Mittwoch, 17.)anuar RO (90. Jahrgang Oie Vernichtung dreier britischer Li-Boote Itorfe". * 3' e n, ftärfung nach Burhanpur geschickt worden. Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8l/aUf)r des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. 'I? Berlin, 16. 3an. (DRB.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die britischen U-Boote „Starfish“ und „Un- bi ne“ wurden durch deutsche Abwehrmahnahmen in der deutschen Bucht vernichtet. Lin Teil der Besatzungen wurde gerettet. Die britische Admiralität bestätigt außerdem nunmehr auch den Vertust des U-Bootes „5 e a - sechs TTorpedorohren des Kalibers 53,3 cm. 12 englische und 4 neutrale Schiffe versenkt. Amsterdam, 17.3cmuar. (DNB, Funkspruch,) Nach einer Londoner Meldung berichtet die britische -SSLZ 2 r"O ^6 ß-s-r WU 5?^ ,■ pr^ O1 ff 5» Lrmätziate Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. GturmausLebensmittelgeschästeinIndien Lebensmittelknappheit führt zu schweren Unruhen. ^36 e 2..,I 2,£i8 d»? h~5 8^ glr ?|2 NS® Ei Ribbentrop bei seinem Besuch in Paris mit dem damaligen französischen Auhenminister Bonnet geführt hat. beweist, dah der Reichs- auhenminister Herrn Bonnet deutlich zu verstehen gegeben f>at, bafj Deutschland die französischen Wilitärallianzen in Osteuropa als ausgesprochene Ueberbleibset des Versailler Vertrages ansah, die ein wieder- erstarktes Reich nicht länger hinnehmen könnte. Bonnet hat dies ausdrücklich zur Kenntnis genommen und durch feine Erwiderung, „dah sich die Verhältnisse seit München in dieser Hinsicht ja grundlegend geändert hätten“, für Frankreich akzeptiert. Auch der Feststellung des Reichsauhenministers. dah Deutschland den tschechoslowakischen Raum als sein ausgesprochenes Interessengebiet ansähe, hat Bonnet nicht widersprochen, vielmehr zu erkennen gegeben, dah Frankreich die der Tschechoslowakei unter gewissen Voraussetzungen zu gewährende Viermächtegarantie als ein lästiges Ueberbleibsel des verfallenen französisch-tschechoslowakischen Bündnisses betrachtet, dem eine besondere Bedeutung nicht zukomme. 3. Die neue französische Außenpolitik begegnete von vornherein erheblichen i n n e r p o l i ti s ch e n Widerständen. Diese waren so stark, baß Bonnet ihnen in seiner Rede vor der französischen Kammer am 26. Januar 1939 erhebliche Zugeständnisse machen zu müssen glaubte indem er das Fortbestehen der französischen Interessen m Ost- europa und die volle Gültigkeit des fisch-polnischen Bündnisses stark unterstrich. Tatsächlich hielt sich Bonnet indessen auch weiter für gebunden an die Zusagen, die dem Reichsaußenminl- ster am 6. Dezember 1938 hinsichtlich emes Desinteressements Frankreichs m Osteuropa gegeben worden waren. Deshalb gab der franzonfche Außenminister vor und nach der erwähnten Jxeöe d-m deutschen Botschchter in Pari-, ® r « f e n Welczeck, die ausdrückliche Versicherung ab, dah seine Kammererklärung nur für ben inneren 8^ V M =i|i ! 2 ö: 1SH Französischer Wortbruch unter englischer Einwirkung Was das französische Gelbbuch verschweigt. - Frankreich hatte völlige Neuorientierung seiner Außenpolitik zugesagt. Berlin. 16.Jan. (DNB.) Das französische G e l b b u ch versucht, wie eine hierzu veröffentlichte amtliche Verlautbarung feststellt, durch tendenziöse Auswahl der Dokumente den Leser über die wahren Zusammenhänge der Vor- kviegsgeschichte zu täuschen. So wird zum Beispiel iber Eindruck zu erwecken gesucht, als habe Frankreich auch nach der Münchner Zusammenkunft niemals die leiseste Andeutung darüber gemacht, dah es sich in Zukunft an den Deutschland besonders berührenden Fragen des osteuropäischen Raumes idesinteressieren werde. Diese französische :Darstellung entspricht in keiner Weise Iben Tatsachen, wie aus bindenden Erklärungen der verantwortlichen französischen Politiker dokumentarisch nachgewiesen werden kann. In Wahr- !heit hat Frankreich nach der Diermächtezusammen- kunft von München auch öffentlich eine N e u <= Orientierung seiner Außenpolitik angekündigt. 1. Das neue außenpolitische Programm Frankreichs wurde eindeutig Ende Oktober 1938 a u f dem Parteikongreß der Radrtalsozia- l i st e n, der führenden Regierungspartei, in Marseille festgelegt. Hier wurde angeregt, jede einzelne französische Verpflichtung dahin zu prüfen, ob sie lebenswichtigen Interessen Frankreichs entspreche und mit welchen Mitteln sie gegebenenfalls erfüllt werden könne. Man erklärte insbesondere, daß keine Rede von einer Abdankung Frankreichs fein könnte, wenn dem französischen Volk als westlicher, seefahrender, afrikanischer und kolonialer Nation die Wertung seines herrlichen Imperiums für seine Zukunft wichtiger erschiene als die undankbare Rolle des Gendarmen oder des Bankiers, zu der es sich in seinem Siegesrausch überall dort berufen geglaubt hätte, wohin seine Armeen es geführt hätten. Daladier hat sich in seiner Rede vor dem Parteikongreß am 27. Oktober dies Programm der Selbstbeschränkung im wesentlichen zu eigen gemacht. 2. Auf der Basis dieser neuen Politik Frankreichs ist die deutsch-französische Erklärung vom 6. Dezember 1938 zustande gekommen. Eine amtliche Aufzeichnung über die Gespräche, die Reichsauhenminister von G :S Nr. 11 Liftes Blatt Erscheint taglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle | Monatr-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 rate und in Ahmed nag gar kam es zu Unruhen. In Jabbalpur wurden während einer Proteftkund- gebung wegen der ©etreBeteuerung 62 Personen verletzt und 248 verhaftet. In Gorahpur find 27 Personen verletzt worden. lieber diese Stadt ist im übrigen der Belagerungszustand verhängt worden. In Burh an pur (Zentralprovinzen Britisch- Jndiens) kam es zu schweren Unruhen, in deren Verlaus drei Polizisten bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen wurden. Weitere drei Polizisten werden vermißt. Der Magistrat, der von einem starken Polizeiaufgebot eskortiert war, wurde mit einem Steinhagel empfangen. Einige Polizisten wurden von Steinen getroffen. Hierauf wurde der Z. Z. Prov. C6rdoba (Argentinien), Januar 1940. Ein kleiner argentinischer Sommerkurort, in den Bergen von Cdrdoda. Ein Kranz grüner Berae schließt das Dorschen ein, das aus einigen windschiefen, strohgedeckten Ranchos — weißgetünchte Lehmwände, Locher anstatt der Türen und Fenster — und aus ein paar guten Hotels besteht, in denen die Fremden wohnen. Diese Fremden kamen aus den Städten, aus Cordoba, Rosario oder Buenos Aires, hierher, um die Feiertage zu verleben. Weihnachten, Neujahr und „R e y e s", das Fest der Drei Könige. Weihnachten ist in Südamerika etwas grundsätzlich anderes als in Europa, wir dürfen, wenn wir von ■einem südamerikanischen Weihnachtsfest sprechen, nicht einmal die geringste, mit unserem europäischen Fest zusammenhängende Vorstellung mit dieser Feier verbinden. In Europa fällt Weihnachten in den tiefsten Winter, — in Südamerika dagegen in den Hochsommer: Das sagt schon beinahe alles. Der Europäer, oder sagen wir besser: der Mittel- und Nordeuropäer, sieht heute im Weihnachtsfest vor allem ein Fest der Familie, der engsten und innigsten menschlichen Gemeinschaft. Deshalb rettet er sich Weihnachten in die Stille seines Hauses, in die Gemeinschaft der Familie, in die Intimität seines Heims. Er zieht sich zurück vor dem Lärm der Welt, er sucht die Einsamkeit auf, und auch die Jahreszeit selber weist dem Menschen in diesen Breiten Europas den Weg in die Häuslichkeit, verweist ihn an Herd und Kamin, unter den Lichterbaum, der ja nicht allein Lichtspender und Symbol für die Wiederkehr des Lichts in dunkler Winternacht, sondern doch auch Wärmespender ist, Wärmespender in der Kälte des Winters. In Südamerika aber fällt Weihnachten, fällt das Silvester- und Neujahrsfest i n den Hochsom- m er. Am 21. Dezember hat der heiße südamerikanische Sommer begonnen, und in diesem slldameri- kanischen Sommer flieht jeder, der eben die Zeit und das nötige Geld dazu besitzt, die Stadt und damit das eigene Helm. Der Südamerikaner verbringt den Sommer an der See, auf dem Lande, auf dem eigenen Gut oder auf Gütern seiner Be- kcrnnten — oder im Gebirge. Der Argentinier hat seine drei, vier Kurorte, die für die mondäne Welt „in Frage kommen", einen fashionablen Kurort an fr er See, einen ober zwei in den Bergen von C6r- froba und einen anderen in Südargentinien, an der ar gentin i s ch-chileni s chen Grenze, im Kordilleren- gebiet. Hierher rettet er sich vor der sengenden Hitze Gebrauch bestimmt sei und keine Bedeutung für die wirkliche Politik Frankreichs habe, die bei den Pariser Besprechungen des Reichsaußenministers festgelegt worden war. Bonnet sagte, in außenpolitischen Kammerdebatten würden oft Dinge gesagt, die offensichtlich für das interne Forum bestimmt seien und keine darüber hinausgehende Bedeutung hätten. Wenn ein französischer Außenminister gegen Sturm und Wogendrang unseren seines Erachtens gerechten Ansprüchen auf die sudetendeutschen Gebiete Geltung verschafft und bann innerlich d i e Konsequenzen aus der Veränderung der Lage in Zentraleuropa gezogen habe, könne man nicht gut von ihm verlangen, daß er auch vor der K a m m e r auf der ganzen Linie abdi- ziere. Wenn er dies tun würde, so würden nur fr i e Kriegshetzer Oberhanfr erhalten, die ihm Schlappheit und Protzerei mit dem deutsch-französischen Abkommen vorwürfen und behaupteten, er messe diesem größere Bedeutung bei, als dies in Deutschland geschehe, wo das Abkommen in der Führerrede vom 30. Januar mit keinem Wort erwähnt worden sei. , w „ 4. Schließlich hat auch der französische Botschafter in Berlin bei seiner Unterredung mit dem Reichsaußenminister am 6. Februar 1939 dessen Feststellung, „daß Bonnet in Paris sich an den östlichen Fragen desinteressiert habe", nicht widersprochen und seinerseits ausdrücklich erklärt, „Frankreich werde selbstverständlich keinerlei Politik im Osten betreiben, die Deutschland st or e". Die erwähnten Dokumente zeigen, daß Frankreich über D e utschla nds Ansprüche auf Anerkennung seines Lebensraumes in Europa unterrichtet worden ist, und daß der verantwortliche Leiter der französischen Außenpolitik bindend zugesagt hat, daß Frankreich diesen Ansprüchen nicht in den Weg treten werde. Unter englischer Einwirkung hat Frankreich diese Politik im Frühjahr 1939 auf gegeb en. Es hat durch Einmischung in osteuropäische Fragen, die die französischen Lebensinteressen in keiner Weste berührten, der deutsch-französischen Verständigung die Grundlage entzogen und England bei der Entfesselung des Krieges Beistand geleistet. Sö?? qr2.o" Oc:3C Dreikönigsfest in Südamerika Don unserem AG.-Äerichierstaiter. Admiralität, daß in der vergangenen Woche zwölf englische sowie vier neutrale Schiffe ,^urch den Feind versenkt" worden seien. Aus der bisherigen Handhabung derartiger Bekanntgaben über britische Schiffsverluste ergibt sich, daß Churchill die Hälfte der tatsächlichen Versenkungen eingesteht. Das entspricht ja auch seiner Schubladenpraktik im Weltkriege. Auch in diesem Falle dürfte die V e r d o p p e l u n g der zugegebenen Verluste der Wahrheit am nächsten kommen. Dänemarks größtes Handelsschiff verloren. Kopenhagen, 17. Jan. (DRB,°Funkspruch,) Dänemark muß als Folge des englischen Krieges den Verlust des größten Schiffes seiner Handelsflotte beklagen. Nach dem Untergang des Flaggschiffes „(Sanaba" der Ostasiatischen Compagnie anfangs November war das Motortankschiss „D a n m a r k" der Dänischen Petroleum-Aktiengesellschaft bas größte Schiff, über bas Dänemark verfügte. Die Hoffnungen, daß der durch eine Explosion erlittene Schaden ausgebessert werben könne, habe sich nicht bestättgt. Die Dänische Petro- leum-AG. teilt vielmehr mit, daß die „Daninart" mit ihrer Ladung von 14 500 Tonnen Benzin und Petroleum total verloren sei. Glücklicherweise würbe bei der Explosion niemand verletzt. Die „Danmark" hatte 10 517 Brt., die „Eanada" 11108 Brt. Das nunmehr größte Schiff der dänischen Handelsflotte ist die „E l e o n o r a Ma ers k", ein Tankdampfer der Reederei A. P. Möller. -s ff ff'S 8 j.« £ w 2^5 •fLi 1°« - 9 Kabul, 17. Januar. (DNB. Funkspruch.) In ' Amritsar. Cholapur, Cawnpur und zahlreichen anderen indischen Gebieten herrscht eine sehr schwerwiegende Lebensmittelknapphe i t. Die Le- i bensmittelpreise sind erheblich in die Höhe gegangen. Die Bauern verkaufen ihr Hab und Gut zu lächerlichen Preisen und verlassen das Land. Die Teuerung und die Lebensmittelknappheit haben in verschiedenen Gegenden Indiens zu Unruhen geführt. In Nagpur und anderen Städten hat die Bevölkerung alle diejenigen Lebensmittelgeschäfte gestürmt, in denen Zucker, Reis und verschiedene andere Nahrungsmittel verkauft werden. In Cawnpur haben 2000 Arbeiter den G e - treib emarft ge {türmt und eine Herabsetzung der Preise verlangt. In Amritsar ist es zu Kundgebungen wegen ber Teuerung gekommen. Die Arbeiter verlangen eine Preiskontrolle. Auch in Su-1 Lichter haben möge, denn wenn man sie anzündet, o biegen sich die Kerzen meistens infolge der Tageshitze und der Wärme, die sie selber ausstrah- len, und die Temperatur in einem südamerikanischen Hause zur Weihnachtszeit wird, wenn die Kerzen am Baume brennen, fast zur unerträglichen Siedehitze gesteigert. Das wichtigste bei der Weihnachtsfeier hierzulande ist auch keineswegs der Lichterbaum, das wichtigste sind die großen Öffentlichen Feste in den Hotels, die Balle und die lärmende Fröhlichkeit mit Pistolenschlehen und Feuerwerk, die meistens aus ein Festessen folgen ... Weihnachten unterscheidet sich also in ber Art, wie es gefeiert wirb, kaum von unserem Sil- vester- und Neujahrsfest. Dennoch hat auch Südamerika „fein Weih- n achtsfest", ein Fest, das noch am meisten an unser Weihnachten, an unser Fest des Schenkens, des Freudespendens und der Familie, erinnert. Aber der Südamerikaner feiert es nicht am eigentlichen Weihnachtstag, sondern etwa zwei Wochen später, am 6. Januar. Es heißt „Reyes", „Dos reyes magos", die wunderbaren Könige, und ist das Dreikönigsfest. Der Südamerikaner schenkt feinen Kindern an diesem Dreikönigstage etwas, Zuckerzeug, Kuchen, Spielsachen. Die Kinder stellen, ihre Stiefelchen vor die Tür oder hängen ihre Strümpfchen an die Klinke, und am nächsten morgen, am Morgen des 6. Januar, finden sie sie gefüllt mit schonen Dingen, und wo der Gaben so viele, im Strumpf und im Stiefel aber nicht genug Platz ist, um sie unterzubringen, da liegen sie daneben. Die Reyes waren da, sagt man dann dem südamerikanischen Kinde, so wie man bei uns sagt, der Weihnachtsmann war da ... Ein Glanz vom Strahl unseres Lichterbaumes also fällt überall hin, und etwas vom Geist des Schenkens und Gebens hat sich auch hierher, auf die südliche Hälfte der Erde, zur Weihnachtszeit gerettet und ist auch im Trubel der Böllerschüsse und Bälle zu Weihnachten und Neujahr noch nicht untergegangen. Dennoch — beim Europäer kommt, wenn er so am Fenster seines Hotelzimmers sitzt und in die grüne Landschaft, den blühenden Frühsommer dieser südamerikanischen Berge hinausschaut, wenn er die lustigen Sonntagsreiter beobachtet, die zu Picknicks in die Bergschluchten hinausziehen —, beim besten Willen so etwas wie Weihnachtsstimmung nicht auf. Nicht einmal der Lichterbaum, den man in sein Zimmer gestellt hat — es ist eine einheimische Pinie, da die Tannen hier allzu selten und teuer sind —, vermag sie ihm zu vermitteln. Es fehltetwas. Es fehlt die heimische Winterluft, der graue winterliche Himmel, Scknee und Eis, — etwas, das es hier weder im Sommer noch im Winter gibt, es fei denn in künstlicher Form, aus Eiweiß und Zucker vorn Konditor kunstvoll zubereitet... Russische Langrohrgeschütze beschießen Wiborg. Verstärkte russische Aktivität an der Nordsront. Helsin ki, 16. Jan. (DNB.) Die militärischen Anlagen von Wiborg werden seit einigen Tagen wiederum aus etwa 40 Kilometer Entfernung von russischen Langrohr- geschützen beschossen. Durch die stark streuende Beschießung ist ziemlicher Schaden verursacht worden. Am Montag war Abo den bisher schwersten Bombenangriffen durch russische Geschwader ausgesetzt. Wellenmäßig erschienen die Bomber über der Stadt. Durch andauernden Alarm war das Erwerbsleben dort völlig lahmgelegt. Zahlreiche Feuer wüten in allen Stadtteilen. Russische Bomber griffen weiterhin bei klarem Winterwetter und schneidender Kälte von über 30 Grab Celsius eine Reihe südfinnischer Städte und Orte an, u. a. Karis, einen Bahnknotenpunkt und Rajamäki. Aus Norbfinnland wird berichtet, daß in den letzten Tagen an ber Petsamo-Front roieberum eine verstärkte russische Aktivität festgestellt werben konnte. Der russische Flugangriff auf Jvalo an ber Eismeerstraße wirb als eine vorbereitende Maßnahme für einen Angriff angesehen. Auf der russischen Seite sind in der letzten Zeit starke Truppentransporte beobachtet worden. Schwedischer und norwegischer Protest in Moskau. Stockholm, 16. Jan. (DNB.) Die schwedische Gesandtschaft in Moskau hat Anweisungen erhalten, „gegen d i e Bombardierung der Insel Kall ix (bei Terna) zu protestieren". Die norwegische Regierung t)at ihre Gesandtschaft m Moskau angewiesen, „gegen Grenzverletzungen durch sowjetrussische Flieger energisch zu protestieren". Neutraiitätskonferenz -er amerikanischen Staaten. Rom, 16, Jan, (Europapreß,) In Rio de. Ja» n e i r o wurde die Neutralitätskonferenz der ameri- konischen Staaten eröffnet. Aus Vorschlag des chile. Nischen Vertreters wählte die Konferenz den Delegierten Brasiliens, den ehemaligen.Außen- Minister MelloFranco.zu ihrem Dorsitzend«!. Der Vertreter Argentiniens. Costa, vekrax-. Die Unterseeboote „Seahorse" und „Star- ssish" stammen aus den Baujahren 1931/33. Beide hatten aufgetaucht eine Wasseroerdränaung von 640 - Tonnen und 935 Tonnen unter Wasser und eine 2 Geschwindigkeit von 13,7 Knoten über Wasser und i 10 Knoten unter Wasser. Sie waren bewaffnet mit e?* ge sechs Torpedorohren von 53,3 cm Kaliber, ferner einem Maschinengewehr und einem Fliegerabwehr- .geschütz von 7,6 cm Kaliber. Die Besatzung bestand "(ms 40 Mann. Die Tauchzeit 30 Sekunden. Das Unterseeboot „U n b i n e" war mit zwei Schwester- Ichisfen in den Jahren 1937/38 gebaut worben. Es chatte eine Wasserverdrängung von 540 Tonnen über Wasser und 741 Tonnen unter Wasser und eine Geschwindigkeit von 14 Knoten über Wasser und 9 Knoten unter Wasser. Es war ausgerüstet mit iO Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätrdruckerei «.Lange in Sieben. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulstrahe 7 iner Sonne. Hier feiert er Wei unuven uuh ........|~ fremden Haus, im Hotel. . Befehl gegeben, auf die Menge das Feuer zu er- Ein Licht erb aum ist zwar fett einigen Jahren öffnen. Es sind schleunigst Polizeitruppen zur Der- auch dabei, die Europäer haben diese Sitte, wie so ftärfung nach Burhanpur geschickt worden. vieles andere, eingeführt, aber heimlich wünscht 1 y J Ifrer Argentinier, daß dieser Baum doch heb er feine tigte in einer Rede den Entschluß der amerikanischen Lander, sich nicht nur dem europäischen Konflikt, sondern darüber hinaus auch dessen direkten und indirekten Folgen fernzuhalten. D-ie Konferenz oerbe Vorschläge für die amerikanischen Staaten zur Aufrechterhaltung ihrer Neutralität ausarbeiten. Das neue japanische Kabineti. Tokio, 16. Jan. (DNB.) Soeben wurde die neue Kabinettsliste veröffentlicht. Ministerpräsident ist Admiral Y o n a i, Kriegsminister General -ata, Außenminister A r i t a, Innenminister der frühere Kolonial- und Derkehrsminister Graf Komado, -andelsminister das Mitglied des Oberhauses Großindustrieller F u j i w a r a , der im -erbst vergangenen Jahres in Deutschland weilte, Marineminister Admiral Donal Admiral Yoshida, Finanzminrster der frühere Landwirtschaftsminister im Kabinett -iranuma, 61- kurauchi. Ministerpräsident Yonai betonte vor allem, daß die Beilegung des Chinakonflittes zur Schaffung einer Neuordnung Ostasiens, gestützt auf den festen Entschluß des Volkes, unverrückbares Ziel Japans bleibe. Aus diesem Grunde werde die japanische Regierung den Plänen einer neuen chinesischen Z e n t r a l r e g i e r u n g volle Unterstützung gewähren. Die Regierung werde sich ferner bemühen, die Beziehungen zu den anderen Mächten von Japans eigenem unab- hängigen Standpunkt aus zu klären. Die Regierung werde alles tun, um die Lebenshaltung des Volkes sicherzustellen und den Ausbau der L a n - desverteidigung zu fördern. Auf eine Frage, welche -altung die neue Regierung gegenüber Rußland einnehmen werde, erwiderte Yonai, daß die Rußlandpolitik des letzten Kabinetts aus- gezeichnet gewesen sei. Es sei gut, alle Ursachen für Streitigkeiten mit der Sowjetunion zu beseitigen. Als ersten Schritt zur endgültigen Bereinigung der japanisch-russischen Beziehungen bezeichnete Yonai die Lösung der Grenzfrage. Politisch interessierte Kreise erklären, die neue Re- gierung sei im wesentlichen auf die Richtlinien des Kabinetts -iranuma festgelegt: Wetterführung des Ehinakonflikts auf der Basis der Konoye-Erklarung, Nichteinmischung in den Krieg in Europa sowie Ausgleich mit Amerika und Rußland. In der Presse kommt die Erwartung zum Ausdruck, daß das neue Kabinett alle Kräfte daran fetzen werde, um eine Vertrauensgrundlage im Volke zu schaffen. Die Presie weist auf die Tatsache hin, daß der frühere Generaladjutant des Kaisers, Kriegsminister Gene- rol -o ta, auf persönlichen Wunsch des Kaisers im Amt verblieb und den persönlichen kaiserlichen Auftrag erhielt, für die Zusammen- arbeit zwischen Armee und Kabinett zu sorgen. Dies sei das erste Mal, daß der Kaiser bei einer Kabinettsbildung persönlich hervorgetreten sei. Englands Drachensaat ging ans. Oeutschenmißhandlung in polen von oben herab organisiert und von einem polnischen -.Polizisten" geleitet. Posen, 16. Jan. (DNB.) Die beispiellosen Ge- walttättgkeiten, die in den ersten Septembertagen an wehrlosen Volksdeutschen während ihrer Verschleppung in das Innere Polens verübt wurden, fanden in einer Verhandlung des Posener Sondergerichtes ihre erneute Bestätigung. Der Prozeß lieferte den deutlichen Beweis dafür, daß die an Deutschen begangenen bestialischen Grausamkeiten nicht allein das Werk des durck den englischen Frei- frrief aufgestachelten polnischen Mordgesindels waren, sondern das Ergebnis einer von oben herab wohlvorbereitet e n Aktion, an Deren Durchführung sich auch behördliche Stellen — in diesem Falle die Polizei — beteiligten. Der polnische Polizist Jan Luczak aus Elsenau hatte vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in das Posener Gebiet vom Landrat den Auftraa erhalten, einen Zug von 52 verhafteten Deutschen aus dem Kreise Wongrowitz in ein Sammetlager nach Wloclawek zu führen. Während des Transportes mißhandelte Luczak nicht nur selbst die seiner Führung überantworteten Volksdeutschen auf das schwerste, sondern er roieaelte auch den polnischen Pöbel unterwegs zu Ueberfällen aus den Derhafteten-Transport auf. In allen Ortschaften, durch die der Zug auf seinem Fußmarsch kam, ließ Luczak durch seine Scher- gen ausrufen, daß die Deutschen eine Revolution angezettelt, zwei polnische Frauen und mehrere Kinder erschlagen hätten, daß sie gegen das polnische Militär kämpften und nun zur -inrichtung abgeführt würden. Ueberall stürzte sich die verhetzte polnische Bevölkerung auf die Deutschen und mißhandelte sie, während Luczak diesen Grausamketten mit grinsendem Gesicht zusah. Don Gnesen aus wurden die verhafteten 52 Deutschen in einem Viehwagen weiter» transportiert, dessen Lustklappen Luczak zu- nageln ließ. Auf einzelnen Stationen stand der Waggon oft einen ganzen Tag in sengender -itze. Wiederholt wurde die Tür des Waggons auf gerissen, und polnische Eisenbahner warfen unter dem tatenlosen Zusehen der Polizei Ziegelsteine auf die zusammengepferchten Deutschen. Während der ganzen Fahrt erhielten diese weder Wasser noch Essen obwohl man ihnen Geld dafür abgenommen hatte. Auch wurde ihnen nicht erlaubt, ihre Notdurft außerhalb des Waggons zu verrichten. Als der Weltkriegsinvalide Kiock infolge dieser Martern wahnsinnig wurde und in Tobsuchtsanfälle verfiel, stieg Luczak in den Wagen und „behandelte ihn solange mit dem Gummiknüppel, bis er verstummte. In Wloclawek erwartete eine etwa 200kopfige anscheinend vorher verständigte Menge die Deittschen vor dem Bahnhof, um auf die ermunternden Winke Luczaks hin mit Eisenstangen, Knüppeln, Schraubenschlüsseln und anderen -iebwaffen über sie her- zufallen. Der Angeklagte stachelte mit seinen -el- fern durch die falschen Anschuldigungen die Menge zu immer größeren Wutausbrüchen auf. Das Sondergericht verurteilte Luczak wegen gefährlicher Körperverletzung als Gewaltsverbrecher und wegen schweren Landfriedensbruches als Rädelsführer zweimal zum Tode. Wandelbarkeit britischer Politiker. Lord Lothian einst und jetzt. Berlin, 15. Januar. (DNB.) Die Deutsche Diplomatisch-Politische Jnsormation schreibt u. a.: Lord Lothian, der jetzige Botschafter Großbritanniens in Washington und früherer Pri- vatsekrettir Aoyd Georges hat vor wenigen Tagen in Chicago eine Rede gehalten, in der er unter offensichtlichem Mißbrauch seines Gastrechtes in einem neutralen Lande britische Propaganda machte und den Amerikanern Ratschläge für ihre politische Haltung gab. Das logische Ergebnis dieses Krieges, daß nämlich auf alle Fälle England nicht mehr die führende Seemacht fein wird, sondern Amerika, verbarg er hinter einer Schmeichelei an die Adresse Amerikas: „Die Seemacht sollte in den -änden der Demokratien und nicht in den -änden einer Macht liegen". Die Ideale des Völkerbundes könnten nur dann zum Erfolg geführt werden, wenn alle Tiit» glieder Demokratien feien. England kämpfe für den Grundsatz, Wohlstand und Frieden nicht durch brutale Gewalt unbertrrücfen zu lassen. Die Engländer glaubten Nicht, daß sie ein Monopol auf die Tugend besitzen, aber sie seien sicher, daß sie jetzt im Recht seien. Diese Rede befindet sich (n ebnem interessanten Gegensatz zu Ansichten, denen Lord Lothian in den letzten Jahren Ausdruck gegeben hatte. Am 2. April 1936, 'sf Oie Vollkornbrot-Aktion men, die geeignet sind, die Stimmung der Bevölkerung im Kreise zu beeinflussen, möglichst frühzeitig. Aus aller Well ht Don n 9600 ilfnid rr dem schreibt ftattung Sowjet- tfoiW : o s f a u erheblich verletzt. Im Lis eingebrochen und ertrunken. Die Verantwortung für die ordnungsmäßige Erfüllung aller Aufgaben der- st a a t l i ch e n Ve r. waltun g trägt im " Zuständigkeit ausschließlich der Landrat. laufende Verwaltungsführung zu Landrat ist nicht befugt, sich in die Aufgaben des Kreisleiters einzumischen. e, indem , Darauf entschlil' abe Der» t dulden it meinte Oie Aufgaben des Kreisleiters und des Landrats. - Eine Anordnung des Ministerrats für die Aeichsverteidigung. Sicher ist sicher „Aber Neville, was machst du denn da?" Zch trainiere für die nächste Reise nach Frankreich' na* M - Doz »aftilo chifses ein > un. ie Be. nischen Die Verwaltungsführung in den Landkreisen. Stellung l chren t Kjos. 'richter. schafbrn irung mardej. e alle n Dor. en bet de. Dr igen in uembtn rnämen. jen, M üsse für m. ten. l Rib» iheniwn emscher sandten in Dai)- Atto- nörtigen , Bsam IV. Grundsatz zur Meisterung der heutigen Aufgaben im Kriege ist ein enges, verständnisvolles Zusammenarbeiten aller Stellen. Die gegenseitige Unterrichtungspflicht der Kreisleiter und der Landräte erstreckt sich daher auch auf wichtige Sachen aller Art. V. wußt. Setzt mußte es sich beweisen, ob wir nur in Polen Glück gehabt hatten, oder ob sich unsere Maschinen und wir Flugzeugführer uns auch gegen diese Gegner durchsetzen würden. Keiner zweifelte am Sieg. , „ .. Ich gehe sofort in Rechtskurve, bekomme die Sonne in den Rücken und fasse mir den ersten. In dem nun folgenden Kurvenkampf stelle ich erfreut die Ueberlegenheit meiner Maschine im Kurven est. Trotzdem noch ein zweiter französischer Jäger zur Hilfe eilen wollte, habe ich meinem Gegner im günstigen Augenblick „sämtliche Sachen" in seinen Kahn hauen lassen, daß er als Wrack nach unten türzte und nicht mehr gesehen wurde. Als ich mich >ann nach den übrigen Franzosen umsah, war niemand mehr da, keiner wollte das Schicksal des Kameraden teilen. „ , , Die zweite Begegnung fand über der Maginot- Linie statt. Wieder hatten wir den Schutz eines Aufklärers übernommen. Zwei Moräne wollten uns angreifen. Einer änderte aber plötzlich feine Absicht und haute mit einem Abwärtsschwung ab. Den zweiten greife ich an und tobe mit ihm im Kur- venbamps herum. Roch habe ich ihn nicht richtig vor der „Schnauze", als er plötzlich mit einer sation und Gründer und Vorsitzer im Aufsrchtsrat von deren Wirtschaftsunternehmungen. Em bleibendes Verdienst um München, dessen Stadtverwaltung er eine Reihe von Jahren als Mitglied des Gemeindekollegiums und des Stadtrates angehörte, erwarb sich der Verstorbene durch seine erfolgreichen Bemühungen um die Wiedererrichtung des Tierparks Hellabrunn. Dank seiner hervorragenden kaufmännischen Fähigkeiten gelang es ihm, die großen Neubauten des Tierparks, so die Menschenassen- statioN, das Aquarium usw. zu finanzieren. Des Grafen Zeppelin erster Luftschiffkapilän. Daß auch bei Mehrlingsgeburten jedes einzelne Kind seine volle Portion an Lebenskraft mitbekommt, beweist wieder einmal der Fall der Drillinge Hacker. Der Luftschiffkapitän a.D. Georg Hacker und seine Drillingsgeschwister Babette Kaiser und Alwine Herzog können nämlich am 18. Januar 1940 bei bester Gesundheit ihren 70. Geburtstag begehen. Was die Anteilnahme an diesem frohen Ereignis über den Familienkreis hinaus erweckt, ist die Tatsache, daß einer der Drillinge, Georg Hacker, der jetzt in Potsdam lebt der alte Mitarbeiter und erste Lu ft f ch i ffka p r t an des Grafen Zeppelin ist. Georg Hacker hat In Oberlahnstein brachen beim Eisläufen auf der Lahn in Höhe des „Wirtshauses an der Lahn" zwei Jungen im Alter von 10 und 11 Jahren ein und fielen in das kalte Wasser. Mit Hilfe einer Leiter wurden sofort Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Während der zehnjährige Junge sich fünf Minuten schwimmend im kalten Wasser halten "nti «es Mül ' beu. solch. Jjwe unbe trabe recht , en, aller- befördert n gewin* en körnre Soldat, im M 1 in (eine d herein, girtsstubr ?9 Dorje» Fremden ilten, py ten nwlje daß ei° • m* >x 60* - aeoef«" Säfte $«' Ihr «2 flS S» Sj \« »u 9 L» Ä eti Berlin, 16. Jan. Im Reichsgesetzblatt ist fol- gende vom Vorsitzenden des Ministerrats für die Reichsverteidigung, Generalfeldmarschall Göring, dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und dem Generalbevollmächtigten für die Reichsverwaltung, Reichsminister Dr. F r i ck, unterzeichnete Anordnung über die Verwaltungsführung m den Landkreisen verkündet worden: I. Die Menschenführung ist allein Aufgabe der Partei und wird in der Kreisstufe durch den K r e i s l e i t e r wahrgenommen. Er ist den übergeordneten Parteidienststellen verantwortlich für die Stimmung und Haltustg der Bevölkerung im Landkreise, insbesondere für die Stärkung ter eelischen Kräfte aller Volksgenossen zur Verteidl- gung des Reiches. Seine Aufgabe ist es insbesondere auch, bei den Volksgenossen V e r st ä n d n i s für die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der im Abwehrkampf zu treffenden und getroffenen Verwaltungsmaßnahmen zu erwecken. Er ist berechtigt, dem Landrat Anregungen zu behördlichen Vorhaben und Maßnahmen zu geben und ihn vom Standpunkt der Menschenführung aus auf maßgebende Gesetzespunkte aufmerksam zu machen. Der Kreisleiter unterrichtet den Londrat fortlaufend über die Stimmung der Bevölkerung im Kreise. II. f- Sius Uas. "Renz eer bereif aufgerieben. Als der Polenkrieg zu Ente war, kam ich mit meiner Staffel zur We st front. Zunächst schien es so, als ob wir nichts zu tun bekommen würden. Zusammen mit den Jägern flogen wir in den ersten Wochen nur Grenzsperre. Sobald feindliche Flugzeuge unsere großen Maschinen, die deutschen Zerstörer, erkannten, gaben sie Fersengeld. Um sie zum Angriff zu reizen, flog ich verschiedentlich allem ins feindliche Land, aber keine Staffel des Gegners tat mir den Gefallen. Ich erhalte mit meiner Staffel den Befehl, den Schutz zu übernehmen, Angriffe feindlicher Jäger zu vereiteln. Deutlich ist mir dieser erste Flug über Frankreich in Erinnerung. Um unseren Fernauf- Uärer hatten sich meine sieben Maschinen gestaffelt. Nach 20 Minuten Flugzeit erhalte ich von einem meiner Flugzeugführer Funkmeldung: „Sieben Jäger Moräne 406!" Sieben gegen sieben in 7500 Meter Höhe. Weit in französischem Luftraum. Wir waren uns alle ter Größe dieses Augenblicks belangen schwarzen Fahne abstürzt. Ein Rottenführer meiner Äassel hat ihn von oben besser ins Schußfeld bekommen und ihm eine volle Ladung in den Motor gejagt. Der letzte L-uftkampf über französischem Gebiet war erst kürzlich. Diesmal waren es zwei Jäger vom Typ Spitfire. Aus einer Zirrenschicht kamen sie herab geschoben und wollten sich auf den Aufklärer stürzen. Während ich den ersten schon nach kurzer Feuerfolge zur Aufgabe zwang, glückte es dem zweiten, sich hinter den Aufklärer zu hangen. Unteroffizier X, der sich bereits am ersten Tag über Warschau das EK. holen konnte, nahm diesen Burschen nun aufs Korn und hat ihn nach minutenlanger Verfolgung so beharkt, daß er vom Aufklärer ablieh und flügellahm das Weite suchte. Als wir dann vor einer solchen Me 110 stehen, hie beiden wuchtigen Motoren bewundern und einen Blick in die Kanzel werfen, uns die Feuerwirkung der eingebauten Kanonen und MG. auf solch kleinem Raum vorstellen, wissen wir, was es heißt, den Feind aus seinem eigenen Raum zu verjagen, was es heißt, deutsche Zerstörer greifen an! Friedrich Mittler. Henschel «5126. Verwendungszweck: Nahauf- Besatzung: Flugzeugführer und Beobachter Kenn- klärer. Der Nahaufklärer erkundet in unmittelbarer Zeichen: Hochdecker, abgestrebt, ^/^s Einbem-Fahr- Zusammenarbeit mit dem Heer einzelne Front- gestell, Ganzmetallkonstruktwn luftg^ Sä ’“ÄSÄ Zerstörer greifen an! Oie unbekannten Einheiten unserer Luftwaffe. seinen Weg. . Weit ins feindliche Hinterland können unsere Zerstörerstaffeln ihren Flug durchführen. Denn auch ein großer Aktionsradius ist den Maschinen beigegeben, d. h. eine große Flugstrecke kann bewäl- ttgt werden. Drüben in Polen hat die Me 110 gezeigt, was der Zerstörer leistet. Bereits die ersten zwei Tage erbrachten diesen Beweis. Allein unsere Staffel hat innerhalb von 48 Stunden 16 polnische Jäger zum Absturz gebracht, lieber der polnischen Hauptstadt tobten in diesen ersten Tagen etwa 40 bis 50 polnische Jagdflugzeuge, die restlos aufgerieben wurden. Als die polnische Luftwaffe aufgehört hatte zu existieren, mußten wir unsere Angriffe auf Erdziele richten. . Fragte man in diesen Tagen einen Kameraden, wo er hinfliege, so kam totsicher die Antwort: „Lokomotiven verhaften!" Als nämlich die Polen versuchten, nach Osten zu kommen und von dort aus eine neue Angriffsbasis zu sinden, hatten wir die Aufgabe, sämtliche Züge auf dieser zweigleisigen Eisenbahnlinie zu beschießen. Zunächst wurden sämtliche Wagen mit Kanonen und MG. durchgekämmt, bis zum Schluß die Lokomotive daran glauben mußte. Wir hatten so lange in ste hineln- gepfeffert, bis der Rauch aus allen „Knopflöchern kam. Und dann die Umfassungssdflacht bei Kutno. Hier haben wir unserer Infanterie den Weg geebnet, die eingeschlossenen feindlichen Kräfte sturm- Nach einer Meldung aus Castellon konnte der Schnellzug Valencia —Saragossa, der vor einigen Tagen bei ter Station Barracas eingeschneit war, endlich aus den Schneemassen befreit werden. Die Arbeiterkolonne, die zur Hilfe- leistung herangezogen worden war, mußte sich durch 2 Meter hohen Schnee hmdurch- arbeiten, um zu dem eingeschneiten Zug zu gelangen. Die Reisenden befanden sich infolge ter großen Kälte und des völligen Fehlens jeglicher Le- bensmittel in sehr bedrängter Lage, jedoch traf tee Hilfe noch so rechtzeitig ein, daß niemand ernstlich zu Schaden gekommen ist. — Der Schnellzug Barcelona — PortBou überrannte an einem schienengleichen Bahnübergang bei Gerona einen Kraftwagen. Sämtliche In fassen Männer, eine Frau und ein Kind — wurden $ Starte Kältewelle In USA. Eine außergewöhnliche Kältewelle hat die Mittel- u n d N o r d st a a t e n der Vereimgten Staaten heimgesucht. In einigen Staaten ist die Kalte- welle von heftigen S ck n e e st ü r m e n und Zlatz- regen begleitet; ihren Mittelpunkt bildet der Mich i g a n s e e. In Pennsylvanien sind viele Hochspannungsleitungen infolge der Kälte zerrisser ui£ n*ite Gebiete dal^r ohm. Strom. Hundert* von Hausern In Ochtendung (Eifel) geriet auf einer abschüssigen Sttaße ein Trecker mit einem Anhänger plötzlich ins Rutschen. Der Anhänger wurde ba- durch gegen ein Haus geschleudert, wo Kinder und mehrere Erwachsene standen. Wahrend ein Kind auf der Stelle getötet wurde, erlitten zwei weitere so schwere Verletzungen, daß sie bald starben. Zwei Männer und eine Frau wurden NSG. (P. K.) Wer kennt die Flugzeugbesatzun- i gen unserer Luftwaffe, die sich so nennen? Wer ! weiß, was sich hinter diesem drohenden Wort ver- . birgt? Als unsere Luftwaffe im Polenkrieg zum ! crften Male Gelegenheit fand-, ihre Einsatzbereit- < s schäft und Ueberlegenheit schlagartig zu beweisen, -war bei all diesen Luftoperattonen eine Einheit ■ foa'bei, die bis jetzt nur sehr wenig genannt worden । ist: Die Zerstörer! Ein Name, der die vernich- -tcrrte Wirkung dieser Waffe in sich birgt, ein Name aber auch, ter von beispiellosen Erfolgen in Polen und an der Westftont zu berichten weih. Eine solche Zerstörerstaffel besuchten wir kürzlich und fanden im Gespräch mit dem jungen Staffelkapitän Gelegenheit, uns ein umfassendes Bild von der Wirkung dieser Zerstörerflugzeuge zu machen. Was sind Zerstörer? Diese grundsätzliche Frage wurde etwa folgendermaßen beantwortet: Zerstörer sind zweimotorige Jagdflugzeuge mit • großer Reichweite zur Bekämpfung der ' feindlichen Luftwaffe wett über feindlichem Gebiet. Auf Grund ihrer starken Bewaffnung sind sie auch tn der Lage, entscheidend in Kampfhandlungen auf der Erde einzugreifen. Während unsere Jagdmaschi- nen die Aufgabe haben, den Einflug feindlicher Flieger ins eigene Land zu verhindern, den (9egner n iederzukämpfen, haben die Zerstörer dafür zu sorgen, daß der Einflug unserer Maschinen ins feinte litte Land gesichert ist, daß die Abwehr durch feindliche Jäger nicht zur Wirkung kommt. Entweder werben unsere Bomber und Aufklärer auf ihrem Flugweg dauernd begleitet, ober der betreffende fÄnbliche Luftraum, in dem operiert werben soll, wirb vorher von uniferen Einheiten frei gekämpft. Um diese Luftkämpfe erfolgreich zu beenden, müssen natürlich unsere Maschinen d i e L e i st u n g e n von Jagdflugzeugen aufweisen. Daß wir eine solche Maschine besitzen, dafür haben die Konstrukteure der Messerschmitt-Werke gesorgt, haben ten Z e r st ö r e r - T y p Me 110 fertiggestellt. Wenn bereits der Me 109 der Ruf der Schnelligkeit vor- ausgeht, so kann ihn die Me 110 mit der gleichen Berechtigung in Anspruch nehmen. Neben diese enorme Geschwindigkeit tritt hie gewal- ti ge Feu er kraft der eingebauten Bordkanonen und MG. Zwei Mann finden in der Maschine Platz. Flugzeugführer und Funker, der letztere muß auch gleichzeitig den Feuerschutz nach hinten übernehmen. «Während ter Jäger ausgesprochenes Schlechtwetter meiden muß, findet der Zerstörer mit Hilfe der Funkanlage und zusätzlichen Instrumente unbeirrt XYZ S6 noch im Weltkriege deutsche Luftschiffe bei Mngtiffen auf Paris und London und andere feindliche Städte geführt. Schwerer Verkehrsunfall. Der Reichskriegerführer in Mitteldeutschland. Der NS.-Reichskrieaerbund führt in den größeren Städten Mitteldeutfchlands Tagungen der Kne- aerkameradschaftsführer durch, an denen der Reichs- krieaerführer, General der Infanterie ---Gruppenführer Reinhard, teilnehmen wird. Am vergangenen Sonntag sprach der Reichskriegerfuhrer in Eisenach vor einer großen Zahl von Gliede- runassührern des NS.-Reichskriegerbundes über den Einsatz des NS.-Reichskriegerbundes im Kriege. Weitere Tagungen sinden demnächst m Celle, Braunschweig, Halle, Göttingen, Magdeburg und Leipzig statt. Am 21. Januar 1940 wird der Reichs- krieaerführer in Danzig weilen, um die Emglie- dernng der Kriegerkameradschaften Danzigs und des Reaierunastejirtes Marienwerder in den neuen Gaukriegerverband Weichsel vorzunehmen. Josef humar gestorben. In München verschied im 75. Lebensjahr ter weit über München bekannte Organisator der heutigen Hausbesitzerorganisation Verleger Jo- sff Humar, Ehrenpräsident des Reichsbundes der Haus- und Grundbesitzer, Ehrenvorsitzender der Münchener und der bayerischen Hcmsbesitzerorganv Der stellvertretende Vorsitzende ter Hauptvereinigung ter deutschen Getreide- und Futtermittel- Wirtschaft, Z s ch i r n t, behandeln in der NS.-Lcmd- post den Uebergana zum verstärkten Dollkornbrot- verzehr und die Aufgaben, die sich daraus für Bäcker I und Mühlen ergeben. Trotz der im Laufe des letzten I Jahrhunderts erfolgten Umschichtung in der Ge-1 samternährung und dem zunehmenden Verbrauch anderer Lebensmittel decke das Brot heute noch! etwa 40 v. H. des gesamten Kalorienbedarfs. Durch I die kriegswirtschaftlichen Notwendigkeiten gewinne I das Brot erhöhte Bedeutung, da die Reserven an Brotgetreide eine über den friedenswirtschaftlichen Bedarf hinausgehende Brotzuteilung als Ausgleich gestatteten. Die Frage nach dem ernährungs« vHysiologisch wertvollstem Brot sei von ter Wissenschaft eindeutig zugunsten des Vollkornbrotes entschieden worben. Durch die klare Abgrenzung der Begriffe „Dollkornmahlerzeugnisse" und „Vollkornbrot" fei die Gewähr gegeben, daß einmal ter Dackbetrieb den wertvollen Rohstoff mit | Men- feinen Bestandteilen erhalte und daß zum anderen ter Verbraucher ein Brot kaufe, das alle hochwerttgen Bestandteile des Getreidekorns enthält. Es sei nun Aufgabe des Mühlengewerbes, für die Herstellung von Vollkornmahlerzeugnisfen Sorge zu tragen, die unter Beachtung ter Begriffsbestimmung höchste backtechnische Eigenschaften besitzen. Es werde dem Können des Müllers und den Verzehrgewohnheiten des Verbrauchers überlassen, zu entscheiden, ob entweder ein feingemahlenes oder ein mehr oder minder grobgeschrottetes Erzeugnis hergestellt werte. Auch das Backgewerbe werde hier mitzureden haben. Die Wahl ter Brotform ............., bleibe ebenfalls dem Bäcker überlassen. Es sei eine I ^unte und dann gerettet wurde, glitt sein Karne- Schulung, der Berufsangehörigen des Backgewerbes rQ$) l>cr bereits die Leiter erfaßt hatte, wieder ab vorgesehen. In Ausammenarbeit mit dem Institut I Witter die Eisdecke, so daß seine Rettung für Bäckerei wurden ständig Bewertungen von I mehr möglich war. Seine Leiche konnte noch Probebroten vorgenommen, um jeden Backbetrieb geborgen werden. ; «ten ter Kontrolle feiner ßeiffamgen ans Fehler Neuer siälleeinbruch in Dänemark. ■ und Mängel cm RMtoff oter bei ter ^erftettung jft über Dänemark I hereingebrochen. Dienstag sind die Temperaturen von 5 Grad Wärme auf 15 Grad Kälte gesunken, während gleichzeitig S ch n e e st ü r m e von außer- ordentlicher Heftigkeit toben. Von zahlreichen Plätzen wurde eine Windstärke von 14 Metern in der Se- hmte gemeldet. Wie um die Weihnachtszeit hat auch diesmal der Verkehr unter dem Witterungsumschlag gelitten, da in erster Linie der Kraft- wagenverkehr infolge meterhoher Schneeverwehungen unterbrochen wurde. Allein im Gebiet von Kopenhagen mußten innerhalb von zehn Stunden mehr als 60 Kraftwagen abgeschleppt Das gilt nach Maßgabe des Kreisverfassungsrechtes werden, weil sie zum Teil eingefroren oter bei Ver- auch für die Aufgaben der S e l b st v e r - kehrsunglücken zu Schaden gekommen waren. Das waltung des Landkreises. Der Lattdrat ist in meteorologische Institut hat eine Zunahme d e s allen Fragen die zusammenfassende, maßgebende Frostes angekündigt. Gleichzeittg teilte das In- Stelle; er hat für engste Zusammenarbeit aller staat- jtitut mit, daß die dänische Wetterwarte rm Nördlichen Dienststellen und ter Dienststellenter Körper- osten Grönlands am Montagmittag einen Luft- schäften und Anstalten der Selbstverwaltungen in druck von 799 Millimetern gemeldet hat, seinem Kreise Sorge zu tragen, sowie dafür, daß er womit nahezu der Weltrekord vom Jahre 1907 er- in allen für die Gesamtverwaltung seines Kreises re-id)! ist, als man in Riga einen Luftdruck von wichtigen Dingen der Verwaltung ausreichend unter- Milimetern beobachtete. Seit dieser Zeit ist etwas richtet und gegebenenfalls in die Bearbeitung ein- Aehnliches nicht wieder festgestellt worden, geschaltet wird. Der Landrat unterrichtet den Kreis- 40 Grad Kälte im Valttkum. leiter über alle wichtigen Vorhaben und Maßnäh- Der ^teuch falter Luftmassen in den Raum ter baltischen Staaten hat einen Temperatursturz . - ’ von ganz ungewöhnlichem Umfang bewirkt. Noch III. am Montagfrüh wurden in Riga 0 Grad gemessen. Der Kreisletter hat sich jeglichen Eingriffes in die Im Laufe der folgenden 24 Stunden hat sich eine laufende Verwaltunqsführung zu enthalten. Der Ternperaturfenkung um 30 Grav er- " geben. Aus allen Orten werden Kältegrade gemeldet, die noch die Temperaturen der fetzten Frost- periote während der ersten Hälfte des Januars unterschreiten. Melfach wurden Kältegrade von 40 Grad und mehr registriert, Temperaturen, die, solange im Balttkum systemattsche Messungen vorgenommen werden, noch niemals verzeichnet wurden. Die Kältewelle ist in vielen Fällen mit Stürmen verbunden. Dor allem zeigten sich erhebliche Verkehrsstörungen. Ein großer Teil der Autobus-Verbindungen ist unterbrochen. Die Telephonleitungen sirid teilweise gestört.^ Im Eisenbahnverkehr ergeben sich erhebliche Derspatun- gen. Die Volksschulen wurden bis auf weiteres geschlossen. Eingeschneiter Schnellzug Valencia—Saragosia befreit. n ter- H a a n 1 a> e n e r -. Die vorstehenden Bestimmungen gelten sinngemäß Rahmen seiner geschäftlichen auch für die Zusammenarbeit zwischen Kreis- lieblich der Landrat-lleiter und Oberbürgermeister. wurden durch den Sturm abgedeckt. An einigen Orten sind alle Fensterscheiben vom Sturm eingedrückt worden. In Illinois und Iowa sind viele Verkehrswege eingeschneit. Die Ausläufer des Sturmes reichten bis Florida, wo einige Farmechäuser beschädigt wurden. Im Süden von Alabama wurden sechs Neger vom Sturm getötet. Die Hitzewelle in Argentinien hält an. In den nördlichen Provinzen von Argentinien hält die Hitzewelle an und hat sich noch verstärkt. Es wurden Temperaturen bis zu 40 G r a d im Schatten gemessen. 35 Personen sind am Hitzschlag gestorben. Grohfeuer im Hafen von Surabaya. Im Hafen von Surabaya (Niederländisch-Indien) brach am Sonntag früh ein Großfeuer aus. Die Anlagen des Torflagers gingen in Flammen auf. Auch 6er japanische Torfkonzern wurde #um Teil mit ein Opfer der Flammen. Die Tanks der „United Mo- lasses Compagny“ wurden durch die Flammen ernstlich bedroht. Einige Schiffe, die im Hafen liegen, liefen wegen Feuersgefahr aus._____________________ Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 41,5 bis 45,5 Rpf., Bullen 17,5 bis 49,5, Kühe 12 bis 44,5, Färsen 35 bis 44,5, Kälber 37 bis 64, Schafe 42a bis 47,5 Rpf. je Pfd. Lebendgewicht. Für Schwein» wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,09 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,09 RM., b2 120 bis 134,5 kg) 1,09 RM., c (100 bis 119,5 kg) 1,07 RM., d (unter 100 kg) 1,01 RM., e—f (unter 80 kg) —,97 RM., gl (fette Specksauen) 1,09 RM., i (Altschneider) 1,09 RM., g2 (andere Sauen) 1,01 RM. und h (Eber) 1,01 RM., — Marktverkauf: alles ausverkauft und zu- geteilt. Mein-Mainische Börse. Aktien nachgebend. Frankfurt a. M., 16. Januar. Das Börsengeschäft war heute noch stiller als am Vortage, da allgemein starke Zurückhaltung herrschte. Das Anlageinteresse der Kundschaft richtet sich im wesentlichen auf einzelne Gebiete des Rentenmarktes, da- gegen wollte man am Aktien markt kleme Abgaben beobachtet haben, zu denen sich außerdem kleine Glattstellungen des Berufshandels gesellten. Die Haltung war daher bei sehr geringen Umsätzen überwiegend nachgebend. Im allgemeinen hielten sich die Rückgänge bei etwa 1 v. H. Stärker ermäßigt aber Aschaffenburger Zellstoff auf 103,50 (106,90), Contl Gummi auf 207,25 (209,50) und nach Pause Akkumulatoren auf 240 (243). Ferner eröffneten Mannesmann mit 113 (114), Berem. Stahl mit 104,90 (104,75), AEG. mit 124,25 (123), Metallgesellschaft mit 128,13 (129,50) und Adlerwerke mit 99 (100), andererseits IG.-Farben mit 169,25 (168,50) und Heidelberger Zement mit 151 (150,50). Arn Rentenrnarkt wurden vornehmlich Pfandbriefe, ferner Schatzanweisungen gefragt, im übrigen war das Interesse auch hier ruhiger. Pfandbriefe wurden mangels entsprechenden Angebots vielfach wieder gestrichen oder repartiert. Liqui- Pfandbriefe teilweise leicht nachgebend, dagegen Jn- duftrie-Obligationen meist 0,25 bis 0,50 v. H. hoher; 6 v. H. Hartmann & Brau v. 28 nach Pause 106 rat. (zuletzt 104,50). Staatspapiere und Stadtan- le'chen waren wenig verändert. Reichsaltbesitz 0,50 v H. schwächer mit 140,13, dagegen Reichsbahn-VA. 125 75 (125,50) und im Freiverkehr Kommunal- Umschuldung 95,25 (95) sowie Steuergutscheine 1 etwa 10 Rpf. höher. 3m Verlaufe hielt die Zurückhaltung und Ge- schäftsstille in vollem Umfange an, die Kurse wiesen eher weitere leichte Rückgänge auf. JG.-Farben 168,75 nach 169,25, Verein. Stahl 104 nach 104,90. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdrgckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Die Zeitung im ist ein täglicher Bries von Hause". Sie bringt Grüße ass der Heimat imb hält den Äontatt mit der Wett. Daher ist ein Feldpost- ZeitungSabonnement eine ganj besondere Freude füi den Sol- tzaten; denn die Zeitung erinnert täglich au den Spender und tragt Entspannung.— Erbauung «rd Freude au die Front. Was ein Wunschkonzert für das Ohr, daS ist die Zeitung für das Herz. ? ? ? ^? — der raucht auch nicht — ? ? ? 2? e ^Kinder, tote sollten dem Heinz 'was Nettes im» Feld schicken — dem Jungen müßen wir 'ne besondere Freude machen. Was kann man dem schickend „Wenn ich einen Bräutigam hätte, bann wüßte ich schon, was ich dem ins Feld schicke — — — und außerdem würde ich ihm unter Der Feldpostnummer die Zeitung abonnieren!" Statt Karten Alzey, den 17. Januar 1940. 263D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer Heben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Dr. med. Heinrich Topp und Frau Mathilde, geb. Repp. Witta einmal in der Woche Samstags 1-2 Stund, gesucht. owe Läufer Wagengasse. Unabhängige Krau oder Mädchen zum Kochen bis nach d. Spülen gesucht. Schrift!. Angebote unter 269D a. d.Gietz. Anzeiger erbet. Familiendrucksachen Nachlaß-Versteigerung. In Hungen versteigere ich am Donnerstag, dem 18. d. M., ab 10 Uhr vormittags, im Restaurant zum Hessischen Haus aus Nachlaß meistbietend gegen Barzahlung: 2 komvl. Betten, 1 Waschtisch m. M., 2 do. Nachtschränkchen, 1 zweitür. Kleider- und 1 Wäscheschrank, 1 Sviegelschrank, 1 Pliisch- sofa, 1 Sekretär, Regulator, Tische, Stühle, sowie Herren-Kleider, -Mäntel, -Unterwäsche, Tisch- u. Bettwäsche, Reisetaschen, Vorhänge, Nivv- und Aufstellsachen und sonstiges Ungenannte. Bersteigerurg bestimmt. £. Lktthoff, Gießen Walltorstraße 16 2goä Telefon 4266 Gerichtlich beeidigter Taxator für den Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden muh. 2580 9. und 10. Vorauszahlungsrate der Grundsteuer 1939, 3. Rate Gewerbesteuer 1939 und die infolge endgültiger Veranlagung nachzuzahlenden Beträge, 4. Ziel Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren 1939. Gießen, den 16. Januar 1940. Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.) Bekanntmachung. Die für Januar bis März 1940 gültigen Zusatz- Ecifenkarten für Kinder bis zu 2 Jahren und für Kinder von 2 bis 8 Jahren können ab Donnerstag, dem 18. Januar 1940, auf den zuständigen Bezirksgeschäftsstellen in der Zeit von 8 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr abgeholt werden. Der Lebensmittel- Personalausweis ist vorzulegen. Aerzte und in der Krankenpflege tätige Personen erhalten ihre Zusatz-Seifenkarten nur auf der Zentralstelle, Liebigstraße 16, Zimmer Nr. 1. Gießen, den 17. Januar 1940. 267C Der Oberbürgermeister. Wirtschaftsamt. Bekanntmachung. Ab heute drei Eier. 273D In der Zeit vorn 17. Januar bis 31. Januar werden auf die vom 15. Januar bis 11. Februar gültige Reichs- Inrte für Marmelade, Zucker und Eier zunächst drei Eier ausgegeben und zwar auf den Abschnitt a für Eier ein Ei und auf den Abschnitt b für Eier zwei Eier. Infolge des starken Frostes sind gewisse Transportschwierigkeiten aufgetreten, sodaß die Eier nicht sofort in sämtlichen Einzelhandelsgeschäften vorhanden sein werden. Die Verbrauck)er werden hierfür das entsprechende Verständnis aufbringen. Auch sind infolge des Frostes die Schalen der Eier mitunter gesprungen, was aber dieGenußtauglichkeit der Eier nicht vermindert. Dame sucht gut möbl. Zimmer für sofort. Schr. Ang. unt. 0167 a. d. G. A. Möbliertes Zimmer für Angestellten sofort gesucht. Autohof Otto Göbel Tel. 3021. l 274O Stellenangebote' Hine Zeugnisse in Urschrift lonoem nur Zeugnisabschriften oem Br- werbungSichretben beilegen 1 - Lichtbilder undBewerbungSunter- ¥gen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus oet Rückseite R» men und 'Anschrift oefi Beweibeti Saara t Tüchtig.,verheir. selbständiger Mütter für sofort in Dauerstellung gesucht. old Luhmühlen- Gesellschaft Lützellinden. Zeilunpsträgerin für nachm. etwa 1% Std. ges. o5Xo Walltorstr. 21. Zuverlässige Putyfrau iu Dauerstellung gesucht. Zu er- Verlobungsanzelgen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Landgerichtsbezirk der Provinz Oberhessen und Versteigerer. LICHTSPIELHAUS HEUTE Mittwoch Erst-Aufführung des neuen Spitzenfilms der Terra: s SA 1J t W Nach der Operette „Der Opernball“ von Richard Heuberger Monhlöoco von3bis20v*H‘erhaltenSiebelwieflBh RdLIIIdddU holten Veröffentlichunaen einer Anzeigei | Mietgesuche"] HiniJolinj. mit Bad u. Heizung möglichst im Sudviertel zum 1. April ob. 1. Mai gesucht. Schr. Ang. unt. 2620 a.ü. G.A. Dfluermieter sucht zum 1. Februar 1 bis 2 möbl. Zimmer Nähe Marktplatz bevorzugt. Schriftliche Angebote unt. 0169 an den Gießener Anzeiger erbet Junge Frau aus d. geräumt. Gebiet sucht für sich und l’/aiäbr. Knaben 1 oder 2 möbl.wamZimm. Wasch- u. kleine Kochmöglichkeit muß vorh. sein. Schr.Angcb.unt. 271Dand.G.A. fragen in d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. loiee Wegen Heirat d. jetzigen, suche ich für kl. 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Arzt Lieh, Gießener Straße 1 — Ruf 209 Lieb Sprechstunden täglich von 14 — 16 Uhr. 0163 Dissertationen liefert Brühl'sche Druckerei (BtöBeres Merk öet Glfenötunfle in (Siegen sucht für baldigen Eintritt od. später tüchtige, gewandte WWW Schriftliche Bewerbung, mit Lebenslauf unter 266D an den Gießener Anzeiger erbet. Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8 jähriger Schulbildg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits vor Ostern stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Ein-und halbjährige Handels- | Verkäufe""] | Empfehlungen] (lackiert) und Wäschemangel umzugshalber zu verkaufen, om Hcnselstr. 6 J. Kaufgesuche Haus in Gießen bei hoherAnzahlung direkt vom Besitzer zu kaufen gesucht. Sckr. Ang. unt. 0161 a. d. G.A. 1-2 Familieo- KiDderwaöeo in großer Auswahl 5 erhalt- finh. hi0 nfpirht>n Anaaben wie Diesen Stoff konnte Johann Strauß ganz aus den Erleben des Tänzerischen heraus gestalten und den Tanz zum stilbildenden Moment erheben. Obwohl prickelnd, hält sich die „Fledermaus" frei von dem Satirischen, Bissigen der damaligen Pariser Operette. Menschliche Schwächen werden wohl ausgedeckt, aber man belächelt sie mit herzlichem Verstehen des Wiener Gemüts. Selbst noch vorzusm- dende Trivialitäten des Textes läßt Strauß ver- lenderjahres 1939 für alle in dessen »erlauf bei | ihnen beschäftigten Gefolgschaftsmitglieder Belege über die einbehaltenen Steuerabzüge auszufert'.gen. Die hierfür in Betracht kommenden Steuerkarten, sowie Lohn- und Wehrsteuerüberweisungsblätter sind bis zum 15. Februar 1940, die Lohnzettel für Arbeitnehmer mit über 8000 RM. (früher 8400 RM.) Bruttobezügen bis zum 31. Januar 1940 an das zuständige Finanzamt einzusenden Bei der Ausschreibung sind die neuen Anordnum gen des Reichsfinanzministers vor allem hinsichtlich der besonderen Eintragung des Kriegszuschlages sorgfältig zu beachten. Bei der Kirchensteuer, die nach den Eintragungen auf der Steuerkarte von den Kirchengemeinden errechnet wird, darf {pater nur die Lohnsteuer, nicht auch der Kriegszuschlag oder die Wehrsteuer berücksichtigt werden. Im einzelnen ist nach dem Runderlaß des Reichsfinanzministers vom 5. Dezember 1939 folgendes zu be= Akt war eine schwungvolle Steigerung bis zum äberschäumenden Champagnertaumel des Finale Der S)örer ließ sich willig bannen und wurde immer mehr erfaßt von dem, was von der Buhne aus- Jm Anschluß an diese Uebertegungen wurden die Hauptprobleme des wehrwirtschaftlichen Ausbaues der deutschen Volkswirtschaft nach 1933 einer eingehenden Betrachtung unterzogen und gezeigt, zu welchen Grundmahnahmen der Führer durch die handelspolitischen Störungsmaßnahmen Englands in der Form eines mehr oder weniger versteckten Handelskrieges gezwungen wurde. Die wehrwirtschaftliche Vorbereitung erhalt erst ihren Sinn durch das, was sie für einen möglichen achten. Die (Eintragungen auf den Steuerfaden. über 8000 R7N. Für Gefolgschaftsmitglieder, deren Jahresarbeitslohn 1939 den Betrag von 8000 RM. überstiegen hat — diese Grenze gilt erstmals für 1939 (früher: 8400 RM.) — sind besondere Lohnzettel auszuschreiben und bis zum 31. Januar den Finanzämtern einzureichen, in deren Bezirk die betreffenden Gefolgschaftsmitglieder wohnen. Aus den Vordrucken sind anzugeben: Art und Höhe der Bezüge, sowie die Höhe der einbehaltenen Beträge an Lohnsteuer. Kriegszuschlag und gegebenenfalls Hauptprobleme der Kriegswirtschaft Oer zweite wehrwiffenschastliche Vortrag der Universität. Wie der Eröffnungsvortrag am vorigen Donnerstag, so war auch der zweite Abend in der Reihe der wehrwissenschafllichen Vorträge unserer Universität am gestrigen Dienstag wiederum ein eindrucksvoller Beweis für das starke Echo, das diese Veranstaltung gefunden hat. Wieder war der Große Hörsaal bis zum letzten Platze besetzt, und auch diesmal mußten sich zahlreiche Besucher mtt einem Stehplatz begnügen. Die große Hörerschaft setzte sich aus zahlreichen Angehörigen der Partei mit Kreisleiter Backhaus an der Spitze, vielen Offizieren, Unteroffizieren und Männern der Wehrmacht und des Reichsarbeitsdienstes, einer großen Anzahl von Studenten und Studentinnen, owie vielen Volksgenossen aus der Gießener Bevölkerung zusammen. Professor Or. Witteke Dorn, taumelt, fuchtelt hilflos mit dem Schirm hol sich dann aber wieder in der Gewalt und strebt der nächsten Bank zu, um den Schock zu überwinden. Dies alles beobachtet anaespannt der Uebeltäter, noch immer feixend und offenbar unfähig, sich klar zu machen, was er der Greisin angetan hat. Jetzt aber verfolgt er staunend wie sich die Alte nach allen Seiten wendet, wie sie plötzlich den Lall entdeckt und ihn — in einem Anfall von höchstem Ein Knall — ein Schrei der Entrüstung! Muf Den Angriff folgte der Gegenangriff. Das alte Mütterchen, noch an allen Gliedern zitternd, sinkt nun erschöpft auf die Dank nieder, während der Bengel mit verbissener Miene den klägttchen Le^etzen aufhebt, der einmal ein schöner, praller Fußball und die Zierde seines Geburtstagstisches gewesen ^Es giftet ihn, der bösen Alten noch eins auszu- wischen, Rachegefühle quellen in ihm auf. Doch schon meldet sich die Angst vor den Erklärungen, die er seinen Eltern abzugeben hatte, die Angst vor der väterlichen Strafe. Und in seiner Hilflosigkeit findet er keinen anderen Ausweg, als zu weinen. Die dicken Jungenstränen fallen auf den-Fetzen m feiner (inmal so jung!" Gegen Abend an solchen Sommertagen kommt (ine Frau mit ihrem bleichen Jungen. Er liegt m linem Wägelchen auf Gummirädern, seine Finger -nd fast durchsichtig, seine Augen wirken unnatürlich :roß er kann nicht sprechen, er stammelt nur, und ianchmal zeigt er in die rosafarbenen Wolken, ganz 'iiitzückt. Unermüdlich antwortet die Mutter auf die tragen, die sie schon tausendmal geduldig beantwortet hat. Der Junge ist gelähmt von Kindheit an. 3enn ein erster kühler Wind geht, fährt die Frau f)ren Sohn nach Hause. Später kommen die Liebenden, sie bleiben langer, L[g die Frauen, die sich ermüdet einen Augenblick fcbßn und in den grünen wuchernden Wallgraben würfen Sie haben es nicht eilig, nichts wartet auf ie, sie haben sich und sie blicken nur sich selber an. Staunend, als wäre es zum erstenmal, sehen sie m Ben Augen des anderen das eigene Bild — Auch sie sind verschollen im Winter Verschollen, wie alle Schwüre und Seufzer, Tranen und Dor- -Dürfe, wie die Buben im Dusch, die alten Frauen, Die von ihrer Kindheit nichts mehr wissen, ver- chwunden, wie die Mutter und ihr sonnenhungriger Sohn. Der Winter hat sie vertrieben. Aber sie werden wiederkehren, unter denselben Bäumen und anderen Wolken und manchmal auch mit anderen Gesichtern. r- Nehmt Rücksicht bei der Bestellung des Arztes. Da eine -rotze Anzahl von Aerzten zum Heeresdienst eingezogen ist, muh die ärztliche Betreuung ider Zivilbevölkerung von einer geringen Anzahl der honst tätigen Aerzte wahrgenommen werden. Es wird darum nochmals dringend an die Volksgenossen appelliert, die Bestellung des Arztes zu Hausbesuchen möglichst vormittags vor 9 Uhr au,UP geben, damit der Arzt in der Lage ist, feinen De- fuchsgang zweckmäßig und rationell zu gestalten. Dies ist nicht nur deswegen erforderlich, bannt Die erhöhte Arbeitslast des einzelnen Arztes bewältigt werden kann, sondern auch deswegen, weil mit den vorhandenen Benzinvorrüten sparsam umgegangen werden muß. Wer diese Notwendigkeit nicht berücksichtigt sondern unbedacht seine Bestellung nicht rechtzeitig abgibt oder den Arzt unnötig rüst, schädigt damit seine anderen Volksgenossen und gefährdet unter Umständen ihre rechtzeitige und ordnungsgemäße ärztliche Versorgung. OivuiuriiHvcii uuffuf «ir“, --- • . ; m — fähiger älterer Herr, ausdrucksplastisch m der Pantomime. Anneliese Garbe in der Hosenrolle des »ringen Orlofsky, exaltiert und uherfatfigt, enttvik- teste mannigfaltige darstellerische ihrem Lieb gab sie sich mit WE-* Echtheit, Dm vertrottelten Gerichtsdiener Frosch stattete Harry G r ü n e t e mit eigenen humorvollen Zu gen aus. In das zweite Finale reihte sich eine Tanz einige (Polka) „Anno 1880" ein mit Thea, Maaß und Harry Grüneke als gewandte Dortanzer und der Tanzgruppe, die fast elektrisierend aus die Zuschauer sich auswirkte. Alle übrigen Mitspieler halfen zu ihrem Teil mit bestem Gelingen an dieser überaus mitreißenden Aufführung, die den Hörer zu stürmischen Bei fall shuldf gun gen heraus forderte. Dr. Hermann Hering. In den Ende 1939 im Besitz des Detnebsfuhrers befindlichen Steuerkarten find auf der jro eiten Seite unter Lohnsteuer- und Wehr- fteuerbefd)einigungen für das Kalenderjahr 1939" zunächst die. Zeitdauer der Beschäftigung in 1939 (Sp. 1, 2), sowie die Gesamtsumme des m dieser Zeit ausgezahlten Bruttolohns emschl. der Sachbezüge (Sp. 3) einzutragen. Dabei sind alle Lohnzahlungszeiträume zu berücksichtigen, die im Kalenderjahr 1939 geendet haben, also z. B. auch die Lohnwoche vom 31. 12. 38 bis 6. 1. 39, nicht aber die Lohnwoche vom 30. 12. 39 bis 5. 1. 40. In Spalte 4 ist bei wehrsteuerfreien Arbeitnehmern neben dem vorgedruckten Buchstaben a die einbehaltene Lohnsteuer einzutragen, neben b ein waagerechter Strich zu machen; ist bei ihnen K r i e gs- zuschlag einbehalten worden (bei Monatsgehältern von 235 RM. oder darüber, bei Wochenlohnen ab 54,50 RM ), so ist unter b handschriftlich ein c hinzuzusetzen und die Hohe des Kriegszuschlages neben diesem c einzutragen. Bei wehrsteuerfreien Arbeitnehmern mit Bezügen von nicht mehr als 78 RM. monatlich oder 18 RM. wöchentlich genügen in den Spalten 3 und 4 einfache schräge Striche. Am Schluß der zweiten Seite der Steuerkarte sind dem Vordruck entsprechend die Merk m a l e der Steuerkarte 1940 einzutragen; diese Eintragung unterbleibt wenn eine Steuerkarte 1940 Nicht torliegt (z. B. bei Ausscheiden des Arbe.weh- mers aus der Stellung am 1. Januar 1940). Nach Vornahme dieser Eintragungen ist die Steuerkarte 1939 an das Finanzamt einzusenden, bas auf der Vorderseite der Steuerkarte 1940 ausgedruckt ist, bei Nichtvorlage der Steuerkarte 1940 an das auf der Steuerkarte 1939 angegebene Finanzamt. Besondere Lohn- und Wehrsteuerüberweisungs- schneidiger Lebemann mit Beweglichkeit und Sie. gessicherheit, ein Schwerenöter, der seine weibenden stimmlichen Reize mit schönem glanzvollen Singen 1 ' , . -ain romt Perser Wehrsteuer. Die Lohnzettel können auch an bte Stelle der hier entbehrlichen Lohn- und Wehrsteuer- descheinigungen. auf die 2. Seite der Steuerkarte g e« klebt werden. Verlängerung der Frist für die Einsendung der Vordrucke. Die am 15. Februar 1940 ablaufende Frist für die Einsendung der Lohn- und Wehrsteuerbelege kann von dem Finanzamt nur in besonderen Ratten verlängert werden, wenn die Einhaltung der uri|t nur schwer möglich ist. Arbeitnehmer, die ihre Steuerkarte 1 939 selbst in Besitz Haden, z.B. weil sie zur Wehrmacht einberufen sind oder Ende 1939 in keinem Dienstverhältnis tehen, haben ihre Steuerkarte 1939 dem Finanz- amt ihres Wohnortes einzusenden. Dabei haben sie ihre Wohnung am 10. 10. 1939 und, falls sie eins Steuerkarte für 1940 erhalten haben auch die Behörde genau anzugeben, die die Steuerkarte 1940 ausgeschrieben hat. Aus -er Stadt Gießen. Einsame Lank im Winter. Der Mond ist wie eine silberne, abgewetzte Hmernsichel; silbern aus Fleiß. Es ist die zehnte Dendstunde. Der Schnee seufzt unter meinen Irib ten, wie jene rotbraunen Gummipuppen seufzten, tee'einstmals Mode waren. Sie quäkten, wenn man jfnen auf den Bauch drückte, aus einem bledjernen Gläschen auf ihrem Rücken entwich die Luft. Ich komme an der Bank vorbei, die im Sommer techt umbuscht ist, jetzt aber einsam und schneebedeckt cht. In den Frühlingsnächten ist sie nicht allein, der jetzt sind nur die dünnen, gebogenen Lanzen hr kahlen Zweige um sie. Greift der Wind hinein, irren sie fast — Im Sommer sitzen nachmittags alte Frauen da, je schimpfen über Buben, die sich im Gebüsch brumbalgen, verbotenerweise natürlich; aber macht V sonst etwa Spaß? Manchmal gesellt sich ein alter ftann zu den Frauen, und mitunter ist er, o WuM J»r sogar milder als die Frauen in der Beurteilung vom Institut für Wirtschaftswissenschaft unserer Universität sprach in einstündigem und sehr aufschlußreichen Vortrag über das Thema „$) a u p t- Probleme der Kriegswirtschaft . Auf der Grundlage eines Vergleichs zwischen der politischen und der wirtschaftlichen Lage um 1870 und 1914 legte der Redner zunächst dar, unter welchen historisch-politischen Bedingungen die Wirtschaft iw Kriege zu einem Problem der „Kriegswirtschaft wird. Es wurde dabei die Frage erörtert, inwieweit man 1914 die Notwendigkeit einer Wehrwirtschaft- lieben Vorbereitung des Krieges geschen hat, und wie sich die Verhältnisse im Hinblick hierauf 1933 grundlegend geändert Hoden. Bei der Erörterung dieser Frage wurde die Einstellung Bismarcks gewürdigt und die Auffassung Schlieffens kritisch be- br Jugend. Vielleicht hat er selber einst tn man» oem Gebüsch sich gebalgt. Dann lächelt er, fern Hart zittert, die Gedanken hinter der gelben, zer- hitterten Stirn denken: „Noch einmal, ach, noch Gießener Gtadttheaier. Johann Ttrantz: „Die Fledermaus". Als der junge Johann Strauß mit feinen ersten Walzern an die Oesfentlichkeit trat, da ließen sich Stimmen vernehmen, er möge doch lieber bei Der Polka bleiben. Und als der inzwischen anerkannte „Walze rkönig" sich der Operette zuwandte glaubte man, ihm durchaus nicht überall beipflichten zu können. Und doch, schon sein drittes Werk dieser Gattung wurde zum vorbildlichen Markstein m Der Geschichte der leichten Musik, zur unbestrittenen Königin der Operette". Als die „Fledermaus am 5. April 1874 die Erstaufführung erlebte, da war der Erfolg nicht so durchschlagend, wie wir ihn nach der heutigen Wertgeltung des Werkes vermuten mochten. Nach 16 Aufführungen verschwand sie vom Spielplan, während andere, weniger wertvolle Operetten es zu langen Folgen von Aufführungen brachten Neben ablehnenden Steuerungen findet sich auch das Urteil: „Wir wollen seine Operette nicht in den Himmel heben, sondern hübsch auf Ei^en bleiben, daß der Mann nicht übermütig wird". Erst die stürmische Anerkennung, die die „Fledermaus" in Berlin fand, wirkte auf das urteil der Wiener zurück und von nun an war sie das Eine alte, gelbgesichtige Dame schnurrt mit sichtigen Schrittchen durch den Park, die Neige des Sommers ausjutoften. Mit Andacht s-nietzt st- chre kleinen Augen blinzeln vor Behagen. Welche Selig- feit, atmen und sich bewegen zu können! An den naben Blätterfall denkt sie nicht — den furchtet sie. Da schreckt die Greisin, die bei jedem Wetter einen Regenschirm mitführt, Lärm von Kadern auf. Em Rudel Jungen jagt hinter einem Fußball her. „Tor. Tor'" schreien sie in Erwartung des entscheidenden Schusses. Doch schon setzt ein achtjähriger Knirps mit pfiffigem Gesicht den rechten Fuß auf den Ball dreht sich lachend zu seinen Kurn^nen um und kräht laut: „Jetzt mal aufaepaßt ..! Und schießt nn nächsten Augenblick den Ball statt ins montierte Tor Werk der Operettenbühne. Din französisches Vaudeville „Reveillon", das vom Theater an der Wien angekauft worden war, gelangte nicht zur Aufführung. Dafür wurde es von bewährten Bühnenfachleuten C. Haffner und besonders aber dem nicht unbekannten Dperettentom« p an i ft en Richard Genee, der besonderen opurfinn für die Eigenheiten des Walzerkönigs bewies, umgearbeitet. Es erstand so ein Buch, das in feiner bewegten Handlung nach Musik verlangte und die Gelegenheit und Möglichkeit für diese organisch aus dem Geschehen herauswachsen ließ und nicht absichtlich für die Einschaltung von Musikstücken in der sonst meist üblichen Weise zugeschnitten war. strahlte. Voran Eva Eckert als „Rosalinde" von vor- nehmem Reiz und frauenhafter Wurde, überzeugend in ihrer überlegenden Gestaltung, temperamentvoll sich mit schöner gesanglicher Lime entfaltend, lumjil im Czardas mit rassiger Mut und großem Feuer Mit perlender Koloratur führte sich Ly Br u j a (B als „Adele" ein, erfüllt von ßebensubermut «SS«? lichen Vordrucken sind die gleichen Angaben wie sonst auf den Steuerkarten zu machen, nur brauchen, da die Steuerkarte 1940 regelmäßig nicht vor- liegen wird, bei Angaben hierüber nicht aemacht zu werden. Die ausgefüllten Vordrucke sind daher auch stets an das für die Betriebsstätte des Arbeitgebers zuständige Finanzamt' einzusendem Die Ausstellung der Lohnzettel bei Bezügen Krieg und seine wirtschaftliche Durchführung zu leisten vermag. Diese Ueberlegung führte zu der Kriegswirtschaft im engeren Sinne. Es wurde dar- gestellt, welche Hauptaufgaben der Kriegswirtschaft ich aus der politischen Notwendigkeit einerseits und der Logik Der wirtschaftlichen Dinge anderseits ergeben: Bedarfsumstellung, Produkttonslenkung, Kriegsfinanzierung und Kriegswirtschaftsorgamsa- tl°®enn England glaube, Deutschland zwar militärisch und politisch nicht besiegen zu tonnen wohl ober mit Den wirtschaftlichen Waffen, so müsse auf Grund einer weitgehend vorbereiteten, konstruktiv aufgebauten und straff gegliederten deutschen Kriegs- wirtschaft gesagt werden, daß auch auf diesem Gebiet England zu spät komme. Den mit großem Interesse lauschenden Hörern wurde durch diesen Dorttag ein Einblick in die Zusammenhänge der verschiedenen wirtschaftlichen Probleme und Aufgaben, Die Der Krieg zwangsläufig gestellt hat, gegeben und ihnen dadurch diS UrteilsbilDung über manche Fragen Der Gegenwart erleichtert. Starker Beifall brachte dem Vortragen- Den Den Dank Der Hörer für seine fesselnden Darlegungen zum Ausdruck. Dornotizen. arbeitung Höhepunkte, die über den Rahmen der Gattung hinaus berechtigte Geltung forDern. Fast al* ein Gegenstück Der Beckmesser-Pantomime aus Dem dritten Akt von Richard Wagners Meister- fingern" möchte man die melodramatische Szene des Gefängnisdirektors bei feiner Heimkehr am Mor- Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Die Fieder- maus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „War tanzen um die Welt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Opernball". — Oberhessischer Kunstverem: 17 bw 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Stadttheater Gießen. Heute erste Wiederholung Der Johann-Sttchch- Operette „Die FleDermaus". Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Harry Gruneke, Chöre Richard Bveck, Tänze Thea Maaß. 16. Vorstellung der Mittwoch-Miete. Rodelbahnen in den Anlagen. Das Winterwetter läßt die Kinder, Die einen Ro* delschlitten besitzen, nicht in Der Stube bletben. So- I weit sie noch nicht in Der Schule sind, machen sie blätter. Besondere Lohn- und Wehrsteuerüberweisungsblätter sind nur auszuschreiben, wenn Der Arbeit- geber für im Kalenderjahr 1939 bet chm beschäftigt gewesene Arbeitnehmer die Lohn- und Wehrsteuerbescheinigungen auf der zweiten Seite der Steuerkarte 1939 beider Entlass u ng — viel- leicht versehentlich - nicht aus geschrieben bat oder Ende 1939 nicht ausfullen kann 3. W weil ihm die S t - u e r k a r t e 1 9 3 9 des Arbeitnehmers infolge seiner Einberufung zur Wehrmacht nicht vorliegt. Für wehrsteuerfreie Arbeitnehmer mit Arbeitslohn von nicht mehr als 78 RM. monatlich oder 18 RM. wöchentlich brauchen keine Ueberwel- Oie Einsendung der Lohn- und Wehrsteuer-elege Fristablauf am -IS. Februar -1940. - Oie gesonderte Eintragung des Kriegszuschlages. Don Or. W. Bickerich, Serlin. schmutzigen Hand. - , Klopft bei der alten Dame insgeheim der Dogei Erinnerung an? Durch Die halbgeschlossenen LiDer sieht sie wieder ihr eigenes Kind 'N Tranen aus- gelöst weil man ihm einmal einen Ball stahl, sie erinnert sich auch ihrer Enkelkinder und all ihrer Streiche und Händel. Reue nagt an ihrem mutter- lichen Herzen, und mit hoher, gleichsam abbittenöer Stimme ruft sie auch schon herüber: „Jungchen, Jungchen..." und „Komm doch einmal her zu mir!" Erst horcht der kleine Fußballspieler unalau- big auf. Doch der Tonfall Der Stimme ist starker als sein schluchzender Grimm. Er gehorcht t-hr, er setzt sich zögernd in Bewegung, und steht endlich m verlegenem, eher gespielten Trotz vor Der grau, um willig seine verschmutzten Bubenhande in Die trockenen Der Greisin zu legen. Mit angehaltenem Atem verfolgen d,e ftameraDen in einiger Entfernung Die unwahrscheinliche twme. Wird sie ihn zur Rechenschaft ziehen? Und der »all^ Viele Fragen schwirren Durch ihre Kopfe, was aber wirklich sich begitst, errät niemand. . In dem Blick, mit dem sich Das ungleick>e Paar betrachtet, in Der warm aufftromenDen Gute, Die Die stumpfen Augen Der Greisin sekundenlang erleuchtet liegt Das Geheimnis Dieser stummen Zwiesprache eines alten und eines jungen Her^s beschlossen. Beide bereuen und haben Den Wunsch, °r in b« Kreis feiner Spiest fameraDen zuruckkehrt, erklärt zwar selbstbewußt, daß ihm ein neuer, noch schönerer Fußball verspro chen worden sei. Er wirft sich 'N Die Brust und möchte nicht zeigen, wie Das kleine Erlebms ihn verwandelte. Er sah in Die Augen einer alten Frau, er sah in ihrem trüben Grau etwas Ergreifendes schimmern, und er weiß von Stund an daß er mit jenem wohlgezielten Schuß allem sich selbst gettof- I ^Cs°sttmmt schon, daß der Menschen Bälle in deq t Gotter Hand fin& gen ansehen. Die Ouvertüre als geistige Zusammenfassung Des Werkes wurde in ihrer schwungvollen, pointierten Art Die Basis für das kommende Geschehen. Das Orchester folgte willig und lieh Die unsterblichen Weisen unter Der Führung von Heinz M a r k - warbt frisch und unmittelbar aufleuchten Im Verein mit Dem Chor (Richard B o e ck) entfaltete sfch Wiener Schwung und Musikseligkeit. In sprühendem Leben ließ Harry Grüneke die Handlung auf Der Drehbühne s'ch «brollen m ihren von Karl Löffler mit vielem Bedacht aus- gestalteten Einzelsituattonen, fein Bemühen um Die Ausprägung Des Darstellenfchen ließ ihn besonders die Kräfte des Schauspiels nut heranz.iehen, ob- wohl in musikalischer Hinsicht Der e!T^au Opernkräfte erwünscht nahegelegen hatte. Der zweite ~ . r a........ — f f a n 1 ÄH III Aus Oer engeren Heimat SJl.-^POTt Auszeichnung für treue Dienste. * Watzenborn-Steinberg, 17. Jan. In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste wurden unserem Bürgermeister Karl Schäfer III., dem Gemeinde-Kassenverwalter Karl Maid und der Hebamme Frau Marie Straß he im, geb. Buß, vom Führer das s i l b e r n e T r e u d i e n st - Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienstzeit verliehen. Landrat Dr. Lotz überreichte Bürgermeister Schäfer die Auszeichnung mit herzlichen Worten der Anerkennung und des Dankes für seine Züchter. *♦ Ernennung beim Landratsamt. Der Herr Reichsstatthalter in Hessen hat die Kanzlisten Wilhelm S e l p p , Karl Sier und Karl Kühn beim Landratsamt in Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober zu Verwaltungsassistenten ernannt. ** Dienstjubiläum bei der Reichs« bahn. Der Betriebsschlosser Karl G e r l a ch Werrwstraße 6, kann morgen, Donnerstag, 18. Januar, auf eine 40jährige Tätigkeit -im Dienste der Reichsbahn zurückblicken. Der Jubilar gehört seit vielen Jahren zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Unseren herzlichen Glückwunsch zum Dienstjubiläum. *♦ Eine Einundsiebzigjährige. Am morgigen Donnerstag. 18. Januar, kann Frau Elise H e b st r e i t, geb. Müller, Crednerstraße 33, in körperlicher und geistiger Frische ihren 71. Geburtstag feiern. Frau Hebstreit ist Trägerin des silbernen Chrenkreuzes der deutschen Mutter. Seit fünf Jahrzehnten gehört sie zu den treuen Leserinnen des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zum Geburtstag. _________________ beit für unsere Ortsgemeinschaft aus. Schweres Unglück beim Rodeln. Zwei Kinder fof, zwei schwer verletzt. * Wetzlar, 16. Jan. Im Stadtteil Niedergirmes ereignete sich beim Rodeln ein schwerer Un- gl ü ck s f a l l, dem leider das Leben zweier Kinder zum Opfer fiel, während zwei weitere Kinder schwer verletzt wurden. In einer abschüssigen Straße, vor deren Benutzung zum Rsdetn sogar polizeilich gewarnt worden war, fuhren die Kinder auf chren Schlitten das steil abfallende Straßengelände hinab. Bei einer solchen Abfahrt streßen zwei Schlitten, die von den Kindern aneinandergehängt wa.en, in einer Straßen kurve mit einem plötzlich vor ihnen auftauchenden K r a f t w a g e n zusammen. Dabei wurden die fast zwölf Jahre alte Zur Vorbereitung dieser Wettkämpfe wurde die Vorturnerstunde durchgeführt Zu Beginn begrüßte Kreismännerturnwart Reuter die Turner und erklärte kurz den Wettkamps. Geturnt wird in der Kreisklasse und der Unterkreisklasse. Die Uebungen für Altersturner I (35 bis 50 Jahre) und der Altersturner II (über 50 Jahre) werden noch bekannt gegeben. Die Untertreise turnen in Dillenburg, Sinn, Wetzlar, Gießen und Alsfeld. Im Februar findet in Ober-Ursel ein Mannschaftskampf der Kreise 8, 9 und 11 statt, als Rückkampf für den im Dezember 1938 in Bad Ems durchgeführten Kampf, in dem der Kreis 8 den Sieger stellte. Nach einer Lguf« und einer Körper« Schulmigsarbeit im Fachamt Turnen, Kreis 8. Kreisfachwart Daupert hatte die Vereinsfüh- rer, Turnwarte und Uebungsleiter nach Gießen in den Turnsaal der Schillerschule zu einer Kreisvorturnerstunde eingeladen. Die turnerische Arbeit geht auch in der jetzigen Kriegszeit weiter, und die vorhandenen Schwierigkeiten werden überwunden. Gerade jetzt muß jeder Turner lOOprozentig seine Pflicht tun. b Als nächste Veranstaltung im Kreis gelangen die Meisterschaftskämpfe zur Durchführung. Diese sind ausgeschrieben für Turner, Turnerinnen, HI. und JV. weggeworfene brennende Streichholz entstand das Feuer. Nachdem K. durch die Hitze des Brandes erwacht und des Feuers nicht Herr geworden war, ging er nach Hause, ohne Feueralarm zu geben. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig. Der Anklagevertreter beantragte mit Rücksicht auf den wirtschpftlichen Schaden eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten und Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Angeklagte wurde der fahrlässigen Brandstiftung und der unterlassenen Hilfeleistung schuldig erkannt und zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zwei fahren und sechs Monaten, abzüglich drei Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Seine seitherige Unbestrastheit und sein im übrigen einwandfreies Leben bewahrten den Angeklagten vor höherer Strafe. , H. Sch. in Lauterbach war durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 14. November v. I. wegen Unterschlagung zu einer Gefängnis st rafe von fünfMonaten verurteilt worden. Er hatte einen Radioapparat gegen Eigentumsvorbehalt gekauft, eine. Anzahlung von 5,— RM. gemacht, dann aber, ohne weitere Zahlungen zu leisten, den Apparat veräußert. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. In der Berufungsverhandlung war der Angeklagte trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Berufung verworfen. *♦ Zahlungsanmahnung. Die Stadtkasse Gießen mahnt die 9. und 10. Dorauszahlungsrate der Grundsteuer 1939, die 3. Rate der Gewerbesteuer für 1939 sowie das 4. Ziel der Kanal-, Stra- ßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren für 1939 zur Zahlung an. *♦ Die Ausgabe von Zusatz-Seisen- (arten für Kinder erfolgt von morgen ab bei den zuständigen Bezirksgeschäftsstellen des stadti- schon Wirtschaftsamtes. Die Eltern der m Betracht kommenden Kinder mögen die heutige Bekanntmachung beachten. Strafkammer Gießen. Der O. K. aus Eichelsdorf, z. Zt. in Untersuchungshaft, war beschuldigt, am 12. Oktober v.J. m Elchels- dorf durch Fahrlässigkeit einen Brand verursacht und, als er das Feuer bemerkte, es unterlassen zu haben, sofort Hilfe zu leisten. Durch den Brand wurden zwei Scheunen und Stallungen, landwirt- schaflliche Maschinen und Geräte, sowie Getreide- und Futtervorräte im Gesamtwert von etwa 40 000,— RM. vernichtet. Der Angeklagte kam aus einer Wirtschaft, ging aber, weil es sehr spat geworden war, anstatt nach Hause in eine der abgebrannten Scheunen, um dort zu schlafen. Er zündete in der Scheune ein Streichholz an, das er dann wegwarf, und legte sich zum Schlafen. Durch das men. Für die vier noch lebenden Mitglieder des! Olten Vereins sprach das ehemalige Vorftandsmit« | glied Ludwig Luh I I I. Die Verschmelzung fand allgemeinen An-klang. Als ätin Körper Klarissas wie einen dunklen Fleck sehen. Ganz flach ist es hier, kann man da ertrinken? O ja, man kann es wohl. Wenn einem die Sinne schwinden, kann man auch hier ertrinken. Aber da sind diese Knaben, zwei Kinder, die von solchen Dingen eigentlich nichts verstehen. Sie sind anders, diese beiden, wie viele ihrer Alters, genossen, sie laufen in der Angst nicht davon, nein, sie legen die Arme um den schweren Körper und versuchen ihn aus dem Wasser zu ziehen. Es gelingt ihnen nicht, ganz ausgeschlossen, ihre Kräfte reichen nicht aus. Sie atmen beide schwer. „Tante Klarissa", keuchen sie, „wach doch auf, Tante Klarissa." Aber sie hebt die schweren Augenlider nicht, sie atmet wohl gar nicht? „Ist sie tot?" Frank flüstert es dem älteren Bruder zu, er fühlt sich merkwürdig von diesem Wort angerührt, ein bißchen wichtig und ängstlich zugleich. Neugierig sieht er in das große, ruhige und gelbe Gesicht der alten Frau. Rudolf ist der Aeltere, er ist auch wohl der Der- nünftigste. Er sagt: „Sie atmet ja, ich fühle es, daß sie atmet, aber wir beide kriegen sie nicht an Land. Ich werde mich hinknien und ihren Kopf gegen meine Schulter legen, dqnn ist er über dem Wasser und du lauf zu Jörs und sage, daß sie kommen sollen." Frank ist fast drei Jahre jünger als der Bruder, er farm nicht so schnell laufen, wie es Rudolf kann. Er ist auch nicht ganz so geschickt und vertrödelt sich gern, aber feiner soll jetzt von ihm glauben, daß er diesen Auftrag nicht schleunigst ausführt, das soll feiner glauben. Er fliegt nur so über den Waldweg, wendet nicht mal den Kopf, um zu sehen, bis wie- weit das Wasser an Land gekommen ist, und er kümmert sich nicht darum, daß ihm die Fußsohlen schmerzen, denn er ist es nicht gewöhnt, barfuß zu gehen. Jetzt hat er schon die abgeplattete Spitze des Sees erreicht, er kann über die Schilfwand hin das Haus des Fischers liegen sehen. „Herr Jörs", schreit er, „Herr Jörs." Seine Stimme ist schrill und spitz vom hastigen Lauf, der Gaumen ist ihm trocken. „Herr Jörs?" Er denkt an Friedas Johannisbeeren, an Tante Klarissa und an Rudolf, der im Wasser kniet und sie hält, es geht ihm im Kopf alles ein bißchen durcheinander, aber es ist gut, daß er diesen Auftrag gekriegt hat. Jörsens stehen im Hof beieinander. Frieda und Jörs-Mudder saßen hinter den Johannisbeersträu- chern, als sie ein furchtbares Brausen und Singen in der Luft hörten. Sie sprangen beide auf, Jörs- Mudder warf ihre Schussel mit Beeren hin, schrier „Herrje, herrje" und streckte die Arme in die Luft. Da sahen sie einen schwefelgelben Wirbel, der Sand und Wasser mit sich führte, drüben überm Wald in die Luft klettern, wie eine Spirale. Die Kronen der größten Föhren wandten sich, als sollten sie abgedreht werden. Wie ein Husch war das alles, dann war der Himmel wieder blau und der See ruhig und alles war wie vorher, nur die Johannisbeeren lagen am Boden und Jörs-Mudder schrie nach Jörs-Vadder, denn ihr fielen die Netze ein. Wenn die Windhose über Dadders Netze geraten war, konnten sie sich alle gratulieren, dann war auch nicht ein Fetzen heil geblieben. Nun stehen sie da im Hof und reden durcheinander und heben die Arme in die Luft und Jörs-Mudder faltet die Hände, obwohl sie rot und fiebrig vom Beerenpflücken sind. „Gott im Himmel fei uns Armen gnädig", ruft sie, denn sie ist eine fromme Frau, die jeden-Sonntag in die Kirche geht. Wenn auch die Leute von ihr sagen: Jörs-Mudder hat den lieben Herrgott im Mundwinkel, aber nicht im Herzen, so ruft sie ihn jetzt mit einer Stimme an, die fast so schrill und spitz ist wie die des kleinen Frank vom Birkenhof. Denn wenn Netze zu flicken sind, muß Jörs-Mudder ran, und dabei geht doch das Einfachen los und dann die Kartoffelernte und dann die Rüben. „Gott im Himmel, sei uns Armen gnädig!" Ja, wen soll Jörs-Mudder denn auch sonst anrufen und um seine Hilfe bitten, um heile und ganze Netze bitten? Sie stehen auf dem Hof und reden durcheinander und hören die Knabensttmme erst, als sie dicht hinter der Weißdornhecke schallt. ,Herr Jörs, Herr Jörs!!!^ Da fehren sich alle um und Jörs-Mudder schreit abermals: „Gott im Himmel!" Der Knabe feucht. Er ist zu schnell gelaufen und feucht und kann kaum die Worte herauskriegen: „Tante Klarissa — liegt im See, wir kriegen sie nicht allein heraus, helfen Sie doch!" Gott im Himmel, Gott im Himmel! Jörs-Vadder läuft so, wie er ist und auf Strümp stocken los, wie er aus dem Nachmittagsschlaf hochkam. JörsMudder und Frieda rennen mit fiebrigen, roten Fingern hinterdrein, und nur Willi ist klug und besonnen. Er holt sein Rad aus dem Schuppen und ein Paar Holzpantoffeln für Frank. „Zieh sie an, dann kannst du dich hinten draufstellen. Ist deine Tante tot?" | Da ist das Wort wieder, das für Frank heute und durch Klarissas gelbes Gesicht Bedeutung bekam. „Ich glaube es fast", sagt er und steckt sich eine Hand Johannisbeeren, so wie sie da auf dem Tisch liegen, zum Einkochen abgezupft, in den Mund. (tzortjetzung folgt)