M. 41 Erstes vlatt Somstag, I?./Sonntag,l8. Zebruar 1940 ftimmung der 2 Regierung spielt, dikalsozialistischen 793D 2146. ier und nfänger ctgeichr.) Unerhörte Verletzung der norwegischen Neutralität durch englische Geesireitkräste ! franzö- Tvrach- mng für er ;artea Die amerikanische Neutralitätszone. Das Echo der deutschen Antwort an die amerikanischen Negierungen. iparen Jneu- gerate Fach- spiellosen Zynismus die völlige Vernichtung Deutschlands als das Kriegsziel Frankreichs erklärt und damit allen unklaren Vorstellungen, die man sich bisher noch zu den von der Regierung Daladier mit ihrem Krieg gegen Deutschland verfolgten Zielen machen konnte, ein Ende bereitet. I Ganz deutlich hat Mistler diese Kriegsziele noch mit I der ausdrücklichen Anrufung des Westfälischen Frie- I dens von 1648 gemacht. Der Versailler Vertrag ge- V nügt für die französischen Chauvinisten als Vorbild eines Friedens der Vergewaltigung nicht mehr; sie - greifen auf den Friedensvertrag von Münster zu- r rück, der am Ende des Dreißigjährigen Krieges das beobachten. Die „De peche de Toulouse", ein in Südfrankreich weit verbreitetes Provinzblatt, das dem radikalsozialistischen Innenminister Albert S a r r a u t zusammen mit seinem Bruder Maurice gehört, hat dieser Tage eine verträumte Betrachtung „Vor der Maske Richelieus" veröffentlicht, die in wollüstigen Farben das Werk dieses von Haß gegen das einstige Deutsche Reich erfüllten Staatsmannes schilderte, dieses Werk, das wenige Jahre nach seinem Tode von seinem Nachfolger, dem Kardinal Mazarin, mit dem Westfälischen Frieden zu Ende geführt worden ist. Heute wie vor dreihundert Jahren, so heißt es am Schluß des Artikels in der > Aufnahme Siefeck und Berlin, 16. Februar. (DNB.) Soeben trifft die Nachricht von einer unerhörten Verletzung der norwegischen Neutralität durch englische Seeslreitkräfle ein. Der deutsche Dampfer „Altmark" teilt durch Funkspruch mit, daß der englische Zerstörer „I n t r e p i d" versucht hat, inbennor- wegischen hoheitsgewäfsern, 200 Meter vom Lande entfernt, bei ihm längsseit zu gehen, um das Schiff zu kapern. Nur durch das geschickte Manövrieren des deutschen Kapitäns und das entschlossene Dazwischentreten zweier norwegischer Torpedoboote konnte im Augenblick ein brutaler britischer Neulralitälsbruch verhindert werden. Der britische Zerstörer blieb weiter auf der Lauer, um seinen Versuch zu wiederholen. Wiederum zeigt sich somit, wie Großbritannien bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Rechte neutraler Staaten mißachtet. Entartung des Seekrieges. Am Mittwoch hat Churchill kaltschnäuzig eines seiner großen Verbrechen zugegeben. Ein Labour- Abgeordneter hatte ihn gefragt, ob jedes über die Nordsee fahrende englische Handelsschiff mit Kanonen versehen sei, und Churchill antwortete darauf prompt: „Jawohl, mein Herr!" Natürlich setzte er hi ;u, er habe nicht erwarten können, daß die Deutschen „schutzlose" kleine Schiffe anzugreifen gewagt hätten. Dabei ist es seit Monaten bekannt und durch „Depeche de Toulouse", habe Frankreich sich an die Maximen Richelieus zu halten, die Politik von 1640 habe sich auch im Jahre 1940 für Frankreich nicht geändert. Für die Herstellung klarer Verhältnisse sind solche Bekenntnisse sicherlich durchaus zu begrüßen. Frankreich hat die ihm von Deutschland zur Verständigung hingestreckte Hand zurückgestoßen. Die Vernichtungstendenzen gegenüber Deutschland waren zunächst nur verschleiert. Wenn sie jetzt so offen und so zynisch plakatiert werden, dann kann man dies mitleidig als das Abreagieren einer innerlich längst eingestandenen Ohnmacht zur Kenntnis nehmen. Es ist zugleich aber auch ein Warnungszeichen dafür, was ein Deutschland zu erwarten hätte, das sich die geringste Schwäche gegenüber seinen Gegnern zuschulden kommen lassen würde. 1M erk len JFTEN ngeseht: igeschrit- .enststelle mg Wet- Setriebs- 1. Stock. UNd VlM Ng. möglich, 7630 19. Aebrnac Soetheschule, dem 20- J* )er Schild „ rilittmoch. । Ahr, in der Minerlt Aw bis 44 5 ^135 jSge? pruiterel Mnann, n mw0*' •12W» ein, die a *•’ bet di-bis W* fji t ooii#; K Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Washington, 16. Febr. (Europapreß.) Auf Grund des Wortlauts der deutschen Note an die amerikanischen Regierungen wurde in politischen Kreisen eifrig die deutsche Haltung gegenüber der panamerikanischen Neutralitätszone diskutiert. Don Kreisen, die dem Staatsdepartement nohestehen, wird darauf hingewiesen, daß die deutsche Stellungnahme keineswegs überraschend sei, da „die französisch-britische Ablehnung des Neutralitatsgurtels Deutschland geradezu zwingen mußte, eine Haltung einzunehmen, wie sie in der deutschen Note an die Regierung von Panama zum Ausdruck kommt". Darüber hinaus diskutiert man die Frage, wie nachdem die panamerikanische Neutralitätszone von' keiner der kriegführenden Parteien anerkannt worden sei, eine Anerkennung erzwungen werden könne. .. . , In Buenos Aires hat die deutsche Antwortnote um so größere Beachtung gefunden, als Argentinien in dieser Frage die Jnittative ergriffen und auf eine Erweiterung der amerikanischen Neutralitätszone gedrungen hatte. Die deutsche Antwortnote begegnet in unterrichteten Kreisen als sachlich begründet und geschickt redigiert weitgehendem Verständnis, sie lasse die Tür zu Verhandlungen offen, während die Antwortnote der Westmächte wettere Verhandlungen eher erschwere. Ferner wird die deutsche These als sachlich unangreifbar bezeichnet, wonach der Neuttalitätsgürtel nur im Falle einer absoluten G le ich be Handlung aller Kriegführenden geachtet werden könne. Ferner besteht zwischen der deutschen Note und einem Jntermew des argentinischen Außenministers Cantilo Ueberem- stimmung über die Ungerechtigkeit, deutschen Kriegsschiffen das Befahren der Neutralitatszone zrr verbieten, während dies den Kriegsschiffen der Westmächte erlaubt sein soll, wie das die Antwortnote Englands verlangt hatte. Was sich die Amerikaner gefallen lassen. N e u y o r k, 17. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Behandlung der Neutralen durch die Engländer wird von Tag zu Tag unverschämter. Trotz der' me- len energischen Proteste der Derermgten Staaten gegen die widerrechtliche Zensur der amerikanischen L u f t p o st gehen die Briten letzt m Bermuda sogar dazu über, Le r b e s v r r tat i o - ne n vorzunehmen. Als am Freitag m Baltimore die Passagiere ein nach Europa fliegendes Clipper' Flugzeug bestiegen, drückte man rhrren ^e Abschrift brittscher Zensurbesttmmungen m die Hande, wonach alle Fluggäste sich darauf gefaßt machen mußten? in Bermuda durchsucht zu werben. Ferner Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: fitanffurt am Main 11686 Fotografien bewiesen worden, wie nicht nur die englischen Dampfer, die über die Nordsee fahren, sondern auch in Uebersee liegende englische Frachtdampfer mit Kanonen bestückt sind, und daß ihre Mannschaften durch die britische Kriegsmarine im Waffendienst ausgebildet werden. Auch die englischen Fischereiflottillen sind als Vorposten nicht nur direkt der Admiralität unterstellt, sondern haben die Aufgabe, deutsche Angriffe zu melden und abzuwehren. Wenn trotzdem Chamberlain und Churchill der Welt einzureden versuchten, die deutsche „unmenschliche" Kriegführung richte sich gegen „harmlose Fischer", sei also „Mord", dann muß man über so viel englische Heuchelei um so mehr erstaunt sein, als selbst der König wiederholt geruhte, gerade diese Fischer auszuzeichnen, die von ihren „harmlosen" Booten aus die deutschen Seekriegskräfte beschossen hatten. Abgesehen aber von dieser typisch englischen Heuchelei ist es geradezu ein Verbrechen, wenn private Handelsschiffe mit Waffen gegen eine feindliche Macht bestückt werden. Diese Waffen machen einen Handelsdampfer gegen jedes Völkerrecht zum Bestandteil der bewaffneten Macht. Wenn Deutschland diese bewaffneten Handelsdampfer versenkt, dann schreit England, wir Deutschen hätten ftiedliche Privatpersonen und ihr Eigentum vernichtet, obgleich wir nichts anderes tun, als was jeder Kriegführende in diesem Falle tun würde: denjenigen zu vernichten, der sich ihm mit der Waffe in der Hand entgegenstellt. hat. In Kairo hat der englische Dominionministev Eden eine Besprechung mit General Weygand gehabt, die offenbar den weiteren Plänen der Westmächte im nahen Orient gegolten hat. Bei dieser? Gelegenheit begrüßte der Minister Eden die Söhne Neuseelands mit hochklingenden Worten, wobei die Phrase nicht fehlte, daß sie berufen seien, „für die Freiheit der kleinen Völker" zu kchnpfen. Eine solche Rede auf dem Boden Aegyptens, das seit Jahrzehnten einen leidenschaftlichen Kampf um feine nationale Unabhängigkeit führt, ist eine naive Dreistigkeit. Die Aegypter wissen ein Lied davon zu singen, welche Opfer dieser Kampf von ihnen schon gefordert hat und in welchem Ausmaß ihr eigenes Land zu einem Ausbeutungsobjekt der britischen Plutokratte geworden ist. Die Neuseeländer wissen das wahrscheinlich nicht, denn sie wohnen fern von Europa und feinen Wasserstraßen, sie rühmen sich zudem, englischer zu sein als die Engländer in der Heimat selbst. Auf die Dauer wird aber auch den Truppen Neuseelands die Ahnung darüber aufdämmern, daß sie mit schönen Phrasen veranlaßt worden sind, für eine schlechte Sache zu kämpfen. Der Prozeß Auschnit in Bukarest. Jüdischrr Handlanger der britischen Plutotratie. B u k a r e st, 17. Febr. (Europapreß.) Am Freitagmittag begann in Bukarest der Prozeß gegen den früheren rumänischen Industrie- und Finanz- Magnaten Max Auschnit. Er ist der betrügen- scheu Geschäftsführung, der Urkundenfälschung und fortgesetzter Vergehen gegen die Devisengesetze angeklagt. Als Sohn eines jüdischen Eisenhändlers in Galatz hatte Max Auschnit zusammen mit feinem Bruder Edgar, der inzwischen ins Ausland geflüchtet ist, es verstanden, unter Ausnützung englischer Geschäftsverbindungen,in wem- gen Jahren über die rumänischen Rüstungswerke Reschitza zum allgewaltigen Beherrscher der Wehrindustrie und der Finanzen Rumäniens zu werden. Es gab kaum eine große rumänische Gesellschaft von Bedeutung, in deren Aufsichtsrat nicht einer der Auschnits vertreten war. Die Haupt- sorge Ausckits hat aber in erster Linie der Erhöhung seiner persönlichen Macht durch komplizierte und undurchsichtige Finanzttansaktionen gegylten, durch die die rumänische Wehrindustrie ausländischen, vor allem englischen Einflüssen (Vickers) ausgeliefert wurde. Auf der Höhe seiner Macht hatte Auschnit im Ausland Holding-Gesellschaften gegründet, vor allem die „Cepi" in Monaco, mit der Absicht, den größten Teil seines Vermögens ins Ausland zu verschieben. Dies ist ihm auch zu einem gewissen Teil gelungen. Als er im Begriff stand, ins Ausland zu gehen, wurde ihm aber der Paß abgenommen und das Verfahren gegen ihn eingeleitet. । Radikalsozialistisches Bekenntnis zu Richelieu - Von unserem fl-Korrespondenien. Gegen die Abschälung Europas. Zuerst drei Tatbestände: L Die Ostmark wird im März 1938 rückgegliedert. Sofort ergehen die Weisungen, das Wasser- traßennetz Rhein — Main — Don am für die Erfordernisse des neuen politisch-territorialen Zustandes umzustellen. II. Im Oktober 1938 und im März 1939 wird diel tschechoslowakische Frage endgültig gelöst Sofort wird der Bau eines Oder — Donau — Kanals grundsätzlich beschlossen, für den seit 1725 andauernd Zeichnungen und Pläne hergestellt wurden, ohne daß es jemals zu einer Verwirklichung gekommen wäre. III. Im Herbst 1939 wird die Herrlichkeit der p o l- n i s ch e n Kriegsgewinnler von 1918/20 liquidiert. Vorhandene Eisenbahnen, Straßen und Wasserwege werden auf die Derkehrsnotwendigkeiten der neuen Verhältnisse umgestellt: die Vollendung des Adolf- Hitler-Kanals gibt Anlaß, auch an die Verbindung mit der oberen Weichsel und darüber hinaus mit den Zuflüssen des Schwarzen Meeres zu denken. Während bisher nur zwei Uebergänge für beit Warenverkehr zwischen Polen und Sowjetrußland geöffnet waren, werden jetzt dreizehn Uebergänge geöffnet. Das alte, wenn auch unzulängliche Kanalsystem zwischen dem Dnjepr und der Weichsel wird von beiden Seiten wieder hergestellt. ♦ Der Verkehr bindet große Einheiten zusammen, Die Engländer haben wohl gemerkt, was sich hier tut. Schon vor Jahresfrist brachte die „Times" einen ausführlichen Artikel, der die fundamentale Tatsache einer Verbindung des Schwarzen Meeres mit der Oft- und Nordsee herausstellte ... einer Verbindung, die durch Zentraleuropa geht und außerhalb des Schutzbereiches englischer Kanonen liegt. Und nun bitten wir den Leser, einen Augenblick den gewichtigen Tatbestand ins Auge zu fassen, daß die Geschichte Europas für ihn selbst, ohne daß er sich dessen voll bewußt wird, immer zuerst eine Geschichte des nordwesteuropäischen Küstensaumes bis etwa zur Elbe hin ist. Was sonst etwa zwischen 1500 und heute in Europa geschehen ist, liegt am Rande der üblichen Schulweisheit. Man kann dis Probe aufs Exempel auch anders herum machen: Man braucht etwa nur von Hamburg nach Bayern • zu fahren. Der Lebenszuschnitt ist ein ganz anderer, obwohl Bayern feit der Reichsgründung von 1870/71 eine wunderbare Entwicklung genommen hat. Und wenn wir wiederum um dieselbe Luftlinie, die Hamburg von Niederbayern trennt, nach Osten gehen» Brüssel, Februar 1940. Äm Pariser Marigny-Theater hat der Abgeordnete Mistler eine Rede über die französischen Kriegsziele gehalten, die in mehr als einer Hinsicht interessant ist. Zunächst ist Mistler nicht ein beliebiger Abgeordneter, dessen Meinung als belanglos für den Kurs der französischen Regierungspolitik hingestellt werden könnte. Mistler ist der Dorsitzende des Außenpolitischen Kammer-Ausschusses, der zusammen mit dem entsprechenden Ausschuß des Senats eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Außen- und der Kriegspolitik der 't. Sodann gehört Mistler der Ra- dikalsozialiftischen Partei an, die die größte bürgerliche Partei Frankreichs ist und die meisten Mitglieder des gegenwärtigen Kabinetts, vor allem den Ministerpräsidenten Daladier selbst, gestellt hat. Mistler hat nun in seiner Rede mit einem bei- Deutsche Reich zerstückelte. Was an dieser Entwicklung zunächst festgehalten werden muß, das ist die scheinbare Wandlung, die siefürdie Rad ikalsoziali st ische Partei, die anscheinend so friedliche Partei der kleinen Leute und Rentenbesitzer, der Durchschnittsfran- zosen , bedeutet. Die Radikalsozialisten galten früher, wie man jetzt sieht, z u Unrecht, als die Vertreter gemäßigter Tendenzen in der Außenpolitik. Ihre Interessen galten zumeist der Innenpolitik, wo in den letzten sieben Jahrzehnten der Kampf um die Trennung von Kirche und Staat, der republikanische Feldzug gegen die letzten Reste royalistischer Tendenzen und der Kampf für die Einführung der Einkommensteuer ihr beliebtester Tummelplatz waren. Aber man hat dabei übersetzen, daß die Radikalsozialisten sich schon von jeher als die geistigen Erben der Revolution von 1789 und des kampflustigen Jakobinertums betrachtet haben, das mit feinem ideologischen Feldzug für die sogenannten „Menschenrechte" zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert Europa in eine Periode fünfundzwanzigjähriger Kriege gestürzt hat. Der Radikalsozialismus hat in einer durchaus klem- bürgerlichen Auffassung diese vorwiegend gegen Deutschland gerichteten Tendenzen auch nach dem siebziger Krieg im Zeichen der Revanche-Idee gepflegt. Damals starrte er nach dem Wort ferner politischen Gegner „nach dem Vogesenloch' und bereitete sich in den achtziger Jahren mit dem von ihm großgezüchteten Boulanger-Rummel, der dann kläglich scheiterte, eine unsterbliche Blamage, lieber die Revanche-Idee schien Frankreich zu jener Seit mit der von Ferry geförderten, vom Radrkalsozia- I lismus heftig bekämpften kolonialen Ausdehnung ! hinwegzukommen. Aber das war ein Trugschluß. Wenn der Radikalsozialismus letzt se'n Jakobinertum wieder hervorkehrt und zum Wortführer des Ultra-Chauvinismus wird, dann ist neben der ruhmredig beanspruchten Fortführung des kriegerischen Jakobinertums vor allem die unheilvolle Verflechtung der Daladier-Partei mit dem internationalen Freimaurer tum und dem Judentum dafür verantwortlich zu machens- Besonders in der Zeit nach dem Münchener Abkommen vom September 1938 haben die internationalen Kriegstreiber ihre Minen gegen Deutschland m Frankreich eifrig und, wie man gesehen hat m i Erfolg ausgelegt. Der Umstand, daß em radikal- sozialistischer Abgeordneter wie Mistler letzt auf den unheilvollen Geist Richelieus und Mazanns Suruck- greift und in seiner Angst vor der kommenden Entwicklung sich in den Mantel des Westfälischen Frie I densvertrages verkriechen möchte, deckt sich mrt einer auch sonst beim Radikalsozialismus festzustellenden | Erscheinung Dieselben Leute, die sich als die gel I ftigim Erben der revolutionären 3°k°bmer und Konigsmörder ausgeben, nehmen gelegent ich wenn es ihnen nützlich erscheint, auch«ungeniert F I feen Traditionen des französischen Ko n l tz t u m I in Anspruch, Clemenceau noch ha, einst de, I Ausspruch getan: „Die Revolution "t em Block 1 und er meinte damit, dafe er V™. Konigsmörder niemals Mit der Sache der Roy listen und ihrem geistigen Besitz paktieren wur . Die heutigen Radikalsozialisten machen es Mbe quemer und haben keine Skrupel, B i der E,n leitung der chundertfünfz,giahr-Fe,-rn für die Re, votution hat der Kammerpräsident H Frühjahr 1939 in Versailles A^°St,dl«Republlr nehme auch die Errungenschaften des Königtums für sich in Anspruch, Der Sprung, den M,stier ,es- zum Westfälischen Frieden zuruck getan> Hat, s ‘1 'm Grunde nicht so überraschend Es 'st aufe Form für das vom Freimaurertumund Weltzud n tum erträumte Ueber-Versmlles, für Das«* gefällige Draperie sucht Da man nach uns Kriegs Monaten feststellen muß. daß drAllnerren m i Waffen niemals Deutschland schlag snbantafie man sich in feinen Fiebertraumen an der Phantasie eines zerstückelten, wehrlosen und g gen handelt, kann man an anderen Symp wurden sie gewarnt, versiegelte Briefe, Photographien oder Dokumente mitzunehmen. Die Durchsuchung würde ungeachtet der Staatsangehörigkeit erfolgen. Unter den Passagieren befand sich auch der Kommandant der Luftwaffe der amerikanischen Bundesarmee. Deutsches Dementi. Keine deutschen Truppenzusammenziehungen gegen Schweden. Berlin, 16. Febr. (DNB.) Die berüchtigte Pariser Lügenzeitung „Oeuvre" behauptet am 6. 2„ es werde aus Stockholm gemeldet, daß Deutschland in den Ostseegebieten gegenüber Schweden Truppen- und Kriegsmaterial zusam- menziehe. Größere Einheiten seien von Bremen und Hamburg durch den Kieler Kanal nach p o m - rner sch en Häfen gebracht worden. Von neutralen Beobachtern wisse man, tzgß die deutsche Luftwaffe Angriffspläne in Richtung des Sund studiere. Hierzu wird amtlich festgestellt: Da es sich bei dem „Oeuvre" um eine Zeitung handelt, die bekanntlich seit langem unter den englischen und französischen Blättern den Rekord für Lügen inne t)at, sind auch diese Meldungen selbstverständlich von AnfangbiszuEndefrei erfundenund erlogen. Die Tendenzen solcher sich immer wiederholender Schwindelmanöver, durch die England und Frankreich zwischen Deutschland und den nordischen Staaten Mißtrauen säen wollen, um ihre eigenen Pläne der Kriegsausweitung und der Unruhestiftung in Europa zu verschleiern, ist klar und eine deutliche Warnung an die Neutralen. Neuseeland soll helfen. Die englischen Zeitungen melden mit Befriedigung, daß das erste Äontigent freiwilliger Truppen aus Neuseeland eingetroffen fei, um am Krieg teilzunehmen. Allerdings wurde dieser Transport nicht nach Europa gebracht, um am Westwall eingesetzt zu werden, sondern er landete zunächst in Ssiez auf dem Boden Aegyptens. Offenbar sollen die neuseeländischen und australischen Truppen spater zu der vielbesprochenen Orient-Armee des fran- zösischen Generals Weyqond treten, die noch immer in der Aufstellung begriffen ist. Noch immer ist das Problem ungeklärt, wie diese Armee von Syrien aus gegen das Schwarze Meer aktiv vorgehen könnte, wenn die Türkei an ihrer Neutralität festhalten will, wie sie es in letzter Zeit öfters betont Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Universitälrdruckerel «.Lange In Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrah« 7 so landen wir in der ungarischen Pusta, die sich von Niederbayern noch viel mehr unterscheidet als Niederbayern oqn Hamburg. Und gehen wir wieder um dieselbe Strecke weiter nach Osten, so kommen wir nach Rumänien, einem Agrarland, in dem aber der Acker — auf die Flächeneinheit berechnet — nur die Hälfte von dem trägt, was er in dem klimatisch so wenig begünstigten Deutschland heroor- bringt! Von den Unterschieden iy der kulturellen und sozialen Lebenshaltung gor nicht zu reden! Das war nicht immer so! Augsburg und Nürnberg waren einmal Zentralen des Welthandels. Wien und Breslau wetteiferten mit ihnen. Weit hinaus nach dem Osten und dem Südosten drang der deutsche Kaufmann vor. Riga, Wilna, Warschau, Krakau und Lemberg verraten in ihrer städtebau- lichen Anlage und in ihren ragenden Kirchen den starken deutschen Einfluß, der hier einmal gewaltet hat. Und am Schwarzen Meer hatten durch lange Jahrhunderte die Kaufleute von Genua und Venedig ihre festen Standquartiere. Die Reisen eines Marco Polo hatten hier ihren Hintergrund und Anlaß. Mit der Entdeckung der Seewege verschoben sich di« großen europäischen Verkehrswege an den nord- westlichen Rand. Mit ihnen auch das politische Schwergewicht. Eine starke politische Zentralgewalt in Deutschland wäre sehr wohl in der Lage gewesen, diese Entwicklung auch für die deutschen Interessen nutzbar zu machen. Aber diese Zentralgewalt fehlte. Ein Deutsches Reich gab es überhaupt nicht: es gab nur ein Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Und in diesem zerrütteten mittelalterlichen Gebilde tobten die Religionskämpfe, die ihre ,Kröpung" im Westfälischen Frieden von 1648 fanden. Was wir heute sehen, ist eine ungeheure Korrektur der Geschichte von 1500 bis 1870. Wir setzen bewußt das Jahr von 1870 als Grenzmarke her. Bismarck hatte ein sehr starkes Gefühl dafür, daß sich das geschichtliche Schwergewicht nunmehr in das mittlere und östliche Europa verlagerte. Sein Bündnissystem ebenso wie der Eifer, mit dem er den Bau des Kaiser-Wilbelm-Kanals und die Verstaatlichung der Eisenbahnen betrieb, sprechen für sich selbst. Sicherlich haben bei allen diesen Entschlüssen und Maßnahmen auch andere Motive mit- gervirkt: gewiß ist unser Blickpunkt von 1940 nicht absolut derselbe wie der Bismarcks zwischen 1870 und 1890. Fassen wir aber seine Gesamtpolitik zusammen, so ist die Richtung seiner Gedankenarbeit eindeutig. Die Technik erlaubt heute ein ganz anderes Schaffen aus dem Dollen als zur Zeit Bismarcks. Die Maßstäbe haben sich völlig verschoben. Das Tempo hat sich phantastisch beschleunigt. Es ist ein Unterschied wie der zwischen einem modernen Auto- mobil und der alten Kutsche. Aber die Ausdehnung in die Weite und die Beschleunigung der Geschwindigkeit sind nicht das eigentlich Entscheidende; entscheidend vielmehr ist der einheitliche und zielsichere Einsatz, der ein Europa nach seiner Tiefengliederung erst eigentlich schafft. Die Engländer haben nur insoweit europäische Politik getrieben, als sie weslliche Randgebiete vom europäischen Festland her ab- geschält und in ihre Einflußsvhäre gebracht haben: zuerst Portugal, dann Holland und Belgien, späterhin Norwegen und neuerdings Frankreich, das mit ihnen so lange um den Vorrang in Westeuropa selbst gekämpft hat. Diesem englischen System, das nicht nur Deutschland zerstückeln, sondern den ganzen europäischen Kontinent verstümmeln und in die Zwangsjacke stecken will, stellt Deutschland überhaupt erst eine europäische Idee entgegen. Und nicht bloß eine Idee, sondern auch die starke Hebelwirkung einer europäischen Wirtschaft und zweckvoller Verkehrswege. Dr. Ho. Das neue bulgarische Kabinett Sofia, 16. Februar. (DNB.) Im neuen bulgarischen Kabinett wurde Ministerpräsident und Mini- ster des Schulwesens Bogdan F i l o f f; Minister des Auswärtigen Iwan P o p o f f (ehemaliger bulgarischer Gesandter in Belgrads Minister des Innern Gabrowsky (ehern. Minister des Eisenbahnwesens); Eisenbahnminister Rechtsanwalt Go- ranvff. Die übrigen Minister blieben unverändert. Der neue Außenminister ist 1890 geboren. Er studierte Philologie in Berlin und später Rechtswissenschaft in Sofia. Ministerpräsident Filoff betonte, sein« Regierung werde konsequent nach allen Richtungen hin sind von von sorschungen nach den Urhebern der Attentat« indessen erfolglos geblieben. Auch die Londoner Polizei wurde einem Komplott unterrichtet, das ein« Serie Attentaten in der Hauptstadt vorbereitet hatte. Die Bombenanschläge haben die Polizei veranlaßt, ihre Nachforschungen nach in England lebenden Mitgliedern der IRA. zu verschärfen. In London wurden viele Häuser durchsucht, und in Birmingham sind die Besitzer von Hotels und Pensionen aufgefordert worden, über ihre Gäste Aufklärung zu geben. Die Polizei glaubt, daß in der letzten di« bisherige Innen- und Außenpolitik des Kabinetts Kjosseiwanoff fortsetzen.Die Außenpolitik werd« dieselbe bleiben, die Gründung der Jugoslawisch- Bulgarischen Handelskammer zeige am besten, in welcher Richtung sich die Tätigkeit der Regierung weiter entwickeln werde. Er glaube, die neugewählte Sobrache werde am 24. Februar zusammentreten, um durch eine Thronrede eröffnet zu werden. Die Schlacht im Summaabschnitt Stockholm, 16. Februar. (DNB.) Der Berichterstatter der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter" meldet aus Helsinki, daß sich die Finnen am Donnerstag kurz vor Mitternacht nach stärksten russischen Angriffen gezwungen gesehen haben, ihre er st en Verteidigungsstellungen im Summa-Abschnitt der Mannerheimlinie zu räumen. Der russische Heeresbericht meldet weitere Fortschritte der Sowjettruppen auf der Karelischen Landenge. Die Finnen wichen zurück und hinterließen Waffen und Munition. Die Sowjettruppen hätten sich der Station K a m a r a genähert. Am 15. Februar hätten die Sowjettruppen 52 für den Widerstand wichtige Punkte besetzt, von denen 21 mit Artillerie ausgerüstete betonierte Forts seien. Nach dem finnischen Heeresbericht versuchten die Rusten am Ufer des Finnischen Meerbusens auf dem Eise vorzurücken, sollen aber abgewiesen worden sein. An den Frontabschnitten bei Summa und Hualajärvi wollen die Finnen russische Angriffe abgeschlagen haben. Bei Taipale wurde den ganzen Tag über heftig gekämpft. Weitere Angriffe wurden bei Vuoksi und nordöstlich des Ladogasees von den Russen vorgetragen, die zum Stehen gebracht sein sollen. Eine Anzahl russischer Flugzeuge sei abgeschossen worden. Die IUA. ruht nicht. Bornben-Explosion in Birmingham. London, 16. Febr. (Europapreß.) In Birmingham, wo in der vergangenen Woche die beiden Iren zum Tode verurteilt und hingerich- tet tmiroen, haben die Angehörigen der IRA. in der vergangenen Nacht weitere Attentate verübt. Ein« Bomb« explodierte in einem Schuhgeschäft im Mittelpunkt der Stadt. Durch die Explosion wurde erheblicher Schaden verursacht; sämtliche Fensterscheiben des großen Geschäftshauses wurden zertrümmert. Kurz darauf wurden sämtliche Ausfallstraßen uni) der Bahnhof der Stadt von der Polizei überwacht. Ein« weitere Bombe explodiert« in einer Hauptstraße von Birmingham. Unmittelbar darauf entdeckte di« Polizei drei weitere Bomben an verschiedenen Punkten der Stadt, die noch nicht zur Explosion gekommen waren. Die Nach- i mo iristo % ta/ajoki FINNISCHE« BUSEN EN1NGRA. V IN /NM N D ci r 0 10 20 40Kw^ Martine Mutter. Don Heinz Ulrich. Martin war so ein Krümel, wie wir ihn nicht gerne hatten. Er blieb für sich, wenn ihm das vorteilhaft schien, d. h. wenn er hätte für andere bezahlen müssen, und er hockte bei uns, wenn wir chn nicht brauchen konnten, also wenn ein anderer ausgab. Nein, wir erwärmten uns nicht für chn und seine Methoden. Er war der einzige, der ununterbrochen und laut Kameradschaft predigte. Wir waren auch keine Engel, zugegeben, aber immerhin hätte niemand von uns auch nur im Traum daran gedacht, daß man den Inhalt eines Futterpakets allein essen kann und noch dazu so fein und unauffällig, daß kein anderer merkt, wie und wann das geschieht. Ich sehe heute noch manchmal im Traum Martin die Treppe von der Schreibstube zu uns herauf- keuchen, ein mächtiges Paket in der Hand oder bester im Arm und über die viele „Wäsche" schimpfen, die man ihm schickte. Diesen Scherz hatte uns Martin zu oft aufgetischt, als daß wir nicht endlich auf Abwehr und Besserungsmaßnahmen verfallen sollten. Wir räumten ihm seinen Schrank aus, er war sehr vergeßlich, räumten chm den Schrank leer, als er gerade das größte Paket bekommen hatte, das seit Menschengedenken in eine Kaserne gewandert war. Als Martin an diesem Mittag, voll vom Mittagessen, vier Schlägen und drei spendierten Bier, die ihn hatten fernhalten müsten, unsere Stube betrat, fand er seine sämtlichen Sachen malerisch in der Stube verstreut. Auf dem Tisch aber war die „Wäsche" ausgebreitet, die man ihm geschickt hatte. Es war ein überwältigender Anblick. Da lag die „Wäsche", Kuchen, Wurst und Schinken, alles Beste der Welt auf einem Kasernentisch. Wir wuschen den lieben Martin recht kräftig. Nachher teilte er aus und teilte genau. Noch ein zweites Paket, das kam, wurde redlich geteilt. Dann blieb die „Wäsche" ganz aus. Es kam keine mehr. Das überstieg an Schmutz jedes Maß, und wir zogen uns von Martin zurück, als wäre seine schmutzige Wäsche körperlich zu spüren. Wir oertrauten ihm nichts und trauten ihm nicht mehr. Das schlug auf ihn zurück. Er wurde unsauber, auch körperlich, er gab sich nach, er war unordentlicher als irgendeiner von uns, sein Schrank war unmöglich. Immerhin fand sich keiner unter uns, der dem Spieß das hinterbracht hätte. Wir waren zu stolz auf unsere Stube. Eine Stellung als Koch hatte er sich zu verschaffen gewußt, die ermöglichte es chm, ruhig zu leben. Aus unsichtbaren Quellen gespeist schlich das Gerücht herum, er wäre feige. Das war das Schlimmste; es stellte ihn gänzlich außerhalb. So weit war es mit ihm gediehen, als die Welt begann, zum Kriege zu rüsten. An einem dieser „geladenen" Tage bekam er einen Brief, der ihn erröten machte. Je weiter er mit dem Lesen kam, desto verlegener und aufgeregter wurde er. Ohne daß wir ihn zu fragen brauchten, verriet er uns gleich, was ihn so maßlos entsetzte. Die Mutter kam, seine strenge Mutter, die auf ihren Sohn stolz fein wollte, die kam, um ihn noch einmal wiederzusehen, denn konnte man wissen? Warum aber die Aufregung bei ihm? War es Freude, unverhofftes Glück, das ihn so plagte? Angstschweiß stand auf seiner Stirn. Ach, sein schmutziges Inneres war es, sein geringes Aussehen, die speckige Mütze, die schmutzigen Schuhe, der Anzug, der nicht in Ordnung war, und am schlimmsten, seine Stellung bei uns. Wer weiß, was er seiner Mutter geschrieben hatte. Wann kam sie nun? Mein Gott, sie war ja schon da. Mit dem Zug, der. da schon längst aus dem Bahnhof gefahren war, mußte sie schon gekommen sein. Vor seinen Augen verschwamm schon alles, er sah nicht mehr klar, unfern Wachtmeister Feld, den gewichtigen Mann, hielt er für feine Mutter. Man sah es ihm an, am liebsten hätte er sich unter dem Bett verkrochen und wäre nie wieder hervorgekommen. Wir nahmen ihm feinen Schrankschlüssel ab, wir kleideten ihn aus und an, der stiftete die Stiefel, der die Hosen, der die Mütze, wir machten einen Gentleman aus ihm, zwei zogen ihn zur Tür hinaus zum Tor hinunter, um die Mutter zu begrüßen. Wir anderen stürzten uns zum zweitenmal auf fein Spind, doch nicht um zu zerstreuen, nein, zu ordnen. Unten lag einer und brachte die Stiefel unter, auf dem Schemel stand einer und ordnete die oberen Regionen, die anderen teilten sich in die Mitte. Wir säuberten, wir kehrten aus, wir ordneten. Eine volle Viertelstunde waren wir beschäftigt, immer in Angst, „sie" könnte uns entdecken. Nie haben wir schneller, ängstlicher, hastiger und dennoch freudiger geschuftet. Und dann kam sie. Stellt euch vor: eine große, strenge Matrone hatten wir au sehen erwartet, vor deren Blicken unser Stolz hinschwinden würde, unser Stolz auf Spind und Stubenordnung. Und eine kleine, liebe Frau war da erschienen, viel kleiner als ihr Sohn, mit einem Lächeln ... Gut, da standen wir. Er sagte nichts, wir redeten mit ihr, wir zeigten ihr sein Spind, wir schlugen ihn auf Schulter und Rücken und erzählten ihr von seinen Heldentaten. Wir verschwiegen, daß er Koch war und keinen Außendienst mehr machte, wir dichteten ihm alles an, was einen Soldaten auszeichnen soll, und wir wurden nicht rot bei allen diesen Lügen, denn wir mußten lügen. Diese Frau durfte nicht anders nach Hause fahren, als froh und glücklich und stolz. Wir machten ihr ihren Sohn zu dem, was er sein sollte, sie war so froh. Dann kam der Krieg. Martin ist ein Kamerad geworden. Nur manchmal, wenn er sich gehen ließ, war es noch nötig, von seiner Mutter zu sprechen. Es genügte zu sagen: „Weißt du noch, deine Mutter?" Dann wurde er still. Still war er auch, als wir ihn eines Morgens aus dem Vorfeld holten. „Grüßt meine Mutter!", sagte er, dann schlief er ein und lächelte. Träumte er von damals? Wir waren sehr stolz, daß ,,fie4' noch an uns dachte, Martins Mutter. Gießener Giadiiheaier. Max Halbe: »Lugend". Sett der ersten Aufführung von Max Halbes „Jugend" in einer Matine« des Berliner Residenztheaters ist fast em halbes Jahrhundert vergangen. Der damals 28jährige Dichter ist heute ein Greis, aber sein Drama ist von unverändert großer Wirkung, weil es einen echten Ton anschlägt aus der ewigen Melodie der ersten jungen Lieb«. Ein dem Zwang der Schule und des Elternhauses eben entronnener Mulus trifft auf der Fahrt ins erste Semester im traulich-schlichten ostdeutschen Pfarrhaus auf ein kaum erblühtes, entzückend naives Geschöpf, und über diesen beiden jungen Menschenkindern schlauen, kaum daß sie selber wissen, wie ihnen geschieht, die Wogen der ersten großen Liebe zusammen. Wie ein Rausch hat es sie beide vom ersten Aug-ins-Auge-Schauen gepackt und hält sie im Bann, bis ihre Liebe ihre Erfüllung gefunden hat und nun das Erwachen von beiden fordert, zu ihrer Liebe zu stehen. Der Beichtvater des Mädchens, ein finsterer, enger Zelot, hat es bedrängt, ins Kloster zu gehen, um des Himmels Vergebung für beA Fehltritt der Mutter zu erlangen. Er spürt mit der hellsichtigen Eifersucht des unbewußt Liebenden, welche Bande sich um die beiden jungen Menschen schlingen, und ist schnell mit dem verdammenden Urteil zur Hand. Ader der alte Pfarrer, den die beiden so tief verletzt haben, verzeiht aus weiser Herzensgüte und weist ihnen den rechten Weg. Doch das Schicksal wlll §s ande.c- der Schuß eines Blödsinnigen läßt, was als Idyll begann, in einer Tragödie enden. Zect viele junge irische Arbeiter nach England gekommen seien, deren Spuren deshalb so schnell verloren gingen, weil sie sich nicht polizeilich zu melden brauchten. Alle aus Birmingham ausfahrenden Wagen werden durch die Polizei durchsucht. In London ist außerdem die Bewachung der öffentlichen Gebäude wieder verstärkt worden. Das irische Problem hat auch in den Vereinigten Staaten Rückwirkungen ausgelöft. Bei einem Vortrag, den der ehemalige Erste Lord der brittschen Admiralität, Duff-Cooper, in San Franzisko hielt, wurden von Iren Störun- g e n versucht. Während der Propagandarede Duff. Coopers wurde ein« antibritische Demonstration veranstaltet. Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. Berlin, 16. Febr. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: keine besonderen Ereignisse. Deutscher Jliegergeist PK. Ueber die wette Nordsee fliegt der zum Feiickiflug gestartete Verband deutscher Kampftlug- zeuge dem befohlenen Ziel zu: „Bewaffnete Fern- aufklärung und Angriffe auf feindliche Geleitzüge an der englischen Ostküste" lautet der Einsatzbefehl. Stunde um Stund« vergeht. Hart Steuerbord liegt ein feindliches Vorpostenschiff, das beim Heran- brairfen des Flugzeuges Warnsignale mit der Dampf pfeife ausstößt. Doch was ist das? (Eine große Anzahl von Handelsschiffen aller Art sind es, die da herumliegen. Um einen vollen Erfolg zu erzielen, müssen auch die anderen eingesetzten Flugzeuge herangefunkt werden. Gerade will der Funker auf die Taste drücken — da sitzt ihm die unangenehm« Ueberraschung schon im Nacken. Feindliche Zerstörerflugzeuge sind es, di« da heranbrausen, zwei von oben und zwei von unten, die sich, von hinten kommend, in rasender Fahrt auf das Flugzeug stürzen und es aus 31-MG.-Läufen bedrohen. Dem Funker vergeht das Funken. Blitzschnell vertauscht er die Morse- taste mit dem MG., und noch ehe der rechts an- fliegend« Zerstörer den ersten Schuß heraus hat, jagt ihm der Funker eine fabelhaft sitzende Garbe in tue Kanzel. „Schieben, schieben" schreit der Funker am MG. seinem Flugzeugführer durch die Bordleitung zu, um ein besseres Schußfeld gegenüber dem sich in der Deckung des Leitwerkes heranpirschenden Zer- störer zu haben. Die erste MG.-Salve hat zwar gesessen, doch der Mann ist hartnäckig, und jetzt geht auch er zum Angrift über und haut dem deutschen Flugzeug den Rumpf voll, daß dem Funker die Fetzen um die Ohren fliegen. Er wischt sich mit dem Aermel das Blut aus den Augen, das aus einer Wunde an der Stirn herunterströmt, und macht sich auf den nächsten Angriff gefaßt. Inzwischen hat der Bordmechaniker aus der Wanne die von unten an« greifenden Flugzeuge abgewehrt, reißt jetzt das MG. hoch und haut es durch das Seitenfenster, um die Feuerkraft gegen di« — nun von der Seite — an« greifenden feinblidjen Flugzeuge zu verstärken. Während einer Feuerpause reicht er dem Funker noch einige Trommeln Munition nach und nun rasen die Feuerstöße der beiden MG.s dem Feinde entgegen. Abwechselnd machen sie Trommelwechstl, und wieder sitzen die Garben genau in der Kanzel und den Flächen des Angreifers, der nun schleunigst das Weit« sucht. Ist er abgeschossen? Sie können sich weiter keine Gedanken darüber machen, denn ihr Flugzeug ist schon seit dem ersten Angriff in Bewegungen geraten, die chnen, als „alten Hasen", reichlich komisch vorkommen. Ihr Flugzeug ist inzwischen längst im Schutz der Wolken entkommen und noch halten die merkwürdigen Bewegungen an, die si« sich zuvor während des Luftkampfes als Ausweichmanöver ihres Flugzeuges gedeutet haben. Bald liegt die Kiste links, dann hängt sie wieder nach rechts und jetzt, dem Funker läuft es kalt den Rücken herunter, der Pilot zieht die Kftte so steil nach oben, daß sie wie eine reife Pflaume am Himmel hängt. „Da stimmt etwas nicht, fährt es mir durch den Sinn", berichtet der Funker weiter, und um mir endlich Klarheit zu verschaffen, übergebe ich dem Bordmechaniker meinen Platz im Heckstand und krieche nach vorn. Am Durchgang zur Kanzel hockt bewegungslos ein Mann der Besatzung. Ich denke: Das ist der Oberleutnant M., der sich hier einen kurzen Augenblick ausruhen will und zwänge mich an ihm vorbei. Doch als ich dem Flugzeugführer auf die Schulter klopfe, schau ich statt ihm dem Oberleutnant M. ins Gesicht, der zuvor noch nie einen Steuerknüppel in der Hand gehabt hatte. Einen kurzen Augenblick drehte sich mir alles im Kreise, doch als ich in der regungslos hockenden Gestalt unseren Flugzeugführer erkannte, wußte ich alles. Hier hatte sich, wie^ich nachher erfuhr, folgen- des Drama abgespielt: Schon während des ersten Angriffs der feindlichen Zerstörer hatte der Fluw zeugführer drei schwere MG.-Schüsse bekommen, so daß er über dem Steuer zusammensackte. Oberleutnant M., der erst kürzlich wegen besonderer Leistun. gen aus dem Unteroftizierstand zum Offizier befördert worden war und sich nun auf' seinem ersten Flug als Offizier befand, erfaßt sofort die Situation und reißt während die feindlichen Flugzeuge auf uns einhackten, den verwundeten Flugzeugführer mit einer Hand aus dem Sitz, während er mit der anderen den Steuerknüppel faßte und das Flug- zeug weiterlenkt. Mit unendlicher Mühe gelang es ihm, den Flugzeugführer, der mit den Füßen in den Pedalen der Seitensteuerung festgehakt war, herauszuziehen und sich an feine Stelle zu setzen. Jetzt waren mir auch die unwahrscheinlichen Be- megungen des Flugzeuges klar, und ein schweres Stück Kampf lag noch vor uns; der Heimflug über die Nordsee stand uns ja noch bevor mit einem Flugzeugführer, der soeben auf eigene Faust, der Not gehorchend, das Fliegen lernte. Nun hängt alles von dem reibungslosen und zuverlässigen Zusammenarbeiten der Besatzung ab, den richtigen Kurs nach der Heimat zu finden. Ohne jedes Nachrichtenmittel, denn die Kabel der Nachrichtengeräte sind zerschossen. Nach der Sonne bestimmen wir den ungefähren Kurs und gehen bis dicht über di« Wasseroberfläche herunter, um in dem Schlechtwettergebiet, das wieder dicht vor uns liegt, wenigstens einen Anhaltspunkt zu haben. Währenddessen schneide ich dem verwundeten Flugzeugführer Kombination und Uniform auf, um an seine Wunde heranzukommen. Der Kommanbant hat sich inzwischen vorn in der Kanzel ausgezogen und reicht mir nun Teile seiner Wäsche zum Verbinden der Wunden herüber. Der Bordmonteur unterstützt unseren neuen Flugzeugführer, reguliert die Motoren ein, kontrolli«rt den Brennstoffverbrauch und langsam schwindet die Aus- reguna: Wir müssen es schaffen. Doch plötzlich läuft ein Motor unregelmäßig und der verwundete Flugzeugführer, der bisher bleich uni> teilnahmslos bagelegen hatte, wird unruhig und verlangt mit Zeichen — sprechen kann er nicht — nach Papier und Bleistift. Mit zittriger Hand schreibt er auf das Blatt: „Latten verstellen". Trotz seiner Betäubung hat er die Ursache des Schadens erkannt und der Bordmonteur machte sich daran, diesen abzustellen. Bald brummen die Mo- tore wieder in regelmäßigem Lauf. Di« Maschine steckt nun wieder mitten im Schneesturm drin. In wenigen Minuten sind die Flächen mehrere Zentimeter dick vereist, die Maschine tanzt in wilden Figuren nach links und rechts, auf und herunter. Endlich läßt der Dreck nach, die Sicht wird besser. Der Wind muß das Flugzeug ein gutes Stück von dem vermuteten Kurs abgetrieben haben, und über den Daumen peilend wird der Kurz um 20 Grad verbessert — bei der Unwissenheit über den wirklichen Kurs ein recht zweifelhaftes Unternehmen. Als wir nach einer weiteren halben Stunde tatsächlich genau über unserem Heimathafen herauskommen, kennt unsere Freude keine Grenzen. Nun naht die Landung: Wir wollen mit ein- gezogenem Fahrgestell eine Bauchlandung machen. Doch plötzlich wird auch unser Flugzeugführer wieder wach. Sein Verantwortungsgefühl für die Kameraden läßt dem prächtigen Kerl, dem der kalte Schweiß in Strömen herunterrinnt, keine Ruhe, bis er selbst wieder am Steuer sitzt, um die Landung vorzunehmen. Kaum kann er sich sitzend aufrechterhalten. Der Bordmonteur muß ihn abstützen, doch sicher setzt er zur Landung an. Noch während die Näder auf- Dieser Ausgang ist einst viel umstritten worden, der Dichter hat ihn nur dank feiner kompromißlosen Hartnäckigkeit gegen die M-einungen der meisten Theatergewaltigen seiner Zeit durchsetzen fön- neh, und der Erfolg hat ihm Recht gegeben. Der Schuß verdeutlicht nur das Unlösliche de? Konflikts, in den sich das Mädchen zwischen den Forderungen überkommener Sittlichkeit und ihrer Liebe gestellt sicht. So ist'dies Drama von einem echten großen Gefühl getragen, äußerst wirksam in seiner Gegenüberstellung scharf profilierter Charaktere und in der zarten Webesgeschichte zweier erwachender junger Menschen von einem Hauch wahrer Dichtung durchweht. Die Gießener Aufführung hatte unter der Regie von Dr. Hannes R a z u rn alle diese positiven Werte des Dramas gut herausgearbeitet, ohne aus billige Theatereffekte zu verfallen. Die Atmosphäre des ostdeutschen Pfarrhofes war, unterstützt von dem Bühnenbild Karl Löfflers, gut getroffen. Das Strahlende des Frühlingstages im ersten Akt lag auch über den Menschen, und folgerichtig wurde mit wachsender Leidenschaft in den beiden nächsten Akten das Drama zu seinem tragischen Höhepunkt heraufgeführt. Don den Darstellern sei Gert Geigers Pfarrer Hoppe als ein« tief erfaßte und wohl abgewogene Leistung zuerst genannt. Gütig, großherzig, lebensfroh, ein im Kampf gereifter Mann, aufrecht und bestimmt, so bildete er gleichsam die Mittellinie des Stückes. Rührend in ihrer liebreizenden Frische war das Annchen Anneliese (Barbes. Das Ueberwäl- tigende der ersten Liebesregung, das Schwanken zwischen Reue und höchstem Glücksgefühl und schließlich das Bewußtsein, den Geliebten für immer zu verlieren, brachte Fräulein Garbe in feinen, echten Tönen zum Ausdruck. Friedrich Grän- d a h l s Hans war ganz der unreife Junge, der von Minute zu Minute zwischen höchster Glückseligkeit und tieffter Niederaeschlagerrheit wechsell und sich an seinem unklaren Lebensgefühl berauscht. Den polnischen Kaplan spielte Hans Caninen- berg in der starren Maske des fanatischen Eiferers mit schneidender Stimme und leidenschaftlicher Glut. Siegfried Lowitz hatte ohne naheliegende Uebertreibung das dumpf triebhafte und von blindem Haß gegen die von der Natur begünftigteren Geschöpfe erfüllte Wesen des schwachsimrigen Amandus scharf herausgearbeitet. — Das volle Haus 'pendele nach den Aktschlüssen und am Ende sehr lebhaften und herzlichen Beifall. Dr. Fr. W. Lange. *•«* Seriem, »«9« „ r mit dn Slug. -r MN s"2L e aui Dlu. .bare desoi' t °°" K itroff«1 2 wurd-^ w nE tW* Ml » ,.ä“ leten. l>chen Se, " w»m Mg üf*t Smift, 1«, n und jll. rtzuntz ab, äu finden. ' denn die 'Hen. Noch Rn Kurs 'stäche her. >as wieder lhaltspunkl dem Den und Uni, MiMM. ^rn in der leile feiner rüber. Der Zugzeuz- 'Wert den ■et die Auf« mäßig und sher bleich 'd unruhig nn er nichl riger Hund stellen'. Irfache des machte sich n die Mo- e Maschine n drin. 3n rere Zenti- in wilden d herunter, vird besser. ; Stück von i, und über, m 20 Grad : den wirk- ; rehmen. Als e tatsächlich inefommen, h «h d-r 5il. ten worden, kompronch ren der nM' # L gegeben. es Konfli!tr. JfS diten «w" >it«r W’ t-n A“ «tMÄ* «r Dicht-'! lebt" 1 Ä* en K feint"- lÄ«? s A E y«. Ij S1 iX len mit ein- mg machen ihrer wieder die Kam- 1 der kalte ie Ruhe, bis anbung vor- echterhalten, ch sicher Ich Räder auf- fcfeen, brid) er er chopst zusammen - mit äußerster Energie hatte er sich bis xum entscheidenden Augen- blti äu,Qmmenger|(fen; feine Kameraden sind ge- rettet Am Platzrand wird er sofort von einem Krastwagen ausgenommen und, begleitet von e nm »pt ins Lustwafsenlazarett eingeliefert Dort ist e^ fofort operiert worden und wir können hosten, dah er sich auf dem Wege der Besserung befindet" B Neuordnung der Besoldung für Militäranwärter und BolkSAmllehrer Die airgemessene Versorgung der B e r u s s s ° l - Voten hat seit ,eher dem Staate die Aufgabe ae- stellt, erneu gerechten Ausgleich zwischen den Jnttr- essen der Beamten aus dem Militäranwärterstand und der übrigen Beamten zu vermitteln. Ein neues Gesetz erstrebt eine Lösung, bei der die Berufs- und Aufstiegsaussichten der Beamten aus dem Militär- anwarterstande beim Eintritt in den zivilen Beamtenberuf denen ihrer gleichalten zivilen Berufs- rameraden g l e i ch g e ft e l l t werden. Ein gleichfalls wichtiges Werk ist die reichsrechtliche Neuordnung der Besoldung der Volksschullehrer für das ganze Gebiet des Großdeutschen Reiches. Nachdem bisher schon schrittweise die Rechte und Interessen der jüngeren Lehrer in den Vordergrund der Uebergangsmaßnahmen gestellt worden sind, berücksichtigt das Gesetz die völkischen Notwendigkeiten der Gegenwart auch in anderen Richtun- gen. Der Landlehrer soll mehr als bisher dafür gewonnen werden, aus eigener Neigung auf dem Lande zu bleiben und dort zu verwurzeln. Der Lehrer in den neugewonnenen Gebieten soll der großen staatspolitischen Aufgabe der Festigung des deutschen Volkstums dienen; er ist als Erzieher der Äugend früher und stärker und Laubholz, Schnittmaterialien aus eigenen großen Produktionen Ostpreußisches Kiefernschnittholz Sperrholz - Lsolierplatten - Furniere Hartplatten für Fußboden ufw. Ite em ab Lager ober Werk 496 A Eugen Dürr & Co., Gießen Althändler, Gießen, Televhon 2976. j Verschiedenes | Elektras und Silber Carl Schmidt Bahnhofstraße 10 6en. 8. Nr. C 25947 Gut erh. dunkler Dw-Iltalel Größe 48—50, zu kauf, gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 0552 a. d. Gieß. Anz. Ein neues Bnniiioi w. Platzmangel preisw. zu verk. Wo? sagt d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. [Q536 Habe zu verkauf, von M. 16 Benz 1 % Tonne:' Ersatoile wie 6-Znlinder- Motor, Anlasser, Lichtmaschine, Fahrgestell, sechs gute Reifen 600/20. [0541 Heinr. Neuling, Gießen, Televhon 2976. GletttoliiE- Slonüfanger mit allem Zubehör zu verkaufen. 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Anz. u. werd, zurückgesandt. Diskret. Ehrensache. Geburtsanzeigen oai Brühl. GieBen Nr. 41 Zweites Statt 17/18. Zebruar 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Aus der Stadt Gießen. Nächtlicher Heimweg. Wie verschieden können doch Heimwege sein- in elner lauwarmen Sommernacht, wenn man müL vom Tanzen, ober froh über die schönen m,/ liSSn Menschen verlebten Stunden, schweigsam er dem nachtblauen Himmel heimging, Oder, nach hart» Arbeit, wenn man sich lufthungrig und ohne Nachdenken vom Lrnd nach Hause treiben liefe. Wie an- b^rs, wenn man mit Freunden aus dem Theater kommend aufgeruttett von dem eben geschauten S^ck Leben aus der Buhne, in erregten Gesprächen dem Problem naherzukommen sucht. P . ^tzt, m diesen kalten und schneereichen Winter- tagen und bei der Verdunkelung, werden die Heim- wege zu eurem besonderen Erlebnis Einmal ist es so dunkel, daß man wie in dicke, schwarze Watte hmemspazlert. Man sieht buchstäblich nichts, und es ist etwas ganz Neues, sich nur seinen Beinen anzu- vertrauen. In manchen Fällen kann man auch seine Nase zu Hilfe nehmen: mir gingen durch die Alice- strafee, do sagte unser Begleiter: „Man riecht noch nichts also kommt noch kein Randstein!" „Las? riechen?" fragten wir verwundert. „Ja, jetzt kommt doch das — Essiggäfechen!" .Ein andermal schlittert man vorsichtig dahin, um nicht zu fallen. Hopla! Da liegen schon zwei: „halb zog sie ihn, halb sank er hin". Lachend, von feiten des weiblichen Teiles wehklagend über „meine besten Strumpfe", wird wieder aufgestanden. Oder, man geht allein: Schritte kommen auf einen ZU, unheimlich sind sie, diese „Schritte in der Nacht". Wer bist du? Schon ist ein Schatten an dir vorüber. Du atmest auf. Jeder Baum wird zu einer unheimlichen, drohend gereckten Gestylt, vor der du scheust wie ein Pferd, jeder Hydrant wird zu einem phantastischen Ungeheuer, das plötzlich vor dir hockt. Wieder ein anderes Mal kommt eine Leuchtblume out dich zugeschwebt, freundlich blinkt sie durch das Dunkel. Beim Vorübergehen aber gibt's einen hef- tigen Zusammenstoß. Entschuldigungen werden gemurmelt. Man vergaß, dafe heutzutage neben einer Leuchtblume selbstverständlich noch ein Gegenstück in Person gehört! Aber es gibt auch Helle Nächte, und so eine Mondnacht im Schneeklerd wird dir lange im Gedächtnis bleiben. lieber die architektonische Schönheit unserer Stadt kann man wohl nur einer Meinung fein, ober man sollte nicht glauben, wie Mond uno Schnee zaubern können. Da wird der zwiebel- gekrönte Bau des Buchhauses ßu einer wuchtigen Festung, und das Bahnhofsgebäude zu einer Burg mit Türmen und Zinnen. Die sonst so anspruchlosen Häuser stehen strahlend weiß und geheimnisvoll im Mondlicht, wie Dillen in südlichen Gärten, und der Kirchturm, hinter dem der Mond gerade steht, reckt sich auf zu einer schier märchenhaften Höhe. E. L. St. Vonwtizen. Tageskalender für Samstag. Deutsche Arbeitsfront / NSG. „Kraft durch Freude": 20 Uhr im Stadttheater „Die lustigen Weiber von Windsor". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Recht auf Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der ungetreue Eckehart". — Deutsche Steno, graphenschaft: 20 Uhr in der „Stadt Lich" Jahresversammlung. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Tosca". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Das Recht auf Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der ungetreue Eckehart". — Konzertverein: 16.30 Uhr im Saale des Gesellschaftsvereins, Sonnenstraße, Liederabend Gertrude Pitzinger. Gießener Konzert-Verein. Auf den Liederabend von Gertrude Pitzinger am nächsten Sonntag sei nochmals hingewiesen. Das Konzert findet im Saale des Gesellschaftsvereins statt. Gießener Wochenmarktpreise. * @ i e fe c n , 17. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,60 RM., Matte 25, Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, 50 kg 3,65 RM., Weißkraut, kg 12 bis 15 Rpf„ Rotkraut 15, gelbe Rüben 12, Unterkohlrabi 7, Meer- rettich 40 dis 60, Zwiebeln 12, Aepfel 10 bis 25, Deutsche Mittelschule auch in Stadt und Kreis Gießen. Die seit langer Zeit im Reichserziehungsministe- rium vorbereiteten Bestimmungen über Erziehung und Unterricht in der Mittelschule wurden kürzlich veröffentlicht. Gleichzeitig wurden die Richt- lmien für die Volksschulen bekanntgegeben. Damit ist, nachdem die Reform der höheren Schule schon 1938 durchgeführt worden war, der Neuaufbau des deutschen Schulwesens zu einem gewissen Abschluß gekommen. Die vor 1933 auf dem Gebiete der Schul- und Kulturpolitik maßgebenden Kräfte hatten die Forderung nach der „Einheitsschule" aufgestellt. Das hätte Sinn gehabt, wenn man in der Lage gewesen wäre, die Jugend nach einem großen, einheitlichen Erziehungsziel auszurichten. Allein daran fehlte es. Trotzdem zerschlug man bei uns in Hessen — dem Grundsatz zuliebe — die Mittelschule auch da, wo sie sich seit langem bewährt hatte und sich in weiten Kreisen der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreute (z. B. in Darmstadt). Wie wenig man es sonst zu einer „Einheitsschule" gebracht hatte, zeigt die Tatsache, daß allein auf dem Gebiet der höheren Schule in einem Chaos von über 40 Schultypen durch Einführung der deutschen Oberschule an Ostern 1938 Ordnung geschafft werden mußte. ^Der Reichserziehungsminister des neuen deutschen Staates sah sich in der glücklichen Lage, von einer höheren Ordnung her das gemeinsame Ziel für alle Schulen durch die vom Führer bestimmte politische Aufgabe und die von ihm gestaltete Erziehung eines geeinten Volkes zu erhalten. Die Schule im besonderen hat, wie jede Zelle der deutschen Volksgemeinschaft, die eine große Aufgabe, ben jungen deutschen Menschen leiblich, seelisch und geistig so zu formen, daß er im Leden und Sterben feinem Volke eng verbunden bleibt. Diesem Ziele kann kein Lehrer und keine Schule ausweichen. Daher konnte der nationalsozialistische Staat ohne Gefährdung der Einheit entsprechend dem organischen Aufbau des Volkes feine allgemein« bildenden Schulen gliedern und zwar in solche, die auf einfachere, andere, die auf schwierige r e, und endlich solche, die auf höchste Leistungsfähigkeit fordernde Berufs- und Lebensaufgaben vorbereiten sollen: in Volks-, Mittel- und höhere Schulen. Dabei ist der Mittelschule, die wie die höhere Schule im allgemeinen ihre Schüler nach dem 4. Volksschuljahr aufnimmt und sie 6 Jahre lang weiterführt, die Aufgabe zugefatten, besonders für den N ach wuchs der gehobenen praktischen Berufe in Landwirtschaft, 5)an» bei, Handwerk und Industrie, der entsprechenden gehobenen Stellen in der Verwaltung und im Heer, für hie hauswirtschaftlichen, pflegerischen und sozialen Frauenberufe, kurz für alle Berufe, die nicht das Hochschulstudium erfordern, eine geeignete Er- ziehungs« und Bildungsgrundlaae zu schaffen. Der Unterricht der Mittelschule soll vor allem lebensnah sein, von lebensvollen Sacheinheiten,der Heimat als der Umwelt der Schüler und von praktischen Gegenwartsfragen ausgehen und eine abgerundete Allgemeinbildung vermitteln, Nüsse 43 bis 55, Hähne 1,20 M., Suppenhühner 1,20 RM., Blumenkohl, das Stück 35 bis 39 Rpf., Endivien 15 bis 25 Rpf. Gebt dem WHW. auch alte Münzen! Anläßlich des „Tages der deutschen Polizei" weist das Kriegs-WHW. darauf hin, dafe bei allen Sammlungen neben den gültigen Münzen und Geldscheinen auch alle außer Kurs gesetzten in- und ausländischen Münzen, Gedenkmünzen, Plaketten, Prögemarken usw. als Spende entgegengenommen werden. Sie werden umgehend ihrer rohstoff- wirtschaftlichen Verwertung zugeführt. Es ergeht die Aufforderung an jeden Volksgenossen, seinen Schreibtisch oder Schrank daraufhin durchzusehen und die für ihn meist wertlosen Münzen bereitzuhalten. Auch eiserne Krieysmünzen, Aluminiumgeld, Messing- oder Bronzemünzen der Kriegs- und Inflationszeit kommen für diese Sammlung in Betracht. (5benfaUs sollen auslän- die auf die Bedürfnisse der mittleren Führerstel- Jungen in Wirtschaft und Verwaltung äugejajnitten ist. Außer einer wesentlichen Erweiterung und Vertiefung der Volksschulfächer lehrt die Mittelschule Zwei Fremdsprachen (die eine ist Pflichtfach in allen sechs Klassen, die andere wahlfrei in den vier oberen), sowie Kurzschrift und Maschinenschreiben. Von der höheren Schule unterscheidet sie sich grundsätzlich durch die Zielrichtung auf die Erfordernisse des praktischen Lebens. Da die Mädchen in ihrer Reifezeit der Mittelschule unvertraut sind, konnten die Bestimmungen einen wesenseigenen Unterricht für die Mädchen - erziehung herausarbeiten. Besonders charakteristisch ist in dieser Hinsicht die Ausrichtung des Unterrichts in Deutsch und Musik, in Lebenskünde, Naturlehre und Rechnen auf die besonderen Aufgaben der Frau. Neben dem Handarbeitsunterricht in allen Klassen verlangen die neuen Bestimmungen den Unterricht im Hauswerk in den beiden oberen Klassen. Die Mittelschule war bisher neben der Volksschule und der höheren Schule verhältnismäßig wenig und ungleichmäßig verbreitet. Der immer mehr notwendig werdende planvolle und zweckmäßige Menscheneinsatz wird sich künftig zweifellos auch auf den Ausbau des deutschen Schulwesens auswirken. In der Zeit vor 1933 wurde bei ständig wachsender Arbeitslosigkeit, also bei einem scheinbaren Ueber- angebot an Menschen, sehr häufig auch von Lehrlingen, die in kleine Betriebe eintraten, bas Abitur verlangt. Siandesvarurteile und falscher Ehrgeiz der Eltern taten das übrige, um manchen an sich praktisch begabten Jungen und manches tüchtige Mädchen durchaus in die höhere Schule zu bringen, deren besonders gearteten Anforderungen sie nicht gewachsen waren. Der Groll, den manche Erwachsenen gegenüber der Schule bis in ihr späteres Alter im Herzen tragen, ist oft genug darauf zurückzuführen, daß sie als praktisch gerichtete, fähige, vielleicht sogar begabte Menschen in die höhere Schule geschickt wurden und bei der dort mit Rücksicht auf das Endziel nun einmal notwendigen besonderen Arbeitsweise mit den Mitteln des Erkennens und der Vorbereitung auf wissenschaftliche Arbeit auf halbem Wege liegenblieben und enttäuscht und mit falschen Erwartungen ins Berufsleben eintrotem Um hier Abhilfe zu schaffen, ist die Mittelschule eine unentbehrliche Einrichtung eines planvollen Schulaufbaus. Sie vermittelt praktisch befähigten Jungen und Mädchen ein in sich geschlossenes Bil- bungsgut und erzieht ihre Schüler zu einer tatbereiten Einstellung gegenüber dem künftigen Leben. Auch in Stadt und Kreis Gießen wird die Frage der Mittelschule, demnächst einer Lösung entgegengeführt werden. Der Bevölkerung ist bann Gelegenheit gegeben, Kinder, die für den geschilderten Bildungsweg in Frage kommen, der neuen Schulart zuzuführen. Näheres ist aus dem „Merkblatt für die Aufnahme in die Mittelschule" zu ersehen, das in Kürze veröffentlicht werden wird. W. dische Münzen, die häufig als kleine Beträge übrig- bleiben und die wegen ihrer Geringfügigkeit nicht eingewechselt wurden, abgegeben werben. Neben ben Sammlern nehmen auch alle Dienststellen des WHW. solche Spenden entgegen. Hitler-Jugend Bann 116. Velr.: Schiefewarlelehrgang. Die Teilnehmer des Schiefewartelehrgangs treten am Sonntag, 18. 2., um 9 Uhr am Schutzenhcms an. « ** Ausfall von Personenzügen an den nächsten beiden Sonntagen. Die Reichsbahn läßt an den nächsten beiden Sonntagen, 18. und 25. Februar, eine Anzahl Personenzüge aus- fallen, um Lokomotiven und Personal für einen verstärkten Güterverkehr zur Verfügung zu stellen. Wer an diesen beiden Sonntagen zu reifen gedenkt, wird gut tun, sich vorher an den Bahnhöfen über den Fahrplan Klarheit zu verschaffen. Zum Tag der Deutschen Polizei. Die Polizei ist das sichtbarste Organ des Staates» Der Staat ist aber nicht Selbstzweck, sondern dient der Erhaltung und Förderung des Volkes. Somit dient die Polizei dem Volke. Sie kann aber ihre Aufgaben nur in engster Verbundenheit mit dem Volke lösen. Diese Verbundenheit zu fördern und zu festigen ist Sinn und Zweck des Tages der Deutschen Polizei. wir wollen dem Führer und dem Volke dienen. Volksgenosse, hilf auch Dut Der Polizeidireklor. M. d. F. b.: Hellwege.Emden Major der Schutzpolizei und Kommandeur. Äortraq über »Mittelrheinische Kunsts. Der NS.-Rechtswahrerbund vereinigte seine Mitglieder und Gäste am gestrigen Freitagabend im Kunstwissenschaftlichen Institut zu einer Dorttagsveranstaltung. Nach herzlicher Begrüßung durch Oberstaatsanwalt Knaufe hielt Professor Dr. Rauch einen Lichtbildervortrag über die „Mittel« CittW KKÄ'NCHEN rheinische Kunst". Er schilderte zunächst Hesien als bas klassische Land der Denkmaloflege, sprach von der Inventarisation der Denkmäler in Gestatt des Denkmälevwerks und betonte, bafe damit die Grundlagen für die kunstgeschichtliche Forschung gegeben; wurden. Als Großtat der Denkmalpflege in unserer engeren Heimat sei die Erhaltung zweier mittelalterlicher Städtebilder, Alsfeld und B ü d i n g e n , zu betrachten. An Hand von Lichtbildern gab der Redner Ausschnitte aus den beiden Städten und wies auf manches städtebauliche Charakteristikum hin. Mit Interesse hörte man, daß die fränkischen Städte (Rothenburg ob der Tauber, Nördlingen, Dinkelsbühl usw.), deren Schönheit nicht zu oef traten sei, im Hinblick aus Urtümlichkeit und geschichtliche Treue weit hinter den genannten beiden oberhessi-, schen Städten zu nennen seien. In seinen weiteren Darlegungen roanfote sich der Redner zunächst der nur noch in Resten erhaltenett Kaiserpfalz Karls des Großen in Ingelheim zu und ließ an Hand einer klaren Rekonstruktion erkennen, bafe das großartige Bauwerk sehr wohl geeignet schien, das Nervenzentrum des Weltteichs Karls des Orofeen aufzunehmen. Im weiteren Verlaufe des Vortrags unwife der Redner die fünft- und kulturgeschichtliche Bedeutung des Mainzer Doms, der Katharinenkirche zu Oppenheim, des (Straßburger Münsters und des Kölner Domes. Dann wandte er sich der mittelrheinischen Plastik zu, die man in ausgezeichneten Lichtbildern von den feinen Ton- vlastiken der Bingener Schule, aber auch in einer der liebreizenden Madonnengestalten bewundern konnte. Die Zuhörer folgten dem Vortragenden aufmerk« sam und gaben ihrem Dank durch lebhaften Beifall Ausdruck. Mit der Aufforderung zu einem Opfer für das Winterhilfswerk schloß Oberstaatsanwalt Knaufe den erlebnisreichen Abend. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin (Nachdruck verboten!) 17. Fortsetzung. „Du hast also keine Ahnung, wann du nach Hause gekommen bist." „Nein", er schüttelte den Kopf. ,^d) habe Mutter schon gefragt, aber sie wußte es auch nicht. Ich kann nur mit Bestimmtheit sagen, daß ich das Haus um neun Uhr verließ." „Du hast doch deine Taschenuhr heute morgen gestellt, nicht wahr?" „Gewiß, warum?" „Um wieviel stelltest du sie vor? „Das weiß ich nicht mehr. Ich habe nicht daraus geachtet. Du meinst ..." er brach ab, scheinbar begriff er Julias Gedqnkengang. „Ich meine", sagte Julia, „wenn du heute morgen deine Uhr drei Stunden vorstellen muBtelt, hatte sie gestern abend von zehn Uhr, wo sie Uehen blieb bis zu dem Zeitpunkt, wo du sie beim Zubettt gehen aufzogst, drei Stunden verloren. Danach wärest du um ein Uhr nachts nach Hause gekommen. Zu einer Zeit also, wo der Mord schon begangen war." Sie sah ihn an. In ihrem Blick lag etwas Zwingendes. t u Ja" sagte er „drei Stunden waren es gewiß. Er" hüstelte und sah zu Boden. Dann stand er plötzlich auf. ,Zulia", sagte er, „ich hebe dich mehr als mein Leben. Vielleicht habe ich Gelegenheit, dir das zu beweisen." Er nahm ihre Hand vvn der Sesiel- lehne auf. „Ich bitte dich, daß dies mcht zwischen uns stehen. Laß kein Mißtrauen anfkommen zwi- schen uns. Das ist das Wichtigste." Sie nickte wortlos. Er fuhr fort: „Das alles, was ich dir über den gestrigen Abend sagte, wirst ein schlechtes Licht auf mich. Es scheint alles recht hafe- lich gedacht und getan, wenn man sich vorsteiu, oay Ludwig etwa in der gleichen Stunde ermordet wurde. Aber ich bitte dich nochmals, laß mich nicht ür die Umstände entgelten. Wenn mein Bruder am Leben geblieben wäre, hätten wir gegen ihn kämpfen müssen und dann war es das Natürlichste von der Welt, was ich gestern gegen ihn unternommen habe." „Gewiß", sagte sie leise, „gewiß Gerhart." Aber er ging nicht beruhigt von ihr. Er hatte das Gefühl, etwas stehe zwischen ihnen, etwas trenne sie: und es war nicht nur Ludwigs Tod. Als Gerhart zu seiner Mutter heraufkam, empfing sie ihn mit allen Zeichen stärkster Erregung. Sie legte sofort zwei Finger vor den Mund, beugte sich an sein Ohr und flüsterte: „Der Kriminalkommissar ist wieder da. Er wollte auch dein Zimmer sehen, aber ich wußte nicht ... ich habe es lieber abgeschlossen. Hier ist der Schlüssel. Geh rasch hinein, wenn du etwas in Ordnung zu bringen hast." Er starrte sie eine Sekunde an, nahm dann den Schlüssel und lief den Gang hinunter. Aber er konnte nicht leise sein. Sein Bein behinderte ihn. Kommissar Kybander steckte den Kopf aus der Küche heraus, wo die verheutte Lene stand und ihm Auskunft gab. „Ich muß Sie gleich einmal sprechen, Herr Carlotti", sagte er* „bitte warten Sie auf mich." Gerhart Car'lotti hastete in sein Zimmer. Die Tür fiel zu. Er hatte nicht geantwortet. Kybander warf ihm einen unbeutbaren Blick nach. Dann wandte er sich wieder an das Mädchen. Frau Henriette gesellte sich zu den beiden wie vorher. Auf dem Küchentisch lag ein Revolver. Er war beschmutzt, als habe er im Staub aelegen. Oder in einem Aschenkasten. Das war auch wirklich der Fall gewesen. Heute morgen, kurz nach dem Weggang der Mordkommission hatte Lene den Mülleimer hinuntergetragen. Da war ihr der Revolver in die Augen gefallen. Er lag im Müllkasten, sie schüttelte zwar ihre Abfälle zunächst darauf, hotte den Revolver dann aber heraus, denn sie meinte in tfem die Waffe zu erkennen, die Herr Carlotti besessen hatte. Kybander nickte ihr freundlich zu. „Sie brauchen doch nicht zu meinen", tröstete er „Sie haben Ihre Sache sehr schön gemacht." r „ r Za", schluckte Lene, „aber das ist doch alles so schrecklich. Der Herr Carlotti wird ermordet, und den Revolver finde ich im Müllkasten, wo ich mit der ganzen Geschichte doch nichts zu tun habe!" Kybander sah Frau Henriette an. Wenn es nicht so tragisch gewesen wäre, hätte man lachen müssen. „Es macht Ihnen ja kein Mensch einen Vorwurf, Fräulein Lene", sagte er. „Beruhigen Sie sich. Sagen Sie bitte lieber, wie Sie darauf kamen, den Revolver als Herrn Ludwig Carlotti gehörig zu erkennen." „Wegen dem Perlmuttergriff" sagte Lene, „ich habe zu Hause viele Revolver gesehen. Meine Brüder waren beide bei der Polizei; aber mit Perlmutter waren ihre Revolver nicht." „Waren Sie häufiger in der Wohnung von Ludwig Carlotti? Und liefe Herr Carlotti seinen Revolver dort offen herumliegen, daß Sie ihn so gut kannten?" „Nein", antwortete Lene auf beide Fragen. „Ader er hatte ihn neulich geputzt und gereinigt. Da war ich dabei, und wir sprachen über Waffen. Er sagte, es sei ein Geschenk seines Bruders Gerhart, aus Afrika oder so mitgebracht." Kybander warf Frau Henriette einen fragenden Blick zu. Sie nickte. „Das stimmt. Gerhart brachte den Revolver mit Vor Jahren; aus Aegypten. Die Perlmutterarbeit soll arabisch sein." „Es ist also wirklich Ihres Sohnes Revolver?" „Aber ja, Lene hat Recht" „Können Sie sich erklären, wie die Waffe in den Müllkasten geraten konnte?" „Nein", antwortete die Mutter. „Fragen Sie einmal Julia, aus ihrer Wohnung mufe er ja verschwunden sein, wenn ihn mein Sohn nicht unten im Laden hatte. Mir ist das vollkommen rätselhaft. Soviel ich weife, hielt Ludwig seinen Revolver im Laden unter Verschluß. Er hielt ihn sich nur für alle Fälle, da er nachts manchmal noch allein dort unten war." „Das hörte ich. Es rft nun aber aus dem Revolver geschossen worden. Der Lauf beweist das und es fehtt auch eine Kugel im Magazin. Haben Sie den Schuß gehört?" Er sah Frau Henriette an. Lene war ja gestern abend aus aeroefen. „Es mufe nach neun Uhr abends gewesen sein." „Ich habe nichts gehört", lautete ihre Antwort, und das Mädchen Lene schüttette ganz überflüssig auch noch mit dem Kopf. In diesem Augenblick trat Gerhart Carlotti zu den dreien in die Küche. Der Kommissar wandte sich ihm sofort zu. Erl hatte das Empfinden, Gerhart Carlotti habe schon eine Weile gehorcht und er täuschte sich nicht. „Sie kennen diesen Revolver?", begann er feine Fragen. Gerhart Carlotti sah den Gegenstand kaum an- „Ja", bestätigte er, „was man Ihnen gesagt hat, stimmt. Er stammt aus Port Said. Ich habe ihn vor langer Zeit meinem Bruder einmal mitgebracht. Das liegt lange zurück." „Sie waren in Port Said?" „3a. Auf der Durchfahrt hatten wir einen Tag und eine Nacht Aufenthalt" .^Interessante Stadt, nicht wahr?" „Der Abschaum zweier Kontinente." „Gewiß; man kann für Geld alles kaufen. Re« volver und auch Gifte, die wir in Europa nicht ein« mal dem Namen nach kennen und nie bekommen würden, kurz, die Stadt ist eine Fundgrube für jemand, der Böses plant" Gerhart Carlottis Gesicht war blaß geworden. Allen mußte das auffallen. „Wie meinen Sie das? ...", stotterte er. Kommissar Kybander sagte ganz ruhig: „Genau so wie ich es sagte, Herr Carlotti. Oder wissen Sie nicht, daß Ihr Bruder Ludwig vergiftet wurde?" „Er wurde erschossen, denke ich!" „Das sollten alle denken, auch wir von bet Polizei", sagte Kybander und sah den zweiten Carlotti fest an. Der Mann beherrschte sich krampfhaft. Nur feine Augen verrieten, was in ihm vorging. In ihnen lag ein gejagter Ausdruck, als sehe er sich umstellt. „Was wollen Sie von mir?", stieß er hervor. Frau Henriette seufzte hörbar. „Gerhart", sagte sie, „nimm dich zusamen. Ich habe das auch erst vorhin erfahren. Die Polizei hat festgestellt, daß Ludwig gar nicht erschossen, sondern ner giftet mürbe. Es ist wirklich wahr. Dadurch wird die Geschichte mit dem Revolver ziemlich belanglos." „Warum nehmen Sie das an, gnädig« Frau?" „Saaten Sie es nicht vorhin, Herr Kvmnvsiar?" „Nein, ich sagte Ihnen nur, bafe der Revolver« schütze nicht eigentlich der Mörder mar. Ihr Sohn starb an einem unbekannten Gift." „Da hörst du es, Gerhart." „Ja geroife, Mutter, ich habe ja Ohren am Äopft* (Fortsetzung folgt) dem Programm stehen außerdem noch fol- Bcc Optiker am Sahnhof Wentet der hungernden Vöger! Die ■ rfcA/neüLi& - mit SO .. .. habe Immer an Müdigkeit und Abspannung gehlfen, aber seit ich regelmäßig diesen Kraftspender nehme, bin ich ein a lz i . * .. t n und m x rh A Vi A A H O loilrAH. z-3 lm Felde 8250 3556 3m Felde 0543. Gießen, den 16. Februar 1940. 807D . -----Winterkur fllr —-----— 1 j Nervös - Erschöpfte Karl III. und 052b Anna von Österreich Wir haben geheiratet 1940 793D 0565 — 4. Ringveranstaltung! — Stadtthcatcr: der Neuinszenierung: Sosca Oper von Giacomo Puccini vorverkaufssteile Seltersweg 60. moD Limette 88lD 515 A Lieferant- auch j Ihrer Krankenkasse Totfcung M 0:30 - 1.15 - Sporpockuhg. 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Die Grünweißen lieferten ein mäßiges Spiel (das log aber vor allem an dem emge» stellten Ersaß) wahrend die Blauweißen mit ihrer Spielweiße gefallen konnten. Die BfBer haben d-e stärkste Elf aufgeboten. Die Blauweißen haben verschiedene sehr talentierte Spieler in ihren Reihen, da ist vor allem Balz und Heuser zu nennen, außerdem Goß und Kraft. Wenn Dinges wieder Mitwirken kann, sollten die Grünweißen auf einen starken Gegner stoßen, der ihnen alles abverlangt. Bei den Leuten vom Waldsportplatz stützt man sich in erster Linie auf die Nachwuchsspieler, die bisher gezeigt haben, daß sie zu spielen verstehen. Aber auch Fleischhauer, Lohrmund und Kruft sind Spie, ler, auf die man sich verlassen kann. Da bei diesen Lokalspielen lediglich die Tagesform für einen Sieg ausschlaggebend ist,' läßt. sich nichts voraussagen. Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 500 A J.Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. 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Mittwoch war ausverkauft 818D 17. Februar Gießen, Steinstr. 21 z. 3- in einem Inf.-Rgt. Ihre Vermählung geben bekannt Willy Martin und Frau lern', geb. Seipp Fritz Polzing Luise Mlzing, geb. ßenfelmann Die kleine Sdweibmdsdiine m< den großen Vorzügen Generalvertrieb Baoms & Treihig Gießen Dr. Wolkewitz Angelberger Wüstenhöfer Schelborn Ihre Vermählung geben bekannt Or. med. vei. Wilhelm Moldenhauer z. 3. Veterinär Marga Moldenhauer, geb. Froese L«mdsvas-L«dtvlss-