General-Anzeiger für Oberhessen Kietzen. Schutttratze 7-9 VrSdNche UniDtrttiisbriderti K £o*gt Moskau und der Westen Berlin, 15. Ugo. (DRB.) Das Oberkommando 0 Upen Nordsee ein 5000-BRT.-Schiff ver- Molotow wieder in Moskau urüifgtiq berg 6t! en iftii 147 U tbert Mi W 12 12 10 ME nhtt ß! Datum: JonÖtfl )tf! Ment 3. 102 t eichte 6 ’n mutk hierin!- h. lotierttni 1: U 375,8:. 35,5, ti" 345, dH 9 bis ß 55 bis gl e nicht n 44, di! .39, cf 57, c) v \: alles irbe,M l io L ebe ^iel»*- 500 000 hO SDrenOomben auf Lövenich. Berlin, 15. Nov. (DNB.) Die deutsche ^lft- >v>fse unternahm in der Nacht zum Freitag Mas- leMngriffe auf das britische NüfwnOdntrum der -eadt Coventry. Heber 500 Kampfflugzeuge ^'erflogen die Stadt, und jedes Flugzeug waift über UDO Kilo Bomben ab. Im ganzen wurden über 50 0 000 Kilo Sprengbomben und etwa 30 00 0 Kilo Brandbomben abgeworfen. r,e deutschen Flieger waren von vorteilhaf- I. st e m Wetter begünstigt, konnten ihre Ziele genau erkennen und die Bombenemschlage ve- ° »achten. Die W i r k u n g w a r u n g e h e u e r. In kurzer Zeit standen alle großen und die vielen kliineren Fabriken in Brand und bildeten nach tranigen Stunden ein einziges F l a mmen - Tie e r. Ihr Feuerschein war über 200 Kilometer bts Pim Kanal hin zu sehen. Dieser Angriff hat eines der wichtigsten Rusüings- ;mtren zerschlagen. Coventry ist di e Stadt der Flugmotorenindustrie. Neben^ mehreren klugzeugzellen-Werken veriugt Coventry über zahlreiche Flugzeugmotoren. I: b r i t e n. Da in diesem Industriegebiet außer- zahlreiche „Sch a t t e n w e r k e" für die Luft' rifftungsindustrie vorgesehen waren, wird die 2l5ir- hmg der deutschen Angriffe auf den Drodukttons- ».'sfall von besonderem Umfang sein. Die trmscrussälle in Coventry müssen sich auf zahlreiche jtmf L 3n höhe von Great parmoulh erhielt ein bi tischet Zerstörer einen schweren Bombentreffer mittschiffs. Sturzkampfflugzeuge griffen die Funkstation v n Dover an, die drei Volltreffer ferneren Kalibers erhielt. 3m Laufe des Tages kam es trotz der ungün- ftgen Witterung über dem Kanal und Süd-Eng- lab zu einer Reihe von schweren Luft- k tupfen, die für unsere Jäger erfolgreich ver- lifan. Nach Besserung der Wetterlage konnte die Luft- «cffe in der Rächt zum 15. Rovember als Ver- g-iung für die britischen Angriffe auf München bim Gegner durch einen Großangriff auf bebauende Rüsiungsziele in Mittelengland einen «L-ßer ordentlich schweren Schlag Decken. Besonders heftig und erfolgreich war dabei bir rollende Angriff starker Kampfverbände der Sneralfeldmarschälle Kesselring und Sperrte oit Coventry, wo zahlreiche Motorenfabriken mld große Anlagen der Flugzeug-Zubehörindufirie 1|cD';e andere kriegswichllge Einrichtungen mit Bao m b e n schweren und schwersten Ka- 116ers belegt wurden, die gewaltige verwüstun- gtn anrichteten. Ungeheuere Feuers- bünste, die von großen Rohstofflagern ge- oifjrt wurden und bis zur Kanalküste sicht- bar waren, vollendeten das Vernichtungs- merf. Außer Rüstungsbetrieben wurden in den lstidlands noch ein großes Rachfchublager der bn- lichen Luftwaffe und ein Gaswerk mit sichtbar scheint, als sei die Erde aufgebrochen uni) habe sr-u- rigslüHge Lavamassen weit über das Land gespien. Don ri-esigen Flammensäulen umzingelt, stehen z u - sammengestürzte Eisengerüste großer Fabrikgebäude und Hallen. Als hilflose, schwarze Sichouetten hängen vereinzelt noch Sperr- ballone Über dem Hexenkessel. Nur noch müde schießt die Flnk. Aber immer werter rollt der Einsatz, ohne Unterbrechung. Alle Augenblicke blitzt es erneut auf: Neue, schwere Bomben ms Ziel, um die Zerstörung zu vollenden. Pünktlich auf die Minute werfen auch wir. Dann geht es ab. Noch lange auf dem Rückflug steht hinter uns wie ein unheildrohendes Fanal eine Kilometer hohe Brand- wolke rotleuchtend in der Helle der monddurchfluteten Nacht. Die deuHche Luftwaffe hat zugeschlagen. Englands größtes Flugrüstungszentrum ist vernichtend getroffen. Auch London muß schwerste Zerstörunaen zugeben Amsterdam, 15. Nov. (DNB.) Ein amtliches englisches KommuniqrsL sagt, die Angriffe auf die Stadt Coventry seien in ihrer Heftigkeit nur mit denjenigen der schwersten Nächte zu vergleichen, die London bisher mitgemacht hebe. Zu Beginn des nächllichen Angriffes hätten die deutschen Flieger Un men gen von Brandbomben über der Stadt ab-geworfen, wodurch eine Reihe von Bränden verursacht worden sei. Spater seien dann Explosivbomben gefolgt. Die ganze Stadt habe ernsten Schaden erlitten. Soweit man bisher übersehen könne, Hube es Tausende von Opfern in der einen Angriffsnacht auf Coventry unter der Bevölkerung der Stadt gegeben. Auch der Londoner Rundfunk sicht sich gezwungen Mitteilen, „in der letzten. Nacht sei eine Stadt in den Midlands einem fahr schweren Angriff (!) ausgesetzt gewesen. Brände seien entstanden. Man fürchte, daß die Zerstörungen schwerster Natur (!) seien. andere Firmen der englischen Luftrüstungsindustrie auswirken, well die Werke von Coventry im starken Maße als Unterlieferanten für andere Rü- stungssabriken tätig waren. Dasselbe ailt für die Flugzeugzubehörindustrie, die in Coventry ebenfalls vertreten ist. In Coventry gibt es außerdem mehrere Fabriken für die Herstellung von Panzerkampfwagen. Coventry ist das Hauptzentrum der englischen Automobilindustrie, deren Werke feit Kriegsausbruch sämtlich auf die Kriegsproduktion umgestellt sind. Die englischen Auto, mobilfirmen Rolls Royce, Standard und Anglo- Daimler haben im Industriegebiet in Coventry verlassen, bitte ich Sie, Herr Reichskanzler, meinen Dank entgegenzunehmen für die freundliche Ausnahme, die mir in Deutschland erlesen worden ifL* — Dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop sandte er nachstehendes Telegramm: „Empfangen Sie, Herr Reichsminister, meinen aufrichtigen ' Dank für die weitherzige und warme Aufnahme, die mir und meinen Reisegefährten in den erinnerungsreichen Tagen unteres Verweilens in Deutschland erwiesen worden ist." London nach dem Molotow-Besnch. Bern, 15. Nov. (DNB.) United Preß schreibt, die Molotow-Reise nach Berlin hat nach Äeußerun- gen in politischen Kreisen Londons wichtige Pläne für eine englisch-russische Annäherung entscheidend gestört. Man hat in London das Gefühl einer ähnlichen Lage wie im August vorigen Jahres, als Deutschland während der Derhandlun-gen der eng- lisch-ruPlchen Militärkommistionen das Freundschaftsabkommen m t Rußland schloß. Am Montag habe sich der englische Botschaftsrat Cripps bei Wyschinski nach der Bedeutung der Berliner Rei Molotows erkundigt und zur Antwort erhalten darüber werde der Botschafter Aufklärung bekommen, wenn nach dem Abschluß des Besuches ein Kommunique ausgegeben werde. Darauf habe Cripps erwidert, angesichts der Behandlung, die die Sowjetregierung seinen Vorschlägen angedeihen lasse, habe es den Anschein, als ob sie an einer Verbesserung der enolisch-rulsischen Beziehungen fein Interesse habe. Oer Führer beim Iubiläumsempfang in der japanischen Botschaft. Berlin, 15.Nov. (DNB.) Der Führer war am Frsitagmittag auf der japanischen Botschaft bei einem Empfang zugegen, den der kaiserlich japanische Botschafter in Berlin, K u r u f u, anläßlich des 2600-jährigen Jubiläums des japanischen Kai- farrerches gab. An dem Empfang nahmen der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop, der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Ru- ilbern glänzende Dahn über die Wasser unter uns. Die ersten Lichtstrahlen greifen in den Himmel: S ch e i n ro e r f e r b a 11 e r i c n an der englischen Küste. Sie suchen und kurbeln heute umsonst. Ihr Licht bringt in der Hellen Nacht nicht durch. Dafür chieht die Flak auf das Geradewohl Sperre. Deutlich zieht das Steilufer der Küste unten vorbei. In grimmiger Kälte — minus 35 Grad, zeigt das Thermometer an — brummt unser Bomber einen Kurs. Hart starren alle Augen an Bord in die Ferne. Wenige Minuten erst fliegen wir über Land, da taucht am Horizont bereits ein blutroter Schimmer auf. Das muß unser Ziel ein. Noch sind wir weit entfernt, aber schon sind ):e Wirkungen der Zerstörung deutlich auszumachen, d.e Kameraden anderer Verbände im Zielgebiet anrichteten. Die Navigation ist nun über« flüssig. Die Riesenbrände in der Ferne weisen uns den genauen Kurs. Hunderte von Scheinwerfern begleiten uns auf dem Weg. Flakfeuer S dumpf auf. Die Sicht ist so klar, daß das gleich einer Karte unten vorbei zieht, auf der man Städte und Flugplätze, Gebäudekomplexe und Flußläufe mit dem bloßen 2luge erkennen kann. Inzwischen wird der Feuerschein immer gewaltiger und heller. Bald sind wir kurz vor Coventry, oder besser gesagt dort, wo diese Stadt, das größte englische Rüstungszentrum, einmal gestanden hat. Denn was jeK dort unten sichtbar wird, sind nur noch glutrot lodernde Brandherde, die in die Hunderte gehen. Es ksen. Das Schiff geriet in Brand und blieb mit Zblogfeile liegen. Längs der schottischen Küste rour- dci zwei Dampfer von 2000 und 7000 BRT. «gegriffen. Das größere Schiff sank nach Explo- tzin, während der andere Dampfer in Seenot tgung V grleL Durch Volltreffer wurde ferner in der nörd- U hin * -------~ " - - - f- ib ho* L ( große Werke. In Coventry ist auch ein Standort der L a st k r a f t w a a e n i n d u st r i e , die jefci ebenfalls für militärische Zwecke arbeitet. Ferner ist Coventry als bedeutende Produktionsstätte f ü r Motore und Motorzubehörteile be^ fannt So werden hier z. B. die Morris-Motoren und andere Markenmotoren hergestellt, die für militärische Zwecke verwendet werden. Don großer rüstungswirtschafllicher Bedeutung sind die in Coventry ebenfalls vertretenen Werkzeug-Maschinenfabriken sowie die Fabriken zur Herstellung elektrischer Motoren. Die ganze Stadt bildet eine Anhäufung von Spezialfabriken, angefangen bei den Firmen Armstrong, Standard-Motors, Daimler & Co., Hurnber, Hillrnann, Dredstone, Hurnping & (So. bis hinunter zu den kleinsten Betrieben. Alle diese Anlagen sind in einer Nacht zerstört worden. Die englische Flugzeugindustrie hat einen vernichtenden Schlag erhalten. L ustrieb« diif 58 Je erkel 15 K 25 M,. > himt 1 Wadjhrö h in lebhüj, n. Die Ankündigung, daß der Vorsitzende des Rates der Dolkskornrnlssare der Sowjetunwn und Außen- komrnisiar Molotow mit einer Reihe seiner Kollegen und Mitarbeiter nach Berlin reisen werde, um den Besuch des Reichsaußenministers v. Ribbentrop zu erwidern, zerstörte mit einem Schlag eine der am sorgfältigsten gepflegten Illusionen der britischen Außenvolitik. Trotz aller Enttäuschungen, die England seit den deutsch-russischen Vertragsabschlüssen im August und Sevtember des vergangenen Jahres hat erleben müssen, war die brittsche Propaganda nicht müde geworden, bei jeder neuen Phase des Krieges durch mehr oder weniger dunkle Andeutungen im englischen Volt die Hoffnung auf einen Zerfall des deutsch-russischen Einvernehmens zu nähren. Der Abschluß des Dreierpaktes zwischen Deutschland, Italien und Japan wie das italienische Vorgehen gegen die Verletzung der griechischen Neutralität durch England gaben Herrn Duff Cooper erst neuerdings wieder Anlaß von ernsthaften Differenzen zwischen Berlin und Moskau zu fabeln. Um so größer war nun die Bestürzung in der irregeführten englischen Oeffentlichkett, als die Ankündigung der Der- liner Reise Molotows alle Kombinationen des Chur- chill'chen Propagandaapparates als reine Illusionen enthüllte. Und der jetzt über Molotows Besprechungen mit dem Führer und dem Reichsaußenminister von Ribbentrop gemeinsam herausgege'bene Abschlußbericht, der ausdrücklich feststellt, daß der Meinungsaustausch in einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens verlief und zu beiberfaitigem Einvernehmen führte in allen wichtigen Fragen, die Deutschland und die Sowjetunion interessieren, nimmt den Londoner Propagandakünstlern auch die letzte Möglichkeit, ihrem Volk bas. Trugbild einer ür England günstigen Wendung in der wsltpoli- iD Jahrgang ür.272 ä ® Samstag, 16. / Sonntag, 17. ttoDcmberW40 W Gleheiw Anzeiger tic-i einzelnen Wummern V Ä ffiowrahHittoiaer fiirftberkHeii tsääK* <" 1 N Vergeltung für München. hX Schwere Luftangriffe aus Vüstungszentren in Mittelengland. — Erfolgreiche bolf Heß, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, Ge- neralfelbmarschall Milch, die Reichsminister Dr. Goebbels und Lammers, Reichsorganisa- tionsleiter Dr. Ley, Reichsführer ff Himmler, Reichspreffechef Dr. Dietrich, Staatsminister Dr. Meißner, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Weizsäcker und der königlich italienische Geschäftsttäger Z a m b o n i teil. Oeuffche Bomber im Ailaniik Aus Geleitzug 700 Alm. wdstlich Irland zwei große Dampfer vernichtend getroffen. B er l i n, 16. Rov. (DRB. Funkspruch.) Ein beut- sches schweres Kampfflugzeug führte am Freitag in den Mittagsstunden einen äußerst schneidigen und erfolgreichen Angriff auf einen Geleitzug im Atlantischen Ozean durch. 700 Kilometer westlich Irland kam ein großer Geteilzug in Sicht, dem 20 Handetsschis.e und sechs Zerstörer als Begleitschuh angehörten. Das Flugzeug wurde sofort von den Zerstörern und Havdels- dampsern unter starkes Feuer genommen, griff aber trotzdem in wiederholten Anflügen an. Als erstes Schiff wurde ein Dampfer von 9300 BRT. von einer schweren Bombe auf dem Vorschiff getroffen. Es trug schwere Beschädigungen davon und geriet in Brand. Ein anderer Dampfer von etwa 16 000 BRT. erhielt zwei Treffer schwerer Bomben mittschiffs. 3n kürzester Zett stand das ganze Schiff in Flammen, neigte sich und blieb mit Schlagseite liegen. Es ist mit dem Verlust beider Dampfer zu rechnen. Besprechungen zwischen den Oberkommandos der deutschen und der italienischen Wehrmacht. Berlin, 15. Jioo. (BJIB.) Mm 15.11. sanden i ik Innsbruck militärische Besprechungen übet die gemeinsame Kriegführung zwischen den Chefs der Oberkommandos der deutschen und italienischen Wehrmacht statt. Sie wurden geführt durch den Ches des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, und dem Ehes des Oberkommandos der italienttchen Wehrmacht» Marschall B a d o g l i o. An den Besprechungen nahmen außerdem teil von deutscher Seite General der Artillerie Jodi und der deutsche Militärattache in Rom, Generalleutnant v. R i n t e l e n, von itakimilcher Seife Generalmajor Gandini und der italienische Militärattache in Berlin, Generalleutnant Mat» ras. Listkämpfe über dem Kanal und Güdengland.—Bomben auf feindliche Schiffe, x ,N* Bi Nisfog ,er W Beziehungen herzustellen, mit tübter Gelassenheit beobachtet und sich daraus feinen eigenen Vers gemacht. Die Sowjetpresse macht kein Hehl daraus, daß man in Moskau de wahren Gründe dieser britischen Anbiederungsversuche durchschaut hat. Den Russen ist Englands politisch, militärisch wie wirtschaftlich höchst kritische Lage zu wohl bekannt, als daß sich der Kreml durch irgendwelche englische Manöver auch nur um ein-ey Schritt von seiner wohl erwogenen und ausschließlich von russischen nationalen Interessen vorgezeichneten Linie ablen- ken ließ. Wie bereits nach Abschluß des Dreierpak- tes und nach der italienischen Aktion gegen die eng' tische Hilfsstellung in Griechenland die Sowjetpresie klar zu erkennen gab, daß die Haltung Moskaus im gegenwärtigen Konflikt dadurch nicht berührt werde, womit alle Hoffnungen. die die angelsächsischen Kriegshetzer diesseits und jenfeits des Atlantik auf Rußland tzesetzt hatten, gegenstandslos wurden, so haben die Kommentare der Sowjetpresie zum Berliner Besuch Molotows diese eindeutige Absage noch einmal unmißverständlich unterstrichen. Das deutsch-russische Einvernehmen erweist sich als eine Realität, mit der auch die angelsächsischen Kriegshetzer zu rechnen haben und die sie durch keinerlei Verdächtigungen zu erschüttern vermögen. Dieses Einvernehmen beruht auf der klaren Erkenntnis beider Regierungen, daß eine Politik der Zusammenarbeit immer beiden Völkern zu größtem Nutzen gereicht hat, während jede Spaltung für feines der beiden Völker von Vorteil gewesen ist. Man war sich in Moskau sowohl wie in Berlin vollkommen darüber klar, daß der Nichtangriffspakt vom 23. August vorigen Jahres in den Beziehungen beider großer Völker nur eine alte Tradition wieder aufnahm, die sich im Saufe der Jahrhunderte immer vollauf bewährt hat. Die klare Abgrenzung der Interessen beider Mächte durch den Freundschaftspakt vom September 1939 hat bärge- tan, daß es wohl Fragenkomplexe gibt, die sowohl Deutschland wie Rußland angehen, aber daß es keine Probleme gibt, die Nicht durch freundschaflliche Uebereinkunft schnell und dauerhaft gelöst werden könnten. Das auf diesen Grundprinzipien basierende politische Einvernehmen hat nicht zuletzt auch zu einer Aktivierung der wirtschaftlichen Zusammen- arbeit beider Länder geführt, die im Laufe des letz- ten Jahres bereits erwiesen hat, wie sich beide Volkswirtschaften auf den verschiedenen Gebieten auf das vorteilhafteste ergänzen und daher einen Güteraustausch durchzufübren vermögen, der für beide in erwünschtem Ausmaß Anregung und Nutzen bedeuten kann. Aus der Tatsache, daß den sowjetrussischen Regierungschef neben einer Reihe von hohen Beamten des Außenkommissariats auch mehrere Vertreter wirtschaftlicher Departements der Sowjetregierung, darunter der Volkskommissar für das Hüttenwesen und der stellvertretende Volkskommissar für den Außenhandel nach Berlin begleitet haben, darf man wohl schließen, daß auch die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder aus den Berliner Besprechungen einen neuen Impuls emvfanaen wird. So dürften auch auf wirtschaft- lichem Gebiet alle englischen Bemühungen, zwischen die beiden Mächte einen Keil zu treiben und die Sowjetunion für die völkerrechtswidriaen Praktiken der englischen Blockadepolitik geaen den europäischen Kontinent einzufanoen. ins Wasier gefai- len sein. England bat ja auch schon in dieser Einsicht sehr d"utsich- Absagen aus Moskau erhalten, so daß es sich wobl über das Vergebliche seines Unterfangens klar fein müßte. Wie das deutsch-russische Einvernehmen sich aus den Erfahrungen der Geschichte beider Völker grün- bet, so geht auch der englisch-russische Gegensatz am eine lanae Vergangenheit zurück und hat deshalb im russischen Volk sehr bestimmte Vorstellungen an- nehmen können. Man weiß im russischen Volk nur allzu gut, daß der Versuch Englands, den inzwi- sch»n und sehr zum Aerqer der Briten beigelegten russisch-finnischen Konflikt in die englischen Kriegs- ausweitunaspläne einzuordnen, ebenso wie die durch die Nerö^s»ntlichung der französischen Gene- ralftabsakten bloßgest"llten Anschläge auf das russische Erdöloebiet im Kaukasus nichts and»r»s waren als die Wiederholung der zweifeitioen Flankenbedrohung von Norden wie non Süden her, durch die Enaland schon mehrere Male im L"U*e der letzten b»iden Jahrhunderte versucht hat, Rußland von den M-eren abzudränaen und seinen eigenen Inter- essengebieten fernfluh^lten. Schon der erste Schritt Rußlands in den Kreis der europäischen G'-oß- mächte fand Enaland als Geaner auf dem Plan. Als V-ter der Große im Nordischen Krieg an die Dftfeefüfte drängt, stößt er n-b-n Schweden aucy auf Enaland, dessen Kriegsschiffe als Bundesae- Aegypten nach deniTodeHaffanGabrys Rom, 15. Nov. (Europapreß.) Wie „Popolo die Roma" erfährt, hat das vorzeitige Ableben des ägyptischen Ministerpräsidenten in den arabischen Ländern große Ueberraschung ausgelöst. Man habe gerade der ParlamentssitzunF, in der Sabry Pascha vom Tode ereilt wurde, größte Bedeutung für die Zukunft Aegyptens beigelegt. Sabry Pascha habe sich bei seiner Amtsübernahme im Juni dieses Jahres ausdrücklich auf die Politik der Nichtkriegs- beteiligung feines Vorgängers festgelegt. Die Versuche Edens, eine Aenderung der ägyptischen Haltung herbeizuführen seien erfolglos geblieben. Der Tod Sabry Paschas fei unter ungewissen Umständen erfolgt. Man erinnere sich in der arabischen Welt, an ähnliche geheimnisvolle Todesfälle in den Ländern des Orients, die auf die Tätigkeit des Intelligent Service zurückgeführt worden seien. Eigentümlicherweise seien sie immer bann einaetreten, wenn die fraglichen Persönlichkeiten vor wichtigen Entscheidungen gestanden hätten, die die englischen Interessen berührten. Aaenzia Stefani schreibt. Es sei bekannt, daß England darauf abziele, Aegypten in den Krieg hineinzuziehen. Unter den englischen Druck habe der Vorgänger Sabry Paschas demissioniert, aber bei der Niederlegung seiner Machtbefugnisie dargetan, daß England beabsichtigte, die ägyptische Regierung zu einer Intervention ohne Befragung des Parlaments zu veranlaßen. Ministerpräsident Sabry Pascha, der dem gleichen Druck ausgesetzt war, leistete energischen Widerstand und zwang sogar einige Mitglieder seiner Regierung zur Abdankung, die sich von England hatten kaufen lasten. Während dieser überaus gespannten Lage ging das britische Kommando weiter in der Ent- waffnung des ägyptischen Heeres vor und hat die Bevölkerung des Landes den außerordentlich harten Bedingungen eines Belagerungszustandes unterworfen. Noch in der letzten Zeit versuchte Eden, sich bei der ägyptischen Regierung durchzusetzen. Aber seine Mission ist, wie man weiß, gescheitert. Bei der Wiedereröffnung des Parlaments sollte Sabry Pascha in einer bedeutsamen Rede in Gegenwart des Königs die Beibehaltung der bisherigen Polittk be» {tätigen. Er starb unerwartet, als er seine Erkla- rungen abgab, die in ihren Grundsätzen absolut den Plänen Englands enlgegenliefen. E N neues Kabinett gebildet. Rom, 15.Nov. (DNB.) König Faruk hat bereits am Tage nach dem plötzlichen Tooe des Minister, Präsidenten Hassan Sabry Pascha ein neues Ka. b i n e 11 gebildet. Ministerpräsident im neuen Sh. binett ist Sirry Pascha, der gleichzeittg bas Innen- und Außenministerium übernommen hat. & bekleidete 1938 im Kabinett Mohammed Mahmad Pascha den Posten des Arbeltsmimsters und war 1939 im Kabinett Ali Mäher Pascha Finanzmlnisler. Zum Minister für Landesverteidigung ist Punuz Saleh Pascha als Nachfolger Salib Sami Beys ernannt worden, der im neuen Kabinett Wirt, schaftsminister ist. Der Vorsitzende der Monarchist!, schen Ittehad-Partei, Mohammed Hilmi Iss, Pascha, ist auch im neuen Kabinett w'eder 3urtfy, Minister. Hussein Haila Pascha hat den Posten des Erziehungsrninrsters, den er seit langem inne hat. behalten. Zum Finanzminister ist der frühere Arbeitsminister Abdel Kami Ahmed ernannt worden. Der bisherige Gesundheitsminister Dr. Ali Ibrahim, ein berühmter Chirurg, und der Mi. nister für religiöse Stiftungen, Scheich Abdul R a z a k, finfo in ihren Aerntern verblieben. Der plötzliche Tob Sabry Paschas, des ägyptische, Vremierrninisters, der es bis zu feinem letzte, Autzenblicke gewagt hatte, dem brittschen Drängen, Blasenleiden Das Wasser habe ich als Arznei b» trachtet, und auf diese Weiss bin ich die Entzündung der Blase losgewon den. Mein Leiden habe ich jetzt 17J.u mich so durchgeschl. Ihr Wasser heilt M.A.Fecker.Kfm., Jöhlingen/B., Bahnhofstr.28.12.8.38, 25 große Flaschen Rd.14.-. 60 große Flaso en RM. 25.-, dai| Pfand. Lieferung frei Heue. Heilquelle Karlesprudel, Blskirchen 27U nassen Schwedens in den Kampf gegen die russische Armee an der finnischen Küste eingreifen. Nickt anders war es im Mittelmeer, wo Englands Politik auf die Erhaltung der Türkei gerichtet blieb, um den Rusten den erstrebten Ausgang aus dem Schwarzen Meer zu sperren. In den vielen Kriegen, die Rußland seit Peter dem Großen mit feinem türkischen Nachbarn zu führen hat, findet es tets England offen oder versteckt als Bundesgenossen der Türken. Als 1827 England im Konflikt zwischen einer traditionellen Türkenpolttik und den Sympath en seiner Liberalen für die von den Türken grau am unterdrückten Griechen sich zur Teu- nähme an einer gemeinsamen Flottendemonstration mit Rußland und Frankreich gegen den Sultan entschließt und ohne Kriegserklärung die türkische Flotte bei Navarino von den Flotten der drei Groß- möchte vernichtet wird, erhebt sich in London sofort lebhafte Kritik, König Georg IV. nannte die Schlacht ein „leidiges Ereignis" und der britische Admira» Codrington wurde abberufen, weil er es dazu hatte kommen lassen, statt den Streit friedlich beizulegen, wie es England gewünscht hatte, um die Türkei zu schonen. Noch offensichtlicher trat Englands Einstellung zu Tage im Krimkriege (1853 bis 56), der im übrigen eines der vielen Beispiele aus der englischen Geschichte bildet für die Methode, gegen einen Gegner eine große Koalition zustande zu bringen und ihn dann durch die Bundesgenossen unter möglichster Schonung der eigenen Kräfte nie- derkämpfen zu lassen. So hatten Franzosen, Türken und Sardinier vor Sebostopol die Hauptlast des Kampfes zu tragen, während die britische Flotte in Verfolg englischer Sonderinteresten die Aalands- infein in der Ostsee und Kola an der Murman- Küste bombardierte. Damals übrigens trat Bismarck als preußischer Bundestagsgesandter in Frankfurt für die unbedingte Neutralität Preußens ein, da es töricht wäre, wenn man sich Rußland ohne Not zum Feinde machen würde. Auf die Seite der Feinde Rußlands treten würde heißen, daß der König von Preußen die Rolle eines indischen Basal- lenfürst-n übernehmen würde, der für feinen englischen Patron Krieg zu führen habe. Als der französische Gesandte ihm sagte: „Ihre Politik wird Sie nach Jena führen?" antwortete er schlagfertig: „Warum nicht nach Leipzig oder Roßbach?" Trotz ungeheurer Verluste der Verbündeten wird Rußland schließlich auf die Knie gezwungen und muß der Neutralisierung des Schwarzen Meeres zustimmen. England hat erreicht, daß der russische Druck auf das Mittelmeer auf lange Zeit hin ausgeschattet ist. Die russische Politik wendet sich mm umfo irtt-nsiper noch Asien, trifft aber auch hier von Persien über Afghanistan. Tibet und China bis an die Küste des Pazifik wieder auf die Rivalität Englands und auch als es 1877^78 noch einmal zu einer Auseinandersetzung mit der Türkei kommt, werden »war die Türken gefrhfaaen, aber England erhebt Einspruch gegen den Frieden von San Stefano und ist Rußlands schärfster W'- bernart auf dem Berliner Kongreß. Dann wird wieder Asien der Schaunlatz der rufsifch-enasischen Rivalität. Englands Bündnis mit ^npan. der auf- steigenden Großmacht im Fern»« O^en. ist an die Adresse Rußlands gerichtet. Was 190? durch die britische Divlomatte ehmeleitef worden ist erfüllt sich tchon zwei Jahre später. Im rnssifch-jananifchen Krieg erweist sich Japan als Englands Festlands- degen. Die Rusten unterliegen auf den Schlachtfeldern der Mandschurei, die russische Ostfeellotte wird nach einem Marsch um die balde Erdkugel he{ Tsushima vernichtet, in Rußland selbst bricht die Revolution aus. Die englische Saat ist aufaegangen. Das russische Reich ist so geschwächt, daß eg als Partner für ein Bündnis mit Engl""d in Betracht kommt, lieber den französischen Bundesgenossen werden die Anaeln ausgewogen. Es gelingt 1°07 '"'her di» Interessen in Vorderasien sich zu verständigen. England muß opfern, um Rußland h»i der Stanae zu halten, aber es tut das um des höheren Zieles der Einkreisung Deutschlands willen. Ebenso kaltblütig läßt es aber auch zehn Jahre später im Weltkrieg das Zarenreaime fallen, als es ihm op- nortun erscheint, mit Kerenski einen kriegswilsigen Verbündeten zu gewinnen Und nochd-m mit d»m WufFammen der Bosich-wfki und dem Fried-n von Brest-Litowfk iede Hoffnuna schwindet Rußsgnd wieder in den Krieg zu treiben, läßt Enaland die Maske fallen. Die Intervenston-krieoe. Ne die Al- lst-rten uw#»** Englands intellektueller ^ühruna in Sibirien. S'"bru6fanlh und an der M'irm"n^""fte a*nen das neu» Rußland führe«, sind ttotz «ff-**- Be. fchanigunadn»7-h;che her stlayd Ge^rn- Eburchill ,nid anderer brttifch»r Größ-n des W-ltkrleges nichts nsq arr'e“i’’•••’!'■»• Raubunt»"«ehmen. um eine Knnsvtthi»rnna Rußlands zu verhindern und aus einem erhofften Zerfall des Riesenreiches die fettesten Bissen zu sichern. Auch dabei schob England, um sich au schonen, die Verbündeten, Franzosen, Japaner, Tschechen und Amerikaner, vor, unterstützte die weißrussischen Generale, freilich doch nicht energisch genug, um ihre schließliche Niederlage zu verhindern, und wühlte unter den Nationalitäten in den russischen Randgebieten. Aber auch damals zeigte es wieder besonderes Interesse für die beiden Flanken: der zu De- ainn dieses Krieges durch feine Großsprechereien bekannt gewordene General I r o n s i d e besetzte im August 1918 Archangelsk an der Murmanküsie und förderte die Gründung einer unabhängigen „Eis- meerrepublik", die man in engst» wirtschaftliche Beziehungen zu bringen hoffte, gab diesen Gedanken dann freilich wieder auf, um sich mit der Unterstützung des antibolschewisttschen Generals Miller und einer „Nordrussischen Regierung" zu begnügen, der indessen im Februar 1919 durch den Einmarsch der Sowjettruppen in Archangelsk ein Ende gemacht wurde. Gleichzeitig brachte England Baku mit dem wichtigen Petroleumgebiet am Kaspischen Meer in seine Hand. Aber Englands Bemühungen, das Völ- kergemisch am Kaukasus gegen die russische Herrschaft aufzuwühlen und feinem Oelimverialismus territoritale Grundlagen zu geben, zerschlug an der klugen Nationalitätenpolitik Moskaus, die damals schon der Kaukasier Stalin einleitete. Wohl aber gelang damals der enalischen Polittk, von Finnland bis hinunter nach Bestarab-ien den europäischen Randgürtel von Rußland loszureißen und namentlich in den neu entstehenden baltischen Stoaten, wie in Polen sich wichtige Einflußsphären zu schasten. Polen wurde damals von den westttchen Verbündeten zur Eroberung der Ukraine aufgestachelt, aber man hatte in Paris und London die Schwächung Rußlands überschätzt. Pilsiidskis Armee wurde von den Russen dis unter die Mauern Warschaus zurück» astrieben, und nur das Eingreifen des Generals Weygand hat damals die Polen vor der gänzlichen Vernichtung gerettet Die engsifche Politik hat Rußland immer als Feind des Systems von Versailles empfunden, zumal nachdem sich Deutschland und Rußland, die beiden Großmacht«, die durch den Au«gang des W»lt- krieges am schwersten gelitten hatten, sich in der gemeinsamen Auffassung von der Untragbarteit d« Versailler Diktats gefunden hatten. Der deutsch Auß»nm'nister Graf Brockdorff-Rantzau hoi: als Botschafter in Moskau eine neue deutsch-russisch Zusammenarbeit angebahnt, für die der Vertrag von Rapallo, mit dem Deutschland und Rußland am. Ostersonntag 1922 die zur Konferenz von ®enm. versammelten Staatsmänner der Westmöchte üben raschten, die Grundlagen gelegt hatte. Auch Deutsch lands Eintritt in den Völkerbund änderte gründ« sätzlich nichts an der Einstellung zu Rußland. Der Berliner Vertrag des Jahres 1926 sorgte vielmehr dafür, daß das deutsch-russische Verhältnis ungestört: blieb. England hat alles dieses mit unverhohlenem: Mißtrauen verfolgt, zumal Moskau zu gleicher M die Seele einer Koalition vorderasiatischer Mächit: wurde, die vor dem englischen Imperialismus Sicherheit in einer Anlehnung an Rußland suchten. Eine Episode blieb in dieser englisch-russischen Spannung die Amtstättakeit Litwinows als Außenkom- miffar. Er führte die Saw'etunion in den Genfer Völkerbund und in das Mlitärbündnis mit Frankreich und der Tschecho-Slawakei. England setz!« Moskau als feinen wertvollsten Stein in sein neuen Einkreisungsspiel gegen das wiedererstarkte Deusichn Reich ein. Aber Stalin weigerte sich, bas rustsichs rwch einmal die Rolle spielen zu lassen, die d'v Einkreisungsstrategen in London ihm zugedacht hatten. Die Spuren des Weltkrieges schrecft»n. Schon inn März 1939 Hatte Stalin feine Entschloss"nHeit kmid- gegeben, „den Kriegsprovokateuren, die gewolinl sind, sich von anderen die Kastanien aus dem Feuec holen zu lassen, nicht die Möglichkeit zu geben, unser Land in Konflikte hineinzuziehen". Damit! beschritt Rußland wieder den Weg, den ihm hie (Erfahrungen der Gelch-chte, ferne politischen treffen und- wirtschaftlichen Bedürfnisse geroWei haben. Daß es dabst gut gefahren ist. hat bas leb!, Fahr In aller Deutlichkeit gezeigt. Dr. Fr. W. Lan^e. Möbelhaus j 29/30 - 2/U. Herrn Ergebens Eheliebste. Die erste deutsche Aerztin. Im Jahre 1753 ging bei der „Stifts-Hauptman- ney" zu Quedlinburg eine Klageschrift dreier Aerzte der Stadt ein, daß sie sich in ihrem Beruf nicht auskimmlich ernähren könnten, ,„.. wasmaßen seit einigen Jahren hier Praxis medica durch die starke P^uscherey dermaßen totalster ruiniert worden, daß kein rechtschaffener Medirus hier mehk subsi^tteren kann ..." Insonderheit fei daran „des Herrn Diako« nus Errleben Eheliebste" schuld, die „mit einer unverschämten Verwegenheit in der medicinllchen Pfusch^ren sich sonderlich signalisieret, die Patienten ö*•tmtltsh besuchet und sich ohne Scheu Frau Doktorin grüßen läßt." Auch die Beschuldigung lehlte nicht, daß kürstich eine Patientin infolge der un- fachaemäßen Behandlung der Fr.au Errleben gestorben fei. Die „Frau Dinfonus" erhielt denn auch die Weisung, „allen ungebührlichen Kurierens sich zu enthalten". Die betreffenden Akten sind vor einer Reibe von Jahren im Archiv für Gefchichte der M"distn neu herausgegeben worden, und so besitzen wir nicht nur die Anklageschrift, sondern auch bi? Verteidigung der Frau Dorothea Ehristine Errleben, g»b. Leporin. Mit stammenden Morten verwahrt sie sich dagegen, „in der edlen Medicin Zerrüttungen an- zurickten". und versichert, stets in der redlichen Absicht kuriert zu haben, ihren Nächsten mit dem, w"s sie rechtfchaffen erlernt habe, nach ihrem V»r. mögen zu dienen Die meisten Patienten behandle sie umsonst so daß von m-ferHfer Schädigung h»r anderen Aerzte keine Rede sein könne. Endlich macht sie einen Vorschlag, der den Zorn ihr-r Gegner nur noch auf den Gipfel trieb: sie Wägt vor, sich von ihren drei Anklägern in der Medistn era- minieren zu lassen und w»ist dabei nuf ein königliches Privileg hin, das ihr 13 Jahre zuvor zur Ablegung eines Examen rigorosum vor der medizinischen Fakultät Halle behufs Erlangung der Doktorwürde und der Venia practicandi erteilt worden fei. Sie würde, so erklärt sie. von diesem Privileg schon längst Gebrauch a»macht iu hoben, ,„.. wenn nicht meine bald daraus erfolgte Verheyratung, etliche Kinder, damst Gott yon Zeit zu Zett meinen Ehestand gesegnet, verschiedene harte und schwere Krankheiten meines lieben Mannes, der Todt meines seeligen Vaters und dergleichen erhebliche Umstände solches bis hierher verzögert hätten." Zuletzt bittet sie, die gegen sie ergangene Verfügung aufzuheben und ü)r eine Frist zur Promotion zu setzen, .. well keine Gefahr in diesem kurtzen Verzüge vorhanden, auch sonst nicht wenige arme Leute, welchen in Mangel des Geldes die Hülfe ermangeln möchten, am meisten darunter leiden würden." Die Antwort ihrer Gegner war eitel Hohn und Spott: ,F>oho! es wäre ja an einem genung. Mer meine liebe Frau Diakonusien, zu welchem Ende wäre doch dieses, was käme denn da heraus? gewiß ein leeres Gestanke und Gewäsche, die liebe Frau judiziert nach ihrem feministischen Verstand, wenn sie ehpan mit geborgtem Latein und Fran- zösischem könne um sich werffen, so wäre sie schon doctormäßig ... wäre sie Frau Diakonus Erxleben geblieben, so hatte sie alle gebührende Ehre, nun sie sich aber der Pfuscherey befleißigt, so verlieret sie allen Respect." Wer mar Dorothea Christine Errleben? Sie war am 13. November 1715 in Quedlinburg als Tochter des dortigen Arstes Christian Polykarp Lepor geboren, der aus Freude an ihrem aufgeweckten Verstände sie in den humanistischen Fächern unterrichtete und sie später zu seiner Gehilfin in seinem B»ruf ausbildete. Dorothea bewies eine so leichte Auffassungsgabe. eine solche Hinneigung zu den Misi-n- sckaften und vor allem ein so erstaunliches Geschick für den ärztlichen Beruf, daß der Vater, als sie Jahre alt geworden war. ein Gesuch an den König einreickte, in dem er für sie um die Erlaubnis wr Ablegung eines m-dlzinischen Eramens an der Universität Halle hat D’»fes Gesuch stellte für jene Zeiten etwas so Ungewöhnliches bar. daß vielleicht feder andere Herrscher es mit Entrüstung zurück- gewiesen hatte. In Preußen aber hatte eben der iunae Friedrich den Thron bestiegen, und der entschied in einer feiner berühmten eigenhändigen Randbemerkungen, daß der Levorin in der Erlangung der Doktorwürde keine Schwierigkeiten in den W-g zu fegen wären. Obwohl aber Dorothea sich aus den genannten Gründen zunächst nicht um den Doktorhut bewarb, strömten ihr doch auch als Frau Diakonus die HUfe- suchenden zu, und besonders nach dem Tode ihres Vaters wandten dessen Patienten sich vorzugsweise an sie, was endlich den Brotneid der Kollegen erregte. Ein halbes Jahr nach dem hitzigen Schriftwechsel mit ihren Gegnern reichte nun Dorothea bei der Medizinischen Fakultät in Halle ihre lateinische Dissertation ein. Bald darauf fand die mündliche Prüfung statt, die über zwei Stunden dauerte, und in der die Eraminandin das Erstaunen der Prüfungskommission erregte. In dem Protokoll darüber heißt es, sie habe „.. über die Scientias theoreticas et pradicas befragt, in lateinischer Sprache so solid und bescheiden geantwortet, daß man dergleichen nicht von dem geschicktesten Candidato medicinali verhoffen könnte." Trotzdem zögerte die Fakultät, ihr die Doktorwürde zuzuerkennen, „weilen dieses ein Casus sine exemnlo (beispiellos) wäre, dergleichen aufs keiner teutschen Akad-mie bis dato passiert". Da war es wiederum der König, der helfend eingriff und der verfügte, „nachdem der D Chr. Errleben besondere Wissenschaft und Geschicklichkeit in Studio medico angerühmt word-n, gedachter Errlebin gewöhnlicher- maßen den Gradum in Eurer Fakultät nach ihrem petito (Gesuch) zu erteilen". So erhielt im Jahre 1754 Dorothea als erste deutsche Frau den medizinischen Doktorhut. Bis an chr frühes Ende im Jahre 1762 entfaltete sie in ihrer Vaterstadt eine segensreiche Tätigkett als Aerztin und Wohltäterin Keineswegs aber dürfen wir sie uns als Enmnzivierte vorftellen, die über ihrem Beruf ihre Pflichten als Hausfrau und Mutter vernachlässigte. In dem von ihr selbst verfaßten Curriculum vitae (Lebenslauf) schreibt sie darüber: ,^Ich würde Übel handeln, wenn ich die Studia die mich meiner Pfl'cht beständig erinnerten, auf eine solche Art treiben wollte daß ich habet die Pflichten außer Augen setzen wollte, hie mir al* einer Ehegattin und Mutter oblagen." Bei ihrem Tode wurde sie in ihrer Vaterstadt tief betrauert, aber auch weit bar- üb»r hinaus in deutschen Landen als „hochgelahrte und boAerfahrene Frau, eine Seltenheit des fckönen Geschlechtes" gefeiert. C. K. V Musikalische Hausregeln. Don JRoberf Schumann. Klimpere nie! Spiele immer frisch zu, und nie ein Stück halb. Spiele, wenn du älter wirst, nichts Modische§. Die Zeit ist kostbar. Man müßte hundert Menschenleben haben, wenn man nur alles Gute, was ifl ist, kennenlernen wollte. e Wenn alle erste Violine spielen wollten, würden wir kein Orchester zusammen bekommen. Achte daher jeden Musiker an seiner Stelle. ♦ Liebe dein Instrument, halte es aber nicht in Eitelkeit für das höchste und einzige. Bedenke, H es noch andere und ebenso schöne gibt. Bedenke auch, daß es Sänger gibt, daß im Chor und Orchester das Höchste der Musik zür Aussprache kommt. ♦ Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Pattk- turen als mit Virtuosen. * Höre fleißig auf olle Volkslieder: sie sind eine Fundgrube der schönsten Melodien und öffnen Mr den Blick In den Charakter der verschiedenen R«' Honen. • Die Gesetze der Moral sind auch die der Kunst. • Singe fleißig im (Tbnr mit. namentlich Mittel' stimmen. Dies macht dich musikalisch. • Was heißt denn aber musikalisch fein? Du bist " nicht, wenn du. die Augen ängstlich auf die Noten gerichtet, dein Stück mühsam zu Ende spielst: du bist es nicht, wenn du (es wendet dir iemanb etwa zwei Seiten auf einmal um) stecken bleibst und nicht fort» kannst Du bist es aber, wenn du bei einem neun Stück das, was kommt, ungefähr ahnst, bei einem dir bekannt-n auswendig weißt. — mit einem Mott, wenn du Musik nicht allein in den Fingern, sondern auch Im Kops und Herzen hast, ____—-----■ J ■'<■' •' • Berlin und Coventry Hassan Sabry Pascha. — (Scherl-Bilderdienst-M.) er bar. Kleine politische Nachrichten der MIT UNSICHTBAREM QNiUNDSTVCK * ft o l i, aus die Landenge des Presba-Sees, die lerbrochen wurde, auf Artilleriestellungen, auf Flugfeld von Florina, wo fünf Flugzeuge Boden zerstört oder fchwer beschädigt wurden, das Gebiet Janina—kolibaki—Metzova, auf ^Mundstück, zugleich auch die Lippen schützt,bietet GÜLDENRING ihrem Raucher einen doppelt gesicherten Genuss« opn fr mchte i< ch Dtti ■ un- das am auf den tte W Kis nfli* flen, bii! igebnty I- 'n. 6tyv >nhei! !i" lie fltr s btmfc t W Öl11 ’en* len ihm i'chen 9r le tw ,at bo? If* t. W.Lr igel«. n. jü, B' |te niefe is iM jerboMi" gleiches -er Mi iperioter nnb sch JlalienischerWehrmachlbericht. Rom. 15. Rov. (DRV.) Der italienische wehr- Machtbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: In Epirus normale Patrouillen- und Ariu- lerietätigkeit. Unsere Luftwaffe unternahm wiederholt Aktionen normaler Bombenangriffe sowie auch solche von Sturzkampffliegern auf die militärischen Ziele von Korfu. Lariffa und Argo- VWe die Natur ihre gefährdeten Geschöpfe mit einem Schutzpanzer versieht,haben wir zum Schutz des empfindlichen Orienttabaks die GÜLDENRING vorsorglich mit einem blMundstück, ausgerüstet. Es bewahrt die Zigarette vor Schaden, wenn sie mit der Mundfeuchtigkeit in Berührung kommt; denn Wasser ist allemal ein Feind des Tabakaromas.Da das Im Parlament zusammungebrochen. Stockholm. 15. Nov. (Europapreß.) Zum Tode des ägyptischen Ministerpräsidenten Hassan Sabry Pascha wird ergänzend aus Kairo gemeldet, daß dieser beim Verlesen der Thronrede K ö. nig Faruks im Parlament von einem Herzschlag getroffen zusammenbrach. Die Sitzung mußte vorübergehend unterbrochen werden, bis die Leiche [4 üllobiß ert Jute, W Nen begleitete. Korvettenkapitän Romeo Kornel, der Kommandant des U-Bootes, hat vom aufgetauchten Boot aus die Explosion der drei Torpedos an dem feindlichen Schiffsrumpf beobachten können. In Rordafrika wurden feindliche Panzerwagen vom Feuer unserer Schnellkanonen vertrieben. Unsere Fliegerstaffeln bombardierten wieder- holt die Flottenbasis von Alexandrien, die Eisenbahnlinie bei Marfo Ulatruk. das Flug- feld von vir Ama Smeit. wobei einige Flugzeuge vom Blenheim-Typ dm Boden getroffen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind von ihren Aktionen zurückgekehrt. Lin Luftangriff auf El Maklila hat weder Opfer verlangt, noch Schäden verursachL In O st a f r l k a haben feindliche Luftangriffe auf Eherem. Agordad. Gura, Diredaua, Asmara, Assab und die Jnfel Difnelv geringfügigen Schaden angerichtet und leichte Verluste unter den Eingeborenen verursacht. Auf Grund von nachträgllchen Feststellungen ergibt sich, daß bei unseren Luftangriffen auf Port S u d a n, der im Wehrmachlbericht vom 25. Oktober erwähnt worden ist. ein feindlicher Damp- zu treffen — feder Artillerist weiß, daß das vom Boden aus und bei Nacht sehr schwer möglich ist — sondern sie sollen durch ihr Sperrfeuer die feindlichen Bomber abhalten, militärisch wichtige Ziele zu treffen, und sie zwingen, vom geplanten Kurs abzuweichen oder umzukehren! Immer wieder fand sich in den OKW -Berichten der Satz, daß infolge der Flakwirkung die Bombenangriffe schon vor der Reichshauptstadt zusammengebrochen waren oder daß die Bomber zerstreut wurden. Die Nacht zum Freitag aber hat der deutschen Flakartillerie einen Erfolg gebracht, der seine Wirkungen nicht verfehlen wird. Zn der Nacht zum Freitag hat die britische Insel die ganze Wucht des deutschen Angriffs und eine gerechte Vergeltung für den Versuch der britischen Luftpiraten erlebt, den historischen Tag der Erinnerung an den 9. November in München zu stören. Der OKW -Bericht vom Freitag berichtet von einem rollenden Angriff vor allem auf Coventry, die Hauptrüstungsstätte der englischen Fluawaffe. Man kann sich oorstellen, wie die deutschen Dergettungs- bomben in der Waffenschmiede Englands gehaust haben. Das war eine schnelle und äußerst wirkungsvolle Antwort auf die Schwafeleien des englischen Luftmarschalls Sir Philip Joubert, der wenige Stunden vorder im englischen Rundfunk gefabelt hatte, England baue jetzt Flugzeuge „in astronomischer Zahl" und — die deutschen Angriffe auf Großbritannien würden von Tag zu Tag wirkungsloser! Wie wirkungslos, das hat die Nacht zum Freitag sehr deutlich demonstriert. Sertrag: Eorciano-Abschnilt, auf die Suda-Vucht (äreta). Bei den Lustkämpfen wurden 13 feindliche Flugzeuge von verschiedenen Typs. z. V. Blenheim und Potez, abgefchoffen. Der Abschuß von zwei weiteren Flugzeugen ist wahrschelnl'ch. Vier unserer Flugzeuge wurden bei den Kämpfen getroffen, konnten aber in den Flughäfen landen. Ein italienisches Flugzeug fehlt. In der Rächt vom 9. zum 10. Rovember traf das U-Boot „fcapponi“ — wie bereits Im wehrmachlbericht vom 12. Rovember mitgeteilt wurde — mit drei Torpedos ein feindliches Schiff von bet „ _z----- ------ , Rarnilliev-Klasfe. das zusammen mit anderen ben | Bari hat geringen Schaden angerichtet, ein Toter Flugzeugträger „Jllnstrious" im Kanal von Sizi- und ein Verwundeter find zu beklagen. war. Aber auch er konnte den ägyptischen Ministerpräsidenten nicht einfangen, und so wurde er denn nach britischer Art aus dem Wege geräumt, womöglich. um Achmeh Pascha, der der Vorsitzende der äayptischen Freimaurerei und englandhörig ist, den Weg frei,weben. Aber noch scheint es, daß die ägyptische Nation ihr Möglichstes tun wird, um sich britischen Fesseln zu entledigen. nfcau; tsch-rch fflen, erte p Gack} Arznei lisabin - Italiens Kampfflieger in lebhafter Tätigkeit. 13 feindliche Flugzeuge bei Lustkämpfen abgeschossen, zahlreiche andere am Boden zerstört oder beschädigt. 16« M Dedenle,- DebeM und Dr^ loinint- .jr mH V {andter in London, wo er energisch die Interessen eines Landes vertrat. Im Sommer bildete er e'm jelzm' Koalitionskabinett. Sein Vorgänger Ali Mäher la$$eri5 Pascha war bei den Engländern in Ungnade ge- r.28.|)e: fetten, weil er sich geweigert hatte, dem aktiven M.sv't Eingreifen Aegyptens in den Krieg, wie es der britische Botschafter Sir Miles Lampson von ihm verlangte, zuzustimmen. Auch die Drohungen, die England gegen König Faruk aussprach, halfen Ibarte^ uicKs. Ali Mäher Pascha trat zurück. Nun hofften - k.....' di- Engländer von feinem Nachfolger Sabry Pascha mehr zu erreichen. Jedoch vergeblich! Sabry Pascha verfolgte dieselbe Linie wie sein Vorgänger und weigerte sich entschieden, den britischen Drohungen llegypten in den Krieg hkneinuizlehen, zu wider- liehen, hat im ganzen Nahen Orient Aufsehen er= egt Man glaubt wieder die verbrecherische Hand des britischen Intelligence Service zu spüren Das amtliche ägyptische Kommunique über den Tod des Regierungschefs besagt u. a., daß Sabry Pascha in dem Augenblick gestorben sei, wo das Land ihn am notwendigsten brauchte Es ist in der Tat Io! Denn die besonnene und gleichzeitig patrio- lische Haltung des ägyptischen Staatsmannes hat >as Land bisher vor einem Sturz in den Abgrund )U bewahren vermocht. Sabri) Pascha galt in seinem Lande als ein glühender Patriot 1934 während der schweren mglo'ägyptischen Verhandlungen war er Ge- des Ministerpräsidenten aus dem Saal gebracht worden war König Faruk fuhr dann in seiner An. spräche fori, in der es hieß, daß Aegypten den englisch-ägyptischen Vertrag sowohl dem Geiste als auch dem Buchstaben nach emgehalten habe König Faruk fügte hinzu, daß Aegypten gespannt den Geschehnissen in der Welt folge und schloß: „Aegyp. ten ist fest entschlossen, feine Unabhängig- feit und Souveränität zu wahren." ser versenkt wurde. Ein feindlicher Luftangriff in der Rähe von Blo- nopotts (Provinz Bart) hat weder Opfer, noch Schaden verursachL Lin weiterer Luftangriff auf [Bari hat geringen GrafOttfriedFinckensteinlasin Stock- Holm im deutschen Kolonieheim aus eigenen Werken. Finckenstein ist in Schweden einer der beliebtesten deutschen Schriftsteller geworden. Sein Roman „Die Mutter" kommt in diesen Tagen in schwedischer Fassung heraus. * Der schlesische Dichter Friedrich Bischoff las im Rahmen der Deutschen Duchausstellung in Kopenhagen aus seinem Roman „Der Wasser- mann" und aus seinen Gedichten. Der Vortrag des deutschen Gastes fand reiche Anerkennung eines ^großen Publikums. W | J eifci 'W® >1 i i Nrl W 1 > ! & 50‘ I nett 'onou. er^ Mr • W «Hl 0 err-. - ö btr J , l Üll: • ben. WM, kb ä 1 Branj, I In Anwesenheit von Gauleiter und Reichsstatt' Halter Sprenger und namhaften Persönlichkeiten aus Partei, Staat, Wehrmacht und der Rhein- Mainischen Wirtschaft sprach im Dortragssaal der Industrie, und Handelskammer Frankfurt am Main Ministerialdirektor Dr. Farmer von der Reichs- stelle für Raumordnung über „Die Raumordnung im neuen deutschen Osten und chre Rückwirkungen auf Westdeutschland"^ In Berlin empfing die Reichsftauenschaftsführerin die vom Führer empfangenen 40 Rüstungsarbeiterinnen. Frau Scholtz-Klink sprach zu ihnen im Gästehaus der Reichsfrauenführung. Anschließend sahen sie ben von der Reichsfrauenführung herge- stellten Schmalfilm „Kriegseinsatz der Frau". Em Tee-Empfang gab den Arbeiterinnen Gelegenheit, mit den führenden Frauen der deutschen Frauen- Organisation zusammen zu sein. ♦ Anläßlich der Feier auf dem Heldenfriedhof in Langemarck empfing der Militärbefehlshaber für Belgien und Nordfrankreich. General von Fal- Don den zum Bombenwurf über Berlin angefetzten „Tomnues" sind in der Nacht zum Freüag zwölf von unserer Flakartillerie abgeschossen. die anderen 00m Bombenwurf aus kriegswichtige Ziele abgehalten und von einem Sperrfeuergürtel der Flak in den anderen gejagt worden. Sechs englische Flugzeuge wurden von der Flak schon an der Küste, drei andere im Weichbilds Berlins und drei über Berlin selbst erledigt. Diese Tat fügt dem Wirken der Flak neue Lorbeeren zu, denn die Männer, die an den Kanonen chre Pflicht tun, die in entsagungsvoller und angespannter tigefeit ihre Waffe zur Geltung bringen, sie haben ja nicht die Hauptaufgabe, feindliche Flieger — jeder Artillerist weiß, daß das vom i und bei Nacht sehr schwer möglich ist Aus aller Wett. Lin Pionier des Sraflfahrsports. Direktor Willi Hof, der in früheren Jahren viele Rennen gefahren hat, feiert am 15. November feinen 6 0. Geburtstag. Hof beschäftigte sich vor der Machtübernahme mit der Propagierung des Baues reiner Kraftfahrstraßen durch Privat» aesellschaften. Er war leitender Vorstand der a - fraba", die den Bau einer derartigen Privatkraft- straße von Hamburg über Frankfurt am Main nach Basel propagierte Diese auf pri» vatwirifchaftlicher Grundlage vertretenen Gedanken verloren ihre Bedeutung, als der Führer den Bau der Reichsautobahnen als Aufgabe des jungen na- tionalfozialistischen Reiches proklamierte. Die von Willi Hof geleisteten Vorarbeiten konnten aber bei der Gründung des Unternehmens Re ich saut obahnen nutzbringend verwertet werden. Hof leitete zeitweilig die Studiengesellschaft „G e 3 u 0 0 r" und war eine Reihe von Jahren in der Direktion der Reichsautobahnen tätig. kenhausen, den Reichsstudentenführer, ff »Ober» sichrer Dr. G L Scheel, den bevollmächtigten Vertreter des Reichsstudentenführers im Kriege, Dr. Fritz K u b a ch , sowie die Abordnung des deutschen Studententums, an ihrer Spitze die beiden Ritter- kreuzträger Oberleutnant Walter und Oberleut, nant Sieger. sie H » chM" - Im Militär, in der Studentenschaft, in der Geist- Achtelt und in weiten Kreisen der Bevölkerung stei- serte sich die antibritische Stimmung. Ein Teil der ägyptischen Truppen wurde entwaffnet, weil man einen Putsch gegen die britischen Besatzungstruppen Im Lande befürchtete. Hunderte von Aegyptern, darunter auch einige Abgeordnete, wurden verhaftet und ins Gefängnis oder ins Konzentrationslager gesperrt. Aegypten mußte sich in seiner Abhängig, keit von England diese Demütigungen gefallen las. len. es mußte zusehen, wie die britischen Garni- onen in der Hauptstadt Kairo selbst verstärkt rour- c -en und wie sich britische Soldaten herausfordernd IlSr .benahmen. Auch Eden hat letztens versucht, einen .T® Druck auf Sabry Pascha auszuüben, nachdem er mit n» ! General Smuts in Khartum zusammengetroffen Mit FM - — ■ *■ *----- lanö |? sein nr Wenn Augen versagen Magnus-Brillen fragen! GÜLDENRING ;'V’J iz: ■' Q VDB5UPGB a omrettolndfiehe Vorführung desto NleierhansenACo. Gießen, Ruf 3941 Klein im Preis Stellengesuche] Neues Herr, 41 Jahre, m. flotter Handschrift, sucht Stelle als Kahrkuh (Gelbscheck), Ende ds. Mon. das zweite Mal kalbend, zu verkaufen. [5162Ü Joh. Scheid, Sichertshausen. 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Fortsetzung. 30 M ater „3a, Arne, und das Unsinnige war, daß es mir in Grunde gleichgültig schien, wer du bist. Ja, ich fühlte deine Liebe durch deine Abwehr und Grob- jsit hindurch." „Komm, wir wollen durch den Garten gehen, der Biegen hat aufgehört." Arne Ohlsen schloß die Tür zu. „Ich habe diesen B aum, seit Lisa das Haus verließ, heute zum ersten- tnb letztenmal betreten. Er wird umgestaltet werten, wie mein Leben sich von heute ab umgestalten t ird." Sie gingen die große Freitreppe hinab zum Park, (iin feiner Nebel war aus dem Wasser aufgestiegen, mb bie alten Bäume schienen in einem smaragdenen Keich zu stehen. Von den Blättern fielen hin und t jeder schwere Tropfen, und um die elektrischen La- tirnen wob die. Feuchtigkeit eine regenbogenfarbene Sura. Die Schatten der Ulmen wölbten sich tief über l*n sattgrünen Rasen. Arne Ohlsen zog Zeinen Ring l°rvor. Er funkelte im Licht. „Willst du ihn tragen?" fragte der Mann. Vera nickte. „Ich gebe dir diesen Ring, weil er für mich eine listliche Erinnerung ist. Die Erinnerung daran, daß Ij glaubtest, ich hätte ihn gestohlen, und daß du ttotzdem bei mir geblieben bist. Wie kleingläubig, Biera, war meine Liebe im Vergleich zu der deinigen. werde ewig dein Schuldner sein." „Um Gottes willen. Liebster, sprich nicht von schuld. Schau, ich dachte imtper, die Begriffe von C ut und Böse ändern sich von Jahrhundert zu Jahrhundert und von Land zu Land. Deine'Ahnen, die kHrenwerten Herren Raubritter, die uns in der Halle bim Teetrinken zusahen, haben die Kaufleute bis cjfs Hemd ausgeplündert, wenn sie die große Heersraße von Upsala herabzogen. Und sie waren geehrte und mächtige Herren." „Schweig still, beschäme mich nicht noch mehr und Lfj uns zu ihnen hineingehen." „Bist du glücklich, Arne?" Acker I Wiest ädt.Dob? m a. Site - orf.Ve-! ölen, m . äp, : alb vor bem mit großem Aufwand errichteten Dölkerbund"palast, dessen einzige Hüter heute inige Wächter sind, die dem Einlaß begehrenden Spaziergänger den Zutritt zu den Anlagen vermehren. Aber was macht's? Neugierde würde die- |?m heute nun verwaist dastehenden Gebäude schon iUDiel Ehre antun, zumal dann, wenn man bedenkt, t>aß gar nicht so weit davon, unten am Ufer des Benfer Sees, ein anderes, beinahe unscheinbares l»aus inmitten eines gepflegten Gartens steht, und iias, obwohl es gar nicht bewohnt ist, dennoch viel mehr Interesse und Traditton für sich beanspruchen tmn: Die Villa M o y n i e r. Hier wohnte zu -inen Lebzeiten Gustave Moynier, der bedeu- t-nbfte Mitarbeiter und Freund des Gründers des flöten Kreuzes, Henry D u n a n t. Beider Lebenswerk hat sich als dauerhaft, weil wertvoll für die Menschheit, erwiesen. Dein anspruchslosen Bau von 1 gamals entspricht die Selbstlosigkeit, in der wie damals auch heute wieder Menschen ihrer frei gewählten Aufgabe nachgehen, dem Rot-Kreuz-Ge- loanFen zu dienen. Wie stehen im Stadtinnem vor einem großen Aebäude, über dessen Toreingang weithin sichtbar las Rote Kreuz auf weißem Grund leuchtet und darunter in großen Lettern zu lesen ist: jCComite International de la Croix Rouge, Agence Centrale des Prisonniers de Guerre“ (Jnternatio- I s Komitee vom Roten Kreuz, Zentralstelle |iü r Kriegsgefangen e). Hier also ist die r letzte Treffpunkt der Vertreter untergehender Wel- I «n war, sondern deshalb, weil nach dem Ende der Genfer Liga ein anderes und viel älteres . 3erf alls dieser Stadt nur um so heller in das M Buben 8 Zu em.: itjÄt ' An.z.stn, 3000Kilometer Liebe Roman von Olly Boehekm tuiPn®1*' »eo ,n RöCnd- Obis«» ,21 üb' e! NB jecker- Obis»-«0' **% 'S» ljeb* ;k* gtaltußg & .hicW* L a00 qm ndvieck :r Instar! io zu w gesucht. Ang. uti» «a.d.Gä 100» mf eritfc- ■ tb.zM-j geteilt, & ithandE ileifcen. ftl. Sines. :5174Dc ’Ä*" igemSey- jaih. eniuleg- ir. m. Dü ). umgehe:. Lgei'E Koiesg aeiieoen. Lriegsdunkel unserer Tage strahlt: Das Rote Kreuz. Geht man den Quai Wilson, erst am Ufer Morgen I und dann der Steigung folgend, entlang, steht man Stätte, an der aus aller Welt die Fäden von Millionen von Menschenschicksalen zusammenlaufen und wieder ausstrahlen. Es ist das Schicksal von Millionen von Menschen, die, einem höheren Befehl folgend, zum Kampf für ihr Vaterland ausgezogen sind und nun im Verlauf der Kämpfe entweder gefangen oder verwundet in Gefangenschaft geraten sind, ober außerhalb ber Heimat als Zivilisten interniert wurden. In mehr als fünf Millionen Karteikarten sind Kriegsgefangene, Zivilinternierte und Flüchtlinge namentlich aufgeführt und alphabetisch geordnet. Hier schlägt fühlbar bas Herz von Millionen Kämpfern ber Front unb ihrer Heimat, die Europa, Afrika, Amerika oder Asien heißen kann. Aber nicht weniger schlägt hier dem Besucher, wenn er die große Halle betritt, auch der Puls der Arbeit all derer entgegen, die sich in uneigennützigem Wirken Tag für Tag mühen, die Leiden der Opfer des Krieges, der Gefangenen und Verwundeten, zu mildern. Von zur Zeit hier etwa 2200 tätigen Menschen haben sich über 1700 ehrenamtlich in den Dienst der Sache gestellt. Man kann an dieser Zahl nicht ohne weiteres vorübergehen, denn sie beweist auch hier, wie in allen Ländern der Welt, daß der Rote-Kreuz-Gedanke nur in selbstloser Weise aus dem gemeinschaftlichen Willen, helfen zu wollen, vertreten werden kann. In einem langdauernden Rundgang gewinnt man viele Einblicke in die praktische Arbeit. Besonders verdient die organisatorische Leistung Bewunderung, wenn man folgende Zahlen betrachtet: Seit Eröffnung der Zentralstelle für Kriegsgefangene am 14. September 1939 hat diese bis zum 15. Oktober 1940 etwa 2 818 0 0 0 Postsachen behandelt — und dies in f aft allen Sprachen unseres Kontinents bis zu denen des fernen Asiens! Die Zentralstelle hat den nationalen Auskunftsstellen der kriegführenden Länder bisher etwa 80 000 Photokopien der von den amtlichen Stellen der Kriegführenden zugesandten Listen über die Gefangenen oder in der Gefangenschaft Gestorbenen zugestellt. Die Zahl der von der Zentralstelle bisher seit Kriegsbeginn erteilten telegraphischen Auskünfte beträgt über 38 000. Die Zahl „Ich bin vollkommen glücklich, Vera, wenn du bei mir bleibst." „Ich bleibe bei dir, solange mich Gott am Leben läßt." „Und dein Beruf?" „Sagte ich dir nicht, Arne, daß ich dieses Lebens unendlich müde bin?" „Komm, Liebste! Wir trinken eine Flasche Wein in der Halle." Der Diener hatte das Kaminfeuer entzündet. Der schwere Rotwein funkelte in den geschliffenen Gläsern. „Ist es nicht fast wie am ersten Abend, als wir in der Hütte am Kamin saßen und der Regen über den Siljan rauschte?" sagte Arne. „Ja, und meine nassen Sachen über dem Herd zum Trocknen hingen?" „Wann liebtest du mich zuerst?" „Als ich dich sah." „Ich liebte dich schon viel früher, denn ich habe mich mein ganzes Leben lang nach dir gesehnt, ohne dich zu kennen." Sie drehte nachdenklich den funkelnden Ring. „Und die Wunde ist geheilt?" „Für immer!" Sie schwiegen und sahen in das tanzende Feuer. „Wir hoben eine Flamme in unserem Dasein geliebt, die allen Rauch der Vergangenheit durch ihre Reinheit verzehrt", sagte der Mann nach einer Weile. Leise knisterten die Holzkloben. „Schau", sagte Vera und deutete auf die Ahnenbilder, „sie haben ein anderes Gesicht bekommen. Der alte Ratsherr, über dessen Wallensteinbärtchen der Feuerschein tanzt, zuckt mit den Mundwinkeln, als wollte er sagen: „Ihr großen Kinder! Ihr denkt, euer Schicksal sei einmalig und besonders schwer ober besonders interessant. Auch wir haben geliebt, gelitten, erworben und verloren, bis wir endlich starben. Dieses alte Haus ist voll von Tränen, aber auch voll von Lachen. Eins löst das andere ab." „Der Adler ist wieder in feinen Käfig zurückge- flogen", meinte Vera nach einer Pause unb strich leise über Arnes feine energische Hanb, die auf ber Sesfellehne lag. „Ja, er ist heimgeflogen", sagte Arne, ben sanften Druck ihrer Hanb erroibernb, „aber seit bu ba bist, gibt es fein Gewitter mehr, ^das ihn vom Himmel trennt" Siegener Gäste bei einem Kampfgeschwader. Unser Bilb zeigt ben Gießener Oberbürgermeister Ritter (links) unb ben Rektor der Lubwigs-Universität Professor Dr. H. W. Kranz (rechts) beim Besuch eines Karnpfgeschwabers, dessen Heimathafen bei Gießen liegt — (PK.-Sturm-Scherl.) der Erhebungen über Internierte ober nicht internierte Zivilpersonen übersteigt bie 100 000. lieber all biesem Zahlenspiel steht jeboch das Schicksal ber Millionen Menschen, bas hier in ben tausenben Karteikästen unb Korrespon- benzmappen enthalten ist. Was lag ba wohl näher, als in ber deutschen Abteilung einmal einem Einzel- schicksal nachzugehen, um zu prüfen, w i e bas Rote Kreuz hier helfenb eingreift, burch ben Krieg zerrissene Verbinbungen wiederher- stellt unb ben um bas Schicksal ber in Feindeslanb befindlichen Söhne ober Brüder bangenben Angehörigen Trost unb Gewißheit gibt So lesen wir aus einem Vorgang folgendes: Nach langem vergeblichen Warten entschließt sich endlich eine besorgte Mutter, an bas Deutsche Rote Kreuz zu schreiben. Der Anfrage fügt sie Namens- unb sonstige Personenangaben sowie Zeit unb Ort ber letzten Nachricht ihres Sohnes vor Kriegsausbruch bei. Das Deutsche Rote Kreuz erbittet bie Vermittlung bes Internationalen Komitees in Gens. Sofort setzt bie Zentralstelle ihren Apparat in Bewegung. Ein Telegramm an ben englischen Korre- sponbenten wirb beantwortet mit ber Mitteilung, baß ber Angefragte vor längerer Zeit in ein Gefangenenlager nach Kanada übergeführt worben ist. Nun wirb an den Korrespondenten nach Montreal gefabelt mit bem Ersuchen, entsprechend Nachforschungen anzustellen. Schon nach wenigen Wochen kommt von dort ein Kabel, in dem es u. a. heißt: „Angefragter .befindet sich in bester Gesundheit in dem Gefangenenlager von ..., dem er als Lagerführer vorsteht." Nur wenige Stunden später besitzt das Deutsche Rote Kreuz und bann bie besorgte Mutter in Deutschlanb ebenfalls bie telegraphische Auskunft unb kann nun mit ihrem Sohn bie birefte Verbindung aufnehmen. Nicht immer gelingt natürlich wie in biesem Fall die Aufklärung innerhalb weniger Wochen, und auch nicht immer kann ber Bescheib ein so tröstlicher sein, aber schlimmer selbst als bie Nachricht von bem Tobe eines Menschen ist boch bie quälenbe Ungewißheit über bas Schicksal eines fieben Angehörigen. Immerhin macht man sich eine Vorstellung von bem tausend- und millionenfachen Glück, bas allein durch diese eine Tätigkeit des Roten Kreuzes in Genf in alle Welt ausstrahlt unb Leib unb Tränen burch meist frohe Gewißheit ablöst. Einen ber stärksten persönlichen Einbrücke vermittelte anläßlich eines offiziellen Empfanges beim Präsibenten bes Internationalen Komitees vom RotemKreuz, Professor Max Huber, bieser selbst, als ob er in seiner Person ben Geist unb bie reine Trabition bes Roten Kreuzes zusammenfasse unb verkörpere. In grunbfätzlichen Ausführungen stellte er bie hohe Idee bes Rötkreuzgedankens, zu gleich aber auch den Willen zur Realität heraus, nämlich bie Kraft, ethische Grunbsätze auch zu verwirklichen. Allein aus dieser Haltung folgt, wie Präsident Huber erklärte, daß in der Stärke der Rotkreuzgesellschaften des Gewicht des Internationalen Komitees liege. Immer wieder betonte Präsident Huber die enge Zusammenarbeit und Ueberein ft immun g mit dem Deutschen Roten Kreuz, insbesondere auch während des Krieges. Sie kam in den Besuchen des Geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, ^-Brigadeführer Dr. G r a w i tz , und des Chef des Amtes Auslandsdienst, DRK.-General- Hauptführer Hartmann, zum Ausdruck, der sich ben nicht immer leichten Arbeitsbesprechungen in Genf zur Verfügung stellte. Aus allen in Genf gewonnenen Eindrücken war ersichtlich, wie burch bie enge Verbindung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz mit ben nationalen Rotkreuzgesellschaften unb besonders auch mit bem Deutschen Roten Kreuz eine ganze We l t aerobe in unseren Tagen voll Dankbarkeit auf eine Freunb unb Feind in gleich selbstloser Weise bienende Einrichtung blickt. Die staatliche Gportaufsicht. Zur Neuregelung ber staatlichen Sportaufsicht unb öffentlichen Sportpflege bemerkt Oberregierungsrat Ritter von Lex, baß die Sportaufsicht nur bie allgemeine grundsätzliche Leitung umsaßt. Einzelfragen bleiben Angelegenheit ber sportlichen Selbstverwaltung. Der Sportaufsichtsbeamte soll sich stets vor Augen halten, daß der deutsche Sport unb seine Förderung am besten auf bem Boden freubiger Freiwilligkeit gebeihen. Sein Eingreifen soll auf notwendige Fälle beschränkt bleiben. Innerhalb bieser Schranke umfaßt bie Sportaufsicht bie Ausrichtung des Sports auf bas Ziel der körperlichen Ertüchtigung des gesamten Volkes. Es soll bei jeder ©Portaufsichtsbehörde der Mittelstufe eine Sportstättenprüfstelle geschaffen werden. Die Sportaufsicht hat bei ber Prüfung ber Voraussetzungen für bie Verleihung bes Reichssportabzeichens unb bes Reichsjugend- sportabzeichens mitzuwirken. Diese beiben Ehrenzeichen, bie jetzt Reichsauszeichnungen für Leibesübungen finb, sollen bazu anreizen, eine hochgesteigerte körperliche Allgemeinbildung bis ins Alter zu bewahren. Wie groß biefe Aufgabe ist, ergibt sich daraus, baß 1938 weit über 100 000 Reichssportabzeichen unb 36 000 Reichsjugenbsportabzei- chen verliehen worben sind. 19. Kapitel. Das Tivoli-Theater war ausverkauft. Allerdings hatte ber Direktor mit einem kleinen Trick gearbeitet. Er hatte erst ganz zuletzt ben Hingenben Namen Vera Verries, bem eine wochenlange Reklame vor- angegangen war, mit bem unbekannten Namen Anita ©Hefen überklebt. Vera Verries ärgerte sich barüber. Sie wußte nur zu gut, wie die Stimmung bes Publikums eine Leistung steigern ober abschwächen konnte. Das Gefühl, mit ber Anita ©Hefen empfangen würbe, konnte nur schlecht verhehlte Enttäuschung sein. Sie hat es nicht leicht, die Kleine, buchte Vera Verries unb ging in bie Garberobe, um ber jungen Kollegin beim Schminken behilflich zu fein. Anita zitterte wie ein gefangenes Vögelchen. „Sie werben mich auspfeifen", sagte sie verstört; „passen Sie auf, bas Publikum ist enttäuscht, weil es erst in letzter Minute erfahren hat, baß Sie nicht tanzen." . Vera strich ihr über das wirre Haar: ,Kind, um so stärker wird deine Leistung sein müssen, um das Publikum mitzureißen. Ich gebe zu, daß du es schwerer hast, als wenn du von vornherein einen Tanzabend unter deinem Namen geben würdest. Aber wenn du die Leute trotzdem mitreißt, dann hast bu auch einen großen Sieg errungen." Unb mit mütterlicher Zartheit fügte sie hinzu: „Glaube mir, ich würbe ben Tanzabenb abblasen lassen, wenn ich nicht hunbertprozentig von beinern Erfolg überzeugt wäre." Peter Renz kam bereingefauft „Feines Publikum, Anni! Herr Ohlsen sagt, die erste Presse ist drin. Darunter ein Kritiker, dessen Ausspruch über Tod und Leben entscheidet. Gefällst bu ihm, bist bu gemacht." „Um Gottes willen, und wenn er mich verreißt?" „Wie kann er etwas verreißen, von dem er begeistert fein muß?" „Du bist sehr sicher, Peter!" „Von beinern Können war ich immer überzeugt, Anita, ebenso wie von deinem verflixten Minderwertigkeitskomplex, du sensitiver Fisch!" „Erlaube mal!" „Na, ich meine natürlich dein Sternbild: weich, nachgiebig, beeinflußbar, zaghaft, schüchtern, setzt sich schwer durch, findet schwer den Eigenton. Ja, ----Xu wirb nicht hättest! " Vera Verries lachte: „Und Sie, was sind Sie für ein Sternbild?" " „Ich bin ein Widder", rief Peter Renz, Kämpfer und Pionier von starkem Tätigkeitsdrang, selbstbewußt, stolz, mutig, treu, energisch, durch Hin- dernisse zu doppelter Kraftentfaltung getrieben, (siehe Onkel Franz). Kann organisieren, führen .." „Wenn du jetzt nicht still bist, fliegst du mitsamt deiner Kraftentfaltung raus", sagte Anni nervös. „Das wäre ganz verkehrt", erklärte Peter Renz, „wenn ich dich nicht aufputsche, verfällst du in deine stumme, fischige Resignation." „Seit wann beschäftigst du dich mit Astrologie?" fragte Anni, während sie hellen Teint für die ägyp, tische Maske auflegte. „Seit ich unglücklich verliebt bin. Seit mein Fisch mir ausgerückt ist. Uebrigens steht im Horoskop der Fische" — er zog einen Taschenkalender heraus und blätterte darin — „Herzensangelegenheiten: dazu leicht ausgenutzt, viele Liebesenttguschungen. Feinde und Verleumder stören das Liebesglück." „Nun hören Sie aber auf zu unten und stecken Sie Ihr Buch ein", rief Dera. Peter Renz gehorchte. Das erste Klingelzeichen schrillte. .Kann ich noch etwas für dich tun, Anita?" fragte Peter Renz. ,^Ja — rausgehen!" „Gemacht!" Er trat auf Anita zu, spukte sie kräftig an, schrie ,Hals und Beinbruch" und verschwand. „Das ist der prächtigste Junge, ben ich in meinem Leben getroffen habe", sagte Vera Verries. „Er bringt tatsächlich bie unmöglichsten Dinge fertig. Wenn ich benke, baß er gewissermaßen Arne und mich enbgültig zusammengebracht hat ..." „Ach, Sie wären auch ohne Peter Renz mit Herrn Ohlsen zusammengekommen", sagte Anita. „Wenn man füreinanber bestimmt ist — soll ich noch mehr blau auf die Augenliber legen?" „Etwas, Kind, unb lange Querstriche, daß die Mandelform herauskommt. Hast du heute noch trainiert?" „Ein paar Lockerungsübungen." "Du hast noch zwanzig Minuten Zeit. Ich finde, es macht nervös, wenn man zu früh fertig ist. Mit den Minuten vor dem Aufttitt weiß man so wenig anzufangen wie mit der Zeit vor Abgang des Zuges auf dem Bahnsteig. Beide dehnen sich bis zur Endlosigkeit. Also beeile dich nicht." Fortsetzung folgt.) um 1470 in Mainz gedruckt. —y— Senckenberg in den ?rbf’(eftgnt' betreffend Für Kinder im Alter bis zu 17» Jahren auf die 4 Abschnitte 5-8 der Kinderbrotkarte je eine große Dose in allen Fachgeschäften NESTLE KINDER NAHRUNG chen Volksgenossen behauptet, die Punkte fei;n eigentlich noch wichtiger als Geld. Diese Meinung besteht nicht zu Unrecht, denn Geld kann man immer wieder in die Hand bekommen, "Punkte aber nur einmal im Jahr. Ueber die bisherigen Erfahrungen mit der Reichskleiderkarte haben wir uns mit dem Vorstand des Städtischen Wirtschaftsamtes, Verwaltungsober- inspektor M ü l le r, unterhalten. Er hat uns mancherlei über die Wahrnehmungen beim Umgang mit der Reichskleiderkarte im Verlaufe des verflossenen Jahres erzählt, das des allgemeinen Interesses sicher sein dürfte. Rund 40 000 Kleiderkarten für die Bevölkerung Gießens, einschl. der Vororte Wieseck und Klein- Linden, wurden vor einem Jahre vom Wirtscbafts- amt der Stadt Gießen ausgegeben. Manche Volksgenossen hatten sich vorher schon mit Bezugscheinen auf Textilwaren der verschiedensten Art erheblich „eingedeckt" und darauf zum Teil auch schon allerlei Einkäufe vorgenommen. Da kam im November vorigen Jahres die Reichskleiderkarte mit der Verpflichtung, die bisher gewährten Bezugscheinmengen anzurechnen. Darüber gab es bei manchen Leuten mit vielen Bezugscheinen allerlei Wehklagen. Das war begreiflich. Denn nun kostete das Bezugscheinhamstern viele Punkte. „Die Schere des Wirtschaftsamtes" trat denn auch prompt in Funk- tion und schnitt bei vielen Kleiderkarten so viele Punkte weg, daß nur noch die Mindestmenge von 20 Trost-Punkten übrig blieb. Dennoch haben die Inhaber zahlreicher Bezugscheine den besten Schnitt gemacht, da ihre Bezugscheinmenge, die sie bereits in Käu^e umgewandelt hatten, sicherlich weit mehr ausmachte als die abgetrennten SO Punkte. $u diesem Vorteil kamen dann noch die 20 Trost-Punkte hinzu. Aber auch hier heißt es: ,/Das war nur einmal ..." Anfangs gab es bei der Benutzung der Reichs- kleiderkarte gewisse Schwierigkeiten und Beanstandungen. Manche Käufer schienen der Meinung zu sein, die Vorschrift der zeitlichen Gültigkeit der verschiedenen Punktabschnitte bestehe für sie nicht. Und manche Geschäftsleute ließen sich von den drängenden Kunden überreden, einen Vorgriff auf noch nicht fällige Punkte vorzunehmen. Als dieser Punkte- Vorschuß bei der Verrechnung im Wirtschaftsamt in Erscheinung trat, wurde vom Amt schleunigst „ein Riegel vorgeschoben" und allen Geschäftsleuten Aus der Stadt Gießen. Oie Kraft der Heimat. 43on n iili Fr. Köncher Du kannst die Blume von der Staude schneiden und dich für Tage an Form und Farbe in der Vase auf deinem -iifd) erfreuen. Dann aber beginnt sie zu welken, und ihre Blätter sterben. Und Frucht zu tragen bleibt ihr versagt. Du kannst das Tier aus der Wildnis nehmen und zu deinem Freunde machen, doch noch im Blut seiner Kinder lebt die Sehnsucht nach Freiheit, und nur selten wirst du es kämpfen sehen, wie es einst zwischen Busch und Baum oder in steinigem Geröll den Gegner stellte. Du kannst den Menschen in die Fremde schicken, und er wird, wenn Kraft in ihm war, feinen Mann stehen und wird leisten, was seine Gaben ihm zu wirken erlauben. Aber er wird das Fremde in den Augen der Menschen sehen, die um ihn leben, und wird das Seltsame in ihren Herzen fühlen. Er wird ihre Sprache sprechen, aber er wird nimmermehr ihre Gefühle empfinden. Und die Liebe ihrer Frauen wird ihm eine fremde Liebe fein, zu wild oder zu dumpf, zu fahl oder zu leicht. Blume, Tier, Mensch — du stellst sie in tue Fremde, wenn du sie aus dem Bezirk nimmst, in dem sie gewachsen sind. Die Eiche wächst nicht in Gletschermoränen, und Edelweiß wuchert nicht am Strand des Meeres. Der Hirsch lebt nicht in den Straßen der Städte, und der Adler nicht unter den Dächern unserer Häuser. Sollte der Mensch nicht die Heimat brauchen wie sie, um stark zu fein, um er selbst zu fein, sich selbst zu fühlen, an sich selbst zu glauben, aus sich selbst zu schaffen und zu schöpfen? Seele und Geist des Menschen sind reicher als die Gefühle des Tieres. Darum ist auch feine Heimat weiter, der Boden ist größer, und feine Kräfte sind mannigfaltiger. Aber nicht anders als Tier und Pflanze bedarf er des Bodens zum Wachstum, der Erde, aus der ihm die Kräfte emporfprießen, die ihn füllen und fruchtbar machen. Vielfältig ist das, was wir die Heimat des Menschen nennen: die Landschaft, in der er groß geworden ist, Berge ober Ebene, Stadt ober Land, Meer oder Wald. Stille ober Bewegung, Enge oder Weite; die Menschen, zwischen denen er gewachsen ist ernste oder heitere, sprühende ober wortkarge, hoffenbe ober verzweifelnde, gesunde ober kranke, blande ober dunkle, harte ober zarte die Häuser, die Bilder, die Bücher, die Mundart, die Lieder, die Kleider. Alles baut sich zur Landschaft zusammen, der der Mensch entstammt, zur Heimat, aus brr er kommt und zu der er geht — sein Leben lang. Denn wenn er hinausgeht aus seinem Kreis, in dem er atmet und w'rkt, tut er den Schritt in die Fremde. Es ist nicht Schwachheit, nicht Unselbständigkeit, was den Menschen zurückführt oder ihm die Sehnsucht ins Herz gibt. Heimweh ist nicht Rührseligkeit, und Heimdenken ist nicht Verzagtheit. Es ist das Wissen um sich selbst und das Wollen zu sich selbst, was den Menschen in der Fremde zurückruft. Es tft die Verantwortung für sich selbst, für die eignen Kräfte und für das Ziel des Wirkens. Nur in der Heimat bist du: du selbst? Nur in der Heimat fühlst du: dich selbst! Nur in der Heimat glaubst du: an dich selbst! Wi" ober solltest du schöpferisch fein, fühltest du nicht dich selbst, glaubtest du nicht an dich selbst, wärest du nicht du selbst? Kein Zweifel soll sein: unsere Heimat ist nicht ein enger Kreis. Sie besteht nicht aus drei Straßen und einem Haus, aus fünf Menschen und einem Mund voll Liedern. Unsere Heimat ist weiter und reicher! Und sie ist doch wieder so klein und eng, daß wir sie stadt etwa 600 Handschriften und Wiegendrucke aus der Bibliothek der Marienkirche zu Butzbach ein» verleibt wurden Dadurch kamen u. a. die sehr seltenen sog. Marienthaler Drucke in Gießener Besitz. Wir sahen z. B. einen aus der Zeit um 1480, ein in sehr zierlichen Lettern gedrucktes, mit Miniaturen geschmücktes Brevier, auf dessen Vorsatzblatt eine frühe Notenhandschrift eingeklebt ist. Oder eine kaiserliche Verleihungsurkunde, Pergament in rotem Samteinband mit anhängendem großen kaiserlichen Siegel, die Erhebuna des Herrn Heinrich Christian Papyri, Handschristen und Inkunabeln Kostbarkeiten der Gießener Universitätsbibliothek. kleidung getroffen. Nach diesen Dorschriften kann in bestimmten Fällen Arbeitskleidung gegen eine geringere Punktzahl abgegeben werden, während Berufskleidung in genau festgelegten Berufen punktefrei zu haben ift Diese Regelung gilt zum überwiegenden Teil für solche Volksgenossen, die körperliche Arbeit verrichten und dabei besonders starken Verschleiß an Kleidungsstücken haben. Uniformen haben nichts mit der Kleiderkarte zu tun, sie werden nur gegen Uniform-Bezugschein abgegeben. * Aus die Gesamcheit gesehen ist festzustellen, daß sich die Benutzung der Reichskleiderkarte überall nut eingespielt hat und auch die Einteilung der Punkte auf den Verbrauch in den verschiedenen Zeitabschnitten nichts mehr zu wünschen übrig läßt Zu diesem erfreulichen Ergebnis des ersten Jahres der Reichskleiderkarte haben unsere Ge- schäftsleute durch ihr diszipliniertes Verhalten einen bedeutsamen Anteil beigefteuert. * Mittlerweile ist die zweite Reichskleiderkarte in den Besitz der bezugsberechtigten Bevölkerung ge- kommen. Manche haben sie schon reichlich „strapaziert", diesmal sind aber die Zeitgrenzen beachtet worden. Von Wichtigkeit für viele Familien ist die Tatsache, daß zu der neuen Reichskleiderkarte, wie schon im Vorjahre, für Knaben und Mädchen im Alter vom 13. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr wieder eine Zusatz-Kleiderkarte zur Ausgabe kommt, die den Buden 50 und den Mädchen 40 Zu- fatzpunkte bringen wird, um damit den durch das Heranwachfen der jungen Menschen bedingten gesteigerten Bedarf an Kleidungsstücken zu befriedl- gen. Diese Zusatzkarten werden im kommenden Früh, jahr zur Ausgabe kommen. Sie sollen und dürfen aber nicht dazu verleiten, nun etwa mit den Punk- ten zu „aasen", sondern nach wie vor besteht für jedermann die Notwendigkeit, mit diesem kostbaren Schatz in durchaus haushälterischer Weise umzugehen. ________________________ Mancherlei „Schmerzen" aibt es bei der Kleiderkarte für ältere Knaben um» Mädchen, wenn diese über ihr Alter hinaus gewachsen sind, sodaß sie Kleidungsstücke in Erwachsenengröße haben müssen. Dann reichen die Punkte ihrer Kinder-Kleiderkarte nicht aus. Derartige Fälle sind keine Seltenheit. Es bleibt dann nichts anderes übrig, als den Weg vom Geschäft zum Wirtschaftsamt anzutreten, um dort einen Bezugschein zu holen, der gegen Abtrennung der niedrigeren Punktmenge der Kmder- fleiberfarte auf eine entsprechende Punktzahl der Erwachsenen-Größe lautet. Ohne einen solchen Bezugschein darf kein Geschäftsmann Waren abgeben. Aus dieser Sachlage erwächst dem Wirtschaftsamt in Gießen noch eine besondere Inanspruchnahme durch auswärtige Käufer, die nicht nur aus dem Landkreis Gießen, sondern auch aus den benachbarten Kreisen kommen. Diese Käufer kann man nicht mit leeren Händen heimfahren lassen und mit unnützen Fahrtkosten belasten. Ihnen muß geholfen werden. Das geschieht dadurch, daß das Wirt" schaftsamt Gießen in entgegenkommender Weise einen Bezugschein auf Waren in Erwachsenen-Größe ausstellt und dafür die geringere Punktzahl von der Kinder-Kleiderkarte zurückbehält. Damit ist dem Kauflustigen geholfen und zugleich dem Geschäftsmann gedient, da ja doch nach der ganzen Sachlage nichts anderes übrigbleibt, als irgendwie und irgendwo den Bedarf des über fein Alter hinaus- gewachfenen Kindes zu decken. ihren Namenszug der Nachwelt hinterlassen. Ein bewundernswertes Meisterwerk neuzeitlicher Reproduktionskunst ist die prachtvolle Faksimile- Ausgabe der Maneffeschen Handschrift, eine große Seltenheit die Pergamentausgabe oes „Therer- dank" von 1517, eigens für den Kaiser Maximilian gedruckt und mit feinen Holzschnitten geschmückt. Zum Schluß feien noch zwei besonders bemerkenswerte Stücke genannt, ein Nürnberger Druck van 1527, der einen aufschlußreichen Einblick in Albrecht Dürers gründliches Anatomiestudium wie seine Beschäftigung mit der Festungsbaukunst gewährt; und, im Gutenberg-Jahr von aktuellem Interesse, eine Schöffer-Dibel, worin der Kommentar den eigentlichen Text auf jeher Seite wie eine Zierleiste umrandet. Diese Bibel, in gewaltigem Format, wurde Ein Jahr Reichskleiderkarte. Beobachtungen und Erfahrungen des Wirtschastsamtes Gießen eine Dhora-Rolle auf Pergament erwähnt werden. Um 1050 geschrieben wurde eine EvangMenhar- monle mit ganzseitigem, gemaltem Bilderschmuck (Kölner Schule). Eine La ngod ard enge schichte des Paulus Diaconus, angeblich im 9. Jayrhunoert ge- schrieben, ist über den schon erwähnten Freiherrn von Senckenberg aus dem Kloster Weingarten zu uns gelangt. Sehr wertvolle Stücke sind ferner eine Übersetzung der Lex Visigothorum ins Spa- nifche, mit Miniaturen, und eine Augsburger Pergamenthandschrist des „Schwabenspiegels"., Höchst merkwürdig ist ein sog. Schachzabel-Buch, ein stattliches, ungemein zierlich auf Papier geschriebenes und ausgemaltes- Werk; es stammt, etwa 1432, von Meister Ingold, einem Straßburger Dominikaner, der aus dem Schachspiel einen umfänglichen theologisch-lehrhaften Traktat wider die sieben Todsünden entwickelte. Man muß sich wundern, was es alles gibt, und was man noch nie gesehen hat: beispielsweise eigenhändige Unterschrift und eigenhändige Randnoten Luthers in einem schmalkaldischen Aktsnwerk aus dem Jahre 1540; auch Justus Ionas, Bugenhagen und andere aus der Reformationszeit bekannte Männer haben hier, erstaunlich leserlich, Im Laufe des Jahres hatte sich ergeben, daß ein erheblicher Teil der schaffenden Bevölkerung die zur Berufsausübung erforderlichen Bekleidunas- stücke nicht mit den Punkten der Kleiderkarte be- schaffen konnte. Daher wurde eine besondere Regelung für die Beschaffung von Arbeits- und Berufs-1 die sog. Makulaturforschung, welche die interesian- testen Ergebnisse zeitigen kann: man findet bei der genauen Prüfung alter Bucheinbände nicht selten wertvolle Urkunden. Wir sahen hier beispielsweise einen Korrekturbogen von Augustins „Gottesstaat", Schöffer-Druck von 1473, der im Einbande eines anderen Schöffer-Druckes gefunden wurde; woraus man wiederum geschlossen hat, daß Peter Schäffer (lein Name ift aus der Geschichte Gutenbergs und des Buchdrucks bekannt) seine Drucke in eigener Werkstatt hat binden lassen. — Von solchen später entdeckten und ausgelösten Stücken gibt es übrigens in der Universitätsbibliothek eine ganze Menge. Im Handschriftenlaa-l befindet sich auch eine sehr wertvolle Papyrus-Sammlung, die Papyri Jan- danae, vorläufig nur hier deponiert, Privatbesitz von Professor Kalbfleisch , testamentarisch der Iniversität vermacht. Neben solchen Zeugnissen rember Kulturen gibt es in diesem Saale aber auch allerlei heimatgeschichtlich bemerkenswerte Dinge wie z. B. das Friedberger Malefizbuch, eine Handschrift des 16. Jahrhunderts, mit Protokollen von Gerichtsverhandlungen vor dem Freigericht Kaichen, ober die handschriftlichen Akten der Bingenheimer Hexenprozesse (1653/55), von denen in der ,Heimat im Bild" des näheren die Rede war, oder eine von unserem liebenswürdigen und sachkundigen Führer, Herrn Dr. M i 11 e r m a i e r entdeckte handschriftliche Zunftordnung der Friedberger Schneiderzunft von 1557. Eine Reihe der seltensten und völlig unersetzlichen Kostbarkeiten befindet sich gegenwärtig aus naheliegenden Gründen wohlverwahrt im Luftschutzkeller. Wir ft eigen hinunter und sind aufs neue betroffen von der Fülle der Schätze, die man hier vor uns au9breitet Es ift unmöglich, sie alle zu nennen, aber einiges mag doch festgehalten fein, wie etwa das merkwürdige winzige Stück Pergament, nur etwa so lang und so breit wie ein Daumen: ein sog. „Amulett", ein Evangelien-Bruchstück, beiderseits auf Pergament getrieben, das als Buchzeichen in einem alten Buche verwendet und später entdeckt wurde. Oder die höchst eigenartigen singhalesischen Handschriften, Zaubertexte und Beschwörungsformeln, auf Palmblätter geschrieben. Oder liturgische Texte mit früher Notenschrift, dem-sog. Nvimm bedeckt, nachmals mit schöner Sorglosigkeit als Bucheinband verwendet. Unter Glas betrachtet man das winzige Pergamentbruchstück der gotischen Bibelübersetzung des Ulfilas mit nebenstehendem griechischen Text. (Eine Faksimile-Ausgabe des berühmten Codex argenteus befindet sich übrigens auch hier unten im Keller.) Weiter: die Oftr-aka, alte griechische Scherben, mit verschiedenartigen Mitteilungen, und ein Diptychon griechischen Ursprungs, eines jener Wachs- täfelchen, wie es die Alten für ihre Aufzeichnungen brauchten, ein antikes Notizbuch. Ziemlich reichhaltig ist die Sammlung der Papyri mit griechischen und anderen Texten. Eines der wertvollsten und ältesten Stücke ist eine Pergamenthandschrift aus dem 8. Jahrhundert. welche das Bruchstück eines Sakramentars enthält, d. h. eines für den gebrauch des Priesters 'n der Messe bestimmten liturgischen Textes; auch dieses Pergament wurde später als Bucheinband benutzt. Eine bibliophile Kostbarkeit ist die Pergn- 1 menthandschrift des „Jwein" von Hartmann von : Aue Aus dem 13. Jahrhundert stammt eine Hand- i fchrift Ottos von Freising, die Gesta Friderici und i d:e Chronik enthaltend Aus etwa 1270 wird eine i lateinische Bibel mit wundervollen Goldinitialen im Herzen mittragen. Und wiederum: wo unsere Svrache klingt wo • dos Buch in deutschen Worten spricht, wo die Men- ■ scheu unsere Kleider tragen — überall da ist Heimat. Wo die Kameraden neben uns marschieren, und - wo die Siebe der Frauen unsere Worte versteht und < unsere Empfindungen fühlt, da ist Heimat. Wir leben im großen Kreis dieser Heimat, sie , entläßt uns nicht, wenn wir nicht selbst ihr entfliehen. Wir sind nicht allein, wenn wir in diesem Kreis leben. Der Kreis aber öffnet sich immer für 1 uns: im Wort aus der Heimat, im Wort des Kameraden, im Wort der Frau, im Wort des Kindes. Solche Worte zu hören, ift Heimkehr, auch wenn die Füße feit Jahresfrist und kurzer oder länger die Seißen der sichtbaren Heimat nicht mehr geschritten sind. Heimkehr aber ist Einkehr: Heimkehr zu uns selbst, Einkehr in uns selbst Und die Einkehr aibt das heilige Missen um uns selbst, um unser Leben und feine Ausgabe, um unsere Kraft und ihr Ziel. Einkehr ist Heimkehr Dornolizen. Tageskalender für Samstag. NSG. „Kraft durch Freude": 18.30 bis 21 Uhr „Aennck m von Tharau". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das fündige Dorf". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Der dunkle Punkt". Oberbefsilcher Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung W. Jmkamp im Foyer des Stadttheaters. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 15.15 bis 17.30 Uhr „Goldregen"; 18 bis 21 Uhr „Aennchen von Tharau". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Das fündige Dorf". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der dunkle Punkt". — Deutscher Alpenverein: 16 Uhr im „Hindenburg" Lichtbildervortrag Dr. Kaufmann „Rund um die Gießener Hütte". — Schützengesellfchaft 1926: 16 Uhr bei Kamerad Bepler, Bahnhofstraße, Jahres-Hauptversammlung. — Obst- und Gartenbauverein und Kleingärtnerverein Lahntal: 15.30 Uhr im „Burghof" außerordentliche Hauptversammlung. — Ober- hessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung W. Jmkamp im Foyer des Stadttheaters. — Kreismusikerschaft: 16.30 Uhr in der Aula der Universität „Tag der deutschen Hausmusik". (Die Veranstaltung muß pünktlich beginnen.) Stadttheater Gießen. Am Sonntag wird in einer Nachmittagsvorstellung der große Lustspiel-Operettenerfolg „Goldregen" von Manfred Rößner, Musik von Hellmut Rößner wiederholt. Es ist damit allen, die abends oder bei der letzten Sonntagnachmittag-Vorstellung das heitere Werk nicht besuchen konnten, noch einmal Gelegenheit geboten, das Versäumte nachzuholen. Die Spielleitung hat Harry Grüneke, die musikalische Leitung Arthur Apelt. Am Sonntagabend wird die erfolgreiche Operette „Aennchen von Tharau" von Heinrich Strecker wiederholt. Musikalische Leitung: Arthur Apelt. Spielleitung: Harry Grüneke. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel, Chöre: Archur Apelt. — Außer Miete, Ueber Geschichte, Bestände, Aufgaben und Tätigkeit der (Siegener Universitätsbibliothek ist sowoyl in unserer „Heimat im Bild" als auch im Gießener Anzeiger selbst früher bereits mehrfach — zuletzt gelegentlich der Woche des Buches 1935 — geschrieben worden. Aber es kann und soll immer wieder einmal der Blick auf dieses für den aesamten Wissenschaftsbetrieb der Hochschule unentbehrliche, wie auch darüber hinaus für die Allgemeinheit höchst wichtige und nützliche Institut gelenkt werden. Wenn man bedenkt, daß die Bestände der Staatsbibliothek in Berlin insgesamt etwa 4—5 Millionen Nummern umfassen, dann wirken die Vergleichszahlen der Universitätsbibliothek daneben bescheiden: 488 616 Bände, 282 577 Dissertationen, 1024 Handschriften, 410 Urkunden, dazu nahezu 2000 Zeitschriften aus den verschiedensten Gebieten —: das ergibt aber noch immer für die meisten Volksgenossen eine nahezu unvorstellbare Menge bedruckten Papiers. Da es sich nun hier nicht nur, obwohl überwiegend, um Papier handelt, sondern auch um andere, kostbarere Stoffe wie Pergament und Papyrus, und auch nicht allein um Druck, sondern auch um Handschriften und Buchmalerei, sind wir beim eigentlichen Thema angelangt: werfen wir einen Blick auf die Seltenheiten und Kostbarketten, die heute natürlich noch sorgfältiger aufbewahrt und gehütet werden müssen als in normalen Zeitläuften. Neben rund 1500 Handschriften und etwa ebenso vielen Inkunabeln (das find frühe Drucke, auch Wiegendrucke genannt, ungefähr bis zum Jahre 1530) gehört eine kleinere Anzahl Papyri zum wertvollsten Bestand der Universitätsbibliothek. Es wäre freilich ein ganz aussichtsloses Unternehmen, auch nur in etwa einen Ueberblicf über die vorhandenen Schätze vermitteln zu wollen, aber es mag immerhin einiges herausgegriffen werden, was nicht nur wissenschaftlicher Bemühung und Aufmerksamkeit wert scheint. Im Handschriftensaal ist beispielsweise schon der alte Katalog interessant, in welchem eine Eintragung auf die Gießener Fran- zosenzett und gewisse Bleistiftanstriche eines französischen Kommissars im Verzeichnis hinweist: sie be? zeichnen einige schmerzliche und nicht zu ersetzende Abgänge in den Beständen. Eine hier naheliegende Frage — seit wann gibt es überhaupt so etwas wie eine Gießener Universitätsbibliothek — ist mit der Feststellung zu beantworten, daß Landgraf Ludwig 1612 in Straßburg eine Gelehrten-Bibliothek aufgekauft hat, die den Grundstock bildete; dieser wurde später vornehmlich durch eine Reihe von Stiftungen vermehrt. Gießener Gelehrte, z. B. Professor May und der Altphilologe Klemm haben der Universität ihre Privatbibliotheken testamentarisch vermacht. Den Hauptteil stiftete der Freiherr von Senckenberg, Jurist am Reichskammergericht in Wetzlar, der fein Haus und feine Bibliothek der Universität übereignete. Einen weiteren sehr schätzenswerten Zuwachs erhielt die Sammlung, als ihr 1771 au Grund einer Verfügung der Regierung in Darm- Das Treudienst-Ehrenzeichen. Der Führer hat. das silberne Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste bei der Stadtverwaltung Gießen dem Bauoberinspektor Karl Dem, dem Straßenbahnwagenführer Georg Pfeiffer und dem Lageristen Georg Weber verliehen. Das Ehrenzeichen wurde den Ausgezeichneten vom Oberbürgermeister dieser Tage überreicht. Ei<-rvertei1ung. Auf die Reichseierkarte Abschnitt c der gegenwärtigen Dersorgungsperiode wird bis zum 17. November ein Ei für jeden Dersorgungsberechtigten ausge» gegeben. Ortszeit für den 17. November. (Sonnenaufgang 8.51 Uhr, Sonnenuntergang 17.29 Uhr. — Monduntergang 10.31 Uhr, Mondaufgang 19.38 Uhr. Ortseit für den 18. November. Sonnenaufgang 8.53 Uhr, Sonnenuntergang 17.27 Uhr. — Monduntergang 11.22 Uhr, Mondaufgang 20.32 Uhr. Gießener Vochenmarktprefte. Die Punkte! Wer wüßte sie nicht zu schätzen? I eindringlich nahegelegt, derartige: Vorschüsse auf Seit einem Jahre sind sie nun unsere treuen Weg- die Seligfeit' unter kemen wieder zu genossen. Und immer sind sie Gegenstand unserer! gewahren, wenn sie nichtfür sich und für die Kau- besonderen Aufmerksamkeit, denn ihr Verlust ift fer größte S^ierigtaten h^rbhepl u^e" gleichbedeutend mit einer schweren Einbuße, weil es > Daraufhin wurde allenthalben der 3eitplan der für sie keinen Ersatz gibt. Es wird |ogar von man-1 Punktgültigkett sorgsaitig beachtet Es verdient ie- 'm." rrl v .doch hervorgehoben zu wenden, daß die große Mehr- hett aller Geschäftsleute sich schon von Anfang an in vorbildlicher Disziplin an die Zeitvorschriften gehalten und damit den Käufern selbst einen guten Dienst erwiesen hatte, indem sie mit darauf hinwirkten, daß sich der Kunde zur wirtschaftlichen Verwendung seiner Kleiderkarte bequemte. Beim Wirtschaftsamt traten im Verlaufe des Jahres aber immer wieder Forderungen auf Vordatierung von Punkten in Erscheinung, denen jedoch nicht entsprochen wenden konnte, da eine solche Maßnahme unzulässig ift * Gießen, 16 Nov. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, A kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 11, Kartoffeln, % kg 4, 5 kg 40. Wir- ouuuuun ui ucii x v. uiuqtuui. aus dem SalzburgUchen datiert. Nur als K-uriosität} fing, %kg 7, Weißkraut 5. Rotkraut 8, gelbe Rüben Ein neuerer Zweig der Änkunabelwiffenschaft ist 1 und der eigentümlichen Form wegen mag daneben 7, rote Rüben 6, Spinat 15, Unterkohlrabi 5, Grün- Theater-Abend für d i e HI. Am *’ Lyearer-Äveno [ u r o t ]lo.tag, 25. November, findet wieder »tfib für die Hitler-Jugend im Stad ein Theater- Stadttheater statt. er KI AN CHEN Bei wonnen. im Alter von 49 Jahren. 03870 Familien Albrand und Müller. Gießen (S«ephanstraße 15), den 15. November 1940. 03858 z^nrgsroi rrr19404! UonhläooQ von3 bis 20v. H. erhalten Sie bei wieder- wacniasse holten Veröftentlichunaen einer Anzeige! 5157D Gedr.SSmr,MMMn, 111 von und Beden Rei- n Mehr Freude an der Natur durch Äermühler-Bücher! Hausfrau,begreife: ATA spart Seife! Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Geburtsanzeigen aei Brühl. Gießen und auf Wäsche Kör p e r p f leg e schränken. Bei meisten anderen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Aliendorf an der Lahn, den 15. November 1940. Die Beerdigung findet Sonntag, den 17. November, nachmittags 8 Uhr vom Trauerhause aus statt. nigungsarbeiten leistet ATA gleiche Dienste Waschpulver und Seife muß man klug einteilen ^'üiesserr Friedrichs! r.7 Lieferant aller Kassen^ utie 5-1 sdiöftM .denn Erleichterung o Litl-40 Jahre an Bronchitis und schwerem Husten: mMBo. ü i K S S E N Seltersweg 44 Rui 2464 WS Kreisklasse: Daubrmgen — Rodheim ih 6, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarz- puSein 15, Kürbis 7, Aepfel 15 bis 30, Birnen 15 Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 ■i510, Endivien 5 bis 10, Lauch 3 bis 5, Sellerie Elfes 30, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel '.j bs 10 Rpf. In tiefer Trauer: Wilhelmine Weller, geb. Roos Alfred und Kurt Weller und alle Angehörigen. Einlagen Leibbinden Oummi- strümpfe 2977 A J.Frohn Marktplatz 19 Ueierant aller Krankenkasse Edgar Borrmann e. Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u. 4156 ________3A mcHlälildic stromnzwl-Viehverwertungsgenollenlchost Ott führet: erfüllen Sie nun jum ,wetten fitiege- oinlerhilfemeth erneut Ihre Rufgabe, Oie einen ole freiwillige helfet und die anbeten ole freiwillige Gebet! einer Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt. Der Umstand, daß es sich um keine besonders schwere Verfehlung handelte, bewahrte den Angeklagten vor dem Zuchthaus. Amtsgericht Gietzen Eine Frau in Gießen hatte einen Strafbefehl über 15,— RM. erhalten, gegen den sie Einspruch «.G.tn.b.H., Muntrer i.W., Windthontstr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Art» fett- und Weidevieh / Ferkel / Wer / ttade ‘int hreilh N _ jitn -en. len« d-r * eftor®, •er 8^. g AusE e überr* BreDDStoti-ErsDarnis bis 20% schnelles u. besseres Erwärmen aller Heizkörper □ei Niederdruck Dampfheizungen durch menen üaeanm- und Entlüllonüs-Apparat D.R.P., D.R.ß. Glänzend bewährt. Verlangen Sie unverbindliche Auskunft. A. E'dmaoD, Heizunfisbau. Blefien. Bahnholsir.24 Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisstelle Gießen, beabsichtigt in GROSSEN-BUSECK sofort einen Grundau*bildungs-Kureius in erster Hilfeleistung für Männer und Frauen vom 18. Lebensjahre ab unter ärztlicher Leitung durchzuführen. Anmeldungen hierzu werden an die DRK-Bereitschaftsführerin Annemarie Honig in Großen-Buseck, Schloß, bis zum 20.11.40 erbeten. Nähere Auskunft daselbst Deutsches Rotes Kreuz, Kreisstelle Giefeen JsM '9 k eöenen Übkia erti e tzr. 1 einen Das interessanteste Spiel dürfte in Lollar sein. Bei die ? ihrem Spiel gegen Klein-Linden zeigten die Lol- ein l---- --- larer eine überzeugende Form. Steinbach wird sich | sich sehr lobend über das hiesige Hundematerial aus. [eh bin im Bezirk des Finanzamts Gießen als Helfer in Steuersachen zugelassen OTTO RINN Watzenborn - Steinberg, Hindenburgstr. v ____________________________03875 eine größere Anzahl erstklassiger Ferkel billig zum Berkauf bringen. also strecken müssen, wenn es gewinnen will. Auch Hungen hat in Gießen noch nicht gewonnen. In Wißmar wird die Tagesform der Mannschaften entscheiden. 1900 —SfS.Ot Am morgigen Sonntag stehen sich wieder die beiden Gießener Vereine im Kampfe um die Punkte gegenüber. Da beide Mannschaften bis jetzt ohne Erfolg in der Meisterschastsrunde geblieben sind, wird es auf beiden Seiten doppelte Anstrengungen geben, um neben dem Sietz im Lokalkampf die ersten Punkte zu erzielen. Da über die Mannschaftsaufstellungen nichts verlautet, liegt diesmal ein besonders geheimnisvoller Schleier über dem Treffen der Lokalrivalen. Meldehund-Schutzhundprüfung in Großen-Bu eck. W'tii N 8i> I litQpa, I mchH I ist bi, I I hen iu 1 ensjch I [u59Qb(; 40 3 J rch do; I ien ’efntii. I nFrßh,l WI ' Punl. I ieht füll oftbaren B, Lollar — Steinbach DfB.-Reichsbahn II. i— Hungen Wißmar — Klein-Linden Trotz ihres 6:1 Sieges über Wißmar glauben wir, daß Rodheim über Daubrmgen nicht siegen wird. Das interessanteste Spiel dürfte in Lollar sein. Bei Anschließend fand ein Kameradschaftsabend statt, bei dem der Ortsfachschaftsvorsitzer W. Weh rum den Hundeführern seinen Dank aussprach für die freiwillige Arbeit, die sie mit ihren Hunden letsteten. Es sei Dienst am Vaterland, der sich gerade wieder in diesem Kriege gezeigt hätte. Er dankte insonder- beit den auswärtigen Sportfreunden für chre Teilnahme an der Prüfung und forderte alle Hunde- sichrer auf, weiterzuarbeiten im deutschen Gebrauchshundewesen. Der größte Teil der Hunde stammte aus dem bekannten heimischen Deutschen Schäferhundezwinger „vom Busecker Schloß", Besitzer Alfred Hahn, Großen-Buseck. *Großen-Buseck, 15. Rov. Am Sonntag veranstaltete die hiesige Ortsfachschaftfürdeu- sche Schäferhunde eine Meldehund- und Sch.tzhundprüfung, an der 10 Hunde teilnahmen. Lis Richter war Polizeisekretär Ehr. Löser (Idstein) tätig. Es hatte sich eine statlliche Zahl Zuschauer eingefunden, Ortsgruppenleiter Fr. F u h r, Bürgermeister Schwalb u. a. Die vorgeführten Hunde zeigten hervorragende Leistungen, die von den Besuchern mit größtem Interesse verfolgt wurden. Bon allen Prüflingen wurden z. B. Botenläufe und Meldeläufe gezeigt, die verdienen, besonders hervorgehoben zu werden. In b£n Sucharbeiten gab es ebenfalls keinen Versager. Bei Gehorsamsleistungen und Derbrecherarbeit wetteiferten die Hundeführer bis zur Vollkommenheit. Alles in allem war die Prüfung für die Ortsfachschaft Großen-Buseck i voller Erfolg. Wertungsrichter Löfer sprach Bekanntmachung (fr.: Eierverteilung. 'Kuf den vom 21. Oktober bis 17. November 1940 'li-gen Bestellschein der Reichseierkarte werden als Rate ein Ei fci jeden Dersorgungsberechtigten ausgegeben, und ir auf Abschnitt c in der Zeit vom 14. November lif 17. November 1940. 5171D | Ließen, den 14 November 1940. Der Oberbürgermeister der Stabt Gießen. Ernährungsamt, Abtlg. B. Zeines abzuholen. Vorstellungsbeginn um 18.30 Uhr — Von den BDM.-Gruppen 1, 2 und Werk- Trirpc 4/116 wird die Aufführung „Kabale und iti-to" am 21. November in Zivil besucht. Diese sjn eiten holen die Eintrittskarten am Dienstag, Z. November, von 18 bis 19 Uhr ab. *’ Kriegsauszeichnung. Für besondere x.asierkeit vor dem Feinde wurde der Unteroffizier lerLuftwaffe Anton Heißler, Sohn des Haus- Iftriers Josef Heißler, Dammstraße 26, mit dem Eignen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet, nachdem er ich schon im April das Eiserne Kreuz 2. Klasse er- 10Men hatte. । * 75Jahre alt. Der Schneidermeister Johann Rief I, Kaiserallee 23, kann am kommenden Mon- Wg 18. November, in aller Frische seinen 75. Ge- ijurstag begehen. Der Jubilar übt seinen Beruf noch Ion morgens bis abends unermüdlich aus. Zu fei- ur Geburtstage bringen auch wir ihm herzliche Alickwünsche dar. * E i n kleiner Brand in der Räucher- ianmer brach am gestrigen Freitagabend gegen !1 Ihr in dem Metzgereibetrieb von Meister am llgeiLrswrg aus. Dabei dürften etliche Würste den i 'felmmentob gefunden haben, anstatt über die ^'chkarte manchem Volksgenossen zu einem Ge- chi zu werden. Dank energischen Zugreifens und ,o: allem durch das schnelle Wirken der Feuer- otae gelang es, den Brand in kurzer Zeit nieder- jUtmpfen und damit größeren Schaden zu Der* jirm. Strafkammer Gietzen. bar Th. H. in Nieder-Florstadt hatte sich wegen Zillchkeitsverbrechens zu verantworten. Er war Wnulbigt, im Juli in Nieder-Florstadt an einem Ul Del unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen ipiQenommen zu haben. Der Angeklagte wurde zu X?s war bei mir schon ganz zürn Ersticken. Der Husten freßi michiübe^ -aupt nicht mehr aus und ich war DerzwofUlNg h ^. ^abre > ch bei mir um einen febr schweren Fall, öaidj fd?on mBronchiüs leide. Ich kann Ihn«, mein Lebtag nufcf iir die rasche Hilfe Schon nach 14 Tagen war der Husten vsschwm, »en. Ich werde die Dr. Boecher. Tabletten ,edermann -mplehlen 2nd jeder kann sich bei mit darüber erkundigen. So sch irau Maria Kleefarn, Private. Adlwang Th. io. 5. Oktober 1939- hartnäckige Bronchitis, quälender H^en. chronische VerschlLunu^ Asthma werden seit Jahren mit Or.Boether.Tabl-tteNauch « Fällen erfolgreich MämpfL Unichadüches. k^rhalüg-s mittel. Enthalt 7 erprobte Wirkstoffe. Stark Lröerno und qewebefestigend. Zahlreiche «nerkemnmgm danwarer L* Patienten n. sufrieöener ÄrzteiIn Apotheken M 1.43 u. 3-ö°- — die leichte Maßejü!^ von ba. 140 3Kildxkuha und 110 Rlndar auf Dec 146. Milchvieh - Versteigerung in Münster i.W., Westf. Zuchtviehmarkt Donnerstag» den 21.Nov. 1940« 12 Ehr« Die Tiere stammen aus seuchenfreien Gebieten und sind gegen Seuchen schutzgeimpft. Obligatorische Untersuchung auf Bazillus Bang« Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos): Es erhielten die Bewertung Meldehund 1: Cito vom Busecker Schloß mit 91,5 Punkten „sehr gut", Besitzer Heinrich Harbach, Großen-Buseck. — Fema vom Busecker Schloß mit 86 Punkten „gut", Besitzer Wilhelm Schmitt, Großen-Buseck. Schutzhund 1: Faust vom Busecker Schloß mit 96 Punkten „sehr gut", Besitzer Alfred Hahn, Großen- Buseck. —Gerdi vom Gießener Gartfeld mit 94,5 Punkten „sehr gut", Besitzer Erich Kreiling, Gießen- Wieseck. — Britta vom Busecker Schloß mit 93,5 Punkten „sehr gut", Besitzer Karl Größer, Großen- Buseck. — Carmen vom Röderhof mit 93 Punkten „sehr gut", Besitzer Heinrich Großhaus, Kesselbach.-- Dela vorn Busecker. Schloß mit 85 Punkten „gut , Besitzer Heinrich Henkel, Großen-Buseck. — Berns vorn Busecker Schloß mit 84 Punkten „gut", Besitzer Karl Größer, Großen-Buseck. Schutzhund 2: Flora vorn Busecker Schloß mit 89,5 Punkten „gut", Besitzer Georg Jung, Lützellinden. Ms handelt sich dabei um die 2. Ring-Vorstellung ^HJ.-Theaterrings, bei der ,Kabale und Liebe" . Aufführung kommt. Die Eintrittskarten sind am laben. I M-nenden Mittwoch, 20. November, von 15 bis ?e zu I 9 ihr, und Freitag, 22. November, von 15 bis in q|). I 7 Uhr einheitsweise auf der Verwaltungsstelle des weM Äechak' ij Mmull j hie di- löert gf I \ Zreihem j S eingaiten j ab srm! | ins 6pi', i rgsr >' w*' ein ftatt' s L chckiWij 1432. ws | ninikmi, | hen i TolW w°s fi i hat: eigenhi"' MW tU5 3oW;i h leM en. , eMlW FlM eine gM „Themen JlflÄ bemew Drucks in r seines Ort: M Sen * * 5 mat E' -y- Alte Seb allplatten liegen noch zu vielen Tausenden in den Ecken herum. Im wirtschaftlichen Interesse ist es erforderlich, daß alle Altplatten der Produktion wieder zugeführt werden, um so die weitere Her Stellung sicherzustellen. A tplatien kau! laufend zu den festgesetzten Preisen an Musik-Challier, Neuenweg 10 _________ 5141D Oie Fußballspiele am Sonntag. Dezirksklaffe: 1900 — VfB.-Reichsbahn Luftwaffe — Watzenborn-Steinberg Sportfreunde — Wetzlar 05 Burgsolms — Naunheim Durch einen tragischen Unglücksfall verschied gestern mein lieber Mann, unser guterVater,unser lieberBruder,Schwiegersohn,Schwager und Onkel Wilhelm Weller Zugschaffner einlegte. Sie war beschuldigt, im Juli ihre am Küchensenster stehenden Blumen gegossen und dabei absichtlich ein Kind, das in einem im Hofe stehenden Wagen lag, naß gespritzt zu haben, obwohl die Mutter des Kindes die Angeklagte auf das Kind aufmerksam gemacht hatte. In der Hauptverhandlung wurde die Angeklagte dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend zu einer Geldstrafe von 15,— R M. verurteilt. dem Gießener Lokalkampf wird es darauf ankommen, welche Spieler den Dereienen zur Verfügung stehen. Die 1900er haben auf alle Fälle den Vorteil des eignen Platzes für sich. Die Niederlage des Luftwaffensportoereins in Wetzlar ist kein Maßstab für das wirkliche Können der Soldaten, da sie mit vier Mann Ersatz angetreten sind. Gerade das Spiel gegen den vorjähri- aen Meister sollte der Mannschaft die Gelegenheit bieten, ihr Können unter Beweis zu stellen. Unter Berücksichtigung der Spielstarke der Teutonen ist der Ausgang des Kampfes offen. In Wetzlar ist man zu leicht geneigt, einen eindeutigen Sieg der 05er vorauszufagen. Wenn man jedoch berücksichtigt, daß es sich um ein Lokalspiel handelt, so steht die Niederlage der Sportfreunde keinesfalls fest. Ueberraschungen sind gerade bei Lokalspielen niemals ausgeschlossen. Trotz der guten augenblicklichen Form der Naunheimer ist das Spiel in Burgsolms noch nicht ge- Eine Wanke FWr das ist der Wunsch vieler, di« ' mit den Jahren unerwünschter Fett angesetzt haben. Das vor. zügliche Pflanzen-Präparat Gelbe-Drops macht schlank, ohne zu schaden. Kurp. 2,75, Großp. 10.- RM. Drogerie klflei.Seltersw.68a Vikt rla-Drog., Marktstr. 5 Löwen- Jrogrle.Seltersw.63 ___________________________ 5043 V Montag, den 18. November 1940, werden wir bei Herrn MWanniOMofen Btc Optiker am -Bahnhof Zwei Stunden lachen über LUDWIG SCHMITZ - JUPP HUSSELS MADY RAHL Nur noch heute Samstag und Sonntag! LICHTSPIELHAUS 2.45 4.45, 6.45 — Sonntag 2.00 4.15 6.45 Jugend hat keinen Zutritt ________ 5164A 6133V 5154 D Kinderwagen eingetroffen 5138 D Bezirksstelle Wetzlar, Nauborner Straße 148, Tel. 2344 5165 V erhältlich — Ruf 2141. 5152 Geld für Hausbau oder Kauf In solange Vorrat reicht. 5145 d Eintritt frei 5155D Zum 6156D o Waschmittei 192A Kaiharmenmarkt in Butzbach Ist es nur der Geldbeutel ? 5042 D . dann denken Sie an 3965 D JLeinwäsch~ Feinwäsche Die Deutsche Arbeitsfront NS6. „Kratt derch Freude' ist ein Heim, in dem Musik zu Hause ist! Mündlich können Sie o? nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen SieesnUen Die Plätze für die Belustigungsgeschäfte sind vergeben. Wegen des beschränkten Platzes können Verkaufs- geschälte nur auf vorherige Auflage zugelassen werden. Montag, den 18. November: Krammarkt Dienstag, den 19. Nov.: Kram- und Schweinemarkt Gießen lTannenweg 27), den 15. November 1940 z.Z. Eoang. 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November 1940, 4% Uhr, Aula der Universität Werke für Streichinstrumente, Gesang und Klavier Schubert-Gedenkfeier Bechstein-Konzertflügel ans dem KlavierlagerR. Schönau, Gießen, Bahnhofstraße 76 Eintrittskarten: 0.60 RM., Schüler 0.30 RM., in der Kartenverkaufsstelle d. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“, Seltersweg 60, bei Ernst Challier, Neuenweg 10, und an der Abendkasse Der Reinertrag ist für das WHW. des deutschen Volkes bestimmt _______________________________________________________________________5153 D Künstliche Augen fertigen wir naturgetreu für unsere Patienten F. fiö. fflüiier sonne — WIESBADEN — In Gie&en: Univ.-Augenklinik, Friedri chstr.18, am 27 u. 28. Nov. 1940. Zugel. bei Kass. u. Behörd. ,187V Obstbäume! Höchst.: Avfel, Birnen, Kirschen Avfelbüsche in Sorten Himbeeren — Preuken oder 2 Normalpakete Waschmittel für Feinwäsche, ausreichend für 80 Liter Waschflüssigkeit. 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