Gießener Anzeiger Dienstag, Ib. April 1940 Deutschlands neue strategische Stellung Militärische Ungereimtheiten der Westmächte n. 'kett bet Unsere Karte veranschaulicht die erheblich verkürzten Anmarschwege, die jetzt unserer Luftwaffe zustatten kommen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) örmwcht der gern» ch fünVfe: Deutsche Truppen haben Die Grenzwache an Der schweDisch-norwegischen Grenze übernommen baten aus diesem Gebiet überdie schwedische Grenze gegangen und interniert worden. Wie von unterrichteter Stelle erklärt wird, würde die bisher unbestätigte Meldung einer Landung an irgendeiner Stelle in Nordnorwegen vielleicht vorn Standpunkt der englischen Prestigepropaganda aus einen gewissen Erfolg für jene Herren in London bedeuten, die zur Beruhigung ihres eigenen Volkes etwas derartiges dringend notwendig haben. Eine Landung in den unwegsamen Fjorden Nordnorwegens ist natürlich an irgendeiner Stelle möglich, aber militärisch sinn- l o 5. Eine solche Landung könnte keinerlei militärisches Gewicht haben Zwischen Trondheim und Narvik zieht sich ein über 600 Kilometer langer schroffer norwegischer Hochge- birg s strich hin. Zwischen Narvik und Trondheim besteht keine Bahnverbindung. Eine Einwirkungsmöglichkeit in dieser Gegend etwa gelandeter englischer Truppenteile gegen die Basis der deutschen Kriegführung im nordischen Raum, also gegen Mittel- und Südnorwegen, das fest in deutscher Hand ist, wäre damit keines- 'wegs gegeben. Ai? W14 gültji D 'chnung^K das lSesp^ )ergN, W t hnt, hiN fe Worte - ie denn etliche Angch funöen holl! > Ml Mj «weiten hck- einen mte. So M FuhbalW Mtsauff» Niger Spiele daß - mitten ein» jeder mit ampf wiej ichtbar« J Kraft, Stockholm, 16. April. (DNB.-Funkfpruch.) Deutsche Truppen haben Sonntagnachmitlag, von Halden kommend, die Grenzstation Kornsjö an der schwedisch-norwegischen Grenze erreicht. Deutsche Truppen haben die Grenzwachean der norwegischen Grenze übernommen. Es hatten heftige Kämpfe bei Scarpuesä, nahe der schwedischen Grenze, slattgefunden. Norwegische Truppen in Stärke von 3000 Mann wurden a u f schwedisches Gebiet abgedrängt, wo sie entwaffnet und interniert worden sind. Ein in dem Raum von kristiansand eingesetztes deutsches Bataillon ist beim Vormarsch im Laufe des 15.April auf starke norwegische Kräfte gestoßen. Es handelte sich hierbei um drei Bataillone, die durch Artillerie verstärkt waren. Trotz der Ueberlegenheit an Zahl griffen die deutschen Truppen in starkem Zupacken an. Rach kurzem Kampf legten die Norweger die Waffen nieder. Es ergaben sich 150 Offiziere und 2000 Wann. Beim Vorgehen deutscher Truppen in Richtung nordwärts Oslo wurden bei der Beseitigung norwegischen Widerstandes 3 0 0 Gefangene gemacht. 7 Geschütze und eine große Anzahl von Gewehren sowie Munition wurden erbeutet. Unter den im Oslo-Fjord von der deutschen Wehrmacht besetzten und abwehrbereit gemachten Küstenbatterien befinden sich auch Geschütze von 28 Zentimeter Kaliber. Die Abwehr der Küslen- verteidigung hat damit eine wesentliche Stärkung erfahren. Bei der Besetzung von h ö n e f o h durch die im Raume von Oslo eingesetzten deutschen Truppen wurde die dortige Pulverfabrik besetzt. Auf dem norwegischen Uebungsplah hvalsmoen und in der Waffenfabrik Kongsberg wurde eine große Menge von leichten und schweren Waffen sichergestellt. Es handelt sich in der Hauptsache um Gewehre, Maschinengewehre, eine große Anzahl 2-Zentimeler-kanonen und zahlreiche 40-Millimeler- Flak. In Anbetracht des geringen Umfanges der Daffenfabrikation Norwegens hat dieser Erfolg besondere Bedeutung. Der Webrmachtsbericht. Berlin, 15. April. (DNB.) Das Oberkommando gibt bekannt: In dem südnorwegischen Raum wurden am 14. April weitere Truppen, Material und Ergänzungen aller Art zugeführt, die Lage Hamit zunehmend gesichert und gefestigt. Irgendwelche nennenswerten feindlichen Aktionen von See aus gegen diesen Raum fanden nicht statt. In Narvik verlief der Tag ruhig. Starke englische Seestreitkräfte blockieren die Hafeneinfahrt. 3n Bergen griffen zwei britische Kampfflugzeuge einen deutschen Handelsdampfer mit Bomben an und brachten ihn zum Sinken. Beide Flugzeuge würden kurz darauf von deutschen Jägern a b geschossen. Im Raum von Stavanger und Sristiansand verlief der Tag ruhig. Bei dem erfolglosen Angriff der britischen Flugzeuge vom 13. April wurden zwei Vickers Wellington durch Nesserschmitt-Jäger abgeschossen. 3m Raum von Oslo nahmen deutsche Truppen h ö n e f o h. Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß im Raum von Oslo der Versuch einernorwegi- schen Mobilmachung z e r s ch l a g en ist. Bei tiU S Wen. v' ill la*N it ii W »it* 6.7'8 (21,11 4. Annahme von Anzeige« für die Mittaasnummer bis8'/?UhrdesVormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Ps., Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell AbfchlüsseMengenstaffelö Platzvorfchrift (vorherige Vereinbarung) 25 "/«mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. M Jahrgang Nr. 89 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener s>amilienblätter HeimatimBild DieScholle MonatS-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 NSSx: <£ auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt wurden die Flanken der norwegischen Vexteidiguntzs- linien angegriffen und die norwegischen Truppen zur Flucht in den Wald gezwungen. Um 12 Uhr brachten es die deutschen Pioniere fertig, E r - s a tz für die gesprengte Brücke bei Skar- nes zu schaffen, so daß um 1 Uhr die ersten motorisierten Verbände das Wasser überqueren konnten. Weiter wird der Vormarsch gegen Sander vorgetragen, das zehn Kilometer von Kongsvinger entfernt liegt." Englische Falschmeldungen. Berlin, 15. April. (DNB.) Zu den englischen Meldungen, wonach Engländer an einzelnen Punkten der norwegischen Küste gelandet seien, wird hier bekanntgegeben, daß an den von deutschen Truppen besetzten Orten und Räumen kein Engländer norwegischen Boden betrat. Als Ergebnis des planmäßigen Vorgehens der deutschen Wehrmacht im Raum von Oslo kann ferner fest- gestellt werden, daß dieser Raum weitgehend von norwegischen Truppen gesäubert ist. Wie man hört, sind die meisten norwegischen Sol- Wiis hin empfing Reynaud am Montagvormittag den aus Kopenhagen zurückgekehrten französischen Gesandten, der ihm über den Einmarsch der Deutschen in Dänemark Bericht erstattete. Die französische Presse sieht sich genötigt, was die Ereignisse in Skandinavien anbelangt, ihre Leser wiederholt zu Geduld und zum Abwarten aufzufordern. So erklärt zum Beispiel der „Ma- ti n", es müsse in Skandinavien „mit kluger Vorsicht zu Werke gegangen werden, es bestehe kein Grund, sich zu üoerstürzen". Der ehemalige Krieas- minifter Fabry fordert in dem gleichen Blatt, oie öffentliche Meinung müsse sich geduldig zeigen. Sie habe sich in den letzten Tagen etwas unbequem gezeigt. Aehnlich äußert sich General Duval im „Journal". Er sagt, es würde bedauerlich - fein, wenn das Hinterland die nötige Ruhe und Geduld oernfiffen ließen. Lteberflügeltes England Von unterer berliner Schristleitung. Die Aeußerung Churchills, der Führer habe durch die Besetzung Norwegens einen verhängnisvollen strategischen Fehler gemacht, wird selbst in Kreisen der englischen und französischen Militärschriftsteller mit einem Achselzucken ausgenommen^ Richtiger war schon die Aeußerung des jüdischen Exkriegsministers Hore-Belisha, der den Briten sagte, Norwegen sei eine gegen England gerichtete Pi st ole. Diese Pistole hätte Churchill gegen Deutschland verwendet, wenn wir der britischen Langsamkeit nicht um zehn Stunden zu» oorgekommen wären. Die lüft- und seestrategische Lage in der Nordsee hat sich seit dem 9. April von Grund auf geändert. Als die Engländer Minen in norwegischen Gewässern legten, sprengten sie sich diplomatisch, militärisch und wirtschaftlich gewissermaßen selbst in die Luft. Bisher konnten die Luftangriffe und die Fahrten unserer Kriegsschiffe gegen England nur von der engen Basis der Deutschen Bucht, die knapp hundert Kilometer breit ist, ihren Ausgang nehmen. Diese Angriffe hatten mit großen Entfernungen zu rechnen, da der Firth of Forth, in dem zuekst die englische Kriegsflotte lag, 775 Flugkilometer und Scapa Flow sogar 926 Kilometer von Wllhelmshaven entfernt ist. Die stolze englische Flotte hatte aber in Scapa Flow keinen sicheren Stützpunkt, obgleich die Orkney-Inseln an der nördlichsten Spitze Schottlands liegen. Selbst die Shetland-Inseln, die noch 222 Kilometer nördlich Scapa Flow liegen, waren für unsere Luftwaffe erreichbar. Als unsere Truppen Norwegen besetzten, rückten wir, unter Verbreiterung unserer Basis an der Nordsee, den britischen Häfen und Stützpunkten sehr viel näher. England ist nun überflügelt. Wir gewannen eine zerrissene, felsige Küste, oie eigens lich unbezwingbar ist. In einer glänzenden Operation nahmen unsere Streitkräfte alle wichtigen Punkte Norwegens. Man muß bedenken: Stavanger liegt auf der Höhe von Scapa Flow und ist von oiefem Schlupfwinkel der Home Fleet nur 500 Kilometer entfernt. Bergen aber überflügelt bereits Scapa Flow und liegt auf der Höhe der Shetlandsinseln, die von diesem norwegischen Stützpunkt nur 325 Kilometer entfernt sind. Trondheim schließlich liegt noch rund 570 Kilometer weiter nördlich von Bergen, während die Luftlinie von Bergen nach Narvik gar 1330 Kilometer zählt. Der berühmte Erzhafen liegt rund 250 Kilometer nördlich des Polarkreises, der die nördliche Spitze Islands, des „äußersten Thule", schneidet. Die tödliche Gefahr für England besteht darin, daß Deutschland die südlichen und mittleren Teile Norwegens beherrscht. Narvik hatte strategisch nur eine untergeordnete Bedeutung. Die zahlenmäßig geringen deutschen Truppen und Marinekräfte, die diesen Hafen besetzt halten, haben den Engländern dennoch in heldenhafter Verteidigung eine blutige Abfuhr nach der andere« bereitet. Man versteht nicht, weshalb die Engländer sich aus Prestigegründen gerade darauf versteifen, mit riesiger Uebermacht und unter enormen eigenen ..... rti»tt»rnk')1ni»tA»r WirrttiuwMfott Sdfriftleitung und GeschäftrsteUe: Postscheckl16s°FranttlM. ^rühlscheUniversitSIsdnickttki N.£angt V1^vl JUL II Kietzen, Schiilftr-be7-4 4 foft» ' e Tor ttrr • •e. Der U zurück. in, fonber- chchuß br. n bit LI«, rönnen, btt einem (k n fiel bare piel mirhtt i dabei ftet- Erwart litt. > damit wot i der W einen Schuf h berechnt!! versuchte. . piel wenig« t 10 MW aber zu bl- f beiden St! lf der Ssii!- emonnen. <9 'NORD' 6? O "KORD S EE 510 660 NORWICBN |DE1 REK »CHES in $ tnngr w geringen eigenen Verlusten fielen größere Mengen an Kriegsmaterial in deutsche Hand. 3m Skagerrak vernichteten unsere dort operierenden Streitkräfte zwei weitere feindliche U-Boote, fo daß sich die Zahl der in den letzten Tagen von See- und Luftsireitkräften versenkten feindlichen ll-Voole auf sieben erhöht. Das norwegische Torpedoboot „h val" wurde genommen. Es wird mit deutscher Besatzung in Dienst gestellt. Einheiten der Luftwaffe klärten im Laufe des 14. Aprit über der Nordsee und der ganzen norwegischen Küste auf. 3m Westen keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe führte Grenzüberwachungs- slüge durch. Ein deutscher 3äger schoß in Vegend Emmerich ein britisches Flugzeug Dom Muster Bristol Blenheim ab. Ein weiteres bri- lisches Flugzeug erhielt nördlich Offenburg Jlaffeuer und stürzte ab. Der deutsche Vormarsch auf Kongsvinger. Stockholm, 16.April. (Europapreß.) Der deut- Vormarsch auf Kongsvinger wird in einer vsnderausgabe von „Allehanda" am Montagabend ton einem Korrespondenten behandelt, der sich a n der Kongsvinger Front befindet. In seinem bricht heißt es: „Die deutschen Besatzungstruppen trugen die Offensive gegen Kongsvinger sehr schnell vor. Der Fall der Stadt ist eine Frage von Stun- kn. Am Sonntagabend begannen die Deutschen ihre df-ensive gegen Skarnes, die wie ein Uhr- vtrk ablief. Um zehn Uhr erreichten die ersten keltischen Truppen den Glomma-See, dessen kizfläche schon bald überschritten wurde. Hieraus Feststellungen der italienischen presse. Rom, 16. April. (Europapreß.) Der Direktor der „Tribun a", Nationalrat Guglielmotti, sagt, die Westmächte hätten keines ihrer strategischen Ziele erreicht. Statt dessen schreite die Befestigung des bereits eroberten Besitzes Deutschlands in Norwegen sowie der weitere Vorstoß nach Norden unaufhaltsam fort. Alle wichtigen Punkte der norwegischen Küste seien fest in deutschen Händen. Jetzt entfalteten England und Frankreich eine von schamlosester Phantasie getränkte Propaganda, die die Wirklichkeit mit den Wünschen der Kriegshetzer verwechsele. Die Lehre, die aber die Westmächte aus dem Ergebnis der ersten Phase ziehen sollten, müßte ihnen nahelegen, daß es ihnen weder mög ° l i ch sein werde, weitere Truppenlandungen zu verhindern, noch die Kriegsmaterial- und Lebensmittelzufuhren nach Norwegen abzuschneiden. Der Gedanke einer Truppenlandung d e r W e st - m ächte müsse unter Berücksichtigung der nun geschaffenen Abwehr und der Eigenart der norwegischen Küste als Ungereimtheit bezeichnet werden Es föjine vielleicht möglich fein, das eine ober andere Bataillon zu landen. Ob sich bei Berücksichtigung der Küstenverhältnisse und der Struktur des Festlandes eine solche Truppe werde halten können, fei eine andere Frage. Jedem derartigen Versuch, dessen Vorbereitung und Stützung ansehnlich viel Zeit beanspruche, könnten die deutschen Streitkräfte an sich schon äußerst wirksam begegnen. Andere Pläne strategischer und entscheiden- der Art gebe es im Norden nicht. So werde sich der weitere Kampf auf S t ö r u n g s v e r s u ch e episodischen Charakters beschränken. Wenn sie auch nicht bedeutungslos seien, so dürften sie doch mehr und mehr erlöschen, je weiter die Kräftigung der deutschen Abwehrstreitkräfte, das Auslegen von Minensperren und die Küstenverteidi- gung fortschreiten werde. „Lavoro Fascista" weist auf den Zuwachs, den die deutschen Seestreitkräste durch die norwegischen Kriegsschiffe erhallen haben, hin. Diese Schiffe seien zur Verteidigung der norwegischen Küste hervorragend geeignet. Infolge der erfolgreichen Zusammenarbeit der deutschen See- und Luststreitkräfte sei die Nordsee ein Gebiet deutscher und nicht mehr englischer Vorherrschaft. Das begründe die Gereiztheit des englischen Marinekommandos, das die offene Stadt Bergen habe bombardieren lassen. Dabei habe das englische Kommando außer acht gelassen, welche Folgerungen sich für Deutschland daraus ergeben könnten, besonders nach der voraufgegangenen Bombardierung einer Eisenbahnstation in Schleswig-Holstein. „Teuere" veröffentlicht eine Kartenskizze, die Umfang und Verteilung der Streitkräfte einschließlich der „geheimnisvollen" Weygand-Armee, der Divisionen Rußlands, Norwegens und Finnlands zusammenstellt. Ohne eine etwaige bewaffnete Hilfe Rußlands einzubeziehen, so schreibt das Blatt, sei das Ergebnis einer Wertung des Kräfteverhältnisses ausgesprochen für Deutschland günstig. Es ergebe sich, daß die ßanbftreitfräfte Deutschlands fähig seien, der Besetzung Norwegens und Dänemarks einen bei weitem festeren Bestand zu geben, als dies die englische Propaganda wahr haben wolle. Ferner zeige es sich, daß Deutschland auch bei einer Beanspruchung im Norden nach allen Richtungen hin entscheidende Schläge austeilen könne. Paris sott sich gedulden. Brüssel, 15. April. (Europapreß.) Ministerpräsident R e y n a u d hat, wie der Pariser „Matin" meldet, am Sonntagnachmittag den finnischen Gesandten in Paris, Ho lma« empfangen. — Weiter- Mit den deutschen Truppen in Osts. •- z ' Unser Bild zeigt General v. Falkenhorst, den Oberbefehlshaber der deutschen Unternehmung zum Schutze der Neutralität Norwegens und Dänemarks, kurz nach der Landung auf einem Flughafen südwestlich der norwegischen Hauptstadt im Gespräch mit Offizieren. (PK-Lanzinger-Presfe-Bild-Zentrale-M») Verlusten gegen die deutsche Verteidigung in N-ar- otf anzurennen und die besten Stützpunkte Mittel« und Südnorwegens, die auf England direkt gerichtete Pistole, außer Beachtung lassen. Die Bedeutung Narviks für die deutsche Erzzufuhr aus Schweden ist jetzt, im Frühjahr, durch bessere Derbinounaen ersetzt worden. Die Engländer, die bisher über Narvik weit größere Erzbezüge als Deutschland er« hielten, wissen doch genau, daß die Transportverbindung Narviks mit Schweden in jedem Falle auf Monate hinaus unterbrochen ist. Es handelte sich also bei der versuchten Forcierung Naroiks um ein offenkundiges Prestigemanöver, um der sehr deprimierten Stimmung der Plutokratien neuen Auftrieb zu geben. Die eigentliche Gefahr für England, eben die absolute Beherrschung von Süd- und Mittelnorwegen durch die Deutschen, ist damit nicht gebannt, nicht einmal unwesentlich verringert worden, da die deutschen Truppen in den letzten Tagen sehr wesentlich verstärkt worden sind und alle strategischen Punkte gegen England fest in der Hand haben. Die norwegischen Befestiyungs- roerfe, die norwegischen Kriegsschiffe und Mumtions- vorräte, die norwegischen Flakbatterien und Lufthäfen, das alles ist von Deuffckland übernommen und durch deutsches Material in yöckstem Maße verstärkt worden. Was es heißt, den deutschen Solda« ten in einer so günstigen Position anzugreifen, das haben die Engländer zu ihrer schmerzlichen Ueber- vaschung in der vorigen Woche erlebt, und sie werden noch mehr erleben! Wie Antwerpen von Napoleon als der Degenknopf des Festlandes gegen England betrachtet wurde, so ist es jetzt, im Zeitalter der gewaltigen Luftkämpfe, die Reihe der England direkt gegen« überliegenden norwegischen Stützpunkte. Ununterbrochen gehen deutsche Znippen gen Norden, die deutsche Kriegsflotte beherrscht die direkten Verbindungswege nach Norwegen, so wird Süd- und Mittelnorwegen mit aller Energie zu einem Bollwerk gegen Die Briten umgeschaffen. Hier brachen sich die ersten Angriffswellen der „weltbeherrschenden" englischen Flotte. Hier wird sich der Brite zu Tod rennen. E. S. Die norwegische Gegenküste. Eine Ergänzung zu den Ausführungen im heutigen Leitaufsatz bietet die folgende geographische Betrachtung: In der geopolitischen Literatur ist der Fachaus« druck von der „Gegenküste" nicht selten. Die ©egen» Lüste von Frankreich am mittelländischen Frankreich ist Algier und die GegenLüste Englands ist am Süd- aue-gang des Kanals Frankreich, weiter „ nördlich Belgien und Holland, dann die deutsche Küste. Hier schließt sich die westjütländische und südnorwegische Küste als „Gegenküste" zu Nord-England und Schottland sowie den beiden Inselgruppen der Orkneys und Shetlands an. Die j inländische Küste beginnt etwa auf demselben Breitengrad, auf dem die englische Industriestadt und der Kohlenausfuhrhasen von N e w c a st l e liegt. Von der südwest- norwegischen Stadt Stavanger sind 400 bis 600 Kilometer zu den beiden schottischen Industriestädten Aberdeen und Dundee sowie zum Firth of Forth, wo sowohl die alte schottische Königsstadt Edinburg wie auch starke englische Flottenstützpunkte liegen. Die alle norwegische Handelsstadt B e r g en liegt sowohl den Orkney-Inseln (mit Scapa Flow) und den Shetland-Inseln gegenüber. Die Entfernungen betragen 260 bis knapp 400 Kilometer, also einen erfreulich geringen Bruchteil der bisherigen Anflugsstrecke von der deutschen Küste. Noch weiter im Norden liegt Trondheim, die Hauptstadt Mittelnorwegens — schon etwas nördlicher als die Inselgruppe Färöer und fast so nördlich wie Island. Don den genannten norwegischen Städten ist Stavanger der Einwohnerzahl nach am kleinsten. Bergen dagegen ist eine Stadt von fast 100 000 Einwohnern und hat wegen seiner ausgezeichneten Lage schon im frühen Mittelalter einen bedeutenden Ruf erworben. An die hier sehr einflußreichen hanseatischen Kaufleute erinnert noch heute Die altberühmte Uferstraße Tyskebryggen (deutsche Brücke). In Bergen mündet auch die B e r g en s - B a h n , die auf eine Entfernung von fast 500 Kilometer nach Oslo führt, ihren Gipfel- punLt in der Höhe von 1300 Meter über dem Meer erreicht und insgesamt 17 Tunnels mit 37 Kilometer Länge durchfährt. Trondheim mit 55 000 Einwohnern liegt an den gleichnamigen 150 Kilometer langen Trondheim-Fjord. Trondheim (in norwegischer Schreibart oft: Trondheim) hat außer der in Norwegen üblichen starken Fisch- und Holzausfuhr eine sehr lebhafte Maschinenbauindustrie. „Los von Versailles " Danzig, 15. April. (DNB.) Aus Anlaß der Eröffnung der Ausstellung „Los von Versailles", sprach Reichsleiter Rosenberg in einer Massenversammlung in Danzig. Es sei notwendig, so sagte er, daß wir von dem unheuren Betrug, der Versailles bedeute, nicht nur hören, sondern immer wieder auf ihn hinwiesen. Solange dürfe kein Politiker in England und Frankreich von Verrat an feinem Lande sprechen, solange nicht der ganze Betrug von Versailles wieder gutgemacht sei. Das Diktat sei in seiner Grausamkeit und Unmenschlichkeit geradezu der Hexenhammer des demokratischen Zeitalters gewesen. Was sich heute erneut abspiele, sei die Fortführung des Kampfes der jüdisch-internationalen Hochfinanz der Plutokratien um die Erhaltung von Versailles. Heute aber bräche selbst in den feindlichen Mächten die Ueberzeugung durch, daß das abgewirtschaftete System dieser Demokratie nicht mehr kämpfen könne, sondern nur noch geschoben werde. Die nationalsozialistische Revolution habe einen neuen Staatsgedanken und aus ihm eine neue Lebensanschauung geboren, an der die innerlich brüchig gewordenen Lebensauffassungen der Vergangenheit zerschellten. Deutschland sei zum Schirmherr des bedrohten und bedrückten europäischen Kontinents geworden. Deutschland kämpfte gegen eine unselige Zersplitte- rung des alten, ehrwürdigen europäischen Festlandes in Dutzenden von Kleinstaaten, die als Spielball ®ng?w*Ö5 dem Hunger und der Vernichtung ausgesetzt wurden. Damit aber tritt der Kampf Deutschlands in den Begriff einer Lebenska« meradschaft aller europäischen Staaten, denen gegenüber England das Räuberrecht einer Hungerblockade anwende. Gerade die Blockade Englands werde die europäischen Völker veranlassen, Deutschland als organische Friedens« macht Zentraleuropas anzuerkennen. Leningrad wieder eisfrei. Moskau, 15. April. (DNB.) Im Leningrader Hafen wurden nach Beendigung der Vereisung zahlreiche Schiffe beladen. Unter den neuen Sowjet- schiffahrtslinien sind besonders die regelmäßig ver- kehrenden Linien zwischen Leningrad und Hamburg sowie Leningrad und Stockholm für den sowjetischen Handel in der Ostsee von Bedeutung. In Auswirkung der Wirtschaftsabkommen erwartet man vor allem eine starke Steigerung des Frachtverkehrs zwischen Hamburg und Leningrad. Unter den neuen sowjetischen Fahrgastlinien in der Ostsee ist besonders die Linie Leningrad—Helsinki- Stockholm—Stettin—Libau—Reval—Leningrad zu erwähnen. Die gesamte Strecke wird einschl. Zwischenaufenthalts in einigen Häfen in elf Tagen zurückgelegt. Oie Vernichtung der sieben feindlichen Ü-Boote. Berlin, 15. April. (DNB.) Die deuffche U- Boot-Abwehr in der Nordsee, hat am 13. und 14. April sieben feindliche U-Boote vernichtet. Zwei davon wurden im aufgetau'C zegen le'1 lüft« -« .edauerN' ‘Soll «*<* SjS S; Oie Metallspende des Generalfeldmarschalls Göring. B e r l i n, 15. Avril. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring hat vonge Woche seinen Anteil an der Metallspende des deutschen Volkes ab- gegeben. Er hat, wie er sagte, in feinem privaten teilnahm, erhielt ein Jahr Gefängnis. Das Sondergericht Kattowitz bestrafte mit drei Jahren Zuchthaus den Georg Äup n n aus Hohenlinde. Kupny hatte wochenlang täglich Auslandsnachrichten abgehört und sie seiner Ehefrau und Angehörigen seines Lichtspielhauses mitgeteilt, wobei er sich noch in gehässiger Weise gegen alles Deutsche äußerte. Weiter verurteilte das Sondergericht Kattowitz den Theodor Zur aus Bismarckhütte zu 3Vr Jayren Zuchthaus. Zur, der von 1931 bis 1939 Angehöriger des polnischen Aufständischenverbandes war, hatte Meldungen der Auslandssender abgehört und sie mit weiteren deutschfeindlichen Bemerkungen bei seinen Arbeitskameraden verbreitet. Nach dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht hat ein deutsches U-Boot nördlich der Shetland-Inseln einen Kreuzer der „Glasgow" - K l a s s e to r p e d i e r t. Unser Bild zeigt den Kreuzer „Glasgow", das Namensschiff dieser Klasse, die eine Wasserverdrängung von 9100 Tonnen hat und zum größten Teil erst im Jahre 1936 vom Stapel lief. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten. Die sowjetrussische Telegraphenagentur dementiert eine Reutermeldung, in der behauptet wurde, daß an Molotow ein Ersuchen gerichtet worden sei, den Transport deutscher Truppen nach Nor- wegen über die Murmansk-Eisenbahnlinie zu gestatten. Es handele sich dabei um eine offensichtliche Lüge. Der dänische Frachter „Esbjerg" meldet den A b - stürz eines britischen Bombenfliegers nach einem Luttkarnpf am Morgen des 15. 4. in der nördlichen Nordsee. Das luxemburgische Hoheitsgebiet wurde am Montag aufs neue von einem französischen Flugzeug verletzt. Die französische Maschine überflog das luxemburgische Gebiet an der Dreiländerecke in geringer Höhe und bewegte sich dann auf Deutschland zu, wo es von den Abwehrbatterien empfangen wurde. Angriff durch s-indlich- E-estr-ltkräft- zu ermatten Das Unternehmen mar daher auf her See u n a e . fährbet, ebenso die Landung der Mitgefühlen Truppen von der See her selbst. Trotzdem kam der engMe Flottenangnsf gegen die Dardanellen am 18 Marz 1915 zu einem sähen Ende, die alliierten Seeftreitfrafte erlitten eine entscheidende Nieder- I ° 9 -und große Verluste. Einern neuen Landunas- --'such- mit ft' -hen Kräften im August 1915 er- 9'n9 es nicht besser. Erst der dritte Versuch gelang aber bereits im Dezember mußten die Briten Galli-' poli räumen. Das von Deutschland gegen O e s e l durchge- führte kombrmerte Unternehmen erfreute sich völliger Beherrschung der Anmarschwege durch die deutsche Flotte in der Ostsee. Die russischen See- »treitkrafte bei Oesel waren schnell niedergekämpft- die Insel wurde nach verlustreichen Kämpfen de- setzt und blieb bis zum Schluß des Krieges in deutscher Hand. Deutsche Organisation, gründliche Vorbereitungen und mustergültige Zusammenarbeit hatten den Erfolg gesichert. 2. Bei dem Unternehmen gegen die Dardanellen «ar der Anmarschweg ebenso wie bei Oesel ^r^aIlnrl5nJ.?6i9 kurz, 300 Seemeilen Malta—Gallipoli) und 250 Seemeilen (Danzig —Oesel). Ganz anders bei dem Unternehmen gegen die norwegischen Häfen. Der Weg von der deut- chen Küste bis Narvik, dem am weitesten abgelegenen Punkte, beträgt rund 1000 Seemeilen und wird von dem an der Grenze der Nordsee und des nördlichen Atlantik liegenden wichtigsten Stützpunkte der englischen Flotte, Scapa Flow, slankiert. Diese außerordentliche natürliche Chance haben die Engländer nicht zu nutzen verstanden. Um so größer ist der Erfolg der deutschen Seestreitkräfte, der dadurch erleichtert wurde, daß durch die Fernaufklärung der Luftwaffe über der Nordsee die Bewegungen der englischen Seestreitkräfte bekannt waren. Dieses Beispiel gibt einen neuen Beweis für das mustergültige Zusammenarbeiten von Kriegsmarine und Luftwaffe, das schon so oft seine Probe bestanden hat. Das gegenseitige Verständnis der drei Wehrmachtsteile und das Aufeinandereingespieltsein war die wesentliche Grundlage aller bisherigen Erfolge. Haushalt eine „Generalreinigung" vorgenommen, und alles, was er an verfügbaren Metall- aegenständen befaß, zur Sammelstelle schaffen lassen. Unter der Spende des Generalfeldmarschalls befinden sich neben Zinngeschirren, Bronzeketten und vielem anderen Hausgerät auch einige B ü st e n führender Persönlichkeiten des Reiches. Der General- feldmarfchall betonte, daß man sich aus Gründen der Pietät nicht zu scheuen braucht, derartige Büsten oder Bronzereliefs, wenn sie k ü n st l e r i s ch w e r t- los oder minderwertig sind, als Metcrll- spende abzugeben. Man kann glücklich darüber sein, daß diese Metallsammlung Gelegenheit bietet, allen Kitsch und Schund, ganz gleich, was er darstellt, jetzt einer für das deutsche Volk nützlichen Verwendung zuzuführen. Das gleiche gilt für Denkmäler, die keinen Anspruch auf Kunstwert erheben können oder Persönlichkeiten darstellen, die nichts für das deutsche Volk getan haben. Auch auf diesem Gebiet wird eine Generalreinigung noch vorgenommen werden. >4 „Satz" gefügt werden konnten. Don diesem Satz konnten nun mit Hilfe der Buchdruckerpresse so viele Abzüge „gedruckt" werden, wie man es für wünschenswert hielt. Dieses Prinzip der bewea- lichen Lettern liegt selbst noch der heute so hochentwickelten Buchdruckerkunst zu Grunde, da auch die Setzmaschine aus beheglichen Letternformen die Buchstabenzeile gießt. Wie denn ebenfalls die rasende Rotationsmaschine im Prinzip ein Abbild der ersten simplen Gutenbergpresse darstellt. Diese Erfindung Gutenbergs rief eine ungeheure Revolution des geistigen Lebens hervor, die sich politisch, kulturell und wirtschaftlich in einer Weise auswirkte, wie es sich selbst Gutenberg nicht vorgestellt haben kann. Gehen wir von dem ersten gro- ßen Druckwerk der Welt, der deutschen Luther- Bibel aus und stellen wir uns die Milliarden und Abermilliarden von Druckwerken vor, die in diesen 500 Jahren die Welt überfluteten; machen wir uns klar, wieviele Millionen und Abermillionen Menschen in diesem Zeitraum Nutznießer der Erfindung Gutenbergs gewesen sind und es in Zukunft sein werden; begreifen wir, daß heute Völkerschicksale durch die Buchdruckerkunst gestaltet werden, indem sich Gedanken und Ideen wie breite Lavaströme über den ganzen Erdball ergießen; so haben wir ein Recht, der Erfindung des Deutschen Johannes Gutenberg eine Zeitwende zuzuschreiben. Denken wir aber auch noch einmal an den Brand der Alexandrinischen Bibliothek, so verstehen wir, welcher Wert der Erhaltung, im Wesen der Buchdruckerkunst einbeschlossen ist und daß so das Wort Gustav Freytags zutrifft: „Die Bücher sind die großen Schätzehüter des Menschengeschlechtes. Das beste was je gedacht und erfunden wurde, bewahren sie aus einem Jahrhundert in das andere, und sie verkünden, was je auf Erden lebendig war." Don den beiden großen Werten der Buchdruckerkunst, von der zahlenmäßig fast unbegrenzten Verbreitung und der Erhaltung geistiger Güter, hat auch der Nationalsozialismus seinen berechtigten Nutzen gezogen, wäre doch die Dynamik der nationalsozialistischen Revolution ohne die Dynamik der Erfindung Gutenbergs nicht so überraschend schnell zum Austrag gelangt, wie es zum Wohle des deutschen Volkes tatsächlich der Fall gewesen ist. Wir verdanken dem Bücherdruck und der Freiheit desselben undenkbares Gute und einen unübersehbaren Nutzen. Goethe in „Dichtung und Wahrheit". Große Erfindungen werden nicht an einem Tage geboren. Sie reifen in der Hand ihres Schöpfers heran, ohne daß sich die Stunde ihrer Vollendung festlegen läßt. So auch erging es der genialen Erfindung des Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, als dessen Geburtsjahr wir oas Jahr 1440 anzusehen haben. Wenn wir trotzdem in diesen Tagen des Mannes gedenken, der im deutschen Mainz mit Johannes Fuft gemeinsam die erste Buch- druckerei der Welt eröffnete, so deshalb, weil sich am 17. Januar der Tag von neuem jährte, an dem Johannes Gutenberg im Jahre 1465 von Adolph von Nassau zum Hofmann ernannt wurde. Wir dürfen diese höfische Ernennung nicht unter» schätzen oder gar belächeln. Sie entspricht gewiß keineswegs der Bedeutung und Größe der Erfindung Gutenbergs, dennoch war Adolph von Nassau der erste, der einen schlichten Bürger ehrte, dessen Genie und Tatkraft eine neue Zeit heraufbeschwor. Um diese Zeitwende zu begreifen, müssen wir uns in die Zustände zurückversetzen, die vor der Erfindung der Buchdruckerkunst geherrscht haben. Wohl fand das Geistesgut großer Dichter und Denker seinen Niederschlag, wohl wurden auch geschichtliche Ereignisse ausgezeichnet und Nachrichten durch Niederschrift verbreitet, —. aber in welch unvollkommener Weise! Von den Felszeichnungen und Steininschriften, von den Runenstäben der Vorzeit, von den Ziegelsteinen und Papyrusrollen der Aegypter über die Wachstafeln der Griechen und Römer dis hin zu den pergamentenen Dokumenten des Mittelalters, waren alle diese schriftlichen Ueberlieferungen meist einmalige Nieder- schriften, die nur einem begrenzten Kreise zur Verfügung standen und zugänglich waren. Selbst wenn Kopien und mehrfache Abschriften angefertigt wurden, so änderte dies wenig an der Ausbreitung und Verbreitung des Gedankengutes oder der historischen Daten. Der Brand der berühmten Alexandrinischen Bibliothek, die im Jahre 47 v. Chr. ein Opfer des Feldzuges Caesars in Aegypten wurde, hat uns des Wissens über vieles Geschehen des Altertums beraubt weil alle diese gesammelten „Bücher" eben nur einmalig vorhanden waren. Da gelang es im Jahre 1440 der Erfindungsgabe eines Gutenberg, bewegliche Lettern, also Buchstabentypen, zu gießen, die jederzeit in beliebiger Weise zusammengestellt und zu einem Rundfunkverbrecher. Berlin, 15. April. (DNB.) In den letzten Mo- naten sind wieder einige Rundfuükverbrecher von Sondergerichten abgeurteilt worden. Die Straftaten fallen hauptsächlich in den Herbst des wahres 1939. Wer trotz des allgemein bekannten Verbots ausländische Rundfunksender abhört, leistet ter feindlichen Zersetzungspropaganda Vorschub und wird zum Verräter am Lebenskampf von Front und Heimat. Für solche gemeinen Verbrecher ftbt es keine Gnade. So verurteilte das Sonder- Bericht Rostock den Wilhelm Zirpe! aus Malchin zu fünfJahrenZuchthaus. Zirpe! hatte «irf feinem Frachtkahn wiederholt, noch dazu in Gegenwart seines 17 jährigen Neffen, der als Schiffsjunge bei ihm tätig war, die Lügenmeldun- cen ausländischer Sender ab gehört, sie in gehässiger Form weitererzählt und eine Frau zum Abhören ter Auslandssender aufgefordert. Das Sondergericht Klagenfurt bestrafte den Andreas G l a n z e r aus Radentheim mit fünf Jahren Zuchthaus. Glanzer hatte im Herbst vorigen Jahres monatelang in feiner Wohnung den Nachrichtendienst ausländischer Sender abgehört, das Gehörte Nrbeitskameraden mitgeteilt und sie unter lügnerb । schen Behauptungen zum Abhören von Auslandsnach- richten zu verleiten versucht. Das Sondergericht Elbing verurteilte den Johann Matczynski ous Orlandshof zu fünf Jahren Zuchthaus. Matczynski hatte ausländische Rundfunkmeldungen regelmäßig abgehört und oesonders üble Lugen meiterüerbreüet Seine Ehefrau, die am Abhören haben Die Verbleibt : unver- un.ver- MMM nEUERBUBE os sein brennt, veranlasst, unsere t einem CfMundt muss, damit die hat das Mund-, ändert in Aroma Hier müssen dicht versehb Wasser dura düng solch eines dabei unsichtbar bedeutet eine < vide eine ganz anaere len. Es soll vor allem htigkeit widerstehen, die Poren des Papiers । werden, sodass kein vor der 191?D eine Statt besonderer Anzeige. Telefon 2186 Gießen, Wetzsteingasse 8 Vermittler erhalten hohe Provision! 1913D Bäckermeister Heinrich Höhle im Alter von 44 Jahren, Dorlar, den 15. April 1940. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. April, um 15 Uhr statt. 1916 D 19126 GLORIfi 1921 D 1915 D 1 1786 D Gießen, den 16. April 1940. 01413 Jungs Blutreinig.-Tee ab 65 Pf. Lohn gesucht 1871D Reines Blut ist Gesundheit KräuterhausJung In d. Mausburg i PQ'LQST Giessen Stadttheater Flasche 1.60 Flasche 3.00 alle lästig. Haare Leberflecken Pickel, Sommer» spross, usw. entf. u.Gar.lkr immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr.W. Henkel Svrechstund.ietzt Mittwochs.Gießeu Am Riegelpfad 32, 9 -17 Uhr durchg. Gießen (Bruchstraße 14), den 15. April 1940. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 18. April, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Pflanzensaft Blutsaft.... Der Film vom Einsatz Oer deutschen Luftwaffe in Polen 19 Uhr festgesetzt ist. Gießen, den 15. April 1940. Am Sonntagabend, 20 Uhr, entschlief sanft, plötzlich und unerwartet infolge eines Schlaganfalles mein herzensguter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir auf diesem Wege allen unseren aufrichtigen Dank. Lissy Hengst, geb. Dittmar u. alle Angehörige. Im Namen der trauernden Hinterbliebenenj Frau Anna Höhle, geb. Schäfer. Frühjahrs- Kur 1 Stütze (für Haus u. Büfett) 2 perfekte Servierfräulein. Schriftl Angeb. m.Bild, Zeugnisabschriften u. Gehaltsanspr. an Staatl. Kurhaus Bad Salzhausen, Oberh. ......Der Film von der Feuertaufe der deutschen Luftwaffe ist zum echtesten und schlichtesten Dokument des Polenkrieges geworden. Deutsche A llgemeine Zeitung 20 bis 22.30 Uhr 2 7. Dienstag -Miete! Emilia Galotti Trauerspiel von G. E. Lessing. Preise: RM. 0.60—3.10. [1909d Beiprogramm — Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.80, Sonntag 3, 5.30, 8.80 Uhr 1906 A Im Posener Schloß fand die Eröffnung der I n - du st rie-undHandelskammer, der Handwerkskammer und der Wirtfchaftskam- mer Wartheland statt. Zum Präsidenten der Industrie- und Handelskammer wurde Dr. Hugo Schnell, zum Präsidenten der Handwerkskammer Die von der Reichshauptstadt und dem Deutschen Volksbildungswerk veranstaltete 11. Berliner Dich» terwoche, die der deutschen Dichtung im Osten gewidmet ist, wurde mit einer Feierstunde vor der Berliner Schuljugend in der Singakademie eröffnet. Reichserziehungsminister R u st führte aus: Ohne die deutschen Schulen und ohne die deutschen Dichter in den Ostgebieten, die mit dazu beitrugen, die deutsche Sprache zu erhalten, wären die Volksdeutschen des Ostens in fremdem Volkstum versunken. X'-x Ich suche zum 15. Mai oder früher f. meinen Haushalt von zwei Personen oder perfekte Hotelköchin 1 Jungkoch 1 Beiköchin 1 Konditor Heute Dienstag Erstaufführung des mit großer Spannung erwarteten Fliegerfilms | J.B. Häuser ■ 1 Gießen, a.Oswaldsgarten _ ■ (Parkplatz) o " Fernruf Nr. 2145-2146 > Bekanntmachung. Vetr.: Neuregelung des Ladenschlusses. Auf Grund des § 2 der Bekanntmachung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung —< vom 8. April 1940 betr. die Ausführung der Verord-- nung über den Ladenschluß vom 21. 12. 1939 (RGBl. I S. 2471) wird hiermit für die Verkaufs- stellen des Einzelhandels innerhalb des Stadtkreises Gießen die Zeit des Mittagsladenschlusses wie folgt festgelegt: Lebensmillelgeschäfle in der Zeit von 13—15 Uhr. Sonstige Geschäfte, einschließlich der Lebensmittel- abteilungen in Warenhäusern, in der Zeit von 12^—14% Uhr. An Samstagen und an Tagen vor Feiertagen ist ein UUttagsladenschluh nicht zulässig. Außerdem weise ich ausdrücklich darauf hin, daß in den Sommermonaten (April bis September) der Ladenschluß abends für alle Verkaufsstellen auf Fva« Louise Veite Mäusburg 10 Zuverlässiges, selbständiges Mädchen mit Kochkenntnissen bei gutem Achtung! Schlachtpserde und Schlachtsohlen werden ständig zu Höchstpreisen angekauft. Bei Notschlachtungen schnelle u. reelle Bedienung. Roßschlachterei Schilling Für die Saison zum l.Mai od. baldmöglichsten Eintritt gesucht: 1 Küchenchef(Alleinarbeiter) Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. J.V.: Vogt. REGIE: HANS BERTRAM Musik: Norbert Schultze Der Film enthält Aufnahmen der Kriegsberichter - Kompanien der Luftwaffe, des Sondertrupps Bertram und der Hauptfilmstelle des Reichsluftfahrtministeriums. Die Aufnahmen enstanden während der Kampfhandlungen Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Katharine Hofmann Wwe. geb. Keßler ist heute mittag im Alter von 76 Jahren sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Frau Lina Ruth Wwe. Büglerin für Damengarderobe Anlernmädchen zum Bügeln Laufbursche — Lehrling zum sofortigen Eintritt gesucht Wallenfels Heute verschied im fast vollendeten 79. Lebensjahr Dr. theol. h. c., Dr. jur. Arthur Benno Schmidt em. o. ö. Professor der Rechte, Geheimer Justizrat Frau Marie Schmidt, geb. Benecke Oberstarzt Dr. Wolfgang Schmidt mit Frau Tilla, geb. Hoffmann, Berlin Major Gerhard Schmidt mit Frau Gerhild, geb. Walther, Ulm Ernamarie Schmidt, Kassel Regierungsrat Arnold Schmidt z, Z. Oberleutnant mit Frau Ellinor, geb. Strauch, Stuttgart und 10 Enkelkinder. Tübingen (Gartenstraße 18), den 14. April 1940. Von Kranzspenden und BeÜeidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Oelgemälde aus Privathand zu kauf, gesucht Schriftliche Angebote unter 19^3D an den Gießener Anzeiger erbeten. wo sind aber die Graupen? Bei der Aufbewahrung In den durchsichtigen Vorrätsgläsern sehen Sie es mit einem Blick. Dann kann nichts an Nährmitteln vergessen oder verschüttet werden. Lassen Sie sich die Vorratsgläser zeigen. leiileotfflelgemnfl mNM-Meii md-Mm am Freitag, den 19. Avril 1940, in Gießen (Lahn) Versteigerungshalle Rhein Main. Aufgetrieben werden 22 Elitebullen und 3 Rinder aus den besten Hochzuchten Hessen-Nassaus, Kurhessens, Schlesiens und des Harzes. Günstige Gelegenheit zum Erwerb hervorragender Vererber aus bewährten Blutlinien. Auftrieb: Donnerstag, den 18. Avril 1940, von 12-16 Uhr. Anschließend Sonderkörung und Prämiierung. Freitag, den 19. Avril 1940: 9 Uhr Vorführung der Elrtebullen 11 Uhr Beginn der Versteigerung. iM4 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der zweite Angeklagte, der 56 Jahre alt ist, war in der Paketumschlagstelle des Ostbahnhofs beschäftigt, wo er sich in gleicher Weise verging. Er wurde mit 3 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust bestraft. MslöuK schaffen, Ätna? Vornan von Markina if tforbfjclm 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Wie? Sie wollen gar nichts darüber gehört haben?" — Gräfe läßt sich nicht dumm machen, o nein — „das glauben Sie doch selber nicht!" Und nun zeigt es sich, daß Herr Schneider der Ansicht ist, daß auf einen groben Klotz ein grober Keil gehört. „Na, erlauben Sie mal, das ist ja die Höhe! Und übrigens ist es mir doch ganz wurscht, ob die Trasse später mal rechts oder links verläuft, östlich oder westlich. Ich habe nur mit den Vorarbeiten zu tun." Den Gräfeleuten wird himmelangst, denn Vater Gräfes Gesicht läuft blau an. „Was sagen Sie, Mann? ,Wurscht ist ihnen das? Aber mir ist es nicht wurscht! Glauben Sie vielleicht, ich sitze hier friedlich in, meinem Haus und warte, bis man mir die Luft abdreht? Haben Sie schon etwas von meinen Quellwiesen gehört? Die Quellen brauche ich nämlich für mein Bier! Damit Sie es wissen — mein Bier ist berühmt bis nach Berlin hinauf! Noch einer soll mir sagen, daß ihm das wurscht ist!" Und damit donnert er mit seinen wuchtigen Schritten wieder zurück auf seinen Platz. Und nun ist lastende Stille im Zimmer. Lena Dettefing wagt als erste die allgemeine und schweigsame Betretenheit zu unterbrechen. „Ihr habt Sorgen wegen der Autobahn. — Das tut mir wirklich leid." Ihre Stimme Hingt tastend. Da ist aber schon Hermanns Baß dazwischen „Lassen wir das heute abend. Das sind Männersachen. Wir werden es unter uns ausmachen." Christoph Gräfe sieht mit einem schiefen, aufhorchenden Blick zu seinem Sohne hinüber. Was ist denn das? Das klingt ja wie eine Zurechtweisung. Wie kommt der sonst zurückhaltende Hermann dazu, sich so etwas anzumaßen? Auch Lena sieht sich jetzt.den Großen an. Eigentlich zum erstenmal bewußt. Ihr Interesse hat vor allem den Kindern ihrer Schwester gegolten. Jetzt bemerkt sie, daß dieser Hermann ein feines Gesicht hat und einen klugen Blick. Wie von innen heraus bricht aus diesen Augen ein starkes Feuer. Und dabei sind sie hell, von einem merkwürdigen ©rau. Lena schweigt, auch die anderen bleiben stumm. Fühlen sie es, daß in dieser Stunde etwas anders geworden ist auf dem Gräfehof? Herr Fred Schneider findet es auf einmal reichlich an der Zeit, aufzubrechen. Er will noch bis Weißenberg. Im Hausflur zieht er Lena ein wenig beiseite. „Du, ich hätte noch ein Anliegen. Ich wollte es schon den ganzen Tag sagen — könntest du mir — ich bin gerade mächtig in der Klemme — zwanzig Mark, Lena, wenn du mir die leihen könntest?" Lenas Gesicht verzieht sich. Es ist ihr peinlich. Christoph Gräfe geht gerade vorbei zur Treppe. Wenn der Schneiders Anliegen gehört hat, — unangenehm wäre das. Lena geht zur Haustür und öffnet sie. „Du wohnst ja hier in der Nähe, Fred. Komm mal vorbei mit deinem Wagen. Im Augenblick geht es nicht." Lena bricht schnell ab. Dor der Tür stehen Erni und Jupp und sehen sich den Schneiderschen Wagen an. Jupp wirft mit großen Worten um sich: „Oben- gesteuerte Ventile" und dergleichen mehr. „Es tut mir leid", sagt Erni zu Schneider, „daß Sie von uns Gräfes einen so wenig netten Eindruck bekommen haben." „Von Ihnen einen ausgezeichneten, Fräulein Erni!" Sie ist etwas verwirrt. Aus dem kleinen Seidentuch feiner Jackentasche strömt Parfümgeruch. Er gibt ihre Hand gar nicht wieder frei. Ein feiner Mann, denkt Erni, indes er in feinem grauen Slipon um den Wagen schwenkt. „Gute Fahrt!" ruft sie ihm nach. Sie will ins Haus zurück, bleibt aber unwillkürlich stehen. Drinnen brandet ein Sturm. Vaters und Rudolfs Stimmen. Eine lauter als die andere. Erni hält sich den Kopf. Gott, o Gott! So ein kritischer Tag! Wie Mord und Totschlag klingt es da drinnen. Schämen sich die beiden denn gar nicht vor Tante Lena? Jetzt wird die Tür aufgerissen. Rudolf stürmt heraus. „Um Gottes willen, was ist denn los?" „Keine Stunde bleibe ich länger hier! Ich lasse mir doch die Jutta nicht beleidigen!^ „Aber Rudolf, du weißt doch, Vater ist gerade heute so aufgebracht!" „Ist mir gleich, ich lasse mir das nicht bieten!" Da hilft kein gütiges Zureden. Erni muß zusehen, wie Rudolf sein Motorrad aus dem Schuppen holt. W-belk s S; Fß Seite?1 Ä 6 Beel«1 lis