer Kette eng untereinander verbundener Bunker ausgefüllt, die so gelegen sind, daß sie ein ununterbrochenes Feuernetz bilden. Noch weiter draußen auf dem Ostgipfel des Plateaus, nur wenige Meilen von der Grenze, sieht man eine vorgeschobene Linie von Posten und Verteidigungsstellen. Manche Bunker liegen mitten in den Feldern und sind einfach grün bemalt, so daß sie im Hintergrund verschwinden. In den Dörfern und Weilern bemerkt man häufig anscheinend aus Backstein gebaute Hütten oder Scheunen, die keine oder nur angedeutete Fenster haben, jedoch bei näherem Zusehen bemalte Stahlschiehscharten an Stelle der Fenster. Noch furchtbarer als Sperre gegen plötzliche Invasion ist der tiefe Gürtel vorbereiteter Sprengungen." So schildert Hauptmann Liddell Hart, der sehr bekannte langjährige militärische Mitarbeiter der „Times" und Vertrauensmann des englischen Kriegsministeriums, die Festungswerke von Lüttich unter ausdrücklicher Hervorhebung des Forts Eben E m a e l an der Maas. Das Buch „D i e Verteidigung von Großbritannien" ist auch in deutscher Sprache erschienen, sein Titel beweist schon, daß Liddell Hart diese wie die anderen Festungswerke Belgiens als britische Derteidigungswerke ansteht. Seine anschauliche Schilderung beruht auf unmittelbarem Augenschein, weil ihm der belgische Generalstab schon 1938 (!) die Erlaubnis zu einer Besichtigungsfahrt gab. Freilich sind die strategischen Pläne zur Verteidigung Großbritanniens im belgischen Raum nicht allein auf dem Mist des belgischen Generalstabs gewachsen, sondern in den Londoner und Pariser Miitärbüros mitbearbeitete oder gar ausgearbeitet worden. So erzählt denn auch Liddell Hart als offizieller Sprecher zur Beruhigung seines englischen Publikums, daß in den belgischen Ardennen „Ketten von Bunkern die Anmarschwege durch I Luxemburg zu den Straßengabelungen decken". Ebenso sei der „direkte Anmarsch aus Deutschland ähnlich bewacht, während die durch die tiefen Täler der Ourthe und der Ambleve gebotenen natürlichen Sperrstellungen durch Kunstbauten verstärkt sind." Klarer kann man es seinen Kindern nicht mehr sagen, daß die mit englisch-französischer Hilfe erbauten belgischen Festungsgürtel sich ausschließlich gegen Deutschland richten und der „Vertei- oigung Großbritanniens" im Sinn des Liddell- Hartschen Buches dienen. Ebenso wie das Fort Eben Emael ist auch der belgische Ardenner Wald einschließlich der Sperrstellungen der Ourthe von dem dahinfegenden deutschen Vormarsch überrannt worden. Was an Lütticher Forts noch vorhanden ist, liegt feldzugmäßig „im Hintergrund". Oie Genfer Liga geht nach Frankreich. Mailand, 17. Mai. (Europapreß.) Zu der an- gekündigten Verlegung des Völkerbundsekretariats von Genf nach Vichy, dem bekannten mittelfranzösischen Kurort nordwestlich von Lyon, und vielleicht später nach Südamerika, schreibt der offiziöse „Popolo d'Jtalia", der Völkerbund hade als Zuflucht französischen Boden gewählt und beweise damit, daß die in Versailles ausgebrütete Gesellschaft nur ein Werkzeug der Vorherrschaftpolitik der beiden westlichen Mächte gewesen sei. Die Flucht aus Genf beschließe eine Tätig- keit der Genfer Liga über zwei Jahrzehnte zur Erhaltung des ungerechten Zustan- d e s, der in Versailles von Frankreich und England zum Schaden Italiens und Deutschlands ge- chaffen worden sei. Der Völkerbund sei der Gendarm gewesen, der die im Friedensvertrag unrechtmäßig erworbenen Reichtümer der westlichen Demokratien bewahren sollte. Die reiche Beute an Roh- toffen, Kolonien und Mandaten hätten Frankreich und England die unbedingte Vorherrschaft auf politischem, militärischem und wirtschaftlichem Gebiet in und außerhalb Europas sichern sollen. Reue Ausrüstung in LlE>A. Washington,17. Mai. (Europapreß.) Die Rü° tungs-Botschaft, die Präsident Roosevelt vor dem nordamerikanischen Kongreß verlas, hat bereits Gesetzesform erhalten. Der Vorsitzende des Heeresausfchusfes im Repräsentantenhaus, Abgeordneter May, brachte den Gesetzesantrag ein, in dem der Kongreß um die Bewilligung der von Roosevelt für Heereszwecke angeforderten 726 Millionen Dollar ersucht wird. Gleichzeitig beschloß der Senat einstimmig, das Flottengesetz, das die Senatsausschüsse bereits passiert hat, erneut auf die Tagesordnung zu setzen, und hierin die von Roosevelt für Flottenzwecke angeforderten zusätzlichen 250 Millionen Dollar zu verwenden. Das Programm sieht die Anschaffung weiterer Flugabwehrgeschütze, die Modernisierung der Kampfflugzeuge, die Ausbildung von 15 000 Mann neuer Truppen, Verbesserung von Verteidigungsanlagen in der Panamakanalzone, Einrichtung eines Flughafens in Ancorage (Alaska) sowie die Steigerung der Munitionserzeugung vor. Roosevelt begründete seine Forderung mit dem teilweisen Versagen bisher für gut befundener Abwehrmittel und mit der raschen Entwicklung der modernen Waffen. Japan für einen Status quo im pazifischen Ozean. Washington, 17. Mai. (Europapreß.) Der japanische Botschafter in Washington, Horinouchi, erklärte nach einer eingehenden Besprechung mit Staatssekretär Hüll, die japanische Regierung halte es nicht für erforderlich, Truppen nach Niederländisch-Ostindien zu entsenden, wenn die anderen Nationen die gleiche Zurückhaltung beobachten würden. Wie die O8-X..-Regierung so vertrete auch die japanische Regierung die Auffassung, daß die Aufrechterhaltung des Status quo im Pazifischen Ozean wünschenswert sei. Gegen die von den Westmächten angestrebte Export st eigerung aus Niederländisch-Ostindien habe Japan solange nichts einzuwenden, als japanische Handelsinteressen nicht betroffen würden. Churchill in Paris eingetroffen. Rom, 18. Mai. (Europapreß.) Die Agentur Stefani meldet aus Paris, daß Churchill am Freitagmorgen in Paris eingetroffen rft und sofort eine Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten R e y n a u d hatte. Dieser Unterredung hätten Daladier und der Generalstabschef Game- lin beigewohnt. Die Sitzung der französischen Kammer wurde am Donnerstag nach Reden des Ministerpräsidenten Reynaud und des Kammerpräsidenten Herriot aufgehoben. Die Kammer wird wieder einberufen, sobald die Regierung sich In der Lage sehen wird, neue Erklärungen abzugeben. * „Piccolo" meldet aus London, daß mit der Ausschiffung eines zweiten australischen Truppenkontingents in Aegypten begonnen worden sei, das nach Palästina abgehen werde. Italiens „letzter Befreiungskrieg". Englands Herrschaft im Mittelmeer unerträglich. Rom, 18. Mai. (Europapreß.) Die Stimmung in der italienischen Universitätsjugend spiegelt ein im „Teuere" erschienener Aufsatz wider. Als Sprecher der Unioersitätsjugend fordert der Verfasser das Eintreten Jta iens in den Krieg zur Sicherung des eigenen Imperiums. Wer könne auf die Sicherheit des von Libyen getrennten äthiopischen Imperiums schwören, zu dem Italien der Weg durch die Sperre von Suez verlegt werde? Wer könne denn auf die Sicherheit der i t a l i e n i - ligurische und tyrrhenische Küste, Tunis die Küste igurische und tyrrhenische Küste, Tunis die Küste von Sizilien. Auch die Lehre der Geschichte dürfe nicht vergessen werden. Nach Kenntnisnahme des Berichts des Gesandten Pietro Marchi über die Schädigung des italienischen Seeverkehrs durch die Kontrollmaßnahmen der Westmächte dürfe es in Italien niemand geben, der nicht die ungünstige Lage erkenne, in die der italienische Seeverkehr durch die bestehenden Verhältnisse gedrängt werde. Die Universitätsjugend wolle den Krieg gegen den gemeinsamen Feind Italiens und Deutschlands: die Franzosen und Engländer und ihre Genossen. Diese haben die Italiener durch Jahrhunderte gequält, beleidigt, ihnen gegenüber die grausamsten Ungerechtigkeiten begangen, sie auszuhungern versucht und bereiteten nun ihre Abwürgung vor. Die Universitätsjugend wolle den Krieg zur Sicherung der Größe Italiens. Unter der Ueberschrift „Befreiungskrieg" schreibt der Unterrichtsminster B o t t a i in der Zeitschrift „Critica Fascista" über die Stellung Italiens im M i t t e l m e e r : „Wir haben, keine andere Wahl. Entweder wir werfen das Problem auf oder verpaffen unsere Stunde. Solange die englische Vorherrschaft besteht, wird unser Expansionsdrang auf sie stoßen, besser noch, unser Lebensrecht. Es gibt für uns keine Lebensmöglichkeit, solange Eindringlinge in unserem Meer die Herren spielen. Die Einheit, Unabhängigkeit und das Imperium werden keine endgültigen Früchte bringen und der Rang als Großmacht wird ein Schein und keine Wirklichkeit fein, solange wir nicht die Herren unseres Meeres sind. Die englische Vorherrschaft in unserem Meer ist politisch und geistig unerträglich. Alle Mittelmeervölker müssen diese Beleidigung empfinden und die Notwendigkeit, sie zu beseitigen. Die Engländer waren so naiv oder frech, von den Sanktionen bis zur heutigen Piraterie alles zu tun, um uns dies alles fühlen zu lassen und in uns den Geist der Rebellion zu wecken, der nicht nachlassen wird, bis rojr die Herren unseres Meeres sind. Es handelt sich um eine Bewegung der Freiheit und der Gerechtigkeit und den letzten Befreiungskrieg des italienischen Volkes." Auch am Freitag find.wieder neue Mauer- anfchläge in den Straßen Roms erschienen, auf denen mit den Westmächten abgerechnet wird. — Ein korsischer Kultur-Ausschuß veröffentlicht einen Aufruf, in dem auf die Verfolgung hingewiesen wird, denen die Korsen und die italienische Kultur auf Korsika ausgesetzt sind, und die Bevölkerung Italiens gemahnt wird, auch Korsika nicht zu vergessen. Französische Gefangene. (PK.) Beim schnellen Vormarsch unserer Truppen in Richtung Brüssel stießen unsere Panzerdivisionen zum erstenmal mit französischen Panzerkräften zusammen. Der Gegner wurde nach kurzem Kampf geworfen und ließ eine große Anzahl moderner und schwerer Tanks und viele Gefangene zurück. Vor einem halbzerschossenen Haus in einer kleinen Ortschaft fitzen in der warmen Sonne einige dieser gefangenen Franzosen und unterhalten sich mit den in der Ortschaft rastenden deutschen Soldaten. Zwei von ihnen sind leicht verwundet. Alle stehen noch sichtlich unter dem Eindruck ihrer Gefangennahme, sind im übrigen aber froh, daß für sie der Kampf zu Ende ist. Interessiert sehen sie den in endloser Reche auf der Straße an ihnen vorbeiziehenden Panzern aller Gröhe nach und geben offen ihrer Verwunderung Ausdruck, daß „Le Reich" über so gewaltige Waffen verfügt. Einer der deutschen Soldaten spricht ihre Sprache. Das bricht den Bann vollends, und freimütig schildern die französischen Tankschützen ihre Erlebnisse seit dem Beginn des Krieges. Sie lagen seit September an der französisch-belgischen Grenze, wurden Dutzende Male alarmiert, um gemeinsam mit belgischen Truppen gegen Deutschland zu ziehen. Sie glaubten zum Schluß selbst nicht mehr daran, bis plötzlich am 10. Mai ernster Alarm gegeben wurde und sie überstürzt über die belgische Grenze rücken mußten. Vom Beginn der Operationen an herrschte große Verwirrung beim Vormarsch nach Norden, obwohl die französischen Offiziere immer wieder von einer „petit tour" nach Deutschland sprachen, um die Stimmung ihrer Truppe einigermaßen aufrechtzuerhalten. Der vermeintliche Spaziergang nahm dann schon am dritten Tage ein jähes Ende beim ersten Zusammentreffen mit deutschen Panzern, noch weit von der deutschen Grenze entfernt. ,Ln der Frühe des 13. Mai", so erzählt ein junger Panzerführer aus Paris, „stießen wir in aus» einandergezogenen Formationen fahrend, auf die deutschen Tanks. Das Letzte, was wir von unserem Kommandanten hörten, war der Angriffsbefehl. Danach hörte jede Befehlsübermittlung auf. Noch bevor wir richtig zum Schuß kamen, waren vor uns, rechts und links, neben uns die deutschen Kampfwagen und auch an einen Rückzug war nicht mehr zu denken. Unter der furchtbaren Wirkung des deutschen Feuers versuchten wir nach links durchzubrechen, gerieten aber an eine steile Böschung, an der unser Wagen um stürzte und dadurch kampfunfähig wurde. Leichtverwundet und von dem Sturz zerschlagen verließen wir das Fahrzeug und sahen uns inmitten deutscher Soldaten, die uns gefangennahmen. Sichtlich erfreut über die gute Behandlung — auch sie waren natürlich von chrer Presse restlos verhetzt worden -r- sitzen die Gefangenen zwischen den deutschen Soldaten, bis die Truppe ausbricht und sie zur Gefangenensammelstelle gebracht werden. Leutnant Ziegler. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politft, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provtnz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche UniversitätSdruckerei R. Lange K G. BerlagSleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzetgenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Rr.6. ^Soldaten h aben das Rauchen in Deutsch land erst begänne gemacht Ächon das könnte ihren heurigen Anspruch bc" gründen,möglichst guteHiga" retten erhalten-Mrgeben uns alle erdenkliche2NüheM" ses Verlangen unserer Lolda" tcn aus das beste §u erfüllen OlnsereCÜLDENRING besieht nach wie voraus reinen Orienttabaken von unveränderter Qualität-Ausserdem hat sie ein ^Mundstück,das man nicht sieht,aber spürt,es entspricht also den Wünschen eines jeden Rauchers, ganz gleich, ob er bislang Zigaretten mit oder ohne Mundstück bevorzugt hat- GÜLDENRING4PFG mit erMundstück. Ki'ssner, Fi berste Befehlshaber der Wehrmacht zeichnete auf »orschlag des Generalfeldmarschalls Göring fol- ende besonders verdiente Osfiziere der Luftwaffe iit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes aus: General der Flieger Sperrte, Chef der Luft- lotte 3 und Befehlshaber West für die vorbild- idje Führung feiner Verbände gegen Frankreich; Generalmajor F r h r. v. Richthofen als Führer on Fliegerverbänden, die im besonderen Maße azu beitrugen, das schnelle Vorrücken des Heeres urd) ihr kraftvolles Eingreifen zu ermöglichen; »auptmann Weiß, Führer einer Schlachtgruppe, legen persönlicher Tapferkeit vor dem Feinde und hneidigen Einsatzes seiner Gruppe beim Eingreifen i den Erdkampf. „Sie wollen mir ein Ehrenkreuz bringen, wenn ich meinem Volke vier Kinder geschenkt habe?" — Ditz Blockleiterin bestätigte es mit stummem Kopfsenken, befangen und erhoben zugleich von dem seltsamen Empfang. Da wies die Hand der Frau auf das mittlere Bild an der Hauptwand. „Das ist meirt Mann, Major von Roper. Er fiel vor Perdum Neben ihm unser Aeltester, Friedrich. Er war damals zwanzig und kurz vor seiner Promotion. Er ist bet Langemarck dabei gewesen. In der Marneschlacht traf Werner die Kugel. Kurz vor Kriegsende starb Heinz, unser Jüngster, den Fliegertod. Nur Albert kam zurück und blieb bei mir die bösen Jahre des Niederganges hindurch. Er ist vor wenigen Monaten in der Schweiz gestorben. Sein Lungenleiden, das er aus dem Felde mitgebracht, ist nach einer starken Erkältung erneut zum Ausbruch gekommen. Es hatte ihn dahingerafft, bevor die Heilkraft der Berge wirken konnte." Schweigen füllte den Raum, Schweigen vor der stillen Größe einer Mutter, die das Schicksal durch so viel Schatten geführt, ohne sie beugen zu können. „Daß Sie so stark Ihr Leben tragen!" klang es nach einer Weile bewundernd von den Lippen der Jüngeren. „Einer Mutter Leben ist Opfer, das wissen Sie ja, liebe Frau. Ihr größtes Opfer aber, ihre Söhne dem Vaterland zu geben, ist zugleich ihre letzte Erfüllung. Denn die Kraft eines Volkes ruht im Opfer der Mutter. Margarete von Roper war zu einem Eichenschranke getreten und hatte ihm ein Kästchen entnommen, das sie geöffnet der Besucherin reichte. Auf dunklem Samt lagen Ehrenkreuze — vier Eiferne Kreuze beider Klassen und der Pour le merite. „Das haben sie mir zurückgelassen, meine Jungen — und mein Mann! — Und ich bin stolz darauf!" Lange ruhten die Augen der Blockleiterin auf den Zeichen von Ehre, Treue und Einsatz, dann fragte sie zögernd: „Und was wird Ihnen nun das neue Ehrenzeichen bedeuten?" „Es wird diese fünf Kreuze zusammenfassen, und ich werde es tragen, wie sie getragen wurden. Denn die Ehre des Mannes ist sein Sieg über den Feind, die Ehre der Frau ist ihr Sieg über ihr eigenes Ich, wie es jedes Opfer fordert." Als die Hände der beiden Frauen zum Abschied ineinanderlagen, klang es wie ein Ausrufezeichen hinter einem stolzen Gedanken: „Daß alle Fraue» und Mütter ihr Leben so erkennen möchten!" Von der Tapferkeit des mütterlichen Herzens. Von O. G. Ioerster. „So manche Frau muß schon in den Stunden er Not aufstehen und ihr eigenes Leid von sich tuerfen", schreibt die Dichterin Ricarda Huch mmat, „nicht Leichtsinn, sondern Tapferkeit wird : »n uns Frauen verlangt — nicht gedankenloses Da- itnträumen, sondern tätiges Helfen." Manche Mutter bangt heute um ihren Sohn, der irgendwo an der Front steht, und es wäre nicht zu errounbern, wenn Bangigkeit, Sorge und mütter- iche Sehnsucht sie manchmal anfielen und quälten. Cber die deutsche Mutter eifert auch in unserer Zeit en Beispielen an Opfersinn, Kraft und Selbstüberwindung nach, die zu allen Zeiten in den Müttern der großen deutschen Soldaten lebendig waren. Ihre Bereitschaft und ihr Stolz stehen würdig neben den ruhmvollen Taten und dem heldischen Sterben ihrer Söhne. . Wir erinnern uns da der Gemahlin des Generals ?orck von Wartenburg, Johanna Yorck, dieser schlichten und stolzen Frau, die lange Jahre ihrer Che in Sorge um ihren in der Ferne weilenden Nann verbrachte. Im Juli 1815 erhielt sie die Nach- rcht, daß ihr Sohn Heinrich, noch nicht 16 Jahre elt, im Gefecht bei Versailles schwer verwundet worden sei. Da schrieb sie einen Brief an Heinrich. „Welche Schmerzen magst Du leiden, und ich sitze hier untätig und kann nichts für den Liebling meines Herzens tun! Ich danke Dir aber auch, mein Cohn, für Deine Tapferkeit. Du hast unsere Erwartungen erfüllt, Deine Wunden find Ehrenzeichen für 2 ich. Mit Schmerzen, aber auch mit mütterlichem btolze denke ich an Dich, an meinen braven Sohn, mit meinem besten Segen lohne ich Dir dafür ... Als die Mutter diesen Bries fortsandte, ruhte । Heinrich Yorck schon in französischer Erde. Der Generalfeldmarschall Edwin von Manteuffel berichtete von seiner Mutter, die 1849 schwer erkrankte. Manteuffel, der damals Adjutant les preußischen Königs war, eilte an ihr Sterbe- Iiger, aber sie schickte ihn nach innigem Abschied zurück: „Es ist eine schwere Zeit, mein Sohn, me Revolution kann sich wiederholen. In dieser Zett gehörst du nur dem König und dem Vaterlande. Einsam, aber im Bewußtsein, daß der Sohn feine Pflicht erfülle, starb sie wenige Tage später. über. B.ei der Neubildung der schnellen Truppen unseres Heeres übernahm er das Kommando einer Abteilung in einem Kavallerie-Schützenregiment, an deren Spitze er sich in Südpolen beim Vormarsch über den San und nun auch wieder auf dem westlichen Kriegsschauplatz in besonderer Weise aus* zeichnen konnte. Auch der im Wehrmachtsbericht am Donners« tag genannte Oberstleutnant Hermann Balck ge« hort als Kommandeur eines motorisierten Schützen- Regiments zu den schnellen Truppen. Er wurdtz bei Kriegsausbruch 1914 Leutnant im Jäger, Bataillon 10 und zeichnete sich bereits im Weltkriege als Kompanieführer durch feine Tapferkeit so aus, daß ihm nach der siebenten Verwundung während der Herbstoffensive gegen Italien 1917i der Hohenzollern-Hausorden verliehen wurde. In der neuen Wehrmacht befehligte Major Balck seit 1935 bas ostpreußische Radfahr-Bataillon, bis er 1939 das Kommando eines Kavallerie-Schützenregiments übernahm. An der Spitze dieses PerbandeÄ gelang es ihm, durch rücksichtslosen persönlichen Einsatz besonders große Erfolge bei den Kämpfen südostwärts Sedan zu erreichen. Der Führer hat dem Divisionskommandeur der Fallschirmtruppen, Generalleutnant Student (links), und dem Kommandeur der Luftlande-Jnfanterie-Division, Generalleutnant Graf Span eck (rechts), das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Die beiden Offiziere haben sich im Kampfe um das Niederwerfen des holländischen Widerstandes auf das höchste ausgezeichnet. Die Verleihung des Ritterkreuzes ist zugleich auch eine Ehrung der ihnen unterstellten todesmutigen Truppen. (Scherl-Bilderdienst- jArchiv-OKW.-j M.) Auch an der Saarfront wurden, wie die OKW.-Berichte meldeten, erfolgreiche Aktionen zur Vorverlegung unserer Stellungen unternommen. Dabei wurden gleich zu Beginn viele hundert französische Gefangene gemacht. Unser Bild vom Sammelplatz zeigt eine Gruppe Gefangener, unter denen sich auch zahlreiche Farbige befanden. — (PK.-Dietrich. — Scherl-M.) Deutsche Mütter im Kriege Platzkonzert vor dem Liebigbau (S&XoisW'* MIT Atag/hudelh Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! familie der Keim, die ind die Frucht des in achtungsvoll zu bearüi Die Erkenntnis, oaf Mutter die Blüte und men gleich in einer schönen, schlichten Vase, auf Mt Töpferscheibe oder in der Glashütte von Meister- Hand geschaffen, in der die Blumen erst recht auf« zublühen scheinen und ihr Wesen voll entfalten. Kinder sollen rechtzeitig lernen, jeden Groschen in wirklich bleibende Werte umzuwandeln und den leeren Prunk zu meiden. Für die größeren Kinder, die selbst verdienen, oder für den Vater gibt es ungezählte Möglichkeiten des sinnvollen Schen« kens. Das zur Metallsammlung gewanderte Zinn« geschirr, Krug und Becher, kann würdig durch ein anderes, aus Hand geschliffenem Glas mit ganz zartem Muster oder aus Keramik ersetzt werden, denn diese Werkstoffe sind reichlich vorhanden. Auch ein Oie Illustrierte des Siehener Anzeigers kann infolge von Gülerverkehrseinschränkungen heute nicht zugestellt werden. Nachlieferung erfolgt so schnell wie möglich. Wir bitten unsere Bezieher um Verständnis für diese besondere Lage. Verlag des Gießener Anzeigers Einsatz der HI. im Kriege Oer BOM. bei Kulturarbeiten im Walde. Anläßlich des Muttertages und der Haussamm- lung für das Deutsche Rote Kreuz gibt am morgigen Sonntag von 11 bis 12 Uhr em Mufikkorps der Wehrmacht auf dem Platze vor dem Liebigbau (Sitte Klinik) ein Platzkonzert. Allen Volksgenossen sei der Besuch dieser musikalischen Veranstaltung 1 empfohlen. Mit ihren Wünschen für die Front der kämpfenden deutschen Männer verbinden unsere Mütter aber auch täglich aufs neue die vielfach helfende Tat. Es ist für manche Mütter eine schwere Aufgabe, während der Abwesenheit des an der Front stehenden Mannes und Vaters nicht nur alle Familien- angelegenheiten allein zu führen, sondern auch die Kinder im Sinne des Vaters zu betreuen und weiter zu erziehen. Dabei gibt es für die Mütter oft chwere Stunden durchzukämpfen, die aber von chr als gute Kameradin des Mannes und als verantwortungsbewußte deutsche Mutter mit aller Opfer- reudigkeit bestanden werden. Unsere Mütter sind ich dabei vor allem auch ihrer großen Verantwortung gegenüber ihren Kindern und dem gesamten Volke bewußt. Neben der Erfüllung dieser schweren Aufgabe innerhalb des Familienlebens haben sich viele Mütter auch in der Stadt Gießen und im Landkreis Gießen in die Gemeinschaft der unermüdlich werktätig schaffenden Volksgenossen ringe» reiht, um an den Arbeitsplätzen ihrer Männer oder auf dem Lande bei der Arbeit in den landwirtschaftlichen Betrieben wacker mitzuhelfen bei der Erfüllung der vielfältigen Ausgaben, die der Krieg der Heimat stellt und die daraus ausgerüstet sind, der Front der kämpfenden deutschen Männer immer neue Kraftströme aus der Heimat zuzuleiten. So sehen wir neben jungen Frauen auch viele Mütter in unserer Stadt wichtige Ausgaben im öffentlichen Dienst erfüllen, daneben in zahlreichen Wirt- schaftsbetrieben ihre Kraft im Dienste der Gemeinschaft rinsetzen. Dabei handelt es sich für diese Frauen und Mütter um ein besonders dankenswertes Opfer, denn wohl alle haben nach her Erfüllung der täglichen Berufspflicht noch manche Stunde des Abends ober der Nachtzeit mit häuslichen Arbeiten für ihre Familie, insbesondere für ihre Kinder auszufüllen. Diese Mütter bringen also täglich ein Opfer in doppeltem Sinne, indem sie sich der Arbeit für'die Front zur Verfügung stellen und außerdem noch ihrer Pflicht gegenüber ihren Kindern nachkommen. Ihnen gebührt daher die besondere Dankbarkeit des ganzeck Volkes, namentlich am Muttertag als einem Ehrentag der deutschen Mutter. Im Kreise der Mütter stehen aber noch diejenigen deutschen Frauen besonders im Vordergrund, die einer großen Zahl von Kindern das Leben geschenkt und damit unsere Nation bereichert haben. Auch viele dieser Frauen haben ihre Aufgabe, seelischer Rückhalt der kämpfenden Männer zu sein, erweitert durch die freiwillige Eingliederung in den Arbeitsprozeß des ganzen Volkes im Dienst unserer Front. Diele dieser Frauen, die mittlerweile ein höheres Lebensalter erreicht haben, wissen in dieser Zeit Söhne und Schwiegersöhne, oft in stattlicher Zahl, an der Front vor dem Feinde. Sie bringen, nachdem wohl schon in den meisten Fällen ihre Männer während des Weltkrieges ihre Soldatenpflicht zum Schutz der Heimat erfüllt haben, jetzt ihre Söhne und Schwiegersöhne der Nation dar, um durch deren Einsatz alles das zu verteidigen und zu schützen, was unserem Volke lieb und teuer ist. Zn stillem Heldentum, das kein Aufhebens in der Oeffentlichkeit macht, gehen diese kinderreichen alten Mütter in entschlossenem Willen gemeinsam mit den jungen Müttern den Schicksalsweg unseres Volkes in Dem stolzen Bewußtsein, daß nicht das deutsche Volk und sein Führer diesen Krieg gewollt und entfacht haben, sondern daß wir ihn führen zur Berber Volksgemeinschaft vereinigten Lebens ist, hat zu den sozialen Anstrengungen geführt, die wir heute als „Mutterschutz" bezeichnen. Sie sind Er- gebniffe langen, ernsten Ringens unserer Wissenschaft-, und seit mit der Bekämpfung des Kindbettfiebers, mit der Betreuung wirtschaftlicher schwacher ober gesundheitlich gefährdeter Mütter und mit einer kulturwürdigen Regelung der weiblichen Arbeitszeit in Handel, Gewerbe und Industrie die Wcchlfahrt der Mutter — damit zugleich die des Kindes und der gesamten Familie — gehoben ist, ist auch der Staat reicher geworden. Das war um so nötiger, als einmal die Freude am Muttersein in den letzten Jahrzehnten bedenklich abgeebbt hatte, anderseits aber auch durch die Zunahme der Bevölkerung die Vorbedingung für das Gedeihen einer kinderreichen Familie in Frage gestellt war ober doch zu sein schien. Wesentlich besser hatte es — in hygienisch gefährdeter Zeit — ausgefehen, als auch unbegüterte Familien fast durchgehends noch ihr eigenes Häuslein und Gärtchen besaßen und bei der Wohlfeilheit aller Bedarfsgüter und bei der all- gemeinen Anspruchslosigkeit jedes einzelnen das Existenzminimum leichter gesichert erscheinen durfte. Wir hatten keinen Blücher und keinen Mozart gehabt, wenn die deutsche Mutter nicht Kraft und Lebensglauben genug gehabt hätte, ihrem Gatten auch noch das siebente Kind zu schenken. Ein achter unter Zwölfen war Johann Sebastian Bach, und der geniale Weltpostgründer Heinrich von Stephan, ein pommerscher Schneidersohn, war ebenfalls das achte unter zehn Kindern. Vater Siemens, von dessen Söhnen vier Weltruf erlangten, war der jüngste Sohn unter fünfzehn Kindern, und wenn er selbst nicht geboren wäre, so hätte auch er nicht durch seine Gattin dem Staate wiederum vierzehn Kinder schenken können, von denen höchsten Tatenruhm Werner von Siemens, der bis in die Gegenwart nachwirkende Industriekapitän, erwerben sollte. So wird ersichtlich, daß lebensbejahende Mutterschaft nicht nur dem Glück der Familie, sondern weit mehr noch dem kulturellen Aufstieg der Nation zu dienen vermag. Das deutsche Volk begeht am morgigen Sonntag einen Muttertag. Als einziges Volk der Welt hat es seit einigen Jahren diese Ehrung der Mutter als eine besonders schöne Verpflichtung betrachtet. In diesem Jahre wird der Ehrentag der deutschen Mutter von den Stürmen des Krieges umbraust, unseres Abwehrkampfes gegen die feinblid>en Mächte, deren Ziel die Zerstörung alles dessen ist, was der deutschen Mutter von jeher kostbarer nationaler Besitz war und es auch stets bleiben wird. An diesem Tage sind die Gedanken der deutschen Mütter mit besonderer Innigkeit bei ihren Söhnen und Männern, die an den Fronten im Westen und im Norden, zur See und in der Luft die deutsche Heimat und damit auch die deutschen Mütter und ihre Familien vor den Vernichtungsplänen der eng- lisch-ftanzösischen Plutokratien schützen. Die herzlichsten Wunsche der deutschen Mütter und des ganzen Volkes gelten unseren Kämpfern vor dem Feinde, denen wir tiefsten Dank für ihr beraum dernswertes Heldentum und unsere ganze Hilfe mit allen Kräften der Heimat schuldig sind. reinigen. Der Förster dankte uns für die Hilfe, die wir rhm geleistet hatten. Er sagte: „Kommt nur recht oft wieder, und wenn der Krieg vorbei ist, lade ich Euch alle zu einer Autobusfahrt ein." Da freuten wir uns natürlich sehr. Auf der Heimfahrt unterhielten wir uns nur über die versprochene Autobusfahrt, und so merkten wir gar nicht, daß wir schon bald in Gießen waren. Wir machten aus, jeden Ferientag nach Lang-Gons zu fahren, um dort im Wald zu helfen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): 16 Uhr Sonder- Jugend- und Familien-Dorstelluna „Frisko-Expreh". Anschließend „Krambambuli". Im Beiprogramm „Einmarsch der deutschen Truppen in Luxemburg, Belgien und Holland." Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): 1.30 Uhr Sonder- Jugend- und Familienvorstelluna „Frisko-Expreß", anschließend „Krambambuli". Im Beiprogramm „Einmarsch der deutschen Truppen in Luxemburg, Belgien und Holland/; Für je zwei Tage dieser und zwei Tage der vergangenen Woche hatte das Forstamt Schiffenberg vom BDM.^Untergau freiwillige Helferinnen für dringende Arbeiten in den Pflanzgärten der verschiedenen Förstereien angeforbert. Rund 50 Mädel waren es, die jeden Tag hinausfuhren in die Förstereien Gießen, Großen-Linden, Grvhen-Buseck und Lang-Gons. Daß die ungewohnte und völlig neue Arbeit den Mädeln, fast ausschließlich Schäle- r innen, die sich in ihren Pfingstferien für diese Arbeit einsetzten, viel Freude und Spaß gemacht hat, beweist der nachstehende Bericht eines BDM.- Mädels, deren Gruppe der Försterei Lang-Göns zugeteilt war. Erlebnisbericht von der Waldarbeit in Lang-Göns. Um 9 Uhr fuhren wir, 14 Gießener Mädel, mit Spaten, Rechen und Frühstück bewaffnet, vom Haus des Lang-Gänser Försters zu unseren Arbeitsplätzen. Sieben Mädel halfen den Waldarbeitern beim Setzen der Fichtenbäumchen. Wir andern sieden arbeiteten im Pflanzgarten. Wir gruben rin Stück kleiner Kiefernpflänzchen aus und schlugen sie in einem anderen Beet ein. Darüber wurde es 1 Uhr, und wir packten unsere Brote aus. Wenn unsere Hände auch nicht gerade sauber waren und unsere Finger stark nach Harz rochen, es schmeckte uns doch. Um 2 Uhr ging's wieder an die Arbeit. Wir gruben ein Stück Grasland um. Da wir immer sieben in der Reihe waren, hatte jede nur ein kleines Stück zu graben, und um Uhr waren wir schon fertig. Mit geschultertem Spaten fuhren wir wieder vor das Forsthaus. Dort war großes Hände- teidigung unserer unabdingbaren deutschen Lebensrechte und zur Sicherstellung der Zukunft unserer Kinder und ihres Großdeutschen Vaterlandes. Dieses Bewußtsein und zugleich die Liebe und das Vertrauen zu unserem Führer geben diesen kinderreichen Müttern, wie überhaupt allen deutschen Menschen die starke Kraft zur Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber der Volksgemeinschaft. Das deutsche Volk grüßt an dem morgigen Muttertag alle deutschen Mütter mit. Dank und Ehrfurcht für ihre Mutterschaft, mit Stolz auf die vielfache Bewährung der deutschen Frau und Mutter als allezeit opferbereite Dienerin der Nation, und mit der Gewißheit, daß unser Volk dank seiner Mütter immer wieder ein Höchstmaß an seeelischer und geistiger Kraft besitzen wird, das es zum besten Dienst für die Gemeinschaft befähigt. B. Auszeichnung kinderreicher Mütter in Gießen. Es ist eine schöne Gepflogenheit, alljährlich zum Muttertag die kinderreichen Mütter durch die lieber- reichung des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter zu ehren. Bisher wurde schon eine stattliche Anzahl kinderreicher Mütter in Gießen mit dieser schönen Auszeichnung bedacht. Es erhielten in Gießen 111 Mütter das Ehrenkreuz erster Stufe, 130 Mütter das Ehrenkreuz zweiter Stufe und 199 Mütter das Ehrenkreuz dritter Stufe. In Wieseck erhielten vier Frauen das Ehrenkreuz erster, sieben Frauen das Ehrenkreuz zweiter und elf Frauen das Ehrenkreuz dritter Stufe, in Klein-Linden waren die entsprechen- den Zahlen 13 bzw. 19 bzw. 74. Für die diesjährige Ehrung sind in Gießen vorgesehen: 51 Mütter zur Auszeichnung mit dem Ehrenkreuz erster, 94 Mütter mit dem Ehrenkreuz zweiter und 262 Mütter mit dem Ehrenkreuz dritter Stufe; in Wieseck lauten die entsprechenden Zahlen 26 bzw. 37 bzw. 114; für Klein-Linden kommen diesmal keine Verleihungen in Betracht. Diese Auszeichnung der kinderreichen Mütter sollte am morgigen Muttertag stattfinden, sie kann aber im Hinblick auf die gegenwärtigen Zeitverhältnisse erst in nächster Zeit vorgenommen werden. Geschenke zum Muttertag. Aus der Stadl Gießen. Reiche Mutter - reiches Volk! Von Werner Lenz. „O Mutter, reich an Kindersegen, der Weltensprache schönstes Wort!" So ließe sich der Mutterbegriff, wie ihn Euripides in seinen „Trojanerinnen" prägte, ins Deutsche übertragen. Und der Gedanke des Dichters paßt wohl zu den unseren, denn auch das germanische Ethos sieht in der Mutterschaft die höchste, heiligste Lebensweihe. Diese Achtung vor dem Mutterwerden und vor dem Muttersrin hat sich als eine Offenbarung des höchsten sittlichen und ästhetischen Daseinswertes erhalten. „Eine Mutter im Kreise ihrer Kinder — wo wäre im Leben des Mannes eine Situation, die dieser an Heiligkeit gliche", schreibt Friedrich Hebbel, und Carmen Sylva, die rheinische Prinzessin auf dem rumänischen Thron, bekennt: „Der schönste Nam' im Erdenrund, das schönste Wort im Menschenmund ist Mutter!" Wer in der fraulichen Seele zu lesen versteht, der weiß es gewiß, daß der Reichtum einer Mutter unvergleichlich groß gegen die äußeren Güter und neues, lustig buntes Kaffee- oder Teegeschirr, eine bemalte Obst- oder Gebäckschale würde den Fami. lientisch verschönern helfen. Der Messingleuchter, der sonst die alte Kommode in Mutters Stube zierte, könnte ersetzt werden; vielleicht finden wir beim Drechsler oder Schnitzer ein passendes Stück. Auch ein zierlich gedrechseltes Salznäpfchen oder Salatbesteck macht jeder Hausfrau Freude. Oft fehlt auch ein Brotkorb aus gespaltener Weide in schönem Muster geflochten, oder gar ein Nähkorb, geräumig, fest gearbeitet und doch zierlich. Und dann sind da noch ganz andere Dinge, rein persönlicher Art, die die Verbundenheit der Familie beglückend fühlen lassen: ein hanvgebundenes Album mit den Photos der Kinder, des Mannes, der vielleicht im Felde steht, und hin und wieder ein Bildchen schickt. Auch eine handliche Briefmappe, die jetzt für Feldpostbriefe an den Mann oder den Sohn besonders fleißig benutzt wird. Das persönlichste Geschenk ist vielleicht ein künstlerisches Bildnis vom Photographen. Das sind nur wenige Vorschläge. Aber eine Fülle schöner Sachen, auch für schmale Beutel, ft-nden wir in den Läoen. Schätze der Welt au sein vermag; denn eine echte Mutter empfindet chr tiefstes Lebensglück darin, zur Spendern des Lebens berufen zu fein; als Hege- rin des kindlichen Daseins, als Pflegerin des kindhaften Werdens fühlt sie sich — oft unbewußt, doch dann um so inniger — zur Hüterin volklicher Zukunft bestellt. So teilt sich der Reichtum der einzelnen Mutter der Vielheit der Nation aus, und es spricht für die Sittlichkeit unserer germanischen Vorfahren, daß sie es ziemlich fanden, auch eine fremde Frau, bejren werdende Mutterschaft sie erkannten, Zum Muttertag gehören vor allem Blumen, wie sie uns Garten, Wald und Wiese jetzt verschwenderisch schenken. Aber wir wollen nicht vergessen, daß an Festtagen oft die vorhandenen Vasen nicht ausreichen, also schenken wir zum Muttertag die Blu-1 empfohlen. Msl öu« schaffen,Lena? floman von Martina ikckari--helm 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Erni läßt die Arme müde herabfallen. „Siehst du, ich wollte dich immer gern einmal ablösen, aber du mochtest ja nicht!" Lena sagt das. Das Mädel sieht schlecht aus, denkt sie, sie hat dunkle Ringe unter den Augen. Erni schüttelt den Kopf. Gerade das langweilige, einschläfernde Drehen ist ihr recht. Beruhigend legt es sich über den inneren Aufruhr. Lena wiegt ein Wäschestück in der Hand, betrachtet das verschnörkelte Monogramm. „Du solltest die guten Tischtücher nicht in Gebrauch nehmen, Erni. Heb' nur die besten Stücke für deine Aussteuer auf! So etwas wie dieses schöne alte Damastmuster bekommst du nicht wieder." Erni mckt die Achseln. „Ich bleibe doch mein Lebelang auf dem Gräfehof. Da brauche ich keine eigene Wäsche." Lena sieht fast ein wenig belustigt aus. „Wird schon einer kommen und dich mitnehmen!" „Keiner wird kommen", Heftigkeit und Trotz brechen ungehemmt hervor, „keiner, weil — weil— Plötzliches Verstummen. Rot bis unters Haar wendet sich Erni ab. Lena sieht forschend zu ihr hin. Ahnungen steigen auf, die zu Gottfried führen. „Nun, Erni, weil?" Der Wunsch, klar zu sehen, zwingt Lena, weiter- zufragen. „Weil der Richtige nicht kommen kann —" Hemmungslos ist aus Erni hervorgebrochen, was sie bewegt. „So, ach so, der Richtige? So, er kann nicht kommen?" Erni nimmt Lena das seidenglänzende Damast- tuch aus der Hand und wirft es unsanft in den Korb. „Es hat keinen Zweck, davon zu sprechen." „Es hätte vielleicht doch Zweck, davon zu sprechen", sagt nun Lena, sich zur Ruhe zwingend. Auch in ihr fängt das Blut an zu fingen. Aber Erni tut, als fei das Gespräch für sie abgetan. Sie steht am Mangeltisch und fegt Wäsche auf das Leinentuch. An ihren fahrigen Bewegungen sieht Lena, wie aufgeregt sie ist. Da plötzlich schießt die unüberlegte Frage aus Ernis übervollem Herzen: „Hat dir denn Gottftied Bonhoff geschrieben?" Fremd uno dunkel ist ihre Stimme, die Gräsesche Leidenschaft hat sie völlig verändert. Lenas Knie zittern. Sie setzt sich auf die weißgescheuerte Bank, die vor dem Fenster steht, dreht dem Licht und der Sonne den Rücken. „Ach — so steht es um dich!" „Wie meinst du das?" „Wir wollen doch kein Theater voreinander spielen, Erni!" (Ernt stampft mit dem Fuß. „Ich will nicht, daß mir davon sprechen." „Warum sollen wir nicht davon sprechen? Im Grunde ist es doch eine furchtbar einfache und verständliche Sache. Ein junges Mädel verliebt sich in einen hübschen, stattlichen Kerl — man müßte das doch verstehen." Das letzte sagt Lena mehr zu sich selbst. Vielleicht hat sie alles nur zu sich selbst gesagt. Es liegt in ihren Worten etwas wie trauernde Fügsamkeit. Man kann doch an der Tatsache nicht vorbei, daß Jugend zu Jugend will! Ist sie selbst neben Gottfried Bonhoff nicht alt? Vier Jahre älter, gewiß, das ist nicht viel, aber dort steht Erni, blühend, frisch, achtzehnjährig. Ja, steht sie nicht da wie rin lebendiger Vorwurf gegen Lenas Bund mit Gottfried Bonhoff? „Sprich dich doch aus, Erni!" „Was soll ich sagen? Du wirst mich am wenigsten verstehen. Um dich scharen sie sich nur so, die Man- ner. Du hast Gottfried, du hast den Großen, der halb verrückt wird vor Liebe zu dir —" Nun muß Lena fast lachen. „Ach so, und jetzt willst du, daß ich dir einen davon abgehe!" Rücksichtslose achtzehn Jahre — fordernd und nur auf sich selbst bedacht! „Und was sagt Gottftied zu allem?" Lena hält den Atem an, sie weiß, daß sie mit dieser Frage ein unerhörtes Mißtrauen ausspricht, das vielleicht ihr Verhältnis zu Erni aufs schwerste gefährdet. Aber Ernis Antwort ist nur unwirsch, sie zeigt deutlich, wie unreif das Mädel im Grunde noch ist, ja, ihre Worte geben eigentlich Lena den Besitz Gottfrieds wieder in ihre Hände. »Ach der = Lena und immer wieder Lena! Und weiter nichts. Ohne sich von mir zu verabschieden ist er fortgegangen." Sie wendet sich ab, beginnt wieder mit der Arbeit, vielleicht auch nur um ihr rotes, verlegenes Gesicht zu verbergen. Lena sieht alles, sieht auch die Tränen unaufhörlich auf das Mangeltuch fallen. „So, und was machen wir nun?" „Nichts, gar nichts machen wirk Eine alte Jungfer werde ich! Im Leben gucke ich keinen Mann mehr an, wenn sie zuletzt alle so sind." Lena müßte nun eigentlich aufstehen und die Erni trösten. Aber sie kann sich nicht dazu über» winden. Vielleicht hindert sie das dumpfe Gefühl, daß (Erni ihr nicht alles gesagt hat, was zwischen ihr und Gottfried vorgefallen ist. War nicht auch Gottfrieds Wesen zuletzt unausgeglichen und unruhig? Alle Begebenheiten auf Diesem Gräfehof haben die Neigung, schwer und unlösbar zu werden, in einem großen Wirrsal zu enden, stellt Lena seufzend fest. „Schluß!" ruft (Erni, noch einmal ihrem Trotz nachgebend, vom Mangeltisch herüber. „Kein Wort wird mehr davon gesprochen." „Ja, vielleicht ist es auch besser so." Lena kann nicht ändern, daß sie diese Worte in einer sonderbaren Betonung gesagt hat. Sie sieht noch, wie Erni getroffen auffährt und ein für sie beschämendes Lauern in ihren Augen blitzt. Lena nimmt still ihre Arbeit wieder auf. Gedanken kommen und gehen, rumoren und quälen. Ernis Frage, ob Gottftied geschrieben hat, fällt ihr jetzt wieder ein. Sie ist unbeantwortet geblieben. Hat Lena sich verzehrt nach einem Wort von Gottfried? Nein! Ihre Sorge, ihr Bangen galt einem anderen. Gottfried ist nicht nur aus ihrem Gesichtskreis, er ist auch aus ihrem Gedankenbereich gegangen. (Ernt druckt ihr die schwere Decke in den Arm. Ach, es gäbe vieles zu sagen und zu fragen. Aber die Scheu vor dem gesprochenen Wort ver- schließt ihr den Mund. Der Hutberg hat heute des erste Mal eine Nebel- krause aufgesetzt. (Eine kühle, blaue Luft, die die Ferne klarmacht, hat sie später weggeweht. Hänischlob spricht davon, daß man nun bald ans Teichfischen denken müsse. Ja, Teichfischen! Das kann man sich such nM ohne den Großen denken. Am Mönch den Schützen ziehen, mit dem Hamen das Wasser abfischen. Für den alten Gräfe ist das nichts, den ganzen Tag draußen in Schlamm und Nässe zu stehen. Ein saftiger Hexenschuß wäre ihm sicher, eine Woche lang würde er wie ein Holzweibel humpeln. „Der Hefenfrcmz muß dieses Jahr hinaus" b-> stimmt Hänischlob. Hefenfranz aber hustet ihm eins! Er hat seins liebe Not mit der Brauerei. Sieht denn keiner, wie dort der Große fehlt? Den ganzen Tag ist er im Betrieb gewesen, Leute, habt ihr eine Ahnung, wie man ihn jetzt vermißt! Der Alte kennt nur Wettern und Raunzen, zumal jetzt, da er den Kopf so voll hat. Der Doktor? Lieber Gott, der Doktor! Der steckt höchstens mal die Nase rein und sagt: „Na, Leute, wie geht's, wie steht s? Geht alles um den Ring, ja? Tüchtige Kerle seid ihr alle, Leute!" Ja, so ist der Doktor, macht einen Witz, sorgt für frische Luft und, schwupp, ist er wieder fort. Nein, der Große ist nicht zu ersetzen, alles, was recht ist! Kein Wunder, daß sie denken, die Sonne gehe auf, als eines Morgens Hermann, so mir nichts dir nichts über den Hof geht, nach dem Wohnhaus zu. Von Mund zu Mund geht bis Kunde, und während die Belegschaft beim Frühstück sitzt und ein jeder sich immer abwechselnd ein Stück Wurst und ein Stück Brot in den Mund schiebt, da nickt einer dem andern zu: „Nu werd's endlich wieder autt! 's war ni meh schiene hier uff’n Gräfehof — näh--" 3m Flur des Gräfehauses aber stehen Lena und Hermann sich als erste gegenüber. Lena duckt sich wie unter einem Blitzstrahl, so erschrycken ist sie über Hermanns unvermutetes (Eintreten. „Du hier?" Ohne daß sie es weiß, strecken sich ihre Hände dem Eintretenden entgegen. Aber Hermann scheint diese Hände nicht sehen zu wollen. Er schiebt sie weg, ohne sie anzufassen. Er steht vor Lena. Ist er je so groß gewesen, um Hauptes Länge großer als sie? Oder macht es, weil etwas Neues, Straffes in seine Gestalt gekommen ist? Eine niegekannte Festigkeit? Und feine Augen? Wie haben sich diese Augen verändert? Stahlgrau und hart sind (1& (Fortsetzung folgte ' 'Bethaus Jluhl Landgerichtsrat Dr. Ernst Seid am Landgericht Wann und wie Arbeitsplatzwechsel? Aus -er engeren Heimat Der Verkehrs- '+ Gründ erg, 18. Mai. Ävs den Blldern kann man eindeutig erkennen, + tn Kammerjäger Sdiomber Gieben.Schiifenb.Wei 33 und Neuenwed 25 Am Mittwoch, dem 29. Mai 1940. in der Neuen Aula der Universität Gießen (Eingang Goethestrabe) Vor trag Dr* Colin Roß ÜBER SEINE WELTREISE 1938-1940 mit dem Thema: »Die Welt xwisdten Atlantik und Pazifik« »Das neue Asien« Eintrittspreise: RM. 0.80, Wehrmachtsangehör. RM. 0.50 Karten im Vorverkauf. Kartenverkaufsst. Gießen, Seltersw. 60 __________2457D Sämtliche Lehrgemeinschaften, mit Ausnahme von Kurzschrift und Maschineschreiben, werden sofort nach Vorliegen genügen- der Anmeldungen eingesetzt und durchgeführt. Schnellste Anmeldung ist daher unbedingt erforderlich. Auf der Dienststelle der DAF., Giehen, Schanzenstraffe 18, Zimmer 5, wird iedem interessierten Volksgenossen Einblick in die Stoffverteilung der betreffenden Lebrgemeinschaft gewährt, wie überhaupt leder Volksgenosse eingehend beraten wird. Die Anmeldung mutz daher persönlich vorgenommen werden. Mit der Anmeldung ist die Teilnehmergebühr zu zahlen. 2352D Reinigung des Gesichts der Hönde benutzen. Gqudlitz-Mandelkleie hat Ächtung! rrauchev Zigarren- und Zigarettenstummel nicht wegwerfen. Wegen Ersparnis der Rohstoffe fertigen wir em wichtiges Ungeziefervertilgungs« mittel daraus. Zahle für das Erhältlich in fast allen Hotels, Gastwirtschaften, Kolonialwarenhandlungen und Drogerien. 2449V Vertriebsstellen: Gießen: Karl Burhenne, Gnauth« Straße 5, Ruf 3169. Watzenborn-Steinbg.: Ernst Gilbert, Ludwigstraße 23. Grttnberg: Walter Horst, Londorfefl Straße 58, Ruf 95.__. Forstami Krofdorf. Am Freitag, dem 24. d. M., von 9 Uhr ab, findet in der Gastwirtschaft Bender (vorm. Freund) zu Krofdorf die Zuteilung des nachstehenden Ruhholzes an Handwerker und SeWstverbraucher, die lausend in den Vorjahren ihren Bedarf in hiesigem Forstamt gedeckt haben, in beschränktem Umfange statt. Für den Einkauf von Nadelstammholz und Nadelderbstangen sind Einkaufsscheine vorzulegen. 2455V Rfö. Krofdorf, Dstr. 23b: Ei.-Stä. 51 km. 2.-4. Kl., Bu.-Stä. 27 fm 2.-4. Kl.; 21d, 22c, 26c: 19 rm Ei.-Rollen, 2 m lang; 24b: Fi.-Stä. 40 km 1.—6. Kl. Rfö. Salzböden, 69c und 79 c: 400 Stück Fi.-Derbstg., 1.—3. Kl., 250 Hdt. Fi.-Reisstg. 1.—4. Kl., Lä. 6 rrn Nutzknüppel. Rfö. Waldhaus: Holzsortimente wie angemeldet. 1. Kurzschrift I (Anfänger)............ 2. Kurzschrift II (60-100 Silben)...... 3. Kurzschrift III (Eilschrift • Einführung, 100-120 Silben).................. 4. Kurzschrift IV(Eilschrift-Praxis, 120 bis 140 Silben)....................... 5. Kurzschriftliche Uebungsgemeinschaft (140 Silben aufwärts)............. 6. Maschineschreiben I (Anfänger)...... 7. Maschineschreiben II (Praxis)....... B) Andere kaufmännische Kenntnisse 8. Buchführung für Anfänger (Doppelte Buchführung)..................... 9. Doppelte Buchführung für Fortgeschr. 10. Doppelte Buchführung (Abschlufftechnik).................. 11. Einfache Buchführung f. Kleinhandels- und Gewerbebetriebe.............. 12. Lohnbuchfübrung.................. C) Eisen und Metall 13. Technisches Zeichnen, Stufe I....... 14. Technisches Zeichnen. Stufe II...... 15. Technisches Rechnen, Stufe l....... 16. Technisches Rechnen Stufe II...... 17. Elementare Mathematik............ 18. Werkstoffkunde.................... 19. Gebrauch des Rechenschiebers....... Sterbefälle. 1. 5. 1940: August Ranft, Landwirtsgehilfe, 20 Jahre, Beuern, Kr. Gienen; Maria Kral, geb. Schäfer, 0. B., 52 Jahre, Bruchstr. 24; 2.: Katharine Feuster, geb. Wagner, 0. B., 78 Jahre, Kirchenvlatz 2; Mathias Mathias, Invalide, 78 I., Bahnhofstr. 61; Emmi Magnus, 0. B., 18 Jahre, Lang-Göns, 51 r. Gienen; 3.: Josef Friedrich Schubert, 1 Jahr u. 8 Monate, Schloffgasse 5; Georg Seid, Kraftw.-Betriebskontrolleur, 27 I., Lessingstr. 4; 4.: Maria Karolina Bayer, geb. Derzbach, 26 Jahre, Bahnhofstr. 60; Otto Seuling erster, Taglöhner, 80 Jahre, Gietzen-Wieseck, Elchgasse 4; 5.: Friedrich Dehler, Gerbermerster, 70 Jahre, Grabenstr. 4; 6.: Achrgarete Janz, geb. Reithberger, 28 Jahre, Schiffenbexger Weg 28k Erika Stremmel, 7 Monate, Asterweg 67; ErwM Weller, 0. B., 18 Jahre, Giehen-Wieseck, Möser^ straffe 6; 7.: Margarete Werner, geb. Gröhes 0. B., 73 Jahre, Wernerwall 29; 8.: Frieda Orb, geb. Eifffeller, 30 Jahre, Beltershain, Kreis Gienen: Karl Friedr. Wilh. Mahnkovv, 62 Jahre» Amtsgehilfe, Wilhelmstr. 44; 13.: August Wllb. Fritz, Generalmajor a. D., 65 Jahre, Ludwigstr. 45) 14.: Luise Adam, geb. Söhngen, 0. B., 88 Jahre, Sonnenstr. 1; 15.: Sofie Reitz, geb. Mörschel- 49 Jahre, Obbornhofen, Kr. Gienen; Franz Josef Appelt, Fabrikarbeiter, 64 Jahre, Ebelstr. 39. Wert- und Ruhholzverkauf der Fürst zu Solms-Lich'schen Forslverwaltung in Lich (Hessen). Borbemerkung: Der Kauf von Nadelholz setzt den Besitz eines Emkaufscheines voraus, der über den Ortsbauernführer, Ernährungsamt bzw. Jnnungs- meister usw. rechtzeitig zu beschaffen ist. Oberförsterei Lich. Samstag, den 25. 2Hai, 10 Uhr, kommt im Holländischen Hof zu Lich das Wertholz aus den Förstereien Fasanerie und Hattenrod, sowie verschiedenes Stammholz zur Deckung des Bedarfs der örtlichen Selbstverarbeiter zum öffentlichen meistbietenden Verkauf, und zwar: fm ca. 100 Rolbuchen- Werlholz, ca. 30 Eichen Wert- und Starkholz, ca. 30 Kiefern-Wertholz, dsgl. ca. 60 Dielungsholz, einige Eschen usw. Listen werden auf Anfordern nach dem 10. 5. gegen Voreinsendung von 0,50 R21L versandt. Montag, den 27. Mai, werden auf der Hard im Fuchsstrauch, hohler und üonzebühl ca. 50 fm Fich. tenderb- und -reisstangen aller Klassen, ca. 300 bis 400 Gartenpfosten, ca. 20 fm Eiche- und Esche- Wagnerholz öffentlich verkauft. Zusammenkunft 9.30 Uhr auf dem Festplatz (Hard), 14.00 Uhr Garbenteicher Straße, Waldeingang (Höhler). > Obersürsterei Hohensolms. Dienstag, den 28. Mai, werden in der Jsfelfcheid mehrere hundert Fichtenderb- und -reisstangen aller Klassen und Bohnenstangen öffentlich verkauft. Nicht vorgezeigt werden die Stangen im Grundwald bei Hohensolms. Ebenso werden ca. 10 fm Buchen- Wertholz aus allen Distrikten und ca. 10 fm Fichten- Wertholz-Abschnitte und Starkholzstämme aus der Windelbach und dem Eichelsberg „blind" versteigert. Auskunft erteilen die Revierförster Langerhans, Hohensolms, und Wack, Erda. 2208V Zusammenkunft 9.30 Uhr am Eingang zur scheid, Kreisstraße Fellingshausen—Frankenbach. Die MA AkbeWM Berufserziehungswerk Uebungsstätte Giehen gropi Generalvertrieb Baums 8 Treihig (Meßen ßahnhofstr. 26 Ruf 3700. 492A Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Sonntag, den 19. Mai, nur 11 Uhr vormittags ■fandet-Veranstaltung nidif nur dieselbe Reinigungskraft wie Seife, sie ist auch von alters her ein bewährtes Schönheitsmittel I Sie ist sauerstoffhaltig und macht Ihr Gesicht jiigenSfcifch^ ßtiitenreinf Streudose RM 0.90 Nodifüllbeulel RM 0.45 Chem. Fabrik Dr. Gaudlitz L Arndt. Leipzig. Bezugsscheinfrei I Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 500 A J.Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Altgold u Altsilber Altdublee Münzen und Bruch, kauft Juwelier Wiiöeim W Giene«, Lcltersweg. Gen. Bescheid: 40/11347 s2444v Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 20 Tonnen jRltDflpif cti/totcn 66 ßaummeter Siolj von Res^^1 OOOhooooni^ üDjMzy/ZS1 MPM