Hunderttausend Tonnen Schiffsverluste an einem Tag Moderne Waffen Stellung Mut. btgts Oie Schlacht an der Maas rund Das man- g überzu- Duval, es Die Betrachtungen der Presse über den nun auf® nommenen Bewegungskrieg sollen vfsensichtlicy >i der Bevölkerung den Eindruck Hervorrufen, als Angesichts der stark gesunkenen Moral der Bevölkerung ist es verständlich, wenn Rundfunk und Presse alle Anstrengungen machen, um au die Bevölkerung beruhigend einzuwirken. Die berufsmäßigen Kriegshetzer schrecken dabei nicht vor den übelsten G r e u e l m ä r ch e n, wie sie aus dem Krieg von 1914—1918 hinreichend bekannt sind, zurück. Gleichzeitig wird die Bevölkerung durch unsinnige Gerüchte über die Haltung des Auslandes von den eigentlichen Kampfereignissen ab- zum Kampfe gestellt hat. Neutrale Berichterstatter, die Gelegenheit hatten, auf feindlicher Seite den belgischen Kriegsschauplatz zu besuchen, wissen von dem außerordentlichen Eindruck, den die deutsche Panzerwaffe gemacht hat, Erstaunliches zu melden. Ihr ist es in Derbin- düng mit den Sturzkampffliegern im wesentlichen zu danken, daß der Durchstoß nordostwärts Namur zur Dyle^Stellung so überraschend und durchschlagend gelang. Die Panzerverbände haben im modernen Krieg zu einem guten Teil die Rolle übernommen, die noch im Weltkrieg gerade beim Vormarsch auf dem rechten Flügel des deutschen Heeres im Westen die Kavallerie-Divisionen gespielt haben. Das erste Zusammentreffen größerer Einheiten deutscher und französischer Panzerverbände hat die Ueberlegenheit der deutschen Panzerwaffe ein- deutig ergeben. Dieser Eindruck ist noch verstärkt worden durch die Tatsache, daß bei dem Gegenan« griff französischer Panzerverbände im Raum von Sedan auch schwerste französische Kampfwagen vernichtet werden konnten. Neben den Panzern tritt die Bedeutung der Luftwaffe im modernen Bewegungskrieg Tag und Paris das Gespenst de-r Invasion immer näher rücken sehe. Lleberhastete Improvisationen Die Meinung neutraler Diplomaten. Kopenhagen, 17. Mai. (Europapreß.) Neutrale Diplomaten in Kopenhagen, die ausgezeichnete Kenner der Westmächtepolitik und Westmächtestrategie sind, erklärten, die Ereignisse der letzten sechs Tage haben nach ihrer Ansicht alle strategischen Pläne der West Mächte zunichte- gema-cht. Zahlreiche französische Gegenmaßnah, men und militärischen Improvisationen seien deutliche Anzeichen der Verwirrung. Zum Beweis dafür wird die völlige Aufreibung franzö sischer Panzerverbände durch deutsche Panzer und Kampfflugzeuge b-ei Namur angeführt. Es heißt, daß die französischen Panzer in panikartiger Hast in den Kampf geworfen worden seien. Den Deutschen dagegen sei es im Lause des Gefechts gelungen, durch Ein- satz der Sturzbomber die Rückendeckungen und Befehlsoerbindungen der französischen Panzer abzuschneiden. Uebereilte englisch-französische Improvisationen seien nicht geeignet gewesen, den Deutschen die Initiative zu entreißen. In Holland rückten deutsche Truppen nach Abschluß der Kapitulationsverhandlungen im Haag und in Amsterdam ein. In Belgien hat sich der Feind in der Festung Antwerpen, in der Dyle-Stellung und in der F e st u n g Zwischen Mosel und Rhein konnten untere Stellungen westlich Saarlautern und bei Großer Eindruck vom Einsatz deutscher Panzerverbände Namur zum Kampf gestellt. Südwestlich Namur erweiterten unsere Divisionen ihre Erfolge aus dem Westufer der Maas und schlugen dabei erneut französische Panzerkräfte. Südlich Sedan wurden französische Gegenangriffe, die unter Ein faß schwerster Panzer geführt wurden, abgewiefen. Mehren, -uw Vertrauen angeführt. England hört bereits den Kanonendonner. Stockholm, 17.Mai. (DNB.) „Nya Dagligt Allehanda" meldet aus London, am Mittw och nach- mittag sei an der ganzen Südküste Eng* l a n d s der Kanonendonner von der Schlacht in Belgien au hören gewesen. Er soll so heftig gewesen sein, daß Fen st er und Türen erzit« t e r t e n. Man habe deutlich den Einschlag schwerer! Artillerie in bestimmten Abständen unterscheiden können. Die Explosionen sollen zeitweise derartig heftig gewesen sein, daß man sie mit einem stärkeren Erdbeben vergleichen konnte. Alle Deutschen in England interniert. Stockholm, 16. Mai. (Europapreß.) Vom britischen Jnformationsministerium wird amtlich mit« geteilt, daß alle deutschen Staatsangehörigen im Alter von 16 bis 60 Jahren jetzt in In« ternierungslager übergeführt wurden^. Es soll sich um eine Vorsichtsmaßnahme handeln, ms nicht nur, wie früher gemeldet wurde, die englische Ostküste betrifft, sondern sich auf alle deutschen Staatsangehörigen in England bezieht. Selbst tn Schottland und Nordirland werden Internierungen vorgenommen werden, 1 H Er, Wtr. in < $ihi fanii n et- fon en töteten und verletzten. Militärische Objekte wurden weder angegriffen noch getroffen. Die Gruppe Narvik schlug erneut Angriffe mit schweren Verlusten für den Feind ab. Sie bat ihre weil vorgeschobene Sicherung im Raume nördlich von Narvik befehlsgemäß stärker zusammengefaßt. Beschießung Rastatts. Schwere Flachfeuerbatterien feuer« zur Vergeltung auf Hagenau. Führer-Hauptquartier, 16. Mai. (DNB.) Französische 5er nkampfar tillerie beschießt seit 16. 5. ohne militärische (Brunbe b i e offene Stadt Rastatt. Deutsche schwere Flachfeuerbatterien haben daraufhin als Vergeltung das Feuer auf Hagenau eröffnet. Die Bekleidung der deutschen Fallschirmjäger. Englands Bersorgungsnöte. Gedrückte Stimmung in Wirtschaftskreisen. Kopenhagen, 16. Mai. (Europapreß.) lieber Nacht hat England seine bisherigen Angriffsplane revidiert, um sich in aller Eile auf eine defensive Kriegführung zu beschränken. Unter dem Eindruck der neuesten deutschen Erfolge in Holland und Belgien macht sich, wie „Faedrelandet" berichtet, eine teigende Nervosität in den militärischen Kreisen Englands geltend, die sich in den Vorbereitungen gegen mutmaßliche deutsche Angriffe auf die britischen Inseln zu erkennen gibt. So sind die Verkehrswege zu den südostenglischen Häfen Lowestoft und Ipswich für allen zivilen Verkehr ge- p e r r t und einer scharfen militärischen Kontrolle unterstellt worden. Das englische Versorgungsministerium ist damit beschäftigt, die Lage zu prüfen, in die Großbritannien durch die Besetzung Hollands inwirtschaftlicher Hinsicht geraten ist. Holland war vor Ausbruch des Krieges nicht nur ein Hauptpfeiler der englischen Versorgung mit Eiern, Butter und Käse, es war auch ein wichtiger Ums chlag- p l a tz für Rohstoffe, die aus den Kolonien kamen und nach England weitergingen. An erster Stelle standen hier Gummi, Zinn, aber auch pflanzliche Stoffe für die Fett- und Margarineherstellung. Der Wert der Einfuhr an Lebensmitteln aus Holland war in der letzten Zeit um so mehr gestiegen, als der gesamte skandinavische Raum, vor allem Dänemark, nicht mehr für die Lieferung nach England in Frage kam und darüber hinaus auch die baltischen Staaten fortfielen. Hinzu kommen noch die Sorgen, die die Londoner Behörden mit der Tonnagefrage haben. Die holländische Flotte steht England ebenso wie die norwegische nicht mehr in dem Ausmaß zur Verfügung wie bisher; die Häfen an der gesamten englischen und schottischen Ostküste sind KriegsaebieL ersten Ranges und verlieren immer mehr an Werk Es ist unmöglich, die Häfen der Westküste als vollwertigen Ersatz anzusehen. Baissen in Wallstreet und an der Londoner Börse werden in neutralen Finanz- kreisen als Anzeichen dafür betrachtet, daß das internationale Vertrauen in die englische Wirtschaft und Finanz einen schweren Schlag erlitten hat. Sowohl das Absinken der 3L-v. H.-Kriegsanleihe und aller übrigen englischen Staatspapiere als auch die Flaute auf 'dem Aktienmarkt der Londoner Börse werden als Beweis für eine Baisse auch im internationalen Eine Verwechslung ihrer Umform mit Zivilkleidung unmöglich. Berlin 16. 5Diai. (DNB.) Di- deutschen Fall- schirmjäger tragen wie jeder Angehörige der Leutchen Wehrmacht eine Uniform, d.e -mt k-mer ^ivilkleiduna verwechselt werden kann. Die wesenl N-« Be^bungZ'ücke der U eine fliegergraue Schihose und Schnürschuhe ______ rere schwerste Panzer wurden ^abei vernichtet, erkoni- fl gelenkt. Die panische Angst, die selbst Militärsachoerstän- dige nach den deutschen Erfolgen der letzten Tage ergriffen hat, spiegelt sich in der Pariser Presse wider. So schreibt z. B. im „Petit Parisien" Charles-Maurice: „W elch b e ä n ‘ "1 s w v ’ zreitag, 17. MalMo Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/-Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/° mehr Ermäßigte Grundvreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Der Feldzug im Westen ist nach der Kapitulation von Holland und dem deutschen Durchbruch bei Lüttich und durch Südbelaien in eine neue Phase eingetreten. Daß dies auch auf der Gegenseite erkannt worden ist, bezeugen Berichte, die aus Paris vorliegen unb davon sprechen, daß das ftanzösische Oberkommando nunmehr sich genötigt sehe, vom gskrieg in den Bewegungskrieg überzu-- .... Es wird zugegeben, daß durch die deutschen Angriffe die rückwärtigen Verbindungen besorgen!« iert sind und man neue Maßnahmen treffen muß. Das ist ein ganz wesentlicher Erfolg der deutschen Kriegführung, die überlegen und wendig genug ist, in jeder neuen Lage die Initiative zu ergreifen und dem Gegner das Gesetz des Handelns vorzuschrei- ben. Der Schwerpunkt des Kampfes liegt in Belgien, wo sich der Gegner, wie der gesttige Wehrmachtsbericht feststellte, in der Festung Antwerpen, in der Dyle-Stellung und in der Festung Namur Rom, 17. Mai. (Europapreß.) Die Blätter veröffentlichen eine von der Havas-Agentur am Donnerstag um 13 Uhr in Paris ausgegebene amtliche Mitteilung. Darin wird zugegeben, daß die Lage nordwestlich von Sedan als ernst betrachtet werden müsse, da es den Deutschen gelungen sei, die Maas zu überschreiten und mit Panzertruppen auf den dichten Straßennetzen dieser Gegend vorzu- toßen. Die französische Heeresleitung bewahre ab» olutes Schweigen über die Ortschaften, die die deutschen Panzertruppen bereits erreicht hätten. Während die Schlacht an der Maas seit zwei Tagen im Gange sei und sich unablässig verschärfe, beginne eine andere Schlacht im Raume Namur—Antwerpen. Der Brüsseler Sender teilte mit, daß deutsche motorisierte Abteilungen ziemlich tief in die Linien der Westmächte eingedrungen sind. Die „Stampa" chreibt, die Maginotlinie sei unter der Wucht des deutschen Angriffes geborsten. Der Angriff durch die Ardennen wird als große strategische Ueber- raschung gewürdigt, weil die Westmächte zuerst nur an ein Ablenkungsmanöver geglaubt hätten, während sich dieser Angriff zu einer eigentlichen Durchbruchsschlacht entwickelt habe. Aus Paris und London berichten die Abendblätter, daß man infolge des Durchbruches durch die Machnotlinie und des weiteren Vormarsches der deutschen Truppen in Belgien gegen das Meer in London !Ä ch uns litis. Spwv' lieblost pintü n ter K chen 5 5aft « ;(fen - S D ncrl*” gjla|4!" ?? S Eichener Anzeiger vrNhIscheUnwerstläkdruckereiN. rmM WH öus Waffen,Lena? Nomon von Martlno eckartchekn 30. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) „Das will ich ja gar nicht", braust Hermann auf, „das ist vorbei. Rückkehr gibt es für mich nicht mehr. Ich bleibe frier und lebe, wie es mir gefällt!" „Es gefällt dir ja gar nicht, Hermann, dieses Leben, man sieht es dir ja an!" Hermann schrickt abermals zusammen, wird aber immer unzugänglicher. „Was weißt du denn davon. Ich will nicht, daß du in mich hineinsiehst. Keiner soll sich um mich kümmern — keiner!" „Aber Hermann, wenn es mich nun zwingt, nach dir zu fefren ..." Da ist wieder der feste Griff um Lenas Handgelenk, genau wie damals. „Du sollst das lassen! Du sollst forlgehey- weit fort! Ich will dich nicht mehr sehen!" Er schreit sie an. „Erst wenn du fort bist, finde ich mich vielleicht wieder!" lieber Lenas Lippen bricht ein Schluchzen. „Dann müßte ich dich ja deinem Schicksal überlassen..." „Ja, das sollst du! Du weißt es doch: ich will alles von dir,— oder nichts." Wie eine 'Zentnerlast fallen diese Worte am Lena herab. Sie will aufstehen, sie taumelt, fällt schwer auf den Stuhl zurück. Und nun löst sich auf einmal die ganze unerträgliche Spannung dieser Tage. Sie fängt an zu meinen, und es geschieht eine lange Weile nichts. Ein schwer mit sich ringender Mann steht vor der weinenden Frau. Als der Strom der Tränen zu oerfiegen beginn!, steht sie auf und sieht Hermann fest ms Gesicht. „Ich gehe nicht vom Gräfehof weg — jetzt erst recht nicht! Und wenn du mich zwängest, ich müßte bleiben. Ich könnte es jetzt einfach nicht, jejjt weggehen — deinetwegen könnte ich es nicht." Sie sagt es laut und heftig. Ja, sie schreit, es ihm fast ins Gesicht. Ohne ihm die Hand zu geben, geht sie. Sie sieht sich nicht nach ihm um, weiß nicht, ob er auf derselben Stelle stehengeblieben ist oder ihr nachkommt. Sie verläßt das Gehöft erschöpft, aber mit der beruhigenden Gewißheit, getan zu haben, was thr das Herz ein gab. Immer war Hermann Gräfes Wirken auf dem Hot etwas Selbstverständliches gewesen. Er war ein stiller und gewissenhafter Arbeiter:. Bauer und Brauer zugleich. Wer soll nun seinen Platz aus füllen? Rudolf? Gewiß, der hilft aus. Aber er gehört ja nur halb hierher, feit er sich auf Plessen-Roda einarbeitet. Rudolf versucht in der Brauerei nach dem Rechten zu sehen, aber die Arbeiter trauen dem Doktor nicht halb soviel zu wie dem anderen, der von der Pike auf gelernt hat. Nicht mal an Hefenfranz hat Rudolf Rückhalt. Hefenfranz benimmt sich wie ein braves, treues Tier, dem der Herr fehlt. Läuft hin und her, gibt wirre Anordnungen und guckt am Tage wohl zehnmal über den Hof, ob Hermann noch immer nicht wiederkommt. Rudolf spürt überall, daß es ohne Hermann nicht geht. Auch Ehristoph Gräfe spürt es. Aber er würbe sich eher die Zunge ab6eifert, als das zugeben. „Wenn ich verheiratet bin, kann ich natürlich nicht mehr jeden Tag Herkommen", sagt Rudolf. Er sitzt am Schreibtisch und schielt zum Vater hinüber. „Du mußt dich gelegentlich mal nach einer anderen Kraft umsehen." Christoph Gräfe sitzt über den Rechnungsbüchern. Sagt etwas Unverständliches auf Rudolfs Vorschlag, das sich wie „Nein!" anhört. ,/Ja, wenn du keinen Fremden herholen willst, bann märe es meiner Meinung nach an dir, dem Großen ein gutes Wort zu gönnen!" „So einem wie dem laufe ich nicht nach!" Als ob eine Mauer auf gerichtet mürbe! Rudolf zuckt die Achseln. „Ja, bann mußt du schon sehen, wie du zurechtkommst, es sei denn, die Quellen versiegten, dann ginge es ja auch ohne den Großen. Dann märe ja alles in Ordnung." Christoph Gräfe fährt hoch. „In Ordnung, sagst du, wenn die Quellen versiegen?" Sein Gesicht ist grau. Seine Stimme ver- (irrt das Polternde, wird beinahe kläglich. „Und ihr wollt Blut von meinem Blut fein?" sagt der alte Gräfe. „Tragt mehren Namen und werdet nicht durch und durch geschüttelt von dem, was mit unserem alten Grund und Boden jetzt geschieht? Versteht mich denn keiner von euch?" „Bater!" Rudolf ist aufgestanden. „Gräfisch sind wir alle und denken auch gräfisch. Wie sehr, das hast du nur noch nicht erkannt. Jeder von uns hat diesen Willen mitbekommen, der sich nicht beugen will. Aber unsere Zeit diktiert Notwendigkeiten. Was bedeutet ein Einzelschicksal wie das der Gräfebraue- rei, im großen Zusammenhang gesehen? So ein mächtiger Gedanke wie der der Motorisierung, der hat für die Zukunft Bedeutung, nicht unser Bier, und wenn es noch so gut ist! Die neuen Straßen haben etwas Geniales. Kleinlich und engstirnig, wer sich dagegen verschließt. Deshalb ist und bleibt es natürlich schmerzlich für uns, wenn wir diesem Fortschritt unsere Tradition zum Opfer bringen müssen. Aber Hermann hat uns ja den Ausweg gezeigt. Man muß nur den weiten Blick haben für diesen dritten Weg. Nicht hadern, sondern handeln, das ist klug!" Christoph Gräfe sitzt geduckt. Er muß in dieser Stunde vieles über sich ergehen lassen. Dor kurzem noch märe es nie und nimmer möglich gewesen, dem Alten vom Gräfehof solche Dinge ms Gesicht zu sagen. Es erfolgte keine Gegenrede. Rudolf schreibt wieder. Man frört die Feder auf dem Papier, die Fliege am Fenster. Nach einer langen Weile die Stimme des Alten: „Die ganze Maschinerie da drüben taugt nichts!" Rudolf unterbricht feine Arbeit nicht. „Braucht nur instandgesetzt zu werden. Und die Gebäude stehen, und das Wasser ist auch gut, und was nicht in OrdnUng ist, kann aus unseren Anlagen frier erneuert werden." „Und der Belzig-Karl?" „Ist nie ein richtiger Brauer gewesen. Wenn der ganz und gar ausgejafrlt wird, freufs den nur!" „Ja, wenn du meinst ..." Jetzt hebt Rudolf den Kopf, wartet auf mehr. „Vielleicht konntest du mal, es ist ja kein großer Umweg, wenn du sowieso nach dem Schloß gehst, ich meine — wenn du da an der Belzig-Brauerei vorbeikämst —" Rudolf hilft schnell. „Gewiß, das konnte ich. Ich werde mal mit dem Großen Rücksprache nehmen. Ich denke —" Verflixt nochmal! Muß man jetzt gerade unterbrochen werben, wo man so schön im Zuge ist! Der Wandervorschläge für den Sonntag nun- Reichsweltkamps der Hiller-Zugend beginnt ig des Dreikampfes getroffen: Lauf und Weitsprung für die Briefkasten der Redaktion. Jungmädel und BDM. Hierbei steht nicht etwa die beste Einzelleistung im kreis des Deutschen Frauenwerkes und Übernimm einen kleinen Teil der großen Aufgaben. Wieder Feldpost zur Front. Nachdem die am Freitag verfügte fünftägige Sperre für Feldpostsendungen von der Heimat zur Front abgelaufen ist, können ab sofort wieder solche Sendungen aufgegeben werden. Dies gilt zunächst nur für Briefpost, Privattelegramme und Postanweisungen, nicht dagegen für Feldpostpäckchen, für die die Sperre bis auf Widerruf ausgesprochen war. Dieser Widerruf ist bisher nicht erfolgt, und für Feldpostpäckchen gilt die Sperre infolgedessen zunächst noch weiter. Es ist aber selbstverständlich, daß, sobald die Verhältnisse es gestatten, diese Sperre ebenfalls wieder aufgehoben wird. Licht ist das sicherste Bombenziel. Es ist festgestellt worden, daß die feindlichen Flieger im westlichen Grenzgebiet fast ausschließlich nachts angreifen und ihre Bomben dort planlos abwerfen, wo sie einen Lichtschein erkennen können. Es ist deshalb Pflicht eines jeden, die Verdunkelung schärf stens durchzuführen, im eigenen Interesse wie im Interesse des gesamten Volkes, das es gilt, vor Schaden aus der Luft zu bewahren. Was besonders für das Grenzgebiet gilt, gilt in dem gleichen Maße für das Heimalgebiel. Auch dort muh alles vermieden werden, was einem Einflug des Gegners bei Rächt irgendein Ziel für feinen Bombenwurf bieten konnte. meinschaftlichkeit des Wettkampfes der Jungenschaf- ten bei den Pimpfen, der Kameradschaft bei den Hitlerjungen, der Mädel- und Jungmädelschaft beim BDM., die auch dem weniger veranlagten Jungen oder Mädel die Möglichkeit gibt, mitzumachen, ist es, die den Wert des Reichssportwettkampfes bestimmt. Hieraus ergibt sich auch der Sinn dieser Kundgebung, einen ■ fröhlichen, körperlich gesunden und leistungsfähigen jungen Menschen heranzuziehen, feinen Charakter zu bilden, seine Wehrhaftigkeit zu stärken, kurzum eine einheitliche körperlich-geistige Persönlichkeit zu formen. Die erste Ausscheidung aus der Millionenzahl unserer Jungen und Mädel am 25. und 26. Mai ergibt in den Mannschaftskämpfen die zehn Besten im Fähnlein des Jungvolkes, aus der Gefolgschaft der HI. und der entsprechenden Einheit bei den Mädeln, die geschlossen dann in die Kämpfe innerhalb der Banne und Gebiete eintreten und später in der Reichsentscheidung um die höchste sportliche Auszeichnung, die Urkunde des Führers, antreten. Neben dieser Mannschaftswertung wird selbstverständlich auch "die Einzelleistung anerkannt. Für die Erreichung von 180 von 300 möglichen Punkten wird von der Reichssportführung die Siegernadel verliehen. So werden am 25. und 26. Mai mehr als 5 Millionen Jungen und Mädel auf den Sportplätzen im aanzen Reich das „N a t i o n a I f e ft der deutschen Ingen d" begehen, eingedenk der Zeit, in der wir leben, und im Gedenken an den heroischen Kampf der Nation, an dessen Ende ein siegreiches Deutschland stehen wird. Im Jahre 1937 hat der Führer das Deutsche Jugendsportfest zum Reichssportwettkampf der Hitler- Jugend erhoben. In feineip Aufruf zu dieser größten sportlichen Kundgebung fordert er die gesamte deutsche Jugend aus, sich einmal im Jahr einer großen sportlichen Leistungsprüfung zu unterziehen und mit dieser vor der ganzen Nation Zeugnis abzulegen von der Kraft und Unbesiegbarkeit des Volkstums. Diese Anerkennung der großen erzieherischen Werte der Leibesübungen verpflichtet die Hitler-Jugend, neben den anderen großen Aufgabe der Zeit, besonders auch im Kriege als oberstes Ziel anzustreben, sich körperlich tüchtig, stark und somit einsatzfähig zu machen. Das Erreichte soll alljährlich im sportlichen Reichs- wettkamps der Hitler-Jugend"aezeigt werden, der in diesem Jahr am 25. und 26. Mai beginnt. Sein Ziel ist, in der großen zweitägigen Veranstaltung alle Jungen und Mädel ohne Ausnahme zu erfassen. Es' gilt, auch in den weniger sportlich Veranlagten das Interesse am Kampf und der körperlichen Ertüchtigung zu wecken. Aus diesem Grunde ist die Ausschreibung auf die einfachste Form der Grundschule, Lauf, Sprung und Wurf, gebracht. Auch hier ist wieder eine den Altersunterschieden zur Grenze zu errichten. Ob Sie einen Pfad freilassen müssen, hängt davon ab, ob Ihrem Nachbarn eine ... Wegegerechtigkeit (Ueberwandlungsrecht) an Ihrem Ider kleinsten Einheiten der HI. Die Ge- (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 0. k. in W. An sich können Sie Ihren Garten und Hof einzäunen. Sie haben das Recht, den Zaun bis einen Pfad freilassen Nach der sonntäglichen Ruhepause geht es mehr weiter im Kampf um die Vunkte. Die Grün- Weihen fahren nach Großen-Buseck zum Tabellen- Vordergrund — so sehr sie ncttürlick auch geschätzt wird — sondern der Mannschaftskampf Wehlar — Oberndorfer Hütte — Braunfels. Dom Bahnhof Wetzlar, bis wohin wir die Bahn benutzen, durchschreiten wir die Stadt, um am Schützengarten auf schwarze Dreiecke zu stoßen. Diese füyren uns über den Kalsmunt, von dessen Turm wir einen hübschen Rundblick auf die alte Reichsstadt und das Lahntal haben. Später kommen wir am Magdalenenhäuser Hof (gute Einkehr) vorüber in schönen Hochwald, an dessen Ende wir einen prächtigen Blick auf Braunfels mit seinem herrlichen Schloß genießen, lieber die Oberndorfer Hütte gelangen wir alsbald nach Braunfels, wo wir Schloß und Tierpark besichtigen können. Don der Obermühle (gute Rast) geht der Weg durch den reizenden Mühlengrund zur Station. Die ganze Wanderung beansprucht höchstens 3Vt Stunden. Riederweimar — Frauenberg — Marburg-Süd. Wir fahren bis zur Station Nieder-Weintar, gehen jedoch nicht durch den Ort, sondern überschreiten gleich beim Bahnhof die Geleise und gehen durch freie Gegend hinüber zur Lahn, über die sog. Nehbrücke. Wir wenden uns nun links, kommen über die Nehmühle nach Ronhausen, wo wir blaue Kreuze antreffen. Diese führen uns bald darauf in schönen Buchenwald und in diesem aufwärts zum Frauenberg, von dessen auf dem Gipfel liegender Burgruine wir einen prachtvollen Ausblick auf die Lahnberge, in den Ebsdorfer f®runb, Marburg mit feinem hochragenden Schloß und in die Gießener Gegend haben. Am Fuße der Ruine laden zwei gute Gasthäuser zur Rast ein. Zum Abstieg wählen wir die blaue Strich^Markierung, die uns auf schönen Waldwegen nach Marburg-Süd bringt. Haben mir noch Zeit, dann ist eine Besichtigung der alten Musenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten sehr zu empfehlen. Marschzeit 3 Stunden. Dutenhofen — Stoppelberg — Kirschenwäldchen — Kühler Grund — Wehlar. Dom Bahnhof Dutenhofen, bis wohin wir die Bahn benutzen, beginnt das Wegezeichen schwarzer Punkt, dem mir durch das hochgelegene Dors weiter über Münchholzhausen zunächst über Feld, später durch Wald' auf den 402 Meter hohen Stoppelberg folgen, von dessen steinernem Turm sich eine herrliche Rundschau bietet. Am Fuße des Berges liegt der Weiler Kirschenwäldchen mit guter Einkehr, dem wir zwecks Rast einen Besuch abstatten und uns an den zahlreichen, gegenwärtig blühenden Kirschbäumen erfreuen. Gegenüber dem Anwesen beschreiten mir einen Waldpfad, der uns in langsamem Abstieg zu der mitten im Wald gelegenen idyllischen Raststätte Kühler Grund führt, wo wir die kleinen Kunstwerke, wie Hammer-, Mühl- und [les. Da ist vor allem die Nähstube! Jede Frau füllte sich wenigstens einen halben Tag frei machen können, wenn sie sonst fein Amt hat, und hier helfen. lieber 1000 Paar Soldatensocken sind dort Lestopft worden, 420 Paar Strümpfe angestrickt, Pulswärmer, Leibbinden, Wolldecken, alles das wurde für die Soldaten gearbeitet. Daneben wurde für das Rote Kreuz genäht und ebenso für die NSD. Die ganzen Kleider der Kleidersammlung wurden frier verarbeitet und brauchbar gemacht. Dazu kommen die Flickbeutel, die vor allem die Bäuerin entlasten sollen. Wer irgendwie Zeit hat, wenn es auch wöchentlich nur einen halben Tag ist, sollte sich hier einsetzen und helfen. Der Hilfsdienst hat auch im Herbst die Hilfen zur Ernte vermittelt. Diese Erntehilfe wird diesen Sommer noch oft gebraucht werden. Laßt es nicht immer die gleichen fein. Greift auch einmal selbst zu und tut auch ihr euer Teil. Es ist so dringend nötig! Die Bauersfrau muß neben ihrem Haushalt die ganze Landwirtschaft machen, da ist es selbstverständlich, daß mir in der Hauptarbeitszeit ihr helfen. ' Gerade jetzt, wo der Krieg für uns noch viel mehr in die Nähe gerückt ist, ist es dringend nötig, daß sich noch viel mehr Hilfskräfte zur Verfügung stellen. Die Aufgaben werden immer größer, die Anforderungen häufen sich, und für den kleinen Teil der immer hilfsbereiten Frauen wird die Arbeit einfach zu viel. Der Krieg geht aber alle an, auch dick. Auch du mußt dein Teil Arbeit für die Allgemeinheit leisten. Genau wie jeder Mann, so hat auch jede Frau die Verpflichtung, ihr Teil zum Gelingen des Ganzen beizutragen. Darum schalte dich ein in den Arbeits- Sägewerk, die von einem abfließenden Bach getrieben werden, bewundern. Dem Hegelbachtal abwärts erreichen mir alsbald auf der Nauborn er Straße unser Endziel Wetzlar. Die Wanderung beansprucht etwa 3Vt Stunden. Kreis Alsfeld. —Homberg, 16. Mai. Im Helnsichen Saale fand die 83. Generalversammlung des Spar- und Vorschußvereins statt. Der Direktor trug den Geschäftsbericht vor. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats gab den Jahresabschluß bekannt. Die Aktiva betragen 419 654,66 RM„ die Passiva 417 959,74 RM., der Reingewinn 1694,92 RM. Ende 1939 betrug der Mitgliederstand 176. Von dem Reingewinn wurden 5 v. H. Dividende an die Mitglieder verteilt, während der Rest zur Hälfte dem Reservefonds und der Be- triebsrütflage zugeführt werden soll. Das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied wurde einstimmig wiedergewählt. Die gesetzliche Revision sowie die Prüfung durch den Aufsichtsrat wurde ebenfalls vom Direktor bekanntgegeben. — Unser Wanderverein unternahm eine Frühwanderung nach dem zwischen Homberg und Deckenbach gelegenen Goldborn. Zwan- zig Mitglieder nahmen daran teil. Der Wanderführer begrüßte die Wanderschar und sprach über die Schönheit der Natur zur Maienzeit sowie über das Wandern als Mittel zur Vertiefung der Heimat- liebe. — Zum Schweinemarkt betrug der Auftrieb 259 Stück Ferkel. Es wurden für sieben bis neun Wochen alte Ferkel 32 bis 37 RM., für neun bis elf Wochen alte 36 bis 43 RM. pro Stück gezahlt. Der Verlauf des Marktes war ruhig, es ver- blieb geringer lleberftanb. Guter Fang. LPD. Herborn, 16. Mai. Im Eisenbahnzug wurde hier ein Mann aus Offenbach a. M. gestellt, der, nur im Besitz einer Bahnsteigkarte, bereits von Offenbach bis Herborn auf diese Karte gefahren war. Man stellte fest, daß man es mit einem schweren Jungen zu tun hatte, gegen den bereits zwei Verfahren laufen. Er wurde dem Richter zugeführt. H. !n G. Nach Ihrer Darstelluna ist der Mietvertrag, nachdem der Vermieter für die Hehung zu sorgen hatte, und zwar geaen eine von Ihnen zu zahlende vertraglich festgesetzte Vergütung, durch spätere mündliche Vereinbarung abgeändert würden. Nachdem der Vermieter von seiner Verpflichtung ent- bunben würbe, für bie Beheizung zu sorgen, entfällt auch sein Anspruch auf Zahlung ber Heizungskosten. Welchen Betrag Sie gurückhalten können, kann ohne nähere Kenntnis ber Sachlage unb bes Inhalts bes Vertrags nicht beurteilt werben. _ Grunbstück zusteht. Ob eine solche Gerechtigkeit besteht, läßt sich aus Ihrer Anfrage nicht entnehmen. H. SL in X. Nach § 910 bes Bürgerlichen Gesetzbuches kann ber Eigentümer eines Grunbstückes Wurzeln eines Baumes ober eines Strauches, bie von einem Nachbargrunbstück eingebrungen finb, ab« schneiben unb behalten. Ebenso kann er mit herüber- frängenben Zweigen verfahren, wenn ber Besitzer des Nächbargrundstückes sie nicht binnen einer Frist beseitigt. Dieses Recht steht Ihnen zu unter ber Voraussetzung, baß die Wurzeln unb Zweige bes Nachbargrundstückes sie beeinträchtigen. gemäße Abwandlung Keulenwurf, 100-m-! w , älteren Hitlerjungen, 80-m-Lauf, Schlagballweitwerfen und Springen für das Deutsche Jungvolk, sichrer. Noch vor kurzer Zeit hätte man den Grün- Weißen keinerlei Aussichten eingeräumt, doch hat sich nunmehr vieles geändert. Die DfB.er, die zwar noch kein Spiel gewinnen konnten, haben diesmal die Chance, wenigstens einen Punkt zu gewinnen. Garbenteich I — Gröningen L Durch die Mitwirkung der Orüninger an den Kriegsmeisterschaften hat sich die Zahl der Vereine auf sieben erhöht. Die Grünjnger tragen ihr erstes Spiel in Garbenteich aus. Die Platzherren treten stark aejchwächt an. Die Gäste sind als spielstark anzusehen. Hungen I — Klein-Linden I. Hungen erwartet die Gäste aus Klein-Linden. Da Hungen bisher ohne Sieg ist, wird sich die Mannschasi sehr ins Zeug legen müssen, wenn es zu einem Siege reichen soll. Hessens Zwölfkampfmeisterstbast. Austragung In einem Ort bes Bezirks Gießen. Die hessische Turnmeisterschaft im Zwölfkampf, bie gleichzeitig als Ausscheidung zur Deutschen Meisterschaft dient, wirb am 4. August an einem noch zu bestimmenden Ort im Bezirk Gießen durchgeführt. Es wird in drei Klassen geturnt, und zwar in Meisterklasse, Reichs- und Bereichs-Klasse. Verbunden mit diesem Bereichswetturnen ist das Alterstreffen, das in vier Klaffen einen Gerät-Mehrkampf und einen volkstümlichen Dreikampf umfaßt. BfB.-Reichsbahn-Leichtaihletik. Der VfB.-Reichsbahn entsendet dieser Tage einen seiner Leichtathleten zum 3. internationalen 25-Kilo- meter-Lauf und Wettmarsch in München. Dieser Lauf ist als einzige diesjährige internationale Prüfung ausgeschrieben. Es haben außer Ungarn die italienischen Läufer Lippi, Destorentis und Constantino, der deutsche Meister im Marathonlauf Weber, die bekannten Läufer Puch, Wöber, Bertsch unb viele andere Läufer gemeldet. Mit der Entsendung des Läufers Boris Götze vom VfB.-Reichsbahn nimmt ein Vertreter unseres Bezirks an diesem * Wetkampf teil. Götze, ber schon bei mehreren Kämpfen über diese Strecke gut abschneiden konnte, wirb sich die Mühe geben, dem Verein Ehre zu machen. Handballentscheidungskampf um die Bereichsmeisterschast. Tv. Hochelheim — Tufpo. Bettenhaufen in Wehlar. Das obige Treffen ist nach einer inzwischen vorn Bereichsamt getroffenen Entscheibung für kommen- ben Sonntag nach Wetzlar auf ben Platz bes Spv. 05 gelegt worben. Damit erleibet mithin bie enbgültige Feststellung bes Enbspielteilnehmers keine Unterbrechung mehr. lieber bas Spiel selbst haben wir vor einiger Zeit bereits ausführlich gesprochen. Hochelheim hat im Vorspiel eine ausgezeichnete Partie geliefert unb Bettenhausen ben Sieg nicht leicht gemacht. Wenn bie Gastgeber seinerzeit mit etwas Glück gewinnen konnten, bann bars man schon annehmen, baß es biesmal gelingt, die im Vorspiel erlittene Scharte auszuwetzen. Da Bettenhausen mit stärkstem Aufgebot erscheinen wird, ist mit einem anregenden Kampf zu rechnen. Fußball der 2. Klasse. (Früher kreisklaffe.) Großen-Buseck I — BfB.-R. IL Jupp ist es, ber dazwischen platzt. Rudolf hätte dem Jungen ein Paar pfeffern mögen! „Was willst du?" schreit er ihn an. Jupp druckst herum. Endlich rückt ernannt heraus, daß er 'gern des Vaters Motoi^ad haben möchte. „Strample du mit deinen zwei Beinen!" „Nur freute mal", bettelt Jupv. „Was hast du denn vor?" mischt sich der Vater ein. „Ach, nur schnell bis Weißenberg. Bin in einer Stunde wieder zurück. Den Schachtmeister da kenn' ich." „Na und? Was willst du von ihm?" „Wissen, was eigentlich oorgefrt! Ist doch eine Mordsbummelei hier auf unseren Wiesen. Geht und geht nicht voran!" „So? Daß du aber wieder eine Vier im Englischen hast, das kannst du mitansehen, was?" Rudolfs Zorn schwillt. „Marsch, raus mit dir!" Jupp schleicht mit efrtgegogenen Schultern fort. Den beiden Männern hat es bie günstige Stunde zerschlagen. Es gibt Stimmungen, die sich nicht wieder zurückrufen lassen. Christoph Gräfe schlägt bie Bücher zu und steht auf. „Ja, was ich noch jagen wollte ..." Rudolf glaubt, wieder einhelfen zu müssen. „Natürlich, ich gehe freute noch hinüber." Gräfe unterbricht mit einer Handbewegung. „Nein, ich habe es mir inzwischen anders überlegt sagt er. „Laß bas. Ich will es nicht. Er muß zu mir kommen. Von selber." Christoph Gräfe geht aus dem Zimmex. Rudolf stößt eine Verwünschung aus. Alles ist genau noch jo mit Brettern vernagelt wie vorher. Die letzte Stube links hinten vom Flur aus gesehen, ist bie Wäschekammer. Die alte Kiuttigen ne- kommt vom langen Stehen immer kalte Füße, ist froh, daß sie bei ber großen Wäsche diesmal von Fräulein Oetteking abaelöst wird. Während des Quietschens der Mangel — Jupp hat natürlich vergessen, bie zwei ineinandergreifenden Zahnräder zu ölen — haben Erni und Tante Lena sich kaum miteinander unteifralten. Die eine wickelt bie Wäsche auf, die andere dreht. Behutsam stapelt man die weißen Stoße in bie Körbe, sortiert Kücken-, Tisch- und Bettwäsche. Es gibt noch viel hanogesponnene Schätze im ©räfefraus. (Fortsetzung folgt)