190. Jahrgang Nr. 88 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mi14Beilagen.RM.1.95 OhneFllustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postsche ck 11686 Frankf^M. Montag, 15. AprU MV Gießener Anzeiger Annahme von Anzeigen für bte Mittagsnummer bis 8'/sUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 m* Breite? Pf., Textanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. vrühlscheUniversitStrdnlckereiR. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Stehen, Schvlstrahe 7-9 Englischer Angriff aus Narvik zurückgeschlagen. Kreuzer der „Glasgow"-Klaffe torpediert. — Fünf britische Lt-Boote vernichtet. - Kreuzer „ffork" am 11. April gesunken. — Schlachtkreuzer „Renown" am 9. April beschädigt. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 14. April. (1MB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Zerstörer unter Führung des Kommodore B o n te, die die Landung in 71 a r oi f und die erste Einrichtung der Truppen gesichert hatten, bestanden in den letzten Tagen, unterstützt von deut- schen U - Booten und Flugzeugen, schwere Kämpfe gegen die wiederholten Linbruchsver- suche der englischen Streitkräfte. Am 13. April, mittags, führte der Feind abermals einen Großangriff durch. Er setzte zu diesem Zweck e i n Geschwader, bestehend aus zwei Schlachtschiffen, Flugzeugträgern, Kreuzern und zahlreichen Zerstörern ein. Trotzdem sind unsere eigenen Zerstörer wieder zum Angriff auf die britische Ueber- legenheit angetreten. Bei diesen schweren Kämpfen wurde der britische Zerstörer „L o s s a ck" von 2Na- rine- und Luftstreitkräften in Brand geschos- s e n und strandete. Der Zerstörer „Eskimo" sowie weitere Zerstörer wurden desgleichen schwer beschädigt bzw. vernichtet. Die Gesamtverluste des Feindes sowohl als unsere eigenen sind noch nicht in vollem Umfange zu übersehen. Schwere Seestreitkräfte sicherten während einer mehrtägigen Operation die Landungder deutschen Truppen in den norwegischen Häfen. Sie wiesen am 9. April einen Angriff schwerer britischer Seestreitkräfte ab, bei dem der britische Schlachtkreuzer „Renown" beschädigt wurde. Unsere schweren Seestreitkräfte sind unver- sehrt. 3n Trondheim, Bergen, Stavanger und Kristiansand verlief der Tag ruhig. Auch hier wurden die deutschen Verteidigungsanlagen ausgebaut und verstärkt. 3m Raume von Oslo sind die deutschen Trupppen nach Norden, Osten und Westen im stetigen Vorgehen. U.a. wurden Sarpsborg und Askim beseht. 3n heid- stad < m o e n legten wieder 100 Offiziere und 1500 Mann der norwegischen Wehrmacht die Waffen nieder. 3n Dänemark wurden wichtige Punkte der Küste durch Einsatz schwerer Batterien abwehrbereit gemacht. Ein deutsches U-Boot hat nördlich der Shetlands ein en Kreuzer der „Glasgow"- Klasse torpediert. U-3agdverbände vernichteten im Skagerrak drei feindliche Unterseeboote. Britische Luftangriffe richteten sich am 13.4. gegen Rarvik, Stavanger und Bergen, hierbei wurde auch die Stadt Bergen mit Bomben belegt. Auf militärische Ziele blieben die Angriffe erfolglos. Eigene Kampffliegerverbände griffen an ver- schiedenen Stellen britische Seestreitkräfte an. Zwei feindliche U-Boote wurden durch Bombentreffer vernichtet. An der Westfront zwischen Mosel und Pfälzer Wald stellenweisee lebhaftere Artillerie- und Stohtrupptätigkeit. Zwei eigene Stoßtrupps drangen im Morgengrauen bei Zeringen mehrere Kilometer jenseits der Grenze, südwestlich Merzig, in die feindliche Stellung ein, vernichteten die Besatzung, zerstörten vier Unterstände und brachten Gefangene ein. Südwestlich Saarlautern auf französischem Boden brachte ein eigener Stoßtrupp dem Feind starke Verluste bei und machte Gefangene. Ein feindliches Stoßtruppunter- nehmen mit starker Artillerievorbereitung südlich Zweibrücken wurde unter starken Verlusten des Feindes abgewiesen. An der O b e r r h e i n f r o n t in Gegend 3stem überschritt ein Spähtrupp den Rhein und drang in die feindliche Postenlinie auf einer Rheininsel ein. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. Berlin, 13.April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gab am Samstag bekannt: Die Ge- samtlage in Norwegen hat sich im Laufe des 12.4. nach planmäßigem Eintreffen weiterer Verstärkungen gefestigt. Die im Raume von N a r v i k eingesetzten deutschen Truppen waren weiterhin damit beschäftigt, das besetzte Gebiet zu erweitern und militärische wichtige Punkte in der Umgebung zu sichern. LandungsE- suche der Briten fanden an keiner Stelle statt. Ein am Nachmittag des 12. 4. erfolgter Luftangriff auf den Hafen von Narvik blieb erfolglos. Em britisches Flugzeug wurde hierbei abgeschossen. 3m Raume von Trondheim blieb die Lage unverändert ruhig. Der Ausbau der Küstenverteidigung machte weitere Fortschritte. Auf Bergen versuchten die Engländer am Nachmittag des ^.4. einen Luftangriff mit stärkeren Kräften. Die Abwehr der deutschen Luftwaffe konnte jedoch so rechtzeitig einsehen, daß nach den bisherigen Feststellungen acht feindliche Flugzeuge, davon mes durch Flakartillerie, abgefchofjen wurden. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. Ein am späten Nachmittag in mehreren Wellen durchgeführter Luftangriff auf Stavanger blieb ebenfalls erfolglos, ein Feindflugzeug wurde abgeschossen. 3m Raum um Oslo verlief der Tag ohne besondere Kampfhandlungen. Die dort vorgesehenen Bewegungen konnten planmäßig durchgeführl werden. Auf See ist es gestern nirgends zu nennens- werten Kampfhandlungen gekommen. 3m Westen verlief der Tag ohne besondere Ereignisse. Die Luftwaffe führte mehrere Aufklärungsflüge über Nord- und Ostfrankreich bis über Paris durch. Englischer Kreuzer „yorf" gesunken. Berlin, 13.April. (DNB.) Der englische Kreuzer „P ort“ (8000 Tonnen) ist auf der höhe von Trondheim nach einem Angriff deutscher Bomber gesunken. Es handelt sich hierbei um den schweren Kreuzer, der — wie im OKW.-Bericht über den 11.April gemeldet war — durch zwei Bomben getroffen und bewegungsunfähig gemacht wurde. Zwei weitere britische Kampfflugzeuge abgeschoffen. Berlin, 13. April. (DNB.) Wie nachträglich von zuständiger Stelle bekanntgegeben wird, sind nach dem Luftkampf vor der norwegischen Küste am 12. 4. zwei weitere britische Kampfflugzeuge auf offener See zur Notlandung gezwungen worden, so daß sich der Gesamtverlust der an diesem Kampf beteiligten britischen Flugzeuge somit auf z e h n erhöht. Zwei weitere deutsche Jagdeinsitzer sind in ihre norwegischen Flughäfen nicht zurückgekehrt, so daß die Der Einsatz der Kriegsmarine zur Berlin, 14. April. (DNB.) Nach den gelungenen Landungsoperationen gibt das Oberkommando der Wehrmacht jetzt den Verlauf eines Seegefechts bekannt, das am Dienstagmor« g e n stattfand, und dessen Ergebnis unserer Kriegsmarine die weitere erfolgreiche Durchführung des ihr erteilten ebenso kühnen wie umfangreichen Auftrages sicherstellte. Die besondere Bedeutung, die diesem Seegefecht im Nahmen der Gesamtoperation zukommt, läßt sich am besten an den Hoffnungen ermessen, die sich die Gegner auf dieses Zusammentreffen gemacht hatten. Churchill hat hierüber in seiner Unterhausrede aufschlußreiche Bemerkungen gemacht. Die Engländer standen mit demhauptteil ihrer Heimatflotte zwischen Schottland und der norwegischen Küste und hatten einen st a r k e n Verband schwerer Seestreitkräfte in das Seegebiet vor Narvik geschickt. Wie die Engländer damals die Lage beurteilten, zeigen die folgenden Worte Churchills: „Es sah so aus, als ob die feindlichen Streitkräfte zwischen unseren Streitkräften im Norden und unserer Hauptflotte im Süden, die beide überlegen waren, erwischt worden wären." Churchill mußte bekennen, daß er sich in dieser Hoffnung getäuscht hatte. Zu seiner Entschuldigung erteilte er dann dem Unterhaus, das von seiner Rede. eine Bestätigung phantasievoller Siegesmeldungen erwartet hatte, eine Lektion über den Seekrieg, in der er sagte: „Sie können auf eine Karte blicken mit abgesteckten Fähnchen und können meinen, daß dies oder das Ergebnis sicher fei. Wenn Sie jedoch auf die See kommen mit ihren ausgedehnten Entfernungen, ihren Stürmen und Nebeln, mit einbrechender Nacht und allen Ungewißheiten, dann können Sie nicht die Art von Bedingungen erwarten, die sich bei den Bewegungen von Armeen auf dem Lande ergeben. Wie viel mehr treffen diese Bemerkungen bei der vielfachen Ueberlegenheit des Gegners auf die kühnen Unternehmungen unserer deutschen Kriegsmarine in diesen Tagen zu! Man braucht m der Tat nur auf die Karte zu blicken. Die Inselgruppe der Lofoten ist weit oben an der nord-norwegischen Küste dem West-Fjord vorgelagert, an dessen innerem Ende der Erzhafen Narvik liegt Die Entfernung von unseren Heimathafen ist rund um die Hälfte größer als die von Scapa Flow. Die Lücke zwischen den Shetland- Inseln und der norwegischen Küste ist nur 150 Seemeilen breit. Zu ihrer Sperrung stand die um französische Einheiten vermehrte britische Helma t f l o t t e bereit, bei den Lofoten operierte em nach den Angaben Churchills ebenfalls uberle- gener Verband schwerer britischer Seestreitkräfte. Entgegen den Hoffnungen Churchills gelang es uns, nicht nur den Schlachtkreuzer „Kett o ro n“ zu beschädigen und die eigenen Schiffe unversehrt zu erhalten, sondern darüber hinaus den größeren strategischen Zweck, die SicherungderGesamtoperationen, planmäßig zu erzielen. So wurde nördlich des Polarkreises von unserer jungen Kriegsmarine am morgen des 9. April der entscheidende Zahl der deutschen Verluste bei diesem Kampf sich auf insgesamt vier Flugzeuge erhöht. Fredrikstad und Kongsberg befeht Berlin, 14. April. (DNB.) Die Sicherung des Raumes von Oslo macht weiter schnelle Fortschritte. Südlich Oslo, am Eingang zum Christiania- Fjord, wurde Fredrik st ad besetzt. Südwestlich von Oslo erreichten deutsche Truppen Kongs- b e r g. Ungestört vom Gegner richteten sich die deutschen Truppen im Raum von Trondheim weiter ein. Die Abwehrbereitschaft der Küstenbefestigungen ist nunmehr voll hergestellt. In ganz Dänemark nimmt das Leben nunmehr wieder das normale Gepräge an. Die allgemeine Beruhigung kommt vor allem darin zum Ausdruck, daß auf Grund der von der dänischen Regierung angeordneten Demobilmachung der dänischen Truppen die Entlassungen eingeleitet wurden. Zum Schutz der Neutralität Dänemarks gegen etwaige feindliche Landungsversuche wurden in Nordjütland die wichtigsten K ü - stenpunkte besetzt und gesichert. Ferner wurde an mehreren Stellen schwere Artillerie in Stellung gebracht. Norwegische Kriegsschiffe mit deutschen Besatzungen in Dienst gestellt. Berlin, 13. April. (DNB.) Die Kriegsmarine hat in den besetzten norwegischen Häfen angetroffene Einheiten der norwegischen Kriegsmarine übernommen und mit deutschen Be- satzungrn in Dienst gestellt. Am 12. April ist die Küstenverteidiung vonTrondheim durch inzwischen eingetroffene deutsche schwere Artillerie verstärkt worden. Dies bedeutet eine weitere Verstärkung der dort völlig unbeschädigt in deutsche Hand gefallenen und von deutschen Truppen feuerbereit gemachten norwegischen Küstenartillerie. Sicherung der Oesamtoperaiionen. Vorsprung der deutschen Gesomtaktion ver- bürgt 3m Schuhe dieser Unternehmung unserer schweren Seestreitkräfie gingen die erfolgreichen Landungen in Trondheim und Narvik am gleichen Tage vor sich. Während vor Narvik die schweren britischen Seestreitkräfte abgewehrt wurden, versenkte ein deutscher Kreuzer bei der Sicherung unseres Vorstoßes auf Trondheim den britischen Zerstörer ,.G l o w w o r m". So konnten unsere deutschen Zerftörerdivisionen ihre Ausgabe durchführen. Damit war am ersten Tage die erste Phase der Gesamtvperation planmäßig verlaufen. Die zweite Phase, die nun begann, hieß Verteidigung. Es war selbstverständlich, daß die Engländer die erlittene Schlappe nicht ohne weiteres einstecken würden. Es mußte damit gerechnet werden, daß sie ihren ursprünglichen Plan, .von Norden her einen Flankenkrieg gegen Deutschland zu führen, weiter verfolgen, mindestens aber versuchen würden, durch den einen oder anderen örtlichen Erfolg das gesunkene Presttge der britischen Seemacht wieder zu heben. 3n diesem Sinne setzte der Feind Operationen seiner Seestreitkräfte gegen den nördlichsten der von uns besetzten Häfen an. Den ersten Einbruchsversuch in den westfjord unternahmen sieben britische Zerstörer, von denen sechs durch unsere Zerstörer, unterstützt von deutschen U-Booten, versenkt wurden. Den mißglückten Versuchen ließen die Engländer den Großangriff vom Samstag folgen, den sie mit vielfach überlegenen Kräften unternahmen. Gegen unsere leichten Streitkräfte wurden Schlachtschiffe, Kreuzer, Flugzeugträger und Zerstörer eingesetzt. Aus dem Einsatz dieser Uebermacht geht die Einschätzung des deutschen Gebers hervor, von dessen heldenmütigem Schneid die Engländer bei ihren ersten Angriffen mit der Niederlage chrer leichten Streitkräfte eine Probe verspürt hatten. 3m Kamps gegen schwerste Einheiten der britischen Flotte sind nun unsere Zerstörer dem englischen Großangriff entgegengetreten, obwohl sie schon mehrere Gefechte hinter sich hatten. Dazu gehörte der volle eigene Einsatz. 3n dem traditionellen Geist ihrer Waffe haben unsere Zerstörer den gewaltig überlegenen Feind angegriffen, leichte deutsche Seestreit, träfte haben dem britischen Schlachtgeschwader einen mutigen heldenkarnpf geliefert Die Ge- famtoerluffe auf beiden Seiten sind noch nicht im vollen Umfange zu übersehen, aber die Taten unserer Zerstörer unter Eomrnodore Baute sichern ihnen unsterblichen Ruhm. Sie haben dem vielfach überlegenen Feind heiße und erbitterte Kämpfe geliefert, mit denen sie sich den Dank des deutschen Volkes verdient und die Bewunderung der Wett errungen haben. Gegen Vielsache tlebennachi den entscheidenden Vorsprung der deuWen Aktion verbürgt. Fest in deutscher Hand. Von unserer berliner Schristleiiung. Was die deutsche Wehrmacht mit der Besetzung der norwegischen Küste strategisch und takttsch ge«. leistet hat, geht wohl am besten daraus Hervor, daß Churchill am 11. April im Unterhaus ausdrücklich gesagt hat, Norwegen müsse unter allen Umstän« den zurückerobert werden. Daß so etwas nicht im Handumdrehen zu machen ist, darüber hat der militärische Mitarbeiter der „Times" dieser Tage sehr tiefsinnige Bettachtungen angestellt Er schreibt^ „Die Leute, die mit Ungeduld eine Nachricht von den Truppenlandungen der Alliierten in Norwegen erwartet haben, haben vielleicht nicht alle Fragen in Erwägung gezogen, die dabei eine Rolle spielen. Ohne genaue Informationen kann man kein Expeditionskorps aussenden. Eine Landung gegen den Willen der Herren des ßatn des ist immer ein schwieriges militari* sches Unternehmen, selbst wenn die Verteidigung nur mit Maschinengewehren durchgeführt wird. Ohne eine genaue Kenntnis der Stärke und der Lage der Verteidigungsanlagen jedoch wäre eine Truppenlandung ein gefährliches Risiko und könnte leicht zu schlimmen Folgen in dem betreffenden Gebiet führen. Die Auswahl eines geeigneten Landungsplatzes, wo man hoffen kann, die Truppen ohne Gegen« wehr zu landen, muß sich auf umfassende und jüngste taktische Informationen stützen, die unter den gegenwärtigen Umständen von Norwegen nicht leicht zu erhalten sind." Daß in diesen Darlegungen eines britischen Militärsach- verständigen das höchste Lob enthalten ist, das man der trotz der vielfachen Ueberlegenheit des Gegners glanzend durchgeführten deutschen Aktion über» Haupt nur ausstellen kann, werden vielleicht auch Sie Briten zwischen den Zeilen der „Times" lesen. Der LügenlorS selbst kennt ja aus eigener Erfahrung, was sich vor 25 Jahren auf Gallipoli zutrug, denn der Versuch, Konstantinopel über Gal« lipoli hinweg zu erreichen, ist für die Dauer des Krieges im Versuch steckengeblieben. Die lang- gezogene Küste Norwegens ist aber nicht Gallipoli, ganz abgesehen davon, daß es die deutsche Wehrmacht ist, die die Küste Norwegens gegen jeden Angriff von der See oder aus der Luft her verteidigt. Auch an der norwegischen Küste arbeitet die Zeit für den Verteidiger, denn es ist ohne roei< teres klar, daß alle strategisch wichtigen Posten im* Ihre Kameraden von der U-Bootwaffe und Luftwaffe haben sie in der Abwehr des eng« lsichen Angriffes wirksam unterstützt. An anderer ©teile, bei den Shetlandinseln, versenkte am gleichen Tage eines unserer U-Boote einen Kreu* zer der „G l a s g o w" - K l a s s e, und im Skagerrak versenkten unsere U-Jagdverbände drei feindliche Unterseeboote. U-Boote und Boote unserer U-Jagdverbände lieferten damit ihren Beitrag zu den Leistungen der Kriegsmarine bei der Sicherung der Gesamtoperation, mit der Deutschland dem britischen Anschlag auf Nordeuropa zuvorgekommen ist. Neues Baralong-Verbrechen englischer Gchiffsbesahung. Berlin, 14. April. (DNB.) Nach einer dienst« lichen Meldung des Kommandanten eines deutschen Zerstörers ist am 13. 4. gelegentlich eines bereits gemeldeten britischen Angriffes auf die Hafeneinfahrt von Narvik von Bord des britischen Kriegsschiffes auf wehrlose im Wa s - fer treibende deutsche Matrosen mit Gewehren und Maschinengewehren geschossen worden. Das Unmenschentum der Briten hat hierbei eine Reihe deutscher Opfer gefordert. Diese Barbarei reiht sich würdig dem Baralong-Verbrechen und dem Mord an den „Altmark"-Matrosen an. Die Verachtung der gesamten zivilisierten Welt ist den britischen Piraten sicher. Deutschland wird auch dieses Verbrechen nicht vergessen. Wie Fredrikstad genommen wurde. Stockholm, 14. April. (DNB.) Die Einnahme von Fredrik st ad und Sarpsborg hat in Schweden großen Eindruck gemacht. Bei Sonnenuntergang fiel die Festung Fredrikstad den Deutschen in Sie Hände und an die Stelle der norwegischen Flagge wurde die Hakenkreuzfahne auf der Festung gehißt. Die Norweger hatten bereits in den Morgenstunden mit der Evakuierung der Stadt be* gönnen. „Svenska Dagbladet" schreibt, daß die Einnahme dadurch ermöglicht wurde, daß im norwegischen Heer keineswegs Einigkeit darüber bestehe, ob man den Deutschen weiterhin Widerstand leisten solle. Auch sei von den Norwegern versäumt worden, eine strategisch wichtige Ueb erlaub* strecke zu sprengen. Die Deutschen seien mit 3 0 Autobussen angelangt, die, wie man aus dem Nummern erkennen konnte, aus Oslo stammten. Die deutschen Soldaten, alles junge Leute im Atter von 18 bis 20 Jahren, seien ausgezeichnet aus-ge* rüstet gewesen. Weiter berichtet „Svenska Dag* blad et" aus Ström ft ab, daß einige norwegische Offiziere den Soldaten das Kommando geaebem hätten, sich dem deusichen Einmarsch zu widersetzen, daß andere dagegen strikt verboten hätten, sich zur Wehr zu setzen. Alle Flüchtlinge bestätigten, daß keinerlei Uebergriffe der Deutschen auf die Zivilbevölkerung zu bemerken gewesen seien, weder Plünderungen seien vorgekommen noch seien Frauen irgendwie belästigt worden. Die Zivilbevölkerung, die sich auf den Landstraßen auf der Flucht befand, hätte frei passieren können. Die Bauern in den Gegenden, wo zur Zeit gekämpft werde, gingen ruhig ihrer Arbeit nach, als ob kein Krieg wäre. Der Eisenbahnverkehr werde auf vielen Linien be« retts wieder durch geführt UN' nen, Zerfahrenheit uni) Illusionen. Oie italienische presse berichtet aus London und Paris. , "ev & Efe*’ ts Aülkke lNe Oslo, 1 M in den fe« d'I Alterung o seoölkert, sss man nl Sorstoß S/l «-Sch-rh- ivrmalen G Kltrauwei L mo sie sollend au jerslhredenei ranten Englands gewesen seien. Eine unmittelbare Folge rst die Herabsetzung allerPapier- Zuweisungen an die englischen Zeitungen auf die Hälfte des bisherigen, bereits erheblich gegenüber Friedenszeiten beschnittenen Verbrauchs. Diese Beschränkung tritt sogar mit rückwirkender Kraft für den Monat März ein. Allen Verbrauchern von Papier wird äußerste Sparsamkeit dringend anempfohlen, weil es noch unsicher sei, ob neue Zuweisungen in absehbarer Zeit überhaupt möglich sein würden. Die Handelsflotten der skandinavischen Länder. Die skandinavischen Länder, besonders jedoch das Königreich Norwegen, gehören zu den eifrigsten seefahrenden Nationen. Norwegen, das nur einen Prozentsatz der Bevölkerungszisfer der deutschen Reichshauptstadt Berlin aufweist, besitzt die drittgrößte Handelsflotte der Welt. Die gesamte norwegische Schiffstonnage betrug zu Kriegs- begjnn 4 738 000 Bruttotonnen, davon waren 1902 000 Bruttotonnen oder 4 0 v. H. schiffe. 91 v. H. der norwegischen Tankschiffe sind Motorschiffe. Nur 25 v. H. des gesamten Tankschiff- bestandes weist ein Alter von unter 5 Jahren aus. Diese Feststellung ergibt, daß Norwegen die modern sie Tankflotte der Welt besitzt. Die Hauptstadt Oslo ist der Sitz der größten norwegischen Reedereien, diese versügen insgesamt über eine Schiffstonnage von etwa 1 823 000 Bruttotonnen. Hinter Oslo liegt die alte Hanfa- stadt Bergen mit 806 000 Bruttotonnen. Obwohl Schweden die doppelte Einwohnerzahl von Norwegen aufweist, verfügte die schwedische Handelsflotte zu Beginn des Krieges nur über eine Schiffstonnage von 1540 000 Bruttotonnen. Die empfindlichen Kriegsverluste der schwedi chen Handelsflotte, die sie infolge des brutalen englischen Blockadekrieges hinnehmen muß, machen sich naturgemäß hart bemerkbar. Nicht anders ergeht es Dänemark, dessen Handelsflotte insgesamt eine Schifftstonnage von 1 171 000 Bruttotonnen zahlt. Die Auffassung in Jtom. Rom, 15. April. (Europapreß.) Die römischen Blätter meinen, daß die erneuten Versuche der Engländer, die von den Deutschen besetzten Stützpunkte an der norwegischen Küste anzugreifen und den Ausbau der deutschen Positionen ober gar den Nachschub von Kriegsmaterial und Truppen zu stören, völlig gescheitert sind, während die Deutschen ihre Stellungen immer stärker befestigen konnten. „Giornale d'Jtalia" schreibt, die Bilanz des ersten Abschnitts der Operationen in Skandina. Dien sei niederschmetternd für die imperialistischen Demokratien und außergewöhnlich aktiv für Deutschland. Das Ergebnis sei ein großer deutscher Sieg, der äußerst schwerwiegende Folgen haben werde. Die Norweger, die den Deutschen noch Widerstand leisteten, würden vergeblich auf die versprochene Hilfe der Westmächte warten. Jeder Tag, der bahingehe, bedeute für die Deutschen die Möglichkeit einer schnellen Verstärkung und Festigung ihrer Stteitkräfte. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus verliere England seine nächsten und wichtigsten Dersorgungsgebiete. England könne zwar die Rohstoffe und Lebensmittel, die es bisher aus Dänemark und Norwegen bezogen habe, auch in Kanada, Austtalien, Neuste- land usw. kaufen, aber von dort her seien die Transportwege bedeutend länger und in höherem Maße Angriffen ausgesetzt. „Messaggero" stellt fest, Die Weidenkätzchen. Von Wolfgang Zenter Der Soldat hat Wache. Er geht das kurze Stück, das ihm zugemessen ist, auf und ab, auf und ab. 0wischen seinen Brauen steht eine kleine, scharfe alte, wenn er über das Vorfeld feindwärts späht. Die Luft ist ganz klar, der Wald weit hinter den Stellungen des Feindes hat einen helleren Schimmer als sonst. Es ist, als hingen hauchfeine Netze aus goldenen Fäden vor der Ferne. Zwischen den Stellungen, hoch oben, jubelt eine Lerche. Der Soldat geht seinen Weg, auf und ab, zwischen der Grabenbiegung und bem Weidengebüsch, verhält jedesmal den Schritt ein wenig, ehe er wendet, und lauscht. Nichts ist zu hören als das Jubeln der Lerche und der leise schmatzende Ton, mit dem sich die Stiefel im Schreiten von dem nassen Lehm- boden lösen. Der Frost ist längst aus der Erde — und an dem Weidengebüsch haben die silbergrauen Kätzchen die braune Hülle gesprengt. Der Soldat ist im Dienst. Sein ernstes, junges Gesicht späht unter dem Helmrand feindwärts. Die eine Hand ist fest um den Schaft der Waffe geschlossen. Die anbere Hand aber bricht, ehe er wiederum wendet, einen Weidenzweig ab und schiebt ihn zwischen die Knöpfe des Waffenrocks. Es wird ihm nicht bewußt, das Gesicht bleibt streng und gespannt. Denn er ist im Dienst. Erst als er abgelöst wird, sieht er mit einem Lächeln auf den Zweig an seiner Brust herab und tastet über die weichen Weidenkätzchen, und er spürt, daß eine gewaltige Freude in ihm ist, daß Frühling ist, daß das Leben neu auf- steigt und etwas noch nicht Faßbares, etwas Großes, Frohes, nahe bevorsteht. Dies mag einem Soldaten am Westwall ge- schehen — mag schon vor Jahrhunderten geschehen sein, da deutsche Soldaten unter Prinz Eugen vor Belgrad lagen, oder vor einem Vierteljahrhundert in Flandern, wo viele Weiden stehen und im Früh« jahr die jungen Kätzchen tragen. Es wird dem Soldaten kaum bewußt bis zur Klarheit geformter Worte — es leuchtet nur für einen kurzen, ver- huschenden Augenblick auf, in dem der Soldat, der Hüter und Wahrer des Lebens, den ersten Zeichen des auferstehenden, neu aufsteigenden Lebens be- Segnet, Amerika meldet: Von neuem englifdiem Vorstoß. Neuyork, 13. April. (DNB.) „Evening Star" will erfahren haben, baß eine britische Transportflotte mit mehreren Divisionen ausgelaufen sei und sich zur Zeit auf hoher See befände, um Truppen entweder in Norwegen oder in Holland zu landen. Die letztere Annahme sei, so sagt „Evening Star", wahr- scheinlicher, denn England könne kaum die Deutschen aus Norwegen verdrängen. Deshalb werde England an der norwegischen Küste nur Scheingefechte führen. Englische Marinesoldaten enthüllen Churchills Absichten. Oslo, 15. April. (Europapreß.) Daß eine Landung englischer Truppen in Norwegen bereits seit langem von der Londoner Regierung vorbereitet worden ist, geht jetzt auch aus Angaben hervor, die gefangene englische Marine- soldaten bei ihrem Verhör in Bergen gemacht haben. Danach haben englische Landungstruppen schon Anfang April in einem ostenglischen Hafen zur Verschiffung bereitgestanden. Als sie England nach Norwegen verließen, wurde ihnen gesagt, sie sollten durch Landbesetzungen die englischen Minenfelder in den norwegischen Hoheitsgewässern decken. Man war mehr als überrascht als Deutschland schneller zu schlug als die Engländer und alle diese Punkte dieses neutralen Landes besetzen ließ, von denen es in England hieß, sie sollten von den englischen Marinesoldaten eingenommen werden. Besprechungen beim König der Belgier. Brüssel, 13. April. (Europapreß.) König Leopold III. hatte am Samstagvormittag Besprechungen mit Ministerpräsident Pierlot, Außenminister S p a a k und Landesverteidigungs- mintfter General Dens. Außerdem empfing der König den neuen norwegischen Gesandten Korn zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. wißheit in der Lage Frankreichs schaffe. Die Reaktion aber in der Bevölkerung Frankreich sei eine immer mehr sich verschärfende Verwirrung und wachsendes Mißtrauen, das in Entsprechender Weise durch die übelste Laune auf dem Finanzmarkt bewiesen werde. Snbfyenbc Ue nicht; »be augenh "nsichtb lan ihnen ?n9 ertrag, ^.Nation PNUafc S? 9eme Spermie i”*n Vc S.Mit । Miel bas Mfe* i S-um ei' SS des Sfriti •Sb Ku“6 Ä Rom, 14. April. (Europapreß.) »Lavoro Fas- cista" schreibt, die Londoner Presse erkenne an, ,Haß höchste militärische, maritime und moralische Werte auf dem Spiele ständen". Um die schwere Enttäuschung und die ernsten Besorgnisse der Oefsentlichkeit zu besänftigens lasse die englische Presse durchblicken, daß zum Schutze dieser hohen Interessen von den militärischen Stellen „eine starke Hilfe für Norwegen, ein Expedittonskorps, vorbereitet werde. Da es sich um ein schwieriges Unternehmen handele, müsse alle Ungeduld beiseitegestellt werden. Man spare auch nicht mit Drohung en gegenüber den Neutralen, Sympathien gegenüber Deutschland könnten zum Verlust des Kolonialbesitzes führen. Diese Sprache scheine an Belgien und Holland gerichtet zu sein. Durch diplomattsche Kundgebungen in Verbindung mit der Londoner Diplomatenkonferenz werde auch ein unverminderter Druck auf den Donau- und Balkan raum ausgeübt. Narvik. Das Erztor der Welt über dem Polarkreis. In den Auseinandersetzungen um Skandinavien spielte und spielt der in der ganzen Welt bekannte Erzverschiffungshafen N a r v i k an der nordnorwegi- scheu Westküste eine bedeutsame Rolle. Dieser Hasen ist das Erzverladetor der ganzen Welt, denn die meisten Staaten Europas und zahlreiche außereuropäische Nationen holen von hier auf dem See- wege die hochwertigen schwedischen Erz e, dir in Nordschweden bei Kiruna gefördert werden. Narvik ist, wie gesagt, zwar nur ein Erzverschif- fungshasen, aber darum von um so größerer Bedeutung. Als Ende vorigen Jahrhunderts die Ichwedlschen Erze mit der zunehmenden Industrialisierung der Kultuvstaaten eine immer größere Nachfrage erfuhren und man auf dem Landwege über Schweden bzw. dem Seeweg über die Ostsee den verkehrsmäßigen Anforderungen nicht mehr genügend entsprechen konnte, wurde zwischen der schwedischen und norwegischen Regierung der Plan einer Eisenbahnverbindung des Erzförderungs- gebiete mit eingm möglichst nahen Hafen an der norwegischen Küste in Erwägung gezogen Verhältnismäßig schnell wurde eine Bahn von Kiruna zur norwegischen Grenze gebaut. Als Hafen wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts der Flecken Nar - v i k im langgestreckten Osot-Fjord gewählt, in erster Linie, weil er die nächste Verbindung auf dem Landweg darstellt, dann weil er durch die Wirkungen des Golfstromwassers während des ganzen Winters eisfrei ist, und schließlich, weil sich genügend Ausweituxgsmöglichkeiten für die Hafenan* lagen ergeben. Narvik hat sich in vier Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Häfen Norwegens entwickelt, es ist zum Erztor der Welt geworden, denn täglich werden hier Taufende von Tonnen Erz auf Schiffe aller Nationen verladen. Diesem ständig steigenden Umsatz entsprechend konnte Narvik seine Einwohner- zahl von 75 zu Beginn des Jahrhunderts auf 10 000 in der Gegenwart erhöhen, wobei zu berücksichtigen ist, daß diese Einwohner ausschließlich Arbeiter und Angestellte der Hafengesellschaft sind. Diesem schnellen Wachstum und der zunehmenden handelswirtschaftlichen Bedeutung entsprechend wurde Narvik auch verkehrsmäßig immer mehr erschlossen. Die Stadt ist auf dem Landwege durch die Eisen- bahn, in der Luft durch eine Fluglinie und längs der norwegischen Küste durch fahrplanmäßig ver- hältnismäßig eng verkehrende Schnelldampfer mit der Umwelt verbunden. Gerabe in jüngster Zeit steigerte sich die Bedeu- tung Narviks als Umschlaghafen sehr wesentlich. So hat her russisch-finnische Handelsvertrag, der nach dem Friedensschluß abgeschlossen wurde, den Bau einer Verbindungsbahn Kandalakscha (Rußland) — Kemijärvi (Finnland) vorgesehen, die ihrerseits unmittelbaren An s chl u ß an die nach Narvik fahrenden Züge erhält. Wenn auch die handelsmäßigen Beziehungen zwischen Rußland und Finnland und die sich daraus ergebenden internationalen Ausweitungen erst im Entstehen begriffen sind, so ergibt sich doch damit schon fpr Narvik eine gesteigerte Zukunftsbedeutung. Ferner haben die schwedischen Handelsgesellschaften vor einiger Zeit beschlossen, an Stelle der 3um Teil sehr langwierigen Verschiffungen auf dem Landwege und durch die Ostsee einen Teil der Ausfuhrgüter zum Umschlaghafen Narvik umzuschal- ten. Allgemein bekannt ist das große Ausmaß der laufenden Erzverschiffungen von Narvik aus, die selbst während des Krieges nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach Großbritannien und Frankreich liefen, da entsprechende Handelsabkommen zwischen Norwegen und den kriegführenden Ländern bestanden. Großbritannien und Frankreich haben diese durchaus den Neutralitätsgesetzen entsprechenden Abmachungen gebrochen und damit das bekannte Eingreifen Deutschlands herausgefordert. Heute steht der norwegische Erzhafen unter deutscher Kontrolle. Im übrigen gibt der Schutz Deutschlands gegenüber dem nordischen Raum die Gewähr dafür, daß die friedliche handelswirtschaftliche Situation Skandinaviens keine Störung mehr erfährt. Die nordischen Länder können gewiß sein, daß sie an Stelle der englischen und franzö- schen Abnehmer in dem von Deutschland gesicherten mitteleuropäischen und südosteuropäischen Raum genügend Absatz für ihre Güter finden, bis normale Friedensverhältnisse wieder eintreten. Noch ein paar Worte über die landschaftliche Lage Narviks. Die Stadt liegt im hohen Norden Ehrenrettung des Faultieres. Von Professor Or. Hans Krieg, München. Ja, ich weiß schon, daß alles schmunzelt, wenn man vom Faultier spricht. Ganz recht, es ist das Tier, das so unendlich viel Zeit zu haben scheint, dos Tier mit dem dummen, selbstzufriedenen Lächeln im Gesicht. Es entspricht auch durchaus der Wahrheit, daß ihm schon zu Lebzeiten Motten im Pelze wachsen und daß es sozusagen schon zu Lebzeiten Grünspan ansetzt insofern, als seine derben, strohigen Haare in regenreichen Zeiten einen grünen Hauch tragen, der von den Algen herrührt, welche an ihnen wachsen. Es ist nicht zu bestreiten, daß dieses Tier ein groteskes Geschöpf ist, ein dankbarer Gegenstand teils guter, teils billiger Witze. Meinet nicht, daß wir merkwürdigen Zeitgenossen, die man uns Zoologen, Tierkundler, nennt, nicht auch herzlich und geradezu unanständig laut lachen können, wenn irgendein Tier in ungewollter Komik uns freundlichst an allerhand Eigenschaften unserer Mitmenschen erinnert. Ich würde es für eine dumme Wichtigtuer ei halten, wenn einer von uns am Affenkäfig im Zoo mit Leichenbittermiene vor- beiginge ohne Sinn für das Lustta-Parodisttsche, welche eine gesunde und lebensfrohe Affenschar uns vorgaukelt, oder wenn er etwa angesichts spielender Löwenkinder sich die Brille zurechtrückte, um schleunigst einen frvhsinroMord enden wissenschaftlichen Dorttag über die Katzen im allgemeinen und Felis leo, den Löwen, im besonderen von Stapel zu lassen. Die Tatsache, daß ich diesen Artikel mit solch' goldenen Worten beginne, wird im klugen Leser aber schon den Gedanken erweckt haben, daß ich eigentlich nicht von komischen Dingen reden will. „Aha", wird er denken, ,^mar sagt er zuerst „Zwar", aber nachher sagt er „Aber!" Sehr richtig, genau so ist es! In Schul- und Lehrbüchern kann man lesen, daß die Faultiere zu den sog. ,Lahnarmen" gehören, und daß sie mit den ebenfalls in Südamerika lebenden Ameisenbären und Gürteltieren nachweislich recht nahe verwandt sind. Und wer diese drei Tier- gruppen miteinander vergleicht, der kommt wohl selbst auf den Gedanken, daß es immerhin des Faultiere? Ich spreche aus Erfahrung. In der brasilianischen Küstenstadt Santos, berühmt als größter Kaffeehafen der Wett, steht in öffentlicher Anlage eine Gruppe mächtiger Würgfeigenbäume. Ich wußte, daß auf diesen Bäumen sieben Faulttere lebten. Aber wie oft suchte ich nach ihnen und fand kein einziges, obgleich es doch dort viel, viel leichter war, sie zu entdecken, als draußen im düsteren, lianenverhängten Urwald. Die einzigen tterischen Feinde der Faulttere sind einige wenige große Raubvogelarten. Raubvögel aber finden bewegungslose Beuteltiere meist nicht und langsame schwerer als ruhelos rasche. Und weil nun die Faultiere zudem mehr bei Nacht unterwegs sind, als am Tage, so haben sie Grund, sich sicher zu fühlen. Wozu sollen sie rascher sein? die Blätter laufen ihnen ja nicht davon. Noch eins. Wer diese Tiere für schlapp und wenig lebenstüchttg hält, der täuscht sich gewaltig. Kein Mensch, auch der beste Turner ber, Welt nicht, wäre fähig, dieselbe Ausbauer und Kraft aufzubringen, über welche das viel verlachte Faultier verfügt. Die gewagtesten langsamen Klirnmzüge reiht es scheinbar mühelos aneinander und verzichtet sogar auf die kraftsparende Hilfe jeglichen Schwunges. Mach' es nach! Und wer, wie ich, schon die Aufgabe hatte, Faulttere zu jagen oder gefangene zu töten, der hat mit maßlosem Erstaunen festgestellt, daß diese „komischen" Tiere über eine geradezu unerhörte Lebenszähigkeit verfügen. Also: dieses Tier ist gewiß weder fix noch in menschlichem Sinne schlau oder klug. Aber es ist gerade das, was es bei seiner Lebensweise sein muß: heimlich, bescheiden und zäh. Die Bolivianer nennen es gerne „Perrico ligero", das „geschwinde Peterchen". In diesem Namen liegt zweifellos der Sinn für das Komische, Bizarre in diesem Tier. Ader ein Bolivianer sagte mir auch einmal: „Es ist das tüchtigste Vieh auf Gottes Erdboden. Schau' nur in sein blödes Gesicht, muß nicht ein Geheimnis dahinterstecken, ein Teufel vielleicht?" Nun, an den Teufel glauben wir nicht. An das Geheimnis schon eher. Aber ist es nicht auch nur ein Teil jenes großen Geheimnisses, für das wir Menschen so vielerlei Namen haben. „Schöpfung" etwa, oder »Gesetz oder Entwicklung und An- pasjung?" Da der erhoffte und unvorsichtigerweise der französischen Oesstntlichkeit versprochene getoaUtge Sieg im Norden ausgeblieben fei, so berichtet der Pariser Korrespondent der „Tribuna", fahre nun die Pariser Presse fort, Luftschlösser für die Zukunft zu bauen. Man gebe sich der gefährlichen Illusion hin, auf diese Weise das heilige Feuer im Lande zum Auflodern bringen zu fön« dessen vollständiges Fehlen eine ernste Uroge- eit in der Lage Frankreichs schaffe. Die Reak- Nachdenkens wert ist, wieso diesen Tieren ihre Verwandtschaft äußerlich so ganz und gar nicht anzu- merken ist. Da steckt nun wirklich eines der größten naturwissenschaftlichen Probleme. Es gipfelt in der Feststellung, daß aus Geschöpfen, die gerne in» fame Ahnen haben, durch die auslesende, züchtende Wirkung der Natur schließlich ganz verschiedene Anpassungsformen entstehen können: Ameisenbären, welche zahnlos sind und mit ihrer langen, klebrigen Wurmzunge Termiten und Ameisen auf- lecken, grabende, hartgepanzerte Gürteltiere und phlegmatische Faultiere, die auf Bäumen leben und Blätter fressen. Das ist wahrhaftig kein Witz, sondern es ist die besonders eindringliche Veranschaulichung grunbl ege rotier Naturgesetze, welche in allen möglichen Graden und Formen alles Lebendige beherrschen — letzten Endes auch uns Menschen, die wir uns so gerne einbilden, über den Natur- gesttzett zu stehen. Ich kenne Faulttere nicht nur aus dem Zoo, sondern ich habe sie in ihren heimischen Urwäldern beobachtet, gefangen, studiert und — bewundert. Ich habe ihnen oft so lange zugesehen, daß ich mich meiner eigenen vergleichsweise so hastigen Bewegungen ein wenig zu schämen begann und mir sagte: „Probier's einmal langsamer, vielleicht geht es so auch." Das ist natürlich ganz unwissenschaftlich und auch ein wenig töricht, aber daß eine gewisse Lebensweisheit drinliegt, wird mir keiner bestreiten. Wenn wir unser Leben blätteressend auf Bäumen zubringen könnten, dann hätten mir es nicht nötig, alle zehn Minuten auf die Uhr zu sehen. Das Faultier — das leuchtet nun ein — hat Zeit. Und nicht nur das. Langsamkeit, Bedach- tigleit ist für dieses Tier genau so eine zweckmäßige Eigenschaft, wie es für einen Wolf zweckmäßig ist, ein rascher Läufer oder für das Wiesel, ein kühner kleiner Draufgänger zu sein. Wenn eines Tages in allen Urwäldern die klugen und behenden Affen ausgerottet fein sollten, dann wird, vermute ich, das Faultier immer noch dort sein Leben fristen. Man kann heute schon in vielen Teilen Brasiliens die Probe aufs Exempel machen. Das Faultier ist ein ruhiger, stiller und unauffälliger Gast, drum hat es wenig Feinde. Geh' in den Wald und suche es! Affen findest du leicht — vorausgesetzt, daß es noch welche gibt — aber mer stärker befestigt und ausgebaut werden. Dazu kommt, daß der deutschen Verteidigung in der deutschen L u f t m a ch t eine Waffe zur Verfügung steht, die nicht nur für die Beobachtung und Aufklärung, sondern auch unmittelbar für die Verteidigung eingesetzt wirh. Der Angreifer, der aus dem Raume der Nordsee vorstoßen muß, kann nicht ohne weiteres an die Küste heranfahren, denn nicht nur die Küste selbst ist in Verteidigungszustand gesetzt, sondern auch die Meereszone, die vor der Küste liegt. Den Engländern, die etwas von der Sache verstehen, ist wohl auch eine Ahnung darüber auf» gegangen, baß ein Angriff auf die von der deutschen Wehrmacht verteidigten norwegischen Küste ebenso aussichtslos ist wie ein Angriff auf die deutschen Küsten in der Deutschen Bucht. Sonst hätten die „Times" nicht geschrieben, ein Angriff brauche lange Zeit und viele Vorbereitungen. Die Verteidigung wird aber darüber hinaus wachsen und stärker werden. Die norwegische Küste ist fest in deutscher Hand. Daß das erreicyt wurde, blitzschnell sogar, widerlegt, daß die Engländer Herr über die Nordsee sind. Chamberlain hat im Unterhaufe höhnisch ausgerufen, es sei eine Prahlerei, wenn die Deutschen behaupteten, sie beherrschten die Nordsee. Das Auslegen der Minen in der norwegischen Fahrrinne war ein Streich, auf den die englische Regierung sich so viel eingevildet hat. Immer und immer wieder be- haupteten die Plutokraten, sie verfügten über die größte Seemacht aller Zeiten und Völker, sie seien die Herren über alle Küsten und alle Straßen auf dem Wasser und in der Lust. Trotz dieser überwäl- ttgenden Seemacht ist vor den Toren Englands eine deutsche Flottenaktton ausgeführt worden, die in ihrer Wucht, in / ihrer genialen Konzeption und strategischen Durchdachtheit ohne jedes Gleichnis in der Seekriegsgeschichte dasteht. Der Lügenlord hat über die angeblich verkrüppelte deutsche Flotte gehöhnt, so daß es erst recht nicht zu verstehen ist, wie die gewattiafte Seemacht der Erde außerstande war, den furchtoarsten Schlag, der England bisher jemals zugefügt worden rst, abzuwehren und gar zu verhindern. Es ist schon so, daß ber Lügenlord alle Kriegsschiffe ausgesandt hatte, um den Abschluß der deutschen Aktton zu verhindern. Aber diese englischen Schiffsverbände sind jedesmal von deutschen Flugzeugen sehr wirkungsvoll angegriffen und zu- rütfge trieb en worden. Wer die Lügentechnik Churchills kennt, der weiß sofort, daß die Verluste, die die englische Flotte auch bei ihren Vorstößen an die norwegische Küste hat eirostecken müssen, sehr schwer sind. Sonst hätte der Lügenlord im Unterhaus nicht erst ein langes und breites erzählt, was alles an frei erfundenen deutschen Verlusten über den englischen und französischen Lügerofurok gegangen ist. Wenn der Lügenlord mit solchen Dingen kommt, wenn er der deutschen Wehrmacht irgendwelche Ver- lüste andichtet, dann ist es sicher, daß die englische Flotte solche Schläge erlitten hat, daß er sie nicht einmal dem Kabinett einzugestehen wagt. Englands wirMaWcheEinbuße Der Verlust des schwedischen Erzes. Amsterdam, 14. April (Europapreß.) Die wirtschaftlichen Nachteile, die England durch die Entwicklung in Skandinavien erwachsen sind, schildert der Londoner Finanzkorrespondent des „Tele- graaf" in einem längeren Bericht. Der Berichterstatter sagt, es sei nutzlos zu bestreiten, daß die Entwicklung der abgelaufenen Woche einen schweren Schlag für das englische Wirtschaftsleben bedeute. Zwar hätten die Londoner Banken bereits seit einiger Zeit ihre skandinavischen Kredite erheblich ab« gebaut, aber immerhin sei der Harü>el mit diesen Ländern noch sehr bettächttich gewesen. Von der englischen Exportindustrie werde besonders die Baumwollindustrie und der Kohlenbergbau betroffen. Besonders ernst sei aber der Ausfall der schwedischen Eisenerz- Zufuhren. In normalen Zeiten habe England vierzig Prozent seines Eisenerzes aus Schweden bezogen. Das schwedische Eisenerz habe besondere Eigenschaften, so daß die stark spezialisierten englischen Schmelzeinrichtungen abgeändert werden mußten. Außerdem habe England ungefähr 50 Prozent seines Ferromangans und einen noch erheblicheren Prozentsatz seines Molybdäns und anderer Basis-Metalle aus Norwegen bekommen. Gerade der Ausfall dieser sehr wichttaen Metalle und Legierungen kommen Englarrd sehr ungelegen. Schließ- lief) wird in dem Bericht des „Telegraaf" auch noch die englische Zufuhr von Holz, Z e l l st o f f u n d Papier erwähnt, bei denen die skandinavischen Länder und Finnland bei weitem die größten Liefe- daß die englisch-französische Gegenoffensive, die aus einem plan- unb ziellosen Durcheinander von Operationen der Flotten- und Luftstteitkräfte bestanden habe, alle ihre taktischen und strategischen Ziele verfehlt habe. Man könne ohne Furcht vor einem Dementi versichern, daß die Lage in Norwegen sich ständig mehr zu Gunsten der deutschen Streitkräfte entwickle. Die „Stampa" schreibt, die Deutschen hätten die Schlacht sowohl in der Lust, als auch zur See gewonnen, weil sie mit den Häsen südlich Narviks frei verkehren könnten. Ausschlaggebend sei die Beherrschung des umstrittenen Meeres. Die Engländer seien aus dem Skagerrak vertrieben und daher geschlagen worden. Die von den Westmächten mit der Verletzung der norwegischen Neutralität verfolgten Ziele hätten sich voll- ständig zum Vorteil Deutschlands umgewandelt. Auf wirtschaftlichem Gebiet stunden alle Hilfsquellen Skandinaviens Deutschland zur Verfügung, weil für Schweden nur noch die Ostsee offen stehe. Don der norwegischen Küste blicke und ziele man mittelbar in das Herz Großbritanniens. i Raiter wi InZuD ; lat ein M «ck jetzt R »leitet, die Mptjtadt I hne Geneh I fmisteremk' | fcaren duft M Mr j kfanntmad 1 daß d 1 nippe zur 1 erpflegt m Wi Hs Stockha i hgierui ehite Einig Regierung < lftonbladet J ks wird in j !er Militär i erhaltet w |; sabotiert" | !ieser Mit ] iin norme krichtersta llrt von ' demnach sä I ölten ber H chen, als Sutes - u Kopen! Mete der k dänische Komm, big einen Verständnis ien Dänen i Hm Lage icnn gab f haltunc iMältn «"Ischen fy J1 erklärte, deutsche, o reibur So *teI ierer K. Gutes Verhältnis zwischen deutschen e«. n zwischen daraus er- erst hn dach bomit sbedeulung. Melsgesell- Stelle der en auf dem il der Aus- Myuschal' h* * I W er. | den Dtr, ■ verhaftet worden sei, weil er die Mobilisierung „sabotiert" habe, und es wird erklärt, daß es in dieser Militärstation viele Leute wie Solum gebe. Ein norwegischer Redakteur erklärte sogar dem Berichterstatter von Aftonbladet, daß man eine Art von Bürgerkrieg auskämpfen müsse. Demnach scheint die Unzufriedenheit mit dem 23er- die Men« wesentlich, andels« hluß abgc idungsdahn fFinnlaich) Rückkehr zum normalen Leben in Oslo. 8 Ä* 'M gt' Ä i'Ä tu» ouf ui»®- lein«, wrtifP*- it H«n 41 liftme W Zwischi" W & 'M. jeiitns** « *, 5 fei'*! Ä-Al der Ks chares, rten h oo1 5ÄS eit ■ für#. ,r Ä jsä'' •«t r8«.6ii ^MersG, fleniigenb ■ Wfyn ■ 5 eintr 1 ^eru^°, V n an der I Zen. Pri. 1 Jn Kiruna ■ len unirbi ' en Nar. I in erster ■ N dem I d'e Wir-1 Unzufriedenheit mit der Regierung Nygaardsvold in Norwegen. Stockholm, 14. April. (DNB.) Die von der Regierung Nygaardsvold behauptete absolute Einigkeit des norwegischen Boltes für diese Regierung erscheint in einem Bericht des hiesigen Aftonbladet in einem etwas merkwürdigen Licht. Es wird in dem Bericht davon ausgegangen, daß der Militärkommandant von Sarpsvorg, Solum, ndelsabkoni- egführendei > Frankreich Hetzen ent- und dami!, lerausgefok' ftn unteren gibt der; jfchen RaM1 Handelswirt- ne Störung innen gewis und W d geWrler chen W finden, brr -intreten. °ndlch°stlch und dänischen Truppen. Kopenhagen, 15. April. (DNB.) In Diborg stattete der Kommandant der jütländischen Division des dänischen Heeres, Generalmajor E j s e m a n n, dem Kommandanten der deutschen Truppen in Biborg einen Besuch ab, um ihm für das große Verständnis zu danken, das er und seine Truppen den Dänen und ihren Gefühlen in der augenblicklichen Lage erwiesen haben. Generalmajor Esse- tnann gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß dank der Haltung der deutschen Truppen ein gutes Verhältnis zwischen dem deutschen und dem dänischen Heer bestehen werde. Der deutsche General erklärte, er sei bestrebt, das Verhältnis zwischen den deutschen und dänischen Wehrmachtsabteilungen so reibungslos wie möglich zu gestalten. * Jndspendance Belge berichtet, Kopenhagen, mache nicht den Eindruck einer besetzten Stadt, man jabe augenscheinlich bewußt die deutschen Soldaten unsichtbar" gemacht, in den Straßen begegne man ihnen nur sehr selten. Die dänische Bevölle- Nmg ertrage ihr Schicksal mit Würde, und habe ihren nationalen Stolz nicht verloren. Man sei sich bewußt, daß jeder Versuch eines Widerstandes gegen die ausgezeichnet ausgerüsteten deutschen Truppen iibsurd gewesen wäre. Von deutscher Seite werde alles vermieden, was nach einer Erniedrigung des dänischen Volkes aussehen könnte. Vor dem Kömgs- polast steht nach wie vor die dänische Garde Wache, oid) sei das dänische Militär nicht entwaffnet worden. Dittch die Besetzung sei eine Angleichung on die deutsche Wirtschaft notwendig ge- vorden. Zwischen deutschen und den dänischen Fachleuten sei bereits der Kontakt ausgenommen wor- ‘ den, um eine gemeinsame Basis für die Weiter- siihrung des Wirtschaftslebens zu finden. Strikte Neutralität Schwedens. Stockholm, 13.April. 4* Von unserem Sofia, April 1940. Dieser Tage hat sich in dem Sobranje ein eigenartiger und bezeichnender Zwischenfall abgespielt. Bei der Aussprache über neue Steuervorlagen der Regierung "haben sich sämtliche Redner sowohl der Regierungsmehrheit als auch der Opposition gegen neue Steuern gewandt. Als aber die Redner geendet hatten, stand ein Minister auf und sprach. Er sprach von dem gegenwärtigen Bulgarien und erinnerte an die Aufgaben von morgen. Größte Stille herrschte, als der Minister in sachlicher Ruhe seine ©rünbe vorbrachte. Bei der Abstimmung gaben die Abgeordneten ihr Ja für neue Steuerlasten ab. Es geschah dies an einem Tage, da die griechische Presse einige Zahlen über die Rüstungen Griechenlands bekanntgab. Dreitausend Betonbunker der „Metaxas-Linie" schützen die griechischen Grenzen, Hunderte von Flakgeschützen wurden an- gekaust und Milliarden für Munition und Uniformen ausgegeben. Und gleichzeitig las man in den bulgarischen Zeitungen, daß der französische Konteradmiral M o u r e n den türkischen Luftschutz organisiert und auf seiner Reise durch die Türkei auch nach Istanbul und in den europäischen Landes- teil gekommen ist, daß englische und französische Generalstabsoffiziere Besprechungen mit türkischen Armeeführern abhalten und daß neuerdings einige türkische Jahrgänge unter die Fahnen gerufen wurden. Dabei gibt es keinen Krieg im Südosten oder in Kleinasien, und nach den Versicherungen des türkischen Ministerpräsidenten Saydam und des sowjetrussischen Außenkommissars Molotow ist im Schwarzmeer-Gebiet auch kein Anlaß. Trotzdem wenden alle Staaten des Balkans und Kleinasiens Milliarden an Volksvermögen für die Staatsoerteidigung auf, halten Reservisten unter den Waffen und verstärken dauernd den Grenzschutz. Warum? Richt um einen Krieg hervorzurufen, sondern um einen Krieg in diesem Raume zu verhindern. Ein bulgarischer Publizist hat diese erhöhte militärische Bereitschaft der Balkanstaaten mit der Möglichkeit begründet, daß die Westmächte angesichts der Erfolglosigkeit ihrer Blockade gegen Deutschland keinen anderen Ausweg mehr fänden, als mit Gewalt ins Schwarze Meer einzudringen und die deutsch-russischen Handelsbeziehungen zu stören. Ein solcher Akt bedeutet natürlich Krieg mit Rußland und damit Verwicklungen von nicht abzusehender Tragweite für den Balkan. Aus diesem Grunde rüstet auch Bulgarien auf. Ader noch ein weiterer Umstand begründet diese Kraftanstrengungen. Der Außenminister Bulgariens, P o p o f f, hat in seiner SobranjeEklärung an den Ausspruch eines nordischen Staatsmannes erinnert, der von seinem Vaterland das Schicksal ab« wenden will, nur kleiner Bauer auf dem großen Schachbrett der Weltpolitik zu sein. Bulgarien, als Kernstück des Balkans, hat mit feinen Nachbarn noch einiges zu ordnen, es will dies aber erst nach dem Ende des gegenwärtigen Krieges tun und bis dahin so stark werden, daß es seinen Ansprüchen auch ein genügendes Gewicht geben kann. Darum also rüstet auch Bulgarien auf, darum werden in den Kasernen die ungeschulten Reservejahrgänge mit den Waffen vertraut gemacht, darum werden den Bürgern so hohe Steuern auferlegt, daß die Abgeordneten zunächst unter dem Eindruck der Klagen ihrer Wählerschaft glaubten, sie nicht annehmen zu können, dann aber doch die Zukunft Bulgariens höher stellten als eine augenblickliche Unpopularität in der Bevölkerung. 100 Waggon Korn kostet Bulgarien ein Bombenflugzeug. Und 400 Waggon Korn, also zehn Eisenbahnzüge mit je 40 Waggons Korn muß es für eine Flakbatterie hergeben. Diese Zahlen, die ein Abgeordneter in dem Sobranje genannt hat, sind von schwerwiegender Bedeutung für den Staatshaushalt, für die Armee, für jeden einzelnen Bauern in den Bergen des Balkans und in dei> Ebene der Maritza. Um den Frieden zu erhalten, muß das bulgarische Volk Lasten auf sich nehmen, *5 führe es selbst Krieg. Aber es sind nicht Steuern allein, die notwendigerweise gezahlt werden müssen. Durch das Gesetz für zivile Mobilisation wird das gesamte Leben des Bürgers von den Erfordernissen der Armee bestimmt. In dem neuen Amt für zivile Mobilisation beim Ministerrat ist der Kriegsminister der entscheidende Mann, der über die Arbeit aller Bürger von 16 bis 70 Jahren entscheiden kann. Die letzte Entscheidung trifft zwar immer der König, aber vorgetragen wird sie ihm vom Ministerrat. Das neue Amt, die Ministerien, die öffentlichen Behörden, die Gemeinden, die physischen und juristischen Personen sind ausführende Organe. Praktisch kontrolliert der Kriegsminister von dem Zeitpunkt des Beginns der zivilen Mobilisation an den gesamten Außen- und Binnenhandel, die Rohstoffverteilung, die Preisgestaltung, die Kreditgebung der Banken, die Devisenbeschaffung, den Arbeitskrafteinsatz, die Bestellung der Aecker, die Regelung der Löhne, die Propaganda und die nationale Erziehung. Gewiß gilt das Gesetz nur für den Ernstfall eines bewaffneten Konfliktes; trotzdem werden die vorbereitenden Arbeiten schon jetzt gewisse entscheidende Eingriffe in die Friedenswirtschaft nötig machen. Jeder'Tag bringt dafür neue Beispiele, so die Bestrafung von Spekulanten, das Verbot der Verwendung von Gummi zur Schuhbesohlung, die aufgebotene Anmeldung aller bei Händlern lagernden Kupfervorräte, Verkauf von Konserven nur gegen Rückgabe einer leeren Blechdose, der jetzt verordnete Beimischungszwang von 30 v. H. Zellwolle in der Tucherzeugung oder die straffere Devisenreglementierung mit dem streng gehandhabten Ab- Jn Liverpool warten die Engländer wieder einmal sehnsüchtig auf eine überfällige Schiffsladung Getreide. Vergeblich! Seit Tagen liegt sie bereits auf dem Grunde des Meeres und wir können uns ausmalen, wie sich dort die Fische für die Weizenkörner interessieren. — Das heißt: interessieren? Wie sollen die Fische das denn machen? In der ewigen Nacht der Meerestiefe können sie sicher doch gar nichts sehen? Das hängt ganz von der Tiefe ab. Die Meeresforscher haben nämlich genau geprüft, wie weit das Tageslicht in das Wasser eindringt. Professor Dr. Hentschel (Hamburg), der an den großen Forschungsfahrten des deutschen Vermessungsschiffs „Meteor" teilgenommen hat, berichtet in seinem Buche „Das Leben des Weltmeeres", in welchem er die verschiedensten Wunder der „Wasserwüste" eingehend bespricht, daß große weiße Scheiben an Tauen in die Flut hinuntergelassen wurden. Dann maß man, bis zu welcher Tiefe die weiße Fläche erkennbar blieb. Selbst bei dem klarsten und durchsichtigsten blauen Wasser war die Scheibe in 66 Meter Tiefe nicht mehr zu sehen. Daraus ließ sich berechnen, daß in 200 Meter Tiefe höchstens noch eine schwache Dämmerung herrscht, wenn über dem Meere hellster Tag ist. Mer auch am Boden der Biskaya, der stellenweise 5100 Meter unter der Meeresoberfläche liegt, und zu dem bestimmt kein Lichtstrahl mehr bringen kann, herrscht nicht etwa trostlose Einsamkeit! Kugelförmige blaugrüne Algen leben vereinzelt selbst in 5000 Meter Tiefe! Das ist nicht einmal durch die Tatsache mehr zu erklären, baß die blauen und violetten Strahlen noch in 1500 Meter Tiefe im Mittelmeer bei Versuchen photographische Platten geschwärzt haben. Gerade diese Strahlen der Sonne sind ja für das Leben der Pflanzen besonders wichtig! Mer bei 2000 Meter wirken auch sie bestimmt nicht mehr. Trotzdem leben dort nach Pflanzen und ernähren ihrerseits Fische? Jawohl, sie sind nämlich „Leichenfledderer"! Die Pflänzchen lieferungszwang sämtlicher freien Devisen durch die Exporteure. Damit ist die Reihe der Einschnitte noch nicht erschöpft. Diese Tatsachen muß man der Ansicht entgegenstellen, daß die neutralen Länder des Südostens am Kriege nur ihren Profit machen. Gewiß hat die bulgarische Regierung erst kürzlich erklären lassen, daß sie von der Rationierung der Lebensrnittel absehen könne, gleichzeitig aber hat der Ministerrat die gesetzlichen Grundlagen für eine solche Ordnung schon beschlossen. Es ist auch richtig, daß der gesteigerte Außenhandel, vor allem mit Deutschland, den Balkan in die Lage versetzt, mehr Maschinen zum Ausbau der eigenen Industrie einzuführen. Auch Bulgarien geht daran, seine Kohlenbergwerke auszubauen, neue Erzlager zu erschließen und Aufbereitungsanlagen zu errichten; die Textilindustrie verarbeitet gegenwärtig sogar russische Baumwolle für Rußland; Schiffahrt und Verkehr sind für einen vergrößerten Warentranfit voll eingesetzt. Man vergesse aber dabei nicht die Rechnung des Sobranje-Mgeordneten, daß ein Bombenflugzeug gleich 100 Waggon Korn ist- Die durch die Ereignisse gebotene militärische Bereitschaft schöpft einen erklecklichen Teil des „Profites" wieder ab, abgesehen davon, daß die Einberufungen einen Teil der Männer dem Arbeitsprozeß entziehen. So kann man es verstehen, daß das Sobranje auf der einen Seite den Willen des kleinen Mannes verdolmetscht, abseits von den Wirren der großen Mächte seiner friedlichen Arbeit nachgehen zu können, andererseits aber verpflichtet ist, das tapfere Bauernvolk der Bulgaren nicht zur Schachfigur werden zu lassen. In diesem Widerstreit zwischen dem Vorteil des Augenblicks und der Aufgabe hat sich Bulgarien für seine nationale Tradition entschieden, für seine Armee, für seine Stärke. Denn der Kern des Balkans muß stark sein. und Tierchen, die in mikroskopischer Kleinheit aber zu Millionen an der Meeresoberfläche als „Plankton" umhertreiben, sind zwar so winzig, daß sie sich oft nicht einmal mit der feinen Seidengase fangen lassen, mit der der Müller das Mehl siebt. Mer sie sind doch schwerer als das Wasser und sinken f) munter, sobald sie gestorben sind. Was das Meerwasser nicht wieder zersetzt hat, bis es in der Tiefe ankommt, das verzehren die Lebewesen der Tiefsee. Es rieselt also ständig ein ganzer Nähr- ftoffregen in die lichtlvsen Reiche des Ozeans. An den kleinen Lebewesen finden wieder die größeren ihre Nahrung. Mer um von den wenigen Mitbewohnern der Tiefe leben zu können, müssen die Fische stets sehr viele von ihnen verschlingen. Das Maul ist daher bei vielen von ihnen die Hauptsache! Den Fischen einer Sorte könnte man geradezu den ganzen langen, fast schlangenhasten Körper in dem Riesenmaul zu jammenrollen. Ein anderer Tiefseesisch dagegen ist ein Hamsterer des Meeres: Er hat selbstverständlich auch einen großen mit scharfen Zähnen bewehrten Rachen, vor allem aber einen regelrechten „Gummimagen". Wenn er noch nichts gefressen hat, sieht er aus wie ein normaler wendiger Fisch. Hat er aber seine Mahlzeit gehalten — und es kommt ihm gar nicht darauf an, selbst einen Fisch zu verspeisen, der viel größer ist als er selbst —, so hat sich sein Magen ungeheuer ausgedehnt und der Bauch ist zu einer formlosen Masse v arge quollen. Der Dunkelheit am Meeresgrund haben sich die Tieffische übrigens z. T. hervorragend angepaßt. Manche von ihnen haben optisch ausgezeichnet konstruierte Äugen. Andere sorgen gleich selbst für Beleuchtung. Da gibt es z. B. einen Fisch mit einer Nase, die ungefähr so lang wie sein ganzer übriger Körper ist; an dieser Nase aber trägt er als „Laterne" ein Leuchtorgan vor sich her. Es gibt auch Fische mit „Leuchtplaketten". Diese Lichter sitzen meist in der Nähe des Auges, manchmal aber am „Dort unten aber ist's fürchterlich". 23on Dr. I. Hemici ganzen Körper entlang. Professor Hentschel verglich einmal einen solchen Fisch mit einem Schiffchen, dessen Bullaugen an der ganzen Breitseite entlang erleuchtet sind. Die deutsche Tiefsee-Expeditwn hat auch einen Tintenfisch mitgebrächt, dessen Körper in den verschiedensten Farben „illumimert war. In der Mitte unter jedem Auge saß em Leucht- organ, das ultramarineblau strahlte. Seme „Buglichter" waren rubinrot, während sich am „Heck" mehrere weiße Lichter um ein himmelblaues grup« pierten. Er bot einen überaus prächtigen And!.-*. Aus aller Welt. Hans Virchow f. Im Alter von 87 Jahren starb nach kurzer Krank, beit in Berlin Geheimrat Professor Dr. Hans Dir- chow, der Sohn des großen Pathologen Rudolf Virchow. Ebenso wie sein Vater war auch Hans Virchow pathologischer Anatom und Anthropologe. Diele Aerztegenerationen sind von ihm in die Anfangsgründe der Anatomie eingeführt worden. Als Forscher und Gelehrter erwarb er sich eine hoch- geachtete Stellung in der medizinischen Welt. Heberfdjroemmungen und Erdstöße in der Türkei. Zn den letzten Tagen ist die Türkei erneut von schweren Naturkatastrophen heimgesucht worden. Der Euphrat ist über seine Ufer getreten und hat die ostanatolische Stadt E l a s i s überschwemmt. In mehreren Stadtteilen sind die Häuser von der reißenden Strömung überflutet worden. Eine Anzahl von Häusern ist eingestürzt, andere wurden schwer beschädigt. Es sind auch Menschenleben zu beklagen. — Auch in der Gegend der Stadt Smyrna haben sich wieder schwere^Ueberschwem- mungen ereignet, die ebenfalls großen Schaden an- richteten. Zur gleichen Zeit werden aus verfchie- denen Städten Anatoliens fortgesetzt stärkere Erdstöße gemeldet, unter anderem aus Siwas und Samsun. Großfeuer in Colon. Wie Associated Preß aus Colon an der Ost, einfahrt des Panamakanals meldet, zeri stört ein Großfeuer zahlreiche Gebäude im Stadtzentrum. Da die Flammen auch das Gebäude der Kanalverwaltung und andere Regierungsgebaude : bedrohten, wurden Pioniere eingesetzt, um durch Sprengungen eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Mehrere tausend Einwohner Colons sind obdachlos. Verbrecher schießt Kriminalbeamte und Soldaten nieder. In Berlin-Lichterfelde schoß ein Verbrecher, der eines Einbruches überführt worden war, zwei Kriminalbeamte und einen Soldaten nieder. Der eine Kriminalbeamte wurde auf der Stelle getötet, während der andere mit einem lebensgefährlichen Schuß in den Leib besinnungslos zusammenbrach. Der Soldat hatte sich dem Verbrecher bei seiner Flucht in den Weg gestellt. Er erhielt einen Brustschuß, an dessen Folgen er kurz darauf verstarb. Inzwischen hatte man aber den Verbrecher von allen Seiten umstellt, und als er sah, daß es kein Entrinnen mehr gab, schoß er sich selbst eine Kugel in den Kopf und brach tot zusammen. Riesenbrand im Hafen von Gent. Im Hafen von Gent (Belgien) ist ein Großfeuer ausgebrochen. Bisher find drei Lagerhäuser mit 20 000 Ballen Baumwolle, Jute und Leinen, vernichtet worden. Der Sachschaden wird auf 30 \ Millionen Franks geschätzt. Der Brand kam in einem Lagerschuppen zum Ausbruch, in dem sich 5000 Ballen Baumwolle befanden. In kurzer Zeit griffen die Flammen auf zwei weitere Lagerhäuser ' über, die ebenfalls vernichtet wurden. Der Brand griff so stark um sich, daß die umliegenden Häuser in fieberhafter Eile geräumt werden mußten. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Sauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für PolttS, euilleton und Bllder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange K. 0. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nrä. A» Die l>c B Setzer E Mals ' SeuM tziesmal Krieges, nie (ö P MIM! geiiM ! hegnffej njenn einem siehen, a Seit des die ein n darauf g ' Ts ist Mnate Ende 9 auch mch «tert und M 2 MM tel der ti erlitt De> stillstande Kindern alle Bedi neten Fc keinerlei mal Seef tage zu hie Daue trächtigen Im Le stand, vei Lord No „Times", Mail" un englischen Ealeebi). deutsche 1 ernährt o und ein | sich jetzt Nachkomn tiges Erz illen mö( warfen je gegen die veise Der unternorr ruf die < licht nm deutschen lorausbe, »erfahren lern daß deutschen einem so tzen. Ra farm se ltachkrieg lennt in krankheit ie diese 3 kr Berg, Blotfahe deutschlan md info kren Fol Bekanntmachung. Die IVochenmärkle beginnen von Dienstag, dem 16. April 1940, ab, vormittags um 7 Uhr und enden um 13 Uhr. 1898C Der Oberbürgermeister. 9. 23.: Nicolaus, Beigeordneter. Bekanntmachung. Jleue Eierzuteilung. Auf die gültige Reichseierkarte werden im Gebiet des Landesernährungsamtes Hessen auf den Abschnitt a in der Zeit vom 15. 4. bis 5. 5. 40 2 Eier und auf den Abschnitt b in der Zeit vom 19. 4. bis 5. 5.40 2 Eier ausgegeben. 1905D ff / b=kanr,t -- di, ■ I ^s°beiKop'hXe1'"*' H ;*=nnura8'ine'N'"' ^7' nS'beken 6pV,anillc- In ////?. l20bla,e„ p6 fW’«- nd./.Z///A -- ,en-P*A RM- % Hauptrollen: Josef Sieber / Ingeborg Hertel Ilse Petri / Renee Stobrawa Leo Peukert / Erich Fiedler Spielleitung: Franz Seitz (Nach Motiven des Romans „Der selige Rogge“ von Ernst Grau) Musik: HANS EBERT Alle guten Geister des Volkshumors haben bei diesem herzhaften Lustspiel Pate gestanden. Ufa-Ton-Woche / Terra-Kulturfilm Heute Montag Erstaufführung Lichtspielhaus Täglich 4 Uhr, 6 Uhr und 8.30 Uhr — Jugend hat Zutritt! — 1896A | Mietgesuche | Geräumige S-Zimmer- Wohnung i. Nähe d. Universität wird ges. Schr. Angeb. m. Angab.üb. Lage, Mietvr.,Bezugstermin u. 01397 a. d. G. A. erb. 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Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, oen Bießener Anzeiger Zwangsversteigernng. Dienstag, den 16. Avril 1940, nachm. 2 Ubr, sollen im Ber- kausslokalHartmev,Neuenweg28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: imsD Haus-, Laden- u. Büromöoel aller Art. Schreibmaschinen,Uhren, Füllfederhalter, 1 Registrierkasse, 1 Rechenmaschine, 2 Additionsmaschinen, Kassenschränke, 1 Aus- putzmaschine, 1 Schaubekbriefmar- kenalbum, 1 Schneidernähmasch., 50 Flaschen Wermutwein, 1 Bild. Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesenstr. 2, Tel. 3108 iiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. 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Werken und in verschiede- nen Preislagen bieten unsere Derlagserzeug nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen er. höhteFreudeanden vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und Probehefte her Zeitschrift „llusöet natur (Der utaturforscher) HugoBeimüblerVerlag BerMWelde Dr. Karl Schättler Zahnarzt Frankfurter Strafte 53 Tüchtigen jüngeren Angestellten und Kontoristin vorwiegend für Lohnbuchhaltung zum sofor- - Emer v tonnt. Un 14n bei. ; «s Laust f ® Obern MÄhon «eit mi lolle. N peilt, qe rner den fonntljQn ?5, Mai feine 0 bann .Einmal Antzchc $ *Moi £ ben, ■ A ben ftt btie er TM MSÄt - te RS fcrw LMe e 55 uni ^mi Mat, Un hjs I Sff&i k n^[ A PC, Ur. 88 Zweites Blatt Montag, |5. April M0 Gietzenei Anzeiger twenerai-Anzelgsr für Oberhessen) imte besinnun^ kann! ger 6fr-21 t a n nf zwischen Rußland unb der Türkei. Kaiser Nikolaus hatte von dem Kaiser von Oesterreich, Franz 3o= $of L, unb dem König von Preußen. Friedrich Ml» ,X' d einen Ä e wurde or igeco«*0“6 der M, meldet, jtj e im CtM Nebäude W\ ungsgebäiü! L um bwt g des 8rn. ln die J b°rben. °-7 »* >« lürtfi. 5««t« ^treten ftr oon ir • Eine :ere .Mn penleben >i 1 der Krschw^ Schaden ot, 1115 versG lrkere Erd. "was uiö tte sich der Weg gestck - n Folgen k te man abc um ft elll, 'n mehr ge! ien Kops wt Seat. in GroßsM gerhäusr und Lein mirb aus 3 anb tarn i in dem ' n kurzer, e Lagerhä i. Der 2 senden SM mußten. Stellvertreters irtfli lüi M >t Gießen, ch Ludwig reiR. Lange Lt r»et$N, 8 ?Qns Wi 9en Nii «WS dieses erfreulichen Erfolgs der von der Universität mit dem ersten Trimester als Neuerung eingesühr- ten Veranstaltungen werden nunmehr auch im zweiten Trimester wieder zahlreiche volkstümliche Vorträge und Vorlesungen stattfinden. Universitätsnachricht.. Das Fach der Erbbiologie und Rassenhygiene in der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg wird im kommenden 2. Trimester von dem Direktor des Universitäts-Instituts für Erb- und Rassenpflege an der Universität Gießen, dem derzeitigen Rektor der hiesigen Universität Prof. Dr. H. W. Kranz vertreten. Die Vorlesungen in Marburg wird Prof. Dr. Kranz neben seinen Amtspflichten in Gießen wahrnehmen. Kameravschastsappell ehem. 116er. Die Kameradschaft ehemaliger 116er hielt am Samstag im „Auerhahn" unter Leitung von Kameradschaftsführer Bill ihren gut besuchten Monatsappell ab, der in erster Linie der Bekanntgabe der letzten Kreisbefehle galt. Vor allem wurde auf den Aufrufe an die alten Soldaten, sich überall dort zu betätigen, wo die Heimatfront Hilfe und Unterstützung braucht, wie z. B. in nächster Zeit in der Landwirtschaft, aufmerksam gemacht. Nach der Besprechung einiger organisatorischer Fragen wurden die durchzuführenden Schießübungen besprochen. Wie Schießwart Kamerad Kern mitteilte, werden die Hebungen am letzten Sonntag im April fortgesetzt. Rege Beteiligung ist Pflicht, damit die guten Erfolge des letzten Jahres nicht verlorengehen. Kamerad Roeder als Propagandawart sprach über die Betreuung der Soldaten durch die Heimat und über die Metallspende. Wie Kameradschaftsführer Bill bekanntgab, wird die Spitze der Traditionsfahne der Sammelstelle zugeführt werden. Monatsappell der Marine-Kameradschaft Gießen. Im Marine-Bootshaus hielt die Marine-Kameradschaft Gießen am Samstagabend ihre Aprilmusterung ab, die einen guten Besuch aufzuweisen hatte. Der Kameradschaftsführer gab Eingänge bekannt. Von den zum Wehrdienst einberufenen Kameraden waren Grüße eingegangen und in den letzten Wochen hatten wieder die in Urlaub befindlichen Kameraden und Angehörigen der Kriegsmarine das Kameradschaftsheim besucht. Dem Kameraden Friedrich Gräf wurde von der Kameradschaftsführung der Dank für seine 40jährige treue Zugehörigkeit ausgesprochen. Am 14. April sind es 48 Jahre seit dem Tag, an dem die Marinekameradschaft Gießen von einigen jungen Kameraden, die ihre Dienstzeit bei der Marine abgeleistet hatten, gegründet wurde. Heute zählt die Mari ne kam er ad- schaft Gießen weit über hundert Angehörige. In den langen Jahren des Bestehens der Marinekameradschaft Gießen wurde erfolgreiche Arbeit geleistet und mancher Junge fand in den zurückliegenden Jahren seinen Weg über die Marinekameradschaft Gießen zur Marine. Von den Gründern sind noch drei am Leben, und zwar die Kameraden Bischofs, Rüdiger und Peter Schmidt. Infolge der Spendefreudigkeit aller Kameradschaftsangehörigen war es möglich, den zum Wehrdienst einberufenen Kameraden schöne Liebesgabenpäckchen zurechtzumachen. Die Verpackung erfolgte im Verlauf der Musterung und bald werden sich die Kameraden bei der Kriegsmarine einen steifen Grog brauen können. Der Monatsappell faßte den Beschluß, neben anderen Gegenständen auch die Glocke der Marine- Kameradschaft, die verkleinerte Nachbildung einer Schiffsglocke, dem Führer zur Geburtstagsspende! zu bringen. Der weitere Abend war der Kameradschaft gewidmet, ein Film von der Kriegsmarine wurde gezeigt und insbesondere waren die anwesenden Angehörigen der Kriegsmarine dem Kameraden Herbert dankbar für seine Gesangsdarbietungen. ien K ü uer|" £ °.in & eine ? • am L Helm IV., die Versicherung der Neutralität erhalten; England und Frankreich aber traten am 12. März 1854 auf die Seite der Türkei und erklärten am 28. März an Rußland den Krieg. Diese Lage konnte zu Verwickelungen zwischen Preußen bzw. Deutschland und den Westmächten führen; die Spannung im deutschen Volke war daher groß. Aus dieser Stimmung heraus griff Karl Wilhelm wieder auf das Gedicht Schneckenburgers zurück und gab ihm Mitte März 1854 die Melodie, die sich bis heute erhalten hat. Der Komponist war am 5. September 1815 (also vor bald 125 Jahren) in Schmalkalden als Sohn eines Organisten geboren und musikalisch sehr gut ausgebildet; 1840 übernahm er die Dirigentenstelle der Krefelder „Liedertafel", 1860 wurde er preußischer Musikdirektor, 1865 kehrte er nach Schmalkalden zurück und lebte dort noch bis zum 26. August 1873. Sein Lied wurde aber allgemein bekannt erst am 11. Juni 1854, als die „Liedertafel" zusammen mit anderen Gesangvereinen ein großes Konzert veranstaltete zu Ehren des Prinzen Wilhelm von Preußen und seiner Gemahlin Augusta, die an diesem Tage ihre silberne Hochzeit feierten. Der Vortrag der „Wacht am Rhein" hatte einen durchschlagenden Erfolg und machte das Lied mit einem Schlage populär; aber wie seinerzeit das Gedicht Schneckenburgers in Vergessenheit geraten war, so flaute auch die Begeisterung für Wilhelms Komposition bald wieder ab. Wirklich zu Ehren kam das Lied erft* 1870, als Napoleon III. in der bekannten unversckämten Weise dem König Wilhelm den Fehdehandschuh hinwarf; da wurde es zum Kampf- und Trutzlied der ganzen deutschen Dolksstämme, die, ohne äußerlich zu einem Deutschland vereinigt zu sein, doch einmütig zu den Waffen griffen, um die deutschen Lande gegen französischen Hochmut und französische Raub- aelüfte zu schützen; in diesem siegreichen Kriege schlossen sie sich dann endlich zu dem großen Deutschen Reiche zusammen. Karl Wilhelm hat den Triumphzug seiner Schöpfung noch erlebt und sogar noch einmal das Lied persönlich in Krefeld dirigiert: am 21. November 1870, während eines Konzertes „zum Besten der Verwundeten und zur Beschaffung warmer Kleidung für die siegreichen Kampfgenossen in FrankrAch". Dem Dichter und dem Komponisten hat dis Nachwelt auch Denkmäler gesetzt: jenem 1892 in Tuttlingen, diesem 1876 in Schmalkalden und 1877 in Krefeld; in Tuttlingen und in Schmalkalden ist das Porttät Schneckenburgers bzw. Wilhelms an dem Sockel angebracht, während auf dem Sockel jedesmal eine Germania-Figur sicht, die in Tuttlingen im Begriffe ist, das Schwert zu ziehen, während sie in Schmalkalden sich mit der Linken auf das Schwert stützt und in der Rechten eine Leiex mit Lorbeerkranz hält. H. G. Aus der Stadt Gießen. Butter richtig aufbewahren. Mehr denn je kommt es heute darauf an, ein so wichtiges Nahrungsmittel wie die Butter vor jeglichem Verderb zu bewahren. Jedem Deutschen ist eine bestimmte Menge Butter zugesichert. Es schadet damit jeder sich selbst am meisten, der aus Leichtsinn oder Unachtsamkeit die ihm zustehende Buttermenge durch schlechte Behandlung, d. h. durch Verderb verringert. Butter ist bekanntlich gegen alle äußeren Einwirkungen sehr empfindlich, gegen Sonne, Wärme, Luft, Licht und Geruch. Schon einige wenige Minuten direkter Sonnenbestrahlung genügen, um den Oberflächenmengen der Butter einen talgigen Geschmack zu geben. Gegen diese Schäden also gilt es, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Am idealsten ist es natürlich, die Butter in einem Eis- oder Kühlschrank aufzubewahren. Da ein solches Einrichtungsstück aber leider noch in den wenigsten Fällen vorhanden ist, so muß die Hausfrau eben zu anderen Mitteln greifen. Man kann Butter zum Kühlen direkt ins Wasser legen, wenn man die Kühlwassermenge regelmäßig erneuert. Ein erfolgreiches Hausmittel aber ist es auch, Butter in ein feuchtes Tuch einzuschlagen. Das verdunstende Wasser kühlt bekanntlich, und die bei der Verdunstung entstehende Kälte, die sog. Verdunstungskälte, hilft uns, die Butter vor zu großer Wärmeeinwirkung zu schützen. Noch besser ist es freilich, die Butter von ihrer Umhüllung zu befreien und sie lückenlos in ein Steingut- oder Porzellangefäß einzufüllen. Stellt man diese Butterdose bann an den kühlsten zur Verfügung stehenden Ort in der Speisekammer oder im Keller, dann ist damit ebenfalls eine längere Haltbarkeit der Butter gewährleistet. Die Hausaeräteindustrie schließlich hat besonders konstruierte Butterdosen herausgebracht. Die wärmere Jahreszeit steht bevor. Die Gefahr für die uns zur Verfügung stehenden Buttermengen wird damit von Tag zu Tag größer. Darum müssen gerade die kleineren Mengen, die heute an den Verbraucher abgegeben werden, sorglich und pfleglich behandelt werden, weil sie ja meist über mehrere Tage reichen sollen. Vornotizen. Tageskalender für TNonlag. Gloria-Palast (Seltersweg): NSG. „Kraft durch Freude", 16 und 20 Uhr, Gastspiel Robert Gaden. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Hochzeit mft Hindernissen". — Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen der Ludwigs-Universität Gießen: 20.15 Uhr Vortrag von Professor Zschietzschmann über: Griechische Götterbilder, mit Lichtbildern, im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34; 20.15 Uhr Vorlesung von Professor Vollrath über: Krieg und Frieden, unter besonderer Berücksichtigung innerbritischer Zustände, im Großen Physikalischen Hörsaal, Stephanstraße 34. — Ober- hessischer Kunstverein: Ausstellung Walter Kröll, Gießen, von 17 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brand. NS.-Frauenschast, Ortsgruppe Mitte. Volkswirtschaft - Hauswirtschaft und Hilfsdienst, Donnerstag, 18. 4., um 20.15 Uhr im „Schipkapaß". Gemeinschaftsabend, Mitte, am 29. 4. um 20 Uhr im „Burghof". Vortrag über Amerika von Pgn. Schaper. Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen der Universität. Die im Verlaufe des ersten Trimesters der Universität Gießen veranstalteten volkstümlichen Vor- träge und Vorlesungen hatten bei der Bevölkerung so starkes Interesse gefunden, daß die Abende dieser volkstümlichen Wissenschaft stets gut, zum Teil sogar außerordentlich stark besucht waren. Angesichts vcr sogar zuversichtlich. . „ Oer Lauf begann. Wir rannten alle wie tou. 5e>er kleine Vorsprung wurde begeistert gefeiert, hier Verlust durch Schmähungen geahndet. Es ging tiaen und drüben heiß her. Bald hatte der andere, unser Haufe einen kleinen Vorsprung: es ging für und ab, hin und her, aber während die drüben, kls letzte Waffe das Fritzle hatten, mußten wir ®t Jonathan antretey. Mr wurde plötzlich Lange. Ein Engländer richtet fein Volk Von Or. Paul Rohrbach. Oie Wacht am Mein. In der Geschichte Frankreichs taucht immer wieder eine Erscheinung auf, die man nicht einmal sonderbar, vielmehr ganz diplomatisch nennen kann: sobald im Innern des Landes etwas nicht in Ordnung war, suchte man die Aufmerksamkeit des Volkes auf außenpolitische Dinge abzulenken. So war es auch 1830 nach der Pariser Juli-Revolution, die einen gewaltsamen Thronwechsel bewirkte, dadurch aber hinterher heftige Parteikämpfe entfachte. Da griff man wieder ein altes Projekt auf: man erzählte dem Volke in Reden und Schriften, daß der Rhein und die Rheinlande zu Frankreich gehörten und nicht nur zu Frankreich zurück müßten, sondern auch wollten. Einer der Haupthetzer war der Ministerpräsident Thiers. Wie sehr die Leidenschaft der Franzosen aufgestachelt und ihre Lust an kriegerischen Abenteuern entfacht war, beweist am besten die Tatsache, daß Thiers 1840 den Ausbau der Stadt Paris zu einer gewaltigen Festung durchsetzte. Wenn er aber bei seinen Raubzug splänen mit der Uneinigkeit Deutschlands gerechnet hatte, durch die er leichtes Spiel zu haben glaubte, so hatte er sich gerade in diesem wichtigsten Punkte schwer getäuscht. Seit den Freiheitskriegen war bei den deutschen Volksstämmen der alldeutsche Gedanke nicht wieder eingeschlafen und wenn auch schwere Enttäuschungen jeglicher Art die Verwirklichung immer wieder vereitelt hatten, so blieb doch die Hoffnung und der fefte Glauben an die Einigung Deutschlands stets lebendig. Man war nicht willens, sich den Herrschgelüsten und Gewalttaten eines französischen Machthabers wieder auszusetzen, sondern fest entschlossen, einem Angrift der westtichen Nachbarn mit aller Kraft und allen Mitteln entgegenzutreten. Diese Stimmung des deutschen Volkes tritt aus den Reden und Schriften jener Zeit leuchtend hervor, besonders aus verschiedenen eindrucksvollen Dichtungen. Zu diesen gehört auch das Lied „Es braust ein Ruf wie Donnerhall", das Max Schneckenburger im Sommer 1840' in Bern schuf. Er war aber ein Deutscher, denn am 17. Februar 1819 in Thalheim bei Tuttlingen (Württemberg) geboren; in Bern lebte er damals als Gehilfe in einem Drogengeschäft, bis er 1841 an der Gründung und Leitung einer Eisengießerei zu Burgdorf bei Bern teilnahm; dort starb er schon am 3. Mai 1849; im Jahre 1886 wurden seine Gebeine in der deutschen Heimat beigesetzt. Sein Kampf- und Trutzlied geriet aber allmählich in Vergessenheit, als die drohende Kriegsgefahr gebannt war und die Gründung eines Deutschen Reiches wieder keine Verwirklichung gefunden hatte. Im Oktober 1853 entstand der sog. Krimkrieg krnährt oder halb verhungert ober durch die tausend 'e mit einen und ein sog. Nahrungs-Ersatzmittel, mit denen sie Unr; ''ch jetzt erhalten, vergiftet werden, so wird ihre Die deutsche Generation, die den Weltkrieg noch mit Bewußtsein miterlebt hat, kann die Wirkungen 'der englischen Blockade auf unfern Ernährungsstand damals und heute nicht vergleichen. Hätte 1914 auf deutscher Seite derselbe Weitblick geherrscht, wie diesmal schon vor und unmittelbar bei Beginn des Krieges, so hätte es mit der Lebensmittelversorgung nie so schlimm werden können, wie gegen Ende des Weltkrieges. Heute können wir dem Versuch der Feinde, uns durch Hunger zu bezwingen, in Ruhe entgegensehen. Vermutlich haben jene selbst es schon begriffen, daß sie es nie und nimmer auf diesem Wege schassen werden. Es wird aber nützlich sein, wenn wir uns, um die Psyche unserer Feinde an einem Stück ihrer Selbstoffenbarung recht zu verstehen, an ein gewisses Dokument aus der letzten Zeit des Weltkrieges erinnern,und an die Antwort, die ein menschlich und gerecht'denkender Engländer darauf gab. Es ist jetzt einundzwanzig Jahre her, daß fünf Monate nach dem Abschluß des Waffenstillstandes, Ende März 1919, die Hungerblockade, wenn auch nicht formell beendet, so doch einigermaßen gemildert wurde. Der Krieg selbst hatte 4 Jahre und 3 Monate gedauert und vom deutschen Heer 2 Millionen Todesopfer gefordert. Fast zwei Drittel der täglichen Verlustzahl während des Krieges erlitt Deutschland auch während des sog. Waffenstillstandes weiter, hauptsächlich unter den Frauen, Kindern und Schwachen, denn auch nachdem wir alle Bedingungen für das Aufhören der bewaffneten Feindseligkeiten erfüllt hatten, wurde uns keinerlei Lebensmittelzufuhr erlaubt, ja nicht einmal Seefischfang und Milcheinfuhr, um die Säuglinge zu retten. Warum nicht? Offenbar doch, um die Dauerwirkungen der Blockade nicht zu beeinträchtigen. Hier der Beweis! Dies Dokument wurde in den Northclifte-Zeitun- gen dem englischen Leser als ein Triumphgeschrei des Hasses vorgetragen. In Deutschland war man sich so wenig über die Absicht klar, die geschilderten Wirkungen der Blockade noch auf unabsehbare Zeit fortdauern zu lassen, daß man versuchte, Eindruck durch den Nachweis zu machen, daß auch nach Abschluß des Waffenstillstandes täglich etwa 800 Menschen durch die Fortdauer der Hungerblockade starben, daß die Sterblichkeit der Säuglinge und Kleinkinder sich gegen die Friedenszeit nahezu verdoppelt hatte usw. Die Feinde aber sprachen bei sich: Vortrefflich! Das gerade wollten wir ja erreichen! Auch der Franzose Clemenceau sagte nach dem Waffenstillstand geradeheraus: Vingt millions de trop! Zwanzig Millionen Deutsche zuviel! Der englische Zeuge gegen diese Unmenschlichkeit, den wir anführen wollen, ist E. D. Morel: schon während des Krieges ein ungehörter Rufer zur Selbstbesinnung in England. In seiner Schrift „Früchte des Sieges" („The Fruits of Victory1*) finden sich zwei Kapitel: '„Das Massaker der Unschuldigen" und „Englands Ehre". Darin heißt es von den Alliierten: „Dom November 1918 bis Ende März 19 19 haben sie — trotz der wiederholten Proteste ihrer eigenen Kommissionen und britischer Offiziere und Soldaten — die Anwendung der abscheulichsten und unmenschlichsten aller in diesem Kriege benutzten abscheulichen Waffen, der Blockade, nicht nur in vollem, sondern sogar in verschärftem Maße aufrechterhalten. Und indem ihre Mäuler — für den öffentlichen Gebrauch — von pharisäischen und salbungsvollen Phrasen trieften, setzten sie dies mörderische und anarchiegebärende Verfahren fort, während sie insgeheim über die Siegesbeute die Zähne fletschten." „Als das deutsche Volk seine Zustimmung zu den im voraus von Präsident Wilson aufgestellten und von den Verbündeten angenommenen Friedensgrundsätzen erklärte und seine Waffen niederlegte — was geschah bann? Wir beteiligten uns daran, dem deutschen Volk Bedingungen der demütigsten Art aufzuzwingen. Es ergab sich darein, weil es nicht anders konnte, worauf wir fortfuh- ren, es trotz dem Waffenstillstand auszuhungern. Fünf Monate lang fuhren wir fort, die deutschen Frauen und Kinder verhungern zu lassen. W v war da unsere nationale Ehr e?" „Und wenn sie diesen Pakt der Schande (das Friedensdiktat) nicht unterzeichnen, dann sagen wir ihnen mit den Worten jenes kraftvollen Verteidigers der menschlichen Freiheiten, Lord Curzon, wir sagen ihnen - wir mit unfern sauberen Händen, den reinen Herzen, mit unserem mitleidvollen Gemüt, unfern veredelten und menschenfreundlichen Gefühlen — daß wir weiterhin ihre Frauen und Kinder dem Hungertod preisgeben werden, während wir unsere eignen Wänste füllen und Gott bitten, unsere Geschäfte zu segnen. Fürwahr, wir werden wohl noch an einem Ueber- maß der Ehre ersticken!" Ist es nötig, dieser Charakteristik Englands durch •einen Engländer noch etwas hinzuzufügen? Vielleicht nur dies eine: doß Morel, wenn er noch lebte, keine Ursache finden würde, anders über englische Ehre zu urteilen, als im. Jahre 1919, daß er aber sich einem deutschen Volk aeyenübersähe, dessen Führung nichts versäumt hat, seine Abwehr- mittel auf allen Gebieten, auch auf dem der Ernährung, so zu kräftigen, daß England vergeblich dagegen angehen wird. EinwohNM Im September 1918, kurz vor dem Waffenstillstand, veröffentlichte der englische Haß-Einpeitscher, Lord Northcliffe, in seinen Zeitungen — der „Times", die ihm damals gehörte der „Daily , Mail" und anderen Blättern — das Gutachten einer 'n em U englischen medizinischen Autorität, des Doktors iberfühiM Daleeby. In diesem hieß es wörtlich: „Wenn deutsche Eltern heute schlecht ernährt oder unter- Jch sah mich nach ihm um: er stand, obwohl noch nicht an der Reihe, sprungbereit, er hatte aufgerissene ' Augen, er klemmte den Mund zusammen und war bleich. Hatte ich ihm zuviel aufgeladen, als ich ihm unsere Ehre anvertraute? Jetzt nahte der vorletzte Läufer, uns alle erfaßte die ungeheure Spannung des Endkampfes. „Mach's gut", schrie ich Jonathan zu, der guckte sekundenlang zu mir hin, der Blick war wie em Gelöbnis, und bann sauste er ab. Aber da stolperte er in der Aufregung, sechs, sieben Schritte, drüben hatte bereits das Fritzle mit ihm gleichgezogen. Doch nun faßte sich Jonathan wieder, er legte los, wie keiner von uns ihn jemals gesehen hatte. Sein ganzer Körper ruckte und bebte, er hatte weder Stil noch Eleganz in seinem Lauf, aber unerhört viel Wallen und Hingabe. Wir wurden ganz still, wir schauten und staunten. Jeder gestand sich, hätten alle so ihre Aufgabe erfüllt, müßten wir jetzt weit im Vorteil liegen. So aber hing es vou Jonathans Lauf ab, er hielt sein verrücktes Tempo bis zum Ziel, das er als Sieger erreichte. Jonathan ging auf die Seite, um sich auszu- schnaufen. Er'stieß die Lust in kurzen, dicken Zugen aus, als säße er zwischen ganz engen Wanden. Das Blut wühlte in seinem Kopf und stand rot, gestaut wie eine Wehr, hinter der Haut. Aber die Augen glänzten. „Hab ich's geschafft?" frug er, obwohl er bereits um den Ausgang wußte. Wir versicherten es ihm, und dann bekannte der eine, daß er ihm dies niemals zugetraut hätte, und der andere nannte ihn einen Heimtücker, der bisher mit feiner Fähigkeit zurückgehslten. Als sie gegangen waren, suchte er mein Gesicht. Ich schüttelte den Kopf. Nein, das war es nicht, was die anderen meinten, es war nichts als das Vertrauen, die Kameradschaft und die Knabenehre, das ihm die Kraft verliehen. Die Worte dafür fehlten mir wohl, aber inwendig spürte ich das Richtige. Und ich sagte es ihm ebenfalls mit einem Blick. Zeitschriften. __ bie neue linie" (Verlag Otto Beyer, Leip- 3ta) veröffentlicht in ihrem Aprilheft einen interessanten Beitrag, in dem Maschinen der deutschen Luftwaffe gezeigt und ihre Funktionen im modernen Luftkrieg beschrieben werden. Zur (Erinnerung an bie spanische Erhebung bringt bas Heft schone Bilder Über Kastilien. Ein Aufsatz des Kunsthistorikers Rich. Haman „Das Doppelgesicht der spanischen Kunst enthält hervorragende Farbtafeln von Gemälden der drei größten spanischen Maler Delasguez, Goya und El Greco. Besonderes Interesse verdient auch eine Bildreihe „Der Feind", die die wichtigsten Typen der Feindflugzeuge vorführt; ein Beitrag „Die Werkgemeinschaft" zeigt in ungestellten Aufnahmen die Gesichter von Arbeitern und Ingenieuren eines Ru- stllNHsdötrtebeÄ» Jonathan. Von Heinrich Litterer. (Einer von uns hatte ihn im Spaß Jonathan genannt. Und weil uns der Name gefiel, behielten wir ihn bei. Jonathan war dick und plump. Wenn er «s Laufen kam, schnaufte er. kurz und griff nach öcin Odem. Das erhöhte nicht die Achtung vor ihm. Jonathan war eine Figur, die viel Lächerliches ente hielt. e Aber manchmal spielte dieser Jonathan doch eine Hotte. Wenn wir in der Schule, in zwei Hausen geteilt, gegenseitig zum Wettlauf an trat en, wobei einer den anderen ablöste, war jene Schar, der Jonathan zufiel, von vornherein nahezu aussichtslos. Jonathan büßte prompt den Vorsprung ein, btn seine Kameraden abgerungen hatten, und bas geb bann rechtschaffenen Aerger. Einmal frei mir die Aufgabe zu, als Führer der einen Schar, zusammen mit Erich, dem Führer des anderen Rudels, eine Mannschaft aufzustellen. Ich bekam Vorhand und durfte zuerst wählen. Ich nahm mir den, der mir als bester Läufer bekannt mar, Dich den zweitbesten, ich den drittbesten ... und Ketzt blieb, wie zu erwarten, nur noch Jonathan ütrig: er kam an Erich. Erich betraf der Ausgang «r Wahl hart: er hatte gehässige Augen, als er Hf Jonathan zutrat, diesen in die Seiten puffte imb mit erhobener Faust drohte: „Paß auf, wenn vir verlieren, Specksack, elender!" Es war wohl Jufall, daß ich auf den ganzen Vorfall aufmerksam öitrbe: ich merkte die innere Unruhe, mit der Jo- ncthan sich an bas Ende ber Auslese versetzt sah, >L faßte einen seiner halb verzweifelt en, ängstlichen Siicfe, und auf einmal hatte ich Mitleid mit ihm. Wenn mir, von Rechts wegen Jonathan zugefallen märe, hätte ich vielleicht auch so gehandelt wie Dich, aber so hatte ich einen inneren Spielraum, her es mir gestattete, zu Erich zu sagen: »Laß mir den Jonathan, Erich, du kannst dafür ttiinen Fritz haben!" Es war ein schlechter Tausch, hei ich machte, und meine Kameraden protestierten lU't. Doch wie einem geheimen Befehl gehorchend dies ich alle diese Anträge und Angriffe zuruck Md sagte nur, mit einem langen Blick auf Jo nahm: „Der wird uns nicht im Stich lassen, gelt, Hcnathän?" Knaben eh re ist so heilig wie Mannes- tiye. Als Jonathan, der mich verstanden ni(Me, wußte ich, daß -er sein Bestes gab, ja, ich Nachkommenschaft ein dementsprechend minderwertiges Erzeugnis sein. Sie wird in weitem Maße ollen möglichen Varietäten erblicher Leiden unterworfen sein. Sie wird wenig widerstandsfähig sein gegen die Ansteckung der Tuberkulose, möglicherweise verkrüppelt, mißgestaltet, ober im Wachstum liniernormal ... Ich gehe weit' im Vorausblick auf bie Zukunft Deutschlands; ich spreche aus, daß richt nur Zehntausenden von noch ungeborenen Deutschen ein Leben physischer Minderwertigkeit vorausbestimmt ist, so gewiß, als sei durch Rechts- verfahren ihnen ein solches Urteil gesprochen, sondern daß Tausende von noch gar nicht erzeugten Deutschen, wenn ihre Zeit gekommen sein wird, einem solchen Schicksal ins Angesicht schauen werden. Rachitis wird vielleicht die gewöhnlichste Form sein, in ber ber untaugliche Deutsche ber Nachkriegsperiobe angetroffen werben wirb. Man , nennt in Deutschland bie Rachitis die „englische Krankheit". Nun wohl, es kann bazu kommen, baß sie diese Bezeichnung in Zukunft noch besser als in der Vergangenheit verdient, beim die britische Blockade ist an erster Stelle verantwortlich für Deutschlands jetzige fürchterliche Ernährungsnotlage jnb infolgedessen für die Dauerwirkungen, die Heren Folge sein werden." Amt- »Ur iu- SJ.«fpor< I r Zentimek Deulschland-Ägoslawien 1:2 (0:2) (Nachdruck verboten!) 4. Fortsetzung. ihn vermesse nur. Mit der Entscheidung habe ich fl°r SW. 3n Dassensabi sondere Bi die an- Kußball um die KriegSmeisterschasten Die Spiele des gestrigen Sonntags brachten fol- 5:1 6:1 6:0. „Gut, ich werde bei meinen Leuten daheim Friedensverhandlungen einleiten. Wenn wieder derer Wind weht, hole ich dich herüber." Jutta nickt ihm zu, aber chre Äugen schauen zweifelnd an. Turnvereine zu gemeinsamer Arbeit bereit. dir Klock Deutsche ' Halden ko -er schwed Iruppen V ivegisch heftige schwedische Truppen i schwedi! entwaffnet Lin in i fehles den Laufe des Srafle drei Da stückt wan fen die dei Iach tun1 die Vaf fiziere und Beim V vordwä nomegifd)i gemacht. I Gewehren Unter de Wehrmacht küftenb von 28 Zer verteidigun erfahren. 1 die im Rar pen wurdl Auf dem n und in der grohe Ble sichergesiell Gmehre, I B e r l i i I zibt bekan 3n dem »m 14. Ap Sönzungen »ehmend nennensroei Jfgen diese 3n )lar lilche Seefi J n B e r g ( nnen deuts >ud brachli vurden kur gossen, iriskian chlglosen >3. April t ^^serschmii tu Oslo Wammenf( "NM von I ’^nlRo Gingen eit Eriegsm $fa Men s j.j **'eilten ^Enklen f( normet । ^nien. E° l “'Wien J’K -

ffe |Jh du, 5? Net „Um Gotteswillen, Dolf!" Jutta tut entsetzlich aufgeregt. „Du vergißt Hermine Schmidtchen! D'.e überlebt es nicht, wenn unser guter Ruf angetastet würde! Ein Brautpaar unter einem Dach — unmöglich! Geh' du nur auf den Gräfehof!" Lachend schwingt Jutta sich auf die Mauer. MstÜUK Waffen,Leim? Noman von Martina tftfarWm gende Ergebnisse: 1900 Gießen — VfB. Gießen . . . FL. Wetzlar — Rodhelm..... Watzenborn — SB. Wetzlar .... VfB.-H im Hintertreffen. 1900 — VfV.-R. 5:1. nichts zu tun." (Fortsetzung folgt.) Briefkasten der liedaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. ft. Speisen aus Ochsenzunge sind markenpflich- tig, d. h. ein solches Gericht darf nur gegen die Her- gäbe der entsprechenden Fleischmarken abgegeben werden. Ein Abonnent. Die Instandsetzungskosten beziffern sich auf 17 o. H. der Friedensmiete, d. h. derjenigen Miete, die am 1. Juli 1914 bezahlt wurde. Welcher Mietpreis in Ihrem Falle am 1. Juli 1914 gültig war und mithin Grundlage für die Berechnung der 17 v. H. ist, müssen Sie feststellen. SM „Mach' dir's nickst schwer^ Die Sache tst vorerst mal gründlich verfahren. Uns beiden kann das ja nichts anhaben — aber immerhin: tu' nichts Vorschnelles. Die. Zeit renkt alles wieder ein. Grüß' die Erni, und hier, di« Tüte gib dem Jupp!" Ein rasches Winken, und Jutta springt von der Mauer. Ehe Rudolf zum Gräfehof hinabsteigt, verweilt er noch ein paar Minuten am Waldrand. Goldgelb färbt die Sonne den Horizont. Die Kirche von Hochkirch, dahinter der Schleifberg — alles ist wie durchsichtig. Ein schöner Sommertag geht sanft zu Ende. Schon liegt das Gräfehaus im Halbdunkel. Ein Bild des Friedens. Aber der Fuß, der sonst so schnell diesem schützenden Dach zustrebt, zögert heute. Rudolf trägt noch den dunklen, feierlichn Anzug. Wie ein Fremder steht er da und sieht auf dos breite, bäuerliche Häus hinab. Wie einer, der nicht mehr hineinpassen, will. Torheit — er und die Jutta gehören zusammen. Wenn alle Menschen so ohne Stolz und Dünkel wären wie die Jutta ... ' Rudolf geht mit trotzigen Schritten hinab. Ist es nicht auch ein Herrenhaus, wie es dasteht, hellgrau in feiner schmalbretttgen Holzverschalung? Im Dache die lange Linie dicht nebeneinandergereihter Fenslerchen, der Giebel, mit Schnitzwerk geziert und unterbrochen. Als echtes Lausitzer Haus mit dem behauenen Sandsteinportal, den verschlungenen Initialen des Erbauers und der Jahreszahl als Be- Wirtschaft. Reichsbankbericht 1939. In dem Verwaltungsbericht der Deutschen Reichsbank für 1939 wird u. a. unterstrichen, daß der deutsche Kreditapparat zu Kriegsbeginn eine außergewöhnliche Leistungsprobe zu bestehen hatte, daß aber die deutschen Kreditinstitute jederzeit in der Lage waren, der Wirtschaft die erforderliche Kredit- Hilfe zu gewähren. Die Reichsbank hat es bei Kriegsausbruch als ihre selbstverftändlicke Aufgabe angesehen, nicht nur mittelbar durch Ausnutzung der in der deutschen Geldmarktverfassung liegenden Möglichkeiten, sondern auch unmittelbar durch Einsatz ihrer eigenen Kreditkapazität sich dem Reiche bei der Finanzierung der Reichsvorhaben zur Verfügung zu stellen. Sie behielt dabei jederzeit ausreichende Beweglichkeit, um auch der deutschen Privatwirtschaft Kreditrückhalt zu gewähren. Die Große des von der Reichsbank insgesamt befriedigten Kreditbegehrs spiegelt sich in ihrem Status wider^Dle Gesamtanlage in Wechseln, Lombards und Wert- Die Turnvereine des Stadtkreises Gießen, der Mtv., der To. 1846 und die Turnvereine Gicßen- Wieseck und Gießen-Klein-Linden vereinten sich zusammen mit den Gästen vom Tv. Heuchelheim zu einem ersten Kameradschaftsabend im „Burghof", an dem neben der stattlichen Turnerinnenabteilu7ig auch einige Urlauber teilnahmen. Der außerordentlich gut besuchte Abend wurde von Musik und gemeinsamen Gesängen umrahmt. Vereinsführer Fritz Wiegand vom Tv. 1846 begrüßte die Erschiene- nen und gab eine Begründung für die Notwendigkeit solcher kameradschaftlicher Zusammenkünste. Dabei gedachte er vor allem der Turner im Ehren- kleid des Soldaten. Er führte u. a. aus, daß diese Kameradschaftsabende dazu dienen sollen, die Kräfte in der Gemeinschaft zu stählen. Eine der wichtig- sten Arbeiten ist die Ertüchtigung des Volkes durch die Leibesübungen. Der Dereinsführer des Mtv. Kari Müller wies in seiner schwungvollen Ansprache darauf hin, daß die Heimat die zweite Front sei und jeder Deutsche feine ganze Person einzusetzen habe, damit beide Fronten das unüberwindliche Bollwerk blieben. In diesem Sinne müssen auch die Kameradschaftsabende als Appelle Ar** Pfuchterfülluna auf gefaßt werden. In diesem Z' sammenhange Sanfte er den so zahlreich erschienenen Altersturnern für ihre Mitarbeit, bis einmal die Turner in die Heimat zurückgekehrt und die Jugend das Banner übernommen haben wird. Dabei gedachte er auch aller im Volkstumskampf im Osten, besonders in Polen ermordeten und verletzten Turner und widmete auch den für das Vaterland Ge- Der gestrige Lokalkampf auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 erfüllte nicht alle Hoffnungen, die daran geknüpft worden waren. Die Grünweißen waren diesmal für die 1900er nicht der vollwertige Gegner, als den man die Mannschaft sonst kennt. Die Leute vom Waldsportplatz machten sichtlich einen etwas überspielten Eindruck, waren im Sturm viel zu wenig aktiv, kamen gegen die gegnerische Verteidigung nie recht zum Zug, und hatten außerdem das Pech, einen Mann im Tor zu haben, der vier Bälle passieren ließ, von denen bei einiger- maßen besserer Verfassung zwei hätten gehalten werden müssen. Erst als er durch Verletzung aus- schied, hatten es die Blauweißen nicht mehr so leicht, zu Toren zu kommen. Die Platzbesitzer hatten das Spiel rwn Anfang an und währet der ersten Halbzeit völlig in der Hand. Die Grünweißen kamen kaum über oie Mit- Park?" Schneider ist platt über diesen Zorn. Er grinst ein wenig unbeholfen. Was will der Alte? „Ja, mein verehrter Herr Gräfe, der Weg, den die künftige Bahn nehmen wird, steht vorläufig noch Seinem hohen Alter entsprechend ist der Jubilar noch körperlich und geistig auf der Höhe. Wir wünschen ihm einen weiteren angenehmen Lebensabend. 65 Jahre (Soldat LPD. D a r m st a d t, 14. April. Am 15. April blickt der demnächst 82jährige Generalleutnant v. Kl ein sch mit auf eine 65jährige Militär- dienstzeit zurück. Als 17jähriger Kadett trat er m das Großherzgl. Artilleriekorps in Darmstadt em, wo er Leutnant wurde. Dem hessischen Artillerie- offizierkorps gehörte er 31 Jahre aktiv an. Nun hat sie es doch fertiggebracht, das Gespräch wieder von sich wegzuschieben. „5)err Schneider will nach Weißenberg", sagt sie noch. „So, nach Weißenberg?" Langgedehnt, instinktiv von Mißtrauen erfüllt, kommen diese Worte auf Christoph Gräfes Mund. „Was sind Sie denn eigent- lich von Beruf?" fragt er geradezu. , Dem Herrn Schneider ist die hübsche Haustochter wichtiger als der Hausherr. „Ich?" sagt er leichthin. „Jngenieuer, Vermessungsingenieur." Der alte Gräfe hat sich weit über den Tisch gebeugt. Rudolf sieht aus, als habe er Zahnschmerzen bekommen. „Vermessungsingenieur?" Ein Gewitter ballt sich zusammen. „Was haben Sie denn zu vermessen?" „Autobahn", kurz, bestimmt; ohne Kümmernisie, immer mit einem kecken Blick in Ernis Gesicht, wird das gesagt. Erst als Gräfes Stuhl mit einem Ruck bis zum Ofen fliegt, horcht der Herr Schneider auf. Was ist denn hier los? Was hat denn der Alte auf einmal für einen Zorn? Raft im Zimmer auf und ab wie ein grimmiger Tiger! „Das ist ja großartig — das ist ja ausaezeichneift Alle schauen das Familienoberhaupt gespannt und erschrocken an. Wie ein Klotz baut Gräfe sich neben dem Ingenieur auf. „So, da haben wir ja gleich mal einen von diesen Herren. Nun mal Farbe bekannt, mein Herr!" „Aber Vater, Herr Schneider hat dock keine Ahnung", ruft Rudolf in seiner raschen Art dazwischen. Ein vernichtender Blick bringt ihn -um Schweigen. „Raus mit der Sprache — wohin führt die Autobahn? Ueber die Gräfewiesen oder über den Rodaer SS SS SP N ein«! E Meck "Justizpersonalie. Oberamtsrichter M fl l- le r, der bisher das Amtsgericht in Herbstein leitete, mürbe mit Wirkung vom 1. Oktober 1939 an das ~ sgericht Gießen versetzt. Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 29. März bis 4. April ein: gegen Kraftahrzeugführer mit 1 Anzeige und 2 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 6 Anzeigen und 5 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Radfahrer mit 13 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 6 gebührenpflichtigen Verwarnungen. ab-ge-faufenen Vierteljahr fort. Die Guthaben in laufender Rechnung stiegen ebenfalls um 18000 RM. Die seit 1931 bestehende Bankschuld konnte im Be- richtsjahr vollkommen frefeitigt werden, die Anlagen bei der Bank stiegen bis Ende 1939 auf 22 500 RM. und betragen jetzt über 60 000 RM. An neuen Krediten wurden in 1939 = 38 640 RM. gewährt, dazu kommen noch 95 800 RM. Rückzahlungen, so daß der heimischen Wirtschaft wieder 134 440 RM. zugeführt werden konnten. Die Jahresrechnung und Bilanz erhielt die Genehmigung der Versammlung. Don dem Reingewinn, der 1482 RM. beträgt, werden 4 v. H. Dividende oerteilt, während der verbleibende Rest den Reserven zugeführt wird. Dem Vorstand und Auf- ichtsrat wurde Entlastung erteilt. Der Vorsitzende ’onnte der Versammlung noch eine weitere Zins- enfung und darüber hinaus die Umschreibung der Aufwertung zur allgemeinen Spareinlage befannt- geben. Nachdem noch einige geschäftliche Mitteilungen gegeben waren, wurde die Versammlung in üblicher Werse geschlossen. Ehe die von Gauchel geführte deutsche Angriffs- | reihe den richtigen Zusammenhang gefunden hatte, lagen wir nach Treffern Glisovic und Delft schon 0:2 im Rückstand, der, als er in der zweiten Halbzeit etwas bester klappte, nur durch einen Gegentreffer von Lehner verkürzt werden konnte. So ging das 171. Länderspiel ^des deutschen Fuhballsports verloren. Neben unglücklicher Mannschaftsaufstel- lung war auch die mäßige Form einiger Spieler ursächlich dafür. Erfreulich ist aber die Feststellung, daß es Deutschland wiederum gelana, inmitten einer Kampfes um Sein ober Nichtsein wieder mit seinen Freunden einen großen Sportkampf wie in Friebensieiten durchzuführen, als sichtbares und untrügliches Zeichen für seine innere Kraft, Stärke und Geschlossenheit. papieren stteg um 3476 auf 12 619 Mill. RM., der Notenumlauf stieg entsprechend um 3575 auf 11 798 Mill. RM. Vom gesamten Zahlungsmittelumlauf von 14 502 (plus 4114) entfielen am Jahresfchluß 957 Mill, auf Rentenbankscheine. Die Zahl der Ge- fvlgschaftsmitglieder stieg von 18 931 aus 19 753. Die Gesamtumsätze erreichten 1 751 457,9 Mill. RM. gegen 1 444 477.5 Mill. RM i. V. Die Ertrage ftie- gen auf 316,4 (23,0) Mill. RM., anderseits belaufen sich Aufwendungen auf 199,4 (189,3) M ll. RM., davon 123,7 (124,3) Mill. Verwaltungskosten. Dem Delkretderefonds wurden 45 (33) Mill, zugewiefen, die Rücklage für Notenneudruck bei 10,3 Entnahme durch Zuweisung von 20,1 (12,0) wieder auf 31,0 Millionen erhöht, die Rücklage für Neubauten bei 13,8 Mill. Entnahme durch Zuführung von 10,6 (20,0) auf 55 (58,2) Mill, gebracht. Aus 117,0 (40,7) Mill. Reingewinn werden 10 v. H. = 11,7 (4,1) Millionen der gesetzlichen Rücklage zugeführt, wie- der 5 v. H. an die Anteilseigner gezahlt, 97,8 (29,1) Millionen neu vorgetragen. HD. am 19. 4. Der deutsche Fußballsport hat auch seinen zweiten internationalen Kampf dieses Jahres nicht sieareich beenden können. Nach dem 2:2 gegen Ungarn folgte diesmal im Wiener Praterstadion vor 50 000 Zuschauern sogar eine Niederlage gegen Jugoslawien mit 1:2 (0:2) Toren. Sie mutet aufs erste um so erstaunlicher an, als wir die Jugoslawen im letzten Agramer Kampf noch glatt bezwingen konnten. Dem Ergebnis des Kampfes ist aber alles Absonderliche genommen, wenn man sich erinnert, daß die ungemein schnellen und ehrgeizigen Jugoslawen augenblicklich in einer Hochform spielen, die jüngst erst ihr 4:0-Sieg über die Schweiz unterstrich. Dieser Gegner kann etwas und traf am Sonntag auf eine hauptsächlich von Wiener Spielern gebildete deutsche Elf, die zumindest im Angriff aus zwirn genben Umständen heraus nicht sehr glücklich ausgestellt werden konnte. frönung. Die beiden schmalen Flurfenster rechts und links find mit schmiedeeisernen Gittern versehen. Schon 1712 stand das Haus — lange bevor der wackre Friedrich-Karl von Plesten auf dem Hutberg fiel. Stolz kann man fein auf so ein Vaterhaus, auf das ganze große Anwesen, das sich im Hintergrund des Wohnhauses in einer Reihe von Gebäuden anfügt. Eintreten! Mit einem Scherzwort will er alle Zwistigkeiten aus der Welt schaffen. Auf der Truhe im Flur liegt ein fremder Mantel. Ungewohnte Stimmen erklingen hinter der Tür. Besuch? Vielleicht ist es gut, vielleicht erschwerend ... Am Tische sitzen im Kreis der Familie eine Frau und ein Mann. „Guten Abend!" unterbricht Rudolfs Stimme die Unterhaltung. Irgend etwas Neues, Freundliches ist im Zimmer. Rudolf hat sofort Witterung davon. Gehört diese Frau zu dem Mann? Sie erhebt sich. Blaue Augen leuchten ihm entgegen. „Das ist also der Dolf!" Niemand in der Familie nennt ihn so. Man muß diese Hand fest und erfreut schütteln. „Da habe ich euch ja nun alle beisammen. Genau wie ich es mir dachte .. Sieb einer an, das ist also die Tante Lena, Mutters jüngste Schwester. Ein Stück von der Art feiner verstorbenen Mutter ist eingekehrt. Rudolf setzt sich mit einem beruhigten Gefühl in Lenas Nähe. „Ich wollte euch gern noch einmal alle Wiedersehen", sagt sie. „Du sprichst gerade, als wärst du das letzte Mal bei uns", meint Erni vorwurfsvoll. Rudolf hat den unbekannten Mann noch nicht einmal begrüßt, so sehr hat diese blonde junge Verwandte seine Blicke auf sich gezogen. „Ver- zeihung —", lachend wird er vorgestettt. So, also ein Bekannter Lena Dettetings, der zufällig denselben Weg hatte. „Da haben Sie ja eine ordentliche Kilometerzahl hinter sich, wenn Sie von der Weser kommen ..." Rudolf erfährt, der junge Mann stamme aus demselben Dorf wie Lena Oetteking, aber es ist ihm nicht besonders wichtig. Er hat es eilig, wieder in die Nähe der blonden Frau zu kommen. Sie ist wie I ein Mittelpunkt. Selbst Hermann ist näher geruckt. fallenen ein stilles Gedenken. Der Kreis- und Ortsringführer des NSRL., Kamerad Sauer, überbrachte die Grüße des NSRL. und ermunterte zu neuer gemeinschaftlicher Arbeit, die sich bisher gerade unter den Turnern gut bewährt habe. Der Ehrenvereinsführer Kamerad Erle rief (Erinnerungen an die Entwickelung der deutschen Turnersache wach und gab der Zuversicht Ausdruck, daß nach der Verwirklichung der Ideale Vater Jahns durch den Führer nun auch der deutschen Sache der Sieg beschieden sein werde, den Vater Jahn schon erftrebt habe. Er richtete besonders an die Jugend aufmunternde Worte, es den alten Turnern nachzumachen, die sich mit großem Eifer und mit manchem flohen Erfolg für die deutsche Turnsache eingesetzt haben und die jetzt draußen stehen, um ihr Lebenswerk mit der Waffe zu verteidigen. Wenn die Jugend diesen alten Turnergeist erkenne, bann werde sie auch ihre Pfticht erfüllen für Volk und Führer. Nachdem den beurlaubten Turner käme roden Strack vom Mtv. und Vogt jun. vom Tv. 1846 ein besonderer Gruß entboten worden war, richtete Bezirksfachwart D a u p e r t (Gießen-Weseck) einen aufmunternden Appell an alle Turner zur Förderung der fachlichen Arbeit. Er begründete die Not- menoigfeit der Heranbildung guter Geräteturner und zeigte, wie man schon die Kleinsten für die Turnersache interessieren und begeistern kann, damit sie dann in zäher und steter Arbeit an sich arbeiten, bis sie zu Spitzenleistungen herankommen. Es fei nun einmal so, daß ein Turner wenigstens fünf Jahre ausharren müsse, wenn er es zu einer Spitzenleistung bringen wolle. Es sei nur notwendig, daß sich die Turnhallen wieder füllten und daß vor allem die Jugend im turnerischen Geiste herange- zoaen wird. ' Dereinsführer Rinn vorn Heuchelheimer Turnverein überbrachte die Einladung für den nächsten gemeinschaftlichen Abend in Heuchelheim. In froher Runde faßen die Turner noch einige Zeit singend beieinander. Gpar-undOarlehenskaffee.G.m.b.H./ Äießen-Wieseck. Am Samstagabend fand bei Gastwirt Richard Weller die Generalversammlung der Spar- und Darlehnskafse Gießen-Wieseck statt. Der Dorsitzende Weller erstattete den Geschäftsbericht, dem wir folgendes entnehmen: Auch das Jahr 1939 brachte der Kaffe eine weitere erfreuliche Aufwärtsentwicklung. Der Gesamtumsatz, der in 1938 2 474 875 RM. betrug, stieg in 1939 um 325 000 RM. auf 2 799 685 RM. auf einer Seite des Hauptbuches. Der Bargeldumsatz erfuhr eine Steigerung um 167 000 RM. und betrug im Berichtsjahr 1 607153 RM. Ganz wesentlich steigerten sich die Spareinlagen. Sie betrugen in 1938 = 228 913 RM. und erreichten in 1939 = 270 022 RM., das sind 41 000 RM. mehr. Diese erfreuliche Erscheinung setzte sich auch im jetzt tellinie. Die Hintermannschaft der Grunweißen hatte alle Hände voll zu tun, um sich der gegnt- rischen Angriffe zu erwehren. Schon nach fünf Minuten fiel der erste Treffer. Ein tadellos gezielter Schuß des Halbrechten ging aus großer (Entfernung direkt unter der Latte ins das Netz, fast unhaltbar für den Tormann. Das zweite Tor kam dann auf eine dramatische Weise zustande. Der Ball schlug an die Latte und in das Feld zurück. Der verdutzte Tormann griff aber nicht ein, sondern ließ Kraft die Zeit, durch geschickten Nachschuß den Ball in bas Tor zu drücken. Damit hatten die Blau- weißen schon einen Dorsprung gewonnen, der schwer wieder aufzuhvlen war. Nach einem Geplänkel vor dem Tore der Grünweißen fiel bann auch der dritte Treffer. In exaktem Zuspiel mirften die Blauweißen zusammen und blieben dabei stets dicht vor dem Tor des Gegners. Der Torwart ließ sich dazu verleiten, herauszulaufen und damit war der dritte Erfolg fällig. Die Chancen der Gäste fielen weiterhin ab, als ihr Torwart einen Schuß aus ziemlicher Entfernung völlig falsch berechnete und in die verkehrte Ecke zu springen versuchte. Nach der Pause gestaltete sich das Spiel weniger interessant. Die Grünweihen (nur mit 10 Mann) kamen nun zwar- mehr ins Spiel, aber zu be« geichernden Leistungen ka mes nicht. Auf beiden Seiten fiel noch je ein Tor. Die bessere Elf der Sp^eb Vereinigung hat den Kamps oe tibi ent gewonnen. Nur Christoph Gräfe sitzt ein wenig abseits. Ru- dols sieht verstohlen auf den Vater. Die Stirn des Hausherrn ist wie ein gefurchter Acker. Da fchaut man lieber wieder in das feine Gesicht mit der geraden Oettekingschen Nase. Man muß dieser Stimme lauschen, alle lassen sich von ihr einfangen. Auch Christoph Gräfe erhebt endlich den Kopf. „Es wird wahrscheinlich für lange Zeit das letzte Mal sein, daß ich euch besuche", sagt die blonde Frau. „So: O — o!" Merkwürdig, wie sogleich ein Schleier des Bedauerns über alle Gesichter fällt. Man ist sich noch fremd, man betrachtet sich noch ein wenig vorsichtig. Und Lena Oetteking scheint nicht gewillt zu fein, eine Erklärung mit weshalb und warum zu geben. Sie fragt Jupp nach der Schule und Erni nach dem Haushalt, dreht das Gespräch auf alltägliche Dinge. Christoph Gräfe hat schon einige Male den Kopf unheildrohend Rudolf zugedreht, aber Rudolf stürzt sich sofort in ein großartiges Gespräch mit dem Fremden. Kilometerzahl, Straßenbeschaffenheit, Wa- gentyp — wenn man will, läßt sich dazu sehr viel sagen. Störend ist nur, daß der Mann, der sich Fred Schneider nennt, immerfort, wenn er spricht, die Erni ansieht. Rudolf bemüht sich jetzt um den Fremden. Denn wenn das Gespräch abbricht ... Zwischendurch hört man die anderen, die um Lena herumsitzen, reden. „Du könntest doch wenigstens einmal in jedem Jahr zu uns kommen", sagt Erni. ,X) weh, jedes Jahr", Lena lacht ein bißchen, „jedes Jahr von Ostpreußen her — weit draußen von der litauischen Grenze, vom fernsten Winkel unseres Landes?" „Wie? Was?" Alle fragen sie. Hermann auch — ja, Hermann! „G-hst du denn nach Ostpreußen?" Das erstemal beteiligt der Große sich am Gespräch. „3a; ich geh' nach Ostpreußen. Auf ein Gut. Ihr wißt doch, ich bin seit Jahren auf Gütern. So eine Art Faktotum — Gutsgehilfin oder auch Sekretärin, wie man's nimmt. Und ehe ich nun nach Ostpreußen fahre, wollte ich noch mal bei euch Einkehr halten. Es traf sich gut, daß Fred Schneider auch gerade den Weg hierher hatte und mich mttnahm,"' uic luiijuyc «uyii iicvnieii luiiu, jmji uuliuui in den Sternen geschrieben. Und außerdem, ich W3** ‘ ........ ' £>7 Aus Der engeren Heimat. Autozusammenstoß in Lich. ♦ Lich, 14. April. Am gestrigen Samstagnach- mittag ereignete sich in der Butzbacher Straße kurz vor her Stadtgreuze ein Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Personenauto. Bei dem Zusammenprall trug der Autolenker Kopf- und Beinverletzungen bavon, eine Mitfahrerin erlitt ebenfalls schwere Verletzungen am Kapf, eine Gehirnetischütterung und erhebliche Wunden an beiden Beinen. Die Verunglückten wurden dem Krankenhaus in Lich zugeführt. Der verunglückte Personenkraftwagen gehört einem Mann in Laubach, der ihn dem Autolenker zu der Fahrt anoertraut hatte. Ob und inwieweit die unternommene Fahrt nach den kriegswirtschaftlichen Bestimmungen als berechtigt anzusehen rst, unterliegt zur Zeit noch den polizeilichen Ermittlungen Vorbildliche Heimatgeschichtspflege im Vogelsberg. Lpd. Schotten, 14. April. Das in Schotten errichtete Vogelsberger Heimatmuseum hatte es sich seit seiner Gründung zur Aufgabe gemacht, Mittel- und Sammelpunkt aller Heimat- und kulturgeschichtlich wichtigen Gedenkstücke zu werden. Sowohl aus der Staot Schotten, als auch aus zahlreichen Dörfern des Vogelsberges wurden diesem Museum viele Gegenstände zugeführt, die für die Heimatgeschichte, das Volkstum Oberhessens und die kulturelle Entwicklung im Vogelsberg bleibende Werte als Kulturgut vergangener Zeiten darstellen. Diese Sammlung fand jetzt bei einer Besichtigung des Museums durch einen Vertreter der hessischen Landesregierung und den Museumspfleger für Oberhessen vollste Anerkennung. Das Vogelsberger Heimatmuseum besitzt u. a. eine ganze Reihe von Stücken, die auch für ein größeres Museum eine besondere Zierde wären, und die Zeugnis ablegen von dem kernigen oberhessischen Volkstum und seiner alten Kultur. Landkreis Gießen. * Wetters eld, 14. April. Der 17jährige Alfred Metzger von hier erhielt dieser Tage vom Landratsamt in Gießen ein Anerkennungs- und Belobi- gungsschreiben. Er hatte am 4. Januar dieses Jahres ein vierjähriges Mädchen, das in den Mühlbach gefallen und dem Tode des Ertrinkens nahe war, aus dem Wasser gezogen und durch entschlossen vor- genommene Wiederbelebungsversuche in das Leben zurückgerufen. Kreis Alsfeld. — — Homberg, 14. April. Gendarmerie-Ober- Wachtmeister i. R. Christian Müller, ein geborener Gießener, konnte am heutigen 14. April sein 8 5. Lebensjahr im Familienkreise vollenden.