Montag,16. September 1940 (90. Jahrgang Nr. 2(9 Oie Residenz des englischen Königs Drei Wellen deutscher Angriffe aus London Blick auf den Buckingham-Palast im St.-J°m°--P°rk im Londoner Zentrum^der - wie wir berichtet haben — mehrere Bombentreffer erhielt. — (Atlantic°M.) abzuwerfen, um die Kartoffel- Eine Lnsrarotaufnahme der Stadt Dover Rene Vergeltungsangriffe gegen England Schwere Verluste der Royal Air Force in den hestigen Lustkämpfen am Sonntag wenden. Major Gallons 32. Lustsieg. Berlin, 14. Sept. (DNB.) Bei den Cufftämpfen des Samstags über London schoß der bereits mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete Jagdflieger Major G a l l a n feinen 32. Gegner ab. Annahme von Anzeigen Sir die Mittagsnummer is8'/,Ubr desVormittags Atueigen-Preise: Anzeigenteil 7 Stvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvs. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffelI Abschlüsse Mengenstaffel B Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr warf bei Nacht mit einzelnen Flugzeugen in Belgien und Holland, sowie im westdeutschen Grenzgebiet Bomben auf kleinere Orte und als einziges militärisches Ziel auf ein Truppenlager. Sieben Personen wurden getötet und 16 verletzt. Der angerichtete Sachschaden ist unbedeutend. Fünf feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie, weitere 25 durch Jäger abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück. Oberleutnant Müncheberg errang seinen 2 0. Luftsieg. Der Weyrmachtsbericht vom Samstag. Berlin, 14. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe setzte gestern bei Tag und Nacht ihre Bergeltungsangriffe gegen die britische Hauptstadt trotz ungünstiger Wetterlage fort und erzielte zahlreiche Treffer in Dockanlagen, Lagerhäusern und Fabrikgebäuden. An verschiedenen Stellen entstanden neue Brandherde. Außerdem belegte sie Flughäfen, Industrieanlagen, hafenplähe und Eisenbahnen im Südosten Englands wirksam mit Bomben. Der Feind unternahm einige kurze Einflüge nach Holland, Belgien und Frankreich und warf an mehreren Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Infolge der starken Bewölkung kam es am Tage nur zu vereinzelten Luft- k ä m p f e n. Acht feindliche Flugzeuge wurden durch Jagdflieger und Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Berlin. |5. Sept. (DNB.) Unsere Fliegerverbände griffen am Sonntag Docksund Speicher- anlagen von London wiederum erfolgreich mit Bomben an. hierbei entwickelten sich heftige Luftkämpfe, in deren Verlauf der Gegner zur Zeit über 60 Flugzeuge verloren hat. 20 eigene Flugzeuge werden vermißt. Außerdem griff die Luftwaffe einen Geleitzug vor der englischen Ost- kttste an und warf hierbei ein Handelsschiff von 8000 BRT. in Brand. Der Hafen von Dover wurde erneut mit Bomben belegt. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 15. Sept (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Verbände der Luftwaffe setzten trotz bedeckten Detters auch am 14. und in der Nacht zum 15. 9. die Vergeltungsangriffe gegen kriegwichtige Ziele in Mittel- und Südengland mit Schwerpunkt auf London fort. 3m Raum der britischen Hauptstadt erhielten Dock- und hafenan- lagen Treffer. Der Hafen von Liverpool und das Walzwerk von Warrington, sowie mehrere Flughäfen, Verkehrseinrichtungen und hafenplähe im Süden Englands wurden wirksam mit Bomben belegt. Bei Angriffen auf Geleitzüge gelang es, nördlich Irland ein Handelsschiff von 8000 BRT. zu versenken. Ueber London entwickelten sich einige, für unsere Jäger erfolgreiche Luftkämpfe. Der Gegner noch befahrbaren Straßen überhaupt noch zu er« möglichen, seien umfassende Maßnahmen zur Verhütung der drohenden Massenslucht der Zivilbevöl- kerung aus London getroffen worden. Die Kin- derevakuierüng in London ist nun in vollem Umfange wieder ausgenommen worden. „Alle- handa" berichtet, daß Autobusse und Züge eingesetzt werden, um die Kinder abzutransportieren. Man scheint auch den Plan zu haben, alle Londoner, die nicht aus wichtigen Gründen unabkömmlich smd, aus der Hauptstadt zu schaffen. Dabei würde es sich um eine Zwangsevakuierung handeln. Eine solche Zwangsräumung hat die Regierung bisher noch nicht vornehmen lassen, weil man sich der moralischen Folgen einer derartigen Maßnahme bewußt ist Für die in London bleibenden Menschen sollen tiefe und sichere Schutzräume geschaffen werden. Die Reorganisation und Verstärkung der London e r F l a k hat sich nach den übereinstimmenden Berichten der V8^..-Presse nicht bewährt. Frühmorgenblätter und Rundfunk betonen, daß die zensierten Meldungen aus London nur einen kleinen Ausschnitt der Zerstörungen wiedergeben. Die Bombardierung des Vuüingham-palastes. eg6 auf"diesem Bild? den Anschein hat, weil bei den Jnfrarotausnahmen die Entfernungen erheblich verkürzt erscheinen. — (Scherl-Bildarchio-M.) Berlin, 14. Sept. (DNB.) Ueber die Bombardierung des Buckingham-Palastes am Freitag überschlagen sich die Londoner Blätter in den unerhörtesten Anschuldigungen gegen Deutschland und behaupten, „es bilde einen Teil des vorbedachten poli- tischen Programms der Barbaren von Berlin, die Staatsführer zu töten". Dazu schreibt das Deutsche Nachrichten-Büro: Noch nie hat Deutschland zu dem gemeinen und niedrigen Mittel der Ermordung der Oberhäupter feindlicher Staaten gegriffen. Dies ist nachweisbar das ureigenste Betätigungsfeld des bri- tischen Secret Service. Die deutschen dokumentarischen Veröffentlichungen über diese geheime Sabotage- und Mordorganisation der britischen Regierungs- clique haben der Welt die Augen geöffnet über bte wahren Absichten der englischen Politik und Diplomatie, die sich in rücksichtslosester Weise bei ihren Plänen des Instrumentes des Secret Service be= Stockholm, 16. September. (Europapreß.) London ist bis zum Sonntagabend in drei ver- schiedenen Angriffen bombardiert worden, lieber den ersten Angriff gab das englische Luftfahrtministerium am späten Nachmittag einen Bericht aus, in dem zugegeben wird, daß Sonn- tagvormittag zwei Wellen deutscher Flugzeuge die englische Südostküste überflogen. Trotz heftiger Abwehr, so heißt es weiter, gelang ihnen der Flug in den Luftraum von Groß-London. Don einer dieser Maschinen soll dann der Buckingham-Palast bombardiert worden sein, lieber den zweiten Angriff des Sonntags wird mitgeteilt, daß nach Schätzungen englischer Nachrichtenagenturen etwa 4 0 0 deutsche Maschinen an ihm teilnahmen, lieber den dritten Angriff liegen noch keine genaueren Angaben vor. Während der Nacht zum Sonntag haben deutsche Maschinen wiederum über ganz England und Wales operiert. Ueber London' wurden 'Bomben abgeworfen, wobei u. a. in der City ein Brand entstand. Das überaus zurückhaltende Kommunique des Luftfahrministeriums erklärt im übrigen, die Angriffe auf die Hauptstadt hätten sich in erster Linie gegen Vororte konzentriert. Ueber die Luftangriffe gegen militärisch wichtige Punkte in der Provinz wird natürlich nichts Genaueres gesagt. Der in der Nacht zum Sonntag eingeleitete deutsche Angriff begann kurz vor Mitternacht und kurze Zeit, nachdem der sechste Alarm des Samstages aufgehort hatte (Ls war damit der siebente Alarm, den die Londoner im Laufe des Samstages erlebten. Es ist anzunehmen, daß die letzten deutschen Flieger erst bei Morgengrauen den englischen Luftraum per^?§en:f. Am Samstag entstanden auf dem historischen Trafalgar-Square im Herzen Londons bzw. in seiner Umgebung Brände, von denen auch das Haus des südafrikanischen Oberkommissars m London, Waterson, heimgesucht mürbe. Die Bankvon England hat ebenfalls einen Treffer befommen. Die Zeitungsgebäude dreier führender englischer Blätter haben Bombenvalltreffer erhalten. Es handelt sich um „Daily Heral d" und „D a i l y Expreß" deren Verlagsgebäude bereits vor eim- qen Tagen Bombeneinschläge erhielten, und „Eve. ning Standard", der ebenso wie der „Daily Erpreß" dem Minister für die Herstellung von Muazeuaen, Lord Beaverbrook, gehört Alle drei Blätter liegen in der Fleet Street, die feit geraumer Zeit wegen Bombeneinschlags gesperrt ist. Schwere Serftörungen erhtt ber $ 11 = toria-Bahnhof und der St. Pancratz- Distrikt. In der Sloanstreet so len Brande aus- gebrochen sein. Der bntische Rundfunk gab bekannt, Last bei den Flugzeugangnfsen bet Tageslicht der Berkeley-Square, wo der Neubau des britischen Luftfahrtministeriums liegt, bombardiert wurde. Ferner wurde d,e bekannte Londoner Gefchäftsstraße Strand m der sich die großen Konfektionshäuser sowie das s a o o y - ch o t e l und das Hotel S t r a n d -P alace befinden, mit Bomben belegt. Auch das Oberhaus gehört zu den Behörden, die nun auch bombardiert worden finit. Das Jnfvrmativnsmini- fterium teilte mit, daß ein Brand entstanden fei, b-r allerdings schnell habe gelöscht werden können. In einem Äommuniquö des Luftfahrtnumstermms wird aeiaai, vor allem im Londoner Subroeften feien Bomben abgeworfen worden. Zur gleichen stett hätten m e h re r e K ü st e n st ä d t e im Süden äi Bombardement ertragen muffen. Hauptsächlich in Briathon und Eastbourne feien große Schäden zu verzeichnen. In Ipswich fe.en m°h- "'NMonättidende-^ ""fährt' aus amerikanifcher Quelle daß sämtliche in London verfügbaren Verkehrsmittel von der englischen Regierung be- icklaanahmt und für Truppentransporte em« W°werb°7 sollen, tim den Verkehr auf den dient. Die Worte des ehemaligen britischen Premierministers Chamberlain, die dieser einen Tag nach der Kriegserklärung an Deutschland aussprach, unter- treichen die Auffassung nur. Chamberlain erklärte: „Ich hoffe, den Tag noch zu erleben, an dem Adolf Hitler nicht mehr ist!" Wenn aber bei dieser tat- ächlichen oder angeblichen Bombardierung der Buckingham-Palast getroffen und beschädigt wurde, dann können wir den Schreiern von der Themse nur zurufen, daß uns der Buckingham-Palast nicht m e h r w e r t ist als irgendeine kleine Arbeiter- wohnung im Norden oder Westen des Reiches oder in der Reichshauptstadt Sorge um die St.-pauls-Kathedrale. Stockholm, 15. September. (DNB.) Aus London wurde gemeldet, man befürchte, daß die S t. - Pauls-Kathedrale, ein nationales Denkmal der Engländer, einstürzen werde, weil eine deutsche Fliegerbombe mit Zeitzünder in die Nähe der Kathedrale gefallen f et Wieder einmal sollen die Deutschen verantwortlich gemacht werden, wenn die Kathedrale einstürzt. Es ist eine altbekannte Tatsache, wie auch jetzt von Londoner Korrespondenten der United Preß betont wird, daß die Kathedrale sehr schlecht fundiert ist. Der Autobusverkehr ist schon seit Jahren in den um die Kathedrale führenden Straßen gesperrt, weil das Fundament der Kathedrale chon diese Erschütterung nicht mehr aushält. Wenn also Einsturzgefahr beobachtet wird, so ist das nicht die Folge der deutschen Fliegerbomben, sondern eine alte Sorge der Londoner Bevölkerung. DieFührungSaufgabederTechnik Man weiß heute, daß im Weltkrieg die innere Front, wenn man sie auch in der jetzigen Begriffs« stellung noch nicht kannte, trotz manchem guten Willen und Können im Endeffekt versagt hat. Die tiefere Ursache dieses Versagens beruhte in dem Fehlen einer straffen Führung. Bei allen Leistungen, die die Technik auch im Weltkriege hervorgebracht hat, spielten die Techniker, abgesehen von Einzel- leistungen auf dem Gebiet der sicher sehr wertvollen Kriegserfindungen und der Fertigung, kerne führungsmäßige Rolle. Es ist eine unbestrittene Tatsache, daß der Ingenieur früher der Meinung war, er sei lediglich dazu berufen, zu erfinden, zu konstruieren, neue Fertigungsmöglichkeiten zu entwerfen und dergleichen, alles weitere gehe ihn nichts an. Darum traf man den Techniker, sowohl m der Verwaltung wie in der Wirtschaft, kaum an leiten- der Stelle. Bei der heutigen Einstellung der Wirtschaft zum Kriege, namentlich in der Wehr- und Rüstungswirtschaft: sind solche Gedankengange schlechterdings unmöglich, sofern die innere tfront nicht ernsten Schaden erleiden soll. Der Techniker muß über sein eigentliches Fachgebiet hinaus m eh r können und leisten. Er muß mehr als ein technischer Berater und Sachbearbeiter innerhalb seines Aufgabenbereiches sein, denn das Rückgrat der inneren Front ist zweifelsohne im Kriege die gesamte Ru- stungswirtschaft. Um sie gliedert und dreht sich alles Hält sie, so hält auch die innere Front und wird die gestellten Aufgaben meistem, genau wie die ' ^Jn^ Polen" im Norden und im Westen kam die gegen die holländische Landwirtschaft und die Volksernährung richten, abaeworfen, sondern sie sind in ihren feigen Kampfmethoden sogar so weit gegangen, Kartoffelkäfer abzuwerfen, um die Kartoffelernte zu vernichten. Die niederländische Bevölkerung wird daher aufgefordert, der Bekämpfung dieser englischen Methoden erhöhte Aufmerksamkeit zuzu« Erster Lustalarm in Aordirlaud. Stockholm, 16. Sept. (DRV. Junkspruch.s Nordirland, der bei England verbliebene Teil der irischen Insel, hatte am Freitag zum ersten- malin diesem Kriege Luftalarm. Deutsche Flugzeuge belegten die militärischen Ziele in Belfast und einigen K ü st e n st ä d t e n mit Bomben. Neue heimtückische Kampfmethoden KartoffelkäferüberHollandabaeworfen Amsterdam, 14. Sept. (DNB.) Wie von zuständiger deutscher Seite im Haag mitgeteilt wird, haben die Engländer bei ihren letzten Flügen über Holland nicht nur Zündplättchen, die sich Erscheint täglich, aufoer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimalimBild DieScholle MonatS-Berugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte » 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschtuß 2251 $)rabtanfcbrift: „Sinniger" Postscheck 11686 Frankf^M. Eichener Anzeiger •s&w General-AnzeigerfiirOberhessen rsssasr - ■ äußere Front zur vollen Entfaltung ihrer elnae- setzten Kräfte. Die innere Front ist auf dem wehr- wirtschaftlichen und rüstungswirtschaftlichen Schlachtfeld seit Anfang des Krieges bis heute ununter- orochen voll aktiv eingesetzt. Den Hauptbestandteil dieser Rüstungsfront bilden unbestritten die Rü- stungsarbeiter. Und wer sind ihre Führer? In der Hauptsache Dte Ingenieure und Techniker. Wer ist mit den Rüstungsarbeitern in der Fabrik, in der Werkstatt persönlich zusammen, wer gibt chnen Anweisungen, Aufträge, stellt Ueberlegungen mit ihnen an? Doch meistens der Techniker, der Ingenieur, angefangen vom Vorarbeiter über den Betriebstechniker bis zum technischen Direktor. Besonders die mittleren Betriebstechniker und Ingenieure sind tagaus, tagein mit den Rüstungsarbeitern eng zusammen, genau wie die Offiziere mit den Soldaten. Hier sind daher dem Techniker und Ingenieur höhere Aufgaben erwachsen. Der Techniker muß sich als Menschenführer erweisen und seine Aufgabe über das rein Fachliche hinaus erweitern. Er kann im Kriege nicht verlangen, daß die Werksleitung nur hochwertige, voll ausgebildete Kräfte zur Verfügung hat, sondern hier muß der Techniker seine überlegene, erfinderische Wissenschaft spielen lassen und die ihm Staatssekretär Landfried eröffnet die Kölner Herbstmesse. Köln, 15. September. (DNB.) Am Sonntagmorgen wurde die Kölner Herbstmesse eröffnet. Schon in den ersten Morgenstunden stellte sich ein äußerst starker Käuferandrang ein. Aus Anlaß der Herbstmesse sprach Staatssekretär Dr. Landfried vom Reichswirtschaftsministerium vor Vertretern der westdeutschen Industrie und der im Westen besetzten Gebiete über die Ziele der deutschen Wirtschaftspolitik. Die Westwirtschaft, so sagte er, ist nicht nur in der Lage, die Aufgaben des Krieges restlos zu erfüllen, sondern sie ist auch für die großen Aufgaben, die nach dem Kriege an sie herantreten werden, intakt und gerüstet. Die Erzeugnisse der, westlichen Schwerii^>ustrie, das schwarze Gold der westfälischen und saarländischen Erde, die Aachener Tuche, die bergischen Messer und Feilen und die sonstigen Repräsentanten ihrer heimischen Wirtschaft werden ihren Weltruf behalten und jeder auch noch so gesteigerten Nachfrage im Inland und Ausland gewachsen sein. Die westliche Industrie wird hierbei ihre Aufgaben von ihren alten Standorten aus erfüllen. Eine Verlegung westlicher Werke in andere Gebiete des Reiches, wie sie die englische Presse als Folge ihrer angeblichen Lusterfolge ankünmgt, kommt nicht in Frage. Ihre Industrie wird im Westen heimisch bleiben und der hier bodenständigen Bevölkerung nach wie vor Arbeit und Brot geben. Staatssekretär Dr. Landfried wies darauf hin, daß die Versuche Frankreichs, Elsaß und Lothringen der französischen Wirtschaft einzufügen, erfolglos blieben und nur deshalb eine Katastrophe vermieden wurde, weil Deutschland immer wieder bereit war, Elsaß und Lothringen auf seinem eigenen Wirtschaftsgebiet Entwicklungsmöglichkeiten zu gewähren. Von 1930 bis 1937 hat sich die Zahl der Arbeiter unt> Angestellten in der oberelsässischen Textilindustrie vün über 56 000 auf35 000, also um f a st 4 5 Prozent ve,rringert. Die lothringischen Bauern sind nur dadurch vor dem wirtschaftlichen Ruin bewahrt worden, daß Deutschland ihnen oeispielsweise für Milchprodukte die Grenze nach dem saarländischen Industrie- und Bergbaugebiet öffnete. Jetzt werden wir mit allem Nachdruck dafür sorgen, daß die elsässische und lothringische Wirtschaft ihr natürliches Ausgleichs- und Hinterland ^ueückerhält, sich in die großdeutsche Wirtschaft einfügt und an dem von ihr ausgehenden Kräftestrom teil hat. Dies trifft in gleicher Weise für Luxemburg zu, dessen wirtschaftliche Blüte in der Zeit der Zollunion mit dem Reich vor dem Weltkriege nicht bestritten werden kann. Die Voraussetzung für einen Ausbau der^nie- derländischen und belgischen Wirtschaft ist natürlich, ähnlich wie im großdeutschen Wlrtschafts- raum selbst, auch hier eine vernünftige Planung, unnötige Konkurrenz zu vermeiden und damit die jeweils höchste Ausnutzung der innerhalb der beteiligten Wirtschaften bestehenden Kapazitäten zu gewährleisten. Die belgischen und niederländischen Wirtschaftskreise können überzeugt sein, daß die deutschen Wirtschaftler nickt die Absicht haben, die belgische und niederländiscye Wirtschaft aus Beteiligungen und Interessen in Deutschland zu verdrängen und daß sie auch nicht das Ziel verfolgen, die niederländische und belgische Wirtschaft zugunsten der deutschen Wirtschaft tm Interesse kleiner Augenblicksvorteile lahmzulegen, sondern daß ein gegenseitiges Nehmen und Geben zu einem wirtschaftlich gesunden Ausgleich führen soll. So fügt sich der weitere vertiefte Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen der Niederlande, Belgiens und Deutschlands bis zur engsten Verflechtung der Wirtschaften dieser Länder organisch in den Ausbau des europäischen wirtschaftlichen Großraumes ein, der gemeinschaftlich von Deutschland und dem befreundeten Italien im Zuge der Neuordnung der europäischen Verhältnisse betrieben wird. - Wie schon heule die Niederlande, Belgien und Norwegen ;um Teil mit einer Reihe anderer europäischer Länder, insbesondere auch mit Italien, über Berlin abrechnen, so wird künftig durch Einbeziehung weiterer Staaten die Abrechnung vieler Zahlungsvorgänge über Berlin und in Reichsmark erfolgen. Die deutsche Reichsmark, die von der Leistung und Arbeitskraft eines 85-Millionen-Volkes getragen wird, hat Anspruch darauf, im künftigen Europa die führendeDevise zu sein. Wenn sich nach dem Kriege die internationalen Abrechnungen statt in Pfund und über London, in Reichsmark und über Berlin oder in Lira und über Rom abwickeln werden, so wird dies die zwangsläufige Folge des von England gewollten Krieges fein. Ein großer Untersiched gegenüber den bisherigen Verhältnissen wird sich allerdings ergeben: Deutschund Italien werden ihre Stellung nicht wie England dazu mißbrauchen, den Handelspartner erst üuszusau,gen und ihm dann das herausgeprehte zugewiesenen Mitarbeiter technisch so weit schulen, daß sie die gestellten Aufgaben erfüllen. Daß es darüber hinaus darauf ankommt, die Arbeiter richtig ein- und an^usetzen, auch wenn sie nicht ausgesprochene Fachkräfte sind, ist selbstverständlich. Schließlich braucht auch die Waffenfront, die heute in so weitem Maße motorisiert ist, tüchtige Kräfte, und es ist für die Landesverteidigung sowie für ihre militärische und rüstungswirtschaftliche Führung außerordentlich wichtig, möglichst viele männliche Arbeitskräfte, auch Fachkräfte, für die Front frei zu bekommen. Nur ein gesundes Verhältnis zwischen innerer und äußerer Front kann aus diesem Gebiet den Gesamterfolg verbürgen. Es gibt kaum ein Gebiet in der Kriegswirtschaft, das unbeeinflußt von der Arbeit und Mitarbeit des Technikers bleibt. Es entspricht unserem technischen Zeitalter und insbesondere der Technisierung der Kriegsmittel, daß in den verschiedenen vlanunasmähigen, organisatorischen und arbeitsmäßigen Vorgängen der großen Rüstungsindustrie immer wieder der Techniker sich einschalten muß, um dem starren Material öeben und Verwendungsmöglichkeit zu verleihen. Man kann daher wohl von einer Führungsaufgabe der Technik sprechen, die verantwortlich für * Geld gegen Wucherzinsen als politische Kredite wieder aufzuschwatzen. Sie werden dafür sorgen, daß der Güteraustausch und der Arbeitseinsatz zur Hebung der Lebenshaltung und des Wohlstandes aller Völker dienen, die sich zu gemeinsamer wirtschaftlicher Aufbauarbeit zusammenfinden. Gleichzeitig mit der Ausgestaltung des deutschen Clearingsystems zum europäischen Zentralclearing muß die Struktur de.rClearingverträge vereinfacht und dafür Sorge getragen werden, daß Einzahlungen jeweils sofort im Bestimmungsland zur Auszahlung gelangen. Die Saldenfrage, die uns in dem bilateralen Verrechnungssystem lange Zeit hindurch Kopfzerbrechen bereitet hat, wird sich durch Einbeziehung weiterer Länder durch die Uebertragbarkeit der Salden, durch den Einfuhr- bedarfder Länder und die erhöhte deutsche Export- und Wirtschaftskraft nach dem Kriege von selbst lösen. Je mehr Beteiligte es geben wird, um so leichter läßt sich ein Ausgleich durchführen. Wir haben übrigens keine Bedenken dagegen, wenn das Gold als Spitzenausgleich für Zahlungssalden im internationalen Verkehr außerhalb des Clearing- fystems verwendet wird. Voraussetzung hierfür ist Saarbrücken, 16. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nachdem die Wiederbesiedlung Saarbrückens im großen und ganzen abgeschlossen ist, beging Saarbrücken in Anwesenheit von Reichsminister Dr. Todt den Festtag des Wiedersehens am Westwall. Als Auftakt der Veranstaltungen wurde am Vormittag eine A u s st e l l u n g des Kriegsmalers E. Vollbehr „Am Westwall, in Polen und Frankreich" eröffnet. Um die Mittagsstunde fand eine Festsitzung der Saarbrücker Ratsherren statt, bei der Oberbürgermeister Dr. Schwitzgebel der Freude und Dankbarkeit der Saarbrücker Bevölkerung Ausdruck gab, daß sie wieder in ihre unzerstörte Stadt habe zurückkehren können. Die Stadt habe Reichsminister Dr. Todt, der durch den Einsatz seiner Männer vor der Stadt wesentlich mit dazu beigetragen hat, daß sie unzerstört blieb, und Gauleiter B ü r ck e l als Dank für seinen unermüdlichen und erfolgreichen Einsatz die Ehrenbürgerrechte verliehen. Gauleiter Bürckel teilte mit, daß Saa rb rü ck e n nunmehr zur Gauhaupt st adt erklärt worden sei. Arn Nachmittag sand auf dem Befreiungsfeld in Saarbrücken eine große Kundgebung statt. Gauleiter Bürckel gedachte herzlich des todesmutigen Einsatzes der Westwallarbeiter. Der Westwall habe eine einzigartige Probe seiner Kraft bestanden. Für kommende Generationen werde er eine Wallfahrts- R o m, 15. Sept (DNB.) Der italienische Wehr- machlsberlcht vom Sonntag Hot folgenden Wortlaut: 3n der Eyrenaika haben unsere vorgeschobenen Abteilungen die Grenze überschritten und lebhafte Kämpfe gegen feindliche Kräfte ausgenommen. Unsere Luftwaffe nimmt aktiv teil, indem sie durch Bombardement und im Tiefflug feindliche Ansammlungen von Kraftfahrzeugen angreift. Zwei feindliche Flugzeuge vom Blenheim-Typ sind abgeschossen roorben. Bei Malta sind das Arsenal von Valetta und der Wasserflughafen von Lalafrana einem neuerlichen nächtlichen Bombardement unterzogen worden. Trotz der ungünstigen Ditterungs- verhältnisse find alle Ziele voll getroffen worden. 3m östlichen Mittelmeer sind feindliche See- streitkräfte neuerdings von unseren Fliegern erreicht und bombardiert worden. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. 3m 3ndischen Ozean konnte ein britischer 10 000-Tonnen-Kreuzer, der von einer unserer Luftformationen bombardiert, getrosten und ernsthaft beschädigt wurde, nur langsam und mit stark abgesunkenem Heck die Fahrt fortsehen. Der Feind hat in Nordafrika einige Luftangriffe durchgeführt und dabei Brandbomben auf Bomba ohne das geringste Ergebnis abgeworfen. 3n Italienisch-Ostafrika hat der Feind Luftangriffe gegen die ganze Zone zwischen Asmara und Adl Ilgri unternommen und dabei einen Toten und einen Verwundeten unter den Eingeborenen sowie leichten Sachschaden an einer Siedlung verursacht. ♦ Die seit einigen Tagen jenseitsderlibysch- ägyptlschen Grenze zu beobachtende außerordentlich rege und wirksame Tätigkeit der italienischen Luftwaffe gilt, wie man in Ergänzung der letzten Wehrmachtsberichte mitteilt, der systematischen Zerstörung der englischen Nachschublinien und der strategisch- die Kriegswirtschaft und Kriegsindustrie ist. Sowohl in Frankreich wie in England hat diese technische Führung versagt, man hatte ihr nur untergeordnete Bedeutung beigemessen. Der Techniker und Ingenieur der deutschen Kriegswirtschaft blickt weiter als bis zum Schreibtisch, zum Zeichenbrett und zur Konstruktion. Diese kann noch so gut ausgearbeitet sein, fehlt die menschliche Seele oder die fachlich geführte Hand, so nützen alle Konstruktionen der Kriegswirtschaft nichts. Darum hat der Techniker als Führer in feinem Fachgebiet gegenüber seinen Mitarbeitern und wo er sonstwie sein Können einschalten muß, immer leitend und belehrend zu wirken. Der Techniker und Ingenieur muß durch sein Auftreten, durch sein Eintreten, durch sein „Ingenium" der Kriegswirtschaft Leben und Kraft verleihen, auf daß er wie Der Offizier in der Waffenfront an der inneren Front der Rüstungswirtschaft seinen Mann steht. Wenn Adolf Hitler in feiner letzten großen Reichrtagsrede gerade der Kriegsund Rüstungswirtschaft feine höchste Anerkennung aussprach und ihre führenden Männer ehrte, so ist das ein stolzer Beweis für die deutschen Techniker und Ingenieure, in diesem Kriege nicht nur ihre Pflicht getan, sondern auch für den Endsieg beigetragen zu haben. allerdings, daß das Land, das heute nahezu alleiniger Besitzer der Goldschätze ist, das Gold für solche Funktionen wieder zur Verfügung stellt. Seine frühere Rolle a ls Wertgrundlage für die Währung hat das Gold aber längst ausgespielt. Wenn wir so dem Werden eines europäischen Großwirtschaftsraumes den Weg bereiten wollen, so sind wir uns bewußt, daß dieses Ziel nur schrittweise erreicht werden kann. Durch plötzliches Niederreißen aller Zollschranken und Schaffung einer europäischen Währungsunion würde nur Verwirrung geschaffen werden.„Es geht nicht mehr allein um den Endkampf zur Verteidigung der vom Führer geschafft- nen großdeutschen Einheit. Es geht um die Erringung d er wirtschaftlichen Freiheit des europäischen Kontinents. Europa hat es satt, sich durch die englischen Kolonialmethoden weiter vergewaltigen zu lassen: Wir stellen Englands Machtgelüsten entgegen: Ein glückliches, befriedetes, in enger Wirtschaftsgemeinschaft verbundenes Europa, das ungehindert und ungefährdet feine Tore dem Welthandel öffnen kann zum Nutzen aller Völker der Erde!" ftättß fein. Den Männern, die ihn in einer unglaublich kurzen Zeit schufen, fei es zu verdanken, daß nunmehr der Schacher um das Land am Rhein ein !ür allemal fein Ende gefunden habe. Der Rhein ei jetzt nicht mehr Grenze, und feine Lande wären niemals mehr Tummelplatz fremder Soldateska fein. Der Gauleiter sprach dann den heimgekehrten Volksgenosfen den herzlichsten Dank aus. Sie alle gaben ein unübertreffliches Beispiel der Heimatliebe. Sie haben den großen Auftrag erfüllt, den Deutschland und fein Führer ihnen gab. Die wahren Wegbereiter einer glücklichen Zukunft in einem größeren und mächtigeren 23aterlanbe. Reichsminister Dr. Todt verwies auf die ungeheure deutsche Gemeinschaftsleistung des deutschen Volkes, die der Westwall bedeute. Kein Feind habe es gewagt, diese Stellungen anzugreifen. Im neuen Deutschland arbeite die Heimat für die Front. In den Rüstungsbetrieben, am Westwall ober in der Munitionsfabrik stehe der deutsche Arbeiter und denke an nichts anderes, als dem Soldaten das zu schaffen, was er im Kamps brauche. Die Parole für diesen letzten Appell der Westwallarbeiter laute: „Der deutsche Arbeiter und die deutsche Industrie werden dem deutschen Soldaten bis zum Endsiege helfen." Das deutsche Volk werde unter feinem großen Führer einig mit feinen Soldaten zusammenstehen, bis der Endsieg erkämpft fei. taktischen Aufklärung. Dabei haben italienische Bomberstaffeln wichtige militärische Ziele im Raume von S o l l u m, darunter ein Fort, ferner mehrere Kraftwagenkolonnen mit Bomben belegt und feindliche Tankverbände, Spähwagen und Artilleriestellungen im Tiefangriff unter schwerstes Feuer genommen. Unter dem wirksamen Schutz der italienischen Jagdflugzeuge konnten die Bomber- staffeln ohne Verluste zurückkehren. ' Auch hat im mittleren und oberen Sudan erhöhte Fliegertätigkeit eingesetzt. Bei Khartum wurden Volltreffer auf Flugzeughallen erzielt. Ferner wurde der EisenbahnknotenpunktHayaJonc- tio n schwer beschädigt, der Flughafen A tb ar a in Brano geworfen und, besonders im oberen Sudan, Truppenverbande im Tiefangriff unter verheerendes Maschinengewehrfeuer genommen. Schließlich sind auch in den letzten Tagen die Luftangriffe auf die englische Flottenbasis Aden und im östlichen Kenia wirksam fortgesetzt worden, wo u.a. bei E l Ca tu l o 60 Lastkraftwagen und größere Truppenverbände ebenfalls unter vernichtendes Feuer genommen wurden. Sollum von den Italienern beseht. Stockholm, 16. Sept. (Europapreß.) Das Dorrücken der italienischen Streitkräfte gegen Sollum und die Einnahme dieser Stadt hat zu einer überaus ernsten Stimmung in Kairo geführt. In London erklärt man, daß die Einnahme ©oüums ohne besondere strategische Bedeutung fei. Nichtsdestoweniger müsse man zugeben, daß italienische Truppen mit der Einnahme der Stadt erstmalig auf ägyptisches Gebiet gekommen sind, ohne daß es gelungen wäre, den Vormarsch aufzuhalten. Allein in diesem Umstand liege die Bedeutung der augenblicklichen Entwicklung. Türkischer Dampfer von Italienern aufgebracht. Istanbul, 14. Sept. (Europapreß.) Der tür- kische^Dampfer „Sakariya", der von Istanbul nach Alexandrette unterwegs war, ist von italienischen Seestreitkräften aufgebracht und jur Kontrolle in einen Hafen der italienischen Dodekanes-Insel Seros eingebracht worden. Die türkische Regierung beantragte in Rom auf telegraphischem Wege die Freilassung des Schiftes. Die türkischen Blätter kündigen die Einrichtung bewaffneter Geleitzuge zwischen England und dem Mittelmeer an. Der erste Geleitzug dieser Art soll sich von der eng- lischen Ostküste in Richtung Mittelmeer unterwegs befinden. Italienische Lustangriffe auf feindliche Geleitzüge. Rom, 14. Sept. (DNB.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: 3m östlichen Mittelmeer ist ein von Kriegsschiffen geschützter feindlicher G e l e i t z u g von unseren Luftstreitkräflen und anschließend von einem unserer Torpedoboote angegriffen worden. Ein Dampfer mittlerer Tonnage, der von einem Torpedo getroffen wurde und stark Schlagseite ergeben halte, ist von den übrigen Schiffen seinem Schicksal überlassen worden. Bei einem späteren Aufklärungsflug wurde das Fehlen des Dampfers festgestellt, so daß er höchstwahrscheinlich gesunken ist. Lin weiterer ebenfalls geschützter Geleitzug ist wiederholt von unseren Bombenflugzeugen angegriffen worden, die auf einem Frachtdampfer und wahrscheinlich auch auf einem Kriegsschiff, das sofort das Feuer einllellte, Volltreffer erzielten. Trotz der heftigen Luftabwehr sind alle unsere Flugzeuge zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. 3n Nordafrika erhöhte Tätigkeit von Aufklärungsabteilungen an der Lyrenaika-Grenze. 3n O st a f r i k a sind feindliche Zeltlager in der Zone von Ras el Sil nördlich von Gallabat bombardiert worden, ein feindliches Flugzeug, das nach dem Angriff auf Lciasciamanna im gestrigen Wehrmachtsbericht als wahrscheinlich abgeschossen angegeben wurde, ist in Brand geschossen aufgefunden und die aus einem Offizier und zwei Unteroffizieren bestehende Besatzung gefangen genommen worden. Weiteren Feststellungen zufolge sind außer den im Wehrmachtsbericht vom Mittwoch als abgeschossen gemeldeten Flugzeugen zwei weitere feindliche Flugzeuge, die Lassala am 11. September bombardiert hatten, brennend abgeschossen worden. Oie Aufrüstung in den USA. Washington, 15. Sept. (Europapreß.) Zwei weitere Milliarden Dollar für die Aufrüstung der Vereinigten Staaten forderte Präsident Roosevelt vorn Kongreß im Anschluß an die Verabschiedung der Wehrpflichtvorlage. Die Rüstungsausgaben der Vereinigten Staaten erhöhen sich Damit für das laufende Wirschaftsjahr auf 13 Milliarden Dollar. Von der neu angeforderten Summe entfallen 84 Millionen auf die Flotte, der Rest auf das Heer und die Luftwaffe, wobei bereits die ersten Ausgaben für die Durchführung der Wehrpflicht berücksichtigt find. Das parlamentarische Verteidigungskomitee hat zwei Denkschriften, welche die Gegenzeichnung des Präsidenten tragen, an den Kongreß gesandt. In ihnen wird eine Beschleunigung der kriegswichtigen Produktion aus allen Gebieten als ein dringendes Erfordernis bezeichnet. Im einzelnen werden die Fragen der richtigen Placierung von Aufträgen und der richtigen Dosierung sowie Die Innehaltung von Terminen, der Qualität und der endgültigen Preise behandelt. Erfahrene Werke sollen wesentlich bevorzugt werden. Die Finanzlage der Auftragnehmer soll besonders berücksichtigt werden. In der Denkschrift werden auch dis sozialen Fragen angeschnitten. Es fällt auf, daß die 40-Stund en-Woche empfohlen wird, um die Arbeitslosen aufzusaugen. Das Marinedepartement hat den ersten Schritt getan, um die erforderlichen Werften für eine Zwei-Ozeane-Flotte zu schaffen. Die Risdon- Werke der Columbia Steel Company, einer Un- tergesellschaft der United States Steel Corporation, wurden für 1,9 Millionen Dollar angekauft. Die Werke werden in eine Werft verwandelt und den angrenzenden Union Jron Works der Bethlehem Steel Company zur Verfügung gestellt, die bereits vor einigen Tagen Aufträge auf den Bau von achtzehn Zerstörern und vier Kreuzern erhielt. Dem Marine-Departement find von dem Kongreß 145 Millionen Dollar für die Erweiterung von Schiffswerften zur Verfügung gestellt worden. Die General Motors- Werke in Detroit erhielten den bisher größten Aufttag des Kriegsdepartements für die Herstellung von Maschinengewehren und sonstigem Ausrüstungsmaterial. \ Körperertüchtiguna Der nordamerikanischen Jugend. Washington, 13. Sept. (Europapreß.) Die vom Präsidenten geforderte körperliche Ertüchtigung der nordamerikanischen Jugend wird nun vom Staate organisiert. Der Präsident beauftragte den in Philadelphia ansässigen demokratischen Politiker und ehemaligen Olympia-Sieger im Rudern, John B. Kelly, mit der Ausarbeitung von Plänen zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit der nordamerikanischen .Jugend. Es besteht der Plan, im ganzen Lande staatlich geförderte Turn- und Sportvereine zu schaffen, in denen die von der Wehrpflicht nicht erfaßten jungen Amerikaner körperlich ertüchtigt werden sollen. Guatemala feiert den Llnabhängigkeitstag. Guatemala-City, 13. Sept. (Europapreß.) Die zentralamerikanische Republik Guatemala feiert am 15. September Den Jahrestag ihrer Unabhängigkeit unter der Leitung des Präsidenten General U b i c o. Es ist das Ziel dieses Präsidenten, eine homo-gene, von allen auswärtigen Einflüssen und Nutznießern unabhängige selbstbewußte Nation zu schaffen. In diesem Sinne sind auch die in Guatemala erlassenen Ausländergesetze sowie das Bestreben nach friedlichen Grenzberichtigun- gen und die an England gerichtete Forderung auf Rückgliederung des Landesteils B e I i c e (Britisch- Honduras) zu verstehen. Während der Präsidentschaft des Generals Ubico wurden in Guatemala große Fortschritte in der Sanierung d er Währung und der Staatsfinanzen sowie auf dem Gebiet der Wirtschaftslenkung erzielt. Die Seuchenbekämpfung und die Erziehung der Jugend zum nationalen Bewußtsein wurden energisch betrieben. Oie westdeutsche Industrie für alle Aufgaben intakt und gerüstet. — Oie Reichsmark die führende Oevife im künstigen Europa. — Vereinfachung des Clearing-Systems. Saarbrücken wird Gauhauptstadt. Fest der Heimkehr. — Letzter Appell der Westwallarbeiter. Die Italiener überschritten die ägyptische Grenze Maurern em 16 Sevt (DNB Funkspruch.) so wichtig« Raum ja viel zu stark geschützt. Es 1D- . p < -O. O hV..h un, nffn nur eines ubna: Abwarten. bedeutet schon besage ei,r^yerv°rrn»enu-Scke mLrfer icht eine Maschine aus uns zukorn- «rä ■üKSsMSiSS. ttÄ SSW«« fefc« ~äS»S5S ÄLÄASÄM- -» nie 11, uhu u/WH 1 r -<• v jäger von hinten!" Jeder Kampfflieger und jeder Aufklärer kennt die innere Spannung, m Die man versetzt wird, wenn einer der Besatzung ruft: „Säger". Nur Sekunden dauert meist ein solcher Luftkamps, aber Sekunden, die die äußerste Konzentration von jedem einzelnen der Besatzung ver. langen. Feder, der an seinem MG. liegt, weiß: Bon dir hängt unter Umständen das Leben der ganzen Besatzung ab ... „Noch hat er nicht angegriffen , erzählt uns der Bordmechaniker der Do 17 weiter, „ich beobachte ihn, mechanisch entsichere ich die MG.s, jede Sekunde kann der entscheidende Augenblick kommen. Nun schießt der Brite Leuchtkugeln. Ein verabredetes Zeichen? Jetzt verlöschen schlagartig die Scheinwerferkegel. Ihnen also galt das Zeichen. Um uns ifi es stockfinster. Ich hatte geradg blieb uns also nur eines übrig: Abwarten. Ich weiß nicht, waren es Minuten oder Sekunden nach unserem Abflug. Da sah ich plötzlich im Leute, die schon Geld nach Hause gegiert yaven. Wir suchen eine beliebige Adresse heraus: Mevrouw Berlinden-Boeyekens, 26, Kunstlaan. Wir muffen Steigerung der Verfolgung net werden. Befreiungs-Kundgebung in Klausenburg. Budapest, 16. September. (Europapreß.) Nachdem die militärische Besetzung des rückgeglie- derten n o r d si e b e n b ü r g i f ch e n Gebietes „Vielleicht könnten wir einmal em paar mitten aufsuchen und mit den Leuten f"" Dann könnten wir ja sehen, ob es ,..v Propaganda handelt. Willst du nuttommen? Gesagt getan. So standen wir am nächsten Tag am Brüsseler Nordbahnhof, um mit der Bahn nach Antwerpen zu fahren. Der Eisenbahnverkehr fünf» tioniert zwar überall, nur ist er bebeutenb urnstan^ ltch-r als früher. Auch geht es viel langsamer; nach Mecheln braucht man jetzt eine halbe Stunde, statt früher zehn Minuten. Unser Ziel war die Ortschaft Boom bei Antwerpen, denn wir hatten gebart daß gerade heute ein Arbeitertransport von Boom nach Deutschland abgehen sollte. Die Fahrt nach Boom war keine Kleinigkeit, denn m Mecheln mußten wir schon vor der Station aussteigen und 30V Meter zu Fuß gehen. Dann ging es durch den Bahnhof hindurch zum Marktplatz von wo uns ein Autobus nach längerem Warten wetterbefor- Die Strohwitwen von Flandern Von unserem K. M.-Korrespondenien. Bukarests empfing am Sonntag die heimgekehrte Königin-Mutter Helene. Sie wurde am Zuge begrüßt von König Michael,' Staatschef Gene- ral Antonescu und den Mitgliedern des Kabinetts, dem Patriarchen von Rumänien und anderen Würdenträgern Der Bürgermeister der Hauptstadt reichte^der Königin-Mutter das traditionelle Brot und Salz. Der Weg durch die Stadt führte durch ein dichtes Spalier von Offizieren, Legionarskolon- nen und Staatsbeamten, hinter denen m dichten Reihen die Bevölkerung stand. Die Konigin-Muttar fuhr an der Seite des Königs in einer mit sechs Schimmeln bespannten Staatskalesche gefolgt von zwei berittenen Eskadronen. Vorauf fuhr, ebenfalls tadelnd begrüßt, stehend im offenen Wagen General Antonescu. Der Zug ging zur Patriarchie wo Erkältungen in der llebergangszeit sollte man nicht vernachlässigen, da sich sonst leicht ernsthaftere Erkrankungen einstellen können. Deshalb wende man sofort bei.den ersten Anzeichen beginnender Erkaltung, wie Frösteln, Husten, Schnupfen oder Heiserkeit, folgendes Rezept an. Kurz vor dem Zubettgehen oder im Bett möglichst heiß 1-2 Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und 1-2 gestrichene Eßlöffel Zucker mit etwa bor dovvölten Menge kochenden Wassers gut verrührt dann schwitzen! Zur Nachkur, und um Rückfällen entgegenzuwirken, nehme man no^ einige Tage, und zwar 2-3maI täglich, einen Teeloffett Kloster frau-Melissengeist in einer Tasse Pfefferminz- oder 'ÄU Sie einmal bei den erstens, zeichen einer Erkältung oder eines Grlppeanfalls den bekannten Klosterfrau-Melissengeist. mber blauen Packung mit den drei Nonnen: erhältlich beiJhrem Apotheker oder Drogisten m Flaschen zu RM. 2.80, 1 65 und 0.90 (Inhalt: 100, 50 und 25 ccm). Vergessen Sie ihn nicht bei Ihrem nächsten Einkauf! während eines Nachtfluges Unteroffizier M für sich buchen, es gelang ihm, mit wenigen Feuerstößen einen britischen Nachtjäger zu erledigen. „Unsere Bomben auf die Oellager bei London waren bereits gefallen", erzählt uns ber Unteroffi= iier ,unb wir konnten beobachten, daß sie auch bei diesem nächtlichen Angriff ihre Wirkung nicht verfehlten. Wie schon beim Anflug, so griffen Hunderte und aber Hunderte von Scheinwerfern nach uns. Längst haben sie uns erfaßt. Taghell ist es in der Kabine. Wir wußten, daß nur in diesem Raum mit sehr starker Abwehr zu rechnen war. Wir kannten die Gegend von unseren vorangegangenen Flu- Jn einer Zone, die Tag und Nacht in einem fortdauernden Alarmzustand stehe, sei dies nicht möglich. Englands ganze Versorgungsgrundlage stutze sich auf London, Liverpool, Bristol und Southampton, auf vier Zentren, die Tag und Nacht i m Trommelfeuer der deutschen Luftwaffe liegen. Als England endlich begonnen habe, die Nützlichkeit der Räumung des Dersorgungsdrei- ecks London-Lioerpool-Southampton zu erwägen, fei überraschend der deutsche Angriff vom August und September gekommen. Wieder einmal sei London von der Schnelligkeit der Achse geschlagen worden. Freimaurerlogen sollen ihre goldenen Insignien für die britische Kriegskaffe stiften. beenbet wurde, fand in Klausenburg, der Hauptstadt Siebenbürgens, im Anschluß an den Einzug des Reichsverwesers von Horthy eine Befrelungs- kundgebung statt. Alle Häuser waren mit ungan- chen, deutschen und italienischen Fahnen gefchmuckt; an den Fenstern sah man die Bilder des Reichs- Verwesers, des Führers und des Duce. Auf der Ehrentribüne hatten sich die höchsten Wu^entrager des Landes eingefunden: Die ungarische Regierung mit Ministerpräsident Graf Teleki, bie Präsidenten des ungarischen Parlaments, die Führer bes sieben- bürqischen Ungartums, Mitglieder des Diplomatischen Korps uni) andere hohe politische, militärische und kirchliche Würdenträger. Als Reichsverweser von Horthy an der Ehrentribüne erschien, wurde er von Ministerpräsident Graf Teleki begrüßt. Dann hielt der Führer der Ungarischen Siebenbürgifchen Partei eine Rede, m der er den überströmenden Gefühlen des zurucktze kehrten Siebenbürgen Ausdruck gab. Als ein deutsch e r B a u e r mit einer Hakenkreuzarmbinde sprach, wurde er immer wieder von der Menge mit stürmischen Hitler-Rufen unterbrochen. Nach wetteren Reden erhob sich der Reichsverweser, dankte für ben herzlichen Empfang unb führte aus: Hon Gluck erfüllt, grüße ich aus Klaufenburg bie ruckgegtteber- ten Teile Siebenbürgens. Ich bin ber festen Neber- zeugung, daß diejenigen, die jetzt helmkehren, mtt gestähltem Leib und gefestigtem Geist zuruckkehren. Den zwei befreundeten Mächten Deutschland und Italien gebührt Dank, daß die Wiedergutmachung ohne Blutvergießen vor sich gehen konnte. Er gab dann der Hoffnung auf ein gutes Verhältnis zu Rumänien Ausdruck. Eine Truppenparade beschloß HUlJC. I1* D * . , * r-w« C[ gen wir einen langen knochigen Flamen. „\>a, ja... ich will arbeiten! Ich habe mich freiwillig gemeldet, wie alle ... so kann man ja auf die Dauer nicht mehr leben, ohne Arbeit!" „So, es ist also doch wahr, daß jeden Tag so viele Leute abreifen? Heute sind es dreihundert Personen, von diesem Ort bisher allein 1200 Arbeiter." Die Behörden geben uns eine lange Liste Der I Leute, die schon Geld nach Hause geschickt haben. Bukarest, 15. Sept. (Europapreß.) . In ber Nacht zum Sonntag wurde in Bukarest eine neue Regierung gebildet. Dem Kabinett gehören an: Ministerpräsident und Kriegsminister: General Anto- n e s c u; Unterstaatssekretär für Landesverteldlgung. General Pantazi; llnterftaat5^^fretar für Suft= fahrt und Marine: I i e n e 5 c u; Unterftaatafetretar ür Rüstung: General Dodre; Vizepräsident des Ministerrats: Prof. Hora Sima; Chef der Eisernen Garde; Innenminister: General Petrovicescu (Eiserne Garde); Außenminister: Sturd c a (®i= erne Garde), bisher Gesandter m Kopenhagen. Don dem aus 19 Mitgliedern bestehenden Kabinett ge= hören sieben der Eisernen Garde an. Die Fachministerien haben Spezialisten ohne pottttsche Färbung erhalten. Ein Manifest über die Reuordnung des rumänischen Staates, Das die Unterschrift des Königs trägt, lautet: f , „1. Rumänien wird ein national-legio n 2.r Sie Legionäre Bewegung ist die e i n z i g e a nerkannte,Bewegung im neuen Staat Sie hat die Aufgabe der moralischen und matanellen Hebung des rumänischen Volkes und der Erschließung seiner schöpferischen Kräfte 3 General A n t o n e s c u ist der Chef des natio- nattegionären Staates und Chef des legionaren Re- Horia S i m a ist Kommandant ber tegionären Ein Kabinett Antonescu unter maßgebender Beteiligung der Legionäre. Rückkehr der Königin-Mutter Helene. Michael zusammen mit General Antonescu und Horia Sima auf den Balkon, stürmisch gefeiert von einer riesigen Volksmenge, und liehen die, langen Kolonnen der Legionäre, Vereitle ber Kriegsteilnehmer und des Militärs vorbeimarschieren. Die Äeuaefiattung des rumänischen önlerrichlswesens. Neuyork, 14.Sept. (DNB.) Die Aufforderung der englischen Regierung an die Freimaurerlogen, ihre Goldinsignien zur Stärkung der bntt- schen Kriegskasse zur V er f ügun g zu stell en, wird von der „New York Times" zum Anlaß einer Betrachtung über die Politik ber Freimaurer ge- nommen. WährenddesWeltkri ege s hatten die kontinentalen Freimaurerlogen, so schreibt Das Blatt England und Frankreich viele wertvolle Informationen über die Zustände in Deutschland zukommen lassen, worauf Hitler mit einer Unterdrückung der Freimaurerei geantwortet habe. Wenn nunmehr die britische Regierung von den Freimaurern ein Goldopfer verlange, so müsse das als (Steigerung der Verfolgung der Freimaurerei bezeich- R-if-nd-n Mit Koffern mochten ihrem Unmut über diese Reise-Erschwerung in lauten Fluchen Luft und man hörte mehr als em kräftiges --Gott verdamm". Ja, die Engländer hatten keine Brücke vergessen! Jetzt konnte man erst sehen, wie grunD- sich die Eisenbahnbrücke zerstört unb m vier Stacke zerrissen war. Flämische Arbeiter waren unter deutscher Aufsicht mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Ein flämischer Arbeiter nahm zusammen mit einem deutschen Eisenbahner m seiner dunkelblauen Uniform sein Frühstack ein^Der Flame ließ den Deutschen von seinem Speck mttessen, unb Der Deutsche revanchierte sich, indem er dem Flamen etwas zu trinken gab. Beide unterhielten sich lusttg, L iä f-imr Muttersprache, die chauptsa^e war. daß sie sich gegenseitig glänzend verstanden. Mindestens ein Dutzend große Autobusse rollten von Mecheln nach der etwa fünfzehn Kilometer entferm ten Ortschaft Düffel. Von hier aus verkehrt dann wieder die Bahn nach Antwerpen. Trotz dieser Er- Slmmina sind die Züge und Autobusse brechend voll. Geschäftsleute, Beamte, . Studenten fahren jeden Tag, denn das Leben nimmt weiter feinen 5. Mit dem Inkrafttreten . dieses Dekrets ist jeder Bruderkampf eingestellt. General Antonescu erließ einen Aufruf an das Land, in dem er erklärte, daß der Geist der Reinheit das ganze Volk durchdringen muffe. Er werde sich unparteiisch, ohne Hcch "nd ohne un- aeretate Schläge durchsetzen. Darüber wache die Justiz Jetzt rufe die Pflicht und die Arbeit. Die Stunde der Einigung aller Kräfte könne nicht mehr hinausgezogert werden. Die moralische politische und militärische Kräftigung des Volkes müsse sogleich beginnen, die Lage der Bauern, Arbeiter und Angestellten müsse sofort gebessert werden. Das Gesetz der Disziplin, der Arbeit, der harten Erziehung der Schweigsamkeit und der nationalen Solidarität sei das Gesetz des nationallegionaren Staates. Die Rückkehr der Königin-Mutter m das Land lege allen die höchste moralische Derpflichtung auf Die königliche Familie werde nun wüder durch moralisches Beispiel, durch Mäßigkeit, Beledenheit staatsbürgerlichen Geist und patriotische Haltung Symbol der rumänischen Familie fem, m ber der Schlüssel zur glücklichen Zukunft des rumänischen VrMchen Aachtiäger mit acht Schuß erledigt Oie Leistung des Bordmechanikers einer Do 17. Von Kriegsberichter Harald Wachsmuth. Untere sonstigen Eindrücke in Mecheln waren - recht friedlicher Art. Auf dem Marktplatz siel uns • eine Schar dunkelblau gekleideter junger Mädchen auf die frisch unb rosi-a, doch etwas traurig mirb fen' denn sie mochten schon an die Unannehmlichkeiten des neuen am 2. September beginnenden Schuljahres denken, bas ihnen jetzt m ^rem Pe - fionvt bevovstanb. Sonst faßen die Leute friedlich auf den kleinen Kaffeehaus-Terrassen .^°^en ihr Bier Das Leben in Mecheln hat sich nicht met verändert die große Brüsseler Nachmittagszeitang., der Soir" trifft wie früher schon kurz nach drei Uhr 'in M-'ch-ln ein, das friedlich (einen Sladmut. TÄMU|er™ ZLLLWUM WÄfÄ’ÄX’S tt"** >•«■, «wys rnn-l WWtzWW wa»k mitu n ter Mene L die Sicherheit des NeÄedrs An den Brücken aber stehen bewaffnete Soldaten Alle Brücken, die wir letzt über- deutsche Sowaren. Brücken, die man nut fen’Ä'Ä K Ä 6““«* I“ (PK) ......16. Sept. (DNB. yunripruajj Einen feindlichen Jäger abzuschießen, der an Schnelligkeit und Wendigkeit einem Bomber überlegen ist, bedeutet schon bei Tage eine hervorragende Leistung. 1 ' r V . Lf! X re H AI* f HT1 Yt TP Bukarest, 14. Sept. (Europapreß.) In ausführlichen Richtlinien für den neuen Aufbau des rumänischen Schulwesens bemängelt General Antonescu den Umstand, baß man tn Rumänien bisher ben Geist des französischen Schulwesens nachgeahmt habe, ohne den Verschiedenheiten der beiden Völker unb den vorwiegend bäuerlichen Bedürfnissen des rumänischen Volkes Rechnung zu tragen. Durch die Nachahmung einer fremden Kultur könne nie eine eigene Kultur zu- stcmdekommen. Grundlage des rumänischen Schulwesens müßten die Primarschulen sem die allen Söhnen des Volkes die Möglichkeit geben müsse aus dem Dunkel des Analphabetismus herauszukommen. Die besten Schüler der Primarschulen in Stadt und Land würden in besonderen Schulen zusammengef aßt werden und mit Unterstützung des Staates eine besonders gute Erziehung erhalten. Aus ihnen solle sich die zukünftige Führerelite des Landes rekrutieren. Das System der „Landeswacht", das gute Ergebnisse ge- Uitigt habe, werde in das Fortbildungswesen, das ich an die Primarschulen anschließt, eingebaut. Die aus den abgetretenen Gebieten kommenden Lehrkräfte würden vor allem das Lehrerperfonal in den Dörfern verstärken helfen. Brüssel, im September 1940. I mit zerfetzten Ziegelstücken und gebrochenen Mauer- Dieser Tage traf ich auf der Straße eine meiner reften angefüllt. Am Kanal sind alle Brucken ge- belgischen Bekannten, eine Französin, die durch sprengt worden. Heirat Belgierin geworden ist. Sie freute sich sehr, n zehn Minuten sind wir m Boom — sagt mich wiederzusehen, denn sie hätte erfahren, daß fcer Junge, neu eingestellte Schaffner, der noch kerne ich von den Belgiern nach dem 10. Mai nach Süd- Uniform trägt und nur durch eine Armbinde mit frankreich verschleppt worden war. Alles, was fie einem riesigen gelben „B" auf grüner Seide aus- liber das Schicksal der Verschleppten gehört hatte, ^wiesen wird. Man muß sich mit diesem Ersatz- war ihr Grund genug, um mich noch zuvorkommen- p^sonta behelfen, denn immer noch find viele der als früher zu behandeln. Trotzdem erklärte sie Eisenbahnbeamte, Gendarmen, PottZlsten usw. in in Anwesenheit ihres sechzehnjährigen Töchterchens Fr^x^ich, und die französischen Behörden lasten mit halblauter Stimme, daß sie mich künftig nur |ie aU5 irgendwelchen dunklen Gründen aus Dem 7 ......... "" - r‘ ' unbesetzten Gebiet nicht heraus. In Boom ift alles friedlich, beinahe zu ruhig. In diesem kleinen Stadt- chen sind viele Fabriken angesiedelt, Metallwarenfabriken, Glasfabriken und Werften, die aber fast alle gegenwärtig nicht arbeiten. 2n der Tuyvaerts- ftraat erfahren wir, daß heute noch 300 flämische Arbeiter nach Deutschland abreisen werden. Das ist es ja gerade, was uns interessiert, und wir wollen diese Leute unbedingt sprechen. I Auf einem großen Hof versammeln sich die Ar- . .. 1 ., en mit bunten niedlichen Vorgartchen. selbst sp^chew ist still unb ruhig, die Blumen erstrahlen in Oer neue Kurs in Rumänien Der Goldsund im Mein Fräulein Marie Rühl GLORIA im 40. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Bäckermeister Karl Rühl. | Heute Montag Erstaufführung Grofien-Buseck, den 15. September 1940. 4-119 D Rödgen, Beuern, Leihgestern, 15. September 1940. 03111 Abenteuern sein Glück macht. 4113 A Kinder Revi- der Revision der gab anwaltschaft und der Vertretung sion eingelegt. Das Reichsgericht Zur Bedienung der Herzungs- anlage wird eine sachkundige Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief heute meine liebe Tochter, unsere liebe Gote, Tante und Nichte Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 18. September, nachmittags 2 Uhr statt. Gestern früh 3 Uhr verschied nach langem schweren, in Geduld getragenem Leiden mein guter Mann, unser lieber, unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Biennale in Venedig hat im den Vertretern des deutschen Films als außergewöhnliche der deutsch-italienischen Film- bis 8. September vorgeftihrten Wiedereröffnung des Louvre-Museums Paris, 15. Sept. (DNB.) „Alle französischen Kunstwerke sind erhalten", schreibt der „Paris Soir" im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung des Louvre-Museums. Die Zeitung weist ausdrücklich darauf hin, daß dadurch alle Falschmeldungen aus noch feststellen können, wie der Jäger vor uns nach unten abkippt, um nun zu seinem Angriff anzusetzen. Tatsächlich, schon blitzen hinter uns die Mündungsfeuer seiner acht Maschinengewehre auf. Es prasselt und kracht in der Maschine — links und rechts der Kabine flitzen die Leuchtspurstreifen vorbei. Ich stehe am Seiten-MG., der Brite hängt dicht hinter unserem Leitwerk. Der oder ich. Das war das einzige, was ich in diesem Augenblick dachte, als ich genau auf sein Mündungsfeuer zielte, meinen einzigen Anhaltspunkt in der stockdunklen Nacht. Jetzt einen Feuerstoß, und noch einen, jetzt kippt er links ab — schnell stürze ist mich an das untere MG., um ihm eine Garbe nachzujagen — aber zum Teufel! Das Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. September, nachmittags 2% Uhr statt lich zu Ende führte. Als wir später brachte Munition zählten, fehlten S ch u ß." Ein Film der Bavaria-Filmkunst nach dem Roman von Lange mit GER ALDI NE KATT Hans Brausewetter, Charlott Daudert Richard Romanowsky, Ernst Waldow SPIELLEITUNG: ALFRED STÖGER Schmiß u. Tempo! Humor u. Ueberraschungen! sind die Hauptmerkmale dieses Bavariafilmes, der in lustigen Bildern von dem ,,Mißgeschick“ des Ehepaares Mügge erzählt, das nach vielen die zurückge- nur acht Goldmünzen aus dem Wasser. Zwei Monate spater fanden die Jungen nochmals Goldmünzen. Ein Mann der Strompolizei fischte an einem entfernteren Fundort ebenfalls noch einige Münzen aus dem Wasser. Im ganzen hatten die Jungen 323 Stücke gesammelt, deren Wert einem Betrage von 7765 Mark entspricht. Der Staatsanwalt vertrat die Ansicht, daß die Besitzergreifung von Goldstücken durch die Jungen sich auf 323 Stück beschränke, weil die weitere Sammlung durch das Einschreiten der Strompolizei pflichtgemäß unterbunden worden sei. Demgemäß beantragte der Staatsanwalt die Einziehung von 32 235 RM. zugunsten des Reiches, während er die Besitzergreifung von 7765 RM. durch die Jungen anerkannte. Ein Vertreter der Devisenstelle wollte aus Gründen der Billigkeit den Kindern noch einen Betrag von 5000 RM. zusprechen. Die Vertretung der Kmder plädierte für Anerkennung der Besitzergreifung des Gesamtbetrages von rund 40 000 RM. durch die Jungen. Das Urteil der Strafkammer ging dahin, daß nur 625 RM. einzuziehen feien. Damit erkannte das Gericht an, daß die jugendlichen Finder von dem Rest von 33 375 RM. im Sinne des Gesetzes Besitz ergriffen haben. Die Frage der endgültigen Aushändigung wird einer zivilrechtlichen Entscheidung vorbehalten sein. entfärbt Stoffe, entfernt viele Flecket bleicht vergilbte Wäsche_____ Je ein Abzug von den schönsten Negativen — das genügt vorerst! Später können Sie dann für die Bekannten und Verwandten wieder beliebig viele Abzüge nachbestellen. Wenn jeder so vernünftig handelt, dann kann ich alle Photofreunde prompt bedienen. Ihr Photo- u. Kino-Berater KAISER S ü*Ät Nettes zuverläss. Mädchen für sofort oder 1. Okt. gesucht. Marburger Straße 4V I. Auch so gut wie die bekannten Stoffarben Erhältlich In Drogerien, Landapotheken u. anderen Fachgeschäften Die Leitung der Einvernehmen mit und italienischen Preise für die bei Nachhilfe gesucht für Schülerin der untersten Lnc.- Klnsse,i.Deutsch, Rechnen, Engl. Schriftl. Angeb. unter 4124D an d.Gietz.Anz.erb. 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Die Jungen wurden auf dieses Boot verwiesen, wo sie freiwillig die Münzen ablieferten. Der Platz wurde abgesperrt, und Beamte der Strompoli^ei fischten ebenfalls Bekanntmachung. Zufahkarlen für Schwer- und Schwerstarbeiier sowie Zulagekarten für Laug- und Nachkarbeiter werden von Dienstag, 17., bis Freitag, 20. September 1940, in der Zeit von 8 bis 12 und 14% bis 17% Uhr gegen Vorlage der vorgeschriebenen Bescheinigung im Lie- bigbau, Zimmer 5, ausgegeben. 4118G Diese Termine sind genau einzuhalten, da bei verspäteter Abholung den Gefolgschastsmitgliedern Nachteile entstehen. Der Oberbürgermeister. — Ernährungsamt Abt. B — I. D.: Nicolaus. Graue Haare verschwinden I durch Apotheker Walter Ulbrichts Haarfarbe-Wiederhersteller „Nie-Gran“. - In wenigen Tagen Naturfarbe zurück! Ein fache Anwendung! Kein Färbemittel! - Vollkommen unschädlich. Erstklassige Gutachten n.Sachverständigen-Urteile! 1 Orig. Flasche, Monate ausreichend, RM. 3.50. Alleinverkauf: 4114v Germania-Drog. C. Seibel, Gießen, Frankfurter Straße 39, Telephon 3593 kunstwoche vom 1. . „ . . Werke je einen Pokal der Biennale von Venedig dem deutschen Film „Der P o st m e i st e r" und dem italienischen Film „Die Belagerung des Alcazar" zuerkannt. Reichsminister Dr. Goebbels brachte in einem Telegramm dem Präsidenten der Biennale seinen Dank zum Ausdruck. ___ Wilhelm Becker II. Schmiedemeister im Alter von 66 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. I.d.N.: Margarete Becker, geb. Hahn. den Vereinigten Staaten widerlegt wurden, wo berichtet wurde, von deutscher Seite seien französische Kunstwerke entführt worden. Der stellvertretende Direktor des Louvre-Museums dankte vor Pressevertretern den deutschen Behörden und Besatzungstruppen, die es bei ihrem Vormarsch übernommen hätten, überall im besetzten Gebiet die französischen Kun st werke zu bewahren. Graf Metternich, der Präsident der „Kommission zum Schutz der französischen Kunstwerke", ist durch das besetzte Gebiet gereist und hat die Denkmäler, die baulichen Sehenswürdigkeiten und die Museen in Augenschein genommen. Er hat dabei festgesteltt, daß nirgends größere Zer- st ö r u n g e n an Baudenkmälern usw. durch Bombardierungen hervorgerufen sind. Die „Kommission zum Schutz der französischen Kunstwerke" hat den Auftrag, in enger Zusammenarbeit mit dem französischen Ministerium für Schöne Künste, für die Erhaltung der Werke französischer Kunst zu sorgen. Aus aller Wett. Pokal der Viennale für den Film „Der Postmeister". PALAST Giessen Liebling der Frauen — kühn und verwegen alles wagend — und allen voran als Mann und Kamerad — das ist Trenck, der Pandur. Eine packende Episode ans seinem abenteuerlichen Leben schildert der neue große Tobisfilm mit Käthe Dorsch als Kaiserin Maria Theresia Sybille Schmitz als Prinzessin Deinartstein Hilde Weißner • Elisabeth Flickenschildt Hans Nielsen • Oscar Sima • «I. v. Oertzen Spielleitung: Herbert SelpEn NEUESTE UFA-TON-WOCHE Jugend hat Zutri 11 Perfekte weibliche Bürokraft mit allen Büroarbeiten vertraut, für sofort gesucht. Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisabschr., Lichtbild und Gehaltsanspr. sind zu richt.an: Röchling’sche Eisen- u. Stahlwerke G. m. b. H., Betriebsabt. Wetzlar, Wetzlar. _______________________________4053 D Zelter,ZeiMraerundAnOeslellte für Büroarbeit für sofort gesucht Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Lichtbild und Gehaltsansprüchen sind zu richten an Röchling’sche Eisen- und Stahlwerke G.m.b.H. Betriebsabteilung Wetzlar, Wetzlar. 4115 D Neueste Tobis-Wochenschau I Heute Montag .Erstaufführung Lichtspielhaus Täglich 3.30 5.30 7.45 Uhr Ding schießt nicht. Ich fühle nach der Trommel. Zerschossen! Zehn Meter hängt der Kerl hinter uns. Warum schießt er nicht? Jetzt kann er uns doch mit Leichtigkeit den Todesstoß versetzen. — Aber der Brite kann nicht mehr schießen. Meine ersten Garben haben gesessen. Aus seiner Maschine schlägt erst ein kleines Flämmchen, Augenblicke später eine Helle Stichflamme, und er stürzt in die Tiefe. Ich muß gut getroffen haben. Ich glaube, wir haben alle vier hörbar aufgeatmet, als wir ungehindert nach Hause steuern konnten und ich damit meinen 60. Feindflug glück- Zwei tüchtige 9flii5-noöfiü(tieninööiOen sofort oder später gesucht. 4023D Angebote an Gasthaus zur Krone Metzgerei Rullmann, Nidda. Entfärber Im Sommer des vergangenen Jahres fanden Kinder am Rheinufer in Köln eine größere Menge Goldmünzen, die sie an die Strompolizei abliefern mußten. Bei einer Suchaktion wurden noch weitere Goldmünzen gefunden, die insgesamt einen Betrag von etwa 40 000 Mark ausmachten. In der Auseinandersetzung darüber, ob den Kindern der gesamte Betrag oder nur ein Finderlohn zustehe und welche Summe dem Staat zu- komme, kam es zu einem Prozeß, in dem die 3. Strafkammer in Köln zu dem Urteil gelangte, daß von dem Erlös aus den Goldmünzen 25 000 Mark zugunsten der Reichskasse einzuziehen und 15 000 Mark den jugendlichen Findern zuzusprechen sei. Gegen dieses Urteil wurde von der Staats- Tägl. 8.80, 5.30, 7.45 Uhr. — So. 3.00, 5.15, 7.45 Uhr. Bis Montag, 23. September einschl. Donnerstag, den 19.September, nur 3.30 Uhr nachm., abends KdF.-Veranstaltung. 4U2a BohneniaMeiw allererste Qualität. - 10-kg-Eimer portofrei Nachnahme RM. 12.—, 4 kg RM. 5.50. 4121V Nichtgefallen sofort Geld zurück. Chem. Fabrik Dieck Hamburg, Glockengießerrvall 25.1 gesucht. Näheres Kreuzvlaß 15, im Laden. 4123V Tüchtiges Mädchen das etwas kochen kann, bei gutem Lohn gesucht. Pink 4126D ] Franks. Str. 36. 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September 1940 .KW bäbrnu ,üt»tnbl « 6 Der deutsche Sport sammelt für das WHW Die Lebensmittelzuteilungen in der 15. Zutei- lungsveriode vom 23. September bis 20. Oktober 1940, für die die Lebensmittelkarten in diesen Tagen 'ausgegeben werden, bleiben im wesentlichen unverändert. Für Normalverbraucher und Kinder bis zu 6 Jahren ist wieder eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig je Person angesetzt. Die nächste Kunsthonigsonderzuteilung wird vom 18. November bis 15. Dezember 1940 erfolgen, um den vielfach seitens der Verbraucher geäußerten Wünschen, für die Weihnachtsbäckerei Kunsthonig zuzuteilen, Rechnung zu tragen. Nach Beendigung Doch selbst während des packenden Papierpuppendramas kam mir der mystische Pappzylmder nicht aus dem Sinn. „Da kannst du drehen, soviel du willst, es kommt immer etwas Neues — es ist eben ein Kaleidoskop!" belehrten mich dre Besitzerinnen mit dem Tone der Selbstverständlichkeit. Wohl weil sie sich schon sattgedreht hatten. Ich aber konnte mich nicht sattsehen. Ich fiel, zugleich nut den bunten Glasstückchen, aus einem Staunen ms andere. Mit acht Jahren weiß man schon allerhand, aber so etwas hate ich nicht für möglich ge- „subjektiv"? Aber vielleicht ist es umgekehrt. Vielleicht ist, vor einem höheren Auge, gerade der Scherbenhaufen Phantasmagorie und der schwebende Farbenwohllaut die Wirklichkeit. Sind wir am Ende nur Spiegelungen? Schatten an der Tapete? Warum rufen wir entzückt „welch ein Zufall!", wenn hinter dem blinden Ohngefähr zuweilen ein Gesetz hindurchschimmert? Und ist es am Ende der ganze Sinn dieses Scherbenhaufens, nur dienendes Glied der großen, strahlenden Wahrheit zu sein, die in Maß, Zahl und Gewicht ewig vor dem Auge des der Milchschwemme wird in der 15. Zuteilungsperiode die Margarineausgabe wieder ausgenommen. Es werden, wie vor dem 11. März, feste Rationssätze für Butter und Margarine eingeführt. Die Gesamtfettrationen vermindern sich nicht; für Kinder von 6 bis 14 Jahren sind sie zur Abrundung erhöht worden. Kinder bis zu 6 Jahren erhalten wie bisher nur Butter. Die Belieferung der Kleinverteiler mit Margarine kann nach Wiederaufnahme der Produktion nicht so schnell vor sich gehen, daß die für die 15. Zuteilungsperiode erforderliche Menge bereits zu deren Beginn zur und Schreibwaren" sowie „Stoffe, Wäsche, Schnittmuster, Handarbeiten" und die übrigen Schichten des menschlichen Lebens auf die Straße. halten! Als ich zuhause den Mantel abzog, rief ich: Bitte, kauf' mir ein Kaleidoskop!" Ich bekam eines. Und den Rest kann man sich denken. Ich drehte, drehte und schraubte mich endlich hinauf an den Punkt, wo ich glühend mein Taschenmesser hervorzoq, um den Dingen bis auf den Grund zu kommen. Da hals denn nichts... das war beileibe kein Zerstörungstrieb, das war Vivisektion! In höchster Spannung schnitt ich die Pappe kaputt — und erstarrte wiederum. Also das war das Ganze! — zwei Spiegel und ein wirrer Haufen von Glasstückchen und weiter nichts. Wo blieb denn das Uhrwerk, wo blieb denn der Kopf, der genial-geistesgegenwärtig das alles kombiniert hatte; Das war eine Enttäuschung, die aber dahinter ein noch größeres Geheimnis wittern ließ. Immerhin war das Kapitel „Kaleidoskop" vorläufig erledigt, und ich wandte mich neuen, unerforschten Gebieten Die nächsten Lebensmittelrationen 3m wesentlichen unverändert. ^Als ich aber neulich im Warenhaus-Lift hochsauste und die Dame am Rad „Spielwaren, Glas Porzellan..." ankündigte, da rief ich: „Bitte, und stieg an der Station aus. Mit Mühe folgte ich mich durch ausgedehnte Gebiete von Teddybären, Mundharmonikas, Segelbooten, Gummiballen und Sandeimern bis zu den Kaleidoskopen durch Die Verkäuferin hielt mich für einen offensichttichen Vater', während ich prüfend eine Tube nach der anderen vor das Auge hielt und mir Kostprobchen nahm. Nein, ich war mein eigener Vater und fühlte beim Durchgucken, daß die vielen Jahre dazwischen vor dem Kaleidoskop jedenfalls in nichts zerfielen wie lauter bunte Glaskombinattonen, denn ich staunte noch immer wie jener' Knabe und wartete eigentlich auf den Ruf: „Jetzt wollen wir Papier- vuppen spielen!" Aber statt dessen mußte ich natürlich' bezahlen und wanderte durch „Bücher, Paprer- Zeitschristen. — Das Septemberheft von Velhagen 8z Kla« sinqs Monatsheften bringt ein Preisaus- chreiben „Wer kennt unsere Künstler? , dessen Lösern sechs Originalgemälde lebender deutscher Künstler als Preis winken. Ein Aufsatz über das Wiener Biedermeier läßt eine sehr liebenswürdige und doch oft falsch beurteilte Welt in Bild und Wort erstehen. Eine Plauderei von Ottomar Starke zeigt an der Hand farbiger Karikaturen wie stark die englische Selbstkritik in vergangenen Zetten gewesen ist. Die Abhandlung von Professor Dr. H Röckel über „Die Lande am Niederrhein im Ringen der Völker" bringt die Geschichte Hollands und Belgiens in Zusammenhang nut dem Reich. Von hohem Reiz ist die Plauderei über den Fran- kenwein von Philipp Gottfried Maler. An Erzählungen bringt das Heft den ersten Teil des Romans „Unter anderem Himmel" von Erich Eder- mayer sowie eine Novelle von Walther Franke« Ruta „Ein kleiner Freundschaftsdienst". — 12 Kriegs-Monate in 12 Karikaturen sind tm Septemberheft der Monatszeitschrift „die neue linie" zu einem Bilderbogen zusammengestellt, der außer der geschichtlichen Wahrheit auch, bie tunft- lerische besitzt und damit England der Lächerlichkeit preisgibt. Neben dieser kriegerischen Satire stehen Kriegsgedichte und -Zeichnungen der Soldaten, Ergebnis eines Aufrufs der neuen linie, aus dem das echte, innere Erlebnis der Front spricht. Die Kamera ist unseren Soldaten in 2000 m Höhe gefolgt und hat packende Bilder der Nachrichtentruppe eingefangen, die hier zum erstenmal veröffentlicht werden. Eine interessante kulturhistorische Betrachtung mit vielen ungewöhnlichen Bildausschnitten befaßt sich mit den Ahnen des Stahlhelms als kriegerischem Symbol. Ferner werden drei herrliche Aquarelle von Straßburg gezeigt, in denen das deutsche Antlitz der „wunderschönen Stadt" sichtbar wird. In einer großen Bildveröffentlichung über den Chiemsee werden Men- scheu und Architektur dieser herrlichen deutschen Landschaft gezeigt. Schließlich fei noch darauf hin- gewiesen, daß in diesem Heft der jährliche 3000-RM.- Erzählerwettbewerb der neuen linie für 1941 aus« , geschrieben wird. (Verlag Otto Beyer, Leipzig.) Komisch — ich wußte ja doch, daß das Ganze ein Splitterhäufchen und ein Spiegeltrick war, und dennoch war das Mystische des Dinges geblieben. Denn das Spiegeln, dieses unbegreifliche Gesetz, das dich in deine eigenen Augen blicken macht, dieses Symbol aller Erkenntnis, weht dich stets mit einem Schauer an — einem Schauer der Schönheit, wenn deine schwarze Gondel über Paläste und blauen Himmel gleitet, und mit einem Schauer des Metaphysischen, wenn du zwischen zwei Spiegeln stehst und jeder einen unendlichen Korridor von dir und wieder dir enthält: zwei ungeheure Raum- teleskope, spionenhast auf dich gerichtet, jede deiner Bewegungen tausendfach belauernd, nachahmend, nachäffend — zum Verrücktwerden! Was war es, dieses Auge ohne Gedächtnis, nur dem Jetzt restlos hingegeben? Schwester der Nymphe Echo und des Reims, Schwester auch der Sprache, welche Gott und die Welt reflekttert, denn heißt es nicht „jetzt schauen wir in ein dunkles Wort wie m einen Spiegel"? Hier aber in dieser Zauberröhre, war das Spiegeln in einen Kreis gezwungen, zwei Spiegelbilder wurden noch einmal gespiegelt, und aus dem Chaos ward eine fünfblättrige Blute. Ich verbuchte jetzt durchzugucken und nur die wirren Scherben, ohne ihre vier Reflexe, zu s e h e n — es war eine Kraftansttengung, und bald hatte mich die holde Symmetrie der Lüge wieder zu sich überredet. Der Verstand widersprach dem Auge und sagte: „Mach dir nichts vor, es ist ein wirrer, sinnloser Scherbenhaufen!" — So wäre denn die Zauberröhre Sinnbild aller Beschönigung und die wirkliche Welt ein Chaos? Die Leuchtfiguren — Die Erste Reichsstraßensammlung für das Win- terhilfswerk 1940/41 wird am 21. und 22. September 1940 von allen deutschen Sportgemeinschaften unter der Losung „Der deutsche Sport sammelt für das WHW." burchgeführt. Die Durchführung ist vom Reichsbeauftragten für das WHW. dem Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesubungen übertragen worden, der die Aktion gemeinsam nut dem Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude durchführt. Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat zugestimmt, daß die Angehörigen der freimi li= gen Sportdienstgruppen des DJ. und der IM., sowie die Jugendlichen der NSRL.-Gememschaften bei der Sammelaktion und bei sportlichen Veranstaltungen und Vorführungen eingesetzt werden. Die Sammelaktion wird durch Sportveranstaltungen und Darbietungen auf den verschiedensten Sportgebieten unterstützt. noch heute dastehen und drehen. Aus der Stadt Gießen. Erkenntnisse im Lustschuhkeller. Kaum hat die Luftschutzsirene ihre heulenden Warnrufe ertönen lassen, da wird es schon in dem großen vierstöckigen Wohnhaus lebendig. BaD öffnet sich hier, bald dort, bald unten, bald oben eine Wohnungstür, der eilige Gestalten entschlüpfen. Mit geschwindem Klipp-Klapp geht es die Treppe hinunter. Und wenige Zeit später sind — bis auf die unvermeidlichen Nachzügler — alle Hausbewohner im Luftschutzkeller versammelt. Anfangs hat es mit diesen „Versammlungen" hn Luftschutzkeller nicht immer klappen wollen. Kluge Besserwisser hatten tausenderlei Einwendungen zu machen. Als dann aber in diesen und jenen deutschen Städten die Brand- und Sprengbomben der englischen Piratenflieger mitten in die Wohnviertel fielen, da haben es selbst die klügsten Besserwisser schnell gelernt, den sicheren Hafen des Luftschutzkellers aufzusuchen und sich in die Hausgemeinschaft einzugliedern. Ja — in die Hausgemeinschaft! Denn plötzlich war auch fie da, obwohl von ihr ebenfalls viele Besserwisser nichts wissen wollten. Sie erschien ihnen als etwas Ueberflüssiges, als etwas, das es überhaupt nicht gibt. Denn bis zu dem Augenblick, in dem die Sirenen zum erstenmal ernsthaft heulten, war man im Treppenhaus aneinander vorbeigegangen, ohne mehr als einen flüchtigen Gruß übrig zu haben. Gewiß: einzelne „Partien" des großen Mietshauses kannten sich, pflegten auch wohl miteinander Umgang oder gar Freundschaft. Aber immer gab es eine Anzahl Außenseiter, die sich zu gut oder zu vornehm dünkten, von den anderen Hausgenossen „Notiz" zu nehmen. Und nun traf sich unversehens alles im Luftschutzkeller, den vorsorgliche Hausbewohner unter der Anleitung der Luftschutzwarte „eigentlich recht gemütlich" hergerichtet hatten. Wiederum geschah es also, daß die Lauen, die Bequemen, die Abwartenden zu Nutznießern der fleißigen Arbeit anderer wurden. Schon an dieser Vorarbeit für den Ernstfall war zu erkennen, wer sich zu echter Hausaemeinschaft hingezogen fühlte. Und es trat zutage, daß manche gerade d e n Hausgenossen etwas über die Achsel angesehen hatten, der sich am eifrigsten an dem Gemeinschastswerk beteiligt hatte. In der allnächtlichen Hausgemeinschaft, die sich im Luftschutzkeller zusammenfand, fanden noch weitere Umwertungen statt. Es schieden sich die Schweiger von den Schwätzern. Bislang hatten alle Hausbewohner gemeint, daß der Herr Doktor vorn dritten Stock ein geistreicher Herr sei, dessen witzfprühendes Wesen jeden erfreute. Aber jetzt, wo sich die Witze fast in jeder Nacht wiederholten, oft recht wenig angebracht waren, und wo sich die geistreichen Bemerkungen in nörgelnde Meckereien verwandelten, entpuppte sich dieser „Mietkamerad als eine recht hohle Nuß. Oie Zauberröhre. Von Sigismund von Radecki. Als ich an jenem Tage meine Kusinen besuchte, und es war ein grauer Tag und ich erst acht Jahre alt, da zeigten sie mir sogleich ihre neuen Spielsachen. Endlich gaben sie nur eine JapprjJ« in die Hand und sagten, ich solle einmal durch- hielt die Rühre gegen das Fenster, blickte bunf) und sah ein wunderschönes Muster aus bunten leuchtenden Glasstückchen. Dann riefen sie, ich solle das Ding doch em wenig drehen. ^9 tat es - und erstarrte. Mit leisem Klappergerausch stoben die Steinchen auseinander und bildeten samt anderen irgendwo aus der Luft herzugeschossenen eine neue herrliche Farbenfigur. Ein Nichts von einer Drehung genügte, der kompliziertesten blau- weißen Rosette ein rotglühendes Herz zu geben rin weiteres Nichts, baS.it das ein dicktaeflochtener Kranz von gelben und iuamr denen Knospen dastand, so kunstvoll wie auf dem Glasfenster in der Domkirche. Und wieder und wieder schossen gelbe weg, grüne herzu und rote auf neue Plätze — nie irrten sie auch nur um Haares- tebes wußte mit erstaunlicher Intelligenz seinen neuen Standort für das nächstfällige Leucht- wunder Nein, mitten im Herzuschießen bildeten sie gleichwohl noch rasende Muster, Meßende Figuren^ zuckende Gestalten, als waren sie musikalische Tön/oder himmlische Sterne, die nur von einer srsUWÄSK'b tonnte sie°^/wieder°°etnsan^n! te»«» Sauber- Ortszeit für den 17. September. Sonnenaufgang 7.03 Uhr, Sonnenuntergang 19.35 Uhr. — Monduntergang 7.39 Uhr, Mondaufgang 19.51 Uhr. NS-GMlnsAsl Ä Statt ML Stenöe Allmonatlich berichtet das KdF.-Monatsheft über die wichtigsten Ereignisse aus der Arbeit der NS.-Gememschaft Kraft durch Freude" und bringt das ausführliche neue Programm. Beziehe das interessante und reich- bebilderte Heft durch Postbezug. Auskunft und 'Be- stellungen durch die KdF.-Dienftstellen. 41160 September-Appell der Kameradschaft ehemal. 116er. Die Kameradschaft ehemaliger 116er Meßen hielt am gestrigen Sonntagnachmittag in der „Stadt XJict) ihren gut besuchten September-Appell ab. Der Kameradschaftsführer, Kamerad Bill, eröffnete den Appell mit einer kurzen Begrüßung der Kamera- den und übermittelte Grüße von ^ameraben, bte 3. Z. noch in Feindesland stehen. Diese Karten- qrüße bewiesen, daß alle Kameraden, draußen an der Front und in der Heimat, in steter fester Kameradschaft verbunden sind. Im weiteren Verlaufe des Monatsappells wurden die eingegangenen Schriftstücke und Sonderbefehle zur Verlesung gereiftes steht? Ich jedenfalls habe die Röhre seitdem auf meinem Schreibtisch liegen. Em Griff, em Blick — und aus dem Chaos ersteht eine Welt. Aehnlich ging es mit den Frauen. Hatte man der hübschen Dreißigerin vom Erdgeschoß nicht nachgesagt daß sie aus Bequemlichkeit keine Kinder haben wollte? Nun aber sah man es mit eigenen Augen, wie kinderlieb sie war, wußte doch niemand besser als sie mit den Kindern zu spielen, die nut ihren Püppchen und Autos und mit ihrem Kinder- lachen den Luftschutzkeller füllten. Dafür entdeckte man aber, daß nicht jede Mutter eine gute, liebende Mutter war, wie man es bisher angenommen hatte. . v Kurzum: in diesen Stunden der unfreiwilligen Hausgemeinschaft wurden die wertvollsten Erkenntnisse gesammelt. Masken und Hüllen fielen erbarmungslos zu Boden und stellten den wahren Menschen zur Schau. Und man konnte sehr bald das bekannte Sprichwort dahin abwandeln „Geh mit mir in den Luftschutzkeller und ich sage Dir, wer ^Aus^ oberflächlicher Bekanntschaft wurde getreue Kameradschaft, indessen manche „Freundschaft in die Brüche ging. Was übrig bleibt, wird aber zu einer Hausgemeinschaft zusammenschmelzen, aus der die wertvollsten Kräfte zu einer wahren deutschen Volksgemeinschaft erwachsen. __ Zahlreiche Beranstaltungeri in Gießen. Eine Besprechung der Bezirksführung Gießen des NSRL. galt der Planung des Einsatzes der Gemeinschaften, Kreise und des Bezirks für das WHW. am nächsten Samstag und Sonntag. Jede Sport- qemernschaft wird sich in den Dienst der guten Sache stellen, alle Mitglieder, ob jung ober attp passiv oder aktiv, warten auf den Einsatz. In den Straßen und auf den Plätzen der Städte und Ortschaften werden die Turner, Turnerinnen, Sportler und Sportlerinnen aufmarschieren und an diesen Tagen den Sportbetrieb aus der Halle und von den Sportplätzen auf die Straßen verlegen. Für G i e ß e n ist eine besonders reichhaltige Veranstaltungsfolge vorgesehen. An der Stadtpost, am Theater auf Oswaldsgarten, in den Anlagen, an und auf dem Schwanenteich, am Zollamt und auf Verfügung steht. Margarine kann daher nur m den letzten beiden Wochen der Periode den Der« brauchern zugeteilt werden. Da aber die Kteinab« chnitte der Reichsfettkarte wie bisher m den ersten leiden Wochen eingelöst werden können, ist em Ausgleich möglich. Die 5. Käseration war von vornherein nur vorübergehend vorgesehen und fallt nun wieder fort. Speisequark bleibt weiter kartenfrei. Kinder bis zu 14 Jahren bekommen neben ihrer regelmäßigen wieder eine Sonderzuteilung von weiteren 62,5 Gramm Kakao pulver. Es ist beabsichtigt, von der 16. 3uteilung5periobe ab unter Aufbrauch der Bestände an kakaopulver-- haltigen Mischungen Schokoladenpulver und Malz- kakaö auszugeben. Der wahlweise Bezug von Hülsenfrüchten und Kondensmilch an Stelle von Nährmitteln bleibt nach Maßgabe der Bestände des Einzelhandels unverändert. Bornotizen. Tageskalender für Montag. Oeffentliche Abendvorlesuna der Universität Gießen: 20.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Professor Dr Vollrath über Houston Stewart Chamberlain, der Künder beut« scheu Wesens". - Gloria-Palast (Seltersweg: „Trenck, ber Pandur". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Seitensprünge". bem VfB.-Platz werben Wettkämpfe unb sportliche Darbietungen geboten. Dabei wirb ben hoffentlich recht zahlreich erscheinenben Zuschauern Gelegenheit gegeben, ein befonberes Opfer für bas WHW. zu [penben. Oer Einsatz der Radfahrer. Rundstreckenrennen für HI. Anläßlich bes Sammeltages bes beutschen Sports für bas WHW. findet auch ein Rundstreckenrennen für HI. statt. Es wird in drei Klaffen gestartet, unb zwar eine Gruppe Jungvolk von 12 bis 14 Jahren, zwei Gruppen HI. von 14 bis 16 Jahren unb 16 bis 18 Jahren. Fahrer auf Tourenrädern erhalten Vorgaben. Sttecke wird noch bekanntgegeben. Meldungen find zu richten an: Bezirksfachwart für Radfahrer, August Deibel II., Gießen, Neuenweg 50. Rennen für Fahrer mit Geschäfts, und Tourenrädern. Bei den am nächsten Sonntag stattfindenden sportlichen Veranstaltungen für das WHW. sollen auch Rennen für Fahrer mit Geschäfts- und Tourenrädern stattsinden. Es wird in folgenden Klassen gestartet: .. . Klasse 1: Fahrer mit Geschäftsrädern mit kleinem Vorderrad im Alter von 14 bis 16 Jahren. Klaffe 2: Wie oben, Alter von 16 bis 18 Jahren. Klasse 3: Fahrer mit gewöhnlichen Tourenrädern. Diese müssen Austragkörbe und eine Belastung von 10 kg haben. Alter von 14 bis 16 Jahren. Klasse 4: Wie vor, Alter 16 und älter. Meldungen sind zu richten an Bezirksfachwart August Deibel, Gießen, Neuenweg 50. Meldeschluß Mittwoch, 18. September, 18 Uhr. Die zu fahrende Strecke wird noch bekanntgegeben. Maizena für die Flasche, als Brei oder Puddingspeise- MAIZENA ErnLhrong»vo-lch-»f»«o Patel Set Die Mitalieder des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen werden den Spendern diese fünf v. D,e -viUgu-o-r £ Ehrers Kampf im Osten" anbieten. - (Scherl-B>Iderdienst-M.) Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Mittags hatte Hans Bergholz Dietmuche sehr schöne und kostbare Blumen geschickt. Darauf hatte die Springer angerufen, ihm im Namen Dietmuthes gedankt und ihn zum Abend eingeladen. Er ist zwar enttäuscht, nicht die geliebte Stimme im Apparat zu vernehmen, aber doch beglückt über die Einladung. Ein Tor ist er, hält er sich vor, wenn er sich jetzt mit zwecklosen Grübeleien die Stimmung verdirbt. Als erster Gast erscheint er im Heim der Primadonna. Eine verschwenderische Fülle von Blumen ist in den Zimmern verteilt — Spenden von Freunden, Verehrern und Verehrerinnen. Auch seine Blumen erblickt Bergholz darunter. Dietmuthe sagt ihm Dank dafür, läßt ihm eine kleine Weile ihre schöne Hand, die er küssen darf. Sie ist lieb und sanft heute. Mit ihren weichen, gleitenden Bewegungen in der fließenden Seide ihres Kleides, die sich den Formen ihres schönen Körpers anschmiegt, geht sie hin und her, plaudert, lacht, setzt sich an den Flügel und singt mit durchsichtigem, schwebendem Kopfton zwei Weihnachtsliedchen. Er sitzt abseits in einem Lehnstuhl; fern und wesenlos ist aller Kampf und Hader, alle Qual und Unruhe. Und als Dietmuthe zu ihm tritt, sich an seinen Stuhl lehnt, da versinkt er völlig in die Süßigkeit dieser Stunde. Sie gleitet von ihm fort. Sie hat erstaunlich scharfe Sinne und spürt das Nahen der Springer, die alle paar Minuten mit einer Frage hereinkommt. Sie ist mit den Vorbereitungen für den festlichen Abendtisch beschäftigt. Später erscheinen Kolleginnen und Kollegen von der Oper, auch Doktor Bock mit seiner Frau, und zuletzt Heidenreich Beim Kerzenschimmer wird gegessen. Die Bühnenleutchen sind übermütig, und die Stimmung wird bald ausgelassen lustig. Als man sich in später Stunde trennt, sind alle etwas angeheitert. Auf der Straße bilden sie eine lärmende Gruppe und beratschlagen, auf welche Weise der bracht und die Sieger des letzten großen Preisschießens bekanntgegeben, bei dem die Kameradschaft der 116er von 19 teilgenommenen Kameradschaften an dritter Stelle steht. Kamerad Kern konnte außerdem noch den dritten Platz der besten Einzelschützen belegen, wofür ihm die Hindenburg- Plakette überreicht wurde. Eine weitere Auszeichnung erhielt Kamerad Sänger, dem die bronzene Ehrennadel überreicht wurde. Der Kameradschaftsführer wies darauf hin, daß sich alle Kameraden rege an dem Ehrennadelschießen beteiligen sollten, das für jeden Kameraden offen ist. Ferner wurden die Wege für die nunmehr verschärft einzusetzende Propaganda bekanntgegeben. Der offizielle Teil wurde durch den Kameradschaftsführer in der üblichen Weise geschlossen. Kamerad Glagow erzählte in dem anschließenden kameradschaftlichen Teil Erlebnisse seiner eineinhalbfährigen französischen Gefangenschaft im Weltkriege, die bei allen Zuhörern mit großem Interesse ausgenommen wurden und die mit gutem Soldatenhumor gewürzt waren. Kamerad A l b o l d berichtete kurz über den Gesundheitszustand des Kameraden Hauptmann Reuter, der z. Z. zur Genesung in einem deutschen Lazarett liegt. Die Kameradschaft sandte ihm von ihrem September-Appell Kartengrüße, verbunden mit den Wünschen für baldige Genesung. Schwerer Derkehrsunfall in jReiefirchen. * Reiskirchen (Kreis Gießen), 16. September. Am gestrigen Sonntag gegen 14.30 Uhr ereignete sich in unserem Orte auf der Hauptstraße an der scharfen Kurve in Richtung Lindenstruth ein schwerer Verkehrsunfall. Dort rannte ein Personenkraftwagen aus Großen-Buseck, dessen Lenker nach Saasen unterwegs war, um dort eine Reparatur an einer Dreschmaschine vorzunehmen, in der Kurve gegen das Hoftor eines Hauses. Unglücklicherweise standen an dem Hoftor zwei kleine Mädchen, die von dem Kraftwagen umgerissen wurden. Die sechs Jahre alte Lina Hahn wuede dabei so schwer verletzt, daß sie trotz schnellster ärztlicher Hilfeleistung und sofortiger Ueberführung in die Chirurgische Klinik in Gießen bald nach der Einlieferung in die Klinik leider g e st o r b e n ist. Das andere der bedauernswerten Kinder, die sieben Jahre alte A n n i Brück, wurde mit einem sehr schweren Beinbruch, einer Gehirnerschütterung und zahlreichen Hautabschürfungen in das Evangelische Schwesternhaus in Gießen eingeliefert. Die Ermittlungen der Gendarmerie über die Ursache des Unglücksfalles sind noch im Gange. 60 Jahre Arbeit für das deutsche Volkstum. Eine Tagung der VOA.-Mitarbeiter im Kreise Wetterau. Der Kreisverband Wetterau des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland hatte am Samstagnachmittag seine Amtsträger und Mitarbeiter in den Sitzungssaal des Landratsamtes zu Gießen zu einer Arbeitstagung eingeladen. Kreisverbandsleiter Studienrat Schwarz eröffnete mit herzlichen Grußworten an die Gäste, unter denen sich auch Landrat Dr. Lotz befand, die gut besuchte Tagung und sprach den Mitarbeitern am VDA. Worte des Dankes für chren Einsatz aus. Er betonte dann u. a., daß die Arbeit des VDA. nach der Heimkehr weiter Volksdeutscher Gebiete ins Reick nickt überflüssig geworden, sondern infolge der Umsieolung vieler Volksdeutschen in andere Gebiete doppelte Arbeit notwendig sei. Der volksdeutsche Gedanke und damit die Arbeit am Werk des Führers erfasse immer weitere Kreise unseres Volkes. Sodann ging Studienrat Schwarz zu seinem Thema über „6 0 Jahre Volksdeutsche Arbeit". Er führte ür-a. aus, wie es vor 60 Jahren infolge der Unterdrückung des volksdeutschen Gedankens in der alten Oesterreich-Ungarischen Monarchie zur Gründung des Volksbundes gekommen sei. Kaiser Franz Joseph I. habe in dem volksdeutschen Gedanken etwas Ungesetzliches und Unstatthaftes gefunden. Da hätten Männer des Kleinbürgertums und Teile der Arbeiterschaft sich zu rühren begonnen, um ihren Brüdern zu helfen. Deutsche Schutz- und Erhaltungsarbeit nahm ihren Anfang mit der Gründung des Deutschen Schulvereins im Jahre 1880 in Oesterreich-Ungarn. Das Ziel war, die Deutschen zusammenzuschweißen zu einer einzigen Volksgemeinschaft nach dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Das Hauptziel des Deutschen Schulvereins waren Gründung und Ausbau deutscher Schulen in den deutschen Sprachgebieten der Oesterreich-Ungarischen Monarchie. Die Mitgliederzahl wuchs von Jahr zu Jahr. 1887 bestanden bereits 1174 Ortsgruppen mit 120 000 Mitgliedern. Der größte Feind des Deutschen Schulvereins war das österreichische Ministerium. Schon im Dezember 1885 trug man sich an maßgebenden Regierungsstellen mit dem Gedanken, den Deutschen SchÄoerein aufzulösen; es kam aber doch nicht dazu. Der Volksdeutsche Gedanke wuchs weiter: Sechs Jahre nach der Gründung bestanden schon 41 Vereinsschulen und 48 Vereins kindergärten. Im Jahre 1889 konnte man daran denken, einen eigenen Schulhausbaufonds zu gründen. Vis zum Weltkrieg wuchs die aufgebrachte Summe des bis dahin 220 000 Mitglieder zählenden Vereins jährlich aus 1,4 Millionen Goldkronen. Im ganzen waren von der Gründung bis zum Jahre 1913 insgesamt 23 Millionen Goldkronen aufgebracht worden. Die Volksspende, auf Vorschlag des Dichters Peter Rosegger ausgenommen, ergab allein 3 Millionen Goldkronen, die sich meist aus Bausteinen kleinster Leute zusammensetzten. Ohne die rege Arbeit des Deutschen Schulvereins wären viele Volksdeutsche ihrem Mutterland für immer verlorengegangen. Da der Oesterreichische Schutz- und Schulverein aber keine Deutschen aus dem Reich aufnehmen durfte, hatte in Berlin am 18.8.1881 die Gründung des Allgemeinen Deutschen Schulvereins stattgefunden. Beide Schulvereine kämpften für dasselbe Ziel. Der Allgemeine Deutsche Schulverein erhiell im Jahre 1889 den Namen „Verein für das Deutschtum im Ausland = VDA." Als solcher überdauerte er den Weltkrieg und begann dann seine Arbeit von neuern. 1933 wollte der Gesamtverein seine Jahrestagung in Klagenfurt halten, mußte aber wegen der Dollfuß- Regierung in Oesterreick nach Passau gehen, um dort seine Tagung zu halten und nannte sich ab jetzt „Volksbund für das Deutschtum im Ausland". Er hat sein einstiges Ziel erweitert und verlangt heute Schutz und Erhaltung des deutschen Volkstums aller 100 Millionen Deutscher und weiß sich darin einig mit den Zielen unseres Führers. Reicher .Beifall dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen. In der Pause hatte die Versammlung Gelegenheit, eine von Fräulein Emmelius von der NS.- Frauenschaft im Saale aufgebaute Ausstellung von Erzeugnissen aus volksdeutschen Gebieten zu besichtigen und Gegenstände daraus käuflich zu erwerben. Man sah u. a. Spielzeug aus Südtirol, Handarbeiten aus Siebenbürgen, Keramikgegenstände aus Steiermark, ferner Gegenstände aus Glas, Holzschnitzereien u. dgl. aus dem Sudetenland, Böhmen, Estland, Lettland. Jugoslawien u. a. Der Ausstellung wurde reges Jnteresie entgegengebracht. Ein weiterer Vortrag über „Die deutsche W e st g r e n z e", von Studienrat SeyboId gehalten, machte die Zuhörer mit einstigem deutschen Land an der Westgrenze bekannt. Infolge Zersplitterung des Reiches in vergangenen Jahrhunderten, sowie der Selbstsucht deutscher Fürsten und nicht zuletzt infolge der religiösen Spaltung gingen an der deutschen Westgrenze im 17., 18. und 19. Jahrhundert weite Teile deutschen Bodens verloren; sie sind romanisiert, ihre Einwohner vielfach ausgewandert und viele ihrer Söhne, einst deutschen Bluts, haben für fremde Völker gegen chr einstiges Mutterland gekämpft. Es gingen verloren: die Schweiz mit ihren 3 Millionen deutsch sprechenden Menschen nach dem Dreißigjährigen Krieg, das Kali und Erdöl bergende, wie die Schweiz einstmals zum Herzogtum Schwaben gehörige Elsaß, ebenfalls 1648, 1681 auch das letzte deutsche Bollwerk am jenseitigen Ufer des Oberrheins, die stolze Stadt Straßburg, ferner gingen verloren Lothringen, von dem indessen im Jahre 1871 nur Ostlothringen bis 1918 wieder zurückkehrte, mit seinen 400000 deutsch sprechend en Menschen, Luxemburg, dessen Hauptstadt 1867 noch eine preußische Bundesfestung war. Recht wechselvoll war das Schicksal der schon 870 (Derttag von Mersen) zu Deutschland kommenden Rhein- und Scheldemündungen. 1815 wurde auf englisches Betreiben das Königreich der Vereinigten Niederlande gegründet, 1830 Belgien selbständig. England Abend am besten fortzusetzen sei. Bergholz inmitten der Schwatzenden und Lachenden stellt bei sich fest, daß Heidenreich das Haus nicht verlassen hat. Eine Flamme züngelt ihm nach dem Gehirn. Er schließt sich den Künstlern an — und später betrinkt er sich. 12. Kapitel. Während einer Fidelio-Aufführung wird Bergholz vom Logenschließer eine Karte von Dietmuthe gebracht. Sie hat ihn von der Bühne aus gesehen und bittet ihn, sie nach der Vorstellung am Büh- nenausgang zu erwarten. Er ist fassungslos. Bei dem Beifallsgetöse am Schluß flammt stürmischer Jubel in ihm auf. Er ist unbändig stolz, denn ihm steht ja diese herrliche Leonore viel, viel näher als den begeisterten Tausenden, die eine leidenschaftlich erregte Masse sind — eine Masse! Er aber ist ein Erwählter... Nahe dem Bühnenausgang wartet das Auto des Bankiers. Bergholz streift unruhig umher, versucht, seine Erwartung zu zügeln, nichts hinter dieser überraschenden Aufforderung Dietmuthes zu sehen, als eine ihrer unberechenbaren Launen. Das gelingt ihm jedoch nicht. Wieder jagt windgepeitschtes Regen- und Schneegemisch über den schwarzen Asphaltspiegel der Straße — wie an jenem Abend, als aus dem Dunkel die Gestalt des Vagabunden auftauchte und Dietmuche erschreckte. Sie kommt, und sie steigen in das wartende Auto. „Wollen wir zu mir nach Hause oder anderswohin, Doktor? Entscheiden Sie, mir ist es egal", sagte sie freundschaftlich. Und ohne seine Antwort abzuwarten, erzählt sie: „Heidenreich ist heute unabkömmlich. Er, muß an einer offiziellen Tafelei teilnehmen. Doch den Wagen hat er mir geschickt." Der Hinweis auf den Bankier und ihre Vertrautheit mit ihm gibt Bergholz einen Stich. Er schluckt den Wermutstropfen und erklärt, daß er, wenn er wählen dürfe, natürlich für ein Plauderstündchen in ihrem Heim dankbar sein würde. „Und daß dieses ungestörte Plauderstündchen mir im selben Maße Vergnügen machen wird, setzen Sie als selbstverständlich voraus", fragt sie belustigt. „Ach nein, gnädige Frau, ganz gewiß nicht!" entgegnet er mit schwermütigem Ton. „Ich dachte dabei nur an mich ... Und weil Sie mir die Entscheidung hatte damit sein Ziel erreicht: die Kanalküste gehörte weder zu Deutschland, noch zu Frankreich. Die Rhein- und Scheldemündungen gehörten fremden Völkern, obwohl drei Viertel des gesamten Verkehrs nach Deutschland gehen. Der Redner erntete für seine geschichtlich und wirtschaftlich sehr interessanten Ausführungen starken Beifall. Kreisverbandsleiter Schwarz berührte dann u. a. noch die kommenden großen Aufgaben. Er schloß mit dem Gedenken an den Führer die Versammlung, an die sich noch eine geschäftliche Besprechung der VDA.-Amtsträger anschloß. Landkreis Gießen. § Steinbach, 15. Sept. Am heutigen Tage konnte der frühere Maurer Heinrich Arnold IV. seinen 8 2. Geburtstag feiern; fein Gesundheitszustand ist für sein hohes Alter befriedigend. Unsere Glückwünsche. Modellflugwettbewerb des ASIK. Das NS.-Fliegerkorps Sturm 6/75 Gießen veranstaltet am Sonntag, 22. September, einen Modellflugwettbewerb auf den Wiesen hinter dem Gericht. Beginn der Veranstaltung 14 Uhr. Außerdem gibt der Sturm allen Volksgenossen Gelegenheit, an diesem Tage von 9 bis 12.30 Uhr die Werkstätten für Flugzeugbau, Moltkeftraße 27 (SA.-Brigade) und in oen Eichgärten für Flugmodellbau zu besichtigen. Es wird sicher für manchen Volksgenossen sehr interessant sein, die Arbeiten unseres fliegerischen Nachwuchses im Segelflugmodell- und Segelflugzeugbau zu sehen. In der Modellbauwerkstatt wird der Ausbau und die Entwicklung von einfachen Flugmodell bis zum entwickelten Hochleistungsmodell gezeigt. An besonders interessanten Typen werden zu sehen sein Wasserflugmodelle, Nurflügel, und Modelle nach Entenbauart und ein Schwingenflug- modell. Darüber hinaus werden nicht nur fertige Flugmodelle gezeigt werden, sondern auch einzelne Baustadien und die Verarbeitung verschiedener Werkstoffe. In der Segelflugzeugbau-Werkstatt ist Gelegenheit gegeben, das neueste Segelflugzeuamuster, den Schulgleiter 38 (SG. 38), im Bau zu sehen. Angehörige der Flieger-HI. sind bei der Arbeit zu sehen. An dem Wettbewerb werden etwa 60 Segelflugmodellbauer chre Flugmodelle starten. Deutscher Leichtathletiksieg über Italien. Im zweiten Leichtachletik-Länverkampf dieses Jahres zwischen Deutschland und dem befreundeten Italien gab es erneut einen deutschen Sieg, der mit 94,5 zu 83,5 Punkten allerdings wesentlich knapper aussiel als im August in Stuttgart. Die Italiener haben in der Zwischenzeit ihre Mannschaft verstärkt, während Deutschland ohne den erkrankten Weltrekordmann Rudolf Harbig (Dresden) antrat. Von den 19 Wettbewerben gewann Deutschland 11. Die 2000 Zuschauer nahmen den Sieg der deutschen Freunde mit großem Beifall auf. 3. Fußbattkampf Deutschland — Slowakei 1:0. Schwerer als -erwartet gewann die deutsche Fuß- ballmannschaft am Sonntag in Preßburg den 3. Länderkampf gegen die Slowakei mit 1:0 (0:0) und erfocht damit in ihrem 175. Länderspiel den 85. Sieg. Das Treffen in der slowakischen Hauptstadt gestaltete sich trotz der nicht gerade günstigen äußeren Bedingungen vor über 10 000 Zuschauern zu einer machtvollen Kundgebung der deutsch-slowakischen Freundschaft. Die Mannschaften: Deutschland Jahn; Janes, Moog; Zwola- nowski, Dzur, Männer; Eppenhofi, Hahnemann, Conen, Jelinek, Durek. Slowakei: Reimann; Vanak, Rado; Kovac, Porubysky, Dr. Chodak; Bolcek, Bielek, Foeldes, Arpas, Luknar. Wenn das Spiel der Deutschen nicht alle Wünsche erfüllte, so lag das in erster Linie an der Tatsache, daß auf dem regennassen Boden einige unserer jungen Spieler rein körperlich gegen die stämmigen Slowaken nicht ankommen konnten. Eine Enttäuschung beredete einzig der Wiener Hahnemann im Sturm, der bei weitem nicht an feine Leistungen in Leipzig anknüpfen konnte. Conen zeigte musterhaften Eifer als Angriffsführer, aber er spielte diesmal etwas zu eigennützig. Mit seinen Durchbruchsoersuchen und Alleingängen hatte er kein Glück. Eppenhoff schaltete sich erst zum Schluß besser in die deutschen Angriffszüge ein. Sehr gut schlug der linke Flügel mit den Wienern Jelinek und Durek ein. Vor allem Durek zeichnete sich durch plangemäßes Spiel und nicht zuletzt durch das Siegestor aus. In der Läuferreihe stand der Dresdener Dzur nicht ganz durch. Dadurch bekamen feine Nebenleute erhebliche Ueberarbeit, die der junge Hannoveraner Männer am besten leistete, ohne daß Zwolanowski etwa versagt hätte. Janes fand bei dem energischen Moog eine gute Unterstützung. Der Berliner Torwächter Jahn fand während des ganzen Spiels nur wenig Gelegenheit, sein Können zu beweisen. Bei den Slowaken überragte Reimann im Tor. Auch Vanak als Verteidiger und Porubysky als offensiv spielender Mittelläufer waren gleichfalls erstklassig. Im Angriff ging die meiste Wirkung von Bolcek aus. Nach der Umstellung bewährte sich auch Luknar als Sturmbock. Abrudern der &R&. Am gestrigen Sonntag veranstaltete die Gießener Rudergesellschaft auf der Lahn ihr diesjähriges Abrudern. Die Rennen wurden zwischen dem Bootshaus des Marinevereins und dem Bootshaus der GRG. ausgefahren. Mit Rücksicht darauf, daß fast alle aktiven Ruderer im Wehrdienst stehen, hatte die Vereinsführung ihre Jugendgruppe zu einer Ju- genbreaatta aufgerufen. Diesem Rus folgte eine große Anzahl jugendlicher Ruderer. Als erstes Rennen startete der Doppelzweier, der von der Mannschaft Schmidt/Lauer mit 14 Sekunden Vorsprung gewonnen wurde. Aus dem dann folgenden Einer-Rennen ging das zur Zeit in Urlaub weilende Mitglied Schaub mit einem Vorsprung von 7 Sekunden hervor. Im 2. Vierer (Preis von Gleibach) erwies sich die Mannschaft Hof, Bieker A., Bieker Th., Göbel, Steuer: Kreiling, als die. bessere, sie gewann das Rennen gegen das zweite Boot mit einem Vorsprung von 16 Sekunden. Großem Interesse begegnete das Rennen des 1. Sie r er s. Hier traten sich gleichmäßig trainierte Mannschaften gegenüber, von denen jede alles hergab, um Sieger des Rennens zu werden. Mit drei Sekunden Vorsprung siegte in tadelloser Verfassung die Mannschaft Klinkerfuß, Seim, Schaefer, Grah, Steuer: Kreiling, gegen die Mannschaft Schuchard, Kübel, Schaub, Leiv, Steuer: Gierhard. In der Pause bis zur Austragung des Großen Achters zeigten Mitglieder der FrauenabteilunA in einem Vierer Stilrudern über eine Ärecke von 400 Meter. Große Spannung und allgemeines Interesse löste das Achter-Rennen aus. Eine Mannschaft setzte sich aus alten Rennruderern zusammen, die zum Teil lange nicht im Boot gesessen und somit keinerlei Training hinter sich hatten, während die Jugendmannschaft von 6 Jugendlichen und 2 Fronturlaubern (ebenfalls Jugendliche) gestellt wurde. Die Jugend (Müller, Schuchard, Säuer, Seim, Schaefer, Schaub, Kübel, Leib, Steuer: Gierhard) fuhr die Strecke von 1000 Meter in einer Zeit von 3,40 Minuten, gefolgt vom Boot mit den älteren Ruderern, die für die gleiche Sttecke 6 Sekunden Zeit mehr benötigten. Zwei Vierer-Rennen bildeten den Schluß der Veranstaltung. Damit wurde auch den Nichtsiegern eine Möglichkeit gegeben, unter sich noch die bessere Mannschaft auszumachen. Im ersten Rennen siegte die Mannschaft Schuchard, Kübel, Schaub, Lein, Steuer: Gierhard. Das zweite Rennen gewann die Mannschaft Hof, A. Bieker, Th. Bieker, Göbel gegen die Mannschaft Klinkerfuß, Schäfer, Seim und Grah. Letztere lag zunächst gut im Rennen und verlor es nur durch Riemenbruch. Vereinsführer Scharmann rief nach Beendigung der Rennen sämtliche Teilnehmer zu einer schlichten Siegerehrung zusammen, in der er auch in eindringlichen Worten die Aufgabe umriß, die dem deutschen Sport durch die ihm übertragene Sammlung für das Kriegs-WHW. am 21. und 22. September zugewiesen wurde. Eine stattliche Anzahl der Mitglieder der GRG. ist vom Vereinsführer zur freiwilligen Sammeltätigkeit für die erste Straßensammlung verpflichtet worden. gewährten. Es ist heute alles so überwältigend für mich! Sie gibt dem Chauffeur die Weisung, nach ihrer Wohnung in der Meinickestraße zu fahren. „Wie war ich heute als Leonore? Ich fühlte mich anfangs nervös, verhaspelte mich auch einige Male beim Tempo. Aber dann wurde es doch ganz gut, nicht wahr?" wendete sie sich dann wieder an Bergholz. „Ganz gut! ..." wiederholt er leise. „Zwei armselige Wörtchen sind das, und doch liegt unendlich viel darin. Ganz gut! Erreichte Vollkommenheit! ... Es wird Ihnen viel überschwängliches Lob für Ihre Leistungen gezollt, gnädige Frau, unh ich ... mir war es heute wieder zum Hinknien und Vergehen! Sehen Sie, das sind auch nur Worte. Und doch, in Augenblicken solchen Erlebens übersteigt man die Grenzen, die einem gezogen sind. Das ist höheres Leben!" Sie schweigt ein paar Augenblicke nachdenklich und sagt dann: „Bei Ihnen klingt das so überzeugend. Freilich bin ich an Bewunderung gewöhnt, sie ist mir sozusagen zum täglichen Brot geworden. Aber trotz der Gewöhnung an solche Kost bleibe ich feinfühlig für die Unterschiede. Bei Ihnen ist zu spüren, daß es in die Tiefe geht. Ich selbst soll ja keine Tiefe haben, wird mir nachgesagt. Vielleicht ist es so. Aber oft ist auch der Kontakt nicht da." Bergholz fühlt sich in einen Wirbel hineingerissen; sein Herz stürzt und taumelt, er findet kein Wort der Erwiderung. Sie erreichen das Haus, und der Wagen hält. Er öffnet den Schlag, steigt aus und hilft Dietmuthe heraus. Während der Fahrer den Motor wieder anläßt, schließt er das Haus auf, schaltet die Nachtbeleuchtung ein. Dietmuthe geht vor ihm die Treppe empor mit ihren weichen, gleitenden Bewegungen, die rechte Wange ein wenig der Schulter zugeneigt. Das Mädchen öffnet die Wohnungstür und nimmt ihr Hut und Mantel ab. „Schläft Fräulein Springer?" fragt sie. Die Hausangestellte bejaht. „Meine gute Kläre hat heute ihre Migräne", wendet sich Dietmuthe dann zu Bergholz. „Kommen Sie, wir trinken eine Taffe Tee und unterhalten uns noch." Sie geht ihm voran ins Wohnzimmer, läßt dann Bergholz ein paar Minuten allein, der überwältigt von der jähen Wunscherfüllung, der unerwarteten Gewährung alles dessen, was er so lange vergebens herbeigesehnt hat, nach Fassung ringt. Sogar die Springer nicht im Wege! ... Das ist ein beinahe beängstigendes Glück ... Dietmuthe kommt und bringt den Dust von Kölnischem Wasser mit. Sie hat das Kleid ausgezogen und trägt einen seidenen Kimono mit eingestickten Blumenranken und Schmetterlingen. Das Mädchen trägt einen Imbiß auf. In der Teemaschine beginnt das Wasser zu summen. Dietmuthe schmiegt sich in die seidenen Kissen der Couch; das lockere rotblonde Haar fällt ihr über die Schultern. Die Anstrengung des Abends hat Spuren leichter Müdigkeit in ihre Züge gezeichnet. Er weiß, sie braucht zur völligen Entspannung noch eine Stunde leichter Unterhaltung. Aber wie soll er jetzt den oberflächlichen Plauderton finden, nachdem sie ihn in ungeahnte Erschütterung gestürzt hat und die Wellen feiner Erregung hochgehen. Ist es ein Irr- tum, ist es Torheit von ihm, wenn er glaubt, daß nach solchen Bekenntnissen jetzt etwas anderes erklingen muß, daß es unmöglich ist, jetzt über gleichgültige Dinge zu sprechen? Es scheint so. Tändelnd entgleitet sie ihm wieder. Er muß sein Hirn martern, um nicht als gar zu öder und schwerfälliger Gesellschafter bei ihr zu sitzen. Dann füllt der Name Heidenreich. Dietmuthe äußert Besorgnis um den Gesundheitszustand des Bankiers, der in letzter Zeit zu wünschen übrig lasse. Das ist rasch wirkendes Gift für Bergholz. „Weshalb heucheln sie diese Gefühle, Dietmuthe? Das gehört nicht zu Ihrer sonstigen Ehrlichkeit!" Sie richtet sich ein wenig auf, ihre Lippen öffnen sich, sie sieht ihn erstaunt an. „Weshalb fallen Sie so kläglich aus der Rolle, Doktor Bergbolz? ... Weshalb so plump und anmaßend plötzlich? ... Das gehört nicht zu Ihrer Wohlerzogenheit und ... Aber es geschieht mir schon recht! Warum bin ich nett mit Ihnen? Sie sind wie alle!" Er preßt die geballten Fäuste vor die Augen. „Wenn Sie wüßten, wie Sie mich quälen!" „Ach, wie schrecklich!" ahmt sie, die Worte übertrieben dehnend, seinen Tonfall nach. „Wenn Sie wüßten, wie oft ich so etwas oder Aehnliches zu hören bekomme! Langweilig, mein Lieber! ... Immer dasselbe! ... Auch Sie besitzen keine Eigenart. Eifersüchtig sind Sie und lasten es auf geschmacklose Weise merken." (Fortsetzung folgt.)