Montag, 18. Mürz (940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8V2 Uhr des Bormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,TeNanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malftaff eil AbschlüfseMengenftaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. 19V. Jahrgang Ur. 66 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter HeimatimBild DieScholle Monals-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.NM. 1.95 Ohne Illustrierte ,, 1.80 Zustellgebühr... „ ~.2a auch bei Mchterschemen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeigers PoMcheck 11686 Frankf^M. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger siir Oberhessen ..... Führer und Duce ' treffen sich auf dem Brenner. Berlin, 17. März. (DBB.) Anläßlich des Besuches des Reichsauhenminiflers von Ribbentrop in Rom wurde die seit längerer Zeil vorgesehene Begegnung zwischen dem Führer und dem Duce vereinbart. Adolf Hitler und Mussolini treffen sich Montag vormittag auf dem Brenner. Der Duce nach dem Brenner abgereist. R 0 m, 18. März. (DBB.) Der D u c e ist Sonntag, 13.30 Uhr, in Begleitung von Außenminister Graf Liano nach dem Brenner abgereift. — In dem Zug des Duce reifen der Chef der privatkanzlei, S e b a st i a n 1, der Kabinettschef und weitere hohe Beamte des Außenministeriums. Am Bahnhof halten sich der Minister für Volksbildung, Pav 011 n 1, und der deutsche Botschafter von Mackenfen eingefunden. Das Zusammireffen auf dem Brenner. sich der italienische Militärattache in Berlin, Generalmajor M a r r a s. Der Abschnittskommandant in Freiburg begleitete sie auf der Fahrt entlang des Rheins. Beim Besuch einer Reihe von Bunkern gingen die Gäste wiederholt in die Festungswerke hinein. Besonderes Interesse fanden die Gräben und Beobachtungsstellen. Der Ausbau aller Verteidigungswerke rief bei den Gästen uneingeschränkte Bewunderung hervor. Rumänien sichert seine Neutralität Wachsende innere Entspannung. B u k a r e st, 18. März. (Europapreß.) Ministerpräsident Tatarescu richtete am Sonntagabend übei; den Rtindfunk eine Ansprache an die rumänische Bevölkerung, in der er ausführte: „Das rumänische Volk will den Frieden, aber einen Frieden unter Achtung der Rechte Rumäniens. Dank unserer Wachsamkeit können wir uns heute weniger unruhig fühlen als gestern, und ein großer Teil der Schwierigkeiten, die sich vor uns befinden, sind heute hinter uns. Es ist aber notwendig, die Ausrüstung des Heeres fortzusetzen, für die kürzlich über 30 Milliarden ' Lei vom Parlament bewilligt worden sind. Rur der Ertrag der nationalen Arbeit kann die bedeutenden Ausgaben für die Rüstungen tragen. Und deswegen müssen alle zu Hause gebliebenen Bauern den landwirtschaftlichen F e l d z u g gewinnen helfen. Auch die übrigen Zweige der nationalen Wirtschaft müssen an der Verstärkung der Erzeugung mithelfen, besonders in den Bergwerken und den Petroleumgebieten. Aber die Mehrerzeugung ist für die Bezahlung der Waffenkäufe bestimmt und muß deshalb in Ausfuhrgüter und nicht in innere Verbrauchsgüter um- gewandelt werden." Der Ministerpräsident hob schließlich auch die von seiner Regierung verfolgte Politik der inneren Befriedung hervor, die ihre Früchte zu tragen beginne, indem sie den Frieden zwischen allen Söhnen, des Landes herbeiführe. Im Zuge der von ihm angestrebten inneren Entspannung fanden Verhandlungen mit den Führern der ehemaligen Eisernen Garde statt, nach deren Abschluß eine Abordnung führender Persönlichkeiten der ehemaligen Eisernen Garde, Tatarescu eine Erklärung überreichten, in der sie sich hinter den König und die Regierung stellen und ihre Zustimmung zuv neuen politischen Ordnung in Rumänien geben« Darauf wurden 114 Gardisten aus den Konzem trationslagern entlassen. Äesamtamerikanischer Protest in London. Washington. 17. März. (Europapreß.) De« Präsident der Republik von Panama üb ermittelte dem britischen König eine einhellige Protestnote der 21 amerikanischen Republiken wegen der 23er<* letzung der panamerikanischen Neutralitätszone durch ein britisches Kriegsschiff, das am 12. FebruaÄ den deutschen Frachtdampfer „W a k a m a" zu tapern versuchte. Der Vorgang, der sich nur dreizehn! Seemeilen vor der brasilianischen Küste abspielte und als eindeutige Verletzung der in Panama festgelegten Neutralitätsbestimmungen ge* brandmarkt wird, endete seinerzeit mit der Selbst« Versenkung des deutschen Frachtdampfers, wobei das Kriegsschiff noch die Rettungsboote mit den! deutschen Besatzungsmitglliedern beschoß. Der Vorstoß der deutschen Lustwaffe auf (Zkapa Flow. Vier britische Kriegsschiffe schwerbeschädigt. - Flugplätze und Flakstelluugeu bombardiert. - Trotz starker Abwehr keine deutschen Verluste. Mit He 111 gegen England Das Daß Churchill getreu feinem bewährten Grundsatz „Nur halbe Wahrheiten bekanntzugeben", die Beschädigung nur „eine s" Kriegsschiffes zugibt, kann nicht weiter wundernehmen. Es ist immerhin als ein Fortschritt zu verzeichnen, daß Churchill sich wenigstens zu dem Geständnis aufrafft, daß es den deutschen Flugzeugen gelungen ist, die englische Flakabwehr zu durchbrechen, und „Landstützpunkte" angegriffen worden sind, früher waren es nur „Hunde" und „Kaninchen", die nach Churchills Berichten deutschen Luftangriffen zum Opfer fielen, heute gibt der gleiche Lügenlord immerhin den Verlust von Menschen und Häusern zu. Berlin, 17. März. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südwestlich Zweibrücken wurde am 15. März ein feindlicher Spähtrupp in Augstärke abgewiesen. Ein eigener Stoßtrupp sprengte am 16. März an der Saarfront einen französischen Beobachtungsstand ohne eigene Verluste. Die Luftwaffe klärte über der Bordsee und Ostfrankreich auf. Deutsche Jäger schossen einen französischen Fesselballon westlich Breisach brennend ab. Auf Grund der Aufklärungsergebnisse der letzten Tage unternahmen stärkere deutsche Kampffliegerverbände in den Abendstunden des 16. März einen Vorstoß nach Bordwesten und griffen in Scapa Flow liegende Teile der britischen Flotte an. hierbei wurden drei Schlachtschiffe und ein Kreuzer durch Bomben getroffen und schwer beschädigt. Die Beschädigung von zwei weiteren Kriegsschiffen ist wahrscheinlich. Außerdem wurden die Flugplätze Stromnes, Earth-house und Kirkwall sowie eine Aufträge erfolgreich durch und kehrten ohne lüfte zurück. Churchill gibt wenigstens die halbe Wahrheit,u. Amsterdam, 17. März. (DNB.) Die britische Admiralität kann nicht umhin, die neuen Erfolge Wer des MdMs vor der Berliner preffe. Berlin. 17. März. (DNB.) Zur gleichen Stunde da man in London noch verzweifelte An- ftrengungen macht, das ganze Ausmaß der lungsten stolzen Waffentat deutscher Flieger zu verf feiern und die Erfolge des kühnen Angriffes der deutschen Luftwaffe auf Scapa Flow nur zogend eingesteht, fchiDerten bereits drei Offiziere der deutschen Lust- Flakstellung angegriffen und mit Bomben belegt. Trotz starker Jagd- und Flakabwehr des Feindes führten die deutschen Kampfflugzeuge ihre ....... " Ver- Kampfflugzeug cheinkel He 111 hat die Aufgabe, feindliche militärifche Ziele anzugreifen und durch V 1 Bombenabwurf zu zerstören. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutsche Flieger berichten. schließen, e . 3. die von Eden erfundenen Sanktionen, die den italienischen Handel aus Großbritannien und den Dominions verdrängten, 4. den Kriegszustand und das strenge Regime des englischen Wirtschaftskrieges, das alle Rohstoffe in Großbritannien und den Dominions für die englischen Kriegsindustrien mit Beschlag belege und durch eine Unzahl von Einfuhrverboten den englischen Markt allen jenen ausländischen Erzeugnissen, die nicht unmittelbar für die Kriegführung notwendig sind, wie dies besonders für italienische Produkte der Fall sei, verschließe. Diese Einfuhrverbote hätten sich m der Tat vom 1. September 1939 bis zum 31. Januar 1940 durch eine Schrumpfung der italienischen Importe nach England um ungefähr zwei MiHionen ausgewirkt. Dies seien die wesentlichsten Ursachen der e r n ft e n Krise, die sich in den Handelsbeziehungen zwischen Italien und Großbritannien bemerkbar mache. Sie bestätigten entgegen allen englischen, französischen und amerikanischen Redensarten, die man gerade in diesen Wochen zu Horen bekomme, die elementare Notwendigkeit der wirtschaftlichen Autarkie und der von Italien erhobenen Forderungen nach einem Sprech t e r e n System der Verteilung der Rohstoffe Italien könne heute die tiefgehenden Eingriffe fest- stellen, die die Hegemoniesysteme gewisser Groß- möchte auf die Freiheit des Welthandels zur Folge hätten, und es könne sich heute nicht mehr Illusionen hingeben, seine Wirtschaft unter einem Regime des internationalen Freihandels aufrechterhalten zu können, ebenso wenig wie es an den berühmten englischen Vorschlag eines freien Austausches der Rohstoffe, den England selbst ßügen ftrafe, glauben könne. Nachdem diese Dinge mit der notwendigen Klarheit gesagt worden seien, warte Italien die weitere Entwicklung der italienisch-engllschen Handelsbeziehungen ruhig ab. Italienischer Besuch am Oberrhein. ..., 17. März. (P. K.) Auf einer Reise durch das Generalgouvernement und an die < Generalleutnant der Faschistischen Miliz " e chiori auf Einladung des Führers unternommen hat, erreichte der Gast am Donnerstagabend Freiburg i. Br. zum Besuch des Frontabschnittes am Oberrhein. In feiner Begleitung befand der deutschen Luftwaffe bei Scapa Flow weniastens zum Teil zuzugeben. Sie tut es allerdings auf ihre Weife, wenn sie mitteilt: „Am Samstag um 19.50 Uhr wurde ein deutscher Flugangriff auf den Flottenankerplatz Scapa Flow durch 14 deutsche Flugzeuge ausgeführt, denen es gelang, durchzubrechen. Ein britisches Kriegsschiff ist beschädigt worden. Ferner haben die deutschen Flugzeuge Bomben auf Landstützpunkte ab» geworfen, aber keinen Schaden verursacht. Dabei wurden eine Zivilperson getötet und sieben, darunter eine Frau, verletzt. In einem Dorf sind fünf Häuser getroffen worden. Die Flotte hat sieben Mann verloren. Die Küsten- und Schiffsbatterien haben starkes Feuer gegen die deutschen Flugzeuge eröffnet. Ein deutsches Flugzeug wurde abgeschossen, andere dürsten beschädigt sein." Besprechung im Salonwagen des Duce. Am Brenner, 18. Würz. (DBB. Funkspruch.) heule vormittag um 10.10 Uhr traf der Füh - rer in Begleitung des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop am Brenner auf italienischem Boden ein. Der Duce, der von dem italienischen Außenminister Graf Liano begleitet ist, erwartete den Führer und begrüßte ihn aufs herzlichste. Bach der Begrüßung und dem Abschreiten der Ehrenkompanie begaben sich die beiden Führer ihrer Bationen in den Salonwagen des Duce zu Besprechungen. Italiens Wirtschastsautarkie eine Notwendigkeit. Der italienisch-englische Warenaustausch auf dem Nullpunkt. Rom, 17. März. (DNB.) Zu dem Stand der italienisch - englischen Handelsbeziehungen erklärt „Giomale d'Jtalia" unter der Ueberschnft „Notwendige Klärung", daß der Warenaustausch zwischen Italien und England schon feit einigen Jahren eine Schrumpfung durchmache und feit Beginn des europäischen Krieges dem Nullpunkt zu - (teuere. Die Verantwortung an dieser Krise trage einzig und allein England. Sie ginge auf folgende Ursachen zurück: 1. Die Entwertung des Sterlings, die den normalen Wirtschaftsaustausch zwischen den beiden Ländern tief erschüttert habe, 2. die Schaffung der mit dem System von Ottawa verbundenen Schutzzölle, die das englische Imperium für viele italienische Waren ver- waffe, die an dem Angriff teil genommen haben, den erfolgreichen Einsatz gegen das Gros der englischen Home-Fleet vor Vertretern der deutschen und der ausländischen Presse. Zu dem Vorstoß auf Scapa Flow, der am 16. Wärz in der Zeit zwischen 19 und 21 Uhr erfolgte, waren, wie einleitend Hauptmann Schumann erläuternd mitteilte, deutsche Kampfflugzeuge vom Muster hein- teA 111 ei »gesetzt kvsrdeo. LZ smrden 3p.II- treffer schwersten Bombenkalibers auf drei Schlachtschiffen und auf einem schweren Krduzer erzielt. Die Beschädigung zweier weiterer Schlachtschiffe müsse als wahrscheinlich angenommen werden. Außer den in der Bucht von Scapa Flow versammelten schwersten englischen Schlachtschiffen, unter denen sich die „h ood", die „Renoron“ und die „Re- pulse" befunden haben, wurden die Flughäfen angegriffen, die zum Schuhe dieses Flottenverbandes mit Jagdfliegern belegt waren. Dort wurden starke Brandherde erzeugt. Ls wurden Beschädigungen an hallen und Rollfeldern feffgeftellt Die umliegenden Küstenbatterien wurden, so weit es sich um Flakartillerie handelte, ebenfalls mit Bomben belegt Unter anderem erhielt eine Flakbatterie auf der Insel Fara einen Volltreffer, der sie sofort zum Schweigen brachte. Alle Flugzeuge sind unversehrt mit voller Besatzung zurückgekom- m e n. Es sind lediglich kleine Splitterschäden feftgeftellt worden, die die Flugfähigkeit und die Abwehrmöglichkeilen in keiner Weife beeinträchtigt haben. Der Führer des Verbandes. Major D o e n ch^ erzählte dann: „Es war uns seit Tagen durch Auft klörer bekannt, daß die Engländer so unvorsichtig waren, ihre Home-Fleet nach Scapa Flow zu legen. Seit Tagen erwarteten wir eine Wetterlage, dis für den Angriff die günstigsten Möglichkeiten bot« Noch einmal wurden Dann die Besatzungen zusami mengenommen, und dann stiegen wir ein. In wem-, gen Minuten waren sämtliche Flugzeuge am Hirn, mel: Kurs nach Scapa Flow! Ein paaiZ Regenschauer und Schneegestöber, die wir unterwegs trafen, waren Kleinigkeiten, die uns nicht stören konnten. Als wir aus Richtung Osten auf die Bucht von Scapa Flow zuflogen, sahen roiti zu unserer Ueberraschung — wir konnten es gay nicht fassen, daß wirklich so viele Schifte dort lagen — eine Anzahl der größten brittschen Schlachte schiffe. Es fiel uns tatsächlich schwer, auszusuchen« welchen von den ,Pötten* man sich vornehmen sollte. Ls ist uns geglückt, die vier größten Schiffe zu treffen, und zwar gut! Teils wurden Schiffe direkt getroffen, teils lagen die Bomben so unmittelbar neben ihnen, daß man vom Flugzeug aus beobachten konnte, wie die Schiffe leicht ,angelupft‘ wurden, wie es in der Fliegersprache heißt — Das Flakfeuer war bei den ersten angreifenden Flugzeugen nicht so heftig, wurde aber nachher ganz munter. Trotz eines erheblichen Wunitionsaufwandes der Engländer wurde jedoch nichts erreicht. Auf einem großen Schiffe haben wir noch eine halbe Stunde später, als wir auf nördlichem Kurse zurückflogen, eine Riefenfeuersäule und Brände beobachten können, die auch noch von Flugzeugen gesehen wurden, die später die Flugplätze angegriffen haben." Einer der Flugzeugführer, Oberleutnant Magnus s e n , schilderte dann in humorvoller Weiss den Anflug nach Scapa Flow, der übrigens sein 13. Frontflug gegen England gewesen istt „Mein Bordfunker hatte seine Mundharmonika und spielte die schönsten Lieder, die durch das Funksprechgerät zu den anderen Besatzungsmitgliedertt gingen. Die Stimmung war bestens." Den Angriff selbst konnte Oberleutnant Magnus seil besonders gut beobachten, da seine Maschine als letzte flog. „Der Befehl kam durch: Angriff bei g Tn n t! So wie wir es friedensmäßia unzählige Male geübt hatten und auch gegen den Feind schott mehrfach durchgeführt hatten, ging es auch diesmal. Der Bordschütze lag vorn in seiner Kanzel über das Visier geneigt und gab mir als Flugzeugführer leise Verbesserungen — etwas mehr rechts, mehr links — recht so! Jetzt noch einige Sekundett — der Bordwart meldet: Steuerbord etwas FlaL Loch darum tonn man M beim Anflug nicht tun» mem — und schon kommt der erlösende Befehl des Bombenschützen: ,Achtung — null/ An der Erschütterung der Rlafchine, die durch das Gewicht der schwersten Bombe bedeutend leichter geworden war, bemerkte ich, dah wir unseren schweren Koffer mit den besten Wünschen nach unten geschickt hatten. Einige Sekunden vergehen, bis die Erfolgs- Meldung durchkommt. Zuerst war es der Vord- fchühe, der den Schlachtruf der Staffel ertönen lieh und jubelnd rief: ,Er hat getroffen, Herr Oberleutnant, er brennt!^ Das V o r f ch i f f des getroffenen Schlachtschiffes war in eine dichte Qualmwolke ein gehüllt, die sich schnell verbreitete, so dah bald das ganze Schiff in ungeheuere Rauchschwaden eingehüllt war." Für die Künheit, mit der der ganze Einsatz durchgeführt worden war, spricht die Tatsache, daß Oberleutnant Magnussen trotz des heftigen Flakfeuers noch vier bis fünf Minuten über Scapa Flow kreuzte und das Bild der Schlacht beobachtete. Er stellte fest, daß das Flakseuer recht plan- los gewesen ist. Mühelos aelang es dann Oberleutnant Magnussen, einen feindlichen Jäger abzuschütteln. Noch aus sechs bis sieben Seemeilen Abstand von Scapa Flow habe man die große leuchtende Fackel des brennenden Schlachtschiffes gesehen, die aus größter Entfernung noch zeigte, wo Scapa Flow lag. Oberleutnant Philipps, dessen Verband die Aufgabe hatte, die um die Scapa-Bucht verteilten Jagdflugplätze cknzugreifen und die Jäger an einer wirksamen Abwehr des Angriffes zu hindern, berichtete, wie die beiden Verbände gleichzeitig über den Orkneys erschienen. Zu unserer Freude sahen wir, wie zwischen dem Aufblitzen der schweren Flaks einige Explosionen erfolgten, die niemals von Flaks herrühren konnten, sondern nur Treffer unseres Nachbarver- b a n d e s sein konnten. Das war der erste Anblick, bevor ich selbst zum Angriff auf mein Ziel kam. Im Abenddämmern waren, während wir selbst aus dem dunklen Himmel kamen, vor uns die Orchneys schon von weitem genau zu erkennen, und das Ziel, der Flugplatz Earth House mit seinen Hallen, und dem Rollfeld einwandfrei auszurnqchßn. Zwei englische Jäger versuchten, von hintcki an meine Maschine heranzukommen; das gelang ihnen nicht, und ich konnte planmäßig meine Bombenreihe auf den Platz legen. Wir sahen einwandfrei das Aufblitzen.- Bombe nach Bombe, darüber die Staub- und Rauchwolken infolge der Explosion und kurz darauf Hellen Feuerschein, der uns zeigte, daß unsere Bomben einen nachhaltigen Erfolg erzielt hatten. Die Kameraden, die die folgenden Angriffe durchführten, sahen die leuchtend brennenden Flugplätze und konnten sich hier und bei den Angriffen auf die Flugplätze Kirkwall und Stromnetz danach richten. Noch während des Bombenangriffes sahen wir, wie einzelne Jagdflugzeuge von unten versuchten, an uns heranzukommen. Aber sie waren wahrscheinlich erst durch mein angreifendes Flugzeug selbst zum Starten genötigt worden und konnten unsere Höhe längst nicht zeitig genug erreichen, um mich etwa noch am Angriff zu hindern. Mittlerweile wurde es so dunkel, daß für die feindlichen Jäger jegliche Erfolgaussichten verschwunden waren, und die dauernden Angriffe meines Verbandes auf die drei Plätze konnten ohne jegliche Jagdabwehr erfolgen. Die Flak suchte mich in dem Augenblick, in dem ich schon meine Bomben warf, zu erfassen, aber von den Maschinen meines Verbandes hat keine einzige auch nur einen Treffer, ein Splitterchen oder einen Kratzer bekommen. Wohlbehalten kehrten alle Maschinen zurück. Den Erfolg hatten wir selbst gesehen, und die Kameraden, die nach mir angriffen und bann mit mir landeten, konnten alle das gleiche bestätigen. So schließt Oberleutnant Philipp seinen Bericht. Auf eine Frage bezüglich des „A n l u p f e n s^ wurde festgestellt, daß jedes der vier größten Schiffe unter Garantie einen Treffer auf dem Schiff erhalten habe; außerdem seien zum Teil noch Treffer zwei, drei oder vier Meter neben dem Schiff zu verzeichnen gewesen. Bei den beim Angriff verwendeten schwersten Bomben hat sich das so gezeigt, daß das Schiff mit dem Teil, unter dem die Bombe saß, etwa dem Bug, einen Moment aus dem Wasser h er aus g e h o b en, „ange- hipft" wurde. Bomben auf Kirkwall. Britischer Flugplatz von deutschen Bombern in Braud gesetzt. Gin Mitkämpfer berichtel: PK. In einem blassen Gelb verschmilzt die Sonne in der Nordsee. Wahl 2000 Meter hoch treiben die Wolken. Zu beiden Seiten schweben unsere Ketten- flugzeuge in den Böen, wie Schiffe sich hebend und senkend. Als ferne Punkte schwirren in unserem Kurs die anderen dicht über dem Meere. Mehr als zwei Drittel der Strecke liegen hinter uns. Stetig steigt die Maschine. Es wird kühl. Die Borduhr zeigt 19 Uhr. In einer Stunde werden wir angreifen. Fast gleichzeitig tauchen die drei Flugzeuge in das Schneeweiß einer mächtigen Kumuluswolke ein, ihre Köpfe Hunderte von Meter hoch in den Raum hebend. Blendend hell ist plötzlich die Kabine, umringt von Watte, in der die beiden Motoren das Flugzeug dröhnend höher und höher heben. Nach einigen Minuten stoßen wir an der Oberschicht der Kumulus vor hinein in den strahlend klaren, kalten Himmel, m dem weit oben weitere Wolkenschwaden liegen. 19.50 Uhr: Die scharf geschnittenen Gesichter der beiden in der Kanzel, Oberleutnant v. H. und Feldwebel W., sind von der Atemmaske verdeckt. Schneidende Kälte durchzieht die Kabine. Der Bordwart und der Bordschütze prüfen noch einmal die Sauerstoffapparate. Noch geht es so. Der kritische Punkt scheint zunächst überwunden. Vorhin mar. es, als sei das Atem schwerer als sonst, als koste jede Bewegung mehr als die übliche Anstrengung. Wir legen die MG.-Trommeln bereit. Jeden Augenblick muß Land sichtbar werden. Ab und zu reißen die Wolken auf und geben Ausblick in die gähnende Tiefe, aus der noch immer schwarzgrün das Meer herausschimmert. 21.10 Uhr: Es ist so weit. Klar zeichnen sich die Konturen der Küste ab, die Umrisse der weiten Bucht von Scapa Flow. Die Dämmerung hat ihren höchsten Grad errreicht. Ein Scheinwerfer zuckt in den Himmel. Dann aber öffnen sich alle Schlünde der Hölle. Rotweiße Bälle platzen Um uns und unter uns auseinander. Scheinwerfer greifen herauf. Es müssen 20 bis 25 sein, die ihre gefährlichen Arme nach uns ausstrecken. Es werden 50 bis 60 Flakgeschütze aller Kaliber sein, die Bunterbrochen auf die winzigen Punkte im Aether hrn^ Es ijt unheimlich, bei so viel zuckendem ct)t auf die Schüsse keinen Donner, sondern immer nur das Geräusch deGMotoren zu hören. Wir ziehen Müber zum Flugplatz Kirkwall. Blinklides Kampfes zwischen dem nationalen Staat unb dem klassenkämpferischen Marxismus herbeiführen, und er wollte zugleich das parlamentarische Partei- system mit aller Entschiedenheit bekämpfen. Daß man auf diese Auseinandersetzung verzichtete und nun, entgegen allen seinen Warnungen, die Macht der Reichsfeinde im Innern wachsen ließ, kann heute als das innerpolitische Verhängnis seines Sturzes bezeichnet werden. Noch offenkundiger ist der Abfall des „neuen Kürfes" vorn Sinn Bisrnarckscher A u ß e n p o l i - tik zu sehen. Für den Bruch zwischen Kaiser und Kanzler wurde die Meinungsverschiedenheit über das Verhältnis zu Rußland bestimmend. Erst die Erfahrung des Weltkrieges und die Deffnung der diplomatischen Archive, die uns das ganze Gewebe der europäischen Politik nach 1870 hat durchschauen lassen, machten es allgemein bekannt, daß die Kün- btgung des deutsch-russischen Rückversicherungsver- träges die Vereinsamung Deutschlands herbeigeführt Komödie um eine Hose. Don Luis Trenter. Die Hellen, sonnigen Wolken zogen in gleichmäßiger Ruhe über den Gipfel des Langkofels hinweg ins Blaue hinunter nach dem Süden. Das bedeutete „Gutwetter" für lange Zeit, und mein Onkel Leo hatte vom Großvater den überaus erfreulichen Auftrag erhallen, den Fritz auf die Roßalm zu bringen. Es muß ein besonderer Tag gewesen sein, denn auch ich hatte ein freudiges Erlebnis an jenem Morgen, weil ich die neuen schwarzen Hosen zum ersten Male anlegen durfte. Das heißt, ganz streng genommen, waren sie nicht gerade neu. Die Musik- bände von St. Ulrich in Gröden hatte nämlich neue Uniformen erhalten, weil die alten nicht mehr schön genug aussahen. Die Musikhosen meines Vaters, der die Baßposaune dließ, wurden für den hoffnungsvollen Sohn umgeschneidert. Angetan mit diesem musikalisch bedeutungsvollen, etwas zu breit und zu groß geratenen Prachtstück, wollte ich hinunter zu meinen drei Onkeln. Der Weg führte über blumige Wiesen am Pferdestall des Großvaters vorüber, und es wunderte mich nicht, daß gerade Leo daftand und eine zweiräderige Protze mit zwei Holzschleifen an den gesattelten Fritz schirrte. „Wo geahst denn hin, Leo?" „3 reit mit 'n Fritz auf die Alm!" Auf die Alm, dachte ich, die Alm, ja die war oben, wo der Wald aufhöri und der Langkofel an« fängt. Und Leo, der für mich so ein Mittelding zwischen Gott, Held und Freund war, stieg noch gewaltiger in meinem Ansehen. Im Vollbesitz und Bewußtsein meiner neuen Hose fragte ich nur: „Nimmst mi net mit?" Leo war nicht abgeneigt. Er sagte: „Ja, ja, da lea i dir eine Decke auf die Protzen und i reit. Aber du mußt heimgehen, fragen, ob du mitgehn darfst, weil wir zwei bis drei Tag ausbleiben." Ich tief schon und sagte, ich käme gleich wieder. Im Laufen fiel mir die Möglichkeit ein, daß der Vater am Ende nein sagen würde. Ich erschrak darüber so, daß ich mich einfach hinter einem Holzstoß fünf Minuten lang versteckte und nachher wieder zum Leo zurückkam. „Darfft du mit?" ,Ha, freilich." Dann zogen wir dahin. Zuerst über die Brücke auf die andere Tal feite, dann in den Wald. Leo hoch zu Roß auf dem Fritz, ich auf dem rumpelnden, holpernden, schlagenden Querholz über den zwei Protzenrädern. Auf Zentimeter knapp hinter mir flitzten die Hufe des Schimmels. Ich- spürte sie fast im Kreuz. Es rüttelte und schüttelte mich nicht schlecht durcheinander. Der Weg war grob. Ich mußte mich mit beiden Händen festhatten, um nicht unter die Räder zu kugeln. Wenn der Weg steil wurde, stiegen wir beide ab und gingen hinter dem Fritz im Schritt daher wie Bauern. Dann aber, roenn’s leichter wurde, saßen wir wieder auf und ließen den Fritz traben. So kamen wir nach drei Stunden auf die Hochwiesen über den Wäldern. Das letzte Stück bis zu den Tirler Almhütten war eben. Leo ließ nun das Pferd in lustigem Trab springen. Es schüttelte Mich drunter und drüber, hin und her, daß mir angst und bange wurde. Als aber plötzlich das eine Protzenrad auf dem oberen Wegeinschnitt, das andere über die schuhgroßen Bachsteine des unteren Weggrundes polterte, war nichts mehr zu machen. Ich flog auf einmal rücklings zwischen die Huke und Räder in den Schotter. Ein Wunder verschonte meinen Schädel von den Hufen des Schimmels. Ich hatte mich einige Male überschlagen, blieb liegen und wunderte mich. Ich machtt mir nichts aus dem Sturz. Dann aber sah ich die Hose! Die neue, schöne Musikantenfonn- tagshose! Teufel, sie hing zu dreiviertel an den Protzenrädern, während knapp ein Viertel noch Teile meines blauverbeulten Allerwerteften deckte. Unterhosen gab es damals in meiner Garderobe auch noch keine. So saß ich also ziemlich unbekleidet auf Gottes Erde. Leo trabte noch immer weiter. Die selbständig aeroorbenen Teile meiner Hose drehten sich im lustigen Takt des Rades mit, oben, unten, oben, unten. Lustig trabte der Fritz dahin, bis er endlich merkte, daß sein Passagier verlorengegangen war. Langsam stand ich auf. Die Einsamkeit drückte so auf mich, daß ich einige Tränen mit meinen erdigen Händen wegwischen mußte. Als wir alle drei wieder beisammen waren, wieherte der Fritz, ich weinte und Leo lachte, daß uns die Tränen aus den Augen rannen. Die schönen Musikantenhosen! Der Stolz meines Vaters. Die Prügel waren gar nicht auszudenken. Wir klaubten die Fetzen aus den Rädern, nahmen sie mit und gingen zu Fuß in die Hütte. Bei der Tirler Schwaige gibt es eine Schwefelquelle und eine alte Sennerin. Ich schämte mich furchtbar in meinem Zustand, aber die alte Wetterhexe lachte nur, machte kurzen Prozeß, nahte Hintern und Beine der Hose mit groben Stichen zusammen und gab mir Milch, Brot und Käse, so daß alles Unglück bald vergessen wurde. Dann fliegen wir hinauf zur Roßalm. Die ist ganz unter den Wänden des Plattkofels, ein freies, hohes, schönes Gebiet, ein Kurort, eine Sommerfrische für die Rösser, für die Schimmel, Füchse, Rappen und Braunen! Und abends, als es dunkel wurde, hockten Hirten, Sennerinnen und Bauern zusammen um den viereckigen Tisch, beteten ihr Vaterunser und aßen ihr gutgeschmalztes Milchmus. Nachher erzählten sie sich Geschichten. Unsicher flackerte die Kerzen« lateme, warf unruhige Schatten und Lichter. Bald huschten Hexen über unser Hüttendach, ritten auf Besen über die Grate, verschleppten junge ^..^chen, die nie mehr wiederkamen, bald trieben unheimliche Gesellen in den Ställen ihr Unwesen, daß die Tiere unruhig stampften und mit den Ketten rasselten. Gespenster und arme Seele. Ueberall, in den Fels- karen, in den Wänden, hinter jedem Stein, hinter jedem Baum lauerte ein Spuk. Die Stimmen der Erzählenden wurden Ml er und zaghafter. Man spürte, wie die ganze Stube unter dem Bann der Geister und Gespenster stand. Der Wind strich durch die Fugen, das Brüllen der Kühe klang wie furchtbares Stöhnen, und als wir dann mit den Laternen unsere Heustadel aufsuchten, erfaßte mich das Geheimnis der Nacht und der Zauber der Almen so bis ins Innerste, daß ich glaubte, in einer anderen, nie geahnten Wett zu sein. Im Heu vergraben, schlief ich erst sehr spät ein. Ich mußte jedoch ein bißchen zuviel Mich getrunken haben, denn in tiefster Nacht erwachte ich wieder, konnte nimmer einschlafen, hatte keine Ruhe und wußte nicht wohin gehen. Badezimmer gab's keine da oben. Dafür geisterte es an allen Ecken und Enden. Das Schnarchen der Almknechte machte die Stimmung nicht gemütlicher. Ich hatte Angst, getraute mich nicht vom Fleck, dachte mir, wenn das Heu ein bißchen naß wird, macht das gar nichts, und lieh dem Schicksal seinen Laus. Dabei hatte ich Pech. Die Richtung, in der das Brünnlein rann, war falsch. Es ging nämlich in der stockdunklen Finsternis einem der Heuknechte direkt ins Gesicht, und der hob ein furchtbares Fluchen und Schimpfen an. Eine Hand tappte im Dunkeln nach mir, ich wollte weg, trat dabei meinem Onkel auf den Bauch und flog plötzlich, von den zornigen Fäusten des Begossenen geschleudert, in die untere Ecke des Heubodens, wo ich still wie eine Maus liegen blieb. Die Geister waren durch die ziemlich handgreiflichen Vorkommnisse und zahlreichen Flüche, die alle mir galten, vorerst aus meinem Gemüt verschwunden. Ich hatte nun andere Sorgen und fürchtete mich vor dem Erwachen. Am anderen Morgen aber waren Gott sei Dank alle Geister vergessen und verschwunden. Auch , die Heuknechte. Die Sonne schien, die Blumen wehten im Winde und der Bergbach murmelte. Die große Fahrt war zu Ende und Leo und ich trafen wieder daheim ein. Ich kriegte Herzklop- fen und sagte zu ihm: „Geh mit mir Leo, ich glaub es gibt Prügel, der Vater schimpft!" y „Warum soll er denn schimpfen?" „Weil i nicht gfagt hab, daß i mit dir geh!" „Nachher habn sie dich ja drei Tag lang gsucht, Mensch! Ja, da gibts freilich Prügel, mein Lieber!" „Bittschön, geh Du voraus!" So ging denn der stets über alles erhabene achtzehnjährige Onkel als diplomatischer Vertreter zu meinen Eltern voraus, während ich wie ein Fuchs an Küche und Wohnstube vorüberschlich, in meine winzige Dachkammer huschte, mich ins Bett legte und ein Dank- und Bittgebet in mein Kissen flüsterte. Das erste wegen der Flucht auf die Alm, bas zweite wegen der Musikantenhose, die furcht- bar aussah. Lange noch hörte ich den Vater, die Mutter und den Onkel reden. Man hatte geglaubt, ich sei in ben Bach gefallen, hatte im ganzen Dorf suchen lassen. Mir klopfte bas Herz. Halb im Schlaf spürte lch noch die Mutter an mein Bett kommen. Sie nahm die zerrissene Hose, beugte sich über mein Bett, strich über mein Haar und sagte ganz leise: „... er schlaft schon ... er ist halt müd'..." Nun erst waren alle Wetter gewichen, nun alle Sünden verziehen und zuttefst glücklich schlief ich len en. Fliegende Wissenschaft .Mein Kampf" in javanischer Sprache Aus aller Welt Das klingt sehr merkwürdig: wie kann man aus der Lust bis in die Tiefen der Erde sehen? Die Antwort auf diese Frage ist geologisch recht einfach. Wo sich nämlich Kupfergänge in der Erde befinden, ändert sich infolge Salzanreicherung im Verwltte- rungsboden die Pflanzendecke: es entstehen Lücken im Wald kleid. Da man nun wußte, daß sich von Belgisch-Katanga bis Rhodesien Tausende von Kilometern weit riesige, natürlich nicht fortlaufend zusammenhängende Kupferlager ziehen, so brauchte man nur auf den Luftbildern jene Lücken heraus- zusuchen und konnte mit einiger Sicherheit an- nehmen, daß dort Kupfererze lagern. Fast ebenso seltsam klingt es, wenn man erzählt, daß durch Lichtbildaufnahmen aus dem Flugzeug auch die Beoölkerungszahl tropischer Gebiete bestimmt werden kann! Aber das wird heute zum Beispiel in Aethiopien gemacht; indem man die verstreut liegenden Gehöfte der Eingeborenen auszählt, erhält man einen ziemlich genauen Zahlenwert für die Eingeborenenzahl. Selbstverständlich muß man zuvor die Wohnverhältnisse und den Familienaufbau in der betreffenden Gegend kennen; genaue statistische Zahlen im Sinne einer europäischen Volkszählung sind die Ergebnisse aller- Krieg. >d wege, Mftie iu 1 kfannf. «Jfti ®el| ’ ^e gi,. haben." am besten Hal beim elegenheip sollen -luden ihr Aland bet England lassen und W durch Ganzen ein Stück heraus, wen jus ucn iuinpuOici-i Der englische Sterling- und sra^zösische tten Aufbau der Bündnisse und Verträge nicht be=\^T anltntut 5 haben in der letzten Woche am ■ ' ' "«-'schweizerischen Geldmärkte starke Kursein- w ji°g sq '"?wt ,7 »0, Wl »et. s» war, h ede-L Schicksal hotte vch Mr m den men. Aber ukunst des ein toten« Alle Krast der Heimat für die kämpfende Mnt! Oer Gauleiter sprach auf zwei Maffenkunvgebungen. Auf der interessanten Japan-Schau der Berliner Vertretung des japanischen Eisenbahnministermms, die im Haus des Handwerks in Berlin eröffnet wurde, sieht man auch Exemplare der japanischen Ausgabe einer Biographie des Führers sowie Adolf Hitlers „M ein Kampf . Drefe Werke find in Japan bereits in 12 Auflagen erschienen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten. | Im Zuge einer organisatorischen Aenderung ist der Staatssekretär Königs zu r ü ck g e t r e t e n. Zu seinem Arbeitsgebiet gehörten im Reichsver- kehrsministerium die Abteilungen Kraftverkehr und Straßenwesen, See- und Binnenschiffahrt und Wasserstraßen. Der Führer hat dem Staatssekretär feinen Dank und seine Anerkennung für seine Dienste ausgesprochen. Der Reichsgesundheitsführer Staatssekretär Dr. Conti hatte den Sachverstandigenberrat für Volksgesundheit in der Reichsleitung der NSDAP, zu einer Arbeitstagung nach München berufen. iat. Bismarck wußte wohl, wie außerordentlich I chwierig Deutschlands weltpolitische Lage war. Er ist der erste gewesen, der öffentlich vor dem Reichs- ag die ungeheure Gefahr eines europäischen Krie- oes beschrieben hat. Sein Bündnissystem, einerseits IUf den Dreibund mit Italien, andererseits auf die Verknüpfung des unverbrüchlichen deutfch-öfterrei- chifchen Bündnisses mit der fteundschaftlichen Beziehung zwischen Preußen-Deutschland und Ruß- iand gegründet, war der großartigste Versuch, bie| Sprengkräfte im Völkerraum zu bannen und den Frieden Mitteleuropas sicherzustellen Bismarck hat die von ihm geschaffene Ordnung mir als ein starres Gefüge betrachten wollen; er iwar jederzeit bereit, wenn es notwendig erschien, völlig neue Wege zu beschreiten. Seine Nachfolger «ber wußten keinen neuen Weg. Sie erklärten sich inur außerstande, das Spiel dieses Meisters nut leinen Mitteln durchzuführen. Sie brachen aus dem Ganzen ein Stück heraus, weil sie den komplizier- ■ dir geh ., langSM nein rhabene <* lef :5fr» , »ft*! bt lch Lm Ätz te A >üd'■ -;n B** deutsche Volk gewann, was Bismarck, der klein-! deutsche Vorkämpfer von 1866, nicht hatte erstreben können, ein Großdeutsches Reich als Führungsmacht Mitteleuropas. In dem neuen sozialpolitischen Aufbau ist die Leistung Bismarcks für die deutsche Arbeiterschaft als ein Grundstein mit enthalten, während der Klassenkampf, den er von oben her vergeblich niederzuhalten suchte, von unten her, vom Volke aus, überwunden wird. Die Gegensätze von 1890 sind für uns abgetan, die Größe des Helden Bismarck empfinden wir heute besonders stark, angesichts der Tragik seiner letzten Jahre. Mit stolzem Bewußtsein dürfen wir in dem Schick- falskampf, in dem wir stehen, uns als Erben des Reichsgründers fühlen. Nach der Abreise der Kommandanten der englischen und französischen Luftstreitkräfte im Mittel- osten ist nunmehr der Chef der französischen Fliegerabwehr, Admiral M o u r e n , zu Besprechungen über die Organisation des türkischen Luftschutzes i n A n - kara eingetroffen. * Der frühere Ministerpräsident, General A b e, ist zum Sondergesandten Japans bei der neuen Regierung von Nanking ernannt worden. — Zwischen dem japanischen Kabinett und dem Generalstab wurde eine Einigung über die gegenüber der neuen chinesischen Regierung zu verfolgende Politik erzielt. Schweres Eisenbahnunglück in Jugoslawien. Auf der Strecke Karlovac—Laibach stürzte bei dem Dorf Calukaauf auf den Personenzug von Karlovac im engen Tal der Kulpa ein schwerer F e l s b l o ck und riß den zweiten Wagen, m dem sich ibPersonen befanden, ganz und den dritten Wagen zur Hälfte in die direkt unter dem Bahrn dämm vorbeifließende Kulpa, die an dieser Stelle durch das Stauwehr eines benachbarten Elektrizitätswerkes besonders tief ist. Der eine Wagen verschwand sofort im Wasser; die Insassen ertrank e n sämtlich. Im anderen Wagen kann- ten zehn Fahrgäste mit schweren Verletzungen geborgen werden. Während der Rettungsarbeiten loste sich ein zweiter Felsblock und riß die Lokomotive sowie den Postwagen in die Tiefe. Flugzeugunglück bei INodena. I Ein mit drei Mann besetztes Erkundungsflugzeug stürzte auf der Rückkehr über dem Flughafen von Modena ab, wobei die Insassen den Tod fanden. Beim Aufschlagen auf den Boden wurden drei in der Nähe befindliche Personen von Teilen des Mug- zeuges so schwer getroffen, daß sie ihren Verletzungen erlügen. Starke Kälte In Europa — Wärme in Grönland. Während der Winter in ganz Emopa ungewöhnlich hart U7id anhaltend gewesen ist, hat, wie die grönländische Verwaltung in Kopenhagen nutteilt, im Februar schönes, mildes und windfttlles Wetter auf Grönland geherrscht. Die Durchschnittstemperatur hat 8,6 Grad Celsius über der Normaltemperatur gelegen, und mehrere Niederlassungen m West- binnen zu folgen. Noch einer Reutermeldunn teilte das englische Kriegsministerium mit: ,Infolge einer unvorhergesehenen Verzögerung" werde die Gewährung von Heimaturlaub für das Expeditionskorps in Frankreich zeitweilig aufgehoben. Ueber die Art der „Verzögerung" wird keine Angabe gemacht. Wie Reuter mitteilt, ist der jugoslawische Dampfer „Slava" (4512 BRT.) an der Küste von Wales gesunken. Kriegsschiffe waren Zeugen des Unterganges. Wenn wir in diesen Tagen von den weitreichen- den Erkundungsflügen unserer Luftwafte lesen, so findet hierbei u.a. auch eine fototechnische Methode ihre militärische Anwendung, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten bedeutsame, wenn auch außerhalb der Fachkreise nur wenig bekannte Ergebnisse vielseitigster Forschungen ausgebaut hat. Es handelt sich dabei um die L u f t - F o t o g r a m m e t r t e. Diese neue Technik zur Kartenherstellung ist heute ein unentbehrliches Hilfsmittel vieler Wissensgebiete. Die Anfänge gehen bis zur Jahrhundertwende zu- I rück, als man die ersten Luftaufnahmen aus Ballons machte. Heute arbeitet man selbstverständlich mit Flugzeugen. Wenn wir uns im Folgenden auf eine Darstellung der Entwicklung auf wissenschaftlichen Gebieten beschränken, so liegt es aber auf der Hand, daß all dies auch seine praktische An- wendung im Dienste der strategischen Fernaufklärung .griffen, und sahen nicht, daß dieser eine Stein un-i .entbehrlich war, wenn nicht das Ganze sich lockern runb zusammenbrechen sollte. So ist die nachbis- marcksche beutsche Außenpolitik trotz aller Warmungen bes alten Kanzlers in bie Lage von 1914 Ihinübergeglitten, wo der alte Feind Frankreich mit Mußland als neuem Gegner Deutschlands verbun- !det war und England das entscheidende Gewicht megen Bismarcks Reich in die Waagschale werfen konnte. Ä .... .r. Blickt man von 1918 auf 1890 zurück, so ermiß man die düstere Bedeutung i-"°s Tages. Erfaßt man aber zugleich den Weg von 1918 nach 1933 und 1940, so erscheint das damalige Ereignis auch in versöhnlichem Licht. Bismarcks Wirken hatte bin- neu kurzem ein Ende finden müssen, und die neue Generation hätte vor der gleichen Aufgabe vielleicht ebenso versagt, wenn kein dramatischer Sturz des Helden geschehen wäre. Aber Bismarcks Werk getan. Die Grundlagen des Reiches waren innen und außen so fest gefügt, daß sie einen dem neuen „Kladderadatsch" General Gort als Erzieher General Gori, der Che, der englischen Expeditionsarm«« mFrankreichj we deie sich im Interesse der Ertzütung der eng iischen Rasse gegen die Verlobungssucht der englischen Soldaten mit Französinnen. findet. i m Die Vorteile von Luftbildaufnahmen eines Gebietes gegenüber der früheren Erdmessung sind üben aus mannigfaltig. Vor allem erhält man hierbei auch das „Bild" einer Landschaft: im besonderen das Bild des Pflanzenkleides einer Gegend, das dann wiederum eine Menge geologischer Aufschlüsse bieten kann. So läßt sich auf diese Weise nicht nur der Holzvorrat großer Wälder feststellen, das Luftbild sagt uns auch, wie der Bewuchs be- l schaffen und verteilt ist. Die Bedeutung des Flug- lichtbildes bei Waldbränden ist allgemein bekannt. In außereuropäischen Ländern wurde es erst auf diese Weise möglich, riesige Waldgebiete zu erforschen. So wurden die unendlichen Wälder Kanadas systematisch lustfotometrisch erfaßt, in Hinterindien erforschte man die wirtschaftlich wichtigen Gezeiten- Wälder. Bei allen solchen Aufnahmen genügt es allerdings nicht, einfach zu knipsen — die Hauptarbeit besteht nachher im „Entzerren der Ausnahmen, denn die so gewonnenen Ausnahmen sind nur Unterlagen für die Herstellung der eigentlichen Karten. In Rhodesien in Afrika aber ging man noch einen Schritt weiter: Man suchte dort durch Luftaufnahmen festzustellen, wo es — Kupferlager gibt! dings nicht. Noch merkwürdiger erscheint es, daß diese Methode einer wissenschaftlichen Luftaufklärung auch den Spaten der Archäologen ersetzt! Aber Tatsache ist daß es heute bereits eine „L u f t - A r ch ä o l o- g i e" gibt. Ein Deutscher, Th. W i e g a n d, hat als erster im Orient diese „Ausgrabungen aus der Luft vorgenommen. So wurde bereits eine archäologische Luftkarte von Syrien angefertigt, die das ganze System der römischen Ruinen aufgedeckt hat; selbst dort, wo am Boden keinerlei Reste mehr zu sehen sind! Auch hier spielt der Pflanzenwuchs die Rolle des Verräters. Die unter der Sandschicht verschütteten Anlagen werden „sichtbar", sobald die Steppe ergrünt, denn dann ist je nach dem Bodenuntergrund der Bewuchs üppiger oder spärlicher. Auch die deutsche Vorgeschichtsforschung hat in neuester Zeit diese Methoden der Luftarchäologie angewandt. L. j erlitten, obwohl die übrigen Währung, keine nennenswerten Kursänderungen aufweise Der Kursrückgang des englischen Pfundes betragt innerhalb einer einzigen Woche bei einem Abstnken auf 16,48 Franken, 6 o. H. Paris notierte im Em- klang mit dem tieferen Pfund 9,33. findet sich auch der frühere Präsident der Republik, Marcello de Alvear. Vierköpfige Familie durch Kohlengase vergiftet. In Sandersleben strömten in der Wohnung des Invaliden Koch in der Nacht aus einem schadhaftenOfen Kohlengase aus. Am Morgen fand man die vierköpfige Familie bewußtlos auf. Die eine Tochter war bereits tot. Die 83jährige Mutter starb im Krankenhaus, während der 68jährige Vater und eine zweite Tochter noch schwerkrank daniederliegen. Othello und Hamlet trafen sich in Afrika. Unter merkwürdigen Umständen haben sich nach 20jähriger Trennung zwei italienische Brüder wie- dergesunden. Der Schuhmacher Adolfo T r a b e 111 aus Bologna, der jetzt 56 Jahre att ist, war im Jahre 1916 zum Militärdienst einberufen worden. Als er aus dem Felde zurückkehrte, starb seine Frau und hinterließ ihm zwei Kinder, Irma, geboren 1909, und Othello, geboren 1911. Trabetti zag nach Mailand und ging eine neue Ehe ein, aus der ein weiterer Sohn, Hamlet, entsproß. Aber diese zweite Ehe wurde nicht glücklich, so daß sich Trabetti von seiner Frau trennte und 1921 mit den beiden älteren Kindern wieder nach Bologna zog. In der Folgezeit sahen sich die Familienmitglieder nicht wieder, aber Hamlet hatte doch noch eine dunkle Erinnerung an seine beiden Geschwister in Bologna. Als Othello zum Militärdienst eingezogen wurde, schickte man ihn nach Aethiopien. Nach seiner Entlassung blieb er in Afrika und eröffnete in Asmara eine „Bologneser Schuhmacherei von Othello Trabetti". Das Geschäft ging ausgezeichnet. Inzwischen war Hamlet bei der italienischen Krie gsmarine eingetreten und erhielt in Mas- faua Landurlaub. Bei einem Ausflug nach Asmara siel ihm Othellos GeschäftsschiD in die Augen, er trat bei ihm ein, und es gab ein bewegtes Wiedersehen nach 20 Jahren. Lin Mthras Tempel aus dem 2. Jahrhundert in Rom entdeckt. „Hierher Tommy, du wirst dich doch nicht mit einer minderwertigen Raffe abgeben l" XYZ uv Physisch gerüstet mit der besten Wehrmacht der Welt und seelisch gerüstet mit der Idee des Nationalsozialismus und ihrem Kernstück, die Volksgemeinschaft, habe uns der UeberfaU der jüdisch-plutokratischen Welt zum Kampf herausgefordert und werde ihn nun entsprechend erhalten. Das Vertrauen des deut- schen Volkes auf feine militärischen und moralischen Kräfte fei gegen’ jede Bierbankstrategie zu setzen, vom Opfergeist der kämpfenden Front beseelt, erwartet die Heimat ruhig und gefaßt das weitere Geschehen, an dessen sieghaften Ausgang sie zu keiner Stunde zweifele. In dieser Haltung tue jeder, wo er auch stehe, seine höchste Pflicht. Heute, wo der totale Krieg nicht nur den Soldaten gegen den Soldaten, sondern VolkgegenDolk kämpfen laßt, werde es in Deutschland keinen Müßiggang geben, .für den keine Kräfte brach liegen, sondern es habe jeder seine Kraft an seiner Einsatzstelle dem Kriegsziel zu widmen. Damit werde die Heimat die Front des Soldaten unterstützen und einen entscheidenden Beitrag leisten, um den Feind zu schlagen. Jeder deutsche Soldat darf heute das Gefühl haben, daß die Kraft des gesamten deutschen Volkes hinter ihm steht, jene Kraft, die aus dem Geist des Führers geboren wurde und beide gleichermaßen beseelt, Front sowohl wie Heimat! NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Soren- g e r sprach in Bad Homburg und Offenbach a. M. in zwei eindrucksvollen, die zuversichtliche Stimmung und feste Haltung des Gaues beweisenden Massenkundgebungen. Der Gauleiter wies auf jene Erfolge hin, die oas deutsche Volk in den letzten Jahren durch die Kraft seines Glaubens erreichen konnte. Am Werden und Sieg der natio» nalsozialistischen Bewegung zeigte er den Sieg des Glaubens einer entschlossenen Kämpferschar, erinnerte an die großen Leistungen im Aufbauwerk des war getan. Die (Srunöiagen oes oxeiajes I Rührers, um daran zu beweisen, daß der Glaube nach innen und außen so feft gefügt, daß sie einen rejne Erfüllung xn Worten oder Illusionen Zusammenbruch überdauern konnten. An die preu-1£an^ sondern ausschließlich in der Tat. Diese Er- hische Ueberlieferung in Deutschland hat der Führer ^nntnis lasse heute das deutsche Volk in seinem des Nationalsozialismus angeknüpft, als er für Das @Iauben nimmermehr wankend machen. -- - Der Gauleiter behandelte dann den jüdif che n Hintergrund des uns aufgezwungenen Krieges, belegte an Hand jüdischer Steuerungen die Deut- schen Vernichtungsabfichten dieser im Innern über- rounbenen und nun von außen gegen uns kämpfenden Feinde und enthüllte die Rolle Englands und Frankreichs als Henkersknechte Judas. Deutschland jedoch sei dieser Situation nicht ungewappnet gegenüber getreten. Der Führer habe bet all seinem Wollen um eine friedliche Neuordnung Europas auch diesen Ausgang ins Auge gefaßt. Ostgrönland werden ähnliche klirnattsche Verhältnisse gemeldet. Norwegen dagegen wird augenblicklich von einer neuen Kältewelle heimgesucht. Die ttesite Temperatur wurde in Röros, das 110 Kilometer südöstlich von Drontheim liegt, mit minus 38 Grad gemessen. 46 Tote bei einem Grubenunglück in USA. In den Kohlengruben von St. Clairsville im Staate Ohio wurden bei einer Kohlengasexplosion 157 Grubenarbeiter verschüttet. Bei den Rettungsarbeiten konnten 113 Bergleute in Sicherheit gebracht werden. 44 Bergleute, die sich noch in dem zerstörten Stollen befanden, gelten als verloren. Bei den Rettungsarbeiten wurden zwei Sanitäter getötet. Ileberschwemmungskatastrophe bei Rio de Janeiro. lieber achtzig Personen fanden bei Ueberschwem- mungen im Rio Doce den Tod. Zwölf Leichen wurden an einer Stelle des Flusses aus den reißenden Fluten gesifcht. In Claudio wurden allein siebzig Menschen von dem plötzlichen Hochwasser überrascht und er tränten. Lin Erbschaftsprozeß dauert 102 Jahre. Ausgrabungen, die auf dem Gelände hinter der Kirche Santa Prisca su l l' A v e n t i n o in Rom vorgenommen worden sind, haben zur Entdeckung eines Mtthras-Tenrpels geführt, der nach seiner Ausdehnung und feiner Erhaltung wohl als der wichttgfte Tempel dieses Gottes in Rom angesprochen werden kann. Die Nachforschungen wurden von Schülern des Augustiner-Ordens, allerdings zu einem ganz anderen Zweck, unternommen; es handelte sich darum, hinter der Apsis der Kirche Ueberrefte eines Hauses ausfindig zu machen, in dem eine Christin der apostolischen Zeit namens Prisca, von der Paulus wiederholt in seinen Briefen spricht, gewohnt haben soll. Statt dessen stieß man auf römische Gewölbe, die drei Räume, einen großen und zwei kleinere, bilden. An den Wänden wurden gut erhaltene Gemälde entdeckt, die Priester und Gläubige mit Opfergaben vor dem Thron des Gottes darstellen. In dem großen Raum befand sich noch ein Altar mit einem ausgehöhlten Steine, der zürn Auffangen des Blutes der Opferttere diente. Ferner wurden zwei Statuen aufgefunden; eine davon, die ziemlich stark beschädigt ist, stellt A e s k u l a p dar, die andere, weitaus interessantere, den Gott M i t h r a s selbst. Eine Wandinschrift deutet darauf hin, daß der Tempel um 210 nach der Zeitenwende benutzt worden ist. Bisher wurde etwa die Hälfte des Tempels freigelegt. Dabei fand man Krüge, große und kleine Del lampen, Münzen, sowie Stücke von Marmorsäulen und Marmorstandbildern. Shirley Temple seht aus. Wie aus Hollywood gemeldet wird, hat die Mutter Shirley Temples beschlossen, das Mädchen vor- läufig nicht mehr in Filmen auftreten zu lassen, weil die Filmtätigkeit die jugendliche Künstlerin zu sehr anstrenge. Das Kind soll vorläufig zur Ausbildung in eine Schule nach Los Angeles geschickt werden. Zuletzt ist Shirley Temple in dem Film „Der blaue Vogel" aufgetreten. Karlsruhe liefert Rettungsauto für Kopenhagener Feuerwehr. Die Kopenhagener Feuerwehr verfügt neuerdings über den größten und modernsten Rettungswagen der Welt. Das Fahrzeug, das von einer d e utf che n Firma in Karlsruhe geliefert wurde und von einem besonders ausgebildeten Pionierkorps bedient wird, ist für den Einsatz bei Katastrophen, Einstürzen, Spreng-Unglücksfällen, Großbränden und Unglücks- fällen durch Elektrizität berechnet. Der Wagen ist mit einem Stromerzeuger ausgestattet zur Speijuna mehrerer starker Scheinwerfer unb zum Betrieb elektrischer Schneid-, Bohr- und Schweißgeräte. Er verfügt über eine Rauch-Sauganlage mit einer Kapazität von 70 Kubikmeter je Minute. Ferner ist er mit einem Gummiboot ausgerüstet und hat gleichseitig die stärkste auf einem Kraftwagen installierte Kran-Anlage, die sechs Tonnen in einem Gang zwanzig Meter hoch hebt. Der Wagen hat ein Eigengewicht von 10 Tonnen und stellt eine komplette Rettungsstation auf Rädern dar, wie sie nur den Feuerwehren Londons und Neuyorks zur Verfügung stehen. Das Fahrzeug wird ein technisches Wuttder genannt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrick Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei N. Langs. K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich HanianG iligten her ionswechjel . igsverschie« oem alten mhen, daß Strebungen roßen Ver« Men Ach iffen hatte, tertem An cht der An r selbstvrn h hat Bir- echt gehabt e Maßnah' m vielleicht it etwa aus oidersttedtk n Austm ;; Staat inv rbeWren,! he Partei- psen. Daß ichtete und die Mach! ließ, kam nis seines les „neuen jenpolb Kaiser und mheit über d. Erst die »ffnung der 136 Gewebe wrchscham i, iß die Kun- , herungsver- erbeigefuhn in der das nämlich n> heuknecht« furchtbarer d tappte nn trat dab« plötzlich. : ichleudertF \- still wie ck« | h »<**!; Gemüt A n und furch Sott sei en. Auch llumen Ks-rM gibt Prüg'l Portugiesisch-Afrika kommend, von einem fran- brüche zosischen Kriegsschiff an gehalten und M' gezwungen wurde,- dem französischen Kriegsschiff zwecks Untersuchung seiner Ladung nach C a f a» Vor dem Zivilgericht von Buenos Aires ist ein Erbschaftsprozeß zum Abschluß gelangt, der seit 102 Jahren um den Besitz von 2800 Hektar Land geführt wurde, das in unmittelbarer Umgebung der Hauptstadt liegt und auf 50 Millionen Pesos geschätzt wird. Der Prozeß zwischen den Erben des ursprünalichen Besitzers Lopez Camelo zog ratur gelegen, urtö mehrere ’jcieüeriaiiungvu uizwp« ü^^Ein Zayrhunderthin, bis endli ent- gröÄmch haibsn ins S* .10 SM Wärme erfeite Mm gulligs tWit fitfaöt wurde« UnM dm Sbb$« be? Der Führer des deutschen Kraftfahrsportes, Reichsletter Korpsführer Hühnlein, nahm die Derleihung des deutschen Motorsportabzeichens und die Ehrung der Meister des Automobil-, Motorrav- und Motorbootsportes des Jahres 1939 vor. Unter den 179 Männern, denen die Auszeichnung zuteil wurde, befinden sich viele, die jetzt das Ehrenklelo des deutschen Soldaten tragen. 22 von ihnen erhielten die erste Stufe des deutschen Motorsportabzeichens in Gold, 35 die 2. Stufe tn Silber und 122 bie 3. in Eisen. Die Grenzstadt Flensburg beging die 20. Wiederkehr des ersten deutschen Sieges in der Reihe der durch das Versailler Diktat erzwungenen ^olks- abftimmungen mit einer würdigen Feier im Grenz- landtheater. Der Generalstab der niederländischen Marine, hat alle Schiffahrtsgesellschaften dahin unterrichtet, daß sie bis auf weiteres jeden Schiffsverkehr ein stell en müßten, wegen der Gefahren, welche die Schiffahrt auf dem Wege nach England de-! drohen. Der portugiesische Marineminister gab bekannt, daß der portugiesische Afrikadampfer -Casse- twtV* bei seiner Ettrsahrt in fcw Tejo-Ku^ NM KM Nb jj o ms Herren- Kinder- Blusen, Westen Pullover, Anzüge Oberhemden Sporthemden Damen-Blusen Damen-Westen Damen-Sch als Damen-Tücher Damen-Kragen Damen-Blum en Damen-H and schuhe Damen-Strürn pfe Damen-Hemdchen Damen-Schlüpfer Damen-Unterkleider Herren-Unterjacken Herren-Unterhosen Herren-Socken Selbstbinder Hier gute Vorschläge für Ihre notwendigen Anschaffungen zum Fest: Frdr.Teipel 16 Markt 16 i369A Kaufmann und Landwirt Friedlich Puhl im Alter von 72 Jahren. Kinzenbach, den 17. März 1940. 01012 Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. März, 15.30 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Adolfine Puhl, geb. Viehmann, und Angehörige. Todes-Anzeige. Heute entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Gießen (Kreuzplatz 5), den 18. März 1940. 1374 D Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 20. März, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Im Namen der Hinterbliebenen: Liesel Scholz. Nach kurzem Leiden verschied Samstag vormittag mein innigstgeliebter Mann, guter Vater und Bruder Paul Scholz. Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnis abschriften bem Se- werbungsfchreiben beV legen l — Lichtbilber unbBewerbungsunter- lagen müssen zur Ver- meibung von Verlusten auf bet Rückseite Namen unb Anschrift bes Bewerbers tragen! Wjebilie und Lehrling gesucht.li378O Aulosatilerei Grölz Gießen Neustadt 45. Bäckers lehrling gesucht 1376D Paul Wem, Bäckerei 1372 D Unser lieber, einziger, hoffnungsvoller Junge Friedel Philipp Ferdinand Stumpf ist am Samstag, dem 16. März 1940, 11 Uhr vormittags, nach langem schweren Leiden im blühenden Alter von 13 Jahren in der Klinik zu Gießen in ein besseres Jen seits abgerufen worden. Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen. Der Name des Herrn sei gelobt. In schmerzvoller Trauer im Namen aller Angehörigen: Philipp Stumpf II. Reiskirchen, den 17. März 1940. Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. März, 2 Uhr nachmittags, in Reiskirchen statt. Goethe-Bund Kaufm.Verein / Gefellfchaft für Erd- und Völkerkunde Wegen Erkrankung des Vortragenden muß die für Dienstag, den 19.Mttrz angesetzteVeranstaltung verschoben werden. 1384d Lehrmädchen für unsere Manufakturwaren-Ab- teilung gesucht. (Landjahr muh beendet sein), Wohnung u. Kost wird gestellt. Angebote an [1370D Hartmann & Schmidt Gemischtwaren ZLirtorf(Oberhessen)JernruföS. Äwangsvevfteisevung Dienstag, den 19. März, nachm. 2 Uhr, sollen im Verkaufslokal Hartmetz, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise geg. soforLBarzahl. versteig, werden: Haus-, Laden- und Büromöbel all. 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März 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen 157731 197906 247574 307709 285374 204782 166281 204332 266398 337683 122074 183509 215451 274660 362544 131449 185853 224500 276214 138396 192520 232510 294895 154486 197385 234892 303761 311131 217566 35143 111334 177400 207616 272700 347666 163464 199343 262298 322127 47890 331401 277703 32510 165496 Vornehm / Geschmackvoll! Persönlich I Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Schreibwaren _________________1371P 3 Gewinne zu 10000 RM 3 Gewinne zu 5000 RM 3 Gewinne zu 4000 RM 15 Gewinne zu 3000 RM 334954 Gewinnauszug 5. Klasse 2. Deutsche Reichslotter^e 15. Ziehungstag In der Nachmitlagsziehung wurden 15. März 1940 gezogen | Kaufgesuche" Suche l-2Miegen sowie ein 2-4jähr. Siegen« zu kaufen. 0101,3 Schr. Ang. nnt Preis unt. 01013 a. d. Gieß. Anz. 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Eierausgabe ab 18. März. Ab Montag, den 18. März, werden für die Zeit bis zum 7. April auf Abschnitt b der Reichseierkarte weitere zwei Eier aufgerufen. Die auf Abschnitt a ab 12. März in den Großstädten ausgegebenen zwei Eier gelten jetzt auch in den Landstädten und -gemeinden als ausgerufen. Soweit es sich bei. den ausgegebenen Eiern nicht um deutsche Erzeugnisse handelt, können beim Antransport der meist holländischen Frischware Verzögerungen entstehen, weshalb eine Belieferung unbedingt vor den Osterfeiertagen nicht überall zugesagt werden kann. 1376D GlMsttW- Blotor bis zu 1 PS mit Anlasser zu kauf, gesucht. WgNUS & Go. Diezstr 6. [iqi5d Verschiedenes] Wer erteilt MlllMMW LStenogniDW? Eilangebote unt. 01014 an den Gieß. Anzeiger. 30 Gewinne zu 2000 RM. 37967 80630 182642 202035 237707 257215 292025 315163 364706 117 Gewinne zu 1000 RM 4559 9220 12421 27278 27390 28249 35842 39705 68393 101491 123479 136688 147900 165393 167271 194693 197185 224423 233583 235451 282505 289485 290224 291254 302170 312119 314258 322696 328144 329886 346348 382425 390362 397105 - Montag, 18. März MV Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Hl 66 Zweites Statt Aus der Stadt Giehen. „Tag der Wehrmachi" in Gießen em refmii Trauerfeier für Geheimrat Krüger. 1373C da der erste Schlag gar zu gut "geschmeckt Krtegs-WchW. ersetzen. ren", |u itu/i v 1.1111 i*-/ n Der Musiker spann *. | eine Saite erklingt, dann beginnt eine andere, r die Zeit iseierkack Jen Groß- |t auch in ufen. So. nicht um Antrans- Derzöge- ing unbe- Gleichklang. 13nn Karl Fobert Popp Oberhessischer Kunsiverein. Rudolf Matthis und Rudolf Poefchmann. zur am- n Säuin- nngeleitet d die aus g nachzu- e 22 raren _ 1371D Freude. . „ „ ,r . Die gesamte Veranstaltung zeigte alle Helfer und Helferinnen in freudiger Tatbereitschaft und bekundete erneut die längst schon bekannte Tatsache, daß alle Kräfte sich immer wieder gerne für das feine Motive nimmt. . . A Rudolf Poefchmann spricht auf ganz andere Art an. Er hält sich an das Gegenständlichere. An das, was den meisten Menschen gefällt. Er malte die Wartburg, den Dom zu Limburg, die Burg zodreitS' Haydn. Haydn trat eines Tages in eine Musikalienhandlung. „Können Sie mir einige neue Kompositionen vorlegen?", bat er. „Gewiß. Ich habe gerade das Ochsenmenuett von Haydn da." . „Haydn interessiert mich nicht", bemerkte Haydn. „Was? Sie lieben Haydn nicht? Was haben Sie gegen ihn?" Haydn lächelte freundlich: „Haben Sie nicht etwas anderes da?" Der Musikalienhändler antwortete: Ich habe sehr viel da — aber nicht für einen p unmusikalischen Menschen wie Sie!" * Oft besuchte Haydn die berühmte Sängerin Billington, deren Kunst ihn täglich neu begeisterte, lieber dem Klavier der Sängerin hing ihr Porträt, von Reynold gemalt. Die Sängerin war als heilige Cäcilie dargestellt, wie sie mit andächtigem Gesicht •einem Chor der Engel lauscht. „Das Porträt ist ausgezeichnet^, bemerkte Haydn, nur die Auffassung des Themas ist fatsch." -Wieso?" . _ , _ f Der Maler hat gemalt, wie Sie den Engeln lauschen. Er hätte die Engel malen müssen, wie sie Ihnen lauschen." Eines Tages dirigierte Haydn ein Oratorium. Der Konzertmeister hatte ein Geigensolo zu spielen und eine Cadenz ad libitum zu machen. Dabei irrte er wild in den Tonarten umher und schien die Grundmelodie völlig vergessen zu haben. Endlich schloß er die lange Kadenz mit einem Triller und kam zu dem Ausgangspunkt zuruck. . herzlich willkommen daheim! , rief Haydn^ „herzlich willkommen!" Jo Hanns Rösler, das am 27. 9. 1939 ausgesprochene Verbot öffentlicher Tanzlustbarkeiten vor 19 Uhr für den 24. und 25. März 1940 aufgehoben worden. ** Kein Vortragsabend im Goethe- Bund. Der.für morgen angekündigte Vortragsabend im Goethe-Bund muß verschoben werden. G. A.-Gport. Hessen wurde Sportbereich. Gießen nunmehr Sportbezirk. Auf der am 10. Februar in Gießen stattgefundenen großen Arbeitstagung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen konnte stellvertretender Gauamtmann Beu ermann (Kassel) bereits mitteilen, daß auch für den bisherigen NSRL.-Gau III Hessen eine Neuorganisation vorbereitet sei. Was damals angekündigt wurde, ist nun Wirklichkeit geworden: Der bisherige Hessengau ist zum Sportbereich erhoben worden. Der in schwerster Zeit geschaffene organisatorische Ausbau bringt eine Angleichung an die Organisation der Partei, gleichgestimmte auch in einem entfernten Zimmer zu tönen ..." „ r Der Gefreite nickte ihm zu. „Gleichklang! sagte er. Gleichklang! Das ist es!" Und er wurde darüber so froh, daß er eine Lage spendete und sie bat, mit ihm auf das Wohl seiner lieben Monika zu trinken. Urlaub ... .. Am Dienstag darauf erhielt er einen Feldpostbrief. „Lieber HaHs", schrieb Monika, „in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde ich munter und verspürte eine große Unruhe in mir. Ich gchg auf den Balkon und sah nach den Sternen, die ja jetzt wegen der Verdunkelung auch über der Großstadt leuchten. Da mußte ich immer an Dich denken. Und dann dachte ich — aber bitte nicht auslachen, lieber Hans! — daran, daß die Sterne auch Dir scheinen, daß sie den ganzen Tag am Himmel stehen und erst nachts zu funkeln beginnen. Als ich mir das überlegte, fühlte ich, wie sehr wir doch zusammengehören! Auch über uns allen ist das Dunkel einer harten Zeit, und gerade deshalb wird in uns etwas hell! Du weißt, was ich meine, Du weißt ja auch, was nun wie ein lichter Stern in uns strahlt! Und deshalb hat doch alles seinen Sinn, nicht wahr, lieber Hans?" Hier unterbrach ein Kamerad den Lesenden und fragte, ob er schlimme Nachrichten von zu Hause erhalten habe. Der Gefreite sah auf und schüttelte den Kopf. „Glaubt ihr an Gedankenübertragung?" fragte er statt einer Antwort. „Glaubt ihr, daß bunderte Kilometer voneinander zwei Menschen nach den Sternen sehen und in eben diesem Augenblick das gleiche denken können?!" Sie wollten erst lachen, aber als sie seinen Ernst bemerkten, sahen sie ihn verwundert an und dachten nach. Der Studienrctt meinte, es gebe mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit es sich träumen lasse ... Max Barthel, der Schmied, sagte mit einer erklärenden Handbewegung: „Waanst' dich mit einer so recht verstehst, nachher seid's allweil beianand! ~ x—den Gedanken weiter: „Wenn Die letzte Straßensammlung für bas Kriegs- Winterhilfswerk, die als „Tag der Wehrmacht gemeinsam von der Wehrmacht und den Kameraden der NSKOV., des' NS.-Reichskriegerbundes, des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten und vom Deutschen Roten Kreuz durchgefuhrt wurde, gestaltete sich in Gießen zu einem starken Erfolg auf der ganzen Linie. , Die Sammler begannen ihre eifrige Tätigkeit bereits im Laufe des Freitagnachmütag mit dem Verkau der Abzeichen für diesen Tag, der hübschen Fahnen, die überall reißenden Absatz fanden Bei der starken Nachfrage war der Vorrat an Fahnenabzeichen schon bis zum Samstagoormittag vollständig ausverkauft. Aber die Sammel- und Spendefreudigkeit für das Kriegs-WHW. bestand unverändert fort. Daher wurden dann andere Abzeichen, die von früheren Sammlungen übriggebheben waren, zum Verkauf eingesetzt, und auch sie sanden überall willige Abnehmer. Bis zum Samstagabend hatten nach unseren Beobachtungen alle Sammler ihre Abzeichen ausverkauft, um dann Mit gewichtig klappernder Büchse her Ablieferungsstelle Der gestrige Sonntag brachte den Höhepunkt der großen Sammelaktion.'Hier war es die Wehrmacht selbst die in der vordersten Front des Wirkens für das Kriegs-WHW. stand. Das großeErelgms des Tages war der Eintopf aus der Feldküche Es nab das immer wieder beliebte Soldatenessen Erbsen mit Speck, an einigen Stellen wurde aber auch, ebenfalls aus den Feldküchen, eine gute Linsensuppe und eine Reissuppe ausgegeben. An einer der großen Kochstellen unserer Gießener Soldaten war die Kocharbeit seit den frühesten Morgenstunden des Sonntags im Gange. Insgesamt wurden allein an Li„k-: ^betrieb an einer Feldküche. - Rechts: Eint°pf-G°m°inschaft auf Oswaldsgarten. - (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) dieser Stelle in 32 Feldküchen und Kochkesseln rund 15 000 Portionen Erbsen mit Speck gekocht, für die das ansehnliche Quantum von 25 Zentner Erbsen, 20 Zentner Speck und etwa 25 bis 30 Zentner Kartoffeln den Weg in die Kessel antreten mußte. An einer anderen, kleineren Kochstelle wurden rund 2200 Portionen Essen gekocht, und zwar gab es hier Linsen- und Reissuppe. Dazu wanderten 340 Kilo Speck und Ochsenfleisch, 180 Kilo Linsen, 100 Kilo Reis und 200 Kilo Kartoffeln in die Kochkessel. Schon von 10 Uhr an befanden sich die Feldküchen motorisiert unterwegs zur Essenausgabe. Sie brachten den Käufern ein außerordentlich schmackhaftes Essen, das mit Recht überall vollste Anerkennung fand. Auch vor den prüfenden Blicken und Kostproben unserer Hausfrauen konnte dieses Soldatenessen in vollem Umfange bestehen. Und überall fand es freudige Abnehmer. In den Straßen fanden sich an den Ausgabestellen Frauen, Mädchen, Männer und Jünglinge in großer Schar em, bewaffnet mit Töpfen, Kannen usw., um den „Schlag" aus der Feldküche abzuholen. Vielfach war die erste Lieferung im Handumdrehen ausgegeben, und nicht minder rasch fand auch der zweite und dritte Kessel seine Abnehmer. Da man die Feldküchen in kluger Voraussicht der Dinge auf Autos gestellt hatte, und da auch der Nachschub von den zentralen Kochstellen aus zu der Hauptoerteilungs- stelle in der Kaiserallee-Ecke Licher Straße ausgezeichnet funktionierte, konnte die Versorgung der überaus kauflustigen Volksgenossen flott vonstatten gehen. Immer wieder flitzten die Autos von der Verteilungsstelle zu den Ausgabeplätzen und umgekehrt. Viele Frauen und Männer kamen sogar em zweitesmal an die Feldküchen, um zu /Japituhe- In den Nachtstunden vom Donnerstag zum Fre^ tag war die Truppe voller Erwartung. EMich huschten Gestalten über das Vorfeld. Der Gefreite kam mit feinen Kameraden zurück. Sie erstatteten Meldung und gingen dann gleich ichlasen. Nur der Gefreite stand noch eine Weile m der fterntlaren Nacht und sah zum Himmel hinauf, der im Glanze der abertausend Gestirne funkelte. Der Soldat, der eben noch mit gespannten Sinnen durch das Niemandsland feindwärts gegangen war blickte auf, und seine Gedanken liefen in die Heimat und waren dann bei Monika, seiner Braut. Da wurde eine Sehnsucht m ihm wach, wie er sie nie verspürt hatte, wenn er früher auf feiner Arbeitsstätte wochenlang von ihr getrennt gewesen mar. Kleine Eigenheiten, die er an ü)r hebte, fielen ihm in dieser Stunde ein. Ihr Lächeln ihre scheue Zärtlichkeit, ihr großes Vertrauen. Liebe, kleine Monika! Er sah die Sterne glanzen, und ihm kam plötzlich die Erinnerung an eine Schuljtunde. und legte außerdem Kränze nieder im Namen des Gießener Konzertvereins und des Akademischen Gesangvereins. Kränze wurden ferner nieder gelegt für die Theologische Fakultät der Universität Marburg (deren Ehrendoktor Geheimrat Krüger war), für Die Gießener Studentenschaft, für die Gießener Hochschulgesellschaft, für den Historischen Verein für Hessen, den Oberhessischen Geschichtsverein, die Hessische Vereinigung für Kirchengeschichte für die Deutsche Theologische Gesellschaft und schließlich auch für die Altersvereinigung, der der Verstorbene angehörte. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Die fremde Frau". — Lichtspielhaus (Bahnhosstraße): „Es gibt nur eine Liebe". Bunter Abend im Stadttheater. Die Künstler unseres Stadttheaters traten am Samstag gewissermaßen im eigenen Bezirk zu einer Schlacht für das Kriegswinterhilfswerk" an. Es wurde ein Bunter Abend veranstaltet, der em aus- Runkel Bilder aus Miltenberg, Lindau und Rothenburg o. d. Tauber, er geht also solchen Motiven nach, die an sich schon wirkungsvoll sind, und die der Künstler mit viel technischer Geschicklichkeit und mit freudigen Farben in ihrer Wirkung noch steigert, romantisiert und in eine fröhliche Sommerseligkeit taucht. Da erscheint die Ruine Runkel plötzlich gar nicht mehr dunkel und trutzig, der Limburger Dom nicht mystisch und die Wartburg nicht träumerisch aus deutscher Vergangenheit, sondern das alles ist mit heiter gestimmten Augen gesehen. Ein Helles weiches Ockergelb, das angenehm in das Rötliche hinüberspielt, herrscht vor und bestimmt fast alle Bilder. Poeschmann malt sichtlich mit rascher Hand, mit breitem Pinsel, mit viel Phantasie und künstlerischer Freiheit. Die Architektur behandelt er virtuos in Licht und Schatten, m wirkungsvollen Perspektiven, in kraftvoller Plastik. Daß er aber auch in der Landschastsmalerei eine glückliche Hand hat, beweist das Bild „Großer und kleiner Arber" (Bayerischer Wald), das zum Besten zählt, was in seiner Ausstellung zu sehen ist. o ; Heinrich Ludwig Neuner. In der Kapelle des Neuen Friedhofs fand am Samstagmittag die Trauerfeier für Geheimrat D. Dr Gustav Krüger statt. Dazu sanden sich viele . Trauergäste aus dem Kreise der Universität und ' der kulturtragenden Vereinigungen unserer Stadt ein. Der Sarg war von zahlreichen prächtigen Kränzen umgeben. Oberkirchenrat Superintendent a. D. D. Wagner widmete, nach Bibelwort und Gebet, dem Verstorbenen einen herzlichen Nachruf. Er verlas, einem Wunsche des Dahingeschiedenen folgend, die Worte, die zu Brahms „Deutschem Reguiem' als Text gelten, und schilderte dann Geheimrat Krüger in den Wesenzügen seines Charakters. Er sei offen gewesen für alles Gute, Wahre und Schone, erfüllt von einer tiefen Liebe zur Kunst, inbesondere der Musik, erfüllt von Wahrheitsliebe, von deutscher christlicher Frömmigkeit, von Lebensbejahung und von einem tiefen Ernst der Lebensauffassung überhaupt. Ihn habe eine erstaunliche geistige Spannkraft ausgezeichnet bis in die letzten Tage feines Gebens; er lebte seiner Forschung, beteiligte sich aber auch rege am öffentlichen Leben. Trotz seiner fein empfindenden Natur habe er den Kamps nicht gescheut. Im Geisteskampf habe er unwandelbare Ritterlichkeit bewiesen. Sein Leben sei erfüllt gewesen von Arbeit für das deutsche Volk, für Kirche . und Staat, für Stadt und Universität, für die Stu- deuten und für solche Volksgenossen, die einer Hilfe bedürftig waren. Sein Leben sei aber auch reich an ‘ Leid gewesen, an Leid besonders um seinen unlängst verstorbenen Sohn, Regierungsrat Dr. Krüger. Mit dem Wunsche, daß Gott dem Verstorbenen die ewige 1 Ruhe schenken möge, schloß die Gedenkansprache. Nach Musik und Lied sprach in .Vertretung des Rektors, der Prorektor unserer Landesuniversitat, Prof. Dr. Klute. Wenn auch der Tod für den Verstorbenen eine Erlösung geworden sei, so sei der Heimgang des bedeutenden Mannes doch ein großer Verlust. Der Verstorbene habe ein reiches Leben hinter sich gebracht, ein Leben in der Weite des Geistes, der Seele und des Herzens, ein Leben, bestimmt auch von praktischem Verstand, von reichem und glücklichem Wirken für die Universität und ihre Verwaltung. Als Rektor habe er für die Universität gewirkt, als Dekan für die Theologische Fakultät. Er habe mitentschieden, als es die Deterinärkliniken zu schaffen, als es Liebigs Laboratorium zum Liebig- museum auszugestalten galt, er entschied mit, als es darum ging, die Diplome der Universität und Immatrikulations-Urkunden in deutscher Sprache abzufassen, die 300-Iahrfeier der Universität habe er mit vorbereitet u. v. a. m. Im Kriege 1914/18 wirkte er als Offizier in der Heimat, widmete sich der Kriegshilfe, er legte aber auch nach dem Zusammenbruch die Hände nicht in den Schoß. 25 Jahre habe er als Ephorus der Stipendiaten gewirkt, väterlich für sie gesorgt und viel Dank geerntet. Viel Dankbarkeit schulde ihm die Universität in ihrer Gesamtheit, für die er immer eingetreten fei, wo es sich als notwendig erwiesen habe. Mit dem Versprechen eines ehrenden und treuen Gedenkens schloß Prof. Dr. Klute und legte einen Kranz nieder. Für die Theologische Fakultät sprach Prof. D. Dr. phil. Rudolph als Amtsnachfolger des Verstorbenen. In feinem Nachruf nannte er Geheimrat Krüger im engen Zusammenhang mit den großen Lehrern der Kirchengeschichte. Er würdigte ferner die überragende wissenschaftliche Leistung des Verstorbenen und sprach dann davon, wie wenig „geheimrätlich unnahbar" der Dahingeschiedene gewesen sei den Kameraden in der Fakultät und den Studenten gegenüber. Im Kampf der Theologie aber habe sich immer dann, wenn Unrecht geschehen sei, seine leidenschaftliche Natur geäußert. Immer aber sei er auch dessen fähig gemeßen, Person und Sache auseinanderzuhalten. Mit den Studenten habe er immer persönliche Verbundenheit gesucht und gefunden. Von ihm sei reicher Segen ausgegangen, insbesondere immer dann, wenn es um Entscheidungen im Innersten gegangen sei. Im Namen der theologischen Fakultät und vieler Studenten legte Prof. Rudolph einen Kranz nieder. Prof. Dr. Eger widmete dem verstorbenen Ehrendoktor der Juristischen Fakultät einen Kranz hatte, so daß man sich gerne zu dem zweiten entschloß. An der Plocksttaße und auf Oswaldgarten war Gelegenheit zu gemeinschaftlichem Essen gegeben. An langen Tischen saß man hier beisammen, um dem guten Mittagessen alle Ehre zu erweisen. Die Soldaten an den Feldküchen hatten kaum Hande genug, um alle Teller so rasch zu füllen, wie sie ihnen zugereicht wurden. Helferinnen von der NS.- Frauenschaft leisteten dabei wertvolle Hilfe, lieber«- all konnte man die Wahrnehmung machen, daß es ausgezeichnet schmeckte. Ein Musikkorps der Wehr-- macht erfreute an beiden Plätzen mit gutem Platzkonzert, so daß die Besucher neben - ihrem guten „Schlag" auch noch einen musikalischen Genuß erhielten. Besonders erfreut waren die Essen-Abnehmer noch darüber, daß sie zu der Suppe auch eine Scheibe gutes Kommisbrot erhielten, das allen vortrefflich mundete. In flotter Tätigkeit wickelte sich die Essenausgabe bis gegen 14 Uhr überall zur Zufriedenheit beider Teile ab. Im Laufe des Sonntagnachmittag boten unsere Soldaten dann in reichem Maße jung und alt Gelegenheit zu allerlei Unterhaltung. Man konnte dabei am Maschinengewehr schießen, Kinder konnten reiten oder auf Militär fuhrwerken vierspännig spa- zierenfahren usw. Alles Möglichkeiten, von denen reichlich Gebrauch gemacht wurde. So brachte auch in dieser Richtung hin unsere Wehrmacht an ihrem Arbeitstage für das Kriegs-WHW. vielen eine große Der Oberhessische Kunstoerein stellt in seiner neuesten Ausstellung (im Foyer des Stadttheaters) zwei Künstler ganz verschiedener Prägung einander gegenüber: den niederdeutschen Maler Rudolf Matthis (Nordenham, Oldenburg) und den Dresdner Rudolf Poefchmann, der schon von früheren Ausstellungen her in Gießen bekannt i|t- Beide unterscheiden sich lebhaft voneinander sowohl in ihren künstlerischen Auffassungen, wie auch in der Schau der Landschaft. o . Matthis hat sich ohne Einschränkung der Lanv- schaft zugewandt. Er nimmt nur die natürliche Landschaft in sich und in seine Bilder auf. Man sicht nur selten Häuser oder Dörfer. Für ihn reden, so scheint es, Busch und Baum, Wald und Feld, Berg und Tal, die Heide, ein einsamer Feldweg, eine Sandgrube, vor allem aber der Himmel uno sein Licht, das Licht über der Landschaft in einer so reichen und lebendigen Sprache, daß er keiner weiteren Zutat bedürftig ist. Erscheinen einmal Häuser oder gar ein ganzes Dorf, so bedeutet das nie Selbstzweck im Bild, sondern Unterordnung, Einfügung, nur Bestandteil. Der Mensch ist in seinen Landschaft ganz und gar verloren. Um 1° sorgfältiger sind Stimmungen des Lichts und der Lust, Nahe und Ferne und alles, was Zwischen Himmel und Erde Farbe hat, festgehalten. Bufche Bäume, Gras, Blumen, Felsen usw. sind dabei nut spitzem Pinsel mit einer geradezu rührenden Sorgfalt und Treue gemalt. Man fühlt sich mit seinen eigenen Augen in die Landschaften versetzt, die uns der Künstler in einer feinen Vergeistigung, dabei doch in hohem Maße naturalistisch vermittelt Der Künstler hat sich viele zarte Motive gewahtt und fordert vom Betrachter eine liebevolle Versenkung. Schwarzwaldtal mit Walken", „Mesen am Mor- g»n", „Der Waldrand", „Trüber Tag , „Feldweg", „Warschlandschaft" — diese Titel sind charak- teristtsch dafür, aus welchen Bereichen der Künstler verkauftes Haus brachte. Zahlreiche Künstler des Theaters kamen in einem reichlich improvisiertem Programm zu Wort. Alles was sich dabei vor oder hinter den Kulissen eines Tanzkabaretts (das den Schauplatz der Ereignisse darstellte) ereignete, mar mehr oder weniger geheimnisvoll, war Original uno Talmi, war eines von beiden, war gut gespielter Trick oder gut fundierte Kunst. Eine Rahmenhandlung, für die ein Dokumentendiebstahl erfunden war, brachte zum Schluß Chamberlain und Churchill auf die Bühne. Im übrigen bestand der Bunte Abend aus gespielten Witzen, aus Tanz und Gesang, aus guter Musik. Der Abend brachte eine geradezu tollkühne Messerwerfer-Nummer, für die man sich einen frappanten Trick ausgedacht hatte, schließlich trat auch ein Verwandlungskünstler auf, der für ferne Nummer eine stattliche Anzahl von Helfershelfern hatte. Das Ballett steuerte auch einiges dazu bei. Es gab zwei Stunden der Unterhaltung. * ** Lockerung des Tanzverbotes zu Ostern. Durch Polizeiverordnung vom 14. 3. ist „Die Sterne stehen den ganzen Tag am Himmel", hatte der Lehrer feinen staunenden Jungen erzählt, , erst im Dunkel der Nacht leuchten sie unseren Äugen auf." Da dachte der Gefreite dankbar lächelnd, daß es wohl mit ihrer Liebe auch so sei. Der Alltag hatte sie in der Selbstverständlichkeit des Gewohnten verblassen lassen, nun aber, in Härte und Dunkel der großen Bewährung, nun leuchtet sie wieder hell in den Herzen und durchbricht mit ihrem Schein die Nacht der Einsamkeit! Als er das dachte, freute sich der Soldat auf seinen Reich sabeth 1110 7^ie^ Der Bereich Hessen des NSRL. besteht aus zwei Gauen; die bisherigen NSRL.-Kreife sind Sportbezirke geworden, die sich wiederum aus mehreren politischen Kreisen zusammensetzen (bisher Unterkreise des NSRL.). Zum NSRL.-Bezirk Gießen gehören die Kreise Gießen, Alsfeld, Wetzlar und Dillenburg. Der nördliche Gau des NSRL.-Bereichs Hessen deckt sich mit dem politischen Gau Kurhessen; der südliche NSRL.-Gau, gebildet von den Bezirken 8: Gießen, 9: Lahn, 20: Westerwald, 11: Friedberg und 12: Hanau, gehört zum politischen Gau Hessen- Nassau. r , In der fachlichen Arbeit tritt keine wesentliche Aenderung ein. Träger der Facharbeit bleiben der Bereich (bisher Gau) und der Bezirk (bisher Kreis). Der Bereichs- und der Bezirksführer stehen an der Spitze der entsprechenden Führerstäbe, die aus überfachlichen und fachlichen Mitarbeitern ge- bildet werden. Diese Neuorganisatton ist in jeder Hinsicht begrüßenswert. Ihre Bedeutung liegt darin, daß nunmehr eine noch engere Zusammenarbeit des NSRL. mit der Partei und ihren Gliederungen gewährleistet ist. Spiele um die Kriegömeisterschast der Bezirkskiaffe. Watzenborn. Steinberg I — Tuspo. Naunheim I 7:1 (2:0). Durch einen 7:1-Sieg bauten die „Teutonen" aus Watzenborn-Steinberg im gestrigen Spiel gegen den Tabellenzweiten Naunheim ihre Tabellenfuh- rung weiter aus. Naunheim hatte seine bewährte junge Mannschaft zur Stelle, die im Zusammenspiel in der 1. Halbzeit des Spieles der Platzmannschaft sogar überlegen war. Begünstigt durch den Wind im Rücken, lagen die Gäste in dieser Spiel- hälfte fast stets im Angriff. Trotzdem war ihnen während dieser Zeit ein Erfolg nicht beschleden. Nach kaum 20 Minuten Spieldauer lag die Platzmannschaft 1:0 in Führung. In höchster Not wehrte die Naunheimer Hintermannschaft zum Eckball ab. Dieser wurde vom Rechtsaußen der Platzmannschaft. fein vor das Tor gegeben, und Linksaußen Harnisch schoß ein. Kurze Zeit später, als das Leder von Buß über Schmidt zu Schaumburg und von da durch Flankenwechsel abermals zu Harnisch gelangte, hieß es 2:0. Nach Seitenwechsel nahm die Platzmannschaft das Heft in die Hand. Nachdem Schmidt auf 3:0 erhöht hatte, gelang den Gästen der 1. Gegentreffer. O. Happel erhöhte durch Kopfball auf 4:1, und aus einem Gedränge heraus fiel Nr. 5. Naunheim verlegte sich immer mehr auf die Verteidi- gung. Schmidt schoß dann zum 6. Treffer ein. Kurz vor Spielende setzte sich Harnisch erfolgreich gegen die gegnerische Verteidigung durch, und sein harter Schuß landete zum 7. Tor in den Maschen. Sportverein 05 Wetzlar I — "OfB.-K. I 0:3 (0:2). Der große Wurf ist gelungen, weiterhin siegten die Grunweißen auf dem gefürchteten Gelände in Wetzlar. Mit ihm (Schiedsrichter Hofmann, Wieseck) liefen folgende Spieler ins Feld: Wetzlar: Wiegand; Meinhardt, Kallenborn; BlL.ch, Schuh, Hahn; Zambedri, Koch, Istel, Engelmann, Schreier. . m DfB.-R.: Äanz; Fleischhauer, Fröhlich; Kraft, Benner, Hofmann; Ehmann Mkolai, Godglück, Funk, Berghöfer. Der Anstoß der Grunweißen wurde abgefangen, dann stürmten die Wetzlarer mit Elan. Doch hier stand eine Verteidigung, die keinen Erfolg zulieh. Im Gegenangriff verdarb Berghöfer durch Abseits eine große Chance. Wetzlar diktierte zunächst das Spielgeschehen. Istel, der gefürchtete Torschütze, wurde von Benner beschattet und kam kaum zum Schuß. Das Spiel wurde offener. Bei einem Freistoß verlor' der Torwart der Wetzlarer den Ball, Ehmann war zur Stelle und hob den Ball über den verdutzten Torwart zum Fichrungstor ins Netz. Wetzlar war zunächst deprimiert. In der 40. Minute brach Berghöfer durch, und dessen scharfen Schuß mußte der Torwart passieren lassen. Kurz darauf war Halbzeit. Mit dem Wind spielend, hatten die Grünweißen leichte Vorteile, einen Bombenschuß von Nikolai klatschte der Torwart ab, aber der Nachschuh ließ auf sich warten. Die Wetzlarer gingen nun zum Generalangriff über, aber eisern stand die Verteidigung. Eine Minute vor Schluß brach Nikolai durch, flankte nach rechts, dort stand Ehmann, gegen dessen Schuß der Torwart machtlos war. Froh über den schwer erkämpften Sieg verliehen die Grünweißen das Spielfeld. Feierstunde -es Deutschen Noten Kreuzes in Gießen Die Vereidigung Der- Vesuch in der Wehrmachls-ttnterkunstsstelle SM.-Kreisführer Landrat Dr. Lotz rer, DRK.-Oberfeldführer Dr. Lotz. Mit der Ehrung des Führers und den Liedern der Nation fand die denkwürdige Stunde ihren Abschluß. hielt im Anschluß an ein Musistück vor der eidigung eine Ansprache, in der er einleitend an die Entstehung der Roten-Kreuz-Organisation nach der Schlacht von Solferino im Jahre 1859 erinnerte und dann u. a. sagte: Aus den Schrecken der Schlacht entstand ein Gedanke der Menschlichkeit, der allmählich seine Organisation in der Schaffung des Roten Kreuzes fand und der durch den Anschluß fast aller Kulturnatto- neu zu einem Gedanken der Menschheit wurde, der seinen Niederschlag in dem Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde fand. Dieser Menschlichkeils. und Menschheitsgedanke des Roten Kreuzes ist keine weichliche und ungesunde pazifistische oder antinationale Idee, wie selbst manche noch heute glauben, die der doch alle internationalen Bindungen bekämpfende Nationalsozialismus ablehnen Partei, der Wehrmacht und der Behörden, die Kameradinnen und Kameraden des DRK., vor allem auch die Freunde und Förderer des Deutschen Roten Kreuzes. Dabei betonte er die enge Verbundenheit des DRK. mit der Wehrmacht, ganz besonders jetzt im Kriege, aber auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Partei, in der das DRK. eine starke Stütze hat, ferner die erfreuliche und dankenswerte Förderung des DRK. durch die NS.-Frauenschaft. Oie Fahnen- und Wimpel-tlebergabe. Das Lied „Volk ans Gewehr" leitete über zu der Fahnen- und Wimpel-Uebergabe, bei der Oberfeld- führer Dr. Lotz in kurzen, eindrucksvollen Worten auf die Heiligkeit der Fahne, den starken symbolischen Gehalt, der in ihr z^m Ausdruck kommt, und auf die Verpflichtung aller zur Fahne stehenden deutschen Menschen hinwies; auch die DRK.- Fahne und der DRK.-Wimpel stellen Fahnen unseres Führers dar, denen alle als Soldaten des Führers unlöslich für alle Zeiten verbunden sind. Und wie der soldatische deutsche Mensch bis an sein Lebensende immer der Fahne gehört, so gilt auch für das DRK. das Wort von der ewigen Verpflichtung auf die Fahne. Die im früheren Hotel Lenz vom Deutschen Roten Kreuz geschaffene Wehrmächte - Unterkunftsstelle war am gestrigen Sonntagnachmittag das Ziel von Besuchern, denen der Kreisführer des Deutschen Roten Kreuzes, Landrat Dr. Lotz, einen kurzen Ueberblick über die bisherige Betreuungsarbeit des Deutschen Roten Kreuzes an den in Gießen durchreisenden Soldaten gab. Dr. Lotz wies auf die schwierigen Anfänge dieser Kriegsarbeit des Deutschen Roten Kreuzes in unserer Stadt hin, wobei er u. a. auch der verständnisvollen und eifrigen Mithilfe nicht nur aller Männer und Frauen des Roten Kreuzes, sondern auch des Leiters der Anatomie und seiner Mitarbeiter gedachte. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die erste Unterkunftsstelle, die der Anatomie geschaffen wurde und sich bei den Soldaten bereits großer Wertschätzung erfreute, von ihnen mit hübschem Soldatenhumor als „Hotel zum toten Mann" bezeichnet wurde, nach den Eintragungen im Gästebuch aber allen Benutzern unvergeßlich in Erinnerung bleiben wird. Dieses ,Hotel zum toten Mann" konnte im Laufe der Zeit den steigenden Anforderungen nicht mehr genügen, so daß das Deutsche Rote Kreuz mit Un- terstützung der Wehrmacht und des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen ihre Betreuungsstelle in dem früheren Hotel Lenz einrichtete. Hier stehen den Soldaten im Erdgeschoß zwei große Aufenthalte- räume zur Verfügung, die ansprechend eingerichtet sind. Danben befindet sich die Küche, In der von liebevoll sorgender Frauenhand für die Soldatengäste gute und schmackhafte Mahlzeiten bereitet werden. In den Obergeschossen des Hauses befinden sich in den 9 Räumen rund 90 Betten, die den durchreisenden Soldaten eine gute Uebernachtungs- und Ruhemöglichkeit bieten. Ferner sind in nächster Nähe der Schlafräume zwei Wascbräume und ein Fußbaderaum geschaffen worden, so daß auch den hygienischen Anforderungen nach jeder Richtung hin Genüge geleistet werden kann. Daß diese Einrichtungen unseres Gießener Roten Kreuzes bei den Soldaten starke Würdigung findet, wird durch einige wenige Zohttn über den bisherigen Betrieb bewiesen. Bis Euve Fevruar über- ein notwendiger Bestandteil des nattonalsozialisti- schen Staates. Es ist deshalb in feinem Bestand zu schützen und zu fördern. Die Beteiligung von Parteigenossen und -genossinnen an der Roten- Kreuz-Arbeit ist daher wünschenswert und notwendig." Oder nehmen wir einen Ausspruch des Führers selbst, der einst ausgeführt hat: „Rote- Kreuz-Arbeit ist selbstloser Dienst an Volk und Vaterland in ständiger Hilfsbereitschaft. Ich rufe alle Deutschen auf, diese Arbeit zu fördern." Oder an anderer Stelle: „Die vorbildliche Organisation des Deutschen Roten Kreuzes, die unerschrockene Hilfsbereitschaft seiner Sanitätsmänner und die wohltuende Pflege seiner Schwestern habe ich während des Krieges selbst kennengelernt." Wir sind stolz auf die Anerkennung unseres Füh- rers und seiner Mitarbeiter. Dieser Stolz macht uns aber nicht überheblich. Wir haben nicht den Ehr- geiz und nicht die Aufgabe, irgendwie und irgendwann besonders im Vordergrund zu stehen. Unsere Größe liegt vielmehr in unserer Bescheidenheit und in der selbstlosen Hingabe an unser Volk in den Stunden seiner Not. Dann nur treten wir durch die Reihen nach vorne, so wie auch jetzt im Kriege, zu jedem Einsatz bereit als wahre Sozialisten deut- scher Gemeinschaft. Wir sind dankbar dem Führer, der uns als Hauptaufgabe die Mitwirkung im amt- lichen Sanitätsdienst unserer Wehrmacht gegeben hat, und wir fühlen uns damit der Wehrmacht besonders verbunden. Wir wollen auch kein zrvller Verein sein, sondern eine sold-attsche Organisation. In diesem Geist und in dieser Haltung erziehen und bilden wir bereits im Frieden unsere Helfer und Helferinnen, damit sie, wie auch jetzt in diesem Krieg, als Sanitätsmänner und Schwestern den gestellten Aufgaben n-ach jeder Richtung gewachsen sind. Anschließend folgte die feierliche Vereidigung der Anwärter und Anwärterinnen durch den Kreisfüh. körper dar. Das kann nicht besser erklärt werden als damit, daß Schirmherr des Deutschen Roten Kreuzes der Führer selbst ist, daß die Verbundenheit mit Führer und Reich von allen führenden und für den Einsatz üesttmmten Männern und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes durch ihren Treueid auf den Führer bekräftigt werden muß. Der Stellvertteter des Führers, Rudolf Heß, hat einmal gesagt: „Das Deutsche Rote Kreuz als Träger der völkerrechtlichen Aufgaben, die es auf Grund der Genfer Konventton zu erfüllen hat, ist nächteten feit Kriegsausbruch in der Unterkunfts- stelle 4375 Soldaten, an die insgesamt rund 66 000 Liter Tee und Kaftee, 10 000 Portionen Suppe und 881 andere Mahlzeiten vom Roten Kreuz verabfolgt wurden. Wie dankbar unsere Feldgrauen diese liebevolle Betreuung empfinden, zeigen vielerlei Eintragungen im Gästebuch, von denen der „Gießener Anzeiger" vor einigen Wochen mehrere zitieren konnte. Die als DRK.-Helferinnen tätigen Frauen und Mädchen geben sich aber auch, wie Oberfeldführer Dr. Lotz besonders betonte, in rastloser und uneigennütziger Arbeit alle Mühe, den Soldaten den Aufenthalt an dieser Ruhestätte so angenehm wie möglich zu machen, und sie verdienen dafür den besonderen Dank nicht nur der Soldaten, sondern aller Volksgenossen. Mit großem Interesse wurden von den Besuchern die Räume und Einrichtungen besichtigt und dabei dem Deutschen Roten Kreuz in Gießen und seinen führenden Männern und Frauen, aber auch allen Helfern und Helferinnen die gebührende wohlverdiente Anerkennung ausgesprochen. Größter Zinkerzeuger Europas. Das Zink war jahrhundertelang unser unentbehrlicher Begleiter. Gefäße, Wannen, Dachrinnen wurden aus diesem widerstandsfähigen Metall hcrge- stellt. Mit Kupfer vereinigt fand es als Messing ein nahezu unbeschränktes Derwendungsaebiet für nichtrostende Metallgegenstäirde aller Art. Wenn wir in den letzten Jahren gezwungen waren, die Fabri- kation von Zink- und Messingwaren durch neue heimische Werkstoffe zu ersetzen, so ist auch dies eine Folge der verderblichen Grenzziehung des Versailler Diktats gewesen. Dor dem Weltkrieg stand Deutschlands Zinkgewinnung, gleich hinter Amerika, an zweiter Stelle; durch die Abtretung Ostoberschlesiens gingen 80 v. H. der deutschen Zinkerze verloren und mit ihnen ein wertvolles Nebenprodukt, das bei ihrer Aufbereitung anfällt, die Schwefelsäure. Die Zurückgewinnung dieses wertvollen Wirtschafts- uni) Industriegebietes befreit uns von dem Zwang ausländischer Einfuhr. Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisstelle Gießen, beging am gestrigen Sonntagvorrnittag in der Aula der Universität eine schlichte, aber eindrucksvolle Feierstunde: die Fahnen- und Wimpelübergabe an die DRK.-Bereitschaften (m und w) Gießen 1 und die Vereidigung der Anwärter und Anwärterinnen dieser Bereitschaften. Als Ehrengäste waren u. a. zugegen Kreispropagandaleiter Rahner als Ver- treter des Kreisleiters, Oberstleutnant Kühne als Standortältester der Wehrmacht, Landgerichtspräsident C o l n o t an der Spitze der Behördenvertreter, Kreisfrauenschaftsführerin Frau W r e d e und die DRK.-Feldführerin Frau Engelmann (Wetzlar), als Vertreterin des Landesführers des DRK.; daneben wohnten noch viele Freunde und Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes der Feier bei. Ein Musikkorps der Wehrmacht leitete die festliche Stunde mit einer feinen musikalischen Darbietung ein. Ein Vorspruch, auf den Begriff der Pflicht und des Dienens für die Gemeinschaft zu jeder Zeit des Lebens hinweisend, wurde von einer Helferin des DRK. in guter Weife dem Stimmungsgehalt der Stunde eingefügt. Dann begrüßte der Kreisführer, DRK.-Oberfeldführer, Landrat Dr. Lotz, mit herzlichen Worten die vielen Besucher, insbesondere die Vertreter der müsse. Ist es überhaupt richttg, daß der nattonalsozia- listische Staat alle internationalen Bindungen ab- lehnt? Mit Nichten! Freilich lehnt er alle internationalen Bindungen des einzelnen ober einzelner Gruppen des Volkes ab, denn hier kennt er nur eine Bindung, und das ist die an das eigene Volk und an die Pflichten dem eigenen Volk gegenüber. Es ist auch sicher falsch, wenn manche behaupten, daß der Nationalsozialismus den Gedanken der Menschheit ablehne. Das tat er keineswegs! Ja, er lehnt freilich ab den ungesunden pazifistischen, alle nationalen Begriffe vermischenden Gedanken einer rasselosen Menschheit. Als Kulturvolk, und wie wir mit Stolz sagen können, als eines der ersten Kulturvölker dieser Erde, kennen wir auch eine Menschheit, die wir, weil sie tatsächlich existiert, auch nicht 'verneinen können, aber in dieser Menschheit sehen wir nur die Summe rassebestimmter Völker und Nattonen, die selbstverständlich auch ihre Beziehungen zueinander haben, gemeinsamen Ideen huldigen können und solche auch haben. Auch uns sind völkerrechtliche Bindungen heilig, heiliger vielleicht als unseren englischen Gegnern. Das beweist nur zu gut die Gegenwart. Auch unser Volk ist mindestens so ehrlich, anständig, mutig und ritterlich wie andere Völker, und es hat aus seinem starken und heute noch stärkerem Nationalbewußtsein heraus erkannt, daß auch der verwundete und hilflose Gegner von gleichem Geist für sein Volk beseelt ist und daher Anspruch auf ritterliche Hilfe hat. In diesem, alle Kulturvölker verbindenden Geiste ist das Deutsche Rote Kreuz ein Glied des internationalen Roten Kreuzes. . Wenn das Deutsche Rote Kreuz auch keine Gliederung der nattonalsozialiftischen Bewegung ist, so steht es gleichwohl nicht außerhalb von ihr und stellt keineswegs einen übriggebliebenen Fremd- ißolitneWolMtitrRenote. Roman non (jorllBirotl). 11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Das Gespräch erlitt eine längere Unterbrechung, in der sich der Doktor ausschließlich seiner Arbeit widmete. Er mußte sehr vorsichtig zu Werke gehen, weil er sich der Bahn des Nervs näherte, und er schob kleine Pausen ein, wenn er bemerkte, daß seine Patientin unruhig wurde. Aber schließlich sand auch dieser unangenehme Teil der Behandlung sein Ende, und der Doktor konnte den Zement für die Füllung anrühren. Während er das graue Pulver mit einem Spachtel auf der Glasplatte zerdrückte, läutete es, und bald darauf führte das Mädchen in das Wartezimmer nebenan einen Herrn. Der Doktor, der in den letzten zwei Tagen tatsächlich drei Patienten behandelt hatte, war von diesem vierten Zustrom derart überrascht, daß er, für einen Augenblick überwältigt von seinem Glück, nur mit Mühe das Geständnis unterdrückte, seit Renates Erscheinen sei der Bann über seiner Praxis gebrochen und ein Wunder geschehen. „Wenn Sie übermorgen wiederkommen", sagte er mit einer Stimme, deren fast zärtliche Wärme in einem merkwürdigen Gegensatz zum Gegenstand des Gesprächs stand, „dann werde ich Ihnen schon die Porzellanfüllung machen können. Für heute sind wir fertig!" Er legte die benutzten Instrumente in die Desinfektionslösung und ließ den Operations- siuhl in normale Sitzhöhe herabschnurren. „Können Sie übermorgen um die gleiche Zeit wiederkommen?" „Selbstverständlich! Nur ist es mir so furchtbar unangenehm, daß ich Ihnen von Ihrer kurzen Mittagspause eine halbe Stunde--" „Bitte, kein Wort weiter!" rief der Doktor mit einer außerordentlich energischen Handbewegung. „Es ist mir eine Freude, Ihnen helfen zu dürfen, und Sie beleidigen mich ernstlich, wenn Sie mir zutrauen, daß ich diese Zeit in Ihrer Gesellschaft als Opfer empfände!" Er sah wirklich erzürnt aus und ging mit großen Schritten zum Waschbecken, um sich die Hände abfcubürgen. Sie preßte die Fingerspitzen gegeneinander und ah ihm mit einem bestürzten und fast verzweifelten Ausdruck nach. „Verzeihen Sie, Doktor! Ich hatte wahrlich nicht die Absicht, Sie zu kränken. Aber es ist mir völlig ungewohnt, daß sich ein Mensch so — uneigennützig um mich bekümmert ..." Das kleine Zögern verriet mehr, als zu sagen vielleicht in ihrer Absicht gelegen hatte. „Haben Sie keine Freunde?" fragte der Doktor etwas gepreßt. „Ein paar Bekannte", antwortete sie mit einem leichten Achselzucken, das diesen weiten Begriff um eine weitere Schattierung abschwächte. „So ungefähr habe ich es mir auch gedacht", murmelte der Doktor, „und das ist auch der Grund Ihrer gedrückten Stimmung. Sie beschäftigen sich, viel zuviel mit sich selbst. Sie besitzen keinen Abstand zu Ihren Leistungen. Was Sie brauchen, ist Gesellschaft, Unterhaltung, Zerstreuung ... Herrgott: Wenn ich jetzt Ferien machen könnte, würde ich Sie einfach verschleppen — wahthaftig, auf eine Faltbootfahrt oder in die Berge!" Er brach plötzlich ab. Es war, als hätten sie beide der leuchtenden Spur eines Meteors nachgeschaut. Fort — vorbei ... Und nun standen sie wieder in der nüchternen Helligkeit dieses Operationszimmers und in einer Stille, über die nur der eilige Pendelschlag der Uhr hinwegtickte. „Ich habe unter meinen Freunden einen, der mir gelegentlich mal Theater- und Kinokarten zuwendet..." Der Doktor reihte die Worte mit einer gewissen Vorsicht aneinander. „Ich selber habe leider wenig Zeit und muß die Plätze meistens verfallen lassen; aber ich würde mich herzlich freuen, wenn ich Ihnen ab und zu eins dieser Billette schicken dürfte ..." „Eine größere Freude könnten Sie mir kaum bereiten", sagte sie mit rührender Offenheit, „oder doch _ noch hübscher wäre es, wenn Sie sich hin und wieder einmal für ein paar Stunden frei machten und mich zu einem Theater- oder Kinobesuch abholten ..." Sie reichte ihm die Hand. Der Doktor hatte das Gefühl, ein Strom von Wärme und Glück rinne prickelnd durch feine Fingerspitzen. Er bewegte die Lippen, aber er mußte erst tüchtig schlucken, ehe feine Stimme frei wurde. „Also dann auf Wiedersehen, Fräulein Naumann!" „Uebermorgen um die gleiche Zeit?" Er nickte. Vor seinen Augen schwamm ein goldener Nebel, der erst zerriß, als er die Tür für einen nächsten Patienten öffnete. Es war ein Herr in mittleren Jahren, der, als der Doktor ihn hereinbat, zunächst eine Bewegung zur Flucht machte und bann, als er nicht mehr entrinnen konnte, sich mit einem Seufzer in fein Schicksal fügte. „Ich glaube, ich habe eine Kiefervereiterung, Herr Doktor", flüsterte er hinter der Hand hervor. „Ist die Behandlung sehr schmerzhaft?" „Bestimmt nicht schmerzhafter als die Kiefervereiterung selber", tröstete der Arzt. „Falls es überhaupt eine Kiefervereiterung ist!" Allan Parker wählte am Münchener Hauptbahnhof, wo er von Köln her eintraf, den Hotelomnibus mit dem vorsintflutlichsten Fahrgestell aus. Er hatte die Erfahrung gemacht, daß man in Häusern, die ihren Gästen solch uralte Vehikel entgegenschickten, meistens sehr gut aufgehoben war. Er kam mit zwei großen hellgelben Lederkoffern an, die mit so vielen Hotelschildern beklebt waren, wie es sich mit dem guten Geschmack gerade noch vertrug. Der Gepäckttäger übergab die Koffer dem Hoteldiener. Allan überwachte ihre ordnungsmäßige Verstauung auf dem Verdeck und kletterte, nachdem der Lenker das Mittelding zwischen Kutschbock und Steuerkasten bestiegen hatte, durch die Hintertür in den Omnibus hinein, der ihn nach gemächlicher und kurvenreicher Fahrt vor einem Hotelgebäude absetzte. Parker nahm etwas leichtsinnig, aber mit dem sicheren Anstand eines Mannes, der nicht auf den Pfennig zu schauen braucht, zwei Zimmer mit Bad im ersten Stock. Sie waren geschmackvoll und wohnlich eingerichtet, und die Bilder an den Wänden, zwei duftige Aquarelle und zwei schöne, satte Drucke nach Landschaften von Ruisdael und Hobbema, gaben den Räumen eine wärmende Behaglichkeit. Die Fenster schauten auf eine Grünanlage hinaus, an die sich jenseits der Straße ein größerer Park mit altem Baumbestand, einem prächtigen Brunnen und breiten Promenadenwegen anschloß. Während Parker badete und sich in der Wanne rasierte, räumte nebenan ein dienstbarer Geist seine Wäsche und die Anzüge aus den Koffern. Sonst im Spiel mit Thermometer und Seifenschale unermüdlich, verlor Parker hie^s Mal im WaIer nicht allzuviel Zeit. Er hobelte Wangen und Kinn gründlich ab, schlüpfte in seinen Bademantel und ttaf bann die Wahl des Anzuges. Er entschied sich für einen einfarbig hellgrauen, zu dem er nach mehreren Fehlgriffen schließlich in Silber und Dunkelrot die passende Krawatte fand. Auf seinen Scheitel verwendete er besondere Sorgfalt und visierte ihn viermal an, ehe er mit sich zufrieden war. Als er wieder in die Halle hinunterkam, um sich im Fremdenbuch einzutragen, ging von ihm jenes Strahlen aus, das für gewöhnlich nur inkognito reifende Prinzen aus dem Märchenland an sich haben. Er erkundigte sich beim Hausmeister nach dem Weg zum Polizeipräsidium und trat, den weichen Hut ein menig schief in die Stirn gezogen, rasch auf die Straße hinaus. Der Himmel über der Stadt war wolkenlos und tiefblau, aber die Luft drückte föhnig. Wenn Allan Parker auf den Rathausturm gestiegen wäre, hätte er die dunkle Gebirgskette so deutlich gesehen, als wären die Alpen in der letzten Nacht fast bis an die Tore der Stadt vorgerückt. Heber dem Wetterloch westlich der Zugspitze standen weiße Schleier. Parker folgte dem beschriebenen Weg über den Stachus und die Neuhauser Straße. Er ging schnell — für das Durchschnittstempo Münchens sogar auf1 fallend schnell —, und in seiner Haltung lag eine erwartungsvolle Spannung. Beim Anblick des grüngrauen Gebäudes hinter dem lanzenbewehrten Zaun spürte er den lauten Schlag seines Herzens. Ein uniformierter Beamter trat auf ihn zu, als er sich auf dem gepflasterten Hof dem Eingang näherte und suchend zu den langen Fensterreihen aufblickte. „Sie wünschen, bitte?" „Ich wollte mich nach einer Adresse erkundigen, Das Einwohnermeldeamt ist wohl die zuständige Stelle?" „Jawohl!" Der Beamte nannte ihm die Zimmer- zahlen, wohin er sich zu wenden hätte. Parker trat in die kühle Vorhalle ein und schritt durch lange, hallende Flurgewölbe, verirrte sich einmal, mußte zurück und fand endlich die Treppe, die ihn zu seinem Ziel führte. Einwohnermeldeamt ... Buchstaben A bis E, F bis K und dann: L biß P ... Und ein Schild an der Tür: „Herein ohne anzuklopfent" (Forschung fotA