Xf ..." •7- z Donnerstag. J6. Mal 194(0 Eichener Anzeiger 1 0. Jahrgang Nr. 114 Ei scheint täglich, außer < onntags und Feiertags l eilagen: Die Illustrierte ! Siebener Familienblätter i nmatimBild DieScholle $ ouats-Berugchvreis: Uit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte w 1.80 ! Aistellgebühr ... „ -.25 auch, bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt tternwrechanschlub 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. Annahme von Anzergeu für die Mittagsnummer bis 8'/r Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 m* Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 o/o mehr Ermässigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. vrühlscheUnioerfitatsdnttkererv. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Siehen, Schulstratze 7-9 Das Ritterkreuz aus der Hand des Führers gezwungen. Ihr habt damit eine Leistung vollbracht, die einzigartig ist. Ihre militärische Bedeutung wird die Zukunft erweisen. Hur durch Euere vorbildliche Zusammenarbeit, durch die ebenso entschlossene Führung wie die Tapferkeit der Soldaten, besonders aber durch den heroischen Einsatz der todesmutigen Fallschirm -und Lufllandelrup- pen ist dieser Erfolg möglich geworden. Ich spreche Euch im Hamen des deutschen Volkes den Dank unb meine Bewunderung aus. (gez.) Adolf Hitler. Der Krieg ' nähert sich Englands Küste. Kopenhagen, 15. Mai. (Europapreß.) Nach einer Darstellung des „Extroblodet" erhält Deutschland durch die Besetzung der holländischen Küste in Zukunft die Möglichst, noch einen ganz anderen Gebrauch von seiner Luftwaffe zu machen als bisher. „England soll getroffen werden. Der Kanal ist nur ein Wallgraben", schreibt „Berlingske Aftenavis". Deutschland führe einen Blitzkrieg, der sich gegen Albion richte. Er solle beweisen, daß die Flotte der Luft stärker sei als die des Meeres. Er sei gegen di^, Engländer gerichtet, die seit Jahrhunderten im eigenen Lande nichts von einem Feind gemerkt hätten. Was Deutschland unter dem großen Willen eines autoritären Staatsmannes geschmiedet habe, sei nun eingesetzt worden mit seiner ganzen Gewalt und Schlagkraft. den Nordteil der Stadt. Auf der Zitadelle befinden sich annähernd 1000 belgische Kriegsgefangene. In der Zivilbevölkerung int) Tote und Verwundete zu beklagen. Verluste »ei den deutschen Truppen sind durch die Beschie- ;ung nicht eingetreten. Die Bevölkerung zeigt große Erbitterung über die nutzlose Demonstration. Brüssel keine unverteioigke Stadt Eine Warnung des Oberkommandos der Wehrmacht. Berlin, 15. Tttai. (DHB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die belgische Regierung hat am 10.2Uai durch ihren Außenminister in Brüssel und ebenfalls durch Vermittlung ihrer Schuhmacht, der vereinigten Staaten, in Berlin erklärt, daß Brüssel eine offene Stadl sei, Truppen sich nicht in Brüssel befänden und auch nicht durch die Stadt durchgehen würden. Diese Erklärung der belgischen Regierung entspricht nicht den Tatsachen. Die deutsche Luftaufklärung hat in den letzten Tagen einwandfrei den Durchmarsch militärischer Kolon- nen aller Art durch Brüssel, sowie militärische Transporte durch diesen Eisenbahnknotenpunkt festgestellt. Das deutsche Oberkommando der Wehrmacht kann daher Brüssel nicht mehr als unverteidigte Stadt anerkennen. Falls die belgische Regierung es mit der Schonung der Stadl Brüssel vor den Schrecken des Krieges wirklich ernst meint, müssen augenblicklich alle mililärischen Transporte und Warschbewegungen durch die Stadt eingestellt werden und die Befestigungsarbeiten unterbleiben. Die Angriffe der deutschen Luftwaffe richten sich, entsprechend der Erklärung der Reichsregierung, ausschließlich auf militärische Ziele. Sollten von jetzt an noch militärische Ziele in Brüssel feststellbar fein, so werden sie von der deutschen Luftwaffe angegriffen werden. Alle Folgen, die sich daraus für die Stadt Brüssel ergeben, fallen denen zur Last, die entgegen der Erklärung der belgischen Regierung ihre Stadl zu militärischen Zwecken mißbrauchen. Oer Führer dankt den Hollandkämpfern Besondere Anerkennung für die Fallschirm- und Lustlandetruppen. Panzer erzwingen den Durchbruch. Nur noch 20 Kilometer bis Namur. - Französische Panzeraufklärer vernichtet. Man stellt nun im Ausland interessante Betrachtungen über die nächsten strategischen Folgen der Kapitulation Hollands an und kommt dabei begreiflicherweise zunächst zu der wichtigen Feststellung, daß die deutsche Kriegführung mit der Jnbesitz. nähme Hollands und seiner langgestreckten Küste eine hervorragende Operationsbasis gegen England, die aktivste Kraft auf der feindlichen Seite, gewonnen hat. Tatsächlich sind die deutsch-englischen Entfernungen wieder einmal halbiert worden. So wie die 1000 Kilometer von der Deutschen Bucht bis hinauf nach Scapa Flow, den Kriegshafen der britischen Schlachtflotte oben in den Orkney-Inseln, durch die Besetzung der norwegischen Küste halbiert worden sind, so wird jetzt die Entfernung von den deutschen Fliegerhorsten auf den Nordseeinseln der Deutschen Bucht beispielsweise bis nach Harwich, dem bekannten Hafen nordöstlich von London, von bislang 400 auf nicht ganz 200 Kilometer heruntergedrückt. Das bedeutet nur noch eine knappe halbe Flugstunde für unsere Stukas und Bomber, die nun von der neugewonnenen Basis an der holländischen Küste bis'hinüber zu den Energiezentren des britischen Weltreiches nur einen Katzensprung haben. In London ist man sich der neu heraufgezogenen Gefahr durchaus bewußt. Der Krieg klopft jetzt höchstpersönlich an die Tore Englands, und es gibt für das britische Volk und seine plutokratischen Machthaber keine Möglichkeit mehr, ihm auszuwei- chen. Die außerordentlichen Erfolge, die die deutsche Luftwaffe bei der Bekämpfung der feindlichen Luft- streitkräfte im französischen Raum davongetragen und die sich bereits in einer zweifellos festzustellen- den Lähmung der feindlichen Angriffswaffe zur Luft bemerkbar gemacht hat, bürgen dafür, daß unsere Luftwaffe auch gegen England mit gleichem Schneid und gleichem Erfolg sich durchsetzen wird. Aber ind em Dorrucken der deutschen Luftstützpunkte gegen England ist nur eine Folgewirkung der Kapitulation Hollands zu erblicken, denn sie bedeutet für unsere Landoperationen eine Verstärkung des rechten Flügels, die für die Folgezeit nicht hoch genug bewertet werden kann. Wir erinnern uns der ähnlichen strategischen Lage im Sommer 1914 und des prophetischen Wortes des Grafen Schliessen: „Macht mir den rechten Flügel stark!" Durch das Freiwerden erheblicher Truppenverbände, die in den letzten Tagen in Holland gekämpft haben, wird dem rechten Flügel des folgt ebenso blitzschnell, wie der Vormarsch und der Durchbruch vonstatten gingen. Bald ist eine Bresche geschlagen. Dort geht ein Wagen in Flammen auf. Aus einigen Fahrzeugen springt die Mannschaft heraus und streckt die Hände hoch. Dazwischen immer wieder belgische Soldaten, die, da sie nun auf einmal wieder eigene Panzerwagen sehen, wieder Mut schöpfen und in den Kampf eingreifen. Aber es ist z u s p ä t. Der zusammengefaßte Angriff unserer Panzerwagen schlägt den Feind nieder. Was nicht die Hände hochhebt, lauft in wilder Flucht zurück. Kurze Worte werden mit den Gefangenen gewechselt. Da stellt es sich für die meisten deutschen Soldaten zur größten Ueberraschung heraus, daß die Gefangenen keine Belgier sind, sondern die ersten Franzosen. Zwischen zusammenge- schossenen Kolonnen, stehengebliebenen Fahrzeugen, Panzern, die noch in hellen Flammen stehen, in all den rauchenden Trümmern sammeln sich die vielen französischen und belgischen Gefangenen, deren Zahl sich auf etwa 2000 beziffert. An den Ausgängen der Ortschaften bauen sich die Panzer in Deckung auf, um, falls ein Gegenstoß erfolgen sollte, sofort einsatzbereit zu sein. Die Offiziere stehen an den Fahrzeugen und zeichnen in ihren Karten den eigenen Standpunkt ein. Tatsächlich, bis Namur sind es nur noch 20 Kilometer! Von allen, die sich auf dem Vormarsch durch Belgien befinden, sind die Panzer am tiefsten ins Innere des Feindeslandes vorgestoßen. Und das ist für alle, die bei diesem kraftvollen Vorstoß dabei waren, der schönste Lohn. Georg Zech. Französische Panzerdivision zersprengt und aufgerieben. Berlin. 15.2Ual (DHB.) Zu dem gestern gemeldeten Großkampf zwischen deutschen und französischen Panzerverbänden nordostwärts Harn ur. bei welchem die Franzosen geschlagen wurden, ist nach Gefangenenaussagen die daran beteiligte mechanisierte französische Divislon durch den gemeinsamen Einsatz der deutschen Luftwaffe und Panzerverbände vollkommen zersprengt und aufgerieben worden. das Schicksal Deutschlands und nun nach dem Willen unserer Feinde auch ihr Schicksal bestimmen. Sein Vertrauen zum deutschen Soldaten ist grenzenlos. Seine Zuversicht in den Triumph der deutschen Wehrmacht ist felsenfest. — Der Glaube an den Sieg der Nation ist ihm längst Gewißheit. Die Meldungen aber, die Stunde um Stunde von dem todesmutigen Einsatz, von den einzigartigen kühnen Taten, den unerhörten Leistungen und gewaltigen Erfolgen seiner Soldaten eintreffen, sind feine Freude, sein Stolz und sein Glück. Wer als Soldat des Weltkrieges tm Westen gekämpft hat, der mag ermessen, welche Empfindungen den Führer heute bewegen, wenn er die vertrauten Namen der Dörfer und Städte, der Flüsse und Landschaften wieder vernimmt, wenn junge deutsche Soldaten jetzt, nach 25 Jahren in siegreichem Vorwärtsstürmen den Boden jener Schlachtfelder wieder betreten, die ihn vier Jahre lang in Freud und Leid mit seinen Kameraden vereinten. Wenn ganz Deutschland heute mit begeistertem Herzen die Berichte von den Siegen seiner tapferen Söhne lieft, dann verfolgt der alte Frontkämpfer diese Geschehen nut noch leidenschaftlicherer Anteilnahme. Denn Sieg und Lohn, um die er damals betrogen wurde, sollen ihm heute, nach 25 Jahren, unter der Führung eines einer Kämpfer doch n o ch werden. 25 Jahre lang haben m Europa der Wortbruch und die Phrase regiert. Das Volk galt nichts. Die Interessen der plutokratischen Ausbeuter alles^ Unter einer Schlammflut von Lügen und Moralheuchelei haben sie die Wahrheit erstickt und den gefunden Sinn der Völker verwirrt. Sie haben zum Krieg gehetzt und die Friedenshand des Führers zurückgestoßen. Die Heuchelei der Worte ist vorüber. Jetzt spricht das deutsche Schwert. Im Bewußtsein ihres.heiligen Rechtes marfchie- ren Deutschlands Söhne gegen die Soldner der Plutokraten. Der Wille jedes deutschen Soldaten, die Würger der deutschen Nation endlich zu packen, ist unbezähmbar. Mit ihnen wird der Führer jeden Widerstand zerschlagen. „Unser Herz ist immer dort, wo unser Geld ist" - d°- ist die erbarmstche Gesin- nung der jüdisch-demokratischen Plutokratte. Das Herz des deutschen Volkes aber schlägt für seine Soldaten, die für Deutschlands Zukunft, Ruhm und Größe kämpfen. Nutzloser Widerstand der restlichen Lüttich-Forts. Berlin, 15. Mui. (DNB.) Der Komm-mdie- rende General des Armeekorps, das die Stadt Lüttich genommen hat, besuchte am Dienstc^ die in der Stadt liegende B e s a tz u n g und sprach ihr eine Anerkennung aus. Einige der noch m belgischer Hand verbliebenen Forts beschossen wahrend des ganzen Tages die Zitadelle und Der rechte Flügel. Der überraschend schnelle Einbruch der deutschen Truppen in die „Festung Holland" und die Wafsen- tretfung der holländischen Armee haben in allen militärischen Fachkreisen der ganzen Welt größtes Erstaunen und unverhohlene Bewunderung erregt Man sieht darin die Folge einer überlegenen und auf blitzartige Entschlüsse zugeschnittenen Krieg- ührung ebenso, wie einer hervorragenden taktischen Schulung der Truppe und einer beispiellosen Einsatzfreudigkeit jedes einzelnen Soldaten. Besonderen Eindruck haben im Ausland selbstverständlich auch die Leistungen 'unserer tapferen Fallschirmspringer und Luftlandetruppen gemacht, die durch ihre über- raschende Landung im Raum von Rotterdam die „Festung Holland^ gleichsam von innen her sturmreif machten, bis das Gros der deutschen Armee durchgestoßen war. Des Führers besondere Anerkennung für diese Tapferen ist der verdiente Lohn für außerordentliche Leistungen. ... P. K. 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Selbst die Panzermänner hätten es sich nicht träumen lassen, daß sie am dritten Tage des Vormarsches zum ersten Male schon die Franzosen schlagen würden. Morgengrauen. Die Männer haben an ihren Fahrzeugen gerade eine Hand voll Schlaf genommen,- da kommt bereits wieder der Befehl zum Aufbruch. Die Motoren springen an. Los geht die Fahrt, dem Feind entgegen, mit dem sie im Laufe der Nacht die Fühlung verloren haben. Bald tauchen noch einige Widerstandsnester auf, die aber blitzschnell und ohne große Verluste nie= bergefämpft werden. Und auf einmal ist es bann aus. Nirgends mehr eine er n ft er e G e - g e n w e h r. Kompanieweise werden die in wilder Flucht befindlichen Belgier gefangengenommen. Diese Fahrt durch die Ortschaften ist geradezu unheimlich. Nirgends mehr eine Brücke gesprengt, nirgends eine Tankfalle, kein Schuß fällt mehr. Dann und wann kommen einige Flieger, bie an wichtigen Stellen auch ihre dicken Brocken fallen lassen. Aber was macht das den Panzermännern aus? Sie sitzen in ihren fahrenden Festungen und haben nur den einen Gedanken, demGegneraufdenFerfenzubleiben, baß er nirgends mehr dazu kommt, kehrt zu machen und sich zur Verteidigung einzurichten. Je tiefer die Fahrt ins Land geht, umso großer wird die Ueberraschung des Feindes, der es gar nicht fassen kann, daß die Deutschen schon da sind. Seelenruhig, in Hemdsärmeln, treten oftmals die belgischen Soldaten aus den Häusern, um sich gerade an einem Brunnen zu waschen. Da biegen die deutschen Panzer ins Dorf ein! Ohne einen Schuß zu tun, strecken sie alle ine Hände hoch. Wenige Augenblicke Zeit kostet es nur, sie sind entwaffnet, treten ihren Marsch nun wieder „nach vorn" an. Und die Panzer rollen weiter. Noch immer kein wesentlicher Widerstand. Da trifft bei dem Kommandeur einer Panzeremhett der kurze Funkspruch ein: „Aus den Höhen bet X feindliche Panzer gesichtet". Der schneidige Kommandeur trifft sofort alle Vorkehrungen, den Feind anzugreifen. Noch ist nicht bekannt, wer es ist und wie viele es sind. Funksprüche hm und her. Funk ist für vorn überhaupt die einzige Möglichkeit dec gegenseitigen Verständigung. Dei; Angriff er- Führerhauplquarlier. 15.Wal. (DHB.). Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den in Holland kämpfenden Soldaten des Heeres, der Luftwaffe und der ^-verfügungstruppe folgende Anerkennung apgefprochen: .Soldaten des holländischen Kriegsschauplatzes! 3n fünf Tagen habt Ihr eine starke, wohl vorbereitete Armee, die sich hinter fast unüberwindlich erscheinenden Hindernissen und militärischen Befesli- gmgen zähe verteidigte, angegriffen, ihre Luftwaffe aisgeschaltet und sie endNch zur Uebergabe Führerhauptquartier, 15. Mai. (DNB.) Kt dem ehernen Marschtritt des deutschen West- Hrres hat eine neue Epoche ihren Vormarsch (»getreten. Vor der dröhnenden Sprache der Kanonen muß das verlogene Geschrei der demokratischen Huchler und alliierten Phrasendrescher verstummen. Das Truggebäude aus Lüge und Illusion einer ebenso senilen wie anmaßenden plutokrati- schen Welt ist zusammengestürzt, und über ihren Dummern steigen die Adler der jungen Zeit sieg- tift empor. , , Deutschlands stürmende Soldaten brechen d i e Tore der Zukunft auf. Die unvergleichlichen Heldentaten von Eben-Emael und am Albert-Kanal, die Erstürmung Lüttichs, die Eroberung Rotterdams und der Festung Holland, die Siege in 100 Luftschlachten und der blitzschnelle Stoß über die Raas bei Dinant, Givet und Sedan — das sind Lik neuen Meilensteine auf den Straßen des Sieges! .Staunend steht die Welt vor den Wundern an Whnheit, die von den deutschen Soldaten in Holland, Belgien und Frankreich vollbracht werden. Dos Gesicht des modernen totalen Krieges, der mit den letzten Errungenschaften ter Technik und der höchsten Begeisterung entflammter Herzen geführt wird, der schneller und harter, weiträumiger und doch konzentrierter denn je geworden ist, wurde in Polen und Norwegen (hon in seinen Umrissen erkennbar und hat sich nun mit einem Schlage ganz in seiner grandiosen Wirklichkeit enthüllt. Der Führer hat dieses ge- volttqe Zukunftsbild, das heute auf den Schlacht- eldern des Westens so plötzlich Gegenwart gewor- len ist, seit vielen Jahren vorausgs- e h e n, und nach diesem Bilde d i en euebe ui:- che Wehrmacht geformt. Die Waffe, die er in jahrelanger rastloser und unendlich mühseliger Arbeit geschmiedet hat, führt er nun gegen den Feind, der ihren Einsatz herausforderte. Wie viele große Augenblicke und entscheidende Sage des Kampfes für Deutschland erlebten wir an ter Seite des Führers! Immer wieder g aubten mir Lie Größe der Stunde, in der wir ihn für Deutschland handeln sahen, sei einer Steigerung nicht mehr fähig. Und doch erleben wir heute inmitten dieser atemberaubenden Ereignisse den Führer wie nie zu- lor als die gestaltende Kraft im Brennpunkt weltgeschichtlicher Entscheidungen. Im ersten Morgengrauen, des 10. Mai, als untere unvergleichlichen Truppen zu Lande um> Luft zur großen Schlacht im Westen antraten, bezog auch der Führer sein Feldquar11e r Von hier aus verfolgt er mit kühlem Kopf u^d heißem Herzen den Ablauf der gewaltigen und blitzschnellen Operationen, die den Stempel seines uberl g § Geistes tragen. Hier in seinem Hauptquartier werten, mit der souveränen Ruhe und Sicherheit, die toir immer wieder am Führer bewundern , bt letzten Entscheidungen getroffen, die ter ft ü b r e r im Kreise der ausgezeichneten Eroberer des Forts Eben Emael und der Brücken über m Albert-Kanal. Von links: Leutnant Delica, Oberleutnant Witzig, Hauptmann K o ch, Ober- wtnant Zierach; rechts neben dem Führer Leutnant Ringler, Leutnant Meißner, Ober- tutnant Kies, Oberleutnant Altmann und Oberarzt Dr. Jager. — Alle diese Offiziere wurden zu einem höheren Dienstgrad befördert. — (Presse-Hoffmann-M.) Sei seinen Soldaten schlägt Deutschlands Herz. Don Neichspreffechef Dr. Dietrich. deutschen Westheeres die außerordentliche Derstar- kung zuteil, die 1914 gefehlt hat, als der Offensiv- sturm der Armee Klucks die Verbindung zu seinem linken Nachbar abreißen ließ. Die ungeheure Kraft des deutschen Angriffs hat sich auch weiter südlich in Belgien und an der mutieren Maas in ersten wichtigen Erfolgen ausgewirkt. Die junge deutsche Pan^erwaffe hat nordostwärts Namur mit einem gleichartigen Gegner zum erstenmal die Waffen gekreuzt und ist dabei Sieger geblieben. Die feindlichen Pan^erkräfte konnten an die Dyle-Stellung, die chauptstellung des englisch-französischen Heeres in Belgien, zuruckge- worfen werden. Jenseits der französisch-belgischluxemburgischen Grenze kämpfen deutsche Truppen bereits an der Maas, die stellenweise schon überschritten werden konnte. Die Maas-Befestigungen sind hier die Fortsetzung der Maginotlinie, die von der Schweizer Grenze bis etwa in den Raum von Montmedy reicht. Aber auch hier an der Maas handelt es sich, ebenso wie bei Lüttich und Namur, um Befestigungen, die im Stil der Maginot-Linie nach modernsten Gesichtspunkten ausgebaut mürben. Daß sie von den deutschen Trupven in so kurzer Zeit niederkämpft werden konnten, ist ein Erfolg, der dem deutschen Offensivgeist und der überlegenen Führung des deutschen Heeres zum höchsten Ruhm gereicht, oer aber auch bei den Militärsachoerständen des Auslandes oemerkenswerte Betrachtungen ausgelöst hat. Selbstverständlich sind alle diese Erfolge des blitzschnellen deutschen Vorstoßes durch Belgien erst Anfangserfolge, denn wie schon gesagt, in der Dyle-Stellung im Raume vor Brüssel steht das englisch-französische Heer. So liegt jetzt auf dem rechten Flügel der Schwerpunkt der deutschen Operationen. Dr. Fr. W. Lange. Kapitulation der holländischen Armee unterzeichnet. B etlln, 15.2RaL (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Kapitulation der holländischen Armee ist heute 11 Uhr von dem deutschen Oberbefehlshaber und dem Oberbefehlshaber der holländischen Armee und Marine unterzeichnet worden. * Immer näher an England heran! •E REIi DÄNE- . MARK, \GRO8BE FISCHBANK Der deutsche Gegenschlag in Skandinavien hatte die Ausgangs- Häfen für die deutsche Luftwaffe dicht an die britische Küste herangeschoben. Von hier aus sind die nördlichen britischen Kriegshäfen in kurzer Zeit zu erreichen. Unsere erfolgreiche Aktion in Holland hat nunmehr auch gegenüber dem südlichen England eine neue Ausgangsbasis erbracht. — (Scherl- Bild erdienst-M.) England begreift den Ernst der Lage. Der holländische Oberbefehlshaber General Win- k e l m a n sprach in der Nacht zum Mittwoch über einen holländischen Sender zum niederländischen Volk. Er legte dabei die Gründe dar, die ihn zur Waffenniederlegung bestimmt hätten. Die Niederländer seien fest entschlossen gewesen, das Vaterland bis zum Aeußersten zu verteidigen, aber alle Berichte des Heeres und der Marine hätten chn erkennen lassen, daß das Aeußerste am Dienstag erreicht gewesen sei. Der größte Mut sei den modernsten technischen Hilfsmitteln, die der Feind besitze, nicht gewachsen. Die niederländischen Luftstreitkräfte seien so gering gewesen, daß sie den Truppen nicht mehr hätten nützen können. Letztere seien so den vernichtenden Bomben der deutschen Luftwaffe ausgesetzt gewesen. Alle diese Tatsachen hätten ihn den Entschluß fassen lassen, den Kampf a b z u b r e ch e n. Er sei der Ueberzeugung, daß er nicht nur berechtigt, sondern auch verpflicht gewesen sei, die Waffenniederlegung zu proklamieren. Der Wehrmachlsberichl vom Mittwoch. Aührerhouplquartler. 15. MaL (DMB.). Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Dle Festung „Holland" hat angesichts des aussichtslosen Kampfes gegen die überlegenen Angriffe der deutschen Truppen zu Lande und aus der Luft kapituliert. In Belgien haben unsere dem weichenden Gegner scharf nachdrängenden Divisionen die D y l e- Stellung erreicht. Zwischen Tkamur und Gi- vet ist der Uebergang über dle Maas in breiter Front erzwungen. Auf dem Weskufer mit Panzern unternommene Gegenangriffe der Franzosen wurden abgeschlagen. Deutsche Kampfflieger und Zerstörerverbände griffen in diesen Kampf ein und vernichteten eine große Anzahl Panzerwagen. Beim Uebergang über die Maas lm Raume von Sedan ist im engsteu Zusammenwirken mit der Luftwaffe der Schuhwall Frankreichs, die Maginotliuie. in ihrer Verlängerung nach Nordwesten durchbrochen. Auch hier scheiterten französische Gegenangriffe unter schweren Verlusten für deu Feind. Bei den Angriffen an der Saarfront zeichnete sich der Oberleutnant eines Infanterie-Regiments, Hans S ch o e n e, mit seiner Kompanie bei der Erstürmung eines beherrschenden Felsenslüh- punktes südlich Pirmasens durch hervorragende Tapferkeit aus. Das Schwergewicht der deutschen Luftope- r a t i o n en lag gestern im Angriff gegen die rück- wärtlgen Verbindungen des Feindes, feine Transportstrahen und Ausladebahuhöfe. Feindliche Versuche, die deutsche Kampftätigkeil durch Einsatz starker Fliegerkräfle zu verhindern, wurden mit schweren Verlusten für den Gegner abgeschlagen, ohne die eigene Handlungsfreiheit in der Luft wesentlich zu stören. An einer Stelle wurden allein über 70 britische und französische Kampfund Jagdflugzeuge abgeschossen. Dle Gesamtver- luste des Gegners betrugen am 14.Mal über 200 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf etwa 170, durch Flak 17 abgeschossen, der Rest am Boden vernichtet. 35 eigene Flugzeuge werden vermißt. Die bewaffnete Aufklärung vor der niederländischen Lüste führte zu großen Erfolgen. Wie durch Sondermeldung schon bekanntgegeben, wurden zwei Kreuzer und ein Zerstörer durch Bombentreffer versenkt, ein weiterer Kreuzer durch eine Bombe schwer getroffen, ein Handelsschiff von 29 000 Tonnen und vier Transportschiffe zerstört. Der AbwehrkampfumRarvlk dauert an. Geflohen. Kopenhagen, 15. Mai. (DNB.) Nach einer Reutermeldung befindet sich auch Königin Wil- h e l m i n a und Prinzessin Juliana in London. Die Großherzogin von Luxemburg soll in Paris eingetroffen fein. Rom, 15. Mai. (Europapreß.) In England verhehlt man sich, wie hier einttesfende italienische Berichte aus London Mitteilen, nicht den Ernst der Lage nach der Kapitulation bes holländischen Heeres. In der Oeffentlichkeit mache sich, so heißt es in diesen Berichten, eine ständig zunehmende Nervosität bemerkbar. Es werde täglich deutlicher, daß der Krieg immer näher an England heranrücke. Diese Nervosität wird noch vermehrt durch den ununterbrochenen Strom von Flüchtlingen aus Belgien und Holland. Der Emst der Lage spiegelt sich auch in den Kommentaren der englischen Presse wider. Die „Times" z. B. schreibt, man müsse auf gewaltige Opfer gefaßt sein und auch auf große Gebietsverluste. „Daily Mail" und „Times" müssen zugeben, daß England eine schwere und ernste Schlappe erlitten habe und daß die strategische Bedeutung der Einnahme Hollands für Deutschland nicht unterschätzt werden dürfe. „Times" rechnet mit der Möglichkeit einer Besetzungdes aesamtenKüstengebiets bis Zeebrügge und stellt in Verbindung hiermit die Frage: „Was wird geschehen, wenn auch die belgische Küste in deutscher Hand ist?" Es könne nicht daran gezweifelt werden, so fährt das Blatt fort, daß England von hier aus direkt angegriffen werden soll. Schon im Laufe kurzer Zeit müsse mit den ersten deutschen Luftangriffen auf England gerechnet werden. Der militärische Mit- arbetter der „Daily Mail" macht das Eingeständnis, es bestehe die Gefahr der Umgehung der Maginotlinie. Der militärische Mitarbeiter der „Evening News" stellt fest, es sei zwecklos, den Versuch zu machen, den Ernst der Lage zu verkennen. Die Deutschen versuchten bereits mit Erfolg die linke Flanke der Hauptstellungen der Maginotlinie zu umgehen. Bisher hätten die Deutschen bereits „unangenehm gute Erfolge" erzielt. Der „Evening Standard" schreibt, durch die Eroberung der Kanalküste sicherten sich die deutschen Truppen eine mächtige Stellung, von der aus sie die ßuftftreitfräfte Englands durch Bombenabwürfe angreifen könnten. Es seien bereits Vorkehrungen getroffen, um die Luftabwehr Englands zu verstärken. Wie in Frankreich, so herrscht auch in England eine unglaubliche Angst vor den Fallschirmtruppen. Alle Flugplätze, Eisenbahnknotenpunkte, Fernsprech- und Telegraphenämter sind bewacht. Man geht sogar soweit, jetzt in England wie auch in Frankreich auch die großen Sportplätze zu bewachen und für Flugzeuglandungen unbrauchbar zu machen. Immer wieder wird die Bevölke- runa in England und Frankreich durch Flugblätter, Plakate, Hinweise in der Presse und Rundfunksendungen auf die von den Fallschirmtruppen drohenden Gefahren hingewiesen. In England ist eine „lokale Verteidigung" im Aufbau begriffen. Zu ihr werden Freiwillige im Alter von 17 bis 65 Jahren hinzugezogen. Der Einlatz soll vor allem in den Dörfern und in schwach besiedelten Gebieten erfolgen, lieber all hört man in London die Feststellung, daß die Lage im Vergleich zu 1914 weit ernster sei, da Deutschland nun eine schlagkräf- tige Luftwaffe besitze. Großen Eindruck, so berichtet in diesem Zusammendang „Piccolo" aus London, hätten die Volkskunogedungen in Italien gegen die Abwürgung des italienischen SeehckttdelsVerkehrs durch die Westmächte gemacht. „Evening Standard" berichtet ausführlich über diese in der italienischen Bevölkerung ständig wachsende Erregung und feindliche Einstellung gegenüber den Westmächten. achsende Nervosität in Paris. Genf, 16. Mai. (Europapreß.) Nach den letzten Nachrichten aus Paris nimmt die Nervosität dort ast stündlich zu. Wie der Pariser Korrespondent der „Tribüne de Geneve" berichtet, ist um die ganze Stadt eine Art Polizeikordon gezogen. Die Mobilgarde patrouilliert feit Dienstagmorgen in den Straßen bis an die Zähne bewaffnet. Starke Wachen sind in den Ausfall- traßen aufgezogen; wer nach Paris hereinkommt oder die Stadt verlassen will, muß seine Papiere vorzeigen, besonders scharf ist die lieber- wachung im Bois de Boulogne. In den Bahnhöfen, die burch Truppentransporte zum Teil verstopft inb, treffen b t e ersten Evakuierten unb Flüchtlinge aus Norbfrankreich ein. Sie überschwemmen bie Caf6s, Restaurants unb Hotels. Entgegen bem, was bie Pariser Presse in ben letzten Tagen behauptete, baß keine offizielle Evakuierung ber Pariser Schulkinber vorgesehen ei, wirb offiziell mitgeteilt, bah ein e r ft e r Schub von 25 000 Kinbern in bie westlichen Departements geschafft wirb. Weitere Ab- chubmahnahmen sollen folgen, soweit Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Die Pariser Oeffentlichkeit steht weiter unter dem Eindruck ber holländischen Kapitulation. Die Leitungen werden ben Händlern nach wie vor fast aus ben Hänben gerissen. Mit Sorge werben vor allem bie deutschen Operationen in Nordfrankreich bei Sedan, D in ant und an ber Maas verfolgt. Die Lage wirb in Paris als außerorbentlich ernst an- efehen, obwohl die Presse unb ber Rundfunk die ! )urchstoßung ber Norb-Maginotlinie in ber Gegenb von Sedan zu bagatellisieren versuchen. Man gibt in Paris offen zu, daß wohl die größte Schlacht aller Zeiten im Gange ist. So schreibt der „Paris Soir", die Westschlacht 1940 steye in ihrer vorbereitenden Phase. Wie vor 25 Jahren seien die deutschen Massen auf dem Marsch zum Meer. Es gebe jedoch niemals eine absolute Aehn- lichkeit der Operationen. Bei ber Feuerkraft der modernen Waffen und der Produktionskapazität ber heutigen Rüstungsindustrien sei eine sehr ausgedehnte Schlacht eine grundlegende Machtprobe, die eine Nation bis an die Grenze ihrer Kräfte in An- pruch nehme. Im Elysee trat am Dienstagnachmittag unter bem Vorsitz bes Präsibenten Lebrun bas Kriegs- fomltee zusammen. Dann fanb im Quai b'Orsay eine Sitzung bes Kriegs kabinetts unter Leitung bes Ministerpräsidenten Reynaub statt. Den beiden Sitzungen ging ein Bankett zu Ehren bes belgischen Außenministers Spaak, bes belgischen Finanzministers Gutt, des luxemburgischen Ministerprasibenten D u p o n g unb bes luxemburgischen Staatsministers Bech voraus. Am späten Nachmittag empfing Ministerpräfibent Reynaub ben Außenminister Spa k unb bie Botschafter Großbritanniens unb ber Vereinigten Staaten. Reynaub wirb am Donnerstag gelegentlich ber Wieberaufnahrne ber Parlamentsfitzungen vor ber Kammer eine Erklärung über bie internationale unb militärische Lage abgeben. Am Dienstag erlitt bie Pariser Börse einen gewaltigen allgemeinen Kurssturz; Suez-Kanal-Gesellschaft verlor 690 Punkte. „Gegen das Herz Englands." Die italienische Presse zur Kapitulation Hollands. Rom, 16. Mai. (Europapreß.) Die größte Sensation der italienischen Presse bildet die Nachricht, daß das deutsche Heer im Raum von Sedan d i e Maas überschritten und die nordwestliche Fortsetzung der Maginotlinie angegnffen habe. Nun meldet „Tevere" in einer Sonderausgabe aus Paris, daß eine deutsche Armee auf Longwy und im Raume Longwy°Montm4dy bereits heftige Angriffe mache. Die französische Presse stehe bereits im Banne der großen Schlacht an der Maas. Stumm und voller Sorge berichtet die römische Presse weiter, werde in Paris die atemlose Hast der Ereignisse verfolgt. Unter der Heberscyrift „Gegen das Herz Englands" schreibt „Messaggero": Das gewaltige furchtbare Manöver bes deutschen Heeres entwickele sich weiter in seiner ganzen Großartigkeit und mit unverminderter Schnelligkeit. Antwerpen befinde sich in einer verzweifelten Lage. Von Dort aus aber seien oie Deutschen nur noch 250 Kilometer von ber britischen Küste entfernt, unb sie mürben zweifellos diese Entfernung durch chren weiteren Vormarsch an ber Küste noch verkürzen. England habe bie Gefahr bereits klar erkannt unb verberge seine Besorgnisse nicht. Dafür seien bie Erklärungen Churchills unb die eiligen Vorkehrungen zur inneren Verteidigung nur allzu deutliche Anzeichen. Diese direkte Bedrohung des Herzens Englands sei bie wahrhaft neue unb ge- fchichtlich denkwürdigste Tatsache dieses Krieges. England, bas jahrhundertelang als Insel betracytet worden sei und aus seiner splendid isolation feine Größe gemacht habe, sei heute keine Insel mehr. Es könne sein, daß in den nächsten Tagen, Das Ritterkreuz für Hauptmann Jngenhoven. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh dem Hauptmann Jngenhoven, stellvertretenden Kommandeur einer Kampfgruppe, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz auf Grund seiner persönlichen Tapferkeit und seiner Entschlossenheit in der Führung seiner Kampfgruppe. Als am 9. April 1940 seine Kampfgruppe den Auftrag erhielt, Jnfanterieverbände auf dem Luftwege nachOslo zu überführen, setzte sie trotz schlechtester Wetterlage über den Skagerrak und Kattegat den Flug fort. Obwohl sie während des Fluges den Befehl erhalten hatte, auf Grund der eingetretenen Verschlechterung des Wetters zu- rückzukehren, landete sie als erste deutsche Truppe auf dem vom Feinde besetzten und verteidigten Flughafen Oslo-Fornebu. Bei der Landung wurde beim Ausschweben seines Flugzeuges der Kommandeur der Kampfgruppe tödlich verwundet, so daß der Flugzeugführer des gefallenen Kommandeurs sich entschloß, burchzustarten und zurückzufliegen. Das nächste Flugzeug, das landete, war bas Kettenflugzeug der ersten Staffel unter Führung bes Hauptmanns Jngenhoven. Obwohl er sah, daß das Kommanbeurflugzeug wieder startete, landete er trotz der starken feinblichen Abwehr. Hauptmann Jngenhoven übernahm sofort die F ü h r u n g der lanben- den Gruppe, sorgte für schnellste Ausladung der Truppen unb Säuberung der feinblichen MG.- Offiziers ist es zuzuschreiben, daß ber Flugplatz Nester. Der Entschlußkraft unb der Tapferkeit dieses Offiziers ist es zuzuschreiben baß ber Flugplatz Fornebu in deutsche Hanb kam unb so für weitere Landungen frei gemacht würbe. Die Besetzung des Flughafens #unb die reibungslose Landung von Truppen waren für die Kampfhandlungen in Norwegen von ausschlaggebender Bedeutung. Durch den kühnen Entschluß und die vorbildliche Haltung des Hauptmanns Jngenhoven konnte die Eroberung des Raumes von Oslo planmäßig durchgeführt werden. Jngenhoven ist geborener Düsseldorfer und 46 Jahre alt. während noch die Landheere ihre Kräfte jenseits der Maas miteinander messen, Deutschland auf dem Meere entschlossen auf bas Herz bes Gegners zielen werden, ber seine Auflösung und ein Ende wollte, um zu versuchen, England' und einem Imperium ben Todesstoß zu ver. e tz e n. Auch „Popolo di Roma" weist darauf hin, daß die Stellungen, die bas beutfche Heer von Nor- wegen bis zur Nordsee erobert habe, bie schwerste Bedrohung darstellen, die England jemals gegen bas Herz und Hirn seines Imperiums gerichtet gesehen habe. Auch bie amerikanische Presse gebe der Ansicht Ausdruck, daß nun die Stunde Englands aefchlagen habe, gegen bas sich die scharfgeschliffene Waffe ber beutschen Offensive richte. Roosevelt fordert zusätzliche Aufrüstung Washington, 15. Mai. (Europapreß.) Die USA. stehen im Zeichen einer neuenRüstungs- welle. Für bie zusätzliche Aufrüstung wirb Roosevelt wahrscheinlich am Donnerstag im Bunbeskon- greß Gelbmittel anforbern. Wie aus bem Weißen Hause mitgeteilt wirb, beabsichtigt Roosevelt ben Kongreß selbst barüber entscheiben zu lassen, ob bte . neuen Aufrüstungsmaßnahmen burch Steuererhöhungen oberburch Staats» f ch u l b finanziert werben sollen. Für bas neue am 1. Juli beginnenbe Steuerjahr hat ber Kongreß bereits rurtb zwei Milliarben Dollar für Wehrzwecke bewilligt. ♦ An ber Neuyorke Börse haben bie neuesten Ereignisse in Europa beträchtliche Verkaufsaufträge unb Kursstürze zur Folge gehabt. Auch bie Rüstungswerte würben in Mitleibenschaft gezoaen. Sie verloren im Durch- chnitt fünf Punkte. Das Stockholmer „Aftondlabet" berichtet, Dienstag seien etwa zwei Milliarben Dollar in Wallstreet verloren worben. Eine fürchterliche Panik erfaßte alle führenben Finanzzentren ber Vereinigten Staaten, bie Aktien eien für jeben Preis, ben man erzielen konnte, über Borb geworfen worben. — Die Besetzung von Seban burch bie beutschen Truppen und bie Kapitulation bes hollänbis chen Heeres werben von ber amerikanischen Presse in Riesenüberschriften mitgeteilt. In militärischen Kreisen wirb barauf hingewiesen, baß bie jüngsten Erfolge ber Deutschen bie Weftmächte in eine außer- orbentlich gefährliche Lage gebracht hätten. DU „New Port Post" schreibt, baß bie Lage ber Truppen ber Weftmächte in Belgien unb Hollanb höchst kritisch fei. Neue englische Schiffskäufe in USA. Neuyork, 15. Mai. (Europapreß.) Der burch die neuen Kriegsverluste und den Ausfall weiter Teile der neutralen Schiffahrt gesteigerte Bedarf Englands an verfügbarem Schiffsraum führte in den letzten Wochen zu bisher gehe im gehaltenen Käufen von annähernd 200 völlig veralteten und zum großen Teil kaum noch als seetüchtig anzusehenden Schiffen, Binnenfeefahrzeugen, owie kleineren Küstenfahrzeugen in den Osthafen der USA. Der Verkauf dieser von britischen Agenten aufgestöberten Fahrzeuge an die britische Regierung bedarf nur noch ber Genehmigung bes bunbesstaatlichen Scyiffahrtsausschusfes. Angesichts bes Wagnisses einer Atlantiküberquerung mit berart seeuntüchtigen Fahrzeugen verpflichtete bie britische Regierung eine Reihe wagemutiger Seeleute aus ben verschiedensten Weltteilen, darunter Lotsen aus Singapur, pensionierte Seeoffiziere, in verschiedenen Landberufen tätige ehemalige Steuerleute sowie Abenteurer aller Art, nach Neuyork, von wo die Ausfahrt dieser „Ge- fpcnfterflotte" nach Genehmigung der Verkaufs- Transaktton durch die USA.-Bchörden erfolgen soll. Kleine politische Nachrichten. Die Kriegsmarine stellte an der norwegischen Küste weitere norwegische Kriegsfahrzeuge sicher. Sie werden mit deutscher Besatzung in Dienst gestellt. » ♦ Gelegentlich der deutschen Angriffe an der Saarfront wurden westlich Merzig 80 Engländer als Gefangene eittgebracht. Der F ü h r e r hat dem Bildhauer Professor Josef W a ck e r l e in München aus Anlaß der Vollendung feines 60. Lebensjahres die Goethe-Medaille für Runft und Wissenschaft verliehen. WB ■ Bl M W ME I A U 'W./ »■ -z*-4 xl-f w. Longwy liegt weit hinter uns Holländische Junker, die den Vormarsch stoppen Men Maasübergang bei Maastricht trotz Srülkensprengnng Deutsche Soldaten besuchen Niels Bukh in der dänischen Gymnastik-Hochschule des weltberühmten Sportpädagogen. Beim Maasübergang in Holland stießen die deutschen Soldaten auf zahlreiche holländische Befestigung- werke, die jedoch durch den kombinierten Einsatz unserer Waffen schnell zerschlagen wurden. Unser Bild zeigt einen holländischen Bunker bei einem Maasübergang in Holland, der von unseren Truppen zerstört wurde. — (PK.-Faßhauer. — Scherl-M.) Das Unternehmen des Leutnants Schulz. Zwölf französische Stützpunkte im Vorfeld des Westwalls ausgehoben. der Blockhütte. Sieben Marokkaner waren gefangen, einer blieb tot zurück. Inzwischen hatte der Leutnant eine andere Stellung im Handstreich genommen und 10 Gefangene gemacht. Der Wald war stärker befestigt, als man angenommen hatte. Zwar wurden die ersten dicht zusammenliegenden Stellungen nach hartem Kampf genommen, doch mußten später andere Waffen angefordert werden. Der Franzmann, schon im Weltkrieg als gut in der Verteidigung bekannt, erwies sich auch jetzt wieder als ein schwer zu überwin- oender Gegner. Seit Stunden schon tobte der Kampf um den Wald. Die französische Artillerie schoß Sperrfeuer. Erbittert wurde gerungen. Aber die Deutschen drangen unaufhaltsam vor. Hütte aus Hütte mußte sich ergeben, und so sielen 12 starke feindliche Stützpunkte in unsere Hand. 92 Marokkaner, ein Kapitän und ein Leutnant, mußten den Weg in die deutsche Gefangenschaft antreten. Der Feind verlor außerdem zahlreiche Tote und Verwundete. Der Auftrag- wurde restlos erfüllt, der stark befestigte Wald wurde vom Feind gesäubert und in deutschen Vorfeldstellungen einige Kilometer mehr feindwärts getrieben. Die Soldaten sind stolz auf ihren schneidigen Kompanieführer Leutnant Schulz, den der Kommandierende General persönlich mit dem E. K. I ausgezeichnet hat. Leutnant Schulz ist erst 24 Jahre alt, aber ein ganzer Kerl, der bescheiden erklärt: „Ohne meine tapferen Manner und den heldischen Einsatz meiner beiden tfelth wedel Heldmann und Spitznagel hatte ich das Unternehmen nicht so erfolgreich durchfuhren können." Fr-Becker- Leutnant Otto Schulz. Berlin, 15. Mai. (DNB.) In dem OKW.-Bericht vom 14. Mai wurde mitgeteilt, daß ftd) l>er Leutnant in einem Infanterie-Regiment Otto Schulz bei einem Angriff südlich Saarbrücken durch besondere Tapferkeit a u s ° gezeichnet hat. Schulz wurde 1918 m Duisburg als Sohn eines Bergmannes geboren. Nach Besuch des Gymnasiums in Mörs studierte er 1934 Volkswirtschaft. Im Oktober 1935 trat er ms Heer ein und wurde am 1. Januar 1938 zum Leutnant befördert. Seit wenigen Tagen fuhrt er eine Kompanie m einem Jnfanterie-Negiment mes bewußt ist. An den Wänden hängen Städte« und Landschaftsgemälde, und viele Gaben erinnern an die zahlreichen Reisen, die Niels Bukh in die ganze Welt geführt haben. Im Vorjahr war er in Südamerika und wurde schließlich mit seiner Gymnastikgruppe vom Kriege überrascht, als er in Südafrika weilte. Er erlebte noch die Maßregelung der dortigen Deutschen und auch vieler Buren, die aus ihrer Feindschaft auf England kein Hehl machten und wie schon einmal Frauen und Kinder ihres Volkes, in Konzentrationslager gesteckt wurden. Auf der Heimreise mußte auch Niels Bukh die Brutalität englischer Willkür verspüren, denn das italienische Schiff, auf dem er fuhr, wurde noch vor dem Anlaufen von Lissabon durch ein englisches Kriegsschiff aufgebracht und nach Gibraltar beordert, von wo er erst nach energischem Protest mit einem anderen italienischen Dampfer über Genua, durch Italien und Deutschland den Weg zur Heimat nehmen konnte. Wie anders sprach er von Deutschland, wo er in den bayerischen Bergen in jedem Jahr seinen Urlaub verbringt, dessen Landschaften und Kultur ihm vertraut sind, und in dem er — wie er immer wieder betont — so viele Freunde besitzt. Wir fragen ihn nach seinem stärksten Eindruck der letzten Jahre. Man sollte von einem Sportler meinen; die Olympischen Spiele. Aber Niels Bukh weist auf den Reichsparteitag, den er im Anschluß an das Berliner Fest als Gast des Führers erlebte und auf dem ihm, dem Dänen, die inneren Kräfte der deutschen Weltanschauung wohl am stärksten offenbar wurden. Der Nationalsozialismus hat auch dem deutschen Sport neuen Inhalt gegeben. In anerkennenden Worten spricht Niels Bukh von der Arbeit des Nationalsozialistischen Reich sbundes für Leibesübungen, dessen- Schöpfer, den Reichssportsührer, er zu seinen Freunden zählt. Mit besonderer Freude denkt er an dessen Besuch in Ollerup. Den deutschen und dänischen Sport verbinden ja schon seit langem enge Beziehungen, die sich nicht nur auf die regen sportlichen Beziehungen stützen, die schon durch die gemeinsame Grenze und den gemeinsamen Lebens- raum der beiden Völker gegeben sind. Neuerdings schickt Niels Bukh auch Sportler seiner Schule auf die Reichsakademie.für Leibesübun- gen, während deutsche Sportstudenten an bett DNB..... 16. Mai. (P. K.) Einer bayrischen Division war de-r Auftrag erteilt worden, L o n g ° tü 9, die Zitadelle und den Ort, zu nehmen, dessen Slamen allen Weltkriegsteilnehmern noch gut bekannt ist. Schon damals bedurfte es einer gründlichen Artillerievorbereitung, und euch diesmal war die Nacht vom Pfingstmontag ,um -dienstag erfüllt von den Abschüssen und Einschlägen mittlerer und schwerer Kaliber. Das Feuer unserer Artillerei trommelte die Abwehr der Franzosen zusammen. Ihre materielle und auch die seelische Widerstandskraft schmolz von Stunde zu Stunde. Die Gegenwehr war geringer als erwartet. Das erklärt auch die geringen eigenen Verluste. Das sieht man auch den Stellungskom- panien an im T a l der C h i e r s , wo sie in Ge- fechtsberührung mit dem jetzt auffallend ruhig gewordenen Gegner bereits Spähtrupps vorschicken, um den Feind nicht mehr zur Ruhe kommen zu lassen. Während die Kompanien sich einrichten, Panzerjäger Straßen und Kreuzungen gegen Ueberraschun- aen sichern, begeht der Major des Abschnittes seine Front. Seine Männer haben in einem fast fünfstündigen Gefecht von nachts 2.30 Uhr bis 7.30 Uhr in der Frühe eine Strecke von beinahe 10 km zurückgelegt. Manche mit dem Hin und Her des Straßenkampfes in der Zitadelle und in den Orten Longwy—Haut und Longwy—Bas noch mehr. Trotz des fcharfen Verfolgungsgefechtes ist die körperliche Verfassung der Truppen ausgezeichnet. < Die Zitadelle hatten die Franzosen etwa um 6 Uhr morgens geräumt. Sie war stark von unseren Geschossen zerstört. Trotzdem ist die „Route Natio- nale , die durch sie hindurchführt, völlig befahrbar, so daß es möglich war, Wagen bis in die Batail- lonsgefechtsstände vorzuschicken. Die Truppe konnte den ersten Hunger nach dem Morgenkampf schon lvus den Verpflegungsvorräten stillen, die hier in Longwy in unübersehbares Menge ihr in die Hände gefallen waren. Im Regimentsgefechtsstand des Infanterieregiments, das die Hauptlast des Angriffes auf-Longwy und die Zitadelle getragen hatte, bespricht wenig später der Artilleriekommandeur der Division die Sperrfeuerwünsche der Infanterie und zeichnet von PK. Als vor den Olympischen Spielen von 1936 die Nationen aufgefordert wurden, ihre arteigenen Leibesübungen im Rahmen der sportlichen Wettkämpfe zu zeigen, machte Dänemark Niels Bukh namhaft, den Mann, dessen Gymnastikschule zu den berühmtesten der Welt zählt. Im herrlichen Berliner Olympiastadion feierte der dänische Sportpionier- dann vor zehntausenden von Zuschauern mit seinen Männern und Mädeln einen emzigartt- gen Erfolg durch die Schönheit und Straffheit und den inneren Wert der Darbietungen. Manchem der deutschen Soldaten, die jetzt in Dänemark den Schutz des Landes übernommen haben, mag die Erinnerung an diesen Tag überkommen sein, bis dann von irgendeinem der Wunsch geäußert wurde, die Stätte, an der Niels Bukh wirkt, einmal zu besuchen. Der Dienst erlaubt es, und ein kurzer Anruf gibt Gewißheit, daß wir in Ollerup gern gesehene Gäste sind: von Odense aus, der größten Stadt der Insel Fünen, führt die Sttaße nach Svendborg, in eins der landschaftlich reizvollsten Gebiete ganz Dänemarks. Das leichte Hügelland mit Wiesen, kleinen Wäldern und Seen erinnert an Ostpreußen ober die Mark bei Hohenlychen, der deutschen Sportheilstätte. Da wo es am schönsten wird, weist ein Straßenbild den Weg nach O l - l erup. v r ..... Auf der breiten Freitreppe des großen behadi- gen Herrenhauses empfängt uns Niels Bukh. Der fast Sechzigjährige hat sich die straffe Gestalt des Sportlers bewahrt, das fonnegebräunte Gesicht verrät Tatkraft und Willen zur Leistung, und aus den Augen leuchtet die Begeisterung eines Menschen, der ganz einer großen Lebensaufgabe bient. Niels Bukh hat sie barin gefunden, der Jugend seines Landes den Freuden-Kraftquell der Leibesertüchtigung zu erschließen. Doch davon spricht er zunächst nicht. Er habe als Bauernbube die deutsche Sprache leider nicht gelernt, wie das heute in jeder Grundschule in Dänemark der Fall sei. Was er sprechen könne, verdanke er seinen deutschen Freun- ben. Trotzdem braucht nur hin und wieder ein Kamerad einzuspringen, der lange Jahre in Dänemark lebte. Im offenen Kamin einer der schonen Hallen, an bie sich ein Wintergarten anschließt, lobern die Flammen von Birkenscheiten, vor dem Hausherrn hat Hello Platz genommen, eine große schwarz- getupfte Dogge, die sich ganz der Würde des Ruh- gegangen waren, und sie feuerten auch noch einige Schüsse ab. Unsere Infanteristen hielten nun natürlich hin, und schon sprangen die Belgier auf und warfen ihre Gewehre von sich unb gaben uns mit erhobenen Armen zu erkennen, daß sie sich ergeben wollten. Es stellle sich heraus, daß ganze 20 Jnsanterieschützen, die nicht mal ein Maschinengewehr bei sich hatten, unsere Marschgruppe buchstäblich hatten in ein „Gefecht" verwickeln wollen. Fünf waren verwundet. Diese ersten (gefangenen wurden dann entwaffnet und zurück- gebracht. Die Pioniere hatten mit Sprengladungen ' in kürzester Zeit das Hindernis beseitigt, und wir setzten den Vormarsch fort. Erst nachdem wir schon viele Kilometer weiter waren, erfuhren wir, daß wir kurz hinter der betreffenden Straßensperre über belgische Minen hinweggegangen waren, und ich muß gestehen, baß ich jetzt nachträglich, eine Gänsehaut verspüre... Wie sich herausstellte, hatten die Belgier die Minen mit großem Geschick in die Straßen eingebaut, in der Hast ihres Ruckzuges aber vergessen, die Minen zu entsichern. Wie zur Bestättgung biefes Berichts klingen bie Worte von drei anderen belgischen (gefangenen, die wir am Samstagvormittag westlich von Malme d y im Straßengraben liegen sahen. Ein Korporal und zwei Mann erzählten ohne Hemmung, wie sie in Gefangenschaft geraten waren. Ohne die geringste Ahnung, daß bie belgischen Truppen längst auf eiligem Rückzug begriffen waren, hatten sie am Freitagnachmittag noch an einem Dorfausgang als Sicherer in Stellung gelegen. Urplötzlich, buchstäblich wie aus dem Boden gewachsen, standen plötzlich die deutschen Soldaten mit schußbereitem Gewehr vor ihnen. Selbst wenn sie nicht so verblüfft gewesen wären, hätten die Belgier zu irgendwelchem Widerstand gar feine Zeit mehr gehabt. Mit den Worten „und jetzt Prisonnier de gueyre ..." schließt der Korporal aus Lüttich. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß er diese Feststellung mit einem weinenden und einem lacheckden Auae trifft ... Karl-Heinz Balzer. DNB.....(P. K.) Jrn Morgengrauen des ersten Pfingsttages stehen starke Einheiten der deutschen Vorfeldtruppen zu einem vernichtenden Schlag gegen die französischen Vorfeldstellungen. Der Kampfauftrag lautete, ein über zwei Kilometer tiefes, schwieriges Gelände bis zum stark befestigten Wald durchstoßen und die zahlreichen Widerstandsnester auszuheben. Mit dem Gelände waren sie durch die zahlreichen Spähtrupps gut vertraut. Auch hatte man beobachtet, daß am Waldrand mehrere starke MG.-Nester und im Walde selbst verschiedene ausgebaute Stützpunkte waren. Sie wußten, daß ihnen ein starker Feind mit aktiven Kolonialtruppen gegenübertreten würde. Da das Gelände in seiner ganzen Brette vom Feinde eingesehen wurde, galt es, die Mor- gendämmerung auszunutzen, um in ihremi Schutz möglichst weit vorwärts zu kommen. Pünktlich um I Uhr war die mit der Artillerie verabredete Ausgangsstellung erreicht. Um £.05 Uhr donnerte es zum Franzmann hinüber, der über diesen heftigen Morgengruß nicht wenig überrrascht gewesen sein mag. Jäh, wie es begonnen, verstummte das Donnern der Geschütze. Fast zur gleichen Zeit sprangen die Männer auf und erreichten m schnellen Sprüngen den Waldrand. Unter der Wirkung der deutschen Artillerie hatten die Franzmänner die MG.- Nester am Waldrand fluchtartig verlassen und waren in ihre Waldbefestigungen zuruckgeettt. Jetzt begann der volle Einsatz ^omPanl1!';. . in dem dichten Unterholz nur mühsam vorwärts kam. Der Waldboden war eine einzige lehimge Masse. Ein tückisches Gewirr von Stacheldrahten stellte sich ihnen entgegen, Zerfetzte die Uniformen und riß die Haut an vielen Stellen em. Als die erften Drahtscheren angesetzt wurden schlugen den Angreifern Gewehrsalven entgegen Ban ^en Sei ,-n wurde nun geschossen. D>« Deutschen sahen rft jetzt mehrere gut getarnte Blockhüttenvor sich. Handgranaten schlugen eine Gasse, m Draht sperre, Scheren vervollständigten diese Arbeit. Mit der Maschinenpistol« und einigen gut gelten Handgranaten wurde das Feuer der ersten Hütte zum Schweigen gebracht. In schnellen Sprüngen, Uein™ Handgranate vor sich werfend, erreich em Feldwebel als erster den Stutzpunkt. Er schrie aus Franziisisch, die Waffen zu strecken und sich zu er geben. Zögernd kam einer nach dem andern jedem Bataillon die Lage der vordersten besetzten Stellungen in die Karte ein. Longwy selbst liegt weit hinter diesem Vorposten, hinter den Infanteriekompanien und Bataillonsgefechts- ftänb-en. In die Stadt und ihre durch Die alte Zitadelle in mehrere Quartiere verlegte große Fläche ziehen nun die Truppen des Nachschubs, Reserven, Sanitätskolonnen und Transportkolonnen ein. Auch sie holen noch aus den Häusern hier und tfa ein oder zwei völlig verstörte, auch verwundete Franzosen heraus, die schnell in Gruppen nach hinten verschwinden. Wer von und nach dem Gefechtsvorposten kommt, der passiert auf der höchsten Höhe des Geländes in der Zitadelle Longwy zwei frische Gräber deutscher Soldaten. Ein Artilleriemajor und einer feiner Leute ruhen dort. Beide von der gleichen Granate getroffen in dem Augenblick, als sie im Begriff waren, an diesem Platz die B-Stelle einzurichten. Fast unheimlich wirkt die Ruhe, die nun hinter d e m Talkessel der Chiers über ganz Longwy liegt. Nur ab und zu heult eine einzelne französische Granate aus weiter (Entfernung in das nunmehr deutsche Hinterland. Die Gewehrschüsse sind verhallt. Der geworfene Gegner ist im Augenblick zu keiner Anstrengung mehr fähig und scheint zermürbt von den letzten Tagen und Stunden. Im Gefühl der absoluten Ueberlegenheit nehmen unsere Soldaten die Stellungen ein, die die Bataillonsund Kompanieführer erkundeten, für die Stimmung der Truppe spricht deutlich die Tatsache, daß so mancher Mann mit leichter Verletzung und frischem Verband bei den Kameraden blieb, um dort zu fein, wo er hingehört in dieser Stunde: Arn Feind. Die Grenze kurz vor Longwy ist durch eine besonders große, jetzt teigartig mit Wasser gefüllte Sprengung gekennzeichnet. Vielleicht haben dort noch Belgier mit Franzosen zusammen versucht, den würgenden deutschen Angriff auf Longwy abzuwehren. In vielen weggeworfenen Tornistern in Longwy findet man Bändchen in den belgischen Farben. Aber erst, wenn die noch unübersehbare Brüte gesichtet ist, wird man die Leistung der Truppe erkennen können. Hartmuth Merleker. PK. Aus den Ruhestellungen ist die Marschgruppe plötzlich unaufhaltsam nach Westen vorgedrungen. Seit fünf Stunden donnern wenige Kilometer vor uns die Granateinschläge aus den nächsten belgischen Befestigungswerken. Keine fünf Minuten vergehen ruhig, und dazwischen knallen die Detonationen, die leicht als Sprengungen drüben, noch bei den belgischen Truppen, zu erkennen sind. In einem Wäldchen, zwischen grünen Weidekoppeln, sind die Fahrzeuge der Fernsprechkompanie einerNachrichten - Abteilung in Fliegerdeckung aufgefahren, vom Waldrande aus überschattet das Auge weit, weit Täler und Höhen, mit dem Fernglas erkennt man unschwer die Granateinschläge, wo die Erdfontänen auffpritzen, während vor, neben und hinter uns der Vormarsch der Truppen weiterrollt. Ein Fernsprecher der Nachrichten- Abteilung blickt nachdenklich über die schöne Wald- und Weidelandschaft, die zum Schlachtfeld wird, besinnt sich einen Augenblick und sagt: „Vielleicht sind wir morgen früh schon weiter, als wir jetzt sehen können." Er war mit dabei, als die vorderste Spitze dieser Marschgruppe die Grenze überschritt und seine Worte lassen noch einmal lebendig werden, was der Inhalt dieser ereignisreichen Stunden war. Monatelang Ruhe — manchmal dachten wir, wir müßten wirklich langsam verrückt werden. Und jetzt sind wir in Belgien. Ich hatte das Glück, daß ich als einer der ersten Soldaten überhaupt am Freitag über die Grenze kam, zusammen mit der Spitze unserer Infanterie und den Pionieren, die ja in wenigen Stunden Ungeheures geleistet haben. Kaum waren wir über die Grenze gegangen, da sahen wir vor uns schon bie erste Straßensperre. Eine meterdicke Mauer. Vom Feind war zunächst nichts zu, sehen. Kurz vor uns erreichte ein Krad.-Fahrer als allererster das Hindernis. Als er dicht davor anhalten wollte, fielen plötzlich von rechts und links neben der Straße Schüsse, der Krad.-Fahrer wurde leicht verwundet. Die Jnfanteriespitze und wir, die wir ja dazugehörten, erkannten nun, daß belgische Solda - te n neben dem Straßenhindemis in Stellung „Wie die ersten zwanzigBelgier gefangen genommen wurden." Von den Holländern war diese Brücke bei Maastricht gesprengt worben. Die deutschen Pioniere und Sautrupps hatten jedoch schnell behelfsmäßige Brücken und Stege errichtet, über die der Vormarsch unserer Truppen dann weiterging. — (PK.-Titz. — Scherl-M.) Kursen in Olleruv teilnehmen. So ernibt sich ein Austausch der Lehrmethoden, der für beide Seiten von Vorteil ist. Wir kommen auch auf den Krieg und den d e u t - f ch e n Einmarsch in Dänemark #u sprechen. „Es ist gut, daß dies jo gekommen ist", meint Niels Bukh, „denn so bleibt meinem Land das Schrecknis einer blutigen Auseinandersetzung er- spart, die bei einer Besetzung durch England nicht zu vermeiden gewesen wäre." Wie das kulturelle und das wirtschaftliche Leben in Dänemark, ungestört ihren täglichen Lauf nehmen, so ist es auch im kleinen hier in Ollerup. Am 1. Mai beginnt, wie vorgesehen, ein neuer Kursus für Gymnastik, Schwimmen, Ballspiele und Leichtathletik, an dem 250 Mädel aus dem ganzen Lande teilnehmen. Mit Lachen und Scherzen tummeln sie sich auf den weitausgedehnten Freiplätzen und in Schwimm- und Sporthallen. Es sind fast durchweg Mädel, die nicht etwa Sportlehrerinnen werden wollen, sondern in den Städten und auf dem Lande ehrenamtlich der dänischen Jugend als Uebunasleiterinnen das übermitteln wollen, was Niels Bukh und feine Helfer ihnen an sportlichem Können und Wissen mitgeben. Drei Stunden sind täglich nur den Leibesübungen gewidmet, diese aber intensiv, darüber hinaus haben die Mädel noch Gelegenheit ganz nach ihrer Wahl Fremdsprachen zu lernen, unter denen Deutsch an erster Stelle steht und Vorlesungen über Geographie und Ge- schichte zu hören. Das; diese Stunden besonderen Anklang finden, unterstreicht die volkserzieherische Arbeit, die von Niels Bukh geleistet wird. Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten und sportlichen Anlagen von Ollerup beendet unseren Besuch. Und erst hier erkennt man die Bedeutung, der vor 20 Jahren aus kleinsten Anfängen entstandenen, in der Welt als Merk eines Mannes, dem sie auch heute noch gehört, bekannten einzigartigen Sporthochjchule in ihrem ganzen Umfang. Niels Bukh war fein eigener Baumeister. Alle Pläne der Außen- und Innenarchitektur ftam- men von ihm. Harmonisch fügen sich Rasenflächen und Baulichkeiten in die Landschaft ein. Aus einer Seite bildet eine sanft ansteigende Naturtribüne die natürliche Begrenzung, von der man die Ge- famtanlage übersehen kann. Und dann ist man wieder überrascht, wenn plötzlich der Blick durch die Fenster eines neuen Baues auf eine parkähnliche Anlage fällt, in deren Mittel ein Teich liegt, auf dem sich Schwäne tummeln, während wenige Kilometer über Wiesen und Felder entfernt ein See zum Baden lockt. Unterrichtsräume, Gymnastiksäle, Tennishallen, Sportplätze, ein Hallen- und ein Freischwimmbad, dazu die riesige Sporthalle mit einer freien Innenfläche von 80:40 Metern geben ein Bild von der Größe, der Schönheit und der sportlichen Zweckmäßigkeit des in Ollerup Geschaffenen. Wir verabschieden uns von Niels Bukh in dem Bewußtsein, bei einem Mann gewesen zu sein, dessen schöpferischer Kraft der Sport weit über die Grenzen Dänemarks hinaus viel verdankt und freuen uns, ihn zu den Freunden Deutschlands rechnen zu dürfen. Dr. Storz. Wochenschau > Gonderveranstallungen Berlin, 15. Mai. (DNB.) Die Ende dieser Woche neu zum Einsatz kommenden Wochenschauen enthalten ausschließlich F i l m b e r i rf) t e vom Vormarsch und vom Kampf in Holland, Belgien und Luxemburg. Um dem großen' Interesse des Publikums an den Wochenschauberichten entgegenzukommen und allen Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, diese Wochenschauen anzulehen, hat Reichsminister Dr. Goebbels angeordnet, daß vom Samstag, 18. Mai 1940, in allen Orten Deutschlands neben den regulären Abendprogrammen der Filmtheater Sonderver- anftaltungen durchgeführt werden, in denen neben älteren Wochenschauen bzw. staatspolitisch wertvollen Kulturfilmen auch die neueste Wochenschau zum Einsatz kommt. Die Preise für diese Sonderveranstaltungen sind stark ermäßiat. Soldaten und Jugendliche zahlen die Hälfte dieser stark ermäßigten Preise. Darüber hinaus finden noch weitere Wochenschau - Sonderoeranstaltungen für Schulen, Organisationen, Verwunde und Gliederungen, Formationen der Wehrmacht usw. statt. planmäßige Frühjahrsbestellung Berlin, 15. Mai. (DNB.) Das deutsche Landvolk hat in seinem Abwehrkampf gegen den Aus- hungerungswillen Englands einen neuen Erfolg errungen. Die Frühjahrsbestellung wird trotz der oic% len Schwierigkeiten, die die außergewöhnliche Witterung in diesem Jahr und der Mangel an Arbeitskräften und Gespannen bereiten, planmäßig durchgeführt. Von der beabsichtigten Anbaufläche waren am 11. 5. bei Sommerweizen bereits 98 v. H., bei Sommergerste 96 v. H. und bei Hafer ebenfalls 96 v. H. bestellt. In den meisten Landes- bauernschaften ist die Bestellung mit Sommergetreide bereits zu 100 v. H. durchgeführt, obwohl die Arbeiten in diesem Frühjahr durchweg erst wesentlich später als in anderen Jahren begonnen werden konnten. Die östlichen Gaue sind aus natürlichen klimatischen Gründen mit den Arbeiten noch nicht so weit wie die übrigen Gaue. Die sich an die Bestellung des Sommergetreides anschließende Bestellung der Hackfrüchte ist überall im Gange und in gutem Fortschreiten begriffen. 43 v H. der beabsichtigten Anbaufläche an Spätkartoffeln, 56 v. H. der beabsichtigten Anbaufläche an Zuckerrüben und 54 v.EH. der beabsichtigten Anbaufläche an Futterrüben werden ab 11 Mai bereits bestellt. In einigen Gauen ist die Rübenbestellung bereits abgeschlossen. Die Leistung ist um so höher zu bewerten, als bei der Frühjahrsbestellung auch diejenigen Flächen bestellt werden mußten, die i m vergangenen H e r b st infolge des damaligen nassen Wetters und des frühen Winters sowie der sonstigen außergewöhnlichen Verhältnisse nicht bestellt werden konnten und außerdem die» jenigen Flächen noch einmal zu bestellen waren, deren Saaten den harten Winter und die scharfen Nachtfröste in den ersten Frühlingswochen nicht ii b e r st a n d e n. Aus alledem ergibt sich, daß die Frühjahrsbestellung 1940 in Deutschland trotz der sich aus dem Kriege ergebenden Schwierigkeiten planmäßig durchgeführt und zum Abschluß gelangen wird. 3um Muttertag 1940. Zum Muttertag 1940 überträgt der Groß- deutsche Rundfunk mit allen Sendern am kommenden Sonntag, den' 19. Mai, von 15 bis 15.40 Uhr aus Berlin eine Sendung, in deren Verlauf Reichsminister Dr. Frick und die Reichsfrauenführerin S ch o l tz - K l i n k sprechen werden. Die Sendung wird von musikalischen Darbietungen des Jugendgruppenorchesters der Berliner Frauenschaft umrahmt. Die UGA.-Neutralitäts-Bestimmungen auf Holland, Belgien und Luxemburg ausgedehnt. Washington, 12. Mai. (Europapreß.) Durch eine Verfügung des Präsidenten Roosevelt find die Neutralitätsbestimmungen in USA auch auf Holland, Belgien und Luxemburg ausgedehnt worden. Den Regierungen diefer Länder dürfen künftighin keinerlei USA-Kredite mehr eingeräumt werden. Ferner finden die cash and carry--s3eftimmungen Anwendung. USA-Bürger dürfen auf den Schiffen dieser Länder nicht mehr, reifen und USA-Schiffe dürfen die Häfen Belgiens und Hollands nicht mehr anlaufen. Diese letztere Bestimmung bestand jedoch bereits vor der Ausdehnung der Neutralitätsbestimmungen auf Holland und Belgien, da die beiden Länder sich innerhalb des seinerzeit von Präsident Roosevelt proklamierten Kriegsgebietes befinden. ...... - ...... . ■ 1 V Ernst Bieler im Alter von 49 Jahren. Gießen (Hindenburgwall 10), Mannheim, den 16. Mai 1940. 2400 P Plötzlich und unerwartet verstarb am Samstag, dem 11. Mai, in Bad Neuenahr mein geliebter, herzensguter Mann und treuer Lebenskamerad, unser lieber Bruder In tiefer Trauer: Marie Bieler, geb. Wallenfels Fritz Bieler Hans Bieler. Die Trauerfeier fand in aller Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Standort Bloßen. 24(m0 Am 18. Mai verstarb unser Kamerad Herr August Fritz Generalmajor a. D. Während seiner langjährigen Zugehörigkeit zum Bunde hat sich der in Frieden und Krieg bewährte Offizier als Fürsorgeoffizier mit warmem Herzen für die Versorgung der ehemaligen Berufssoldaten eingesetzt und durch sein reiches Wissen und seine kameradschaftliche Verbundenheit fruchtbar gewirkt. Wir werden unseres Generals Fritz stets in Treue und Dankbarkeit gedenken. Bestattung 18. Mai, 11 Uhr. Zahlreiche Beteiligung erbeten. Reldislreuhund ehern. 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Die Frischhaltung der Lebensmittel verlangt größere Sorgfalt als in der kühlen Jahreszeit, in der sie nicht so leicht dem Verderb ausgesetzt sind, wie jetzt. Wie bewahrt man nun ohne Kühl- und Eisschrank die Nahrungsmittel am besten auf? Am gefährdetsten sind Milch, Butter, Fleisch und Fisch. Milch wird sofort abgekocht und zum schnellen Abkühlen in ein Kaltwasserbad gestellt. Dann am besten in einem Topf mit Deckel oder in verschließbaren Flaschen an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt. Bei großer Hitze umwickle man das Gefäß mit einem feuchten Tuch, das man öfter wieder durch kaltes Wasser zieht. Butter wird, in einen Steintopf oder in den Glaseinsatz der beliebten Ton- Butterdosen fest eingedrückt, ebenfalls in kaltem Wasser ins Dunkle gestellt; Helles Licht oder gar Sonnenbestrahlung muß unter allen Umständen vermieden werden. Hat man das Unglück, eine Speisekammer mit Sonne zu haben, so schirme man die Fensteröffnung durch einen dunklen, luftdurchlässigen Vorhang ab, der auch Fliegen fernhält. Sehr empfehlenswert ist es auch, Butter durch ganz kaltes Salzwasser zu kneten und sie dann schwimmend in einer dünnen Salzlake in eine Schüssel zu legen, die man zudeckt. Immer wenn kaltes Wasser zu Kühlzwecken verwandt wird, muß es täglich mehrmals erneuert werden, da es ja die umgebende Temperatur annimmt, also sich erwärmt. In Tongefäßen verdunstet es, muß also ebenfalls erneuert werden. Fleisch, das nicht unmittelbar nach dem Kauf zubereitet wird, kurz anbraten oder in Milch oder schwaches Essigwasser einlegen; zu beachten ist — wie übrigens auch bei allen gekochten Resten, die man aufheben will — daß es erst völlig ausgekühlt sein muß, ehe man es zugedeckt an einen luftigen Ort stellt. Zeigt sich bei Fleisch trotz aller Vorsicht ein leichter Geruch, so hilft man sich, indem man es mit einer leichten Lösung von übermangansaurem Kali abwäscht. Fisch lege man sofort nach dem Einholen ungewaschen auf eine flache Schüssel und übergieße ihn mit Essig. So bleibt er bestimmt bis zur Kochzeit frisch. Bleiben Fischreste übrig, so tut man gut, sie noch warm von Haut und Gräten zu befreien und in eine Salattunke einzulegen; auf diese Weise aufbewahrt, kann er auch am andern Tag, falls nicht außergewöhnliche Hitze herrscht, verbraucht werden. Fischsalat ist ein ebenso nahrhaftes wie erfrischendes Beigericht. Auch Käse hat in der warmen Jabreszeit die Neigung, sich rasch zu zersetzen, entweder zu „laufen" oder sich mit Pilzen aller Art zu bedecken. Auch er bedarf der Pflege, um ansehnlich und genußfähig zu bleiben. Im Sommer sind die lichtdurchlässigen Glasglocken zur Aufbewahrung wenig geeignet. Man hebt ihn tagsüber am besten in Steingut- oder Tongefäßen auf. Hartkäse schlage man in ein salzwassergetränktes Tuch. Quarg, der möglichst frisch verzehrt werden soll, stelle man bis zum Gebrauch in einem verdeckten Gefäß an einen kühlen Platz. Salat und Gemüse wickelt man fest in Papier und hebt es so auf, bis man es braucht. Es ist empfehlenswert, zuvor angefaulte Blätter, angeschlagene Stellen usw. zu entfernen; sie übertragen ihre Bakterien sonst sehr schnell auf die gesunden Stellen. Waschen erst unmittelbar vor dem Verbrauch. Eier müssen ebenfalls einen kühlen und dunklen Standort haben; am besten stellt man sie aufrecht in die bekannten Eierständer; so können sie von allen Seiten von der Luft bestrichen werden. Häufiges feuchtes Aufwischen von Fußboden und Brettern der Speisekammer, Offenhalten des Fensters, aber Absperren von Licht und Sonne helfen ebenfalls zur Frischhaltung unserer Nahrungsmittel. Große Vorräte kann sich heute ja niemand auf einmal zulegen, um so sorgsamer muß das vor dem Verderb bewahrt werden, was uns zur Verfügung steht. Vornotlzerr. Tageskalender für Donnerstag. Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen der Ludwigs-Universität Gießen: 20.15 Uhr Professor Stoltenberg über „Fortschritt und Rückschritt in der Geschichte", im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34. 20.15 Uhr Professor v. Gall über „Land und Leute von Mexiko", mit Lichtbildern, im großen Physikalischen Hörsaal, Stephan- straße 34. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Krambambuli". Notizen für den 17.2Hat Sonnenaufgang: 5.27 Uhr, Sonnenuntergang: 21.16 Uhr. — Monduntergang: 3.15 Uhr, Mondaufgang: 16.07 Uhr. NG.-Irauenschast/Zrauenwerk. Gießen-Ost. Der Gemeinschaftsabend ist verschoben. Der genaue Tag wird rechtzeitig bekanntgegeben. Heil Hitler! Frau L. Hummel. Rur an den festgesetzten Terminen darf gesammelt werden. In letzter Zeit ist häufig beobachtet worden, daß von einzelnen Sammlern für die am Samstag und Sonntag stattfindende Sammlung bereits am Mittwoch mit dem Sammeln begonnen wurde. So sehr der Sammeleifer des einzelnen anzuerkennen ist, so haben doch durch das frühzeitige Sammeln die amtlich festgelegten Sammeltage damit ihren Sinn verloren. Im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern ordnet daher der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda an, daß nur an den festgesetzten Terminen, sei es durch Hauslisten ober Straßensammlungen, gesammelt werden darf. Einstellung von Bewerbern für die aktive Osfizierslaufbahn. Das Oberkommando des Heeres macht darauf aufmerksam, daß die Frist für Meldungen der Schüler der 8. Klasse höherer Lehranstalten, die die aktive Offizierslaufbahn ergreifen wollen, mit dem 1. Juli 1940 abläuft. Schüler, denen im Herbst d. I. das Zeugnis der Reife zuerkannt wird, werden zum 1. Oktober eingestellt. Für Schüler, die erst im Frühjahr 1941 das Reifezeugnis erhalten ober bis zum 1. Oktober noch nicht bas 17. Lebensjahr vollenbet haben, ist als Einstellungstag ber 1. April 1941 vorgesehen. Ferner können Schüler höherer Lehranstalten, bie bereits seit Ostern im Besitz bes Reifezeugnisses finb unb bie Absicht haben, aktiver Offizier zu werben, sich noch zwecks sofortiger Annahme unb Einstellung bei ihren zuständigen Wehrbezirkskomman- dos melben. Es wirb barauf hingewiesen, baß für bie „Bewerber für bie Offizierslaufbahn" bie Ableistung bes Arbeitsbienftes entfällt. Feierliche Vereidigung der Polizei-Reservisten. Heute morgen fanb im Saal bes „Burghofes" in efnbringüd)er Form bie Vereibigung ber Polizei- Reservisten statt, bie in ben vergangenen Wochen ihre Ausbilbung im Polizeibienft erfahren hatten. Der Saal war mit zwei großen Reichsdieystflag- gen, mit bem Bilbnis bes Führers unb mit frischem Grün würdig ausgeschmückt. Zur Feier bieser Der- eibigung fanden sich auch Kreisleiter Backhaus, Polizeibirektor Lutter unb Kameraben ber ff ein. Der Kommandeur der Schutzpolizei, Major Hell- wege-Emden, hielt, nachdem ihm bie angetretenen Reservisten gemelbet waren, eine Ansprache, in der er bie Bebeutung bes Eibes im Leben eines deutschen Mannes veranschaulichte. Er sprach bavon, wie von jedermann, ber im nationalsozialistischen Staat im öffentlichen Dienst stehe, unerschütterliche Treue verlangt werbe. Dem Eid sei heute roieber jene Bebeutung zu eigen, bie ihm unsere Vorfahren in ebler Gesinnung beimaßen. Wer heute im Groß- beutschen Reich auf ben Führer vereidigt werde, sei unmittelbar unb persönlich mit ihm verbunden, bleibe ihm verbunden mit Gut und Blut, habe sich in Gesolgschafts- unb Mannestreue zu beweisen unb immer des geschworenen Eides eingedenk zu sein. Im Eid liege eine anspornende Kraft, ber Eid bedeutete stetige Aufforderung zur Pflichterfüllung, Die Oberschule für Mädchen in Gießen ist lebhaft darum bemüht, den Schülerinnen eine Ausbildung zuteil werden zu lassen, die nicht nur dem Lehrplan der Schule entspricht, sondern darüber hinaus den Mädchen auch für ihren zukünftigen Beruf als Hausfrau all das vermittelt, was ihnen im Rahmen der Schule überhaupt gegeben werden kann. Zu dem Aufgabenkreis einer Frau darf auch gerechnet werden, baß sie wenigstens etwas von Gartenarbeit versteht. Die Oberschule ist beshalb schon im vorigen Jahre bazu übergegangen, ben Mädchen einige Orunbbegriffe ber Gartenarbeit zu vermitteln. Die Schulleitung setzte sich zu btefem Zweck mit ber Berufsvertretung ber Gießener Gärtnereien in Verbindung, unb in gemeinsamer Besprechung fanb man bie Form bes Einsatzes ber jungen Mäbchen in ben verschobenen Gärtnereien. In fast allen Gießener Gärtnereien fanb man schon im vergangenen Jahre fast währenb ber ganzen Zeit, ba man im Freien tätig sein konnte, bie jungen Mäbchen bei ber Arbeit. Sie hatten zu bestimmten Stunben in ber Woche zu erscheinen. In btefem Jahre ist man zu einer etwas anberen Form ber Beschäftigung übergegangen. Es würbe beschlossen, bie Mädchen einmal 8 Tage lang von morgens bis abenbs im gleichen Tagesablauf mit ben Gefolgschaften ber Gärtnereien im Betrieb tätig sein zu lassen. Damit wirb ben Mäbchen ein geschlosseneres Bilb von ber Arbeit im Garten vermittelt. Bereits in ber Woche vor Pfingsten würbe bamit begonnen. Die meisten Mäbchen waren mit Eifer bei ber Sache, unb wenn sie auch nicht alle mit gleich großer Begabung für bie Arbeit im Garten tätig fein konnten, so war der gute Wille doch bei allen unverkennbar. Viele Mädchen erwiesen sich aber — das erfuhren wir bei einer Umfrage in verschiedenen Gärtnereien — als ausnehmend geschickt, und es wurde manche Arbeit (selbstverständlich nach genauer vorheriger Unterrichtung) Im Rahmen der Bewirtschaftung von Nahrungsmitteln und Derbrauchsgütern sind für werdende unb stillende Mütter, Wöchnerinnen und Säuglinge Sonderregelungen getroffen worden. Diese gewähren besondere Zuteilungen an Nahrungsmitteln unb Bekleidung für Mutter unb Kind, zusätzlich zu ben übrigen Lebensmittelkarten unb zur Kleiderkarte. Sobald festgestellt ist, daß eine Frau ein Kind erwartet, stehen ihr Zulagen an Nahruügsmitteln zu, unb zwar täglich V2 Liter Vollmilch unb 150 Gramm Nährmittel. Nach ber Entbindung werden sie noch für weitere sechs Wochen gegeben. Wenn die Mutter selbst stillt, werden die Zulagen für bie gesamte Zeit des Stillens gegeben. Die Berechtigungsscheine ober Karten für ben Bezug dieser zusätzlichen Lebensrnittel werden von der Kartenstelle bzw. bem Ernährungsamt gegen Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung ausgegeben. Es genügt auch bie Bescheinigung einer Hebamme. Wenn ber Säugling das Licht ber Welt erblickt hat, erhält er eine wirklich ausreichende unb gute Ernährung. Das neugeborene Kind erhält Karten, die im Monat zum Bezüge folgender Nahrungsmittel berechtigen, die vor allem auch der Ernährung der stillenden Mutter zugute kommen sollen: 375 Gramm Butter, weiter 125 Gramm Butter oder Margarine (kann ausgetauscht werden), 250 Gramm Käse oder 500 Gramm Ouark (kann gewählt werden), 125 Gramm Kunst- Jn den letzten Jahren hat die Spatzenplage so stark überhand genommen, daß zur Sicherung der Aussaaten und der Ernte in größerem Umfange als bisher Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Im Sommer fressen die Spayen an Obst- früchten und bringen vor allem auf Weizen- unb Gerstenfeldern, in bie sie hordenweise einfallen, größte Verluste durch Fraß ber milchreifen Körner. Sie vertreiben nützliche Dogelarten, wie Meisen und Mehlschwalben, aus ihren Niststätten und vereiteln so die Bemühungen bes Natur- unb Vogelschutzgesetzes. In Hühnerhöfen erweisen sich Spatzen als unerwünschte Mitesser. Von den bei uns vorkommenden beiben Spatzenarten nistet der Hausspatz fast nur in der Nähe menschlicher Anfieblungen, ber Felbspatz außerbem in Laubwäldern, Baumhöhlen und Mauslöchern. Im Kampf gegen bie Spatzenplage ist ein einheitliches, gemeinsames Vorgehen in einem größeren Gebiet unbebingt erforderlich. Kinber bürfen zum Beseitigen von Nestern unb beim Fangen der Spatzen nicht verwenbet, anbere Vogelarten dürfen nicht rmt= vernichtet werben. Das Zerstören ber Nester unb Ausnehmen ber Eier ober Jungvögel ist eine ber wirksamsten Maßnahmen zur Verminderung bes Spatzenbestanbes, wenn es regelmäßig in 14tägigem Ab stand während der Brutzett gusgeführt wird. eine Ermahnung, nie vom Wege der Pflicht abzu- weichen, im Dienst vorzuleben unb Vorbilb zu fein. Der Kommandeur forberte dazu auf, stets bes Schliessenschen Wortes ein geb ent zu fein, „Mehr fein als scheinen". Das setze voraus, baß jebermann feine Pflicht tue. Stets müsse ber Gebaute daran gerichtet sein, zu tun, was dem Volke nütze. Stets müsse aber auch des Wortes des Generalfeldmarschalls Hindenburg gedacht werden: „Die Treue ist das Mark ber Ehre!" Dementsprechend zu handeln unb seinen Dienst zu tun, ben Führer als Vorbilb der Pflichterfüllung für Volk unb Reich stets vor Augen zu haben unb ihm nachzuleben, das fei bie Aufgabe bes Polizeibeamten im Dienste ber Volksgemeinschaft. Nachbem bie 10 Gnunbsätze für bie beutsche Polizei verlesen waren unb nachbem sich bie Polizei- Reservisten einhellig zu biesen Grunbsätzen bekannt hatten, fanb bie eigentliche Vereibigung statt. Unter erhobener Hanb sprachen bie Polizei-Reservisten bie Eibesformel nach, währenb einige Kameraben bie Schwurhanb auf ben Deaen eines Offiziers legten. Das Treuelieb ber ff schloß sich als ein Bekenntnis ber Treue an. Mit bem Gebenken bes Führers unb ben Hymnen ber Nation fanb bie Feier ihren Abschluß. burchaus vollwertig getan. Mit Hingabe würbe von ben Mäbchen gegraben, zarte Pflänzchen in bas Erbreich gebracht, Pflänzchen verzogen, gegossen, geharkt, Unkraut gejätet, Blumenstöcke mit Halte- ftäben versehen unb gebunben unb was es noch mehr begleichen Arbeiten im Freien ober unter ben Glasbächern zu tun gibt. Wenn bei all bem für ben Gärtnereibesitzer von einer wesentlichen Unterstützung in ber Gartenarbeit (rein wirtschaftlich gesehen) nicht gesprochen werben konnte, so hatten sie boch alle ihre Freube baran, zu sehen, wie sich bie Schülerinnen zwischen ben Beeten bewegten unb sich barum bemühten, etwas zu lernen. Die Gärtner finb sich außerbem barüber klar, baß es — wenn bieses Beispiel Schule macht — nur von Vorteil fein kann, wenn bie zukünftige Hausfrau aus eigener Anschauung einen Begriff von ber Arbeit im Garten hat. Umso ver- stänbnisvoller wirb sie später bem Gärtner bei ihren Einkäufen für ben eigenen Haushalt begegnen. N. Erntelager -er Zugendgrnppen der RG.-Irauenschaff. NSG. Im vergangenen Jahre waren zwei Ernte- lager für die Mitglieder der Jugendgruppen der NS.^Frauenschaft im Gau Hessen-Nassau eröffnet, eines in Himbach in Oberhefsen, das zweite in Schönberg an der Bergstraße. Beide Lager werden auch in diesem Jahr ab 1. Juni 1940 in betrieb genommen. In ländlichen Kreisen werden die Mitglieder der Jugendgruppen da eingesetzt, wo die eigene Gemeinde ober Nachbargemeinden ihre Hilfe benötigen. Für bie Stadtgruppen stehen die beiden Erntelager zur Verfügung. Alle Orts- und Kreis- jugenbgruppenführerinnen betrachten es als Pflicht, an einem ber beiden Erntelager teilzunehmen. Honig, 62,5 Gramm Kakaopulver. Die Brotkarte für Säuglinge sieht für einen Monat 4400 Gramm vor. Davon sind 2000 Gramm Brot austauschbar gegen viermal 375 Gramm Mehl. Außerdem werben 500 Gramm Kindern ähr mittel gegeben. Die Fleischration für einen Säugling beträgt 1000 Gramm im Monat. Milch erhält der Säugling 8/< Liter je Tag. Die übrigen Nahrungsmittel, wie Zucker, Marmelade, Eier, Nährmittel usw. erhalten auch Säuglinge in gleicher Menge wie Normalverbraucher. Dies ist besonders für kinderreiche Familien günstig. Auch mit Spinnstoffen werden Mutter und Kind zusätzlich bevorzugt versorgt. Ohne Anrechnung auf die Punkte ihrer Kleiderkarte erhält eine werdende Mutter gegen Bezugschein ein Umstandskleid ober ben entsprechenden Stoff zur Selbstanferttgung, sowie zwei Büstenhalter. Umstandsmieder finb ohne Bezugschein in ben entsprechenden Geschäften erhältlich. Vom fünften Monat ab wirb an werbenbe Mütter für bie Bekleidung bes zu erwartenden Säuglings eine Säuglingskarte abgegeben. Auf bie Säuglingskarte kann rechtzeitig vor ber Geburt gekauft werben, was man bem Säugling anzieht ober um ihn wickelt. Daß Seife für Säuglinge (Toilettenseife) gegeben wirb, ebenso Seifenpulver, ist selbstverständlich, ferner werden bei Hausentbindun- gen verstärkte Ssifenzuteilungen gewährt. Das Genist ist zu verbrennen. Auf bequemere Weise kann man die Bruten vernichten in künstlichen Nist- gelegenheiten (Meisenkästen), die man an geeigneten Orten aufhängt. Sie sind während ber Brutzeit in vierwöchigen Abständen gewissenhaft zu kontrollieren. Etwa am 20. Mai, 20. Juni unb 20. August sind in ben Nistkästen die Spatzenester enthalten, bie Eier ober Jungvögel (nur Spatzen) zu beseitigen. Das Genist bleibt in biesen Fällen aber im Nistkasten. Das Fangen der Spatzen wird mit geeigneten Fallen ausgeführt. Bewährt hat sich besonders die Schering- sche Spatzenfalle. Die Falle wird an einem geeigneten Fangplatz, der für Spatzen leicht erreichbar ist, aufgestellt und auf Anlockschaufel und Boden mit Weizenkörnchen oder Brotkrumen beködert. Ein lebender Lockvogel, am besten ein Spatzenweibchen oder ein Jungspatz, muß stets in der Falle sein. Geeignete Plätze zum Aufstellen der Falle sind Dung» ftätten, Vorplätze der Stallungen, Hühnerauslauf, ortsnahe milchreife Wintergerstenschläge. Der Abschuß der Spatzen darf nur von Personen ausgeführt werden, die eine Jagdgenehmigung oder Schußerlaubnis besitzen. Im allgemeinen reicht jedoch der Abschuß keineswegs aus, um die Spatzenplage einzudämmen. Das Ausftreuen von Giftgetreide zur Spatzenvertilgung ist verboten, da hierdurch viele Nützlinge mitvernichtet werden. Heist alle mit! Eine Sammelaktion für Altmaterial. Am kommenden Samstag und Sonntag, 18. und 19.5.» wird von der Hitler-Jugend im gesamten Gebiet des Kreises Detterau eine große Sammelaktion für Altmaterial durchgeführl. Gesammelt werden Papier, Stoffabfalle und Lumpen, Eisen und Metalle, Flaschenkap- seln, Folien, Tuben und Korken. Alle Haushaltungen des Kreises Wetterau werden hiermit aufgerufen, ihre bekannte Opferwilligkeit aufs neue zu beweisen und alle verfügbaren Altmaterialbestände bereitzuskellen, damit sich das Abholen durch die Hitler-Jugend schnell und reibungslos vollzieht. Alt- und Abfallstoffe sind als innerdeutsche Rohstoffe im Rahmen der Kriegswirtschaft von großer Bedeutung, helft alle mit, daß auch diese Sammlung zu einem großen Erfolg wird! heil hitlerl Backhaus, Kreisleiter. Waldbrandverhütungistoberstes Gebot Volksgenossen, denkt an das Rauchverbot bei euren Frühlingsspaziergängen im Walde. Achtet vor allem auch auf bie Kinder! Unterlaßt das ohnehin nicht erlaubte Abbrennen von Hecken unb Rainen. Achtet auch auf jene gedankenlosen Personen, die gegen diese Dinge verstoßen unb macht sie höflich, aber bestimmt auf ihr leichtsinniges Handeln aufmerksam! Dazu hat jeder bas Recht, auch wenn er fein Forst- ober Polizeibeamter ist. Das volkswirtschaftlich wertvolle Holz darf unter keinen Umständen durch Walbbründe gefährdet oder verwüstet werden! Urlauber erkundigt euch nach dem Reiseziel. Auskunftsstellen auf den Bahnhöfen. Soldaten, die als Einzelreisende (nicht in geschlossenen Transporten) ihren Feldtruppenteil erreichen wollen, insbesondere Urlauber, haben sich in jedem Falle Auskunft über ihr Reiseziel bei der Heimatauskunftsorganisation einzuholen. Die Auskunft erteilenden Stellen sind auf den Bahnhöfen kenntlich gemacht. Meldetermin für das Langemarck- Studium verlängert. Der Reichsstudentenführer teilt mit, daß Meldungen und Bewerbungen für das Langernarck-Studium noch bis zum 1. Juni 1940 an die 10 Lehrgänge sowie die Dienststelle des Leiters des Lcmgemarck- Studiums, Berlin-Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 34, gerichtet werden können. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 16. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück. 6 bis 10, ausländische Eier 11 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 4 RM., rote Rüben, % kg 15 Rpf., Spinat 30, Spargel 35 bis 64, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 90, Schwarzwurzeln 30, Rhabarber 15 bis 20, Aepfel 15 bis 30, Salat, das Stück 30 bis 35, Salatgurken 90, Oberkohlrabi 40, Lauch 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 20 Rpf. * ** Einschreiten der Polizei gegen Verkehrssünder. In der Zeit vom 26.April bis 2. Mai wurden 6 Kraftfahrer zur Anzeige gebracht und einer gebührenpflichtig verwarnt. Conti ge Fahrzeugführer wurden in 14 Fällen angezeigt und in acht Fällen gebührenpflichtig verwarnt. Auch gegen mehrere Radfahrer mußte wieder eingeschritten werden; 6 Radfahrer wurden angezeigt und 12 gebührenpflichtig verwarnt. ** Gärtnerisch bebautes Land am Schiffenberg er Weg. Seit geraumer Zeit konnte man beobachten, daß an der Ecke Schiffenberger Weg-Nahrungsberg Müll und mancherlei Erdreich aufgeschüttet wurde, um die Bodensenke aufzufüllen. Nach dem Abschluß der Auffüllung und dem Setzen des Bodens ist das Gelände nun in Parzellen zu je 200 qm Große aufgeteilt und durch die Stadtverwaltung zu einem außerordentlich geringen Betrag pachtweise an Kleingärtner vergeben worden. Für manche Familie ist dadurch die Möglichkeit gegeben, sich Gemüse anzubauen. Amtsgericht Gießen. Felix M i s z 0 z y k und Marja Gawronska aus Polen, zur Zeit in Untersuchungshaft, hatten sich dann zu verantworten. Miszozyk nötigte auf einem Hofgut andere Arbeiter durch Bedrohung mit einem Verbrechen zur Arbeitsniederlegung, die Gawronska stellte arbeitswilligen Arbeiterinnen in Aussicht, sie würde sie mit Petroleum übergießen und anzünden, falls sie ihrer Tätigkett nachkamen, erner gaben beide ihre Arbeit vor rechtmäßiger 3öfung des Arbeitsvertrages auf. Der Anklageverdeter beantragte gegen Miszozyk eine Gesamtge» ängnisftrafe von drei Jahren und sechs Monaten, fegen die Gawronska eine Gesamtgefängnisftrafe von drei Jahren und drei Monaten. M. wurde zu einer Gesamtgefängnis strafe von zwei Jahren und vier Monaten, die G. zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahr en verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde den Angeklagten wegen ihres hartnäckigen Leugnens nicht angerechnet. Anton P e g 0 w s k i aus Polen, zur Zeit in Untersuchungshaft, hatte die Tochter feines Arbeitgebers bedroht und eine Scheune mit unoerwahrtem Feuer betreten (er rauchte in der Scheune feines Arbeitgebers trotz Verbotes Zigaretten), ferner verließ er, als Angehöriger eines Feindstaates, feinen Aufenthaltsort ohne Genehmigung der zuständigen Polizeibehörde (er hatte sich von Heibertshaufen ohne Genehmigung der Polizeibehörde entfernt) und bettelte in Lumda. Der Angeklagte wurde entsprechend dem Antrag des Anklagevertreters wegen unerlaubter Entfernung zu vier Monaten Ge- ä n g n i s und wegen des leichtfertigen Rauchens und Bettelns zu vier und zwei Wochen Haft verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde nicht angerechnet, da der Angeklagte bis zum Schluß hartnäckig leugnete. Schnellverfahren. Der R. E. aus Mudersbach, z. Z. in Unterfuchungs- hatf, war durch Bescheid des Arbeitsamts dienstverpflichtet. Er war aber vom 24. Januar an bis zu feiner Verhaftung feiner Arbeit ohne Grund nicht nachgekommen. Der Anklagevertreter beantragte daher eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Der Angeklagte wurde wegen Vergehens gegen die Vevn Mädchen der Oberschule lernen Gartenarbeit. Sonderzuteilungen sürwerdende und WendeMiitter und Sänglinge. Gpatzenbekämpfuug richtig und falsch. 64, Hammel 35 Rpf. je % Kilogramm Le- Gießener Motor-HZ. im ÄioloriporNager Die Lösung des Lehrverhältnisses war forderlich. Heimische Leichiachieten im Traimngsweiikamps Büchertisch. Rund 60 Junggenossen der Gießener Motorge- olgschaft trafen sich während der Pfin^stfeiertage zur Durchführung eines Motorsportlagers in Gemeinschaft mit der hiesigen NSKK'.-Standarte in Wetzlar. Trotz ungünstigster Umstände konnte das Lager planmäßig durchgeführt werden. Ein Nachtmarsch brachte die Jungen am vergangenen Freitag zu chrem Bestimmunasort. Als Heimstätte die Wetzlarer Jugendherberge zur Verfügung gestellt worden. Nachdem die notwendiaen Umgestaltungen z. B. Einrichtung der Lehrsäle usw. geschehen waren, wickelte sich der Dienst in der vorgesehenen Form ab. Zweck und Sinn dieser Ausbildung war, den Junggenossen einmal Gelegenheit zu geben, sich selbst mit einem Kraftrad vor- schriftsmäßia im Verkehr zu bewegen, um hernach den Führerschein der Masse, IV zu machen. Der sonstige Dienst wurde im Rahmen der vormilitärischen Ausbildung durchgeführt. Neben der Schießausbildung stand die Geländekunde. Den Abschluß bildete ein großes Geländespiel am Fuße des Stoppelberges, indem mit Marschkompaß, Plan- Wieder Kämpfe um den Lahnpokal. Diesmal konzentriert sich das Hauptinteresse wieder einmal um die Spiele im Lahnpokal der Handballer, nachdem die Begegnung Hochelheim gegen Bettenhausen zurückgestellt und die Spiele um die Gebietsmeisterschaft der Bannmannschaften ver- choben werden mußten. Die endgülttgen Termine liegen im Augenblick noch nicht fest. Es steht aber zu erwarten, daß sie in Kürze nachgeholt werden. Im Lahnpokal geht es diesmal um folgende Begegnungen: Spv. 1900 Gießen — Tv. Lützellinden Tv. Hörnsheim — Tv. Hochelheim Tv. Dornholzhausen — Tv. Grüningen Tv. Münchholzhausen — Tv. Garbenheim Tv. Dutenhofen — Tv. Atzbach Tuspo. W.-Niedergirmes — Tv. Katzenfurt Tv. Launsbach — Tv. Gr.-Buseck Mtv. Gießen — Tv. Heuchelheim. Das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz. Der Führer sagte: „Ich rufe das deutsche Volk auf. durch Spenden für das kriegshitfs- werk sich der Opfer der Soldaten würdig zu erweisen." Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. April. Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine war hinreichend beschickt und nahm einen lebhaften Verlauf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM. Landkreis Gießen. wg. Großen-Bufeck, 16. Mai. Am heutigen Donnerstag, 16. Mai, kann Frau Witwe Katharina Walter, geb. Schwalb, Rödgener Straße, ihren 8 0. Geburtstag feiern. — Am gestrigen Mittwoch, 15. Mai, konnte Frau Elisabeths Rein- s ch m i d t, geb. Harbach, wohnhaft Ernst-Ludwig- Straße, ihren 86. Geburtstag begehen. Wir be- glückwiinschen beide Jubilarinnen herzlich. Wirst öues schaffen,Lena? Nomon von Martina EckartMm 29. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) In unerträglicher Schwere vergehen die nächsten Lage. Die Zeit schleicht. Unendlich lange scheint es iii dauern, ehe die alte Standuhr wieder zu lh^E heiseren Schlag ausholt. Wann läutet es endlich Mittag? Mach'die Fenster auf, Erm, damit wir es hören! Die alte Uhr mutz stehengeblieben fern! (Erni mit ihrem blassen Gesicht, tragt die Schusseln in die Stube. Die Familie sitzt am Mütagstisch. Me sehen auf den freien Platz, und ,eden fröstelt es tonn er an Hermann denkt. Noch schlimmer ist es beim Abendbrot, wenn die Familie gern unter oem Lampenlicht zusammenrücken möchte. Da wird oie Lücke am stärksten fühlbar. M u Stumm gehen die Gräfeleute nach der Mahlze auseinander, ein jeder in seine Stube. Selbst urd Lena sprechen kaum noch miteinander. Jupps einziger Trost ist jetzt der Hefenfranz. Mit ihm kann man sich aussprechen und raunzen über die „dicke Luft" im Gräfehaus. Hefenfranz, die gute neue Seele. Genau wie Hamschlob fühlt er, was es geschlagen hat. Da braucht feiner groß zu sprechen. Sie lassen beide den Kopf hängen. „'s is schlimm! Der .Gruße' der ist nu furt und ich kann ooch mei Ranzel schwer n! Eipacken kenn' m'r alle an Gräfehofe! . . h Der Hefefranz steckte sein- Pf-i - wieder em, ehe er iie anaebrannt hat. Sie schmeckt nicht meh . ! Lena Oettektng steht an diesen Abenden lange am smster ihrer Kammer und grübelt IN die Dunk I leit hinaus. Alle stumm getragen- Pnn die er lege wird lebendig, jene große Ratlosigkeit, die bi jer ihrem Wesen fremd gewesen tft. ; Gottfried und Hermanni . ibren fiat sie Nicht das Schicksal beider Manner tn chren h-nden? Gewiß, um den einen braucht man^mcht bange zu haben. Klar und ordentlich I - < ihn Aber wie würde er es tragen, wenn sie meh ^D°ch^n°in,°da-'darf man rMt Se wortbrüchig werden? Woher ist dieser Gedan^ mi einmal gekommen? Aber ihre Gedanken irren htdj viel ratloser um Hermann Graf«. Exemplarische Strafe für einen Postmarder. Lpd. Frankfurt a. M., 15. Mai. Der 32jäh- rige Friedrich Schmitt war seit 1937 mit Unterbrechungen im Postdienst und hatte im Hauptbahnhof die mit Paketen beladenen Wagen zu den Zügen zu fahren und einzuladen. In seine Hand gerieten dabei Molkereisendungen, an denen er sich mehrfach vergriff. Er nahm Butterpakete mit nach Haus oder verkaufte sie in einem Lokal in der Nähe des Hauptbahnhofs. Schmitt nutzte bei den Diebstählen die Verdunkelung aus. Das Sondergericht verurteilte ibn zu 3 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust. Lützellinden wird sich seinen Siegeszug nicht unter- brechen lassen. Denn die Mannschaft ist — trotzdem sie zum größten Teil aus jugendlichen Kräften besteht — auf dem besten Wege, mit in die Entscheidung einzugreifen. — Hörnsheim hat wahrscheinlich keine Chance, gegen die gute Hochelheimer Mannschaft aufzukommen, nachdem es sich ^ausschließlich auf die Jugend stützen mutz. — Grüningen fährt nicht aussichtslos nach Dornholzhausen. Schon im Vorspiel lieferte die Mannschaft eine gute Partie. — Diesmal wird Garbenheim den Spieß umdrehen und Münchholzhausen auf eigenem Platz besiegen. — Auch Dutenhofen muß gegen die eifrigen Atz- bacher gewinnen, wenn es noch ein Wort bei der Entscheidung mitsprechen will. — Der Sieg auch im Rückspiel von Katzenfurt ist sicher. — Dagegen werden sich in Launsbach zwei gleichwertige Mannschaften treffen, die schon immer interessante und spannende Kämpfe austrugen. — Heuchelheim hat sicherlich keine Chance, wenn ihm Mtv. seine kampfttarke Mannschaft entgegenstellt. Sie, die immer Ausgleichende und Beruhigende, ist zur Schwarzseherin geworden. Verlumpt und verliedert sieht sie ihn, der sie so verläßlich dünkte. Jedes Mittel wird ihm recht sein, seinen Untergang zu beschleunigen. Ob Weib oder Trunk oder Spiel — was kümmert's ihn? Aber was nützen Gedanken und Seufzer um einen Menschen, der sich zu verlieren droht? Nichts helfen sie, sinnlos sind sie! Ruft nicht eine Stimme nach Tat, nach einem Entschluß? Eines Tages ist beides da. Gekommen ohne viel Aufhebens. Ganz einfach und klar weiß Lena was sie zu tun hat. Als der Mittagstisch abgeraumt und die Küche besorgt ist, nimmt sie ihre Strickjacke und geht aus dem Haus. . „Tante Lena, wanderst du ein Stuck? ,La, Jupp, ich wandere ein Stück. „Ich begleite dich!" Lenas Fuß stockt. Warum sagt sie nicht freudig ia? Ist es nicht eine Seltenheit, daß em halbwüchsiger Kerl wie Jupp mit seiner Tante wandern will? Sie gehen über die Wiesen nach dem Hutberg. Bald wird dieser Weg nicht mehr gangbar sein Wenn die Trassierung der Autobaynstrecke beginnt, dann muß man einen Umweg übers Dorf machen, wenn man nach dem Schloß will oder auf den Berg. „Vielleicht werd' ich nun Ingenieur bei der Autobahn, wenn es mit unserer Brauerei Kuchen ist. Jupp sagt das ohne Trauer. Der Jugend sind noch tausend Wege ins Leben offen. Er merkt nicht wie still Tante Lena ist, er ist nur froh, daß er wieder mal einen hat, dem er sich Mitteilen kann. Auf den unteren Gräfewiesen machen sie schon wieder ein Schürfloch, Tante Lena! Runter bis aufs Krundwasser. Aber die Jutta hat mir auch ein ^rhürflocb gezeigt, in Plessens Park. Ganz nahe teanift’s qe^roefen, bannfjätten sie drüben die Bahn gekriegt sagt Jutta, nur weil sie über unsere Wiesen die Straße gerader auf Bautzrn ziehen tonnen, darum sind mir die Leidtragenden. Jupp!" „Na, vielleicht nicht?" . Mer Jupp ist auf einmal mcht mehr bei der Sache Er hat die Hand vor den Augen und fixiert °n-1chm°le schlackstge Gestatt. unteren Wiesen, nahe am Schurfloch sichtbar wird. „Menlch, Las ist doch der Hanske -ms meiner suche gescheitert sind, wird der Lehrherr zur Lösung des Lehrverhältnisses schreiten. Zu beachten ist aber, daß auch die fristlose Kündigung eines Lehrverhältnisses auf Grund der Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels vom 1. September 1939 der Zustimmung des zuständigen Arbeitsamtes bedarf. Eine Kündigung, die ohne Zustimmung ausgesprochen wird, ist unwirksam, sofern ihr das Arbeitsamt In besonderen Ausnahmefällen nicht nachträglich zustimmt. Wenn sich Lehrherr und gesetzlicher Vertreter über die Lösung des Lehrverhältnisses einig sind, ist die Zusttmmung des Arbeitsamtes nicht er- entlang. Lenas Blick geht nach der Tür. Hermann tritt über die Schwelle. Kann ein Mensch sich in ein paar Tagen so verändern? Abgezehrtes Gesicht, eingefallene Schläfen, die Nase groß und scharf. Er steht unbeweglich still und sieht auf Lena nieder. „Nun, Hermann?" Lenas Augen schauen ihn vorwurfsvoll an. Brennen und drangen, fragen. „Du kommst zu mir, Lena? Und ich — ich kann dich nicht einmal ins Haus führen..." „Nein, ich würde es auch nicht betreten, Hermann!" Hermann zuckte zusammen. „Vielleicht können wir in den Garten gehen", sagt Lena nach einer Weile in das drückende Schweigen hinein. „Vielleicht ist dort ein Platz, wo wir miteinander sprechen können." Hermann geht mit gesenktem Blick voran. Hinter der Mälzerei ist ein Garten von uuvermu- teter Schönheit. Ein ehemaliger Besitzer hat ihm seine ganze Liebe geschenkt. Vor einem Weißdorn stehen eine Bank, Tisch und Stühle. Die grüne Abgeschlossenheit inmitten der Ebene hat etwas, das zum Sammeln zwingt. Sie beruhigt und glättet. Lena atmet auf. Vielleicht wird hier manches gelingen, was im Haus nicht gelungen wäre. Hermann steht vor ihr mit verzweifeltem Ge- sich,Mußt du es so treiben, Hermann?" Sie sieht zu ihm hinauf. „Setz' dich einmal zu mir, Hermann. Sie ruckt einen Stuhl nahe an den ihren. Hermann Gräfe aber schüttelt den Kopf. New, das kann er nicht, sich jetzt zu ihr setzen! Ihr womöglich sagen, was alles an Wildem und Unbegreiflichem über ihn gekommen ist? Nein, davon kann man zu feinem sprechen. Dieses Dunkle und Niederschmett ternbe behält man für sich. Seine anfänglüy nachgiebige Haltung wandelt sich wieder in ablehnenden Trotz. , „Es hat keinen Zweck", sagt er barsch. „Es ist nichts mehr zu ändern!" „Hermann!" Sie will ihn mit den Augen zwingen, zu ihr herabzusehen. „Wenn du so weitermachst, Hermann, verdirbst du dir alles: Rückkehr, Versöhnung mit deinem Vater. (Fortsetzung folgt.). - jrinung zur Durchführung des Vierjahresplans n Verbindung mit der Verordnung zur Sicherste!» |[ujg des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung zu einer Gefäng- i i 5 ft r a f e von drei Monaten, abzüglich ; :>iner Woche Untersuchungshaft, verurteilt. Straf- | mildernd wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte m einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet hat. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt ! (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- i lMgshalle Rhein-Main kosteten Bullen 42,5 bis ’ M, Kühe 18 bis 43,5, Färsen 34 bis 44,5, Kälber — Olga Böhme: Erfolg im Garten. Mit 129 Abbildungen. Kart. RM. 4,40. I. F. Lehmanns Verlag, München. Olga Böhme will dem Anfänger zeigen, wie er mit einfachen Mitteln, ohne großen Aufwand, den Weg zur ungetrübten Gartenfreude finden kann. Aber auch dem Erfahrenen weiß sie noch viel Anregendes zu geben. Ein reichhaltiger Terminkalender führt uns durch die Arbeiten und Erntefreuden des Jahres. Bepflanzungspläne und ein Gesamtplan helfen uns beim Neuanlegen. Aber auch an die Erfordernisse der Hauswirtschaft ist gedacht, an die Bedeutung des selbstgezogenen Gemüses und der Kräuter. Von größter Wichtigkeit ist die Auswahl der Pflanzen für Gemüsegarten und Ziergarten. Ohne in die Gefahr des verwirrenden Zuviels zu verfallen, wird uns eine sorgfältige Auswahl von Pflanzen gegeben, bei der wir sicher sein dürfen, keine Enttau- jungen erleben zu müssen. — Inge Lorenz-Herzog: Mein Kind im er st en Lebensjahr. Anleitungen und Ratschläge für die Säuglingspflege. Mit Bildern von Arthur Mrockwia. In Leinen gebunden 3,80 RM. (Franckh'sche Derlagshandlung, Stuttgart).. Frau Inga Lorenz-Herzog hilft mit ihrem Büchlein den werdenden und jungen Müttern bei ihrer Sorge für den Empfang und die ersten Bedürfnisse des kleinen Geschöpfs. Mit frischem Sinn und warmem Herzen bahnt sie ihnen den Weg durch die neuesten Methoden, über alle Vorurteile hinweg, schafft alle Unbeholfenheiten beiseite und entwickelt über Pflege und körperliche Erziehung, über Ernährung und Kleidung des Kindes ihre gesunden Ansichten. Durch das bildliche Gegenüberstellen schlechter und guter Haltung bei den verschiedensten Verrichtungen möchte die Verfasserin anschaulich zeigen, wie es den Müttern am besten gelingt, den Kindern ein rechter Behüter und Helfer für eine gesunde Entwicklung zu fein.________________________ 7. Dort, Tv. Großen-Buseck, 1090 P.; 8. Maus, SA.-Kampfspielgemeinschaft, 801 Punkte. Weitsprung : 1. Höchstem, Tv. Großen-Buseck, 6,06 m; 2. Tomisch, Heer, 5,86 m; 3. Decher, Heer, 5,85 m. Kugel st oßen: 1. Goß, Berthold, Spvg. 1900, 11,41 m; 2. Georg, Wilhelm, Tv. Lich, 9,65 m; 3. Tomisch, Willi, Heer, 9,50 m. 100 Meter: 1. Hochstein, Tv. Großen-Buseck, 12 Sek.; 2. Tomisch, Heer, 12,2 Sek.; 3. Decher, Heer, 12,3 Sek. 200 Meter: 1. Goß, Spvg. 1900, 25,4 Sek.; 2. Tomisch, Heer, 26 Sek. ; 3. Milger, SA., 26,9 Sek. Dreisprung: 1. Goß, Spva. 1900, 12,31 m; 2. Decher, Heer, 12,01 m; 3. Tomisch, Heer, 11,22 m. Frauen: Dreikampf: 1.Ludwig, Else, VfB.-R. Gießen, 71 Punkte; 2. Repp, Erna, VfB.-R. Gießen, 53 P.; Weitsprung: 1. Repp, VfB.-R. Gießen 4,18 m; 2. Kühn, To. 1846 Gießen, 4,10 m; 3. Ludwig, VfB.-R. Gießen 4,10 m. Kugelstoßen: 1. Ludwig, VfB.-R. 8,55 m; 2. Repp, VfB.-R., 7,96 m; 3. Kühn, Tv. 1846, 7,77 m. 100 Meter: 1. Ludwig, VfB.-R., 14,7 Sek.; 2. Repp, VfB.-R., 15,5 Sek.; 3. Arnold, VfB.-R., 16,3 Sek. — 1’- Gemäß §127b Absatz 2 der Gewerbeordnung körnten gewerbliche Lehrlinge aus den gleichen Gründen fristlos entlassen werden, wie erwachsene 3folgschaftsmitglieder. Eine solide Bestimmung r mit der nationalsozialistischen Auffassung, nach bei das Lehrverhältnis neben dem Ausbildungs- aiif) ein Erziehungsverhältnis ist, nicht mehr vereinbar. Der Reichswirtschaftsminister hat deshalb an 7. März 1940 die Verordnung zur Aeuderung her Bestimmungen der Gewerbeordnung für das Dmtfche Reich über das Lehrlingswesen erlassen. Si; ist am 15. März in Kraft getreten und ersetzt dii Bestimmungen des § 127 b Absatz 2 und 3 der Giwerbeordnung. 1 der Verordnung hat folgenden Wortlaut: Fach Ablauf der Probezeit kann das Lehrver- höitnis ohne Einhaltung einer Frist gekündigt wer- dei, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Die Kün- dicüng ist nicht mehr zulässig, wenn die zugrunde lügenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind." Nach der jetzt gültigen Fassung des § 127 b der Gewerbeordnung kann ein Lehrverhältnis nur bet Anliegen eines wichtigen Grundes fristlos gekün- ditt werden. Was unter wichtigem Grund zu ver- fttgen ist, hat das Reichsarbeitsgericht bei Erwachsenen wiederholt entschieden. Es müssen Umstände tijdiegen, die nach verständigem Ermessen dem eilen oder anderen Teil eine Fortsetzung des Lehr- richältnisses nicht zumutbar erscheinen lassen. Was ur.ter zumutbar zu verstehen ist, ist unter Würdi- qiitig der gesamten Umstände des Einzelfalles zu prüfen. Die herrschende Rechtsprechung stellt an den P griff des wichtigen Grundes schon bei Erwachse- In strenge Anforderungen. Einen noch strengeren svdßstab wird man bei den Lehrlingen anlegen missen, um der Absicht des Gesetzgebers gerecht zu । ttirben. Leichtere Vergehen des Lehrlings, die den Lchrherrn nach den bisherigen Bestimmungen zur Miosen Lösung des Lehrverhältnissen berechtigen, loen gerade erst eine besondere Erziehungspflicht ! Ais; sie dürfen daher den Fortbestand des Lehr- A7hältnisses nicht berühren. Fehler in den Ent- Mcklungsjahren zeigen sich bei vielen jungen Menschen. Hier gilt es, den Lehrling zu erziehen und ihr wieder auf die rechte Bahn zu bringen. Die Mcht des Lehrherrn, den Lehrling zu einem ordentlichen und brauchbaren Menschen zu erziehen und ihr nicht bei der erst-besten Verfehlung straucheln zv lassen, ist eine der vornehmsten Aufgaben des Lchrherrn. Wenn der Lehrling Anlaß zu Klagen gibt, so muß der Lehrherr in Gemeinschaft mit dem gk'etzlichen Vertreter für die Besserung des Lehr- Ägs besorgt sein. Erst wenn alle Besserungsver- ßerdgewicht. Für Schweine wurde je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a ||(150 kg und mehr) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09, c (90 bis 119,5 kg) 1,07, d (80 bis 89,5 kg) 1,01. e—f (60 bis 79,5 kg) 0,97, 51 (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. — Marktorrlauf: Rege, ausverkauft. Klasse! Der will auch Autobahningenieur werden. Da muß ich doch gleich mal —" Hui — fort — ohne Gruß ab gehauen! Lena ist ksineswegs beleidigt, im Gegenteil, sie ist jenem Bautzener Kameraden dankbar, daß er zur richtigen Zeit erschien. Sie atmet auf. Wenn sie jetzt schnell geht, kann sie den Weißenberger Autobus gerade noch am Kretscham erreichen. An der Schafbrücke zwischen den beiden großen Teichen muß sie aussteigen, dann sind es nur noch fünf Minuten bis zur Delzig-Brauerei. Sie geht beklommen eine knorrige Eichenallee entlang, einen zerfahrenen harten Weg. Der Fuß zertritt viele grüne Eicheln, die der gestrige Sturm herabgeweht hat. Das Herz schlägt überrasch, der Kopf grübelt nach den rechten Worten. Am Rande eines Heidestreifens steht die Brauerei, nüchtern, ohne die Schmuckheit der Lausitzer Häuser, weißgetüncht, mit grauem Schiefer gabeeft. ©ine Häusergruppe, die eigentlich nicht in die Landschaft paßt. Kommt man näher, dann sieht man bröckligen Kalk an den Mauern, hängende Fensterläden, ein löcheriges Dach. Bruchbude! Vater Gräfes Worte klingen sogleich wieder im Gedächtnis. Muß man ihnen nicht recht geben? „ Auf dem Hof aber ist peinliche Ordnung. Wagen und Ackergeräte find in gutem Zustand. Em Knecht spannt Pferde vor einen Rollwagen. Lena spricht ihn an. . J)err Gräfe?" Der Alte kratzt sich tm Kreuz. „Das werd ne gutt passen!" „Ist er im Hause?" ,, f Der Alte zuckt die Achseln. Er sei wohl mcht allein. „Doas Weibsen is do!" Am Hause steht eine Bank. Man kann sich setzen. Nein, damit hat Lena nicht gerechnet, daß dieft Frau auch hierher kommt. Lena sitzt da wie nach einem großen Schreck, einer tiefen beschämenden Enttäuschung preisgegeben. Also wird sie wieder fcrtgehen, Hermann seinem Schicksal uberlaffen. Aber oben wird ein Fenster aufgerißen. Vielleicht ist der Schall ihrer Stimme da hinaufgeflogen. „Was gibt’s, Leberecht?" Leberecht sagt nichts. Er deutet nur mit dem Daumen nach der Bank, die Hermann von oben aus nicht sehen kann. Das Fenster fliegt zu. Schritte poltern die Treppe herunter, tiirren den Hausflur zeiger usw. gearbeitet wurde, um so den praktischen Anforderungen zu genügen. Jeder Tag führte die Lagerteilnehmer zu zwei Stunden Sport aller Art zusammen. Die fahrtechnische sowie die theorettsche Schulung hatte NSKK.- Kamerad Faber übernommen. Er gab sich alle Mühe, die Unterrichtsstunden so interessant und vielseitig wie möglich zu gestalten. Alle folgten mit großer Begeisterung und Eifer seinen Ausführungen. Nichts war dann den Jungen willkommener als die Tatsache, daß sie ihre Prüfung zum Führerschein der Klasse IV ablegen durften. Zur Abnahme der Prüfung erschien NSKK.-Standartenführer Metzler (Gießen) und überzeugte sich vom Können der Gießener Motor- gefolgschaft. In einer Ansprache wies er darauf hin, welch wichtige Stellung der Motortechnik heute zukomme. Jeder Inhaber des Führerscheins müsse sich seiner hohen Verantwortung gegenüber der Volksgemeinschaft im Verkehr bewußt sein. Nach dem Einholen der Flagge und einem Sieg- Heil auf den Führer fand das Lagerleben einen würdigen Abschluß. W. L. Am zweiten Pfingstmorgen tarnen auf dem Universitätssportplatz in Meinem Rahmen leichtathletische Trainingswettkämpfe zur Durchführung. Die vorgesehene Veranstaltung „Pfingstfest Der Leibesübungen" konnte nicht abgewickelt werden. Dagegen hielt es die Bezirksführung für ratsam, den erschienenen Leichtathleten, denen die Absetzung der Großveranstaltung nicht bekannt geworden war, Betätigung in Form von Trainingswettkämpfen zu geben. Das ursprünglich vorbereitete umfangreiche Programm wurde stark verkürzt, und es tarnen nur Wettkämpfe über 100 Meter, 200 Meter, im Weitsvrung, Dreisprung, Kugelstoßen und ein Dreikampf zum Austrag. Eine sehr erfreuliche Feststellung war, daß sich die NSRL.-Gemeinschaften: Turnverein 1846 Gießen, Turnverein Lich und der Turnverein Großen-Buseck erstmals an leichtathletischen Wettkämpfen beteiligten. Die Bestrebungen des Fachamts Leichtathletik, die Leichtathletik gerade in den kleinen Vereinen zu fördern und auf breitere Grundlage zu stellen, werden fortgesetzt. Dazu werden zahlreiche Lehrgänge allen kleineren Vereinen ausreichend Gelegenheit geben. Bei diesen Wettkämpfen stellte der Tv. Großen-Buseck in dem sehr gut veranlagten Erich Hochstein den erfolgreichsten Teilnehmer. Er gewann den Dreikampf, den Weitsprung und den 100- Meter-Lauf. Oie Ergebmffe: IHänner. Dreikampf (bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen): 1. Höchstem, Tv. Großen-Bu- suck, 1583 P.; 2. Tomisch, Heer (Siemens Berlin), 1580 P.; 3. Decher, Heer (Slitisa Schlitz), 1562 P.: 4. Georg, Tv. Lich, 1329,5 P.; 5. Semper, Spvgg. 1900, 1246,4 P.; 6. Zerndt, VfB.-R., 1098,6 P.; — Aus der engeren Heimat. Lon einer Wagendeichsel totgeschlagen LPD. Alsfeld, 15. Mai. Der Gutspächter Jakob Siegfried in dem Kreisorte Alten- bürg wurde beim Hineinschieben eines beladenen Wagens in die Scheune von der Wagendeichsel, an der er den Wagen lenkte, so heftig gegen |>|n Kopf getroffen, daß der Mann einige Stunden später an den Folgen der schweren Verletzungen gestorben ist. Aus dem Reiche der Krau. Ein Tag im Jahre ist der deutschen Mutter geweiht. Deutsches Frauentum in seiner ganzen Größe, in seinem Opfertum und rastlosem Pflichtgefühl spricht an diesem Tage zu uns und verpflichtet uns zu unauslöschlichem Dank. Mutter! Welche Fülle von selbstloser Liebe und Güte umschließt dieses Wort! Die Mutter war beim ersten Lallen bei uns, sie lenkte und behütete unsere ersten Schritte in dieses Leben, sie lehrte uns gläubig die Hände falten zum Gebet, indcß ihre eigene Fürbitte sich an den Schöpfer aller Dinge wandte, um seinen Segen für ihre Kinder zu erflehen. Und auch im späteren Leben hat sie uns niemals verlassen und selbst, wenn sie längst die Augen geschlossen hat, bleibt sie unvergessen, wirkt ihre köstliche, segenstiftende Liebe fort bis an unser eigenes letztes Stündlein. Mit der ihr eigenen, über das Geschehen des Alltags erhabenen inneren Stille ist auch die deutsche Frau und Mutter von jeher allen Gefahren begegnet, die Volk und Vaterland bedrohten. Wenn heute wieder das Opfer als die höchste Pflicht gepriesen wird, die jeder einzelne Mensch Staat, Volk und Familie schuldig ist, so finden wir für solchen Pflicht- und Opfergeist die schönsten und unübertrefflichen Vorbilder bei den Müttern des Landes. Sie alle sind Heldinnen, die, ohne viel Worte zu machen, auch das schwerste Los für ihre Lieben, vor allem für ihre Kinder, auf sich nehmen, es tragen und meistern. Wie viele Millionen Mütter mag es wohl geben, die das Letzte an Kraft und an Hab und Gut ahne Zögern hingegeben haben, nur, um den Lebensweg der Kinder zu sichern. Wir wissen, daß es nicht zu den Selten- yeiten gehört, daß eine Mutter zehn und noch mehr Kinder allein aufgezogen, ernährt, für ihre ordentliche Schulbildung und auch noch für ihren späteren Beruf gesorgt hat, indem sie als Wäscherin, Plätterin aber Schneiderin rastlos bis in die späte Nacht hinein geschafft hat, bis ihr vor /Ermattung die Augen zufielen. Und mochte es sie auch manchmal noch so hart an kommen, gingen die Anforderungen auch fast über ihre Kräfte, sie hielt durch und gewann den Kampf. Diese selbstverständliche Treue zu sich selbst und zur Pflicht ist es, die nicht nur die Familie erhält, sondern den ganzen Staat. Die Mutter hütet das Blut- und Geisteserbe der Nation. Und insofern ist der Muttertag mehr als ein einfacher Tag des Dankes der Kinder, er wird damit zum völkischen Feier- und Gedenktag. Damit wird die Mutter auch zum Sinnbild für Heimat und Muttererde. Und unser aller Mutter ist das Vaterland. Nur wer diese innersten Zusammenhänge erkennt, wer darum in der Mutter die Trägerin des Lebens der Nation sieht, der allein ist würdig unserer großen deutschen Gegenwart. Denn genau, wie der Soldat draußen auf dem Schlachtfeld für Ehre und Freiheit des Vaterlandes sein Leben einsetzt, so ringen unsere Mütter täglich im Stillen um die Ewigkeit des Volkes, von ihrer Haltung hängt es entscheidend mit ab, ob wir den uns aufgezwungenen Kampf um Sein oder Nichtsein siegreich bestehen. Allein darum schon stehen wir ehrfürchtig und gläubig vor unseren Frauen und Müttern und sind gleichzeitig so stolz auf ihre Tapferkeit, ihren Opfermut, ihre Treue und allzeitige Bereitschaft. Es ist kein Zufall, daß der F ü h r e r nicht an den Frauen vorüberging, sondern daß er sofort z u ihnen ging. „Das Ziel der weiblichen Erziehung hät unverrückbar die kommende Mutter zu sein" war ein Wort des Führers, mit dem er der Frauenarbeit im neuen Reich die Ausrichtung gab. Und so wurde auch das Hilfswerk für die deutsche Mutter zu einer der größten friedlichen Taten unserer Zeit. Der Wille zum Kind spiegelt die ungebrochene, nie versagende Lebenskraft des Volkes wider, ist das Glaubensbekenntnis unseres Volkes zu Führung und Reich. So neigt sich heute in Dankbarkeit und Ehrfurcht ein ganzes Volk vor seinen Müttern. Mutterschaft ist heilig. Das Geheimnis der Schöpfung umgibt sie. Aber Freude und Heller Lebenswille entströmen dieser ewig wirkenden Urkraft. Und wenn heute Millionen von Soldaten in entscheidender Feldschlacht ringen und diesen Einsatz mit dem Leben besiegeln, — so grüßt daheim ein neues Augen- ■ paar das Licht der Sonne. Vor diestn Müttern und vor allem vor jenen, die trotz schwerster Prüfung stumm und klaglos ihr Liebstes für das Vaterland Hingaben, neigen wir uns zum Kriegsmuttertag voll Ehrfurcht, Verehrung und Dankbarkeit. Wir wissen: Ein Volk, das solche Mütter sein eigen nennt, kann niemals sterben, wird niemals unter- «ehen. Vielseitige Frühjahrs- und Sommermode. Ist diese Behauptung nicht ein wenig übertrieben? So wird wohl manche Frau beim Lesen der Heber« schrift mit leichtem Zweifel fragen. Nun, in bewußtem Gegensatz zum feindlichen Ausland, wo geschäftstüchtige jüdische „Modeschöpfer" prompt wieder eine ebenso geschmacklose wie entartete .Kriegsmode" aufgezogen haben, hat das deutsche Modeschaffen Wege gesucht und gefunden, die Frau unter Anpassung an den Ernst der Zeit und in Einpassung an die Vorratswirtschast auch im Krieg gut und geschmackvoll anzuziehen. Ein Blick in die Modellmappen der Mo dezentrale des Reichsinnungsverbandes des Damenschneiderhandwerks wird jede Frau überzeugen, daß die Modezentrale hier eine Fülle von Anregungen gegeben hat. wie sich auch jetzt jede Frau gut und elegant, und trotzdem haargenau im Rahmen der Reichskleiderkarte, anziehen kann; sie wird weiter mit Befriedigung feststellen, daß man ihr gleichzeitig auch zeigt, was man alles aus getragenen Sachen bzw. mit deren Hilfe machen kann und wie man das macht. Und sie wird sich freuen über die ruhige, dezente, vornehmfrauliche Linie mit jugendlichem Einschlag, über die Betonung einer großzügigen Silhouette, erreicht allein schon durch eine überaus geschickte Schnittgestaltung und unterstützt durch eine vorteilhafte Wirkungsmischung von Material, Farben und Musterung. Sie wird auch bewundern müssen die glückliche Vereinigung des Praktischen mit dem Unaufdringlichen, die reiche Wirkung trotz sparsamsten Materialverbrauchs und die absolute Sicherheit einer deutschen Stilgediegenheit, die durch eine zwar sparsame, aber Überauch glückliche Ausstattung mit be- ianderen schmückenden handwerklichen Kleinarbeiten doppelt verblüffend wirkt. < Ausgesprochen LMyxitm vÄkr Leu Früh? Rhabarber. Rhabarber ist da. Er wartrt nur darauf, recht zweckmäßig von der Hausfrau verwendet zu werden. Und ungeschält? Jede gute Hausfrau weiß, daß Abschälen nur unnütze Zeitvergeudung und mangelnde Sparsamkeit bedeutet, denn der Wohlgeschmack wird durch Abschälen in keiner Weise beeinflußt. Die Stengel werden gründlich gewaschen und beliebig zerkleinert. Wir süßen Rhabarberkompott oder -suppen wie alles gekochte Obst erst nach und nicht während des Kochens. In diesem Jahr verwenden wir dafür am besten etwas von dem billigen, sehr stark süßenden und das Aroma in keiner Weise beeinflussenden Süßstoff; aber wir gehen damit sehr sparsam um, denn feine Süßkraft übersteigt die des Zuckers um das etwa 500fache« Auch fügen wir kein Natron dazu, um angeblich Süßrnsttel zu sparen. Die von vielen Essern empfundene leichte Belastung des Magens nach Genuß einer Rhabarberspeise rührt von dem überreichlichen: Gehalt an Oxalsäure her, deren leicht ätzende 9ßir« Fung durch Natron nur verstärkt, durch Hinzufügeck von etwas kohlesaurem Kalk aber behoben wird. Wir denken auch daran, einen Rhabarbervorrai f ü r den Winter zu schaffen. Der hohe Säuregehalt des Rhabarbers konserviert ihn sozusagen! selbsttätig. Gut gewaschene, feingeschnittene Rhabar« berstengel werden in saubere, möglichst weithalsige' Flaschen gefüllt, mit klarem Leitungswasser über* gossen, verkorkt, versiegelt und im dunklen Raum kühl aufbewahrt. Das Kompott wird bei Gebrauch ausgekocht und beliebig gesüßt. Wir können Rha* barber auch ohne Zucker aufkochen, in Gläser füllen^ mit Gummiring und Glasdeckel verschließen und' 20 Minuten bei 70 Grad sterilisieren. Sie sehen also, daß wir uns auch für den Rhabarber mit einem! Minimum an Zucker behelfen und diesen für Mar* meladen und Gelees aufbewahren können. Dom richtigen Spinatkochen. Spinat begegnet uns beim Einkäufen reichlich und verlockt mit seinem leuchtenden Grün zur möglichst häufigen Verwendung in der Küche. Spinat enthält in überreichlichen Mengen Mineralsalze, wie Kalk und Jod, verschwenderisch viel Vitamine und Eisen und somit vor allem für Kinder ein ganz hervorragendes Mittel zur Förderung des Wachstums und des Knochenbaus. Er gilt, besonders roh gegessen: als Salat, als erfolgreicher Gegner der Rachitis. Dis sehr häufig anzutreffende Ablehnung des Spinat* essens ist zum großen Teil auf die meist liebloss Zubereitung zurückzuführen. Wir dürfen Spinat ge* nau so wenig wie die anderen Gemüse in einem Kessel kochenden Wassers auslaugen und seiner sämt* lichen Nährwerte berauben. Am besten und billigsten ist es, den Spinat zu verlesen, zu waschen und in kalt ausgespültem Topf, im eigenen Saft mtt einer Spur Salz kurz zu garen. Dann hacken wir ihn grob und essen ihn vielleicht mit einem Stich Butter zu Pellkartoffeln. Eine andere ebenfalls aus* gezeichnete Zubereitungsweise ist die: der verlesene und gewaschene Spinat wird durch eine Maschine gedreht und dann im eigenen Saft und mit eick wenig Fett gar gedämpft. Man sollte stets etwa ein Viertel des Spinates zurückbehalten und bern fertigen Gemüse roh beifügen. Der oft als stören« empfundene Eisengeschmack wird durch Hinzufügern von etwas Milch angenehm gemildert. Die ollge* meine Beigabe zu Spinat sind weichgekochte ober] Spiegeleier. Wie wäre es aber, wenn Sie ihn zck braunen, knusperig gebackenen Eierpfannkuchen (mit^ Mileipulver gebacken) reichtet!? Das {ajmedt NdH Biel Mnexl "" KindemziehlW in den drei ersten Lebensjahren. Die ersten drei Lebensjahre eines Kindes find für feine Erziehung am wichtigsten. In dieser Zeit ist das Kind am aufnahmefähigsten, lernt am leich. testen die Grundbegriffe. Wenn man mit der Er« Ziehung zu spät beginnt, hat man es nur schwerer, weil Fehler, die man bei dem kleinen Kinde durch« gehen ließ, erst wieder ausgemerzt werden müssen« Oberster Grundsatz für die Erziehung eines Kindes ist der Begriff Folgsamkeit. Dieser kann! nicht früh genug in den kleinen Kinderkopf hinein« gepflanzt werden! Das erfordert natürlich Mühej und eiserne Konsequenz. Wie lange dauert es allein, bis das Kind auf feinen Namen hört, bis es weiß, daß es zu kommen hat, wenn man es ruft. Um ihm das Folgen zu erleichtern, ist es besser, es bei dem Folgenlernen mit dem richtigen und nicht mit Der* schiedenen Kosenamen zu rufen. Denn so wenig paffend dieser Vergleich scheinen mag, kleine Kinder reagieren wie Hunde und andere Haustiere zunächst nur auf einen bestimmten Ton, auf einen Vokal. Sehr bald prägt sich in dem kleinen Verstand ein, daß, wenn dieser bestimmte Vokal fällt, das Kind zur Mutter zu kommen hat. Immer wieder muß diefes Herkommen geprobt werden. Nichts ist; verdrießlicher, als wenn die Mutter mit ihrem Kleinen über die Straße geht und sich die Lunge aus dem Leibe rufen muß, ehe das Kind zur Mutter kommt. Ganz abgesehen, daß durch ständiges! Nichtfolgen ein Unglück, wie Ucberfahrenwerdeni usw., verursacht werden kann. Wenn der Grundbegriff sitzt, kann weiter mit der? Erziehung fortgeschritten werden. Ein Fehler, deck Kinder gern machen und den die Eltern meist nicht als solchen ansehen, ist das Handerheben nach den Eltern, wie überhaupt nach Erwachsenen. Mag es noch so „niedlich" aussehen, wenn eine kleine! Patschhand sich gegen einen Erwachsenen erhebt, selbst wenn es nur im Spaß geschieht, keinesfalls dürfen Eltern diese Unsitte — denn so lange Kinder noch klein sind, ist es Gott sei Dank nichts anderes — durchgehen lassen! Auch das kleinste Kind muß Respekt vor den Eltern haben, muß lernen, daß ein Handerheben als Kind den Erwachsenen gegenüber nicht fein darf. Es muß erfassen, daß das Zuschlägen eine Bestrafung ist, die ihm wohl die Eltern erteilen dürfen, die es aber umgekehrt nicht selbst an diese austeilen darf. Wichtig ist ferner das Essen beim Kinde. Vock klein an soll es wissen, daß ihm keine „Extrawurst" gebraten wird, daß es das zu essen hat, was ihm von der Mutter vorgesetzt wird. Und daß es alles aufzuessen hat. Kinder, die im Essen wählerisch sind, müssen, wenn sie mittags etwas übrig gelassen haben, abends noch einmal den Rest vorgesetzt bekommen, damit sie von Grund auf lernen: alles, was Mutter kocht, ist richtig und muß aufgegessen werden. Selbstredend handelt es sich bei dieser Behandlung nur um gesunde Kinder, die lediglich aus Unart, aus Schleckerei dieses und jenes nicht mögen. H. v. L. Rezepte. Maultaschen. Nudelteig von 250 g Mehl, 1 Ei ober entsprechend Milei, 2 Eßlöffel Wasser, Salz; zur Fülle XA kg Spinat. — Der gut durchgearbeitete Nudelteig wird rechteckig ausgerollt. Man läßt ihn etwa eine Stunde übertrocknen, er darf aber nicht spröde werden. Dann verteilt man den im eignen Saft trocken abgebünfteten Spinat auf bie Hälfte ber Teigplatte, schlägt bie anbere barüber unb preßt unb räbelt Vierecke ab, bie man in Salzwasser garkocht. Man richtet mit etwas gebräunter Bröselbutter an. Man kann bie Maultaschen auch in ber Pfanne braten. Geschmorter Sauerampfer. 1 kg Sauerampferblätter ober halb Spinat, halb Sauerampfer, 50 g Fett, 30 bis 40 g Mehl, 1 Tasse Fleischbrühe. Sauerampferblätter ohne Stiele wäscht man gut ab, schneidet ober hackt sie unb gibt sie mit wenig Fett in einen Schmortopf, in bem man sie im eigenen Fett weichbünsten läßt. Mit Fleischbrühe angerührtes Mehl bient zum Sämigmachen bes Gemüses. Feiner wirb es, wenn man biefe saure ober süße Milch anrührt unb 1 Eibotter baranquirlt. Kartoffeln mit Specktunke. 35 g Speck ober 65 g Hackfleisch, 20 g Fett, 40 g Mehl, reichlich x/i Liter Wasser, etwas saure Gurke. Speck unb Mehl ober Fett unb Mehl röstet man bräunlich unb fügt alle übrigen Zutaten unter Rühren allmählich bei. Bereitet man eine Tunke mit Hackfleisch, gibt man ganz zum Schluß bie Gurke bazu. Mit Salz ab% schmecken. Spinat g e b ü n ft e t mit Rubeln. 1 kg Spinat, 1 Eßlöffel Del ober ein Stich Butter, ein wenig Würfelbrühe, 250 g Rubeln, Salz, Kerbel unb Petersilie. Der sauber belesene unb gewaschene Spinat wirb grob gehackt unb mit Oel im eigenen Saft gebünftet. Nur wenn unbebingt nötig, fügt man ein wenig Brühe bei. Verwenbet man Butter, wirb ber Spinat ohne Fettbeigabe im eigenen Saft gebünftet unb bie Butter erst am Schluß beigefügt. Mit Salz ober gehacktem Kerbel unb Petersilie ad- schmecken. Man mengt ben Spinat unter bie in Sglzwasfer gargeloMen abgetreppten Nadeln. VaH Belieben kann man bas Gericht burch einige gebratene Speckwürfel verfeinern. Warme grüne „So ß e". Die Kräuter gut verlesen, waschen unb fein wiegen. In einen Topf mit heißer Margarine, etwas Mehl geben, kurz vom Feuer nehmen unb mit wenig Brühe auffüllen unb zum Kochen bringen, bie Kräuter hinzugeben, mit Salz abschmecken, Essig unb eine halbe Tasse entrahmte Frischmilch hinzugeben unb einmal kurz aufkochen lassen. Die grüne Tunke kann man burch ein feines Sieb passieren unb gibt sie warm zu Tisch. Zwiebackspeise. In eine gefettete Auflaufform gibt man lagenweise Zwieback unb feingeschnittene Äepfel ober bickes Kompott, obenauf Zwieback, gießt xä bis % Liter gesüßte entrahmte Frischmilch, jeboch nicht zu süß, barüber unb backt bies 30 Minuten. Kartosfelhörnchen. 30 g Butter, 80 g Zucker, 1 Ei schaumig rühren, 250 g gekochte geriebene Kartoffeln, 250 g Mehl unb knapp 1 Päckchen Backpulver gut vermengen unb kneten. Diesen Teig rollt man bünn aus, schneibet Vierecke, bie man auf einer Ecke mit Marmelabe bestreicht, rollt sie zusammen unb formt Hörnchen, bie man mit entrahmter Frischmilch bestreicht unb zu schöner Farbe backt. • Rhabarberauflauf. 300 g Haferflocken brüht man mit 1 Liter kochenber Milch, läßt eine Stunbe stehen, mischt mit Zucker, abgeriebener Zitronenschale, 1 bis 2 Eiern unb 1 Backpulver. Die Hälfte bes Teiges füllt man in eine gefettete Auflaufform, barauf gibt man ben rohen zerkleinerten Rhabarber (500 g) mit Zucker vermischt. Darauf ben Teigrest unb backt ihn im Backofen. Man kann ihn mit Marmelabe ober Safttunke reichen. Käseauflauf. 1 kg Kartoffeln, 250 g Quarg, Salz, 50 g Speck, Stotzbrot. Die gekochten unb in Scheiben geschnittenen Kartoffeln werben schichtweise mit bem mit Salz unb Kräutern abgeschmeckten Quarg in eine gefettete Auflaufform gelegt, lieber bie Lage Quarg gibt man bie ausgelassenen Speck- würfelchen. Die unterste wie oberste Schicht bilben Kartoffeln. Man ützerbackt ben AMauf in bem Back- Pfeil.---——** * " jahrsfarben sind graue Töne in allen Schattierungen, meist einfarbig, teilweise aber auch gemustert, in Streifen, Karos, Tupfen unb Diagonalen; aber auch in ber Musterung ist bie ruhige, großzügige Linie gewahrt. Oft geht bas helle frische Grau von Mänteln unb feschen hüftlangen Jacken eine sehr wirksame Verbinbung mit Pastell- tönen aller Art ein, so z. B. mit hellem Geld, mit bunklem, kräftigem Bischofslila, aber auch mit leuchtendem Blau unb kräftigem R o t. Beige, bie Farbe bes Frühjahrs, fehlt natürlich nicht; jeboch präsentiert es sich nicht in Farblosigkeit, fonbern mischt ober verbindet sich mit Gelb ober kräftigem Braun. Gelb findet sich in allen benFbaren Nuancierungen, ebenso Rot in verschobenen Schattierungen. Ueberall aber ist ein schreienber Eindruck vermieden, zeigt sich eine Flore feintönige farbliche Abstufung unb Abstimmung. Sehr originelle, dabei stets aparte Musterungen weisen bie Seidenstoffe auf, wobei auch hier der Grundsatz der GrotzzügigFeit zu feinem Rechte kommt, die Einheitlichkeit des schmückenden Motivs gewahrt und jede Ueberladung vermieden ist. Tupfen, Band- unb Schleifenmuster, Andeutungen von Plisseemotiven, daneben aber auch Streifen beherrschen als Ideen die Druckstoffe in Selbe unb Kunstseide. Im allgemeinen herrscht der dunkle Grund mit hellem, ruhigem Muster vor. Was Form und Gestaltung der Frühjahrsmode angeht, so ist mit allem alten Zopf grundsätzlich gebrochen, b. h. alle Raffungen, zu stark betonte Taillenlinien, ber allzu kurze Rock ober ber Swing- unb Faltenrock von großer Weite gehören enbgültig ber Vergangenheit an. Die neue Jbee hat auch hier gesiegt: in der Regel finben wir bie gerade Silhouette, mit leichter Betonung der Taille, ganz vereinzelt Glocken in Röcken und Mänteln, dagegen neue Aermelschnitte, wobei insbesondere der Kimonoärmel eine Zukunft zu haben scheint. Als Schmuckeffekt kehrt häufig die Tasche wieder. Verbreitet ist auch bas zweiteilige Kleib (früher als Jumperkleid bezeichnet), sowohl für Vor- wie Nachmittag. Neuartig unb als Ergänzung zum sportlichen Vormittagskleid wie zum eleganten Nachmittagskleid wirkt bie knapp hüftlange gerade unb weitfallenbe Jacke in adstechenben Farbtönen. Hochgeschlossene Formen mit kleinen reversähnlichen Kragen liebt man sowohl bei Kleibern als auch bei Mänteln. Ueberall ist Strenge ber Linie bewußt vermieden, man bevorzugt Auflockerung unb Natürlichkeit unter Wahrung ber Großzügigkeit in Jbee, Linie, Farbzusammenstellung unb Ausputz. Auch ist stets darauf Bedacht genommen, baß die vorhandenen Kleidungsstücke zu wirkungsvollen Zusammenstellungen verwendet roerben können, um gerade dadurch auch bet nicht zu zahlreicher Garderobe eine Vielfalt ber Mode barstellen zu können. U. Mas sollen wir fragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS AUS GEMUSTERTER. Aus Fleingemusterter V i st r a s e i b e ist bas für viele Zwecke oermenbbare Frühjahrs- unb SommerFleib unten. Die strenge, beson- bers für ben Vormittag geeignete Hemdblusen- form wirb burch ben reichgelesenen Rock unb bie ebenfalls gelesenen Blusenteile stark gemil- bert. Ein farbiger Lebergürtel Fann ebensogut wie ein zur Schleife gebunbenes Samtband bas Kleib ergänzen, wie auch ber große Stroh- h u t (unten rechts) bazu getragen werben Fann. Eine Jacke aus pa ft cllfarbener Wolle, ein farblich passendes Anstecksträußchen und längere Handschuhe verändern geschickt den Anzug. H.