Donnerstag. 15. August 1940 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer biS8'/,Uhr des Bormittags Anzeigen-Vreife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr gcrnfüre*qttfcfeluü 2251 Druck und Verlag: Drabtanschnft: „Anzeiger" » Postscheck11686^rankf^M. vrühlscheuniverMatrdruckerei«. Lauge Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 190.Jahrgang Ur. 192 ä Dom Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen -iehen^chulstratze 7-9 Neue schwere Verluste der britischen Lustwaffe. Hafenanlagen und Klugplätze erneut unter deutschen Bombenangriffen.—Deutsches Ll-Boot , meldet Versenkung von 41641BRT. - Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch. Berlin, 14. Aug. (SJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Fliegerverbände griffen am 13. August die Hafen- und Kaianlagen in Wallfend. Hartlepool, Bournemouth und Plymouth, R ü ftungswerke in Exeter und Bristol sowie Grohtanklager in Rorth Killingham wirksam mit Bomben an. 3m Kanal und in der Themse-Mündung gelang es, zwei Vorpostenboote und zwei Handelsschiffe mit 15 000 BRT. zu versenken. Wei- ter belegten Kampfflugzeuge die Flughäfen von East Lhurch, Detling, Farnborough, Andover, Odiham und Middle Wallop mit Bomben, zerstörten zahlreiche hallen und Unterkünfte, Oellager und Werften und vernichteten eine größere Anzahl von Flugzeugen am Boden. Bei den Angriffen im Kanal und auf England kam es zu zahlreichen heftigen Luftkämpfen, in deren Verlauf 74 feindliche Flugzeuge vernichtet wurden. 3m Laufe des Tages versuchten britische Flugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim, die dänische Stadl Aalborg anzugreifen. 3äger und Flak- ddillerie zwangen den Feind schon vorher zur Umkehr und schossen 16 von 23 Angreifern ab. Feindliche Bombenwürfe in der Rächt zum 14. August richteten nennenswerten Schaden nirgends an. Die gestrigen Gesamtverluste des Feindes betragen 132 Flugzeuge und 12 Sperrballone, davon wurden 89 Flugzeuge im Luftkampf, 43 am Boden und durch Flakartillerie zerstört. 28 deutsche Flugzeuge werden vermißt. Ein U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant S a l m a n meldet die Versenkung von 41611 B R T.» darunter einen britischen Hilfskreuzer von 11 400 BRT. Teile einer deutschen Unterseebo ots- 3agdflottille trafen in der Nordsee auf mehrere britische Zerstörer, die sich trotz ihrer Ueberlegenheit nach kurzem Gefecht im unsichtigen Detter zurückzogen. Unsere Boote führten ihre Aufgaben unbehindert weiter durch. Das Hexen-Einmaleins. Äon unserer Berliner Schristleitung. Die deutschen OK W. -Berichte, seit Kriegsbeginn durch ihre absolute Zuverlässigkeit selbst bei den Zeitungen anerkannt, die feindlichem Kapital erlegen sind und demgemäß die Lügenmeldungen aus Churchills Giftküche veröffentlichen müssen, haben die Verluste der englischen Luftflotte folgendermaßen registriert: am vergangenen Donnerstag 51 Flugzeuge, ferner 12 Ballons, am Sonntag 93 Flugzeuge, 8 Ballons, am Montag 92 Flugzeuge, 2 Ballons, am Dienstag 132 Flugzeuge und 12 Sperrballons. Diesen Verlusten von 368 Flugzeugen und 34 Sperrballons gegenüber verloren mir nur 76 Flugzeuge. Das ist die Wahrheit. Wenn die Briten versuchen, das Verhältnis genau umzukehren, dann wird sich schon nach einiger Zett erweisen, wer wieder einmal gelogen hat, denn solche Verluste kann das in die Verteidigung gedrängte England, dessen Küsten zum Festland eine wahre Feuerhölle geworden sind, dessen Oeltanks, Magazine, Dockanlagen, Flugplätze, Flughäfen und Schiffe tagtäglich im Bombenhagel dahinschwinden, nicht auf die Dauer aushalten. Wir und die Nationen anderer Zunge kennen die britische Taktik des Ableugnens und Verkleinerns, des Verfälschens, der englischen Papiersiege und der „glorreichen" Rückzüge aus zahlreichen Beispielen zu genau, um uns durch ein solches Feuerwerk der Verzweiflung über die Nacht Hinwegtäuschen zu lassen, die auf die englische Weltplutokratie von gestern niedersinkt. Nur ein Wunder, so hat der Militär- und Luftfahrtsachverständige eines Pressekonzerns der USA., A l Williams, erklärt, könne jetzt England retten, eine Niederlage verhindern. Das Wunder kommt nicht, die deutschen Schläge fallen in immer dichterer Folge auf den englischen Amboß, und mit verbissener Wut sieht^der Brite, wie sich sein Geschick vollzieht. Die ganze Welt weiß jetzt, daß England diesen fortdauernden deutschen Luftangriffen nicht gewachsen ist- Es handelt sich dabei nicht um die von den Engländern täglich befürchtete Offensive, sondern um ein konzentriertes und ständiges Anstürmen gegen die in die Defensive gedrängte englische Macht zu Wasser und zu Lande, um einen Fortgang der unablässigen Zermürbung des Gegners, bis er den Atem verliert. Systematisch greifen unsere Flieger alles an, was England an Verteidigungsanlagen errichtete, und zwar im Zusammenhang mit der Zermürbung seiner Luftwaffe. Die „Times" ist schon etwas kleinlaut, wenn sie schreibt, die deutsche Aktivität in der Luft fei wohl mit der italienischen Aktivität in Afrika gleichlaufend, und selbst der Luft- fahrtsachverständige des Reuterbüros meint: „Die britische Luftwaffe ist sich bewußt, daß die neue Welle der Luftangriffe auf Großbritannien, die am vorigen Donnerstag begann, immer noch nicht diejenige Wucht erzielt hat, die der Blitzkrieg Deutschlands besitzt." Es ist ein kümmerlicher Trost, wenn die englischen amtlichen Stellen davon fabeln, diese deutschen Angriffe hätten nur Golfplätze ober sonstige wilde Landschaften mit ihren Bomben getroffen und ein zehnstündiges Bombardement des größten Kriegshafens von England, Portsmouth, habe überhaupt keine Schäden verursacht. Wir kennen diese Weise, aber das Britenoolk wird, genau wie die Franzosen, zu spät erkennen, wohin es am Krückstock der Lügen geführt wurde. Und es ist doch auch nur eine erbärmliche Fata Morgana, die das konservative Hauptblatt, der „Daily Telegraph", seinen Lesern vorgaukelt, wenn er schreibt, neutrale Diplomaten seien angeblich verblüfft über die geringen Erfolge der deutschen Luftangriffe und begeistert von den Siegen der englischen Luftwaffe. Mit solchen Verdummungsversuchen soll das englische Volk, soweit es nicht im Feuergürtel der deutschen Angriffe wohnt, eingeschläfert werden, während Englands lebenswichtigster Teil schon in Brand steht! Ebenso wird jetzt erzählt, in Albanien hätten sich die Bewohner empört, im unbesetzten Frankreich sei ein Aufstand ausgebrochen, die Nazityrannen ernteten, was sie gesät. Das ist das Hexen-Einmaleins, mit dem Churchill auch seine Schiffs- und Flugzeug- verlufte wegzaubert, um an ihre Stelle große Siege und Gewinne aus dem Nichts entstehen zu lassen, das ist dieselbe Methode, nach der sich zu Beginn des Krieges die Tschechen erhoben, die Ostmärker revoltiert haben sollten, bis Narvik, von den Ostmärkern verteidigt, den Engländern die Quittung für diese dummen Lügen verabfolgte. Wahrlich, die Briten werden genau so genasführt und belogen, wie die Franzosen pluto-demokratisch regiert wurden, bis — das bittere Erwachen auch für sie kommen wird. E. S. Am Mittwoch bislang 22 Jagdflugzeuge abgeschoffen. Erfolgreiche Kainpfhandlungen trotz schlechten Wetters. Berlin, 14. Aug. (DBB.) Die Luftkampshandlungen des heutigen Tagös litten unter dem Einfluß des schlechten Wetters. Wie das DRB. erfährt, waren daher nur wenige deutsche Verbände eingesetzt. Bei Durchführung ihrer Aufgaben, die sich in erster Linie auf bewaffnete Aufklärung über dem Kanal und auf Vernichtung von Ballonsperren an der Südostküste Englands erstreckten, kam es an mehreren Stellen zu heftigen Luftkämpfen, bei -denen sich der Gegner zäh zur Wehr setzte. Rach bisher vorliegenden Meldungen wurden hierbei über der Grafschaft Kent 22 britische Jagdflugzeug e, in der Mehrzahl vom Muster Spitfire, a b - geschossen, während nur fünf deutsche Messerschmitt-Flugzeuge verlorengingen. HARWICH »PEMBROKE SCILiy-7. .DIEPPEi LE HAVRE; .CHERBOURG GUERNESEV1 SWANSEA XNEWPORT 9 i nwnnM southew^^ ? BRISTOL LUNÜUN e | r -X 1* C T. X CHATHAM SOUTHAMPTON Die Pfeile geben keine Flugrichtungen an, sondern sollen eine Vorstellung vermitteln von den Entfernungen zwischen der französischen Küste und den in den deutschen Wehrmachtsberichten der letzten Zeit genannten Orten in England. — (Zeichnung von Eigener. — Scherl-M.) Hilferuf aus der Rüstungsindustrie Südwest-Englands. Keine Nutze vor deutschen Angriffen. - NapiderZiückgang der Arbeitsleistungen. Neuyork, 14. Aug. (DNB.) Nach einem Bericht des „World-Union-Preß"-Korrespondenten aus London will der Leiter des Verteidigungsbezirks Süd- westenglands, Colonel W. A m b r o f e, eine dringende Eingabe an das Kriegsministerium in London gerichtet haben, die sich mit den Folgen der Konzentration deutscher Luftangriffe in den letzten acht Tagen besaßt. Der Colonel bittet darin um die sofortige Ermächtigung, die mit großen Teilen der Bevölkerung durchgeführte Fallschirmabwehr- unb Verteibigungskurse abbrechen zu bürfen, um eine bevorzugte Versorgung bes Bezirks Sübwest mit Flakersatzteilen und neuem Flakmaterial, um mindestens verdoppel- ten Jagdschutz und die Abkommandierung von Nachtjägern, die gerade in diesen besonders betroffenen Bezirken überhaupt nicht in Aktion getreten seien, um das von London bereits mehrfach zugesagte Erfatzmaterial für Ballonsperren. Der Bericht bittet ferner um die Uebermeifung von arbeitslos gewordenen Bergarbeitern aus Wales in die Rüstungsbetriebe des Bezirks Südwest. Die Rüstungsarbeiter hätten durchschnittlich zehn Stunden am Tage zu arbeiten. Ihre Arbeitszeit werde nahezu pausenlos vom Heulen der Alarmfirenen begleitet. Sie dürften ihre Arbeitsplätze jedoch während der dicht aufeinanderfolgenden Alarme nicht verlassen. Zu Hause aber müßten die Arbeiter bei jedem Alarm in die Luftschutzkeller, so daß sie in der letzten Woche in keiner Nacht mehr als sechs Stunden Ruhe gefunden hätten. „Die Menschen", so heißt es in dem Bericht, „sehen blaß aus, haben rotgeränderte Augen und eine schlaffe Haltung. Die Ärbettsleiftungen gehen stark zurück. Die Arbeitslust ist auf einem bisher nicht dagewesenen Tiefpunkt angelangt. In einem Werk.haben sich 18 Prozent, in einem anderen 23 Prozent der Belegschaft krank gemeldet. Es ist in vielen Fällen sicher, daß die „Kranken" einfach d i e Nervenverloren haben und geflohen sind. Sehr schädlich macht sich jetzt die Tatsache bemerkbar, daß die Evakuierung der abkömmlichen Zivilbevölkerung nicht planmäßig durchgeführt worden ist. Die Tränen der Frauen, die Angst der Kinder, die Weltuntergangsstimmung der Alten und die Verstimmung der Familienväter drückt neben der unmittelbaren Wirkung der im Nonstop anrollenden deutschen Luftangrifte bis zur Unerträasichkeit auf die an sich sehr feste Stimmung der Arbeiter und Angestellten." „Jedes normale Leben unmöglich gemacht." Stockholm, 15. Aug. (Europapreß.) Wie die Blätter berichten, kann in den Städten an der englischen Südküste wie Dover, Portsmouth, Weymouth und Portland nicht mehr von einem normalen Leben gesprochen werden. Ununterbrochen höre man das Heulen deutscher Flugzeuge, das Pfeifen von Maschinengewehrkugeln und das Krepieren von Bomben und Flakgranaten. Wer nicht aus militärischen Gründen in den Städten Zurückbleiben mußte, habe die Stadt schon seit langem verlassen. Die zurückgebliebenen Leute seien so eingeschüchtert, daß sie, wenn die Angriffe vorübergehend aussetzten, vorsichtig an den Häuserfronten entlanggingen, in die Wolken schauten und gefaßt feien, jede Minute in einen Luftschutzkeller zu springen. Die gleiche Situation herrsche in den kleinen Landstädten. Die Minderleistungen der englischen Kriegs - Industrie beunruhigen die Sachkenner der englischen Presse und je stärker die deutschen Angriffe gegen die militärischen Ziele in Süd- und Osteng- lanb werden, um so mehr merkt man, wie unterlegen England auf dem Gebiete der industriellen Produktion ist. Aus diesem Grunde richten ,Laily Herald" und „News Chronicle" Hilfeschreie an die zuständigen Ministerien und verlangen, daß man Luftwaffe und Kriegsflotte. Englands Flotte ist gefürchtet. Ihr Ruf schreibt sich aus den Tagen Napoleons her und wurde in zahlreichen Kolonialaktionen bestätigt. Warum ist Englands Flotte gefürchtet? Die' Seemacht war kriegstechnifch bis in unsere Tage der Landmacht überlegen. Die Flotte hat den Vorteil, daß der Landgegner nicht weiß, woher sie kommt und wohin sie geht. Schon zur Zeit des Segelschiffes, noch mehr nach Erfindung der Dampfmaschine konnte die Flotte weite Strecken in ununterbrochener Tag- und Nachtfahrt zurücklegen und erhebliche Mengen von Truppen und schwerem Kriegsmaterial mit sich führen. Der Landgegner verlor sie aus der Sicht und mußte längs feiner ganzen Küste, wo sich halbwegs güy- ftiae Hafenverhältnisse fanden, auf einen Heber» raschungsangriff vorbereitet fein. In dieser klassischen Zeit der Seemacht wurde die Flotte auch stets offensiv eingesetzt, um sich den „Vorteil der Initiative", also: die Vorhand in der taktischen Operation unter Ausnutzung des Ueberrafchungsmomen- tes zu sichern. Diese Begriffsbestimmung der klassischen Seekriegführung ist der Kompaß, an den wir uns halten. An ihm lesen wir ab, daß der Einsatz der englischen Flotte während des Weltkrieges schon durch andere Faktoren mitbestimmt wurde. Im Weltkrieg übte England die Fernblockade aus und entwickelte den Gedanken der Schonung der Flotte. Damals kam das Wort auf, daß „The Fleet in being“ — d i e bloße Existenz der Flotte — genüge, um den Gegner niederzuzwingen. Sehen wir näher zu, fo war das Überraschungsmoment als die Voraussetzung des offensiven Einsatzes der Flotte zu einem sehr erheblichen Teil abgeglitten auf d i e U-Boot-Macht Deutschland, während zu gleicher Zeit die Schlachtschiffe als Rückgrat der englischen Flotte sich auf sehr wenige, sehr kostspielige und starke Einheiten beschränkten. Die Seeschlacht vom Skagerrak erscheint in diesem weitgespannten kriegsgeschichtlichen Rahmen nur als eine (von der englischen Seekriegführung nicht gewollte) Episode. Nun aber tauchen unsere Flieger auf: Sie sind viel schneller als die englische Flotte. Sie sind viel zahlreicher als alle englischen Flotteneinheiten zusammengenommen. Sie übersehen aus der Luft ein viel größeres Gebiet, als es vom höchsten Mastturm aus möglich ist. Und sie können Schlechtwetterzonen besonderer Art umfliegen oder aufsuchen, je nach ihrem eigenen Belieben. Das Überraschungsmoment, jene wesentliche Voraussetzung des offensiven Einsatzes der Flotte, ist gänzlich auf die deutsche Luftwaffe übergegangen. Diese Entwicklung zeichnete sich mit leuchtender Klarheit beim Norwegen-Unternehmen ab und ihr Eindruck verschärft sich mit jedem Tag, der kommt. Heute ist es tatsächlich so, daß das Ueberra- schungsmoment, die Initiative, die Vorhand in der Bestimmung des Angriffsziels und der oftensive Einsatz in feiner Gesamtheit gänzlich auf die deutsche Luftwaffe übergegangen ist und daß sich England mit der „bloßen Existenz seiner Flotte" nichts kaufen kann. Die Libellen und Mücken der Lust suchen sich täglich ein neues Angriffsziel. Der Eng- alles tue, um die Leistungskapazität bis zum letzten auszunutzen. „News Chronicle", das Blatt der Liberalen, schreibt: „Es ist hoffnungslos zu glauben, daß wir Deutschland mit etwas geringerem schlagen könnten als mit einer Kriegsindustrie, die bis zum äußersten angespannt ist." Der „Daily Herald", das Blatt der Ladour-Party, erklärt, der Schlüssel zum Sieg liege i n der Z u - fuhr, in der Zufuhr und immer wieder in der Zufuhr. Wir müssen mehr Flugzeuge bauen, mehr Munition Herstellen, die Ausrüstung der Soldaten vervollkommnen und den Schiffsbau steigern. Die Arbeiter in den Fabriken tun alles, was sie können, was aber tun die Arbeitgeber und die Jndustrie- organifationen?" Der Leiter der amtlichen Kampagne zur Erhöhung der Spareinlagen, Sir Robert Kmdersley, wiederholt ständig feine Angriffe auf die britischen Industriellen, die sich weigern, die Anleihen zu zeichnen. — Die „Daily Mail" bezeichnet diese Kreise der britischen Industrie als „Geschäftsleute der Midlands und des Nordens, die an ihrer eigenen Gewinn- und Verlustrechnung mehr interessiert sind, als an den Notwendigkeiten des Vaterlandes." Im ganzen britischen Empire wird mit großer Hartnäckigkeit und unter Anwendung moralischen Druckes an den Spendegeist aller Bevölkerungsschichten appelliert; immer mehr „freiwillige" Sammlungen werden organisiert, es ist erstaunlich, welche Findigkeit bei der Eröffnung neuer Mittel und Wege entwickelt wird. In Städten werden Sammlungen für ein oder mehrere Kampf - oder Jagdflugzeuge veranstaltet. In den Kronkolonien wird bie eingeborenere- völkerung dazu angehalten, von ihren bescheidenen Löhnen zu einem Spitfire-Flugzeug oder einer Staffel Hurricanes beizutragen. Berufsgruppen, Betriebe müssen wohl oder übel das Geld für „ihr" Flugzeug zusammenbringen. Vielfach wird bei den Sammlungen die Hilfe der Frauen in Anspruch genommen. Die Gattin eines englischen Fliegeroffiziers, Frau Dorothy A. Clark, hat an alle Mädchen und Frauen,' die den Namen Dorothy tragen, einen Appell gerichtet, in dem diese aufgefordert werden, sich an dem „Dorothy-Fonds" zu beteiligen. Die mit Hilfe dieses Fonds aufgebrachten Beträge sollen dann zum Ankauf eines Kampfflugzeuges verwendet werden. Man rechnet dabei mit der Eitelkeit aller englischen Dorothys, denn die mit dem Erlös dieser Sammlung erworbene Maschine soll den Namen „D o r o t h y - S p i t f i r e" tragen. Außerdem hofft man, dadurch den Ehrgeiz der Marys, Margarets ufw. und den Wunsch nach einem mit ihrem Namen getauften Flugzeug zu wecken. Sind erst einmal glücklich alle nur in Frage kommenden Namen absolviert, wird man wohl einen neuen Dreh für den Ausbau der britischen Luftwaffe finden. land er ist gezwungen, sich längs seiner rund 3500 Kilometer langen Küste an jedem Nervenpunkt gleich stark zu machen, meil er an jedem einzelnen Nervenpuntt den deutschen Fliegerangriff ermatten muß. Er weiß nicht, von wannen er kommt. Er hat das Gesetz des Handelns verloren. Die Df- fensivkrast der deutschen Luftwaffe übertrifft so völlig die Offensivmöglichkeit der englischen Flotte, daß man von ihr überhaupt nichts mehr hört. Don amerikanischer Seite ist neulich das drastische Bild gebraucht worden, daß die englischen Schlachtschiffe besser täten, sich in die Mündung des St. Lorenz- Stromes in Kanada zu begeben, als in den engen Nordsee Häfen chre Versenkung zu erwarten. Das ist ein richtiaer Gedanke, mit amerikanischer Uebertreibung zugespitzt. Man braucht aber diesen Tatbestand, der revolutionär von Grund auf ist, nicht zu übertreiben. In dem Abschlußbericht über das Norwegen-Unternehmen ist die einfache und in ihrer Einfachheit schon große Wahrheit mit schlichten Worten herausgestellt worden: „Sie deutsche Luftwaffe hat den für die zukünftige Entwicklung entscheidenden Beweis erbracht, daß keine noch so nahe Flotte im nahen Wirkungskreis einer überlegenen feindlichen Luftwaffe auf die Dauer operieren kann." Wohl verstanden: die Flotte wird in vielen und sehr wichtigen Sonderbeziehungen nicht überflüssig, wie gerade der Einsatz der deutschen Kriegsmarine in Norwegen dargetan hat; allein der spezifische, überraschende Offensivstoß ist doch auf die Luftwaffe übergegangen. Wenn man aus einem etwas hinkenden Vergleich das berühmte Körnchen Salz herausschmeckt, so kann man sagen, daß heute die Luftherrschaft die Seeherrschaft im nahen Raum bedingt, daß aber der Flotteneinsatz diese Seeherrschaft etwa in der Art sichert und festhält, wie Infanterie und Artillerie auf dem Lande den Raum sichern und feschalten, den Lust- unb Panzerwaffe gewinnen. Unendlich verschärft wird diese wahchaft großartige Entwicklung durch die Lahmlegung der Häfen und Stützpunkte, die für die feindliche Flotte lebenswichtig sind. Man hat in diesen Tagen das Wort gebraucht, daß die deutsche Luftwaffe die englischen Kriegshäfen und Industriezentren „abgeharkt" habe. Das fft ein sehr anschaulicher Ausdruck, rein sprachlich gesehen; die Engländer empfinden diese Tätigkeit der deutschen Luftwaffe viel weniger als schönes Wortbild denn als überaus schmerzlichen Tatbestand. Und ihre Flotte? Sie steckt „irgendwo i n England". Dr. Ho. Warum gerade Aalborg? Dänische Augenzeugenberichte des englischen Luftangriffs. Kopenhagen, 14. Aug. (Europapreß.) Wie in allen Fällen englischer Bombenangriffe auf dänisches Gebiet sind auch bei dem bisher größten Angriff auf Aalborg keinerlei militärische Anlagen veschädigt worden. Dagegen ist wiederum eine Reihe von dänischen Zivilisten verletzt und ein Arbeiter getötet worden. Die Kopenhagener Presse bewundert die ungeheure Genauigkeit, mit welcher die deutsche Abwehr beim Erscheinen der Engländer in Tätigkeit trat, und den Wagemut-der deuffchen Jäger, wie auch die Zusammenarbeit von Bodenbatte- rien und Jagdflugzeugen. „Als der erste Schutz der Flaks gelöst wurde", so schreibt „Berlinaske Ti- dendes" Lokalkorrespondent tn Aalborg, „sah man auch schon die erste englische Maschine brennend abstürzen. Fünf, sechs andere Maschinen folgten ihr nach. Ein einziger deutscher Jäger nahm den Kampf gegen sechs Engländer auf und schoß einen ab." Der Berichterstatter von „Politiken" nennt den Demich- tungskamps gegen die englischen Angreifer das „phantastischste Schauspiel", das er je erlebt habe. Die Bevölkerung habe nicht nur während des Kampfes absolute Disziplin bewahrt, sondern selbst durch tatkräftiges Eingreifen mitgewirkt bei der Unschädlichmachung der Engländer. Zwei mit Fallschirmen aus ihrer brennenden Maschine abgesprungene Pilo- ten wurden durch herbeieilende Zivilisten an der Flucht gehindert und konnten von deutschen Soldaten gefangen genommen werden. * Ein geschlossenes Dutzend britischer Bomber hat am 13. Auaust die dänische Stadt Aalborg anzu- greifen versucht. Elf wurden abgeschossen, und nur der zwölfte englische Bomber konnte als Unglücksbote in die Heimat zurückkehren. Warum nun gerade dieser massierte Angriff auf Aalborg? Aalborg liegt im nördlichen Teil der Halbinsel Jütland. Dort, wo Jütland eigentlich aufhört, Bestandteil des Festlandes zu sein und sich jenseits des Lim-Fjordes als Insel bis zum Kap Stagen forffetzt. Aber wir rechnen in der Regel diesen nördlichen Teil von Jütland noch zur Halbinsel und schenken dem Lim-Fjord keine Beachtung, um so weniger, als er auch kein Großschisfahrtsweg ist. Aber Aalborg ist der Knotenpunkt aller dänischen Bahnen, die vom eigentlich festländischen Jütland auf den nördlichen Teil hinüberführen. Und auf diese Bahnverbindung hatten es selbstverständlich die englischen Bomber ab- Die USA. verlieren ihren letzten Wund. Die Gründe für eine „Hemisphäre Wehrpolitik". Washington, 15. Aug. (DNB.) Dor dem Militärausschuß forderte Marineminister Kno x die Annahme der Wehrpflichtbill mit der freimütigen Begründung, daß die Vereinigten Staaten in der ganzen Welt keinen Freund mehr haben würden, falls England unterliege. Er bete zu Gott, daß dieser Fall nicht eintrete, halte aber eine englische Niederlage innerhalb von 60 Tagen für möglich. Dann würde zwar kein sofortiger Angriff auf Amerika folgen, wohl aber würden deutsche Bemühungen einsetzen, Amerikas Befürchtungen zu zerstreuen und damit Amerikas Rüstungsvorbereitungen zu unterbrechen. Vor dem Zusammenbruch Frankreichs, so fuhr Knox fort, habe er eine 300 000 Mann starke Armee zusammen mit einer Zwei-Ozean-Flotte als ausreichend bezeichnet. Eine Landarmee dieser Größe genüge heute nicht mehr angesichts des nicht zu übertreibenden Ernstes der augenblicklichen Lage. Kein Amerikaner wisse etwas Genaues über den Verlauf des Kampfes über England, denn Amerika erfahre nicht alle Wahrheit und kenne nicht den Umfang der britischen Verluste. Hätte Amerika heute eine drei Millionen Tonnen große Flotte, die den Atlantik und den Pazifik kontrollieren könnte, so würde keine Notwendigkeit für eine Riesenlandarmee bestehen. Leider werde Amerika erst 19 4 6 eine so große Flotte de- sitzen. Auf di« Frage des Republikaners Calsvn, ob für die Vereinigten Staaten Kriegsgefahr im Fernen Osten bestehe, erwiderte Knox, in diesen Italienischer WehrinachtBericht. Horn, 14.Aug. (DNB.) Der ilalienische wehr- Machtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Zur Zeit sind in Britisch-Somallland östlich von Ada dl eh heftige Kämpfe im Gange. Unsere Aktion entwickelt sich trotz heftigen Widerstandes planmäßig. Mittwoch früh um 1 Uhr haben feindlich^ Flugzeuge, die über die Schweiz kamen, nord- italienische Städte bombardiert und Flugblätter abgeworfen. In Mailand sind etwa 30 Lxplosiv- und Brandbomben abgeworsen worden, alle auf * Wohnhäuser. Ls wurden keine militärischen Ziele gesehen. Die deutsche Abwehr war ausgezeichnet auf dem Posten und hat den Engländern ein Schicksal bereitet, wie es nur in der Abwehr englischer Bomber bei ihren Anflügen gegen Sylt und später Stavanger ein Gegenstück hat. Ganz Dänemark wird sich über dieses Ergebnis freuen: Aalborg, heute eine Stadt von 44 000 Einwohnern, ist eine der ältesten Städte des Landes. Sein Ruhm schreibt sich davon her, daß die frühmittelalterliche Schiffahrt den Weg durch den Lim-Fjord der stürmischen Umseglung des Kaps Skagen vorzog. So wurde Aalborg bald eine wohlhabende Stadt und ist für die Dänen ungefähr das, was für die Süddeutschen Rochenburg ob der Tauber und für dis Norddeutschen Tangermünde oder Goslar ist. gefährlichen Zeiten wisse niemand, wo Gefahren entstehen könnten. Amerika müsse stark genug sein, allen Gefahren zu begegnen, lieber den Atlantik drohe keine unmittelbare Angriffsgefahr, aber im Falle der englischen Niederlage würde Amerikas Lage schlechter sein als zuvor. Da der P a n a m a f a n a I außerhalb der kontinentalen Vereinigten Staaten läge, wollten die Vereinigten Staaten eine „hemisphärische Wehrpoli- t i k" betreiben. Ein feindlicher Stützpunkt in Mexiko sei ebenso gefährlich wie in Texas oder Brasilien. Die harte Sv rache der Tatsachen ist so furchtbar, daß keine auch noch so blumigen Umschreibungen und fruchtlosen Hahlenspielereien des Reuterbüros mehr imstande sind, die durchschlagenden Erfolge der deutschen Luftangriffe zu verschleiern. Wenn auch die Amerikaner infolge der englischen Lügentaktik den Umfang der britischen Verluste nicht kennen und, wie Marineminister Knox klagt, keiner etwas Genaues weiß, so ist doch das, was darüber trotz Reuter bekannt wird, so eindrucksvoll, daß der amerikanische Marineminister in einer öffentlichen Erklärung eine englische Niederlage innerhalb von 60 Tagen als möglich bezeichnen mutzte. Die Wucht der Geschehnisse fft so gewaltig, daß sogar der letzte Bundesgenosse, auf den England noch seine verzweifelten Hoffnungen setzen zu können glaubt, das englische Weltreich ab- schreibt. Auf diese Tatsache wird sich das englische Volk selbst seinen Reim zu bilden wissen. Die Reuterergüsie von den „unerbittlichen englffchen Jägern" verfangen nun nicht mehr. Kaum, daß auf die großsprecherischen Phrasen die ersten massiven Luftangriffe geantwortet haben, wird jetzt auf einmal eine Sprache gesprochen, die für jeden verständlich ist: die Sprache der Tatsachen. getroffen. Die Toten, ausschließlich Zivilpersoyen, betragen 12, die Verwundeten 44. In Turin wurden etwa 15 Bomben abgeworfen, die weder an militärischen, noch an Jndustrieobjekten Schaden anrichteten. Ein Toter und 8 Verwundete werden gemeldet. Auch Alessandria und T o r t o n a wurden bombardiert. In Alessandria wurden 9 Personen gelötet, darunter 3 Feuerwehrleute in Ausübung ihres Dienstes, sowie einige verwundet. Die Bombardierung von Augusta (Syrakus), wo 4 Bomben abgeworfen wurden, hat weder Schaden, noch Opfer verursacht. Lin feindliches Torpedoflugzeug wurde von der Marine-Flak abgeschossen. Die Besatzung, ein Offizier und ein Mann, wurde gefangengenommen. Amerika erfährt nicht die volle Wahrheit der britischen Verluste. Marineminister Knox hält eine britische Niederlage binnen 60 Tagen für möglich. Britische Bombenangriffe auf nichtmilitärische Ziele in Oberitalien. Entrüstung in Italien. Rom, 14.Aug. (Europapreß.) Mit Entrüstung verurteilt die römische Presse die Ueberfälle britischer Luftpiraten auf offene Städte Italiens. Unter der Ueberschrift „Weder Bomben noch Flugblätter" schreibt „T e v e r e", der nächtliche Angriff auf offene Städte und die unmenschliche Bombardierung der Zivilbevölkerung bestätigten erneut die brutale Gemeinheit der britischen Kriegführung. Zusammen mit den Bomben, die blindlings auf wehrlose Opfer hinabgeschleudert worden seien, hätten die feigen Flieger Churchills auch Flugblätter abgeworfen, dis ein unwiderlegliches Zeugnis der englischen Dumm* beit bildeten. Die demagogische Illusion, mit Bomben oder Papiersetzen den unbeugsamen Willen des in diesem Kriege gegen die plutokratischen Aus« hungerer zusammengeschlossenen und vereinten italienischen Volkes brechen zu können, erscheine lächerlich. Auch „(3 i o r na le d ' Italia" brandmarkt dick Feigheit der englischen Flieger, die nicht wagten, die militärischen Stützpunkte Italiens aumgreifen, sondern es vorzogen, ihre Bomben wahllos auf offene Städte abzuwerfen. Das Blatt stellt diesem Verhalten den Heldenmut der italienischen Flieger gegenüber, die st a r k v erteidi gte militärische Ziele wie Gibraltar und Haifa an griffen und schwere Schäden verursacht hätten. Zu Lande, in der Luft und auf dem Meere sei bie* Kühnheit stets bei den Waffen der Achse. Die Hoffnung, mit Bomben und Flugblättern die Widerstandskraft der italienischen Bevölkerung schwächen zu können, zeige lediglich, auf welche Mittel di« englische Regierung bereits angewiesen sei. Die Italiener aber kämpften mit der Ueberzeugung, daß es für sie eine Frage auf Leben und Tod sei, dis britische Tyrannei zu brechen, und sie seien des Sieges bereits sicher, der ein Sieg des Rechts und der Gerechttgkeit fein werde. Der albanische Zwischenfall. Die italienische Presse zur Politik Griechenlands. Rom, 14. Aug. (Europapreß.) Im „Giornale d'Jtalia" weist Gayda erneut darauf hin, daß die Ermordung Daut Hoggias ein Glied in einem gangen System von Absichten und Handlungen sei, in dem Griechenland und England gemeinsam vorgingen. Es handle sich um eine große Verschwörung gegen Albanien und Italien, gegen die BalkanoiÄ- nung, die eine Ablenkung der Achsenmächte zum Ziele habe. Dafür fei bezeichnend das zeitliche Zusammenfallen der Mordtat mit der Propaganda des Londoner Nachrichtendienstes über angebliche gegen Italien gerichtete Aufstände in Albanien und über dunkle Ereignisse, die sich auf dem Balkan vorbereiteten. Das Einvernehmen zwischen London uni) Athen sei offensichtlich. Griechenland habe sich, so schreibt Gayda weiter, dazu hergegeben, bei den Versuchen Englands, kriegerische Verwicklungen auf dem Balkan hervorzurufen, den Komplicen zu spielen. Aber dieser Anschlag könne nicht unbeachtet gelassen werden. In dem als „N o r d e p i r u s" bezeichneten Gebiet Griechenlands, das eigentlich als „S ü d a I b a- ni. e n“ bezeichnet werden müsse, seien über sechzig Prozent der Bevölkerung Albanier, die sich niemals von den Griechen hätten assimilieren lassen. Die Hilferufe der Bevölkerung gegen die griechische Unterdrückung seien sogar zu den Ohren der Genfer Liga gedrungen. Im Jahre 1926 habe die Athener Regierung in einer an die Liga gerichteten Note das Versprechen gegeben, die Ausnahmemaßnahmen gegen die albanische Bevölkerung würden sofort eingestellt werden. In Wirklichkeit habe sie jedoch ihre V e r ge w a 11 i g u n g s p o I i ti k fortgesetzt, das albanische Eigentum sei den aus Kleinasien zurückkehrenden griechischen Flüchtlingen übergeben worden, die albanische Bevölkerung aber sei zur Auswanderung gezwungen und ins Elend gestoßen worden. Ungarisch-rumänische Verhandlungen in Turn-Geverin. Budapest, 14. Aug. (DNB.) Die Regierung hielt am Mittwoch unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Graf T e l e k i einen Ministerrat ab, der sich mit den bevorstehenden ungarisch-rumnänischen Ver- Am fremden Ufer. Von Ernst Kreuder. Die Landstraße war staubig und ihr weißes Licht blendete die Augen. Zu beiden Seiten standen hohe Wi esen und der Himmel war in der MH enden Mittagshitze wie ein blaues Meer in der Luft, das nicht kühlte. Turner schritt neben dem kleinen Bach entlang und dachte, daß sich der Bach nicht verändert hatte in den drei Jahren. Er bog in den Feldweg ein über die kleine Brücke, dann kamen schon di« Silberpappeln und der alte Weidenbaum und bann sah Turner das Haus mit dem roten Ziegeldach, alle Fenster standen offen. Er setzte sich ins Gras am Bachufer und blickte über das Wasser nach dem großen Garten hinüber. Auf dem still fließenden grünen Wasser fuhren eifrig Wasserläufer hin und her. Nach einer Weile hörte er Schritte durchs Gras kommen und dann stand ein Junge mit einer Gerte vor ihm. „Tag", sagte der Junge, „ich heiße Nick, und wie heißt du?" ,Hch?" sagte Turner, „ich heiße Florian." „Wie alt bist du denn?" fragte Nick. „Fünfunddreißig", sagte Turner. „Ich werde fünf", sagte Nick, „was bist du eigentlich?" „Angler", sagte Turner, ,chast du schon mal geangelt?" ,„Nee", sagte Nick, „ich hab ia keine Angel." „Wir können ja eine machen , sagte Turner, „mit der Gerte da geht es. Wir brauchen nur noch etwas Garn und eine Stecknadel, die sich biegen läßt, nicht aus Stahl." Der Junge nickte und rannte schon ba= von. Turner stach mit dem Taschenmesser einen Grasbusch aus und fand einige dünne Regenwürmer. Der Junge kehrte bald zurück mit einer Garnrolle und einem roten Stecknadelkissen. ,^Hat dir deine Mutter das gegeben?" fragte Turner. „Sie ist ja nicht da", fagte Nick, „sie ist in der Stadt, aber sie kommt nachher." Turner riß ein Stück Gar» ab und band es an die Gertenspitze, dann bog er eine Stecknadel zum Haken, knüpfte ihn ans Garnende und heftet einen winzigen Wurm daran. Dann warf er die Schnur in den Bach, drückte die Gerte Nick in die Hand, hielt aber die kleine Hand fest. „Wollen sehen, ob wir einen Stichling fangen", sagte Turner, „wenn es an der Schnur zuckt, mußt du leicht anziehen." Sie saßen still nebeneinander im Gras und blickten auf das grüne, fließend? Wasser, man konnte die Stichlinge wie flinkeSchat- ten durchs Wasser streichen sehen. Als es an der Schnur zuckte, zogen sie einen blitzenden, zappelnden Stichling heraus. Turner machte das Fischchen los und zeigte es Nick, der aufgeregt mitzugesehen hatte. „Es ist ein Männchen", sagte Turner, „bas sieht man an dem rötlichen Bauch und an den scharfen Stacheln." Der Junge nickte begeistert und Tümer warft das Fischchen in den Dach zurück. „Wenn ich ein Glas hole", fragte Nick, „krieg ich dann auch eins?" „Dann muht du es auch füttern", sagte Turner. „Nick", rief eine helle Frauenstimme Drüben aus dem Garten. Turner zog seinen Hut etwas in die Stirn. Eine hohe schmale Garten weiter oben an den unter. „Da bist du ja, Nick", sagte sie. „Ach, guten Tag", sagte sie höflich, sie hatte erst jetzt den Fremden bemerkt. „Tag", murmelte Turner und sah nicht auf. „Kommst du jetzt, Nick", rief die Frau. „Och", sagte Nick, aber dann trollte er sich. Turner blickte der hohen schmalen Frau nach, als sie durch den Garten hinauf zum Haus ging. Als sie sich noch einmal ummanbte, senkte er schnell den Kopf. Nach einiger Zeit kamen wieder Schritte durchs Gras und dann erschien Nick bei dem Fremden, er hatte ein Marktnetz und ein Geldstück in der Hand. Er atmete noch hastig vom Laufen. Er ist hübsch geworden, dachte Turner, wenn er mich auch nicht mehr kennt. Gute, offene, braune Augen. ,Hch geh jetzt in die Stadt", jagte Nick, „ich darf mir ein Fischglas kaufen. Krieg ich dann auch ein Männchen?" „Das kriegst du", sagte Turner, „bann mußt du auch Fischfutter mitbringen. Laß dir Zeft, es ist sehr heiß heute." Der Junge rannte schon durchs hohe Gras davon. Dieses Mal suchte die große, schlanke Frau, die langsam den Garten zwischen den Rosenstöcken herunter kam, nicht den Jungen Nick. Turner zog auch den Hut nicht mehr ins Gesicht. Sie trug ein langes blaues Sommerkleid und das volle braune Haar war zu einem Knoten im Nacken geschlungen. „Georg", sagte die Frau am anderen Ufer ruhig. Ihre Stimme war ohne Vorwurf, ohne Bitterkeit, vielmehr sanft und still. Turner legte den Hut ins Gras und sah zu ihr hinüber, er glaubte, nicht mehr aufftehen zu können, er senkte den Kopf und Wckte auf ögg fließend^ grüne Waffen ,Ha, Leonore", sagte er. „Willst du nicht herüberkommen?" fragte sie. Er nickte. Dann stand er auf. Er ging etwas zurück und nahm einen Anlauf und sprang über den Bach. Leonore lehnt« sich an den Weidenbaum, sie war bleich. „Verzeih, wenn ich dich erschreckt habe", sagte Turner. Sie reichte ihm ihre Hand, er drückte sie an die Lippen. Dann sah er, wie sie die Tränen bezwang. „Wie du da gesessen hast", sagte. sie leise, „so fremd, als gehörtest du nicht zu uns." Um ihre Lippen war es noch unruhig. Sie wußten, während sie sich jetzt ansahen, daß sie beide Schuld an dieser langen Trennung trugen. Sie muß es vergessen, wie ich da gesessen habe, dachte er. „Bist du wiedergekommen, Georg?" sagte sie mit verirrtem Lächeln. „3a", sagte Turner. „Ja, Leonore." Ihre Hand berührte ihn leicht an der Schulter, als wollte sie sich vergewissern, das er es sei. ,Hch will mich auch einmal dort hinsetzen", sagte sie. „Tu es bitte nicht", sagte Turner. „Doch", sagte Leonore, „und du mußt hinauf gehen und durch den Garten herunter kommen." Sie ging schon auf die kleine rostige Gartentür zu und zürn Garten hinaus nach der Brücke. Dann wird sie es vielleicht vergessen, wie ich dagesessen habe, dachte Turner und ging zum Haus hinauf. Dann hörte er sie rufen. „Georg", rief sie. Er wandte sich um. Leonore saß am anderen Ufer des Daches im Gras, neben ihr lag noch fein Hut. Während er nun durch den Garten hinunterging, senkte sie den Kopf und dann sah er, daß sie weint«. Sie hatte ihr schmales Gesicht in die Hände gelegt. Er lief und nahm einen Anlauf und sprang über den Bach. Dann setzte er sich neben sie ins Gras ynd strich lange über ihr warmes, weiches Haar. Jetzt sitzen wir beide am fremden Ufer, dachte er. Und dann gehen wir von neuem wieder in unser Haus. Sie weinte nicht mehr. Er legte den Arm um ihre Schütter und spürte, wie sie sich leicht an ihn lehnte. Sie saßen still nebeneinander und blickten in das klare, grüne, fließende Wasser. Es war nicht aufzuhatten, wie nichts aufzuhatten war, was dem Menschen auf seiner langen Wanderung widerfuhr. »Herz ohne Heimat.- Dieser Film hat so wenig wie feine Romanvorlage literarische Aspirationen, er gibt nicht „hohe Kunst", wohl aber beste Unterhaltung über ein ernsthaftes Thema, und das ist auch schon etwas. Eine junge Musikstudentin sieht sich zwischen zwei sehr unähnliche Stiefbrüder gestellt, und niemand von ihnen trägt Schuld an dem Konflikt, der sich für jeden auf eine andere Weise daraus ergibt. Sie alle drei, so verschiedenarttg auch ihre Charaktere sein mögen, leiden an dem „Herzen ohne Heimat". Der eine Bruder, der ganz in seiner Arbeit aufgeht, spürt, daß trotz aller Erfolge seines Forschens in seinem Leben eine Lücke bleibt, der andere, ein oberflächlicher Leichtfuß und Günstling der Frauen, lernt draußen in der Welt begreifen, daß einmal die Stunde kommt, in der allzu mühelos verschaffter Genuß schal zu schmecken beginnt, und das Mädchen muß einen bitteren Weg gehen durch Zwiespalt und Wirrnis, bis sie erfennt, daß nur aus Lauterkeit der Gesinnung die Liebe entspringt, die auf Händen trägt unb allen Anfechtungen trotzt. Otto Linnekogel hat den Film nach einem Roman von Renate Uhl sehr sauber und mit einem sicheren Gefühl für innere Spannung in Szene aesetzt. Ein zwischen Hamburg und Habana, Winterszenerie unt> Tropenländschast. mondänem Gesellschaftstrubel und Landhausstille, Labor und Schfffsbeck kontrastreich angelegter Wechsel des Schauplatzes sorgt auch äußerlich für Auflockerung, welchem Bestreben wohl auch die Dehnung einiger belangloser Episoden zuzuschreiben ist. Gustav Di ess! schält aus dem schwierigen, nicht ganz burchsichtigen Charakter des leichfferttgen Bruders in sympathischem, sorgfältig schattierendem Spiel den guten Kem heraus. Albrecht S ch ö n h a l s gab das Gegenstück sehr soigniert, fast zu sehr als mafel- losen Musterknaben, worauf die Rolle freilich an- aelegt ist. Das zwischen beiden stehende Mädchen spielt Anneliese U h 11 g. Der Charme ihrer herben Schönheit, bei aller Verhaltenheit ganz Hingebung, sparsam in der Geste und gedämpft in der Sprache, traf wohl ganz die Absicht der Filmautoren. Werner Pledath war mit wohltuender Ruhe ein warmherziger ärztlicher Mentor, Camilla Horn, elegant und preziös, eine Dame der großen Welt amerikanischen Stils und ihr sehr offenherziger biederer Vater Alfted Neugebauer. In kleineren Rollen sah man u. a. Olga Limburg, Sabine Peters, Werner Schars und Willi Schur. (Märkische—Panorama—Schneider—Süd- tzk.K-L.lMM., rau kam durch den Handlungen befaßte. Anschließend wurde die für die Verhandlungen in Turn-Severin bestimmte ungarische Abordnung vom Ministerpräsidenten und dem Außenminister mit Anweisungen versehen. Dem Leiter der Abordnung, Gesandten H or y, sind mehrere höhere Generalstabsoffiziere und Beamte des Außenministeriums zugeteilt. Frankreich. Grenoble, 14. Aug. (Europapreß.) Der französische Ministerrat nahm ein Gesetz über die Prozedur des Staatsgerichtshofs und ein anderes über die Unterdrückung der geheimen Gesellschaften an. Das Vermögen der aufgelösten Gesellschaften wird beschlagnahmt und liquidiert. Schwerste Strafen werden den Beamten angedroht, die den aufgelösten Gesellschaften weiterhin angehören. Der „Petit Dauphinois" schreibt, dieses neue Gesetz rvird vielleicht in gewissen Kreisen sehr diskutiert werden. Aber man kann nicht bestreiten, daß es seinen Platz in dem Aktionsprogramm einer Regierung hat, die unterbinden will, daß sich irgend ein Einfluß noch außerhalb der Öffentlichkeit bemerkbar macht. In Clermont-Ferrand ist eine weitverzweigte Bande von Plünderern unschädlich gemacht worden. Die Bande hatte auf dem Flughafen von Clermont-Ferrand große Mengen von Kupfer, Bord- und Kontrollapparate für Flugzeuge gestohlen, die sie zum Teil von den Flggzeugen abmontierte. Das ganze wertvolle Material wurde dann zu Spottpreisen an Altwarenhändler in der Stadt „verkauft". Auch bedeutende Unterschlagungen und Diebstähle hat die Polizei in der Zeugmeiste- rei von Clermont-Ferrand aufgedeckt. Bei einem einzigen Händler konnte sie den Inhalt von zwei Militärlastwagen beschlagnahmen, den der Mann für ein Trinkgeld von den Soldaten „gekauft" hatte. So hat der Gauner z. B. für hundert funkelnagelneue Militärmäntel etwas über 5 Mark bezahlt. Abschluß der deutsch-slowakischen Handelsbesprechunaen. Preßburg, 14.Aug. (Europapreß.) Die handelspolitischen Verhandlungen zwischen Deutschland und der Slowakei wurden mit der Unterzeichnung eines Zusatzabkommens zu den bisherigen Verträgen abgeschlossen. Zugleich wurde ein Protokoll unterzeichnet, das die Ein- und Ausfuhr zwischen Deutschland, dem Protektorat und der Slowakei regelt. Die neuen Vereinbarungen erleichtern den gegenseitigen Warenaustausch und auch die Liquidierung der slowakischen Arbeiterüberweisungen aus Deutschland. Auch der Aufbau einer holzverarbeitenden Industrie in der Slowakei ist geplant. Auch die LlEA.-Truppen in China unerwünscht. Mailand, 14. Aug. (Europapreß.) Wie der „Corriere della Sera" meldet, hat die Regierung von Nanking den Vereinigten Staaten durch ihren Botschafter Tana Liang Si mitgeteilt, daß al.le amerikanischen Truppen in China so rasch wie möglich zurückgezogen werden sollten. Ihr Verbleiben in Schanghai werde ebenso wie die Anwesenheit der Truppen der Westmächte als „u n - rechtmäßig" betrachtet. England habe selbst mit dem Rückzug seiner Truppen die Rechtmäßigkeit der Forderung der japanischen Regierung anerkannt. Der Botschafter habe der Hoffnung Ausdruck ge- geben, daß die USA. im Interesse der Aufrechter- Haltung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern demBeispielEnglands folgen und ihre Truppen schnellstens aus dem Innern Chinas und besonders aus Schang- h a i zurückziehen würden. Seenotflugzeug rüst das Jlugstcherungsschiff an. ausgezeichnet wurden, nach Deutschland zu entsenden, wo sie Gäste der Wehrmacht sein werden. In Moskau hat der russische Volkskommissar des Aeußeren, Molotow, den neuen rumänischen Gesandten G a f e n c u empfangen. * Das von der finnischen Regierung bestellte Komitee zur Förderung der kulturellen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Finnland hat sein Arbeitsprogramm festgelegt. Es wird vor allem bemüht sein, die Kenntnis der sowjetrussischen Kultur auf den verschiedensten Gebieten in Finnland zu fördern, aber auch die in der Sowjetunion vorhandenen Bestrebungen, die finnische Kultur kennenzulernen, unterstützen. Die britische Forderung nach Beibringung von Navicerts für die Ausfuhr aus spanischen Häfen nach spanischen Besitzungen in Afrika sowie nach den Kanarischen Inseln ist z u - rückgezogen worden. Ein typisches Symptom für die eintretende Schwäche Großbritanniens. Aus aller Welt. Dramatische Schachbegegnungen in Bad Oeynhausen. In den letzten Tagen wurden wieder neue, jedem menschlichen Gefühl und auch der Genfer Konvention hohnsprechende Angriffe englischer Kampfflugzeuge auf deutsche Seenotflugzeuge bekannt. Das Seenotflugzeug, eine deutsche Schöpfung, hat die Aufgabe, in Seenot geratene Angehörige der Luftwaffe zu retten. Hierzu wurde das durch seine Bauart und durch seine Flugeigenschaften besonders geeignete und geräumige Standartslugzeug des Weltluftverkehrs, die Ju 52, ausersehen. In Seenot geratene Besatzungen unserer Kampfflugzeuge, aber auch Jäger erhalten von den Seenotflugzeugen ein Schlauchboot sowie unbedingt notwendige Instrumente und die erforderlichen Lebensmittel, um so lange aushalten zu können, bis das Flugsicherungsschiff die Besatzung aufnehmen kann. — Unser Bild zeigt ein Seenotflugzeug, das ein Sicherungsschiff auf hoher See angerusen hat. (Scherl-Bilderdienst-M.) Oer Führer überreicht die Marschallstäbe. Berlin, 14. August. (DRV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber überreichte heute in seinem Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei dem Reichsmarschall und feinen von ihm im Reichstag am 19. Juli beförderten G e n e r a l f e l d marsch ä l l e n die Insignien ihres Ranges, die 2Har- schallstäbe. Der Führer leitete die feierliche Ueber- gabe mit Worten des Dankes für die Verdienste der Marschälle um den Sieg der deutschen Waffen ein und sprach über die Verpflichtungen, die ihnen der Warschallrang gegenüber Volk und Reich auferlegt. An der Ueberreichung konnten die Feldmarschälle der Luftwaffe Milch, Sperrte und Kesselring nicht teilnehmen, da die Kampflätigkeit der Luftwaffe ihre Abwesenheit von ihren Hauptquartieren nicht gestattet. Kleine politische Nachrichten. Nach der Fahrt des Reichsinnenministers Dr. Frick durch Teile des Unterelsaß führte seine Be- sichtigungsreise durch Gebiete des Oberelsaß und der Vogesen. Auf der Weiterfahrt wurden noch Belfort und Mülhausen berührt. In Konstanz fand die Besichtigungsreise ihren Abschluß. * Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Präsidenten der amtlichen italienischen Nachrichtenagentur Stefani, Senator Manlio Morgagni, zu einem Gedankenaustausch über deutsch-italienische Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Nachrichtenwesens. In Begleitung von Senator Morgagni befand sich der aus Berlin scheidende Vertreter der Stefani-Agentur, Dr. B o j a n o , um sich zu verabschieden. Dr. Bojano hat 12 Jahre hindurch die amtliche italienische Nachrichtenagentur in Berlin erfolgreich vertreten. Gleichzeitig stellte Präsident Morgagni den neuen. Vertreter der Stefani, Dr. Suster, vor, der bisher in Warschau, Paris und airderen Plätzen tätig war. ♦ In Straßburg trafen 30 deutsche Kulturschriftleiter ein, die einer Einladung des Hauptreferats Kulturpresse der Presseabteilung der Reichsregierung und des Chefs der Zivilverwaltung folgten, um Volk, Landschaft und Kultur des deutschen Elsaß auf einer mehrtägigen Reise kennenzulernen. Die Schriftleiter wurden von dem Generalreferenten für das Elsaß, Major Dr. Ernst, im Rathaus empfangen. Der ungarische Ackerbauminister, Graf Michael T e l e k i, 'wird auf Einladung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft zu einem etwa einwöchigen Besuch in Berlin eintreffen. Der Minister wird vorbildliche Einrichtungen der deutschen Landwirtschaft besichtigen. So das Staatsgestüt Trakehnen und andere Zuchtstätten sowie Neubausiedlungen. Der Verband der bulgarischen Reserveoffiziere hat vom deutschen Oberkommando eine Einladung erhalten hundert bulgarische Reserveoffiz i e r e ,'die im Weltkriege mit Deutschland zusammen kämpften und mit dem Eisernen Kreuz Am Dienstag wurde in Bad Oeynhausen d i e 10. Runde des Meisterturnie/s des Großdeut- schen Schachbundes ausgetragen.' Schmidt, der im Kampf um die Schachmeisterschaft lag, konnte gegen Ahnes nur ein Unentschieden erreichen. Kieninger dagegen gewann sein Treffen gegen Hans Herrmann. Der Kölner, der nur einen halben Punkt zurücklag, hat somit Schmidt erreicht. Ferner gewann als Anziehender Regedzinski gegen Engert. Mit den schwarzen Steinen gewann Gilg gegen Heinicke und Dr. Lange gegen Kranki. Unentschieden endeten die Partien Dr. Lachmann gegen Richter und Rudi Keller-Dresden gegen Hans Keller- Wien. Im Nachzug war Gilg gegen Heinicke und Dr. Lange gegen Kranki erfolgreich. Die Partie Kohler—Brinckmann wurde nach achtstündigem Kampf abgebrochen. Das Treffen Kohler gegen Kranki wurde unentschieden gegeben. In der 11. Runde gab es eine heiße Begegnung zwischen Engert und Kieninger. Engert hatte gegen den Anwärter auf die Meisterschaft Gewinnstellung erreicht, aber mit seiner Bedenkzeit war er sehr unvorsichtig umgegangen, so daß Kieninger» der bei der Geschwindigkeit, mit- der der Gegner spielen mußte, sich taktisch hervorragend verhielt, schließlich das Treffen gewann. Schmidt, der neben Kieninger an der Spitze lag, hielt Gleichstand mit ihm durch seinen Sieg über Dr. Lange. Ebenfalls als Nachziehender gewann Rudi Keller-Dresden gegen den früheren Deutschlandmeister Richter, der nun zwar noch den.3. Platz innehat, gegen die Spitze aber empfindlich zurückgefallen ist. Kranki wurde der Punkt gegen Hans Herrmann kampflos vom Turnierleiter zugesprochen, weil Herrmann verspätet im Turniersaal erschien. Als Anziehender gewann Ahues gegen Heinicke. Die beste Partie des Tages dürfte die Begegnung Gilg—Kohler gewesen sein. Der nachziehende Münchener nutzte eine Ungenauigkeit Gilgs aus; in nur 21 Zügen siegte Kohler als Schwarzer. Der Spitzenstand ist nun: Kie- ninger-Köln und Schmidt-Danzig je 8)4 Punkte, Richter-Berlin 7, Kohler-München 6)4 und eine Hängepartie, Gilg-Troppau 6)4, Rudi Keller-Dresden 6 Punkte. Sonderposisiempel „Waffenstillstandskommission". Das Postamt Wiesbaden 1 stempelt die Briefpost der Waffenstillstandskommission mit einem besonde- Einsatzflughafen X. Lustwaffe und Arbeitsdienst in gemeinsamer Arbeit auf Frankreichs Boden. Die guten Geister der Front. Oie treue Kameradin jedes Feldgrauen: Oie Schwester. Von Kriegsberichter Dr. 3- Rieder. Ueber die weiten Ebenen Nordfrankreichs dröhnen die Motoren unserer deutschen Flugzeuge ihr heroisches Lied: „Bomben auf Engelland ..." Immer wieder sieht man Einzelflugzeuge, Ketten und Staffeln, die aus dem Feindfluge gegen Englands Küsten sind oder von dort zurückkehren oder die über den Gewässern des Kanals und des Atlantik treue Wacht halten. Ehe sie starten und nachdem sie zurückgekehrt sind, ist der Einsatzflughafen ihr Heim. Dort gönnen sie sich die Ruhe, dort treffen sie alle notwendigen Vorbereitungen, dort werden sie in jeder Hinsicht betreut. Jeder, der auf einer Reise in einem Hotel absteigt, weiß, daß er mit allen Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen, unbedingt rechnen kanp. Für ihn ist der Aufenthalt im Hotel eine sorafältige Betreuung zwischen den Strapazen der Reise, ein Ausruhen, ein Erholen, eine Auffrischung. Und so ist es auch mit den Einsatzflughäfen für unsere Frontslieger. Hier läuft still und selbstverständlich wie nach einem geregelten Uhrwerk eine bis ins kleinste durchdachte und ausgearbeitete Organisation/ In einem Teile dieses Räderwerks schalten die getreuen Kameraden unserer Flugzeugbesatzungen, die Männer des Bodenpersonals. Sie betreuen die Maschinen, sorgen für die Sicherheit des Fluges und nehmen so selbst einen großen Anteil an den Erfolgen, auf die unsere Luftwaffe mit Recht so stolz ist. Aber sie können nicht alles allein machen, Viele Hände sind notwendige um einen solchen Einsatzflughafen für die Flieger zu dem zu machen, was — um bei unserem Vergleiche zu bleiben — im Alltagsleben das Hotel ist. Hunderterlei kleine Dinge sind notwendig, aber jedes dieser Dinge ist wichtig und darf nicht vernachlässigt oder gar übersehen werden. Da ist nun auf vielen Flughäfen, die im besetzten Gebiet besonders im Küstenbereiche entstanden sind, der Arbeitsdienst eingesetzt worden, um mit seiner bewährten Organisation und der Begeisterung seiner jungen Männer all das zu schaffen und zu sichern, was ein solcher Flughafen im fremden Lande braucht. Diele Arbeitsmänner aus fast allen Gauen Deutschlands arbeiten auf den weiten Gebieten Hollands und Belgiens und kommen so zu einem Erlebnis des Krieges, wie es für diese Jugend gar nicht schöner und stärker sein kann. In wenigen Wochen, ja man kann sagen, in wenigen Tagen hat sich eine enge und ideale Zusammenarbeit zwischen Luftwaffe und Arbeitsdienst entwickelt, und alles steht im Zeichen des gemeinsamen Kampfes, um einst als Sinnbild deutscher Frontkameradschaft im Zeichen des letzten und größten Sieges zu leuchten. Als der Arbeitsdienst vor wenigen Wochen in dieses Gebiet einzog, war so gut wie nichts für unsere Flieger vorhanden. Die alten englischen und französischen Flugplätze waren zum großen Teil von unseren Stukas zerstört worden, die Startbahnen waren zertrümmert, das Gelände war durch gewal- tige Sprengtrichter zerfetzt, und wo einst, die Schuppen standen, lagen nur noch verkohlte Trümmer. Wo solche Feindflugplätze von unseren Fliegern weiter benutzt werden sollten, galt es, alles ganz neu aufzubauen. Diese Arbeit übernahm unser Arbeitsdienst. Das oft wellige, mit Gräben durchzogene und durch Bodenerhebungen durchsetzte Gelände wurde eingeebnet, Tausende von Kubikmeter Schotter und Erdmaterial wurden für diesen Zweck herbeigeschafft, Startbahnen wurden hergerichtet, all die für einen richtigen Militärflugplatz notwendigen Einrichtungeb und Sicherheitsvorkehrungen wurden gebaut — und dies alles in der oft erstaunlich kurzen Zeit von nur wenig Tagen. Die Jungens sind mit einer leidenschaftlichen Begeisterung bei dieser Arbeit, wissen sie doch, was ihr Einsatz bedeutet und wieviel von der raschen Vollendung der ihnen gestellten Aufgaben abhängt. Die in vielen Friedensjahren geschaffene und bewährte Führung des Arbeitsdienstes hat hier in Belgien und Frankreich zum Teil ganz neue Formen angenommen. Hier wird der Arbeitsdienst zum selbstlosen Großunternehmer, der in eigener Regie alle Hilfskräfte heranzieht, die irgendwie erforderlich sind. Da werden Lastkraftwagen und andere Fahrzeuge herbeigeschafst, mit denen die oft großen Materialtransporte durchgeführt werden, ja, sogar Kleinbahnen werden instandgesetzt oder gemietet, um die Transporte zu beschleunigen, arbeitslose Franzosen oder Belgier werden da und dort zu Hunderten angestellt, um unter der Leitung des Arbeitsdienstes an den umfangreichen Bauarbeiten mitzuhelfen, und sie lernen dabei mit sichtlichem Staunen deutsche Tatkraft, deutsche Organisation und deutschen Arbeitswillen kennen — lauter Dinge, von denen dieses belogene und betrogene Volk bisher eine grundfalsche Vorstellung hatte. Nicht nur mit seinen Arbeiten, sondern auch durch seine ganze Haltung leistet so unser Arbeitsdienst im besetzten Lande eine Pioniertätigkeit im schönsten, menschlichen Sinne des Wortes. Die Führerschaft des Arbeitsdienstes, die immer schon beispielgebend war in der Erziehungsarbeit und in der Menschensüh- rung, hat damit neue Führungsaufgaben gestellt erhalten, und sie löst sie wiederum mit der altgewohnten Meisterschaft, mit ihrem Können und Wissen, dem Können bei der Arbeit und dem Wissen um den Menschen. Wir könnten hier die Arbeit an einem bestimmten dieser Frontflugplätze schildern. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Flughafen T. Aber bald kämen wir bei einer solchen Schilderung darauf, daß er gar nichts besonderes an sich hat. Wohl sind manchmal die Geländeverhältnisse, die Arbeitsmöglichkeiten, die Unterkunftsfragen verschieden. Im Grunde genommen jedoch ist dieser Flughafen T öfter im besetzten Gebiete zu finden. Und so hat dieser Großeinsatz unseres Arbeitsdienstes seinen höchsten und schönsten Sinn erhalten. Er ist die Vorbedingung und der Auftakt zum nächsten Großeinsatz in diesem Schicksalsfriege Deutschlands — dem Großeinsatz der Luftwaffe gegen den Erbfeind des Kontinents, Alfred Strobel, Das kommende Wochenende ruft ufts alle in der Heimat wieder z ujn Opfer für das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz auf. Mr besinnen uns im Glück des Sieges und der behüteten Heimat auf die Blutopfer unserer heldenmütigen Soldaten, deren Gesundheit durch jede Gabe gestärkt wird. Was der Einsatz des . DRK. und das Wirken feiner Helferinnen der Front bedeutet, schildert hier ein Soldat selbst: PK. Es gibt in dieser großen Zeit, abseits vom geschichtlichen Geschehen, vom Heldentum unserer Frontsoldaten so viel entsagungsvollen und opferbereiten Einsatz, der im stillen wirkt, im Schatten größerer Entscheidungen steht und doch schwer mit in die Waage fallt, wenn die Leistungen dieser Zeit gewertet werden sollen. In vorderster Linie stehen hier die Frauen und Mädchen vom Deutschen Roten Kreuz, die, oft fern der Heimat, Tag für Tag und Nacht für Nacht als Helferinnen auf den Bahnhöfen und in den Lazaretten ihren Dienst versehen und durch ihre stete, stille Hilfsbereitschaft den Soldaten der Front richtig Kameraden geworden sind. Es ist nur der Alltag dieser DRK.-Helferinnen, der hier zu schildern versucht wird, der Alltag, wie er ebenso auf jedem anderen Bahnhof in der Nähe der Front abläuft. Schwester Erika, Schwester Gertrud, Elftiede und die andern, deren Namen ich nicht erlauschen konnte, verstanden so nett zu plaudern, daß ich mir wohl vorstellen konnte, wie es für die Lazarettkranken richtige Feierstunden sein mußten, wenn die netten freundlichen DRK.-Helferinnen zu ihnen auf Besuch kamen und chre Freizeit für sie opferten. „Opferten", wenn die Schwestern das hären würden, sie würden beftimmt böse werden, denn sie haben mit so überzeugender Begeisterung von ihren Lagarettbe suchen erzählt, daß nach ihrer Ansicht der Ausdruck „Opfer" auf keinen Fall am Platze ist. Es ist ja eigentlich müßig, zu beschreiben, wie Rote-Kreuz-Helserinnen — mir Soldaten nennen sie einfach „Schwestern" — gleichsam als die „guten Hausgeister der Front" wirken und walten. Jeder zünftige Landser kennt sie, wenn er schwer beladen auf den Bahnhöfen herumgestapft ist ober wenn er im Lazarett gelegen hat, er kennt ie auch schon von ftüher her. Verladen im Transportzug, haben wir um fünf oder sechs Uhr früh, durchrüttelt von langer Fahrt, steif vorn Sitzen oder chlechtern Liegen, unausgeschlafen, mit klebrigen Augen den Kopf in irgendeiner Station zum Fenster hinausgestreckt in das Grau des Dämmermor- aens. Und auf einmal hielt uns so ein Mädel einen Becher dampfenden Kaffees unter die Nase, das einzige, was einem in diesem Augenblick richtig bekömmlich war. Und der freundliche Blick leitete wie ein nutes Omen den neuen Taa ein. Auj dem Bahnhof in Srülfel iß es heute um fein Haar anders. Ja, ihr lieben DRK.-Helferinnen, ihr wißt wohl oft selbst nicht, wie wohl euer Anblick allein oft schon dem Soldaten ist, überhaupt, wenn er van der Front kommt. Da seid ihr dem Landser mit eurer Sauberkeit, euren ungeschminkten Lippen, eurem herzlich-frischen Blick, mit eurem natürlichen Wesen und eurer klingenden deutschen Sprache nicht nur die „guten Hausgeister der Front", sondern noch viel mehr, ein Stück der Heimat. Also, die Helferinnen vom Brüsseler Bahnhof machten nicht viel Umstände, sie setzten mir eine Erbsensuppe vor — alle' Achtung vor der Schwester, die sie gekocht hat — und erzählten dann frisch von der Leber weg, viel Ernstes, Trauriges, viel Heiteres, viel Nüchternes und vor allem viel Interessantes, was eben der Alltag einer DRK.-Schwester bringt. Sie erzählten, wie sie vor vierzehn Tagen hierher kamen. Auf dem Bahnhof habe es fürchterlich ausgesehen. Trümmer lagen da herum, Scherben, Schmutz, Drähte hingen an den Wänden, alles war verwahrlost, in chaotischem Zustande von den Engländern — von wem denn auch sonst? — zu- rückgelassen worden, die hier zerschlugen, was sie in der Eile des Abzuges (den Belgiern offenbar zum freundlichen Angedenken) Zerschlagen konnten. Der Bahnhofskommandant machte aber rasch Ordnung, und heute sieht es schon ganz sauber aus. Dann hatten sie sich eingenistet, und 'dann begann eben der Alltag. Es tarnen Züge von der Front, Transportzüge, vollgestopft mit Soldaten. Die Soldaten waren durfttg, die Züge lang, und die flinken Schwestern mußten mit ihren schweren Kannen den ganzen Zug entlang laufen und immer wieder ein- schenken, und alles so schnell als möglich, damit ja jeder an die Reihe kam. Immer wieder mußten sie dazu frische Berge belegter Brötchen aufstreichen, denn allzu schnell verschwanden sie in den hungrigen Mägen der Landser, und daß Soldaten eine zugkräftige Kehle haben, versteht sich von selbst, auch bei Kaffee, wenn er so freundlich kredenzt wird. Dann kamen die L a z a r e 11 z ü g e, die Schwerverwundetenzüge und die Transporte mit den Leichtverwundeten. Was gab es da erst zu tun, zu laufen, zu erledigen, zu bestellen, zu kaufen, zu besorgen! Verbände mußten angelegt oder erneuert werden, Verletzungen behandelt, Fußkranke gepflegt. Magenkranke betreut werden usw., in endloser Folge, lieber 600 Hilfeleistungen ernsterer Natur sind in dem großen dicken Buch eingetragen, das dort auf dem Tisch liegt. Und dabei ist das nur ein Teil ihrer Arbeit. Viel bedeutender ist ihr nicht ausgeschriebenes, nicht registriertes Wirken, ihre ständig vorhandene Hilfsbereitschaft. Das alles hat ihnen in den Herzen der deutschen Soldaten einen Platz gesichert, der ganz obenan steht, ganz vorn an erster Stelle, wo geschrieben steht: „Und die 'deutsche grau war unseres Kampfes rveM* ren Stempel, der die Inschrift „Waffenstillstandskommission" und das Bild eines Adlers auf einem ruhenden Schwert enthält. Mit diesem Stempel werden auch Gefälligkeitsstemplungen ausgeführt, jedoch nur für Zuschlagmarken. Ein „Forschungsinstitut für Deutsche Volkswirtschaftslehre" in Graz. In Graz ist das „Forschungsinstitut für Deutsche Volkswirtschaftslehre" ins Leben getreten. Zu den Gründern gehören u. a. der Präsident der Reichswirtschaftskammer Pietzsch und der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft Professor Dr. Hunke. Seiner Satzung nach hat d as Institut ^volkswirtschaftliche Forschung in deutscher Geisteshaltung vorkämpferisch zu pflegen". Auch soll es in den südöstlichen Ländern das rechte Verständnis für deutsches Wirtschaftsdenken und deutsche Wirtschaftspolitik aeistig fördern. Zum Direktor ist Professor Dr. Dr. n. c. Friedrich von Gottl-Ottlilien- f e l d auf Lebenszeit ernannt worden. Seiner Initiative ist die Gründung des Instituts entsprungen. Mammulfund in Ostsibirien. Bei Schürfarbeiten ist man in der Nähe von Nowosibirsk auf ein ausgezeichnet erhaltenes Gerippe eines Riesenmammuts gestoßen. Es ist das erstemal, daß in Ostsrbirien ein Mammut gefunden wird. Die Arbeiten für die Freilegung und Konservierung der Knochen haben bereits begonnen. Verräter hingerichlet. Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode verurteilte 30 Jahre alte Myndert M e - e u w i s s e n ist hingerichtet worden. Der Verurteilte hat sich aus Gewinnsucht vom Nachrichtendienst einer fremden Macht anwerben lassen und in dessen Auftrag versucht, im Reich militärische Anlagen zu erkunden. An dem pflichtgemäßen Verhalten eines Volksgenossen, den er aushorchen wollte, ist sein verbrecherischer Plan gescheitert. 3m karwendel verunglückt. An der Nordseite der Sulzleklammspitze stürzte die 20 Jahre alte Schneiderin Trudl Pfeifer aus Wien etwa 90 bis 100 Meter tief ab. Der Tod trat auf der Stelle ein. Ihre Begleiterin, eine 17- jährige Schülerin aus Wien, konnte mit Hilfe einiger Mittenwalder Einwohner, die auf der Nachschau nach ihren Schafen waren, aus höchster Bergnot gerettet werden. Indianer-lleberfälle in Kolumbien. Indianer überfielen eine an den Ufern des Cata- tumbo im Urwald gelegene Konzesston einer USA.= Petroleum-Gesellschaft an der Grenze Venezuelas. Das Personal mußte sich mit Bomben verteidigen, nachdem ein Werkmeister von den Indianern getötet worden war. Aehnliche Vorfälle sind seit fünf Jahren an der Tagesordnung, ohne daß die von der Regierung angeordneten polizeilichen Maßnahmen eine Besserung der Verhältnisse herbeiführen konnten. 20 Toke bei den Ueberschwemmungen in Nord- Karolina. Die Ueberschwemmungen in Nord-Karolina haben insgesamt 20 Tote gefordert. Der Sachschaden dürfte 10 Millionen Dollar übersteigen. Viele Landstraßen sind noch durch Bergrutsche gestört. Zahlreiche Orte stehen noch unter Wasser, und Hunderte von Menschen sind obdachlos. Großer 3uwelenschmuggel aufgedecki. Von der Seepolizei und der Zollbehörde i n Arge n t i n i e n ist ein großer Juwelenschmuggel aufgedeckt worden, in den auch Mitglieder der Familie Rothschild verwickelt sein sollen. Bei dem an Bord des englischen Dampfers „Highland Prince" eingetroffenen, als keineswegs begütert bekannten Ehepaar Holzmann sollen Juwelen im Werte von 1600 000 Pesos beschlagnahmt worden sein. Das Ehepaar habe versucht, diese Juwelen einzuschmuggeln. Die Polizei sei mit der Feststellung der wahren Eigentümer beschäftigt. Die argentinische Presse vermutet, daß die Juwelen dem aus Oesterreich seinerzeit nach Frankreich geflüchteten und mit dem gleichen Dampfer in Gesellschaft von zwei weiblichen Mitgliedern der Familie eingetroffenen Multimillionär Rothschild gehören. Mit Staunen habe man beobachtet, daß diese Frauen nicht ein einziges Schmuckstück getragen hätten, während das nicht begüterte Ehepaar Holzmann einen Juwelenschatz mit sich geführt habe. Büchertisch. — „Photographieren falsch und rich- t i g." Von Walter Widmann, Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Mit vielen Abbildungen. Kart. 1,80 RM. — Das Buch, das jedem Anfänger in der Photographie, aber auch jedem Fortgeschrittenen sehr wertvoll sein kann, vereinigt in einer klaren Darstellungsweife eine Fülle der Ratschläge in sich, die unmittelbar aus der Praxis gewonnen wurden. Dem Liebhaber des schönen Lichtbildes wird der Weg gewiesen, wie er zu Bildern kommen kann, die ihn befriedigen. Wer die gegebenen Ratschläge befolgt, wird außerdem bald bemerken, daß er mit geringstem Materialaufwand zu guten Ergebnissen kommen kann. Wie es sich für ein Lehr- buch der Gegenwart ziemt, sind auch ausführliche Ratschläge für die Kunstlicht- und für die Farben- Photographie aufgenommen mordest. — „Mein Leben als Rennfahrer." Von Rudolf Carracciola. Deutscher Verlag, Berlin. Mit 73 Bildern. Ganzleinen 4,80 RM. — (39) — Der bekannte Rennfahrer entpuppt sich mit seinen Schilderungen aus feinem Leben als ein Mann, der feine Fähigkeiten nicht nur am Steuer seines Rennwagens, sondern auch mit der Feder in der Hand beweist. Die zahlreichen Freunde, die er überall hat, werden sein Buch mit besonderem Interesse aufnehmen. Er schildert unmittelbar aus der Sphäre des Rennsportes, schildert alle Freuden, alle Gefahr, alle Enttäuschungen. In diesem Buche zeigt Carracciola erneut, daß es ihm ernst ist um die Sache, der er sich verschworen ^at. Sein Buch wird auch der Jugend viel Freude bereiten. H. L. Neuner. — Goethe, Feldausgabe 1940, eine Auswahl, Deutscher Verlag. Preis 1 RM. Diese Auswahl, die Sigmund Graff für den Feldfolda-- ten traf, will Goethes Ganzheit geben, die Ganzheit eines Menschen, der bei allem Weltbürgertum immer und zuerst ein Deutscher und bei aller Zartheit des Gefühls immer ein Kämpfer gewesen ist. — Liebe, Sch wert und Kranz. Von Friedrich Für st Schwarzenberg. Wilh. Gottl. Korn-Verlag, Breslau. Gebd. 5 RM. — (32) — Das Buch führt den Untertitel „Aus dem Wanderbuche eines verabschiedeten Landsknechtes." Ursprünglich als Manuskript für Freunde gedruckt, ruhte es vergessen im Archiv. Jetzt ist es als Buch der Oeffent- lichkeit zugänglich gemacht worden. Es führt den Leser zurück in die Zeit der napoleonischen Kriege, in die Jahre einer untergehenden und einer werdenden neuen Zeit. Ein interessantes Zeitbild jener Wende, das auch in unseren Tagen noch starkes Interesse auszulösen vermag, ersteht hier vor dem geistigen Auge des heutigen Lesers. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Stange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. In Frankreich, im Juli 1940. 3654 D Unsere liebe Mutter, Schwester und Tante Wilhelmine von Münchow, geb. Bertram ist am 6. August 1940 nach langem Leiden sanft entschlafen. Gießen (Bahnhofstraße 56), den 13. August 1940. Rödgen, Butzbach, den 15. August 1940. Friedrich Wilhelm Köhler Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Frau Maria Köhler, geb. Köhler Llch-Inheiden 3650 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 14. August meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater und Großvater Er gab sein junges Leben getreu seinem Fahneneid. Sein Opfer wird uns Vorbild sein. Wir werden ihn nie vergessen. Die Einäscherung hat auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille stattgefunden. Die Beerdigung findet Freitag, den 16. August, nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehaus aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kurt von Münchow. Linz, Leutnant und Pionier-Zug-Führer. Philipp Arnold, Schreinermeister zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Arnold, geb. Brück Familie Heinrich Arnold Familie Wilhelm Arnold Familie Karl Schmidt. Am 31. Mai 1940 fiel im Kampfe für Großdeutschland bei Amiens unser Kamerad Heinrich Stamm Gefreiter in einem Infanterie-Pionierzug. Stellenangebote! lansgehilfin gesucht. Auch ältere erwünscht. 02739 3tantf.5tr.58 n. Nahe Bahn 1-2 möbl.Zimm.z.v. Crednerstr. 18 I. | Mietgesuche | Pens. Beamter (2 Personen) sucht schöne AiMii. i.gut.Lage.Schr. Angeb. u. 02736 an o. Gieß. Anz. Haben Sie alle herzlichen Dank für die Beweise inniger Teilnahme beim Heldentod unseres lieben 02741 02744 vorzügliches, haltbares Tomatenmark (»erstellen. Das müssen Sie einmal wer* suchen. Bel Gurken millionenfach erprobt- Neue Rezepte bei Ihrem Händler. Kümmel frei für alle Zwecke, empfiehlt Samenhandlung Heinrich Hahn Bahnhofstraße - Fernruf 3403 3646A Knipse... aber mit Verstand! Freibankverkauf am Freitag, 16. August 1940 8649A von 8- 9 Uhr 971.701—750 von 9-10 Uhr Nr. 751—800 von 10-11 Uhr Nr. 801—850 von 11-12 Uhr Nr. 851—900 am Samstag, 17. 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August 1940 Zn der Vormittagsziehung wurden gezogen 93 Gewinne zu 1000 RM. 63529 ---- ----- 33 Gewinne zu _________ 183144 202857 285083 289191 42 Gewinne zu ________ 64939 95743 105740 165042 9 Gewinne zu 3000 RM. 27 Gewinne zu 2000 RM. 274049 321164 348208 395026 123 Gewinne zu 1000 RM. ___ _________ 32381 43640 54890 60847 62776 62917 73569 77864 85777 3 Gewinne zu 5000 RM. 18 Gewinne zu 4000 RM. 317702 324652 111 Gewinne zu 1000 RM. 13392 26305 39510 53721 54352 65916 67947 70000 71563 72456 92556 97715 99296 ---- 152816 159432 164318 169776 193041 193692 199153 203192 222599 238041 249874 251982 253655 279253 304574 313220 315574 321391 330638 333495 354078 3 Gewinne zu 30000 RM. 3 Gewinne zu 3 Gewinne zu 9 Gewinne zu 18 Gewinne zu 353579 388383 3 Gewinne zu 30000 RM. 3 Gewinne zu 9 Gewinne zu 18 Gewinne zu 284290 340269 5. Ziehungstag 14. August 1940 Zn der Vormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 30000 RM. 166502 3 Gewinne zu 10000 RM. 145712 12 Gewinne zu 5000 RM. 34097 272826 296228 343796 15 Gewinne zu 4000 RM. 87265 177468 187256 192848 251958 12 Gewinne zu 3000 RM. 108662 133537 226815 253278 39 Gewinne zu 2000 RM. 7081 65555 66896 91681 99477 211668 229156 266068 271952 281576 306116 334531 394033 108 Gewinne zu 1000 RM. 5611 20348 23795 42232 43969 50251 59100 99725 116699 119548 138621 141418 146887 148051 154177 163805 168961 172865 177860 179793 200127 201321 209793 223072 227357 231387 275532 307704 314287 324354 JQ1522 331251 383084 38598X 386052 391655 — - Bezirksverlreler v. Samengrotzh. Haupt- u. nebenberuflich gesucht. Geboten werden Sofortprov. und festeBezüge.An- geboteu.L.A.7S4 an Ala Anzeigen A.B., Kassel, tageffliD für ganze oder % Tage gesucht. Mäusburg 11. Verkäufe 3 Enten 5 Hühner zu verkauf. 02740 Bahnhosstr. 12. 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Neueste Tobis-Wochenschau HEUTE Donnerstag bis Sonntag Xichtspielftaus Wochentags: Hauptfilm 4.00 Uhr, Wochenschau 5.45 Uhr, Hauptfilm 6.15 Uhr, abends 8.15 Uhr. — Sonntag 3, 5.30, 8.15 Uhr 3644A Nr. 192 Zweiter Blatt________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefftn)_______Donnerstag, 15. August 1940 Aus der Stadt Giehen. Kleines Augusi-Litderbuch. Eine üppige und bunte Fülle aus des Sommers geheimnisvoller Fruchtbarkeit breitet der Gadentisch des Ernting vor uns aus. Gärten und Felder strotzen von saftigem Reichtum. Usber.all stehen die Baumleitern, auf denen fleißige Pflücker und Pflückerinnen die Zweige erleichtern und die geflochtenen Körbe mit Mirabellen und Pflaumen, mit Frühzwetschen, Birnen und Aepfeln füllen, die aus dem sonneverbrannten Laub leuchten. Höfe, Hausflure und Keller duften nach den Säften des reifen Obstes. In den Tomatenspalieren hängen wie riesige Trauben neben- und übereinander prall und handgroß die prächtigen Paradiesäpfel, und an den Gurken- und Kürbisranken, die sich wie mit stählernen Spiralen überall festklammern und kraftvoll halten, schwellen die grünen und goldgelben Früchte wie armdicke Schlangen, manche gekrümmt wie Füllhörner und rund wie Straußeneier oder Fußbälle. Alles ist mächtig an diesen Pflanzen und von tropischen Ausmaßen. In diesem Sinne gleicht ihnen die Sonnenblume, deren Schaft mannshoch emporschießt und zur Dicke eines Armes anwächst, aus dem an dünneren Stengeln die tellergroßen Blüten nach allen Seiten wie Sonnenräder sich entfalten. An Hohlwegen und Waldhängen färbt der Holunder das zierliche Traggestänge seiner Dolden rötlich und aus den weißen Sonnenschirmchen der Blüten werden die wie aus schwarzen Perlen gestickten Fruchtschirmchen, von Vögeln ebenso gesucht wie von emsigen Beerenpflückerinnen, die aus ihnen wohlschmeckenden Holundersaft und Holunder- marmelaüe bereiten. Gin ähnlich kräftiges Aroma besitzen die kirschendicken schwarzblauen Früchte des stacyelichten Brombeerdickichts, das seinen Wildwuchs zwischen Nesseln und über altes Gemäuer entfaltet oder als schützender Zaun Gartenstücke umfriedigt. lieber den Stoppeläckern geigen, solange die Sonne scheint, die verliebten Heuschreckenmännchen chre Liebesweisen, während die Grillen ihre Serenaden in den nächtigen Sternenhimmel schrillen. Dagegen ist es im Wald stiller geworden. Manche Sänger sind schon abgezogen, andere bereiten den großen Fernflug vor. Man hört jeden Schritt ans dem knackenden Gezweig, das dürr in den Wegen liegt Es riecht nach Moos und Pilzen, und zuweilen begegnet einem ein Sammler mit einem gefüllten Korb dottergelber Pfifferlinge. P. B. Dornotizen. Tageskalender für Donnerskag. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 Uhr in der Aula der Universität Eröffnung der „Musikschule für Jugend und Volk". — Gloria-Palast, Ses- tersroeg: „Herz ohne Heimat". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die guten Sieben". H5-WiW M kraft öurd] Sreoöe Im Monat August bieten wir siebentägigen Ferienaufenthalt jeweils von Samstag zu Samstag im Kreis Büdingen. 3631V Teilnehmerpreis 22 RM. (ohne Fahrt) Nächster Aufenthalt in der Zeit vom 17. bis 24. 8.1940. Anmeldungen sofort erbeten in unserer Verkaufsstelle, Seltersweg 60. BOM. — Werkgruppe 2a/116 Heute, Donnerstag, 15.8., tritt die Gruppe um 20 Uhr an der Gummifabrik, Leihgesterner Weg 35, zur Heilkräutersammlung an. Mitzubringen sind Tasche oder Korb und Schere. Allgemeines Tanzverbot. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, sind öffentliche Tanzluslbarkeiten bis auf weiteres verboten. Dieses Verbot tritt schon mit dem heutigen Tage in Kraft. Ausruf. An sämtliche Betriebsführer und Betriebsobmänner von Gießen. vetr.: Reichs st raßenfammlung am 17. und 18. 8. für das Deutsche Rote Kreuz. Die 2. Reichsstrahensammlung für das Deutsche Rote Kreuz wird am 17. und 18.8. durch die Deutsche Arbeitsfront, den Reichskriegerbund und das Deutsche Rote Kreuz durchgeführt. Die Betriebsobmänner sind dafür verantwortlich, daß sämtliche nachstehend aufgeführten Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront DAF.-Walter und -Warte, Betriebsführer, Betriebsobmänner, Vertrauensmänner, Werkscharmänner, 2. Reichsstrahensammlung auf und richtet einen Appell an den Opfersinn der Heimat. Die deutsche Nation weiß, daß der letzte unh entscheidungsschwerste Schlag dieses Krieges mit jedem Tag näherrückt. Sie weiß aber auch, daß die Front gegen England gerüstet und das deutsche Schwert geschliffen ist, schärfer als je zuvor. Das Vertrauen des Volkes in seine Wehrmacht ist grenzenlos. Das dankerfüllte Echo auf diese tapfere und zum Letzten entschlossene Haltung unserer Truppen muß die Opferfreude der Heimat sein. Das deutsche Volk hat in diesem Krieg einen Geist bekundet, wie er prächtiger und herrlicher nicht denkbar ist. Es hat gearbeitet und mehr als seine Pflicht getan, es hat Opfer gebracht und Entbehrungen auf sich genommen und damit bewiesen, daß es den Ernst der Zeit begriffen hat. Und jetzt, wo unsere Wehrmacht auf ihren weiteren Einsatz wartet, müssen auch wir, die wir daheim sind, noch einmal alle Kraft anstrengen und das Höchste aus uns herausholen. Noch stets war das Ergebnis einer Sammlung, zu der die deutsche Nation'im Krieg aufgerufen wurde, höher gegenüber der früheren. Immer von neuem hat die Heimat gezeigt, daß sie noch mehr als vordem zu opfern imstande ist. Und so muß es auch bei der kommenden Sammlung am Samstag und Sonntag fein: Das Ergebnis muß alle bisherigen Sammlungen weit übertreffen. Dann ist unser Opfer nicht nur ein Zeichen des Dankes für die Treue und den Einsatz unserer Soldaten, nicht nur eine Hilfe für die kranken und verwundeten Krieger, sondern auch ein Beitrag für den Endsieg, der errungen wird, wenn kämpfende Front und opfernde Front Hand in Hand Zusammenarbeiten. M langjährige treue Dienste ausgezeichnet. am kommenden F r e i t a g, 1 6. d. 21L, um 1 9 Uhr auf der zuständigen Dienststelle der RSV. zum Büchsen- und Abzeichenempfang anwesend sind. Gießen-Witte, Seltersweg 38, Giehen-Rord, Walltorstrahe 38, Gießen-Ost, Kaiserallee 34, Giehen-Süd, Crednerstrahe 24. Wir bitten auch bei dieser Reichsstrahensammlung um Ihren vollen Einsatz. heil Hitler! 3. V.: gez. Schmidt, Kreisobmann. * Für den Kreis Wetterau stehen insgesamt 100 000 Abzeichen zum Verkauf zur Verfügung. Davon werden für die Stadt Gießen 37 000 Stück zum Absatz bereitgehalten. Die Deutsche Arbeitsfront läßt die August iv» Sonnabend »w« Sammlung von den im vorstehenden Aufruf bezeichneten Amtswaltern durchführen. Der Kreis- führet Gießen des NS.-Reichskriegerbundes hat an alle Kameradschaften der alten Soldaten in Stadt und Kreis Gießen den Befehl erlassen, am Samstag und Sonntag alle verfügbaren Kameraden für die Sammlung einzusetzen. Das Deutsche Rote Kreuz stellt ebenfalls in Stadt und Kreis Gießen alle uniformierten männlichen und weiblichen Einheiten des DRK. in den Dienst der Sammlung. Von besonderen Veranstaltungen wird in Gießen abgesehen. Unser Beitrag zum Siea. In diesen Tagen, wo unsere Gedanken zu jeder Stund" bei unseren Soldaten weilen, deren Karnpf- bei.eitschaft und Einsatzfreudigkeit, deren Opfer und Pflichterfüllung wir gerade jetzt wieder Tag für Tag mit stolzer Dankbarkeit bewundern, ruft das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz zur Am gestrigen Mittwochnachmittag ehrte Oberbürgermeister Ritter in einer schlichten Feier im Sitzungssaale des Stadthauses Bergstraße eine Anzahl Männer, die sich als Gefolgschaftsmitglieder der Stadt Gießen durch langjährige treue Arbeit im Dienste der Gießener Bevölkerung ausgezeichnet haben. Diesen Männern, deren Namen wir am vorgestrigen Dienstag bereits mitteilten, überreichte der Oberbürgermeister das ihnen vom Führer verliehene Goldene Treudienst-Ehrenzeichen für 40- jährige bzw. das Silberne Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienstzeit. Oberbürgermeister Ritter der mit seinem gegenwärtigen Stellvertreter, Beigeordneten Nicolaus, erschienen war, richtete an die verdienten Veteranen der Arbeit eine kurze Ansprache, in der er ihren treuen und tatfrohen Einsatz für das Wohl der Gießener Bevölkerung in warmen Worten würdigte. Er betonte, daß zur rechten Ausfüllung des Arbeitspostens die Liebe zur Sache und die Freude am Schaffen, die Treue zur Arbeit aehören. Das Wort des verewigten Generalfeldmarschalls von Hindenburg: „Die Treue ist das Mark der Ehre" habe als Leitstern auch über dem Schaffen dieser Männer gestanden, die nunmehr für ihr treues Wirken im Beruf und damit im Dienste für Volk und Vaterland in wohlverdienter Weise ausgezeichnet würden. Nur bann, wenn eine Gemeinschaft in Treue und guter Kameradschaft zusammenstehe, könne das Höchste erreicht werden. Die verschworene Gemeinschaft des Füyrers, die durch ihren jahrelangen Einsatz das nationalsozialistische Reich erkämpfte, habe diese Treue bekundet und damit den Grundstein gelegt zu der Größe unseres Volkes, die sich gerade in der Gegenwart besonders eindrucksvoll zeige. Diese Treue entspreche dem deutschen Charakter, denn durch die Treue des deutschen Menschen sei immer während aller Jahrhunderte in hingebender Pflichterfüllung für das deutsche Volk zugleich auch für Europa Gutes geschaffen worden. Der Führer habe als äußeres Zeichen der dankbaren Ehrung treuer deutscher Menschen für ihre Arbeit zum Wohle des Volkes das Treudienst-Ehrenzeichen gestiftet, mit dessen Verleihung die treue Pflichterfüllung die verdiente öffentliche Würdigung erfahre. Die Treue und der vorbildliche Geist des Dienens, die den deutschen Menschen auszeichnen und unser Volk unbesiegbar machen, sei in den heute ausgezeichneten Arbeitsjubilaren in vorbildlicher Weise lebendig. Es sei ihm daher eine besondere Freude, diesen Männern im Namen und Auftrag des Führers Dank zu sagen für ihre treuen Dienste, ihnen die ehrende Auszeichnung überreichen und sie zu dieser verdienten Würdigung beglückwünschen zu können. Er sei gewiß, daß diese Männer ihren bisher durch treue Pflichterfüllung im Dienste der Volksgemeinschaft gekennzeichneten Weg weiter gehen und dadurch Vorbild für alle Volksgenossen sein und auch ihr künftiges Leben mit dem hohen Inhalt des Arbeits-Ethos ausfüllen würden. Hierauf heftete Oberbürgermeister Ritter jedem einzelnen der Arbeitsjubilare das Treudienst-Ehrenzeichen an den Rock und sprach ihnen seine herzlichen Glückwünsche aus. Beigeordneter Nicolaus überreichte den Ausgezeichnet die entsprechende Urkunde und übermittelte ihnen seine herzlichen Wünsche. Am Schlüsse der schlichten Feier wünschte der Oberbürgermeister den Jubilaren, daß es ihnen vergönnt sein möchte, noch lange in dem großen und mächtigen, in der Welt hochangesehenen und von unserem Führer zum Glück emporgeführten Deutschland in Gesundheit und Frische für die Stadt Gießen wirken zu können, in einem gesicherten Frieden, den unser Führer und unsere Wehrmacht nicht nur für Großdeutschland, sondern für ganz Europa fieber» stellen werden. Mit dem Gruß der Liebe und Treue zum Führer schloß die eindrucksvolle Feier. ©er „Giern der Weisen" wieder sichtbar. Ein seltenes Himmelsschauspiel heute zu sehen. — Alle 260 Jahre einmal. Zur Zeit der Geburt Christi wurde durch einen angeblich neuen Stern die damalige Welt in Aufregung versetzt und hat die „Weisen des Morgenlandes", die niemand anders waren als berühmte Astronomen, zu ihrem Weg von Babylon, der Hochburg alles astronomischen Wissens in alter Zeil, nach Bethlehem veranlaßt. Das ganze Mittelalter hindurch hat dieser Stern die Astronomen der Welt beschäftigt. Heute ist sein Geheimnis enthüllt, und die Astronomie weiß, daß es nicht ein Stern, sondern eine ganz bestimmte Sternkonstellation ist, die alle 260 Jahre wiederkehrt. Der bekannte Spezialist Professor Dr. Hennig (Düsseldorf) führte darüber im letzten „Bericht der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft" aus, daß niemals daran gezweifelt worden ist, daß jener „Stern der Weisen" tatsächlich damals am Himmel geleuchtet hat. Wir wissen heute, daß dieser Stern kein Wunder und auch kein Mythos, kein Komet und auch kein „neuer Stern" war, sondern eine überaus eindrucksvolle Planetenkonstellation, die sich im Jahre 7 vor unserer Zeitrechnung im Sternbild der Fische abgespielt hat und die sich in diesem Jahre im benachbarten Sternbild des Widders abermals ab spielen wird. Es handelt sich um 3 Rezept zum Braunwerden: Allmählich an die Sonne gewöhnen und langsam bräunen. Mit Nivea-Creme! Wer aber unbedingt länger in der Sonne bleiben und schneller braun werden will, braucht Nivea-Ultro-Ol mit dem verstärkten Lichtschutz. Die schöne Meiusme Roman bon Hans RÄter 27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Als der Zug den Damm über den Steinberger See passiert, hebt sie noch einmal die Hand, und je näher sie an Berlin kommt, in desto weitere Ferne rückt der Endsee mit seiner Runeninsel, rückt Hal- lersdorfer Teerofen mit der schönen Melusine, und alles verschwimmt ineinander und vermengt sich. Aus Wahrheit und Träumerei wird jenes unwirkliche Bild, das wir Erinnerung nennen und das unwirklich und doch im höchsten Grade wirklich ist. Eben, weil alles in einem ist: wir selber und unser Erlebnis. Berlin ist Wirklichkeit und Gegenwart zugleich. Als Tilde vor dem Bahnhof auf Der Straße steht, ist es, als sei sie nie fortgewesen. Mehr noch: diese Stadt nimmt einen mit all ihren Äußerlichkeiten, mit den Schaufenstern, dem Straßenlärm, den arüngelbroten Lampen und mit der Luft, die zuerst beengt und die zugleich doch vertraut ist, gefangen. Man kann auch hier ein Boot haben, in Wannsee zum Beispiel, in Pichelsdorf, draußen in Grün- au. Man kann dort paddeln und paddeln, so viel man will, aber aus dem Dunstkreis Berlins kommt man nicht heraus. Sommernachmittage und Wochenende sind keine Ferien. Und Ferien, das empfindet Tilde in diesem Augenblick, auch nicht so frei, wie man sie sich so gern erträumt. Denn es gibt eine Brücke, die in weitem Bogen vom Ferienan- fang zum Ferienende führt und beide miteinander verbindet. Wenn Tilde jetzt in das Reisebüro gehen unb ihren Platz einnehmen würde, wäre .alles wie früher: Man nimmt den Schutzdeckel von her Schreibmaschine, fährt mit Tuch und Drahtbürste über die Buchstaben und Tasten, legt Briefbogen, Durchschlagpapier und Kohlepapier zurecht und fitzt erwartungsvoll mit Stenogrammblock und Bleistift da. „Geehrter Herr", dann ist es so weit. Ist noch nicht so weit. In zwei Wochen wird Tilde wieder nach Berlin kommen. Irgendwoher. Dann muß sie den alten Platz wieder einnehmen und abwarten, bis der Kündigungstermin herangerückt ist. Erst dann sind Hellwig & Holzmann an der Reihe. Vorläufig gibt es bei Hellwig & Holzmann nur eine Gastrolle. Pumps liegt in feiner Ecke und wedelt, als sie hereinkommt. Der große Chan springt auf, und Hellwig — Wilhelm Hellwig sitzt hinter seinem Schreibtisch und raucht eine dicke Zigarre. Er ist aber recht merkwürdig heute, ganz anders, als ihn Tilde von seinem Besuch in Lüchow in Erinnerung gehabt hat. Er gibt Holzmann einen Wink. Der brabbelt etwas, das Tilde nicht verstehen kann, und ist draußen, kaum, daß es zu einer richtigen Begrüßung gekommen ist. „Wollen Sie denn heute nicht mitfahren, großer Chan?" fragt Tilde noch, aber sie bekommt keine Antwort. Dafür schiebt ihr Wilhelm Hellwig den Sessel hin, der für prominente Leute angeschafft worden ist, zupft noch einmal an feinem Schlips, legt die Zigarre beiseite und steht auf. „Ich möchte mit Ihnen reden, Fräulein Tilde." „Deshalb bin ich ja hier, ich wollte Ihnen noch einmal die Route —" ,Zch wollte nicht über die Fahrt reden, sondern —" Donnerwetter, es ist doch nicht einfach, vorhin hat er alles mit Holzmann durchgesprochen, und jetzt, Auge in Auge... „Mit dem Sommernachtstraum wäre ja nun alles in Ordnung", fetzt er wieder an, „und wir sind Ihnen sehr dankbar, daß Sie uns den hübschen Namen genannt haben." „Aber es macht mir doch auch Spaß, Herr Hellwig", meint Tilde und weiß nicht, woraus er hinaus will. „Ja, und heute, das ist nun unsere erste Fahrt, und es ist überhaupt für unsere Firma ein ganz besonderer Tag. Sehen Sie, als Holzmann bei mir eingetreten war, da habe ich mich sehr gefreut, wirklich, das können Sie mir glauben. Aber es ist eben doch nur ein Anfang." „Ich kann mir denken, daß Sie die Firma weiter ausbauen wollen, Herr Hellwig", wirft Tilde wieder ein. „Sie wollen doch noch mehr Wagen einstellen." Hellwig atmet erleichtert aus. „Natürlich wollen wir das. Sehen Sie, und nun haben wir solch einen hübschen Namen gefunden, und wenn wir wieder einmal einen Wagen kaufen — würden Sie uns dann auch helfen?" „Das will ich gern tun, Herr Hellwig." „Und, ja — ich bin ein einfacher Gastwirtssohn, und ich hab' nicht viel gelernt. Aber mein Fach versteh' ich, und aus dem Geschäft wird was, darauf können, Sie sich verlassen. Ich habe mich auch schon nach einem hübschen kleinen Zweisitzer umgesehen, denn mit dem alten Kasten, den kann ich Ihnen doch nicht zumuten. Meinen Sie, daß Sie mit mir in 'nem Zweisitzer — ? —" Tilde sitzt betroffen da und hält den Kopf gesenkt. „Aber Herr Hellwig —" Er ist neben sie getreten. „Reden ist nicht meine Sache, Fräulein Tilde, aber wenn Sie meine Frau werden wollen." „Lassen Sie mir Zeit, Hellwig", bittet Tilde. „Wissen Sie, es kommt schon ein bißchen unerwartet für mich. Ich kann doch nicht —" „Und wann wollen Sie mir Bescheid geben?" drängt er. „Eine Wohnung habe ich nämlich auch schon in Aussicht. Balkon, Südseite, Neubauwohnung, oder meinen Sie, wir sollten lieber in einer Siedlung —" „Morgen", bittet Tilde. „Oder übermorgen. Und eins müssen Sie mir versprechen: Heute auf der Fahrt wollen wir kein Wort davon reden." Das verspricht ihr Hellwig, obgleich es ihm nicht leicht fällt. 25. Hinter der Utriner Schleuse liegt der brave „Theodor", und sanfter Rauch kräuselt aus seinem nicht mehr ganz neuen Schornstein. Neben dem rn spiegelndem Lack blitzenden Sommernachtstraum, der bis dicht an die Brücke herangefahren ist, sieht er wirklich ein bißchen schädig aus. An dieser Brücke erlebt Tilde eine Ueberraschung. Fritz und Lotte Mewes stehen da und erklären nut strahlenden Gesichtern, sie hätten das Kind Schurcks bei Vatern in Obhut gegeben und sich ihrerseits entschlossen, die Fahrt mitzumachen. „Wenigstens mit dem .Theodor' bis Waldmühle", sagt Lotte. Es handelt sich nicht nur um bie beiden Leutchen Auch „Lotteken" ist da, ist der Einfachheit halber nicht auseinandergenommen worden, sondern liegt an der Reling des großen Bruders. Seine Besitzer haben allerlei Not, daß die Sommernachtsträumler nicht mit den Stiefeln in die empfindliche Gummihaut treten. „Weißt du", strahlt Lotte. „Ein Kind ist ja ganz schön, aber mal ohne Kind ist auch schön. Also hab' ich dem Ähurcks einen Kuß auf feine süße Nase gegeben und Fritzchen davon überzeugt, daß auch Ehepaare ein Recht auf Wochenende haben." „Wollt ihr zelten?" fragt Tilde. „Wollen wir nicht, Fritzchen und ich wollen richtig verreist spielen. Eigentlich wollten wir schon immer einmal an den Königsfee, aber Fritzchen findet, daß unser Wäglein zu viel Benzin brauchen würde. Und Oel erst recht. Deshalb sind wir ja bei Vatern eingefallen. Na, und jetzt fahren wir nach dem Königsfee-Ersatz. Es ist alles geregelt, Fräulein Reisemarschall, Fikchen Brümmer hat uns ihr letztes Zimmer eingeräumt, und morgen früh verschwinden wir lautlos samt „Lotteken . llebri- gens steht dir deine neue Würde blendend." Tilde macht eine Handbewegung, die alles bedeuten kann. Sie hat nicht gedacht, daß Menschen so viel fragen können. Soweit es den „Sommernachtstraum" betrifft, hilft ihr ja der Fahrer, aber nun soll sie von jeder Ortschaft wissen, was dort geschehen ist. Eine sucht den alten Zielen auf einem Der Schlösser, der andere den Ritter Kalbutz, von dem Tilde nur die dunkle Ahnung hat, daß etwas mit seinem Begräbnis in Ordnung gewesen ist. Der will unbedingt mit dem Kopf nach Osten schlafen, und der erzählt, in Häusern, die auf einer Wasserader stünden, tue er die ganze Nacht kein Auge zu. Weil die Waldmühhe an und nicht über einem Bach liegt, glaubt Tilde ihn beruhigen zu können. Man kommt nicht ungestraft vom Urlaub zurück. Das Büro hat von Tildes Anwesenheit erfahren, und der Leiter klagt seine Nöte. Das geschieht telephonisch und zu einer Zeit, als der „Sommernachtstraum" schon fahrfertig draußen steht. „Sie können doch unterbrechen, Fräulein Rohloff, wir sitzen in der dicksten Arbeit, und es fehlt an Ecken und Enden." Einen Augenblick denkt Tilde wirklich daran, ihren Urlaub zu unterbrechen. Sie braucht ihre Entscheidung noch nicht zu fällen. (Fortsetzung folgt) eine Konstellation der beiden RiesHnplaneten Jupiter und Saturn. An sich sind Begegnungen zwischen Jupiter und Saturn nicht allau selten, sondern finden etwa alle 20 Jahre statt, so zuletzt noch im September 1921 und Oktober 1901, ohne daß sie irgendwelches Aufsehen erregten. Die große Mehrzahl dieser Konstellationen ist entweder überhaupt nicht sichtbar, weil beide Planeten der Sonne zu nahe stehen, oder es ist ein kaum wahrnehmbares Ereignis. Nur wenn beide Planeten in Opposition zur Sonne stehen und gleichzeitig eine „Konfunktion" zwischen ihnen eintritt, kommt es zu einem bedeutenden Himmelsschauspiel, weil dann der sich schneller bewegende Jupiter zwei- oder gar dreimal zum langsameren Saturn in eine Eng-Stellung tritt. Dieser ‘ Fall ereignet sich durchschnittlich alle 260 Jahre nur einmal und wurde zuletzt 1682 und davor 1425 erlebt. Dieses Schauspiel werden wir 1940/41 genau wie im Jahre 7 vor unserer Zeitrechnung wieder erleben. Wieder wird in diesem Jahre eine dreimalige „Konjunktion" im Widder-Sternbild vor sich geben, wie sie seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr da war. Im Juli 1940 begann die Annäherung der beiden Planeten und am 2. August standen sie in Eng-Stellung. Die eigentliche Konjunktion' im gleichen Meridian tritt am heutigen 15. A u g u st ein und wiederholt sich in der Nacht zum 12. Oktober 1940 und am 2 0. Februar 1941. Die sonstigen Eng-Stellungen der Planeten werden am 30. Oktober dieses Jahres und am 9. Februar 1941 erreicht. Jetzt im August wird die eindrucksvolle Him- melserscheinung nur für Frühaufsteher zu sehen sein, im Oktober wird sie während der ganzen Nacht sichtbar bleiben und im Februar 1941 am eindrucksvollsten in den Abendstunden. Oie neue Sescbästsstenografenprüfung über die Schreibmaschine, über die einzelnen Systeme, über die Reinigung und Pflege der Maschinen Bescheid wissen. Für Anfänger sind bei der Stenotypistenprüfung Erleichterungen gewährt. So erfolgt die Geschwindigkeitsprobe in Kurzschrift statt bei 150 bei 120 Silben in der Minute. Für das Schnellschreiben werden statt 180 nur 150 Reinanschläge verlangt. Die Geschäftsstenografenprufunaen zerfallen also jetzt in die schon früher übliche Kurzschriftprufung, in eine Prüfung im Maschinenschreiben und in die neue Stenotypistenprüfung. Die ersten Prüfungen nach der Neuregelung' sollen Ende Oktober stattfinden. Gietzen-Klein-Linden. Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde dem Gefreiten einer Kraftfahrerabteiluna Erwin Weller von hier das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Ferner sind in den letzten Wochen die nachstehend genannten Söhne unserer Gemeinde für ihren Einsatz im Westen, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet worden: Feldwebel Fritz Morne- weg, Soldat Wilhelm Weigel, Obergefreiter Fritz Weller, Unteroffizier Rudolf Holler und Unteroffizier Heini K e u d e l. Letzterer ist auch im Besitz des Eisernen Kreuzes I. Klasse. Feldwebel Wilhelm Fey erhielt schon im Feldzug gegen Polen das Eiserne Kreuz II. Klasse. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 15. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, kg 6,5, 5 kg 65, Wirsing J4 kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 7, rote Rüben 10 bis 14, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 15, gelb 21, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 22, Zwiebeln 14, Pilze 50, Frühäpfel 40, Falläpfel 10 bis 12, Birnen 30 bis 40, Pflaumen 30, Zwetschen 30, Mirabellen 30 bis 35, Renekloden 30, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 3 bis 8, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 1% bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis‘10, Sellerie 30, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Rpf. Einführung der Slenolypistenprüfung. Bisher wurde bei den Geschäftsstenografenprüfungen vor den Prüfungsausschüssen der Industrie- und Handelskammern in der Hauptsache nur in Kurzschrift geprüft. Nun ist für das ganze Reichs- gebiet die Stenotypistenprüfung eingerichtet worden, durch die erreicht werden soll, daß die Berufs- bezeichnung Stenotypist nur noch für den Anwendung findet, der diese Prüfung bestanden hat. Es werden eine Geschwindigkeitsprobe in Kurzschrift, ein Schnellschreiben bei der Maschinenschreibprüfung und das formgerechte Gestalten eines Schriftstücks verlangt. Der Stenotypist muß selbstverständlich auch *♦ Das Schutzwall-Ehrenzeichen v e r- liehen. Für seinen Einsatz beim Bau des Westwalls wurde dem Bezirks-Jnnungsmeister des Kraftfahrzeuahandwerks Ernst A ß m a n n in Gießen vom Führer das Schutzwall-Ehrenzeichen verliehen. Aßmann hat sich durch seine Mitarbeit als Reparatur-Referent für das Kraftfahrzeugwesen bei der Organisation Todt um die Arbeiten am Westwall verdient gemacht. Aus der engeren Heimat. Heinrich Brauer, Ober-Ofleiden, 80 Jahre alt. > * Ober-Ofleiden (Kreis Alsfeld), 15. Aug. Der hiesige Landwirt und Mühlenbesitzer Heinrich Brauer kann am morgigen Freitag, 16. August, in körperlicher und geistiger Frische jein 80. Le - bensjahr vollenden. Der Jubilar ist durch seine vielseitige ehrenamtliche öffentliche Tätigkeit in früheren Jahren weithin in Hessen bekanntgeworden Bon 1897 bis 1924, also 27 Jahre lang, gehörte er als Vertreter der hessischen Bauern dem früheren Hessischen Landtag an, in dem er für die Belange des Landvolkes tatkräftig wirkte. Weiter gehörte er der Landwirtschaftskammer für Hessen seit deren Errichtung bis zum Jahre 1925 an, außerdem stellte er im Landwirtschaftskammer-Ausschuß für die Provinz Oberhessen, im Prooinzialtag und Provinzial- Ausschuß der früheren Provinz Oberhessen, sowie im Kreistag und Kreisausschuß des Kreises Alsfeld viele Jahre lang bis 1925 feine Kraft in den Dienst für das allgemeine Wohl. In Anerkennung (einer Verdienste um die Allgemeinheit wurde Heinrich Brauer von dem früheren Großherzog das Ritterkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Die Landwirtschaftskammer für Hessen zeichnete ihn durch die Verleihung der kleinen Silbernen Medaille der Landwirtschaftskammer aus. Die Ludwigs-Universität in Gießen ernannte ihn im Jahre 1924 zu ihrem Ehrensenator. Seit 1925 hat sich der allezeit für das Gemeinwohl tatfrohe und in weiten Bevölkerungskreisen hoch- geschätzte Mann vom öffentlichen Leben zurückgezogen. Möge dem Jubilar ein weiterer schöner Lebensabend in Gesundheit und Frische beschieden fein. Eine verhängnisvolle Schwarzfahrt. Lpd. Marburg, 14. August. Zu nächtlicher Stunde unternahmen zwei junge Burschen aus Sterzhausen mit einem Motorrad, das sie sich angeeignet hatten, eine Fahrt in Richtung Kalbern. Unterwegs rannten sie gegen einen Baum, wobei der eine von ihnen sofort getötet wurde und der zweite solche Verletzungen erlitt, daß er in die Marburger Klinik gebracht 'werden mußte. Landkreis Gießen. 8. Lang-Göns, 15.August. Unsere zweit- älteste Einwohnerin, Frau Marie Kromp Wwe., Enggasse, kann am 18. August ihren 8 7. Geburtstag feiern. Trotzdem sie körperlich etwas behindert ist, hilft sie noch fleißig im Haushalt mit Die größte Freude bereiten ihr die Urenkel, die sie behütet. Im Weltkrieg verlor Frau Kromp einen Sohn und einen Schwiegersohn. Vier Kinder, elf Enkel und fünf Urenkel können mit der hoch- betagten Jubilarin den Geburtstag feiern. Auch wir wünschen viel Glück und noch recht sonmge Tage. * Geilshausen, 15. Aug. Oberstarzt Dr. W o l k e w i tz hat in seinem Jagdbezirk in unserer Gemarkung innerhalb weniger Tage das d r 111 e Stück Schwarzwild z u r Strecke gebracht. Mit diesem seltenen Jagderfolg hat er unseren Bauern und Landwirten bei der Abwehr des Schadens durch Schwarzwild in erheblichem Maße geholfen. Wenn die Polizei verdunkelt... Ein drastisches Mittel der Abhilfe. LPD Frankfurt a. M., 13. Aug. Ein Ladenbesitzer im Stadtteil H ö ch st hatte an einem der letzten Abende vergessen, das Licht in seinen Geschäftsräumen zu löschen, das nun durch die beiden großenSchaufensterin strahlender Helle auf die Straße flutete. Da der Ladeninhaber nicht zu erreichen war, griff die Polizei zu einem ebenso drastischen wie wirksamen Mittel der Abhilfe. Sie ließ einen Malermeister kommen, der die Schaufenster in kurzer Zeit mit dicker schwarzer Farbe so re st los verdunkelte, daß nicht der geringste Lichtschein mehr auf die Straße fiel. Der leichtsinnige Ladenbesitzer hat nun nicht nur die Reinigung der Schaufenster zu bezahlen, sondern er wird auch noch durch einen empfindlichen Strafzettel nachdrücklich daran erinnert werden, daß man seinen Laden am Abend nicht verlassen darf, ehe man sich davon überzeugt hat, daß alles sorgfältig verdunkelt ist. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Aug. Es notierten fe 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 59, b) 54 bis 59, c) 44 bis 50, d) 23 bis 40, Lämmer und Hämmel a2) 50 bis 51, b2) 48 bis 49, c) 30 dis 44, d) 20, Schafe a) 42 bis 44, b) 36 bis 40, c) 10 bis 32, Schweine a) 59, bl) 59, b2) 59, c) 58, d) 55, e) 53, Sauen gl) 59. Marktverlauf: alles zugeteilt. SJ.-fpori Förderung des Schwimmsportes in der Schule 3. 4. 5. 6. 7. zum letzten Tor verwandelt. Der Sieg der Gäste war verdient. Handball: Klein-Linden — Heuchelheim 19:6 (10:4). Zu dem Freundschaftsspiel trat Klein-Linden in guter Aufstellung an. In der ersten Halbzeit zeigten die Gäste noch ein gutes Spiel, warteten auch mit einigen Erfolgen auf. Dann aber nahmen die Platz- Herren das Spiel in die Hand und waren tonangebend bis zum Ende. Der Sturm griff schnell an, verzichtete auf sein früher oft versagendes enges Spiel und konnte infolge guter Schubleistungen diesen hohen Sieg erringen. Tv. Hörnsheim Katzenfurt (Tv.) Tv. Lützellinden Grüningen (Tv.) Tv. Lang-Göns. Das Schwimmen ist eine Brauchkunst, deren Erlernung ebenso notwendig ist, wie Lesen und Schred ben. Die Gefahr des Ertrinkens kann nur durch die Beherrschung des Schwimmens wirksam bekämpft werden. Es darf nicht mehr vorkommen, daß deutsche Männer, die zur Wehrmacht eingezogen werden, nicht schwimmen können. Sie müssen schon ausgebildete Rettungsschwimmer sein, und deshalb müssen die Kinder in bef Schule Schwimmen und auch Retten lernen. Die gesundheitlichen Werte des Schwimmens können nicht hoch genug bewertet werden. Der Aufenthalt in Wasser, Luft und Sonne führt zur Abhärtung und Erhöhung der Widerstandskraft des gesamten Organismus. Früher wurde das Schwimmen in den Schulen nur in beschränktem Umfange durchgeführt, heute find die Voraussetzungen, die notwendigen Schwimmgelegenheiten auch noch nicht überall vorhanden. In die schulische Leibeserziehung ist aber das Schwimmen eingegliedert, und die „Richtlinien für die Leibeserziehung" stellen es nach Ziel, Inhalt und Durch- führung als Kernstück heraus. Zusammen mit den Spielen, den Grundformen des Laufens, Springens, Werfens und Kletterns gehört Schwimmen zu den Leibesübungen, die an allen Schularten betrieben werden können und müssen. Die Grundlage dieser völlig neuen Bewertung des Schwimmens ist die klare Erkenntnis der erzieherischen, biologischen und gesundheitlichen Werte dieses Sportes. Das Schwimmen löst gerade in den Entwicklungsjahren die Reize zu einer gesunden Organentwicklung und zum Wachstum aus. Damit dies erreicht wird, darf nicht nur gebadet werden, sondern entsprechend der Leistungsfähigkeit müssen auch die Anforderungen gesteigert werden. Das Ziel ist Leistungsschwimmen (Schnell- und Dauerschwimmen) und als Krönung Rettungsschwimmen. Der Wert der Ausbildung von Schülern im Rettungsschwimmen steht außer Zweifel, da die erfolgreiche Anwendung dieser Fähigkeit im Ernstfall amtlich erwiesen ist. Im Alter von 10 bis 14 Jahren lernen die Kinder am leichtesten schwimmen. Beginnend mit spielerischem Baden als Wassergewöhnungsübungen wird die Schwimmbewegung und die richtige Atmung erlernt. Eine besondere Mutschulung wird durch das Wasserspringen erreicht. Diese schwimmerische Breiten- und Tiefenarbeit in der Schule wird in absehbarer Zeit ihre Erfolge zeitigen. Sie dient der Verwirklichung des Zieles: „Jeder Deutsche ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter." Auch in unseren heimischen Kreisen wird auf dieses Ziel hingearbeitet, in vielen Schulen wird der Schwimmunterricht nach den Richtlinien durchgeführt. Don den 83 Landschulen des Kreises Gießen haben 29, von den 70 Gemeinden des Kreises Friedberg 23 und von den 103 Gemeinden des Kreises Büdingen 28 Schwimmgelegenheit. H, Unsere heimischen Geräteturnsr, die überall, wo sie in Erscheinung treten, lebhafte Aufmerksamkeit finden und alle Anerkennung erfahren, traten am vergangenen Sonntag beim Altersturnen dzw. bei den Ausscheidungskämpfen zu den deutschen Mehrkampf- meifterfdjaften erneut hervor und zeigten eine Fülle der schönsten Hebungen an den verschiedenen Geräten. — Unser Bild zeigt den Wiesecker Turner Senkstage in vorbildlicher Haltung bei einer Hebung am Barren. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Ortssportgemeinschaststag in Gießen Klein-Linden. Aus Anlaß des Ortsspvrtgemeinschaftstages, der am Sonntag in Gießen-Klein-Linden durch geführt wurde und über den wir schon berichteten, wurden von den Sportlern auch volkstümliche Cinzelwett- kämpfe in Weitsprung,, Hochsprung, Kugelstoßen und 100-Meter-Lauf ausgetragen. Die Ergebnisse ind folgende: Weitsprung: 1. Hermann Hinterlang, HI., Jahrgang 1922/23, 5,40; 2. Heini Stein, HI., Jahrgang 1922/23, 5,10; 3. Hans Steinmüller, Marine- HI., Jahrg. 1924/25, 5 Meter. Hochsprung: 1. Otto Volkert, HI., Jahrgang 1922/23, 1,60; 2. Karl Ludwig Schmidt, HI., Jahrgang 1922/23, 1,55; 3. Albert Bingel, HI., Jahr- •ggng 1922/23, 1,55 Meter. Kugelstoßen: 1. Hermann Hinterlang, HI., Jahrgang 1922/23, 10,90; 2. Hans Steinmüller, Marine-HI., Jahrg. 1924/25, 10,50; 3. Rudolf Wagner, HI., Jahrg. 1922/23, 9,90 Meter. 100-Meter-Lauf: 1. Hermann Hinterlang, HI., Jahrgang 1922/23, 12,3; 2. Egon Otto, HI., Jahrgang 1922/23, 12,5; 3. Hans Peufch, HI., Jahrgang 1922/23, 12,8 Sekunden. Klein-Linden I — Steinbach I 4:5 (1:1). Bei Anstoß zeigte es sich, daß Steinbach eine ganz auserlesene Mannschaft ins Feld geführt hatte. Trotzdem konnten es die Gäste nicht verhindern, daß Klein-Linden durch einen Erfolg feines flinken Linksaußen in Führung gehen konnte. Die Gäste glichen bald durch einen fabelhaften ins Tor gelenkten Kopfball aus. In der zweiten Halbzeit zeigte sich eine starke Ueberlegenheit der Gäste. Trotzdem konnte Klein- Linden noch einmal in Führung gehen. Dann aber gelang es Steinbach infolge überraschender Durchbrüche, drei Tore zu schießen. In der letzten Viertelstunde fand sich Klein-Linden wieder zusammen und konnte sein technisch gutes Spiel den Gästen aufzwingen. Wieder war es der Linksaußen, der auf 3:5, schließlich auf 4:5 aufholen konnte Es wurde auch noch der Ausgleich erzwungen, aber der Schiedsrichter gab wegen Hnklarheit des Tores nur eine Ecke, die aber verschossen wurde. Steinbach spielte auf Verteidigung und konnte seinen Vorsprung von einem Tor bis zuletzt halten. Klein-Linden 3gb. — Heuchelheim 3gb. 3:5 (2:2). Klein-Linden erzielte in der ersten Viertelstunde zwei Tore, bie aber von Heuchelheim aufgeholt werden konnten. In der zweiten Halbzeit war der Gästesturm überlegen und konnte drei weitere Tore schießen. Ein vom Schiedsrichter gegebener Elfmeter wurde von Klein-Linden zum dritten und damit Rodheim — 1900 1:4 (1:0). Die Blau-Weißen rechtfertigten das in sie ge- etzte Vertrauen und brachten einen beachtenswerten Sieg mit nach Hause. Allerdings sah es vor der Pause nicht sehr rosig für die Gäste aus, denn die Platzherren hatten klare Feldvorteile, konnten Ficher aber nur einmal bezwingen. Nach der Pause hatten die Platzherren ihr Pulver verschossen, die Gäste beherrschten eindeutig das Feld. Vier Tore brachten sie auf ihr Pluskonto, damit war das Schicksal der Rodheimer besiegelt. , Klasse II. Grohen-Linden — Heuchelheim 1:5 (0:3). Dieses Ergebnis dürfte die größte Heberrafchung bedeuten, denn wohl niemand hätte mit einer solch eindeutigen Niederlage der Platzherren gerechnet. Die Gäste hatten aber das Spiel jederzeit in der Hand und waren auch technisch bedeutend überlegen. Bereits vor der Pause hatten sie einen Vorsprung von drei 'Toren herausgespielt, der in der zweiten Halbzeit noch erhöht wurde. Die Platzherren konnten nur das Ehrentor erzielen. Hungen — Grüningen 3:1 (2:1). In Hunaen war der Schiedsrichter nicht erschienen. Daß das Spiel darunter sehr litt, dürfte klar sein. Die Gäste wehrten sich tapfer und konnten das Spiel jederzeit offenhalten. Trotzdem mußten sie eine knappe Niederlage hinnehmen. Rödgen 1. 3gb. — Daubringen 1. 3gb. 1:2 (0:0). Die 1. Jgd. von Daubringen konnte am vergangenen Sonntag ihren Siegeszug fortsetzen. Sie besiegte die 1. Jgd. von Rödgen nach schönem Spiel verdient mit 2:1 Toren. » Rödgen 2. 3gb. — Daubringen 2. 3gb. 04 (0:2). Auch die 2. Jgd. von Daubringen befindet sich zur Zeit in einer guten Form. Sie schlug die 2. Jgd. von Rödgen nach überlegenem Spiel mit 4;0 Toren. Sommerspiel-Ausscheidungen in Frankfurt. Auf dem Wege zur Deutschen Meisterschaft in den Sommerspielen ermitteln die süddeutschen Bereichsmeister am 24. und 25. August in Frankfurt (IG.-Sportplatz) die süddeutschen Teilnehmer an den Endspielen in Chemnitz. An den Frankfurter Gruppenturnieren sind die Meister von Hessen, Südwest, Baden, Württemberg und Bayern beteiligt. Es handelt sich um folgende Mannschaften: Faustball der Männer: Tv. 46 Gießen, IG. Farben Ludwigshafen, To. Pforzheim-Brötzingen, SV. Klein-Villars (Württ.), Tgd. Schweinfurt. Faustball der Frauen: CT. Hessen-Preußen Kas- sel, Tura Ludwigshafen, Mtv. Karlsruhe, Mtv. Stuttgart, To. 46 Nürnberg. Korbball der Frauen: CT. Heffen-Preußen Kassel, Tv. Offenbach, To. 46 Mannheim, To. Bad Cannstatt, Tgd. Schweinfurt. Die jeweiligen Sieger nehmen an den Endkämpfen um die deutschen Kriegsmeisterschaften am 7. und 8. September in Chemnitz teil. Arbeitstagung im Fachamt Handball. Der ungeahnte Aufschwung, den die Handballbewegung im Bezirk Gießen genommen hat, macht es erforderlich, einmal in organisatorischer Beziehung neue Wege zu gehen, zum anderen aber alle Kameraden, die neu zu uns gestoßen sind, mit unserem Wollen vertraut zu machen. Daneben haben die für das Spieljahr 1940/41 ausgeschriebenen Meisterschaftsspiele für alle Einheiten Aende- rungen im Gefolge, die sich nur im Rahmen einer gedeihlichen Aussprache den interessierten Kreisen vermitteln lassen. Schließlich und nicht zuletzt ist es unumgänglich, dem Schiedsrichterproblem allergrößte Aufmerksamkeit zuzuwenden, wenn vermieden werden soll, daß es zu Störungen des Meister- fchaftsspielbetriebes kommt. Aus allen diesen Gründen aber hat der zuständige Bezirksfachwart für den 18. d. M. einen Bezirksspieltag mit einer umfangreichen Tagesordnung nach Gießen einberufen. Die Teilnahme der Vertreter aller Gemeinschaften des Bezirkes Gießen, Dereinsfpielwarte, Hebungsleiter, Schiedsrichteran- und liegt auch im Interesse der spielenden Mannwärter und der Jugendleiter ist unbedingte Pflicht schäften. Neue Führung im Zugendhandball. Im Zuge der schon vor längerer Zeit geplanten strafferen Zusammenfassung aller Kräfte hat sich die Führung des Bannes 116 (Wetterau) entschlossen, die gesamte Arbeit des Jugendhandballes neu auszurichten. Für die Folge wird der Spielbetrieb der Jugend in die Hände des Bezirksfachwartes Handball, Albert Luh, Allendorf (Lahn), gelegt, der auch als Fachwort des Bannes 88 (Wetzlar) tätig ist. Die Rundenspiele der Pimpfe, die in die- fern Jahre erstmalig auf einer breiteren Grundlage zur Durchführung gelangen sollen, leitet der seitherige Bcmnfachwart Hnverzagt (Gießen). Mit der zentralen Bearbeitung aller Handballangelegenheiten im Bereiche des Bezirks Gießen ist die Gewähr geboten, daß in noch größerem Hm- fange als bisher besonders das Problem des Nachwuchses vorbildlich gelöst werden kann. Auch im Bezirk Friedberg, der zum größten Teil zum Bann 116 gehört, wird sich die Neuregelung sehr zum Vorteil der Sache auswirken, weil auch hier der zuständige Bezirksfachwart (Keifer, Büdesheim), eingesetzt worden ist. Kriegsmeifterschasten im Handball. Auf einer vorbereitenden Besprechung der Staffelleiter des Bereichs Hessen am Samstag voriger Woche in Gießen wurde u. a. auch über die zukünftige Gestaltung der Bereichsklasse (Bereichsliga) gesprochen. Durch den zuständigen Staffelleiter war für die Staffel Gießen folgende Einteilung vorge- schlagen worden: 1. Tv. Hochelheim & Tv. Garbenheim Offen gelassen wurde die Beteiligung des Mtv. Gießen, der im Augenblick über keine Mannschaft verfügt. Es besteht aber die Möglichkeit, daß auch in Gießen wieder eine Mannschaft zufarnmengestellt wird. Der Vorschlag, den der Staffelleiter eingebracht hat, geht zur Genehmigung an die Reichsführung. Wir glauben kaum, daß an der endgültigen Zusammensetzung etwas geändert werden wird; es sei denn, der Tv. Kirchgöns würde sich ebenfalls entschließen, im Rahmen dieser Staffel die Kriegsmeisterschaft zu bestreiten. — Weitere Staffeln der Reichsklasse werden in Kassel und Hanau gebildet. Die Sieger der einzelnen Staffeln werden wie im vergangenen Jahre den Bereichsmeister in Entscheidungsspielen ermitteln. Auf Grund der Ermittlungen anläßlich des Vergleichskampfes in Gießen sind für die Aufstellung der Bereichsmannschaft aus unserem Bezirk in die engere Wahl gezogen worden: Tormann Wendel und Läufer Michel, beide Hörnsheim, sowie der Mittelstürmer Rühl, Dornholzhausen. Um die Kriegserinnerungsplakette. Klasse I. VsD.-R. — Garbenteich 8:3 (3:3). Nur wenige Zuschauer hatten sich auf dem Waldsportplatz eingefunden, die Zeube eines schnellen, rassigen Kampfes wurden. Die Gäste versuchten zu Beginn bes Spieles die Entscheidung herbeizuführen und griffen mächtig an. Durch Fehler in der Hintermannschaft kamen sie nach kurzer Zeit zu drei Toren. Doch bald wurde es besser. Nachdem verschiedene Hmstellungen vorgenommen waren, wurde das Spiel flotter und noch vor der Pause konnten die Grün-Weihen durch drei Tore den Gleichstand erzielen. Nach dem Wechsel fielen die Gäste merklich ab. Mehr und mehr wurden die Grün-Weißen überlegen, so daß Erfolge nicht ausbleiben konnten.