Dienstag, lb.Zanuar 1940 PO. Mrgang Ur. 15 Erstes Matt (140,70), jßigt au' gering« rembem Land weilenden Menschen ein Stück Heimat ans den Tisch gezaubert worden. Neben der außerordentlichen Uebermittlung von Paketen befaßt ich eine weitere Abteilung mit der Uebermittlung von Geldern, die ihr für Gefangene, Internierte oder Evakuierte anvertraut werden. So groß der Apparat des Internationalen Rotem Kreuz-Komitees, das mit den allerbescheidensten Mitteln arbeitet, auch ist, so übersichtlich ist seine Arbeit, die vom menschlichen Standpunkt aus gar nicht hoch genug gewertet werden kann. Berlin, 15. Jan. (DRV.) Die niederländische Regierung hat beschlossen, vorläufig keine periodischen Urlaube zu gewähren. Auch das belgische Verleidigungsminislerium gab bekannt, daß sämtliche militärischen Urlauber unverzüglich zu ihren Einheiten zurückkehren mühten. Wie man übereinstimmend aus gut unterrichteten Kreisen in Amsterdam und Brüssel hierzu erfährt, haben die englische und die französische Regierung in Amsterdam und Brüssel Informationen souffliert, die die holländische und die belgische Regierung zu den von ihnen durchgesührlen Maßnahmen veranlassen sollten. Man habe den Eindruck, daß sich auf franzö- sischer Seite infolge des Drucks aus gewissen Kreisen eine ftärkere Neigung zu einer lebhafteren Kriegstätigkeit durchgeseht hat. Angesichts der Unmöglichkeli, an der Maginot- l i n i e aktiv zu werden, möchte man deshalb jetzt Deutschland in Belgien und Holland provozieren. Zwei britische tl-Doote vernichtet. Berlin, 16. Jan. (DNV.-Aunkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die britischen U-Boote „Starfish" und „21 n - bi ne“ wurden durch deutsche Abwehrmahnahmen in der deutschen Bucht vernichtet. Ein Teil der Besatzungen wurde gerettet. am Sonnlagnachmittag in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. im Adolf-Hitler-Haus zu einer Arbeitstagung. Der (Bauleiter gab ihnen hierbei Anweisungen für den notwendigen zukünftigen Einsatz. Alle in den letzten Wochen auf- g^refenen volksführenden Fragen wurden einer eingehenden Überprüfung unterzogen und erfuhren zu ihrer weiteren Bearbeitung die entscheidende Stellungnahme der Partei. Die Adolf-Hitler-Preise für Motor- und Segelflug. Berlin, 15.Januar. (DNB.) Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, überreichte im Beisein des Korpsführers des NSFK., General ber Flieger Christiansen, die vom Führer für die besten flugsportlichsn Leistungen gestifteten Adolf-Hitler- Preise für Motor- und Segelflug. Der Preis für Motorflug wurde Oberleutnant Pulkowskl für seinen als Weltrekordflug anerkannten Ohnehall- flug Bengasi—Gaya (6400 km) zugesprochen. Zweiter Preisträger ist Oberleutnant I e n n e t t, der Den Rckordflug als Begleiter mitflog. Der Preis für Segelflug wurde dem NSFK.-Oberfturmfuhrer Z i l l e r für feine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Höhenfluges zugesprochen. Ziller stellte u. a. den internationalen Höhenrekord für doppelsitzige Segelflugzeuge mit einer absoluten Höhe von 4976 m und den gleichen Rekord für einsitzige Segelflugzeuge mit einer Hohe von 8550 m auf. Zweiter Preisträger ist NSFK.-Hauptsturm- führer B r ä u t i g a m, der besondere Leistungen auf dem Gebiete des Streckenfluges mit Flügen von über 500 km Länge aufzuweisen hat. tagte di« gen." ; Donnerten. ß Önenwnn. lange zi> auf ijen Weg lir wolle" wir W geben und U Ki"d t der Gs' id als di« Wn!t d ein r* juftaiw lest * °mmtn -lnigtrn zerbrr. Aahr, Famili! Mrlt emeindt ur Ein, Antritt l Leben -christkn n 1841 n einen winnen zu den ruch bei d, nicht ne Dor, 'fafe der r gegen der er )t DP HL De«- Gewissen 'ämpfen,, lick aus- n selbst ter. Uni ißen iin pluiokratie und Labourpartei einig im Bernichtungswitten. Amsterdam, 15. Jan. (DNB.) Im „Daily He- rald" unterstreicht der stellvertretende Leiter der Labour Party, Geenwood, daß die Labour- Opposition keinen politischen Waffenstillstand mit der Regierung geschlossen hat und.daß die Oppo- ition nach wie vor volle Handlungsfreiheit habe. Die Labour Party sei jedoch wie immer entschlos- en, alle notwendigen Maßnahmen zur wirksamen Kriegführung gegen Deutschland zu unterstützen. Sie werde darin nicht wanken, und sie werde m- olgedessen auch nicht zögern, die Regierung angu- cneifen, falls diese nicht die n otw emd ige Initiative und Tatkraft an den Tag lege. Die ktien' )ezu un- -rte blit- ij deanstoll !' len mii i lchschmtt- rile nich!1 rben mit t IM 20, roab* 0 (107>. ur noä übrigen Anlage- inen uni ä" • M3 es,n nie ug ir Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-vezugrprels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte ■ „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Das-eM geführte Krakau. Von Ministerialrat Dagobert Dürr. Krakau, im Januar 1940. Ja, so ist das mit Krakau. Als wir Anfang September noch mit den frischen Eindrücken von den Zuständen im Reich dorthin kamen, da glaubten wir schon, jede Zivilisation hinter uns gelassen zu haben, und vor allem beim Anblick des schmutzstarrenden Ghettos konnten wir uns einen weiteren Abfall des kulturellen Niveaus nur schwer vorstellen. Als wir dann später von einem Besuch anderer polnischer Städte nach Krakau zurückkehrten, atmeten wir aus: endlich wieder Kultur! So stark also ist Krakau, die urdeutsche Stadtgrundung, polemisiert und judaisiert worden, so stark aber wirkt sich doch immer noch das deutsche Element und der Einfluß der österreichischen Zeit aus. Fährt man von B i e l i tz — einem Städtchen, so deutsch, daß es genau so gut irgendwo um Berlm Oie Schweiz dementiert Nachrichten über deutsche Truppenkonzentrationen. Bern, 15. Jan, (DNB.) Die neuen Alarmmel- düngen über eine „militärischeBedrohu n g" d e r S ch w e i z durch Deutschland, die hier zum Teil von der „Suisse" aus dem „News Chronicle" übernommen worden waren, sind von amtlicher Schweizer Seite bemerkenswert prompt dementiert worden. Die Erklärung des Armee st abes, daß die in ausländischen Radio- und Pressemeldungen veröffentlichten Nachrichten über deutsche Truppenkonzentrationen an der Schweizer Grenze jeder (SrunMage entbehren, wurde bereits in den Mittagsstunden im Nachrichtendienst des Rundfunks verbreitet. Die rasche Veröffentlichung dieses Dementis läßt erkennen, daß bei den schweizerischen Behörden die völlige Haltlosigkeit der westlichen Stimmungsmache klar zutage lag und sie Wert darauf legten, dieser Beunruhigung der Oeffent- lichkeit sofort entgegenzutreten. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/zUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Oie preffe als Waffe des Führers im Freiheitskampf. Gauleiter Sprenger über den Einsatz -erpresse für die seelische Geschlossenheit und Widerstandskraft des deutschen Volkes. iu mach? alt. 3,e ' Büro nf und de- Es London und Paris wollen Oeusschland provozieren. Verstärkter Druck auf Holland und Belgien. - Heeresurlauber zurückberufen. Gens, Januar 1940. Es ist ein eigenartiges Gefühl in Genf, an ber Stelle, an der jahrelang Politiker aus allen Him- rnelsrichtungen sich in den Versammlungen der Genfer Liga ereiferten, wo die Jupiterlampen zu 1 Großaufnahmen der ersten Garnitur der inter- i nationalen Politiker aufleuchteten, wo Beschlüsse und ein Machialvellismus ohnegleichen Triumphe feierten, heute die Fahne des Roten Kreuzes zu sehen. Wo ehemals die Tribüne der Völkerbundsredner -im alten BLttrnent (Eiectoral von Genf stand, leuchtet heute ein rotes Kreuz aus weißem Tuch, die Rote-Kreuz-Fahne, die jahrelang während des -spanischen Bürgerkrieges in Malaga roeilte und heute, nach Genf zurückgekehrt, über die Arbeiten des Internationalen Roten-Kreuz-Komitees wacht. Das große Gebäude, das der Kanton Genf dem Internationalen Roten-Kreuz-Komitee zur Der- ■fügung gestellt hat, liegt gegenüber der Universität, nur wenige Schritte vom Musee Rath, wo im letzten großen Kriege die Auskunfts-Zentrale für Kriegsgefangene war. Nicht viel weiter befindet sich das Genfer Reformations-Denkmal und die alte Kathedrale St.-Pierre, wo Calvin zur Welt sprach, und die Eite, wo so vieles an I. I. Rousseau erinnert. Ausgelöscht scheint auf diesem „Forum von Genf" die Erinnerung an die Genfer Liga: Ihre Vollversammlung hatte oft im Battment Electoral getagt; seit einiger Zeit tagt sie in ihrem Riesenprunkgebäude weit außerhalb ber Stadt. Ein Vergleich drängt sich zwingend auf: So groß ber Aufwand und so klein der Erfolg bei der Liga ist, gerade umgekehrt ist es bei der Arbeit des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes. Bescheiden hat es das Bätiment Electoral bezogen; aber feine Arbeit erstreckt sich über den größten Teil Europas und dient nicht der Zwietracht, sondern der Liebe unter den Menschen. Es ist fast ergreifend, einen Besuch in den Raumen des Internationalen Roten-Kreuz-Komitees zu machen. Genfer Liebenswürdigkeit und schweizerischer Ordnungssinn haben aus der Auskunfts-Zentrale für Kriegsgefangene eine übersichtliche Institution geschaffen, wie es ihresgleichen wenige gibt Liebenswürdig und über alles entgegenkommend Aufschluß gebend, empfängt die Vertreter ber Presse ein früherer Journalist. Die Wahl hätte für die Presse niicht glücklicher sein können. Sozusagen vom Bau, weiß dieser Mann genau den Journalisten das 'zu geben, was sie brauchen. Er selbst, einer der Leiter des großen Hilfswerks, fitzt bezeichnenderweise in einem Raum, in dem Schreibmaschinen klappern, Telephone schrillen und über Holzböcke gelegte Bretter Schreibtische ersetzen. So einfach wie dieser sind auch alle anderen. Es sind eigentlich nur durch Holzwände abgesteckte Teile ber großen Halle des Battment Electoral. In der Mitte stehen riesige Tische, auf denen die Po st geordnet wird. Schon heute gehen täglich 3 bis 6000 Briefsendungen ein. Genfer Pfadfinder nehmen das erste Oeffnen und Ordnen der Briefe vor und lösen die Marken sorgsam ab, die später wieder zu Gunsten der Organisation und damit der Kriegsgefangenen und Internierten an Sammler verkauft werden. Das Internationale Rote-Kreuz-Komitee, das m Genf ein ständiges Büro unterhält, war bei Ausbruch des Krieges nicht unvorbereitet. Der Spanienkrieg, in dem es allein sechs Millionen Sendungen bewältigt hat, war für die neue Aufgabe eine ausgezeichnete Praxis. Dazu hatte das Jnter- nationale-Rote-Kreuz-Komitee schon in den letzten Wochen vor dem Krieg alles vorbereitet, um bei etwaigen Kriegsausbruch seine humanitären Arbeiten aufzunehmen. Daß der Schweizerische Bund, der Kanton und die Stadt Gens als erste dem Jn- temationaien Roten-Kreuz-Komitee zu Hilfe kamen, ist umso verständlicher, cäs das Rote Kreuz überhaupt die Schöpfung von Schweizern ist. Die ersten Mitarbeiter des Jnternattonalen Roten-Kreuz- Komitees sind gleichfalls nur Schweizer, um den Kriegführenden gegenüber den Geist ber Unparteilichkeit und der rechten Neutralität zu wahren. Auch das Personal, bas die vertraulichen Arbeiten zu machen hat, besteht aus Schweizern; vor allem aus vielen Frauen aus Genf. Das ist eine alte Labour-Bewegung behalte ihre Unabhängigkeit weiter bei, weil sie es für äußerst wichtig halte, das Volk für bie wichtigen Fragen zu erziehen, die Krieg und Friedensschluß auslösten. Die Labour Party beabsichttge zwar nicht, sich auf einen bitteren innerpolitischen Kampf einzulassen, aber Die Opposition werde mit allem Nachdruck weiter ihre Meinung äußern. Sabotageakte in England Genf, 16.Jan. (Europapreß.) Große Sabotageakte, Attentate und Explosionen bedrohen nach wie vor lebenswichttge Einrichtungen in England. Wie Preß Association mitteilt, hat sich in Northwich in Chester auf einer großen Werft eine Serie von Riesenexplosionen ereignet Diese Explosionen zweifellos Sabotageakte — haben auf ber Par- wood-Werft enormen Schaden angerichtet. Die Löscharbeiten konnten nur unter größter Lebensgefahr durchgeführt werden. Während man nämlich noch mit dem Löschen der infolge der ersten Explo-' sionen entstandenen großen Brände beschäftigt war, erfolgten weitere' Explosionen. Der Luftdruck drückte auf Kilometer Entfernung bie Fensterscheiben ber Häuser ein. Der „Paris Soir" melbet aus London, daß zur gleichen Zeit auf ein Unterseekabel, das Ulster (Nordirland) mit Schottland verbindet, ein Sabotageakt verübt worden ist. Vier Männer haben versucht, das Kabel in ber Nähe von Donaghadee zu burchschneiben. Eine Wache bemerkte im letzten Augenblick die Saboteure bei ber Arbeit und gab Feuer. Darauf ergriffen die Saboteure die Flucht und konnten in der Dunkelheit entkommen. Veim internationalen Rote-Krenz Komitee Von unserem A.-Korrespondenien > herum in der Mark liegen könnte — oftmärts über Krakau, Bochnia, Tarnow nach Rzeszow, so erlebt man eindrucksvoll den rapiden und stetigen Kultur ab stürz, der Mr diese Gegend so charakteristisch ist, und der sich weiter noch Osten hm noch unvermindert fortsetzt. Treffen wir bei Bielitz auch auf dem Lande noch schmucke Häuschen mit gepflegten Gärten, so werden schon in ber Umgebung von Krakau jene baufälligen, vermorschten Holzkaten mit dem einzigen kleinen, nicht zu öffnenden Fensterchen immer zahlreicher, die weiter nach Tarnow hin bie Regel sind und schließlich völlig dominieren. Auch die gepflegten Gärten Horen bald auf, und bie Feldbebauung wird immer primitiver, so daß der fette galizische Ackerboden bei weitem nicht den Ertrag bringt, den wir Deutschen etwa aus dem Dürren Sandboden der Mark heraus- holen. . Nur südwärts von Krakau finden mir eine Ausnahme, wenn wir über die, an bie schönsten Gegenden des Schwarzwaldes erinnernden Beskiden hinweg zur Hohen Tatra fahren. Hier finden wir kunft- und stilvoll errichtete, saubere Holzhäuser, deren spitze Giebel ausnahmslos das altgermanische Symbol ber aufgehenden Sonne tragen. Wir wissen dann, auch ohne daß wir die Bewohner in ihrer eigenartigen, schmucken Tracht sehen, daß wir in das Gebiet der ©oralen, der Gebirgler, gelangt sind, deren Abstammung die Forscher auf die in diesen Gegenden seßhaft gebliebene Ostgermanen zurückführen. Wenn auch eine spätere slawische Unterwanderung unverkennbar ist, so zeugen doch die blauäugigen und blonden Hünengestalten, denen man dort kaum seltener begegnet als in Friesland ober Dithmarschen, ebenso wie ber zurückhaltende Stolz und die alle Umwohner haushoch überragende kulturelle Höhe dieses harten Gebirgsvolkes für feine germanische Abkunft. Die ©oralen, von den Polen stets ausgebeutet und unterdrückt, haben denn auch bie deutsche Besetzung und Verwaltung fteudig begrüßt. Die Stadt Krakau selbst hat ein völlig uneinheitliches Gesicht. Die Innenstadt, zum Teil noch von den alten Stadtmauern umgeben, trägt völlig der seelischen Stärke unseres Volkes. Die Presse sei zur Aufrechterhaltung dieser Kraft eines der wichtigsten Führungsmittel des Nationalsozialismus. Der Gauleiter stellte sodann fest, daß sich 81 Schriftleiter aus dem Gau Hessen-Nassau be- retts in ber Front ber Wehrmacht befinden. Für bie vorerst zurückbleibenden ergebe sich daraus die Forderung des erhöhten Arbeitseinsatzes. Jetzt erst, so folgerte er daraus, zeige sich dve Können jedes einzelnen der auf dem ArbeitsgebMt 'ber Presse Beschäftigten. Denn wenn bie Gestaltung einer Zeitung in normalen Zeiten nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit sei, so muß sich jetzt zeigen, wie weit hinter dem fachmännischen Können bes Schriftleiters und Verlegers die Berufung zu der politischen Aufgabe stehe. Im besonderen vermittelte die Rede bann den Hauptschriftleitern und Verlegern die Stellungnahme der Partei zu wichtigen gegenwärtigen Ar- beitsfragen. Sie schloß mit dem Hinweis auf bie große Verantwortung, die die Presse für das erfolgreiche und fieghafte Bestehen unseres Lebenskampfes in der Gegenwart und Zukunft habe. Die gesamte Pressearbeit, so führte ber Gauleiter hierbei aus, werde heute mehr als je mit dem Maßstab bemessen, inwieweit sie ber Mobilisierung und Aufrechterhaltung der seelischen Kraft unseres Volkes nutzt, inwieweit sie damit mithelfe, die Äolksgemein- schäft stets wirksam zu erhalten. Erfülle sie diese Aufgabe, so darf sie versichert sein, daß sie in späteren geschichtlichen Ueberblicken auf diesen Schicksalskampf unseres Volkes ehrenvoll bestehen wird als eine Waffe des Führers, die ihm entscheidend half, die Freiheit bes beutschen Volkes zu erringen. Eirisahanweisunaen für die Partei. NSG. Die Gauamlsleiler und kreisle i t e r bes Gaues Hessen-Rassau verfammellen sich NS©- Auf einer am Montagnachmittag vom ©aupreffeamt und Prefsereferat des Reichspropagandaamtes veranstalteten ©aupreffekonfe- r e n z ergriff ber Gauleiter vor den Hauptschrist- leitern, Verlegern, den Leitern ber Nachrichtenstellen und den Presseoffizieren der Wehrmacht bas Wort zu einer richtunggebenden Rede für den P resse - einsatz des Jahres 1940. Als Vertreter der Wehrmacht nahm der Stadtkommandant der Gauhaupt- ftadt Frankfurt a. M., General Petter, an der Veranstaltung teil. Im Rückblick auf bie geleistete Arbeit bes letzten Vierteljahres sprach der Gauleiter den Männern der Presse seinen Dank aus für die Erfüllung ber gestellten Aufgaben, um bann im Ausblick auf das Kampfjahr 1940 diese Aufgaben nochmals besonbers zu kennzeichnen. Er verwies hierbei darauf, daß die Pressearbeit an den Auftrag der Partei auf das engste gebunden sei. Die NSDAP., als die vom Führer eingesetzte verantwortliche Instanz für die seelische Geschlossenheit und Widerstandskraft des deutschen Volkes wird zur Lösung dieses Auftrages die Presse als vornehm st es Hilfsmittel einsetzen. Die bisher hervorragend bewährte enge Bindung der Presse an d i e Partei wird sich damit besonders erfolgreich aus-, wirken können. Sie allein mache es tatsächlich möglich, die politischen Gedankengänge und Forderungen der Führung unseres Volkes an den letzten deutschen Volksgenossen heranzubringen „Die seelische Geschlossenheit allein befähigt bas Volk, der schwer ringenden Wehrmacht immer neue seelische Kräfte zuzuführen, für die Wehrmacht zu arbeiten und in dem Ungemach des Krieges und unter den feindlichen Kriegshandlungen felbft sieg- und widerstandsfähig zu fein", mit diesem Ausspruch Ludendorffs in feinem Werk „2)er totale Krieg" verwies ber Gauleiter auf ben Wert Genfer Tradition. Die Auskunftszentrale des Jnternattonalen Roten- Kreuz-Komitees für Kriegsgefangene in Genf hat, obwohl ber Krieg erst einige Monate bauert, schon großen Umfang angenommen. Es besteht eine deutsche, eine britische, eine französische, eine polnische, eine finnische unb eine russische Abteilung. Jede Woche treffen rund tausend Seiten von Listen ein, bie sich auf Gefangene, Gefallene ober Internierte der verschiedenen Kriegsschauplätze beziehen. Da die Zensurbehörden die direkte Sendung von einem kriegführenden Land zum andern nicht gestatten, und nur Mitteilungen über ben Gesundheitszustand erlauben, die durch Vermittlung des Internationalen Roten-Kreuz-Komitees erfolgen, erfordern die bie Zivilisten betreffenben Fälle ganz besonderen Zeitaufwand. Sind bisher doch nicht weniger als 20 000 solche Zivilfenbungen abgegangen. In großzügiger Weise hat das internationale Komitee des Roten Kreuzes gerade um die Weihnachtszeit und bie Jahreswende seinen Dienst an der Idee der Liebe unter allen Menschen zur Verfügung gesteltt. Große Sendungen von Liebes- gabenpateten sind über Genf ober von Genf aus in bie verschiedensten Gefangenen- und Jnternier- ienlager gegangen, und so ist bank dem Internationalen Roten-Kreuz-Komttee in Genf unfreiwillig in ! 1823 1 halb ewese» toten über »etaus, »; übety, m ber "rtigen ? tot Führer ng ber nDvr. >ple oi ubemQ' Lehren 't'8, er w unb Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitälsdrnckerei «.Lange in Sichen. Schristleitung und Seschästtftelle: Schulftrahe 7 Die Antworten Aorwegens und Schwedens Was unsere Lustwaffe an -er Westfront leistete! Lager und Aufklärer im dauernden Einsatz Siegreiche Lustkämpfe und gewaltsame Erkundungen des feindlichen Gebietes. - Ein stolzer Leistungsbericht des ersten Kriegsjahres Maschinen der deutschen Lustwaffe plötzlich vom Zaun gebrochenen Krieg in die Tat umsetzen soll. Sperre fliegen, das ist der Der den Noch Gegner „A u r a" einem Oer erste Abschuß! ruhig sind die ersten Septemberlage, weiß anscheinend noch nicht, wie er Der finnische Hilfskreuzer wurde im Bottnischen Meerbusen von Messerschmitt ME 100, Verwendungszweck: Iagdeinlltzer (Jäger). Der Jäger hat die Aufgabe, an- tragend, Einziehfahrgestell, 1 wassergekühlter Motor von rund 1000 PS. (Scherl-Bilderdienst/RLM.-M.) griff nicht zur Jäger fliegen in der Rotte (2 Flugzeuge) oder in der Kette (3 Flugzeuge). Kennzeichen: Tiefdecker, frei- Anfang war getan, die Spannung gewichen. Bereits die nächsten beiden Tage brachten drei Abschüsse. Diesmal waren es ein englischer Blenheim-Bomber und zwei Mureaux. Oberfeldwebel G., der sich an beiden Tagen je einen Gegner herunter, holen konnte, erzählt: Am 9. September erhielt ich war, mit welcher dramatischen Wucht sie den siegreichen Ausgang dieses Feldzuges bestimmte, war sich wohl jeder darüber klar, daß i h r E i n s a tz i m W e st e n mit der gleichen Schlagkraft erfolgen würde. Ob diese Schlagkraft gegen die französischen und englischen Luftstreitkräfte jedoch von der gleichen Wirkung sein würde, das war die Frage, die damals noch nicht beantwortet werden konnte. Hatten doch beide Länder einen großen zeitlichen Vorsprung in der Entwicklung des Flugzeugbaus, waren 15 Jahre bestrebt gewesen, die deutsche Luftfahrt zu unterdrücken und die eigene Luftmacht aus- zubauen. Wie werden sich die deutschen Maschinen gegen die englischen und französischen Flugzeuge bewähren, wie werden unsere Flugzeugbesatzungen mit diesen Gegnern fertig werden? Das waren die Fragen, die beantwortet werden wollten, als uns dieser Krieg aufgedrängt wurde. Und diese Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Bereits die ersten Septembertage zeigten, daß unsere Jäger im Kampf mit den verschiedensten feindlichen Flugzeugtypen Sieger blieben, daß in ihrem vernichtenden Feuer die Gegner abstürzten oder mit zerschossenen Flugzeugen ins eigene Land flüchteten. Während so die Jäger den Einflug feindlicher Flugzeuge abwehrten, war den Aufklärern die Ausgabe gestellt, den gesamten französischen Aufmarsch zu erkunden, der Artillerie mistige Ziele anzuaeben und den Dombenstaffeln loy- nende Ziele aufzuspüren. In den letzten Wochen hatten wir Gelegenheit, die Kriegstagebücher dieser verschiedenen Einheiten unserer Luftwaffe einzusehen, erlebten noch einmal die Zeit von September bis zum Jahresende, in der unser Heeres- bericht so oft melden konnte: „Am heutigen Tage wurden X feindliche Flugzeuge in der Gegend von P durch unsere Jäger abgeschossen. Die Aufklärer setzten ihre Erkundungstätigkeit über Frankreich und England fort." mit einem anderen Kameraden den Auftrag, Gefechtsaufklärung zu fliegen. Als wir in etwa 6500 Meter Höhe in der Nähe der Grenze angekommen waren, schiebt sich ein zweimotoriger Bomber zwischen uns. Die Abzeichen sind kaum zu erkennen, sind überpinselt, nur am Leitwerk ist der Bursche als Engländer zu erkennen. Die Nachbarmaschine scheint er plötzlich gesehen zu haben und sucht mm unbemerkt über die nahe französische Grenze zu verschwinden. Da ich die Sonne im Rücken habe, sieht er mich Nicht. Ich schieße aus ihn zu, fliege bis etwa 250 Meter an ihn heran und feuere dann mit sämtlichen Waffen zwischen Rumpf und rechten Motor so, daß er nach wenigen Sekunden senkrecht abstürzt. Am anderen Tage konnten beide je einen Gegner abschießen. Oberfeldwebel G. flog als Führer eines Schwav- mes von fünf Maschinen zur Grenze. Durch Fund sprach kommt die Meldung durch, daß zwei feind» liche Maschinen in etwa 1800 Meter Höhe anMe- gen würden. Es ist bereits Spätnachmittag. Zwei Mureaux werden gesichtet. Der Rottenkamerad vom Vortage darf zuerst angreifen und kann nach roeiti- D ie Antwort der norwegischen Regierung bemerkt, daß die gegen sie erhobenen Klagen über die Verletzung der Neutralität sich auf ungenaue Informationen stützten. Die Angriffe gegen die Sowjetunion in der norwegischen Presse gehen von Privatpersonen aus und werden von den verantwortlichen Kreisen nicht gutgeheißen. Was die Organisation von Rekrutierungsausschüssen in Norwegen betrifft, so ist der Militärdienst in einem fremden Lande in Norwegen gesetzlich verboten und wird daher nicht gestattet werden. Die norwegische Regierung begünstige auch nicht den Versand von Waffen oder Kriegsmaterial nach Finnland. Wenn sich gewisse Personen freiwillig nach dem Ausland begeben, um am Kriege teilzunehmen, so bildet dies nach Ansicht der norwegischen Regierung keine Verletzung der Neutralität. Die Durchfuhr von Waffen durch Norwegen steht ebenfalls nicht im Gegensatz zum Völkerrecht. Trotzdem hat, nach Wissen der norwegischen Regierung, bisher keine Durchfuhr von Kriegsmaterial für Finnland durcb Norwegen stattgefunden, die Privatsendungen solchen Materials aus Norwegen erreichten nur ein ganz unbedeutendes Maß. Die Antwort der norwegischen Regierung der schwedischen Behörden nicht nur in Wider- s p r u ch stehen mit der schwedischen Neutralitätspolitik, sondern daß dieselben auch zu unerwünschten Komplikationen tn den Beziehungen zwischen Schweden und der Sowjetunion fuhren könnten. Am gleichen Tage überreichte der russische Gesandte in Norwegen, Plotnikow, auch dem Außenminister Norwegens, K o h t, ein« Erklärung, in der gefaflt In letzter Zett führten geivisl-, der norwegischen Regierung nahestende Kreise sowie die norwegische Presse eine von keiner Seite eingedämmte Kampagne gegen dre Sow- j e t u n i o n , eine Kampagne, die den Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Norwegen nur schaden könne. Gewisse amtliche Persönlichkeiten wie H a m b r o, der Präsident des Stortings, Generalkapitän Orffit und andere ermutigten diese Kampagne. Man organisierte in Norwegen ganz offen Rekrutierungsausschüsse, um den Krieg gegen die Sowjetunion auf finnischem Boden zu führen. Eine besoiürere „Freiwilligen-Division" der Länder der Oslogruppen werde für Finnland ausgestellt. Gleichzeitig erhalte die Regierung Ryti-Tanner unter dem Schutze der norwegischen Behörden Waffen aus Norwegen, Kriegsmaterial werde im Transit durch Norwegen nach Finnland befördert. Die Sowjetunion hält es für dringend erforderlich, der norwegischen Regierung zu erklären, daß obige Aktionen der norwegischen Behörden nicht nur in ausgesprochenem Widerspruch zu der von der norwegischen Regierung erklärten Neutralitätspolitik stechen, sondern auch zu unerwünschten Komplikationen führen uni) die gegenwärtigen normalen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Norwegen trüben können. greifende Verbände von Kampfflugzeugen (Bombern) xu stellen, nach Möglichkeit zu vernichten oder wenig- Moskau, 15. Jan. (DNB.) Am 5. Januar hat der bevollmächtigte Gesandte der Sowjetunion in Schweden, Kollontai, dem schwedischen Mini- ster des Aeußern, Günther, eine Erklärung der Sowjetunion überbracht, in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß Regierungskreise und die der Regierung nahestehende Presse im ganzen Dezember eine feindselige unzulässige Kam- pagne gegen die Sowjetunion geführt haben. Eine derartige Kampagne würde man sich nur in dem Falle, Daß Schweden sich im Kriegs- zustande mit der Sowjetunion befinde, erklären können, oder, wenn sich Schweden zum Kriege mit der Sowjetunion vorbereite. Dagegen habe die schwedische Regierung nichts unternommen. Im übrigen beteiligten sich verschiedene amtliche Persönlichkeiten ganz offen an einer militärischen Hilfsorganisation einer Regierung Ryti Tanner. Am 7. Dezember wären unter der Schutzherrschaft der schwedischen Behörden ca. 47 Rekrutierungsbüros ganz offen in den schwedischen Städten eröffnet worden. Die Zahl der Freiwilligen, die von diesem Büro angeworben wurden, zähle nach Tausenden. Etwa 10 000 Freiwillige seien von Schweden in Finnland angekommen. Von Süd- und Mittelschweden seien zwei weitere Korps von Freiwilligen nach Finnland abgereist. Der schwedische General Linder habe das Kommando dieser Freiwilligenkorps übernommen. Gleichzeitig habe Schweden die Tranfiterlaubnis jeder Art von Kriegsmaterial mit der Bestimmung Lieferung Finnland erteilt. Die Sowjetunion lenkt die Aufmerksamkeit der.schwedischen Regierung auf die obengenannten Tatsachen und Akte der schwedischen Behörden, die gegen die Sowjetunion gerichtet sind. Die Sowjetunion hält es für richtig, die schwedische Regierung daran zu erinnern, daß die Akte schließt mit der Versicherung, daß sie bis jetzt die Neutralität beobachtet yabe und daß sie beabsichtige, diese auch In Zukunft einzuhalten. Die norwegische Regierung gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Sowjet- unton und Norwegen auch in Zukunft fortbestehen möchten. Die Antwort der schwedischen Regierung erklärt, daß das schwedische Volk für Finnland warme Sympathien hege, die sich in der Presse widerspiegelten. Nach der Verfassung seien jedoch Beleidigungen auswärtiger Mächte und ihrer Vertreter verboten. Nach Ansicht der schwedischen Regierung könnten weder ihre Stellung der Presse gegenüber noch ihre Aktionen auf irgendeinem anderen Gebiet der Sowjetunion einen Anlaß geben, Magen gegen Schweden au erheben. Die ungenaue Formulierung derselben beruhe in der Hauptsache auf ungenauen Informationen. Insbesondere beruhten die Behairptimgen betreffs dec Rekrutierung schwedischer Freiwilliger nicht auf Tatsachen. Die Rekrutierung von Freiwilligen hat nur auf private JrM-ative stattgefunden, die Anzahl dieser Freiwilligen stimmt nicht mit der von der Sowjet- Polenkriea zum ersten Male zeigen . welchem Krieasinstrument sie in den wenigen Jahren nationalsozialistischer Aufbauarbeit geworden damals besser gehabt hätten, als in den letzten zwanzig Jahren. Im ganzen tragt die Krakauer Bevölkerung auch einen besser gearteten Charakter, als das fanatisierte Verbrechertum im Warthegau. Bestialitäten wie in Bromberq sind erst weiter östlich wieder vorgekommen. AÜerdings fehlte es in Krakau auch an geeigneten Objekten, denn die Zahl der Volksdeutschen betrug in dieser Viertelmillionenstadt noch keine tausend. Dafür trifft man freilich vor allem unter den früheren Gymnasiasten nicht selten Typen, die so wenig polnisch sino, daß man vermuten kann, in ihnen Nachkommen polemisierter deutscher Geschlechter vor sich zu haben. Denn einst war Krakau eine überwiegend deutsche Stadt, die von deutschen Patriziergeschlechtern regiert wurde. Dicht nebeneinander stehen in der Innenstadt die älteste deutsche Kirche, die gewaltige M a - rienkirche, und die älteste polnische Kirche, ein winziges Dorfkirchlein. So, war das Verhältnis zwischen der deutschen und der polnischen Bevölkerung einst. Durch die Schwäche des Reiches ging die Stadt dem Deutschtum verloren, das Polentum kam an die Macht, und die deutschen Geschlechter wurden verdrängt oder polonisiert. Heute ist das Reich wieder stark, ein deutscher Generalgouverneur residiert auf der Burg, und Krakau ist auf dem besten Wege, wieder eine „deutsch geführte Stad t" zu werden. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels wird am 19. Januar zu einem Besuch in Posen erwartet, wo er in einer Kundgebung in der Posener Messehalle zu der deuffchen Bevölkerung des Warthe- gaues sprechen wird. * Die alte deutsche Zeitung Brombergs, die „Deutsche Rundschau", die in zwei Jahrzehnten der Fremdherrschaft die Fahne des Deutschtums allen Stürmen der Zeit zum Trotz emporgehalten hat, rft Sprachrohr der NSDP. geworden, zugleich amtliches Verkündung sblatt der Behörden für die Stadt Bromberg und die befreiten Kreise Bromberg-Land, Tuchel, Schwetz, Wirsitz und Zempelburg. Nach einer Reuter-Meldung aus London ist derehemalige Fischdampfer „Jvery" in der Nordsee von einem deutschen Flugzeug ange» gr i f fen unb oerfenft worden. Die neunköpfige Besatzung des Schiffes ist in einem schottischen Hafen gelandet. ♦ Der niederländische Dampfer „Arendskerk" (8000 Bruttoregistertonnen) ist am Montagmorgen gegen 7 Uhr im Golfvon Biskaya untergegangen. Die Besatzung von 65 Mann wurde von dem italienischen Schiss „Fodora" aufgenommen. Passagiere befanden sich nicht an Bord. Das Schiff war auf dem Wege von Antwerpen nach Südafrika. * Der britische Dampfer „Atlantic Scout" (4575 Bruttoregistertonnen) ist, wie Reuter meldet, vor kurzem an der französischen Küste „auf eine Sandbank" gelaufen und innerhalb von zehn Minuten gesunken. Die aus 34 Köpfen bestehende Mannschaft konnte sich retten. den Charakter einer alten Hansestadt, etwa wie Lübeck ober Stralsund. Der Stadtgraben ist unter der österreichischen Herrschaft in einen Gürtel grüner Anlagen verwandelt worden unb erhöht so ben Reiz des anmutigen Stabtbildes. Außerhalb dieses Gürtels aber beginnt die polnische Barbarei, nur unterbrochen durch die Prunkbauten der Burgakademie unb ber Jagellonischen Bibliothek, durch die ein polnisches Kulturleben oorgetäuscht werden sollte, und die doch nur ben erneuten Beweis lieferten, baß in Polen alles, was Kultur heißt, auf fremden, meist deutschen Fundamenten ruht. Den überzeugendsten Beweis für die polnische Kulturlosigkeit aber liefert die Burg, ber Wawel. Einst von deutschen Baumeistern aus Nürnberg unb Ulm in monumentaler Schönheit unb Stilreinheit erbaut, ist sie von ben Polen durch immer neue Anbauten zu einem Konglomerat sämtlicher Stile und Stillosig- feitcn des letzten halben Jahrtausends gemacht worden, wie es grotesker nicht erdacht werden kann. Bar jeden Stilgefühls haben die Polen immer nur danach gestrebt, bombastisch mit ihrem Reichtum zu protzen, wie man dies in Deutschland nur in ber uns heute künstlerisch und charakterlich so unerträg- lich erscheinenden wilhelminischen Epoche farmte. Das falsche Pathos, das wir an jener Zeit verachten und belächeln, durchzieht überhaupt alles, was von den Polen selbst in künstlerischer Absicht geschaffen wurde, insbesondere, wenn dabei das nationale Motiv betont wird. Das gilt ebenso von nationalen Denkmälern und Plastiken, wie von allen Gemälden, die Szenen aus der polnischen Geschichte darstellen, und die in ihrem pathetischen Bombast und ihrer Prahlerei geradezu abstoßend wirken. Erst wenn man diese Darstellung sieht, versteht man, wie sehr der politische Größenwahn zum Wesen des polnischen Charakters gehört, und wie es möglich mar, daß die Polen allen Ernstes glauben konnten, in entern Kriege mit Deutschland Sieger zu bleiben. Es hat sogar sehr viel dazu gehört, daß diese Ueberzeugung in dem belogenen unb betrogenen polnischen Volke zusammenbrach. Noch als wir in Krakau einrückten, erklärten uns unsere polnischen Quartierwirte, sie wollten uns anständig behandeln, weil sie annahmen, daß dann ihre polnischen Truppen, die ja bereits in Berlin seien, dort auch gut auf genommen würden. Später verbreitete sich das Gerücht, die Franzosen und Engländer seien bereits in Bielitz eingerückt. Und als nach ber Beendigung des polnischen Feldzuges unsere Truppen an die WestftoM marschierten, glaubten viele Polen, wir seien geschlagen und auf Der Flucht. Inzwischen hat sich der wahre Stand der Dinge auch bei den Polen herumgesprochen, und sie rea- gierten darauf im allgemeien mit der typisch slawischen Apathie und Resignation. Das gilt insbeson- dere von der breiten Masse der Bevölkerung, die ja auch im Versailler Polen keine Freihett gekannt hat, sondern von einer dünnen Oberschicht beherrscht und von den Juden ausgesaugt wurde. In der Krakauer Bevölkerung sind die Erinnerungen an die österreichische Zeit noch sehr lebendig, insbesondere bei der älteren Generation, und viele Polen versicherten mir, daß sie es regierung genannten Zahl überein. Die schwedischen Behörden unterstützen die freiwillige Rekrutierung Nicht, Offiziere und Soldaten, die in Schweden dienen, nehmen nicht als Freiwillige am finnischen Kriege teil. Die Sendungen von verschiedenen Gegenständen aus Schweden nach Finnland oder Sendungen aus anderen Ländern, die im Transtt durch Schweden gehen, können nicht der Anlaß zu Einwendungen sein. Schweden bemüht sich, feine Handelsbeziehungen mit anderen Ländern zu wahren. Finnland kann die von ihm gewünschten Waren aus Schweden importieren oder im Transtt durch Schweden beziehen. Die schwedische Regierung hält es nicht für möglich, diesen Standpunkt zu ändern und dem Warenaustauscb zwischen Schweden und Finnland Hindernisse in Den Weg zu legens Die schwedische Regierung schließt mit der Hoffnung, daß ihre Darlegungen Mißverständnisse zwischen Schweden und der Sowjetunion zerstreuen und der Sowjetunion beweisen werden, daß ein Anlaß zu Klagen gegen die schwedische Regierung Nicht besteht. Die schwedische Regierung führe keine aggressive Politik gegen die Sowjetunion und wünsche, jedes Mißverständnis in den gegenseitigen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Schwe- den zu vermeiden. Moskau licht befriedigt. Dazu schreibt die sowjetrussische Telegraphen« agentur: Die von der norwegischen und besonders von der schwedischen Regierung den Vertretungen der Sowjetregierung erteilten Antworten können nicht als voll befriedigend angesehen werden. Die Regierungen von Norwegen und Schweden leugnen nicht alle Handlungen, welche ein Beweis der Verletzung der Neutralitätspolitik von ihrer Seite sind. Diese birgt Gefahren. Lr ist der Beweis dafür, daß die Regierungen von Schweden und Norwegen fich nicht mit der nötigen Energie der Aktion der Mächte widerseh e n, die sich bemühen, Schweden und Norwegen in einen Krieg gegen die Sowjetunion zu ziehen. Ungarische Richtigstellung in Moskau. M o s k a u, 15. Jan. (DNB.) Wie einer amtlichen Verlautbarung zu entnehmen ist, gab ber ungarische Gesandte in Moskau v. Kristoffy dem stellver« tretenden Außenkommissar Potemkin eine offizielle Erklärung ab, die sich gegen die tendenziösen Gerüchte wendet, die von gewisser Seite über di« in Venedig stattgefundenen Besprechungen zwischen dem Grafen Ciano und dem ungarischen Außenminister Graf Csaky verbreitet wurden. Dabei wurde u. a. behauptet, daß die italienisch-ungarischen Besprechungen gegen di e Sowjetunion gerichtet gewesen seien. Der ungarische Gesandte konnte nunmehr im Namen der ungarischen Regierung erklären, baß die ungarische Regierung diese Gerüchte kategorisch dementiere. Gleichzeitig halte es die ungarffche Regierung für angebracht, hinzuzufügen, baß in Venedig auch nicht bie Frage der Schaffung eines Blockes aus irgendwelchen Staaten besprochen wurde. NSG. P.K. Als unsere junge Luftwaffe im | schen Karlsruhe und Kehl Sperre zu fliegen. 18.05 olenkrieg zum ersten Male zeigen konnte, zu i Uhr sah ich bei Karlsruhe in 3800 Meter einen nach miaen Jab- Westen fliegenden Hochdecker, einen Franzosen. Ich gab sofort bas Angriffszeichen und flog nach Westen ausholend auf ihn zu, um ihn abzuschneiden. Währenddessen gab unsere Flak zwei gute Richtungsschüsse ab. Beim Näherkommen entdeckte ich deutlich die französischen Kokarden. Den ersten Angriff setzte ich von links oben an, der verschiedene Treffer dem Gegner einbrachte. Beim zweiten Angriff brach das Flugzeug auseinander. Der Beobachter sprang ab und hing schwer verwundet in ben Gurten, während der Flugzeugführer ohne Fallschi»- >. herausgiug. In ber Nähe von Karlsruhe erfolgt brr Aufschlag." Für diesen ersten Waffengang unserer Jäger an der Westfront erhielt Leutnant G. das EK. II. Erster von vielen weiteren erfolgreichen Kameraden! Der russischen U-Boot torpediert. Er sank innerhalb von fünf Minuten. Die meisten Mit« alieder ber Besatzung wurden von einem schwebi- schen Dampfer gerettet. Der Kapitän und ber Erste Steuermann gingen mit dem Schiff unter. Mussolini hat ben Führer der deuffchen Abordnung zur Durchführung der Umsiedlung der deuffchstämrnigen Bevölkerung des Oberetsch zu einer herzlichen Unterredung Empfangen. Russische Vorstellungen in Schweden und Norwegen Protest gegen unneutrales Verhalten im finnischen Konflikt tägliche Befehl, ben unsere Jagdflieger erhalten. ! stens so zu schwachen, daß der An- Einen solchen Befehl erhielt auch ßeuinant G. am griff nicht zur Auswirkung kommt. 8. September. Zwischen Karlsruhe und Kehl sollte er den Luftraum freihalten. Es war bereit? am Spätnachmittag, als er einen Hochdecker sichtete. 4000 Meter hoch. Ein französischer Aufklärer. Ihn holte sich ber junge Staffelkapitän herunter — der erste Abschuß an der Westfront. In knappen Worten schildert er in seinem Abschußbericht diese erste Feindberührung. „... 8.9.39 — 18.10 Uhr. Höhe 3500 Meter. Auftrag: In 5—6000 Meter Höhe zwi- Aus dem Reich s o ld die Gedenket der hungernden Vögel! Keine Antwort. Don dem Fürsten Liechtenstein, der in den acht- c Blumen Aufregung. gar nicht mehr Je««,, lin mar e^a man W»btt»d der NahausklSrer in stiller und Tebührnisregelung zu 1 bis s gilt vorn Msr Er*undungsarbeit die Front abfliegt und für befonderen^Einsatzes^ab^^^^^^^ en Sekunden den Hochdecker mit schweren Tref° crn nach Hause schicken. Obwohl sich der andere Gegner verzweifelt wehrt, gelingt es Oberfeldwebel 9., den Erfolg des Vortages zu verdoppeln und nesen Franzosen ebenfalls a'bzuschießen. fein folgendes bekannt: 1. Während der Ableistung der aktiven D i e n ft p f'1 1 *“u*’ rotbraunen Dochang. Nach einigen bangen Minuten kam er zurück. „Ich Hobe hier einen einzelnen Knops — pures Gold — gefällt er Ihnen?" „Er ist wunderschön!" „Paßt er zu dem anderen Knopf? „Ja. Er würde passen. Nur — was kostet er? „Ich will Ihnen den reinen Goldwert rechnen. Neunzehn Mark." _ , Die junge Frau schüttelte traurig den Inhalt ihrer Börse auf den Tisch. „Es sind acht Mark und vierzig Pfennig", sagte sie, „mehr konnte ich mir das ganze Jahr nicht sparen. Mein Mann war ohne Arbeit. Aber ich möchte gern meine goldene Kette dazugeben — bitte — nehmen Sie sie für den Rest." _ Sie löste eine dünne Kette von ihrem Hals. Der Juwelier spürte kaum ihr Gewicht. Er versuchte, sie zurückzuschieben. , , .. _ „Nehmen Sie sie, bitte!", wiederholte die Frau, „sie ist wirklich echtes Gold. Mein Monn schenkte sie mir zur Hochzeit. Und ich mochte doch so gern meinem Mann eine Freude machen!" und brachte vor $—,--o—„ .... daß sie ein Geschenk hotte, ein Geschenk, ein richtiges Geschenk! Sie fing an zu weinen. Da hörte sie seine Dienstgrades weiter. Bei Beförderungen erhalten sie die Friedensgebührnisse ihres neuen Dienstgrades und steigen in Besoldungsgruppen mit Dienst- altersstusen auf nach Maßgabe der Friedensbestimmungen. Nach Ablauf der 12jährigen Dienstzeit stehen die Bezüge der Soldaten im 13. bis 18. Dienstjahr zu. , . f, 5. Aktive Unteroffiziere, auch solche, deren Dienstverpflichtung während des besonderen Einsatzes abgelaufen ist, die zum Offizier oder Offizier d. B. befördert werden, erhalten neben dem dienstgradmähigen Wehrsold die F r i e d e n s ge- b ü h r n i s s e ihres Dienstgrades als Offizier. Die -.....sreoeluna zu 1 bis 5 gilt vom Beginn des Gutes Rezept. Der Derfosser des Struwwelpeter, Gehet- mer Medizinalrat Dr. Heinrich Hoffmann, wurde von einem Freunde um ein Mittel gegen die Gicht gebeten. Darauf schrieb ihm der witzige Arzt folgendes poetische Rezept: Es hat ein Licht sich mir entzündet, Durch Forschen habe ich ergründet, Woher Dein böses Hüftweh kommt: Vom Weine fährt und nur vom Weine Ein solch Gebreste in die Beine, Vom Weine, der Dir wenig frommt. Doch merke wohl, wie ich es meine: Das kam afrein vom sauren Weine, Den du getrunken irgendwann; Zu Kopfe steigen gute Weine, Die schlechten fahren in die Beine Drum trinke gute nur fortan! pflichijahr ist auch Kriegsdienst. Die vielen jungen Mädel, die Ostern die Schule verlassen, tun schon jetzt gut, sich mit ihren Eltern darüber zu beraten, wo und in welcher Form sie ihr Pflichtjahr ableisten wollen. Das Pflichtjahr wurde nicht nur deshalb eingeführt, um oinrm Monael an Arbeitskräften in den häuslichen ' zweijährigen flicht" erhalten Soldaten fold keine Friedens- Am Hochzeitstag klopfte ihr Herz zum Zerspringen. In ihrer Hand, ganz fest, halt sie den Manschettenknopf. Er war in dünnes Seidenpaprer eingewickelt und es war ihr, als müßte man ihn durch ihre Hand durchsehen, so leuchtete und glühte er in ihrer Freude, dem geliebten Mann ein Geschenk zu machen. Sicher würde auch er eine kleine Ueberraschung für sie bereit haben, ein Paar Handschuhe, die sie dringend brauchte, oder ein Paar neue Strümpfe. Durch das Fenster sah sie in die Dämmerung hinaus, da trat ihr Mann ins 3im« mer und legte seinen Arm um ihre Schultern. Er legte ihr ein paar Blumen in /CU'* „Freust du dich?", fragte er froh, „Geld hatte ich nicht. So habe ich dafür meinen goldenen Manschettenknopf hergegeben, der mir geblieben war. Ich werde mir doch nie wieder einen zweiten kaufen können." „ , Katharina weinte hilflos, als sie ihm chr Geschenk in die Hand legte. „Ich bekam ihn für meine Kette-- Und Tränen fielen auf den Knopf. Aber es waren nicht nur die Tränen aus den Augen der Frau. strahlenden Auslagen der breiten Hauptstraßen. Wenn sie sich in den Schatten enger Gassen verlieren werden sie armselig. Keine vornehme Frau träumt mehr von ihnen, zu Dutzenden gebündelt hängen die Uhrketten, auf billige Kartons aufgenaht bieten sich zerbrechliche Ringe mit dürftigen, bunten Steinen feil. Ein versilberter Tafelaufsatz vermehrt oft, die Trostlosigkeit des Fensters, das jedoch eigentlich ein Fenster der Freude und des goldenen lieber- lusses sein sollte. Die junae Frau stand lange vor )em Fenster. Dann trat sie in einen Toreingang, nestelte umständlich ihre abgegriffene Geldbörse aus der Tasche und zählte die wenigen Markstücke, die darin lagen. Es dauerte eine Zeit, bevor sie sich ent- chloß, wieder den Torbogen zu verlassen. Dann aber rat sie schnell durch die Tür des kleinen Geschäftes, beinahe ängstlich, ihres Entschlusses nicht Herr zu tauten Tag", sagte sie und blieb in der Tür stehen. Hinter dem Vorhang hervor kam mühselig ein alter, ein wenig verwachsener Mann. Er drehte die elektrische Birne über dem Dunkel des Tisches an. ,Womit kann ich Ihnen dienen?, fragte er. „Ich möchte einen Manschettenknopf. „Nur einen?" _ „Ja. Nur einen. Aber aus echtem Gold muh er Der alte Goldschmied brummte etwas vor sich hin, zog eine Schublade aus und holte em Brett mit grauem, abgegriffenem Samt hervor. Dann öffnete er das Fenster und brachte einige Streifen mit Man- „Jch kann^ste aber leider nur als Paar verkaufen", bedauerte er freundlich. Sie sah auf die Knöpfe. „ . „ Ich habe das Geld kaum zu einem Knopf. '^Nehmen Sie doch vergoldete Knopfe. Sie sind wesentlich billiger und sehen genau so schon aus. Die junge Frau wehrte beinahe erschrocken ab. Nein, nein — es muß echtes Gold sein , sagte sie schnell, „mein Mann hat einmal goldene Knopse getragen und kurz nach unserer Hochzeit ten einen verloren. Jetzt möchte ich ihm zu unserem zehnjah- rigen Hochzeitstag einen ähnlichen« Knopf schenken, damit er wieder zwei Knöpfe hat. Stimmt. . . ... ... „Ich habe auch ein kleines Geschenk für dich, Katharina. Du hast es dir einmal vor Jahren ge- 1 wünscht. Es ist ein kleines goldenes Herz für deine - .. - . . ™nöDh> nat ! kleine goldene Kette, die ich dir zur Hochzeit gab. Ser W« ÄdÄ* d» SW- -Le-.J°tzt wirst äWn trag™ Abschüsse! Es sinO die Staffeln unseres erfolgreich- iten Jagdgeschwaders an der Westfront, des Pik- As-Geschwaders. Wie an jedem Tag ftar- teten auch an diesem Morgen die Staffeln zum Feindflug. In drei Phasen wurden die 18 feindlichen. Maschinen der verschiedensten Typen herun- tergeholt. Eine Staffel war um 11.30 Uhr in der Nähe von Saarbrücken, um zwei deutsche Fernaufklärer auf junehmen. Die Staffel befand sich in 7000 Meter Höhe und war mit den beiden Aufklärern auf dem Heimflug, als fünf Fairey Battle von Südwesten angeflogen kamen. Innerhalb von ,ehn Minuten waren sie sämtlich abgeschossen, ohne daß der Schutz der beiden Do 17 vernachlässigt worden wäre. * Das waren Begegnungen mit einzelnen feindlichen Aufklärern und Bombern. Den Gegner aber m größeren Verband zu treffen und zum Kampf i,u zwingen, das mar die Sehnsucht einer jeden stasfel. Auch dieser Tag kam. 30. September — 18 Gold in kleinen Gailen. Von 3o Hanns Aös»er. Da stehen wir nun vor den Juwelenläden und । drücken uns die Nase platt an den großen Fenstern. । Ach, wie gern möchten wir unserer Frau zu ihrem Hochzeitstag ein Schmuckstück schenken! Es muß ja nicht gleich ein Diadem sein, keine goldene Handtasche und kein Brilliantenarmband. Jedes Jahr fand sich etwas, auch wenn der Beutel schmal war, eine kleine Brosche, ein schmales Kreuz, eine dünne Nadel Heute jedoch geht das nicht. Der Mann hinter dem Sauen* tisch verlangt von dem Mann vor dem Ladentisch Gold für Gold. Und wir murren und werfen die Tür heftig zu und ziehen schimpfend unserer Wege. Denn mir merben doch nicht den kleinen Goldbestand, den wir haben, einen Bleistift vielleicht ober ein kurzes Kettlein hergeben! Eine verrückte Zeit! Es ist nicht mehr gut, in ihr zu leben. Unb wir vergessen ganz, baß das Land Recht hätte, unser Gold zu fordern, auch ohne uns Gold dafür zu geben, einfach Gold gegen Eisen zu tauschen. Es werden größere Opfer gebracht. Wir aber haben den Rolladen des Eigennutzes vor unser Denken gezogen, wir klagen, daß uns die Schätze der Juweliere verschlossen sind und vergessen ganz, wie es vor zehn Jahren aussah. Da gaben wir kein Gold her, denn wir besaßen keines. Da trugen wir an manchen Tagen unsere silberne Uhr nicht zum Goldschmied, nein, wir stiegen den Berg des Mitleids hinauf unb brachten die Uhr ins Leihhaus. Um wenigstens aus bem Er- lös bes Pfandes ein paar Blumen zu erstehen, ein wenig Schokolade unb eine winzige Kleinigkeit. Wie reich sinb wir inzwischen geworben! Aber davon wollen wir nichts mehr wissen. Und darum erzähle ich euch nochmals eine Geschichte aus jener Zeit, von zwei jungen Menschen, die sich liebten und die sich an ihrem zehnjährigen Hochzeitstage eine Freude machen wollten. Sie waren nicht fung an Jahren, baß chr mich recht versteht, ihr Herz war jung geblieben. Hört zu, was ihnen geschah. Die junge Frau stand lange vor dem schmalen Fenster des Juweliers, der in einer kleinen Neben- fm Dajein fristete, Lmreley gehöre» in die Die zweite Begegnung fand an diesem Tag um 14 Uhr statt. Wieder war eine Staffel vom Frontflug auf bem Weg zum Heimathafen, als der Staf- feltopitän weit unten fünf Maschinen sichtete. Eine Faire Battle, zwei Moräne, eine Curttß und ein Caudron. Während zwei Maschinen bereits beim ersten Anflug zur Erde stürzten, hatte sich Ober- felbwebel 3E, ein alter Spanienkämpfer, mit vier Abschüssen, in einen Moräne festgebissen und die Maschine auch nach einigen Minuten erledigt. Ihm selbst saß aber eine feindliche Kiste im Nacken. Wenige Sekunden nach seinem Sieg stürzte er mit einem Kopfschuß ab. Don den Staffel kameraden wurde er jedoch sehr schnell gerächt. Die beiden restlichen Maschinen tourten vernichtet. Oie Besoldung der Soldaten. lieber die Besoldung der Soldaten bet freiwillig ein gegangener Dienstverpflichtung gibt das OKW. jur Erzielung einer einheitlichen Abfindung innerhalb ter Wehrmacht und zur Behebung von Zwei- Oer Kabinettswechsel in Japan T o k i o , 16. Jan. (DNB.) Die Beauftragung des Admirals Yonai mit ter Regierungsbildung wird in Tokio begrüßt. Politisch interessierte Kreise nennen den neuen Ministerpräsidenten „den besten Mann nach Konoye" und ,chen Mann der wenigen Worte". Man nimmt an, daß ter Premierminister nicht nur von den Parteien, sondern auch von den älteren Staatsmännern unb von der Wirtschaft unterstützt werbe. Fürst Konoye unb der Siegelbewahrer Yuasa sollen sich für feine Beauftragung eingesetzt haben. Äbmiral Yonai begann am Sonntagabend mit ter Bildung des Kabinetts. Außenminister Arita wird wahrscheinlich auch in der neuen Regierung seinen Posten behalten. Er ist bekannt durch seine Chinapolitik im Kabinett Hirota (1936) und päter im Kabinett Hiranuma. Besonders wird darauf hingewiesen, daß Yonai der britte aktive Admi- ral sei, ter in ter neueren Geschichte Japans das Ministerpräsibium übernommen habe. Yonai ist 59 Jahre alt. Im Weltkrieg befand er sich als Attache in Rußland. Dann war er an ter Sibirien- Expedition beteiligt. Auch in Deutschland hat er eine Zeitlang geweilt. Dann war er Flottenchef und Stationschef in Sasebo unb Yokosuka. 1937 wurde er im Kabinett Konoye Marineminister und blieb das auch im Kabinett Hiranuma bis zum August 1939. Schon damals hatte er auf die Führung des Chinakrieges entscheidenden Einfluß. Der Admiral Y o s h i d a hat eingewilligt, das Amt des Marineministers auch in dem neuen Kabinett beizubehalten. Der ehemalige Finanzminister Jshi- m a t a ist zum Kabinettschef des Ministerpräsidenten Yonai ernannt worden. — Die Zeitung „Asahi Shimbun" versichert, Außenminister Arita werde die bisherige Politik der Nichtintervention Japans im europäischen Kriege fortsetzen. — „Nishi-Nishi schreibt, die enge Zusammenarbeit zwischen Heer und Marine bilde die entscheidende Stütze des neuen Kabinetts Yonai. Oer Prinzregentenbesuch in Kroatien. der geordneter Betriebe nicht zurückstehe. Jeder Bauunternehmer müsse aus Eigenem dazu beitra* gen, daß der richtige Weg gefunden werde. Technisches und organisatorisches Können müssen Hand in Hand arbeiten mit p l a n v o 11 e r Menschenführung. Gerade auf letzterem Gebiet sei stärkste Erziehungsarbeit notwendig. Wenn man mit (Brfolg bestrebt sei, zu verhindern, daß sich ein behö r d - licher Bürokratismus entwickle, so müsse dasselbe Bestreben für den Bauunternehmer innerhalb seiner eigenen Firma liegen. Jeder Unternehmer habe sich vor Augen zu halten, daß seine Auf- gäbe nicht nur in der rein materiell-technischen Erledigung, sondern auch in der Erfüllung seiner Pflicht als Betriebsführer liege. Agram, 16. Jan. (Europapreß.) Prinzregent Paul von Jugoslawien empfing am Montag in Agram zahlreiche höhere Beamte der Bermaltuna von Kroatien und kroatische Politiker. Er über gab hem Banns von Kroatien 300 000 Dinar für die kroatische Winterhilfe. Am Nachmittag veranstaL- tet>e ter Bonus einen großen Empfang, an dem über tausend Personen teilnahmen. Prinzregent Paul und Prinzessin Olga hielten sich über zwei Stunden lang unter den Gästen aus, die aus allen Kreisen der kroatischen Gesellschaft stammten. Am Abend fand im kroatischen Nattonaltheater eine Festvorstellung statt, wobei u. a. auch ein Akt der kroatischen Oper „Zriny" (nach einer Vorlage des gleichnamigen Werkes des deutschen Dichters aus den Freiheitskriegen TheodorKörner) gegeben In kroatischen Kreisen wertet man den Besuch des Prinzregenten als einen wesentlichen Beitrag jur Festigung der Politik der Verständigung, die von der Regierung eingeleitet worden ist. Es habe sich aezeiM, daß tee Politik der Verständigung nicht nur die innerpolitischen Verhältnisse einer Konsol^e- rung zuführten, sondern auch die außenpolitische Lage des Staates gestärkt hätten. einer solchen Besatzung schilderte. Als vor wenigen Wochen durch die deutsche Presse die kurze Notiz ging, daß sich die Besatzung eines notgelanteten deutschen Aufklärers in Frankreich nach der Schweiz durchgeschlagen habe, ahnten wohl die wenigsten, unter welchen Verhältnissen das vor sich ging. Der Brief eines ^Beteiligten an die Eltern veranschaulicht die Strapazen dieses Gewaltmarsches: Vorige Woche Donnerstag starteten wir zum Feindflug. Nach einer guten Stunde wurden wir von zwei französischen Jägern angegriffen. Ich verteidigte die Maschine. Nehme sogar an, daß ich einen Jäger beschädigte, denn er mußte von uns ablaffen. Dann hatten wir aber Pech. Der jroeite Jäger zerschoß uns das Leitwerk und den Motor. Endergebnis: Bruch, Bums, Staub, Dreck und Durcheinander. Jetzt beginnt unsere unwahrscheinliche Glücksserie. Wir tarnen mit dem Leben davon, nur etwas leicht verstaucht. Die Maschine haben wir sofort verbrannt und sind in die Wälder geflüchtet. Unser Gedanke war: über die Schweiz zurück nach Deutschland. Dann finaen unsere Strapazen an, nichts zu essen, wir durften uns nirgends sehen lassen, wir kannten keinen Weg. Orientiert haben wir uns nach Sonne, Mond und Sternen, Kirchen und Friedhöfen. Ganz Frankreich war gegen uns alarmiert ... Wir sind im Tag durchschnittlich 15 bis 18 Stunden gelaufen. Gegessen haben wir in der Zett drei Schnitten Brot, Hagebutten und Schnee." Das sind die Aufklärer ... Das Jahr 1939 ist abgeschlossen. Die ersten Kriegsmonate haben die Ueberlegenheit unserer Luftwaffe bei jedem Treffen gezeigt. Was das neue Jahr auch bringen mag, immer wird unsere Luftwaffe im Westen den Feind stellen, wo sie ihn trifft, wird siegen und sich eines Richthofen, Jmmelmann und Voelcke würdig erweisen. nebendemWehr,---- - .. Y gebührnisse, auch nicht bei Beförderungen und wenn sie eine längere Dienstverpflichtung einaegan* gen sind. Nur die Fahnenjunker erhalten als Berufssoldaten ohne Rücksicht auf die Erfüllung der aktiven Dienstpflicht nach der Beförderung zum Unteroffizier neben dem Wehrsold die Friedensgebührnisse ihres Dienstgrades. , 2 Soldaten, die im Herbst 1939 nach Erfüllung der aktiven Dien st pflicht zur Entlassung gekommen wären, jedoch aus Anlaß des besonderen Einsatzes zurückgehalten sind, er- halten neben dem Wehrsold keine Friedens- g e b ü h r n i s s e. 3. Soldaten, die vor dem besonderen Einsatz eine D i e n st v e r p f l i ch t u n g für ein 3. Dienstjahr oder vor oder während des besonderen Einsatzes eine Dienstverpflichtung für eine 4^jährige oder 12jährige Dienstzeit eingegangen sind oder eingehen, erhalten vom Tage der Wirksamkeit der Dienstver- pflichtung, frühestens vom Beginn des 3. Dienstjahres ab, neben dem Wehrsold die Friede n s g e b ü h r n i s s e ihres Dienstgrades. 4 Soldaten, deren freiwillig eingegangene Dienstverpflichtung für ein 3. Dienstjahr oder für eine 4%. oder 12jährige Dienstzeit während des besonderen Einsatzes abläuft, erhalten auch nach Ablauf ihrer Dienstverpflichtung neben demWehr- ..... Friedensgebührnisse ihres weiter. Bei Beförderungen erhalten die Arttllerie neue Ziele entdeckt, haben die Fernaufklärer ihrem Aufgabengebiet einen weit größeren Rahmen gespannt. Als zum ersten Mai im Heeresbericht des OKW. von dieser Aufklä- rertätigkett über England und Frankreich berichtet wurde, traten diese Männer in den allgemeinen Blickpunkt, die Männer, die in wenigen Wochen den gesamten feindlichen Aufmarsch von Heer und Luftwaffe restlos erkundet hatten, lieber 100 Feindflüge nach Frankreich wurden allein von einem Geschwader unternommen. Flüge, die bis 5Vz Stunden dauerten, bei denen bis 2000 Kilometer Streck e zurückgelegt wurden und Höhen über 8000 Meter keine Seltenheit waren. Gerate in der jetzigen Jahreszeit bedeutet ein solcher Flug neben den dauernden Angriffen durch französische Flak und Jäger eine hohe körperliche Beanspruchung. ,^n großer Höhe überfliegen wir die Front durch die feftgelegte Einflugschneise. Wir sind allein, allein über feindlichem Gebiet. Unter uns Frankreich. Der erste Punkt auf ter Karte ist erreicht. Das Bildge- rät arbeitet. Gerade ist der letzte Schnappschuß getan, als sich unterhalb weihe Sprengwölkchen abzeichnen. Die französische Flak schießt, — aber zu niedrig. Nach allen Seiten wird der Lufttaum beobachtet. Vor uns ein feindlicher Flughafen. Maschi- nen sind zu erkennen. Zwei Flugzeuge, anscheinend Jäger, starten. Ob sie uns verfolgen wollen? Nach sechs Minuten beehren sie uns mit chrem Besuch, nachdem sie die Flak durch Richtungsschüsse einge- wicsen hat. Dem ersten Moräne schießt der Funker eine ordentliche Ladung vor die Nase. Wir kippen : über die Flügel ab. Beim zweiten Anflug erhält er • nochmals einige Feuerstöße, — und schon stürzt er . ab. Auch wir haben dabei eine ordentliche Anzahl . Treffer erhalten." Nicht immer konnten diese Erkundungsfluge so '[ durchgeführt werden, wie es soeben der Beobachter Berufen abzuhelfen. Gerade das jugendliche Mter der Melde pflichtigen war mitbeftimmend. Die jungen noch in der Entwicklung begriffenen Mädel sollten nicht unmittelbar von der Schulbank in Fabriken und Büros wandern, sondern sich erst in einer gesunden und natürlichen körperlichen Tättgkeit etwas kräftigen und zugleich Kenntnisse erwerben, die sie als Hausfrauen und künftige Mütter benötigen. Es wäre falsch, an das Pflichtjahr etwa mit der Auffassung heranzutreten, man müsse seine Tochter nun notgedrungen dazu hergeben, ein Jahr Hausgehilfin ju spielen. Einmal ist der Beruf der Hausgehilfin zu einem der ehrenwertesten Frauenberufe geworden, der in den jetzigen Kriegszeiten geradezu als Kriegsdienst der weiblichen Jugend gewertet werden muh, zum anderen liegt gerate der Sinn des Pflicht- 1 ah res darin, das junge Mädel in einer Familie zu wissen, der es als Mitglied angehört. Bestimmte Formen der hauswirtschaftlichen Berufsausbildung werden auf das Pflichttahr an gerechnet, wie die hauswirtschöstliche Lehre und das hauswirtschaftliche Jahr, die sich ebenfalls in der Familie abspielen. Die Ueberwachung der Stellen bürgt dafür, daß die Mädel nicht überlastet werden. Der Platz der Pflichtjahrmädel ist ein Ehrenplatz, beson- ters bei der mit Arbeit bepackten Bäuerin auf dem Lande. Der Landhaushalt muß deshalb bei der Wahl an erster Stelle stehen. Aber auch viele städttsche kinderreiche Haushalte warten auf ihr Pflichtjahrmädel. Richtlinien für die Baubetriebe. Auf einer Arbeitstagung der Bauindustrie gab ter Generalbevollmächtigte für die Regelung der Bauwirtschaft Generalbauinspektvr Dr. Todt Anweisungen an die Baufirmen. Es sei eine natürliche Folge des Krieges, daß die Zahl der improvisierten Baubetriebe zunehme. Im Hinblick auf die Notwendigkeit einer weiteren Leistungssteigerung der Bauwirtschaft müsse verlangt werden, daß die Leistung der improvisierten Baubetriebe hinter Die dritte Begegnung war wohl am dramatisch- ‘ ■ften. Acht Me 109 flogen gegen 17 Uhr Grenzaus- ' flärung in 4000 Meter Hohe, als sie in 6000 Meter “25 bis 30 Curttß entdeckten. Der Franzose, der gut geftaffeIt flog, war natürlich in dieser Anzahl hoch überlegen. Als sich die französischen Maschinen auf den niedrig fliegenden deutschen Verband stürzten, kamen plötzlich noch weitere acht deutsche Jäger von oben zu Hilfe, die nach Erkennen der Situatton sofort nachstießen. 20 Minuten dauerte dieser Luftkampf, in dem von 16 Me 109 acht Curttßmaschinen aus 35 Gegnern he raus geschossen wurden. Wenn nun gerate dieses Geschwader bis Ende tes Jahres weit über 60 Abschüsse erzielen konnte, dann taucht die Frage auf, welche Kampfes- weise sich in diesen wenigen Monaten herausgebiltet hat, um diesen Erfolg aufzuweisen. Jrn Gespräch mtt General Klein, dem Kommodore des siegreichen Geschwaders, erfahren wir, weshalb es von «Hßter Wichtigkeit ist, daß jeder einzelne Verband sich den Raum einteilen muß, um vor Ueber- vchchungen geschützt zu fein. In der Luft musien sich Kameradschaft und Disziplin noch weit mehr bewähren, als drunten auf ter Erde. Auch das medng Megende französische Fluazeug kann man erst an- greifen, wenn man weiß, die anderen Kameraden sihützen mich gegen die feindlichen Jäger, die die einzelne Maschine als Lockooael tiefer fliegen lassen. Nach diesen vielen Luftkämpfen weiß daneben aber auch jeder Flugzeugführer, welches die Schwachen und Vorteile der feindlichen Flugzeugtypen sind, weiß, wo er seinen Angriff ansetzen muß. Neben diesen taktischen Einsatz tritt eine rücksichtslose Kampfmethode, gepaart mit dem Geist eines Richt- Hofen, Jmmelmann, Voelcke, das sind die Begriffe, die ich in meine Männer hineingehämmert habe Kameradschaft bis zum äußersten das alles hat meine Staffel von Erfolg zu Erfolg geführt. Nicht unbeabsichtigt habe ich kürzlich am ©rate eines im Luftkampf gefallenen Jagdfliegers tee Worte gesprochen: ,... denn sie hatten auf ihre Fahnen geschrieben: du mußt, du mußt und koste es auch das Leben. Wir, die Ueberiebenden, fliegen weiter, wir fämp en weiter, wir schaffen gemeinsam an dem Werk, fiir das Ihr starbt!'" Mit diesen Worten hat der erfolgreiche Kommodore das ausgedruckt, was jedem einzelnen Jagdflieger das Gepräge gibt. AuMrer - Erkunder des feindlichen Aufmarsches! Bei ter Rückkehr von einem großen Manöver ritt ter Fürst an der Seite Kaiser Wilhelms I. Als sie in die Nähe tes Denkmals kamen, das die Siegesgöttin vorstellt, meinte der Kaiser scherzend zu sei- nem Begleiter: „Sehen Sie, Fürst, das tft eine Berlinerin, der man wenigstens nichts Unsolides nachsagen kann." - „Und doch steht sie zu Eurer Maje- [tat in einem intimen Verhältnis , antwortete der junge Diplomat rbenjo Mich sls PW z Aus aller Wett. Englischer Bomber abgeslürzl und explodiert. Wie Reuter meldet, ist ein Bombenflugzeug in Fifeshire beim Aufstieg abgestürzt. Die Bombenladung explodierte, und das Flugzeug wurde in Stücke gesprengt. Die Erschütterung infolge der Explosion war sechs Meilen weit wahrnehmbar. Die Besatzung des Flugzeuges soll noch rechtzeitig abgesprungen und ohne Verletzungen davongekommen sein. Eine japanische Stadt ein Raub der Flammen. Die 300 Kilometer westlich von Tokio gelegene Stadt Shizuoka ist durch ein Riesenfeuer fast völlig zerstört worden. Dem Brand fielen 4000 Gebäude, darunter der Bahnhof, die Post, das Rathaus und die Schule, zum Opfer. Das Feuer brach in einer Waggonfabrik aus und breitete sich, durch den starken Wind begünstigt, mit rasender Schnelligkeit aus. Obwohl Militär und Feuerwehren zur Bekämpfung der Flammen aufgeboten wurden, war es nicht möglich, des Feuers Herr zu werden. Nachdem der Brand sieben Stunden lang gewütet hatte, waren 30 0 Tote zu beklagen. Man befürchtet jedoch, daß sich die Zahl der Opfer noch beträchtlich erhöhen wird. Der Sachschaden konnte noch nicht festgestellt werden. Auch ein leichter Erdstoß in Italien. In Palermo, Messina und Catania wurden am frühen Nachmittag des Montags ein leichter Erdstoß von vier Sekunden Dauer verspürt, der eine Panik unter der Bevölkerung hervorrief. In Palermo sind durch das Herabfallen eines Dachfrieses ein Carabiniere getötet und etwa 20 Personen verwundet worden. Im übrigen wurde lediglich leichter Gebäudeschaden an älteren Häusern angerichtet. Dolfsplage in der Bukowina. Die Wolfsrudel in der Bukowina, besonders in den nördlichen Gebieten, werden allmählich zu einer wahren Plage. Die ausgehungerten Tiere haben mehrere Dörfer überfallen und schwere Schäden im Viehbestand verursacht. In der Nähe der Gemeinde Lespesi wurde eine Gesellschaft von Wölfen überfallen, wobei ein Angehöriger der Gruppe zerrissen wurde: zwei weitere Personen mußten in hoffnungslosem Zustande in ein Krankenhaus überfuhrt werden. Drei Schlittschuhläufer bei Gent ertrunken. Beim Schlittschuhlaufen sind sechs junge Leute in der Nähe von Wachtedeke bei Gent auf einem Teich eingebrochen. Ein Student aus Gent konnte drei junge Mädchen aus dem Wasser ziehen und retten. Die anderen drei Schlittschuhläufer ertranken. Ihre Leichen konnten bis jetzt noch nicht geborgen werden. Spielende Kinder verursachten ein Großfeuer. In dem Trier benachbarten Ort Konz brach in einem Schuppen Feuer aus, das durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten, entfacht worden war. Einem Kinde gelang es nicht mehr, den Ausgang des Schuppens zu erreichen, weil die Flammen bereits die Tür versperrten. Das Kind sprang an ein Fenster und schrie laut um Hilfe, konnte jedoch das verschlossene Fenster nicht öffnen. Ein Bäckergeselle, der die Hilferufe gehört hatte und schnell herbeieilte, konnte in letzter Minute durch Zerschlagen der Scheiben und Herausreißen des Rahmens dem Kinde Rettung aus der gefährlichen Lage bringen. Durch Kohlenoxydgase erstickt. Als auf einem in Nierstein vor Anker liegenden holländischen Schiff morgens zwei Matrosen nicht zum Dienst erschienen, suchte der Schiffsführer den Mannschaftsraum auf und fand die beiden Leute, einen 25jährigen und einen 19jährigen Matrosen, durch Kohlenoxydgas vergiftet vor. Wiederbelebungsversuche hatten nur bei dem jüngeren Erfolg; der ältere Matrose war bereits tot. Auch 1940 sportliche Reichswettkämpfe der Studenten. Auch während des Krieges wird in Deutschland neben der wissenschaftlichen Erziehung der Studenten ihre körperliche Ertüchtigung weiter gepflegt. Die Studenten werden nach den bisherigen Dispositionen im Jahre 1940 folgende sportliche Reichswettkämpfe durchführen: vom 9. bis 11. Februar im Schilauf in Oberschreiberhau im Riesengebirge, vom 15. bis 17. März im Boxen, Fechten und Turnen in Leipzig, am 17. März im Geländelauf in Leipzig, vom 15. bis 17. März das Basketball- Einladungsturnier in Leipzig und im Februar-März Spiele von Reichsmannschaften der Studenten im Hockey, Handball und Fußball. Bergsteigen — ein wehrhafter Sport. Entsprechend einer Weisung des Vereinsführers des Deutschen Alpenvereins, Reichsministers Dr. S e y ß - I n q u a r t, finden auch im Winter 1939/40 Lehrgänge zur Ausbildung von Lehrwarten im Winterberg st ei° gen statt, und zwar in zwei Stufen. Die dergsteigerische Schulung soll auch während des Krieges weitergehen, weil das Bergsteigen sowohl ein Teil der vormilitärischen Erziehung der deutschen Jugend wie auch ein Mittel zur Wehrhafterhaltung des deutschen Volkes ist. Der Lehrgang der ersten Gruppe findet vom 14. bis 21. Januar auf der Dortmunder Hütte in Tirol statt, der Lehrgang der zweiten Gruppe auf der Franz-Senn- Hütte in Tirol vom 2. bis 13. April. Der erste Lehrgang ist schon seit einiger Zeit voll besetzt. Die landwirtschaftliche Verwertung von 2Nüll. Der Deutsche Gemeindetag hatte bereits früher Richtlinien über die landwirtschaftliche Nutzung des Abwassers herausgegeben. Angeregt durch die bei der landwirtschaftlichen Nutzung dieser Abwässer erzielten Erfolge hat der Deutsche Gemeindetag auch Richtlinien für die landwirtschaftliche Nutzung von Müll aufgestellt. Auch hier sind schon einzelne schöne Erfolge zu verzeichnen gewesen. So wurde bei Berlin aus einem Sandboden, der nur dürftige Kiefern trug, durch Bemüllung ein für den Zuckerrübenanbau geeigneter Boden gewonnen. In Würzburg hat sich die Verwendung von Müll in Weinbergen so gut bewährt, daß sogar erwogen wurde, aus anderen Städten Müll zu beschaffen, um der Nachfrage genügen zu können. Durch die Richtlinien wird nun eine sachgemäße, nutzbringende Verwendung von Müll in der Landwirtschaft vorbereitet. Wann war die Sintflut? Professor Raffaele Bendandi in Faenza will auf Grund wissenschaftlicher Beobachtungen und Berechnungen den genauen Zeitpunkt der Sintflut festgestellt haben, von der ja nicht nur im Alten Testament die Rede ist, sondern auch in den Sagen der meisten alten Völker. Archäologen haben schon bei Ausgrabungen im Stromgebiet des Euphrat und Tigris Schätzungen über den Termin der gewaltigen Ueberschwemmungskatastrophe gemacht, die sich unzweifelhaft einst in diesem Gebiet ereignet hat. Professor Bendandi ist aber nicht Archäolog, sondern A st r o n o m. Er hat vier kleine Planeten in der Zone der Asteroiden entdeckt und schreibt der Anziehungskraft der vielen kleinen Weltkörper in dieser Zone einen großen Einfluß auf die geologische Entwicklung der Erde zu. Aus Hem Studium der wechselnden Bahnen dieser Planeten hat er die Ueber- zeugung gewonnen, daß sich die große Sintflut i m Jahre 2687 v. Chr. ereignet hat. Auf derselben Grundlage kommt er zu dem Schluß, daß „A t - laut a", der sagenhafte verschwundene Erdteil, tatsächlich existiert habe. Atlanta sei von den Fluten des Atlantischen Ozeans verschlungen worden infolge eines furchtbaren Erd - und Seebebens, das nach seiner Berechnung rm Herbst des Jahres 1008 v. CH. das Antlitz der Erde so grundlegend verändert hat. Lin falscher Oberstabsarzl in Dänemark. Bei dem Ordensregen, der sich zu Neujahr über Dänemark ergoß, bekam auch Herr Oberstabsarzt Dr. I. d. R. in Aarhus einen Orden für seine Beteiligung an den Herbstmanövern. Die Ortspresse von Aarhus würdigte gebührend die Auszeichnung des in den besten Kreisen der Stadt verkehrenden Mitbürgers. Die Notiz wurde auch von einem hohen Militärarzt in Kopenhagen gelesen, der die Rangliste gut im Kopfe hat, und so kam die Bombe zum Platzen. Er stellte fest, daß in der dänischen Armee ein Oberstabsarzt Dr. I. gar nicht e x i st i e r t. In Aarhus mußte er anderseits feststellen, daß der Verdächtige dort seit einem halben Jahre in der Gesellschaft eine große Rolle spiele, immer in Uniform herumlaufe und tatsächlich an den Herbstmanövern teilgenommen habe. Die weitere Untersuchung brachte verblüffende Ergebnisse zutage. Der Name war falsch, der Doktortitel war falsch,^die Uniform war falsch. Der „Herr Oberstabsarzt" ist ein Abenteurer, der schon unter vielen Namen aufgetreten war und niemals Medizin studiert hat. Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Im Kriegsministerium aber untersucht man wer dafür verantwortlich ist, daß dieser Schwindler am Herbstmanöver teil- nehmen und für einen Orden vorgeschlagen werden konnte. Zahlreiche Nachkommenschaft. LPD. Ehlhalten im Taunus, 15. Jan. Am Montag feierte Frau Maria R a ck y , geb. Wendel, in Ehlhalten ihren 9 0. G e b u r t s t a g. Ihre Nachkommenschaft besteht bis jetzt aus acht Kindern, 27 Enkeln und 41 Urenkeln. fporl Länderkämpfe Deutschland-Italien. Ringen in Dresden. Der kürzlich verschobene Ringerländerkampf zwischen Deutschland und Italien im griechisch-römischen Stil wind nun am 18. Februar im Dresdner Zirkus Sarrasani ausgetragen. Am 20. Februar treten die italienischen Ringer in Bamberg gegen eine bayerische Auswahl an. Der Rückkampf soll schon im März in Rom durchgeführt werden. Ein weiterer Start der deutschen Mannschaft ist in Novara vorgesehen. Weiterhin wollen die Italiener Mit einer Nachwuchs staffel nach Deutschland kommen. Termine und Austragungsorte für ihre Kämpfe liegen allerdings noch nicht fest, Fußball in Mailand. Italiens Fußballverband hat jetzt als Austragungsort des nächsten Länderspiels gegen Deutschland Mailand bestimmt. Dieser neunte Länderkampf zwischen den beiden befreundeten Nationen findet am 5. Mai statt. Bereits am 3. März spielen die „Azzurri" in Turin gegen die Schweiz und am 14. April ist Rumänien in Rom zu Gast. Mit Deutschland und der Schweiz empfangen die Italiener also jene Länder, die ihnen im Herbst Niederlagen beibringen konnten. Die Eidgenossen gewannen in Zürich 3:1 und Deutschland siegte im Berliner Olympiastadion mit 5:2 über den Weltmeister. Titelkämpfe der deutschen Schiläufer. Im Brennpunkt des Interesses aller deutschen Schiläufer wird vom 16. bis 18. Februar der kleine Marktflecken Ruhpolding in Oberbayern am Chiemsee stehen, werden doch dort in diesen Tagen die Deutschen und Wehrmachts-Meister des Jahres 1940 in den nordischen Wettbewerben ermittelt. Ruhpolding rühmt man eine besonders gute Schneelage nach. Der Ort verfügt über herrliche Langlaufstrecken und eine würdige Meisterschaftsschanze. Auch die Zeiteinteilung für die Titelkämpfe liegt bereits vor. Den Auftakt bildet am 16. Februar um 16 Uhr die Flaggenhissung. Zwei Stunden später folgt die Streckenerklärung für den Langlauf, an dem wie am Springen nur Läufer der Klasse 1 und der Altersklasse 1, wenn sie vor Erreichung der Altersgrenze der Klasse 1 angehörten, teilnehmen dürfen. Tags darauf wird um 9 Uhr der Langlauf gestartet; der Kampf beginnt und endet beim Kurhaus, in dem um 20 Uhr der Begrüßungsabend stattfindet. Der 18. Februar bringt dann die letzten Entscheidungen. Um 11 Uhr beginnt das Springen für die Kombination, anschließend wird das Spezialspringen durchgeführt, und mit der feierlichen Siegerehrung um 16 Uhr beim Kurshaus werden die Mersterschaftskärnpfe beendet. Die Meldungen der Vereine und Truppenteile sind bis zum 12. Februar in Ruhpolding bei der Geschäftsstelle für die Meisterschaften abzugeben. Fußball der Gauliga Heften. Die erste Serie der Meisterschaftsspiele des Gaues Hessen in der Gruppe Süd ist bewendet. Hier liegt der VfB. Groß-Auheim weiter an der Tabel-^ lenspitze. Er erfocht in Wachenbuchen gegen Kewa einen recht glücklichen 2:1 (l:1)-Sieg, denn die Gastgeber mußten gegen Schluß mit zehn Spielern durchstehen. Altmeister Hanau 93 bleibt der Verfolger des Spitzenreiters. Die Hanauer bauten ihren sicheren zweiten Platz durch einen glatten 4:0 (1:0-Sieg gegen den Tabellendritten Borussia Fulda aus. Fußball im Tv. 1889 Klein-Linden. Klein-Linden 1. Jgd. — Allendorf rern. Insgesamt sind im Reichsdurchfchmtt an den wichtigsten Verkehrs punkten nn Stunbenrmttel 298 und in der Gesamte agessumme 4600 Radfahrer m allen Städten über 20 000 Einwohner zu zahlen. Daß natürlich unter Berücksichtigung der,Sommer- und Winterzeit für die einzelnen Abfchnrtte im Spitzenverkehr beträchtlich Zahlen hercmskommen, ist erklärlich. Der Hochft- werktags-Radfahrerverkehr erreicht Som- mermvnaten eine Tages summe von 11 222 Radfahrern Mit einem Spitzenverkehr zwischen 6 und 7 Uhr in Höhe von 1233 Radfahrern und zwischen 16 und 17 Uhr in Höhe von 1121 Radfahrern. Öm Winter errechnet sich eine Tagessumme von 8079 Radfahrern mit einer Spitzenleistung von 855 Radfahrern zwischen 6 und 7 Uhr' unk> von 788 Rad- sahrern zwischen 16 und 17 Uhr. ^m Retchsdurch- schnitt (zugleich auch im Jahresdurchschmte) sind als Tagessumme des Sonntagsverkehrs 5676 Radfahrer zu zählen, von denen auf den Spchenver- kehr zwischen 9 und 10 Uhr 451 und zwischen 19 und 20 Uhr 539 Radfahrer entfallen. Die außerordentliche Verbreitung des FahrrMes gerade in der Kriegszeit bedingt eine erhöhte Forderung des Radwegebaues, dessen sich der Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen und die Reichsgemeinschast für Radwegeibau und Radwan- Lern seit Jcchren tatkräftig angenommen Haden. Leid." Klarissa wäre wohl die Frau, die den beiden alles sagen und erklären könnte. Doch sie mag die Jungen nicht und fühlt sich alt, und so ist sie ungerecht. Zwar nörgelt und brummt sie nicht mit ihnen, das tut Klarissa nur bei Menschen, die sie liebt und die ihr zu schaffen machen. Diese Jungen sind ihr gleichgültig, und daher kümmert sie sich kaum um das was'sie tun. Mögen sie ihrer Wege gehen, es sind nicht Klarissas Wege. Bei allem ist etwas sonderbar die Junaen haben vor keinem Menschen so viel Respekt wie vor der Alten vom Birkenhof. Aber Angst haben sie vor ihr nicht, sie kennen keine Angst. Es ist Mittagszeit. Kurz vor dem Essen treiben sich die Knaben immer nahe beim Haus umher, weil sie den Gong schlagen wollen, weil der Gong Krach macht, und weil ihnen nichts so heb ist als Krach. Sonst schlägt Marie den Gong. Marie ist m der Küche mit den letzten Vorbereitungen zum Esten beschäftigt. Die Mädchen decken den langen Tisch. Die Küche ist groß, und der Tisch reicht vom Fenster bis fast an den Herd. Hier essen alle Gutsangestell- ten, die nicht verheiratet sind, Arbeiter und Stall- jungen, Kutscher und Schweizer, auch die Mädchen. Rudolf steckt den Kopf durchs offene Fenster: „Können wir anfangen, Marie?" fragt er Marie runzelt die Stirn, dreht sich halb um und schreit: „Wartet, bis ich euch Bescheid sage, frag'mcht immer so dumm, Junge!" Es geht Marie, wie es Klarista geht, sie mag die beiden nicht. Sie kann es ihnen nicht vergesten, als sie auf dem geteerten Küchenstuhl kleben blieb, zum Gespött des ganzen Hofes wurde. Nun kommt noch etwas dazu, was ~ C1 einem halben Jahr ist ein denken Sie sich, ein ganzer Korb Herzkirschen ist dem Psitzner gestohlen. Drei Körbe voll hatte er ab genommen, da kommt der Briefträger. Er muß eine Nachnahme unterschreiben und geht ins Haus. Als er wieder in den Garten kommt, stehen mir noch zwei Körbe da. Was sagen Sie dazu?" „Ja, was soll ich dazu sagen? Weiß Psitzner denn, wer es wohl gewesen ist?" . Maries Augen sehen fast weiß aus, „wie Milch' äugen", denkt Frank, als sie zu den Jungen rüber- sieht. „Nachher stand der leere Korb „unter dem Baum, wer kann es also gewesen sein?" „Mal raus mit der Sprache, habt ihr ote Kirschen genommen?" Die Jungens sitzen mit ihren hellen und freundlichen Engelsgesichtern da, sie nicken und sagen: „Ja, mir haben sie uns geteilt. Wir dachten, daß die vielleicht verkauft würden. Der Gärtner hat uns nie an die Kirschen gelassen, wir haben in diesen Tagen noch keine Kirschen gekriegt, nur die paar am Mittag. Jetzt stand die Gartentür aber auf, und wir haben sie uns also geteilt." „Warum habt ihr nicht gefragt?" „Weil du nicht da warst, Tante Klarissa." Teufel mit Engelsgesichtern, wie soll man da erziehen? ,Zhr schafft sofort die Kirschen wieder zur Stelle, verstanden? Holt euch den Kord und packt sie wieder rein." „Ja!", sagen die Jungen. Sehr vernünftig sind sie, wie Erwachsene, es ist chnen nicht so ohne weiteres beizukommen. Sie sagen „Mahlzeit!", machen ihre Verbeugung und verlassen das Eßzimmer. Wie kleine Männer benehmen sie sich, die man grundlos kränkt. Auch Marie ist gekränkt, denn sie ist um die Sensation verteilter Ohrfeigen gekommen. Und Irene hat oerroeinte Augen und hat keine Lust, an Erziehungsmaßnahmen zu denken. Sie hat soviel Sorgen, große und gewaltige Sorgen, man soll von ihr jetzt nicht allzuviel verlangen. Ja, was ist da zu machen? Eigentlich nichts. Klarissa steht als letzte vom Tisch auf. Sie seufzt. Sie sehnt sich nach Anne und seufzt. Sie denkt» an den Sckönemann-Enkel, und plötzlich packt sie die Angst, daß dieser Fremde sich zwischen sie und Anne stellen könnte. Jung und alt beisammen, wie soll das ausgehen? Das ging zwischen Anne und ihr aut, wenn aber mal ein Mann dazu kommt? Lieber - Himmel, sie will fa still zur Seite gehen, nichts will i sie, als daß er Anne und dieses Land liebt. Wenn i er es aber nicht liebt? Wenn er anfängt, alles zu I zerkrümeln und auseinanderzureißen. Hat nicht ihr i eigener Bruder, ein Wegner, gesagt: „Was geht mich , das Land an?" (Fortsetzung folgt.) die Hände falten und gläubig sein. Klarissa ist nicht fromm. Aber sie ist gläubig. Ihr Glaube hing immer mit dem Birkenhof zusammen. Wenn sie über die Felder stapft und den Duft der Erde spürt, ist jeder Atemzug ein Gebet. Sie betet für den Birkenhof, für sein Bestehen und fein Gedeihen. Sie liebt dieses Land uni) zittert für sein Fortbestehen. Sie ist alt, eine alte Frau mit einem Herzen, das ihr zu schassen macht, und mit müden und mürben Gliedern. Sie möchte jetzt einen Menschen haben, der jung und wie aus ihrer alten Kraft geboren neben ihr geht, der das fortfetzt, was sie begonnen hat, nein, was vor Generationen die Wegners begonnen hatten. Franz Pegel, ist da, und in seiner jüngsten Jugend hat sie auf ihn gehofft. Ja, er ist tüchtig und ehrlich geworden, verläßlich und treu, aber ein Herr des Birkenhöfs wird er nie fein. Und nun Anne, das geliebte Kind, Sinne. Sie ist so, wie die Frauen des Birkenhofs waren, ach, sie ist vielleicht viel mehr, sie ist vielleicht Klarissa selbst. Aber sie ist jung. Soll wieder eine Wegnerin ihre ganze Jugend den Siedern und Feldern zum Opfer bringen, soll sie sich selbst, ihre Wünsche und Hoffnungen begraben, um dieses Landes willen? Das ist es, was Klarista müde macht und zermürbt. Wie schön ist das Land. Wie die Felder rauchen, wie ruhig dort die Pferde hinterm Pflug gehen. Es ist Klarissas Land, ihre Felder, ihre Pferde und ihr Irene Waitz, Frank und Rudolf Ziegler sind wieder auf dem Birkenhof. Sie waren nur ein paar Tage fort, es lohnt kaum, darüber zu sprechen, nun sind sie wieder hier, und die Jungen er füttert das weiße Haus mit ihrer ausgelassenen Fröhlichkeit. Klarissa hält von beiden wenig, well sie keine Bauern sind. Wenn sie über die Felder laufen und helfen wollen, stiften sie nichts als Unheil an. Es Ist bester, sie laufen nicht über die Felder. Die Pferde schlagen aus, wenn die Jungen kommen, sie sind ihnen zu laut und zu hastig, die Hunde klemmen bte Schwänze ein und flüchten m ihre Hütten. Frank und Rudolf wollen beileibe kein Tier quälen, ohne es zu wissen. Sie sind Großstädter und das ländliche Leben ist ihnen fremd. Es müßte jemand ihnen zeigen, wie man nüt Deren umgeht und wie mit der Feldarbeit. Aber alle lachen über sie und man lagt: „Das find Jungens mit Engelgesichtern, doch sie haben den Teufel im Cr-tm-rstrah- 22; 8.1. Jakob Schuhmacher, 81 Jahre, Sicher Straße 74; 9.1. Ludwig Frey, Maurer, 82 Jahre, Bahnhosstraße 26; 9.1. Eduard Lange, Werkmeister i. 9t., 75 Jahre, Bahnhofstr. 24, 10.1. Ludwig Albach, Wäschereibesitzer, 71 Jahre, Krofdorfer Straße 13; 11.1. Dr. Wilhelm Kalo- fleisch, Oberstudiendirektor a. D., 67 Jahre, Frobel straße 32; 11.1. Franziska Schort, geb. Neuweiler, o. B., 88 Jahre, Licher Straße 106; 12.1. Therese Topp, geb. Spiegel, o. B., 54 Jahre, Krofdorfer Straße 10; 13.1. Wilhelmine Biedenkopf, geb. Schneider, o. B., 68 Jahre, Wernerwall 3; 13.1. Franziska Roth, geb. Neidenbach, o. B., 67 Jahre, I Seltersweg 79; 14.1. Katharina Viktoria Prum- mer geb. Rös, o. 23., 24 Jähre, Hmdenburgwall 3. Bei der letzten Reichs-Radfahrer-Derkehrszählung, deren Auswertung erst vor kurzem der Oeffenttlch- keit unterbreitet werden konnte, sind einige inter- effante Feststellungen gemacht worden die einen anschaulichen Ueberblick über den Radfahrerverkehr m den verschiedenen Tagesstunden gewahren. Hiernach ist im Reichsdurchschnitt der Radfahrerverkehr in den frühen Morgenstunden im Werttagsverkehr von 6 bis 7 Uhr am weitaus starrsten. Gezählt wurde an Zählstellen mit ttberdurchfchmtt- lichem Radfahrerverkehr, also an wichtigen Ster- kehrspunkten, die sehr stark von Nadsahrern fte- guentiert werden intb den besten Ueberblick über einen Radfahrerspitzenverkehr vermitteln. In der Morgenstunde von 6 bis 7 Uhr fahren im Reichs- durchschnttt 512 Radfahrer über ine tmdjfigften Ber. kehrsnunkte der Städte über 20 000 Einwohner. ÄMLen 7 und 8 Uhr ebbt der Verkehr etwas ab, LeU die Fabriken zumeist um 7 Uhr Arbeitsbeginn haben. We schwächste RadfahrewerkehrMert ist ine Stunde zwilchen 9 und 10 Uhr (182 Radfahrer im Reichsdurchlchnitt). Don da an ftetgt es bas zu der Mittagsstunde wieder allmählich an, erreicht zwischen 13 und 14 Uhr eine Höhe von 348 Radfahrern (Angestellten-Mittagszeit), sinkt dann wieder, erreicht aber zwischen 16 und 17 Uhr wieder 395 und zwischen 17 und 18 Uhr die zweithöchste Tages- verkehrszisfer im Reichsdurchschnitt mit 407 Rad- ist in Hannes verliebt. Sie ist nicht mehr jung, i echsunddreißig Jahre alt ist Marie, aber sie ist 1 rundlich und gut bei Schick. „Ein schieres Weibstück", । agt man hier in der Umhegend, wrnn man von der । Marie auf dem Birkenhof spricht. Hannes wird von ihr besonders gut gepflegt, er kriegt immer die besten Stücke zugeteilt, und Marie ist nicht ötwa „ohne Jack" und „ohne Büx", bewahre, sie ist seit ihrem, echzehnten Lebensjahre bei Klarissa Wegner, und ihre Aussteuer kann sich mit der einer Bauerntochter messen. Außerdem hat sie auf der Kreissparkasse ein Guthaben, und das wissen alle, auch Hannes weiß es. Doch er kommt nicht damit heraus, daß er sie wohl hoben möchte. Nun glaubt Marie, daß es des Spottes wegen ist, und die Urheber dieser Unalückssache sind ihr ein Dorn im Auge. Am liebsten spricht sie nicht mit ihnen, aber jetzt bleibt ihr nichts weiter übrig, als durchs Fenster zu rufen: „Ihr könnt anfangen, wenn ihr aber zuviel Krach macht, komme ich mit dem Kochlöffel dazwifchen. Ich sage es euch jetzt im guten." Das hören die Knaben schon nicht mehr, sie rennen zum Gong. Wer zuerst da ist, kann anfangen. „Aber nicht mehr als zehn Schuß", schreit Frank, der letzter ist weil er als der Jüngere auch kürzere Beins hat. Rudolf schwingt den Klöppel schon, „päna, päng". „Hörst du, Rudolf, zehn Schuß du, und zehn Schuß ich. Sonst macht Marie wieder Krach." Franks Augen sttahlen vor Freude. „Die alte Pechmarie!" schreit er, „wenn sie kommt, friegt sie eins mit meinem Trommelstock und aus." Päng, päng, sie Hüpfen wie die Wilden umher, schöner' Lärm. Marie schreit durch Küchenfenster: „Wollt ihr jetzt wohl Schluß machen?" Hach, Ma- ne, rege dicht nicht auf, sie gehorchen ja doch nicht. Da muß erst eine Stärkere kommen, Klarissa muß daherkommen. „Was fällt euch denn ein? Habt ihr die Hände schon gewaschen?" Päng, der letzte Schlag. „Also los, wenn chr morgen nicht gehorcht, wenn Marie ruft, werdet ihr trotz der Ferien in die Lateinschule zu Pastor Bubendey geschickt, verstanden?" „Ja, Tante Klarissa", sagen sie und sehen sie mit schimmernden blauen Augen an. Beim Essen möchten sie wohl gern dies und das ; erzählen, aber wenn sie anfangen, antwortet ihnen ; weder die Tante noch Irene, und Irene sieht ver- . meint aus. Alles in allem ist es bei Tisch unge- i müllt ch. Das Essen schmeckt. Immer schmeckt ihnen i das Essen hier, und immer sind sie hungrig wie die i Wölfe, aber das ist auch alles. Ganz imgemüMid) t wird es, als Marie hereinkommt, beide Arme in ' die Hüften gestemmt und ruft: „Fräulein Wegner, 6 Uhn Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, merk' auf! 8.10! Gymnastik. 9.15: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30: Schulfunk (Mittelstufe). Sendereihe: „Dom bäuerlichen Leben und Wirken". Die Schule baut sich eine Wetterstatton. 10: Frohe Weisen. Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 10.50: Beethoven-Konzert. 11.50: Mikrofon unterwegs. 12: Aus einem Rüstungsbetrieb: Werkskonzert, in Verbindung mit der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Mittagskonzert des kleinen Orche- sters des Reichssenders Breslau. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Was bringen die Theater in unserem Sendegebiet? 18.25: Das Mittwochskonzert des Reichssenders Frankfurt. Serenade in A-dur für Orchester von Johannes Brahms. 19.10: Bilder und Klänge aus Mosel- franken (9). „Genoveva", Hörspiel. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandseinder. Zum ersten Male hatte sie dieses Gefühl, als a Pegel stöhnend vor ihr lag, da fing es ich an. Sie hat ihn großgezoaen — oh, sie wird die Nacht nicht vergessen, als sie der todkranken Magd damals versprach, der Junge solle auf dem Hof bleiben. Er ist geblieben. Ein kleiner, munterer Kerl war er, der in feinem Leben alles schön fand, maß über ihm stand, auch die Frauen. Sieh, das ist ihm nun fast zum Verhängnis geworden, und SUariffa hat ihm nicht helfen können. Wer kann der Jugend helfen? Man muß sie ihren Weg gehen lassen. Sie müsien alles selber erleben, die Jungen, man kann als alter Mensch nichts weiter tun, als X Nidda, 15. Januar. Nach der ersten Wan- berung des hiesigen VHC. am gestrigen Sonntag über Borsdorf und Bad Salzhausen und zuruck sand im Gasthaus „Zur Eisenbahn" dahier die Auszeichnung der regsten Teilnehmer an den Wanderungen des vergangenen Jahres statt. Es waren 16 Mitglieder, die mit der üblichen Auszeichnung und launigen, von Sanitätsrat Dr. Koch verfaßten Versen bedacht wurden. Obenan steht der Der- Wanderungen im Vorjcchr konnten nur 12 ausgeführt werden. An diesen beteiligten sich im ganzen 185 Mitglieder, im Durchschnitt 15, die Höchstzahl betrug 35, die niedrigste 6. 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