Donnerstag, 17. ©Hoher 1940 ) «a* H G vonne Gietzener Anzeiger (90. Jahrgang Ur. 246 General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: VrSHNch e wriver-tätt-ntSerei 8. L«-e Zchriftiettmig und SeschSftsstette: Gießen, Zchnlftraße 7-9 flmmbme von Anzeige« für die Mitlagsnummer bis8'/,Ubr desNormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Ruf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25^/o mehr Erichen« täglich, auber Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat unBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 auck bei Nichterscheinen von einzelnen diummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks ^M. Kali- London unter den deutschen Mffenangnffen und Luft. England mit Bomben bis zu schwersten bern belegt. Das Verminen britischer Häfen Küstengewässer konnte durch See- und slreikkräfte ungehindert fortgesetzt werden. sowie zwischen dem Themse-Bogeu und den Vic- toria-Docks entstehenden Grohbrände waren beim Rückflug noch bis zur Kanalküste sichtbar. Obwohl die britischen Jäger eine G e - fechtsberührung vielfach zu vermeiden suchten, konnten sie in mehreren Fällen von unseren Jagdverbänden gestellt und geschlagen werden. Im Laufe des Tages und in der Rächt wurden ferner zahlreiche Industrieanlagen, Oellager, Flugplätze, Bahn- und Hafenanlagen fowie Rüstungsund Versorgungsbetriebe in Süd- und Mittel- Angriffe gegen England wesentlich verstärkt. Bomben schweren und schwersten Kalibers auf London. - ll-Boote versenkten fast 37000 BRT. - 38 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Der Wehrmachtberichl vom Mittwoch. Berlin, 16. Oft (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die britische Luftwaffe, die nicht in der Lage ist, militärische und wehrwirtschaftliche Ziele in Deutsch- land bei Tage anzugreifen, fetzte ihre nächtlichen wahllosen Bombenangriffe gegen nichtmilitärische Ziele und damit vor allem gegen die deutsche Zivilbevölkerung fort Auch gestern wurden wieder in Mittel- und Westdeutschland Wohngebäude und Bauernhäuser sowie ein Krankenhaus getroffen. Tote und verletzte sind erneut unter der Bevölkerung zu beklagen. Die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittel-England und vor allem die vergeltungsangriffe auf London wurden deshalb wesentlich verstärkt Starke Verbände leichter Kampfflugzeuge flogen bereits am Tage unter dem Schuh von Jagdstaffeln ungehindert über Südengland ein und warfen Bomben schweren Kalibers auf die britische Hauptstadt Die Angriffe schwollen in der Rächt durch Einsatz schwerer Kampfverbände zu noch größerer Stärkean. Bomben schweren und schwersten Kalibers trafen in großer Zahl vor allem Rüstungswerke, Verkehrs- anlagen und Verforgungsbetriebe, fowie die Hafenanlagen an beiden Themse-Ufern. Die nach starken Explosionen im Stadtkern beiderseits der Themse, EnglandsWegilidenMntek. Von Helmut Sündermann. Der Stabsleiter des Reichspressechefs veröffentlicht in der Ralionalsozialistischen Par- teikorrespondenz folgende Betrachtung zur Lage: Es sind nun gut vier Monate vergangen, seit die Entscheidung des Krieges fiel, den England im September 1939 mit dem Ziele begann, das wiedererstandene Reich zu Boden zu werfen und zu vernichten. Es ist nicht nötig, an die Ereignisse zu erinnern, die mit unerhörter Dramatik diesen verbrecherischen Plan zunichte werden ließen. Seit die Trümmer Ger englischen Armee in Kähnen und Schaluppen unter Preisgabe aller ihrer Waffen das nackte Leben auf ihre Insel hinüberretteten, ist Deutschland gemeinsam mit seinem faschistischen Bundesgenossen der Herr des Kontinents, der auch das Schicksal Großbritanniens bedeutet. ~ An dem Tage, an dem die Spitzengruppen deut- cher Soldaten im stürmenden Angriff in Calais einrückten, feit sie Dünkirchen erkämpften und den Kanal beherrschen, wurde der Krieg gegen England entschieden — und zwar eindeutiger entschieden als der Weltkrieg um 9. November 1918; damals war es Verrat und Verbrechen im Innern des Reiches, was den Kampf der Front aussichtslos machte, diesmal aber ist es eine klare strategische Lage, die jede Möglichkeit einer Wendung im Kriegsgeschehen in das Reich der Phantasie verweist. Die Waffen haben gesprochen, und zwar so deutlich ge- prochen, daß seitdem an der Niederlage Englands •ein Zweifel mehr ist. England war zu schwach, eine Macht in Europa zu behaupten, wie sollte es hoffen, sie von Narvik bis zur Biskaya, von Paris bis Bukarest den deutschen Truppen wieder zu entreißen? Es war eine Niederlage, so eindeutig und klar, daß die Ehre eines Volkes unangetastet blieb, das sich entschloß, sie anzuerkennen. Sie war um so leichter erträglich, als Gewißheit über maßvolle Forderungen der Sieger bestand, und das eigene Land noch verschont war von den furchtbaren Erlebnissen des modernen Krieges. Die gleiche englische Führung freilich, die im Jahre 1917 nur unter dem Eindruck des verstärkten U-Bootkrieges lieber einen Niederlage-Frieden als eine Aushungerung in Kauf nehmen wollte, hat diesmal, als die Entscheidungsstunde der deutschen Eroberung der Kanalküste (eine Lage, die auch im Weltkrieg von beiden Seiten als kriegsentscheidend gewertet wurde) schlug, nichts mehr verraten von jenem berühmten englischen Realismus, der sich jetzt ebenso als Schall und Rauch erwies, wie die Propagandathese von der englischen Bünd- nistreue und Tapferkeit. Dem Verbrechen gegenüber den europäischen Völkern, das die Kriegshetzer von 1939 begingen, als sie den neuen Krieg entfesselten, haben sie ohne Wimperzucken ein weiteres Verbrechen, diesmal gegenüber ihrem eigenem Volk, hinzugefügt, über dessen Ausmaß sie sich gewiß nicht im unklaren waren und das heute unter dem Eindruck der Nachrichten aus London die ganze Welt zu ahnen beginnt. Denn das ist die Lage Englands heute: Seine Niederlage ist seit Monaten entschieden, seine Kriegshetzer aber sind entschlossen, diese Niederlage ihrem Volke erst in der Katastrophe seiner ganzen Existenz einzugestehen! Hoffen sie, daß das Volk in dem Elend des völligen Zusammenbruches, in Huck- Das Agrarproblem der USA Von unserem Or. Hu.-Korrespondenten. es: Wochenlang haben die deutschen Angriffe auf London eingehämmert. Militärisch ist das Ganze für uns nahezu bis zur Langeweile einförmig geworden. Bald wird der Tag da fein, wo Ruinen von Häusern, Bombenkrater, zersprengte Geleise und Gasleitungen sich nicht mehr länger aus einer neuen Perspektive betrachten lassen. Wir wissen jetzt, wie die Schäden aussehen, wir wissen jetzt, wie das nächtliche Feuerorchester spielt. Wir sind verttaut mit dem Heulen der Bomben. Wir haben uns satt gesehen an explodierenden Granaten und finden nichts Schauderhaftes mehr an dem Spiel der Scheinwerfer über der Stadt. Es ist eigenartig, an die ganze bisherige Entwicklung zu denken. Schritt für Schritt wurden wir durch dieses teuflische Inferno geführt. Wir erlebten die Luftkämpfe, fühlten, wie unsere eigenen Heime wie Schiffe auf einer unruhigen See bebten, während die Menschen in Angst erzitterten. Jede neue Lage erlebten wir mit neuer Spannung. Ganz anders heute. W i r sind müde. Die Nerven reagieren kaum, so daß sie immer neue Auspeitschung und noch einmal neue Auspeitschung brauchen. Man gewöhnt sich daran, im Straßenbild Menschen zu sehen, die einige wenige Habseligkeiten in letzter Minute zusammenge- ra'fft haben. Das waren Bilder aus Spanien, aus den Niederlanden, aus Nordfrankreich, die plötzlich auch für London eine Wahrheit geworden waren. Man hörte erzählen, daß diese Menschen stundenland stehen und warten mußten und daß es ein Problem sei, die unterzubringen. Dann zeigte es lang stehen und warten mußten, und daß es ein Problem sei, sie unterzubringen. Dann zeigte es Häuser, die dicht zusammengedrängt um die Docks herumlagen oder um die Fabriken, die Gaswerke, Elektrizitätswerke und Eisenbahnen, die Tag und Nacht das Ziel der deutschen Bombenflieger waren! (Eine abermalige Bestätigung dafür, daß sich die deutschen Vergeltungsschläge auf militärische und wirttchastliche Anlagen konzentrieren!) Innerhalb von drei Abenden waren die Bahnsteige der G-Bahnen völlig verstopft. Das Gedränge wurde immer größer und der Personenverkehr so gut wie unmöglich. Ganze Linien der Untergrundbahnen wurden schließlich vom Verkehr ausgeschlossen. — Obwohl dieser Bericht eines Schweden angesichts der scharfen englischen Zensur auf alle aktuellen Einzelheiten verzichten muß und nur ein allgemeines Stimmungsbild aus London bietet, so zeigt er doch eindringlich, wie wenig Illusionen sich Churchill noch zu machen braucht. Die deutsche Luftwaffe schlägt unerbittlich hart zu, und der Kriegsstifter erhält seinen Löhn. Themsemündung mit ihren strategisch wichtigen Industrieanlagen, sowie über den Grafschaften Kent und Sussex. Die Städte Margate, Folkestone und Canterbury wurden angegriffen. Der Londoner Berichterstatter des „ABC" meint, daß diese Nacht als eine zweite Bartholomäusnacht in die Geschichte eingehen werde, wenn sich die Deutschen nicht in der nahen Zukunft selbst überbieten sollten. Nach übereinstimmender Ansicht aller sei der Bombenangriff in der Nacht zum Dienstag „der intensivste, der fürchterlichste, der verheerendste, den London bisher erlebt hat", gewesen. Der Berichterstatter sagt, er gebrauche nur dieselben Worte wie die englischen Zeitungen. So viel man auch über das Bombardement sage, übertreiben könne man nie. Die Bomben- regneten nur so vom Himmel, und es eytstanden Brände, die tellweise noch am Tage nicht gelöscht waren. Es brannte überall, auch in den berühmtesten Verkehrsstraßen und mitten im Zentrum Londons. Es wurden wiederum zahlreiche Gebäude, darunter solche aus Beton mit sechs Stockwerken, vernichtet. Zu dem furchtbaren Lärm, der die geisterhafte Illumination des Londoner Himmels begleitete, kamen noch die Alarmglocken der Feuerwehr, deren Autos hin- und herfuhren und nicht wußten, wo sie anfangen sollten. Sogar der „Daily Herald" habe von einer Schre^ensnacht gesprochen. Alle, die die Nacht zum Dienstag erlebten, hätten das Gefühl gehabt, daß alle 37 bisher erfolgten Nachtangriffe ein unvollständiges Vorspiel zu dem gewesen sind, was London in allernächster Zeit bevorstehe. Der Korrenspondent des finnischen Blattes „Huf- vudstadsbladet" schreibt, in der klaren Nacht hätte man sehen können, wie die deutschen Maschinen in Formationen die englische Feuersperre durchbrochen hätten. Tausende von Soldaten seien bis in den späten Nachmittag mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt gewesen, und zahlreiche Schadenfeuer seien in der inneren Stadt entstanden. „Hel- singkin Sanomat" berichtet, das Straßenbild im Westend sei völlig verändert, der Verkehr werde über kleine Seitenstraßen geleitet. Fünf Stunden hätten die Schadenfeuer gebrannt und am Dienstagmorgen, nach der furchtbaren Nacht, hätten die Sirenen von neuem angefangen zu heulen. Die deutschen Maschinen seien an verschiedenen Stellen zu Tiefangriffen mit MG.- Feuer übergegangen. Das Knattern der MG.s und die Explosionen der Bomben seien zu einer fürchterlichen Musik zusammengeschmolzen. In einem Bericht von „Stockholms Tidningen", den das Deutsche Nachrichtenbüro verbreitet, heißt Stockholm, 16. Okt. (Europapreß.) Das Bombardement Londons in der Nacht zum Dienstag ist nach übereinstimmender Ansicht schwedischer Pressevertreter in London das schlimmste seit Beginn der deutschen Luftangriffe am 17. September gewesen. Es war möglich, in einer Nacht eine U n = summe von Fabrik en und kriegswichtigen Anlag en zu vernichten. Das Feuer der Luftabwehr war vergeblich, die Luftfperre wurde ignoriert. Bald gab es nicht Feuerwehr- und Hilfsmannschaften genug, um die Brände zu löschen und die Trümmer fortzuräumen. Das Westend und die City haben nach einer Darstellung von „Tagens Nyheter" am meisten gelitten. „Ein dicker Bombenregen ging über die Verkehrsdichten Teile der Stadt nieder , heißt es in dem Bericht des Blattes. Siebzig Londoner Stadt- t e il e wurden angegriffen, und zwar in einem Ausmaß, daß, nach der gleichen Quelle, stellenweise 14 Sprengbomben in 14 Sekunden auf kleinstem Umkreis niederschlugen. Dabei flogen die deutschen Maschinen sehr niedrig. Sie suchten sich ihre Ziele mit besonderer Sorgfalt aus. Die V e r - kehrsverbindungen, die Straßen und Eisenbahnlinien bildeten wichtige Ziele. In acht Stadtteilen wurde das Bombardement der Eisenbahnverbindungen intensiv fortgesetzt. Bei dem Tagesbombardement großer Londoner Sttaßen wurden tiefe Krater in die Fahrbahnen gerissen, und stellenweise liegen noch heute einige der großen roten zweistöckigen Autobusse kopfüber in den Sprengtrichtern, in die sie von den gewaltigen Explosionen geschleudert wurden. Elf Stunden hatte das Nachtbombardement gedauert. Nach einer Darstellung von „Stockholms Tidningen" konnte man beobachten, wie die deutschen Maschinen die Sperren durchflogen und Bomben aller Kaliber abwarfen. Der Londoner Nachrichtendienst muß bestätigen, daß die deutschen Maschinen sowohl die Boden- als auch die Luftabwehr ständig durchbrochen haben und über zehn Stunden lang über London operierten. Einige Stadtteile, die nicht namenllich genannt werden, wurden überaus heftig angegriffen und ganze Straßenzüge standen nach in den Morgenstunden des Mittwochs in Flammen. Es wird jedoch erklärt, daß sich die deutschen Flieger in erster Linie daraus konzentrierten, Sprengbomben aller Kaliber ab« zuwerfen. Mit diesem Hinweis wird angedeutet, daß der Umfang der Vernichtungen überaus groß ist. Die Angriffe wurden in Wellen durchgeführt, die sich schneller folgten als bisher. Stellenweise operierten mehr als hundert Flug- zeuge auf einmal über Groß-London, der Neuyork, Oktober 1940. 1 John Steinbeck schildert in seinem ausgezeich- 1 neten Buch „Grapes of Wrath” das hoffnungslose i Schicksal einer Familie, die einen Farmbesitz auf- i neben muß und auf einem alten Lastauto nach Kali- \ formen rattert, um dort eine neue Existenz zu sin- i den, well einige hundert Landarbeiter auf den Trau- : bensarmen fehlen. In Kalifornien angekommen, stellt die Familie fest, daß sich Tausende in der gleichen Hoffnung eingefunden haben. Der Schluß ist dumpfe Verzweiflung und Anklage. Die Familie John Steinbecks fuhr die Heber» ' landstraße 66 ab. Und wer sie jemals passiert hat, sieht sie von altertümlichen Lastautos bevölkert, die ' sich hochbeladen nach Westen bewegen. Ganze Fa- mtlien, zum Teil mehrere Generattonen, hängen wie Trauben an diesen Autos, die für wenige Dollars in Oklahoma, Texas, Arkansas erstanden wurden und — von den jetzigen Besitzern mit erstaunlichem Geschick aufgearbeitet — beängstigend beladen und in den Kurven schwankend wie ein gutes Tier ihren Weg finden. Es ist nachgewiesen, daß Jahr für Jahr rund 400 000 Menschen aus den eben genannten Staaten, zu denen auch Kansas und Missouri gehören, nach dem goldenen Westen, vor allem nach Kalifornien, ziehen, m der Hoffnung, dort eine neue Existenz und ein neues Heim zu finden. Außerdem gibt es noch rund eine bis zwei Millionen Ernte- arbeitet, die als Saisonarbeiter den Ernten von Norden bis Süden nachgehen und im Winter wieder in ihr „Standquartier" zurückkehren. Trockenheit infolge schlechter Bodenkultur, wirtschaftliche Depression und mechanisierte Farmarbeit werden als die drei Wurzeln dieses Hebels bezeichnet. Der Kongreß hat einen Fünf-Männer-Ausschuß eingesetzt,, welcher gesetzliche Maßnahmen gegen ein nationales Hebel erwägen soll, nachdem er über Umfang und Art des Problems Klarheit geschaffen hat. Unter den 2Ieußerungen ist diejenige des Land- wirtfchastsministers Henry 21. Wallace wohl die bedeutsamste. Wallace bezeichnet den Treck der heimatlosen Farmer gen Westen als ernste Warnung en die gesamte Nation. Er hänge mit Problemen zusammen, die zutiefit in Amerikas landwirtschaftlichem System verwurzelt sind. Diese Probleme seien erschwert, doch nicht hervorgerufen durch die wirtschaftliche Depression. „Sie können daher", so betont Wallace, „durch eine wirtschaftliche Besserung allein in keiner Weise behoben werden." Der Kern des Hebels liege in der sinnlosen Ausbeutung und infolgedessen Erschöpfung des Bodens, die über ein Jahrhundert betrieben wurde. Hinzu kämen jahrelange ruinöse Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, ferner Verschwinden der Auslandsmärkte, ungesundes Pachtsystem in unheimlicher Zunahme im Gegensatz zum Eigenbesitz, Entwicklung von Bodenkulturen, die sich mit dem Klima wie dem Boden selbst nicht vertragen, überstürzte Entwicklung des mechanisierten Großbetriebs. Die Mechanisierung der Farmen habe sich dahin entwickelt, daß die.gesamte Landwirtschaft des Landes heute mit 1,6 Millionen Arbeitern weniger leisten Eonne als vor zehn Jahren. Typisch sei es, daß z. B. 1937 mehr Traktoren verkauft worden finb, als 1920 überhaupt in Betrieb waren. Infolge der wirtschaftlichen Depression sei es den Städten und Jndustriebezirken nicht möglich gewesen, den ländlichen Bevölkerungsüberschuß auf» 3u,äugen. Das Hebel müsse, so meint Wallace, vor allem in den Staaten bekämpft werden, wo es entstehe. In Oklahoma, Texas, Arkansas, Kansas und Missouri gibt die Bundesverwaltung für Farmanleihen viermal so viel aus als in Kalifornien, wo die meisten Trecks hingezogen sind. Nicht weniger als 480 Millionen Dollar wurden in den letzten fünf Jahren aufgewandt, um Farmern mit geringerem Einkommen eine neue Existenz in der Heimatgemeinde zu ermöglichen. Davon sind allein 100 Millionen als direkte Hnterstützung ausgegeben wordsn, während der Rest als Betriebskapital zwecks Kaufs von Werkzeugen, Vieh, Saat ufro. aegebcn wurde. Wichtiger sei jedoch Wieder- Fruchtbarmachung des ausgelaugten Bodens, von dem die Humusschicht völlig abgetragen ist, der weder Wasser, noch Pflanzen, noch Humusansied- lung hält und über den daher die Winde in unheimlichen Staubwolken daherfeaen. Wer so einen Sturm nickst selber erlebt, macht sich kaum einen Begrif von seiner wüstenarttgen Intensität. Er bringt in den geschlossenen Wagen. Man fiihtt ihn, im Wagen sitzend, selbst im geschlossenen Mund. Es Hilst kein Ausreißen, wenn die dunkle und dicke Wolke am Himmel sichtbar wird, die man erst für eine Gewitterwolke hält, die sich aber beim Näherkommen als Wind- und Sandbeutel erweist, der sich erbarmungslos über jeden ergießt Neben Bodenkultur, befürwortet Wallace teilweise Umsiedlung von Farmern aus übervölkerten Gegenden in solche, die bisher nicht ausreichend besiedelt worden sind. Dabei wird vor allem an Alaska gedacht, wobei wehr- politische Gründe mitsprechen. Wesentlich muß ferner eine Angleichung der landwirtschaftlichen an die Preise für Fertigwaren sein. Der Index für Farmprodukte hat sich in den letzten Wochen gehoben und steht jetzt ungefähr bei 100; doch liegt der Index derjenigen Erzeugnisse, die der Farmer kaufen muß, bei 123. Hier ist also eine bedenkliche Schere. Der Tauschwert der Farmerzeugnisse im Verhältnis zu anderen Produkten wird auf nur 80 geschätzt. Wenn auch Landwirtschaftsminister Wallace von der industriellen Entwicklung der Städte und ihrer daher stammenden „Saugkraft" wenig erhofft, so verweisen Bevölkerungspolitiker doch auf den ftar« ken Geburtenrückgang in den Städten, der durch Zuwanderung vom Lande ausgeglichen werden könnte. Von den 400 000 jungen Amerikanern, die Jahr für Jahr auf dem Lande „arbeite- reif" werden, sind nur 200 000 als Ausgleich für die wegen Todes oder Alters Aus scheidend en notwendig Die andere Hälfte hat zwischen einer kürnmer« Dagegen steht sich die amerikanische Durchschnitts- famllie mit 631 Dollar im Jahr geradezu glänzend, obwohl auch sie sich, wie nachgewiesen, am Rande des Existenzminimums bewegt. „Nun haben wir das Land für jemanden zu bestellen, den wir gar nicht kennen", ist der Ausspruch eines vom Boden vertriebenen Pächters, der jetzt als Saisonarbeiter mit seiner Familie wandert. Die neue, riesige Aufrüstung mit ihrem Bedarf an Industriearbeitern, an jungen Leuten für Heer, Marine und Fliegern ist hier im Augenblick wohl die gegenständlichste Hoffnung auf eine Verminderung der „Trauben des Zornes"; eine Ausrottung durfte nicht an Symptomen kurieren, sondern müßte das Hebel bei der Wurzel packen. In Virginia versucht man zur Zeit Landwirtschaft auf weiten Strecken ganz ohne Pflug zu betreiben, um dadurch Bodenabtragung zu verhindern. Virginias Viehwirtschaft wird ganz von Gras, Futterpflanzen mit entsprechender starker Düngung und Silage be- sttitten. Korn wird nur wenig zugekauft. ließen Gelegenheitsexistenz und hoffnungslosem Um- herirren auf Landstraßen zu wählen, falls sie nicht in die Stadt geht. Stattsttken weisen nach, daß in der Zeit von 1870 bis 1920 die Hälfte der auf dem Lande Geborenen in die Städte abgewandert ist. Je stärker der Geburtenrückgang in der Stadt, um so eher wird man, so heißt es, die Jugend vom Lande trotz nicht gerade besonders günstiger wirt- chaftlicher Lage in die Städte lenken können. Professor Paul Taylor von der Hniversttät Kalifornien trifft wohl den Kern des Hebels, wenn er auf die geschwundene Beziehung des Menschen zum Boden hinweist; auf die maßlose Entwurzelung bisher selbständiger Farmer. Der durch- chnittlicye kalifornische Wanderarbeiter verdient für sich und seine Familie etwa 289 Dollar im Jahr. An der Kanal-Küste zwang Marine - Arttllerie einige feindliche Fahrzeuge durch gulliegendes Feuer zum Abdrehen. Der Gegner verlor in den Cuftfämpfen des gestrigen Tages 32 Jagdflugzeuge. Fünf weitere Flugzeuge wurden durch Flak-Artillerie, ein weiteres durch Marine-Artillerie abgefchofsen, sodaß der Feind gestern insgesamt 38 Flugzeuge verlor. Sieben eigene Flugzeuge kehrten von ihrem Flug gegen den Feind nicht zurück. Ein U-Boot versenkte fünf bewa ff- nete feindliche Handelsschiffe von 31 000 BRT.» darunter einen großen Tanker. Lin anderes U-Boot versenkte einen Dampfer von 5800 BRT., womit der Gesamterfolg dieses Bootes in dieser Unternehmung 31 545 BRT. beträgt ger, Kälte und Verzweiflung die Frage nach der Schuld am Kriege vergessen möge? Erwarten sie, daß chnen im Chaos der Vernichtung leichter fein wird, den Abjprung in ein bequemes Ausland zu finden, als es nach einem Eingeständnis der Niederlage gegenüber einem Volke mit klarer Besinnung möglich gewesen wäre? Fürchteten sie den Richterspruch ihrer Nation und zögerten sie deshalb die Niederlage dem völligen Untergang vorzuziehen, der heute in einer unausweichlichen Entwicklung sich vollzieht? Mögen sich diele sadistischen Hoffnungen erfüllen, oder die Kriegsverbrecher auch persönlich das Schicksal ereUen, das sie verdienen — die Gewalten, die sie riefen, sind entfesselt, und sie werden in den kommenden Monaten einen weiteren Bundesgenossen finden, der den deutschen Fliegern hilft, aus der englischen Niederlage die Katastrophe zu machen, die Churchill und seine jüdischen Hintermänner ihrem Volk zu bereiten sich entschlossen haben. Wenn wir daran denken, daß in die furchtbaren Wunden, die dem öffentlichen Leben Englands heute — nach wenigen Wochen der Luftangriffe — bereits geschlagen sind, noch die Kälte und der Nebel des Winters einbringen werden, daß die pausenlosen wohlgezielten Angriffe unserer Flugzeuge alles in Trümmer legen, was an öffentlichen Einrichtungen, fei es die Wasser-, Licht- und Kraftversorgung, sei es Transport- und Verkehrswesen, für die Aufrechterhaltung des staatlichen Lebens unerläßlich ist. Wir wissen schon seit dem Fall von Warschau, welche furchtbaren Wirkungen auf das Leben einer Millionenstadt allein schon die Zertrümmerung von Fensterscheiben auszuüben vermag, die aus Wohnungen kalte Höhlen macht oder was das Fehlen nur von Wasser bedeutet, das für den Menschen wichtiger ist als Brot. Unsere Phantasie reicht nicht aus, wenn sie an London, die Stadt mit fünffacher Größe denkt und den bevorstehenden Winter in Rechnung zieht. Die Engländer, die gewohnt waren, im Faktor „3eit" einen Bundesgenossen zu' betrachten, erleben schon heute unter dem Eindruck ihrer zerstörten Dorratslager, der zu Trümmern gewordenen Fabriken, der katastrophalen Schiffsverluste, des von Bränden geröteten Horizonts und — der ersten kühlen Herbstnächte, daß auch in der Frage des Nutzens von Zeitgewinn der Krieg von 1939 die Umkehrung des Weltkrieges mit sich gebracht hat. Diesmal sind es die Deutschen, die in aller Ruhe warten können, und die Engländer, denen jeder Tag neue Schläge, neue Trostlosigkeit, neue Stunden Des Hungerns, des Frierens und der Angst beschert. Das Schicksal ist dabei, auf der Insel, die solange herrschte ohne zu kämpfen, eine härtere Sprache zu führen, als je anderswo zuvor. Eine Sprache, für die wir neue Worte und Begriffe gebrauchen werden, um die Bilder des Grauens zu beschreiben und die Saat der Vernichtung zu bezeichnen, die in den kommenden Monaten zu einer furchtbaren Ernte zu werden verspricht. Wir sind gewiß, daß Herr Churchill auch dann noch das Lächeln zeigen wird, das feine Züge verklärte, als die Reste feiner Armee geschlagen aus Dünkirchen zurückkehrten, und das er heute zur Schau trägt, wenn er über die Trümmer klettert, die er auf dem Gewissen hat. Aber es wird die Heiterkeit eines Nero sein, der den Brand besingt, den er gelegt, die Katastrophe preist, die er gewollt hat. Tagbomber lösen Nachtbomber ab. Die Luftangriffe auch am Mittwoch unvermindert fortgesetzt. Die deutsche Luftwaffe fetzte auch in der Nacht zum Mittwoch ihre Angriffe auf London und andere Teile Englands fort. Der englische Nachrichtendienst teilte in den frühen Morgenstunden des Mittwoch mit, daß es Formationen deutscher Bomben- und Jagdmaschinen gelungen ist, den Verteidigungsgürtel Londons zu durchbrechen und Bomben "auf die englische Hauptstadt abzuwerfen. Auch östlich von London waren in der Nacht zum Mittwoch Bombenangriffe zu verzeichnen. Aus den Darstellungen des englischen Nachrichtendienstes über den Umfang der deutschen Operationen ist der Schluß zu ziehen, daß die deutsche Luftwaffe m i n- bestens 400 bis 500 Maschinen gegen das südenglische Dreieck mit seiner nördlichen Spitze London einsetzte, und daß darüber hinaus noch mehr Sprengbomben abgeworfen wurden als in der Nacht zum Dienstag, in der bereits ein Rekord in dieser Hinsicht aufgestellt worden war. Der britische Nachrichtendienst teilt mit, daß die Angriffe der letzten Nacht sehr heftig waren. Don ihnen wurden viele Teile Londons betroffen. Zum ersten Male seit Ausbruch des Krieges könne man von einem deutschen Massenangriff auf London sprechen. Neben London wurden auch die Midlands, Schottland und Wales Luftangriffen unterzogen. In den Morgenstunden des Mittwochs wurden die Nachtbomber von an de r en deutschen Maschinen abgelöst, die weitere Angriffe gegen die englische Hauptstadt richteten, die seit nahezu 24 Stunden nicht mehr aus den Luftschutzkellern herausgekommen ist. Das Londoner Jnformationsministerium hat am Mittwochvormittag eine vorübergehende Sperre für Pressetele- gramme üb er den letzten deutschen Luftangriff erlassen. Infolgedessen findet man am Mittwochabend in der schwedischen Presse keinen einzigen Prioatbericht über die Angriffe in der Nacht zum Mittwoch. „Allehanda" veröffentlicht einen Stimmungsbericht der amerikanischen Agentur United Preß, in dem es heißt: „l)er deutsche Luftangriff in der vergangenen Nacht war bedeutend intensiver als die Angriffe der letzten Nächte. Große Formationen deutscher Bomber führten sowohl gegen das Zentrum Londons wie auch gegen die Umgebung der Stadt ihre Angriffe durch." Wieder eine Milliarde Pfund. Churchills Krieg ruiniert die Finanzen Englands. Stockholm, 16. Ott. Don den 615 Unterhausabgeordneten waren, wie Reuter meldet, in der Sitzung am Mittwoch nicht einmal 50 Abgeordnete erschienen. Entweder haben sich die Volksvertreter bei dem Bombenhagel, der auch am Mittwoch unaufhörlich über die britische Hauptstadt niederging, nicht aus den Luftschutzkellern gewagt oder sie haben sich gescheut, die Verantwortung für eine Milliarde Pfund, die der Schatzkanzler als neuen Kredit forderte, zu übernehmen. Sir Kingsley Wood, der den Antrag begründete, teilte mit, daß England in den letzten vier Wochen im Durchschnitt jede Woche etwa 64 Millionen Pfund Ausgaben habe. Das feien ungefähr neun Millionen Pfund pro Tag und eineinhalb Millionen pro Tag mehr als im Juli dieses Jahres. lxk Millionen Pfund Sterling dieser Summe würden täglich für Rüstungsausgaben verwendet im Vergleich zu 3'/r Millionen im Juli dieses Jahres. Sir Kingsley Wood gab dann der Hoffnung Ausdruck, daß die Neubewilligung bis zum März ausreichen werde. Er meinte, die Verdoppelung der Ausgabe zeige am besten, wie sich der Kriegseinsatz in England in der letzten Zeit vergrößert habe. — Zum Schluß wies er darauf hin, daß England feine Rüstungsausgaben nur erfüllen könne, wenn noch g.rößere Opfer gebracht würden. lieber die trostlose Finanzlage des „reichen" England hat bereits Anfang August Kingsley Wood den Schleier gelüftet, indem er zugab, daß das De- izit des Staatshaushalles, den man ohnedies in London als „Entbehrungsbudget" bezeichnet hat. damals schon bereits 2,2 Milliarden betragen habe. Vorbeugend gibt Reuter bekannt, es sei unwahrscheinlich, daß die heute bewilligte Summe von einer Milliarde Pfund für den Rest des Finanzjahres a u s r e i d) e. Man werde vielmehr das Parlament um einen neuen Kredit ersuchen müssen. Aber, fi/1 fügt Reuter hinzu, „schon der heute bewilligte Kredit sei die einzige Möglichkeit, eine Inflation zu vermeiden". Mit Churchills „bequemem Sieg" sieht es also auch in dieser Hinsicht sehr trübe aus. Die Geldsäcke werden schon ihr Schäfchen ins Trockene bringen. Was aber das britische Volk angeht, so scheint es auch für das englische Wirtschaftsleben Churchills Vorsatz zu sein: lieber Schutt und Asche als die Kriegsverbrechen aufgeben! Wir starten zum Nachiflug... Links: lieber England wurden die Bomben eben ins Ziel gefetzt. Der PUot steuert wieder dem Ein- fatzhafen zu. — R e ch t s : Fertigmachen zum Start. Schwimmwesten und Fallschirme werden angelegt (Aufnahmen: PK.-Pankhardt. — Scherl-M.) M, w/* ,.Ä H 'M- 'Xx W "Mv' > A - W y <, UM .... <-■ 'WWH K MM »O W > ... S v ~ Die militärische Lage in Aegypten. Vorbereitungen zur Fortführung der Offensive. Rom, 17. Okt (Europapreß.) Man softe nicht glauben, schreibt Gayda im „Giornale d'Jtalia", daß die Offensive des Marschalls Graziani an der nordafrikanischen Front zum Stillstand gekommen sei. Im Gegenteil: Still und methodisch werde sie f o r t g e f ü h r t Gegenwärtig würde die Grundlage für die neuen Offensiv- Operationen vorbereitet und das weite ägyptische Gebiet im Rücken und an den Flanken der italienischen Linien gesäubert. Ein europäischer Krieg müsse in einem Wüsten-Gebiet geführt werden, das ganz andersartig sei als das europäische Gelände. Die von den Engländern in verschiedenen Linien bis zum Nil-Delta angelegten Befestigungen seien moderne Werke von europäischem festländischem Stil. Auch die motorisierten Kräfte und die automatischen Waffen, die England gegen die Italiener eingesetzt habe, feien europäischen Ursprungs, wenn sie auch zum Teil von amerikanischen Fabriken geliefert worden seien. Der italienische Vormarsch hingegen müsse in einem 600 Kilo mt er tiefen Raum erfolgen, in dem es nur sehr wenige Brunnen und nur eine einzige Küstenstraße gebe, die von großen Truppenformationen benützt werden könne. Deshalb müßten für die vorstoßenden Truppen S tü tz p u n k t e geschaffen werden. Es müßten in gesicherten Depots Wasser re serven für eine gewaltige Truppenmasse und die motorisierten Verbände angelegt werden. Diese Vorbereitungen seien seit dem Abschluß des ersten Abschnitts der Operationen des Marschalls Graziani in. Nordafrika im Gange. Nicht minder wichtig fei die zu bereinigende zweite Aufgabe in der gegenwärtigen Vorbereitungsphase. Das ist die Säuberung des ägyptischen Gebiets von verstreuten motorisierten englischen Gruppen. In besonders bemerkenswerter Stärke befänden sich berartige Gruppen in der Oase Sima, die der libyschen von Dscharabub gegenüberliege; ferner in der Oase von A f i s längs den beiden Straßen, die Marsa Ma- truh mit der Oase von Siwa verbinden und von einer ununterbrochenen Reihe von Befestigungsanlagen geschützt werden. Diese motorisierten Gruppen operieren gegen den von Italien besetzten K ü st e n ft r e i s e n. Sie werden von leichten schnellen italienischen Kolonnen angegriffen, zerstreut, vernichtet oder gefangen. Schon gegenwärtig könne man annehmen, daß diese zu Angriffen im Rücken und in der Flanke der italienischen Truppen bestimmten englischen motorisierten Gruppen zu beachtenswerten Teilen vernichtet seien. In der Oase Siwa liege aber noch immer etwa eine Division. Bei Marsa Matruh seien zumindest drei Divisionen, unter ihnen die englische Panzerwagen-Division, zusammengezogen. Die italienischen Truppen liegen gegenwärtig 30 Kilometer östlich von Sidi Barani, in Bir Alan Talut, von wo aus von der italienischen Flugwaffe die nach Marsa Matruh führende Straße und ihre Befestigungsanlagen von Bir Rakabat, Sketta und Dir el Astas täglich angegriffen werden. Äe Kämpfe in Aegypten, so schließt Gayda, zielen gegen das Herz des englischen Imperiums. Dies erkläre die großen Vorsorgen Englands zur Verteidigung des ägyptischen Gebietes. Auch gegenwärtig noch befänden sich 10 000 Mann englischer Truppen von Singapur und 12 000 Mann englischer Kolonialtruppen von England nach Aegypten auf der Reife. Kriegsminister Eden in Aegypten. Stockholm, 17. Oktober. (Europapreß.) Kriegsminister Eden hält sich, wie der britische Nachrichtendienst meldet, zur Zett in Aegypten auf. Zweck feines Besuches sollen Verhandlungen mit dem Oberkommandierenden der britischen Streitkräfte im Mittleren Osten, General Sir Archibald Wavell, fein. Englisches ll-Vovi durch das italienische Ll-Voot „Toti" versenkt. Rom, 16.Oft (DRV.) Der ttattenische Wehr- machlbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: 3n der vergangenen Rächt hat unser U - V o o t „lofi“ bei einer Mission im zentralen Mittelmeer ein englisches U-Boot der „Perseus"-Klasse gesichtet und sofort entschlossen mit seinem Geschütz angegriffen. Bei dem folgenden heftigen Gefecht, das auf kürzeste Entfernung geführt wurde, traf unser U-Boot den Feind mit Geschüh- und MG.-Feuer und torpedierte, nachdem es sich mit einem raschen Manöver in eine günstige Position gebracht hatte, das englischeU-Boot. voll getroffen sank die feindliche Einheit mit dem Bug nach oben senkrecht in die Tiefe. Unser U-Boot erlitt keinerlei Verluste und trug lediglich an den leichten Aufbauten völlig belanglose Schäden davon. Die feindlichen U-Boote der „Perfeus"-Klasse vom Ozean-Typ haben eine Wasserverdrängung von 1500 über Wasser und 2000 Tonnen im getauchten Zustand. Sie sind mit acht Torpedorohren, einem Geschütz von 10,2 Zentimeter Kaliber und zwei MG. bestückt. 3n Rordasrika hat unsere Luftwaffe trotz ungünstiger Wetterlage die feindlichen Flugplätze von Bir Kenays, El Daba, Assaba, Maaten Bagush, Fuka und Vir Abu Smeif sowie feindliche Barackenlager bei Marsa Matruk bombardiert und alle Ziele trotz lebhafter Flakabwehr voll getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Der Feind hat seine Angriffe auf Barbia, Sollum, Derna und Bir So- fofi (südwestlich von Sidi Barani) wiederholt, die insgesamt einen Toten und fünf Verwundete zur Folge hatten. Ein weiterer, in mehreren Dellen durchgeführter nächtlicher Luftangriff auf Benghasi Hot keine Opfer gefordert, dagegen an Wohnhäusern beträchtlichen Schaden angerichtet. Lin Motorboot wurde im Hafen versenkt. 3n der Zone von Gyarabut hat eines unserer 3agdflugzeuge ein feindliches Flugzeug vom Ly- sander-Typ abgeschossen. Feindliche Luftangriffe in Ostafrika auf Ras Gasar (Massaua), Diredaua und hargheisa haben weder Opfer noch Schäden verursacht. ♦ lieber die Tat des italienischen U-Bootes „Toti", das ein englisches U-Boat der „Perfeus"-Klaste versenkte, gibt Agenzia Stefani folgende Darstellung: Die „Toti" befand sich im mittleren Mittelmeer in aufgetauchter Fahrt, als sie kurz nach Mitternacht das feindliche U-Boot in einem Abstand von wenig mehr als einer Meile sichtete. Das feindliche U-Boot hatte seinerseits auch die „Toti" in einer günstigen Position zum Torpedoschuß entdeckt. Aber das ttattenische U-Boot machte eine schleunige Backbordwendung, durch die es mit dem Bug zum Geg- Zerflatierie Illusionen. Lon unterer Berliner Schrifflettung. Militärisch und politisch hat England das Spiel, das es so ruchlos entfesselte, bereits verloren. Der Daily Expreß bringt in einem wirklichen Leitartikel die verzweifelte Stimmung sehr kraß zum Ausdruck. „Wir stehen allein", ruft diese Stimme der Not. „Wo wird sich das zurückgedämmte Feuer des Krieges nächstens entladen?" Ja, wo? Das entscheidet, meint das Blatt, nicht das Geschrei derer, die von neuen britischen Fronten träumten, denn die „realen Faktoren" sähen ganz anders aus. Die Luftmacht der Deutschen überträfe bet weitem die Englands, die deutsche militärische Stärke sei der englischen im Verhältnis von 6:1 überlegen. Adolf Hitler ist, so wird festgestellt, „derjenige, der entscheiden wird". Damit werden die Jllusionsredereien Churchills, England habe die Jnttiattve gewonnen, einfach als sinnloses Geschwätz gekennzeichnet. Es ist so, daß jeder Brite fühlt, wie das Schwert des Damokles über feinem Haupte hängt, ganz einerlei, ob er Londoner oder Empirebrite ift Man mag sich verteidigen wollen, man mag die Zähigkeit des passiven Erduldens so weit treiben wie im zerstörten London. Was die menschliche Kreatur erdulden kann, haben wir im Weltkrieg bewiesen, wenn tagelang das Trommelfeuer über unseren Gräben lag, so daß wir uns wunderten, wie überhaupt noch deutsche Soldaten aus dieser Holle der Vernichtung heraus mit dem Leben davongekommen waren und dem Feinde ein Paroli bieten konnten. Aber das waren abgehärtete Soldaten, die wußten, um was es ging. In London dagegen herrschen die Zivllisten, die mir hoffen, daß es nicht schlimmer werden möge, und das ist ganz etwas anderes. Frauen und Kinder werden von den Kriegstreibern zum Ausharren ermutigt, und sie hallen vorläufig noch aus, aber mit leidenden Zivilpersonen ist noch niemals ein Krieg gewonnen, geschweige denn ein Angriff eingeleitet worden, und wenn Churchill jetzt auf eine Unter- Hausfrage über die Kriegsziele tagte, man führe den Krieg, um ihn zu überleben, bann ist diese Bescheidenheit des sonst so Großmäuligen doch das Eingeständnis eines Mannes, der am Ende feines Lateins ift „Wir stehen allein", schrieb der Londoner „Datty Expreß", während der „Daily Telegraph", aus angstgepreßter Brust den Seufzer hervorstößtr ner stand. Die beiden Einheiten fuhren nun gegeneinander los und begegneten sich in einer ganz kurzen (Entfernung von nur etwa 30 Meter. In diesem Augenblick eröffnete das italienische U-Boot das Geschütz feuer, das von den Engländern erwidert wurde. Dem Feuer der ttalienischen Maschinengewehre folgten die Schreie verletzter englischer Matrosen, die sich auf Deck befanden. Als sich das englische U-Boot etwa in einer Entfernung von nun wieder 200 Meter befand, versuchte es ein schnelles Tauchmanöoer. In diesem Augenblick traf das englische U-Boot jedoch das Geschoß des ttalienischen U-Bootes, dem kurze Zett daraus ein wohlgezielter Torpedo folgte. Im gleichen Augenblick sank das englische U-Boot rapide ab. Man sah noch den Bug des englischen U-Bootes senkrecht etwa 30 Meter aus dem Master emporragen und dann in wenigen Augenblicken unter der Wasseroberfläche verschwinden. Die „Toti" kreuzte noch kurze Zeit über der Stelle, an der das englische U-Boot gesunken war, setzte dann aber feine Fahrt fort, da eine Hilfe für irgendeines der englischen Besatzungsmitglieder nicht mehr möglich war. Oie Lufttorpedierung eines britischen Kreuzers im Mittelmeer. Rom, 16. Okt. (DNB.) Zu der im italienischen Wehrmachtsbericht vom Dienstag gemeldeten Torpedierung eines englischen Kreuzers durch ein italienisches Flugzeug meldet ein Kriegsberichterstatter des „Popolo di Roma": Durch den Mondschein begünstigt konnte das italienische Flugzeug im Tiefflug und auf tür- zeste Entfernung feinen Torpedo gegen den Kreuzer abschießen. Das Schiff wurde auf der rechten Flanke in der Hohe des vordersten Geschütz, turmes getroffen. Kurz nach der Explosion des Torpedos folgte eine noch viel heftigere Explosion des Schiffes., Es soll sich um eine Einheit der „Southampton"- oder der „Leander"-Klasse handeln. Die Schiffe der „Leande?'-Klasse sind 1931 bis 1934 vom Stapel gelaufen und kürzlich modernisiert worden. Sie verdrängen 7270 Tonnen, haben 20 Geschütze, 12 Maschinengewehre, acht Torpedorohre, zwei Flugzeuge und 550 Mann Besatzung im Frieden. — Die Schiffe der „Southampton"-Klasse verdrängen etwa 9100 Tonnen, sind mit 28 Geschützen bestückt, haben sechs Torpedorohre, drei Flugzeuge und im Frieden ungefähr 700 Mann Besatzung. Italienische Frontkämpfer als dauern in vorderster Linie. Reiche Crnte in den urbar gemachten Gebieten. Ro m, 16. Oft. (Europapreß.) Der Duce hat am Dienstag die Landverbesterungsarbeiten auf dem Gebiet des Monte Soratte besichtigt. Von der Bevölkerung von Sant'Oreste (Prov. Rom) wurde er begeistert begrüßt. Aus einem dem Duce von Nationalrat Crollalanza erstatteten Bericht geht hervor, daß in den trocken gelegten P o n t i n i • schen Sümpfen 165 000 Doppelzentner Getreide und 10 000 Doppelzentner Baumwolle, im gleichen Gebiet zusammen mit den bebauten Strecken auf der „Jsola Sacra" bei Ostia 67 000 Doppelzentner Zuckerrohr sowie 262 837 Doppelzentner Zuckerrüben geerntet worden sind. Der Viehbestand hat 43000 Rinder, 10849 Schafe und 1000 Pferde erreicht. Insgesamt sind vom Siedlungswerk der ehemaligen Frontkämpfer der Wirtschaft Erzeugniste im Werte von 100 Millionen Lire zugeführt worden. In Kriegszeiten, so schreibt „Mestaggero" zu biedern Bericht, sind derartige Leistungen militärischen Erfolgen gleichzufetzen. Heute kämpft nicht nur die Wehrmacht, sondern das ganze Volk. Mit voller Berechtigung können die Landwirte die Infanteristen der inneren Front genannt werden. In der vordersten Linie dieser Front stehen in Italien wieder die ehemaligen Frontkämpfer. In dem Bericht des Nationalrats Crollalanza lei nur auf die Leistungen des Siedlungswerks der ehemaligen Frontkämpfer in Italien Bezug genommen. Nicht minder erfolgreich fei aber ihr Wirken auch in Albanien unb in Jtalienifch-Oftafrika. In Italien allein waren am 1. Oktober 5162 ehemalige Frontkämpfer mit Neu-Urbarmachungsarbetten beschäftigt. Des Führers Dank an das deuische Vauerntum Das r . 1 Gegen Zdhnstemdnsaiz , Wenn der SSuqlina ins Krankenhaus muh. sfarkwirksom, Zahnfleisch kräftigend, mikrofein, mild aromatisch, - und preiswert! 4Opr die große Tube die kleine Tube 25M Am 4. Dezember 1890 veröffentlichte Emil von Behring in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift einen Artikel über das „Zustandekommen der Diphtherie-Immunität und Tetanus-Immunität bei übertreffen1 die Beobachtungen alle Erwartungen. Durchweg haben die Schulkinder den Cebionzucker Morgen großen Erbhof mit einem zahlreichen Viehbestand vorbildlich zu bewirtschaften, obwohl er im Herbst 1939 mit seiner Frau, der Mutter von drei minderjährigen Kindern, und einem Mädchen allein vor der großen Aufgabe der Hackfruchternte und der Herbstbestellung stand. Der Landarbeiter Heinrich Jäger hat den 120 Morgen großen Hof mit der jungen Bäuerin allein weiter bewirtschaftet, als der Bauer und zwei Pferde zu Kriegsbeginn eingezogen wurden. Trotz seiner 59 Jahre hat er eine reiche Kartoffelernte auf seinem Buckel auf den Wagen und von da wieder in den Keller geschleppt. Frau Margarete Müller,»deren Mann schon, im August 1939 einrückte, stand damals mit einem Knecht nicht nur vor der Arbeit und der Sorge um den Erbhof von 54 Morgen, sondern auch für ihre fünf Kinder, von denen das älteste sieben, das jüngste zwei Jahre alt ist. Wenn sie nun nach Berlin fahren durfte, so gatt diese Auszeichnung nicht nur der tüchtigen Hüterin des Hofes, sondern auch der kinderreichen Mutter, der Trägerin des Ehrenkreuzes. Nie Bmmafiraße wieder geöffnet. Englische« und amerikanisches Kriegsmaterial wartet auf den Transport n-ch Tschungking. von früher her als Grippale sehr anfällig bekannt waren. Katarrhalische Infektionen find auffallend leicht und schnell überwunden worden. In einem Fall wird der Prophylaxe sogar eine günstige Be- einfluffung der Ansteckungsgefahr bei Scharlach zugeschrieben. Die Teilnahme am Unterricht war daher regelmäßiger als sonst. Die Kinder werden auch als frischer, regsamer und lerneifriger geschildert: die jrühjahrsüblichen Ermüdungserscheinungen sind Tieren". Die kleine Veröffenllichung leitete eine revolutionäre Umwälzung auf dem Gebiet der Bekämpfung vor allem der Diphtherie ein. Am 4. Dezember d. I. wird dieser Tag in einer Feier in Marburg von der wissenschaftlichen Welt festlich^ begangen werden. Noch kurz vor der Jahrhundertwende starben allein jährlich 40—50 000 Kinder an Diphtherie. Behring war es, der die Diphtherie für eine ver- meid bare Krankheit erklärte und die Richtigkeit dieser Behauptung erhärtete. Am 4. Dezember 1890 gab er von seinen Tierversuchen Kenntnis, die bewiesen, daß ein an Diphtherie erkrankter Organismus das Gift neutralisieren kann, wenn die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers durch ärztliche Hilfe unterstützt werden. Die Diphthene- Sterblichkeit sank durch das Serum von 75 Prozent in allen Kulturländern auf 5 Prozent herab. — Auch das Tetanus- Serum entdeckte Behring. Zu Beginn des Weltkrieges forderte die Tetanus-Wundinfektion noch große Opfer. Auch hier ist Behring unzähligen verletzten Soldaten zum Lebensretter geworden. Am 31. März 1917 starb Behring, dessen Name durch die ganze Welt ging, in Mardurg. Noch heute arbeiten die Behring- Werke an der Verwirklichung seiner Ideen. Große Mengen Heilmittel gegen menschliche Erkrankungen und Tierseuchen gehen von hier in die Welt. Die Jubiläumstage werden am 3. Dezember mit einem Begrüßungsabend eingeleitet. Die Hauptseier findet am 4. Dezember in der Aula der Universität statt. Es sind vorgesehen Vorträge des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes, Professor Dr. Reiter, über „Behrings wissenschaftliche Bedeu- tung" und Professor Dr. Brauers über „Behrings Persönlichkeit". An die Führerehrung schließt sich die Einweihung eines Denkmals für Behring an. Mit einem Erntespruch überreichten Jungbäuerinnen, die durch den Reichsbauernfuhrer D a r r 6 (links im Bild) dem Führer vorgestellt wurden, Adolf Hitler eine Fülle von Blumen und die Erntekrone. (Presse-Hoff mann-M.) Oberversicherungsamt Koblenz egenttich eines Einzelfalles den folgenden Grundsatz ausgestellt: „Sofern die Krankenkasse einem erkrankten Säugling Familienhilfe zu samtwirtschaft mit der von der Kriegsmarine beschirmten Handelsschiffahrt erkennen. Wieder Weihnachtswerbung des Handwerks. Jahr für Jahr tritt das Handwerk mit der Weihnachtswerbung an die Oeffentlichkeit. Immer mehr sollen sich die Volksgenossen daran gewöhnen, Handwerksarbett zu schenken. Auch im ersten Krieaswinter wurde die Weihnachtswcrbung durchgeführt. Für das Weihnachsfest 1940 ist sie jetzt ebenfalls eingeleitet worden. Das Handwerk will die Gelegenheit benutzen, sich für die künfige Friedenswirtschaft in Erinnerung zu bringen. Erstmalig wird deshalb vom Reichsstand des deutschen Handwerks ein Schaufensterwettbewerb mit Preisen von 1500 RM. für die 35 besten Weihnachtsschaufenster des Handwerks veranstaltet. Auch alle sonstigen Werbemittel, das Gesche n k - A B C. und der Gabenschein werden wieder eingesetzt. Hinzu kommt die Anzeige. Gerade Meister, die sich auf Kriegsaufträge eingestellt haben und sich später wieder ihrer alten Kundschaft zuwenden wollen, tun, roorauf der Reichsstand besonders hinweist, gut, sich zu Weihnachten auch durch Anzeigen in Erinnerung zu bringen. Ein Reichsgesundheits-, Prüflings- und Beratungsdienst. Auf Veranlassung des Reichsgesundheitsführers wurde ein Reichsgesundheits-, Prüfungs- und Beratungsdienst gegründet, um Erzeugung und Verbrauch wichttger Lebensgüter durch geeignete Maß- Sauern aus Heffen-Aassau als Gaste der Reichsregieruna. NSG. Unter Führung von Landesbauernführer Dr. Wagner nahmen an dem Empfang von Abordnungen des Landvolkes aus allen deutschen Gauen auch ein Bauer, eine Bäuerin und ain Landarbeiter aus dem Gau Hessen-Nassau teil. Diese drei, Ortsbauernführer Kart Bender aus Krofdorf-Gleiberg, die Bäuerin Margarete Müller aus Rimbach i. Odw. und der Landarbeiter Heinrich Jäger, Hellhof bei Alsfew, waren von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau ausgewählt worden zur Anerkennung ihrer besonderen Leistungen in der', ersten Kriegserzeugungsschlacht. Sie wissen, daß ihre Auszeichnung dem ge- samten hessen-nassauischen Landvolk gilt. Dem Ortsbauernführer Karl Dender ist es gelungen, die zahlreichen mittleren, kleinen und kleinsten Betriebe feiner Gemeinde auf der Höhe des Vorkriegsstandes zu halten und dabei den eigenen 54 nächst soll auch ein bulgarischer Professor an der Universität Berlin ernannt werden. Für junge Deutsche, die sich dem Studium der Slawistik widmen wollen, sei Bulgarien ein ideales Arbeitsfeld. Die Bibliothek des Deutschen Institutes in Sofia besitze bereits über 10 000 wissenschaftliche Werke. Die deuische WehlmachfSMssiou in Bukarest. Bukarest, 17. Oft. (DNB.) Der deutsche Ge- sandte F a b r i c i u s gab zu Ehren der deutschen Wehrmachtmission ein Essen, an dem General An- tonescu, der stellvertretende Ministerpräsident und Kommandant der legionären Bewegung, Horia Sima, Außenminister Sturdza und die Unterstaatssekretäre im Kriegsministerium teilnahmen. Deutscherseits waren die höheren Offiziere der Wehrmachtmission mit General der Kavallerie Hansen und Generalleutnant Speidel an der Spitze, eingeladen. Nach dem Essen fand ein Empfang statt, an dem weitere rumänische Regierungsmitglieder, viese rumänische und deutsche Offiziere und Angehörige der deutschen Kolonie teilnahmen. Die Zeitung „Porunca Vremi" begrüßt die Anwesenheit der „glorreichen deutschen Armee" in Bukarest und erklärt, daß der Entschluß des Reiches, feine Aufmerksamkeit den Bedürfnissen des rumänischen Heeres zuzuwenden, eine Handlung von überragender politischer Bedeutung sei, die Rumänien viele erfreuliche Aussichten für seine Zukunft eröffne. Diejenigen, die Rumänien an den Rand des Abgrundes gebracht hätten und jetzt um die Würde und Freiheit des rumänischen Saates besorgt seien, müsse man kategorisch darauf Hinweisen, daß, wenn General Antonescu die ausgezeichnete Idee gehabt habe, die rumänische Armee durch deutsche Techniker ausbilden zu lassen, auch niemand besser als er die Ehre und Freiheit des Landes vertreten und schützen könne. Rumänien müsse um jeden Preis und endgültig Deutschlands Vertrauen gewinnen, denn davon hänge das erste Kapitel der Aenderung seines Schick- in dringenden Fällen verboten hatte, wurde dieses Reiseverbot nun auch auf den Fernen Osten ausgedehnt. Was macht Lord Lothian in Europa? Stockholm, 16. Okt. (Europapreß.) In größter Heimlichkeit hat sich am Dienstag der britische Botschafter in Washington, Lord Lothian, mit dem amerikanischen Flugboot „Yankee-Clipper" nach Europa begeben. Selbst Reuter teilt in einem Bericht aus Neuyork mit, daß die Abreise Lord Lo- thians eine Ueberraschung darstelle, da der britische Botschafter noch vor kurzem erklärt habe, er habe feine geplante Reife nach England auf- gegeben. Lord Lothian verweigerte vor feinem Abflug nach Lissabon allen Journalisten eine Unterredung. Kabelverbindung USA. — England stundenlang unterbrochen. Neuyork, 16. Okt. (DNB.) Die Kabelverbin- dung zwischen den Vereinigten Staaten und England war in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch früh viele Stunden lang unterbrochen. Die amerikanische Kabelgesellschaft Western Union mußte während der Nacht ihrem Kabeldienst 8V- Stunden einstellen, desgleichen die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Preß, die zwischen Neuyork und London ihr eigenes Kabel benutzt. Kurz nachdem die Western Union die Kabelverbindung wieder ausgenommen hatte, mußte die amerikanische Kabelgesellschaft Commer- cial Cable Company den Londondienst einstellen. Die Londoner Zensoren untersagten die Bekanntgabe der Gründe. Kleine politische Nachrichten. Nachdem eine Rundreise belgischer Journalisten nach Deutschland durchgeführt worden ist, wird jetzt eine Deutschlandfahrt für belgische Maler, Musiker, Bildhauer, Dichter und Schriftsteller in die Wege geleitet. Ein englisches Flugzeug hat am Dienstag erneut schwedisches Hoheitsgebiet überflogen und damit die Neutralität des Landes verletzt. England hat, wie der Berner „Bund" am Dienstag meldet, eine Anzahl Schiffe mit Lebensmitteln für die Schweiz freigegeben, nachdem die Schiffe mehrere Monate von den britischen Kontrollbehör- den festgehalten worden waren. Dem Andenken Em>i von Behrings.. nicht merklich aufgetreten. Häufig wird von einer Appetitssteigerung berichtet, auf Die wohl auch die günstige körperliche Entwicklung (Längenwachstum und Gewichtszunahme) zurückgehen dürfte. Eine Wiederholung der Prophylaxe im Jahre 1941 und ihre Ausdehnung auf die Säuglingsfurforge ist in Aussicht genommen. Eine Lehrschau »Seefahrt tut not' des NS.-Lehrerbundes. Der Reichswalter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter Wächller, eröffnete die vorn NSLB. in Zusammenarbeit mit dem Oberkommando der Kriegsmarine zusammengestellte Lehrschau „Seefahrt tut not", in den Räumen der Verbindungsstelle Berlin des NS.-Lehrerbundes. Millionen von Kriegstagebüchern von Schülern und Schülerinnen feien ein Niederschlag der vom NS.-Lehrerbund geforderten Wehrertüchtigung der Jugend. Die Lehrschau zeigt Modelle vom einfachen Segelboot bis zum Schlachtschiff, vermittelt einen Einblick in das Marineschrifttum und läßt an Hand übersichtlicher Wandtafeln die innige Verflechtung der Ge- gewähren und seiner Aufnahme in das Krankenhaus zugestimmt hat, muß sie im Rahmen der Familienhilfe auch die Ko st en der Kranken- hausverpfleaung der Mutter tragen; denn es geht nicht an, ein neugeborenes Kind in der ersten Lebenszeit von seiner Mutter zu trennen." AuÄirücklich stellt die Entscheidung (I Kb. 11/39) fest, daß die Krankenhauskosten für die Ehe- frau nicht als Teil der Krankenhauskosten für das Kind an^usehen und daher mit den für das Kind ausgesetzten Tagegeldern abgegolten sind. Sie sind vielmehr zusätzliche Kasten der Familienhilfe. Gute Erfolge mit Vitamin-L- Bonbons. Eine erstmalige Ditamin-OProphylaxe war für eine Reihe von Verwaltungsbezirken bei Kindern verschiedener Schulklassen in der Zeit vom 1. März bis 31. Mai 1940 durchgeführt worden, lieber 60 Millionen Tagesdosen von Vitamin-C-Bonbons waren an 1,6 Millionen Schulkinder verabfolgt worden. In der weitaus größten Zahl der Fälle Tokio, 16. Okt. (Europapreß.) Nach Berichten i von der chinesisch-burmesischen Grenze herrscht an . der Burma-Straße, deren Wieder-Oefsnung für । Äriegsmateriallieferungen an China in der Nacht zum 17. Oktober erfolgt, fieberhafte Geschäftigkeit. Die Burma-Straße verbuchet über eine Strecke von 1200 Kilometern die britische Ko- i lonie Burma in Hinterindien mit dem Sitz der . Tfchiangkaischek-Regierung, Tschunyk in g. Sie i verläuft van der chinesischen Grenze bis Lashio nur in einer Strecke von 200 Kilometer auf englischem Gebiet. La shio verbindet eine Eisenbahnstrecke : mit Rangoon, der Hauptstadt Burmas. Die Straße führt über zerklüftete Bergschluchten, Flusse und Täler. Die Burma-Straße ist ständig bedroht von starken Regengüssen, Erdrutschen, Brückeneinstürzen uhi> ähnlichen (Störungen. Sie ist die einzige Verbindung der Tschungking-Regierung mit der Küste. Allein über die Burma-Straße sind heute noch Lieferungen von der Seeseite her an die Tschungking-Regierung möglich. In ausführlichen Berichten aus Rangoon wird in der japanischen Presse geschildert, welch ungeheure Mengen von englischem und amerikanischem Kriegsmaterial in ganz Sump lagern, die auf den Abtransport warten. Es handelt sich vor allem um Treibstoff, F l u g ze u g t e i l e sowie Werkstoffe für die Tschungkinger Rüftungsbetriebe. Auch auf den Philippinen stapelt sich amerikanisches Rüstungsmaterial. für Tschungking. Eine Karawane von tausend Lastkraftwagen rollt gegenwärtig von Rangoon aus nordwärts zur Grenze. Die Lastkraftwagen führen 150 000 Gallonen Treibstoff mit sich. Weitere 300 000 Gallonen lagern bereits an der China-Grenze. Hier arbeiten über tausend Techniker und Mechaniker Tag und Nacht, um weitere 5000 Lastkraftwagen für ihre halsbrecherische Fahrt über den Kanonenweg auszurüsten. Zehntausend chinesische Kulis sind unter der Leitung britischer und amerikanischer Ingenieure dauernd damit beschäftigt, die durch Naturereignisse einaetretenen Khaden an der Burma-Straße auszubessern und Stockungen der Transportzüge abzustellen. In Tokio ist die große Frage, was Japan nach Wiederaufnahme der Kriegsmateriallieferungen über die Burma-Straße tun wird. Man weist darauf hin, daß die japanischen Militärbehörden in Jndo- china Vorbereitungen getroffen haben, um durch ständige Luftangriffe die Kriegsmaterial« transporte für Tschungking über die Burma-Straße zu stören. Der Besitz Jndochinas habe für die japa- nische Luftwaffe vergleichsweise die gleiche Bedeutung wie die französisch-belgischen Kanalhäfen für die deutsche Luftwaffe bei ihrem Kampf gegen Eng- land. Die Wiederaufnahme der Materialtranspvrte wird als ein Wettlauf um Leben und Tod über ' bie Kanonenstrahe bezeichnet. England trifft Schutzmaßnahmen an der Burma-Straße. Kom, 16. Okt. (Europapreß.) „Giornale d'Jtalia" berichtet, von englischer Seite seien im Zusammenhang mit der Wiederöffnung der Burma-Straße durch England militärische Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, insbesondere die Verteidigung längs der Straße sei verstärkt worden. Im Grenzgebiet von Burma seien aus Bengalen und aus anderen Tellen Indiens stammende Truppen zusammen- gezogen worden. Die Evakuierung der LlSA.-Bürger aus Fernost. W a s h i n g t o n, 16. Oktober. (Europapreß.) Die Entsendung der drei großen U8^.-Passagier-Dampfer „Washington", „Mariposa und „Monterey" nach einem fernöstlichen Hafen zur Evakuierung der dort ansässigen USA.=93ür- ger wurde vorn Staatsdepartement bekanntgegeben. Die „Monterey" läuft am Mittwoch aus Los Angeles, die „Washington" am Samstaa aus Neuyork aus, während die „Mariposa" dieser Tage aus Australien kommend in Honolulu eintreffen wird und von dort über einen fernöstlichen Hafen nach Australien zurückfahren wird. Es wird angenommen, daß die „Mariposa" zum Abtransport britischer Untertanen eingesetzt werden soll. Nwh- dem das Staatsdepartement seit Kriegsbeginn Europareisen von amerikanischen Bürgern außer „Unter den unmittelbar interessierten Parteien bewahrt nur Rußland sein rätselhaftes Schweigen, seine ganze Diplomatie in den letzten zwölf Monaten war durch das wichtige Streben gekennzeichnet, einen Konflikt mit Deutschland zu vermeiden." Das Blatt hat hier nicht die volle Wahrheit gesagt. Deutschland und Sowjetrußland haben im vorigen Jahr die Gründe für Konflikte nicht nur ausgeräumt, sondern aufbguenbe Maßnahmen für das Nebeneinanderleben der beiden Großmächte beschlossen, die sich durchaus bewähren. Darin liegt aber eine denkbar schroffe Absage an die englischen Kriegshetzer, die wieder einmal hofften, nach dem Dreierpakt werde Rußland nun endlich ihnen in die Arme fallen, und die sich nun enttäuscht sehen. Wenn England jetzt seine Hoffnungen auf Griechenland, Jugoslawien und die Türkei setzen möchte, und durch Reuter die Nachricht verbreitet wird, daß zwischen Großbritannien, der Türkei, der Sowjetunion, Jugoslawien und Griechenland Besprechungen über die Ausdehnung Deutschlands nach Osten geführt würden, so hat die sowjetamtlich« Agentur „Taß" nun diesen ganzen Britenschwindel als eine „p h a n t a st i s ch e Erfindung" abgetan. Es ist ja nicht bas erste Mal, daß den Agitatoren Churchills eine so schallende Ohrfeige von den Russen versetzt wurde. Wenn die Londoner Plutokratenclique trotzdem immer wieder versucht, den Maßnahmen Deutschlands — wie jetzt im Hinblick auf Rumänien — eine antirussische Tendenz anzudichten, so zeigt dies nur, daß England außer der Lüge gar keine andere politische Waffe mehr besitzt. Ev. Oie deutsch-bulgarischen Kultur Beziehunaen S o f i a , 16. Okt. (Europapreß.) Anläßlich der Eröffnung des Deutschen Wissenschaftlichen Institutes in Anwesenheit des Reichserziehungsministers R u.st sagte der Leiter des Instituts, Universitätsprofessor Dr. K o ch , der Presse, der Zweck dieses Instituts sei die Schaffung von Lektoren st eilen für bulgarische Sprache an den Universitäten Berlin. München und Wien, die mit bulgarischen Wissenschaftlern besetzt werden sollen. Er sei als G a st p r o f e s s o r an der Universität Sofia tätig gewesen, und dem- sehr gern genommen. Trotz bisweilen schwieriger' äußerer Umstände, wie der starken Kälte und der uneinheillichen Obstversorgung blieb der allgemeine Gesundheitszustand der Kinder vorzüglich. Insbesondere lagen an zahlreichen Orten die Erkältungskrankheiten weit unter der Zahl anderer Jahre. Eine deulliche Verringerung der Jnfektionsbereitschaft wurde vor allem auch bei solchen Kindern beobachtet, die den Lehrern M r WS nahmen auf dem Gesamtgebiet der Volksgesundheit mit den Notwendigkeiten einer gesundheitlichen Aufwärtsentwicklung des deutschen Lölkes in Einklang zu bringen. Der Dienst zeichnet auf Antrag solche Waren mit der Reichsgesundheitsgüte- marke aus, die einer ständigen Kontrolle durch besondere Institute unterstehen und als Werterzeugnisse anerkannt sind. Als äußeres Kennzeichen führt die Reichsgesundheits-Gütemarke die Lebensrune. Die mit der Gütemärke gekennzeichneten Waren sollen durch eine vom Prüfungs-Beratungsdienst gesteuerte Werbung der verbrauchenden Bevölkerung bekanntgemacht werden. Oie Mietpolitik. Oberregierungsrat Dr. Lampe vom Reichskom- misfar für die Preisbildung berichtet im „Deutschen Recht" über neue Anweisungen zur Mietpolitik. Der seit 1937 geltende Grundsatz des Preisstops auch für Mieten läßt ausdrücklich die Möglichkeit offen, einzelne Meten, die sachlich unberechtigt nach oben oder nach unten vom allgemeinen Niveau abweichen, anzupassen, jedoch sollen die Preisbehörden Anträge zurückweisen, wenn der Antragsgegner zum Heeresdienst eingezogen ist oder wenn ein Antrag während des Krieges dem allgemeinen Volksempfinden zuwiderläuft. Diese Anweisung erscheint ohne weiteres gerechtfertigt, nachdem Mieter wie Vermieter jetzt fast drei Jahre Gelegenheit hatten, Anträge auf Mietänderung zu stellen. Die Vorschriften sind nicht dazu da, um Mietern die Möglichkeit zu geben, dem Hauswirt im Streitfall etwas „auszuwischen" — und umgekehrt. Insbesondere geringfügige Metänderungen rechtfertigen vielfach nicht den Verwaltungsaufwand und Äe Störung des Hausfriedens. Das ändert nichts daran, daß der Reichskommissar nach wie vor Abreden, durch die ein überhöhter Mietzins vereinbart wird, grundsätzlich als nicht schutzwürdig ansieht. Bei Anträgen auf Mieterhöhung sollen die persönlichen Verhältnisse des Mieters stärker berücksichtigt werden als bisher. Während gegenwärtig Mieterhöhungen, die zehn Prozent des geltenden Mietzinses übersteigen, in Etappen in Kraft gesetzt werden können, kann nun eine Mieterhöhung, falls es die wirtschaftliche Lage des Mieters erfordert, noch weiter hinausgeschoben werden, unter Umständen bis zum Freiwerden der Wohnung. Es soll auch verhindert werden, daß die Miete beim Wechsel des Mieters erhöht wird. Bewährt hat sich die von zahlreichen Gemeinden vorgeschriebene Anzeigepflicht beim Mieterwechsel. Eine erhebliche Anzahl von Gemeinden haben auch An- Neues für bei — Waldemar Keller : Die verriegelte Kammer. Abenteuer und Schicksale. 155 Seiten. Kart. 1,85 RM. Franckh'sche Derlagshandlung, Stuttgart. — (149) — Waldemar Keller bestätigt in seinem neuen Buche die schriftstellerischen Qualitäten, die seine seit Jahren an dieser Stelle erscheinenden kleineren Beiträge zum Feuilleton auszeichnen; er ist ein Erzähler, in dessen Geschichten sich Phantasie und Sachlichkeit, große Spannung, gesunder Humor und ein sauberer, klarer Stil erfreulich begegnen. Die drei Erzählungen des Bandes schöpfen ihre Motive aus einer Welt, die Keller in jungen Jahren auf weiten Seereisen persönlich kennengelernt hat. Die Schicksale und Abenteuer, die er aufzeichnet, ereignen sich auf fernen Inseln, Ozeanen und Schiffen, die einmal unter vollen Segeln über die sieben Meere gefahren sind. Zu lachen gibt es diesmal nicht viel; das Geheimnisvolle, Unheimliche und Grauenvolle macht den merkwürdigen Reiz der drei Ordnungen zur Erleichterung der Wohnungsbeschaffung für kinderreiche Familien erlassen und damit ebenfalls Erfolg gehabt. Eine Zwangsbewirtschaftung des Wohnraumes wird vom Reichs- kommiffar entschieden abgelehnt. Die Wohnungsnot kann nur durch W o h n u n g s n e u b a u, nicht durch Zwangswirtschaft beseitigt werden. Man könnte jedoch vielleicht erwägen, ob auch verheirateten Kriegsteilnehmern ohne eigene Wohnung eine ähnliche Vorzugsstellung zu verschaffen wäre wie den Kinderreichen. Da mit den Richtsätzen für Untermieten gute Erfahrungen gemacht wurden, empfiehlt der Reichskommissar jetzt allgemein solche Richtsätze. i Büchertisch. Geschichten aus, deren natürlicher Dramatik und Spannuna sich der Leser kaum wird entziehen können. In der Erzählung „Die Insel Moro Maho" wird man sich sogar an Edgar Allan Poe erinnert fühlen; und wer erst einmal zu lesen angefangen hat, wird die aufregende Lektüre nicht aus der Hand geben, bis er am Ende ist. Hans Thyriot. — Hans Kür st en: Panzer greifen an! Ein Offizier der Panzerwaffe schildert Großkampftage aus dem polnischen Feldzug. Preis mit 8 Photos kartoniert 2,— RM. Hesse & Becker Verlag, Leipzig. — (116) — Wir erleben die dramatische Stunde mit, in der deutsche Panzer die polnischen Bunker und Befestigungslinien durchbrechen. Unaufhaltsam stürmen die Panzerdivisionen nach Polen hinein. Ihrer furchtbaren Gewalt folgt der unaufhaltsame Siegeslauf bis nach Warschau. Ein Buch ohne Pathos, aber erfüllt von Heiterkeit und männlichem Ernst, von Frohsinn und Entschlossenheit. — Als Jagdflieger in Spanien. Don Hannes T r a u t l o f t. Verlag Albert Nauck & Co., Berlin, ©ebb. 4,50 RM. — (82) — Der Verfasser gehörte zu den sechs Jagdfliegern, die als erste Freiwillige im Sommer 1936 in Spanien landeten und den Grundstock der Legion Condor bildeten. In diesem Buche veröffentlicht er seine Aufzeichnungen aus der Zeit seines Einsatzes an der Front in Spanien. Aus feinen Tagebucheintragungen, Skizzen und Erlebnisberichten ersteht ein packendes Bild jener Kämpfe. Die frische und anschauliche Schreibweise, die Schilderung von Land und Leuten und die außerordenllich eindrucksvollen Berichte über die Kämpfe geben dem Buche eine besonders fesselnde Note, so daß man es von Anfang bis Ende mit großer Spannung lieft. Generaloberst U d e t hat dem Buche ein Geleitwort geschrieben. Die Kriegsbücher über den deutschen Einsatz im nationalen Freiheitskampf der Spanier haben durch diesen neuen Beitrag eine wertvolle Bereicherung erfahren. — Nordsee-Patrouille. Als wir geaen England fuhren ... Von Jofef Gräser. Franck'sche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart. Gebd. 4,80 RM. — (88) — Der Verfasser, der im Weltkrieg als Funker auf einem Dorpostenboot- Dienst tat, erzählt hier frei nach dem Gedächtnis aus jenen Jahren feines reichen Erlebens. Man lieft von vier Jahren kühner Patrouillenfahrten mitten zwischen englischen Schiffen, man erlebt im Geist, wie feindliche U-Boote beim Minenlegen überrascht und vernichtet werden, wie der Kampf gegen heimtückische U-Bootfallen des Feindes ausgenommen wird und wie schwer der Kriegsdienst zur See überhaupt ist; aber man kann sich auch überzeugen, wie prächtig der deutsche Kampfgeist, der rücksichtslose' Schneid und wie vortrefflich die Kameradschaft an Bord sind. Dieses Buch ist eine wertvolle Erinnerung aus dem Weltkrieg. , ....... -i Lajana - Tages - Crem matt - nicht fettend - unsichtbar einzureiben Ein Schönheits-Crem von hautpflegender Tiefenwirkung VtTopf RM. 1.30 r/, Topf RM. 2.00 Nur erhältlich: Parfümerie Doll Marktstraße 28 Gießen Marktstraße 28 4661A Gießener Konzertring 1940/41 Arbeitsgemeinschaft: Gießener Konzertverein, Stadttheater, NSG. „Kraft durch Freude“. Samstag, den 19. Okt, 20 Uhr, in der Universitäts-Aula 2. Konzert (Gruppe B. N. 1) KLAVIERABEND Professor Wilhelm Backhaus Beethoven: Sonaten opus 10 N. 2 F-dur, opus 31 N. 8 in Es-dur, opus 53 in C-dur (Waldstein), opus 106 in B-dur (Hammerklavier). Der Bechstein-Konzertflügel ist vom Pianohaus Schönau, Bahnhofstr. 76. Karten zu 1.50, 2.00, 2.75 und 3.50 RM. im Musikhaus Challier, Neuenweg 10, Fernsprecher 2671 und in der Kartenverkaufsstelle der NSG. „Kraft durch Freude“. Seltersweg 60, Fernsprecher 2141 und an der Abendkasse. Studentenkarten RM. 1.00 nur beim Hausverwalter der Universität gegen Ausweis. [4614D Gießener Vortragsring Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein, Volksbildung»- Stätte Gießen und Gesellschaft Ittr Erd- n. Völkerkunde Zur Eröffnung der Vortragstätigkeit 1940/41 Montag, den 21. Oktober 1940, abds. Uhr, Neue Aula der Universität llGbtblldenorlrag des bekannten Sdnillslellers Dr. Paul Rohrbach: Mit Auto, Bahn und Flugzeug durch Afrika von Nord nach Süd Die Mitglieder des Goethebundes, Kaufmännischen Vereins und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde haben auf Mitgliedsausweis, Kontrollabschnitt Nr. 1, bis zu 3 Plätzen freien Eintritt. Ebenso haben Mitglieder des Vorttagsringes der KdF. gegen Vorlegen des Mitgliedsausweises freien Eintritt. Mitglieder der NS.-Frauenschaft, des Landschaftsbnndes Volkstum und Heimat erhalten Eintrittskarten zum ermäßigten Preise von 60 Pf. Nichtmitglieder zu RM. 1.— bei Challier, Neuenweg, Kartenverkaufsstelle der KdF., Selters weg 60, u. Abendkasse. Die Angehörigen des Veranstaltungsringes der HJ. erhalten ermäßigte Eintrittskarten zu 30 Pf., Studenten, Militär und die übrigen HJ.- und BdM.-Angehörigen zu 40 Pf. 46i3D Voranzeige: 31. Okt. Dichterlesung Bruno Brehm. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen Sterbefälle. Am 1. 10. Hilfsarbeiter Adam Göbel, 73 Jahre, Staufenberg, Kr. Gießen? Rentner Karl K.öck II., 68 Jahre, Heuchelheim, Kr. Gießen,- 2. 10. Anna Bourgeois, geb. Rinn, 65 Jahre, Gießen, Marktplatz 1; Helmut Spamer, 4 Jahre, Reiskirchen, Kr. Gießen; 3. 10. Schneiderin Marie Leidner, 70J., Gießen, Franks. Str. 19; Armin Kaus, 2 Monate, Weitershain, Kr. Gießen; Adelheid Becker, 9 Tage, Steinbach, Kr. Gießen; 4. 10. Laura Becker, geb. Hartmann, 68Jahre, Gießen, Astern eg 39; Karoline Weise/ geb. ^rng, 63 Jahre, Rooueim Kr. Wetzlar; Otto Stem, 5 Jahre, Beuern Kr. Gießen; 5. 10. Landwirt Joh. Gg. Pfaff, 84 Jahre, Launs- bach, Kr. Wetzlar; 6. 10. Verkäuferin Margarete Kalesky, 16 Jahre, Gießen, Dammstraße 26; Otto Bormann, ohne Beruf, 47 Jahre, Inheiden,' Kr. Gießen; 7.10. Anna Becker, geb. Rühl, 67 Jahre, Gießen, Weidengasse 7; Schreinerte- riing Willi Hantel, 15 Jahre, Erda, Kr. Wetzlar; 8.10. Günter Becker, 1 Monat, Lollar, Kr. Gießen; 9. 10. Rosemarie Schmidt, 4 Jahre, Rodheim, Kr. Wetzlar; Hebamme Marie Bmz, geb. Boll, 61 Jahre, Allen- dorf a. d. Lahn, Kr. Gießen; 10. 10. Lorhar Ernst Günther Zitzow, 2 Jahre, Gießen, Neustadt 49; Katharine Göbel, geb. Weller, 67 Jahre, Gießen- Wieseck, Alicenstraße 37; 12.10. Bernhard Jakob Keller, 1 Monat, 20 Tage, Gießen, An der Hardt 3; 13. 10. Landwirt Friedr. Kunz I., 67 Jahre, Nauborn, Z^reis Wetzlar; 14. 10. Doris Leoni Kraus, 11 Monate, Katzenfurt, Kr. Wetzlar; Schausteller Jacob Aug. Schmidt, 69 Jahre, Gießen, Radheimer Straße 40. macht die Kinder gesund, kräftig, widerstandsfähig und ist auch zum Vorteil Für die Glückwünsche zur Geburi unserer Tochter Barbara danken wir herzlich Or. Rudolf Lutz und Frau Helmi, geb. Schneider Großen-Buseck, im Oktober 1940 4666 D Wir beginnen sofort bei genügender Teilnehmerzahl mit folgenden Fremdsprachenkiirsen Französisch für Anfänger..... Französisch für Fortgeschrittene Englisch für Anfänger....... Englisch für Fortgeschrittene... Italienisch für Anfänger...... Italienisch für Fortgeschrittene U Italienisch für Fortgeschrittene HI Unssische Arbeitsgemeinschaft Gebühren für 20 Doppelstunden RM. 11.— 20 Doppelstunden RM. 11.— 20 Doppelstunden RM. 11.— 20 Doppelstunden RM. 11.— 20 Doppelstunden RM. 15.50 20 Doppelstunden RM. 15.50 20 Doppelstunden RM. 15.50 Die Gebühren sind einschließlich Hörerkarte — Auskunft und Anmeldung: Verkaufsstelle Selters weg 60. '4659 D Der große italienische Flieger film der Degeto zeigt den Lebenskampf eines italienischen Piloten in drei Erdteilen--- Ein Film von Mannesmut und heldenhaftem , Geist! Gesamtleitung: Vittorio Mussolini In der Titelrolle: Amedeo Nazzari Ausgezeichnet mit den Prädikaten „ Staatspolitisch wertvoll“ und „jugendwert“ 46ma IN DEUTSCHER SPRACHE ZWISCHEN WMNuHai» DAS SCHICKSAL DES LUCIANO SERRA • — --------- - ----- Heute Donnerstag: Erstaufführung! JCichtspielftaus Täglich 3.30, 5.30, 7.45 Sonntags 3.00, 5.15, 7.45 Jugend hat Zutritt! v M Praxis wieder aufgenommen Dentist Koch Hindenburgwall 20 4674 D Verkäuferin KleineAnzeigen tm Gießener Anzeiger werden von Taufenden beMlLt uui> LKlestk, Abgeschlossene gut möblierte Mansard.-WolinuDg m. Veranda und Zentralheizung 2 Wohn- und 3 Schlafz., Bad u. Zubeh. Auch mit elektr. Herd und Warmwassersp. anDauerm.z.v. HiodenöurßwalLUL Allee Urejnmegi- leeeeieie, loebera mor adfchriflen dem »erbnng »fchrr tbeu bet- legen 1 — Lichtbilder NNdBewerbung-vute» lagen miffen zur Vermeidung von 8 eduften auf der RLcheite Name» «md Abschrift des Bewerbers tragen I 2 4 Zitn.-Whog. von alleinstehendem Herrn zum 1. Dez. 40, evtl, auch früher oder später gesucht. Schr. Ang. unt. 03509 a.d.G.A. H. W. Fahrenbach Papier- und Schreibwaren Frankfurter Straße 73. 03502 Jüngeres SrOnltin für Büro sofort gesucht. Schrift!. Angebote u. 4672D a.d.Gieß.Anz. Beamtenwitwe mit berufstätig. Tochter sucht z. 1. 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Väl Die Erkältungsgefahr steht vor der Tür. kann die schönste Erkältung fertig sein. Man gebe also seinen Kindern für den Schulweg warme Klei, düng, die sie in den Schulräumen ablegen können. Ferner ist es unbedingt notwendig, daß das Kind die Schule mit trockenen Füßen erreicht. Ueberfchuhe, Einlegesohlen, die man aus alten Stoffresten oder Pappdeckeln immer wieder selbst schneiden und erneuern kann, schützen vor Näsfe. Ebensa muß die Mutter auf die Füße des Kindes acht« geben, wenn es aus der Schule kommt. Sollten fis naß fein, fo empfiehlt sich ein warmes Fußbad, ein tüchtiges Frottieren und Wechsel von Strumpf und Schuh, lieber Nacht werden die Schuhe mit ber Sohle nach oben getrocknet, unter Herausnahme der Einlegesohlen. Aber man darf sie nicht zu nahe an den Ofen stellen, denn Leder, Gummi und Werkstoff der Sohlen brechen bei großer Hitze. Ist bereits eine Erkältung im Gange, dann läßt man sein Kind lieber einen Tag länger zu Hause. Bei leichter Erkrankung kann man mit Hausmitteln der Erkältung- entgegentreten. Man läßt das Kind unter Anwendung eines schweißtreibenden Tees oder einer heißen Zitronenlimonade schwitzen. Auch ein Halsumschlag ist anzuraten. Vielfach wird ein chleimlösendes Mittel notwendig sein, wozu sich Salbeitee zum Gurgeln gut eignet. Lauwarmes Gurgelwasser mit Essigsaurer Tonerde (ein Eßlöffel auf ein Wasserglas) oder mit Wasserstoffsuperoxyd in gleicher Zusammensetzung desinfiziert den Hals. Schnupfentaschentücher müssen oft gewechselt werden und dürfen nicht herumliegen. Tritt nennenswertes Fieber ein, so soll man schnell den Arzt zu Rate ziehen. Im übrigen lehre man das Kind, nicht vom Frühstücksbrot des Schulkameraden abzubeißen, nicht feine Mundharmonika zu benutzen und dergleichen. Dagegen sorge yian für häufiges Waschen der Hände, für ein Auslüften der Schulkleidung, überhaupt für Sauberkeit. man mit der Maschine näht, soll der Reihfaden fo liegen, daß er nicht mit festgesteppt wird. Aufgewickelt auf eine Spule läßt sich der herausgezogene Reihfaden jederzeit wieder verwenden. Jede Näherin wird bald merken, wie viel sich fo ersparen läßt. Tüchtiges Verknoten jeden Fadenendes, fei es beim Annähen eines Knopfes oder Druckknopfes ober am Enbe einer Naht, spart uns nicht nur viel Aerger unb Mühe, fonbern auch Nähgarn. Denn: eine Arbeit, bie oberflächlich getan wirb, hält nicht, muß wieberholt werben und kostet also doppelte Zeit und doppeltes Material. Sei also sparsam, gründlich und gewissenhaft auch bei der kleinsten Näharbeit. Elisabeth Geiler. schen eingeschnitten, die Nähte sind breit ab« gesteppt. Rack und Aermel des glockigen Kleides links find aus hellgrauem Material, Bluse, Gürtel und R o ck s a u m aus rotem Wollstoff. Etwas aufspringende Abnäher teilen in Hüfthöhe den Rock auf, eine schmale Blende aus dem Blusenmaterial ist seinem Saum aufgefteppt. H. Das Abwaschen erleichtert. Die Erleichterung des täglichen Abwaschens beginnt damit, daß man zunächst einmal Sorge trägt, daß sich gar nicht soviel Geschirr anhäuft. Und das läßt sich beim Kochen sehr leicht einrichten. Nicht wie die meisten Hausfrauen nehmen wir tausenderlei Löffel, Messer, Gabeln, Teller in Gebrauch während wir kochen, sondern wir stellen uns einen einfachen Teller neben den Herd ober Gaskocher. Auf biefen legen wir einen einfachen Küchenlöffel, eine ebensolche Gabel unb ein Küchenmesser. Das reicht zum Kochen vollkommen aus. Ob wir nun die Suppe, das Gemüse ober Fleisch umrühren, immer tut es bieser eine Löffel, unb immer genügt das bereitgelegte Gerät. Vertragen sich die einzelnen umzurührenden Speisen nicht miteinander, so ist es eine Kleinigkeit, den Löffel unter der Wasserleitung abzuspülen, damit er für andere Speise verwendbar ist. Das gleiche gilt für Suppen- und Gemüsekellen, die ebenfalls ihren Platz während des Kochens auf dem bereitgestellten Teller angewiesen bekommen. Wie oft sucht man sonst plötzlich etwas zum Umrühren oder Kosten, findet nichts Passendes und greift immer wieder nach einem neuen Löffel. So kann sich im Laufe eines Vormittags ein ganzes Regiment von Koch- und Probierlöffeln ansammeln, bie alle roieber abgewaschen werben müssen. „r , Teller auf denen nur trockene Brose! lagen, ebenso Untertassen stellt man nicht erst aufeinanber mit bem schmutzigen, fetten Geschirr, benn dort werben sie erst auf ber Unterseite vollkommen abwaschreif. Die praktische Hausfrau aber wirb beim Abräumen Sorge tragen, baß bas fast saubere Geschirr mit bem fettigen nicht in Berührung kommt. Abwaschs gespart. Vor allem aber kann man sich bas große Abwaschen nach bem Mittagessen, über bas boch jebe Hausfrau stöhnt, erleichtern, inbem man während des Kochens all das wegwäscht, was nicht zum Essen gebraucht wird, wie Holzbretter, nicht mehr gebrauchte Töpfe, Siebe, Reibeisen usw. Soviel Zeit hat man immer, während das Essen kocht. Ist das Mittagessen dann vorüber, so bleibt nur ein kleiner Teil übrig, bie Teller, Bestecke unb Töpfe, bie ge- rabe zum Mittagbrot gebraucht würben. In einer kleinen halben Stunbe ist das fo gefürchtete Abwaschen bann fertig. Sollte bie Hausfrau verhindert fein, das Abwaschen gleich nach Tisch zu besorgen, stellt sie alles Geschirr in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Dann ist bas Abwaschen auch noch einen Tag später eine Leichtigkeit. Messer dürfen natürlich nicht in Wasser gelegt werben; man wischt sie an Papier ab unb legt sie beiseite, bis man zum Abwaschen kommt. Nach bem Abwaschen wäscht man bcn Abwaschlappen gleich einem Stück Wäsche sorgfältig aus. Er ist bann für bas Kaffeegeschirr roieber verwendbar. Ja, sogar bie Kaffeetassen brauchen nicht in ben großen Abwaschkübel zu roanbern; sie lassen sich meist unter per Wasserleitung bequem abspülen. Den fettigen Ranb an ber Schussel schmiert man nicht in bie Lappen, fonbern wischt ihn mit einem Stück Papier sorgfältig ab. Das spart Seife unb Soba. H. v. L. Faser empfinblich beschädigt und die gleichmäßige Drehung gelockert. Betrachte mal durch ein 23er« größerungsglas einen Faden, ber abgerissen unb einen solchen, ber abgeschnitten wurde, und Du wirst sehen, wie sehr der erstere verwüstet ist. Man mache sich also die kleine Mühe und reiße nicht, andern nehme eine Schere zur Hand! Ein Lbge- chnittenes Stück läßt sich ja auch besser einfädeln als ein zerfasertes, abgerissenes. Mit nichts wird wohl mehr Verschwendung getrieben als mit dem Reihfaden. Und wieviel können wir auch hier sparen bei ein bißchen lieber« legung. Man ziehe den Reihfaden fo ein, daß er, wenn er nicht mehr benötigt wird, im Ganzen wieder herausgezogen werden kann. Besonders wenn Verbessern von Suppen, Soßen, Gemüse* Fleuch- speisen, Eintopfgerichten Praktische, zweifarbige Wollkleider zeigen wir heute. Sie sind beide auch gut aus getragenen Sachen zusammenzustellen. Das Kleid links mit dem F a11enrock ist aus warmem, sandfarbenem Wollstoff, sein Mittelteil und der Schal im Ausschnitt sind wie der schmale Gürtel aus leuchtend grü- n e m W o 11 st o f f. Dem Blusenteil sind zwei T a - ... nasse Jahreszeit ist gekommen und mit ihr die Gefahr der Erkältung. Da heißt es aufpassen und Vorbeugen! Besondere Beachtung erfordert bie Kleidung des Kindes. Die warmen Schulräume verlangen eine nicht zu warme Kleidung, denn wenn das Kind schwitzt und in Zugluft kommt. MAGGH entspricht zugleich einem Gebote der Zeit. 4A/n.«p Aber verlange* Sie ansrirackhch MAGGI5 Warze Wenn jetzt langsam die Sonnenbestrahlung nachläßt und der viele grüne Salat aus Garten und Markt verschwindet, müssen wir, um die volle Widerstandsfähigkeit des Körpers zu erhalten, der Gemüsefrischkost einen immer breiteren Platz in unserem Küchenzettel einräumen. Leider sind noch manche Hausfrauen und viele der sogenannten „Feinschmecker" unter den Ehemännern nicht davon abzubringen, daß es sich um ,Laninchenfutter" bei unserer Frischkost handelt. Dabei sind gerade ge- Ä Frischkostplatten, richtig zusammengestellt geschmeckt, für Augen und Gaumen so herzerfrischend, daß man sie nie mehr missen möchte, wenn man sie einmal kennt. Gerade im Herbst, roo alles Gemüse in Farbe und Geschmack noch so ^wundervoll frisch ist, haben mir Hausfrauen es besonders leicht. Eine hübsche Frischkostplatte stellt man aus Weißkohl- und Rotkohlsalat mit Feldsalat kranzförmig umeinander angerichtet her. Der Weißkohl und Rotkohl muß fein gehobelt, tüchtig gestampft werden und muß mit Salattunke einige Stunden durchziehen. Man gibt den Rotkohlsalat in die Mitte und krönt ihn mit einem geraspelten Apfel. Zu einer herbstlichen Frischkostplatte ordnet man Kohlrabi-, gelbe Rüben-, Endivien- unb Gurkensalat strahlenförmig auf eine runbe Platte. Die „Grenzen" werben burch Rabieschen gebildet. In bie Mitte stellt man eine Tomate, bie man mit etwas Quark fliegenpilzartig betupft. Eine Bereiche, rung ber winterlichen Frischkostplatten bilbet bas sehr gefunbe Sauerkraut. Wohlschmeckenb unb recht hübsch ist z. B. eine Platte, in deren Mitte rote Rübensalat (fein geraspelt mit einigen Aepfeln und Meerrettich gewürzt) leicht drum herumgelegt Sauerkrautsalat (fein geschnitten) mit einer geraspelten Gewürzgurke verbessert und zur Verzierung einige Sträußchen Feldsalat auf der Platte verteilt sind. Geh' sparsam um mit Faden! Wenn wir jetzt Zwirn und Faden, Twist und Nähseide nur begrenzt zur Verfügung haben, müssen wir uns überlegen, wie gehen wir am sparsamsten um mit dem kostbaren Material. Mit etwas lleberlegung können wir manches kleine Stückchen Faden, aus dem mit der Zeit ein großes Stück wird, vor dem Verderb retten. Im Volksmund heißt es: „Lange Fädchen, faule Mädchen". Es ist nicht nur die Bequemlichkeit, die das öftere Einfädeln scheut, welches wir hier rügen, sondern vor allem das Verschwenden. Wenn rotr - B. einen Knopf annähen oder einen Strümps stopfen und wir nehmen, ein zu langes Ende Faden ober Twist, dann verfällt das übrtgbleibenbc Stück unbedingt bem Mülleimer. Und sollte man wirklich so ordentlich sein und größere ubrigblei« benbe Enben aufbewahren für späteren Gebrauch, fo hat eben doch burch bas häufige Durchziehen durch ben zu nähenden Stoff bas Material sehr gelitten. Die Faser ist aufgerauht, der Faden ist dadurch minderwertig geworden, mit einem Wort, mcht mehr fo haltbar. Deshalb sollten wir uns an« gewöhnen, immer ungefähr auszurechnen, wie lang das Nähmaterial zu nehmen rft, um Verluste zu vermeiden. Nach einiger Hebung hat man eine annähernde Berechnung bald los. Ein großer Fehler ist es auch, wenn man ben Faden abreißt. Hier wird durch das erst straffe Anspannen und plötzliche ruckartige Nachlassen Die as sollen wir tragen ? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Kind und Geld. Auf ber Führertagung ber HI. in München würbe ber Fortfall ber Beitragszahlung für alle Angehörigen der HI. einschließlich des BDM., des Jungvolks unb ber Jungmäbelfchaft verkünbigt. An seine Stelle tritt das Iugendsparen. Der Wirtschaftsfaktor Geld geht in Zukunft für die HI. aus ber Verwaltung ber Pflichtbeiträge in bie freiwillige Form bes Sparens über unb stellt bamit an bie Jugendlichen neue Charakteranforberungen. Schon immer hat bie Frage, wann in ber Erziehung der Kinder der seldstverantwortliche Umgang mit Geld einzusetzen habe, bas Elternhaus beschäftigt. Taschengelb ober nicht? Von welchem Alter an? waren bie Parolen, unter benen bie Auseinandersetzungen geführt würben. Die größere Selbständigkeit, bie die heutige Erziehung den Kindern gibt, hat wohl das Problem dahin entschieden, daß es für ihre Entwicklung nötig ist, baß bie Größeren, also etwa vom 8. oder 10. Lebensjahr an, lernen müssen, mit Gelb um« zugehen. Daher ist bei ihnen bas Ansetzen eines bestimmten angemessenen Taschengeldes, bas nach bem Alter gestuft ist, sehr angebracht. Natürlich wird es nicht zum Vernaschen ober zum Vertun für allerlei törichten Taub gegeben. Es muß dem Kinb vielmehr klar gemacht werben, baß es bavon nicht nur eigene kleine Wünsche zu befriedigen, fonbern auch sachliche Anschaffungen — Schulutensi- lien (mit Ausnahme ber Bücher), kleine Geburtstagsgeschenke und dgl. zu bestreiten hat. Selbstverständlich ist bie elterliche Kontrolle über bie Verwenbung bes Gelbes, bie vielleicht einmal wöchentlich ftattfinben sollte, um das Kinb vor unzweckmäßiger Verwendung des Geldes ebenso zu bewahren, wie vor einer sich vielleicht meldenden Anlage zum Geizhals. Das Kind muß vqn Anfang an gewöhnt werden, über feine Ausgaben ein kleines Buch zu führen, in bas die Ausgaben einzutragen finb. Es muß barauf geachtet werben, daß dieses Aufschreiben gewissenhaft geschieht und nicht kleine Mogeleien vorgenommen, etwaige Einkäufe fingiert werben, um andere, bie weniger Billigung finden würden, zu vertuschen. Die meisten Kinder haben eine große Abneigung gegen solche Buchführung. Aber der Erzieher darf davon nicht Abstand nehmen. Nicht nur, daß sie nötig ist, um den Verbleib bes Geldes zu kontrollieren — sie weist auch sehr deutlich auf die charakterlichen Eigenarten des Kindes hin. Kein Geringerer als Kant hat sich einmal dahin geäußert, daß eine geordnete Geldwirtschaft die unumgänglich notwendige Grundlage des Charakters ist. Bei Heranwachsenden Mädchen empfiehlt es sich, ein Taschengeld zu geben, von dem sie Anschaffungen für ihre Kleidung, Schuhreparaturen u. ä. bestreiten müssen. Daran lernen sie am besten erkennen, welche Ausgaben die Eltern für Kleiderbeschaffung haben. Solange die Mutter bem Töchterchen noch alles besorgt, berechnet ber junge Mensch nicht, wieviel auch bie „Kleinigkeiten" seines Bedarfs kosten. Muß er nun selbst von einer bestimmten Summe alles anschaffen, lernt er zum erstenmal haushalten, überflüssige Ausgaben aufschieben, sich mit dem, was er hat, einrichten. Natürlich muß auch über bie Verwendung biefes Geldes Rechenschaft abgelegt werden, damit die Mutter darüber wachen kann, daß bie notroenbigen praktischen Anschaffungen nicht auf Kosten von allerhand Tand vernachlässigt werden. Die Aufgabe ber Erziehung ist es, ben Heran- wachsenben bie Notwenbigkeit unb ben Wert bes Geldes vor Augen zu führen, sie aber andererseits vor einer Überschätzung ber Wichtigkeit materiellen Besitzes zu bewahren. Wie eine kluge Mutter bie Frage „Kinb unb Geld" erzieherisch behandelt, hat Gottfried Keller in feiner Seldwyler Geschichte von der „Frau Regel Amrain" wahrhaft weise dar- gestellt. Es heißt da; „Sobald als tunlich ließ sie ihren Sohn ihren Vermögensstand mitwissen, für sie Geldsummen zählen und in das Behältnis legen und sobald er nur imstande war, die Münzen zu unterscheiden, ließ sie ihm eine kleine Sparbüchse zu gänzlich freier Verfügung. Wenn er nun eine Dummheit machte, ober eine arge Nascherei beging, fo behandelte sie bas nicht wie ein Kriminalverbrechen, sondern wies ihm mit wenig Worten die Lächerlichkeit und Unzweckmäßigkeit nach ..." Sie nimmt einen sehr gut ausgewaschenen und gut ausgewrungenen Abwaschlappen unb reibt bamit bie Untertassen unb kaum benutzten Teller ab. Dann trocknet sie mit bem Küchentuch nach unb kann das Geschirr sofort roieber in ben Schrank stellen. Somit ist roieber ein gut Teil bes bisherigen großen Anregungen für die Herbstmode. — Beyers Mobeführer Herb st-Win« ter 1940/41. Band 1 Damenfleibungj (Verlag Otto Beyer, Leipzig), (Preis 1,50 RM.), bringt eine Fülle modischer Kleider unb Mäntel, bie zeitgemäß schlicht und doch von besonderem Reiz sind. Es ist besonderer Wert auf sparsamen Stofs» verbrauch und leichte praktische Anfertigung ber einzelnen Mvbelle gelegt worben. Nicht vergessen sind Kleiber aus zweierlei Stoff, bie es ermöglichen, ein älteres Kleib auf Neu umzuarbeiten unb roieber tragbar zu machen. Manche ber Mobelle sind in ihrer kleidsamen wohldurchdachten Form ganz zeit- los, so daß die Gewähr gegeben ist, sie längere Zeit unverändert tragen zu , können, ein Umstand, der gerade jetzt sehr ins Gewicht fällt. Die Mode neigt offensichtlich zum sportlichen StU hin, wenn sie äuch am eleganteren Kleide allerhand zierlichen Aufputz nicht verschmäht. Das Heft enthält einen doppelseitigen Schnittbogen mit 24 Schnitten. — Beyers Modeführer Herb st- Winter 1 94 0/4 1, Band 2 Kinderkleidung (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Preis —,90 RM.), zeigt eine Unmenge hübscher und praktischer Vorschläge für Kinderkleidung aller Art. Haus-, Schul- und Festkleidung, auch mancherlei für den Sport. Kleider aus zweierlei Stoff, die es ermöglichen, ein älteres Kleid wieder tragbar zu machen, sind ebenfalls berücksichtigt. Der Zwei- und Vierfarbendruck gibt eine lebendige Vorstellung von der Kleidsamkeit ber vorgeschlagenen Mobelle. Der doppel» K fettige Schnittbogen bietet die Schnitte zu 28 Mo- dellen. — „Aus kleinen Wollmengen für Bub und Mädel (2—14 Jahre) ist der Titel des Beyer-Bandes 428 (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Preis 0,50 RM.) Das reichhaltige Heft bringt eine Fülle von Vorschlägen, kleine Wollgarnreste für Jacken, Pullover, Mützchen, Strümpfe und Handschuhe zu verwenden. Die zwei- und mehrfarbigen Strick- und Häkelmuster sind kindlich und hübsch. Auch gestrickte und gehäkelte Wäsche sowie luftige warme Hausschuhe kann man nach diesem Heft selbst arbeiten. — Die neue Beyer-Pullover-Serie Herbst-Winter 1940/41 stellt wieder eine Auswahl von 12 verschiedenen hübschen und im Materialverbrauch sparsamen Modellen für Damen, Herren und Kindern dar. Das Handarbeiten, z. T. aus Resten, ist ganz leicht gemacht, denn jedes Pullover-Modell erhält man in einer Tüte als Naturgrößen, gebrauchsfertigen Schnitt, also das ganze Modell in richtiger Größe mit ausführlichen Beschreibungen, genauen Arbeitsproben hat man vor sich liegen. Jeder der einzeln erhältlichen „Pullover in der Beyer-Tüte" ist für 40 Rpfi zu haben. (Verlag Otto Beyer, Leipzig.) Rezepte. Kartoffel-Brotsuppe: 250 Gramm roh geriebene Kartoffeln, 250 Gramm kleingeschnittene 'Schwarzbrotreste, IVs Liter Wasser, Salz, etwas Fett oder Milch. -Die Kartoffeln werden mit dem Brot und Wasser zum Kochen gebracht, etwa 10 Minuten gut durchgekocht. Dann schmeckt man die Suppe ab, gibt zum Schluß etwas Fett oder Mich zu. Dicke weiße Bohnen: 500 Gramm weiße Bohnen, IVi Otter Wasser, Salz, etwas Fett. Tunke aus 1 Liter Wasser, 50 Gramm Mehl, etwas Mich, Speck, Salz, Zwiebeln, Essig. Die weißen Bohnen werden einen Tag lang tit IVz Liter Wasser eingeweicht, dann mit dem Einweichwasser und etwas Fett oder Speck und Salz aufgesetzt und 2 bis 3 Stunden langsam gekocht, evtl, über Nacht in der Kochkffte. Zur Tunke bringt man Wasser mit Fett und Gewürzen zum Kochen, bindet es mit dem mit Milch angerührten Mehl, kocht durch und schmeckt ab. Gespickter Kartoffeligel: Nachdem man 500 Gramm gekochte und geriebene und 500 Gramm rohe Kartoffeln, ebenfalls gerieben, ausgevreßt hat überbrüht man den Teig mit etwas kochender Milch, würzt mit Salz, mengt einen Eßlöffel Margarine und 5 Gramm aufgelöste Hefe darunter, dann knetet man den Teig, daß er recht flockig ist. Man formt einen Igel, der, mit stacheligen Speckstückchen bespickt, mit feingewürfelter Zwiebel und gehackter Petersilie bestreut, im Herde gebacken wird. Man kann den Igel auch mit Quark ober Wiegefleisch füllen. Hammelfleisch in Weinlaub: Hammel- fleisch wird fein gewiegt mit Salz und Petersilie ge- würzt. Dann läßt man in heißem Fett Zwiebel bräunen, mischt dazu eine Obertasse gewaschenen Reis, den man in heißem Fett gelb werden läßt und gibt zuletzt noch das Fleisch hinzu. Diese Mischung verteitt man auf zarte, mit heißem Wasser abgebrühte Weinblätter, rollt zu Würstchen, die man leicht zusammenbindet, und setzt sie nebeneinander in eine Kasserolle, gibt etwas Fett hinein und gießt noch zwei Tassen Wasser darüber. Die Würstchen werden solange gedünstet, bis das Wasser eingekocht ist. Beim Anrichten beträufelt man mit Zitronensaft. Gebackene Kürbisschnitten. Der Kürbis wird geschält, geteilt und das Pelzige entfernt Dann schneidet man fingerdicke (ungefähr 10 cm lange) Streifen, übergießt sie mit Essig, salzt, wendet sie in Mehl und Stoßbrot und bäckt sie von beiden Seiten braun. GrüneWickel (Kohlrabiblätter). Große Kohlrabiblätter, zur Fülle 125 g gehacktes Fleisch, 1 bis 2 abgekochte, erkaltete, geriebene Kartoffeln oder eingeweichtes Brot, Salz nach Geschmack oder gegarte, ausgequollene Gräupchen mit gehackten Kräutern. — Kohlrabiblätter mit wenig heißem Wasser (später für Tunke verwenden) übergießen, damit sie sich gut rollen lassen, Hackfleisch mit den Kartoffeln oder dem eingeweichten Brot güt vermischen, mit Salz abschmecken, in die Blätter füllen, mit Hölzchen zufammenhalten, wie Krautwickel fertig zubereiten. Der berühmte Pianist, der schon seit An- oeginn seiner künstlerischen Laufbahn mit Gießen eng verbunden ist, erzählt in dem bei Wilhelm Limpert, Berlin, erschienenen Buch „K ü n st l e r p l a u d e r n" von H. E. Weinschenk auch einige interessante Erinnerungen aus seiner Jugend. „Wer schon in so jungen Jahren so vortrefflich den großen Johann Sebastian Bach spielt, der wird es sicher im Leben zu etwas bringen", schrieb Arthur Nikisch einst dem achtjährigen Wilhelm Backhaus ins Album. Mit sechseinhalb Jahren erhielt der kleine Wilhelm in Leipzig seinen ersten Klavierunterricht. Sein Lehrer war ein Professor des Leipziger Konservatoriums, der seinen Schüler sehr bald mit d'Albert, Grieg und Nikisch persönlich bekannt machte. Als Achtjähriger trat der kleine Backhaus zum ersten Male öffentlich auf, als Zehnjähriger bezog er das Konservatorium, lieber feine erste Berührung mit dem Klavier erzählt er selbst folgendes: „Ich war wohl zwei Jahre alt, da verließ ich eines Tages mein Stühlchen, trippelte auf das Klavier im Zimmer zu, stolperte und stieß mit dem Kops gegen eine Kante des Instruments. Eine heftig blutende Wunde war die Folge, und geblie- oen ist dieses Mal hier." lieber seinen ersten Auftritt erzählt er: „Es bestand also fein Zweifel, daß ich Pianist werden würde, nur duldeten meine Eltern nicht, daß ich als sogenanntes Wunderkind schon Konzertturneen veranstaltete. Oft habe ich allerdings bei Veranstaltungen von Gesangvereinen öffentlich mitgewirkt Als Erinnerungsstück an diese Zeit besitze ich eine goldene Uhr, die man mir als äußere Anerkennung für pianistische Mitwirkung überreichte. Der Auftakt zu solchen Konzerten muß auf die Zuhörer immer sehr komisch gewirkt haben. Ich reichte natürlich mit meinen Füßen noch keines- wegs an die Pedale heran. Deshalb hatte ich mir einen Kasten anfertigen lassen, der über die Fußtasten gestülpt wurde und aus dem zwei mit den Pedalen verbundene Stangen herausragten, eine Art Stlzen, auf die ich erforderlichenfalls trat. Dor Beginn des Konzerts machte ich zunächst meine Verbeugung zum Publikum, ging dann auf den Flügel zu, bückte mich, um den Pedal kästen auf seine richtige Stellung hin zu prüfen, bann erst tauchte ich wieder auf und setzte mich. Als ich wieder einmal nach der Begrüßung verschwand, um meine Apparatur nachzukontrollieren, rief ein Herr erstaunt aus: Nanu, der Künstler ist ja schon wieder weg." Nach einjährigem Studium am Konservatorium zu Leipzig beschloß Backhaus auch die Schulzeit mit Obersekundareife und kam nach Frankfurt. Hier wollte er sich bei d'Albert, den er schon von Leipzig her kannte, vervollkommnen. Heber diese Zeit bei d'Albert in Frankfurt erzählt Wilhelm Backhaus (nach der gleichen Quelle): „d'Albert, der infolge seiner Konzerttätigkeit und seines kompositorischen Schaffens so überaus stark belastet war, fand noch die Zeit, um mir in 25 Stunden Unterweisungen zu geben, die für mich von großem Wert waren. Damals hatte d'Albert gerade sein Cello- Konzert komponiert und ließ es im engeren Kreise spielen, um erst einmal das Urteil dieses Gremiums zu hören, ehe das Werk öffentlich aufgeführt wurde. Es erfüllte mich mit großem Stolze, daß ich den Cellisten begleiten durfte, ich spielte die Komposition vom Blatt. Wilhelm Backhaus hat fast alle Länder Europas bereist, siebenmal war er in den Vereinigten Staaten, zweimal in Südamerika, zweimal in Australien und einmal in Aegypten. Dabei reift Backhaus immer mit seinem eigenen Klavierstuhl. Nur so hat er die absolute Gewähr für die sichere Placierung, die beim Spiel so überaus wichtig ist. Wer große Reisen tut, der. weiß auch zu erzählen. Backhaus berichtet folgende kleine Zwischenfälle, die eines komischen Anstriches nicht entbehren: „So gab ich einmal in einermittelamerikanischen Stadt ein Konzert. Als ich das Podium betrat, sah ich, wie eine einheimische Frau mit einem Baby im Arm ihren Platz aufsuchte. Ich habe gewiß nichts gegen Kinder, im Gegenteil — aber ich bin der Meinung, daß ein Korzertbesuch ihnen keinen Kunstgenuß verschaffen kann. Ich ahnte schon allerlei, als ich die Tasten anschlug, und es dauerte gär nicht lange, da plapperte und quakte das Baby, und so ging es während meines ganzen ersten Musikvortrages. Es war Gott sei Dank eine Rhapsodie von Brahms, ein volltöniges Werk — khaus erzählt. was aber sollte bei Beethovens Appassionata »erben, wenn mitten in die zarte Stimmung plötzlich Kindergeschrei ertönen würde? Das war unmöglich, deshalb veranlaßte ich den Konzertoeranstatter, daß er die Mutter höflich ersuche, gegen Rückgabe des Eintrittsgeldes den Saal zu verlassen. Es gab lebhafte Verhandlungen, schließlich fügte sich die Frau, erklärte aber kopfschüttelnd: Das kann ich mcht Der- K, meine Schwester spielt auch Klavier, aber .acht nicht so viel Umstände. Man weiß, daß in Amerika häufig Konzerte in der Kirche abgehalten werben, und bei einer solchen Veranstaltung hatte ich wiederum einen Zwischenfall mit einem Kinbe. Oben auf der Empore saß ein Junge, der während meines Spieles mcht den Mund hatten konnte. In der Pause sagte ich zu dem Pfarrer: Es ist wirklich so stimmungsvoll hier, auch das Publikum ist ausgezeichnet. Was machen wir nur mit dem Jungen auf der Empore? — Der Geistliche tröstete mich: Ach wissen Sie, nehmen Sie das nicht so tragisch, bei meinen Predigten macht er es genau so. — Ich mußte wohl ober übel resignieren, ba ich sonst zum Ausdruck gebracht hätte, daß mein Klavierspiel eine bedeutsamere Sache sei als seine Predigt. In Havanna habe ich es einmal während eines Konzertes mit der Angst zu tun bekommen. Ich spielte an einem Sonntagvormittag in einem Theater, in dem abends eine Zirkusvorstellung fein sollte. Die Tiere waren bereits eingetroffen, und man hatte die Käfige in den unter der Bühne liegenden Raum geschafft. Als ich nun oben spielte, hörte ich unter mir andauernd das Gebrüll der Raubtiere. Ich sah schon die schrecklichsten Bilder vor mir. Wenn nun plötzlich ein Löwe ober Tiger auf der Bühne erscheinen würde? Als ich ausge- aerechnet die Trauermarsch - Sonate von Chopin spielte, war es mir, als sei das meine eigene Trauermusik. Jedenfalls war ich froh, als mein Konzert vorüber war." Herdstpracht im Garten. Wenn die Nächte kälter werden, nimmt der Herbst feine Palette zur Hand und malt im Garten neue Bilder. Zuerst kommen ba und dort ein paar leuchtende, aelbe und rote Lichter hervor, bann vereinigen sich die Farben, und schließlich durchläuft die Farbenskala alle Töne von Goldgelb, Orange, Hellrot, Scharlach bis zum dunkelsten Purpur, Violett und Braun. Der Zeitpunkt der Färbung ist sehr verschieden. Ist der Herbst, trocken, so tritt die Umfärbung zeitig ein, die Farben sind besonders intensiv, allerdings erscheint der ganze Zauber auf kürzere Dauer zu- fammengebrängt, da infolge der Trockenheit die Bäume sehr schnell ihr Laub abwerfen. Ist dagegen der Herbst feucht und nicht zu kalt, so verfärben sich die Gehölze später. Die Umfärbung dauert bann oft ganze Wochen, und es kann vorkommen, baß manche späten Arten grün bleiben, bis ber Frost ihr Laub vernichtet. Wie leuchtenb rot ist im Herbst ber wilde Wein am Hause oder hn Geäst eines Saumes. Auch ber Baumwürger, ber seinen Namen mit Recht erhalten hat, ist wundervoll in feiner gelben Herbstfärbung unb seinen Früchten. Bei ber Rebe gibt es viele prachtvoll färbende Arten. Am frühesten von allen zeigen die Ahorn ihr buntes Kleib, aber wo sie stehen, liegen halb ihre bunten Blätter auf bem Boden. Ebenso rasch steht ber Dogelbeerbaum mit den schönen roten Früchten kahl ba, da das orangerote Laub sich nicht lange am Baum hält. Ihnen schließen sich bie Eschen an, bie besonders in trockenen Lagen im Schmuck ihrer gelben Blätter nur kurze Zeit aushalten. Wir können uns bas Farbenbilb längere Zeit erhalten, wenn wir den Bäumen einen genügenb feuchten Standort geben. Dann bleiben sie oft bis zum Frost grün. Zu ben Gehölzen, bie meist übergangen werden, weil sie so gewöhnlich sinb, gehört leider auch unser gemeines Pfaffenhütchen. Leuchtend rot färbt sich im Herbst das Laub, und unter ber Fülle ber rosa bis roten Frucht biegen sich fast in jebem Jahr bie Zweige. Alle diese Gehölze haben in normalen Jahren ihre Schönheit eingebüßt unb stehen kahl unb entblättert ba, wenn Eichen unb Buchen erst ansan- 3m Vertrauen gesagt... Man verrät kein Geheimnis, wenn man nieder- schreibt, baß bie Welt heute ungebulbiger benn je ist. Unb so kommt es benn, daß viele unter uns gewissen Gerüchten ein williges Ohr leihen, besonders bann, wenn sie „unter bem Siegel der strengsten Verschwiegenheit" weitergeflüstert werden. Da hat zum Beispiel jemand eine Tante, deren Sohn mit einem Arbeitskamevaben gut befreundet ist, bessen Schwager im selben Haus mit einem Ministe- rialbeamten wohnt, der engste Fühlung mit einer „burchaus maßgebenden ©teile'' hat. Unb biese maßgebende Stelle, die es genau weiß, hat burch- blicken lassen, daß es „nächstens eine große lieber- raschung geben wird". Ganz abgesehen davon, daß bie „Weisheit" so wett hergeholt ist, daß man ihr kaum Glauben schenken kann, so stellt sie auch noch eine nicht scharf genug zu verurteilende Beleidigung aller jener Maßgebenden bar, die tatsächlich um das Kommende Bescheid wissen. Denn gesetzt den Fall, daß einer von ihnen wirklich weiß, daß es Demnächst losgeht", glaubt denn jemand im Ernst, daß er es bann weitersagen würde? Würde dieser Weitersagende nicht vielmehr schweren Landesverrat begehen? Ganz bestimmt! Da wir indessen wissen, daß die für Deutschlands Zukunft ver- antwortlichen Männer, je mehr sie wissen, desto schweigsamer sind, so tragen alle derartigen Gerüchte den Stempel ber Unwahrheit und Unwahrscheinlich, keit deutlich an ber Stirn. Wozu dann aber das geheimnisvolle Wetterraunen? Ziehen mir kurzerhand bie Folgerung unb lehnen wir es ab, uns etwas erzählen zu lassen, aus welcher „maßgeben- ben" Quelle es auch stammen mag! Unb hüten wir uns erst recht, bas wiberwillig Gehörte unsererseits weiterzutragen, um uns nicht selbst — im Vertrauen gesagt — schamloser Gerüchtemacherej schuldig zu machen! Ortszeit für den 18. Oktober. Sonnenaufgang 7.56 Uhr, Sonnenuntergang 18.23 Uhr. — Monbuntergang 9.41 Uhr, Monbaufgang 19.39 Uhr. e £ • 9 ti gen sich zu verfärben. Llls Uebergang zwischen ber zeitig und ber später verfärbenden Gehölzgruppe haben wir bie schon hellgelbblättrige Dirke, deren weißer Stamm immer im Garten ein wertvolles Moment ist, bie prächtigen, lebhaft rot färbenben chinesischen und japanischen Berberitzen, bie rot und gelb leuchtenden Azaleen, von benen eine Gruppe aus der Ferne wie eine blühende Pflanzung wirkt, so stark leuchten bie Farben. Beförderen Glanz aber entfettet ber aus Nord- amerika ftammenbe Blumenhartriegel, der zum Herbst außerorbentlich starke Favbentöne in bas Bild des Gartens bringt Die Blätter färben sich oberseits in ben zartesten und leuchtenbsten roten unb violetten Tönen, währenb die Unterseite hellgrün bleibt. C. K. Dornotizen. Tageskalenber für Donnerstag. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 19.30 Uhr im Stabttheater: „Sieger". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Links ber Isar, rechts der Spree". — Li^tspielhaus, Bahnhofstraße: „Zwischen Leben unb Gießener Vortragsring. Der vom Goethe-Bunb, „Reichswerk Buch und Volk" (früher Kaufmännischer Verein), Volksbildungsstätte Gießen und Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde begründete „Gießener Vortragsring" eröffnet am kommenden Montag mit einem Licht- bildervortrag des bekannten Schriffftellers Dr. Paul Rohrbach fein für ben Vortragswinter 1940/41 aufgestelltes Vortragsprogramm. Dr. Pari Rohrbach wirb über bas sehr aktuelle Thema „Mit Auto, Bahn und Flugzeug burch Afrika von Norb nach Süb" an Hanb von zahlreichen Lichtbilbern sprechen. Zu Beginn ber Veranstaltung wirb Kreislelter Backhaus die Vortragstätigkeit bes Gießener Dortragsringes burch eine Ansprache eröffnen. Auf jeden Güterwagen kommt es an. Die Deutsche Reichsbahn hat für den Herbst- verkehr alles vorbereitet, um neben ben Wehrmachtstransporten die für bie Dolksernährung, für die Brennstoffversorgung und für unsere Rüstungs- Gut bis auf einen Fall. Von Wilhelm Lennemann. Der alte Hauptlehrer einer dreiklassigen Dorfschule trat in ber großen Pause in bas Klassenzimmer des jüngeren Lehrers. Der trug noch einige Angaben in bie Liste em. Es war wenige Tage vor Ostern. „Das Zeugnisschreiben macht mir doch arge Kopfschmerzen", klagte er. „Gutsein unb Gerechtigkeit, Millett) unb Gewissen hadern ba vielfach miteinander!" Der alte Lehrer lächelte: „Also wo fchtt's benn!" „Da hab ich ben kleinen Junghans, der Bengel tft kaum adjt Jahre alt, hat aber bereits hn vergangenen Hörbst Aepfel aus meinem Garten gestohlen. Drum hab ich ihm im Betragen nur „Gut bis auf einen Fall" geben können; benn ich muß ihm biese Missetat boch zurechnen, so leid mir bas persönlich auch tut!" Der Hauptlehrer setzte eine sehr gewichtige Amtsmiene auf: „Sieh an, Aepfel hat ber Bengel gestohlen; das fft ja fürchterlich! Eine solche Der- berbnis müssen Sie mit Stumpf und Stiel aus« rotten!" Der andere hatte von ber Güte des Alten einen Widerspruch erwartet und freute sich nun über diese Zustimmung: „Sie mürben also genau so ..." ,Hawohl, genau so! Bis in sein hohes Atter hinein muß bem Jungen bas „Gut bis auf einen Fall" anhaften!" „Wesentlich wäre auch wohl bas Gelöbnis ber Besserung!" „Natürlich! Der Junge bars fortab einen fremden Obstgarten überhaupt nicht einmal mehr an- sehen!" „Da gehn wir also einig: Strafe muß fein!" „Für jeden Apfelkern einen Hieb; ben Strafantrag nicht zu vergessen!" Indem hob der Hauptlehrer eine Ha seigerte auf, die ba handbereit lag. Er schlug bamit durch bie Lust, daß es pfiff. „Die liegt zumeist nur als eine stumme Drohung dort; ich verwerte sie äußerst selten!" glaubte der Lehrer sich entschuldigen zu müffen; mag auch die Wahrheit gewesen fein. „Aus Ihrem Garten?" „Nein, bie hab ich drüben im Knick geschnitten!" „So, so! Wissen Sie, wem ber gehört? Dem Junghaus?" „Mag sein; ich weiß es- nicht!" „Das sagen Sie so leichthin! Wie, wenn nun Ihr kleiner Apfeldieb auch einmal ben Richter spielen unb zu Ihnen sagen würde: „Betragen: Gut bis auf einen Fall!" Der Lehrer zog ein süß-saures Gesicht; er lächelte Derftänbnislos. „Und dann wird er weiter feststellen: Die Rute, Herr Lehrer, bie Sie da benutzen, haben Sie aus unferm Knick geholt. Das Holz darin ist aber unser Eigentum, genau so, wie die Aepfel bie Ihren sinb, und Sie haben die Rute ohne Wissen meines Vaters entwendet!" Jetzt fühlte der Lehrer der feinen Spott: „So lächerlich wirb sich der Junge nicht benehmen!" „Der Junge meint auch, er dürfe bie Uebeltat nicht verschweigen. Er müsse sie Ihnen anrechnen, so leib ihm das auch tue!" ,^)err Hauptlehrer ..!" „Damit Sie immer an Ihre Verfehlung erinnert werden!" „Bitte, sagen Sie es mir ..." „Unb Buße tun unb Besserung geloben!" Dem Lehrer stieg ber Unmut rot ins Gesicht. „Nun ist's genug, ich ..." „Taten meine Worte so weh?" Lächelnd wiegte der Alte sein greises Haupt. „Aber haben Sie nicht selbst gesagt: (Strafe muß sein!" Und er lachte ihn bann gleich luftig an: „Sie haben die Gerte genommen unb sich nichts dabei gedacht; genau so ber Junge, als er den Apfel abriß. Und jeder meint, er fei in feinem Recht, Sie aus Lehrgründen heraus, der Junge aus jugendlichem Uebermut unb aus Neugierde! Die Jugend hat auch ihre Rechte!" ,^d) schätze, ba fei dennoch ein kleiner Unterschied zwischen dem Diebstahl des Jungen ..." „Das war kein Diebstahl, bas war nur ein Mundraub! Der Junge hat nicht gestohlen, ber hat nur geflaut. Das ist ein wesentlich anderes! Ich bin sogar so frevelhaft ju sagen: Ein Junge, der keinen Apfel aus des Nachbars Garten klaut, der ist kein Junge! Aber das sage ich nur ganz leise, daß es bie Dengel nicht hören!" „Ich kann mich trotzdem in Ihre Rechtsauffassung nur schwer hineinfinden!" „Sind Sie denn nie jung gewesen und in bes Nachbars Garten eingebrochen?" ,Hch bin in der Stabt groß geworden!" „9hm, bann sage ich Ihnen aus meiner Erinnerung heraus: Das ist eine Lust! Ein solch eroberter Apfel schmeckt noch einmal so prächtig unb wenn's auch nur ein verhutzelter ist!" „Sie meinen also", wollte sich ber Lehrer zum Schluß vergewissern, „daß ich ..." „Richtig! Sie werben weiter Stöcke schneiden, unb die Jungens in jedem Herbst die Nachbargärten besuchen!" „Da müßt ich demnach das--bis auf einen Fall--streichen!" „Fragen Sie bie Jungen draußen! Kommen Sie, wir wollen noch ein wenig zu den spielenden Kindern gehen!" Glorio-Palast: »Links der 3far — rechts der Spree - Wenn bie unselige Mainlinie nicht längst verschwunden und vergessen wäre: in diesem Film wird ihr auf .eine Art und Weise der Garaus gemacht, daß einem das Herz aufgeht. Die Liebe, die bekanntlich eine Himmelsmacht ist, triumphiert über die landschaftlichen Eigentümlichkeiten und „Sonderbelange", sie schlägt, freilich nicht ohne vorausgegangene heftige Kämpfe, eine Brücke von Nord nach Süd, sie knüpft die Bande ber Zuneigung und des Vertrauens zwischen Berlin unb München, zwischen Urpreußentum unb Altbayerntum, unb bas Ganze ist, kurz gesagt, bie Geschichte einer Verlobung wider ben Willen des Münchener Vaters unb Schwiegervaters lauer Spöckmeier. Daß seine Anni ihren Alfred kriegen würbe, steht sa trotz der zu Anfang nicht gerade glänzenden Wetterlage von vornherein fest: das eigentliche Verdienst dieser erheiternden Geschichte — Drehbuch von Joses D 30 st, vle Relchsstraßensammlung am 19. und 20. Oktober für das TBSyiB. wird von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt, wir fordern daher alle Betriebsführer und Betriebsobmänner auf. sich als Sammler den zuständigen Ortswaltungen zur Verfügung zu stellen und darüber hinaus Gefolg- fchaftsmitglleder in genügender Zahl zu bestimmen, die sich bei der für den Betrieb zuständigen Ortsgruppe der NSV. als Sammler melden. wir erwarten, daß jeder Betriebsführer sich der Gröhe der heutigen Zeit bewuht ist und In diesem Sinne sich und feine Gefolgschaft als Soldaten der losen inein Lele' >ogen sr >e n !S in id )e < m IS ch m ll- nb f ht' ml '41 hr. io, ich en. ter iter m. bst. ibr. für einet >rten 'm ot SHD. im Dienste der Heimat. Organisation und Aufgaben des Sicherheits- und Hilfsdienstes. Ufa- w aus« reich' von jrg und land- Slck auf Peter steckte sich eine Zigarette an, während Anni in ihrem Köfferchen grub. „Du willst doch nicht etwa?" „Meinen Badeanzug auspacken, klar!" ech« vor «ri« )ick. rten inbt liche jenb von was Am her. an nem und ethe sM' Arbeit genau so einseht. wie sich unsere Soldaten an der Front lm Kampf um die Zukunft der deut- schen Ration eingesetzt haben und im Endkampf noch einsetzen werden, damit der Erfolg fo. wie an der Front vor dem Feinde, auch In der Front der Heimat gesichert ist. Die Sammlerbüchsen und Abzeichen werden am Freitag, dem 18.10.. ab 18 Uhr. in sämtlichen Dienststellen der RSV.-Ortsgruppen zur Ausgabe gelangen. (gez.) Backhaus. Krelslelter. F. d. R.: k. Schmidt. Sreisobmann. Wann können Eier umgetauscht werden? Äerteilungsstellen zum Umtausch verpflichtet. Aufruf! Schaffende sammeln — Schaffende geben! „Ich rette dich nicht, Anni, wenn dich die srauen Haschen. Außerdem hast du gar Strandkorb, um dich auszuziehen." „Da steht ja einer, die erste Schwalbe in Frühling/ „Der gehört dir nicht." 3000Kilometer Äebe Roman von Olly Boeheim ihr war groß, dunkelblond, hatte lachende blaue Augen und einen feinen sensiblen Mund, der dem schönen ebenmäßigen Gesicht etwas Nachdenkliches, fast Grüblerisches gab. Er trug die Uniform eines schwedischen Seeoffiziers. Anita war noch immer vollkommen verblüfft. „Sagen Sie mal, wie kommen Sie eigentlich dazu, sich in meinen Sttandkorb zu setzen?" sagte sie, nur um ihre Verlegenheit zu überwinden. „Das gleiche wollte ich Sie gerade fragen. Sie sehen: zwei Seelen und ein Gedanke." „Ach, das war Ihr Sttandkorb? Dann muß ich mich ja bei Ihnen entschuldigen!" „Die Entschuldigung wirt) nicht angenommen; zur Sttafe müssen Sie nur jetzt beim Abendbrot Gesellschaft leisten." „Eine Sttafe, die ick gern auf mich nehmen würde, wenn nicht ... „Ein jemand auf Sie wartete ..." „3a „Schade — ich möchte Ihnen meine Gesellschaft junge, dieser Peter. Jetzt machte er wieder Quatsch und schraubte seine Stimme tief. „Mach nicht den Affen! Sag lieber, wieviel wir für das Abendbrot anlegen können!" „Ach, ich bin ganz gut bei Kasse —" „Das ist das erstemal, daß ich so etwas von dir höre. Du kannst übrigens kommen, ick bin fertig." Sie wrang ihren Baoeanzua aus und sagte über die Schulter: „Du kannst schon alles zusammen- packen!" Dann blieb sie wie vom Donner gerührt stehen. Ein fremder junger Mann kam hinter dem Strandkorb hervor und begann gehorsam Annis Badetuch zusammenzufalten. „Verzeihung", stammelte das Mädchen in höchster Verwirrung. „Ich habe Sie für meinen Begleiter Peter Renz gehalten .. „Und ich Sie für eine Nixe", lachte der junge Mann, „als Sie weit draußen im grünen Trikot schwammen. Nun sind wir beide enttäuscht, wie?" „Sie sind —" „Angenehm enttäuscht, denn mit einer Nixe könnte ich schwerlich ins Strandhotel gehen —* „Ja — ich bin, ich habe —" stürz- und Kampfstoffsckäden, die durch andere Luft- schutzorganisationen nicyt ausreichend bekämpft werden können, zu beseitigen. Es ist selbstverständlich, daß auch der bestorganisierte Sicherheits- und Hilfsdienst die unmittelbare Wirkung der Luftkampfmittel nicht auszuschalten vermag. Es muß aber verhindert werden, daß durch Luftangriffe entstandene Schäden sich zu Katastrovhen ausdehnen, und hierfür ist der SHD. vorgesehen. Je bester und schneller er arbeitet, um so enger wird der Gefahrenkreis gehalten werden können. Der SHD. hat seine Aufgaben erfüllt, wenn es ihm gelingt, unmittelbar nach einem Luftangriff das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder in Gang zu bringen. Dieser Aufgabe entsprechend ist der SHD. in verschiedene Hauptiparten gegliedert. Die Feuer- lösch, und Entgiftungsabteilung gliedert sich in mehrere Bereitschaften und diese wieder in Lösch- und Entgiftungszüge; ihnen sind Sonderfahrzeuge zugeteilt. Das Personal des Feuer- löschdienstes wird in der Hauptsache von der Feuerschutzpolizei und der Freiwilligen Feuerwehr gestellt. Der Feuerlöschdienst hat die Aufgabe, Hab und Gut aller Volksgenossen vor Feuer zu schützen und die Vernichtung wertvoller Vorräte und Produktionsstätten durch Feuer zu verhindern. Die Aufgabe, die Volksgenossen im Kampf gegen das Feuer zu unterstützen, ist besonders wichtig, da es sich um die Bekämpfung einer fortschreiteickien Ge- „Sie haben entsetzlichen Hunger, ich weiß." „Allerdings!" „Also gehen wir!" Anni blieb ratlos stehen. Der junge Mann Das Ei ist ein höchst empfindliches und leicht ver- derbliches Nahrungsgut. Bei längeren Transportwegen oder notwendiger Lagerung über längere Zeiträume läßt die Güte des Eies nach, und es tonn in einzelnen Fällen vorkommen, daß ttotz der geltenden Güteüberwachungsbestimmungen genuß- untaugliche Eier an den Verbraucher abgegeben werden. Solange das Ei nicht rationiert war, d. h. es im Wege des freien Verkaufs bezogen werden konnte, haben die Hausfrauen selten auf Ersatz von genußuntauglichen Eiern gedrängt. Heute aber, da die Zuteilung von Eiern im einzelnen genau geregelt ist, würde es eine unbillige Härte bedeuten, wenn genußuntaugliche Eier nicht unter gewissen Bedingungen ersetzt würden. Entgegen vielfach geäußerten Meinungen steht einwandfrei fest, daß auf Grund der geltenden Wirtschaftsbestimmungen dem Verbraucher die Eier, die innerhalb eines Dersorgungszeittaumes (Geltungsdauer einer Lebensmittelkarte) auf die einzelnen Abschnitte der Reichseierkarte aufgerufen wurden, die in einwandfreler Beschaffenheit zur Verfügung gestellt werden müssen. Hat also ein Verbraucher genußuntaugliche Eier erhalten, so ist es sein gutes Recht, diese bei seinem Verteiler gegen genußtaugliche umzutauschen. Dieser Umtausch hängt nicht von dem guten Willen des Verteilers ab, ist vielmehr ein anordnungsmäßig festgelegter Anspruch des Verbrauchers! Der Reichsnährstand hat, um die Abgabe von genußuntauglichen Eiern an die Verbraucher zu verhindern, verfügt, daß grundsätzlich alle Vertei- lungsstellen, die Eier an die Verbraucher abgeben, Diele Volksgenossen haben die vom Staat rechtzeitig vorbereiteten und durchgeführten Luft- schutzmahnahmen vor dem Kriege für übertriebene Vorsicht, unnötig oder falsch gehalten. Aber seitdem Luftangriffe auf unser Heimatgebiet erfolgten, man das Donnern der Flakgeschütze hören und die Folgen feindlicher Bombenabwürfe sehen konnte, begann man alle Luftschutzmaßnahmen so recht zu schätzen, die vor Monaten und Jahren in weiser Voraussicht mit großer Sorgfalt bis ins einzelne getroffen wurden. Zu diesen Maßnahmen gehört auch oie Aufstellung und Ausbildung des Sicherheits - und Hilfsdienstes (SHD.), dessen erfolgreicher Einsatz inzwischen mehrfach im Heeresbericht des OKW. erwähnt wurde. Was ist eigentlich der Sicherheits- und Hilfsdienst, wem ist er unterstellt, welches sind seine Ausgaben, und wie hat er sich bewährt? Der SHD. bildet den wichtigsten Bestandteil im Rahmen der Gesamt- organifation des zivilen Luftschutzes; er ist dem Polizeidirektor als dem örtlichen Luftschutzleiter unterstellt. Der Kommandeur der Schutzpolizei ist Führer des SHD. Er wird aufgestellt aus Männern, die sich nicht mehr im wehrpflichtigen Alter befinden oder von der Wehrmacht für diesen Zweck freigegeben werden. Der SHD. hat die Aufgabe, Schäden und Gefahren, die durch einen Luftangriff entstehen, zu beseitigen bzw. zu mindern. Er hat insbesondere Verletzten die erste Hilfe zu gewähren, Brand-, Ein- „Du meinst, so jemand findet man?" „Sicher! Es handelt sich für uns nur darum, bis Stockholm zu kommen. Dieser Ohlsen, dieser faule Kunde, muh Kronen ausspucken! Drei Reklame- plakate für ein albernes Puddingpulver sind noch unbezahlt. Dann fcchren wir in die Schärem und photographieren Seehunde, bis das Geld zu Ende ist; kommen mit Kraft, Gesundheit und Energie ge- laden zurück und erobern Berlin. Du lernst nebenbei schwedische Gymnastik und ich, wie man schwedischen Punsch macht, und wenn Ohlsen nicht zahlt, setzen wir ihn hinter schwedische Gardinen." Anni hob beschwörend die Arme auf: „Um Gottes willen, Peter, höre auf zu quatschen, rede lieber Onkel Franz gütlich xu, damit wir Saßnitz erreichen, ehe irie Schwedenfähre abgeht." „Die Schwedenfähre fährt um zwei Uhr nachts, die würden wir veinah noch zu Fuß erreichen." Anni kroch wieder in den Wagen. „Eigentlich sitzt man ganz bequem darin", sagte sie mit leiser Anerkennung. „Ich prophezeie dir, du wirst dich noch tn Onkel Franz verlieben", rief Peter und fuhr unter gewaltigem Getose ab. 3. Kapitel. Der Wagen benahm sich wirklich äußerst liebenswert. Er erreichte Saßnitz noch bei Anbruch der Dämmerung. Anni verfiel in Entzücken beim Anblick des Meeres, dessen zartes Blau in die Him- melsfärbung überging. „Ich weiß, Anni, du kannst kein Wasser sehen, ohne hineinzusprinaen", sagte Peter, während er am Strand hielt. „Aber ich warne dich, der Abend ist kühl, und ich möchte kein verschnupftes Mädchen nach Schweden verschleppen." Anni überhörte geflissentlich seine Warnung. „Ach, ich bin ganz steif geworden", sagte sie und stieg aus. „Wie schön ist es hier, Peter! Es riecht nach Tang und Muscheln. Früher dachte ich immer, so mühten die Meerfrauen riechen." industtie wichtigen Güter zu befördern. Dieses Ziel kann mit den vorhandenen knappen Wagenbeständen nur erreicht werden, wenn alle Verfrachter und ihre Angestellten die Deutsche Reichsbahn unter- stützen. In den meisten Fällen ist diese Hilfe ohne jede Mehrbelastung möglich. Wenn der Versender den beabsichtigten Güterversand im voraus sorgfältig vorbereitet, dann kann er sogleich nach Bereitstellung des leeren Wagens mit dem sachge- m.ä^en und betriebssicheren Verladen beginnen. Auf diese Weise wird der Stillstand der bereitgestellten Wagen wesentlich verkürzt. Man hat festgestellt, daß em Güterwagen in einem Zeitraum von 300 Tagen an 200 Tagen für Absender und Empfänger zum Be- und Entladen bereitsteht, und daß nur 100 Tage auf die Beförderung durch die Deutsche Reichsbahn entfallen. Auch geringe Beschleunigungen beim Beladen wirken sich also schon bei den Hunderttausenden von umlaufenden Güterwagen dahin aus, daß erheblich mehr Wagen für die Verkehrsbedienung zur Verfügung stehen. Das Deutsche Rote Kreuz im Dienste unserer Soldaten. Das Septemberheft der Zeitschrift „Das Deutsche Rote Kreuz" berichtet in zahlreichen Artikeln, kleinen Skizzen und einer großen Reihe guter Bilder von der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes im Dienste unserer Soldaten. Das lesenswerte Heft bringt einleitend Geleitworte des Reichsaußenmim- sters von Ribbenttop, der Generalfeldmarschälle Keitel und von Brauchitsch sowie des Großadmirals Dr. h. c. Raeder. Sodann findet man die Erzählung einer Kriegsschwester über ihre Tätigkeit, weiterhin Artikel über den vielseitigen Einsatz des DRK. im Westen, den Sanitätseinsatz für die Kämpfer von Narvik und die Arbeit der Sanitäter in vorderster Kampffront bei den vollmoton- fterten Schnellen Truppen und bei der Waffen-ff im Westen. Weitere interessante Beiträge behandeln die Themen „Lebensgestaltung", von dem Deutsch- Schweizer Jakob Schaffner beiaesteuert, „Nachricy- tenhelferinnen ersetzen Soldaten, „Am Steuer des DRK.-Bereitschaftswagens", „Das Rettungswesen der Reichshauptstadt und des DRK." und das „DRK.-Wäschedevot Wetzlar". Für die Leser in Gießen werden Berichte und Bilder über den Einsatz der DRK.-Helferinnen aus dem Kreisbereich Gießen bei der Betreuungsarbeit in Brüssel von be- fonberem Interesse sein. Das beachtenswerte Heft sei der Aufmerksamkeit unserer Leser empfohlen. (Biebener Vochenmarktpreise. ♦ Gießen, 17. Oft. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, bas Stück 6 bis 10, Kartoffeln, % kg 4, 5 kg 40, Wirsing, kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 6, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 18, Unterkohlrabi 5, Erbsen 25, Rosenkohl 18, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 15, Kürbis 7, Feldsalat C/io) 10, Aepfel, % kg 15 bis 30, Dirnen 10 bis 25, Zwei- schen 13, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5 bis 30, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Rpf. verpflichtet find, die Eier vor Abgabe an die Verbraucher zu durchleuchten und auf ihre Güte zu prüfen. Verteiler, die dieser Durchleuchtungspflicht nicht nachkommen, laufen Gefahr, nach dem Lebensmittelgesetz bestraft zu werden. Im übrigen braucht der Verbraucher im Hinblick auf die Ersatzforderung keine Hemmungen zu haben, denn dem Kaufmann entstehen aus der Umtauschoerpflichtung keine Schäden. Er hat seinerseits wieder einen Anspruch gegen seinen Vorlieferanten auf den Ersatz der genuß- untauglichen Eier. Grundsätzlich muß also der Verbraucher miffen, daß er empfangene genußuntaualiche Eier innerhalb des gleichen Versorgungsabschnittes ersetzt bekommt. Der Kleinverteiler ist dabei verpflichtet, bei Beanstandung innerhalb des zweiten Tages nach dem Kauf der Eier kostenlosen Ersatz zu liefern. Wenn man also am Montag Eier kauft und beanstandet genußuntaugliche Eier bis zum darauffolgenden Mittwoch, so Ist der Verteiler zur kostenlosen Nachlieferung einmani)freier Eier verpflichtet. Aber auch bei Beanstandung nach mehr als zwei Tagen sind dem Verbraucher die genußuntauglichen Eier mengenmäßig zu ersetzen, in diesem Falle allerdings gegen erneute Bezahlung. Damit ist die Rechtslage für alle Verbraucher, insbesondere für unsere Hausfrauen, eindeutig klar. Jeder Verbraucher soll die ihm zustehenden Eier in einwandfreiem Zustand erhalten. Die obenerwähnten Vorschriften sorgen dafür, daß innerhalb eines Versorgungszeitraumes jederzeit eine Ersatzlieferung ftattfinoet. Aber nicht nur für die Menscken, auch für die Tiere ist gesorgt. Bei allen Tierschäden, die durch Einwirkung feindlicher Angriffe jeder Art (Bomben, chemische Kampfstoffe, Flaksplitter, Brände, Einstürze usw.) innerhalb des Luftschutzortes entstehen, wird die Tierrettungsstelle eingesetzt. Zur ambulanten und Lazarettbehandlung kommen Pferde, Rinder, Hunde, soweit ihre Erhaltung vom wirtschaftlichen Standpunkt notwendig erscheint; ferner die Zuchttiere der Schafe und Schweine, (getrennte Unterkünfte, Lazaretteinrichtungen und Kraftfahrzeuge stehen jederzeit zur Verfügung einschließlich geschultem Personal aus solcken Zivilberufen, die im Umgang mit Tieren und mit ihrer Pflege verttaut sind. Schutz der Heimat ist die Parole der SHD.» Männer. Auch sie tragen ein graues Ehrenkleid, auch sie bilden einen Teilabschnitt der großen Front dieses totalen Krieges und helfen mit, den Feind niederzuzwingen bis zum endgültigen Sieg. „Nein, aber sicher gehört er einem Menschen, der die gleiche Leidenschaft hat wie ich, als erster Badegast ins Waste zu gehen. Ich hoffe auf sein stillschweigendes Einverständnis." „Unverbesserlich! Ich fahre Onkel Franz zum Zollamt, und wir treffen uns dort, ja?" Anni hörte kaum mehr hin. In großen Sprüngen lief sie über den Sand. Der Strandkorb war leer. Sie sog tief den salzigen Geruch der Wellen ein. Sie hätte am liebsten vor Glück laut hinausg-eschrien. In fliegender Hast zog sie sich aus, sprang in das blasse Blau und kraulte drauflos, als könnte sie geradewegs in den tagmüden Himmel hineinschwim- men. Weit draußen legte sie sich auf den Rücken. Es dämmerte. Die kleine Stadt bekam leuchtende Augen, und ein vereinzelter Stern funkelte auf. Ein Dampfer zog seine glitzernde Lichterkette weit in das Meer hinaus. Anni begann zu frojteln. In ihrer Begeisterung war sie viel zu weit hinausgeschwommen. Sie hatte die Entfernung überschätzt. Mit energischen Stößen schwamm sie zurück. Aha, eine glimmende Zigarette im Strandkorb! Peter, der Treue, hiett Wacht, der gute Junge! Anni fühlte etwas wie Rührung. „Gib mir das Badetuch", schrie sie vom Ufer her, „es ist schrecklich kalt!" Sie sah zwei Hände, die ihr das Badetuch entgegenhielten, wickelte sich hinein, riß die Badekappe von den rotblonden Wuschelhaaren, schüttelte die nassen, halblangen Locken und sagte: „Geh bitte hinter den Sttandkorb, während ich mich anziehe." Sie streifte das hellgrüne Trikot herunter, ftot- tierte die brennende Haut und fragte: „Wohin gehen mir denn essen? Ich muß etwas Warmes trinken, und außerdem habe ich einen Bärenhunger." „Vielleicht ins Sttandhotel", sagte die Stimme. Anita lachte. Er blieb wirklich ewig ein Lause- nicht airfbrängen oder Sie womöglich in Ungelegen- Heiken bringen.“ — Der junge Mann stand in kühl abwartender Haltung vor Anita. Nur seine tiefblauen Augen straften die scheinbare Gleichgültig- kett Lügen. Sie brannten in heimlicher Erwartung. „Auf eine halbe Stunde", sagte sie leise. „Danke", flüsterte der Mann und griff nach ihrer Hand. Ueber dem Meer stieg der Mond empor, groß, rötlich und theatralisch wie in einer Operettendekoration. »Kommen Sie, kleine Seejungfrau, wir wollen auf der Hotelterrasse essen, wenn es Ihnen nicht zu kühl ist." Das Meer schlug leise gegen den Strand. Anita fühlte eine dunkle Verzauberung, die von dem gleichmäßigen Wellengemurmel ausging. Sie liebte Das Meer. Sie fuhr jedes Jahr hin, und wenn sie nachts bei offenem Fenster schlief, läuteten die Glocken von Vineta in ihren Traum Alles erschien ihr so körperlos, so unwirklich an diesem Abend. Der Kellner brachte einen Grog, sie hörte, in die Dämmerung hinausträumend, wie ihr Begleiter ein Gedeck zusammenstellte. Ich schlafe vielleicht, dachte Anita; gleich werde ich in meiner grauen Großstadtsttaße aufwachen und auf die Tanzprobe rennen. „So, mein kleines Fräulein! Man kann nicht nur von Romantik leben: lasten Sie den Grog nicht kalt werden. Zigarette?" „Danke, ja!" „Aber ich habe mich noch nicht vorgestellt, und da wir jetzt zu den realeren Dingen übergehen, ist es höchste Zeit, daß Sie wissen, mit wem Sie zu Nacht essen. Mein Name ist Erik Schmitterlöf, Leutnant bei der königl. schwedischen Marine, vorübergehend zu einer Torpedobootflottille abkommandiert, die augenblicklich Saßnitz einen Besuch abstat-- tet Heute haben wir alle Landurlaub. So , er lachte, und fein Gesicht strahlte vor Jugend und Freude; „nun wissen Sie, wem Sie die halbe Stunde, die leider schon fast zur Hälfte vorbei kst, geschenkt haben, und jetzt müssen Sie mir sagen, wer Sie sind!" „Muß ich das?" Anita lächette. „Ich bin doch eine Meerjungfrau und darf meinen Namen nicht nennen; sonst ist es mit meiner Zauberkraft vorbei." Dabei sah sie ihn so kokett an, daß er laut lachen mußte. (Fortsetzung folgt.) ** Kriegsauszeichnung. Der (Befreite Karl Zulauf aus Gießen, Wernerwall 18, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Vor seinem Eintritt in die Wehrmacht war Karl Zulauf Gefolgschaftsführer in der HI. und langjähriger Geldverwalter der Gefolgschaft 2/116. *♦ Eine Achtzigjährige. Am morgigen Freitag, 18.Oktober, begeht Frau Elise Kühn, Bruchstraße 5, in geistiger und körverlicher Frische ihren 80. Geburtstag. Frau Kühn, die aus Singel- bad) (Kreis Ziegenhain) stammt, wohnt seit ihrem 14 Lebensjahre in Gießen. Besonders bei der älteren Generation ist sie eine stadtbekannte Persönlich- feit geworden, die sich in ihrer Nachbarschaft und in ihrem großen Bekanntenkreise wegen ihrer steten Hllfsbereitschaft und Einsatzfteudigkeit sowie wegen ihres freundlichen Wesens allgemein großer.Wertschätzung erfreut. Frau Kühn gehört zu den wenigen Frauen, die der NSDAP, und ihrem Führer bei den Wahlen schon von Anfang an die Stimme gaben. Seit 36 Jahren wohnt sie in dem Hause Bruchstraße 5 in bester Harmonie mit ihrer Haus- gernemschaft. Der Jubilarin gilt auch unser herzlicher Glückwunsch zum 80. Geburtstage und für einen schönen Lebensabend. Aus der engeren Heimat. Schuh der Heuernte vor Brand. Der deutschen Landwirtschaft entsteht durch Uebergärung und Selbstentzündung von Heu jedes Jahr ein Schaden von über 20 Millionen Reichsmark. Jedem Bauer und Landwirt ist bekannt, daß eingelagertes Heu eine Gärung durchmacht und der Heuftock sich hierbei erwärmt. Jeder Bauer und Landwirt weiß aber auch, daß die (Erwärmena des eingebrachten Heues sich bis zur Selbstentzündung steigern kann. Es ist daher seine Pflicht, den Heustock zu bewahren. Sichere Merkmale einer gefährlichen Erwärmung des Heues sind säuerlicher, brenzlicher oder stechend brandiger Geruch, Dampf- oder Rauchbildung, muldenartiges Einsinken des Heues an der Oberfläche, feuchte, verklebte Oberflächenschichten oder Verfärben des Heues. Macht der Besitzer derartige Wahrnehmungen, bann fyat er sofort die Feuerwehr des Ortes zu verständigen, die eine Messung des Heustockes mit einer Heustocksonde vornimmt. Droht Gefahr der Selbstentzündung, dann wird die Feuerwehr unter den erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen den Heustock abtragen. Besonders gefährlich sind die ersten vier Wochen nach der Einbringung des Heues. Durch zahlreiche Brandfälle ist jedoch einwandfrei erwiesen, daß Heustöcke sich auch noch etwa vier Monate nach der Einbringung des Heues selbst entzünden können. Unterläßt es der Bauer, den Heustock in dieser kritischen Zeit zu überwachen und bei der Wahrnehmung von verdächtigen Anzeichen die Feuerwehr zu rufen, so macht er sich der fahrlässigen Brandstiftung schuldig und sieht schwerer Bestrafung entgegen. _________________ fahr handelt, die mit großer Geschwindigkeit ein immer größeres Ausmaß annimmt. Fast jeder Wehrmachtbericht über Luftangriffe auf London oder andere kriegswichtige Ziele meldet „große Brände". Der Feuerlöschdienst hat bisher alle entstandenen Brände mit Erfolg bekämpft. Auch außerhalb der Stadtgebiete hat er ein gegriffen, um Volksoermögen vor der Vernichtung durch Feuer zu retten. Auch für den Fall, daß der Gegner Kampfstoffe anwenden sollte, ist vorgesorgt. Vom Entgiftungsdienst wurden alle Vorbereitungen getroffen, um auch der Gefahr durch chemische Kampfstoffe wirksam entgegentreten zu können. Eine besondere Stellung im Rahmen des SHD. nimmt der Instandsetzungsdienst ein. Die Stamm-Mannschaft ist aus der Technischen Nothilfe hervorgegangen. Seine Aufgaben sind vorwiegend technischer Art, wie beispielsweise das Freilegen von verschütteten Schutzräumen, Beseitigung von Bautrümmern und Schuttmassen, Ueber- brücfung von zerstörten Straßenzügen, sowie Be» helfsbrückenbau. Die Sprengung bzw. Beseitigung von Blindgängern feindlicher Fliegerbomben wirb von einem eigens dazu ausgebildeten Sprengkom- manbo ausgeführt. Der ebenfalls in langer Friebensarbeit vorbereitete und durchgeführte Aufbau des Luftschutzsanitätsbien st es erhielt durch den Aufruf des zivilen Luftschutzes einen neuen und nunmehr ernstfallmäßigen Antrieb. Es zeigte sich bald, daß die immer wieder in Verbindung mit dem Deutschen Roten Kreuz betriebene Ausbildung des Sanitätspersonals und die Organisation der Einheiten ihre Früchte ttug. Um sofortige und umfassende Hilfe bei Fliegerangriffen zu gewährleisten, sind Luftschutzrettunasstellen und motorisierte Sanitäts- Zum großen Erfolg! Der Gauobmann zur Reichsstraßensarnmlung. NSG. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Gauamtsteiter Becker, richtet an die Schaffenden des Gaues Hessen-Nassau folgenden Appell: Wieder sind alle Schaffenden zu einer Reichsstra- fzenfaw.mlung für das kriegswinterhilfswerk ange- treten. Die Heimat konnte auch auf dem Gebiet des Dinterhilfswerkes Erfolg neben Erfolg stellen, würdig den gewaltigen Ereignissen, die das erste Kriegsjahr brachte. Denn nun erneut an uns der Ruf ergeht, bei der Reichsftratzenfammlung am Samstag und Sonntag, die die Deutsche Arbeitsfront durchführt, unsere Pflicht zu erfüllen, dann erwarte ich von allen Betriebsführern, Betriebsobmännern, Der- trauensratsmitgliedern und Werkscharmännern, daß sie unter vollem Einsatz auch diese Sammelaktion, die unter der alten Parole „Schaffende sammeln — Schaffende geben“ steht, zu großem Erfolg führen! Gastspiel des Stadttheaters Gießen in Alsfeld. A Alsfeld, 16. Oft Im Rahmen des Winter - programms der Kulturgemeinschaft Alsfeld der NSG. „Kraft durch Freude" wurde die diesjährige Veranstattungsreihe mit einem G a st spiel des Stadttheaters Gießen eröffnet, das die bekannte Lehärfche Operette „Paganini" zur Aufführung brachte. Es war ein sehr erfreulicher Auftakt für das Winterprogramm. Die Leistungen der Gießener Künstler und Künstlerinnen fanden verdienten, oft stürmischen Beifall. Die Aufführung hinterließ den besten Gesamteindruck. Der Abend war ein voller Erfolg für das Gießener Stadttheater. Das Haus war bis auf den letzten Platz besetzt. Im Januar wird als weiteres Gastspiel im Rahmen des Winterprogramms die Zellersche Operette „Der Vogelhändler" durch ^die Gießener Künstler zur Aufführung gelangen. Es ist sehr erfreulich, daß die jahrelang bestandenen Gastspiele des Stadttheaters Gießen in Alsfeld, das schon unter der Leitung von Hofrat Steingötter im Winter hier regelmäßig gastierte, hoffentlich nun für dauernd wieder ausgenommen worden find. Gallusmarkt in Grünberg. "+ Grünberg, 16. Okt. Bei günstigem Wetter nahm der erste Tag des Gallusmarktes einen guten Verlauf. Schon der Morgen brachte zum Vieh- und Schweinemarkt zahlreichen Verkehr, aber auch später war der Besuch wider Erwarten gut. Besonders die gegen Mittag einlaufenden Züge brachten starken Zustrom. An Stelle des sonst viel benutzten Autos trat dieses Jahr das Fahrrad wieder mehr in den Vordergrund, namentlich die Jugend der Umgegend kam kolonnenweise mit Fahrrädern an. Die Besetzung der Juxplatzes war verhältnismäßig stark und übte wieder die alte Anziehungskraft auf die Jugend aus. (Heber den Verlauf des Schweinemarktes haben wir gestern schon berichtet.) Auch der Krämermarkt wartete mit rund 60 Ständen auf, annähernd die Hälfte wie sonst. Der Verkauf war recht rege. So zeigte der Markt auf der Käswiese bis zum Einbruch der Dunkelheit das alljährlich gewohnte Bild. Dazwischen flutete der Verkehr zwischen Markt und Stadt hin und her. Die Geschäfte, Wirtschaften und Bäckereien hatten reichlich Zuspruch, und hier mußten alle Hände mithelfen, um alle Ansprüche zu befriedigen. Eine besondere Rote erhielt aber der diesjährige Gallusmarkt durch die „Bunten Großveranstaltun- Lebensmrttelkarten-Llmiauschn«rseltennoiwendig Wenn sich bisher schon vor Antritt einer kleineren Reise oder Wanderung der Umtausch der Lebensmittelkarten in Reise- und Gaststättenmarken durch die Unterteilung der Normalkarten in kleine Eistzelabscdnitte erübrigte, so wird dieser Umtausch in Zukunft auch bei längeren Reisen nur noch in seltenen Fällen notwendig werden. Alle Lebensmittelkarten, die der Normalverbraucher erhält, sind bekanntlich Reichskarten und haben im ganzen Reichsgebiet Gültigkeit. Jede deutsche Gaststätte und jedes deutsche Hotel nimmt die nicht bestellscheingebundenen Abschnitte der Lebensmittelkarten entgegen. Die Freizügigkeit der Lebensmittelkarten wird nunmehr mit Beginn der neuen Versorgungszeit (21. Oktober) noch wesentlich vergrößert, und damit wird der Kartenumtausch erheblich eingeschränkt werden können. Bei der F l e i s ch k a r t e fällt nämlich die Bindung der -linken Kartenabschnitte an den Bestellschein' für den Verzehr in Gäststätten und Hotels weg. Damit ist ein Umtausch der Fleischkarte in Reichsmark en nicht mehr notwendig. Die bisher auf je 100 Gramm lautenden Einzelabschnitte der linken Seite der Fleischkarte sind durchweg in Weltanschauung und Wohlfahrt. Die Aufgaben der NG.-Dolkswohlfahrt. NSG. Was jahrhundertelang in Staaten und Gemeinden an Fürsorgearbeit betrieben wurde, ging über eine mehr oder weniger erweiterte Armenpflege nicht hinaus. Erst dem Nationalsozialismus war es Vorbehalten, die Wohlfahrtspflege als eine schon vorbauende und vorbeugende Maßnahme zu erkennen und ihr die alle Gebiete des sozialen Lebens umfassende Vielseitigkeit zu geben. Es hätte deshalb auch keinen Sinn gehabt, die vorhandenen Fürsorgeeinrichtungen zu übernehmen und sie mit nationalsozialistischem Geiste zu erfüllen, denn dazu war vorher zu wenig auf das organische Ganze geachtet gewesen und ein jeder hatte lediglich versucht, für seine weltanschaulich gebundene Organisation ein Privileg zu erringen. Es ist aus diesem Grunde notwendig gewesen, eine Einrichtung zu schassen, die auf der Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung für das ganze Volk arbeitet. Es kann keine Wohlfahrtspflege als Selbstzweck geben. Ihre Aufgabe ist es vielmehr, im Dienste des Staates zum Wohle des gesamten Volkes zu stehen. Die NSV. lehnt es ab, ihre Arbeit aus Mitleid zu hin. Aber ihre Arbeit muß den Menschen, der von ihr betreut wird, stark machen. Wohlfahrtsarbeit ist in erster Linie Erweckung des Selbstbehauptungswillens. Gerade deshalb hat auch der Führer die Weiterführung des Winterhilfswerkes gewünscht, obschon es in Deutschland keine Not mehr gibt, für deren Beseitigung solche Anstrengungen gemacht werden müßten. Es ist ein Erziehungs- werk, durch das jeder veranlaßt wird, nicht nur fein eigenes Leben zu sehen, sondern das Leben der I gen" der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in der Turnhalle. Während die Nachmittagsveranstaltung schwöchren Besuch aufwies, war der Zudrang zur Abendveranstaltung derartig stark, daß die geräumige Halle bis auf den letzten Platz besetzt war; viele mußten umkehren, da kein Platz mehr vorhanden war. Die Veranstaltung war für Grünberg ein großes Ereignis: das besagen schon die Namen der mitwirkenden Künstler und Künstlerinnen. Es waren dies: Charlotte Schütze vom Deutschen Theater in Wiesbaden als Soubrette, das Ballett Wilius Senzer, Mainz, die fünf Sorgenbrecher, Harry Grüneke vom Stadttheater Gießen als Ansager, der vielseitige Musikclown Kemp-Ar- 50-Gramm-Abschnitte aufgeteilt worden und können in jeder Gaststätte abgegeben werden. Im übrigen sind die R e i ch s f e t t k a r t e n , die auf je 5 oder 10 Gramm lautenden Kleinabschnitte, sowie bei der R e i ch s b r o t k a r t e A und B die auf je 50 bzw. 10 Gramm lautenden Kleinabschnitte für die meisten Reisen völlig ausreichend und machen deshalb den Umtausch in Rei.semarken entbehrlich. Bei der Nährmittelkarts können die auf je 25 Gramm lautenden Abschnitte an Stelle von Reisemarken in den Gaststätten abgegeben werden. Vor Antritt einer Reise muß allerdings die Nährmittelkarte, um sie als Reichskarte überall verwenden zu können, durch das zuständige Ernährungsamt abgestempelt werden. Der Erhöhung der Freizügigkeit der Reichsfleischkarte läßt daher, ganz allgemein gesehen, den Umtausch von Lebensmittelkarten in Reisemarken in Zukunft auf einige wenige wohlbegründete Fälle beschränken. Unnötiges Warten an den Schaltkrn des Ernährungsamtes, wie es bisher an den Haupt- umtauschtagen bei Beginn einer neuen Versorgungszeit oft unvermeidlich war, wird dadurch vielen Volksgenossen erspart bleiben. Gesamtheit. Dieser Erziehungsauftrag ist politisch außerordentlich bedeutsam. An der Bereitwilligkeit zur Mitarbeit am Leben der Gesamtheit wird zu einem Teil das Verständnis des Einzelnen für die Maßnahmen der Partei ermessen. Aus der gemeinsamen Verpflichtung erwächst der bevölkerungspolitische Auftrag der NSV., der sich im Hilfswerk „M u 11 er und Kind" wiederspiegelt, das in 1265 Hilfsstellen den Müttern des Gaues Hessen-Nassau Rat und Beistand gewährt. Mehrere Mütter- und Kinderheime sind als Zeugen einer zur Tat gewordenen Volksgemeinschaft entstanden. 125 mit NS.-Schwestern besetzte Gemeindestationen sind im Dienste der Volksgesundheit tätig. 658 NSV.-Dauer-, Ernte- und Hilfskindergärten stehen für die Betreuung unserer vorschulpflichtigen Kinder im Gau Hessen-Nassau zur Verfügung. lieber 50 000 ehrenamtliche Helfer der NSV. haben in unserem Gau große politische Aufgaben zu erfüllen. Ohne diese ehrenamtliche Mitarbeit wären die gewaltigen Aufgaben nicht zu löfen Jeder Helfer wird deshalb das Bewußtsein, praktisch mitarbeiten zu dürfen, als eine besondere Genugtuung empfinden. Es müssen daher immer wieder neue Menschen an die NSV.-Arbeit herangeführt werden, um sie nach ihren Anlagen und ihrer Begabung teilnehmen zu lassen an der Wandlung zur neuen weltanschaulichen Gestaltung. Es ist eine Sendung der NS.-Volkswohlsahrt, auf dem Gebiete der sogenannten freien Wohlfahrtspflege besonders diejenigen Ausgaben vorwärts zu treiben, deren Erfüllung einer völkischen Pflicht entspricht. noldi, der jugendliche Akkordeonsolist Ernst Form- halms, die drei Elanos, Exzentriker und das Salonorchester einer Panzereinheit unter Leitung von Kapellmeister Graf. Stürmischer Beifall wurde den hervorragenden Darbietungen der Künstler zuteil. Der NSG. „Kraft hurch Freude" gebührt für diese großartige Veranstaltung besonderer Dank. Landkreis Gießen. —Watzenborn-Steinberg, 16. Okt. Der seit Kriegsbegjnn zur Wehrmacht einberufene Weißbinder Karl Kolmer von hier wurde zum Unteroffizier befördert und für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Westen mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Auf Grund frefa williger Meldung gehörte er bereits 1935/36 ein! Jahr der Wehrmacht an und. nahm auch an dem Einmarsch in das Sudetenland teil. # Mainzlar, 16. Oktober. Der Gefreite Willi Kirdorf von hier wurde am 1. Oktober zum Unteroffizier befördert. — Am Sonntag begann auf dem hiesigen Schießstand das öffentliche Preis* schießen zugunsten des Kriegs-WHW. Der Besuch war sehr rege, ein Zeichen dafür, welch großer Beliebtheit sich das Kleinkaliberschießen bet alt und jung erfreut. Das Schießen wird am kommenden Sonntag fortgesetzt. Kreis Alsfeld. * Burg-Gemünden, 17. Oki. Hier wurds der 17 Jahre alte Karl Otto Stein von einem Bulldogg angefahren und leider schwer verletzt. Der Bedauernswerte erlitt einen Schädelbasisbruch und eine Gehirnerschütterung. Das Rote Kreuz mußte ihn nach - Gießen in die Chirurgische Klinik einliefern. Kreis Wehlar. * Hörnsheim, 17. Okt. Der 18 Jahre alte Spengler Richard Glaum von hier stürzte bei Bauarbeiten so unglücklich ab, daß er einen Schä« delbasisbruch und einen Unterarmbruch davontrug. Der bedauernswerte junge Mann mußte nach Gie« ßen in die Chirurgische Klinik verbracht werden. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Okt. (Vorbericht.) Es kosteten: Ochsen 37 bis 46,50 RM., Bullen 35 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 34 bis 59, Hämmel 34 bis 51, Schafe 12 bis 44, Schweine 50 bis 58 RM. Marktverlauf; Alles zugeleilt. Dorsicht vor Kohlenoxydvergistungen. Die bevorstehende Winterzeit hat dem Reichs- arbeitsminister Veranlassung gegeben, vor ungeeigneter Beheizung der Arbeits- und Aufenthalts« räume, der Aborte und der Einstellräume von Kraftwagen zu warnen. Bei jeder Verbrennung von Kohlen, Leuchtgas und Motortreibstoffen kann Kohlenoxyd in gesundheitschädlicher, ja selbst tödlicher Menge entstehen. Es ist deshalb gefährlich und unzulässig, geschlossene Räume mit offenem Kohlenfeuer ohne Abzug der Verbrennungsgase zu heizen. Auch sogenannte G l ü h st e i n e aus Kühler- und Autoheizungen dürfen zum Beheizen geschlossener Räume nicht benutzt werden. Ihre miß« bräuchliche Benutzung hat in vergangenen Wintern mehrfach tödliche Unfälle verursacht. Besonders gewarnt werden muß vor der Beheizung der Garagen durch die M o t o r a b g a f e. Das Laufenlassen des Motors in geschlossenen Einstellräumen für Kraftwagen ist lebensgefährlich und deshalb unbedingt verboten. Zwiebeln im Zopf - lustig und trocken. Auf dem Lande hat sich vielfach eine altbewährte Art des Ausbewahrens von Zwiebeln erhalten. Sie ist praktisch und wertvoll, so daß sie — besonders für die Aufbewahrung von kleineren Mengen — allgemein empfohlen werden kann. Die Zwiebeln werden nach diesem Verfahren nach der Ernte und nach dem Abtrocknen nicht wie sonst üblich abgedreht: das lange Kraut wird vielmehr zusammen- geslochten, so daß die Zwiebeln einen Zopf bilden. Diese Arbeit ist kaum größer als das Abdrehen jeder einzelnen Zwiebel, also das Entfernen des Krautes. Wenn die Zwiebelköpfe nicht zu groß und schwer sind — ein Gewicht von mehr als einem Kilogramm ist uiworteilhast — lassen sie sich bequem in einem frostsicheren Raum an einer Schnur nebeneinander aufhangen. Sie nehmen so keinen Platz im Vorratsraum in Anspruch Und können an der Lust gut nachtrocknen, so daß Verluste durch Fäulnis ausgeschlossen find. Außerdem sind die Zwiebeln bei dieser Aufbewahrungsart immer zur Hand. Je nach Bedarf kann der Zwiebelzopf ganz oder teilweise ab genommen werden. ROMAN VON MARIA von KIRCHBACH ftn der letzten Minute vor seinem Tod war es dem Professor Arturo Landi, als stehe er auf dem Pu Khao Tong, dem Goldenen Berg. Unter ihm breitete sich Bangkok, die königliche Stadt, mit" ihren hundert Tempeltürmen, deren märchenhafte Pracht in der Sonne aufglühte. In den trägen Fluten des Menam spiegelte sich die flammende Keramik des Wat Arun, des Tempels der Morgenröte, dessen Gold, Blau, Kupferbraun und Rosenrot im Wasser zu tausend bunten Scherben zerbrochen schien, wenn die Rüder eines vorbeigleitenden Bootes die Fluten zerteilten. Der Wind spielte in Den Aesten der Baume um den Grabbau Buddhas. Eine Prozession zog heran. Die Menschen in ihren gelben und blauen Gewändern wirkten wie Schemen, ungeheure Pilzhüte verdeckten ihre Gesichter. Arturo Landi fühlte heiße Freude, daß es ihm doch gelungen war, allen Hindernissen zum Trotz, nach unendlichen Leiden herzukommen. Run tauchte die Spitze des Zuges aus den Bäumen auf, nun drängte auch die Masse der Pilger in den Klosterhof. Er faßte Elmas Hand, um nicht von ihr getrennt zu werben. Durch die Seide ihrer Bluse fühhte er ihre zarte Haut. Er hätte ihr etwas sagen wollen, aber es schien ihm, fein Herz werde eher zerspringen, als daß er Worte finden könne. Und wäbrenddessen warf sie der mächtige Pilgerstrom, daß sie wie ein Ball auf den Wogen tanzten. Ihm war, als ob Elma seufzte. „3d) kann nicht mehr atmen", sagte sie. „Sie zerdrücken mir die Brust." Jetzt waren aller Augen auf ihn gerichtet. „Sie wollen uns toten", schrie Elma auf. Er stand flach gegen die Mauer gepreßt, daß die roh behauenen Steine ihm in den Rücken dran, gen. Elma war unter den Füßen der Pilger verschwunden. Aber er konnte sich weder bücken noch schreien. Er konnte auch nicht mehr atmen. Sein Herz schwang wie eine Glocke gegen feine Rippen. Plötzlich fühlte er, wie seine Wirbel» äule brach. Nun bin ich tot, dachte er. Er pürte einen Schmerz, der wie ein Lanzenstich einen Körper durchstieß. Sein Kopf fiel aus eine Brust, Finsternis umgab feine Augen. Elma Landi beugte sich über den Toten. Sein Gesicht, durck) Jahre des Leidens abgezehrt, glich einem aus Wachs gebosselten Bildnis. Der Mund war halb offen, die Nase mit den feinen Flügeln ragte zwischen den dichten Bogen der Brauen. Die Augen waren van bleifarbenen Schatten umgeben, zwischen den dunklen Wimpern hervor gläyzie die erstorbene Pupille. Aus der Stirn standen feine Schweißtropfen. Er war stumm hinübergegangen. Hatte er ge» litten? Hatte irgendein Traum ihn noch beunruhigt? Sie neigte sich und durchforschte dieses tote Desicht. Die Augen gaben keine Antwort. Aber der Mund, der so ausdrucksvoll in Zärtlichkeit und Spott gewesen war, sprach noch. Er sagte ihr: Ich war müde. Ich bin gern schlafen gegangen. Nur die hochgezogenen Augenbrauen schienen abweisend in Verwunderung. Sie richtete sich auf und atmete tief. Sie hatte gedacht, daß der Tod sie erschüttern werde. Aber nun stand sie erstarrt, ohne jedes Gefühl. Sie konnte nicht umhin, über sich selbst zu staunen. Sie ging mit wankenden Knien zum Fenster und schob die Vorhänge beiseite. Did Helle der ersten Frühe mischte sich mit dem Schein der Nachtlampe, die unter einem mattgrünen Schirm brannte. Sie öffnete das Fenster, um die er- stickende Luft des Krankenzimmers hinauszu- lassen. Sie stand und füllte die Lungen mit dem jäh eindringenden Hauch des Morgens, daß ihr schwindelte und sie sich am Vorhang festhalten mußte. Dann wandte sie sich wieder um. Sie löschte die Lampe, sie schloß den noch cmfgeschlagenen Grammophonkasten und ordnete mechanisch die Gegenstände auf dem Arzneitisch. Das Glas, aus dem der Tote getrunken hatte, war leer. Aber auf der Platte lag noch eines der Röhr» chen, aus denen eine hastige Hand die Tabletten herausgerissen hatte. Sie ergriff die Röhr- chen. Eines zersplitterte an dem buntgefleckten Terrazzogestein des Bodens. Das andere fchleu» derte sie hinaus in den Garten, irgendwohin, ohne Vernunft, ohne Bewußtsein. Eine sanfte Glut färbte schon den Himmel. Der ganze Garten erschauerte im Frühwind. Sechs schlug die Turmuhr. Das Weiß des Kies» gerölls auf den Wegen und das dunkle Grün des Buchfes und der immergrünen Sträucher wirkten kalt und traurig. Auf einmal spürte Elma, daß sie vom Kopf bis zu den Füßen erzitterte, daß Schweiß aus allen Poren brach und ihre Haut überströmte. Es war ihr, als wache sie aus einem Traume auf und begreife erst jetzt, was sich zugetragen hatte. Sie trat nochmals an das Bett, auf dem der Tote lag. Die Mundwinkel hatten sich gesenkt, die Brauen ihre Spannung verloren. Sie drückte die Augen zu. Sie nahm eine der schlaff auf der Decke liegenden Hände und küßte sie. Sie legte die Hand zurück. Dann ging sie durch das Schreibzimmer auf Den Flur hinaus. Sie ergriff den Hörer des Telefons. Auf der anderen Seite meldete sich eine schläfrige Stimme: „Doktor Ricordi." „Hier spricht Elma Landi. Mein Mann ist soeben gestorben. Ich bitte, kommen Sie." Sie wartete im Schreibzimmer, bis das Schrillen einer Glocke ihr den Arzt ankündigte. Niemand war in der kleinen Villa als sie; der Gärtner und Pförtner und feine Frau waren einer Erbschaftssache wegen nach Ostia verreist. Sie schritt zur Tür und ließ Ricordi ein, wie noch zuletzt vor zwei Wochen. Der Arzt, schmächtig und streng, folgte Elma in das Schlafzimmer. Inzwischen war die Sonne voll aufgegangen. Dr. Ricordi untersuchte den Entseelten mit einiger Umständlichkeit. Er streckte die Hand nach dem Glas aus. Scharf blickte er Elma an. „Wollen Sie mir nicht sagen, Signora, wie das geschehen konnte?" Er räusperte sich und wartete. „Ich weiß es nicht", sagte die Frau mit leiser, belegter Stimme. „Sie wissen nicht, Signora?" „Mein Mann hat heute nacht, als ich nicht bei ihm war, eine Ueberdosis feines Schlaf mit» tels genommen. Er hatte mir verboten, Sie wieder zu rufen. Seit vorgestern litt er an krampfartigen Anfällen, die ibn fast verrückt machten» Sein Leben war, bedenken Sie, eine Kette von Qualen, deren Ende nicht abzusehen wär. Nuss ist er von diesen Qualen erlöst." Der Arzt zuckte mißbilligend die Achseln. „Professor Landi war so matt, daß er sich kaum M bewegen vermochte. Es überrascht mich, daß er ohne Hilfe zu solchem Handeln fähig war." Slma Landi schwieg. Die Blicke des Arztes wanderten. Dieses Schweigen war, er zweifelte nicht mehr daran, ein Verhehlen. Er wollte die Frau fragen, wo die Hülfen der Schlaftabletten feien. Da trat fein Fuß auf Die eine, die zerschellt war und zwischen den Marmorstückchen des Bodens glitzerte. Das Bild des Kranken» Zimmers war in Eile verändert worden, so viel schien sicher. „Ich werde", sagte er, „die Polizei benachrichtigen müssen. Bitte bleiben Sie inzwischen nebenan." Er ergriff seine Inftrumententasche und ging aus den Flur. Kein Laut drang zu Elma Landi. Ihre Stirn brannte, in ihren Augenhöhlen bohrte ein Schmerz, aber dann wurde ihr kalt vor Ekel. Sie sprang auf und lief durch ihr Schlafzimmer in Den Baderaum. Sie mußte erbrechen. Nachher war ihr leichter. Sie ging wieder in das Schreibzimmer. Jetzt waren wohl die Polizeibeamten da. Sie lehnte den Kopf in die Hände. Der Polizeikommissar fand sie schlafend und mußte sie wecken. Ihr Gesicht war erschöpft, bleich und sehr jung. Sie sah nicht aus wie ein Mensch, der einen anderen mit Vorbedacht töten konnte. Nichtsdestoweniger hatten Die Beamten festgestellt, daß hier Spuren verwischt worden waren. Drei, vier Schritte vorn Fenster hatte der Detektiv, der den Kommissar begleitete, im Gras die leeren Glasröhrchen entdeckt. Der Kommissar rüttelte Frau Landi am Arm. „Signora!" Sie war sofort wieder wach Ihr Gesicht wurde verkrampft und sah älter aus. Die Lider der ein wenig schief stehenden Augen flatterten. „Ich habe viele Nächte nicht geschlafen", entschuldigte sie sich. „Es tut mir sehr leid, Signora", sagte Der Kommissar. „Ich muß Sie bitten, mit mir zu kommen." Fortsetzung im neusten Heft der Berliner Illustrirten