190. Jahrgang Nr. 244 Dienstag, 15. Oktober 1940 1 _ AkW d Die, Gtetzener Anzeiger Lmrabme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/,Ubr desBormittaas Aiuelgen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift < vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte GrehenerIamilienblätter Hermat rmRild DieScholle MonatS-Bezugsvreis: Mit 4 Verlagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluß 2251 Draktanschrrft:„Anzejger" Postscheck 11686 Tranks. M. vrühlsche Untversitätrdnrckerei L. Lange General-Anzeiger für Oberhessen ^^Kietzen^5ch,lstroche 7-9 Trümmer in allen Stadtteilen Londons in zwei Truppen lagern die Unterkünfte zerstört. 3n der Themsemündung führte die Besatzung eines Kampfflugzeuges einen besonders kühnen Tiefangriff auf einen flarkgeficherten Geleilzug von 18 bewaffneten Handelsschiffen durch. Da das Flugzeug keine Bomben mehr an Bord hatte, griff es mit Blafchinengewehrfeuer an und fetzte dadurch ein Schiff am Heck in Brand. Obwohl der Gegner mehrfach der Gefechtsberührung mit unseren Jagdfliegern auswich, kam es zu verschiedenen für uns sehr erfolgreichen Luftkämpfen. 3m Seegebiet westlich La diz zerstörte ein deutscher Fernbomber ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff von 3000 bis 4000 BRT. durch zwei Bombentreffer. Bei Tatze griff der Gegner das Reichsgebiet und die besetzten Gebiete nicht an. Zwei einzelne Aufklärungsflugzeuge wurden schon an der französischen Küste durch Flakartillerie vertrieben. 3n der Rächt flog der Feind nach Rord - und West - d e u t s ch l a n d ein. Planlos geworfene Bomben richteten nur geringen Häuserschaden an, trafen jedoch keine militärischen oder wehrwirtschafllichen Ziele. Der Gegner verlor gestern insgesamt 13 Flugzeuge, davon 12 in Luftkämpfen, eins durch Flakartillerie. Lin deutsches Flugzeug ist nicht zurückgekehrt. von 15—20 Jahren, 12 000 Männer und 26 000 Frauen im Alter von 20—25 Jahren und 10 000 Männer und 9000 Frauen im Alter von 25—30 Jahren. Da diese Entwicklung weiter andauert, ergibt sich einerseits ein Frauenüberschuß in den Städten und ein Frauenmangel auf dem Lande, weiterhin naturgemäß, da ein Ausgleich nicht erfolgt, ein Geburtenrückgang auf dem Lande sowohl als auch in den Städten. Dies ist nur eins der Probleme, über deren Bedeutung man sich allmählich immer klarer wird, und die den Einsichtigen im Lande zeigen, daß nicht nur, wie man immer gern in den Vordergrund schieben möchte, Gefahren von außen drohen, sondern daß man auch noch recht viel zu tun hat, um fein Haus im Innern in Ordnung zu bringen. Die kürzlichen Wahlen zur zweiten Kammer des Reichstages haben endlich eine Entwicklung zum Abschluß gebracht, die seit Jahren im Gange war: die endgültige Stabilisierung der par- Der Wehrmachtbericht vom Montag. Berlin, 14. Ott. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Leichte und schwere Kampffliegerverbände setzten am Tage und in der Rächt ihre Vergeltungsangriffe auf London und ihre Angriffe auf andere kriegswichtige Ziele in Süd- und Blit, telengland mit großer Wirkung fort. 3n rollendem Einsatz flogen Staffeln, bei Tage durch Jagdverbände geschützt, in dichter Folge, so daß zwischen den einzelnen Angriffen nur kurze Pausen eintraten. In London entstanden vor allem nördlich der Themse in höhe der Viktoria - und In d l a - Docks durch Bombentreffer mittleren und schweren Kalibers Großbrände, die während der Rächt bereits von der Themsemündung und der britischen Küste aus zu sehen waren. Rach dem Angriff auf ein Kraftwerk konnten große Stichflammen und starke Rauchentwicklung beobachtet werden. Ein zweiter stärkerer Angriff galt den Hafenanlagen und Rüstungsbetrieben von Liverpool. Der Bombenwurf rief auch hier schwere Explosionen mit nachfolgenden Bränden hervor. Beim Angriff auf verschiedene kriegswichtige Ziele in Wittel- und Südengland wurden u.a. Tag und Nacht in rollendem Einsatz gegen England. Niesenbrän de in den Londoner Oockanlagen. - Schwere Explosionen in Liverpool. Feindliches Handelsschiff bei Cadiz von deutschem Fernbomber zerstört. Wie stehfs in Schweden? Von unserem Og.'Äerichterstatter. dem Feuer zum Opfer gefallen . In diesem Zusammenhang ist ein Interview von besonderem Interesse, das Sir John Reith, der Leiter der Wiederaufbauarbeiten, einer Reihe ausländischer Journalisten gewährte. Er erklärte: „Sie wissen, daß nach jedem neuen Luftangriff immer mehr Wohnungen für die Bevölkerung geschaffen werden müssen. Es reicht nicht aus, Wohnungen zu beschlagnahmen, die zufällig leerstehen, weil ihre Eigentümer zwangsevakuiert sind oder London freiwillig verlassen haben. Der Winter steht vor der Tür, und wir müssen daher das Wohnungsproblem vorher lösen. Ich bin gerade nut einem Plan befaßt, der die unterirdische Bebauung in größtem Maßstab zum Gegenstand hat. Wir werden bombensichere unterirdische Wohnungen für Masseneinquartierung einrichten. Jedoch müssen wir zunächst einmal die Ruinen der zusammengestürzten Häuser an den Stellen wegräumen, wo alsdann diese unterirdischen Wohnungen gebaut werden sollen." Diese Arbeit, so fügte Sir John Reith hinzu, soll „in den nächsten Tagen" ausgenommen werden. Er fand damit zu der alten I Jllusionstaktik zurück, mit der die amtlichen Lon- stellt. Ein anschauliches Bild von dem jetzigen Zustand der britischen Hauptstadt gibt ein Bericht der französischen Zeitung „F i g a r o" vom 11. 10., in ihm heißt es: Im Eastend und im Hafenviertel sind die Häuser zu Dutzenden aufgerissen. Wenn man die Ludgate Hill und die Fleet Street bis zum Strand hinuntergeht, so findet man Einschläge^inmitten der Straße. Auf dem Strande ist das Somerset- house zum Teil zerstört. Mehrere Häuser und ein Brückenpfeiler sind getroffen. Bomben sind in die Downing Street in der Nähe des Oberhauses gefallen. Das Gittertor des Buckingham-Palastes, der königlichen Residenz, ist zerstört. In May- fair, dem Quartier des Lurushandels, das zwischen der Regent Street, Oxford Street, Park Lane und Piccadilly Street liegt, sind die Schäden bedeutend. Man geht auf Glasscherben. . ---------------------. . Alle Läden haben an Stelle ihrer zerbrochenen > Jllusionstaktik zuruck, mit der die amtlichen Low lamentarischen Macht der schwedischen Sozialdemokratie. Diese Partei, die schon seit langem die bürgerlichen Gruppen immer mehr an die Wand gedrückt hatte, erreicht jetzt die absolute par- lamentarfiche Mehrheit. Entscheidend für diesen Erfolg war sicherlich nicht zuletzt der Einfluß der sozialdemokratischen Gewerkschaften; eine Macht, wie sie die Gewerkschaften in Deutschland niemals während ihrer besten Zeit gehabt haben hinzu kam die völlige Ziellosigkeit im Lager der bürgerlichen Parteien, aber auch die Art und Weise, in der Ministerpräsident hansson Schweden durch die Krisen des letzten Jahres hindurchgesteuert hatte. So war es [einer Zeit nicht ohne Eindruck geblieben, daß er sich nicht scheute, seinen Parteikollegen Sandler aus dem Kabinett hinauszusetzen, als dessen Politik das Land anläßlich des finnisch-russischen Krieges in den Konflikt hineinzuziehen gedroht hatte. Wie weit es Sandler und Genossen, die ja schließlich nach wie vor ihren Einfluß in der sozialdemokratischen Partei und auch sonst besitzen, noch einmal gelingen wird, iljre Gesichtspunkte zur Geltung zu bringen, muß man abwarten. Vorläufig jedenfalls scheint sich auch durch das Wahlergebnis an der künftigen Linie der schwedischen Politik nichts zu ändern. Stockholm, 14. DEL (Europapreß.) Nach amtlichen englischen Mitteilungen sind die deutschen Nachtangriffe von Sonntag auf Montag weitaus heftiger und verheerender gewesen als an den Vortagen. Das Luftfahrtministerium ver- öffenllicht über die nächtliche Aktion der deutschen Luftwaffe am Montagmittag eine Erklärung, in der es heißt, der Umfang der Angriffe sei in „etwas größerem Umfang" erfolgt Das Londoner Gebiet fei neuerlich das Hauptziel gewesen, jedoch hätten auch die Angriffe gegen das Mersey-Gebiet bei Liverpool und Nordwestengland stattgefunden. Außerdem wurden Städte im Nordosten des Landes von deutschen Maschinen bombardiert. Die Vernichtung von Geschäftshäusern und Industrieanlagen in London und Umgebung wird bestätigt. Gebiete in London, in denen zahlreiche militärisch wichtige Punkte, wie Jagdflugzeugplätze und dergleichen, gelegen sind, wurden besonders heftig angegriffen. Im Mersey-Tal wurden zahlreiche Schäden angerichtet. Die Zahl der Toten und Verletzten wurde noch nicht bekanntgegeben. Das gleiche trifft für zwei Städte des Nordostens zu, die mehrere Male in der vergangenen Nacht angeflogen wurden. 5000 Mann Pioniertruppen sind nunmehr Tag und Nacht damit beschäftigt, mit hacke und Schaufel die Londoner Trümmerfelder zu beseitigen. Es soll versucht werden, im Interesse der Aufrechterhaltung der Moral die Spuren der deutschen Luftangriffe so schnell wie möglich wegzuräumen. Nur an einer Stelle wurden in London die Trümmer unter amtlichen Schutz ge- Scheiben Bretterverschläge. Berkeley Square ist von Häusern mit zerbrochenen Scheiben umgeben. Im Westend ist ein großes Geschäftshaus mit vier Etagen getroffen. Savile Row, die Straße der männlichen Eleganz, ist zerstört und ausgebrannt. In der B o n d S t r e e t ist das große Warenhaus John Lewis ausgebrannt, ein anderes zerstört. In der ganzen Straße ist keine Scheibe mehr heil. Regent Street ist durch Seile abgesperrt; die Häuser drohen eingustürzen. Im hyde Park hat eine Bombe einen ungeheuren Trichter verursacht. Die City ist sehr mitgenommen. Fast alle Büros und alle Geschäfte sind getroffen. In den Docks, die sich 15 Kilometer an der Themse entlang ziehen, sind die Mehrzahl der Lagerhäuser mindestens einmal getroffen worden. Der Berichterstatter glaubt, daß die Stadt nur durch die übermenschlichen Anstrengungen der Feuerwehr und des Luftschutzes bis jetzt noch vor der völligen Vernichtung bewahrt werden konnte. Zwar wurden in der letzten Zett sämtliche Feuerwehrleute auf dringendes Verlangen des Ministeriums für innere Sicherheit von der Wehrmacht freigestellt und in London eingesetzt. Aber ihre Zahl reicht nicht mehr aus, um die Brände auch nur einigermaßen auf ihren Herd zu beschränken. Ganze Straßenzüge sind Stockholm, Oktober 1940. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Angesichts der gesamten wettpolitischen Lage baute Schweden feine Verteidigungskraft in hier bisher nicht gekanntem Tempo aus. Es „rollte faf) zusammen rote ein Igel", um das viel Zitierte Bild des schwedischen Unterrichtsministers Bagge zu gebrauchen, „bereit nach allen Seiten hin zu stechen". Nun, Schweden ist verschont geblieben, Schauplatz des gegenwärtigen Krieges zu werden. Sicher nicht zuletzt infolge des blitzschnellen deutschen handelns gegenüber den britischen Plänen auf den Norden, insbefonbere auf das nordschwedische Erzgebiet. Wenn man hier auch weiterhin aufmerksam die Kriegsergebnisse und die Bewegungen der internationalen Politik verfolgt, so wächst doch die Ueberzeugung, daß die unmittelbare Gefahr für Schweden als beseitigt gellen kann. Gleichzeitig erheben sich schon vereinzelt Stimmen, die eine positive Stellungnahme 3hr neuen Lage Europas fordern. Schließlich, so meint man, könne auch der Igel nicht immer zusammengerollt bleiben, besonders, wenn er nicht angegriffen werde. Er müsse sich ja beispielsweise um feine Nahrung kümmern, wenn er nicht in feinem zusammengerollten Zustand verhungern wolle! Einer ähnlichen Auffassung hat vor kurzem auch der Außenminister Günther in einer viel beachteten Rede vor dem Reichstag Ausdruck gegeben. Er hat in diesem Zusammenhang auch auf die Beziehungen zum Deutschen Reich verwiesen, wenn er vielleicht auch in erster Linie an das Verhältnis Schwedens zu den übrigen Ländern des Nordens gedacht hat. Gerade aber das Verhältnis zur neuen Lage Europas, zu der im Werden begriffenen neuen europäischen kontinentalen Gemeinschaft bedarf, das empfinden manche Kreise Schwedens sehr deutlich, dringend einer Klärung im positiven Sinne. Wohl spricht man viel von „Anpassung" an die neue Lage Eine solche Anpassung ist ja in wirtschaftspolitischer Hinsicht zum Teil auch schon erfolgt. Man denke nur an die neuen deutsch- schwedischen h a n d e l s a b m a ch u n g e n , durch die weitgehende neue Lieferungs- und Abnahmemöglichkeiten auf beiden Seiten erschlossen wurden, und ah die Bemühungen um neue Handelsvereinbarungen mit Sowjetrußland und anderen Staaten des europäischen Kontinents, durch die man den Ausfall des überseeischen Handels einigermaßen auszugleichen sucht. Daß dies aber nur einen Teil dessen darstellt, was man unter „Anpassung an die neuen europäischen Gegebenheiten" verstehen muß, ist vielen Menschen hier in Schweden schon durchaus klar geworden. Auf her anderen Seite aber laufen gewisse liberal- demokratische Kreise gegen jeden Versuch einer solchen Anpassung Sturm, indem sie mit Begriffen wie „Selbständigkeit des nordischen Denkens" gegenüber den revolutionären Erscheinungen des Kontinent, mit der „geistigen Freiheit des Nordens" gegenüber der angeblichen Unfreiheit im übrigen Europa und ähnlichen Dingen operieren, hinter denen sich offensichtlich nur die Angst um den Fortbestand des eigenen Einflusses und der eigenen Macht verbirgt. Andere, zahlenmäßig allerdings noch sehr wenig umfaßende Kreise erkennen, daß es auch mit einer weitergehenden „Anpassung" nicht einmal getan fein wurde, sondern daß die Lage einen aktiven Einsatz Schwedens verlange. Sie wünschen eine aktive Außenpolitik, also die Abkehr von dem bisherigen System, das sich im wesentlichen immer noch an die Formulierung eines Ministers der Zett vor dem Weltkriege hielt, die Außenpolitik Schwedens bestehe darin, keine Außenpolitik zu haben. Aber auch diese aktiver eingestellten Kreise sehen vielfach noch nicht die zukünftigen Aufgaben ihres Landes rm europäischen Zusammenhang, sondern träumen von einem geschichtlichen Fuh - rungsanfprud) Schwedens im Nord- raum, eine Auffassung, die kürzlich sogar in dem Vorschlag gipfelte, Schweden solle doch, um alle weiteren Komplikationen im Dftfeeraum zu verhindern, einfach „Finnland besetzen"! Die Presse bemüht sich, eine objektive Haltung gegenüber den Wettereigniffen zur Schau zu tragen, wobei sie aber nicht vermeiden kann, daß mehr als gelegentlich die wahren Sympathien und die offenbar noch immer nicht ganz erstorbenen Illusionen über die Lebensfähigkeit der westländifchen Demokratie in allzudeutlicher Weise durchschimmem. Im übrigen fehlt es aber auch nicht an Erkenntnissen über die Mängel im eigenen Land und die Gefahren, die beispielsweise auf volkspoliti- f d) em Gebiet bestehen, hierzu gehört das Echo, das in Schweden die Worte Petams über die biologisch-bevölkerungspolitischen Gründe der französischen Niederlage gefunden haben Man verweist barairf, daß die bevölkerungspolitische Entwicklung in Schweden im großen Ganzen mit derjenigen Frankreichs parallel verlaufen sei. Gerade in letzter Zeit hat sich, nachdem im vergangenen Jahr eine etwas günstigere Geburtenentwicklung verzeichnet worden war,' die Geburtenziffer wieder gesenkt, was man allerdings auf die besonderen Knegsve^ hältnisse zurückführi. Während beispielsweise noch im ersten Vierteljahr dieses Jahres tn Stockholm durchschnittlich 180 Kinder in der Woche geboren wurden, betrug diese Zahl in der letzten Mai-Woche nur 156 und Mitte Juni nur noch 138 und sie ist seitdem stündig weiter gesunken. Besonders bedenklich stimmt aber die Entvölkerung des Landgebietes, auf Die eine dieser Tage erschienene politische Schrift die Oef- fentlichkeit aufmerksam macht. Dieser Wanderunqs- verlust betrifft vor allem den weiblichen ^eil der Bevölkerung. So betrug er wahrend der Jahre 1931—35 8000 Männer und 18 000 Frauen tm Alter Deutsch-italienischer Wirtschafisausgleich. Zu Beginn der zweiten Oktoberdekade haben in Berlin Besprechungen zwischen Reichswirtschaftsminister Funk und dem italienischen Außenhan- delsminister Riccardi begonnen Als Ergebnis dieser Aussprache ist fein fertiger Vertrag, sondern die Abstimmung der großen wirtschaftspolitischen Richtlinien der beiden Achsenmächte aufeinander zu erwarten. Von ausländischen Kritikern wird die Lage gern so dargestellt, daß sich die beiden Achsenmächte den kontinentaleuropäischen Wirtschaftsraum, in dem sie den ausschlaggebenden Einfluß haben, untereinander teilen wollen, daß also das feftlän- dische Europa westlich der Weichsel künftig in eine deutsche und eine italienische Einflußsphäre zerfallen. würde. Der Ausdruck „Einflußsphäre" entspringt liberaliftisch-kapttalistischem Denken und hat in der Wirtschaftsdiskussion der beiden Achsenmächte nie eine Rolle gespielt. Man wird doch wohl die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit der beiden verbündeten Länder näher untersuchen müssen, wenn man ein Urteil darüber abaeben soll, welcher Art die große gemeinsame Erschließung des fest- ländifchen Raumes sein soll. Wenig über 2x/i Jahre waren seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus vergangen, als Deutschland im Herbst 1935 dem italienischen Volk in der Auseinandersetzung mit der Genfer Liga seine Unterstützung lieh. Nachdem Deutschland die Möglichkeit, über die „Gesellschaft der Nationen" zu einem Gleichgewicht in der Rüstungsfrage zu gelangen, bis an die Grenze der Selbstverleugnung erschöpft hatte, und nachdem sich der Führer hatte entschließen müssen, aus der Genfer Liga auszuscheiden, bildete es einen wesentlichen Punkt der deutschen Politik, allen denjenigen Völkern, die sich durch den Bund in ihren Lebensinter, essen bedroht oder verraten fühlten, einen starken Rückhalt zu geben. Deutschland hat es erreicht, daß die Organisation von Genf in ihrer Ohnmacht bloßgestellt und um den entscheidenden Teil ihres internationalen Kredits gebracht worden ist. Wesentlicher war aber die Tatsache, daß Großbritannien sich als nicht stark genug erwies, einen europäischen Großstaat an der tatkräftigen Verfolgung feiner lebenswichtigen Pläne zu hindern. Nicht einmal das Aufgebot europäischer und überseeischer Trabanten hat ausgereicht, um Italien den britischen Wünschen gefügig zu machen. Die Wirtschaftshilfe, die Deutschland dem befreundeten Italien gewährte, verschaffte der italienischen Politik in Ostafrika einen so starken Rückhalt, daß England klein beigeben und den Verantwortlichen für diese Politik, Herrn Anthony Eden, in die Wüste schicken mußte. Die beiden Völker, die bald darauf ein formelles Bündnis miteinander schloffen, haben sich in fahredoner Stellen trotz der sich immer mehr vergrößernden Schwierigkeiten nach wie vor das englische Volk einzunebeln versuchen. Wieder britische Bomben auf ein Berliner Krankenhaus. Drei feindliche Flugzeuge von Nachtjägern abgejchossen. Berlin, 15.Oft (DRB. Funkspruch.) Von den in der Rocht zum 15.10. nach Rorddeutschland einfliegenden britischen Flugzeugen erreichten einige die Reichshaupt st adt. Sie warfen Bomben, die einige Wohnhäuser beschädigten. Dabei wurde auch das Virchow-Krankenhaus getroffen, ohne daß hierbei Personenschaden entstand. Die übrigen Angreifer wurden durch die Abwehrtätigkeit der Flakartillerie vertrieben. Drei feindliche Flugzeuge wurden beim Anflug auf Berlin von Rachtjägern brennend a b g e s ch o s s en. Englische Eperrballone stürzen in die Tiefe. 1 Verschiedene ihnen wichtig scheinende Punkte haben die Engländer rntt Ballonsperren versehen. Wer auch diese sind ein beliebtes Ziel unserer Angriffe, insbesondere der Jäger. — (Scherl-Bilderdienst-M.) langer Kleinarbeit bemüht, sich wirtschaftlich aufeinander einzustellen. Dies geschieht nicht nur dadurch, dah Deutschland Kohlen und Eisen an Italien und umgekehrt Italien gewisse Lebensmittel wie Reis, Olivenöl, Frühgemüse und Südfrüchte an Deutschland liefert, sondern auch dadurch, daß beide Länder die innere Wirtschaftspolitik planmäßig auf den Einfuhrbedarf des anderen Landes einstellen. Dies geschieht zunächst im landwirtschaftlichen Sektor. Erst vor wenigen Tagen hat Reichsernährungsminister D a r r 6 zusammen mit seinem italienischen Kolleaen Tassinari landwirtschaftliche Betriebe in Der Po-Ebene, dem wichtigsten Reis-Anbaugebiet Italiens, besichtigt. Er hat sich weiter von dem hohen Stand der genossenschaftlichen Einrichtunaen für die Verpackung und den Versand von Obst und Gemüse überzeugen fönn*<. Wenn auch der Faserpflanzenanbau in Italien zunächst der Befriedigung des eigenen Bedarfes gilt, so werden die Erfolge doch dem von Deutschland und Italien gemeinsam betreuten Wirtschaftsraum zugute kommen. Im industriellen Sektor findet seit Jahren zwischen den Industriellen der beiden Länder ein fortlaufender Meinungsaustausch über das Erzeugungsprogramm und über Maßnahmen statt, die jede übersteigerte Konkurrenz und vor allem jede Unterbietung auf dritten Märkten ausschließen soll. Der Krieg hat den beiden Achsenmächten eine Fülle zusätzlicher Probleme gebracht, deren Erörterung bei der Begegnung Funk-Riccardi gefördert wird. Es handelt sich hierbei weniger um kriegswirtschaftliche Fragen: sie sind bereits vor Beginn des Herbstes geregelt worden und haben völlige Uebereinstrmmung 6er beiden Regierungen über die Versorgungsprobleme im zweiten Kriegswinter gebracht. Diesmal handelt es sich überwiegend um Fragen, die aktuell werden, wenn der Krieg beendet sein wird. Durch die deutschen Waffenerfolge ist der Kriegszustand im engeren Sinne für den Gesamtbereich des europäischen Festlandes beendet, wenn auch die durch die britischen Wirtschaftskriegsmethoden herbeigeführten außenwirtschaftlichen Bedingungen noch unverändert fortdauern. Deutschland hat den nordeuropäischen Ländern (Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen) bei der Ausgestaltung ihrer Wirtschaftsbeziehungen zu den s ü d o st e u r o« päischen Ländern Derhandlungshilfe geleistet und ihnen durch Bereitstellung feines Verkehrsapparates und feines Verrechnungssystems ein Höchstmaß an Warenaustausch ermöglicht. In Südosteuropa ist Deutschland seit Jahren mit Erfolg bemüht, die Produktion zu entwickeln und auf den Bedarf der mitteleuropäischen Märkte einzustellen. In Nordeuropa haben diese Bemühungen erst im weiteren Verlaufe des Krieges eingesetzt, sind dann aber in beschleunigtem Tempo vor sich gegangen Da beide Länder, Deutschland und Italien, darin übereinstimmen, daß in Zukunft die lebenswichtige Versorgung der korttinentaleuropäischen Länder im eigenen Raum sichergestellt sein muß, bedeutet die Berücksichtigung der im Kriege bestehenden Abschließung von der überseeischen Zufuhr geradezu eine Vorbereitung auf den im Frieden anzustrebenden Zustand. Besondere Schwierigkeiten bereitet die Tatsache, daß sich die Völker des europäischen Raumes in recht verschiedenen Stadien der wirtschaftlichen Entwicklung und auch auf verschiedener Höhe der Lebenshaltung befinden, und daß daher sowohl eine allgemeine Zollunion wie auch eine Währungsgemeinschaft auf absehbare Zeit ausscheiden. D. S. Englischer Tankangriff bei Gidi Barani abgewiesen. Der italienische Wshrmachtbericht. Rom, 14. Oft (DRV.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Rlontag hat fotgenden Wortlaut: In Rordafrika haben feindliche Tanks einen Angriff südöstlich von Sibi Daran! versucht und find vom Feuer unserer Artillerie glatt zurückgeschlagen worden. Unsere Luftverbände haben die englischen Flugplätze von Tu k a und von E t D a b a (Aegypten) mit sichtbaren Ergebnissen angegriffen; besonders den Flugplatz Et Daba, der in voller Rachtflugtätigkeit überrascht wurde. Drei Schiffe haben unsere Positionen im Gebiet von Sldi Varani beschossen, ohrze Verluste oder Schäden zu verursachen. Ein stärkerer feindlicher Luftangriff auf Tobruk ist von intensiver und wirksamer Luftabwehr empfangen worden, die die Zielsicherheit des Feindes entschieden beeinträchtigte. Eine Baracke wurde getroffen und einige Telephonleitungen unterbrochen; ein Wann wurde gelötet. 3n Ostafrika hat einer unserer Luftverbände die Bombardierung von Lodwar wiederholt und einen Brand verursacht. Die Hafenanlagen von p er im Im Roten Meer find von unseren Flugzeugen wiederholt bombardiert und getroffen worden, wobei starke Brände entstanden. Die feindliche Luftwaffe hat G i a v e l t o, Maggi, Gura und Toselli bombardiert und leichte Schäden verursacht. Feindliche Flugzeuge haben den Hafen von porto Largo auf Leros angegriffen und dabei die katholische Kirche und andere zivile Bauten getroffen und 34 Tote und 20 Verwundete verursacht. Keinerlei nennenswerter Schaden an militärischen Zielen. Zwei feindliche Flugzeuge sind abgeschossen worden. Nach dem siegreichen Vormarsch der italienischen Truppen auf Sidi el Barani hatte der Feind feine Stützpunkte verloren und diese um mehr als 100 Kilometer von der alten libysch-ägyptischen Grenze immer mehr nach Osten zurückverlegen müssen. In einer der letzten Nächte Haden italienische „Sperber" Maaten Bagush angegriffen und kriegswichtige Anlagen sowie ein Militärlager des Feindes in unmittelbarer Nähe der Eisenbahnstrecke zwischen Marsa Matruk und Alexandrien mit Bomben belegt, wodurch bedeutende Schäden an- gerichtet wurden. Ebenfalls waren die italienischen Bomben bei El Quasab außerordentlich wirkungsvoll, da dort die Bahnlinie besonders schwer beschädigt wurde. Darüber hinaus führt die italienische Luftwaffe, wie Agenzia Stefan! beitont, wirksame Ueberwachungsslüge durch. So Haden zwei italienische „Falken" in der Abenddämmerung in der Gegend von Tobruk drei Blenheim-Bomber gesichtet, die nach der Cyrenaika unterwegs waren. Durch die italieniscken Jäger wurde eine Blenheim obgeschossen, die beiden anderen wiederholt von Maschinengewehrsalven getroffen, fo daß sie höchstwahrscheinlich nicht mehr zu ihrem Stützpunkt zurückgelangen konnten. USA. im Pazifik. Don unserem Dr. Hu.-Korrespondenten. Neuyork, Oktober 1940. Als Howai 1778 von Portugiesen entdeckt wurde (die dort die Gitarre einfuhrten), mochten die Sandwich-Jnseln, das heutige Hawai, wohl 300 000 Einwohner gehabt haben. Ein Jahrhundert später hatten Krieg und Epidemien die Bevölkerung auf 57 000 zusammenschmelzen lassen. Die Zucker- Gesellschaften hatten jedoch Hochkonjunktur und führten Arbeiter in Massen ein. So kam es, daß beim letzten (bisher veröffentlichten) Zensus von 1930 nicht weniger als 140 OOO Japaner, 63 000 Filipinos, 51 000 Hawai-Ureinwohner oder Mischlinge, 45 000 Amerikaner und Europäer, 27 000 Chinesen und 42 000 Sonstige in Hawai gezählt wurden. Das UeLerwiegen des japanischen Elements ist auffällig. Honolulu, Hafen und Hauptstadt, erstreckt sich ungefähr zehn Meilen längs der Südküste der Oahu- Jnsel. Es hat 150 000 Einwohner (die ganze Insel zählt 220 000), modernes Geschäfts- und Verwal- tungsviertel, eine Universität mit 3000 Studenten, japanische Teeräume, wo Geishas für drei Dollars die Stunde fingen, tanzen und Wein reichen, die größte Konservenfabrik der Welt (Ananas) und ein Elendsviertel, genannt „Zur halben Hölle". Hawais Hauptprodukt ist Z u ck e r r o h r, das in den Niederungen wächst und auf dem amerikanischen Festland raffiniert wird. An zweiter Stelle steht die Ananas, die im Hochland wächst und deren größter Teil auf den Inseln selber in neun Fabriken konserviert wird. Frische Ananas verderben leicht, weshalb z. B. die nach den Vereinigten Staaten gelangenden frischen von Kuba oder Puerto Rico kommen. Im Jahre 1903 verschiffte die Ananas-Jn- buftrie erst 1893 Kisten, dreißig Jahre später neun Millionen Kisten oder 225 Millionen Dosen. Die Hawai-Ananas soll so gut sein, weil sie „flüssigen Sonnenschein" genießt; ein schwerer Nebel, der sich im Sonnenschein gelegentlich über die Inseln lagert An dritter Stelle, wirtschaftlich gesehen, steht der Fremdenverkehr. Er hat sich des Krieges wegen sehr ausgedehnt und bringt heute rund 20 Millionen Dollar jährlich ins Land. Die Landschaft ist tropisch, vulkanisch, sehr obwechslungsvoll üppig blühend. Ferner lockt den Amerikaner manch alte Sitte, menigfiens gilt sie heute als alt Die blumengeflochtene Halskette, genannt Leis, wird allerdings von Japanern gemacht, doch von Hawai-Leu- ten verkauft. — Die weltberühmte meilenweite Küste von Waikiki, nur 15 Minuten von Honolulu entfernt, wenn man den Autobus benutzt, ist das ganze Jahr über in warme Sonne gehültt. Die Hula-Mädchen mit ihren Grasröcken tanzen mit wiegenden Hüften; kräftige junge Burschen reiten auf flachen Booten durch die Brandung, so daß Fremde jedweden Geschlechts auf ihre Rechnung kommen. In Pearl Harbour, Honolulu, liegt das größte Kontingent der nord amerikanischen Flotte mit elf Schlachtschiffen, 20 Kreuzern, 70 Zerstörern, mehreren Flugzeugträgern. In den Schofield-Bar- racks und anderen Plätzen sind rund 24 000 Mann Landtruppen ftationiert, rund ein Zehntel des nordamerikanischen Heeres. — Hawai ist Schlüsselposition der Nordamerikaner im Pazifik. Darum soll es 49. Staat der Union werden. Gegner führen die erwähnte Rassenmischuna ins Feld, doch sagt ein Kongreßbericht, triefe Gruppen lebten friedlich beieinander; Leben und Eigentum seien so sicher wie auf dem Festland. Im November soll eine Volksabstim- m u n g über die Eingliederung Hawais als 49. Staat abgehalten werden. Eingeweihte Kreise rechnen mit glatter Annahme. 1898 wurden die Inseln (insgesamt 20, davon acht bewohnt) auf eigenen Wunsch von den Nordamerikanern annektiert und 1900 als Territorium Hawai bezeichnet. Ein Abgeordneter, der zweijährig gewählt wird, vertritt die Jttsel im amerikanischen Kongreß zu Washington. Churchill vorm Torpedorohr. Eine Erinnerung aus dem Weltkrieg. Anfang Oktober 1914 wurde unser „U 28" vor die flandrische Küste und in den Ostausgang des Englischen Kanals entsandt. Der Fall von Antwerpen stand in den nächsten Tagen zu erwarten. Wir sollten die vermutlich sich auf dem Wasserweg zurückziehende belgische Besatzungsarmee durch Angriffe schädigen. Es durften unter Wasser nur Transportschiffe angegriffen werden, auf denen mit Sicherheit feindliche Truppen erkannt waren. Das war nicht ganz einfach. Immer wieder mußten Angrifte auf sicherem Schußabstand aufgegeben werden, da die befohlenen Merkmale für Truppentransporter nicht festgestellt werden konnten. Endlich kam am 13. Oktober, einige Tage nach dem Fall von Antwerpen, in der Einfahrt von Calais ein auf wenige hundert Meter aus dem Nebel auftauchender großer Dampfer mit Westkurs in Sicht. Dicht ane in and erged rängt standen zahlreiche Menschen an Deck. Das mußten Truppen fein, das Schiff kam aus Richtung Schelde. Wenn das Schift durchhielt, mußte es unseren schußklaren Bugtorpedos zum Opfer fallen. Kurz vor dem Schuß drehte der Dampfer aber hart auf die Tauch- stelle zu. Nur schnelles Abdrehen konnte uns vor einem Rammstoß bewahren. Die Heckrohre wurden leider nicht mehr rechtzeitig schußklar. In Richtung Calais kam das Schiff bald aus Sicht. Es hatte die jetzt auch von mir erkannte Ansteuerungstonne gerundet. Wir waren natürlich über die verpaßte Gelegenheit wütend, vor allem, da wir beim Passieren englische Marine an Bord erkannt hatten. Unser Aerger wurde noch großer, als wir später erfuhren, daß uns kein anderer als Mr. Winston Churchill mit seiner Marine-Brigade auf seinem ersten „glorreichen Rückzug" aus Antwerpne entgangen war. Im März 1916 nahmen wir südlich von Irland ein englisches Prisenkommando von der norwegischen Bark „Pestalozzi" gefangen. Ein Obermaat erzählte uns, daß er zu Churchills Mar ine-Brigade gehört hatte. Der Angriff unseres Bootes war auf dem Schiff bemerkt worden. Noch immer schimpfte er aus vollstem Herzen über Winston Churchills überstürztes Einsetzen der Brigade auf dem Festland. Ihre Ausrüstung sei mehr als notdürftig gewesen. Wegen fehlenden Lederzeuges hätten sich er und viele seiner Kameraden die Seitengewehre an Bindfäden um den Bauch binden müssen. Am meisten schimpfte er über das dauernde sinnlose Marschieren „round about the coast“ („rund um die Küste herum") unter Churchills Oberleitung. Dieses Marschieren war ganz und gar nichts für diesen ollen ehrlichen Seemann. Jnfanteriemärsche gefielen ihm ebensowenig wie Frankfurter Würstchen, die er mit den Worten verweigerte: „I do’nt like Zeppelins“, (,Hch liebe keine Zeppeline"). Wir freuten uns über seine Erklärung, daß in England Würstchen unbeliebt geworden wären, weil sie die Form von Zeppelinen hätten. Ich habe noch oft die verpaßte Abschußgelegenheit des „Kirchenübels" — Churchill (englisch: church = Kirche, ill = übel) bedauert. Jetzt aber glaube ich, daß wir unferm Vaterlande unbewußt einen größeren Dienst erwiesen haben, daß wir damals das „Kirchenübel" leben ließen, als es uns vor dem Torpedorohr lag. Nun kam die Kunde, daß das Flaggschiff der von Amerika eingehandelten „Alteisen-Zerstörer" stolz den Namen „Churchill" tragen soll. Wann wird die britische Admiralität mit Bedauern bekannt geben müssen, daß „Seiner Brittschen Majestät Churchill" torpediert wurde? Jedenfalls paßt es ausgezeichnet, daß Churchills Name ausgerechnet für einen alten Zerstörer gewählt wurde, denn als „Zerstörer von England" wird sein Name in die Geschichte eingehen. G. G. Frhr. v. Forstner. Churchill sucht Schuldige in Gibraltar. Madrid, 14. Okt. (Eurovapreß.) Dor einigen Tagen hat sich der brittsche Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, im Auftrag des Premierministers Churchill nach Gibraltar begeben, um dort eine Untersuchung gegen die britischen Behörden einzuleiten, denen der Regierungschef zum Vorwurf macht, daß sie die Durchfahrt französischer Marineeinheiten durch die Meerenge von Gibraltar nach Französisch - Westafrika nicht verhindert und es darüber hinaus nicht für notwendig erachtet htztten, gegen die französischen Häfen in Marokko eine absolute Blockade durchzuführen. Es sind Verfahren gegen den Gouverneur der Gibraltarfestung Clyde Liddle, gegen den Kommandeur der westlichen Mittelmeerflotte Konteradmiral Summerville und den Kommandeur der Desatzungstruppen General Mason M a d f a r l a n zu erwarten. Ob auch der Kommandeur der gesamten britischen Mittelmeerflotte Admiral Dudley in die Affäre hineingezogen wird, ist noch nicht bekannt, doch rechnet man durchaus mit dieser Möglichkeit. Man hat den Eindruck, daß Churchill angesichts des Ernstes der britischen Mittelmeerposition zu letzten Maßnahmen entschlossen ist, die sich vor allem aus der Ueberlegung ergeben, daß der augenblickliche strategische Wert Gibraltars reichlich problematisch und Englands strategische Situation im Mittelmeer überaus bedenklich ist. Cin Churchill-Bluff. Wieder ein „fehlgeschlagener deutscher Jnvasionsversnch" erfunden. Berlin, 14. Okt. (DNB.) Heute interessiert die britische Oeftentlichkeit nichts lebhafter als die „Invasion". Um die Befürchtungen im englischen Volk zu bannen, erfanden amtliche Stellen in London deutsche Jnoasionsverfuche. Praktisch haben solche zwar niemals stattgefunden. Sie mußten aber zur Beruhigung der Massen erfunden werden, um versichern zu können, daß alle Versuche „jämmerlich gescheitert seien". Gestern wurde nun der bekannte „Marinesachverständige" Fairndy wiederum auf die englische Presse los- gelaffen. Er beruhigt die Leser dahingehend, daß der deutsche Jnvasionsplan, der eigentlich schon vor zehn Wochen zur Ausführung kommen sollte, nunmehr völlig in Unordnung geraten" sei. Man habe „eben nicht mit dem Wider sta nd der britischen Luftwaffe gerechnet, die alle deuftchen Prahlereien null und nichtig gemacht" habe. Bei diesem Jnvasionsversuch habe „Deutschland 6000 Mann ein gebüßt und insgesamt 2600 Flugzeuge verloren". In Deuftchland sei nichts davon bekannt, die enormen Verluste würden geheimgehalten, aber die ganze Welt kenne sie. Es ist nicht das erstemal, daß Großbritannien Nachrichten frei erfindet, lediglich zu dem Zweck, sie dann zu bementieren ober baraus eine englische Erfolgsmeldung machen zu können. „Times-Lügen." Die Verschickung erholungsbedürftiger Kinder der Reichshauptstadt. Berlin, 14. Okt. (DNB.) Wie fast alle Maßnahmen, bie unsere Zivilbevölkerung angehen, durch den selbstlosen Einsatz von Parteiorganisationen Unterstützt werden, so sollen die Einrichtungen der Partei auch für eine freiwillige Verschickung erholungsbedürftiger Kinder der Reichshaupt st adt zur Verfügung gestellt werden. Daraus sucht die englische Propaganda vergeblich, Kapital zu schlagen. Unter b^r Schlagzeile „Nazi-Anhang zuerst" spricht die „Times" davon, daß die Frauen und Kinder von Parteigenossen bei der Kinderverschickung aus Berlin b e ° d o r 3 u g t behandelt würden. Dank vorsorglicher Maßnahme von Parteistellen gehen ganze Schulklassen in die Berge. Daß im übrigen die Auswahl der Kinder unabhängig von der Parteizugehörigkeit ihrer Eltern erfolgt, bedarf keines Hinweises. Dem Engländer, dem die Bevorzugung wohlhabender Kreise selbstverständlich erscheint, ist eine unterschiedslose Behandlung aller Bevölkerungsschichten unvorstellbar. Auf der anderen Seite gibt ihm die obige Bemerkung bie Möglichkeit, sich für bie wiederholten Hinweise der deuftchen Presse zu rächen, die das schamlose Verhalten britischer Behörden anprangerte, daß es infolge der hohen Kosten praktisch nur wohlhabenden Engländern erlaubt ist, ihre Kinder nach Uebersee in Sicherheit zu bringen, während sich auch heute noch Fein Mensch im reichen England um das Schicksal der Arbeiterkinder kümmert. Im Raffe gegen Dollar. Don umerer berliner Schnstleiiung. Santiago de Chile. 14.Oft (DRV.) Der „lag der Raffe" wurde hier gestern in gewohnter Weise begangen. Die W i e d e r- aufnahme der Beziehungen zwischen Spanien und Chile wird einhellig begrüßt. Das Außenministerium gab hierzu ein Kommunique heraus, das durch die chilenischen Auslandsmissionen den fremden Regierungen mitgeteill wurde. Die linksgerichtete Regierung von Chile hat ihren Frieden mit dem nationalen Spanien des Caudillo geschlossen; damit ist die über alle parteipolitischen Meinungsverschiedenheiten hinwegreichende Verbundenheit des Geistes unb der Kultur, die Spanien und die 18 Republiken auf seinem ehemaligen südamerikanischen Kolonialboden noch heute umschließt, wieder deutlich geworden. Der spanisch- iberische „Tag der Rass e", der 12. Oktober, an dem im Jahre 1492 Cristoforo Colombo mit seiner Landung in Guanahani den amerikanischen Erdteil erschloß, ist ein Ausdruck jener Verbundenheit Jbe- ro-Amerikas mit dem Mutterland, die zukunftwei- fenb ist. Immer haben bie Sübamerikaner sich als Sohne ber spanischen Kultur gefühlt. Ihre wundervollen Kathedralen standen bereits, als Neuyork noch ein elendes Fischerdorf war, ihre geistige und seelische Einstellung war und ist grundverschieden von der Nordamerikas. Sogar noch in der Botschaft des nordamerikanifchen Präsidenten James Monroe wird von den .amerikanischen Festländern" gesprochen, also die Unterschiedlichkeit ber nördlichen und der südlichen Hälfte des Doppelkon- tinents betont. Die Monroe-Doktrin von 1823 hatte nicht nur bie Abwehr europäischer Eingriffe in die Macht- unb Besitzverhältnisse Amerikas als eigentliche Ursache, sonder wurde auch ein Deckmantel der Aus- breitungsbebürfniffe Nordamerikas, bas mit ber Erwerbung Floridas sich anschickte, seinen Dollarimperialismus den iberischen Ländern aufzuzwingen. Bereits damals stand der Schrei nach Kuba im Vordergrund ber Politik der USA., und im Monroe-Jahr 1823 sagte Jefferson offen, nicht nur Kuba, sondern „die Beherrschung des Golfes von Mexiko, ber angrenzenden Länder und ber ßanb- enge würde das Maß unseres Wohlbefindens voll machen". Der Drang ber Vankees nach Mexiko wurde burch bie erzwungene Abtretung Kaliforniens, Texas' usw. befriedigt. Die Erweiterung ber nordamerikanischen Union vollzog sich auf Kosten Süd- und Mittelamerikas. Der Gegensatz zwischen den Pankees und beit Amerikanern spanischen, ober, wie in Brasilien, portugiesischen Geblüts ist so schroff, baß alle panamerikanischen Konferenzen ihn nicht zu überbrücken vermochten. Auch die Propaganda Washingtons in Südamerika durch Rundfunk, Presse und die Vorkämpfer des materialftttichen nordamerikanischen Händlergefttes, durch das Judentum, hat ihn nicht überbrücken können. Der nordamerikanische Dollar- impevialismus versuchte auch während dieser Kriegszeit, Jbero-Amerika mit dem Phrasengeklin- get ber Roosevslttaner zu durchdringen, aber die Hemmungen sind doch stark genug, um den süd- amerikanischen Republiken ihr MtureHes und raffe* hastes Eigenleben zu bewahren, ganz abgesehen danationalsozialistischen Deutschland ist das eben anders. SerzlicherEmpfang verdeutschen Mttärmistwn in Bukarest. Bukarest, 14. Oktober. (Europapreß.) Die Mitglieder ber deuftchen Militärmission sind mit einem Sondenzug auf dem Bahnhof Mogoscaia bei Bukarest eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich auf dem mit deutschen und rumänischen Fahnen geschmückten Bahnhof der stellvertretende Ministerpräsident und Führer der Eisernen Garde, Horia Sima, Außenminister S t u r d z a, ber Staatssekretär für Heerwesen, General Pantazi, Gene» ralstabschef Joantziu, der deutsche Gesandte Dr. Fabricius, mit dem Militärattache Oberst Just, eingefunden. Außerdem bemerkte man den italienischen Gesandten C h i g i mit feinen Attaches sowie bie Geschäftsträger Spaniens und I a • pans. Der Leiter der deutschen MMärmission, General Hansen, schritt die Front der Ehrenkompanie ab. Im Empfangssaal des Bahnhofes richtete General Joantziu im Auftrage des Staatsführers General Antonescu herzliche Worte der Begrüßung au den Leiter der deutschen Militärmission, deren Entsendung nach Rumänien er als Zeichen des Zusammengehens beider Länder würdigte. General Hansen' erwiderte, die Reichsregierung sei bereitwilligst dem Ansuchen des rumänischen Staatsführers nachgekommen, um ihre Erfahrungen dem rumänischen Heer zuteil werden zu lassen. Er und seine Mission würden sich rückhaltlos in den Dienst dieser Aufgaben stellen. Anschließend stattete General Hansen mit dem deuftchen Gesandten und den deutschen Waffenattachös dem Staatsführer Antonescu seinen Besuch ab. Den Engländern wird der Boden zu heiß. Bukarest, 14. Okt. (DNB.) Heute verläßt eine größere Zahl von Engländern, darunter mchrere Mitglieder ber englischen Gesandtschaft, an ihrer Spitze ber Militärattache Mac Nadd, Bukarest, Er ist vor allem durch die Aussagen der verhafteten englischen Pettoleumingenieure belastet worden. Mit ihm reist auch sein Vertreter in der Leitung des Secret Service, Kapitänleutnant fernher, der als Presseattache getarnt war. Auch den übrigen abreisenden Engländern wird der rumänische Boden zu heiß, weil sie eine Aufdeckung ihrer Schandtaten befürchten müssen. England kaust weiter alte Schiffe von USA. Washington, 14. Okt. (DNB.) Die bundesstaatliche Schiffahrtsbehörde hat aus Regierungsbe- sitz 19 alte und fett Jahren aufliegende Frachtdampfer an brittsche Schiffahrtsgesellschaften verkauft. Das englische Angebot von 4 640 000 Dollar lag weit über dem Gebot einiger amerikanischer Firmen. Es kommen noch die Kosten für bie Reparaturen hinzu, bie sich je Schiff auf etwa 165 000 Dollar belaufen. Amerikanische Schiffahrtskreise schließen aus biesem brittschen Kauf um jeden Preis, daß infolge ber eingetretenen hohen Verluste und der weiten Strecken zu den noch verbliebenen Märkten Englands Schiffsraum außerordentlich knapp geworden ist. OsSranu/Fil p 2 mnenma«ierte Eine £)£äTiUie4°®af<- aiht h MEampe zu 40 Watt L'bk doppelt s^,el Licht ___,JLne 25-Watt-Lampe. LAMPEN e i Das deutsche Volk dankt seinen Bauern Die Ehrenabordnung des deutschen Bauerntums in der Beichshauptstadt. nicht nur ihre eigene Zeitung mit Spannung und Interesse durchstudieren, sondern daß die Zeitungen geradezu zu Tauschobjekten werden. Die großen politischen und militärischen Nachrichten sind ja im allgemeinen entweder durch den Rundfunk oder durch die Frontzeitungen bereits bekannt, wenn die Feldpost die Streifbandsendungen an die Einheiten verteilt. Aber was den besonderen Wert der Zeitungen aus Provinz, Stadt oder Kreis irgendwo in Großdeutschland ausmacht, das ist d e r Helma t t e i l. Wie eng jeder deutsche Soldat bewußt Pk. Ein altes soldatisches Scherzwort lautet: „Unrasiert — und fern der Heimat". Es teilt das Schicksal vieler Sprichwörter; es trifft nur bedingt zu und hat eigentlich den größten Teil seiner Wahrheit verloren. Denn erstens wird man lange suchen müssen, um irgendwo im deutschen Feldheer einen unrasierten Soldaten zu finden, und „fern der Heimat" sind wir eigentlich im Zeitalter von Rundfunk, Fernschreiber und Flugzeug auch nicht mehr. Unter den vielen Brücken, die von der Heimat zur Front hinüberführen, erfreut sich eine ganz besonders lebhafter Benutzung. Es ist jener Verbindungsweg, d-er nicht dem einzelnen Soldaten im Felde und seinen Freunden und Angehörigen in der Heimat dient, sondern er ist gewissermaßen auf Massenverkehr eingerichtet. Gemeint ist die H Lima t z e i t u n g. Sie gehört bei den meisten unserer Feldgrauen zu den Erscheinungen des Alltags, und zwar zu den beliebtesten. Wenn am Nachmittag nach Beendigung des Dienstes der „Spieß" die Poft an die Kompanie, Batterie oder Schwadron verteilt, dann nehmen oft die Zeitungssendungen aus der Heimat den größten Raum ein. Und da im allgemeinen unsere Feldeinheiten eine einheitliche landsmannschaftliche Zusammensetzung aufweisen, gehört die Lektüre der Heimatzeitungen zu den unterhaltsamsten und meist auch lustigsten Stunden der Freizeit. So erleben wir es immer wieder, daß die Landser Berlin, 14. Oft. (DNB.) Mt berechtigtem Stolz kann das deutsche Landvolk auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Dieser Erfolg ist ihm nicht in den Schoß gefallen, sondern mußte schwer erkämpft werden. Der Lohn für die außerordentliche Kraftanspannung war, daß das deutsche Landvolk eine normale, gesunde Friedensernte zu verzeichnen hat. Das zeugt von der gesunden Kraft deutschen Bauerntums und von der Folgerichtigkeit der von Reichsminister Darrs geführten Agrarpolitik. Das deutsche Volk weiß seinen Bauern Dank dafür, daß sie mit dieser Ernte die von England über uns verhängte Blockade illusorisch gemacht haben. Die Erzeugungsschlachten in der Vorkriegszeit, viel bespöttelt und kritisiert von unseren Feinden, haben ihre Früchte getragen. Aber alle Maßnahmen und Bemühungen des Staates allein hätten das nicht erreicht, wenn nicht Bauer und Bäuerin und das Heer der deutschen Landarbeiter mit so großem Verständnis, mit solcher Arbeitskraft das aroße Werk angepackt hätten. Dafür dankt ihnen heute die ganze Nation. Diesen Dank entgegenzunehmen, ist eine aus fast 300 Frontbauern, Dauern, Bäuerinnen und Landarbeitern bestehende Ehrenabordnung des deutschen Bauertums aus allen Gauen des Reiches in Berlin. Wir sehen Frontbauern aus der Saarpfalz, aus Baden, dem Rheinland, aus dem Warthegau, Danzig, Westpreußen, Ostpreußen und Schlesien, die zwischen den Bunkern des Westwalles, im Feuerbereich der französischen Artillerie oder unter dem Polenterror ihre Pflicht als Bauern taten. Mt Bauern und Landarbeitern nehmen die kinderreichen Bäuerinnen, die mit starker Hand Haus, Hof und Acker verwalten, während der Dauer draußen an der Front mit der Waffe in der Hand als Soldat die deutsche Scholle verteidigt, an dem Empfang teil. ter Adolf Hitler an dieser großen Entscheidungsschlacht mitkämpfen durstet. Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsmini- ster Darre empfingen am Nachmittag in den Räumen des Reichspropagandamuilftenums die Ehrenabordnungen. Der Nationalsozialismus, sagte Dr. Goebbels, habe die Möglichkeit eines von der gegnerischen, plutokratischen Welt herausgeforderten Krieges rechtzeitig in Rechnung gestellt. Dem Bauern sei die Aufgabe zugefallen, die Ernährung unseres Volkes zu sichern und den britischen Plan einer Blockade -gegen Frauen und Kinder von vornherein zu Schanden zu machen. Ihr habt durch eine verantwortungsvolle, fleißige, entsagungsvolle und anspruchslose, aber darum umso wertvollere Arbeit dafür gesorgt, daß nicht nur der Soldat draußen an der Frönt, sondern auch der Arbeiter in der Heimat alles das an Nahrungsmitteln erhält, was er zu seinem Leben und zur Fortführung von Kampf und Arbeit notwendig hat. Aber ihr gehört nicht zu jenen Menschen, die mit ihrer Arbeit bei öffentlichen Demonstrationen zu prunken pflegen. Boden für die Frucht zu bereiten, das ist eure höchste Ehre vor euch selbst, vor eurer Familie, vor eurem Dorf, aber auch vor eurer Nation und vor eurem Führer. Es ist nun allzu erklärlich, daß, wenn der Bauer 12 Monate lang in harter Arbeit, die niemals einen Achtstundentag getonnt hat, die Scholle bearbeitet, er am Ende eines schweren Jahres das Bedürfnis hat, eine Ruhepause einzulegen, auch in Kriegszeiten wollen wir den Tag des Erntedankes nicht vorübergehen lassen, ohne eine Brücke zu schlagen von der Führung des Volkes zum Bauern selbst. Und deshalb seid ihr als die Vorhut des gesamten deutschen Bauerntums für zwei Tage nach Berlin eingeladen worden. Wir möchten euch bei dieser Gelegenheit im Namen unseres Volkes danken. Wir möchten euch und über euch hinaus all den vielen unbekannten Bauern und Bäuerinnen danken, die 12 Monate lang in harter Krieoszeit die Scholle bearbeiteten und dafür sorgten, daß untere Soldaten, unsere Arbeiter und unsere geistigen Arbeiter sich um das tägliche Brot kaum Sorge zu machen brauchten. Nehmt den Dank des ganzen Volkes, den Dank des Führers für die horte, schwere und entsagungsvolle Arbeit, die ihr in dieser Krieaszeit geleistet habt, entgegen!" Dr. Goebbels schloß mit einem Siegheil auf den Führer, der die Nation verkörpert, für die der Bauer Jahr um Jahr seine Pflicht tut. Kleine politische Nachrichten. Der Führer empfing in der Neuen Reichskanzlei den italienischen Außenhandelsminster Riccardi in Gegenwart des Reichswirtsch'-'ftmini- sters Funk. Handelsminister Riccardi war Gast des Reichswirtschaftsministers in seinem Hause am Wannsee. Gleichfalls anwesend waren die Göttin des erkrankten italienischen Botschafters Alfieri, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsministsr Dr. Lammers, Staatsminister Dr. Meißner, die Staatssekretäre von Weizsäcker und Dr. Landfried, Gesandter Elodius, Dr. Friedrich Flick und Dr. Otto Ehr. Fischer mit ihren Damen. \ * Der Führer hat dem bulgarischen Landwirtschaftsminister B a g r i a n o f f das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler verliehen. Reichsminister Darrs übergab die Auszeichnung dem Minister am letzten Tage des Deutschlandbesuches seines Gastes. Bagrianoff überreichte dem Reichsminister das ihm vom Zaren der Bulgaren ver- ■ liehene Groß kreuz des Alexanderordens. Dem „Petit Dauphinois" wird aus Riom gemeldet, daß der Staotsgerichtshof die Berufung des ehemaligen französischen Ministers für nationale Erziehung, des Juden Jean Zay, der vom Kriegsgericht der 13. Region wegen Fahnenflucht zur Deportation und Degradierung verurteilt worden war, abgewiesen hat. Die Hafenpolizei von Marseille hat die Flucht einer verdächtigen Pacht verhindert, auf der sich 22 Personen ohne Ausweis, darunter mehrere Juden und Ausländer, befanden. Man glaubt, einer Organisation auf die Spur gekommen zu sein, die Ausländern und Franzosen, die aus politischen oder strafrechtlichen Gründen mit den französischen Behörden in Konflikt stehen, zur Flucht ins Ausland verhalf. * Vor der rumänischen Untetsuchungskommission für politische Verbrechen wurde der frühere Bukarester Polizeipräfekt und Innenminister General Gabriel Marinescu über die Umstände vernommen, unter denen Codreanu und seine 13 Mitkämpfer sowie die übrigen Legionäre ermordet wunden. ♦ Der am 28. Oktober in Kraft tretende italienische Winterfahrplan steht die Wiedereinführung zahlreicher Züge vor, so daß der Eisenbahnverkehr in Italien wieder beinahe den Umfang der Zeit vor dem Kriege erreichte. Zwischen Mailand und Neapel wird wieder ein elektrischer Blitzzug eingerichtet. „Messaggero" berichtet aus Tokio, daß dem italienischen Botschafter von einer Abordnung der Schwert-Werkstätte von Soki ein für den Duce als Ehrengeschenk bestimmtes japanisches Schwert überreicht worden ist. Das Schwert ist von dem berühmten Meister Kanegava Wacondo geschmiedet worden. Aus aller Welt. Der Reichsmusikzug des Relchsarbeilsdienfies in IHonfakone. Zum Abschluß seiner Jtalienreise gab der Reichs- musikzug des Reichsarbeitsdienstes unter der Leitung von Herms Niel in der Vereinigten Adria-Werft von Monfalcone vor 8000 Arbeitern während ihrer Mittagspause ein Konzert, an dem auch der deutsche Generalkonsul in Triest, der Ortsgruppenleiter der NSDAP., der Präsident des Unternehmens und die Leiter der Faschistischen Partei teilnahmen. Die Arbeiterschaft brachte stürmische Hochrufe auf Hitler und Mussolini aus und zollte den Musikern jubelnden Beifall. Ausstellung „Deutsche Größe" in München. Als parteiamtliche Ausstellung wird am 8. November im neuen Bibliotheksbau des Deutschen Museums in München die Ausstellung „Deutsche Größe" eröffnet. Die Ausstellung will die Höhepunkte deutscher Geschichte anschaulich sichtbar machen und stellt eine Einheit von Schaustück, bildhafter Darstellung, alten «Gemälden und Stichen, Plastiken und Urkunden, Fundgegenständen, altem und neuem Schrifttum dar. An ihrem Zustandekommen waren 270 Künstler aus 20 deutschen Städten beteiligt. Eine Marine-Erinnerungsstätte in Wilhelmshaven. Im Wilhelmshavener Kolonialmufeum ist ein Raum eingerichtet worden, der einen Ueberblick über die Taten unserer Kriegsmarine in diesem Kriege gibt. Lichtbilder und Beutestücke füllen das Erinnerungszimmer. An Beutestücken findet man u. a. die Flagge eines englischen U-Bootes, die in Hela erbeutete ehemalige polnische Kriegsflagge, Sprenqstücke einer holländischen Kanone, die Schiffsglocke eines holländischen Panzerschiffes und einen in Hela erbeuteten gegossenen polnischen Adler. Ferner sind Splitter von Sprengbomben, eine MG.-Trommel aus einem ab- Nach Besichtigung der Berliner Sehenswürdigkeiten und einem Rund gang durch das Reichssportfeld wurde die Bauernabordnung in den Reichssportfeldterrassen von Reichsminister Darrs emp- fongen. Er betonte, dies Beisammensein in der Reichshauptstodt sei die richtige Stunde, um einmal den Blick zurückzuwenden. Dor kurzem sei er erst aus Italien zurückgekommen, und er wünsche, jeder einzelne im deutschen Landvolk könne hören, mit welcher Anerkennung und mit welcher Hochachtung man im Ausland von den Leistungen des deutschen Bauern spreche. Man frage sich dort immer wieder, wie das Wunder geschaffen wurde, daß Deutschland nach einem Jahr Krieg eine so mustergültige Er- nähnungswirtschaft führen könne. Der heutige blutige Kamps, der vor sieben Jahren unblutig begonnen wurde, sei ein Kampf gegen das Prinzip, daß auf dem Rücken des Bauern der Spekulant seine ausbeuterischen Geschäfte mache. 1933, als der Nationalsozialismus zur Macht kam, wurde die Herrschaft dieser Clique gebrochen. Dann folgten sieben Jahre des Aufbaues. In diesem Kampf sei es darum gegangen, der englischen Freihandelslehre unsere deutsche Marktordnung entgegenzusetzen, und wenn das deutsche Bauerntum in aller Zukunft leben will, dann müsse und werde dieser Kampf gewonnen werden. Vor 25 Jahren im Weltkrieg sei das Bauerntum nicht einmal in der Lage gewesen, die selbstverständlichen Forderungen durchzudrücken. Heute nach sieben Jahren Arbeit im nationalsozial^ stischen Staat sei es so, daß die Reichsregierung deM deutschen Landvolk den Dank ausspreche für eine Leistung, die so ungeheuer sei, daß die Welt sie uns nicht glaube. Zum Schluß betonte Reichsminister Darrs: „Und wenn Ihr wieder an Eure Arbeit geht und manchmal voll Sorge seid, dann denkt daran, wie werden Eure Kinder und Enkelkinder voll Stolz davon sprechen,'daß Ihr es wart, die un- Vorgeschichtliche Streitwaffen kämpfen für das Kriegs-WHW. Die kulturhistorische Bedeutung der Abzeichen zur 2. Veichsstraßensammlung. Der Landser und seine Zeitung Von Kriegsberichter Karl Heinz Balzer. oder unbewußt an seiner engeren Heimat hängt, erkennen wir am besten, wenn wir ihn bei der Lektüre seiner Zeitung belauschen. Jede Kleinigkeit aus seiner Stadt, am Marktflecken oder dem Nachbardorf interessiert ihn, er will wissen, wie die Ernte ausgefallen ist ober wie der 'Viehmarkt beschickt wurde, und aus den Anzeigen entnimmt er, welcher Film in „seinem" Kino läuft. Wie oft geschieht es auch, daß der Soldat erst aus seiner Zeitung von frohen oder traurigen persönlichen Ereignissen in den Familien seiner Freunde und Bekannten, Diel- leicht seines Nachbarn oder seines Lehrmeisters erfährt. So ist die Heimatzeitung die beste und wirkungsvollste Ergänzung des Feldpostbriefes aus der Heimat. Wenn aus irgendwelchen Gründen von den nächsten Angehörigen einmal eine Woche oder länger der gewohnte Feldpostbrief ausbleibt, so freut sich der Feldsoldat doppelt über seine Heimatzeitung. Die Zeitung bringt ihm ein Stück heimatlicher Erde ins Feld hinaus. Die Nachrichten aus dem Heimatort verbinden ihn über Hunderte von Kilometern mit seinem Haus, mit seiner Straße, und die Erzählungen und Geschichten bringen ihm die nachdenklichen Stunden der Erbauung, auf die gerade der Soldate, von dem höchster Einsatz verlangt wird, nicht verzichten kann und will. Ohne viel Worte dankt der Soldat seiner Zeitung für ihr pünktliches Eintreffen und für ihre täglichen Grüße, indem er sie gewissermaßen in seinen privaten Dienstplan einsetzt. Daß die Heimat in ihrer Fürsorge für den Feldpoftsoldaten auch diese Seite der Betreuung nicht vergessen hat, weiß jeder Soldat zu schätzen. Denn es gibt kaum einen Feldgrauen, der nicht entweder auf direktem Wege von seiner Zeitung oder auf dem Umwege der Verteilung durch die Einheit täglich seine Heimatzeitung lesen kann. Und es gibt vielleicht kein schöneres Lob für diese Tatsache, als daß der Landser sagt: „Meine Zeitung". würfe für die NSV. geschaffen hat, frei gestaltet worben. Da sinb zunächst zwei Aexte, die in ihrer Form stark bem Liktorenbeil, bas wir ja von den faschi- ftischen Abzeichen kennen, ähnlich sehen. Trotz ber freien Gestaltung handelt es' sich unverkennbar um „Amazonenäxt e", die etwa aus dem Jahre 2000, also aus Der frühen Bronzezeit stammen. Das interessanteste Abzeichen ist zweifellos jenes, das wie ein einfacher Winkel oder auch wie ein Wurfholz, ein Bumerang, aussieht. Es ist dies eine bandkeramische Steinhacke, und zwar eine Steinhacke in Knieholzschäftung, d. h. daß das gesamte Werkzeug aus einem winkelförmig gebogenen Holzstück hergestellt ist, das an der äußersten Spitze einen zugespitzten Stein als Schneide aufweist. Derartige Steinhacken des bonaulänbifcben ober bandkeramischen Kulturkreises waren in ber älteren Steinzeit, etwa 3000 v. d. Zeitwende, gebräuchlich. Interessant ist auch das Abzeichen, das sich burch eine dolchartige Spitze von den anderen, die Schneiden aufweisen, grundlegend unterscheidet. Tatsächlich ist dies auch weder ein Beil noch eine Streitaxt, sondern ein „Doleh sta b" ber frühen Bronzezeit, die etwa um 1700 bis 1600 v. d. Z. zuerst im Gebiet des mittelmeerischen Kulturkreises — Spanien, Italien, Frankreich, Südengland und Irland — auftraten und später in ganz Europa gebräuchlich waren. Der Bronzezeit, allerdings her mittleren bis späten, gehört auch das Abzeichen an, bas eine frei gestaltete Nachbilbung eines „Tülle n b eils" barstellt. Derartige Beile waren in Mitteleuropa zwischen 1100 urtib 700 gebräuchlich. Das letzte Abzeichen ist wieder erheblich älter und entstammt ber jüngeren Steinzeit (etwa 2000 v. d. Z.). derartige „F e l s g e st e i n b e i l e" waren in der ganzen Welt üblich. Aber feststeht, baß vor rund 4000 Jahren unsere nordisch-germanischen Vorfahren — besser spricht man wohl von Vorindogermanen — solche Felsgesteinbeile gebrauchten. Zeichen des Kampfes und des Sieges waren die Originale, Zeichen unerschütterlichen Kampfgeistes sollen auch die Nachbildungen sein, die wir zur kommenden Reichssttaßensammlung für das Kriegs- WHW. als sichtbare Zeichen unseres Siegeswillens tragen wollen. J. D. telsgrwmme an das „erhabene spanische Mutterland" zu richten. Rasse steht gegen Dollar. E. S. Japanische Offensive in Mitielchina. Schanghai, 14. Okt. (Ostafiendienst des DNB.) Japanische Truppen, unterstützt von ber Luftwaffe unb von armierten Flußfahrzeugen, eröffneten ben Angriff an ber 300 km breiten Front zwischen Wuhu am Jangtse-Fluß unb Hangtschau, wo seit ben Operationen im Jahre 1937 keine wesentlichen Kampshanblungen mehr stattgefunden haben. Nach Meldungen aus dem japanischen Hauptquartier in Mittelchina macht die Offensive, die gegen 20 Tschungkinger Divisionen in gut aus- gebauten Stellungen gerichtet ist, gute Fortschritte. Die japanischen Truppen stürmten die chinesische Schlüsselstellung bei Suantscheng, südöstlich von Wuhu am Pangtse. Nach mehrstündigem erbitterten Kampf zogen sich die chinesischen Truppen unter Verlust von mehreren tausend Toten zurück. Don anderen Punkten der Front gingen ebenfalls Meldungen japanischer Erfolge ein. von, daß auch aus rein wirtschaftlichen Gründen z. B. Argentinien und Brasilien, aber auch Mexiko sich weigern, dem nivellierenden Dollarimperialis- mus ihre Eigenart zu opfern. Die plumpen Versuche nordamerikanischer, von Juden geschriebener Zeitungen, Südamerika gegen die Neuwerdung Europas und das in ihm verankerte Spanien aufzuhetzen und den Männern spanischer Rasse in Amerika vorzuspiegeln, das nationale Spanien wolle die Entwicklung Südamerikas zurückschrauben und es wieder von sich abhängig machen, sind durchschaut worden. Denn hinter diesen Lügen lauert ein nackter Wirtschaftsimperialismus, der mit dem „big stick" des älteren Roosevelt einst gegen die Nationen iberischer Kultur oorging und ihn nun hinter den Phrasen von der ,/guten Nachbarschaft" und den „gemeinsamen Interessen" versteckt, bereit, wieder zu knüppeln, wenn man m Buenos Aires, Rio de Janiero, Valparaiso, Lima, Mexiko und anderwärts sich dessen Diktat nicht fügen will. Die geschichtliche und gegenwärtige Bedeutung der Selbständigkeit der ibero-amerikanischen Republiken aber wird durch nichts deutlicher aufgezeigt als durch die Tatsache, daß sie selbst bei panamerikanischen Konferenzen nicht verfehlten, Gruß- Ms die Römer erstmalig in Berührung mit unseren Vorfahren, den Germanen ber Zeitwenbe, kamen, fiel ihnen vor allem ber unbändige Stolz dieser von ihnen ganz zu Unrecht als „Barbaren" angesprochenen Männer auf. Stolz und herrisch im Auftreten waren sie wahrlich, ein Volk von Herren, von Bauernkönigen, ihres Wertes voll bewußt. Und es paßt nur zu diesem Bild, das uns von Tacitus unb anderen römischen Schriftstellern überliefert ist, baß diese Männer auf nichts stolzer waren als auf ihre unantastbare Ehre und auf ihr kampferprobtes Schwert, das Zeichen ihres Herrentums. War damals das Schwert das Zeichen des freien Mannes, so war es in der Bronze- unb Steinzeit, taufe nb und zweit aus end Jahre vor der Zeitwende, die Streitaxt, deren Besitz kennzeichnend war für den Freien: für einen Sklaven, einen unfreien Mann, gab es keine Streitwaffen, denn der Kampf war damals genau wie in den späteren Jahrhunderten der germanischen Frühgeschichte, genau wie im neuen Deutschland, das alleinige Vorrecht des nur sich selbst und der Pott- heit verantwortlichen freien Mannes. Wenn nun jetzt die NSV. bei der zweiten Reichsstraßensammlung des Kriegs • Winterhilfswerks 1940/41 als Sammelabzeichen altgermanische Streitäxte und Beile aus den Anfängen indogermanisch-nordischer Kultur gewählt hat, so ist diese Wahl in vieler Hinsicht als symbolisch zu bezeichnen. Denn wie einst unsere Vorfahren in grauer Vorzeit mit solchen Waffen den Kampf gegen den Hunger und den Feind, der ihr Leben und ihre Existenz bedrohte, aufnahmen unb siegreich beendeten, so schafft sich heute bas deutsche Volk mit diesen Nachvildngen Waffen für seinen sozialen Aufstieg. Prähistorisch betrachtet gehören diese kleinen Streitwaffen den verschiedensten Kulturepochen an, wie Prof, von Jenny vom Museum für Vor- unb Frühgeschichte in Berlin unserem Mitarbeiter auseinanbersetzte. Natürlich sinb die aus Leichtmetall gefertigten, mit Halbedelsteinen aus Idar, der Stadt der deutschen Edelsteinschleiferei, verzierten Sammelabzeichen keine sklavischen Nachbildungen irgendwelcher Funde, sondern deren Linien- unb Formenwett ist ddh dem Künstler, ber die Ent- Gutes Licht hilft den Augen ’ D-rl-ng-n eieMtum immer LsranM-LE'u geschobenen englischen Bombenflugzeug, die Kappe einer englischen Seemine und vieles andere zu sehen. Ein Europäisches Handwerksinstilut. Mit dem Sitz in Frankfurt rourde das Europäische Handwerksinstitut ins Leben gerufen. Angeschlossen sind das Internationale Forschungsinstitut der Reichshandwerksführung und die wissenschaftliche Abteilung der Internationalen Handwerkszentrale. Präsident des neuen Instituts ist der Leiter des Deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront, S e h n e r t, Geschäftsführer Dr. Boller, wissenschaftlicher Leiter Prof. W e h r l e. Der Maler Angelo Jank f- In München starb im Alter von 72 Jahren der bedeutende Maler Geh. Regierungsrat Professor Angelo Jank. Er entstammte einer angesehenen Münchner Künstlerfamilie, studierte an der Münch-' ner Akademie bei Löfftz und Höcker und wurde schon um die Jahrhundertwende in der „Sezession" (deren Präsident er später als Nachfolger Hugo von Habermanns wurde) und als Mitarbeiter der fugend" rühmlich bekannt. Sein eigentliches Feld fand Jank als Pferde- und Reitermaler, mit Jagd- und Soldat^nbildern, in denen sich scharfe Beobachtung, Temperament und farblicher Geschmack zu bestechender Wirkung vereinigen. Prof. Jank war übrigens auch als Lehrer und Leiter einer Malklasse der Münchner Akademie der bildenden Künste tätig. Eines seiner bekanntesten Bilder, die „Eiserne Wehr", ist in vortrefflicher Reproduktion in vielen deutschen Häusern zu finden. Professor Dr. Johannes Haller 75 Jahre alt. Am 16. Oktober feiert der o. Professor für mittlere und neue Geschichte an der Universität Tübingen, Dr. Johannes Haller, Verfasser der „Epochen der deutschen Geschichte" und des dreibändigen, monumentalen Werkes über das Papsttum, seinen 7 5. Geburtstag. Geboren als Sohn eines Superintendenten zu Keims auf der estländifchen Insel Dagö, studierte er auf der Heimatuniversität Dorpat, in Berlin und Heidelberg Geschichte. Nachdem er von 1892 bis 1902 — mit dreijähriger Unterbrechung durch eine Privatdozentur in Basel — am Preußischen Historischen Jn- stttut in Rom tätig gewesen, folgte er einem Rufe als Professor der Geschichte nach Marburg, 1904 nach Gießen und siedelte 1913 nach Tübingen über, wo er bis 1932 mit größtem Erfolg mittelalterliche und neue Geschichte lehrte und in seinen Vorlesungen und seinen Reden ass Rektor den Studenten mit aufrüttelnd mahnenden Worten die Liebe zum Vaterlande und den Glauben an seine Wiederaufrichtung wachrief und wacherhielt. Seine im Cottaschen Verlag erschienenen Werke zeichnen sich durch souveräne Beherrschung des Stoffes, durchsichtige Klarheit und plasttsche Sprache aus. — Außer den erwähnten Hauptwerken seien ge- nannnt Hallers Arbeiten über den Sturz Heinrichs des Löwen, über Kaiser Heinrich VI., über den Ursprung des Weltkrieges, über Bismarck und über die Aera Bülow. General Freiherr v. Biegeleben gestorben. Im Felde verstarb an einem Herzschlag der für seine Verdienste im Frankreich-Feldzug mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete Generalleutnant und Kommandeur einer Infanteriedivision Arnold Freiherr v. B i e g e l e b e n im 58. Lebensjahr. Der Verstorbene war als Sohn des Generalmajors Freiherr v. Biegeleben in Darmstadt geboren. Im Sommer 1902 wurde er Leutnant im Großherzog- lichen Artilleriekorps und machte den Wettkriea als Batteriechef der Leibbatterie des Hessischen Artilleriekorps mit 1918 wechselte er zur Kavallerie hinüber und wurde in Paderborn Regimentskommandeur. Später wurde er Divisionskommandeur und machte als solcher auch den Feldzug in Frankreich mit. Während des Weltkrieges war Freiherr v. Biegeleben mit dem Hohenzollern-chausorden ausgezeichnet worden. Ein Raphael-Eduard-Liesegang'Preis. Zu Ehren Raphael Eduard Liesegangs, des großen Frankfurter Forschers und Gelehrten, des Entdeckers zahlloser epochemachender Fortschritte, auch beim Fernsehen, wurde zu seinem 70. Geburtstag von seinen Freunden, Mitarbeitern und Schülern eine Stiftung errichtet. Aus den Dtttteln der Stiftung sind Preise und Stipendien zur Föi> derung der Forschung der Naturwissenschaft und Medizin vorgesehen. Der Raphael-Eduard-Liese- gang-Preis soll 1940/41 zum ersten Male verteilt werden, und zwar für die beste Arbeit über „Silikose in ihren biologischen und mineralogischen Grundlagen". Der Preis beträgt 2000 RM. Tom Alix gestorben. Der amerikanische Filmschauspieler Tom Mix, der das Publikum einige Jahrzehnte lang auf der Leinwand mit Wildwest-Filmen erfreute, ist in der Nacht zum Sonntag in den Vereinigten Staaten tödlich verunglückt. Tom Mix war 60 Jahre alt. Kinder gehören in den Luftschutzkeller. In einem norddeutschen Ort war ein 50jähriger Mann mit seiner Frau und seinem fünfjährigen Neffen, der bei ihm zu Besuch war, nicht in den Luftschutzraum gegangen, als eines Nachts Fliegeralarm gegeben wurde. Man stand zwar auf, legte sich jedoch wieder zu Bett, als die Flak schwieg. Es kam aber noch ein feindlicher Flieger und warf Bomben ab, von denen eine das Haus zertrümmerte. Das Ehepaar blieb Aus der Werbung auch im Kriege. Dem Werberat gegenüber ist von Werbungtrei- 'benden verschiedentlich die Befürchtung geäußert 'worden, die Arbeitsämter könnten aus der W i r t- f ch a f t s w e r b u n g des Unternehmens im Kriege den Schluß ziehen, der Betrieb sei nicht voll beschäftigt und infolgedessen dem Unternehmen Arbeitskräfte entziehen. Im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister stellt der Werbe- xat dazu fest: Wenn die Werbung eines Unternehmens erkennen läßt, daß es über freie Betriebskapazitäten mit den zu ihrer Ausnützung erforder-. lichen Arbeitskräften verfügt, so müssen die Arbeitsämter daraus bei dem großen Bedarf an Arbeitskräften für vordringliche Aufgaben pflichtgemäß Schlußfolgerungen ziehen. Dagegen ist es u n - richtig, wenn schon aus dem Umstand, daß ein Unternehmen überhaupt Werbung treibt, auf seine unzureichende Beschäftigung geschlossen wird. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Grad der Beschäftigung und der Werbung be- steht regelmäßig nicht. Gerade Betriebe, die über ihre Beschäftigung nicht zu klagen haben, pfte- 9en eine umfangreiche Werbung zu entfalten. Auch dient die Werbung oft und vor allem im Kriege nicht so sehr der Erhaltung und Erhöhung des Absatzes, als vielmehr der Aufrechterhaltung der Erinnerung an die werbungtreibende Firma und die von ihr geführten Waren oder der Herstellung und Erhaltung einer Verbindung mit der Kundschaft sowie der volkswirtschaftlichen Aufklärung und Beratung der Verbraucher. Oie Bauerngaue des deutschen Ostens. Die Reichsarbettsgemeinschaft für Raumforschung hat in den Realteilungsgebieten des Westens und Südwestens Untersuchungen eingeleitet, um eine Gesundung der ländlichen Verhältnisse und die Gewinnung einer Siedlerreserve für die neuen Ostgebiete vorzubereiten. Diese sind inzwischen auf das ganze Reich ausgedehnt worden. Es handelt sich um eine Untersuchung der Agrarstruktur und der Besitzverhältnisse im ganzen deutschen Lebensraum, um an Hand von Typendörfern aus allen deutschen Landschaften die Voraussetzungen für die Agrargesundung eindeutig zu klären. Erste Voraussetzung einer gesunden Lebensgrundlage unseres Landvolkes ist die lückenlose Gliederung der Besitzgrößen mit einem bäuerlichen Hauptkern und bodenordnende Gesetze zur Sicherung der mittelständischen Besitzverteilung. Wir dürfen nicht in den Fehler verfallen, von städtischen Auffassungen an den Aufbau des Landes im Osten heranzugehen. Vier bis sechs Dörfer sind zu einem Hauptdorf zusammenzufassen, wo sich kräftige Mittelpunkte ländlichen und bäuerlichen Lebens bilden können. Im Hauptdorf wird auch der Sitz bestimmter für das Landvolk wichtiger Berufe, das Schwergewicht staatlicher Verwaltungsarbeit, der kulturellen Veran- unverletzt, der Nefte aber wurde getötet. Deshalb stand der für ihn verantwortliche Onkel jetzt wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Der Angeklagte machte geltend, daß der Junge erkältet gewesen sei, weshalb er ihn nicht in den feuchten Keller habe schicken wollen: zudem habe allem Anschein nach in der Luft Ruhe geherrscht, und schließlich seien bisher auf den Ort noch keine Bomben abgeworfen worden. Das Gericht erkannte die Einwendungen nur zum Teil als Milderungsgründe an und verurteilte den Angeklagten an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe zu einer empfindlichen Geldstrafe. Schwerer Sturm auf dem Schwarzen Meer. Seit Sonntag wütet auf dem Schwarten Meer ein schwerer Sturm. Die starken Wellen haben den Fischereianlagen in der Gegend von Konstanza großen Schaden zugefügt. In der Nähe des Hafens Giresun üst in der Nacht zum Sonntag ein mit 43 Personen besetztes türkisches Segelschifi unter- gegangen. 33 Passagiere ertranken. Der Kapitän wurde verhaftet, weil er eine Ueberzahl an Passagieren an Bord genommen hatte. n Reich. staltungen sowie der Erziehungs- und Bildungs- aufgaben sein. Die neuen Gaue im Osten sollen zu Bauerngauen im wahrsten Sinne des Wortes werden. Studenten im Dienste der Gesundheitsführung der Jugend. Um die gesundheitliche Betreuung der Jugend sicherzustellen und den Medizinstudenten in das Wesen der Jugendgesundheitspflege Einblick zu geben, werden alle der Hitler-Jugend angehörenden Medizinstudenten in den Arbeitsgemeinschaften „Gesunüheitsführung der deutschen Jugend" der jeweiligen Fachgruppe Volksgesundheit zusammengefaßt. Innerhalb der Hitler-Jugend werden die Medizinstudenten in der „M ediziner- g e s o l g s ch a f t" geführt. Die Arbeitsgemeinschaft gliedert sich in zwei Gruppen, Studenten, die im praktischen Gesundheitsdienst der HI. eingeseßt werden, und in einen Arbeitskreis, der alle von der Reichsjugendführung angeregten Probleme wissenschaftlich bearbeitet und der Hitler-Jugend damit Unterlagen für ihre weitere Arbeit gibt. Die Beurteilung der in dem Arbeitskreis durchgeführten Arbeiten wird alljährlich im Reichsberufswettkampf vorgenommen. Oie Grundsteuer, das Rückgrat der Gemeindefinanzen. Ministerialrat Dr. Uhlich vom Reichsfinanzministerium erklärt in der .Deutschen Steuer-Zeitung", die Grundsteuer werde für die Gemeinden im erweiterten Reichsaebiet ein Aufkommen von etwa zwei Milliarden RM. bringen. Sie sei das Rückgrat der Gemeindefinanzen, weil sie beständig sei und ihre Feststellungen für viele Jahre Geltung haben. Die Grundsteuermeßbeträge seien eine Grundlage für die Bemessung des Kriegsbeitrags der Gemeinden. Der Grundsteuermeßbettag spiele auch im Finanzausgleich eine bedeutsame Rolle bei Beurteilung der Steuerkraft der Gemeinden. Bei der Einheitsbewertung 1935 seien im Alt- reich für die Land- und Forstwirtschaft 41 und für das Grundvermögen 79 Milliarden Einheitswerte festgestellt worden, also 120 Milliarden RM. für den Grundbesitz zusammen. Diese Zahlen würden jetzt noch höher werden infolge des Anwachsens des Vermögens durch die wirtschaftliche Entwicklung und infolge der Einbeziehung der heimgekehrten Gebiete. Milderung des Kriegszuschlages in Härtefällen. Kriegszuschlag zur Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer beträgt 50 v. H. des Steuerbetrages. Beim Lohnabzugsverfahren ist der Kriegszuschlag so zu bemessen, daß dem Arbeitnehmer ein Arbeitslohn von mindestens 234 RM. monatlich, 54 RM. wöchentlich, 9 RM. täglich ober 4,50 RM. halbtäg- lich verbleibt. Uebersteigt der Arbeitslohn diese Freigrenzen, so wird er durch den Krieaszuschlag in den unmittelbar anschließenden Lohnftufen oft in voller Höhe weggesteuert. Zur Besei- ttgung dieser Härte hat der Reichsfinanzminister besttmmt, daß der Kriegszuschlag zur Lohnsteuer nur so hoch zu bemessen ist, daß dem Arbeitnehmer von dem Arbeitslohn, der die Freigrenzen übersteigt, mindestens 50 v. H. verbleiben. Oie Bürgersteuer bei einberufenen Steuerpflichtigen. Die Gewährung von Famllienunterhalt schließt die Erhebung der Bürgersteuer aus. Auch dann, wenn neben dem Familienunterhalt — anzurechnen- des oder außer Ansatz zu lassendes — Einkommen, z. B. eine freiwillige Zuwendung des Arbeitgebers des Einberufenen, bezogen wird oder wenn eine Wirtschaftsbeihilfe zur Fortsetzung oder Erhaltung des Betriebes ober freien Berufes ober eine Paufch- wirtfchaftsbeihilfe für einberufene Bauern und Landwirte gewährt wird. Soweit hiernach die Bürgersteuer zu Unrecht erhoben worben ist, muß sie erstattet werben. Der Arbeitgeber barf von der Einbehaltung ber Bürgersteuer bei Angehörigen ber Wehrmacht usw., benen er eine freiwillige Zuwendung zahlt, nur bann absehen, wenn bie Zuwendung den auf der Lohnsteuerkarte vermerkten Freigrenzenbetrag nicht übersteigt oder wenn ihm eine Bescheinigung der Gemeinde vorgelegt wird, aus der sich die Nichteinbehaltung der Bürgersteuer von der den Freigrenzenbettag übersteigenden Zuwendung ergibt. Altstoffsammlung der Jugend. Im Interesse einer wesentlichen gesteigerten Erfassung der Alt- und Alfiallstoffe sollen die Schüler im Unterricht zu reger Sammeltätigkeit angehalten werden. In die Sammelarbeit sind die elterlichen und die benachbarten Haushaltungen, denen schulpflichtige Kinder nicht angehören, einzubeziehen. Schulleiter und Lehrer sind verpflichtet, Schul- vorsammelstellen einzurichten und die regelmäßige Abholung der Attmaterialien zu überwachen. Die Zahl der zu sammelnden Altstoffe ist beschränkt worden auf solche, bie gewichtsmäßig und auch ihrem Umfang nach vom Schulkind leicht mitgenommen werden können. Der Sammelbettieb läßt sich am besten so durchführen, daß für bestimmte Altstoffe bestimmte Ablieferungstage in der Schule festgesetzt werden. Der „Altstofflehrer" der Schule wählt sich einige ältere Schüler oder Schülerinnen als Sammelhelfer. Durch Auszeichnungen und Preise und einen laufenden Wettbewerb der Klassen und Schüler muß ein immer neuer Ansporn für den Eifer beim Sammeln gegeben werden. Seefahrt ist not! — ßin neuer Schülerwettbewerb. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral R a e d e r, und der Reichswalter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter W ä ch t l e r , haben die Jugend zur ^Beteiligung an einem neuen Wettbewerb aufgerufen „Seefahrt ist not!", den die Schülerzeitschriften „Hilf mit!" und „Deutsche Jugendburg" durchführen. Die Jungen und Mädel sollen versuchen, Wesen und Sinn deutscher Seegeltung, die Bedeutung einer starken Kriegsflotte und einer großen Handelsschiff ah rt sowie bie Aufgaben eines deutschen Seemannes zu erfassen um) in Wort, Modell und Bild darzustellen. Neben Gaupreisen werden für die besten Arbeiten wieder Reichspreise ausgesetzt, Fahrten durch Deutschland mit Eisenbahn, Schiff ober Auto, Fahrten unb Hebungen auf Kriegs*, Handelsschiffen und Segeljachten, Lehrgänge an Schiffsmodellbau- und Reichsseesportschulen, Lehr- und Lernmittel, Bücher, Bilder usw. Vom 1. April 1941 ab werden bie besten Arbeiten zu einer Leistungsschau zusammengefaßt und in einer Reichsausstellung gezeigt. Hauptjchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchrittleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Polttü und Bilder: Dr. sfr. W. Lange: für daS Feullleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provtiy, Wirlichati u. Sport: Ernst Blumschern. Druck und Verlag: Brühlsche Universttalsdruckerei N. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr..In«. Erich Hamann- Anzeigenleiter: Hans Beck. Derantwortstch für den Inhalt derAn'eiaen: Theodor Kümmel PI.Nr.e Trockenbeizen Die trauernden Hinterbliebenen, 4648 D empfiehlt 452OÄ 4642C V Stadttheater Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Oktober, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehaus, Wieseck, Eichgasse 13, aus statt. ÄalVWevonZ«, 20 o. 6. erhallen Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Am eis» Gestern abend % 10 Uhr entschlief sanft nach mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Gießen-Wieseck, Krofdorf, Rödgen, Watzenborn, den 14. Oktober 1940. Familiendrucksachei. Verlobungsanzeigen Verm&hlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? Holen Sie sich deshalb rechtzeitig Ihr Los! Ziehunßsbeginn: 22. Oktober 1940 Abavit-Neu Ceresan Na&beizen: Nebenverdienst Austräger(iu) für Modenzeitschriften, Radfahrer, für Stadtbezirk Gießen per sofort gesucht. Schriftliche Angebote unt. 4644V an den Gießener Anzeiger. Ordnung angezeigt. Gießen, den 14. Oktober 1940. Der Oberbürgermeister: Ritter. fntsdieidend für Jfire Zukunft ist ein Gewinn in der 4. Deutschen Reichslotterie! Staatliche Lotterieeinnahme Dr. Flimm Gießen, Walltorstraße 63 Ättrall mit flott. Handschrift evtl.auch für halbe Tage gesucht. Schr.Ang.unt. 46460 an den Gießen. Anz. Staatliche Lotterieeinnahme Buchecker Gießen, Neuen Bäue 11 4633A Bett.: Das Einhalten der Tauben wahrend der Saatzeit. Bekanntmachung. Auf Grund des § 2 der Verordnung des Reichs- ftatthalters in Hoffen — Landesregierung — zum Schutze der Felder und Gärten vom 9. 3.1939 (ab- gedruckt im Amtsverkündigungsblatt Nr.9 vom 30.3. 1939) wird die Sperrzeit für Tauben innerhalb des Stadtkreises Gießen auf die Zeit vom 15. Oktober bis 16. November 1940 festgesetzt. Zuwiderhandlungen werden nach § 5 der Der- Uspulun-Universal Ceresan Germisan Frau Elisabethe Schnabel Witwe geb. Metz im Alter von 81 Jahren. Bekanntmachung. i Zufahkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter sowie Zulagekarten für Lang- und Nachtarbeiter werden von Dienstag, den 15., bis Freitag, den 18. Oktober 1940, in der Zeit von 8 bis 12 und 14J4 bis 17)4 Uhr gegen Vorlage der vorgeschriebenen Bescheinigung im Liebigbau, Zimmer 5, ausgegeben. Diese Termine sind genau einzuhalten, da bei verspäteter Abholung den Gefolgschaftsmitgliedern Nachteile entstehen. 46410 Gießen, den 12. Oktober 1940. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. — Ernährungsamt Abt. ß. — I. D.: Nicolaus. Heinrich Hahn Samenhandlung Bahnhofstraße, Fernruf 3403 Gebildetes Wikin zur Mithilfe gesucht. - Kaufm. Vorkenntnisse erwünscht. 4573V Pfeiffersche Universitäts- Buchhandlung, Walltorstr. 21. 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In Gießen werden eben Kasperköpfe geformt. Jede greift nach der Formmasse und ver- Wer gut kaut, erleichtert dem Magen die Arbeit und erfüllt ein wichtiges Gebot der richtigen Zahnpflege. CHLORO DO NT Au« der Stadt Gießen. Gießener Universitätswoche. Bedeutsame Feierstunden.- Große Kundgebungen mit hervorragenden Rednern. Feldpostbriefe. Briefschreiben ist noch nie als etwas Erwünschtes empfunden worden, außer bei Liebesbriefen, die sich Menschen schreiben, sofern es wirkliche Liebesbriefe find, also von Liebe ausgehend, die sich unbedingt mitteilen muß. Aber andere Briefe? Sie werden zunächst einmal etwas aufgeschoben, dann noch mehr hinausgeschoben und Gott sei Dank zuletzt vergessen, so daß der andere erst mahnen muß. Manche schicken sogar eine Marke mit, um anzu- deuten, daß du aus reinem Geiz um die Pfennige nicht antwortest. Aber es ist nicht die Marke gewesen. Es war die Faulheit, die Trägheit, es fehlte der Anreiz. Das ist anders bei Feldpostbriefen. Wir in der Heimat- haben plötzlich das Verlangen, denen draußen Grüße zu senden, selbst wenn es nur Grüße sind. Wir wollen sagen: „Gräme dich um nichts, denke an das Deine, sei sicher, daß wir dich nicht vergessen, wir denken an dich sehr oft." Das ist dann für den, der es unter seiner Feldpostnummer soundso ausgehändvgt bekommt, eine wahre Erleichterung und Freude dazu. Es tröstet ihn, es macht ihn wieder frisch. Es liegen so viele Kilometer zwischen Front und Heimat, es ist ein anderes Land dort draußen, es sind gar zuviel Mannsleute beisammen, nichts als Mannsleute, und noch dazu militärisch rauh zusammengefaßt. Es mag ganz schön sein, denken die Frauen hier drinnen, aber was für ein hartes Leben muß es trotzdem fein’ Denn es i st doch nichts, lauter Männer! Oder ist das was? Und nun schreiben sie ihnen das fehlende Weibliche mit Tinte auf Papier. Ganz andere Worte, ganz andere Denkweisen, und sie schildern ihnen darin das Leben zu Hause, die Leute, die man kennt, die Straße, in der man bis babin gewohnt hat, die schon fast vergessene zivile Welt, die Kinderchen, die größeren Kinder, der Haushalt. Das lesen nun die, die es empfangen. Sie tragen Uniform und kennen so etwas Märchenhaftes kaum noch, nämlich eine Straße mit Männern, Frauen und Kindern in zwangloser, zufälliger, harmloser Folge ... Straßenbahnen, Geschäftsauslagen ... meinetwegen auch die Selbstgenügsamkeit und Ruhe der Kleinstadt ... auch der Frieden des Dorfes weit draußen, der Geruch des Dorfes nach Vieh, nach Acker, nach Wiese und nach hoher, freier Luft. Sie lesen es und lesen und lesen, und plötzlich setzen sie sich hin und schreiben zurück an die Heimat. Es ist, als müßten sie es so, und genau so wird es in der Heimat empfangen, unb sehr genau unb wohl unb gut verstanden. Es geht hin und her mit den Briefen, aber nicht ein einziger davon ist überflüssig ober wirb als lästige Schreiberei empfun- ben. Es sind Nervenstränge, diese Feldpostwege, in denen geheimnisvolle Säfte, die seelische Kräfte sind, ihren Weg nehmen. Feldpostbriefe! F R. Dorrwtizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Der Triumph des Tobias". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Jud Süß". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,L>as indische Grabmal". Stabtthealer Gießen. Am heutigen Dienstag wiöd der große Lustspielerfolg „Der Triumph des Tobias" von Svend Rin- dom wiederholt. Spielleitung: Hansjoachim Büttner. Bühnenbild: Karl Löffler. 5. Dienstag-Miete. Es wird von der Intendanz darauf hingewiesen, daß die Vorstellungen des Stadtth-aters an Wochentagen pünktlich um 19.30 Uhr beginnen. Opern und bie Vorstellungen Samstag- und Sonntagabend beginnen bereits um 1 9 U h r. Alle Veranstaltungen und Vorstellungen im Stadttheater sind 22 Uhr beendet. HS-WiaW M Ml öntdj Jtenöe 6b$.-$porfamL Schwimmstunden! Dienstags von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr für Männer und Frauen. Freitags von 20.30 bis 21.30 Uhr unb 21.30 bis 22.30 Uhr für Männer unb Frauen. Alle Stunben auch für Anfänger._________4636D Nachdem die früheren Veranstaltungen im Rahmen der „Gießener Universitätswoche" einen außerordentlich starken Erfolg gebracht unb das Wirken unferer Alma mater Ludoviciana im Dienste der Volksgemeinschaft in würdiger Weise bekundet hatten, wird in den ersten Tagen des Monats November wiederum eine „Gießener Universitätswoche" mit einer Reihe bedeutsamer Ereignisse veranstaltet werden. Als Zeitpunkt sind die Tage vom 2. bis 5. November einschließlich vorgesehen worden. Am Samstag, 2. November, vormittags wird bie Universitätswoche mit dem Empfang- des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger burch den Rektor der Universität Professor Dr. med. H. W. Kranz im Senatssitzungssaal neben der neugestalteten Empfangshalle des Vorlesungsgebäudes ihren Auftakt erfahren. Einem Besichtigungsrundgang des Gauleiters und seiner Begleitung durch die umgebauten und würdig ausgestatteten Räume des Gebäudes wird die feierliche Einweihung des Umbaues des Universitätsgebäudes durch den Gauleiter im Rahmen eines Festaktes in der Großen Aula folgen. Diese Feierstunde wird das städtische Orchester mit musikalischen Darbietungen umrahmen. Am gleichen Tage um 16 Uhr wird eine Besichtigung der neuen Zahn-Poliklinik im Hause Wil- helmstraße 14 stattfinden. Am Abend um 20 Uhr veranstaltet die Unwerst- tät in Gemeinschaft mit Partei und Wehrmacht eine Kundgebung in der Großen Aula, in der der Reichsschulungsleiter Schmidt vom Hauptschulungsamt der NSDAP, über das Thema „Die nationalsozialistische Weltanschauung schafft eine neue europäische Ordnung" sprechen wird. -Für Sonntag, 3. November, um 11 Uhr ist bie feierliche Gründung unb Eröffnung der „Wissenschaftlichen Akademie des NS -Dozentenbundes Das Oberkommando der Wehrmacht bereitete durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" den verwundeten Soldaten in unseren Reserve-Lazaretten bei mehreren Veranstaltungen wiederum frohe Stunden. In einem Reserve-Lazarett wurde den Kameraden eine interessante Filmvorführung geboten, die am folgenden Tage in einem anderen Reserve-Lazarett für dessen Insassen eine Wiederholung erfuhr. Tags darauf wurden die Verwundeten eines Reserve-Lazaretts in einer Veranstaltung „Lustiges Kunterbunt" in schöner Weise unterhalten. Hier waren es die „Fünf Sorgenbrecher", die Tänzerin Grete Fleckenstein, der musikalische Humorist Kemp-Arnoldi, die Soubrette Eva Pegoretti und der 15 Jahre alte Akkvrdeonkünstler Ernst Formhals sowie Karl Engelhardt mit seiner musikalischen Umrahmung der Darbietungen, die den aufmerksamen Zuhörern eine große Freude bereiteten. Die Betreuungssrauen der Ortsgruppe Gießen- Süd bereiteten den Verwundeten eines Lazaretts einen schönen Kaffeenachmittag, bei dem bas Lazarett den Kaffee stellte, wöhrenb bie Frauen in reichem Maße mit Kuchenspenden aufwarteten. Eine Gruppe Mädels vom BDM. erfreute die Soldaten mit Liedgesängen, Bandionspiel und kleinen Theateraufführungen, die allesamt dankbaren Beifall fanden. Unsere Verwundeten selbst beteiligten sich schließlich an der Ausgestaltung des frohen Nachmittags mit gemeinsamen Liedgesängen und heiteren Vorträgen. Bei ausgiebigem Kaffee und Kuchen und reichlich gespendeten Zigaretten verlief der Nachmittag in schönster Weise. Am Sonntag bot die Kreiskapelle der NSDAP, unter Leitung von Musikzugführer Schleuse den Verwundeten in einem Lazarett ein abwechslungsreiches Vormittagskvnzert, das ausgezeichnete Musik brachte, die den dankbaren Beifall der großen Zuhörerschaft fand. Ein Vertreter des Kreisleiters unb ein Vertreter der NSKOV. wohnten dieser schönen Darbietung bei. Zur gleichen Zeit gab in einem anderen Lazarett an der Universität Gießen," vorgesehen. Diese Gründung und Eröffnung wird der Reichsdozentenbundsführer, Ministerialdirektor Prof. Dr. Schultze (München), persönlich vornehmen. Mit bieser Gründung wird die vierte Akademie dieser Art in ganz Deutschland geschaffen und ihren Sitz in Gießen erhalten. Ein Streichquartett des städtischen Orchesters rotrb diese Feierstunde umrahmen. Nachmittags, um 15.30 Uhr, folgt bie Besichtigung der in' der Kleinen Aula (bisher als Großer Hörsaal des Vorlesungsgebäudes bekannt) herge- richteten Ausstellung des Gießener NS.-Dozenten- bundes „Landschaftsgebundene Wissenschaft". Der Sonntag bringt um 20 Uhr wiederum in der Großen Aula eine Kundgebung der Universität mit Partei und Wehrmacht, bei der der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß das Thema „Rasse unb Weltbild" behandeln wird. Am Montag, 4. November, um 20 lltjr, wird in der Großen Aula als Gemeinschaftsveranstaltung ber Universität mit Partei, und Wehrmacht ein Gastvortrag des Generals der Artillerie von M e tz s ch über das Thettia „Zeitgemäße wehrpoli- tische Betrachtungen" zu hören fein. * Der letzte Tag, Dienstag, 5. November, bringt um 17 Uhr im Hörsaal des Physiologischen Instituts einen Vortrag des Professors Dr. E. v 0 n Balogh, (Budapest), über das Thema „Bausteine zur lebensrettenden Therapie ber venösen Luftembolie". Diese Veranstaltung wirb in Gemeinschaft mit der Medizinischen Gesellschaft durchge- führt. ♦ Bei den großen öffentlichen Kundgebungen der Universität in Gemeinschaft mit Partei unb Wehrmacht haben alle Volksgenossen Zutritt. ber Mufikzug ber SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Sturmführer Herrmann ein Konzert, bas gleichfalls vortreffliche musikalische Darbietungen brachte unb bei bem ein Solo des Pistonvirtuvsen Schwarzlvse noch ein besonderer Höhepunkt war. In diesem Lazarett erfreute gleichzeitig der Großsche Männerchor Gießen unter Leitung seines Chormeisters Groß die Verwundeten und Kranken mit einem Gesangskonzert, das zeitgemäße Chöre, Volks- und Soldatenlieder aus dem reichen deutschen Liedgut mit klangvollem, gut geschultem Stimmaterial brachte. Den Musikzug ber SA.-Stanbarte und den Grvßschen Männerchor begrüßte und bedankte im Auftrage des Lazaretts Feldwebel Stumpf mit herzlichen Worten. Bei allen Veranstaltungen bekundeten bie bank- baren Zuhörer burch lebhaften Beifall ihre Freube unb Anerkennung für bie gute Unterhaltung unb bie vortrefflichen Leistungen aller Mitwirkenben. Die NSKOV., bie sich auf diesem Gebiete der Wehrmachtbetreuung schon immer eifrig bemühte, hatte zu den einzelnen Veranstaltungen Vertreter entsandt und damit ihre enge Verbundenheit mit den jungen Kameraden erneut bekundet. Gießener Dochenmarklpreise. * Gießen, 15. Oft Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, bas Stück 6 bis 10, Wirsing, kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 7, gelbe Rüben 5 bis 6, rote Rüben 7, Spinat 15, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 18, Unterkohlrabi 4, Erbsen 25, Rosenkohl 18, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarzwurzeln 15, Kürbis 7, Feldsalat C/10) 10, Aepfel, Vi kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 30, Zwetschen 13 bis 15, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5 bis 20, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Rpf. Frohe Siunden für unsere Verwundeten. sucht ihr Glück. Gelingt ber Kopf, ist die Freuds groß, mißlingt er, ist es auch nicht schlimm, drückt sie ihn wieder zusammen und beginnt von neuem. In den nächsten Abenden werden die Kopfe bemalt unb bie Kaspele fertiggestellt, und nun wird ver* sucht, ein Kasperspiel zusammenzustellen. Die Kinder der Kindergruppe sollen mit diesem Spiel er* freut werden, aber auch bie Großen haben Freude an so einem Spiel, unb io werden bald auch unsere Verwundeten etwas zu lachen haben. Sehr rege ist in ber Jugend gruppe das Singen-. Im Sommer wurde durch öffentliche Singabende versucht, der Bevölkerung die schönen neuen Lieder näherzubringen. Jetzt geht die Jugendgruppe regelmäßig in bie einzelnen Abteilungen ber Lazarette und bringt den Soldaten Frohsinn und Unterhaltung. Eine Lazarettabteilung betreut die Jugendgruppe für sich besonders, und daß sie dort gerngesehene Gäste sind, braucht man wohl kaum zu sagen. Schöne gemeinsame Wanderungen bringen den Mitgliedern Freude und Erholung und ebenso bie Gymnastik unb bas Turnen. Je fröhlicher bie jungen Menschen zu den Veranstaltungen kommen, je mehr Anregung jede einzelne mitbringt, umso schöner wird es in unserer Jugend gruppe. Reichswerk Buch und Volk, kulturelle Vereinigung, s norm, kaufmännischer Verein von 1873 Gießen. Der Kaufmännische Verein von 1873 zu Gießen hatte seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am gestrigen Montagabend im Hotel Kobel einberufen. Der Dereinsführer Heinrich Erle begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder, insbesondere das Ehrenmitglied M 0 0 tz aus Dillenburg. Er wies darauf hin, daß die Mitgliederversammlung einberufen worden sei, um die seit langer Zeit schwebende Frage wegen des Dörmens des Kaufmännischen Vereins, bie vom Dor* stand bereits erledigt fei, zu genehmigen und ebenso die Dereinsfatzung. Der Kaufmännische Verein ist in das „Reichswerk Buch und Volk" eingebaut worden und muß daher in Zukunft den Namen „Reichswerk Buch und Volk, kulturelle Vereinigung, vorm. Kaufm. Verein von 1873 zu Gießen" führen. Dieser Name wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig akzeptiert und als Dereinsleiter dem Präsidenten der Reichsschrifttumskammer der seitherige Dereinsführer, Kaufmann Heinrich Erle, vorgeschlagen. Sodann wurde die vom Präsidenten der Reic^schrifttumskammer vorgelegte Einheitssatzung verlesen unb beschlossen, daß diese für den Gießener Verein in Zukunft zu gelten hat. Herr Erle wies dann auf den Gießener Vortrags* Oer Spanier. Von Franz Goßt. Die Rahmwalder Trine aus Lärchenbichl war in Heller Aufregung. Gerade hatte sie von ihrem Buben, dem Steffl, der in der Stadt in einem großen Hotel Stiefelputzer war („fett ist was anders als Küh' striegeln!" wie sie sich stolz brüstete), einen richtiggehenden Brief erhalten, in dem wortwörtlich stand: „Siebe Mutter! Heit muß ich Dir eine große Neiigkeit berichten, nämlich in bem Hottel, wo ich angestellt bin, sind vüle seine Herrschaften, bie wo so vül Geld haben, wie Du überhaups noch nie nicht gsehen hast. Bsunders ein nobliger Herr, das Zimmerfräuln hat mir gsagt, ein Spanier aus Prassilien ober Polüfien, ganz von der andern Seit übern Wasser breuten, hat mi neilich gfragt, ob bei mir derham, er rebt recht gut deutsch, auch Sommerfrischler sind. Kurgäst hat er gsagt, und wie 1 dann gsagt hab nein, hat er gsagt, das ist für müch, ich brauche Ruhe, Ruhe, Ruhe, ich bin sovül ner- fiös, und ich soll schaugn, daß er ein Platz kriegt, er werd alles gut zahlen und da wärs schon recht, wenn du öppas suchen tätst, du weißt schon wie — ictz läutet so ein tamischer Teixl, drum schließe ich als dein Steffl." Kein ÜBunber, daß einen so ein Brief in die Aufregung bringt. Denn Lärchenbichl wußte bis dato von Sommerfrischlern herzlich wenig. Dor ein paar Jahren war einmal so ein jpinneter Professor da, ber ben ganzen Tag Gras ausrupfte und Buttermilch trank: barm einmal ein Bergkraxler, mit bem man nur Scherereien hatte, weil er sich am britt-en Tag Halbs derkugelte, und jetzt soll gar ein Spanier von überm Wasser ins Dörsl kommen. Und wie sich aus weiteren heftigen Hin- unb Herschreiben herausstellte, ein recht „kamoter Herr", gar net seckant; ein gutes Bett, Eier in Schmalz, frische Milch, bann unb wann ein gebratenes Hühnl, bas war alles, was er begehrte. Und Ruhe, Ruhe, Ruhe ... Die gute Trine hatte unruhige Tage und schlaflose Nächte. Wem sollte sie den spanischen Millionär zuschanzen? Endlich blieb sie bei ber Klammerer Moidl haften. Die hatte eint große Kammer gegen den Wald zu. Die Moidl war ganz gerührt ob solcher Freundschaft, „unb ich werd dir fdjon einen Fufziger zukommen lassen". Der Klammerer Moidl ihr großer Treffer sprach sich herum unb die Lampenthresl zieferte vor Neid. In dunkler Abendstunde schlich sie zur Trine: „Aber Trine, du bist ja nicht ganz gescheit. Zu der alten Ratschen willst einen nerfiöfen Herrn hintun? Der ist ja nach einer Woche kaputt. Das wär bei mir ganz anders. Und weißt wohl, kochen kann ich dir fein gut, ich bin nicht umsonst beim Krapfenpeter Kuchldirn ge=r wesen." Die Trine schüttelte bejahend ihren sorgenschweren Kopf unb wollte sich die Sache überlegen. Des andern Tags in aller Früh schon stolperte der pensionierte Felbwebel Auenhofer über bie Türschwelle der Trine: „'n Morgen, Trine! Hab gehört, der Spanier soll zu der Moidl kommen. Halt — Kehrt euch! das geht auf keinen Fall! Da hängen ihm ja die Tschurtschen (Tannenzapfen) ins Bett hinein. Abgeblasen! Herstellt den Griff!" Schüchtern wagte die Trine einzuwenden, die Lampenthresl ... „Was denn nicht noch!" bornierte der gewesene Feldwebel, ,^zu dem Schrägen einen anständigen Menschen? Abtreten! In bem Haus hält es kein Mameluck aus. Der ihr Bock stinkt ja auf fünfhundert Meter. Und ihr Maul! Ui jegerl! Vergatterung! Der Spanier gehört zu mir! Er muß ja einen gebildeten Menschen haben, mit dem er ein Wort reden kann. Also wie gesagt, ber Spanier gehört zu mir! Ruht! Servus!" Und draußen war er. Der armen Trine ward immer jämmerlicher zu mute. Tat sie den Spanier zur einen, wurde die andere fuchsteufelswild, und so weiter in der schönen Tonart. In alle ber Kümmernis hatte der Siml, Irinas angetrauter Eheherr (dem Namen nach!), eine Erleuchtung. Beklommen murkste er heraus: „Trine!" „Was willst?" „Meinst nicht, wir könnten die Hundertelen auch brauchen? Wenn halt wir ins hintere Zimmerl gingen, das Bett vom Steffl ist gut, nachher könnt ber Spanier in unserer Stube schlafen. Ich m^in halt", fügte er schnell vorsichtig hinzu. Die Trine schaute ihren Mann groß an. „Wenigstens einmal in beinern Leben hast einen gescheiten Gebanken", sagte sie. Dann begannen sie in aller Heimlichkeit ein großes Rüsten. Sv kam es, baß bei ber Ankunft des Spaniers bie Moidl, die Thresl unb auch der gewesene Feldwebel Auenhofer zuerst ein langes und dann ein wütendes Gesicht machten. Der Trine hingegen rann als warme Freude bie Vorahnung klingender Münze burch bas schlichte Gemüt. Der Spanier war wirklich ein „kamoter Herr"; er war mit allem zufrieden. Nur in der Früh, zum Kaffee, meinte er: „Wenn grab ein bissel Butter da war ..." Selbstverständlich war sie da. Auch Speck war da unb manch junger „Gigger" mußte daran glauben, daß so ein Spanier ein feiner Herr sei. Freilich, mit dem Geld wollte er nicht herausrücken, aber „so ein nobliger Herr wird doch nicht jedes Ei extra bezahlen", tröstete sich insgeheim die Trine. Die Kur schlug dem Herrn gut an. Die ersten Tage sah man es allerdings noch deutlich, wie „ner- fiös" er war, denn wenn er unversehens Schritte hörte' schrak er sichtlich zusammen. Aber je mehr die Speckseiten unb bie Gigger der guten Trine schwanden, desto aufgeräumter wurde ber Spanier („Ach! bie göttliche Ruhe!") unb jede Eierspeise besänftigte einen Nervenstrang. So ging der Sommer seinem Ende zu, der „Kurgast" entwickelte immer den gleichen Hunger, aber Geld blinkte keines. Dafür deutete er an, daß es am Schluß gleich einen ganzen Haufen gebe. Die Trine war damit wieder getröstet. So hatte ber nvblige Herr feine Gemütsruhe unter fürsorglicher Obhut ber Rahmwalder Trine gefunden, aus ber er nur einmal aufgeschreckt wurde, und zwar an jenem unglückseligen Tage, als ihn zwei Gendarmen freundlich, aber sehr bestimmt einluden, mit ihnen talauswärts zu wandern. Geld hatte der Spanier keines, ein Spanier war er auch nicht, dafür aber ein langgesuchter Hochstapler, ber sich für eine Zeit unsichtbar machen wollte. „Das hab ich mir gleich gebucht", sagte bie Klammerer Moidl. „Das gönn ich ber blöden Funzen", belferte bie Lampenthresl. „Ich hab sie gewarnt. Kehrt euch, marsch?" warf sick) der gewesene Feldwebel Auenhofer in bie Brust unb ,... „... man braucht nur einmal dir zu folgen, dann ist man erschossen und geliefert", fauchte die Trine den Siml an. Der aber stöhnte nur ganz verzagt heraus: „Ich hab ja nur gemeint!" Zeitschriften. — Die reichbebilderte Monatsschrift des Reichs, bundes für Biologie „Freude am Sehen4 (Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde) er« öffnet ihr Oktoberheft mit einem besonders zeitge- mäßen Aufsatz, der weit über den engeren §reun« besfreis ber Zeitschrift Interesse finben dürfte. Dr^ med. Stimpfl, Oberarzt bei einer Fallschirm- Sanitäts - Einheit unb selber aktiver Fallschirmspringer, erzählt überaus fesselnd und anschaulich von ber Technik des Fallschirmsprungs, dem Aus- äilbungsgang unb dem großen Erlebnis des ersten Sprungs. Eine Reihe nicht alltäglicher Bilder be« lebt bie Ausführungen des Autors. Auch der üb* rige Inhalt ber vom Bundesleiter des Reichsbundes für Biologie, Regkerungsrat Dr. ©reite, herausgegebenen Zeitschrift ist wiederum vielseitig unb wertvoll. Wir nennen nur die interessanten Beobachtungen geistiger Leistungen, die Professor We inert, der Direktor des Anthropologischen Instituts Kiel, an Menschenaffen verschiedener zoo- logischer Gärten gemacht hat. Der Gesang eines Gibbon-Pärchens unb der Tanz eines Schimpansen als bewußte selbständige Handlungen sind gewiß bemerkenswerte Feststellungen für die Tatsache, daß Musik und Tanz nicht erst mit der Menschheit begannen. Vorn Gewebebau der Pflanze und ihrer Stammesgeschichte berichtet bie Wiener Dozentin Dr. Elise Hofmann. Interessante Einblicke iit das Leben ber Mauerbienen gewährt uns Richard Bott in einem gut bebilderten Aufsatz^ Manche Anregungen enchalten wieder die „kleinen Beiträge", wir verweisen nur auf die durch das Umsichgreifen ber Silbermvve notwendig werdenden Maßnahmen zum Schutz der Vogelfreistätten gegen diesen schlimmen Eierräuber, worüber Dr*< K. Glasewald berichtet. Alles in allem bietet auch dieses Heft allen Naturfreunden viel des Interessanten. Dr. Fr. W. L. ring hin, dem bekanntlich der Kaufmännische Verein neben Goethebund und NS.-Gemeinschaft ,Zraft durch Freude" angeschlossen ist. Durch diese Vereinigung wird in dem Gießener Vortragswesen eine bedeutende Hebung erfolgen. Am nächsten Montag werden die Darbietungen durch einen Vortrag von Paul Rohrbach über Afrika eröffnet werden. Der stellvertretende Dereinsführer Ludwig G r a - velius dankte Herrn Erle für seine jahrzehntelangen Verdienste, die er sich als Führer des Kaufmännischen Vereins erworben hat, und schloß mit dem Gruß an den Führer die außerordentliche Mitgliederversammlung. Freispruch mangels Beweises. Die Strafkammer Gießen hatte vom 5. bis 12. Dezember 1939 gegen den Robert Otto in Bad- Nauheim wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt und ihn zu 3 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Auf die Revision des Verurteilten an das Reichsgericht hatte dieses die Strafsache zur erneuten Verhandlung an die Straskam- mer Gießen zurückverwresen. Vom 30. April bis 4. Mai 1940 hatte die Gießener Strafkammer erneut gegen Otto verhandelt und ihn wiederum zu 3 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Gegen dieses zweite Urteil hatte der Angeklagte erneut Revision an das Reichsgericht verfolgt mit dem Ergebnis, daß das Reichsgericht das Urteil aufhob und die Sache zur anüerweiten Verhandlung an das Landgericht, Strafkammer Marburg zurückverwies. Dieses Gericht hat nun die Verhandlung m Bad-Nauheim an Ort und Stelle in der Zeit vom 7. bis 9. Oktober stattfinden lassen und ist, nachdem schon der Staatsanwalt entsprechenden Antrag gestellt hatte, zu dem Ergebnis gekommen, daß der Angeklagte mangels Beweises freizusprechen sei. Ortszeit für den 16. Oktober. Sonnenaufgang: 7.53 Uhr, Sonnenuntergang: 18.28 Uhr. — Monduntergang: 7.37 Uhr, Mond- aufgcvng: 18.42 Uhr; Vollmond: 10.15 Uhr. Aus der engeren Heimat. Gauobmann Becker in Lich. 3 Lich, 14. Okt. Am Montagmittag fand in dem schönen und mit Grün festlich ausgeschmückten Gefolgschaftsraum der Brauerei Jhring- Melchior ein Betriebsapp ell statt. Nach der Eröffnung durch den stellvertretenden Betriebsführer, Dipl.-Brauerei-Jng. Braumeister Gg. Maid- Hoff, sprach der Gauobmann der DAF., Pg. Becker (Frankfurt a. M.). Er betonte, wenn ein Volk für sein Schicksal reif geworden sei, finde es meist auch den richtigen Führer. Das deutsche Volk habe lange gebraucht, bis es aus der Zersplitterung von Stämmen und Parteien zu dieser großen Volks- gemeinschaift durch die Tat des Führers zusammen- aeschweißt worden sei. Sowohl die große Gemeinschaft des Volkes, wie auch die Betriebsgemeinschaft gründe sich auf das Gefühl der Zusammengehörigkeit, wie es am schönsten und reinsten bisher in der kleinsten Gemeinschaftszelle, der Familie, zutage trete. Dazu gehöre aber die Besinnung jedes einzelnen auf die in diesem Zusammengehörigkeitsgefühl schlummernden Kräfte. Disziplin, Treue und Pflichtgefühl müßten wieder an oberster Stelle stehen, die Haltung jedes einzelnen müsse eine soldatische sein. Dann könne sich das deutsche Volk mit Recht das Herrenvolk der Erde nennen, zu dem es schon rein blutsmäßig berufen sei. Dann fei es auch imstande, die große Aufgabe zu erfüllen, die ihm vom Schicksal übertragen worden sei, nämlich Trä- aer einer neuen geschichtsbildenden Kraft, des deutschen Sozialismus, zu fein. Mit dem Treugelöbnis für die Betriebsgemeinschaft, jederzeit auch in der inneren Front ihren Mann zu stehen, schloß der stelloerttäende Betriebsführer die Feierstunde. Landkreis Gießen. * Lollar, 14. Okt. Kameraden der Krieger- kameradschaften Lollar und Daubrin- g e n trafen sich an den beiden letzten Sonntagen wieder, um in bester Kameradschaft mit Kleinkaliber ein Vergleichsschießen durchzuführen. Ihre Leistungen des letzten Sommers sollten durch Herausschießen zweier Plaketten gemessen werden. Ihre Schießleiftungen stehen auf gleicher Höhe. Die eine Plakette mürbe durch Kameraden der Krie- aerkamerad schäft Daubringen geschossen. Bester Schütze war Kamerad Karl Klöß. Er schoß mit 10 Schuß liegend freihändig auf 50 m Entfernung 103 Ringe. Die andere Plakette ging in den Besitz von Kameraden der Kriegerkameradschaft Lollar über. Ihr bester Schütze war Kamerad Willi B o r s ch e l; dieser erreichte unter den gleichen Bedingungen 107 Ringe. Zum Abschluß wurden noch 5 Ehrenscheiben herausgeschossen. Zwei hiervon wurden von Kamerad Fritz Si e rau (Daubringen), und je eine von den Kameraden Ludwig Reinhard (Daubringen), Willi B o r s ch e l und Marttn T a ub e r t (Lollar) geschossen. # Staufenberg, 14. Oktober. Der Hauptfeldwebel Ludwig D i e r a u von hier, der bei einem Jagdgeschwader im Felde steht, wurde durch die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern ausgezeichnet. # Mainzlar, 14.Okt. Der Flieger Wilhelm Günther von hier, zur Zeit auf einer Flugzeugführerschule, wurde zum Gefreiten befördert. — Riesenkürbisse konnten hiesige Einwohner als willkommene Ernte heimbringen. Einer der Kürbisse wog 32,5 kg, der andere 28 kg. Ein Gartenbesitzer erntete eine gelbe Möhre im ansehnlichen Gewicht von 800 Gramm. * Daubringen, 14. Okt. Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde der Obergefreite Heinrich Siebert von hier, Hauptstraße 4, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Siebert befindet sich gegenwärtig noch in Lazarettbehandlung, um von einer vor Paris erlittenen Verwundung geheilt zu werden. * Allend orf (Lahn), 14. Okt. Der Gefreite Helmuth V i e h m a n n von hier, Obergasse 18, der bei einer Fliegertruppe im Felde steht, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz II. Klasse. = Steinbach, 14. Okt. Am Sonntagabend gab ein Musikkorps der Wehrmacht hier ein Konzert zum Besten des Kriegs-WHW. Ein Angehöriger 'des Musikkorps stammt aus Steinbach, und ihm ist es zu verdanken, daß unsere Bevölkerung die Freude dieses Konzertes erlebte. Der Saal der Gastwirtschaft von Görlach war bis zum letzten Platz besetzt. Die vortrefflichen musikalischen Darbietungen wurden mit dankbarem Beifall ausgenommen. Dem Kriegs-WHW. dürfte auch dieses Konzert ein namhafter Beitrag zugeflossen sein. s. Lang-Göns, 15. Okt. Unser ältester männlicher Einwohner, Konrad Johannes Veite, Obergasse, kann am 17. Oktober in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 8 7. Geburtstag begehen. Wir wünschen dem alten Herrn noch einen sonnigen Lebensabend. (D L i ch ,14. Okt. Dem Gefreiten Otto Meyer, Unterstadt 14, wurde das Jnfanterie-Sturmabzeichen verliehen. Schwememarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 14. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 215 Ferkel zum Verkauf ausgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 18 bis 20 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 20 bis-25 RM. pro Stück. Nach schleppendem Handel verblieb geringer Ueb erstand. Die Mariin-Luther-Universität gratuliert einem Hundertjährigen. Lpd. Darmstadt, 14. Okt. Der in Darmstadt wohnende Rektor i. R. Heinrich Busse feierte am 12. Oktober seinen 1,00. Geburtstag. Er hat vom 22. April 1861 bis 29. November 1867 an der Mar- tin-Luther-Unioersität in Halle Philologie studiert. Das Studium hat er nur durch seine Dienstzeit beim früheren Füsilier-Regiment 36 und feine Teilnahme am Krieg von 1864 unterbrochen. Der Jubilar gedenkt mit großer Treue seiner ehemaligen Lehrer uni) Studienkameraden und erinnert sich gern feiner Studienzeit an der Alma mater Halensis. Die Philosophische Fakultät der Universität Halle hat den Jubilar durch ein besonderes Glückwunschschreiben zu sein epi hundertsten Geburtstag geehrt. ÖJl.-'fpOTt Der Handballsonntag Mit ihrem erneuten Sieg hat die Mannschaft des Tv. Hörnsheim die Tabellenführung in der Bereichsklasse übernommen. Allerdings folgen die übrigen Mannschaften nur mit kurzem Abstand. Bemerkenswert ist, daß bis heute keine Einheit mehr ohne Punktverlust ist Die Ergebnisse: Tv. Hochelheim — Tv. Garbenheim 13:3 (8:1) Tv. Hörnsheim — Tv. Katzenfurt 11:8 (3:3) Mtv. Gießen — Tv. Dornholzhausen 5:7 (2:3). Tv. Kirch-Göns — Tv. Lützellinden 11:9 (6:5). Für die größte Ueberraschung des Tages sorgte der Tv. Garbenheim. Er ließ sich in Hochelheim buchstäblich überfahren. Woran das lag, ist nicht erklärlich. Es mag sein, daß die Gastgeber über sich elbft hinauswuchsen und ein ausgezeichnetes Spiel beten. Immerhin hätte man darauf sehen müssen, daß der Ueberrumpelungsversuch der Hochelheimer vermieden worden wäre. Der Kampf in Hörnsheim konnte nur in der zweiten Halbzeit befriedigen, und zwar zu dem Zeitpunkt, als die Einheimischen das Kommando übernahmen. Vorher war — bei beiderseitig mäßigen Leistungen — Katzenfurt die bessere Mannschaft und hätte den Vorsprung unbedingt weiter ausbauen müssen. Dornholzhausen konnte auch diesmal wiöder gefallen. Die Mannschaft hat einen ausgezeichneten Sturm, diesmal aber einen noch besseren Torwart, dem einzig und allein der Sieg zu danken ist. Gießen zeigte sich von der besten Seite und lieferte trotz der Mederlage ein ansprechendes Spiel. Auch Lützellinden fiel durch seine anständige Spielweise in Kirch^Göns angenehm auf. Das Spiel war ausgeglichen, beide Mannschaften zeigten sich von ihrer besten Seite, das knappe Ergebnis entspricht vollkommen dem Spielverlauf. To. Krofdorf — Tuspo W. Niedergirmes 11:9 (3:6) To. Lang-Göns — Tv. Garbenheim II 11:4 (5:3) Tv. Ätzbach — Tv. Großen-Linden 17:4 (6:1) Tv. Lich — Tv. Klein-Linden, Kl.-L. nicht angetr. Tv. Beuern — Tv. Garbenteich 3:6 abgebr. Trotzdem Niedergirmes in Krofdorf bei Halbzeit klar in Führung lag, mußte sich die Mannschaft zum Schluß — nach beiderseitig hervorragenden Leistungen — knapp geschlagen bekennen. Garbenheim war dem Können der Gastgeber nicht gewachsen. Es unterlag deshalb verdient. Großen-Linden entwickelte in Atzbach außerordentliches Schußpech und kam so nicht, ganz mit. Im übrigen hat die Mannschaft auch diesmal wieder gut geftcklen können. Beim dritten Fall — den sich Klein-Linden leistet — wird der Verein mit sämtlichen Mannschaften gesperrt. lieber den Spielabbruch in Beuern liegen Einzelheiten noch nicht vor. 3ugetibfpide: Bann 116. W.-Steinberg — Tv. Wieseck 19:2 (6:1) To. Lich —। Tv. Hausen 7:3 (2:2) Tv. Heuchelheim — Spogg. 1900 Gießen 6:12 (4:8) To. Grüningen — Tv. Holzheim 6:6 (3:2) Tv. Lang^Göns — Mtv. Gießen II G. n. angetr. Lugendfußball der Sp.-Bg. 1900. Spogg. 1900 1. 3gd. — Heuchelheim 1.3gb. 2:3 (0:1). Die 1. Jugendmannschaft der Spieloereinigung 1900 bestritt am Sonntag ihr erstes Spiel um die Bannmeisterschaft 1940/41 gegen die Jugendmann- fchast des Tv. Heuchelheim. Die Blau-Weißen, die auf eine körperlich überlegene Mannschaft trafen, mußten eine knappe Mederlage hinnehmen, obwohl sie dem Gegner zeitweife überlegen waren. Die Blau-Weißen begannen das Spiel mit schnellen Angriffen, die an der Verteidigung der Blau- weißen scheiterten. Dann kamen die 1900er mehr auf und konnten, mit dem Wind zum Bundesgenossen, bis zur Halbzeit das Spiel überlegen gestalten. Bei einem Gegenangriff kamen die Heuchelheimer zum Führungstreffer, an dem sich bis zur Halbzeit nichts mehr änderte. Nach dem Wechsel sah man zunächst verteiltes Feldspiel. Bei einem Durchstoß der Blau-Weißen verursachte der linke Verteidiger Heuchelheims einen Handelfmeter, der sicher verwandelt wurde. Bei wiederholten Angriffen konnte 1900 durch feinen Rechtsaußen den längst verdienten Ausgleich erzielen. Kurz vor Schluß kam Heuchelheim zum Siegestor. So endete das jederzeit ritterlich durchgeführte Spiel 3:2 für Heuchelheim. Die Blau-Weißen, die mit drei Mann Ersatz antraten, konnten jederzeit gefallen. Während der Tormann, die Verteidigung und auch die Läuferreihe stets auf dem Posten waren, vergaß der Sturm teilweise das Schießen. Fußball der Lugend im BfB -N Spgb. Großen-Buseck 3gb. — BfB.-B. 3gb. 3:3 (2:1). Die Jungens des VfB.-R. traten am Sonntag zu ihrem ersten Bannmeisterschaftsspiel in Großen- Buseck an. Obwohl sie nur mit 10 Mann das Spiel bestritten, konnten sie in den ersten zehn Minuten schon 1:0 in Führung gehen. Aber bald darauf holten die körperlich überlegenen Gegner auf. Bis zur Halbzeit gelang es den Großen-Dufeckern, sogar in Führung zu gehen. Nach Wiederanpfiff brachten die VfB.-R. schöne Angriffe vor das gegnerische Tor und konnten dadurch den Ausgleich erzwingen. Kurz darauf errangen sie wieder ein Tor. Die Großen- Busecker hatten das Glück, noch in den letzten zwei Minuten den Ausgleich zu erzwingen. Z.-Sp.-Ä. 1926 Steinbach. Steinbach I — Daubringen I 5:4 (1:4). Am Sonntag empfing die 1. Mannschaft von Steinbach die gleiche Mannschaft von Daubringen zu einem Gesellschaftsspiel. Daubringen ist eine eifrige und schnelle Mannschaft; dies beweist der Halbzeitstand von 1:4 für Daubringen. Nach der Halbzeit wendete sich das Spiel vollkommen, denn außer vier bis fünf Durchbrüchen der Gäste spielte jetzt der Gastgeber weit überlegen nur in des Gegners Hälfte. Kurz nach der Halbzett machte ein Spieler der Gäste im (Strafraum Hand, der verhängte Elfmeter wurde von Mittelstürmer Deuker sicher verwandelt. Bald darauf war es der Halbrechte Kemmler, der das Resultat auf 3:4 verbesserte. Die Gäste versuchten noch einmal, sich durchzusetzen, aber die Hintermannschaft von Steinbach machte die Angriffe des Gastes zunichte. Kurz vor Schluß zog der Gastgeber noch einmal auf das Gästetor los, und hier war es der Rechtsaußen Schreiner, der das fiegbringenbe Tor durch Kopfball einköpfte. Hessische Schi-Termine. Die großen Schi-Veranstaltungen des Bereichs Hessen sind terminlich bereits festgelegt. Die Be- reichsmeisterschasten in den nordischen Wettbewerben werden zum ersten Male im Habichtswald bei Kassel durchgeführt, ein Beschluß, der in Anbetracht der oerkehrstechnisch günstigen Lage Kassels großen Anklang finden dürfte. Die alpinen Meisterschaften finden wieder in der Rhön statt, während die Dauerlauf-Meistgrschaft im Upland entschieden wird. Von besonderer Bedeutung wird der „Tag des Schilaufs" fein, der als großzügige Werbeveranstaltung an allen Plätzen, die Schisportmöglichkeiten bieten, vorgesehen ist. Der Terminkalender: 2 2. Dezember: Werbeläufe her Vereine oder Kreise in Verbindung mit der HI.; 2 9. Dezember: Werbeläufe der Bezirke in Verbindung mit der HI.; 4./5. Januar: Meisterschaften der Bezirke im Lang- und Sprunglauf; 11./12. Januar: Bereichsmeisterschaften im Lang- und Sprunglauf sowie in der 40-Mlometer-Staffel in Kassel; 2 6. Januar: „Tag des Schilaufs" an allen Wintersportplätzen des Bereichs; 2. Februar: Bereichsmeisterschaften im Tor- und Abfahrtslauf in Gersfeld (Rhön); 16. Februar: Bereichsmeisterschaft im 30-Kilometer°Dauerlauf in Willingen (Upland); 2 3. Februar: Bezirks- Meisterschaften im Abfahrts- und Torlauf. Guter Schützen-Nachwuchs. Bei einem viertägigen Lehrgang der Reichs- leistungsgruppe KK.-Schießen, den die Reichsjugend- füyrung in Zella-Mehlis veranstaltete, wartete der Nachwuchs mit ausgezeichneten Leistungen auf. Der Berliner Hitler junge H ä n tz s ch e l konnte bei einer Serie von 60 Schuß die Bestleistung von Gehmann (Württemberg), die dieser bei der Jugendmeisterschaft in Breslau mit 664 Ringen aufstellte, um sieben Mnge übertreffen. Bei fünfmal je 20 Schuß in den drei Anschlagsarten wurde folgendes Ergebnis erzielt: 1. Hcintzfchel (Berlin) 3342 Ringe, 2. Treiber (Sachsen) 3214 R., 3. Seitz (Schwaben) 3186 R., 4. Voigt (Thüringen) 3184 R., 5. Röhlig (Kurhessen) 3183 R. Mit 30 Schuß stehend fteihän- dig war Koch (Sachsen) mit 310 von 360 Ringen der Beste. 3000Kilometer Liebe Roman von Olly Boeheim 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Na, na, beruhige dich doch, Anni", begütigte Peter. „Na, was denn, laß den ganzen Quatsch sausen. Klar, draußen blühen die ersten Veilchen, da soll man fick überhaupt nicht ärgern. Was? Der Direktor will das ägyptische Bild mit deinem Tanz streichen, weil ihm die Cheopspyramide zu teuer ist?" Peter machte plötzlich einen Luftsprung. „Du, Anni, ich hab's, eine pfundige Idee, fulminanten Einfall, erkläre ich dir in einer halben Stunde bei Kranzler am Kurfürstendamm. Gemacht!" Peter hängte den Hörer ein, machte ein paar tänzerische Verrenkungen mit seinen langen Beinen und sagte sttahlend: „Fräulein, tippen Sie den Text zur Reklamezeichnung B: ,Der neue Baustoff ist solide, hält wie die Cheopspyramide'." — Dann holte er feinen Hut vom Haken und sagte im Hinausgehen: „Bestellen Sie meinem verehrten Herrn Chef — Papa, ich wäre in einer halben Stunde wieder zurück." Als Peter, vergnüglich einen Schlager p fei feilt), das Cafö betrat, saß Anni blaß und verstört an einem Tisch. „Die Gärten sind herausgestellt und täglich schöner wird die Welt" schmetterte Peter Renz mit Stentorstimme. „Wenn du die verflixte Reimerei nicht läßt, gehe ich sofort wieder", sagte Anni, und ihre Augen füllten sich mit Tränen; „ich erwarte Rat und Hilfe von dir, und du beginnst mit deiner albernen Dichterei." „Beleidige mein Gewerbe nicht, Anuschka. Ich bin zu allem bereit. Soll ich deinen Direktor zum Boxkampf fordern, wie früher die Schuljungens, wenn sie dich geärgert hatten?" „Ach, mit dem Direktor habe ich nichts mehr zu tun, Peter. Ich habe ihm den ganzen Krempel vor die Füße geworfen." „Richtig, Anni!" „Du meinst wirklich?" „Klar, meine ich! Nur sich nicht drücken lassen. Er hat dich als Solotänzerin verpflichtet; du warft leider billig, Anni." „Aber Peter, ich bin doch noch Anfängerin." „Aber eine begabte, mein Mädchen, eine verteufelt begabte. Ich habe dir immer gesagt: Auftrumpfe n, auftrumpfen!" „Na, das habe ich jetzt getan, und dafür sitze ich auf der Straße." „Auf einer sonnenbeschienenen Straße, die nach Frühling duftet, neben einem jungen Mann, der dir seit zwanzig Jahren fein Herz zu Füßen legt." Anita mußte wider Willen lachen. „Willst du damit sagen, Peter, daß du mir die erste Liebeserklärung gemacht hast, als du fünf Jahre alt warft?" „Hab ich, Anuschka! Ich stopfte dir meine Geburtstagsschokolade in den Mund, daß du beinah daran erstickt wärst. Wenn das nicht Liebe ist!" Anita rührte in ihrem Kaffee: „Sei mal ernsthaft, Peter, wenn es dir auch schwer fällt. Peter Renz sah seine Jugendgespielin an und erklärte: „Ich kann nicht, Anni! Das Wetter ist zu schön, um ernsthaft zu fein." Anni wurde langsam wütend. „Willst du mir vielleicht sagen, was ich in den nächsten Wochen anfangen soll?" Peter Renz nahm eine Zigarette, steckte sie Anni in den Muird, gab ihr Feuer und erklärte nach kurzem Nachdenken: „Du fährst mit mir nach Schweden!" Anita war allerhand von Peter gewohnt, aber diesmal ging ihr die Zigarette aus. „Was tu ich?" flüsterte sie atemlos. Du fährst mit mir nach Stockholm. Dort sitzt ein gewisser Herr Ohlsen, mit dem mein Dater schriftlich nicht einig werden kann. Folglich schickt er diesem unangenehmen Zeitgenossen seinen geschäfts- tüchtigen Filius auf den Specknacken, und deshalb reife ich in den nächsten Tagen nach Stockholm." Er gab Anni erneut Feuer und weidete sich an ihrer Ueberraschung. „Das ist doch wieder eine deiner verrückten Wol- kenkratzerideen", sagte Anni. „Warum soll ich denn mit?" „Erstens um mir die Reise durch deine Gegenwart zu verschönern." „Mach doch keinen Quatsch —" „Ich bin ganz ernsthaft, Anni, deine Erklärung, daß du mich nur brüderlich liebst und niemals mehr für mich empfinden kannst als freundschaftliche Zuneigung, hält mich nicht ab, mich in deiner Näye glücklich zu fühlen, Anuschka." Eine Pause trat ein, in der die beiden angelegentlich in ihrem Kaffee rührten. „Aber Peter, ich habe dock) nicht soviel Geld, um das teure Billett und den Aufenthalt zu bezahlen." Peter ließ eine weitere eindrucksvolle Pause ver- stteichen, um dann sein überwälttgendes Neuigkeitsgeschoß abzufeuern. „Wir reisen natürlich int Auto", sagte er und zwang sich, möglichst gleichgülttg dabei auszusehen. Anni ließ den Löffel klirrend' auf die Untertasse fallen. „Seit wann hast du denn ein Auto?" stotterte sie fassungslos. „Seit einigen Tagen. Kleiner rassiger Wagen, Zweisitzer, mit Klappe, allerdings nicht mehr ganz neu, sparsam, frißt kaum Benzin, läuft wie ein Vogel. Sache, Anni, Sache! In die Klappe kommt ein Zelt, du hast doch einen Spirituskocher? Na also? Proviant nehme ich von zu Hause mit, schlafen tun wir im Zelt, kochen im Freien, was kann da schon viel passieren?" Anni hörte mit offenem Mund zu. „Du hast den ganzen Winter gearbeitet. Es ist höchste Zeit, daß du mal frischen Wind um deine blasse Nase bekommst, wenn sie auch jetzt vom Heulen etwas gerötet ist." Anni holte hastig ihre Puderdose hervor. „Um Gottes willen, ich muß ja ins Büro zurück. Du weißt, mein alter Herr ist ein gestrenger Chef. Ober, zahlen! Moment mal — tonnst du Samstag früh startbereit sein?" Anita nickte. Sie war noch vollständig verblüftt. „Gemacht, mein Kind, Samstag früh hol ich dich von deiner Wohnung ab. Die Zeit sage ich noch durch. Tjüs! Tjüs!" 2. Kapitel. Anni stand auf ihrem kleinen Balkon. Frühling! Weiß Gott, Peter Renz war doch ein verteufelt netter Kerl. Man konnte sich auf ihn verlassen, obwohl er noch die unmöglichsten Jungenstreiche im Kopf hatte, wie fein Vater behauptete. Anni zupfte gedankenvoll an den ersten kleinen Blättchen des wilden Weins, der sich schüchtern am Balkonkasten emporrankte. Sie gedachte Der Geißblattlaube, in der sie als Kinder zusammen gespielt hatten; damals wohnten ste noch in einem Vorort von Berlin. Als Anni nach dem Vater auch ihre Mutter verloren hatte, wurde das Nachbarhaus ihr zur Heimat. „Meine kleine Tochter" hatte der Fabrikant Renz Anni genannt, und Peter, sein einziger Sohn, warf sich in die schmale Jungenbrust und erklärte: „Anni wird mal meine Frau, was, Paps?" Dann hatte Anni ihr kleines Erbteil im Tanz „verstudiert", wie die Tante, die das junge Mädchen nach dem Tod feiner Eltern betreute, etwas geringschätzig behauptete. Peter war in das Geschäft feines Vaters eingetreten; ihre Wege gingen auseinander, aber die alte Kinderfreundschaft blieb bestehen, und auch Peters ftiller Wunsch, fein Knabenversprechen in Wirklichkeit umzusetzen, war im Laufe der Jahre nicht verblaßt. Anni dachte nicht ans Heiraten. Ähre Kunst, die sie sehr ernst nahm, machte sie glücklich, füllte sie ganz aus. „Ich glaube an dich, weil du vom Tanzen besessen bi ft", pflegte Peter Renz zu sagen: „Du wirst es schon schaffen! Einmal im Leben bekommt jeder das große Sprungbrett vom lieben Gott unter die Füße geschoben, dann heißt es los und kopfüber hinein in den brausenden Strom." Bis jetzt allerdings hatte Anni noch keine Gelegenheit gehabt, abzuspringen. Nach Beendigung ihrer Ausbildungszeit fand sie ein paar kleinere Engagements, und da sie es ablehnte, in Kabaretts und Nachtlokalen zu tanzen, war der Kampf um ihre Existenz nicht einfach. Anni sah auf die Uhr. Peter Renz war sonst die Pünktlichkeit selbst. Sie wollte sich auf alle Fälle fertig machen. Als sie ihren Mantel anzog, klingelte es. Peter, sttahlend wie der lachende Frühlingstag, stand mit einem Veilchensträußchen vor der Tür. Anni fiel ihm um den Hals: „Peter, du bist ein Mordskerl; ein wahrer Jammer, daß ich mich nicht in dich verlieben kann." „Vielleicht versuchst du es noch einmal, Anni?" Anni schüttelte lachend^ den Kopf. „Also los! Hast du den Kocher, die Thermosflasche, Schlafdecke? Alles, was zur Expedition erforderlich ist? ,Onkel Franz' steht unten r „Um Gottes willen — fährt der alte Herr auch mit?" „Nein", lachte Peter, „ich habe meinen Wagen nach ihm getauft, weil er ihn mir so halb und halb geschenkt hat." (Fortsetzung folgt)