Samstag, 1?. I Somtag, 18. August 1940 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat imBi" Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Anzetgen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreit« Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr 2251 vruck und Verlag: Postscheck 11686^rankf?M. vrühlsche UniverfitStrdruckerei 8. Qmge General-Anzeiger für Oberhessen 54 6ie6en,9Sd)Ml#ra6e7-9 Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Ättchterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 190.Jahrgang Nr. 194 D Samstag, 17.,8< Siebener Anzeiger Deutsche Lustgeschwader über London. Croydon, der' Flughafen der britischen Hauptstadt, erfolgreich mit Bomben belegt. - Stockholm, 17. August. (Europapreß.) Zum ersten Male feit Beginn des Krieges haben deutsche Bombenflugzeuge in den Abendstunden des Donnerstags den großen und in der ganzen Welt bekannten englischen Flughafen C r o y d o n mit Bomben belegt. Croydon ist das englische Tempelhof und liegt etwa 25 Autobusmrnuten vom Zentrum Londons entfernt. Auf dem Wege nach Croydon überflogen die deutschen Maschinen die englische Hauptstadt, lieber Groß-London wurde daher erneut Fliegeralarm gegeben. Acht Millionen Menschen mußten Unterschlupf in den Luftschutzkellern oder den Schutz- unterständen suchen. In kurzer Zeit hatte sich, wie selbst der englische Nachrichtendienst bestättgen muß, ein schweres Luftgefecht über Croydon entwickelt. Es wird erklärt, dreißig deutsche und englische Maschinen seien in den Kampf verwickelt gewesen. Trotz der heftigen Luft- und Bodenabwehr der Engländer gelang es den Deutschen, Bomben auf das Flugfeld zu werfen. Der genaue Schaden wird naturgemäß von englischer Seite nicht bekanntgegeben. Das Bombardement hat jedoch in London und in ganz Süd-England beträchtliches Aufsehen erregt, da die deutsche Luftwaffe bisher nochniesonahe andie englische Hauptstadt herangekommen war, um militärische Ope- rationen durchzuführen. Deutsche Flugzeuge waren zwar schon öfter über London gesehen worden, aber immer hatten sie davon Abstand genommen, militärische Ziele im Bannkreis der Hauptstadt anzu- greifen. Der Londoner Berichterstatter von „Nya Dag- light Allehanda" berichtet, daß der Brand in Croydon sehr groß gewesen sein müsse, denn man habe gewaltige Rauchwolken vom Stadtinneren Londons her beobachten können. Auch das englische Parlament habe sich beim ersten Alarmsignal in den Luftschutzkeller des Unterhauses begeben. Die Verdunkelung sei auffallenderweise am Donnerstagabend viel sorgfältiger als früher durch- geführt worden. Die Autobusse Londons hätten zum größten Teil die schwache Beleuchtung im Innern des Wagens völlig ausgeschaltet. Am Freitagabend war man in Croydon noch damit beschäftig, die Trümmer wegzuräumen, die von dem Bombardement des Flughafens Zeugnis ablegten. Es wird befürchtet, daß sich unter den Trümmern noch Tote und Verwundete befinden. Nun erklärt man auch an amtlichen Stellen, daß die Zahl der Opfer des Bombardements sowohl in Croydon als auch an anderen Stellen des Landes großer gewesen sein muß, als man zuerst angenommen hatte. Nach den Darstellungen, die im englischen Rundfunk veröffentlicht wurden, muß man mit mindestens 45 Toten und etwa 80 bis 100 Verletzten rechnen. Das Nachrichtenprogramm des Londoner Senders wurde in den Nachmittagsstunden des Freitag in der Zeit von 18.06 bis 18.11 Uhr MEZ. u n • terbrochen. Es trat eine Storung ein, von der man vermutet, daß sie auf deutsche Fliegertätigkeit zrMckzuführen sei. Im Gegensatz zu den bisherigen Feststellungen gab der Londoner Rundfunk keine Erklärungen für die immerhin beträchtliche Storung in seinem Sendeprogramm, was die Vermutungen bestärkt. Reuter in allen Röten. 13on unserer Berliner Schriftleiiung. Am 15. August wurde mit 143 feindlichen Flug- zeugverlusten und 21 vernichteten Sperrballonen die bisher höchste Abschußziffer im Luftkrieg gegen England erreicht. Aber noch eine andere Tatsache zeichnete diesen Tag aus, denn zum erstenmal erschienen in den Abendstunden deutsche Kampf- und Jagdgeschwader in wohlgeordneten Verbänden über dem Londoner Häusermeer, ohne daß diese drohende Luftparade angesichts der fremden Hauptstadt durch die feinliche Gegenwehr ernstlich hätte behindert werden können. Freilich diente diese Demonstratton der deutschen Luftmacht nicht •nur dem Zweck, den acht Millionen Bewohnern Groß-Londons ein militärisches Schauspiel zu bieten, sondern hatte vor allem die Aufgabe, die in der Umgebung Londons gelegenen Flugplätze und sonstigen kriegswichttgen Objekte mit Bomben zu beglücken. Dies Werk der Vernichtung hat die deutsche Luftwaffe denn auch wiederum so gründlich besorgt, daß es den plutokratischen Schreiern am englischen Rundfunk zunächst die Rede verschlug. Auch den englischen Zeitungen wurde es ftritt untersagt, über den deutschen Luftangriff auf den weltbekannten Londoner Flughafen Croydon irgend etwas zu veröffentlichen. Ebenso wurde der Presse verboten, die Tatsache zu erwähnen, daß in London ßuftalarm gegeben worden fei. Erst später fanden die amtlichen Stellen ihre Fassung und damit die englischen Lügenschreiber ihre Sprache wieder. Was Hunderttausende und Millionen Menschen mit starrem Entsetzen beobachtet hatten, konnte man ja schließlich auf die Dauer nicht verheimlichen. Aber weit davon entfernt, die Wahrheit zu sagen, versuchten es die offiziellen Meinungsdirigenten auch jetzt noch mit jener Spiegelfechterei, die dem englischen Wesen so eigentümlich ist. Die immerhin bedenkliche Tatsache, daß starke deutsche Luftver- bände in geschlossenem Fluge ungehindert bis London Vordringen konnten, erwähnte man als nebensächlich nicht, aber um eine recht farbige Schilderung des Bombardements von Croydon kam man doch nicht herum. Das sah nach Reuter etwa so aus: „In der Mehrzahl der Fälle flüchteten die Deutschen schon, wenn sie von britischen Spitfire- irrfb Hurrican-Maschinen angegriffen wurden. Aber 30 oder 40 erreichten doch den Flugplatz Croydon bei London und, nachdem sie im Sturzflug ihre Bomben abgeworfen hatten, machten sie sich davon." Danach müssen also die angreifenden deutschen Flugzeuge vorher erhebliche L u f t k ä m p f e bestanden haben, was sicherlich den englischen Verteidigern nicht unperborgen geblieben wäre. Aber seltsam, in einer anderen Meldung weiß Reuter zu berichten: „Die feindlichen Apparate wurden erst bemerkt, als sie ungefähr 5 Kilometer vom Flugplatz Croydon entfernt ihren Sturzflug begannen. Passanten sahen, wie sie auf einige hundert Meter herabgingen, bevor sie ihre Bomben fallen ließen/' Noch seltsamer: diese deutschen Stukas, die auf wenige hundert Meier herabstießen, konnten ihr Ziel dennoch nicht treffen, weil nach einer dritten Reuter-Version der Flugplatz Croy- den „keinen Schaden davongetragen hat". Es dürfte bald auch in London nicht mehr viel Leute geben, die solchen Lügen Glauben schenken. Der britische Luftmarschall Sir Philip Jouber de la Ferte hat schon Recht, wenn er im Rundfunk sagte, daß ein großer Teil der englischen Bevölkerung an den behaupteten britische^ Luftsiegen zweifle und der Ansicht sei, da müsse „irgendwo irgend etwas faul sein". Es ist sogar oberfaul! H. Ev. Amerikanische Augenzeugen berichten. Die „New P o r k Times" berichtet aus Croydon, der Angriff sei schon vorüber gewesen, ehe die Bevölkerung überhaupt die Tatsache erfaßt habe. Im Durcheinander der Flugzeuge habe man Freund und Feind nicht unterscheiden können, und die Flak hätte wild dazwischen gefeuert. — „New Dort He- ralb Tribüne" meldet, das erste Zeichen des Angriffs auf Croydon fei eine Taufende von Fuß hoch auftürmende Rauchwolke gewesen. Truppen hätten die Umgebung sofort abgesperrt, so daß Pressevertreter, die die Angriffsergebnisse feststellen wollten, leer hätten abziehen müssen. — „Associated Preß" berichtet weiter, die Stukas seien fast bis auf die Ziele heruntergestoßen und hätten Tod und Verderben gesät. Auch in dem benachbarten Industtie- gebiet hätte man Dutzende von Explosionen und Rauchwolken beobachten können. Der genaue Schaden habe nicht festgestellt werden können, aber die Trümmer hätten noch Hunderte von Pards entfernt herumgelegen, und verschiedene Brände seien ausgebrochen. Die Agentur berichtet aus einer ungenannten Küstenstadt, vermutlich aus Dover, deutsche Bomber und Kampfflugzeuge hätten dort die englische Sperre durchbrochen. Aus einer ungenannten südöstlichen Hafenstadt schildert der Korrespondent der „United Preß", der den Polenfeldzug mit ansah, den deutschen Angriff. Hunderte deutscher Bomber seien bereits landeinwärts geflogen, aber immer mehr kämen nach. In anscheinend endlosem Zuge stürmten die Flugzeuge westwärts, und den ganzen Tag über sei der Himmel von ihnen verdunkelt worden. Selbst in Polen habe er dergleichen nicht gesehen. Erneut zum Fluge gegen England unterwegs. Dem Beobachter steht die Freude im Gesicht; er hat die Bombe ausgelöst, und sie hat zielsicher getroffen. (PK.-Stempka-Presse-Bildzentrale-M.) Berlin, 16.Aug. (DNB.) Seif den Mittagsstunden des Freitag sind wieder die deutschen Kampf- und Sturzkampfgeschwader, begleitet von Jägern und Zerstörern, zum Fluge gegen England unterwegs. ILa. haben 30 deutsche Stukas einen Angriff auf die Südostküste Englands durchgeführt. Dabei wurden Flugplätze in der Gegend von Portsmouth sowie Flugplätze und Sperrballone in der Grafschaft Kent erfolgreich angegriffen. Auf den Flugplätzen wurden mehrere Hallen getroffen, einige in Brand gesetzt, Unterkünfte und sonstige Gebäude schwer beschädigt. Mehrere Flugzeuge wurden am Boden vernichtet, eine Anzahl Sperrballone in der Lust abgeschossen. Insgesamt wurden die Luftkampfhandlungen über England durch die Wetterlage eingeschränkt. An verschiedenen Stellen sanden kleinere Luftkämpfe statt, bei denen, nach bisher vorliegenden Meldungen, über 40 feindliche Flugzeuge a b - gesch offen wurden. Bon eigenen Verlusten wurden bisher 15 Flugzeuge gemeldet. Am Donnerstages Flugzeuge vernichtet 21 Sperrballone abgeschossen. — tl-Doot versenkte 14000 ART. Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. Berlin» 16. Aug. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am 15. August und in der Nacht zum 16. August setzte die Luftwaffe ihre Angriffe auf Seehäfen, Anlagen der Rüslungsindu- skrie, Flugplätze und Ballonsperren weiter fort. Die Hafenanlagen von Portland, Scarborough, Bridlington und Middlesborough, Flugzeug- und Motorenwerke in Birmingham und Brought bei hüll, sowie hallen und Unterkünfte auf mehreren Flugplätzen in Süd-, Südost- und Mittelengland wurden schwer beschädigt. Dabei kam es zu heftigen Luftkämpfen, in deren Verlauf Major Galla n d seinen 20. Luftsieg errang. Mehrere bri- tische Häfen wurden vermint. Die Nachtangriffe britischer Flugzeuge gegen Westdeutschland richteten keinen nennenswerten Schaden an. Die Gesamtverluste des Gegners am 15.8. betrugen mindestens 14 3 Flugzeuge, von denen 106 im Luftkampf, der Rest am Boden zerstört oder durch Flakartillerie abgeschossen wurde. Außerdem gelang der Abschuß von 21 Sperr- b a ll o n e n. 32 deutsche Flugzeuge kehrten nicht zurück, jedoch konnte unser Seenotdienst neun deutsche und einen britischen Flieger im Kanal retten. Ein Unterseeboot versenkte zwei bewaffnete Handelsschiffe mit zusammen 14 000 BRT. Einige Minenräumboote schossen von 10 angreifen, den feindlichen Spitfire-Flugzeugen vier ab. Das Ziel der Angriffe in der Rächt znm Freitag. Bomben auf die Fabrik der englischen „Stukas". In der Nacht vom 15. zum 16. August war auch die Staatswerft von Chatham das Ziel der deutschen Bombenangriffe. Die an der Themsemündung gelegenen Docks und Derftanlagen wurden erfolgreich bombardiert. In Birmingham-Longbridge wurden Bomben auf „The Austin Co. Ltd.", eine Auto- und Motorenfabrik, abgeworfen. Diese Fabrik baute während des Krieges die bekannten Bristol-Flugrnokoren. In Brought bei hüll wurden die „Blackburn Aircraft Werke" mit zahlreichen Bomben belegt In dieser Flugzeugfabrik werden Phantasie und Wirklichkeit. In ununterbrochener Folge branden mit wachsendem Ungestüm die Wellen der deutschen Bom- Mwader an die englische Küste, durchbrechen tverteidigungsgürtel der belagerten Festung England und führen mit ungeheurer Wucht und selbst durch schlechtes Welter kaum behindert planmäßig ihre verderbenbringenden An- griffe auf die wichtigen Stützpunkte der britischen Luftwaffe und Kriegsmarine wie auf die Knotenpunkte und Nervenstränge der britischen Kriegswirtschaft durch. Hasenaniagen und Flugplätze, Flak- und Scheinwerferstellungen, die berühmte Ballonsperre an der Themsemündung, Oeltanks und Munitionslager, Werften, Flugzeugfabriken und Rüstungswerke aller Art sind lohnende Ziele für den Bombenhagel unserer Stuka- und Kampfgeschwader. Und daß diese Ziele erreicht werden, daß trotz heftiger Abwehr nicht nur die moralische Wirkung der deutschen Angriffe ungeheuer ist, was selbst durch die scharfe Zensur, der alle Berichte der Ausländskorrespondenten unterliegen, hindurchsickert, sondern daß auch materielle Vernichtungen größten Um- fanaes die militärische und wirtschaftliche Schlagkraft Englands immer stärker beeinträchtigen, daran lassen die einwandfreien Beobachtungen unserer Aufklärer keinen Zweifel. Dabei ist man sich auch in den regierenden Kreisen Londons vollkommen darüber im klaren, daß alle in diesen Tagen von der deutschen Luftwaffe durchgeführten Aktionen noch längst nicht das Aeußerste an Einsatzfähigkeit und Wirkungsmöglichkeit darstellen, sondern sich vorerst noch immer in den Grenzen einer freilich mit größtem Schneid ausgeführten gewaltsamen Aufklärung halten, die den ganzen gewaltigen Raum von der Kanalküste bis weit hinauf nach Schottland einbezieht. Die britische Plutokratenkaste, die diesen Krieg gewollt hat, die ihn vor einem Jahr leichtfertig und frevelhaft vom Zaun brach, die in wahnwitziger Überheblichkeit zweimal die Friedenshand des Führers zurückwies, erhält nun einen Vorgeschmack von der vernichtenden Wirkung der deutschen Angriffs« auch die englischen Stukas gebaut, mit denen die britische Luftwaffe versuchen will, den berühmten deutschen Stukas Konkurrenz zu machen. Alle britischen Versuche in dieser Richtung sind bisher mißlungen. Deutsche Aufklärungsflugzeuge überflogen im Laufe des Tages die Ziele der letzten nächtlichen Bombenangriffe, um Einzelheiten über den Umfang der Zerstörungen, die in der Dunkelheit der Nacht nicht festgeslellt werden können, zu photographieren. Ein neuer Aihenia-Fatt. Griechischer Minenkreuzer von U-Boot versenkt. Rom, 17. Aug. (Europapreß.) Die italienische Presse berichtet über die am Donnerstag vor der Insel Tenos erfolgte Versenkung des griechischen Minenkreuzers „Helli" durch ein U-Boor unbekannter Nationalität. Einmütig kommen die italienischen Blätter zu dem Ergebnis, daß die Versenkung des Minenkreuzers den Engländern zuzuschreiben ist. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Versenkung, so schrerbt „Giomale d'Jtalia", habe die britische Propaganda durch ihren Nachrichtendienst versucht, die Schuld einem italienischen U'-Boot in die Schuhe zu schiebet!. Es handle sich hier um eine Fälschung, die sofort widerlegt werden müsse. Kein italienisches U-Boot habe die Versenkung vornehmen können, weil sich keines in den Gewässern befunden habe, in dem die Versenkung erfolgt sei. Die britische Admiralität habe vielmehr diesen Handstreich ausführen lassen, um die gegenwärtige Spannung auszunutzen, eine Reaktion Griechenlands zu provozieren und sich Material für die übliche Mitleidkampagne gegen die angebliche Brutalität einer der Achsenmächte zu verschaffen. Das Blatt verweist dann auf den Präzedenzfall der „A t h e n i a", deren Versenkung von Churchill organisiert und dann von der englischen Propaganda Deutschland zugeschrieben worden sei. Deutschland habe aber sonnenklar und mit unwiderleglichen Dokumenten in der Hand das verbrecherische Spiel Englands aufdecken können. Im Falle des Minenkreuzers „Helli" werde die Schuld Englands schon durch die Tatsache bewiesen, daß die britische Propaganda die Nachricht von der Versenkung bereits zu einer Zeit verbreitet habe, als sie selbst der griechischen Regierung noch nicht bekannt gewesen sei. Wieder einmal habe England mit dem Leben seiner Freunde und Schützlinge gespielt, um seine politischen und militärischen Pläne vorwärts zu treiben. Das Problem der italienisch - griechisch - albanischen Beziehungen harre seiner notwendigen und befriedigenden Lösung. Italien wolle Klarheit hinsichtlich der Lage schaffen, aber unabhängig von den verbrecherischen Spekulationen Englands, das die gegenwärtigen Verwicklungen mit Griechenland ausbeuten wolle, nachdem es sie selbst zum größte» Teil hervorgerufen habe. ♦ Der griechische Minenkreuzer „Hell i" war ursprünglich auf einer Neuyorker Werft für China gebaut und ist 1914 von der griechischen Regierung angekauft worden. Er hat eine Wasserverdrängung von 2115 To., läuft 21 Knoten und ist mit drei 15« Zentimeter-Geschützen bestückt, er hatte eine Besatzung von 232 Mann. Außer diesem Minenkreuzer verfügt die griechische Kriegsmarine nur noch über den 945O-Tv.-Panzerkreuzer „Georgias Aver- off". Ferner zählt sie 10 Zerstörer, 13 Torpedoboote, 6 U-Boote und mehrere kleine Fahrzeuge. — Die Insel Tenos (nicht zu verwechseln mit der türkischen Insel Tenedos an der Kleinasiatischen Küste) gehört wie die bekannteren Naxos und Paros zu den Kykladen, einer Inselgruppe des Aegä- ifchen Meeres. Auf der Insel leben etwa 15 000 Griechen, die sich von Weinbau, Seidenraupenzucht, Pferde- und Maultierzucht ernähre^ -- Waffen, es ist nur ein Vorspiel, aber es genügt, um die Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe klar und eindeutig heraus^ustellen. An dieser Tatsache vermögen auch alle verlogenen Dertuschungsversuche der britischen Propaganda nichts zu ändern. Wenn Churchill durch die Einbeziehung weiterer drei Grafschaften in das Sperrgebiet eine breite Zone des Schweigens von der Themsemündung im Osten bis zu den Scilly-Jnseln im äußersten Südwesten zwischen den von den deutschen Bombenangriffen am meisten betroffenen Gebieten und dem übrigen Lande gelegt hat, um unbequeme Augenzeugen von dem Operationsfeld der deutschen Luftwaffe fernzuhalten, so ist das ein Beweis, wie sehr die britische Regierung die Wirkung der deutschen Angriffe auf die Moral des britischen Volkes fürchten muß. Aber trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen dringt genug in die Oeffentlichkeit des Inselreiches, um überall höchste Beunruhigung hervorzurufen. Immer heftiger wendet sich auch die britische Oeffentlichkeit selbst gegen die Schönfärberei der amtlichen Propaganda, die dem eigenen Volk und der Welt immer noch Erfolge vorzutäuschen sucht, wo nur bittere Niederlagen den Weg der Royal Air Force bezeichnen. Zu diesem Zweck veröffentlicht man in London über das Ergebnis der Luftkämpfe über dem Kanal Zahlen, die mit einer Frechbeit ohnegleichen die Verlustziffern, die das deutsche Oberkommando auf Grund einwandfreier Feststellungen bekannt gab, einfach auf den Kopf stellen. Wenn man sich im britischen Informationsministerium an diesen Phantastereien berauscht und daran die Behauptung knüpft, daß die Angriffskraft der deutschen Luftwaffe ihrer Erschöpfung entgegengehe, so weiß die Welt längst, was es von solchen „authentischen Mitteilungen" aus britischer Quelle zu halten hat. Man hat noch nicht vergessen, mit welchen Schwindelmeldungen der britische Nachrichtendienst die Verrichtung des polnischen Heeres zu verheimlichen suchte, wie die britischen Landungstruppen in Norwegen sich schon nach ihrer Flucht auf Namsö und Andalsnes auf die Schiffe begeben hatten, als das britische Informationsministerium den Zusammenbruch der deutschen Aktion in die Welt yinausposaunte und man in London sogar die Stirn hatte, die völlige Vernichtung des britischen Expeditionskorps vor Dünkirchen in einen „glorreichen Rückzug aus strategischen Gründen" umzufälschen. Selbst in der englischen Nachrichten gegenüber bislang bewunderungswürdig leichtgläubigen Presse der Vereinigten Staaten wecken die Unge- reiintheiten der britischen Informationen nur allzu berechtigte Zweifel. Für das britische Volk selbst ist der amtlich zur Schau getragene Optimismus ein schwacher Trost, zumal es an den von der Regierung getroffenen Maßnahmen spüren und aus den dazu gegebenen Begründungen heraushören muß, daß ernste Sorge um die Erhaltung der Verteidigungskraft der Insel zu diesen Maßnahmen gezwungen hat, die so gar nicht zu dem Bild passen wollen, wie es Herr Duff Cooper, der Hexenmeister des Londoner Informa- tionsminifteriums, in Rundfunk und Presse seinem langsam stutzig werdenden Publikum immer noch vorzugaukeln sucht. Wie sollen es sich z. B. auch die wohlmeinendsten Engländer zusammenreimen, wenn sie lesen müssen, daß die Schäden, die die Angriffe der deutschen Luftwaffe in Südengland angerichtet haben, ganz belangloser Natur seien, wenn aber gleichzeitig der für den am meisten betroffenen Bezirk zuständige Verteidigungskommissar geradezu flehende Hilferufe nach London richtet, in denen er um Verstärkung der Flak, Entsendung von Nachtjägern, Ersatz der vernichteten Ballonsperren bittet und sogar vorschlägt, Arbeiter aus den Walliser Kohlenrevieren zu schicken, um die durch den ständigen Alarm bis zur völligen Erschöpfung übermüdeten Arbeitskräfte der Rüstungsindustrien Süd- englands zu entlasten. Das ist überhaupt ein besonders heikles Kapitel der britischen Wirtschaftslage, denn es läßt sich nicht verheimlichen, daß zahlreiche Betriebe der Kriegsindustrie unter bedrohlichem Rohstoffmangel leiden, nachdem die deutschen Siege in Norwegen und auf dem westlichen Kriegsschauplatz England von seinen wichtigen Holz- und Erz- zufuhren abgeschnitten haben und die neugewonnenen Stützpunkte die deutsche U-Bootwafse in den Stand setzen, die Blockade Englands mit ständig wachsendem Erfolg auch auf den Atlantik auszudehnen. Aber auch in der englischen Arbeiterschaft scheint nicht alles so zu sein, wie es die amtliche Propaganda glauben machen möchte. Jedenfalls stimmt es schlecht dazu, wenn der Leiter des britischen Arbeitsamtes, Ci tri ne, und der Arbeitsminister B e v i n , beides selber ehemalige Gewerkschaftsführer, Vorstellungen der Walliser Berg- arbeitergewerkschaft, die sich gegen eine Fortsetzung des Krieges aussprechen und Streiks und Unruhen voraussagen, mit der Drohung abtun, die Betriebe durch Truppen besetzen zu lassen, wenn die Bergarbeiter Churchill die blinde Gefolgschaft aufsagen sollten. Welchen Vers soll sich die britische Oeffentlichkeit auch daraus machen, wenn das Informationsministerium gegenüber den deutschen Angaben, daß die britische Luftwaffe in den letzten acht Tagen mehr als ein halbes Tausend Maschinen" eingevüßt hat, mit eiserner Stirn glänzende Luftsiege der unüberwindlichen Royal Air Force zusammenschwindelt, aber in gleichem Atemzug immer dringendere Hilferufe nach den Vereinigten Staaten richtet, Fertigstellung und Lieferung der für England bestimmten Flugzeuge auf das äußerste zu beschleunigen, weil weder die heimische Flugzeugfabrikation noch die Kanadas imstande ist, die großen Lücken schnell genug auszufüllen, die die vernichtenden Schläge der deutschen Luftwaffe in den Bestand der Royal Air Force gerissen haben. Aber nicht nur das, es macht sich auch schon der Mangel an Piloten sehr peinlich bemerkbar. Auch in der Luft hatte sich England auf die Hilfe und den Einsatz der anderen verlassen, um die eigenen Kräfte zu schonen. Das rächt sich nun bitter, wo England sich auf sich allein angewiesen sieht. Denn ein Pilot, der in einem modernen Luftkampf seinen Mann stehen soll, ist nicht in ein paar Wochen heranzubilden. Welch starken Abgang Die Royal Air Force auch an Personal schon gehabt hat, erhellt aus der Tatsache, daß man sich nicht nur zu einer überstürzten Ausbildung von Flugzeugbesatzungen entschließen mußte, sondern auch schon eine Werbekampagne in den Vereinigten Staaten aufgezogen hat, um amerikanische Flieger angeblich für „Zivilflüge" an^uheuern. Aber das ist nur eine Form, um die Amerikaner nach England hinüberzubekommen, wo sie dann in den Kriegsdienst der Royal Air Force übernommen werden sollen. Wie das mit der offiziellen Neutralitätspolitik der Vereinigten Staaten zu vereinbaren ist, ist eine Frage, auf die man in Washington wohl um eine Antwort nicht verlegen sein wird. Daß nun aber England auch seinen Krieg schon — und diesmal nicht aus freiem Willen, wie so oft in früheren Jahrhunderten, sondern aus bitterster Not — auf dem vielleicht wichtigsten Sektor der modernen Kriegführung zu einem guten Bec Splikcr amJSahnhof LJPLY Lieferant- auch Ihrer Krankenkasse Deutlicher kann man die Mißachtung, die rein ding« liche Wertung wohl kaum ausdrücken, die man irt England allem Kolonialen entgegenbringt. Augen« fälliger kann man kaum demonstrieren, daß dis „colony" für den Engländer nur ein kommerzielles und kein ethisches Interesse hat. Eine ganz andere Klangfarbe hat das Wort „Ko« lon-ie" im Deutschen. Es entspricht fast völlig dem lateinischen Stammwort. Wir Deutschen haben seit vielen Jahrhunderten „kolonisiert". Zuerst, im 9. bis 11. Jahrhundert, die Gebiete östlich deö Elbe und im Oberlauf der Donau, in den folgenden Jahrhunderten immer weiter ostwärts drängend, in den Tagen der Ordensritter bis hinauf ins Baltt« (um. Hierbei war das „Kolonisieren" eben eine ganz andere, sozusagen eine Herzensangelegenheit. Es galt, Neuland zu erwerben, unbekanntes und unbebautes Land unter den Pflug zu bringen und zur eigenen Heimat zu machen. Dieser Bedeutung des Wortes „Kolonie" sind wir auch heute treu geblieben. Für uns ist es ein Erwerb von Neuland mit Einsatz aller Kräfte, nicht zum Zwecke der Ausbeute, sondern um neuen Heimatraum zu schaffen. Daß dies nicht blaffe Theorie ist, beweist z. B. das Aussehen von Deutsch-Südwestafrika auf das allerdeutlichste. Gerade wenn man nach dem Besuch anderer Stätten und Gegenden, sei es die Westküste entlang, sei es von der Ostküste ums Kap der Guten Hoffnung herum, in Süd west eintrifft, ist man aufs tiefste beeindruckt von dem so gründ» deutschen Charakter, den alle Siedlungen, Dörfer und Städtchen dort aufweisen. Man fühlt auf Schritt und Tritt, daß man hier irgendwie „zuhause", .chaheim" fft, zumal nach all dem völlig Fremden, was man bis dahin auf der Reife sah, das einen wohl fesselte, aber innerlich doch im Grunde kalt ließ. Diesen Eindruck wird jeher unvoreingenommene Afrikareisende bestätigen. '$* Und solch eine Tatsache beweist nun mehr, als alle theorettschen Auseinandersetzungen es können, was es denn eigentlich mit den deutschen „kolo « n ia I e n Ansprüchen" auf sich hat. Dort draußen im fernen Afrika haben feit mehr als zwei Generationen deutsche Menschen kolonisiert, sie haben das Land zu ihrer Heimat gemacht, an der sie mit allen Fasern hängen und das sie lieben, und sie haben es verstanden, dem ihnen anvertrauten Stückchen Erde unmißverständlich und unzweifelbar einen deutschen Charakter auszuprägem Das ist die deutsche Art, zu kolonisieren. Wenn wir daher unsere Kolonien zurückfordern, so fordern wir etwas, was im Grunde immer deutsch gewesen ist. Wir fordern sie kraft des ethischen Rechtes, das uns unsere Auffassung vom Kolonisieren verleiht. lischen Regierung abgegebenen Zusicherungen ist der schweizerische Gesandte beauftragt worden, gegen solche Verletzungen des schweizerischen Luftraumes P r o t e st einzulegen und darauf zu brinaen, daß ft r enge Maßnahmen ergriffen weroen, um Wiederholungen derartiger Vorfälle zu verhindere England braucht Piloten. N e u y o r k, 16. Aug. (Europapreß.) Am Don- nerstaa traf der Unterstaatssekretär im britischen Luftfahrtministerium, Hauptmann Balfour, in Kanada ein. In amerikanischen Luftfahrtkreisen ist man nicht überrascht, daß dieser die augenblicklich schnellste Verbindung zwischen England und Kanada, das englische Transatlantik-Flugzeug, benutzte, um Fragen der Pilotenausbildung für bie britische Luftwaffe mit den kanadischen Stellen zu besprechen. Obwohl die Ausbildung von Piloten in Kanada bereits programmäßig durchgeführt wird, dürfte plötzlich ein derart ftarfer Bedarf an fliegendem Personal eingetreten sein, daß bie britische Regierung sich entschloß, mit allen Mitteln eind beschleunigte Abgabe von Fliegern durchzudrücken. Ein Sprecher des kanadischen Luftfahrtministerium hat jedoch mitgeteilt, daß England, wie schon berichtet, gegenwärtig in den USA. 3 i d i l e Piloten werbe, die Bombenflugzeuge von Kanada nach Großbritannien fliegen können. Einmal brauche England 100 Piloten, um die neuen Flugzeuge e inzu f liegen, damit die entsprechende Anzahl von Kampffliegern, bie jetzt diese Tätigkeit verrichteten, fürben aktiven Dienst frei würden. Zum anderen brauche England die amerikanischen Flieger zur Ueberführung der Flugzeuge nach England, weil bie kanadischen Flieger sich im aktiven Dienst bei der britischen Luftwaffe befänden oder auf den Fluglinien der kanadischen Regierung gebraucht würdee Englands Stützpunkt am Raten Meer. ■ Der britische Stützpunkt Aden, die Kontrollfestung für Suezkanal und Rotes Meer auf dem Seewege nach Indien ist immer wieder bas Ziel der italienischen Kampfflieger, beren Bomben bereits ver- nichtenbe Wirkungen zeittgten. Hier ein Blick auf ben Flugplatz bes britischen Stützpunktes am Golf von Aben. — (Atlantic-M.) Deutsche un- englische Kolonisation. Die deutschen Kolonialansprüche haben ihre Wur« zel keineswegs nur in den Nöten unserer Rohstoffversorgung, sondern sind als eine viel allgemeinere, naturgesetzliche Notwendigkeit zu verstehen. In. dieser Hinsicht sei auch einmal auf den unterschiedlichen Wortwert hingewiesen, die oerschiedenarttge Färbung sozusagen, die die Worte „cohmif' und „colonial" in der englischen Sprache und Kolonie im Deutschen haben. Obwohl vom gleichen lateinischen Wortstamm (colonus — Bauer, Siedler), hat die tiefere Bedeutung in den beiden Sprachen eine ganz verschiedene Wertung angenommene Das „colonial system" der Engländer ist ganz aus. gesprochen ein Landerwerb zum Zwecke der Ausbeutung, wobei die Ergiebigkeit für das Mutterland die Haupttolle spielt. Mit anderen Worten: Kolonffieren bedeutet für den Engländer ein rein, keine Rücksichten kennendes kommerzielles Unternehmen, ein betont, uttlitarifches Unterfangen. Der Angestellte eines solchen Unternehmens (um im Bilde zu bleiben), oft auch der Leiter desselben, muß zu feinem Bedauern in dem auszubeutenden Lande leben. Er tut dies ungern und kehrt auch unverweilt zurück in die Heimat, sobald er „Geld gemacht" hat oder andere günsttge Umstünde es gestatten. In den höheren englischen Beamtenkreisen gilt es (ober galt es doch bis vor kurzem) als „unfein", wenn die Kinder in der Kolonie geboren wurden. Deshalb war es allgemein üblich, daß bis Frauen ber höheren englischen Beamten zur Geburt ihrer Kinder nach England zurückkehrten. Jeder Engländer draußen in ber weiten Welt, ber von sich sagen kann „I am home-born", bünkt sich ein gut Teil besser als seine weniger begünsttgten Landsleute, die „nur" in Australien, Südafrika^ Indien ober sonstwo das Licht der Wett erblickten^ Die italienische Luftwaffe im Noten Meer. Mailand, 17. Aug. (Europapreß.) Wie ein Kriegsberichterstatter des „Corriere della Sera" meldet, haben die englischen Schiffe den Hafen v on Aden nach den wiederholten italienischen Bombardierungen fast vollständig geräumt, um einen Hafen aufzusuchen, der mehr Sicherheit bietet. Im östlichen Mittelmeer setze die italienische Luftwaffe ihre Aufklärungsflüge systematisch fort und habe sie jetzt auch auf das ganze Rote Meer ausgedehnt, um bie feindlichen Stützpunkte und Schiffe anzugreifen. Zweck Der Unternehmungen sei, die Lebensmittel» und Materialtransporte für bie eng» lischen Truppen in So malilanb aus Aegypten zu unterbinben. Die italienische Luftwaffe habe auch die wichtigen Zentten des Sudans und ber Westgrenze Aegyptens erkundet. Mandels Intermezzo in Marokko. Interessante Enthüllungen des „Temps» über den mißglückten Staatsstreich von Casablanca. Genf, 16. August. (Europapreß.) Ueber bie Absenbung des Telegramms, aber beeilte sich, ben Rolle, die der ehemalige französische Innenminister, Inhalt der Proklamation, die die gesetzmäßige Regierung des Landes für null und nichtig erklärte, in Casablanca war von lärmenden Kund- ber Jude Mandel, bei seinem Versuch, eine Ge- genregierung in Marokko aufzuziehen, spielte, schreibt der Tanger-Korrespondent des dieser mitzuteilen. Mandel war noch dort, als Beamte der Sicherheitspolizei eintrafen und ihn aufforderten, feine gaben sie an, ihn gegen Gewalttätigkeiten der Bevölkerung schützen zu wollen. Sobald er an Bord war, gaben die Polizeibeamten dem Kommanbanden des Schiffes ben Befehl, bie Anker z u gedungen gegen bie ehemaligen Minister begleitet. Ihr folgten politische Zwischenfälle, beren Klärung demnächst das Gericht bringen wird. Gleich nach seiner Ankunft begab sich Mandel nach Rabat, wo er sich in Abwesenheit des Residenten, bes Generals Nogues, ber durch sein Militärkommando in Algier zurückgehalten war, iix Verbindung mit den Behörden setzte. Er versicherte, daß er durch seine Kollegen beauftragt sei, an ber Spitze der neuen Regierung an der Seite Englands und mit Hilfe ber Armee Afrikas ben Kampf bis zum Enbe fortzusetzen. Dann begab sich Mandel, ber bas Lonboner Kabinett von seiner Ankunft in Marokko benachrichtigt hatte, wieder nach Casablanca, um einer französischen Informations- Agentur, deren Direktor mobilisiert war, seine Befehle zu biftieren. Einer jungen Sekretärin übergab der Pseudo-Minffterpräsident eine Note, in der er dem Lande die Uebemahme der Führung des Staates mitteilte und ankündigte, daß er unmittelbar in Kontakt mit ber englischen Regierung treten würbe. „Geben Sie das Telegramm in meiner Gegenwart auf", befahl er der Stenotypisttn, „ich will, daß es vor meinen Augen abgefanbt wird." Die Angestellte führte die Abwesenheit ihres Chefs und die Grenzen ihrer Vollmachten an. Sie erhielt die Möglichkeit, mit ihrem in Rabat mobilisierten Chef zu telefonieren. Der Direktor bestätigte bie lichten unb solange vor ber Küste zu kreuzen, um Herrn Manbel vom Lanbe zu entfernen unb feine Tätigkeit zu unterbinben. Am nächsten Tage kam in Rabat ein Wasserflugzeug an, bas Duff Cooper, ben britischen Jnformationsminister, unb ben General Gort herüberbrachte, bie bem Appell Mandels Folge leisteten. Sie verbrachten ben Abend im Hotel, wo sie vergebens ben französischen „Ministerpräsibenten" erwarteten. Enblich wurde das Kabinett des Residenten telephonisch benachrichtigt, unb ein Beamter unterrichtete sich über bie Absichten bes britischen Ministers. Die Antwort war: „Wir finb gekommen, um mit bem Chef ber französisch en Regierung zu konferieren." „Aber ber M a r ° schall befindet sich boch in Borbeaux oder Clermonb ober in Vichy, boch keinesfalls in Marokko!" „Es hanbelt sich ja nicht um ben Marschall P 61ain , fonbern um ben Präsidenten Man - b e l." „Herr Manbel ist nicht an Land", antwortete der Beamte, „unb ist für ben Augenblick unaufsinb- bar. Im übrigen hat er in ber Regierung keinerlei Funktion. Meine Herren, es muß ein Irrtum vorliegen", worauf Duff Cooper unb General Gort genau so wieder nach England zurückkehrten, wie sie gekommen waren. ,Iemps": , , , „Die Ankunft der „Massilia" Ende Juni Sch i f f s f ab ine wieder aufzusuchen, unb zwar Teil mit auslänbischen Sölbnern führen muß, ist eine wahrhaft köstliche Ironie der Geschichte, wenn man bes Herrn Eden überhebliche Rechnung daneben- stellt, die davon sprach, daß nicht nur die 45 Millionen der britischen Insel, sondern 500 Millionen Untertanen des britischen Weltteichs die 120 Millionen der Achsenmächte zu Boden zwingen würden. Vorerst hat die gesammelte Kraft bes Empire es nicht verhindern können, daß das Gros der britischen Fliegerelite bereits so stark zusammenge- scymolzen ist, daß die britische Luftwaffe sich auf der ganzen Linie in die Verteidigung gedrängt sieht. Die großen Luftkämpfe, in denen bie deutschen Jäger so herrliche Erfolge davontragen konnten, spielten sich ausschließlich an der englischen Küste oder über der britischen Insel selbst ab. Englische Angriffe im deutschen und — seitdem die längeren Nächte den gedeckten Anflug gestatten — auch im oberitalienischen Luftraum erfolgen nur im Dunkel der Nacht, um Luftkämpfen auszuweichen, weil die Royal Air Force sich ihnen nicht gewachsen fühlt. Wo einmal ein britisches Geschwader bei Tage sich in den Bereich deutscher Luftstützpunkte traute, wie bei dem Angriff auf die dänische Stadt Aalborg am Lim-Fjord, hat es dies Wagnis mit dem Verlust feiner sämtlichen Maschinen büßen müssen. Nicht minder erschütternd ist die Diskrepanz zwischen Phantasie und Wirklichkeit auf wirtschaftlichem Gebiet. Man berauscht sich in London geradezu an ber Vorstellung, nun den ganzen europäischen Kontinent der britischen Blockade unterworfen zu haben, kann aber nicht verhindern, daß das britische Volk schon sehr empfindlich am eigenen Speisezettel zu spüren beginnt, wer denn eigentlich in Wahrheit blockiert wird. Neben der Zeit marschiert in den Propagandareden Churchills unb seiner Ministerkollegen mit Vorliebe ber „General Hunger" als Englanbs treuester Derbünbeter auf. Daß er nicht mehr taugt als bie anberen Verbündeten Englands, bie im ersten Kriegsjahr schon nacheinander die Waffen sttecken mußten, zeigt allein schon die nüchterne Feststellung, daß Europa ohne England im Jahre 1937 rund 73 Millionen Tonnen Weizen und 43,2 Millionen Tonnen Roggen erzeugte, so daß aus Ueberfee nur ein Zuschuß von 3,3 Millionen Tonnen Weizen erforderlich war, um ben kontinentalen Eigenbebarf zu decken. Wir sind mit sehr erheblichen Vorräten an Brotgetteide in dieses Kriegs- jahr hineingegangen unb haben nach ben Feststellungen bes internationalen Agrarinstituts mit einer guten Mittelernte zu rechnen. Wenn also bie britische Propaganba bereits bie brohenbe Hungersnot auf dem Kontinent an die Wand malt, so ist dieser Schwindel ein schlechter Trost für das eigene Volk, bas jetzt, wo infolge ber deutschen Blockade nicht nur die gewohnten Nahrungsmittelzufuhren aus Skandinavien und Holland aufgehört haben, sondern dank der Tätigkeit von U-Booten unb Luftwaffe immer weniger Geleitzüge mit dringend gebrauchten Versorgungsgütern aus Ueberfee die britischen Häfen erreichen, die Sünden seiner pluto- kratischen Herrenkaste zu spüren bekommt, die aus krassem Eigennutz die heimische Landwirtschaft verkümmern ließ, um aus fruchtbaren Aeckern riesige Parks und aus Weideland große Jagdreviere zu machen. So ist die Blockade gegen den Kontinent auch eine ber vielen Illusionen, mit denen Englands Regierung sich selber unb bas britische Volk, bas in bumpfer Erwartung ber kommenben Ereignisse von Tag zu Tag nervöser wirb, zu beruhigen sucht. Einmal freilich wirb es aus all diesen Illusionen ein furchtbares Erwachen geben und es scheint, als ob das britische Volk selber trotz aller Vemebelungsversuche ber amtlichen Propaganda schon bas Gefühl habe, baß es biefem Er» wachen aus ber Phantasie zu einer harten Wirklichkeit nicht mehr allzu fern fei. Dr. Fr. W. Lange. Protest des Schweizer Gesandten in London. Bern, 16. Aug. (Europapreß.) Amtlich roirh mitgeteilt: Der schweizerische Gesandte in London ist beauftragt worden, die englische Regierung auf die erneute Verletzung des schweizerischen Luftraumes du r ch englische Flug- zeuge in den Nächten vom 13. auf den 14. und 15. auf den 16. August aufmerksam zu machen. Angesichts der bet früherer Gelegenheit von der eng- Oie Aufgaben -er Bewegung im Generalgouvernement. Krakau, 16.Aug. (DNB.) Der Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank erklärte in einer Parteiversümmlung, in der Entscheidung des Führers, daß das Generalgouvernement künftig nicht mehr als besetztes, somit reichsfremdes Gebiet, sondern als Bestandteil des Großdeutschen Reiches behandelt werden solle, liege eine große Verpflichtung. Wir seien in diesem Land, und wir würden als Deutsche niemals mehr dieses Land verlassen. Das polnische Volk sei, so wie schon einmal vor 700 Jahren, wieder unter die Schutzherrschaft der deutschen Nation getreten. Die deutsche Stadt Krakau werde vollkommen von Juden entkleidet. Dann ergebe sich ein rie- siges Bauprogramm, um die in diesem Gebiet wohnenden und arbeitenden Deutschen mit Wohnungen zu versorgen. Schon in den nächsten Monaten werde dafür ein Betrag von vielen Millionen Zloty zur Verfügung gestellt werden. Der Generalgouoerneur betonte, daß er zur Erfüllung der wichtigen der deutschen Verwaltung gestellten Aufgaben mutige und entschlossene deutsche Männer und Fvtmen brauche. Der Führungsanspruch des Reiches käme nicht aus der Entschlossenheit, ein Volk zu entnationalisieren, sondern aus der Notwendigkeit, in diesem Raum endlich Friede, Ordnung und Arbeit sicherzustellen. Nachdem Dr. Frank mit Nachdruck die Unveränderlichkeit der Jntcr- essengrenze gegenüber Sowjetrußland betont hatte, kündigte er an, daß am Jahrestag des Kriegsbeginns in Krakau das Haus der NSDAP, eingeweiht werde und am gleichen Tage die Hauptplätze der Distriktshauptstädte des Generalgouvernements in „Adolf-Hitler-Platz" umgetauft werden würden, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß Adolf Hitler nunmehr auch über diesen weiten Ostraum die schützende Hand halte. Oie erste Zusammenkunft in Turn-Eeverin. Turn-Severin, 16.Aug. (Europapreß.) Der Zug mit der rumänischen Abordnung und den Pressevertretern aus Bukarest ist am Freitagmorgen 7 Uhr in Turn-Severin eingetroffen. Die vier Eisenbahnwagen, die den Diplomaten als Wohn- und Arbeitsräume zur Verfügung stehen, wurden auf ein Seitengeleise des Bahnhofs geschoben. Den Pressevertretern ist das Schiff „König Carol I" als Wohnung angewiesen worden. Der ungarische Regierungsdampfer „Zfofia" mit der ungarischen Der- handlungsobordnung traf um 11.15 Uhr im Hafen von Turn-Severin ein. Zum Empfang hatte sich m Vertretung des rumänischen Außenministers der Chef des Protokolls Stanescu, der Statthalter sowie der Präfekt und der Hafenkommandant, von ungarischer Seite Gesandter o. Bardossy eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßung an Bord begaben sich alle Herren an Land und fuhren zum Kultur-Palais, wo sogleich die Verhandlungen begannen. Zunächst hielt der rumänische Delega» tionsführer Pop eine Rede, dem der ungarische Vertreter H o r y erwiderte. Es folgte dann der Austausch der Vollmachten und dann die lieber- reichung der ungarischen Vorschläge an die Rumänen. Die Verhandlungen wurden dann auf zwei Tage unterbrochen. Die rumänische Abordnung sieht sich genötigt, die ihr überreichten ungarischen Vorschläge der Bukarester Regierung vorzulegen. Sie reiste deshalb Freitagnacknnttag nach Bukarest zurück und wird Montag wieder in Turn- Severin eintreffen. Die ungarische Abordnung verbleibt in Turn-Severin. * In Bukarest hat das rumänische Außenministerium eine Kundgebung veröffentlicht, aus der zu entnehmen ist, daß es sowohl die Absicht der rumänischen als auch der ungarischen Regierung ist, die politische Lage im Donauraum im Sinne freundschaftlicher Zusammenarbeit zu überprüfen. Daß die Ergebnisse dieser Verhandlungen dazu bestimmt sind, das friedliche Zusammenleben zu gewährleisten, das aerade der Donauraum nach den mannigfachen Erschütterungen und Schicksalen seit 1919 unbedingt gebraucht, das wird vor allem dadurch bestätigt, daß von England aus immer wieder Quertreibereien versucht werden. Die englische Politik enthüllt damit, daß sie zu keiner Zeit wirklich daran interessiert war, im Donauraum und auf dem Balkan Verhältnisse herbeizuführen, die allen Staaten im Südosten gerecht werden. Deutschland hat kein anderes Inter- esie, als das friedliche Zusammenleben auf dem Balkan zu sichern, also im höchsten Sinne das zu sein, was Bismarck einmal von sich und Deutschland sagte, als er den Berliner Kongreß vorbereitete: Ein ehrlicher Makler. Sowohl Rumänien als auch Ungarn haben mit ihrer Vertretung Persönlichkeiten beauftragt, die mit den Verhältnissen, die geklärt und geordnet werden sollen, wobei es sich in erster Linie um einen Austausch der beiderseitigen Volksgruppen handelt, besonders vertraut sind. Veränderungen im sowjetrussischen Kriegskommiffariat Moskau, 16.Aug. (DNB.) Marschall Bud- jennn ist zum Ersten Stellvertreter des Kriegs- kommiffars ernannt worden unter Besteiung von seinem Posten als Befehlshaber des Moskauer Militärbezirks. Der langjährige Chef des Generalstabes der Sowjetarmee, General Schaposchnikow, wurde zum stellvertretenden Kriegskommissar ernannt und legt auf eigenen Wunsch mit Rücksicht auf seine schwache Gesundheit sein Amt als Generalstabschef nieder. Zum Chef des Generalstabes der Sowjetarmee wurde der Armeegeneral Merez- kow, ftüher Oberbefehlshaber des Leningrader Militärbezirkes und einer der Armeeführer wahrend des finnischen Krieges, ernannt. Irland wahrt seine Neutralität. N e u y o r k, 16. August. (DNB.) Einem amerikanischen Zeitungsvertreter gab Ministerpräsident de Dalera seinem Erstaunen darüber Ausdruck, IRISCHE Chtrteld boctin IR1XND Mttrfi ’üngton farmh t. Cardiff. Brtlen Plymouth AbbW Cardigan CymamtR , Walt Vnstat* y hettr. Ltftätef \lofveftaft gdm • IKirtley — t ■ — •* Stamford ieia lekf$/er’ rlisOei H6H4H , _ / SCAMHOW. Helrmdale icntrose Imerwldt fall lewtOfi [Creiwel NMCASTlf9: Wit Girvan Mpont iDumfrw lonoham Tarimtpft TBreamy *crou .»r Internen PeVerh&d — Newburgh — ABERDEEN Eddi««. Auf unseren Karten sind alle Orte eingezeichnet, deren militärische Anlagen in den letzten acht Tagen das Ziel deutscher Bombenangriffe waren. (Scherl-Bild erdienst-M.) t e r l i ch k e i t auch während des Krieges lebendig zu erhalten und iynen Geltung zu verschaffen. In der gegenwärtigen Zeit findet der Dank, den wir unserem Führer und unseren Soldaten schulden, in der selbstlosen Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes und in seiner tatkräftigen Unter st ützung durch alle Volksgenossen den wirkungsvollsten und würdigsten Ausdruck. gez. Dr. Franz Gürtner. Kleine politische Nachrichten. Der Befehlshaber der deutschen Truppen in Dänemark nahm in Gegenwart einer tausendköpfigen Zuschauermenge in den Mittagsstunden des Freitags eine Parade sämtlicher in Kopenhagen statio- nierter deutscher Truppenteile ab. Ihr wohnten neben dem Bevollmächtigten des Reichs, Minister von Renthe-Fink, zahlreiche Mitglieder der Partei und der deutschen Kolonie bei. * In Brüssel wurde das erste große S o l d a - tentheater eröffnet, dessen Organisation in Zu- sammenarbeit mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" erfolgte. Zur Eröffnung des The- aters spielte Barnabas von G6czy mit seinem Orchester. Einschließlich des englischen Flugzeugs, das nach dem Wehrmachtsbericht vom 16. August von der italienischen Flak bei Turin abgeschossen worden ist, haben die italienischen Luftstreitkräfte und Flugzeug, abwehrbatterien seit Kriegsbeginn 32 2 feindliche Flugzeuge zerstört. In der gleichen Zeit verloren die Italiener nur 48 Maschinen. In Istanbul sind die Offiziere des Petroleumdampfers „B e m e" einaetroffen, der von einem italienischen U-Boot im östlichen Mittelmeer versenkt worden ist. — Der 3039 BRT.-Dampfer fuhr mit MONDAMIN sämig gemacht Ichmofmimnur gern? befände» gutMmbamin erhöht nämlich dmNährwcrt und den Wohlgeschmack/ * Mondamin gibt eS auf die mit einem X bezeichneten Abschnitte dcrReichS- brotkarte für Kinder bis zn 6 Jahren unter britischer Flagge. Die Offiziere des versenkten Dampfers erzählten, das italienische U-Boot hätte sie etwa 20 Meilen von Haifa entfernt angetroffem Sofort seien zwei Warnungsschüsse abgegeben worden, aber erst bei dem dritten Warnungsschuß habe der Dampfer angehalten.* Nach einer Meldung von „Stockholms Tidningen" ist Wilna wieder zur Hauptstadt der litauischen Sowjetrepublik erklärt worden. Sämtliche Regie- rungsbchörben werden von Kowno nach Wilna übersiedeln. _________________________________________ Hauvtschrtslletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptichrlstleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche UntversitStSdruckerei R. Lange K. «. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenletter: San« Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor »ümmel. Pl.Nr«. daß in der Neuyorker Presse England ermuntert würde, militärische Stützpunkte Irlands einfach zu besetzen, und die „übertriebene Achtung" vor Irlands Rechten aufzugeben. Ironisch sagte de Dalera, daß man ausgerechnet im neutralen Amerika von „übertriebener Achtung" vor den Rechten anderer Neutralen spräche und die Verletzung von dessen Unabhängigkeit verlange. Bedauerlich sei es, daß der Anschluß Nordir - lands immer noch nicht vollzogen sei. Nachdrücklich verwahrte sich de Dalera gegen die auch in der O8^.-Presse verbreitete Lüge, daß der deutschen Gesandtschaft in Dublin 100 Personen angehören. Tatsächlich umfasse der deutsche Gesandtschaftsstab 6 Personen. In ganz Irland gebe es insgesamt 300 Deutsche, vergleichsweise aber nack der letzten Volkszählung über 22 000 Engländer. Italienischer Wehrmachtsbericht. Rom, 16. August. (DBB.) Der llallenlsche Wehr- Machtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: In Brllisch-Somaliland sind unsere Offenflo-Operationen noch in voller Entwicklung. Ein feindliches Flugzeug ist in Flammen über Zella abgeschossen worden. Zwei feindliche Einflüge über die Flugplätze von Lot- b o l c i a und IN a s f a u a haben leichte Schäden verursacht. Ls gab vier Tote und zwölf Verwandele unter den Italienern und Eingeborenen. Im Laufe einer Luflaklion gegen Waflr sind zwei feindliche Flugzeuge am Boden zerstört worden. Ein englischer Flieger ist im Luftkampf abgefchossen worden. Formationen unserer Bomber, die von Jagdflugzeugen begleitet waren, haben den Flughafen von h o l f i (Malta) bombardiert, ihre Ziele getroffen und Brände verursacht. Die feindlichen Jagdflugzeuge haben sich nach einem kurzen Angriffsversuch auf unsere Formationen zurückgezogen. Lin feindliches Flugzeug ist abgeschossen worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. In Bordafrika haben unsere Flugzeuge die Bahn Fuca —Watruk bombardiert. In den frühen Morgenstunden ist von über die Schweiz kommenden feindlichen Flugzeugen ein neuerlicher Angriff auf norditalienifcheOrt- schäften durchgeführt worden, wobei Bomben abgeworfen wurden, von denen einige auf die Bauerndörfer Merate und Olgiate fielen und zwei Tote sowie fünf Verletzte zur Folge halten. Es wurde nur geringer Materialschaden verursacht. Ein feindliches Flugzeug ist von unserer Flak in Turin getroffen worden und bei Leresole d'Alba abgestürzt. Die aus fünf Mann bestehende Besatzung ist teils umgekommen, teils gefangen genommen worden. Do 215 startet gegen England. Das neueste Oornier-Kampsflugzeug seinen älteren Geschwistern an Kampfkraft und Schnelligkeit noch überlegen. DNB. Die Dornier-Werke liegen verstreut In den schönsten Gegenden Süddeutschlands. Hier wurde die Leichtmetall-Bauweise geboren, ohne die der heutige Stand der Fliegerei nicht zu denken ist. Hier entstanden die berühmten Dornier-Wale, die für die Entwicklung des Transozeanverkehrs entscheidend wurden. Hier wurde der DoX geschaffen, der unter dem Kommodore Christiansen den Atlantik überquerte. Und hier wurde neben vielen anderen Flugboot- und Flugzeugtypen das Kampfflugzeug Do 17 erbaut, das wegen seiner schlanken rassigen Form den Beinamen „Fliegender Bleistift" erhielt und sich schon in Spanien, später in Polen, in Norwegen und im Westen bewährt hat. Auch heute gegen England gehört es zu den gefürchtetsten Maschinen. Erst vor wenigen Togen gelang es einer alleinfliegenden Do 17 mit nicht weniger als 214 Einschüssen aus dem Kampf mit vier Spitfires, die allesamt abgefchossen oder verjagt wurden, nach einem Bomvenslug über England den Heimathafen zu erreichen. In drei Ausführungen steht die Do 215, ein neues Kampfflugzeug. Auf den ersten Blick erkennt man die verwandtschaftlichen Beziehungen zu der bewährten Do 17. Auch hier der elegante schmale Rumpf. Der Kopf mit der Dollsichtkanzel, der noch allen Seiten völlig freie Sicht gibt, hat gegenüber der Do 17 Verbesserungen erfahren. Auch hier die freitragenden Flügel in Trapezform, auch hier selbstverständlich einziehbares Fahrwerk und einschwenkbares Spornrad. Doch weist sie gegenüber der Do 17 eine stärkere Bewaffnung auf und ist ihr ebenfalls an Schnelligkeit noch überlegen, die zweimotorige Do 215 kann darum als Kampfflugzeug und Fernaufklärer eingesetzt werden. Schon steht die elegante Maschine am Start. Die Propeller laufen an, und nun jagt die Kampfmaschine über das Feld. Nach kurzer Anlaufstrecke hebt sie sich vom Boden und steigt dann steil gegen den Himmel an. Mit unglaublicher Schnelligkeit saust sie über unsere Köpfe hinweg, stößt senkrecht nach oben, um wie ein Habicht wieder herabzustürzen und sich nur wenige Meter über der Erde wieder aufzufangen. In weiten und engen Kurven zieht sie dann über unseren Köpfen dahin. Dann plötzlich scheint der riesige Vogel am Himmel stillstehen zu wallen. Langsamer und immer langsamer steuert der Pilot die Maschine über den Platz, um plötzlich wieder wie ein Pfeil erneut davonzuschie- ßen. Brausend kommt das Flugzeug wieder zurück, diesmal aber arbeitet nur ein Motor, während ein Propeller steht. Die Maschine zeigt, daß sie auch beim Aussetzen eines Motors noch steigfähig ist. Einen noch schöneren Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Maschine gewinnen wir bei einem Flug, den wir selbst mitmachen dürfen. Don allen Plätzen der praktisch ausgenutzten geräumigen Kabine aus ist beste Sicht. Einem Gegner dürfte es kaum möglich sein, unentdeckt an die Maschine heranzukommen. Gar einen Angriff anzusetzen, dürfte bei ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit noch schwerer fallen. Mit den zweckmäßig angeordneten schweren und leichten Maschinengewehren hat sie die Möglichkeit, alle Flanken wirkungsvoll zu decken. Entstanden sind die Dornierwerke im Jahre 1914, als Dr. Dornier mit Unterstützung des Grasen Zeppelin an den Bau eines ersten Leichtmetall- Wasserflugzeuges ging, das fchon damals als Bombenträger gegen England aedacht war. Der Versailler Schandvertrag schien diese ersten Versuche zu ersticken. Dadurch, daß ein Teil der Werke ins Ausland verlegt wurde, gelang es Dr. Dornier, dis größten Schwierigkeiten zu überwinden und weiter an seinem Lebenswerk zu arbeiten. Die Machtübernahme gab auch den Dornierwerken ein rasches Aufblühen und brachte sie bald in die vorderste Front der Waffenschmieden Hermann Görings. lleber 38,5 Millionen bei der 5.Haus- fammlung für das Rote Kreuz. Berlin, 16.Aug. (DBB.) Das deutsche Volk hat wieder vor aller Welt bewiesen, wie es dem Führer, seiner Wehrmacht und sich selbst vertraut. Bach den bisher vorliegenden Meldungen erbrachte die am 3. und 4. August 1940 durchgeführte Haussammlung bas Ergebnis von 38 598 000,31 Reichsmark. Im Vergleich zum 5. Opfersonnkag des krlegswinterhilfswerkes 1939/40 hat sich das Ergebnis um 24 701 923,77 Reichsmark, das sind rund 178 v.h. erhöht. Auf eine Haushaltung entfällt im Durchschnitt der Betrag von 1,69 Reichsmark. Das Ergebnis der 4. Haussammlung ist damit um rund 1^ Millionen Reichsmark gesteigert worden. Oer ReichSjustizminister zur Rotkreuz-Straßensammlung. Berlin, 16. Aug. (DNB.) Der Reichsminister der Justiz, Dr. Gürtner, gibt zur 2. Reichsstraßensammlung des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz folgendes Geleitwort: Das Rote Kreuz hat das geschichtliche Verdienst, die' Gedanken der M e n s ch l i ch k e it und Rrt° reinigt Alles! Für die jetzige Aussaat Lotten Herbst- oder Stoppelrüben Gelbsenfsaat Winter-Raps, Hochzucht Winter-Wicken Inkarnatklee Welsches Weidelgras Landsberger Gemenge Feldsalat oder Nüßchen Winter-Spinat Winter-Kopfsalat Wirsing, Weißkraut Rotkraut, Radies Rettich und Frühlingszwiebeln Blumensamen, wie; Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht, Maßliebchen, Nelken usw. Heinrich Hahn, Samenhandlung Bahnhofstraße/Ecke Wolkengasse — Fernruf 3403 3694 A Die Dentte IHM DSD, Drall durch Freude Kreisdienststelle Wetterau Um der überaus starken Nachfrage für das Gastspiel Olga Tschechowa vollauf gerecht zu werden, ist außer der Abendvorstellung noch eine Nadimittaqsvorftellung um 16 Uhr mit ungekürztem Programm festgelegt worden Verbilligte Eintrittskarten hierfür zum Preise von RM. 1.00 bis Mk. 1.50 sind in der Kartenverkaufsstelle Seltersweg zu erhalten ' 3682 D GLORIA PO LA ST Gi essen Achtung! Nur morgen Sonntag, 18. August, 11 Uhr vormittags: Wochenschau - Sonder-Vorstellig! u a. Kriegsmeisterschaften der deutschen Leichtathleten - Saardeutsche kehren heim - NSKK.- Gebirgsmotorsportschule in Kochel—Segelschulschiff „Horst Wessel“ - Der Führer bei Krupp - General der Infant. Dietl berichtet dem Führer über die Kämpfe von Narvik — Schnellboote nnd Stukas gegen England. Vorher: Wiederholung der Wochenschau »Siegeszug durch Frankreich« Erwachsene 0.40, Wehrmacht und Kinder 0.20 3696A Parfümerien — Toiletten-Artikel immer preiswert Parfümerie Plank 3676D Gießen, Seltersweg 8, Ruf 3934 3-.4-0Ö.5- eventl. entsprech. WsMielWus a. Nähe Gießen, von anständigem und sich. Mieter zum 1. Oktober gesucht. Schrift!. Angebote unter 3680D an den Gieß. Anzeiger. 4-5-5immet- MnW von ruh. 4köpf. Familie z. 1.10. od. spät, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02760 an den Gieß. Anz. Schöne 345itwr- WWW gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02748 an o. Gieß. Anz. Adolf-Hiiler-Ingenieurschule ■HF Friedberg - Hessen Maschinenbau Elektrotechnik Praktikantenwerkstätten . 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Ein Erntetag reihte sich in den letzten Tagen an den andern. Maschinen rasselten, und die goldenen Halme mit den schweren Aehren sanken zu Boden. Viele Helfer banden die Garben und stellten sie zu Haufen zusammen. Alles, was trocken ist, wird ein- gefahren. Die Felder leeren sich, Kornblumen und Klatschmohn leuchten nicht mehr. Der kurze Sommer will scheiden. Golden und sanft geht er zur Neige. Wo einst wogende Kornflächen sich leise im Winde bewegten, da wuchert nur noch kurzes Unkraut. Der Pflug geht wieder durch das Feld. Die Gräser neigen sich unter der Schwere des Taues. In den Gärten leuchten die Rosen, Astern und Dahlien. Bald werden auch die Sommerfäden fliegen und uns das Nahen des Herbstes künden. Die Schwalben halten auf den Drähten ihre ersten Versammlungen. In einigen Wochen werden sie uns verlassen. Die anderen Zugvögel werden folgen. Und wenn wir jetzt zur Abendzeit hinauswandern in die stillen Fluren, dann fühlen wir, wie sich alles zum Abschied rüstet. Die Wälder auf den-Bergen rücken ganz nahe zu uns. Die roten Beeren der Eschen am Waldrand leuchten noch einmal auf. Die letzten Strahlen der Sonne scheinen durchs Gezweig. Dann kommt der Abend und legt seine blauen Schatten über die Landschaft. Leise und fast unbemerkt fallen einzelne Blätter von den Bäumen. Sie haben ihre Arbeit vollendet. Sie gehen zur Ruhe. Aber ihr Platz bleibt nicht leer. Schon sehen wir die kleinen Knospen, die sich im nächsten Jahre entfalten werden. In der schützenden Hülle schlummert das neue Grün. Kalt schauen uns die kahlen Stoppelfelder an. Aber überall drängt schon neues Leben hervor. Niedrig wucherndes Unkraut oder auch junger Klee haben nun Luft und Licht und können sich entfalten. Ein Bild des Lebens: Aus den gelben Stoppeln quillt frisches Grün nach. Die überströmende Kraft der jungen Pflanzen wird die alten Reste bald überwuchert haben. Würzgeruch gemähter Schwaden, Blumen, die zu Felde laden, Wälder voller Herrlichkeit künden noch die Sommerzeit. Doch so manche Schattenstelle in der späten Tageshelle macht schon kund um diese Frist, daß der Herbst nicht fern mehr ist. (M. Greif.) H. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Herz ohne Heimat". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die gute Sieben". Tageskalender für Sonntag. Deutsche Arbeitsfront — NSG. „Kraft durch Freude": 10 Uhr Führung durch das Oberhessische Museum unter Leitung von Dr. Krüger. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Herz ohne Heimat": 11 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die gute Sieben". Ortszeit für den 18. August. Sonnenaufgang 6.13 Uhr, Sonnenuntergang 20.43 Uhr. — Monduntergang 6.36 Uhr, Mondaufgang 20.39 Uhr. Ortszeit für den 19. August. Sonnenaufgang 6.15 Uhr, Sonnenuntergang 20.41 Uhr. — Monduntergang 7.41 Uhr, Mondaufgang 21.01 Uhr. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 17. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, M kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier UM, Kartoffeln, M kg 6,5, 5 kg 65, Wirsing, M kg 6 bis 7, Weißkraut 5, gelbe Rüben 7, rote Rüben 6, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 16 bis 18, (gelb) 21 bis 25, Erbsen 30, Zwiebeln 14, Tomaten 22, Rhabarber 10, Pilze 50, Frühäpfel 25 bis 35, Pflaumen 25, Zwetschen 25, Mirabellen 35, Renekloden 30, Blumenkohl, das Stück 10 Rpf. bis 1 RM., Salat 5 bis 10 Rpf., Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken IM bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Sellerie 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf. Neue Mitglieder des Gtadttheaters Gießen. In den nachstehenden Darlegungen berichten neue Mitglieder unseres Stadttheaters über ihren bisherigen Werdegang. Gerti Bogt: Die Freude am Tanzen und Singen hat in mir schon sehr früh den Wunsch wach'werden lassen, zum Theater zu gehen. Meine Eltern waren damit einverstanden. So konnte ich mich, als vom Breslauer Schauspielhaus Tänzerinnen gesucht wurden, Gerti Vogt, Operetten-Soubrette. melden und hatte das Glück, unter vielen Bewerberinnen ausgewählt zu werden. Während meines Engagements als Tänzerin habe ich so fleißig Gesang studiert, daß ich bald als Operetten-Soubrette nach Freiberg verpflichtet wurde. Von da kam ich über Wilhelmshaven, Dortmund, Cottbus und Halle nach Gießen. Dom Gießener Theater und feinem Publikum habe ich schon so viel Gutes gehört, daß ich mich sehr auf meine Arbeit hier freue. Luise Prasser: Ich bin Wienerin. Zum Theater kam ich auf sehr einfachem Wege, durch Privatunterricht, Prüfung und Bühnenvermittler. Mein Talent wurde sehr früh erkannt beim Gedichtaufsagen und Mimen sämtlicher Krankheiten, wenn ich wegen mangelnder Vorbereitung der Schule fernbleiben wollte. Ich mußte nämlich, ehe mein Vater die Einwilligung für meinen jetzigen Beruf gab, das Abitur machen. Eines Tages aber wollte ich absolut nicht mehr, ich griff zur Selbsthilfe, machte heimlich Aufnahmeprüfung in einer Schauspielschule, bestand sie auch und brannte dann zu Hause durch, um die Einwil- Luise Prasser, Jugendliche Heldin und Sentimentale. ligung zum Bühnenstudium zu bekommen. Dieses Abenteuer endete aber kläglich, ich wurde wieder eingefangen und mußte ohne Gnade auch die zwei letzten Schuljahre über mich ergehen lassen. Dann endlich war der Weg frei, und ich stürzte mich auf sämtliche ^Rollen, bestand nach einem Jahre die Prüfung und wurde nach Hanau engagiert. Ich habe dort viel gespielt und das Publikum ließ es sich gefallen. Hoffen wir, daß die Gießener ebenso langmütig sind. Lisel Schröter-Beckers: Ich habe in Köln bei Herrn Carl Niemann studiert. Als Anfängerin war ich von 1937—39 in Ulm tätig. Don da kam ich in der vergangenen Spielzeit an das Staatstheater in Bremen. Jetzt freue ich mich auf mein Engagement in Gießen und hoffe, die Herzen des Publikums zu gewinnen. Lisel Schröter-Beckers, Koloratursängerin. Gabriele possinke: Gabriele Possinke, Operetten- und lyrische Sängerin. ... ■ kr, - , -> • K i -fr * ’z < 7' ; <■>. - >/ > M . ' - M HMM Eigentlich sollte ich Medizin studieren. Aber meine geheimsten Träume lagen auf einem ganz anderen Gebiet. Die Eindrücke meiner ersten Opern- und Konzertausführungen waren die Triebkraft dazu, daß ich zum Theater ging. Da mir als Kölnerin das Singen sozusagen im Blute liegt, klemmte ich mir eines Tages ohne Wissen meiner Eltern ein paar Opernauszüge unter den Arm, ging keck zum ersten Tenor der Kölner Oper und „fang vor". Der Maestro war von meinem Stimmaterial so überzeugt, daß er sich gleich an meine Eltern wandte. Für mich stand das Kapitel „Bühne" fest. Ich studierte in Köln und Frankfurt und erhielt Engagement an das Württembergische Staatstheater Stuttgart. Von den „Schwaben" führte mich mein Weg über das Lanöestheater Neustrelitz nach Gießen. Und nun freue ich mich riesig auf meine hiesige Tätigkeit, wünsche und hoffe, die Herzen des hiesigen Publikums bald erobert zu haben. __ Irmgard Trömel: Irmgard Trömel, Leiterin der Tanzgruppe und 1. Solotänzerin. Mit den Worten: „Ich habe mich heute in der Ballett-Schule von Frau Eugenie Eduardowa an« aemeldet" überfiel ich eines Tages meinen ahnungslosen Vater. Er lachte schalleick, denn er hielt es für einen guten Witz von mir. Durch meine Ausdauer — sieben Jahre studierte ich dort — wußte ich ihn davon zu überzeugen, daß es mir doch sehr ernst war, und als ich dann meinen ersten Vertrag im russischen Ballett am Admiralspalast in Berlin zur Unterschrift vorleate, hatte ich gewonnen. Glück muß man haben! Auf der Generalprobe verstauchte sich die Solotänzerin den Fuß, und ich durste einspringen. Dom Admiralspalast kam ich als Solotänzerin zum Ballett des „Wintergarten" in Berlin. In der gleichen Zeit wurde von Frau Eduardowa wieder ein großes Ballett zusammengestellt, das mich auf einer Tournee durch alle großen Städte Deutschlands führen sollte, was ich mit Freuden annahm. Nach zwei Jahren Reisen wurde ich dann als Ballettmeisterin an das Stadltheater in Zittau verpflichtet. Da das Theater dort wäh- Mak gibt Idastla die stets bewährte Kindernohrung als Zusatz zur Flaschenmilch und als Breinahrung. Ober die Zubereitung und sonstige Fragen der Ernährung und Pflege des Säuglings und Kleinkindes gibt die Nestle-Broschüre „Gesunde Kinder - glückliche Mütter" Aufschluß; Sie erhalten diese auf Wunsch kostenlos durch die DEUTSCHE AKTIENGESELLSCHAFT FÜR NESTLE ERZEUGNISSE illlIN.IIMMIHOf Hört meiner Binsenweise zn! Von Karl Heinrich Waggerl. Das ganze Feld vor der Südseite meines Hauses müll ich in einen Garten verwandeln. Ich habe den !Plan sauber mit Pflöcken und Schnüren auf der Wiese abgesteckt, es sah hübsch aus. Man könnte fschon darin umherschlendern und sich vorstellen, wie prächtig alles werden würde. Den mittleren Grund nvill 'ich einen Schuh tiefer legen, damit sich eine «geschützte Rasenfläche ergibt, auf der man liegen «der lustwandeln kann. Zur linken Seite soll ein Gewachsenes Mäuerchen laufen, darunter ein Plat- Renpsad und ein Wassergerinne, und oberhalb werden die Rittersporne stehen, das bunte Volk der Stauden. Zur rechten Seite ebenso, nur daß dort Ster Weg breiter läuft, mit rotem Kies bestreut bis gu dem Platz vor dem Haus, den ich geräumig Hal- Sen und pflastern will, für den Fall, daß ich. noch Zeinmal zu Geld käme und ein wenig in die Breite Lauen könnte. \ Ich fange auch gleich an zu graben und den guten Mutterboden durch das Gitter zu werfen. Vorher chebe ich die Grasnarbe ab und schichte sie in sauber gekantete Haufen. Allein, je weiter ich mit der Arbeit vorkomme, Defto mehr übermannt sie mich, und das schöne saubere Feld verwandelt sich allmählich in eine ttostlose Wildnis mit Gräben und Löchern und schotterhausen. Es ist eine verteufelte Sache mit dem Schotter, er quillt mir geradezu unter den Füßen hervor, in Unmengen, als sei die ganze Erde mit Sand und Steinen ausgestopft und nur obenauf ein bißchen grün. Und nicht genug damit, manchmal geraten mir auch Findlinge in die Quere, aeroaltige Blöcke, von Urfluten hierher getragen, als die Berge noch höher und die Flüsse reißend waren. Ich könnte sie an- oohren und sprengen, aber das wäre schändlich an wiesen ehrwürdigen Zeugen der Schöpfung gehan- welt. Vielleicht kann ich sie später noch im ganzen heben und in die Mauer fügen. Dann lägen sie wieder im Licht, nach vielen hunderttausend Jahren und bekränzten sich fröhlich mit dem Geflecht !ier Mispel, mit Netzweide und Efeu. Ich habe eine Vorliebe für Mauern, auch für Zäune, es liegt wohl in meiner Natur, daß es mir wohl tut, wenn sich das Innere sauber vom Aeuße- :-en scheidet. Und vor allem sintz mir Steine lieb. Es ist schon eine Freude, sie nur zu betrachten, ihre Farbe und Zeichnung, und wie sie aus vielerlei Ursachen ihre Form gewannen. Das Mauern ist eine Schule der Weisheit, des geruhigen Denkens. Jeden Stein wendet man um und um und betrachtet ihn sorgfältig, ehe man ihm mit dem Hammer Gewalt antut. Er mag noch so sperrig sein, gewinnt man ihm nur erst die richtige Seite ab, dann fügt er sich leicht in das Ganze. Denn es liegt ja niemals an den Steinen, wenn das Werk gut oder schlecht gerät, sondern an deiner Art, mit ihnen umzugehen. Dazu ist vor allem Geduld nötig und Einsicht, und die Ruhe des Gemütes, die von der Einsicht kommt. Etwas von allem, was mir einmal lieb wär, was mich zu irgendeiner Zeit meines Lebens tröften oder im Herzen bewegen könnte, möchte ich in meinem Garten wiederfinden. Da wäre zum Beispiel die flache Sandmulde, die ich aus frühesten Kindertagen noch getreu vor Augen habe, mit allen ihren Gerüchen und Geheimnissen. Sie lag hinter dem Haus, der Schmied warf die Hufspäne und den Abfall seiner Werkstatt hinein, und oft, wenn ich in meinem Kinderkittel dort saß, flog mir plötzlich etwas Wunderbares zu, ein goldener Nagel von einem Kummet, ein schön geringelter Bohrspan ober ein blankes (^be Draht. Es ist ja wahr, ich könnte wohl nicht wieder im Sande wühlen und Rindenhäuschen bauen und meine Schätze in armtiefen Höhlen vergraben. Aber ich denke mir, wenn mein Gemüt einmal arg verdüstert wäre, und ich stünde dann vor dieser Grube, spürte die Wärme wieder an den Beinen, sähe die schütteren Gräser und was dort mühsam wüchse und dennoch blühte, so wäre mir gleich wohler ums Herz. Denn es wird uns zuweilen Trost geschenkt aus einer fernen Zeit, in der die Welt noch einfach für uns war. Ich möchte auch einen kleinen Wassertümpel am Fuß des Hügels haben. Wasser liebte ich schon immer mit heimlichem Grauen, untf besonders die kleinen Tümpel. (Sy gemütlicher Frosch müßte darin wohnen, und wenn ich mich durch das Schilf schöbe und in die Tiefe schaute, könnte ich wieder die seltsam wehenden Pflanzengespinste sehen, die Raubkäfer und die unheimlichen Larven der Wasserjungfern. Und dann die Treppe. Aus unbehauenen Steinen gefügt, soll sie sich zwischen den Hügeln hinauf- roinben, ein Gleichnis, ein Inbegriff aller Treppen, bie mich im Leben zu manch einer Schicksolswenbe führten. Stufen. Es gab welche, bie ich im Sturmlauf ber Jugenb" übereilte, aber alle schritt ich bedächtiger roieber hinab. Auf anberen floh ich im Pesthauch ber Geschosse vor bem Tob, und wieder andere brachten mich, den Genesenden, ins heitere Leben zurück. Aber mir ist, als hätte ich auch im geistigen Bereich viele Stufen zu überwinden gehabt, wie denn überhaupt mein inneres Leben nie stetig weiterfloß, sondern sich gleichsam in Absätzen steigerte, so daß ich von Schritt zu Schritt und immer wieder meine ganze Kraft sammeln mußte, um weiterzukommen. Und darum soll meine Treppe auch nicht kalt und unfruchtbar bleiben, ich will sie über und über mit Kräutern bepflanzen, mit Steinbrech und Thymian, mit Raute und Ehrenpreis, je nachdem sie Schatten oder Sonne, Enge oder Weite lieben. Und oben soll die Treppe in einen Ruheplatz münden. Dorthin will ich einen Ginsterbusch pflanzen, damit in jedem Frühjahr ein gelbes Feuer auf dem Gipfel brennt, und auch sonst soll an dieser Stelle alles ungestört wachsen, was an wildem Samen zufliegt. Denn ich habe immer schon meine Freude am Betrachten des Gewöhnlichen und Unscheinbaren gehabt. Wenn fch unterwegs war und einmal rasten wollte, so fand ich selbst noch um einen nackten Meilenstein sogleich eine Gesellschaft liebenswerter und einfältiger Geschöpfe versammelt, und immer war ein ober bas andere darunter, das ich nie zuvor gesehen hatte. Ich weiß, bie Freunbe werben kommen, werben meine Sanbgrube betrachten, ben Froschtümpel, unb bie Treppe, unb wenn ich bann verstockt bin und ihrem Kopfschütteln mit meinem Trotz begegne, werden sie sagen, sie hätten ja immer geahnt, baß es einmal so enden würde. Das könne nickt anders sein bei einem Menschen, der sich im Beschränkten genügen wolle. Habe ich jemals von etwas anderem als von Gräsern und Käfern zu erzählen gewußt, von ben Wiesen unb Aeckern im nächsten Umkreis ober von Taglöhnern unb kleinen Kindern? Unb ber Welt habe ich weisgemacht, was wunder daran sei, als ob die Leute noch gar nicht wüßten, daß das Gras ohne Nachdenken wächst, und ein Taglöhner eben auch seine Flausen im Kopf hat. Laßt es gut sein, Freunde. Meine Gräser stehen freilich seit Urväterzeiten gleich auf dem Halm, sie haben inzwischen nichts dazu gelernt. Allein, denkt ihr denn, es hätte sich das Menschenwesen so sehr verändert? Wenn einer der Vorväter wieder auf« stünde, so verstünden wir einander doch gewiß in allem, was ein Menschengemüt bewegen kann. lieber manche Dinge wüßte ich wohl gründlicher Bescheid, aber wahrscheinlich fände sich bald, daß wir in so viel tausend Jahren nur wenig besser, wenig weiser geworden sind, geschickter vielleicht, findiger, aber nicht weiser. Die alten Rätsel sind noch alle ungelöst. Es kann auch nicht lauter große Lichter geben, seht, die großen leuchten ja weithin, aber bie kleinen wärmen. Nehmt mir’s nicht übel, wenn ich keine neue Wahrheit zu verkünben habe, sondern in einem fort dasselbe sage, wie es eben von einem Menschen zu erwarten ist, ber schon lange still vor sich hinlebt. Dann unb wann schlägt sich wohl boch einer von euch auf meine Seite unb verachtet es nicht, eine Weile meiner Binsenweise zuzuhören. ----------------------- 1 BücheUisch. — Briefwechsel zwischen Clemens Brentano unb Sophie Mereau. Nach ben Handschriften herausgegeben von Heinz Amelung, mit 8 Bildtafeln, Verlag Rütten & Loening, Potsdam, in Ganzleinen gebunden, Preis 8,50 RM. — (65) — Der glück- und schmerzerfüllte Briefwechsel zwischen bem jungen*(£lemens Brentano unb seiner Geliebten Sophie Mereau ist eines der ergreifendsten Zeugnisse der deutschen Romantik. Diese leidenschaftlichen Liebesbriefe enthüllen bie ganze Vielseitigkeit romantischen Gefühlslebens unb den unerschöpflichen Reichtum romantischen Ausbrucksver- mögens. Diese Liebe kennt keine Grenzen unb kein Maß; da sie sich nach unendlicher Erfüllung sehnt, verzehrt sie sich im Endlichen, schwankt sie ewig zwischen Hingabe und Ablehnung, zwischen Zweifä und Entzücken. Die Briefe zeigen Siemens Brentano wie er wirklich war, ein fröhlicher und trauriger, ein reiner und irrender, ein verzweifelter und immer hoffender Mensch, und ein hochbegabter Dickster, ben bie Sehnsucht nach Vollendung am Un» genügen mit dem Unvollendeten zerbrechen ließ. Ueber sieben Jahre reicht ber Briefwechsel, bis der Tob Sapiens ben Schlußstrich setzte unter ein gemeinsames Leben, bas bie beiben Menschen trotz aller Not unaussprechlich glücklich gemacht und Clemens Brentano den stärksten Antrieb zu jeitwm Dichten gegeben hatte. rend meines Engagements abbrannh» folgte ich meinem Intendanten nach Stralsund. Äon da ging ich zwei Jahre an das Stadttheater in Rostock und anschließend nach Stettin. Dem folgten Engagements an die Pfalzoper Kaiserslautern, nach Chemnitz und Hannover, lieber all wurde ick so reizend ausgenommen, daß mir stets der Aoschied schwer wurde. Aber gibt es etwas Schöneres, als sich immer wieder ein neues Publikum zu erobern? Und jetzt komme ich nach Gießen, um mich auch hier in alle Herzen hineinzutanzen. Strafkammer Gietzen. Wilhelm Speck in Gießen hatte sich wegen Diebstahls im Rückfall zu verantworten. Er hatte mittels Einbruchs oder Erbrechens von Behältnissen eine Reihe von Gegenständen entwendet. Die Diebstähle wurden fast durchweg während der Ausführung von Arbeiten vei Kunden feines jeweiligen Arbeitsgebers ausgeführt. Der Angeklagte lieh auch solche Gegenstände, die keinen besonderen Wert hatten, mitgehen, er nahm, außer glühendem Eisen, sozusagen, alles mit. Der Sachverständige ist der Ansicht, daß bei dem Angeklagten ein angeborener Hang zum Verbrechen besteht. Er hält den Angeklagten für einen Gewohnheitsverbrecher, der für sein Tun voll verantwortlich sei und gegen den die Sicherungsverwahrung angeordnet^ werben müsse. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtzuchthausstrafe von 6 Jahren, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren und Anordnung der Sicherungsverwahrung. Der Angeklagte wurde des Diebstahls im Rückfall in drei Fällen sowie des Einbruchsdlebstahls im Rückfall als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher schuldig erkannt und unter Freisprechung im übrigen zu einer Gesamtzuchthaus st rase von 5 Jahren und 6 Monaten, abzüglich 6 Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Dem Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte nur einmal mit Zuchthaus vorbestraft ist, wurde von der Anordnung der Sicherungsverwahrung abgesehen. Der Angeklagte erkannte sofort die Rechtskraft des Urteils an. Amtsgericht Gietzen. Ein Mann in Gießen hatte einen Strafbefehl über 20 RM. erhalten. Er war beschuldigt, am 19. Juni in der Zeit der Verdunkelungspflicht in seinem Lager oder Arbeitsraum Helles Licht gebrannt zu haben, ohne daß die Fenster verdunkelt waren, so daß der Lichtschein weichin sichtbar war. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde der Angeklagte überführt. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde er zu einer Geldstrafe von 20 RM. verurteilt, und zwar mit Rücksicht dar- auf, daß er bereits wiederholt wegen der gleichen Übertretung verwarnt und auch einmal bestraft wor- den ist. Selbstverständlich hat der Angeklagte auch die weiter entstandenen Kosten des Gerichtsverfahrens zu tragen. Dem Angeklagten wurde für den Wiederholungsfall Freiheitsstrafe angedroht. H. M. in Usenborn hatte sich wegen Beleidigung zu verantworten. Er hatte, nachdem er am 3. Januar 1939 vom Amtsgericht in Ortenberg wegen falscher Anschuldigung und übler Nachrede zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt worden war, in einem an das Amtsgericht Ortenberg gerichteten Brief ohne Unterschrift vom 6. Januar 1939 den Richter dieses Amtsgerichts in der schwersten und gemeinsten Weise beleidigt. Er hatte weiterhin in einem Schreiben vom 24. Juli 1939 an den Reichsjustizminister den Oberamtsrichter in O. in ähnlicher Weise beleidigt und am 7. November 1939 bei seiner richterlichen Vernehmung diese Beleidigung noch einmal wiederholt. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von 6 Monaten. Hierauf legte der Angeklagte, der bis dahin leugnete, ein umfassendes Geständnis ab. Der Angeklagte wurde der Beleidigung in drei Fällen schuldig erkannt und zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 4 M o n a t e n verurteilt. Die Neubauten der Llniversi'iät Gießen Oberhessische Art im Volksmund * Herausgegeben im Auftrag der Gießener Stu« dentenschaft von Schriftleiter Hans Fritz Schuster in Gießen. Wenn Augen versagen Mdgnus-Brillen fragen! Dor kurzen haben wir ein von Lcmdge- richtsrät Dr. jur. Moritz Hans ult heraus- gegebenes Buch „Vogelsberg und Wetterau in alten und neuen Zeugnissen für Sinn und zArt ihrer Bauern" (Verlag von Münchow'sche ^Druckerei in Gießen) erwähnt, das im Rahmen der „Gießener Beiträge zur deutschen Philologie" erschienen ist. Aus diesem interessanten Buch lassen wir heute die nach- stehende Leseprobe folgen, die einen Einblick in das oberhessische Volkstum bietet Es heißen V = Vogelsberg, W = Wetterau. Neubau der Erweiterung der Medizinischen Klinik. Dieser Erweiterungsbau wird an der Ecke der Klinik- und Gaffkystraße an Stelle des jetzigen Mediko-Mechanischen Instituts, das abgebrochen wird, ausgeführt. Der Neubau steht mit dem Hauptgebäude und dem Jfolierhaus in Verbindung. Es find untergebracht im Kellergeschoß die neuzeitliche Bade- und Gymnastikanlage und die Physikalisch- Hydrotherapeutische Abteilung, im Erdgeschoß die neue Röntgen-Abteilung und Krankenzimmer, im ersten Obergeschoß weitere Krankenzimmer und Laboratorien für klinische und wissenschaftliche Arbeiten, im obersten Geschoß Wohnräume für Aerzte und Schwestern usw. Der runde Vorbau enthält die Räume der Röntgen-Therapie. Wie alle übrigen Neubauten wird der Erweiterungsbau als Putzbau mit Schieferdach ausgeführt und in einen Garten hineingestellt. Neubau des Anatomischen Instituts. Der Neubau wird bei den Kliniken auf dem Seltersberg, an der Ecke Uhlandstraße und Wartweg, dem Charakter des Instituts entsprechend als rein symmetrische Anlage ausgeführt. Man bevorzugte, wie die Geschichte des Anatomiebaues zeigt, bis vor kurzem nur diese Formgebung, die in ihrer monumentalen Haltung der Würde der Arbeit in diesem Hause entspricht. Das neue Institut gliedert sich in ein Unterrichts- und Lehrinstitut und in ein Forschungsinstitut, die nebeneinander liegen und getrennte Eingänge haben. Der Grundriß zeigt eine Straßenfront nach der Uhlandstraße mit kleinem Schmuckhof, in dessen Achse die Treppenhalle liegt, und eine Gartenseite mit dem großen Hörsaal in der Mitte, von dem aus man, wie auch vom Sockel- ?eschoß aus, unmittelbar in den Garten gelangen ann. Auf die Anlage eines entsprechenden Gartens mit Wandelgang zur Erholung während der Arbeitspausen wurde besonderer Wert gelegt. Die Symmetrie der Gartenanlage betonen die beiden für den Präparator und den Hausmeister bestimmten Wohnhäuschen. Die gesamte Anlage wird mit einem grünen Gürtel von Bäumen und Gebüsch eingefaßt. Neubau und Erweiterung des Physikalischen Instituts. Anschließend an das bestehende Physikalische Institut in der Goethestraße soll, verbunden mit dem Flügelbau in der Stephanstraße, ein Erweiterungsbau angefügt werden. Nach Errichtung des Baues wird es möglich fein, die Trennung des Instituts in Lehre und Forschung klarer durchzuführen. Der moderne, beim Vierjahresplan und besonders in der Industrie heute aktiv mitaufbauende Physiker braucht eine Lern- und Erziehungsstätte, die der Bedeutung feines ihm vom Volke gegebenen Auftrags entspricht. Der Reichsforschungsrat hat sich durch Zuwendungen von Mitteln für die Durchführung dieser Aufgabe ganz besonders eingesetzt, so daß'es möglich fein wird, modernste physikalische Aufgaben, rote bie bet Kernphysik, der Probleme handwerkliches: Der Hot fan aigene Kopp roei e Schnitzbank CD). Es hunk so verlorn do (W). Wejs on Bendriehme gengf, do Hot er uffgeroe (W), verschpeilt (D). Alleweil tritt dej Hack en Schtejl (W). Dou best aach net pur Seine (W). Dou wist schäbb gewedelt Fahrrad-Unterstellräume usw., auf der anderen Seite das Laboratorium für Landmaschinenbau mit den dazugehörigen Räumen, wie Werkstätten usw. Vor dem Haupteingang liegt das Wohnhaus des Hausmeisters. Die äußere Gestaltung des Baues sieht entsprechend seinem Charakter als Gebäude der landwirtschaftlichen Institute die Verbindung von Fachwerk mit Putzbau vor. In Fachwerk vorgesehen sind die Treppenhäuser, der Vorbau am Haupteingang und der Turmaufbau. * Alle diese großen Bauten, die als eme starke Förderung der Arbeitsaufgaben unserer Universität anzusehen sind, werden, wie wir von anderer, gutunterrichteter Seite hören, natürlich nicht in den nächsten zwei oder drei Jcchren völlig errichtet werden können. Es handelt sich vielmehr um eine Bauaufgabe, die sich über eine Reche von Jahren erstrecken wird. Skigelände für die Universität auf dem Hoherodskopf. Zur Förderung der sportlichen Betätigung der Studierenden unserer Universität wird, wie wir von zuständiger Seite erfahren, auf dem Hoherodskopf ein großes Skiaelände für die Universität Gießen hergerichtet werden, dem die Errichtung einer entsprechenden Skihütte folgen wird. Es kann damit gerechnet roerdey, daß dieses Skigelände unseren Studenten voraussichtlich schon im kommenden Winter zur Verfügung stehen wird. Der Bau der Skchütte dürfte wahrscheinlich hn Lause des nächstjährigen Sommers vorgenommen werden. B. der Atomzertrümmerung und der Erzeugung künstlicher radio-aktiver Elemente, zu behandeln und zu lösen. Der Neubau wird alle zur Erledigung des großen Auftrages erforderlichen Räume für Lehre und Forschung enthalten, so u. a. die die äußere Gestaltung des Neubaues bestimmenden großen Räume, den Hörsaal und das Hochspannungslaboratorium, in dem Gleichspannungen von 1,5 Millionen Volt erzeugt werden können. Neubau der landwirtschaftlichen I n st i t u t e. Auf dem Baugelände verlängerte Schubertsttaße gegenüber der Gaffkystraße sollen folgende Jnstttute untergebracht werden: Institut für Pflanzenbau, für Tierzucht und Milchwirtschaft, für Agrikulturchemie, für' Agrarpolitik und Betriebslehre, für Landmaschinenkunde und die Allgemeine Verwaltung. Ausreichende Lehr- und Aorschungsräume und auch Räume für Verwaltung sind vorgesehen, ebenso Versuchshäuser, Stallbauten und das zugehörige Versuchsgelände. Dem Hauptgebäude vorgelagert sind zu beiden Seiten des Haupteingangs an- geordnet — auf der einen Seite die Garagen für Personen- und Lastkraftwagen, Fuhrwerk- und u.t. das vornehme l067D Familien - Caf£ in Gießen Im „Gießener Anzeiger" Nr. 186 vom 8. August haben wir eingehend über die von der Stadt Gießen gegenwärtig durchgeführte Neugestaltung des Vorlesungsgebäudes unserer Universität berichtet. Ein weiterer Aufsatz im „Gießener Anzeiger" Nr. 189 vom 12. August machte in knappen Umrissen Mitteilungen über den Generalbebauungsplan der Universität und über die in diesem Rahmen vorgesehenen neuen Bauten. Während es sich in diesem Aufsatz um eine gewissermaßen im Telegrammstil gehaltene summarische Auszahlung der großen Baupläne handelte, macht der für die Universitätsbauten zuständige Sachbearbeiter, Regierungsbaurat G e r l a ch vom Hessischen Hochbauamt Gießen, in einem im „Gießener Universitäts-Führer 1940* erschienenen Aufsatz über die Neubauten der Universität Gießen nähere Angaben. Er betont bann, daß die Bautätigkeit der Universität der tatkräftigen Unterstützung durch den Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, der den Belangen der Gießener Hochschule größtes Interesse entgegenbrinat, zu verdanken ist, ferner den die Universität betreuenden maßgebenden Stellen der Landesregierung, vor allem auch ganz besonders dem rastlosen und vollem persönlichen Einsatz des Rektors der Universität Professor Dr. Heinrich Wilhelm Kranz, der hierbei wirksam durch die Direktoren der in Betracht kommenden Kliniken und Institute unterstützt wird, lieber die Neubau-Projekte macht Regierunasbaurat Gerlach in seinem Aussatz u. a. folgende Angaben: Außer dem Erweiterungsbau der Medizinischen Klinik und des Physikalischen Instituts, den Neubauten des Anatomischen ^Instituts und der landwirtschaftlichen Institute — letzterer liegt vorerst nur in der Planung vor — ist die Ausführung noch folgender Um- und Erweiterungsbauten genehmigt: der Um- und Erweiterungsbau der Chirurgischen Veterinär-Klinik, der mit anderen Bauvorhaben an dringlichster Stelle steht, der Erweiterungsbau der Poliklinik, der Umbau der Kinder-Klinik mit Einrichtung eines Schwesternhauses, der Erweiterungsbau des Tierseuchen-Jnstituts u. a., sowie eine größerer Anzahl kleinerer Bauvorhaben in verschiedenen Kliniken und Instituten. Ferner sind geplant die Neubauten eines Verwaltungsgebäudes der Medizinischen Kliniken (in dem auch das Institut für Erb- und Rassenpflege neue und seiner großen Aufgabe besser angepaßte Räume erhalten wird), eines Verwaltungsgebäudes der Universität, die Erweiterung der Universitäts-Bibliothek, ein Erweiterungsbau für die Frauen-Klinik, Erweiterungsbauten des Veterinär-Anatomischen Instituts, der Geburtshilflichen sowie der Medizinischen Veterinärkliniken, die Errichtung einer Großheizungsanlage, die Erweiterung des Wäschereihauses, der Küche der Chirurgischen Klinik usw. Eine besondere Aufgabe ist durch die geplante Umgestaltung der Klinikstraße gestellt, die zur Zeit als allgemeine Verkehrsstraße das Gartengelände der Kliniken in zwei Teile teilt. Nach Entfernung der hohen eisernen und hölzernen Einfriedigungen auf beiden Seiten der Straße und deren Ersatz durch niedrige Ligusterhecken mit Nischen für Figuren und Bänke und nach Säuberung von überflüssigem Baumbestand sollen weite und übersichtliche Rasenflächen entstehen, die die drei großen Kliniken, die Medizinische, die Chirurgische und die Frauen- Klinik auch nach außen hin in Verbindung bringen, wobei auch die Beseitigung des viel zu klein aeroorbenen Verwaltungsgebäudes und zweier Wohnbauten, die Errichtung eines Torhauses an der Frankfurter Straße und einer das gesamte Kliniksgelände umfassenden Einfriedigung vorzusehen ist. Die schöne Melusine Roman öon Hans Richter 29 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Tilde will die Frau nicht verwirren, deshalb hat sie ihr ruhig zugehört. Jetzt wird sie aufmerksam. „Was ist denn mit dem Wasser los?" „Sind noch zwei draußen auf dem Wasser mit dem Boot." „Vielleicht Herr und Frau Mewes mit ,ßotiefen’? Da brauchen Sie keine Angst zu haben, Fräulein Brümmer, die wissen Bescheid hier." „Nein, das ,Lotteten' liegt unten im Bach, und Herr und Frau Mewes, da stehen die Schuh vor der Tür." Fikchen muß kichern. „Die waren beinah die ersten, die sich verdruckt haben." „Also, wer ist es denn?" „Ein junger Mann und ein Fräulein. Erst sind sie runter ans Wasser und haben im Friedrich sein Boot nur geschunkelt. Wir naben früher auch gern geschunkelt, Fräulein Rohloff, tun alle jungen Leute gern. Ja, aber als Friedrich vorhin noch mal nachsieht, ist der Kahn fort, und das Pätschel ist auch weg. Nur die Schöpfkelle, die haben sie wohl nicht für nötig gehalten, weil ja Friedrich heute den Kahn für die Gäste ganz trocken geschöpft hat. Die liegt im Rasen." Tilde denkt sofort an die Fahrt neulich mit Hellwig, und sie stellt sich die beiden Berliner in dem alten brüchigen Boot mitten auf dem See vor. Dazu noch bei dem aufziehenden Gewitter. „Da muß etwas geschehen, Fräulein Brümmer", sagt sie. „Haben Sie eine Laterne?" Während Fikchen unten die Laterne sucht, zieht sich Tilde rasch an. Dabei überlegt sie, ob sie Fritz Mewes wecken soll. An Hellwig und Holzmann ist in diesem Fall nicht zu denken. Aber sie verwirft den Gedanken sofort wieder, schärft Fikchen noch ein, sie dürfe die Sommernachtsträumler nicht unruhig machen, und stolpert davon. Romantik ist ganz schön, aber bei Nacht sind romantische Wege schwer gangbar, und ehe Tilde unten am See ist, hat sie mehrere Male beinahe auf der Nase gelegen. - Hier unten sieht alles ein bißchen anders aus. lieber das Wasser fegen eben die ersten Böen, und hinter dem Walde zucken die Blitze. Es ist stichdunkel, und man kann die Hand nicht vor den Augen sehen, nur die Wasserfläche leuchtet fahl und glitzert im Schein der elektrischen Entladungen auf. Tilde schwenkt die Laterne, formt die Hände zu einem Trichter, ruft „Hallo! und horcht auf. Nichts. Man kann hier nicht untätig stehen, denkt sie. Man muß etwas unternehmen. Friedrich Brümmers Kahn ist das Gegenteil einer Lebensversicherung, und nicht alle Berliner sind geborene Seeleute. Solche, die mit einem Boot losfahren und die Schöpfkelle daheim lassen, schon gar nicht. In dieser Schwierigkeit fällt Tilde das brave ,Lotteken' ein. Mit einem Faltboot hält man es auch bei Schlechtwetter auf dem See aus. Als vernünftiger Paddler würde man natürlich bei Ausbruch eines Gewitters alles andere tun als ausfahren — was tut man aber, wenn man für einen B Sommernachtstraum voll Menschen die wortuna trägt und nicht nur als Mensch, sondern auch im Interesse einer Firma denken muß? Das gute ,Lotteken' ist fahrbereit wie immer. Fritz hat die Spritzdecken eingeklemmt und die Mannlöcher gedichtet. Die Paddel liegen drin. Im Augenblick hat Tilde Schuhe und Strümpfe ausgewogen, steht im Bach und schiebt das Boot vor sich her über die Sandbank, steigt ein, befestigt die Laterne notdürftig und paddelt los. Sie ist noch keine zehn Meter vom Ufer entfernt, als wieder eine Bö heranfegt. Ein Blitz erhellt für einen Augenblick den See und im Licht dieses Blitzes glaubt Tilde in der Nähe der Runeninsel ein schwarzes Etwas gesehen zu haben. Es ist aber schon wieder dunkel, und der lärmende Donner übertönt alle Geräusche. ,Hallo!" ruft Tilde, „Hallo!" Nach der Bö tritt eine gewisse Ruhe ein, jene trügerische Ruhe, die nur eine Atempause bedeutet und der bestimmt eine nächste starke Bö nachfolgt. Tilde weiß genau, was kommt. Das dauert so lange, bis das Gewitter heran ist und bis der richtige Regen einsetzt. Dann ist es zwar mit dem Wind vorbei, aber es ist auch nicht ratsam, auf dem See zu bleiben, denn nach dem Gesetz der sich anziehenden Pole ist das Faltboot bann der höchste Punkt und beträchtlich gefährdet. Jetzt aber handelt es sich nur um den schwarzen Punkt und um nichts anderes. Tilde beschließt, mit aller Kraft ihm entgegenzupaddeln. Hält an, als sie einen Schrei zu hören vermeint, der wie „Hilfe!" klingt. „Auf die Insel zu halten!" ruft 1 fahrt zur Mühle ist zu weit. Äu in—sei!" So etwas kann man rufen, wohin aber der Wind die Worte trägt, weiß fein Mensch. Und jetzt wird es richtig. Bo folgt auf Bö. Der schwarze Reiter, von dem die Leute hier am Endsee fabeln, hat sein Roß bestiegen und reitet durch Die Nacht. Tilde schafft mit zusammengebissenen Zähnen, und der Wind treibt sie. Das Wasser ist aufgewühlt, ober es kann dem braven ,Lotteken' nichts antun. „Ich komme!" ruft sie zwischendurch in Abständen. „Ich komme!" Hört wieder Rufe, die recht verzweifelt und ängstlich klingen, sieht im Licht der Blitze bas Schwarze, das wirklich Olsch Brümmers klappriger Kahn ist, sieht aber keine Menschen darin. Als sie neben dem Kahn tanzt, weiß sie immer noch nicht, was los ist. Der Kahn ist halb voll Wasser, aber sonst leer. Menschen sind nickt darin. Den Kahn muß man seinem Schicksal überlassen. Das Schicksal der Menschen ist wichtiger. ,Hallo!" ruft Tilde. „Hallo!" Und jetzt vernimmt sie ganz deutlichchine Männerstimme: .Hierher!" <> Ein paar kräftige Schläge, bann taucht neben dem Bootsranb ein Männerkopf auf und ein Arm greift nach oben. . .Halten Sie sich hinten am Boot, sonst schmeißen wir um!" ruft Tilde, aber es ist bereits zu spät. Der Ertrinkende hat allen Verstand verloren, versucht sich an dem Bootsranb hochzustemmen, hindert Tilde sogar, bas Paddel zu gebrauchen, und — Tilde fühlt, daß sie im Wasser liegt, daß die Kleider sich wie Stricke um sie herumlegen und daß das Boot über ihr lastet. Sie kämpft, fühlt Arme, die nach ihr greifen; wehrt sich verzweifelt, denkt an alles, was sie über Rettungsschwimmen gelernt hat, und kann es doch nicht anwenden. Dann weiß sie nichts mehr. 27. Als sie wieder aufroadjt, liegt sie irgendwo flach am Boden und ein Jemand hantiert an ihren Armen. „Na, da wären wir ja wieder", sagt er und läßt die Arme los. „Hat allerlei Mühe gekostet." Tilde hat die Stimme von Heinz Deetjen wohl erkannt. Well sie es aber nett findet, diese Stimme gerade jetzt zu hören, hält sie die Augen geschlossen und beschließt, bewußtlos zu bleiben. Fühlt sich auf- gehoben, getragen und merkt, daß sie jetzt im Trockenen und nicht mehr im Regen liegt. Und außerdem weicher als vorher. „Dann wollen wir mal weitermachen", sagt die Stimme, und die Schritte entfernen sich. Tilde schlägt die Augen auf und zwinkert, lieber ihr glimmt eine kleine elektrische Lampe, und im Schein dieser Lampe kann sie sich orientieren. Sie weiß zwar nicht, wie sie hingekommen ist, aber bestimmt ist dies ein Zelt, und wahrscheinlich ist es das Zelt von Heinz Deetjen auf der Runen-insel. Draußen strömt, wie am ersten Abend, der Regen: In bas Rauschen des Regens hinein hört sie Worte: „Dampfheizung kann ich Ihnen nicht liefern, mein Lieber. Seien Sie froh, daß sie und das Mädel überhaupt noch da sind. Hab ich Ihnen nicht gesagt, Sie sollten warten und ich würde Sie auch noch an Land bugsieren? Ladies first, mein Neber, besonders, wenn's ans Ersaufen geht. Wer hat Ihnen denn überhaupt erzählt, baß Sie mit bem alten Klapperkasten Mondscheinpa rtten machen sollten? Niemand hat Ihnen das erzählt — eins — zwei — eins — zwei — das Wasser, das Sie geschluckt haben, muß raus, mein Guter!" „Do ist Käte?" gurgelt eine andere Stimme. „Wenn Käte das Mädel barstellt, mit dem Sie eben das Familienbad genommen haben, bie liegt nicht weit von Ihnen und ist gerade nicht bei sich." (Schluß folgt!) sie. „Die Ueber- f bie Ru—nen- Ein fettfreies Wafchmittel mit fettlösender Wirkung - das ift Im! ! Die Berufskleidung kann noch fo verschmiert, verölt, verkrustet fein, ImI löst alles, reinigt gründlich und spart Seifenkärtchen. (23) . Den hon bei Schnoake toi oerndjelt (W). Schlinkemächern (W). Seichbeul (V). Der Hot ebbes offem Kerbholz (W), dem Reff (23). Dej Bosse Hot der lus, omer ärweln well er naut (W) En dem sane Scbouh macht aich aach net schtecke (ober: schti) (W). Dej hon alles oerärwelt (W). Der halftert sech so borch (23). En Schtäcke met em helfter- bane Schmormel — ui! (W). Dräcksack (23). So ä Zeugwerck (253). Der es net bei her Schtang geblewe (23). Der gits oawer oab (W). Langes Fäbchen, faules Mädchen (253). Met Knopp, Kameelgoarn un Seire (253). Schtäl bech boch net so holzebockig a (253). Alles wejs en Sack git (253). De Sack es be Bennel nsit wert, bren fange hon nett Katze fej Maus mih (253). Freub- on La(i)btuch (Ä). Zih wej Juchtelerrer (23) ober Hostelerrer (253). Do tonte en Schnerr on hi woarsch, alleweil Hot bej orm Seel Rouh (2B). Doas git oab. wej Keilholz (D). Der boahrb bes Brätt oan, wus am betffte es (23). Der Hot e lang Laring (23). Der Hot aach noch fej Oweschraube oabgebesse (23). Dej wolln so e wingk rumbubefn (253). rNenschliche (Eigenarten, Eigentümlichkeiten, Gebrechen: 253oas iw es e Kerl es, es en Owerheß, omer« hessisch Blout is koa Bottermelch (23). Bossemichel (22). (Bossernächer?). Doas woar so en Schalk (22). Schaweneckser (253). Langes Laster (22). Schlappschwanz (23). Greinbeiß (22). Jlendsklowe (22). Kreppebessern (253). Hoinjergrisfer (253). So e Lifft« che (23). Schpäbrenner (22). Dej oalt Oobrengersche, bou wast jo, wej ses macht (253). Treu ahlt Hutzel (23). Dräckleps (22). Der soll benen nor als zus be Pattschombel (pot de chambre) mache (22). Dou best oach net pur (23). Schiächtschwätzer (22). Dej Hot mech gas bormelig geschwast (23). De 23errärer schlaft neit (22). Dej es zou 'goud, bej kann kam moas abschla(n). Der protzt gor leicht (23). Blunz unb Ginter (23). Der Bonbig (von Sommersprossen?) (22). Der kan kam bure Hu aut gebu (22). Der git net mitem Schtäcke bei a but Hinkel (22 unb 23). Wann ber zeh Mak en be Dasch Hot, mecht er sech vor zwanzig Sorje (22). Ausm Hanbkäs werb kan Schwazerkäs (22). Rurer Schpetzboub (23). Dreibroaht (22). Dej met irm Buschkopp hat sech net geejbt, jo, jo, so rnächtses (22). Schtanb gas bebrep- pelt bo, bei Hot ehlah des Aaseh (22). Spanne- guckes (23, 22). Jwereckfche Oasichte, ingewenbe Ahn- sichte (22). Es es san zwat 23abber (W). Der Kerle loagk em Bett wej en Wäkwaser (23). Dej träres oawer ob, bej huns net schlacht ab geb rare (23). Ahle Leu sein wonnerlich, ahlt on schlacht (23). Dere denkts schont garlang. (22). Der es glei owe wirrer (22). Met bene zwa Ahle tritt er noch auer Last (23). Des Ahler git voran — bej Irepp enab (23). So ahlt git kan Esel off ber Wetter (22). 3u« genb well bei Jugend (22). Woas schwast ber Kerl fe schlacht (23). Dej rnecht alles br Näh noach (22). Ah Dem es ka Untötche, ber es noch goub bej br Hahnb (23). Dej Hot je nejt all — wej bej bo(r)zelt (22). Mer mahnt, es trahmt em (22). Hoste wirre ahs erunner gemoagt? (22). Der wahnert (22). Mer mahnt, bou wärscht err (22). Owe ui on unne fui (23). Der gockt met bem lenke Aag en be rächt Westetasch (23). Der gockt met bem ah Aag ens Blofelb (22). Es git aner Werrer, bej Esel galern sich (Metapher für balgenbe Jungen) (22). Bei bem leit be goure Most aach em schlachte Faß (23). Es Ahlter es e schwieres Malter (bie einzelnen Körner- arten sind verschieben schwer) (22). Dos es ka goub (22). Aich saj net rachbegierig („verfrässe") (22). Des Mensch Hot ber Lach geto (22). Lästige Frager unb Vittsteller. Sie werben kurz abgefertigt: He Hot neit veil met em gemoacht (22). Met Holme Worte: Rächt, wej annertoter! (22). Moacht fej Schprich un loast mer mej Rouh (22). Woas guckste mech als so al (22). Schpor bein Drem! (22). Do es ka 9tebb bervo (22). Doas es mer ka Ge- mäch (22). 22oas mitte bobermit, dos gehört io net heiher (22). Er Hot bei mer fei Echo gefunne (22). 'S es en Schtracker, en Schtrackedach (22). Aich könnt bo net oangelanbe (W). Aich hon em fa Gehee gebbe (22). Mach bech perr! (23). Den hon aich gemostert (W). Dem hon aich fa Schube gäwe (22). Frage: Woas sähste? Antwort: Halb so wich- tig! (22). Lost maich boch erscht emol zo mer selwer komme (22). Wer langt fräkt, git langt im (23). Wer oejl fräkt, git aach vejl irr (23). „Nachher schloaft er schont?^ klopft eines Abenbs ein Tagelöhner an bas geschlossene Fenster eines Wetterauer Bauern. „Naa, woas es?" fragt ber öffnenb. „Lehnt mer boch glei emol en Laib Brub!" Darauf ber andere: „Na, aich schlöffe schont." Äriegerfomerab'dhaft Ouienhofen. £ Dutenhofen (Kreis Wetzlar), 16. August. In ber Gastwirtschaft.„Zum Gambrinus" hielt bie NS. -Kriegerkamerabschast Dutenho« f e n ihren Jahresappell ab, in dessen Mittelpunkt die Bekanntgabe des Jahresberichts für bas ab- gelaufene Geschäftsjahr ftartb. Kamerabschaftssührer Weber konnte neben Den Kameradschaftemitgliedern zahlreiche aus bem Felde im Urlaub roeilenbe aktive Kameraden unb besonders auch Ehrenmitglieder begrüßen. Nach ber üblichen Ehrung ber Gefallenen und ber in ber Heimat verstorbenen Kameraben erstattete er ben Jahresbericht. Im Verlaufe bes jüngsten Geschäftsjahres ist die hiesige NS.-Kriegerkameradschaft mit einer Reibe bedeutsamer Veranstaltungen an die Oeffentlichkeit getreten. Der Kameradschaft gehören gegenwärtig 148 Kameraden an, gegen 146 zu Beginn bes Geschäftsjahres. Eine stattliche Anzahl Kameraden steht jetzt mieber, wie einst im Weltkriege, im aktiven Dienst bei ber Wehrmacht. Der Kassenführer, Kam. Loh, konnte einen sehr erfreulichen Kassenbericht vorlegen, ber einen guten Stand ber Kasse aufzuweisen hatte unb bem Rechner einstimmige Entlastung brachte. Der Schießwart, Kam. Karl Lohr, erstattete ben Bericht über ben Schießbienst. Äm Anschluß an bie Berichte nahm ber Kame- radschafteführer bie Auszeichnung mehrerer beson- bers verbienter Kameraden vor. Es erhielten bas 'Ehrenmitglieb Ludwig Agel, Haus Nr. 139, bas Kyffhäufer-Ehrenzeichen II.Klasse, Friebrich Weber für 50jährige treue Mitgliedschaft bie Ehrenurkunde und das Goldene Jublläumsabzeichen, ber stellv. Kamerabschafts sichrer Fr. Loh, Haus 3tr. 236, und Kam. K. Agel für 40jährige Mitglieb- schäft je ein Vilb des Führers und bas Jubiläums- aozeichen. Weitere 19 Kameraden wurden für 25- jährige treue Mitgliedschaft mit dem vom NS^ Reichskriegerführer gestifteten neuen Jubiläumsab-' Zeichen ausgezeichnet. All diesen bewährten Kamera- Den wurde vom Kameradschaftsführer ber Dank ber Kameradschaft für ihre langjährige treue Mitgliedschaft ausgesprochen. Unter „Verschiebenes" mürbe u. a. mitgeteilt, daß bei ber Metallspende die Fahnenspitze der alten Fahne geopfert wurde, bie Kameraden die Altmaterialsammlung kräftig unterstützten und außerbem bie Verbindung mit den im Felde stehenden Kameraden eifrig gepflegt wurde. Eine Sammlung in der Kameradschaft für die Kyffhäuser-Waisenhäuser erbrachte den Bettag von 92 RM., eine Sammlung für den Dolksbund Deutsche Kriegsgräber-Für- forge ergab 120 RM. Rückschauend konnte der Kameradschaftsführer am Schlüsse bes Appells bie Feststellung machen, baß bie Kameradschaft auch im abgelaufenen Jahre unb besonders währenb bes jetzigen Krieges in opferbereiter Treue und Pflichterfüllung sich bewährt hat unb mit allen Kräften dazu beiträgt, baß ber Kampf bes Führers unb bes beutschen Volkes für unser Daterlanb auch von ber hiesigen Kriegerkameradschaft mit allen Kräften unterstützt wird. Danach wurde ber offizielle Teil des Appells in üblicher Weife geschloffen. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 16. Aug. Der Unteroffizier Otto G i e r h a r b t von hier, zur Zeit in Frankreich, würbe für Tapferkeit vor bem Feinde mit bem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. * Ettingshausen, 14. August. Am vorigen Sonntag hatte der Untergruppenführer Revierförster Keil eine Luftschutzübung angesetzt. Zu Beginn brachte er bie letzten Rundschreiben mit näherer Erläuterung zur Kenntnis und sprach über Zweck und Ziel ber Hebung. Diese wurde im Freien abgehalten, und bei einer Brandbekämpfung wurde festgestellt, baß bie Selbstschutzgeräte, wie Morgen oberhessisches Kriegs-Bergfest Weidig-Dergfest und Hoherodskopf-Bergfest werden, wie wir sck>on mitgeteilt haben, morgen als oberhessisches Kriegs-Bergfest gemeinsam auf bem Schrenzer bei Butzbach durchgeführt. Zum Bergtreffen liegen rund 700 Meldungen vor, für eine Kriegsveranstaltung ein ausgezeichnetes Ergebnis. Außer ben Vereinen unb Gemeinschaften, die immer zur Stelle waren, sind diesmal auch entferntere Vereine des Bereichs Hessen vertteten und erstmals auch Wettkämpfer aus bem Nachbarbereich Südwest. Don Gießen haben Tv. 1846, Mtv., 23fB.-R., Postsportverein, letzterer mit 17 Teilnehmern, unb bie Gefolgschaft der Motor-HI. gemeldet. Mtv. und Postsvortv^rein sind auch an den Staffeln um die Wanoerpreise bes Weidig-Bergfestes beteiligt. Auch aus bem Kreise Gießen liegt eine erfreuliche Zahl von Meldungen vor. Die Wettkämpfe beginnen nach einer kurzen Morgenfeier um 10 Uhr. In einer Besprechung, bie NSRL.-Dezirksführer, SA.-Haupt- iturmbannführer D tt e r b e i n, zur Vorbereitung des Bergfestes In Butzbach burchführte, wurde beschlossen, daß ausnahmsweise vor Beginn ber Kämpfe noch Nachmeldungen angenommen werden. Dieser Besprechung wohnte als freudig begrüßter Gast auch Divisionsarzt, Oberstarzt Dr. Hermann Rau bet, ber frühere hessische DT.-Gauftchrer. 1900 - VfB.-Reichsbahn. Im Kampf um bie Kriegserinnerungsplakette stehen sich am Sonntag auf bem Platze der Spvg. 1900 bie betben Gießener Vertreter gegenüber. Da bcibe Mannschaften die bis jetzt ausgetragenen Spiele siegreich beenben konnten, ist bem Spiel allein schon ber nötige Reiz gegeben. Hinzu kommt aber noch, daß auf beiden Seiten erhebliche Verbesserungen in ber Mannschaftsaufstellung vorgenommen werben konnten. Beim VfB.-Neichsbahn finb neben bem von Hessen-Hersfelb ftammenben Grüning, Fleischhauer, Lehrmunb, Anton unb Rohm wieder zur Verfügung. Bei 1900 sind es bie Urlauber Pankok unb Hormel sowie bie brei Junioren Hoersken, Nitzkorski unb Gruben von Schalke 04, die.bas seitherige Mann- schaftsbilb wesentlich verändern. Im einzelnen stehen die Mannschaften wie folgt: D f B.- R.: Barschel Fleischhauer Schlitz Schlitz Anton Lehrmunb Ehmann Funk Grüning Rohm Hofmann Nachtigall Nitzkorski Hoersken Kraft Robenhausen Hormel Jäger Pankok Goß Gruben 1900: Fischer Alles in allem Voraussetzungen für ein Spiel, das an bie kampfreichen Spiele vor bem Kriege erinnert unb feine Anziehung wohl nicht verfehlen wirb. I. Klasse: Grohen-Vuseck — Steinberg. Diesem Kampf kommt besonbere Bedeutung zu, denn es gilt zunächst für die Teutonen, den schlechten Eindruck der letzten Begegnung vom Sonntag zu verwischen. Die Platzherren dagegen wollen beweisen, daß das Unentschieden durchaus kein Zufall war, sondern die augenblickliche Spielstärke der auf» gestiegenen Elf widerspiegelt. Die Teutonen stehen daher vor einer sehr schweren Aufgabe, denn morgen müssen sie „in ber Hohle des Löwen" antreten. Die Mannschaft muß mit weit besseren Leistungen aufwarten. Die Busecker werden einen Kampf auf Biegen unb Brechen liefern, dessen Ausgang völlig offen erscheint. __________________ Feuerpatsche und Einftellspritze, ausgezeichnete Ab- wehrmittel sind. Mit großem Eifer gingen bie Selbstschutzkräfte an bie Bekämpfung bes Feuers. Der Bürgermeister war bei ber Hebung zugegen und gab noch verschiedene Anregungen. Feste Börsenwoche. Frankfurt a. M., 15. August. Auch der neue Berichtend schnitt brachte eine Fortsetzung der festen Stimmung an ben Börsen, nicht nur beschränkt auf den Rentenmarkt, sondern diesmal auch auf ben Aktienmärkten. Das dürfte au einem gewissen Teil daraus zurückzuführen sein, baß das anlagesuchende Publikum sich jetzt auch den Aktien zuwandte, insbesondere solchen Werten, die man angesichts bes Durchschnittsmoeaus als etwas zurückgeolieben ansieht. Die Rentenmärkte, die bisher als Hauptanlagegebiet anzusehen waren, sind im Material sehr eng geworden, vor allem kann die Nachfrage nach Neichsschatzanweisungen nicht mehr befriedigt werden, während bei ben ebenfalls begehrten Pfandbriefen die Marktleere ebenso anhielt wie bei Stadtanlechen. Die neu herauskommenden Jnbustrieobli- gatlonen fanden vorweg volle Unterfunft. So kam es, daß bei Aktien sich Kurserhöhungen einstellten, die meist zwar nur 1—2 o. H. ausmachten, in zahlreichen Fällen aber bis 4 und mehr Prozent hinausgingen. Dieses höhere Niveau hat sich im Laufe der Woche Ziemlich halten können, wenn auch vereinzelt Gewinnmitnaymen des Berufshandels, In den letzten Tagen vorübergehend auch kleine Abgaben des Publikums, Schwankungen nach sich zogen. Fest lagen vor allem Maschinen-, Auto-, Chemie-, Bau-, Zellstoff- und Elektroaktien, daneben auch Verkehrswerte recht freundlich, während am Montanmarkt die Kurssteigerungen sich in mäßigem Rahmen hielten. Am R e n t e n m a r f t ist die Hausse der Alt- besitzanleihe des Reiches, die bis 155 anziehen konnten, zum Stillstand gekommen, zumal ber eigenartige Charakter bieses Papiers keine wirksamen Gründe für ein solches Ansteigen rechtfertigen konnte. Sonst lagen die Renten ziemlich unverändert. Die zu diesem Markt zu zählenden Reichs- bahnoorzugsaktien haben sich etwas erholt. Die allgemeine Tendenz wirkte sich am Markt ber Freiverkehrswerte ebenfalls aus Garbenteich — Rodheim. Die Sportgemeinde Garbenteich erwartet die Turner aus Rodheim. Beide Mannschaften haben sich lange keinen Kampf mehr geliefert, mit desto größerer Spannung siebt man dieser Begegnung entgegen. Die Platzherren haben in ihren zwei Spielen gezeigt, was in ihnen steckt, sie werden, zumal auf heimischem Boden, ein sehr starker Gegner sein. Die Gäste sind in ihrer Spielstärke etwas Aurückgefallen, was jedoch nicht besagt, daß sie unterschätzt werden dürfen. Wir trauen den Platzherren einen sicheren Sieg zu. II. Klaffe: Steinbach — Grohen-Linben. Die junge Mannschaft aus Großen-Linden trifft in ihrem brüten Spiel auf den Tabellenführer Steinbach. Früher haben sich bie beiden Mannschaften heiße Kämpfe geliefert, jedoch sind hie Steinbacher unbebingt als stärker einzuschätzen. Die Gäste müssen deshalb auf ber Hut sein, damit die Niederlage in erträglichen Grenzen bleibt. • Heuchelheim — Hungen. Diesmal muß Hungen auswärts antreten. Die Heuchelheimer haben bewiesen, daß sie zu kämpfen verstehen, und sind daheim ein schwer zu bezwingender Gegner. Die Gäste gelten zwar als sehr stark, jedoch glauben wir kaum, daß es ihnen gelingt, in Heuchelheim zu einem Siege zu kommen. VfV.-R. 1. Jugend — Wohnbach 1. Jugend. Am kommenden Sonntag bestreitet die 1. Jugend von VsB.-Reichsbahn ein Freundschaftsspiel gegen bie 1. Jugend von Wohnbach. Die 1. Jugend von VsB.-Reichsbahn zeigte sich in ihren letzten Spielen von ber besten Seite. Man barf mit einem schönen Spiel rechnen, dessen Ausgang völlig offen ist, ba bie Spielstärke ber Gäste hier nicht bekannt ift Daubringen 1. Fugend — Raunheim 1. Fugend. Am nächsten Sonntag treffen sich diese Jugend- Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel auf bem Walbsportvlatz in Daubringen. Da ben Gästen ein, guter Ruf vorausgeht, erwartet man ein schönes Spiel, dessen Ausgang völlig offen ist. Daubringen spielt in ber Aufstellung: R. Opper, 22. Wagenbach, O. Frey, K. Weimer, E. Geißler, 22. Mohr II., R. Walther, H. Schäfer, E. Walther, H. Keil unb E. Weimer. (Sporfgemeinfcbaft in Lollar Die vom VfL. Lollar, Fachschaft Leichtathletik, während des Krieges ins Leben gerufene Sportgemeinschaft erfreut sich immer größerer Beteiligung. Außer bem VfL. Lollar sind der Turnverein Ruttershausen mit seinen Leichtathleten, sowie ber Sport-Club Daubringen mit zwei talentierten Jugendlichen, Opper und Moor, vertreten. Durch die regelmäßig gemeinschaftlich durchgeführten Trainingsstunden konnte bei allen Sportlern eine Leistungssteigerung erzielt werden. Gelang es doch vor kurzem Schleenbecker, im Hochsprung wieder 1,78 Meter zu überspringen. Um das Frauenturnen zu fördern hat Fachschaftsleiter M u n z e r t die Ausbildung der BDM.-Gruppe Lollar im Leichtachletik- Sport übernommen. Am nächsten Sonntag beteiligt sich die Sportgemeinschaft am Weidigsest in Butzbach. Es starten von Lollar: Schleenbecker, Munzert, Moos, Ziegler und Jung; von Ruttershausen: Schneider, 22ilhelm Ott, Walter Ott, Sauer, Mank und Schwarz. Die jugendlichen Sportler von Daubringen und Lollar können sich nicht beteiligen, ba für diesen Tag Fußballspiele abgeschlossen sind. Der Handel auf dem Wege zur Kriedenswirtschast. Die Probleme kommender Friedenswirtschaft beherrschen bereite bas Denken. Der Prozeß ber Umstellung begann eigentlich bereits vom Bewußtsein an, daß sich ber Krieg in das entscheidende Stadium bes Endsieges entwickelt hat, besten Produkt ein gestärktes unb gesichertes Großbeutscylanb und ein völlig verändertes Weltbild ist. Aus der Aen- berung Der Machtverhältnisse, der Neugestaltung bes ßebensraumeö, ben veränderten Dringlichkeitsgraben ber nationalen Probuktion usw. ergeben sich Fragen von einschneidenber Bedeutung, die ben HanbeI nicht unberührt lassen, dessen Empfindlichkeit für alle Schwankungen ja besonders groß ist. Im wesentlichen hat der Handel in ber Kriegswirtschaft seine Existenz weit zäher behaupten müssen als etwa die I n b u st r i e, da er natur» gemäß nur in geringem Maße für kriegswirtschaft» liche Arbeitsleistungen herangezogen werden konnte. Daß er trotz aller Einschränkungen und Schmierigkeiten sich leistungsstark erhalten hat, zeugt für die Kraft, die er sich dank nationalsozialistischer Wirtschaftsplanung aneignen bürste, unb ist andererseits eine wesentliche Voraussetzung für ben reibungslosen Uebergang zur kommenden Friedenswirtschaft, vor ben sich bie Industrie gestellt sieht. Erleichtert wird dieser Hebergang durch die großzügigen Wtttschaftsvorhaben und Wirtscyaftsplanungen, die bereits für die erste Friedenszeit von ber öffentlichen Hand verkündet worden sind. Es sei nur an das wahrhaft gigantische Wohnungsbauprogramm erinnert. Dadurch wird kein 23afuum zwischen Kriegs, und Friedenswirtschaft entstehen und gerade die Garantie für die außerordentliche Beschäftigung eines solchen Schlüsselgewerbes läßt günstige 2lusfid)ten für die gesamte Wirtschaft einschließlich des Handels zu, besten Wohl und 22ehe ja immer am engsten mit der durchschnittlichen Lebenshaltung des Volkes verbunden zu sein pflegt. Auf drei Grundfragen lassen sich bie Probleme des Handels für' bie Hmstellungszeit zurückführen: 1. die Absatzmöglichkeiten, 2. die Liefer- fähigkeitund schließlich 3. die Geld flüssig- t eit. Kaum jemand dürfte bezweifeln, baß bie Hmsatztätigkeit nach bem Kriege eine rege sein wird. Jeder Friedensschluß pflegt einen Witt- schaftsaufschwung zu bringen, schon weil im Kriege sich Bedarf angestaut hat. Die nach dem Kriege zu erreichende Besserung der Lebenshai- t u n g unterstreicht diese natürliche Tendenz. Freilich dürfte sicher fein, daß mit Milderung oder Aufhebung der Bezugsöefchränkungen eine gewisse Um» stellung ber Nachfrage eintritt. Darin liegt eine un- aeherwe Chance für alle entsprechenoen Wirtschaftszweige. Sie braucht aber keinen Nachteil für die jetzt nicht bezugsbeschränkten Waren darzustel- len, ba bie gesamten Absatzmöglichkeiten gewaltig anschwellen werden und zur Zeit auch ein Teil ber nicht bezugsbeschränkten Waren schwer lieferbar, also umsatzbeschränkt ist. Für diese Gegenstände besteht zweifelsohne ebenfalls eine starke Reserve an Nachfrage. Man kann annehmen, daß bie durchschnittliche Hmsatzsteigerung von 10 v. H., auf die sich der handel eingespielt hatte, für Jahre nach bem Kriege auch wieder eintteten wirb, wohl zusätzlich einer Quote für steigende Kaufkraft. Was nun die Lieferfähigkeit anbelangt, so wirb die Besserung schrittweise entsprechend bem Rückfluß an Menschen und Material eintteten. Normale Verhältnisse werden eine Weile auf sich warten lassen, und die staatliche Wirtschaftsordnung sorgt weiterhin für planvolle Bedarfslenkung, aber auch für Produktionsplanung nach ber Dringlichkeit der Nachfrage, für bie im Frieden eine anbere Ordnung als im Kriege herrscht. Mit ber fortschreitenden Rückentwicklung zu Friedensverhältnissen steigen entschieden auch die Ansprüche ber Kundschaft an Die Lagerhaltung. Das Publikum wird wieder wählerisch werden. Vergleiche mit dem Wett, krieg können kaum oder nur sehr bedingt angestellt werden, ba die Verhältnisse von Grund auf anders liegen. Mit ber Rückgabe unserer Kolonien und der sonstigen Erweiterung des wirtschaftlichen Lebens- raumes Großdeutschlands verbessert sich die Rohstoffbasis so sehr, baß für bie Produktion ein anderer Ausgangspunkt besteht, ber sich freilich nicht von heute auf moraen auswirken kann, aber für bie künftige Lieferfähigkeit eine große Rolle spielt. Gerade im Handel hat die weitgehende Räumung ber Läger eine nie geahnte Gelb« flüssigkeit erzeugt, ein Zustand, ben jedermann begrüßen muß. Der selbständige Kaufmann freut sich am meisten darüber. Im gegenwärtigen Umfange kann biefer Zustand nicht anhalten. Aber ber Handel soll dafür sorgen, daß er flüssig bleibt unb Kredite auf jeden Fall nur in vertretbarem Maße beansprucht. Heb erleg ter Ausbau der geräumten Läger ist anzuempfehlen. Vor bem sinnlosen unb unkaufmännischen „Alleskaufen" muß besonders für bie Hebergangszeit gewarnt werden, zumal in den meisten Artikeln auch die Mode alsdann wieder eine größere Rolle zu spielen beginnt. So sind die Probleme sicher nicht immer einfach, die der Handel auf dem Wege von ber Kriegs- zur Friedenswirtschaft vorfindet. Er hat aber Die viel schwierigeren in bie Kriegswirtschaft hinein gemeistert und wird den neuen mit nicht geringerer Schaffensfreude begegnen. Dr. Ruaolf Albert. Luftwaffe sucht Lehrer für Hachschuldierist. Nach einem Erlaß des Reichsluftfahrtnrinisters ist Soldaten und Beamten bes Beurlaubtenstandes ber Luftwaffe, die im Zivilberuf Lehrer bes höheren Schulbienstes, Dolksschullehrer ober Mittelschulleh- rer finb, für bie Zeit nach bem Kriege Gelegenheit gegeben, In ben Fachschulbien st der Luftwaffe überzutreten. Die Luftwaffe unterhält Fachschulen, in denen die langdienenden Unteroffiziere und Mannschaften für ihren späteren bürgerlichen Berus geschult werden. Der Unterricht in diesen Schulen wird in der Regel von hauptamtlich tätigen Lehrern erteilt. Entsprechend den bei ben z&e* Kathreiner Das galt immer |chon,und jetzt erst recht. Schulen cfngerWehri zwes Lehrgängen besteh? efrte Laufbahn des höheren Dienstes und eine des gehobenen Dienstes. Für bie Laufbahn des höheren Fachschuldienstes kommen Studienräte und Studienassessoren aller Jahrgänge in Betracht, für die Laufbahn des gehobenen Dienstes Volks- und Mittelschullehrer. Bis zum Ausbruch des Krieges bestanden 45 Fachschulen der Luftwaffe. Weitere Fachschulen sollen eröffnet werden, so daß sich für die Bewerber recht günstige Aussichten bieten. Arbeitseinsatz nach demKriege Den Bemühungen der Arbeitseinsatzverwaltung ist es gelungen, bei den männlichen Beschäftigten seit Kriegsausbruch eine Zunahme von rund einer Million Kräften zu erreichen. Die neuen Kräfte stammen einmal aus dem Schulentlassungsjahrgang 1940, zum anderen aus älteren Kräften, die sich wegen des Krieges noch nicht zur Ruhe gesetzt haben, ferner aus dem Kreis der nicht oder nicht mehr Berufstätigen und endlich aus den neuen Ostgebieten und dem Ausland. Beim Fraueneinsatz ist zunächst bis Ende Februar 1940 ein Rückgang eingetreten, im Hinblick auf das starke Ansteigen der Heiraten, die Rückkehr in elterliche Betriebe, ausreichendes Familieneinkommen, Verzicht auf die Arbeitspflicht der Empfänger von Familienunterhalt usw. Rach Ueberwindung des harten Winters ist jedoch ein um rd. 200 000 Köpfe verstärkter Fraueneinsatz erreicht worden. Die Auffassung, daß im Arbeiteinsatz bereits eine Entspannung eingetreten sei, ist nur bedingt für die Landwirtschaft zu bejahen. Im übrigen kann von einer Entspannung noch keine Rede sein. Es muß verstärkt auf einen richtigen Einsatz der Fachkräfte hingewirkt werden, weshalb auch auf die Usberprü- fung des betrieblichen Einsatzes mit Hilfe besonderer Kommissionen noch nicht verzichtet werden kann. Es ist schon heute zu übersehen, daß die Aufgaben nach dem Kriege nicht geringer sein werden. Ein freies Spiel der Kräfte würde staatspolitisch nicht zu verantworten sein. Hinzu kommt, daß der Nachwuchs bis 1947 noch weiter zurückgeht. Eine gesunde Nachwuchspolitik muß zum Ausgangspunkt jeder vernünftigen Arbeitseinsatzpolitik lm Beheb' werden. Jeder Fehlansaß Im Betrieb ist Verschwendung. Hier liegt noch ein großes Betätigungsfeld für jede tüchtige Betriebsführung. Die künftige Mangellage im Arbeitseinsatz zwingt weiter dazu, nach weiteren Möglichkeiten zur Ausfüllung der Lücken Umschau zu halten. Es wird die Aufgabe her lebenden Generation sein, länger im Berufsleben zu bleiben, als das früher notwendig war. Wir können uns nicht vorzeitig zur Ruhe setzen. Ebenso müssen alle Maßnahmen der Gesundheitsführung darauf gerichtet sein, den Ausfall an Leistung durch Krankheit usw. auf ein Mindestmaß zu beschränken. Der Fraueneinsatz, der heute 8,3 Millionen beträgt, wird auch in Zukunft einen hohen Stand behalten müssen^ Nach wie vor muß allerdings auf die biologische Hauptaufgabe der Frau gebührende Rücksicht genommen werden. Am Gedanken des weiblichen Pflichtjahres wird man auch künftig festhalten müssen. Zu überlegen bleibt nur, ob man daraus nicht eine wirkliche Verpflichtung für jedes deutsche Mädel machen soll, umfaßt das Pflichtjahr doch heute nur die, die überhaupt in einen Beruf wollen. Wenn auch in Zukunft wieder verstärkt auf ausländische Arbeitskräfte zurückgegriffen werden muß, so bleibt das ein Notbehelf. Es wäre gefährlich, bestimmte Berufe zu reinen Ausländerberufen zu erklären. Arbeits- und Berufskleidung. Das Reichswirtschaftsministerium hat neue Richtlinien erlassen, die die Erteilung von Bezugscheinen für Arbeits- und Berufskleidung regeln. Arbeits- bekleidung ist solche Bekleidung, die zwar vornehmlich bei der Arbeit getragen wird, aber auch außerhalb der Arbeit getragen werden kann und bei der Arbeit starker Beanspruchung ausgesetzt ist. Berufsbekleidung ist solche Bekleidung, die aus Gründen der Unfallverhütung, der Hygiene ober aus sonstigen Gründen bei bestimmten Arbeiten getragen werden muß und nur bei der Ausübung der Berufstätigkeit getragen wird. Arbeiterschutzbekleidung, wie Asbest-Anzüge, Säureschutzanzüge usw., ist nicht bezugbeschränkt. Arbeitsbekleidung wird im allgemeinen auch außer- halh Ser Arbeit getragen, wie z.B. die Hose und Joppe bei den Zimmerleuten. Bei der Erteilung von Bezugscheinen über Arbeitskleidung werden deshalb von der Reichskleiderkarte bzw. der Zusatzkleiderkarte einige Teilabschnitte abgeschnitten, und zwar nur die Hälfte, zum Teil sogar nur ein Drittel her zum Erwerb des entsprechenden Bekleidungsstückes sonst erforderlichen Teilabschnitte. Reicht die Reichskleid er karte nicht mehr aus, so werden die fehlenden Abschnitte von der nächsten abgeschnitten. Voraussetzung ist, daß der Antragsteller die Bekleidung zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit benötigt. Bescheinigungen des Betriebes und des Betriebsobmannes sind dem Antrag beizu- fügen. Zur Instandhaltung von Berufsbekleidung können Bezugscheine über Flickstoffe beantragt werden, vierteljährlich höchstens einen Viertelmeter Stoff. Flickstoffe zum Ausbessern von Arbeitsbekleidung können im Rahmen der Reichskleiderkarte bezogen werden. Aus aller Wett. 12.©d>ocf>runöe in Bad Oeynhausen. Im Oeynhausener Kurhaus haben die drei Spitzenreiter im Kampf um die Großdeutsche Schachmeisterschaft ein außerordentlich scharfes Tempo angeschlagen. In der 12. Runde blieben alle drei siegreich. Kieninger gewann nach langem Endspiel gegen den skandinavisch spielenden Wiener Keller. Schmidt, der mit dem Kölner Gleichstand an der Spitze hatte, blieb gegen den indisch spielenden Herrmann schon vorher erfolgreich. Als Nachziehender gewann der an dritter Stelle stehende frühere Deutschlandmeister Richter, der das Budapester Gambit spielte, gegen Regedzinski. Dieses Treffen hatte nur 20 Züge, denn Richter erledigte seinen Gegner in einem flotten Angriff auf den weißen König mittels Opfer. In den übrigen Partien gewann Gilg gegen Brinckmann, Krankt gegen Engert und He in icke gegen Lange. Unentschieden trennten sich Kohler — Ahues. Der Dresdner Keller zog den Kürzeren gegen Dr. Lachmann. Von den Hängepartien wurden die Treffen Brinckmann gegen Dr. Lachmahn und Keller (Wien) gegen Regedzinski unentschieden gegeben. Der Stand ist nun: Kieninger (Köln) und Schmidt (Danzig) je 9*/2 Punkte, Richlinken Ufer des alten Flußbettes plötzlich gehört ft e n. Das ganze Gebiet zwischen Lunghai und dem alten Flußbett wurde überschwemmt. Sämtt liche Verbindungen sind unterbrochen. Zahlreiche. Dörfer wurden von den reißenden Fluten zerstör^ Die Zahl.der Ertrunkenen wird auf mehrere laut send geschätzt. Heringe im Trockendock. Eine muntere Begebenheit ereignete sich in Laxe* vag bei der norwegischen Stadt Bergen. Die Art beiter, die auf dem Trockendock arbeiteten, bemerkten plötzlich, daß das Wasser im Dock „kochte", wie es heißt. Es war eine große Schar von Heringen, die sich dorthin verirrt hatte, verfolgt von Köhlern und anderen Feinschmeckern. Im Nu verwandelten sich die Hafenarbeiter in Fischer. In fieberhafter Eile wurden Geräte herbeigeschafft, das Dock abgesperrt und die unerwartete Lebensmittelzulage an Land gefördert. Die Ausbeute war groß, „sowohl an Heringen wie auch an Fischen", heißt es im Bet richt, da der Hering bekanntlich kein Fisch ist, jedem falls nicht in Norwegen. 76 Passagiere mit der,,Moraleda" umgekommen. 76 Passagiere des chilenischen 1000-Tonnen-Dampt fers „Moraleda" kamen ums Leben, als das Schiff auf ein Riff in der F a i r w a y - S t r a ß e, 200 Meilen von Puntarenas entfernt, auflief. 32 Ueberlebende konnten von dem norwegischen 5000t Tonnen-Frachter „Best" an Bord genommen werden. Unter ihnen soll sich auch der Kapitän des chilenischen Dampfers befinden. Als erste Leiche wurde die des Ersten Offiziers der „Moraleda", Krause, geborgen. ter (Berlin) 8 Punkte, Gilg (Troppau) 7V- Punkts Kohler (München) 7 Punkte und eine Hängepartie, Dammbruch am hoangho. Nach einer Meldung aus Schanghai ist ein Damnl am Gelben Fluß bei Hevan Ho-ku auf dentz llerwenüen Sic auchjumfinmachcn Citrovin Fabrik GmbH Frankfurt M. 3704 D Am 16. August entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit unsere Hebe, treusorgende, herzensgute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Gleßen-Wieseck, Kehl am Rheinf den 17, August 1940. Die trauernden Hinterbliebenem Familie Karl Werner Familie Wilhelm Schneider Karl Hofmann, z. Z. im Felde, und Familie Familie Ludwig Kautzmann Familie Ernst Werner Willi Werner, z. Z. im Felde, und Braut und alle Verwandten. Die Beerdigung findet am Montag, dem 19. August nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Rabenauer Straße 16, aus statt Frau Luise Werner, geb. Deibel im 64. Lebensjahre. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Vaters Job. Leun Altbürgermeister sagen wir innigsten Dank. Im Namen der Angehörigen; Anna Bender Wwe. Walter Leun. Gießen, den 17. August 1940. _____________________________________________________________________________3673D Gießen, den 17. August 1940. 02764 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge meiner lieben Frau und Mutter Frau Marie Emse, geb. Wagner sagen wir herzlichen Dank. Insbesondere danken wir für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, der Damen-Altersvereinigung 1874/76, den Nachbarn und allen Freunden und Bekannten, die unserer lieben Entschlafenen gedachten. In tiefer Trauer: August Emse Karl Jordan und Frau, geb. Emse. Es stehen ständig noch zugeteilte WT PFERDE 4K von der Landesbauernschaft zum Verkauf Roß-Schlachterei und Pferdehandlung Seitz Schilling Gießen, Wetzsteingasse 10 — Fernsprecher 2186 StaUrms: Sammttvaße s 3701D tadluk- Naralin durch MW Bahnhofstr. 39 Fernspr. 2980 3705D Achtung! KaufenSie einen Staubsauger? Wenn ja, dann einen Vorax- Univ.-Avvarat. Monatsrate von 6 RM. aufwärts. Unverbindl. Vorführ.,auch außerhalb, durch \ 02754 Generalvertret. Aug. Wagner, §taiserallee 141. Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vonn. Heßer Nacht. Bandafiistenmeist. Harktstr.16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedlenung Stechende Hühneraugen werden Sie schnell los durch SAHUKO- Hühneraugen - Tropfen Entfernt schmerzlos in 6 Tagen Hühneraugen, Ballen und harte Haut mit Stumpf und Stiel. Machen Sie noch heute einen Versuch. Packung 65 Pfg* Zu haben bei: Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17 Central-Drogerie Emil Karn, Schulstraße Löwen-Drog6rie M. Pierenkemper, Seltersweg 69 Kreuz-Drogerie August Noll, Bahnhofstr. 53 Ludwigsplatz-Drogerie Hans Noll, Ludwigsplatz Germania-Drogerie Carl Seibel, 2354V Frankfurter Straße 39 Medizinal-Drogerie H. Elges, Seltersweg 66 Knipse... aber mit Verstand! Vorher prüfen, ob das Motiv auch lohnt, damit kein Stückchen Film unnütz vergeudet wirdI Fragen Sie Ihren Photo- und Kino-Berater Photo - Kino Kreuzplatz 9 Fernruf 8153 HRIE6S HILFS WERR FÜR DAS.DEUTSCHEROTEHREUZ Gesucht: Kleine Fabrik, für Maschinenbau ge-. eignet, mit Kran, Bahnanschluß, 1500 bis 2500 qm, Kauf oder Pacht. Schriftliche Angebote unt. 02746 an d.Gieß. Anzeiger. Getvinnauszug 5. Klasse 3. Deutsche ReichSlotterle Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find drei gleich bohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer __________in den drei Abteilungen I, ll und III 5. Ziehungstag 14. August 1940 Sn der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 20000 RM. 250281 6 Gewinne zu 10000 RM. 229443 354757 3 Gewinne zu 5000 RM. 347987 3 Gewinne zu 4000 RM. 390313 24 Gewinne zu 3000 NM. 167306 189338 191243 345856 368561 374237 386305 394605 36 Gewinne zu 2000 RM. 11755 77696 1 22406 180948 219138 254241 255247 266209 278395 303689 381288 393214 144 Gewinne zu 1000 RM. 18356 18418 21746 21826 43630 44661 49749 55337 61000 70303 80620 90252 94524 96520 112488 113510 118973 121022 121550 125451 129249 151062 156952 162166 174601 180171 188556 199446 200290 204005 206023 208753 216604 216988 222673 225919 230958 234007 259891 263551 270885 273764 305618 346049 359823 370521_381091 398643 6. Ziehungstag 15. August 1940 Sn der Dormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 10000 RM. 103834 9 Gewinne zu 5000 RM. 1714 86976 129753 3 Gewinne zu 4000 RM. 145474 9 Gewinne zu 3000 RM. 131533 175240 310094 33 Gewinne zu 2000 RM. 42256 52320 69537 101799 129751 142323 227779 233042 308349 317917 359814 54 Gewinne zu 1000 NM. 38882 41126 51018 74989 82209 84422 91127 93979 106014 132272 154954 161840 217763 241710 266864 283295 376938 392437 Sn der Nachmittagsziehung wurden gezogen 9 Gewinne zu 10000 NM. 4477 163715 208525 18 Gewinne zu 4000 RM. 100810 118609 176454 255728 335131 371518 24 Gewinne zu 3000 RM. 1433 102659 161221 211715 220148 331059 333764 368105 18 Gewinne zu 2000 RM. 123568 131302 181207 256124 306722 397275 93 Gewinne zu 1000 RM. 18133 41958 66442 83321 86864 96544 106109 109799 122904 135690 150501 164575 168167 177026 195779 236104 236179 238410 249967 253826 264623 278254 278829 310174 334241 335811 341675 359027 370069 380212 396088 7. Ziehungstag 16. August 1940 Sn der Dormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 10000 RM. 241515 9 Gewinne zu 5000 RM. 204514 269266 287769 9 Gewinne zu 4000 RM. 163602 179749 238357 15 Gewinne zu 3000 RM. 118956 149158 199561 315043 383294 39 Gewinne zu 2000 RM. 56247 110840 116108 129781 139691 159959 171300 204225 205814 229670 259782 299452 340306 102 Gewinne zu 1000 NM. 6787 19074 25538 26394 26910 27019 87606 92000 97628 115231 123455 139427 140838 144641 168602 188715 195550 210950 212469 213259 234794 247719 272086 272234 274853 286560 314681 336687 340594 340915 357825-365606,368100.^8299^^---- Mehr Milch, mehr Ger,hochbe- wettete Kaninchen durch die echte gewürzte Futterkalkmischung Äwevs - Masrke Zu haben in den einschlägigen Geschäften Alles kommt gleich in die Vorratsgläser. ^|W/ ■■■■_......' .!'L.k?!'.» All die Nährmittel werden darin am besten aufbewahrt Nichts kann dann mehrvergessen oder verschüttet werden. 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