Siehrn, Schnlftratze 7-9 Stockholm, Juli 1940. Sieder über 50000 VRT. Schiffsraum versenkt richten. Au den italienischen Wehrmachtberichten. <1 A der Bank von England verstaatlich! werden solle. Eine Forderung, die von der sozialistischen Seite des Unterhauses immer vorgebracht worden ist, wird erfüllt, nachdem das sozialistische Element in die Regierung eingedrungen ist. Negierung und Parlament in London entsprechen nicht mehr der tatsächlichen Volksstimmung. Seitdem Chamberlain im Jahre 1937 die Nachfolgeschaft Baldwins antrat, sprach England viel von Neuwahlen, führte sie aber nicht durch. Von 615 Abge- ordneten im Unterhaus saßen bis zur Bildung der Koalitionsregierung unter Churchill 419 auf den Regierungsbänken. Inzwischen hat sich das Starke- verhältnis jedoch wesentlich verändert, wozu nicht zuletzt die Katastrophenpolitik Chamberlains beigetragen hat. konnten. Während eines erfolglosen Luftangriffs auf Tobruk ist ein englisches Flugzeug abgeschossen worden. Die Besatzung wurde gefangen genommen. In Ostafrika haben unsere Truppen in einer glänzend kombinierten Aktion die Ortschaften Sukeila, Terkale Tagata, kokaiya, Dula und Danisa b^eht, womit der keil von Kenia in der Richtung auf Dolo in Somaliland verschwindet und die Front an der Grenze dieser Kolonie um rund 300 Kilometer verkürzt wird. drelhandelsfchiffe von insgesamt 18000 Vrt. zu versenken und fünf weitere Handelsschiffe durch Bombentreffer zu beschädigen. 3m Laufe des Tages griff die Luftwaffe ferner die britischen Flug-, platze von Pembroke. St. Athan, Plymouth und Bicester, die Hafenanlagen in Lardiff und Brighton sowie ein^ F l u g z e u g f ab r i k in Jeoml an. Die abgeworfenen Bomben riefen zahlreiche Brande und Explosionen hervor. Britische Flugzeuge warfen wiederum in der vergangenen Rächt in Nord- und Westdeutschland an einigen Stellen Bomben ab, ohne Schaden anzu- Ein feindlicher Angriffsversuch auf unsere Stellungen im Gebiet des Rudolf-Sees ist mit Erfolg unter Beihilfe der örtlichen Bevölkerung abgeschlagen worden, wobei dem Feind schwere Verluste bei- gebracht wurden. Druck und Verlag: vrühlsche Universitatrdruckerei 8. Lange Die Gewißheit, daß das Ende dieses Krieges der Beginn einer sozialen Umschichtung in England sein wird, wächst von Woche zu Woche. Die Symptome mehren sich, und eines der jüngsten war die Ankündigung des ehemaligen Leiters der sozialistischen Arbeiteropposition und nunmehrigen Lordstegelbewahrers A t t l e e, daß die Lei t u n g von England verstaatlicht Symptome einer sozialen Revolution in England. Don unserem ll. T.-Korrespondenten. Zlalienischer Wehrmachlsberichl Rom, 1b. Zull. (DJIB.) Der italienische wehr- Der Wehrmachtsberichl vom Dienstag. Berlin, 16. Juli. (DRV.) Das Oberkommando Die ersten Bomben auf Englands Oelbasis sind mit der Bombardierung von Haifa gefallen. Die Stadt liegt 60 Kilometer nördlich von Tel Aviv am Golf von Akka unmittelbar am Fuß des Karmelgebirges. Der Hafen, der bereits seit der Eröffnung der hedschas-Bahn große Bedeutung erlangt hatte, erhielt seinen Aufschwung vor allem durch die Inbetriebnahme der großen Oelrohrleitung, die im Irak bei Kirkuk nicht allzu weit der iranl- scheu Grenze beginnt und dann in südwestlicher Richtung durch das nördliche Transjordanien m einer Länge von 1100 Kilometer nach h a i f a I läuft. (Die zweite Leitung dieser Erdölanlage mundet in Tripoli, nördlich von Beirut auf syrischem Gebiet.) Diese Oeltransportleitung wurde von England 1931 bis 1934 für 10 Millionen Pfund gebaut und ist seit dem 14. Oktober 1934 in Betrieb. Die gesamte Anlage ist vor allem dadurch bekannt geworden, daß die palästinischen Araber ste immer wieder an einzelnen Stellen durch Sprengung unterbrachen. Sie ist seitdem vor allem an den Streckenpunktstellen, die über Oelbehälter von 4000 Tonnen verfügen, durch Flugzeuge, Funk- Fern- sprech- und Telegraphenstellen, sowie durch eine „arabische Legion von mehreren tausend Mann unter Führung englischer Offiziere gesichert Diese Legion besteht zum größten Teil aus Weißrussen, Kosaken und Tscherkessen. . Haifa, mit 100 00 Einwohnern nächst Tel Aviv und Jerusalem die drittgrößte Stadt und der größte Handelshafen von Palästina, von dem aus Bahnlinien nach Jerusalem und nach Syrien gehen ist «wegen dieser dort mündenden Oelleitung geradezu lebenswichtig für die gesamte britische Mittelmeerflotte, die dort ihren Brennstoff deckt. Daher rft Haifa auch schon seit längeren Jahren zu einem regelrechten starken Stützpunkt de r englischen Flotte aus geb aut worden. Wenn letzt italienische Bomber zum erstenmal Haifa mit Erfolg angegriffen haben, so hat England dadurch den Beweis erhalten, daß seine Mittelmeerflotte tm östlichen genau sowenig wie im mittleren oder westlichen Teil dieses Meeres noch sicher ist. Weitere An- griffe werden zweifellos folgen, so daß eines Sages die Brennstoffoersorgung der englischen Mittel- meerflotte in Frage gestellt sein dürfte. Es ist an- zunehmen, daß die italienischen Bomber von der Luftbasis auf der Inselgruppe des Dodekanes an der Südwestecke von Kleinasien herkamen, die 750 bis 800 Kilometer Luftlinie von Haifa entfernt ist. (Eine Fliegerformation hat in Palästina den Stütz- puuu uud Hais-, ein wichtiges Oeljenltum, mit Bomben belegt. Verschiedene Depots der Raffinerien und andere Anlagen wurden getroffen und große Brffnöe verursacht, die unsere Stieger, die alle uu ihren Ausgangspun« zurückkehrlen. auf ihrem Ruck- flug noch auf 200 Kilometer (Entfernung beobachten erblickt. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn der englische Arbeiter heute mit mehr Recht denn je auf ferne Bedeutung für die Kr g sührunq pocht. Ohne ihn standen die Rader Der Kriegsindustrie still, ohne die Konservativem welche Chamberlain verkörpert, gäbe es fernen Krieg. Die Fehler der Tories soll der englische Sozialist wie- dergutmachen. Für sich verlangt er Mur einen Lohn, für die Schuldigen eine Buße. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die Arbeiterschaft sich schon jetzt darauf vorbereitet, im Frieden die Auf. gäbe zu übernehmen, die man ihr unter den schwl^ rigen Kriegsumständen übertragen mutz. Das Wort vorn Volkskrieg ist daher für augenblickliche englische Führerschlcht so gefährlich, well das englische Volk dadurch daran erinnert w rd, wer die Lasten des Krieges zu tragen hat und wer eines Tages den Lohn dafür emheimfen muß. Mittwoch.lr.Zuli Ml» Annahme von Anzeigen , für die Mittagsnummer bis8'/-Ubr desBormittags Anzeigen-Vreife: Anzeigenteil 7 Rvf. ib mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenitastel 8 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 /omehr erstenmal amerikanischen Boden betreten. Aber seither ist nichts Weltbewegendes auf den Bahama-Jnfeln geschehen, außer daß sie durch Jahrhunderte den englischen Flibustiern oder Bukaniern eine Zuflucht boten, wenn sie auf ihre Raubzuge gegen die spanischen Silberschiffe ausgingen. Die Inseln liegen zwischen der durch feine Luxusbäder berühmten halb- infel Florida und der großen Neger-Insel Haiti Auch die 55 000 Einwohner der Bahama-Jnseln sinb zu 70 v. h. Neger. Sie umfassen 21 bewohnte Inseln, 661 Felseneilande und 2387 Klippen! Dort ist nun der Herzog vyn Windsor Generalgouverneur und Oberbefehlshaber mit einem Gehalt von 3000 Pfund ober nicht ganz 30 000 RM. Britische Angstverkäufe in Spanien. Madrid, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die allgemeine Niedergeschlagenheit hat auch auf ine Engländer außerhalb Großbritanniens ubergegrissen. Nachdem sie jede Hoffnung auf einen Sieg Churchills begraben haben, sind beispielsweise '" der südostspanischen Provinz Valencia b r i1 t f dje A n - Hehler, die seit Jahrzehnten in der Provinz leben, seit einigen Togen dabei, ihre Besitztümer zu jeden eben annehmbaren B e din - gungen zu veräußern. Kopflos suchen sie zu . retten, was zu retten ist. „Gouverneur" der Bahamas. Der frühere englische König Eduard VIII., der jetzige Herzog von Windsor, hat Thron und Reich verloren, weil er eine unebenbürtige heirat schloß und — weil er sich um die sozialen Verhältnisse seines Landes allzu sehr kümmerte. Im Kriege hat er als britischer Generalmajor Dienst m der Eigenschaft eines Verbindungsoffiziers zwischen dem englischen und französischen Generalstab geleistet. Seine Tätigkeit war mit dem glorreichen Ruckzug der Engländer von Dünkirchen beendet. Jetzt hat der Herzog von Windsor von Lissabon aus den regierenden englischen König Georg VI. um Wiederverwendung ersucht. Er wurde zum (9 o u d e r n e u r b e r Bahama-Jnseln ernannt. Die Bahama-Jnseln haben einmal in ber Weltgeschichte eine große Rolle gespielt: Christoph Kolumbus hat auf feiner ersten Entdeckungsfahrt 1492 auf einem ihrer Ellanbe — wahrscheinlich ber Insel San Salvabor — zum Große Brände künden vom Erfolg der Aktion. Rom, 17. Juli. (DNB. Funkfpruch.) Interessante Einzelheiten über, die Aktion italienischer Bombenflugzeuge gegen Haifa berichtet der Svnder- korresponbent der Stefani. Bei dem Angriff waren fün Flugstunden über offenem Meer zurückzulegen. Die italienischen Apparate wußten insbesondere darauf bedacht sein, nicht in Sichtweite der Insel Cypern zu gelangen, um leine vorzeitige Entdeckunb zu vermeiden, Hmzu tarnen mäßige SichtverhälttMe und subtropische Temperaturen. Die italienischen Flugzeuge wurden sofort von zahlreichen längs der Küste und auf den die Stadt beherrschenden Hügeln ausgestellten Abwehrbatterien unter heftiges Sperrfeuer ge- ' nommen. Dessen ungeachtet gingen die italienischen Bomber zum Angriff auf die großen Petroleumtanks, den Hafen und Flugplatz über, wobei alle zunächst mit Bomben mittleren und schweren Kalibers voll getroffen und starke Brände mit schwarzer Rauchentwicklung verursacht wurden. Als die feindlichen Jäger zum Gegenangriff auffttegen, swar es bereits zu spät. Während ihres Rückfluges I konnten die Besatzungen der italienischen Bomber noch lange die Zeichen ihrer siegreichen Aktton m Gestalt von hochlodernden Bränden beobachten. Das neue Europa. Die bekannte Kopenhagener Zeitung „Politiken" knüpft an die neuliche Rede von Alfred Rose n b e r g die Bemerkung, daß die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit zwischen den Ländern des europäischen Festlandes in irgendeiner Form -kommen werde, daß diese Formgebung aber unter der Führung Deutschlands erfolgen werde. Der Liberalismus habe wegen zu großer Interessengegensätze seine Chancen verpaßt. So werde der alte Gedanke von den „Vereinigten Staaten Europas" verwirklicht werden ... freilich sehr anders, als es sich die meisten Leute gedacht hätten. ,P1 . t . Der „93. 93." vom 16. Juli registriert unter an- deren nordischen Pressestimmen auch ■ „Svenska Dagbladet", das mit einigen Vorbehalten Darauf Hinweisen zu müssen glaubt, daß Schwedens selbständige Vergangenheit weit zuruckgreise, daß Das Freiheitsgefühl von jeher ein unveränderliches Kennzeichen der germanischen Volksstämme gewesen sei und damit gewisse politische Reserven gegenüber Rosenbergs Ausführungen begründet. Dann fahrt ber „93. 93." fort: „Die schwebische Zeitung kennzeichnet bamit nur eine auch von beutscher Sette vertretene Auffassung, bie wieberholt von Jto|en- berg unterstrichen würbe. Zusammenar beit I u n b Zusammenleben, bas ist das deutsche Ziel, nicht Zerstörung geschichtlich gewachsener Werte." Sehr klar und bündig spricht sich ber norwegische Politiker Victor Mogens in ber Wochenschrift „ABC" aus: „Die Notwen- bigkeit einer solchen Zusammenarbeit ist e i n F a k- tum, ob man es wünscht ober nicht. ... In eine solche wirtschaftliche Zusammenarbeit wirb Nor- wegen als ein natürliches, Glieb mit feinen beson- beren/ Aufgaben eingehen." paß ba ober bort Vorbehalte zur Rebe Alfred Rosenbergs angemeldet werben, die er vor ber ! Presse gehalten hat, barf nicht wunder nehmen. Et- I was anderes ist es von „Europa" zu schwärmen, - solange dieses luftige Gedankengebilde auf fernen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat irnBild DieScholle Monats-Berugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlnsi 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger Postscheck 11686 Franks M. aufgingen, ist bedeutend, da dort nicht nur die darstellt. - Unser Bild zeigt das Heute arbeiten im Kabinett zwei Männer zusammen, die sich auf Grund ihrer sozialen Herkunft und politischen Einstellung hassen mußten bis zum äußersten: der ehemalige Leiter der mächtigen Gewerkschaften Ernst Bevin in seiner Eigenschaft als Arbeitsminister und der ehemalige Minister-.. b . n(. konservativen Partei. Nur Gefahren, welche der V r t. f e l n d l i ch e n h a n d e l s s ch i f f s r a u m s. Krieg über ber englischen Insel zusammengezogen anderes U-Boot hat aus einem stark gesicherten hat, lassen Die Gegensätze zwischen zwei Mannern G e l e i t z u g einen feindlichen Tanker von 9000 ruhen, die als Exponenten der zu erwartenden.so- Zrt. cherausgeschossen. zialen Revolution in England zu betrachten M wiederholten C u f t a n g t i f f en am 15. Juli brMschen SchissEkehr im Banal gelang e5,| der berühmten Public School in Rugby und nimmt r/W N LLiiWL-Ms Italienischer Lustangriff auf Haifa nin war Landarbeiterjunge in der Grafschaft Somerset. Seine polittsche Ausbildung genoß er in den Demonstrationen unter freiem Himmel und fein Interesse an den hohen Rüstungsgewinnen hegt iml Kampfe gegen sie begründet. Chamberlain ist noch heute Leiter der konservativen Partei. Bemn genießt als Exponent der Gewerkschaften großes Ansehen bei den englischen Arbeitern, die den Tories Kampf bis zum letzten angesagt haben. Vor einem Jahr noch hätte Chamberlain sich geweigert Bemn zu empfangen. Heute spielt der Gewerkschaftsführer | eine maßgebende Rolle im Kabinett. Denn der Arbeiter ist 'es, ber die Lasten des Krieges zu tragen hat Seine Stimme vernimmt man durch den Akuno Benins Alle Engländer, die einen englischen toieg wünschen — und es dürfte wenige geben, die tim nicht wünschen —, setzen daher ihr Vertrauen auf den Sozialisten und Gewerkschafter Bemn und Miß- trauen Chamberlain, der erst kürzlich ^me^rfen mußte, daß er ein undurchsichtiges politisches Rankespiel treibe. Im Hinblick auf den Ernst ber Lage ist bie Zusammenarbeit zwischen ben Konservativen unb Sozialisten möglich geworben. Man denkt zur Zett in Englanb an anbere Dinge als an polittsche Streitigkeiten. Jebenfalls versucht man nach außen hm einen berartigen Anschein zu erwecken. Wo aber die Notwenbigkeiten bes Krieges aufhoren, zeigen lick das England Chamberlains und das EnglanD Benins unvereinbar denn je. Die Konservativen müssen in allen Auseinandersetzungen mit Der augenblicklich schweigenden Opposition auf die Dauer den Kürzeren ziehen, well sie selbst nicht einig sind. Schon heute spricht London von einer Parteiumbildung unter Winston Churchill. Die jüngeren konservativen Kreise wurden sich, wenn die Dinge so laufen, wie man es sich vorstellt, gemeinsam mit dem jetzigen Ministerpräsidenten aus den Reihen der Tories lösen. Solange der Krieg jedoch andauert, wird diese (Entwicklung auf gehalten, wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil die konservative Partei an einer Verlangsamung dieses Umschichtungsprozeß höchst interessiert ist Das aber hindert nicht, daß die Konservativen, um ihren «om, 10. jun. f Äue bei, jene Privilegien >3 „ aus«! iff nuf‘eine wfäUiae seit Jahrhunderten bie englische Fuhrungskaste aus-1 Versenkung eines Zerstörers ist auf eme Zufällige zeichnen. Eine schon jetzt brastische, aber unb glürflidje Begegnung eines unserer U-Boote zu- mer mehr ansteigende Besteuerung der Ueberge- ^^„n, das mutig ben Kampf gegen fechs winne muß von ber konservativen Sette feindliche Zerstörer aufgenommen Hal. terhauses gutgeheißen werden, wahrend die sozia- femonaje . - — listische Front in ihr den Beginn der von der Ar- Ili-nersorrnatton hat in Palast beiterpartei angestrebten Einkommennivellierung pUnf( von ’ Gießener Anzeiger General-Anzeiger sm Oberhessen B£NZ<^ ’ j Ä6YPTE LIBYEN ARABIEN FRANZÖSISCH ÄQUAL- 5UDAN AFRIKA IDA BELGISCH-KONGO L KENIA i 8h' Retten >OST-A,FRIKA < toorfvin, ENGLISCH -xd A SAUDI ital>?2 AbendsonnemWölkchen hoch oben im blauen Himmel dahinsegelte, als von Europa zu sprechen, wenn damit an jeden einzelnen der Staaten und an jeden einzelnen der Millionen von Bürgern dieser Staaten die sehr gegenständliche Frage herantritt: „Wie rangieren wir uns unter den neuen Umständen?" Rosenberg selbst hat im Grunde genommen alle Einwände vorweggenommen. Er hat in seiner Rede den simplen Tatbestand in den Vordergrund gestellt, daß nur große Ereignisse jene Bewegung schaffen, in der große Entschlüsse gefaßt werden können; wenn sich erst einmal alles wieder in ausgefahrenen Geleisen bewegt, dann will das liebe Ich seine Ruhe, seine materielle Zufriedenheit und die Sicherheit des Beharrens haben. Hinter den mehr sentimentalen Einwendungen des „Svenska Dagbladet" steht nichts anderes als dieses sehr natürliche Träaheits- gesetz, das eine so große Rolle in dem gesellschaftlichen Blutkreislauf und in der menschlichen Geschichte spielt. \ Das, was „Svenska Dagbladet" sagt, kann einen doppelten Sinn haben: der Hinweis auf die volks- und stammesmäßige Eigenständigkeit der kleineren europäischen Völker kann eine Realität umschreiben; und zweitens kann derselbe Hinweis ein Aushängeschild sein, der sich an natürliche Gefühle wendet, aoer im Grunde nur jenes gewichttae Trägheitsgesetz meint, das mit vielen schönen Worten an die urältesten Dinge nicht rühren lassen will. Dieses Trägheitsgesetz ist überall m der ganzen Welt in Geltung, in Deutschland wurde das Scherzwort auf die mecklenburgische Verfassung gedichtet, deren Artikel I laute: „Wat so is, det blievt so." Nun, auch die Verfassung Mecklenburgs, die sehr lange von diesem Trägheitsgesetz — nicht nur im Scherz, sondern auch in Wirklichkeit — bestimmt war, ist in den .letzten dreißig Jahren mächtig verändert worden. Aber wenn trotz aller radikaler Aenderungen jemand den Mecklenburgern ansänne, ihre landsmannschatt- liche Eigenart an den Nagel zu hängen, so würde dieser nur ein Hohnaelächter ernten. Man hat dem deutschen Volte durch Jahrhunderte erzählt, daß es seine landschaftlichen Eigenarten nun in staatlicher Zersplitterung erhalten könne. Es hat den Weg zu seiner Einheit gefunden, die einmal so fest mit Ketten am Himmel hing wie jenes Stralsund, das 1629 Wallenstein belagert hat. Aber die einheitliche Sinngebung des Lebens hat in Deutschland noch niemals die landschaftliche oder voltlich-stammesmäßige Eigenart geschmälert. Fritz Reuter war vom Scheitel bis zur Zehe MeÄen- burger, aber deutscher Dichter wurde er erst nach der Reichswerdung, und für diese Reichswerdung hat der Mecklenburger Fritz Reuter seine „Festungs- tid" stramm abgesessen, was kein Schriftleiter des „Svenska Dagbladet" von sich sagen kann und was man ihm auch gar nicht zumutet. Der Weg von Fritz Reuter zu einem neuen Strindberg oder Heidenstamm ist gar nicht so weit, auch wenn die rein menschlichen Naturelle sehr verschieden sind. Das neue Europa wird Platz haben für jedes Genie, für alle Talente und für manche Käuze. Dr. Ho. Spanienbrichlsemedezlehungen zu Chile ab. Madrid, 17. Juli. (DNV. Funkspruch.) Die spanische Regierung gibt in einer amtlichen Rote den Abbruch der Beziehungen zu Chile bekannt. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß Chile durch feine Volksfront-Regierung den spanischen Vaterlandsverrätern stets alle Unterstützung angedeihen ließ und gegenüber der natfonalfpanifchen Regierung immer eine feindfeligehaltung einnahm. Diese erreichte ihren Höhepunkt am 27. Juni, an welchem Tage auf dem größten Platz in Santiago de Chile in Anwesenheit des chilenischen Staatspräsidenten mehrere Redner sich in Übelster Weise gegen Spanien und seinen Staatschef General Franco ausliehen. Auf Vorstellungen der spanischen Regierung wurde mit Ausflüchten geantwortet. Daraufhin sah sich die Regierung Spaniens gezwungen, alle Beziehungen zu Chile abzubrechen, ihre konsularischen und politischen Vertreter abzuberufen und dem chilenischen Vertreter in Madrid, dem Geschäftsträger German V e r g a r a, die Pässe auszuhändigen. Aegypten soll entwaffnet werden Britischer Anschlag auf den Rest der Freiheit Aegyptens. Rom, 16. Juli. (Europapreß.) In den letzten Tagen berichteten Meldungen aus Kairo, die englische Regierung habe die Entwaffnung des ägyptischen Heeres und die Uebergabe des gesamten ägyptischen Kriegsmaterials an die eng-? lischen Besatzungstruppen verlangt. Selbstverständlich waren diese Nachrichten von englischer Seite sofort in Abrede gestellt worden. Nunmehr muß jedoch die Reuteragentur selbst diese Meldungen bestätigen. Sie verbreitet eme Mitteilung des ägyptt- schen Landesverteidigungsministers, der zwar die umlaufenden „tendenziösen Gerüchte" zu demen- tteren versucht, aber weiter erklärt, die englische Regierung habe der ägypttschen Regierung den Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß chr das seiner Zeit an Aegypten verkaufte Kriegsmaterial $ u = rüder ft attct werde. Die Stefani-Agentur knüpft an diese Meldung die Bemerkung, die Rückgabe dieses Kriegsmaterials würde einer vollständigen Entwaffnung des ägyptischen Heeres gleich ko mm en. Die Gründe, aus denen die Engländer den Aegyptern die ihnen früher verkauften Waften wegneymen möchten, feien offenkundig. Die Engländer wollten die Aegypter entwaffnen, um ihnen leichter ihren eigenen Willen aufzwingen zu können, d.h. Aegypten zu einer Politik zu zwingen, die den ägypttschen Interessen widerspreche. Großbritannien sei auf diese Weise bestrebt, Aegypten jeden Rest von Selbständigkeit zu nehmen und das Land in ein Schlachtfeld für Die englischen Ziele zu verwandeln. Italiens Erfolg in Ostafrika. Rom, 16. Juli. (DNB.) „Giornale d' Italia" betont, daß Italien mit der Eroberung des Dolo« Zipfels im Nordosten der britischen Kenia-Kolonie von einem Gebiet Besitz ergriffen habe, auf das es bereits nach dem Weltkrieg Anspruch erhoben habe. Der Besitz dieses Gebietes sichere Italien in diesem wichtigen Abschnitt Afrikas zahlreiche strategische Vorteile. ^3or allem werde damit die Möglichkeit direkter Verbindungen zwischen Kisikajo und Mogadiscio und der süd- äthiopischen Küste gegeben. Diese Eroberung ermögliche rasche Zufuhren für die von Mogadiscio nach Moyale vorgestoßenen italienischen Kräfte. Wenn einmal dieses wichtigste Zentrum des englischen Widerstandes in Kenia gebrochen sei, so werde den Engländern nichts anderes übrig bleiben, als sich hinter den Tana-Fluß zurückzuziehen. Außerdem aber habe der italienische Erfolg auch noch eine weitere Folge, indem er ein für allemal die Möglichkeit britischer Offensiven in Richtung Dolo ausschließe. Dolo sei ein wichtiger Aus- zangsvunkt von den nach dem Zentrum Abessiniens führenden Straßen. Der italienische Erfolg beweise unzweideutig die Schlagkraft und den Angriffsgeist, den die italienischen Truppen auch in Jtalienisch-Ostafrika haben. Oie Engländer aus Moyale .erfolgreich zurückgezogen". Lissabon, 17.Juli. (DNB.) Nach tagelangem Leugnen muß der amtliche englische Heeresbericht jetzt zugeben, daß die Italiener die an der Grenze zwischen Abessinien und Kenia gelegene Stadt M o - y a l e völlig eingenommen haben. Churchill macht aus der Niederlage natürlich wieder einen Sieg. Wörtlich heißt es nämlich: „An der Nordgrenze von Kenia wurde die Garnison Moyale in der Nacht zum (PK.)....., im Juli. (DNB.) Der Staffel- kapitän Oberleutnant S. hat die Besatzungen zu sich befohlen. Es geht wieder auf Feindflug! Unter uns liegt das besetzte Gebiet. Ruhig fliegen unsere Maschinen den befohlenen Kurs. Das' Festland liegt kalt hinter uns. Die Wasserfläche des Kanals leuchtet hell zu uns herauf. Ungemein klar ist die Sicht. Weit geht der Blick hinüber bis dorthin, wo sich Englands Küste bereits am Horizont abzeichnet. Noch läßt sich keine feindliche Maschine blicken. Schon können wir die jäh abfallende englische Küste und die breiten Flußmündungen erkennen. Die Spannung in uns wächst. Was werden die nächsten Minuten bringen? Werden unsere Kampfflugzeuge dort drüben, die wir jetzt bemerken, unbehelligt von der englischen Abwehr, die großen Anlagen mit ihren Bomben belegen können? Da sehen wir rechts vor uns Sprengwölkchen der Flak. Immer mehr grauwsiße lupfen zeichnen sich am blauen Himmel ab. Man versucht, das große Werk vor dem Angriff zu schützen. Aber unsere Aufmerksamkeit richtet sich nun nach einem optieren Punkt. „Jäger, Jäger!" Ich schaue mich um. Der Flugzeugführer, Oberfeldwebel W., deutet nach der Seite. Ja, dort drüben ein Punkt, der sich schnell vergrößert. Und da wieder einer und dort ... — die Zahl der Gegner vergrößert sich. Sie nehmen Kurs auf die Stelle, wo unsere Kampfflugzeuge eben ihr Werk vollenden. Nun beginnt unsere Arbeit. Mit Vollgas drauf! Wir werden ihnen schon den Weg verlegen. Pfeilschnell zogen unsere Maschinen dahin. Da erkennen die Tommies die drohende Gefahr. Blitzschnell lassen sie von ihrer vermeintlichen Beute ab, wenden sich dem neuen Gegner, uns, zu. Längst ist das ruhige Dahin- fliegen zu einem wilden Kurbeln und Drehen geworden. Jeder versucht, den Gegner an seiner verwundbarsten Stelle zu fassen, den günstigsten Punkt zum Angriff zu erwischen. Ehe sich die Engländer besinnen können, sind wir hinter ihnen. Vor uns versucht eine Spitfire verzweifelt, einen unserer Kameraden abzuschütteln. Er dreht verwegene Rollen, zieht wieder an. Umsonst. Leutnant G. ist hinter ihm her, folgt jeder seiner Bewegungen. Nun hat er ihn in seinem Visier. Sin Feuerstoß. Die Spitfire beginnt zu schwanken. Noch gleitet sie, eine Rauchfahne hinter sich herziehend. Dann aber geht sie in jähem Sturz nach unten. Ein Gegner ist unschädlich gemacht. Wir sehen, wie der englische Flugzeugführer mit dem Fallschirm abspringt und der Erde zustrebt. Drüben treibt der Kommandeur, Hauptmann O., einen Gegner vor sich her. Der rollt und ttudelt, 15.Juli mit Erfolg zurückgezogen." Anders geht es nicht mehr. Neue Lustangriffe auf Gibraltar. Madrid, 17. Juli. (Europapreß.) Seit dem brittschen Angriff auf die französische Flotte im Hafen von Dran wird Gibraltar t ä g l i ch p o n unbekannten Flugzeugen überflogen. Am ersten Tage wurden fünf Bomben auf den Felsen von Gibraltar geschleudert. Die britische Flak und die britischen Kriegsschiffe nahmen stets sofort das Feuer auf, ohne bisher auch nur einen einzigen Treffer zu erzielen. Am Montag erfolgten wieder zahlreiche Einflüge, und zwar um 8, 15, 18 und 19 Uhr und dann mit Unterbrechungen von vierzig Minuten bis in die Nacht hinein. Besonders heftig war der letzte Angriff. Da die englischen Behörden verhindern, daß Nachrichten ins Ausland gelangen, ist es schwierig, die durch die Luftangriffe verursachten Schäden anzugeben. Den Hafenarbeitern wurde unter Androhung schwerster Strafen verboten, sich mit der Bevölkerung über die Wirkung der Luftangriffe zu unterhalten. Unter der Bevölkerung Gibraltars steigt die Nervosität. gleitet dann plötzlich nach ünten. lieber dem Boden fängt er sich wieder und verschwindet . Die Kostprobe hat ihm genügt Aber wo -ist. plötzlich Leutnant W., der eben noch hinter uns lag? Sollte ihn ein feindlicher Jäger...? Nein, draußen, über dem Küstenstreifen hat er einen Engländer gestellt. Er läßt nicht mehr locker. Der Gegner versucht, aus dem Hagel der Geschoßgarben herauszukommen. Es gelingt ihm nicht, ßeutnant W. sitzt ihm auf dem Nacken. Gleich wird er — ich habe den Ge° Neueste Lagekarte von England. Gezeichnet auf Grund des OKW.-Berichts vom Dienstag, dem 16. Juli. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ’erth lundee [Berwick’ Newcastle' lull. Stok< IristOi Inrovtti iamsgaie over — /V* ^Cambridge — .~äg*6arn»tap|t Hastings danken noch nicht zu Ende gedacht, da ist der Tommy schon abgestürzt. Schneller und schneller stürzt er nach unten, schlägt wie ein Stein auf bem Wässer auf und versinkt. Der Wind treibt den Piloten, dem es gelungen ist, mit dem Fallschirm abzulpringen. auf das Land zu. Unser Kamerad hat seinen ersten Luftsieg errungen. Unser Auftrag ist durchgeführt. Der angreifende Gegner ist versprengt und von seinem Ziel abgetrieben worden. Glatt landen unsere Maschinen wieder auf dem Flugplatz. Keiner fehlt. Caratiola. Das Bayreuth der Arbeiter und Soldaten. Bayreuth, einst ein Treffpunkt aller wirklichen Musikenthusiasten und auch jener Welt, in der man ich nicht langweilt; heute ein Wallfahrtsort von Arbeitern und Soldaten, wobei KDF. die Regie dieser Wallfahrt zur Kunst in eine idyllische deutsche Stadt übernommen hat. Aus dem mitteldeutschen Industrie- und Braunkohlenrevier von Halle und Umgebung sind bereits die erstell zwei Züge ein- getroffen, wobei die Reichsbahn Wert darauf legte, rund 2500 Bayreuth-Gäste in modernsten Wagen zu dfördern. Man kann sich wohl vorstellen, wie chon die „Auffahrt" durch Thüringen, das grüne Herz Deutschlands, mit seinen weiten Fichten- und Tannenwäldern und idyllischen Tälern für die Menschen aus der Magdeburger Börde eine höchst erquickliche Abwechslung gewesen ist. Die „Saison" wurde eröffnet mit dem „Fliegenden Holländer". Zur gleichen Zeit lesen wir das Telegramm, daß das Londoner Philharmonische Orchester unter Sir Thomas Beecham eine Auslandsreise unternehmen muß ... zu dem eingestandenen Zweck, den überaus mißlichen Finanzen des Orchesters wieder einigermaßen auf die Beine zu helfen. Schon vor Ausbruch des Krieges hat Sir Beecham — einer der weniger wirklichen temperamentvollen Musiker, die England hat, —• eine Landsleute in einem sehr drastischen Brief auf )ie finanzielle Schwindsüchtigkeit seines Orchesters aufmerksam gemacht. London, die größte Stadt der Welt, hat keine ständige große Oper wie wir in Berlin oder Wien oder München ober Dresden ober Hamburg ober Köln ober Frankfurt, fonbern ist auf Gastspiele durchreisender Theatergruppen angewiesen! In bieses Bilb paßt es, baß mit bem Kriegsbeginn im September 1939 mehr als 40000 Bühnenschaffende, Sänger, Musiker, Schauspieler unb Regisseure auf b i e Straße gesetzt würben. Einzelne berühmte Schauspieler — bas Starwesen kommt aus Englanb! — weiß Lonbon zil eiern. Mit biesen Renommier-Psunben, bie für bas reiche Englanb boch nur ein Bettelgroschen sind, tauft sich die society, die „Gesellschaft", von der echten Kunstpflege los. kömmltch, unb die Regierung könne unten feinen Umständen das Risiko auf sich nehmens Kindertransporte ohne Begleitschiffe nach UeberseS zu entsenden. Das Haus, bas die Ausführungen Attlees schweigend aufnahm, geriet erst bann wieder in Bewegung, als ein Abgeordneter der Labour Party die peinliche Frage an die Regierung stellte, wie es denn möglich gewesen sei, Tochter und Sohne bemittelter Kreise Englands nach Uebersee in Sicherheit zu bringen, ja sogar Kinder von Kabinettsmitgliedern nach Nordamerika und Kanada zu schaffen. Es müsse auf das Volk einen sehr merkwürdigen Eindruck machen, wenn es Kenntnis davon erhalte, daß für. die Kinder bemittelter Kreise genügend Gewähr zur sicheren Ueberquerung der gefährdeten Gewässer gegeben sei. Daß es sich bei dem bisher erfolgten Abtransport von Kindern aus England nach den Vereinigten Staaten tatsächlich nur um die Söhne und Töchter wohlsituierter Eltern handelt, wird nun auch von englischer Seite ausdrücklich bestättgt. Der „Daily Telegraph" schreibt über die Ankunft der evakuierten Kinder in Neuyork: „Es muß betont werden, daß die Kinder, die heute und gestern hier eingetroffen sind, ausschließlichdie K i n- der wohlsituierter Eltern sind, die zumeist Freunde oder Verwandte in den Vereinigten Staaten haben." Interessant ist ein Blick in die Liste der Flüchtlinge, die die „Daily Mail" veröffentlicht. U. a. werden dort angeführt: Lady K n o 11 y s mit zwei Kindern, Lady Bailey mit Kindern, „Baron und Baronesse" Alfonse R o t - schilb mit Sohn und Töchtern, die Frau des jüdischen Warenhausmagnaten Frau Siefs, mit Sohn und die Kinder des Chefs der Imperial Chemical, Lord Melchett. Man sieht daraus, er handelt sich nur um Kinder gut gestellter Eltern, großenteils jüdischer Rasse. Britischer Lustangriff auf Kopenhagen. Stockholm, 16. Juli. (Europapreß.) Kopenhagen ist in der Nacht zum Dienstag erneut einem Luftangriff ausgesetzt worben. Eine Anzahl englischer Flugzeuge erschien kurz vor Mitternacht in der Nähe der dänischen Hauptstadt und warf dort wahllos Bomben ab. Der Angriff soll eineinhalb Stunden gedauert haben. Heber Personen- ober Sachschäden ist nichts bekannt. England bereitet neue Verletzung internationaler Abmachungen vor. Berlin, 16.Juli. (DNB.) Der britische Rund- fünf stellt am 15.7. die Behauptung auf, daß die deut- schen Fabriken jetzt täglich 21 Stunden lang Giftgas her st eil en und knüpft daran bie ironische Bemerkung, Deutschland würbe sich sicherlich bald über bie Verwendung von Giftgas durch England zu beklagen haben. — Die Absicht, bie der britische Rundfunk mit seiner Meldung verfolgt, ist allzu durchsichttg, als daß sie in der Welt Eindruck macht. Deutschland hat den Krieg bisher streng nachden Bestimmungen des Döl kerrechtes geführt. Jetzt aber scheinen bie Briten wieder einmal, wie schon so oft, eine neue Verletzung internationaler Abmachungen begehen zu wollen. Die Begründungen hierfür sollen angeblich deutsche Vorbereitungen zum Gaskrieg sein, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Wir warnen England! Rücktritt des japanischen Kabinetts. Tokio, 16. Juli. (DNB.) Dos Kabinett Ponai ist am Dienstag zurückgetreten. Doch wurde Ministerpräsident Ponai vorn Kaiser gebeten, bis auf weiteres *irn Amt zu bleiben. Dazu berichtet „Tribuna" aus Tokio, besonders bedeutsam erscheine die Tatsache, daß die Seinukei, eine der beiden bedeutendsten Parteien Japans, nach 41jährigemBestand die Selbstauflösung beschlossen habe, um die Bildung einer Nationalen Einheitspartei zu fördern. An der Spitze dieser Einheitspartei solle der ehemalige Ministerpräsident Fürst K o n o y e stehen. Auch die Fraktion Kuhara der Seiyukei- Partei habe sich aufgelöst. Auch die reformistische Fraktion Nakajima werde sobald als möglich den gleichen Beschluß fassen. Kriegsminister-H ata habe vor dem Ministerrat am Dienstag dem Ministerpräsidenten Ponai Mitteilungen über die Haltung der militärischen Kreise zu der neuen nationalen politischen Organisation gemacht. Der Kriegsminister habe den Ministerpräsidenten ersucht, diese Einstellung der militärischen Kreise zu berücksichtigen. Wird England unter Kriegsrecht gestellt? Stockholm, 16. Juli. (Europapreß.) Ganz England soll, wie „Nya Dagügt Allehanda" mitteilt, jetzt unter Kriegsrecht gestellt werden. Besondere Kriegsgerichte sollen im ganzen Land errichtet werden, um alle Personen, die gegen die Notverordnung verstoßen, sofort abzurteilen. Bereits am Montag wurde ein Pastor zu vier Wochen Gefängnis verurteilt, weil er die Glocken seiner Kirche hatte läuten lassen. Damit hatte er gegen bie Verordnung verstoßen, das Kirchenglocken nur bann geläutet werben sollen, wenn feindliche Fall- schirmttuppen gesichtet werden. — Eine große Anzahl von Personen wurde in den letzten 48 Stunden zur Rechenschaft gezogen, weil sie gegen das Schweigegebot verstoßen hatte. Das behördliche Eingreifen trägt in London keineswegs zur Beruhigung bei, sondern vergrößert im Gegenteil die Nervosität. Der Regierungsvorschlag der Ausrufung des Kriegsrechts im ganzen Land begegnet teilweise schon scharfer Kritik. „News Chronicle" schreibt, damit würden die letzten Rechte, die jedem Staatsbürger nach der Verfassung zuständen, £ e • nommen. Es würde eine gefährliche Situation entstehen, wenn die Regierung bie Zivilgerichte durch rein militärische Gerichte ersetze. Die in ganz England mit großer Sorge und Spannung erwartete Erklärung über die Frage des Abtransports der Minderjährigen aus England nach Uebersee wurde am Dienstag» nachmittag im Unterhaus abgegeben. Lordstegelbe- wayrer 21 tt I e e bestätigte die bereits in der letzten Woche veröffentlichte Verlautbarung, daß England unter bpn gegebenen Umständen nicht in der Lage sei, Kinder nach Uebersee in «Ächerheit zu bringen, obwohl von den Dominien sowie von den Vereinigten Staaten alle nur erdenklichen Erleichterungen getroffen worden seien. Die Kriegs- m a r t n e fei in dieser gefahrvollen Zett nicht ab- Luftwaffen-Kriegsberichter werden unterrichtet. General der Flieger W. unterrichtet in feinem Standort Berichter einer Lustwaffen-Kriegsberichter- Kompanie über bevorstehende Operationen. — (PK.-Lübbert-Scherl-M.) - • :■■■' Lustkampf über Englands Küste. nuiini t/ici uu| vm ■'/«•c" u“'" - - - r- - > . ■ v, . , mal nach dem Weltkrieg französischen Boden betrat, tragen wird die Genehmigung r^rsaat die Weihnachtsalocken. Der Gauleiter sandte seinen Selbstkostenpreisen sollen die AuftvenDm — , . cn » I , V . an:_____ r-1 L- rcz ..f; , J-v. hnlr+trnn PtöM ’ ngen für die werden. ir. Aus dem Reich Ein- c» Leier und Schwert Kraft durch Freude" erweist im Kriege ihre Existenzberechtigung. deren hohe vorüber, bis sich ihr Dank für unvergeßliche drucke in begeistertem Beifall lösen konnte. von den verkommensten Elementen nicht schlimmer verübt werben können! In unseren Städten und Dörfern dagegen bedrohte die Todesstrafe jede Plünderung mit unerbittlicher Härte. Der Ortsschutz stand bereit. Wirt- schastsbeaustragte des AOK. arbeiteten eng mit den Ortskommandanten zusammen. Das Eigentum war geschützt, die meisten Häuser versiegelt. Schäden, die vermeidbar waren, wurden vermieden. Gauleitung und Kreisleitungen der Partei sorgten in engster Verbindung mit der Wehrmacht und den staatlichen Stellen bafüi Wiedereinrichtung des Haushaltes von ihren Familien dringend gebraucht werden, auf ihren Antrag für etwa eine Woche zu beurlauben. Dabei wird bei Bestehen eines Urlaubsanspruches bezahlter Urlaub zu gewähren sein. Auch kann in beiderseitigem Einvernehmen bezahlter Urlaub unter Anrechnung auf einen demnächst fällig werdenden Urlaubsanspruch bewilligt werden. In sonstigen Fällen ist das Gefolgschaftsmitglied wenigstens von der Arbeit freizustellen. Einzelhandel und Handwerk. Die Organisationsruhe zwischen handel und Handwerk, die vor Jahren angeordnet worden war, um der drohenden Ueberorganisation einen Riegel vorzuschieben, und die bewirkt hatte, daß nur ein sehr kleiner Teil der handel treibenden Handwerker vom handel erfaßt und betreut werde, während die große Masse, 60 000 bis 100 000 Betriebe, lediglich den handwerklichen Innungen angehört, ist aufgehoben worden. Alle Handwerker, die neben ihrem Handwerk Einzelhandel treiben, müssen danach pflichtgemäß der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel angehören. Beitragspflichtig find sie jedoch nur dann, wenn ihr Handelsumsatz den durchschnittlichen Umsatz eines ohne fremde Hilfskräfte arbeitenden Handelsgeschäfts der betreffenden Branche übersteigt. Vorläufig gilt ein Einzelhandelsumsatz von 5000 RM. jährlich als unerheblich. Der Zubehörhandel bleibt dabei außer Ansatz. Sinngemäß gelten die Bestimmungen auch für handwerkliche Aebenbetriebe der Einzelhändler. Bei der Heranziehung der Unternehmen soll jede Härte vermieden werden und die praktische Notwendigkeit der Betreuung der Betriebe vor allen anderen Erwägungen maßgebend sein. von Juden! Diese stolze Frontgemeinschaft hat die Partei geschmiedet. Sie hat sich überall in der Zone der Gefahr bewährt, wo Werke arbeiten und Schlote zwischen Panzertürmen und Kanonen weiter rauchten. So hielten neben unseren Frontsoldaten Frontarbeiter und Frontbauern am Westwall die Wacht für Deutschland. In ihrer Mitte stand die Partei! Karl Heinz. Eigenhilfe mir in einem beschränkten Ausmaß, so- wett sie nämlich in einem angemessenen Verhältnis zur weiterlaufenden Erzeugung des Unternehmens stehen, als Bestandteil der Selbstkosten anerkannt waren Zeugen des tiefen Eindruckes, den der „Fliegende Holländer" in der aufgeschlossenen Kunstgemeinde hinterließ. Die Aufführung war bildlich und musikalisch eine getreue Wiederholung der Neuinszenierung aus dem vorigen Jahr. Unter der künstlerischen Gesamtleitung des regieführenden Generalintendanten Staatsrat Heinz Tietjen ist in emsiger Probearbeit der frische Glanz dieser Festspielaufführung erneuert worden, die in künstlerischer Vollkommenheit und persönlichem Einsatz aller INitwirkenden der großen Tradition Bayreuths entspricht. Wieder spielte das berühmte Festspielorchester unter Karl Elmendorffs Leitung, und in den großartigen stimmungsstarken Bühnenräumen von Emil Pretorias spielten Rudolf Vockelmann den „Holländer", Maria Müller die „Senta", Ludwig Hofmann den „Daland", Franz Völker den „Erik", Erich Zimmermann den „Steuermann" und Ria F o ck e die „Mary". Pausenlos zog die nordische Ballade an den gebannten Zuschauern Grenzland in der Feuerprobe. 100000 Morgen bestellte Aecker. - Das gemeinsame Werk von Frontbauern und Wehrmacht. - 600 000 Zentner Getreide als Erfolg des parteieinsahes. Bayreuth, 17.3ulL (DJIB.) Die Bayreuther Bühnenseslspiele des Kriegssommer» 1940 sind den Soldaten und Rüstungsarbeitern Vorbehalten, die als Gäste des Führers vom 16. bis 31. Juli die musikdramatischen Kunstwerke Richard Wagners erleben. Bayreuth als Feftspielstätte hat damit in seiner mehr als 60jährigen Geschichte einen einzigartigen Höhepunkt erreicht. Denn zum ersten Male ist der Wunsch des Meisters erfüllt worden, daß das Volk in feiner ganzen Breite kostenlos Zutritt hat zu den herrlichsten Aufführungen Wagnerfchen Werke. Die RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat die organisatorische Durchführung der Festspiele übernommen, die 19 000 Teilnehmern aus zwölf Gauen zu vier Aufführungen des „Fliegenden Holländers" und zwei Vorstellungen des vierteiligen „Ring des Nibelungen" heranführen. Heilrufe begleiteten die Fahrt des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley zum Festspielhaus, der als Führer der Deutschen Arbeitsfront mit Gauleiter Wächtter und Frau Winifred Wagner in Loge der Eröffnungsvorstellung beiwohnte. Vertreter der Wehrmacht und des Staates Unsere Soldaten sanden in den freigemachten Städten und Orten ihre Quartiere. Sie bestellten die Gärten, sie besserten Dachschäden aus. Sie bezogen im langen Winter von hier, als von der „Heimat" aus, ihre Stellungen vor dem Westwall, den weder Franzosen noch Briten überhaupt jemals sahen, es sei denn als Gefangene! Sie kehrten nach tapferem Einsatz in diese Städte und Dörfer zurück, in die schmucken Arbeitersiedlungen des Grenzstreifens, in die städttschen Wohnungen wie in die verwitterten Fachwerkhäuser der Südpfalz, die oft mit den schweren Beton klotzen der Bunker seltsam kon- trastterten. Von ihrer Haltung zeugen die Summen, die dem Gauleiter als freiwillige Opfer der hier eingesetzten Wehrmachteinheiten und der Männer des Reichsarbeitsdienstes immer wieder übergeben wurden. Sie gehen in die hunderttausende. Als Ergebnis ei- ner einzigen Sammlung eines Truppenteils am Westwall wurden allein 67 000 RM. für die rück- gekehrten Volksgenossen überbracht! führt. ,, ... In den Maginotbunkern dagegen vermochten sich die Poilus oft kaum der Rattenplage zu erwehren; denn dort lagen die bäuerlichen Speicher voll Frucht und Korn — das „reiche" Frankreich ließ das Gut lothringischer und elsässischer Bauern verkommen.. ; Auch die Städte und Dörfer der „Roten Zone zerfielen" nicht wie diejenigen hinter der Maginot- linie. Dort raubten und plünderten Wilde und halbwilde die Häuser aus. Dort wurden im eigenen Lande Gemeinheiten und Greuel am Besitztum unö Gut der eigenen „Landsleute", die ja nur noch „Boches" waren, begangen, wie ste im Feindesland Gauobmann Decker 50 Jahre. NSG. Der ©auobmann der Deutschen Arbeitsfront im Gau Hefsen-Naffau, Gauamtsleiter Willy Becker, begeht am 17. Juli feinen 50. Geburtstag. Als Freiwilliger stand er von 1914 bis 1918 im Feld und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. und 1. Kasse ausgezeichnet. Seit 1926 gehört er der NSDAP, an. In unermüdlicher Arbeit hat er aus den kläglichen Resten der klassenkämpfe- rischen Gewerkschaften die Einheit aller Schaffenden im Rhein-Main-Gebiet geschaffen. Beurlaubung von Familienvätern bei Rückkehr in die freigemachten Gebiete. Gefolgschaftsmitglieder aus dem früheren geräumten Gebiet, deren Familien jetzt in die alte Heimat zurückkehren, müssen vielfach noch aus kriegswirtschaftlichen Gründen eine Zeitlang an ihrem bisherigen Arbeitsplatz verbleiben. Der Reichsarbeitsmimster empfiehlt, diese, soweit sie bei dem Umzug und der Sine Ansprache Sr. Ley«. Am Tage der Eröffnung der Festspiele empfing Reichsorganisationsleiter D r. L e y Vertreter der Presse, um ihnen einen Einblick in die Knegsarbeu der NS.-Gemeinschäft „Kraft durch Freude zu vermitteln. Dr. Ley führte aus: Wir kennen alle ein altes Wort: „Wenn die Kanonen sprechen, haben die Musen zu schweigen . Dieses Wort kommt aus einem Geiste, den wir nicht wollen. Es mag manche Grunde geben, die künstlerische Betätigung im Kriege nicht so eindringlich wie im Frieden in Erscheinung treten lassen. Es fehlen Kräfte an den Theatern und m den Orchestern, es fehlen Menschen, die .^st draußen unter den Waffen stehen. Andere Grunde find daß die Men chen glauben, m einer olchen schweren Seit wo manche ihr Liebstes verlieren, sich nicht freuen zu dürfen. Manche glauben auch, man dürfe in einer solchen Zeit keine Freude zeigen und auch keine Freude geben. Es ist selbstverständlich, daß man nicht zulassen wird, daß die einen sich überlaut freuen, wahrend die anderen m einem tiefen Schmerz versinken. Die Auffassung allerdings, im Kriege eine Strafe Gottes zu fehen, lehnen wir ab. Würden wir uns diese Auffassung zu eigen machen, mürben wir alle unsere Toten beleidigen, bte in ^eiliger Begeisterung für Führer und Volk gefallen sindAuch im Kriege erfüllt sich dre lebensbejahende Idee. Der Krieg ist fjodtfte Vernäh' Andererseits tat aber gerade während dieser schnee- reichen, bitter kalten Wintermonate die Partei alles, was in ihren Kräften stand, unseren Soldaten am Westwall Freude und Abwechslung zu bereiten. Sie organisierte Liebesgaben", Buch- und Zeitschristenspenden. Sie feierte Weihnachten mit ihren Kameraden in den Stellungen, brachte Weihnachtsbäume in die vordersten Linien; die 'saarpfälzische NSKOV. schickte als Weihnachtsgruß 22 000 Weihnachtskerzen an die Front. Im Dorf Spi ehern läuteten, als der Führer hier auf den historischen höhen zum ersten- mal nach dem Weltkrieg französischen Boden betrat, Marktpreisen, höchst, ober Festpreisen nicht genehmigt werden. Für Selbstkostenpreise auf Grund der vom Reichskommissar erlassenen Kalkulationsvorschriften ist der Preiskommissar da- aegen damit einverstanden, daß die Umlagen als Kostend estandtett Berüchsichtigung finden. Die Eigenhilfe eines Unternehmens findet ihre Grenze in der Leistungsfähigkeit des Unternehmens unter Beibehaltung feiner bisherigen Preise. Die Eigenhilfe darf daher nicht durch eine Erhöhung der Preise finanziert werden. Derartigen An- * *1 ~ * ■’ werden. Bei NSK. Als ein Forum der Verständigung errichtete der Gauleiter bet Saarpfalz, Jofes Bürk- fei, hart an der französischen Grenze, mitten im ver- zahnten Besitztum ber Grenzlandbauern, das Wein- tor, eine gastlich geöffnete Pforte des Friedens. Wie lange ist es her, daß der Maire de Wissembourg hier den Pokal mit edlem Burgunder, von pfälzischen Winzern auf elsässischem Boden gebaut, auf einen langen Frieden geleert hat, daß sich hier Bauern aus zwei Grenzländern trafen, daß viele andere Kräfte den Versuch zu einer dauernden Der- jtänbigung machten? Wie lange ist es her, baß sich bie Schlagbäume beim französischen Zollhaus zum letztenmal hoben, einem gemächlichen Kuhfuhrwerk bie Straße frei- zugeben, besten Besitzer vielleicht noch nicht wußte, bah es bie letzte Fahrt zu feinen Felbern unb Weinbergen in Frankreich war. Alle bie Schlagbäume, bie Arbeitsplatz unb Wohnort, bie Brüber unb Verwanbte trennten, finb vergessen. Einst hatte Deutschlanb seinen schweren Verzicht erklärt um bes Friebens willen. Frankreichs Krieg gegen bas Reich hat biesen Verzicht aufgehoben. Der Führer hat feinem Volk fein Wort gegeben, baß er für immer Schluß machen wirb mit ber jahrhunbertealten Bedrohung unb Raubpolitik ausgezeichneter war. Der Führer gab im Februar den Befehl zur Durchführung der Bayreuther Festspiele auch im Kriegsjahr 1940. Dieser Befehl kam dem Führer aus dem Herzen, unb so sind wiederum bie diesjährigen Festspiele — bas kann man wohl sagen — auf seine ureigen ft e Initiative veranstaltet worden. Diese Festspiele sollen beweisen, daß in unserem Deutschland nebenbem Schwert die Leier Platz hat. Leier unb Schwert gehören im neuen Deutschland zusammen. Wir binden bie Freude allerdings an bas Opfer unb den Einsatz^ Jeder Deutsche soll das Maß an Freude erhalten, bas er kraft feines Einsatzes verlangen kann. Wir schöpfen unsere Kraft nicht aus der Lebensverneinung, fonbern aus der Lebensbejahung. Im Führer selbst offenbart sich das Symbol: Daß Leier und Schwert in einem gefunden unb vernünftigen Menschenleben zusammen- gehören. Der Führer ist der beste Ausdruck dafür, daß im deutschen Menschen Soldat und Künstlertum vereinigt sind. Wir wollen auch jetzt in dieser harten Zeit dem Volke unb der Welt beweisen, daß wir die Kunst zum Arbeiter und Soldaten, in die breiteste Masse des Volkes hineintragen. Kultur unb Kunst finb nicht nur für einige Wenige da und find nicht burch eine hohe Mauer vom Volke abgeschlossen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, unseren gewaltigen Kulturschatz ber breite ft en Masse zu vermitteln. Ich glaube, man kann das gar nicht besser tun als hier in Bayreuth. Jedes Jahr nehmen deutsche Arbeiter an den Bayreuther Festspielen teil, unb in diesem Jahre, im Kriegsjahr, spielt Bayreuth nun für d e n Arbeiter unb ben Soldaten allein. Wir wollen bamit zum Ausdruck bringen, daß der deutsche Kunstschatz im Kriege, im höchsten Einsatz, für diejenigen da ist, die die größte nOpfer für ihr Volk bringen. So hat es der Führer befohlen, so war es fein Wille. In diesem 2Iugenblicf danken wir allen denjenigen, die dieses Werk in der kurzen Zeit organisiert haben, vor allem Frau Winifred Wagner, der Betreuerin des Erbes des großen Meisters. Sie hat sich auch in diesem Jahre mit Tatkraft in ihre Aufgabe hineingestellt unb sie gemeistert. Diese Aufgabe war bestimmt nicht leicht. Wir danken aber auch allen Künstlern unb Künstlerinnen, den Musikern, dem Chor und nicht zuletzt ben Bühnenarbeitern. Vor allem aber gilt unser höchster Dank dem Führer für seine Initiative , und für seinen Befehl. Durch, ihn wurden die Fest- , spiele in Bayreuth zu Festspielen bes Sieges! Soziale LeistungSgemeinfchasten auf dem Lande. In den Kreisbauernschaften sollen kleine Leistungs- gerneinschaften gebildet werden unb sich mit folgenden sozialen Fragen befassen: Beratung unb Ausbau bestehender La nd ar b e i ter ei ge n wir t s ch aften, Beratung in der Kuhhaltung unb Milcherzeugung, in der Schweinemast sowie in der Ziegen-, Schaf- und Kleintierhaltung, in der Bewirtschaftung des Eigen-, Pacht- und Deputatlandes sowie in der Vorratshaltung. Nach Möglichkeit sollen in allen Dörfern gute Landarbeiterstellen unb auch Kleinlandwirtstellen als Beispiel swirtschaften besonders hergestellt werden, um den sozialen Wert der Eigenwirtschaften sichtbar zu machen. Zu ben Aufgaben der Leistungsgemeinschaften gehört auch die Abhaltung von Lehrgängen in handwerklichem Können sowie die Erweckun'g des Hausfleißes. Sie sollen weiter an ber Dorf Verschönerung, der Gestaltung bes Feierabends und an der Schaffung sozialer Einrichtungen mitarb-iten. Die Bayreuther Kriegsfestspiele eröffnet. Soldaten und Arbeiter als Gäste des Führers in Richard Wagners „Fliegendem Holländer" kennzeichnen die Ausrichtung auf die Erzeugungs- fchlacht. lieber Grenzsteine und Einzelparzellierungen — bie Folgen einer jahrhundertelangen unglückseligen Realteilung — hinweg wurde so eine Flurbereinigung größten Ausmaßes vorbereitet. Allein 800 000 RM. wurden für Saatgut und Düngung aufgewendet. 600 000 Zentner Getreide werden bas Erträgnis dieses Einsatzes der Partei sein. Mit einem Gesamterlös von acht Millionen RM. aus den von ben Frontbauern und ber Wehrmacht bestellten Feldern wird gerechnet. Noch wichtiger aber ist, daß das weite Land vor ber Verunkrau- tungberoahrt blieb, daß prächtige ernteträchtige Felder die Heimkehrer erwarten! Im Vorfeld, wo eine Bestellung unmöglich war, umbrechen heute schon 100 Schlepper bie Schollen: Hinter der Truppe läuft der Pflug! Während ber Frühjahrsbestellung lenkten Landser Tag und Nacht die Schlepper über die Stoppelfelder. 1500 Wehrmachtgespanne gingen zwischen Panzertürmen, Bunkern und Hindernissen über die bäuerliche Erde. Heute wird bie Heuernte von Soldaten und Bauern eingebracht. Kleeaussaaten sichern die Futtergrundlage für bie Wirtschaft der Heim- kehrenden. „Der Gemeinschaft gehört alles, was wir noch haben; wir schaffen für unser Dorf!" sagt uns ein Ortsbauernführer. 350 Morgen ©ärtnereigelänbe waren genutzt. Die Gärtner standen in ihren eigenen Betrieben als Dienfföerpflicfjtete neben ben Frontarbeitern unb Soldaten. Hunderttausende von Pflanzen lieferten sie an die Soldaten für deren Haus- und Bunkergärten und halfen ihre Speisezettel mit Frischge- müse bereichern. 8000 Zentner Erdbeeren wurden neben anderen Früchten im Gemeinschaftseinsatz zu - meist aus dem Vorfeld links ber Saar geerntet. Große Schädlingsbekämpfungen wurden durchge- Ostmärker Soldaten bas Ballett der Wiener Staatsoper, bas „Wiener Zwölferhaus", bie Volksoper, den Reichssender -Wien mit Hans Moser in bie winterliche Einsamkeit bes Westwalls. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" richtete in vielen Orten Wehrmachtheime ein. Im Zusammenwirken mit ber Wehrmacht führte die Aiuwaltung Saarpfalz der Deutschen 21rbeitsfrortV über ihre KdF.- WehrmachtbetreuungssteIle allein für unsere Soldaten insgesamt 1397 Theaterabende, 1913 Unterhaltungsabende, 154 Vorträge und 78 Sonderver- anftaltungen durch. Monatelang brachten täglich bis zu zwanzig, ja dreißig Bühnen und Gruppen ihre Programme unter Verzicht auf die geringste Bequemlichkeit zu Soldaten und Froytarbeitern. Und drüben? Ein Blick in die verlassenen Bunker unb Unterstände im Bereich ber Maginotlinie gibt Eindrücke, die zu schildern uns ber Anstand verbietet! Das ist bie Auswirkung der „Kulturarbeit" Gemeinschastshilfe und Preisbildung. Die sich aus der Gemeinschastshilfe ber Wirtschaft zur Erhaltung stillgelegter Betriebe für die Preisbildung ergebenden Folgerungen hat der Reichskommissar für bie Preisbildung in einem Erlaß zusammengefaßt. Danach darf bie Belastung eines Unternehmens mit Umlagen grundsätzlich nicht zu Preiserhöhungen führen. Ausnahmen vom Preiserhöhungsverbot, die mit dieser Belastung begründet sind, werden deshalb bei des Westens. Das Land diesseits und jenseits der Grenzpfähle ( wurde in den ersten Septembertagen zur Zone * des Schweigens. Sie ist nun gebrochen. Auf i beiden Seiten umgestürzter Grenzpfähle kehren ‘ deutsche Menschen heim und finden helfende Hände i — wobei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen werden muß, daß eine Heimkehr unserer Rückge- > führten auf eigene Faust und ohne entsprechende Anweisungen auf alle Fälle unterbleiben muß. Sie finden diesseits die Partei am rastlosen Tagewerk, finden jenseits die betreuende Fürsorge ihres sozialistischen Vorpostens der NS.-Volkswohlfahrt. Sie fanden aber auch die Gegensätze, die der Ausdruck zweier Systeme find: Nichts kann belehrender für sie beide, für Saar- pfälzer wie für Elsaß-Lothringer, fein, als endlich einmal über gefallene Grenzen hinwegzublicken und die Wttklichkeit zu sehen: Sie sehen diesseits die Arbeit der Partei; sie sehen jenseits die Arbeit der Parteien? Da ist zum ersten das wette Ackerland hier wie dort. Auf lothringischer Seite 20, 30, ja bis zu 40 Kilometer tief, vor unb selbst noch weit hinter der Maginotlinie völlig verwildert, von Unkraut und von Schädlingen verseucht. Ja fast schon versteppt ist das Land, zu dessen Pflege sich seit vorigem Spätsommer keine Hand mehr gerührt hat. Ost blieben die Felder schon im Frühjahr unbestellt — eine Auswirkung ber Hetzpsychose und der Verant- wortungslosigkefn Das Gegenbeispiel: Auf saarpfälzischer Sette führten die Bauern bis zur letzten Stunde bie Sensen unb Mähmaschinen, breiteten ben Dung aus für bie nächste Saat. Ihre Ernte vollendeten mit Kriegsbeginn bie Gemeinschaft ber Partei unb der Wehrmacht. In enger Zusammenarbeit mit ber Wehrmacht bestellte bie Landesbauernschaft Saarpfalz, also ber a g r a r v o l i t i s ch e Sektor ber Partei, während oer vergangenen zehn Monate 100000 Morgen Ackerland in ber von der Zivilbevölkerung geräumten „Roten Zone" innerhalb unb sogar vor dem Westwall! Bis zu Beginn ber Maioffensive waren von 200 geräumten Gemeinden 90 zur Bewirtschaftung von ber Wehr- macht freigegeben. Die Gesamtverantwortung für bie Bestellung" lag in ben Händen bes ßanbes« bauernsührers Saarpfalz. 1500 Grenzland- bauern wurden als bäuerliche Ortskommandos bienftverpflichtet und in ihre Dörfer zurückgerufen. Freudig folgten sie dem Ruf — trotz der Gefahren. Heute hat sich ihre Zahl schon verdoppelt! Oft unb oft unter feindlichen Feuerüberfallen bestellten diese Frontbauern zusammen mit den Soldaten ber Wirtschaftskompanien im Zusammenwirken mit den Landwirtschafts-Offizieren das Feld: 72 000 Morgen Ackerland, 24 000 Morgen Wiesen, 8000 Morgen Klee und Luzerne, 140 Hektar Maisoermehrung allein in ber Kreisbauernschast Landau, 140 Hektar Hanf in den Kreisbauernschaften Zweibrücken und Saarbrücken unb 20 Hektar Flachs treuung widmete, ist eine Selbstverständlichkeit. Auch hier haben die eingesetzten Künstler mit auserlesenen Programmen segensreiche Arbeit geleistet. Viele Truppenführer werden berichten können, wie durchgreifend „Kraft durch Freude" gerade während der am Westwall stillen Monate gewirkt hat. Gerade da bewährte sich unsere Organisation ausgezeichnet und hat sicherlich mit dazu beigetragen, daß der Geist unserer Soldaten und unserer Frontarbeiter ein so rung eines Volkes, unb bie ebelste Form des Kampfes an sich. , ... Es war aus all diesen Erwägungen heraus für uns auch eine Selbstverständlichkeit, daß „Kraft durch Freude" im Kriege in größtem Ausmaße Einsatz finden mußte. Wäre allerdings „Kraft durch Freude" lediglich ein lächerlicher Vergnügungsverein gewesen, dann würden wir es im Kriege nicht haben einsetzen können. Hätte aber „Kraft durch Freude" im Kriege keinen Platz gehabt, bann würbe es auch keine Existenzberechtigung im Fliehen haben. Diese Bayreuther Tage sollen bem Volke zeigen, daß „Kraft durch Freude" seine Aufgabe erfüllt hat. Sie mögen darüber hinaus Anlaß fern, darauf hinzuweisen, daß KdF. während der bisherigen Kriegsmonate mehralsl00000Wehr- machtsveranstaltungen mit einer Gesamtteilnehmerzahl von mehr als 30 Millionen Menschen durchgeführt hat. Monatlich werden von KdF. mehr als 15 000 Veranstaltungen gegeben. Darüber hinaus betreut KdF. 1600 Arbeiter-Gemeinschaftslager. In diesen Lagern wurden vom September 1939 bis Juli 1940 rund 30 000 Veranstaltungen durchgeführt. Bei der Truppenbetreuung kamen Wanderbühnen mit klassischem und volkstümlichem Spielplan, mit Orchester, Kleinkunst- und Dariete-Ensembles zum Einsatz. Der R e i ch s th e a t e r z u g von KdF. lief im besten Sinne des Wortes auf höchster Tourenzahl. Die Veranstaltungen wurden bis in die vorder st eBunkerlinie durchgeführt. Daß sich ,,Kraft durch Freude" auch der Lazarettbe- Die Seeschlacht im Mtelmeer. Interessante Einzelheiten über die italienischen Operationen. Rom, 16. Juli. (DNB.) In einem Sonde-vbericht der italienischen Wehrmacht werden besonders interessante Angaben über die Tätigkeit der italienischen Luftwaffe im westlichen und östlichen Mittelmeer gemacht, um die Rückfahrt der englischen Geschwader nach Gibraltar bzw. Alexanovien zu stören. Danach wurde der Feind 40mal angegriffen, wobei 50 Bomben, darunter einige schwersten Kalibers, die feindlichen Einheiten trafen und sichtbare Schäden verursachten, sowie 10 feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen wurden. Ein Zerstörer und ein Frachtdampfer seien mit Sicherheit versenkt, zwei Schlachtschiffe, vier Kreuzer, zwei Flugzeugträger, zwei Zerstörer mit Sicherheit schwer getroffen, 12 Flugzeuge ad geschossen und etwa 10 an Bord der Flugzeugträger vernichtet oder beschädigt worden. Es stehe ferner fest, daß das Schlachtschiff „Hood" durch drei Bomben, und zwar an der Zentralstelle für die Feuerleitung der schweren Geschütze, am oberen Bugturm der 38,1-cm-Geschütze und an der Vermessungsanlage getroffen wurde. Der Flugzeugträger „Arc Royal" sei von einer Bombe getroffen worden, die den rechten Bugaußenteil seiner Flugzeugbahn zerstört und sieben Flugzeuge vernichtet habe. Der Flugzeugträger „E a g l e" weise am Bug einen großen Riß in der Schiffswand auf. Aus dem Bericht über die Seeschlacht vom 9. Juli ergibt sich, daß das Feuer von den italienischen Schlachtschiffen „Cesare" und „Cavour" auf 26000 Meter Entfernung eröffnet und rasch ins Ziel gebracht wurde, so daß mehrere Treffer festgestellt werden konnten und eines der feindlichen Schiffe stark nach dem Bug absackte und das Feuer einstellte. Auch das Feuer des Feindes sei zielsicher gewesen, denn eine 38,1-cni-Granate habe ein italienisches Schlachtschiff inmitten des Decks in der Nähe seines Schornsteins getroffen, was aber nicht verhindert habe, daß das italienische Schlachtschiff das Feuer mit unverminderter Stärke fortgesetzt habe, weil keiner seiner lebenswichtigen Teile beschädigt worden sei. Verwundeter deutscher Soldat von den Briten erschossen. Berlin, 16. Juli. (DNB.) Der deutsche Unteroffizier Ignaz Reil machte vor dem Chefarzt eines deutschen Reservelazaretts folgende Aussage: „Als ich verwundet in englische Gefangenschaft geriet, brachten die Engländer wenig später drei deutsche Kameraden, von denen mir zwei persönlich bekannt waren, als Gefangene in mein Zimmer. Die deutschen Kameraden mußten mich verbinden und trugen mich dann zu einem anderen Kameraden, der am linken Unterschenkel einen Durchschuß hatte. Wir lagen dort längere Zeit. Plötzlich setzte deutsches Artilleriefeuer ein. Als es stärker wurde, erschossen die Engländer meinen verwundeten Kameraden mit dem Karabiner und rückten dann mit den drei deutschen Gefangenen ab. Da ich nur noch röchelte, hatten mich die Engländer liegen gelassen, offenbar waren sie der Meinung, daß ich im Sterben lag, sonst hätten sie mich zweifellos ebenfalls getötet." — Diese verabscheuungswürdige Tat an wehrlosen verwundeten deutschen Soldaten ist ein neuer Beweis für die niederträchtige und charakterlose Gesinnung der verrohten britischen Soldaten. Korrektes Verhalten der deutschen Besatzungsbehörden. Genf, 16. Juli. (DNB.) Nach einer Meldung aus Vichy unterstrich der soeben aus Paris zurückgekehrte Kardinal Gerlier von Lyon Pressevertretern gegenüber das außerordentliche Entgegenkommen der deütschen Besatzungsbehörden und die Korrektheit der deutschen Truppen in Frankreich. Auf der langen Reise von Lyon nach Paris sei der Kardinal nur zweimal angehalten worden, um nach Wirtschast. Hessischer Sparkaffen- und Giroverband in 1939. Fwd. Darmstadt, 15. Juli. Der Hessische Sparkassen- und Giroverband stellt in der Einleitung zu seinem Geschäftsbericht für das Jahr 1939 u. a. fest, daß eines der wichtigsten durch den Krieg aufgeworfenen Probleme ist, die durch die Rationierung der Rohstoffe und der lebensnotwendigen Gebrauchsgegenstände, Genuß- und Lebensmittel freigewordene Kaufkraft den Sparkassen als Spargelder zuzuführen. Hier hat sich den Sparkassen ein weites Feld erfolgreicher Werbung eröffnet. Insbesondere mußte nunmehr dem Gefolgschaftssparen die größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Hier wird die Sparmöglichkeit an der Quelle abgeschöpft. Auf die allen Sparkassen bekannte Erleichterung bei der Errichtung mechanischer Spareinrichtungen in fremden Wirtsckaftsbetrieben wird nochmals hingewiesen. Neu yinzugekommen ist das Kriegssparen der an der Front befindlichen Volksgenossen. Auf dem Gebiet des Kredits wurden den Sparkassen durch den Krieg besondere Aufgaben zugewiesen, die zur Werbung und Förderung ausgenutzt werden konnten (gewerblicher Kredit, Hilfe für durch die gegenwärtigen Verhältnisse in Liquiditätsschwie- rigkeiten geratenen Firmen, Handwerkerkredite, Bevorschussung von Leistungsbescheinigungen der Wehrmacht u. a.). Im letzten Jahresdrittel wurde schließlich auch eine schon lange erfüllte Forderung der Sparkassen.auf Erhöhung der Blankokreditgrenze erfüllt. Die Spareinlagen bei den hessischen Sparkassen stiegen von 3 6 5,3 Millionen R M. äuf 391,3 Millionen RM. oder um 26,0 Millionen RM., davon 11,5 Millionen Zinsgutschriften, die Giroeinlagen und Depositen von 43,6 auf 61,2 Mill. RM. Bei den Spareinlagen ist der Stand von 1913 erst zu 92,4 (86,2) v. H. erreicht. Rund 66,89 v. H. der Spareinlagen war mit gesetzlicher Kündigungsfrist, 33,11 v. H. mit besonderer versehen. Das Schulsparen erbrachte 0,38, Heimsparbücher 0,38, Geschenkspargutscheine 0,03 Mill. RM. Die Zahl der Sparbücher betrug am Jahresende 672 000 (663 000), die Spareinlagen je Sparbuch stiegen von 551 auf 582 RM. (Reichsdurchschnitt Ende 1938 482 RM.). An Hypotheken wurden von den Sparkassen 8,996 (13,45) Mill. RM. fest zugesagt, 7,73 (11,86) Mill. RM. ausgezahlt, davon 5,79 (6,30) bzw. 4,23 (5,05) Mill, auf Neubauten, 0,94 (1,17) bzw. 0,89 (0,97) Mill, für Gebäudeinstandsetzungen, Umbauten und sonstige Zwecke der Wohnungswirtschaft. 18 Sparkassen (wie i. V.) haben 100 v. H. und mehr des Solls der Barliquidität erreicht, 13 (10) zwischen 80 und 100 v. H., nur 1 (2) blieb unter 40 v. H. des Solls. Bei der Gesamtliquidität haben 35 (30) das Soll erreicht (i. V. lagen noch 5 zwischen 80 und 100 v. H ). Die gesetzliche Sicherheitsrücklage ist mit 4,76 (4,88) v. H. der Gesamteinlagen im Durchschnitt etwas gegen das Vorjahr zurückgegangen. Der Hypothekenzinssatz liegt jetzt bei keiner hessischen Sparkasse mehr über 5 v. H. (i. V. bei 1), dagegen hatten 10 einen Satz von 4^/r (i. V. 9), wieder 3 von 43/4 v. H. Ein dem Bericht angefügter gemeinsamer Abschluß per 31. 12. 1938 der 35 hessischen Sparkassen zeigt in Mill. RM. Barreserve 3,03 (2,79), Wechsel 1,79 (2,36), eigene Wertpapiere 107,11 (80,24), Guthaben bei anderen deutschen Kreditinstituten 64,39 (58,44), Schuldner 83,34 (83,70), Hypotheken usw. 163,89 (160,97), fällige Zinsforderungen 2,56 (3,25), dauernde Beteiligungen 4,53 (4,66), Bausparkasse unv. 1,0, anderseits Spareinlagen 365,31 (334,72), Gläubiger 43,40 (40,79), langfristige Anleihen 0,41 (0,49), Reserven 21,28 (20,15) zuzügl. 1,77 (1,56) sonstiger Reserven, Rückstellungen 0,52 (0,65), Gewinn 1,57 (1,37). Die Einnahmen aus Zinsen und Kreditproois. betrugen 18,18 (16,94), Kursgewinn 0,23 (0,35), anderseits u. a. Steuern 0,24 (0,12), Abschreibungen 0,97 (0,98). Ein Zwischenausweis für Ende Dezember 1939 zeigt in Mill. RM. Barreserve 3,97, Wechsel 1,28, eigene Wertpapiere 0,13, Guthaben bei anderen Kreditinstituten 90,0, Schuldner 81,5, Hypotheken usw. 161,78, Beteiligungen usw. 21,19, anderseits Spareinlagen 388,6, Gläubiger 62,63, Rücklagen § 11 KWG. 22,37, Rückstellungen 2,62. Aus dem statistischen Zahlenmaterial seien noch Verteilungsziffern der Spareinlagen auf den Kopf der Bevölkerung entnommen. Hiernach entfielen je Kopf der Bevölkerung in den Garantiegemeinden durchschnittlich 276,05 (257,71) RM. Spareinlagen, und zwar in der ehem. Provinz Starkenburg 253,0 (237,4), Oberhessen 276,09 (253,96), Rheinhessen 313,10 (298,40) RM. Unter den Sparkassen stehen an der Spitze Mainz-Land mit 675,10 (662,6) RM., Butzbach mit 529,90 (481,29) RM., Darmstadt mit 479,40 (449,00) RM. Vorzeigung seines ihm von der deutschen Kommandantur in Lyon ausgestellten Passierscheines völlig unbeanstandet weiterzufahren. Die Pariser Bevölkerung sei durchaus zuversichtlich. Der Kardinal habe feststellen können, daß die Bevölkerung mit den deutschen Befatzungsbehörden gut zusammenarbeite. Durch tollkühnen Einsatz den Vormarsch der Panzer beschleunigt. Berlin, 16. Juli. (DNB.) In den letzten Tagen des Juni hatte eine unserer Panzerdivisionen den Auftrag, sich durch Handstreich in den Besitz der Festung E p i n a l zu setzen. Panzer und Schützen brachen überraschend in dem Westteil der Festung ein und erreichten die Mosel. Von den sechs über diesen Fluß führenden Brücken sind fünf gesprengt, eine noch unversehrt. Der zur Flußerkundung vorausgesandte Pionieroffizier, Leutnant Danzer, weiß, daß es für das Gelingen des Handstreiches von ausschlaggebender Bedeutung ist, den einen noch vorhandenen Uebergang vor der Sprengung zu retten. Er springt an das Steuer eines auf der Sttaße stehenden französischen Last- wagens, fährt damit aus die unter feindlichem Artilleriefeuer liegende Brücke, durchschneidet die Zündleitungen und beseitigt die Sprengladungen. Dann springt er, von heftigstem Feuer verfolgt, an das Ufer zurück. Schon einmal'hatte er eine ähnliche Tat vollbracht. Durch Verhinderung der Sprengung einer über den La-Bassee-Kanal führenden Brücke hatte er den Vormarsch seiner Panzerdivision um Stunden beschleunigt. Auch bei dem Handstreich auf Epiiial ermöglichte die tollkühne Tat des jungen Offiziers feiner Truppe die Ausführung des Auftrages. Leider ist der tapfere Offizier bei dieser zweiten Gelegenheit schwer verwundet worden und kurz darauf im Lazarett gestorben. Sein Divisionskommandeur hatte ihn für seine kühne Tat zur Verleihung des Ritterkreuzes oorgeschlagen. Kleine politische Nachrichten. Mit Zustimmung des holländischen Generalsekretärs für Handel, Industrie und Schiffahrt hat sich ein holländischer Nationalausschuß zur Förderung der Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet mit dem Sitz in Utrecht gebildet. Nach einer Woche Pause erschienen wieder 54 japanische Flugzeuge in zwei Gruppen über dem Regierungsviertel von T s ch u n g k i n g und warfen eine große Anzahl von Explosiv- und Brandbomben ab. Die Angreifer wurden von etwa 20 chinesischen Jagdflugzeugen gestellt. Aus aller Welt. Volksschullehrer zum Ehrendoktor ernannt. Der Reichsminister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät derUniverfitätKöln dem Volksschullehrer Georg Statz aus Köln die Würde eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber verliehen. Die Arbett des neuen Ehrendoktors richtet sich nach umfangreichen Studien und Vorarbeiten vornehmlich auf die Erforschung tertiärer Fossilien in Rott, die in der Blätterkohle und in den^z Schiefer abgedruckt sind. Er besitzt die reichhaltigste Sammlung von Insekten- und Pflanzenresten aus dem Tertiär von Rott. Polnische Briefmarken stark gefragt Die Briefmarkenscrmmler im Generalgouvernement erleben gegenwärtig große Zeiten. Polnische Marken sind so gefragt, daß viele Werte fast ausverkauft sind. Der größte Schlag ist die Serie der polnischen Marken mit dem Uebe(druck „Generalgouvernement". Der Wert einer kompletten Sammlung polnischer Briefmarken kann, wie die polnische Zeitung „Nowy Kurier Warszawski" angibt, auf 20 000 Zloty geschätzt werden. Die teuerste polnische Briefmarke, deren Wert von dem gleichen Blatt mit 10 000 Zloty angegeben wird, ist eine österreichische Briefmarke aus dem Jahre 1918 mit dem Ausdruck „Poczta Pvlska" — Polnische Poft. Fern der Heimat geboren. Unter den nun in die Heimat zurückkehrenden Saarpfälzern befinden sich über 5000 Kinder, die in den Bergungsgebieten geboren wurden. Gauleiter Bürckel hat zur Erinnerung an ihre Geburtsstunde Sparbücher mit je 20 RM. Einlage für sie ausgegeben. Schweres Bergwerksunglück in Pennsylvanien. Bei einer Sprengung im Bergwerk Sonrnans in Pennsylvanien wurde eine Gasableitung a u f g e r if f e n. Durch die Explosion kamen 22 Bergleute ums Leben. 60 Mann konnten sich aus dem gefährdeten Stollen retten, während 2 3 Bergleute durch Einsturz des Stollens ein- geschlossen wurden. Obwohl sofort Rettungsmannschaften eingesetzt worden sind, wird befürchtet, daß die Eingeschlossenen bereits umgekommen sind. Von Helsinki zum Eismeer. Das erste finnische Flugzeug, das von nun an den regelmäßigen Verkehr zwischen Helsinki und dem Eismeer versieht, traf auf feinem Rückflug in der finnischen Hauptstadt ein. Das Flugzeug, das diese nördlichste Route der Welt befliegt, legte die Strecke in 6 Stunden zurück, wobei Zwischenlandungen in Rovaniemi, Kemi, Uleaborg und Vasa vorgenommen wurden. Die Strecke ist 1300 Kilometer lang. Sie soll dreimal wöchentlich beflogen werden. Sie dient zur Beförderung von Fracht, Post und Passagieren für den Atlantikverkehr von Petsamo nach USA. Ruderboot zerschellt am Saale-Wehr. Auf der Saale bei Bernburg wurde ein mit sieben Personen besetztes Ruderboot über das Wehr am Rosenhagen hinausgetragen und zerschellte. Nur drei Personen kannten gerettet werden. Ein Ehepaar und zwei Kinder gab der Strudel nicht wieder her. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Hauptschristleiler: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptschrMeiters: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich fürPolttÜ, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Provirq und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. V.: Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag- Brühlsche Unlversttätsdruckerei R. Lange St. <8. VerlagAeiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Berantworllich für den Inhalt der Am eigen: TheodorKümmel Pl.Nr.6. Danksagung Statt Karten! tritt gesucht. 02443 Gießen (Wartweg 60), den 16. Juli 1940. 3251 D Gießen, den 17. Juli 1940. 3258 D Ml M MimNNMMlMN-Mktt §vau £. Hummel Georg-Philipy-Gail-Straße 8 RM. 100.— Belohnung! Drahthaar-Fox auf den Namen Strop hörend, entlaufen. Vor Ankauf w. dringend gewarnt. Mitteil, erbet, an [3257D Bedinghaus Königstein i.T. Mammols- hainerweg Telefon: Amt Königstem564. Ehrliches, fleißiges Mädchen das selbständig den Haushalt führen kann, zu baldigem Ein- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang meiner lieben Mutter Marie Staubach, geb. Wöll sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sage ich allen herzlichen Dank. Anna Staubach. Für die uns beim Ableben unseres lieben Opas Ludwig Gräf erwiesene herzliche Anteilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir unseren tiefgefühltesten Bank. Familie Robert Geller Familie Willy Christ Frau Karola Spuck Wwe. Luftschutzspritzen mit Schlauch sowie alle anderen Luftschutzgeräte vorrätig bei Edgar BORRMANNg. Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 und 4156 ____________________________________3259 A | Verkäufe""] kl. SWM zwölfer zirka 28u.56Ltr. 1 Bütte zu verk. 0244c Franks. Str. 95 V Modernes, kaum benutztes 02444 JDofdjöetfen mit Spiegel etc. umzugshalber abzugeben Hofmannstr. 811 Mil oEienen Augen Drei Jungen und ein Mädel enidecken ihre Waldheimat. Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktaseln Leinen RM. 2,85 Hugo Dermühler Verlag Berlin - Lichterfelde | Verschiedenes | GttWnet- MlMlk frei _D Pulvermühle. Erfahrener Bncbhalterdn) auch Tage, halbe Tage od. abends bei bester Bezahlung 02447 sofort gesucht. Angebote an Postfach Gießen 254. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger Mahr (Schlosser), Führerschein Kl. 11, sucht Stelle. öelnrldUBfiganö Gladenbach, Gießen. Straße. Kaufgesuche Wir kaufen gebrauchte möfil.neawertifie Map zum Taxwert und erbitten Ihr Angebot ßpel,fließen Ruf 2847/48. Keine Ursprünge- zengnisse, lonbern nur Zeugnisabschriften dem Werbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na. men und Anschrift bei Bewerbers tragen! | Empfehlungen | | Mietgesuche | Klaviere werden 660D fachgemäß gestimmt und repariert G. Ebert Klaviermacher Bleichstraße 17 Fernruf 2403 Berufstät.Dame sucht z.l.Aug.gut möM. Zimmer parterre, sevar. Eingang. Nähe Ludwiasplatz. Schr. Ang. unt. 102445 a. d.G.A. 001 Gießen. Bahnhofstraße. 767d nun 11111111 iiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäfts karten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 liiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Junghennen! Ich liefere noch la Jungbennen 11-16 Wochen alt. WäH-Legborn. rebhuhnfarbige Italiener u. S$reu= zungen. Preis 4.40—5.50. l3254V W. Hoff steter, Wetzlar Formerstratze 10 Telefon 2649. Ab heute: ^Tziscket JQh.ein5G.lm Bahnhof-Gaststätten Gießen 3253 P Oeffeniliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden muß: 3250C 3. und 4. Vorauszahlungsrate Grundsteuer 1940, 1. und 2. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühren 1940, 1. Rate Hundesteuer 1940. Gießen, den 16. Juli 1940. Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.) kaufen Sie bei Beachten Sie auch immer-? Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Photo - Photoarbeiten Projektion Schmalfilm-Kino Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 Diese Woche: la FohMeisch Prima Wurst waren, Spezialität: Würstchen und Zervelatwurst Roßschlächterei Schilling Wetzsteingasse, Telefon 2186 3255 D Gut genährte Schlachtpferde werden angekauft Das große Spezialhaus ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider-u.Punktfragen. KOHLER sorgtauchfür die laufende Pflege Ihrer Zivil- und Uniform-Bekleidungsstücke: Aendern, Flicken, Modernisieren. Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen. Eigene Maßschneiderei für Anzüge und Uniformen in höchster Vollendung 3T75A KÖHLER Mittwoch, n. MM« (Siegener Ameiaer d>™» ifes erzähle? Weil -- fo wenig Irrae auf der Welt gibt! Ach. 6« Lfeb-hd-n fuhren das Wort stündlich im Munde und haben auch o Treue im Herzen. Noch unbeirrbarer i t d^e Treu« der Männer untereinander, oft ^rn mit dem r. bezahlt Diese Treue, melbe ungen, meine ich gebraucht mein Lieb nicht, hat T°mp° und . »«6 mäler ja sogar eine eigene Farbe, die man vorn Himmel nahm. Es gibt aber ^er Treue, die kleine, unscheinbare Stiefschwester ve großen Treue, die Treue zu Men Gewohnheiten uni) vertrauten Dingen. gefüllt wie zum Beispiel Heidelbeeren, Holunder^ Preiselbeeren und Tomatenmark. Andere Fruchtö wie Kirschen, zerkleinerte Pflaumen usw. werden roh oder leicht angedünstet, in Flaschen gefüllt und dann sterllisiert. Vor allem wird Obst in Patent^ gläsern sterilisiert, wie wir es schon seit Jahren gelohnt sind. Die Industrie hat gummisparende Einmachgläser mit engem Hals hergestellt. Auch so- NSG. Wenn man will, kann man als den Todfeind der Kartoffel jedes Lebewesen bezeichnen, das Kartoffelknollen verzehrt. So ist es aber nicht gemeint, wenn wir vom Todfeind der Kartoffel reben, denn fchließlich ist ja der Sinn des Kartoffelanbaues, uns Nahrungsmittel und dem Vieh Futter zu schaffen. Als Todfeind gilt vielmehr der Kartoffelkäfer, der durch feine eigene und die ungeheure Gefräßigkeit feiner Nachkommenschaft die Kartoffelpflanze kahl ftißt, so daß sie. zum Ansetzen und Entwickeln der Kartoffelknollen gar nicht erst E°m T)ie große Gefährlichkeit des Kartoffelkäfers in Deutschland hat feinen Grund in der übergroßen Fruchtbarkeit, der erschreckenden Gefräßigkeit dieses Schädlings, sowie der in allen Varianten bestehenden Verschleppungsmog- mar. Dort ein Mensch und da em Ding, hier ein Weg und da eine Gewohnheit, die du ableMi, es wird immer einsamer um dich, denn d" bist alter geworden und hast nicht mehr die Leichtigkeit m dir, neue Dinge zu erforschen und neuen Menschen dein Herz zu öffnen. Es macht dir auch keine Freude mehr, immer wieder fremden Leuten erst Sergen, was Du eigentlich für ein Kerl bist. Die alten Nachbarn aber kennen dich, sie wissen. daß du Dein Glück verdient und dein Unglück nicht verschuldet hast. Und an Dem alten Stuhl hat sich dein Kme schon so oft aestoßen, daß du ferne spitze Kante nicht mehr spürst und höchstens em erinnerndes Achso?" denkst, statt eines kräftigen Himmeldonnerwetters. Neue Sachen zu kaufen wird dir zur Last denn Du sichst nicht mehr mit Deiner Frau vor Den Läden mit Den tausend Wünschen, von denen ihr immer wieder roeggingt und immer wieder zuruck- famt, um Dann in ein Haustor §u treten, den schmalen Inhalt des Beutels nachzuzahlen. Das Stuck, Das ihr damals erstandet, es ist nn Teil eures Lebens geworden, ihr Dürft es mcftf meggetien nur weil es alt und schäbig ist. Es ist ja bei D r a t gewogen, dir hat es ja feine ganze Schonh it ge- schenkt! Behalte es Darum! Sonst wirst du bald ’ arm sein, auch wenn man es dir mit Gold aus- Insektenstiche sind lästig, jucken und verursachen Schwellungen. Bestreicht man sie mit Sepso-Tinktur so wiry der Juckreiz sofort beseitigt und die Schwellungen verschwinden, da diese Tinktur eine beson ders große Tiefenwirkung besitzt. Am besten ge brauchen Sie hierzu das handliche und bruchsichere Sepso-Tupfröhrchen, das Sie in allen Apotheken und Drogerien zu neunundvierziA Pfennigen erhalten. Das Sepso-^upfrohrchen^ das sich bequem mitführen laßt, eignet sich auch zur Desinfektion von kleinen Wunden und! Pickeln und zur Verhütung von En^undungen.- Sepso-Tinktur desinfiziert wre Jod-Tinktur uns wird genau so angewandt._________ Freude am Leben", die schöne Bilderzerk chrift des Reichsbundes für Biologie (Hugo Ber- mühler Verlag, Berlin-Lichterfelde), halt aud) im Kriege, was Qualität Der Beiträge und Vielseitigkeit des Inhalts anlangt, ihr Niveau. Im Doppels heft für Die Monate Juli und August lesen mir einen anregenden Aufsatz über Pflege und Ausback Der deutschen Flußlandschaft aus Der Feder des Landrats Dr. Seppi eines mit dem Naturschutz besonders vertrauten Vermal hing sp olitifers, dessen! Ausführungen namentlich dort, wo wie bet uns m Gießen die Gestaltung des Flußufers noch so viel zu wünschen übrig läßt, besondere Beachtung verdienen. lieber die Pflanzenwelt des Altvatergebi^ qes das mit dem Sudetenland wieder zum Reich zurückgekehrt ist, handelt ein fesselnder und interessant bebilderter Aufsatz von Dr. Franz Falken- st e i n. Etwas vom Seemoos, das man an der detlichen Küste im wesentlichen nur auf Den friesischen Inseln findet, erzählt an Hand guter Zeichnungen Professor Hermann Helfer. Das Seemoos, das tierischen Charakter hat und in ganzen Banken sich ansiedelt, wird vor allem in Der Blumenbinderei verwandt. Professor Watt end erg vom Institut für Meereskunde Der Universität Kiel berichtet über die Strömungen Der Ostsee, wobei Der hohe Kalk-, gehalt des typischen Ostseewassers bei der fchwan- kenden Zufuhr salzreichen Nordseewaisers besonders hervorgehoben wird. Heber biologische Stilen ick dem iranischen Elbursgebirge erzählt Dr. W. Forster Der Dabei auf Die verschiedenen Formen Der Falter auf Der feuchten Nordseite und im vegetationslosen Trockengebiet Der Südseite hinweifh Dr. Emst N o w a ck berichtet von Grabungen m Der i Karru-Farmation von Deutsch-Ostafrika. Aus Der i Kinderstube Der Maulwürfe verrat Erna Moy r t vom Hamburger Zoologischen Museum viel Interessantes. Höchst vielseitig find Die kleineren Beitrage, wir erwähnen nur die fesselnde Zusammenstellung über Freiheitsfanatiker unter Den Deren, nur wenige Leser werden z. B. nicht überrascht sein, daß es in deutschen Aquarien überhaupt keinen Hering gibt, weil er ein so empfindlicher Fisch ift Dafc schon ein paar lädierte Schuppen zum Töde fuhren. Erwähnen wir noch die besonders sorgfältige Be- bilberunn der Zeitschrift, so mag imfer UeberbM müt betreffen. In meiner Apotheke da stehen sehr schone weihe Steinguttöpfe voll Preißelbeeren und Schüttelpflaumen. Sie sind für meinen Mann bestimmt, , wenn er vom Abendessen nicht ganz befriedigt ist ( und einen Balsam braucht für sein „langes" Gesicht. Die Senfbirnen daneben bekommt die gute Schwiegermutter vorgesetzt, damit ihre manchmal ein wenig verhärtete Seele erweicht wird. Das Essiggemüse (Mixed-Pickles) ist für den lieben Erbonkel — die Schwellung feiner vollen Brieftasche geht merklich davon zurück. „Vom Essiggemüse zum neuen Sommerhut" — so konnte man dieses Kapitel wirkungsvoll betiteln. Mein Junge ist ein raffinierter Bengel', von Zeit zu Zeit mimt er Seelenkummer, weil er weiß, daß ich dann zum Trost den Topf voll Erdbeermarmelade öffne. Ich selbst bin übrigens auch nicht besser als die Meinigen und halte mich von Zeit zu Zeit ans Tutti- frutti, besonders wenn ich einer „geistigen Aus- möbelung bedarf. ... . Diese meine „Apotheke" ist nun aber nicht etwa ein häßliches Durcheinander aus grauen Steinhäfen, unbrauchbar gewordenen Einkochgläfern, alten Senfnäpfen und dergleichen, sondern eine elegante Batterie weißer Steinguttöpfe mit sauber ausgerichteten Schildchen und weißen Pergamenthauben — eine Sammlung, die sich wahrlich sehen lassen kann? Stil muß die Sache doch haben! UnD wenn Besuch kommt, so führe ich ihn zu meinen schönen weißen Töpfen aller Größen. Jedermann staunt, gleichob männlichen oder weiblichen Geschlechts, über diese neuen, ebenso praktischen rote hübschen Steinguttöpfe, die es in rein weiß und in Nichtorganisierte Frauen haben sich 611 zur Land- Hilfe, 93 zum Hilfsdienst, 29 zum Fabrikdienst, 42 ür Hotels, zwei zur Hilfe bei der Reichsbahn und ieben zu Kulturarbeiten im Wald bereit erklärt. Hilfe in Hotels, eine für Die Reichsbahn, acht zu Kulturarbeiten im Wald und 27 zum Fabrikdienft Sreufein den kleinen Dingen. ; Von 3o Hanns Rösler. ; Mir ist ein alter Mensch gestoxben. Er war nicht mit mir verwandt, noch mit meiner Frau, aber er lebte seit zwanzig Jahren m unserer Familie^ Es war ein alter Mensch mit allen Wern Des Alters, Die wir Jungen so .^ll und unbarrn- herstg erkennen, wir mieden ihn un-d fpvachennur mit ihm, was unbedingt notig war. Andererseits aber hatte er uns fein Alter anvertraut unD feine letzten Kräfte in unseren Dienst gestellt, wir ”0Tin- tra ihm nicht logen „Geh!", denn wo hatte -r hrm ■ gehen (ollen! Di» Welt, ine so El Platz hat, rmrd Kein für einen, alten Menschen uni>, um i>c selbst aufzustoßen, reicht meist seine Kraft sticht mehr aus. So räumten wir ihm eine Stube ein, gaben ihm sein Radio und seine Zeitung und ein wen g Essen, mehr verlangte er ja nicht von uns. UnD als er eines Tages krank wurde, holten wir ein en Ar'st, machten uns aber feine Mensch erst Die Siebzig überschritten hat nehmen wir gern Die Krankheit als eine ^^erscheinung, nicht als einen Windstoß, Der am Tor Des Todes ^Wir aber "standen^ an feinem Grabe und fühlten plötzlich wahre Trauer. Nicht um den Menschen den man ehrgeachtet in Die Grube senkte, sondern um die zwanzig Jahre Leben, Die wir mit ihm geteilt hatten. Zwanzig Jahre, unser halbes Leben, war er immer um uns gewesen, war mitunsvonOrt zu Ort gezogen, mühsam durch feine hrmdortPacke , die er überallhin mitschleppte, eine Last, wie wir es einst empfanden, und doch einer von^uns wi wir heute erkannten. Denn Der Tod, der uns er t gleichgültig dünkte, solange Der alte Mensch noch lebte, riß eine breite Lücke in unser Dasnn, wir waren einer weniger geworden, unwider s ch, Denn neue Menschen wachsen m einer Familie, Die genannt? Dunstobstgläser, Gläser mit wulstigem Rand, können verwandt werden. Marmelade wird in Gläsern oder Töpfen aufbewahrt. In Glaser odep Töpfe werden auch in Essig eingelegte Fruchte und Gemüse wie Pflaumen, Tomaten, Gurken, Kürbis^ Bohnen und Mschgemüse gefüllt. Haben wir nur Steintöpfe oder vielleicht Fässer zur Verfügung^ lauern ober (alzen wir Gemüse ein, z. B Sauer, traut, Salzbohnen, Kahlrabischelben und Salz^ $ Um das Mnmachen nicht an fehlenden Korkeck und Gummiringen scheitern zu lassen, wurden anders NSG. Schon im vergangenen Jahr konnte die NS.-Frauenschaft in Himbach in Oberhessen und m Schönberg an der Bergstraße zwei feste Erntelager ür Mitglieder der Jugendgruppen einrichten, Die während der Sommermonate ständig belegt waren. Nun wurde in Ortenberg im Kreis Budlngen- Schotten das dritte Lager eröffnet. Hier werden Mitglieder der NS.-Frauenfchaft - Deutsches Frauenwerk aus Stadtkreisen Erntedienst^ leisten. Tageskalender für Mttwsch. Volkstümlicher Vortrag Der Ludwigs-Univerfitat: 20.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- wigstraße 34, Professor Dr. G l o ck n e r über ,,E n- führunq in Die Aesthetik der bildenDen Anste . (zweiter Teil: Zeichnung und Malerei). — Glona Palast (Seltersweg): „Donauschlffer . — Lichtspiel Haus (Dahnhofsiraße): „Grenzfeuer ; in beiden Häusern Neueste Ton-Woche „Die Heimkehr des Führers . |är ben 17. Juli. Sonnenaufgang 5.23 Uhr, Sonnenuntergang 21.39 Uhr. — Mondaufgang 3.45 Uhr, Monduntergang 19.37 Uhr. Mond in Südwende. NS.-Frauenschast Gießen-Ost. fwle abend, Mittwoch, 17. Mi,. Schulung, der Zellen- und M°ck-Fr°uen(choktrt«krmn°n der Zellen 1, 2 und « im Gchchaus „Germania , Karfer- allee 141. Beginn: 20 Uhr. Trauen im freiwilligen Einsatz. NSG. Wenn der Ruf «ir chilfefeiftung für d>e Bäuerin, für die Nachbarschaftshrif- oder den Fa- brifDienft ergeht, Dann stehen nicht nur Die Mitglieder in NS.-Frauenschast und Deutschem Frauenwerk bereit, sondern auch nichtorganisierte F^uen Die Kreisfrauenschastsleiterm des Kreises Wet terau hat sich mit einem Aufruf zum Kriegsein- fatz an die Frauen gewandt und damit erreicht, daß sich 1133 organisierte Frauen zur Landhilfe, 954 organisierte Frauen zum Hilfsdienst, 50 Frauen^m sehen. Die Namen Der in Lazaretten Zurückgebliebenen werden durch Rundfunk laufend täglich im Anschluß an den Nachrichtendienst von 22 Uhr bekanntgegeben. Es sind Vorkehrungen getroffen worden, d^e Heimkehr auf Dem Luftwege, wenn notig, durch Sanitätsflugzeuge, schnellstens zu bewerkstelligen, sobald der'Gesundheitszustand es erlaubt. In Der Zwischenzeit können die Angehörigen m Deutschland auf sicherem Wege mit ^en Verwundeten und Kranken m Vriesverkehr treten. Der Brief, dessen Umschlag lediglich den Namen des Empfängers zu tragen ljat, ift in einen zweiten Umschlag zu stecken, der olIende Aufschrift tragen muß: Kriegsgefangenenpost Gebühren« frei! An das Deutsche Rote Kreuz für Kriegsgefan- gene in Frankreich, Berlin SW, Blucherstraße^ Lebenskunst heißt das Dasein von der richtigen freiwillig gemeldet haben. Seite anzupacken. Darum habe ich auch meine ***'" -:f:— «•-— *■ Spezial-Hausapotheke mit einem höchst leckeren Inhalt. Sie beherbergt nämlich keine bitteren Pillen oder scharfe Tränklein, sondern Riesentöpfe voll ganz besonderen Medizinen. Mit ihnen kuriere ich gar manche Leiden, vor allem solche, die das Ge- möge. . ,, Es lost sich viel von uns, was wir nicht auihaU^n können. Ein M-nfch stirbt, -inen Baum Mt- ber Blitz ein Haus wird med er gerissen. Da stehen wir in menschlicher Ohnmacht. Darum wollen ww das mit aller Kraft festhalten was «" rwch haben. Neuen Wein füllt man nicht in alt« Schlauche, feer aber werden wir morsch inti spüren eine innere Leere und eine schmerzende Sehnsucht und wisten nicht, wonach. Und doch sind «s nur di« -ml°ch-n Dina-, die uns fehlen, Dinge, die wir gar^nicht bemerkten, als sie da waren, die uns felbstverstand- lick ja oft sogar lästig waren, em Weg, em Stuhl, ein Gesicht Aber das sind die kleinen Wurzeln unseres Lebensbaumes, sie erst ermöglichen uns, rm Dasein fruchtbar und im Alter heiter zu sein. Die großen Wurzeln unseres Lebensbaumes behalten mar, Die Drei, Die Da sind Familie Beruf und DaterlanD, sie geben uns Halt und Nah^mg. Die W-Muü arnlL-den- auch dem feids ihre Nahrunq fuchen. die müssen wir pflegen. Laien in """ Korm met Demi sie sterben ab unD wachsen nicht nach, wenn Anregendes zu bieten vermag. ' mir den Baum zu oft umpflanzen. Darum, Freunde, ---- vergeßt nicht die Treue zum Altenl Wir in hie Truhe zu Den unnötigen Siebenfachen legen Wir Menschen nehmen so leicht Abschied Wir ö mirfb vergelten, was mit dem Bild verbunden freuen uns immer auf Den neuen Besen, der fpricy- uno wu,rjr ^r.wn wörtlich gut kehrt. Wir verlassen eine Wohnung ; um in eine größere und sonnigere EMehem Wir fällen einen Baum, um an seine Stelle eine edle Kastanie zu pflanzen. Wir gehen plötzlich einen n^en Weg, weil uns Die alte Straße schon zu lang- wrtlig wurde. Wir nehmen eine neue^Kochm weil mir uns über unsere alte Minna geärgert haben. Ja mir ziehen in eine andere Stadt, um einmal auch ^ort unser Glück zu versuchen. Wenn es uns nicht gelingt, können wir ja immer wieder zuruck- Wen 2)a5 ist unser Glaube. Aber wir können nickt mrückkehren, nicht in Die alte Stadt, Nicht m di?°lfe Wohnung. Der Kreis hat schon mied-r sich ena geschlossen, als mir noch den letzten Stuhl Yin austrua/n Daß wir uns «in« Rückkehr immer so Irtcht vorsiellen! Daß wir uns immer «nbiken, der Blatz am Tisch bleibt frei, wo mir saßen'. Wir wch stn doch, daß man nie mehr zu einer Fl°u^unick- kebren kann Die mir einmal im Uebermut verließen, auch mch7'zur Treu-, dfe wir einmal °-rl-tzt-n. Warum soll -s sonst and«rs sein. Freunde, bleibt so lang- ihr könnt! Bleibt in den Gürten, in denen ihr glücklich wart, perkaust nicht spr1 Tifdi an Dem ihr als Kinder mühsam eure Schularten machtest wechselt nicht denWagen nur roeil her andere schöner und schneller ist. Bleibt i bei Dem alten Menschen am Nachbarhaus stehen und Paar Worte mit ihm, g^t der Krame- • tin k^i der schon eure Eltern ein kauften und euer , sa-fickt noch nicht über die Ladentasel hin- 1 meLn wV und nehmt eure Kinder genau ' Mit wie euch eure Eltern Mitnahmen Die Kra- a-ÄUS?;.«™ Sjabbeit. O, ich weiß, nebenan^,ist ein mel größeres und schöneres Geschäft, ihr findet dort eine Auswahl daß euch das Herz lacht, aber m Notzeiten Fennen eud) die fremden Verkäufer nicht, die alt Krämerin jedoch erzählt euch, roie knapp es oft bei euern Eltern zuging und wie bescheiden sie die Zuraten zu ihren Kuchen eingekauft haben, ..daß ihr fühlt mehr als sie euch geben kann, wäre Verschwendung. Darum seid alten Menschen treu, seid ^Vielleüht ^ing9 in deiner alten Wohnung ein Bild, eine Photographie mar es nur, aber m der neuen Wchmmg P fein Platz für sie. Dann wirft Du sie Derschlußmöglichkeiten mit Erfolg ausprobiert. Bei der Haltbarmachung auf kaltem Wege in Flaschen können an- oder durchbohrte Korken mitverwandt werden. Wo Siegellack oder Wachs zum Abdichten fehlt, wird Gipsbrei benutzt. Bei heiß eingefülltem oder Dunstobst in Gläsern sind Wattestopfen als Verschluß brauchbar. Dunftobstgläfer werden mit sauberen einwandfreien, in Vierecke geschnittenen Leinwandläppchen und darüber gelegten dreifachen alashautoierecken und feuchten Bindfaden verschlossen. Als Verschluß für Marmeladegläser dient Pergamentpapier, Glashaut oder sauberes weißes Papier, das über das Glas gebunden wird. Auf die Marmelade wird ein durch Weinessig oder Alkohol gezogenes Stück weißes oder Pergamentpapier gelegt, auf das Benzolsäure aufgestreut wird. Steintöpfe mit eingesäuertem oder ei »gesalzenem Gemüse werden mit einem Tuch abgedeckt und mit einem Brett und Stein beschwert, die von Zeit zu Zeit zu reinigen sind. * ♦♦ Hausfrauen, laßt nichts verderben! Wenn auch unsere Mehlration trotz des Krieges hoch bemessen ist, so hoch, daß sie vielfach gar nicht verbraucht wird, so ist doch peinlich darauf zu achten, daß von den wertvollen Mehlvorräten nichts verdirbt. Sobald Mehl nicht richtigauf- bewahrt wird, bilden sich Mehlwürmer und Mehlkäfer, das Mehl wird „muffig" und verdirl^. Zweckmäßig wählt man daher nur einen trockenen Raum zur Aufbewahrung und gibt dabei das Mehl in voröse Säckchen oder in Blechbüchsen mit Luftsieb, damit immer Luft hinzukann. Ferner ist bei jeder Mehlentnahme zwecks guter Durchlüftuyg das Mehl tüchtig umzuschaufeln. Nur unter diesen Voraussetzungen hält sich das Mehl längere Zeit. Im übrigen ist es für den kleinen Haushalt zweckmäßig, sich nur den notdürftigsten Mehlvorrat zu halten. Strafkammer Gießen. Der G. in Gießen hatte sich wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung und Betrug zu verantworten. Er hat von März bis Oktober 1939 in Gießen und Wiesbaden in 12 Fällen Gelder, die er für feine Auftraggeberin einkassiert hatte, nicht abgeliefert, sondern für sich verbraucht, in 4 Fällen Waren, die er auf Grund eines gültigen Auftrags von seiner Arbeitgeberin zur Ablieferung an die Kunden erhalten hatte, nicht abgeliefert, sondern anderweitig verkauft, in 115 Fällen Auftragscheine fälschlich angefertigt und weitergegeben. Hierdurch erregte er die Auffassung, daß er gültige Aufträge herelngebracht habe und errichte, daß ihm die Provision für diese Aufträge ausgezahlt wurde. Weiterhin wurden ihm hierdurch die angeblich bestellten Waren ausgehändigt, die er dann verkaufte. Das Geld behielt er für sich. Der wiederholt und einschlägig vorbestrafte Angeklagte ist im wesentlichen geständig. Der Anklage^ Vertreter beantragte eine Gesamtzuchthausstrafe von drei Jahren. Der Angeklagte wurde wegen Unterschlagung in 14 Fällen sowie wegen Betrugs im Rückfall, teilweise in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis, abzüglich vier Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Straferschwerend kamen die Vorstrafen und der Umftant), daß eine Notlage nicht bestand, strafmildernd das Geständnis in Betracht. Dem Angeklagten wurde eröffnet, daß er im Wiederholungsfall mit Zuchthausstrafe uni) Sicherungsverwahrung zu rechnen habe. Amtsgericht Gießen. Der I. G. aus Polen war angeklagt, am 30. o. M. ,in Nidda einen Beamten, der zur Vollstreckung von Gesetzen, Befehlen und Anordnungen der Verwaltungsbehörde berufen ist, während der rechtmäßigen Ausübung seines Amtes tätlich angegriffen zu haben, indem er bei seiner Festnahme dem Gendarmeriebamten Widerstand entgegensetzte, so daß dieser den Widerstand mit Gewalt brechen mußte. Der Angeklagte, der in vollem Umfang geständig war, wurde zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten, abzüglich zehn Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Aus her engeren Heimat. Oelzuteilung für Oetfaatenanbauer. FWD. Die Sonderzuteilung von Speiseöl oder -fett für Oelsaatenanbauer ist durch Erlaß vom 8.3.1940 geregelt worden. Dabei wurde die Höhe der Sonderzuteilung auf Grund der Menge der abgelieferten reinen Oelsaaten berechnet. Mit Rücksicht auf die Tatsache, daß heute Flachsstroh un- ausgedroschen zur Ablieferung gelangt, bestimmt ein neuer Erlaß des Reichsernährungsministers vom 28.6.1940, daß in diesem Falle 15 v. H. der ab- aelieferten Flachs-Strohmenge mit Samen als Leinsgat in Anrechnung zu bringen sind. Es bestehen keine Bedenken dagegen, daß der zur Erlangung des Reichszuschusses für Flachsstroh vorgeschriebene Schlußschein gleichzeitig als Nachweis für die Oelzuteilung an die Anbauer für Oelsaaten Verwendung findet. Sechzigerfeier in Grünberg. r~H Grünberg, 15. Juli. Am vergangenen Samstag und Sonntag veranstalteten die Sechzigjährigen eine Wiedersehensfeier. Es nahmen daran teil die an Pfingsten 1894 in der hiesigen Stadtkirche konfirmiert wurden und deren Geburtsdatum in die Zeit vom 1. Oktober 1879 bis 30. September 1880 fällt. Ihre damalige Zahl betrug 53, davon waren 40 aus Grünberg, 11 aus Lehnheim und 2 aus Stangenrod. An der Veranstaltung nahmen 26 Alterskameraden teil, 7 sind schon tot, 20 waren nicht erschienen, von denen eine Anzahl brieflich ihr Nichterscheinen entschuldigt hatten; 4 der Fehlenden leben in Amerika, ebenso hatte auch einer der Gestorbenen seine zweite Heimat in Amerika gefunden. Am Samstagabend fand- für die Grünberger und die schon eingetroffenen Auswärtigen eine kleine Vorfeier im Hotel „Hirsch" statt. Der Sonntagmorgen brachte einen gemeinsamen Kirchgang, wobei Dekan Schmidt in seiner Predigt Bezug auf die Feier nahm. Anschließend folgte die Kranzniederlegung auf den Gräbern von vier auf dem hiesigen Fnedhof ruhenden Alterskameraden. Auch das Andenken des letzten Lehrers R e u ß und des Geistlichen, der die Konfirmation vollzog, Dekan P u 1 I m ä n n , wurde durch Niederlegung von Kränzen an ihren Gräbern geehrt. Nach einer Mittagspause versammelte man sich zu einem Spaziergang, der an das Schwimmbad und durch die Anlagen des Brunnentales führte. Die weitere Feier fand dann in der Villa „Emilia" statt. Begrüßungsworte sprach Alterskamerad Schuhmachermeister Albrecht Großhaus. Bei Gedicht- und Musikvorträgen, sowie dem Austausch von ernsten und heiteren Erlebnissen der Jugend- und Schulzeit nahm die Feier der Zeit entsprechend einen würdigen Verlauf. Die Alterskameradin Anna Sa mm (Eisenach) sprach den Dank der Auswärtigen aus und besonders den Veranstaltern der 'Wiedersehensfeier, die von Albrecht Großhaus, Hermann Rühl II., Konrad Trinkaus, Emil I ö ck e l (Reiskirchen) und Frau D a u b e r t, geb. Roos, vorbereitet worden war. Eine photographische Aufnahme soll die Zusammenkunft in Erinnerung halten. Eine Sammlung ergab weit mehr als die Unkosten der Veranstaltung betrugen; der Ueber- schuß soll dem Kriegshilfswerk des Roten Kreuzes zufließen. Man trennte sich mit dem Versprechen, in fünf Jahren wiederum eine WiedersehenSseier abzuhalten. Zuchthaus wegen Diebstahl an einem Soldaten. LPD. Frankfurt a. M., 16. Juli. Der in den fünfziger Jahren stehende Ernst Daum wohnte bei einer Frau, deren Mann zum Heeresdienst eingezogen war. In Abwesenheit der Frau stahl er aus einem Schrank einen Anzug des Soldaten und Sachen der Frau. D. ist ein dem Trünke ergebener Mann, von dem die Trinkerfürsorge bereits ein dickes Aktenbündel besitzt. Den Diebstahl beging er, um den Erlös in Alkohol umsetzen zu können. Die Strafkammer Frankfurt verurteilte den Angeklagten, der den Schaden ersetzt hat, zu 15 Monaten Zuchthaus. Die schöne Melusine Vornan bon Hans Richter 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Warum erzählen Sie mir eigentlich die Geschichte von Ihrem Pumps, Holzmännchen?" „Na ja, man wird eben schwerfällig. Ich hätte Ihnen erzählen sollen, daß wir erst nach Nieder- ftnow fahren. Kennen Sie das Schiffshebewerk? Großartige Sache. Man fährt mit dem Fahrstuhl nach oben, guckt zu, wie die Kähne gehoben werden, und hat das ganze Odertal vor sich. Don da geht's nach Chorin, da kann man um den See laufen oder durch den Waid, und da bestellt Hellwig die Nachtquartiere. Wissen Sie, wenn man so am anderen Morgen aufwacht und kann norm Hause im Freien sitzen und seinen Kaffee trinken —" „Aber es sind doch so viele Leute in dem Auto?" „Die verkrümeln sich. Die einen gehen ganz früh raus, die andern baden. Glauben Sie mir, es ist wirklich ganz nett. Man ist so etwas wie eine große Familie. Später fahren wir dann entweder nach Buckow oder nach Freienwalde. Hellwig meint" — er bemüht sich, den Namen Hellwig immer wieder einzuflechten —, „wir könnten bestimmen, was werden soll." „Ich denke, es ist eine Fahrt ins Blaue?" „Na ja, doch, für die andern. Für uns nicht, wenigstens morgen nicht. Hellwig kommt selber mit. Ich habe nämlich zu ihm von der Erbschaft gesprochen, und da hat er gemeint, er wäre ja Autofachmann, aber den richttgen Schwung, den hätte die Sache noch nicht. Da fehlte einer, der was von Reklame verstünde, man könnte dann auch vergrößern, vielleicht noch zwei Wagen anschaffen, wissen Sie, solche, die oben ganz aus Glas sind und wo man alles sehen kann. Ja, und einen Laden für das Büro hätte er auch an der Hand. Kurz und gut, er hat mich gefragt, ob ich mich bei ihm beteiligen will. Na, unb nun will ich mir den Betrieb mal ansehen." „Und ich soll Ihnen dabei raten?" fragt Tilde. Er ahnet erleichtert auf. „Na, sehen Sie, nun haben Sie mich richtig verstanden. Hellwig sagt, heute abend könnten wir mal in die Garage gehen, die Wagen wären dann alle auf dem Hof, und wenn ich wolle, könnte ich auch einen Autofachmann mitbringen. Haben Sie nicht 'nen Führerschein?" „Ja, aber nicht für Lastwagen", Tilde wird ein bißchen rot. An die Geschichte mit dem Führerschein denkt sie nickt gern zurück. Die hat etwas mit einer: Bekanntschaft zu tun, die anders endete als sie es sich vorgestellt hatte. Jedenfalls so, daß Tante Malwine es raum gebilligt hätte. Aber Tilde hat das recht- zeittg erkannt und selber Schluß gemacht. Aber den Führerschein hat sie. Wirklich benutzt hat sie ihn nie. „Ich verstehe aber nichts von Autobussen", schließt sie ine Gedankenreihe. „Da kann ich Ihnen nicht helfen." „Sollen Sie auch nicht. Aber sehen Sie mal, eine Frau steht ganz anders vor solch einem Wagen als ein Mann. Die sagt, das Blau ist schön und paßt in die Landschaft, oder es ist scheußlich und verschandelt die Gegend. Und ebenso denken alle Frauen, die mit uns fahren sollen." „Sie sind ja schon ziemlich entschlossen, Holzmänn- chen", lacht Tilde. „Nein, ganz und gar nicht", wehrt er ab. „Das war nut so daher geredet. Aber dran ist was." „Also, wenn wir nun morgen fahren, —" nimmt sie den Faden auf. Der große Chan strahlt. „Sie macken mit?" „Ich kann Sie doch nicht sitzen lassen." „Hellwig besetzt die schönsten Plätze für uns. Vorn beim Fahrer. Und wegen des Zimmers telephoniert er heute abend schon nach Chorin. Sie kriegen eins mit Aussicht auf den Wald. Ganz ruhig und nicht mit anderen Damen zusammen. Sie sollen mal sehen, wie das wird." Tilde befreundet sich mit der Idee. Es ist doch etwas dran. Man muß nur fest genug an Urlaub denken. Urlaub ist es ja nicht, aber anderthalb Tage draußen sind besser als anderthalb Tage in Berlin. „Ihnen hat wohl einer was geschenkt?" fragt die Sprenger, als sie wieder an ihrer Maschine sitzt. „Sie sehen so aus." Tilde lacht in sich hinein. Nur nicht reden, denkt sie. Das mit dem Unternehmen ist nicht ihr Geheimnis, aber wenn sie erzählt, daß der große Chan sie eingeladen hat, bann bringt die Sprenger mit ihrer lebhaften Phantasie es fertig und dichtet sie und Holzmännchen in' einer Geschichte zusammen. Holzmännchen als ernsthafte Angelegenheit. Ulkia. Um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, macht sie eine kleine Volte. „Hellwig hat mich eingeladen." „Sieh mal an, Hellwig", sagt Agnes. „Hellwig gefällt Ihnen wohl?" neckt Tilde. „Kommt überhaupt nicht in Frage." Es könnte noch dies und das dazwischenkommen. GJl.-fponi Dreimal unentschieden in der 2. Klaffe. Heuchelheim I — Großen-Vuseck I 1:1 (1:1). Nun mußte im letzten Spiel der Meister Großen- Buseck einen Punkt abgeben. Unsere Meinung, daß Heuchelheim ein heißes Pflaster für die Gäste sei, hat sich bewahrheitet. Die Gäste hatten alle Hände voll zu tun, um einer Niederlage zu entgehen, denn die Platzherren waren nicht wiederzuerkennen und legten ein erstklassiges Spiel vor. Obwohl sie etwas mehr vom Spiel hatten, verstand es die Stürmerreihe nicht, die ihr gebotenen Torchancen auszunutzen. Hungen I — Garbenleich I 3:3 (2:1). Es steht fest, daß in Hungen sehr schwer zu gewinnen ist. Das mußte nun auch Garbenteich erfahren. Die Gäste waren durch die Einstellung mehrerer Ersatzspieler stark benachteiligt, doch zogen sie sich gut aus der Affäre. Hungen legte zu Beginn mächtig los und konnte auch das Führungstor erzwingen, doch bald darauf fiel der Ausgleich. Wieder waren die Platzherren durch wuchtigen Schuß in Führung gegangen, doch bis zum Wechsel fiel kein Tor mehr. Nach der Pause wollten die Hungener die Entscheidung erzwingen, sie brachten zwar abermals ein Tor auf ihr Konto, bann rückte bie Verteibigung zu weit auf, woburch ber Gegner zu zwei Toren kam. (Srüningen I — VsV.-Reichsbahn II 3:3 (2:2). Dieses Ergebnis überrascht, benn man hatte ben Grün-Weißen keinerlei Aussichten auf Punktgewinn gegeben. Die Platzherren waren zwar zunächst etwas besser, unb bie Grün-Weißen konnten sich mit bem kleinen Platz nicht zurechtfinben. Doch halb klappte es besser. Das Führungstor ber Platzherren würbe kurz barauf aufgeholt, boch roieber erzwangen bie Platzbesitzer bas Führungstor. Die Grün-Weißen würben munter, unb schon war ber Ausgleich fällig. Nach ber Pause würbe bas Tempo gesteigert, bie Grüninger waren roieber erfolgreich, aber bie Grün- Weißen schossen ben Ausgleich. Kurz vor Schluß hatten bie Platzherren eine günstige Gelegenheit, ben Siegestreffer anzubringen, boch ber Stürmer vergab frei vor bem Tore ftehenb bie zwingenbe Torchance. Tabellenskand nach dem Abschluß der Spiele. Spiele Gero. Unentsch. Verl. Pkte. Großen-Vuseck 12 11 1 0 23:1 Garbenteich 13 9 1 3 19:7 Hungen 12 5 1 6 11:13 Steinbach 12 5 1 6 11:13 Klein-Linden 11 4 0 7 8:14 Grüningen 9 3 1 5 7:11 VfB.-Reichsbahn II 11 1 3 7 5:17 Heuchelheim 8 1 2 5 4:12 Die Erfolge Gießener Leichtathleten in Kaffel. Am vergangenen Sonntag wurden in Kassel die diesjährigen Meisterschaften des Bereiches Hessen durchgeführt. Der VfB. - Reichsbahn entsandte eine starke Vertretung, die ttotz starker Konkurrenz 4 Meisterschaften, 3 zweite und 2 dritte Plätze mit nach Hause bringen konnte. Erfolgreichster Athlet war, wie wir bereits kurz berichteten, Dr. L u h, der gleich zwei Pteisterschaf- ten errang und im Speerwerfen, einer von ihm weniger gepflegten Hebung, mit 50,90 Meter den dritten Platz belegte. Beim Kugelstoßen reichten schon 14,73 Meter zum Siege aus. An zweiter Stelle kam Storch (Fulda) mit 13,65 Meter, an dritter Tauwel (Hanau) mit 12,97 Meter. Im D i s- kuswerfen revanchierte sich Dr. Luh für die im vorigen Jahr erlittene Niederlage, indem er mit 42,54 Meter Tauwel (Hanau) auf den zweiten Platz verwies (39,84 Meter), dabei seine diesjährige Bestleistung aufftellend. Eine bittere Pille für die VfBer. war die 4X100-Meter°Staffel. Am Start lief der jugendliche Dietrich gegen die besten Kaffelaner ein großes Rennen. Mit 6 Meter Vorsprung übernahm Dr. Luh den Stab und konnte diesen Vorsprung selbst gegen den späteren 100-Meter-Sieger Kölbel halten. In der letzten Kurve hatte Boll gegen den bekannten Sprinter Kreher (Dresden), der als Gast für Kassel lief und die Meter nur so „fraß", nichts zu bestellen. Bei einigermaßen gutem Wechsel wäre die Staffel trotzdem noch gewonnen worden, doch es war anders bestimmt. Zerndt mußte abstoppen, um das Holz von dem etwas nachlassenden Boll zu übernehmen, bei dem folgenden Endkampf schob er sich Meter um Meter an die führenden Kaffelaner heran und lief in kaum meßbarem Abstande hinter dem zweiten ins Ziel; eine phantastische Leistung von dem nun 40jährigen! Die Zeit des Siegers 45,8 Sek., die der Gießener Mannschaft 46,0, Hervorragend schlugen sich die Junioren Hirsch- berger (Flak) und Gemmer über 800 bzw. 1500 Meter, die beide ihre Strecken in guten Zeiten gewannen. Hirschberger, der im vorigen Jahre eine Zeit von 1,58 erreichte, mußte sich, da er im Training noch etwas zurück ist, mit einer Zeit von 2:06,0 Min. begnügen, doch wird er bald wieder an seine vorjährigen Leistungen anfnüpfen. Kurt Gemmer lief ein wundervolles Rennen über seine „Leibstrecke", die 1500 Meter, wobei er dem Sieger Leber (Kassel) stark zusetzte und dabei einen so bekannten Läufer wie Zander, der für die Wehrmacht startete, hinter sich ließ. Seine Zeit 4:22,4 läßt für die Zukunft hoffen. Bei den Frauen wurde Else Ludwig hinter der ausgezeichneten Jöckel (Bad Orb) 2. über 200 Meter in einer ansprechenden Zeit. Bei etwas intensiverem Training müßte die junge Sprinterin noch bessere Leistungen erzielen können. Ermüdet durch den voraufgegangenen 200-Meter-Lauf konnte Frl. Ludwig im 100-Meter-Lauf nur den dritten Platz belegen. In der Besetzung Ludwig, E. Schmidt, E. Arnold, I, Roth erkämpfte sich die 4X100-Me- ter-Staffel den zweiten Platz in 57 Sek. Im Diskuswerfen zeigte Frl. Schmidt, daß Qualitäten in ihr stecken, konnte sie doch mit 28,95 Meter ihre persönliche Bestleistung erreichen und den 4. Platz erkämpfen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie die 30-Meter-Grenze überbietet. Die Ergebnisse: Kugelstoßen: 1. Dr. Luh, VfB.-R., 14,73; 2. Storch, Fulda, 13,65; 3. Tauwel, Hanau, 12,97 Meter. Diskuswerfen: 1. Dr. Luh, DfB.-R., 42,54; 2. Tauwel, Hanau, 39,84; 3. Pelke Fieseier, Kassel, 34,30 Meter. Speerwerfen: 1. Mentet, Tuspo. Bettenhausen, 59,60; 2. Bartels, Uni. Marburg, 55,61; 3. Dr. Luh, VfB.-R., 50,90 Meter. 4X 100-Meter-Staffel: 1. CT. Hessen- Preußen Kassel I. 45,8; 2. CT. Hessen-Preußen Kassel II 46,0; 3. VfB.-R. 46,0 Sek., handbreit zurück. 800 Meter, Junioren: 1. Hirschberger, VfB.-R., 2:06,0 Min. 1500Meter,Junioren: 1. Gemmer, DfB.- Reichsbahn, 4:22,4 Min.!! Frauen: 100 Meter: 1. Kirchhofs, Kaffel, 12,4; 2. Jockel, Bad Orb, 12,5; 3. Ludwig, VfB.-R., 14,5 Sek. 200 Meter: 1. Jöckel, Bad Orb, 26,4; 2. Ludwig, VfB.-R., 29,7 Sek.; Kirchhoff aufgegeben. 4X100°Meter.Staffel: 1. CT. Hessen- Preußen, Kassel 51,7; 2. VfB.-R. 57,0 Min. Diskuswerfen: 1. Hagemann, Kassel, 40,95; 2. Hähnert, Kassel, 32,10; 3. Strey,Kassel, 29,12; 4. E. Schmidt, VfB.-R., 28,95 Meter. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Juli. (Vorbericht.) Kälber 25 bis 59 RM., Hämmel 10 bis 51, Schafe 8 bis 44, Schweine 53 bis 59 RM. — Marktverlauf: Alles zugeteilt. Diktat zum Beispiel im letzten Augenblick, lieber- stunden, die man ohne guten Grund nicht ablehnen kann. Es kommt nichts dazwischen. Der Büroleiter verschwindet früher als sonst und brabbelt etwas von einer Konferenz. Punkt sechs Uhr wird die Schreibmaschine zugedeckt und der große Chan mit einem Blick verständigt. Fünf Minuten nach sechs stehen sie draußen auf der Straße. „Der Autohof ist nicht weit von hier", sagt Matthias Holzmann. Also gehen sie. 4. \ Eigentlich hat eine Stunde sechzig Minuten und eine Minute sechzig Sekunden, und von 8—1 Uhr sind das fünf Stunden oder dreihundert Minuten ober achtzehntausend Sekunden — das sollte eine feftgelegte Zeit sein. Wenn man aber etwas hat, worauf man sich freut, dann wollen aus den Getunten keine Minuten werden und aus den Minuten keine Stunden. Und an die Zahl 1 will der kleine Zeiger schon überhaupt nicht herankommen. Wenigstens scheint es so. Trotzdem ist es endlich so wett. Natürlich ist zehn Minuten vor eins noch ein, ganz wichtiger Brief zu tippen: „Nicht wahr, Fräulein Rohloff, Sie erledigen das noch?" Natürlich tritt acht Minuten vor eins der Kunde an den Ladentisch, der es ganz genau wissen will — aber endlich ist es so weit. Tilde trägt eine kurzärmelige Bluse, einen Lauf- rock und Schuhe, mit denen man schon einmal querdurch kommen kann. Sie hat. all diese Bekleidungsstücke, weil sie lange nicht benutzt worden sind, aus der Mottenschachtel geholt, und trotzdem sie die ganze Nacht auf dem Balkon gehangen haben, läßt es sich doch nicht verhindern, daß die Sprenger einmal neben ihr stehen bleibt und schnuppert. „Sie haben wohl Inventur gemacht, Rohloft?" fragt sie. Tilde verflucht Tante Malwinens Mottenkugeln und wird borstig. „Kampfer ist ungeheuer- gesund, ick hew mal ne Katt hewt, feggt Gottlien Kurzing, die is reineweg dammlich morn, wann sie Kampfer nur von weither geschnüftt hat — gerade so wie Sie jetzt, Agnes —" Jöie ist weit davon entfernt, übel zu nehmen. „Is wohl 'n Verwandter von Ihnen?" „Nö, das nid)." „Aber ich hab mal 'ne Großmutter gehabt", fetzt Agnes an und erzähll eine lange Geschichte, deren Pointe sie rettungslos mordet. Als sie fertig ist, sagt sie: „Hach" und läßt sich auf den Stuhl fallen. „Sie haben's wohl eilig?" fragt sie dann, als sie sieht, daß Tilde unentwegt roeitertippt „Sie merken aber auch alles." „Na, dann geben Sie schon her, ich schreibe den Brief fertig", bietet sie sich gutmütig an. ,Ast ja egal, wer die Wurst ist, wenn sie nur gegessen wird. Nich." Fünf Minuten nach eins trabt Tilde die Leipziger Straße entlang und holt den großen Chan an der nächsten Ecke ein. Sie reden von den Autobussen des Autobetriebes Hellwig wie von alten Bekannten. Hellwig hat ihnen seine drei Wagen stolz vorgeführt. „Das ist „Sttaßenbummler", beige (Herr Hellroig sagt besch) und braun. Damit hab ich angefangen. Alt gekauft, aber prima Maschine. Is ja schon ein bißchen schwach auf der Brust, aber in dem haben die Leute sich immer noch wohl gefühlt. Erst roar er rot, aber weil bann die Post rot wurde, habe ich ihn umlackieren lassen. Ich habe dunkelblau gewollt, und der Lackierer weiß, haben wir uns also auf besch geeinigt. Ich will Ihnen nichts vormachen, Herr Holzmann, aber bei Straßenbummler muß die Maschine überholt werden, läuft dann noch eine ganze Weile. „Markläufer" is elfenbein, und der Name steht rot dran, den hab' ich fabrikneu bezogen, und das Elfenbein war schon, man kann's nich immer so kriegen, wie man's gern möchte, also nimmt man, wie man's kriegt. Den müssen Sie mal in ben Kurven sehen, Fräulein Tilde — unb bann bie Ventilation. — Mit „Sttaßenbummler" haben wir früher manchmal anhalten müssen wegen ber Luft, kommt bei „Markläufer" nich in Frage. Der reine Ozon. Höchstens mal bei Kindern. Manche Kinder können partout Auto nich vertragen. Und gerade die nehmen die Leute mit. Dusslig, wie? Un[ereiner hat bann den Verdruß. Unb dann frier „Pionier", der is sozusagen beinahe noch jungfräulich. Neuntausend Kilometer, das is nischt für .den Typ. Grün mit Silber. Paßt in jede Landschaft. Sehen Sie, Herr Holzmann, mein Vater roar selber Pionier im Kriege, verstehen Sie? Pionier, das is Facharbeiter. Eigentlich hätte es ja schwarz sein müssen, Pioniere, schwarze Kragen. Aber ber Lackierer sagt, schwarz mit Silber sieht so aus wie Grieneifen, also sieht er nu aus wie'n Felbwebel von den Lübbenern. Deshalb schicke ich ihn auch gern in den Spreewald." (Fortsetzung folgt)