Postscheck 11686 Frankf^M. den Schiffsraum füllten. D MW Lm neues Kapitel deutscher Dorratswirtschast -in Ihrer jerle. enkempir, fstraße 17. ikf.Str.89 von einer anderen Gefahr bedroht. Einzelne der Vitamine sind nämlich gegen Hitze sehr empfindlich. So war vom Vitamin-E-Gehalt des Grünkohls nach dem Garkochen in der Kochküste nur noch der fünfte Teil vorhanden, von dem der Kartoffel noch die Hälfte. Nach sechsstündigem Warmhalten fanden sich nur noch verschwindende Spuren des Vitamin C. Diese Erkenntnis bedeutet natürlich eine notwendige Umstellung der Küche. Möglichst alles Gemüse dämpfen, nicht länger als notwendig,auf dem Herd stehen lassen, längeres Warmhalten vermeiden, und niemals das Kochwasser wegschütten, sind die wichtigsten Grundregeln der neuen Ernährungslehre, die nunmehr durch exakte, laboratoriumsmäßige Untersuchungen ein solides Fundament erhalten hat. tschutz. >pe Ober- ch'Führer 1.3.1940 . r Lander- 'vMichelr aus. iegszeik , LlufmeU- rgfältiger ^rechende iblung der chemische entwickelt, nung der ;esonderer le Wasch« te heraus« chtige ent« Sechstel des Ditamingehaltes gegenüber dem Grobbrot aufweist. An dieser wichtigen Tatsache kann heute keine Hausfrau mehr vorbeigehen. Vitamin Bi“— Mangel mit allen seinen Folgen, wie Appetitlosigkeit, rasche Ermüdung, nervöse Reizbarkeit, ist oft genug nichts anderes als eine Folge der „Feinen Küche", so daß Prof. Scheunert kürzlich in einem Vortrag im Rahmen eines ärztlichen Fortbildungskurses geradezu von einer Krankheit der wohlhabenden Familien sprach. Dafür sind die Sparsamen, die mit Hilfe der Koch- kiste ihre Gasrechnung niedrig halten möchten, Wie wir schon in einem Teil unserer gestrigen Auflage mitteilen konnten, gab der Wehrmachtsbericht des Oberkommandos bekannt, daß Kapitänleutnant Schuhart nach Rückkehr seines U-Bootes von der letzten Fahrt gegen den Feind die Versenkung von 24 600 Bruttoregister- tonnen melden konnte. Damit hat Kapitänleutnant Schuhart, der im September des vergangenen Jahres auch den britischen Flugzeugträger „Courage o u s" vernichtete, im Verlauf zweier Feindfahrten insgesamt 6 6 5 6 6 Tonnen versenkt. Druck und Verlag: vrühlsche UniversNätrdruckereiv. Lange ruf an das deutsche Volk: Deutsche Wärmer und Frauen! Die Heimat kennt keine größere Aufgabe und stolzere Verpflichtung, als der Front zu dienen. Sie ist unversiegbarer Kraftquell und gewaltige Waffenschmiede für die Wehrmacht. Die Front kämpft und siegt, die Heimat arbeitet und opfert. An der inneren Geschlossenheit des Volkes sind alle heimtückischen Angriffe der Feinde zerschellt. Unsere Wirtschaft trotzt jedem Vlockadever- such. Wögen die Aufgaben wachsen: stärker noch wächst unser Wille, sie zu meistern. Nach allen ihren Fehlschlägen hoffen die Feinde jetzt, daß uns einzelne kriegswichtige Metalle ausgehen werden, die, wie sie annehmen, in Deutschland nicht in ausreichender Wenge gewonnen werden können. Wir werden ihnen darauf die rechte Antwort erteilen und uns vorsorglich eine jederzeit verfügbare Reserve an diesen Wetallen schaffen. Dazu sollt Ihr alle beitragen! Ich rufe Euch deshalb heute auf zu einer großen Sammelaktion. wir wollen der Reichsverteidigung alle Konteradmiral D ö n i tz schmunzelt, als er den Bericht d-es Kommandanten hört und feftstell-en : „Auf den Spuren eines Weddi- ! Tollkühn und voller Schneid!" öftrer. •ffl bieftt °Htz t»! Wnj) JII jnen, um 'ichwefens k«n muß n Dienst. Wetzen, lckatifchen ^betrieb soll nach i werden, tobt) bt. 'schwefrm 'irung der und Df. rm, m ^gebessert llen auch Sammlung kriegswichtiger Metalle Aufruf Görings zum Geburtstagsdank an den Führer. „Auf den Spuren eines Weddigen KapitänleutnantSchuftartsll-BootversenkteaufzweiFeindfaftrten66S66MT. hauen — nicht jrn t mir ItJ i Tee mit' in - W „ab« Vitaminleftren für die Hausfrau Von Or. K. Lutz. r in einen Mann am ein Ael' »der W9 ter * s es^ bir,* Woche* ein 6op' i 64»^’ n«n S-u! ,[ »itr}* rf Bk»* dem Wieder erw erb der abgelieferten Gegenstände bevorzugt behandelt. Ich bin überzeugt, daß ich am 20. April dem Führer einen ganz großen Erfolg melden kann, der vor aller Welt bekundet, daß das ganze deutsche Volk im Opfern ebenso stark und unüberwindlich ist, wie im Kämpfen an der Front dieses uns aufgezwungenen Krieges. Altmaterialsammlung der Schuljugend Im Rahmen der Umstellung der Altmaterialsammlung werden in den Häusern und in den Schulen Vorsammel st ellen eingerichtet. Die Kinder sollen außer den Knochen, deren Sammlung jetzt überall ausgenommen wird, aus der elterlichen und der benachbarten Haushaltung, in der ein schulpflichtiges Kind nicht vorhanden ist, in die Schule zur Ablieferung mitbringen: täglich die Zeitung, ferner Stoffreste, unbrauchbare Bekleidungsstücke usw., Eisen- und Metallteile, die ohne Gefährdung transportiert werden können, Flaschenkapseln, Folien und Tuben und schließlich Korken. Der abholende Altstoffsammler vergütet der Schule die Preise, die er sonst an die Haushaltungen zahlte. Die Erlöse bleiben den Schulen für ihre eigenen Zwecke. Es ist in Aussicht genommen, gegen Ablieferung von Stoffresten usw. für den Handarbeitsunterricht der Mädchen entsprechendes Material zur Verfügung zu stellen. Die Sammlung ist Kriegsdienst, zu dem die deutsche Schuljugend aufgerufen wird. Oie HF.-Oienstpsiicht. Die gesamte deutsche Jugend wird nunmehr in den Dienst für Führer und Volk treten. Erstmals werden sich in diesem Jahre alle zehnjährigen Jungen und Mädel in die Hitler-Jugend einreihen und bei Tauglichkeit am Vorabend des 20. April bei der traditionellen Ausnahmefeier ohne Ausnahme erfaßt sein. Die 14jährigen Jungmädel und Pimpfe werden am 31. März bei Eignung und Bewährung zum Dienst in der Stamm-HI. verpflichtet. Weiterhin erfolgt überall dort, wo die erforderlichen Voraussetzungen für Aufnahme, Erziehung und Einsatz gegeben sind, die Heranziehung der 17- und ^jährigen, die noch nicht in den Reihen der nationalfozia- listischen Jugend marschieren, zur Ableistung des HJ.-Dienstes. Bei der Werbung der Zehnjährigen bleibt nach wie vor die Freiwilligkeit die tragende Grundlage. Im vorigen Jahre meldeten sich 98 v. H. Die Erfassung geht von den Schuilisten aus. Wenn keine Meldung des Jugendlichen erfolgt ist, werden die Eltern auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht, und nur da, wo die Einsicht fehlt, findet das Gesetz Anwendung. Die Zehnjährigen werden bei der Ausnahme aus ihre Pflichten hingewiefen. Die Verpflichtung der Vierzehnjährigen bei Uebertritt in die HI. erfolgt in einer Feierstunde der Partei, an der die Eltern teilnehmen. Erst die Achtzehnjährigen werden vereidigt. Die Dienstleistung der 17- und 18jährigen, für die jetzt die HJ.-Dtenstpflicht eingeführt wird, erstreckt sich auf die vormilitärische Ertüchtigung, die weltanschauliche Festigung und auf den Einsatz für die Kriegsaufgaben der HI. Zreitag, (5. März 1040 Annahme von Anzeigen für bie Mittagsnummer bis8'/2Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelB Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omebr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. alles Große, das er in so kurzer Zeit für sein Volk geschaffen hat. Immer, wenn ich an den gesunden nationalsozialistischen Sinn unseres Volkes appelliert habe, bin ich von ihm verstanden worden. Ich weiß, es wird daher aus diesmal mein Vertrauen nicht enttäuschen. Die Geschichte des deutschen Volkes ist die Geschichte von Opfern und ungewöhnlichen Leistungen. Ich erinnere an die packenden Worte, die der Führer vor wenigen Tagen im Berliner Zeughaus an uns gerichtet und in denen er davon gesprochen hat, daß die Leistungen unserer Vorfahren keine geringeren waren, als sie heute von uns erwartet werden. Selbst das ausgeblutete und unter der Herrschaft Napoleons ausgesaugte kleine Königreich Preußen war zu einer derartigen Leistung von geschichtlicher Größe fähig. Die um ihre Freiheit kämpfenden Männer und Frauen opferten ihre Ringe und Ketten auf dem Altar der Nation, als es galt, das Letzte einzusetzen, um das Joch Napoleons abzuschütteln. Auch die kleinste Spende ist willkommen. Bei den vielen Millionen Haushaltungen in Deutschland sollen schon bei kleinen Gaben viele Tausende von Tonnen an Jeder Deutsche, der zu diesem großen Werk etwas beizutragen hat, wird freudigen Herzens geben. Es ist das eigentliche Wesen dieser Spende, daß sie freiwillig ist. Jeder liefert das ab, was er in seinem Haushalt für entbehrlich hält. Kunstwerke und auch kunstgewerbliche Gegenstände und alte Erinnerungsstücke braucht niemand ab zu liefern. Ebensowenig das, was er für seinen Haushalt dringend braucht. Wenn die Hausfrau es wünscht, kann sie sich an den zuständigen Blockleiter der Partei wenden, der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Im übriaen wird die Partei darüber wachen, daß keinerlei Druck von Allzueifrigen ausgeübt wird. Wer spendet, erhält eine D a n k u r k u n d e ausgehändigt, die ich persönlich unterzeichnet habe. Die JnhaÄr der Urkund ö werden nach dem Kriege bei „An ihrem Fehlen sollt ihr sie erkennen!", so : hätte man noch vor wenigen Jahren das Kapitel Vitamine in jeder Darstellung der modernen Wirk- , stoff-Forschung überschreiben müssen. Tatsächlich sind diese, in unserer Nahrung nur in winzigen Mengen vorhandenen, aber trotzdem lebensnotwendigen, Stoffe durch die Krankheiten entdeckt worden, die ihr Fehlen verursachte. Angefangen von dem ältesten bekannten Vitamin, dem Bi, dessen Nicht-Vorhandensein die gefürchtete Beri-Beri per» 1 schuldet, bis zur Rachitis, die sich nur da ausbreiten kann, wo das Vitamin D fehlt, waren es immer j 3>ie Mangelkrankheiten, die die Forschung ‘ lauf die richtige Spur brachten. Ja, eines der jüngst ■ gefundenen Vitamine aus der sog. B-Gruppe war zunächst durch nichts anderes erklärt, als daß es Verhindert, daß die Hunde schwarze Zungen kriegen! Nun erfindet aber die Natur selbstverständlich ; ffo wichtige und chemisch komplizierte Stoffe nicht ausschließlich zur Verhinderung irgendwelcher «Schäden. Sie hat ihnen vielmehr ganz positive, Wichtige Aufgaben und Arbeitsgebiete zugeteilt, die ! zu entdecken, nur viel schwerer war, als die Auffindung der Mangelkrankheiten. Erst in letzter Zeit j äst es mit Hilfe raffinierter, chemischer Methoden j .gelungen, hinter diese eigentlichen Aufgaben der 1 Vitamine zu kommen. Sie betätigen sich nämlich j «ls Verwandlungskünstler, Transportarbeiter, Bau- ! «Arbeiter und in verschiedenen anderen „Berufen", j Wobei sie dem Organismus behilflich sind, die Nähr- ! ftoffe zu zerlegen, den Zellstoffwechsel zu regeln, j Das Knochengerüst aufzubauen und den (Energie- I Haushalt in Ordnung zu halten. Diese Entdeckun- I gen, an denen die deutsche Forschung hervorragend : lbeteiligt ist, kommen im richtigen Augenblick, denn ! schon drohte eine ähnliche „Ditaminmode" auszu- 1 Drechen, wie wir vor Jahren einmal eine „Kalorien- rnode" hatten, und nichts entwertet auch einen guten 'Gedanken schneller, als wenn er in Mode kommt. «So hat aber gerade die jüngste Vitaminforschung gezeigt, daß wir überhaupt erst am Anfang einer «Epoche der „Wirkstoffe" stehen, deren praktische Bedeutung für unsere Küche — um nur einen Wirkungsbereich zu nennen — noch gar nicht abzu- ganzen Unter- und Ueb-erwasferroman ablesen könnte. Einige Wochen waren sie draußen, zogen ihre Kreise um Englands Küsten und sandten mehrere Taufendtorrner zu den Fischen, der eine machte zuvor eine bildschöne Himmelfahrt. Es war in den Stunden zwischen Tag und Nacht. Plötzlich taucht am dunklen Horizont die schwarze Silhouette eines 6000-Tonnen-Dampfers auf. Das Boot fchleicht auf Schußweite heran. Deutlich ist am Heck das Geschütz des bewaffneten Dampfers zu erkennen. Am Gegner leuchtet eine Stichflamme auf. Der Pott macht einen Luftsprung. Achtzig Sekunden nach dem Abschuß sackte er ab. Es war eine saubere Arbeit, eingeleitet von einem deutschen Torpedo und vollendet von englischen Granaten, die M. Jahrgang Kr.6^ Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags • Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr„ -.25 auch bei Nichterscheinen von Einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt mit her Aht an 'schestücke, gebraucht Endigen, r die ein. .c gründ, eeigneter ® stellen. Wiborg - Hangö-Kemijärvi. Von Or. Paul Rohrbach. Durch den Friedensschluß zwischen Finnland und der Sowjetunion fällt die sogenannte Karelische Nase, die Landenge zwischen dem Finnischen Meerbusen und dem Ladoga-See, mit der Stadt Wiborg, an Sowjetrußland. Damit wird ein Zustand erneuert, der schon einmal, von 1721 bis 1811, bestanden hat. Wiborg wurde im Sommer 1710, während des Nordischen Krieges, von dem russischen Feldmarschall A p r a x i n eingenommen und im Frieden von Nystadt, 1721, von Schweden an Rußland abgetreten. In einem zweiten schwedisch-russischen Kriege, 1741—1743, wurde die russische Grenze sogar bis zum Kymmene-Fluß vorgeschoben, der etwa 80 Kilometer westlich von Wiborg in den Finnischen Meerbusen mündet. 1809 mußte Schweden auf ganz Finnland verzichten, und das Land wurde als Großfürstentum in Personalunion mit Rußland Gereinigt. Kaiser Alexander I. gab, um seine neuen Untertanen zu gewinnen, die ursprünglich finnischen Gebiete an das Großfürstentum zurück und stellte die Grenze so wieder her, wie sie zwischen Finnland und Rußland bis zum Beginn des großen Nordischen Krieges bestanden hatte. Aus diese Weise rückte sie bis auf etwa 50 Kilometer an Petersburg heran. Schweden hat Finnland im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts in drei sog. Kreuzzügen gegen die damals noch heidnischen Finnen erobert. Während des dritten und letzten Kreuzzuges, 1293, wurde das feste Wiborger Schloß, das die Stadt auch in ihrem Wappen führt, als Grenzschutz gegen Rußland erbaut. Zur schwedischen Zeit und auch noch im 19. Jahrhundert, während der. Vereinigung Finnlands mit Rußland, hatte Wiborg ' zum Teil deutschen Charakter. Die Kaufmannschaft und die Schulen waren überwiegend deutsch und es wurde viel Deutsch gesprochen. Erst allmählich haben sich diese deutschen Züge verloren. Amtlich wird statt des schwedischen Namens Wiborg der finnische, V i i p u r i, gebraucht. Eine merkwürdige Episode in der Geschichte Wiborgs war im Jahre 1906 die Tagung des russischen Rumpfparlaments. Kaiser Nikolaus II. gab, eingeschüchtert durch die Revolution von 1905, Rußland eine parlamentarische Verfassung. Im Mai 1906 trat die erfte russische Duma zusammen, stellte aber so radikale Forderungen, daß sie schon im Juli desselben Jahres aufgelöst wurde. Darauf ging ein Teil der Duma-Mitglieder, die der äußersten Linken angehörten, nach Wiborg und protestierte im sog. Wiborger Aufruf gegen das Auflösungsdekret, jedoch ohne Erfolg. Die Stadt hat etwa 73 000 Einwohner, viele moderne Bauten, ausgezeichnete Schulen, einen bedeutenden Handel und als Denkmal ihrer mittelalterlichen Geschichte das trotzige und malerische Generalfeldmarschall (9 ö ring erklärte dem Hauptschriftleiter des „Völkischen Beobachter", SA.- Obergruppenführer Weiß, zur Metallspende: Wahrscheinlich wird man in den Gazetten in Pans und London zu lesen bekommen, wir pfeifen auf dem letzten Loch! Das Ausland täuscht sich, es hat ia auch aus unserer Lebensmittelrationierung zu Beginn des Krieges schon ähnliche Schlüsse ziehen wollen und mußte später einsehen, daß diese Rationierung kein Zeichen von Schwache war, sondern von wohlüberlegter Vorsorge. Bei unseren wirtschaftspolitischen Maßnahmen haben wir uns niemals allein von Augenblicksbedürfnissen leiten lassen, sondern immer auf lange Sicht gearbeitet. Infolgedessen haben mir auch heute schon von den fraulichen Metallen weit größere Vorräte im Lande, als man draußen glaubt und es unseren Feinden lieb ist. Indessen wollen wir für alle Fälle gewappnet sein, und daher legen wir eine möglichst große nationale Reserve an Metallen an, auf die mir dann jederzeit zurückgreifen können. Auch diese Maßnahme fügt sich der gesamten Vorratsmirtschaft der letzten Jahre ein. Wir haben dabei zudem den Vorteil, daß mir über die Vorräte, die mir im Lande haben, jederzeit sicher verfügen können. England hingegen muß die meisten Rohstoffe zum meit» aus größten Teil aus dem Ausland beziehen. Die Spende erfolgt gleichzeitig mit der Erfassung der Metallgegenstände tn Den Behörden. In den Behörden sind, das weiß ich ganz genau, ganz beträchtlicheMengen an entbehrlichen Gegenständen aus Kupfer, Messing und anderen Metallen vorhanden. Diese Maßnahme wird durch die freiroillige Spende, zu der ich das ganze deutsche Volk aufgerufen habe er» aänzt. Ich bin davon überzeugt, daß das deutsche Volk mit hellster Freude an diese Spende Herangehen wird. Denn es hat hier wieder eme Gelegenheit, durch die Tat zu beweisen, mit welcher Liebe es men voll- ihren. Die iraufo« uswirkung gedeihliche d Mähren hfalls dar- ■ die tsche« Nordsee-Stürmer! Oie Zerstörer, die schellsten Schiffe unserer Kriegsmarine. durch General von Grolman gewiesen worden, der nach den Befreiungskriegen die Friedensorganisation des Generalstabes geschaffen hat. Biele Generalstabsoffiziere haben in der Vergangenheit durch kriegswissenschaftliche Werke von unvergänglichem Werte ihren Einfluß auf die deutsche Kriegskunst ausgeübt. Alle werden hell überstrahlt von den drei Sternen erster Ordnung: Clausewitz, Moltke und Schliessen. Unter dem Zauber dieser drei großen Namen steht der Generalstab auch heute noch. Durch Moltke wurde der deutsche Generalstab in der ganzen Welt bekanntgemacht. Er war der größte, der aus der Schule des Generalstabes Hervor- gegangenen, war nicht nur der unerreichte Generalstabschef, sondern einer der größten Heerführer aller Zeiten. Seit Moltkes Tagen waren alle unsere Feinde überzeugt, daß der deutsche Generalstab im Besitz des Geheimnisses des Sieges sei. Kein Wunder, daß im Diktat von Versailles die Abschaffung des Generalstabes gefordert wurde. Es ist unseren Feinden nicht gelungen, den Generalstab zu zerstören. r Seit Wiederherstellung der deutschen Wehrfrelhelt ist auch der Generalstab, wohl in veränderten Formen, aber im Geiste seiner Schöpfer wiedererstanden. An seiner Spitze steht im jetzigen Kriege als Generalstabschef General der Artillerie Halder. Unter ihm arbeitet der Generalstab, der seinen Stolz darin sieht, nach dem Vorbilde Moltkes und Schliessens viel zu leisten und wenig hervorzutreten. Der deutsche Generalstab war stets eine in der Stille wirkende Kraft, auf das engste verknüpft mit den olanzvollsten Ereignissen der deutschen Geschichte und —wie der geschichtliche Ablauf beweist — von höchstem Nutzen für Heer und Vaterland. mit der Nationalisierung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, der Ernährung des Bauern, der Entwicklung des Obst- und Weinbaues und der Viehzucht, der Verwertung der Produktion befaßt. Der jüdische Großindustrielle Max Anschnitt wurde vom Bukarester Gerichtshof zu sechs Jahren Gefängnis und 100 000 Lei Geldstrafe verurteilt. Die Verurteilung des Juden, der der „Vertrauensmann" des englischen Rüstungskapitals in Rumänien war, erfolgte wegen betrügerischer Geschästs- gebarung, Aktenfälschung und wiederholter Vergehen gegen die Devisengesetze. Den Reschitza-Werken, dem größten schwerindustriellen Unternehmen Rumäniens, das gleichzeitig der wichtigste Rüstungsbetrieb des Landes ist, muß Anschnitt, der die Werke zehn Jahre lang geleitet hat, verschiedene Schadenersatzforderungen in Gesamthöhe von rund 223 Millionen Lei zahlen. J roi' ,®=9en. Zungen unserer ,S>f. «"«t. ’ffen in «Inet Der. chtskrahl lltsPunt( Begriff von dieser Geschwindigkeit machen, wenn er die 70-lrm-Fahrt mit der Eisenbahn oder mit dem Kraftwagen vergleicht. Eine solche Fahrt auf den hindernislosen Schienen oder auf den glatten Reichsautobahnen kommt uns schon als eine hohe Reisegeschwindigkeit vor. In See müssen aber der meist st a r k e Wind, der sich in den Aufbauten hemmend sängt, und der erhebliche Wasser- widerstand berücksichtigt werden. Die schlanke und schnittige, niedrige Form der Zerstörer und die Ausgeglichenheit in der Gewichtsverteilung der Boote helfen, diese Widerstände zu überwinden. In hoher Fahrt jagen mehrere Zerstörer durch die stark bewegte Nordsee. Pfeifend fegt der Wind durcy die Leinen, braust um Masten, Aufbauten, Geschütze und Schornsteine, aus denen die O e l - feuerung unter den Kesseln ab und zu grauschwarze Rauchfähnchen stößt, die im Wind zerstieben. Der Bug schneidet durchs Wasser; Gischt und Brecher schleudern über die lange ausladend« Back bis über die vorderen übereinanderstehenden Geschütze, über die Brücke und verspritzen sich beim Ueberholen des Bootes bis zu der mittschiffs auf dem Waffendeck stehenden Kak. Eine Kursänderung bringt uns breitseits zu Wind und See. Vom Führerboot kommt der Befehl, auf 3 6 Seemeilen heraufzugehen und zur Sicherung gegen U-Bootangriffe Zick-Zack-Kurs zu fahren. Der Wind frischt weiter auf, das Geräusch der Maschinen und das Arbeiten der Turbinen steigert' sich zum lärmenden Rauschen, der Bug wühlt sich tief in die graugrünen Wellenberge, hoch schäumen die beiseite geschleuderten Wassermassen, ein Brecher nach dem anderen kommt bis zur halben Masthöhe über. Das Boot senkt sich fast gleichmäßig von vorn nach achtern, holt von einer Seite zur anderen über, die Schrauben peitschen die Hecksee zu einem bis drei Meter hohen kochenden Wirbel von weißer Gischt, und hinter uns zieht sich das Kielwasser auf weite Gickst. Wieder ein Haken nach Steuerbord, das Boot bäumt sich gegen Wind und Seegang, wird vom Ruder und den Schrauben in den Kurs gezwungen, schwer schlägt die See heran. Das Boot holt so stark über, daß die Reeling durch Wasser schleift, richtet sich auf, rollt nach Backbord, wieder tief zurück, und hält seinen Kurs. Stunde um Stunde jagen unsere Zerstörer durch unser Deutsches Meer, Tag und Nacht; nirgendwo ein Schiff, eirte Rauchfahne oder ein Licht. Sie überwachen die von uns von den Briten freigemachte Nordsee, sie, die die Namen von Kameraden tragen, die in Pflichterfüllung für die Freiheit unseres Volkes im Weltkrieg mit ihren Booten nach heldenhaftem Kampf gegen den Feind unter- gingen. Vom Komamndanten bis zum jüngsten Mann an Bord kennt jeder nur den einen Wunsch und unbedingten Willen: Kämpfen und siegen, damit Großdeutschland den ihm von den Briten zum zweitenmal aufgezwungenen Freiheits» kampf zum ewigen Leben des deutschen Volkes durchsteht. — Stürmend das Boot, stürmend der Geist der Männer auf unsren Zerstörern, den Nordseestürmern unter dem Hakenkreuz! Walther Schur. Yeter Behrens. Mit Peter Behrens, der im Alter von 72Jcchren einem Herzschlag erlag, hat Deutschland einen Baumeister verloren, der vom Anfang des Jahrhunderts an bis in unsere Tage hinein in der Ueberwindung veralteter, unorganisch gewordener Schmuckformen und in der Gestaltung des neuen, aus sachlicher Baugesinnung heraus erwachsenen Stlls bahnbrechend gewirkt hat. Es ist merkwürdig und doch vielleicht bedeutsam, daß der Schöpfer der aeroartigen, vorbildlichen Industriebauten von Hause aus nicht Baumeister war, sondern über die Malerei und das Kunstgewerbe zur Baukunst gekommen ist. Nicht die Technik schuf aus sich heraus die neuen Formen monumentaler Schönheit, sondern zuerst war der Schönheitssinn des Künstlers da, der das Große unseres technischen Zeitalters tief in sich auf- nehmen mußte, um von da die Anregung zu dem neuen Stil zu empfangen, der den Sinn unserer Zeit in wuchtigen und zugleich edlen Formen aus- prach und damit wiederum unserer Zeit und der Arbeit der Maschine einen neuen Adel gab. Der einer schleswig-holsteinischen Familie ent» lammende, in Hamburg geborene Peter Behrens lesuchte die Kunstschule in Karlsruhe, dann in Düs» eldorf, wo er Schüler von Brütt war, und schloß ich dann in München der Sezession und der Freien Bereinigung Münchener Künstler an. Von Anfang an ging er eigenwillige Wege, wie seine farbensymphonischen Bilder zeigten, die zu Beginn der neunziger Jahre auf der Großen Berliner Kunstausstellung auffielen. 1900 gehörte er zu den sieben Künstlern, die von Großherzog Ernst Ludwig in seine Darmstädter Künstlerkolonie berufen wurden. Auf der Mathildenhöhe bei Darmstadt baute er sich sein Haus, zu dem sämtliche Pläne des Grundrisses und der Gesamtarchitektur wie der ganzen Innenausstattung von ihm selbst gezeichnet waren. Diesem Hause hafteten, wie es nicht anders möglich war, gewisse Uebergangserscheinungen an, aber an ihm ist der Baumeister Peter Behrens gereift. 1903 wurde ihm die Leitung der Kun st gew erbe schule in Düsseldorf übertragen, wo er sich mehr und mehr der Architektur zuwandte. Er schuf die Bauten für die Düsseldorfer Ausstellung 1904, für die Oldenburger Kunstausstellung 1905 und für die Dresdener Kunstgewerbeausstellung 1906. Sein eigentliches Arbeitsgebiet aber erwuchs Peter Behrens erst, als er 1907 von der AEG. als künstlerischer Beirat nach Berlin berufen wurde. Hier durchdrang er tatsächlich das ganze gewaltige Unternehmen mit seinem künstlerischen Geist, für die geringsten Massenereugnisse der Firma sand er die ihnen gemäße, klare und einfach schöne Form. Vor allem aber schuf er seinen Komplex monumentaler Fabrikbauten, die bis heute beispielhaft in der Welt dastehen in ihrer Verbindung von schlichter Zweckhastigkeit und finnerfüllter, harmonisch ernster und zugleich freudiger Schönheit, ein gewaltiges Ja zu dem auf einem neuen Arbeitsetyos ruhenden Kulturwillen unserer Zeit. Die umfassende Vielseitigkeit seines Könnens bewies Behrens in zahlreichen anderen Bauten, nicht nur für Jndustriewerke und Ausstellungszwecke, sondern auch in Villen und Landhäusern, Hochhäusern und Siedlungen, Hotels und Verwaltungsgebäuden, Kirchen und Rathäusern, Brücken und Grabmälern. Eines seiner bedeutendsten Werke war die deutsche Botschaft in Petersburg, die in den Jahren 1911/12 entstand und zu Anfang des Krieges zerstört wurde. Aus der Nachkriegszeit stammen die Verwaltungsgebäude der Höchster Farbwerke in Höchst und der Gute Hoffnungshütte in Oberhausen. In den Jahren 1921 und 1922 lehrte Veh- rens an der Düsseldorfer Kunstakademie, 1922 bis 1927 an der Wiener Akademie das Baufach. Seit 1927 war er wieder in Berlin als Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. C. K au ), in« fid> nw? fftS xS dann d soll dann äte nttn -i * Bifl# s-"" , Ar unLgroS- SN-ck-, g Zum 5. Jahrestage der deutschen Wehrfreiheit veröffentlicht Generalleutnant Dr. E r- surth einen Aufsatz über den deutschen Generalstab. Er führt darin u. a. aus: Der preußische Generalstab, aus dem später der deutsche hervorging, entstand nach der Niederlage von Jena, in der sich die preußischen Führungsmethoden nicht mehr als zeitgemäß erwiesen hatten. Der Feldherr konnte bei den immer größer werdenden Heeren nicht mehr alles persönlich regeln. Er brauchte Mitarbeiter und Gehilfen, kurz einen Generalstab, um die Heeresmaschine im Gang zu erhalten und die getrennt vorgehenden Streitkräfte zu einheitlicher Wirkung zu bringen. Die Grundlage zum preußischen Generalstab wurde durch Scharnhorst gelegt; durch ihn sind orgfältige Auslese und planmäßige Ausbildung zur Richtschnur für die ganze spätere Entwicklung des Generalstabes geworden. Die heutige Ordnung und Einteilung des Generalstabsdienstes stammt von G n e i f e n a u. Der Ablauf des Dienstes im Hauptquartier der schlesischen Armee beim Endkampf gegen Napoleon ist maßgebend geblieben für das deutsche Heer. Die Rollenverteilung zwischen dem Feldherrn- paar Blücher und Gneisenau hat die dem deutschen Heere eigentümliche Lösung für das Feldherrntum gebracht: gemeinsame Verantwortung und Beteiligung an der Führung von Feldherr und General st abschef. Gewaltige Siege der neueren deutschen Geschichte find durch Feldherrnduumvirate erfochten worden: König Wilhelm und Moltke, Hindenburg und Ludendorff, Mackensen und Seeckt. Seine geschichtliche Ausgabe, Hauptbildungsschule des Heeres im Frieden zu sein, ist dem Generalstabe (P. K.) Zum erstenmal in dem uns von den Briten auf gezwungenen Freiheitskampf wurden Mitte Januar die Zerstörer unserer Kriegsmarine genannt, als der Bericht des OKW. die Vernichtung eines britischen Bombers, die Beschädigung eines zweiten durch einen Zerstörer und die Vertreibung von restlichen sechs angrersenden Bombern in der Nordsee durch eine Gruppe unserer Zerstörer be» kanntgab. Vor der Jahrhundertwende entwickelte sich aus der Notwendigkeit der Bekämpfung der schweren Ueberwasserstteitkräfte heraus fast gleichzeitig in den europäischen Kriegsmarinen das Torpedoboot. Als kleine Dampfboote, mit einer kleinen Revolverkanone und einem Torpedorohr an Deck ausgerüstet, sollten sie den Gegner, aus dem Schutz der großen Schiffe hervorbrechend, in hoher Fahrt überraschend angreifen und durch Torpedoschuß versenken. Don Nachtangriffen versprach man sich besonders gute Erfolge, weil die kleinen schwarzen Boote in 5er Dunkelheit nur auf kürzeste Entfernungen vom Gegner erkannt werden konnten, wenn der Angriff bereits erfolgt war. Der damalige Kapitänleutnant und spätere Großadmiral von Tirpitz baute die Torpedowaffe unserer Kriegsmarine auf. Unsere ersten Boote erwiesen sich ttotz ihrer Kleinheit als schnell, seetüchtig und, wps die deutsche Kriegsmarine immer allen anderen Marinen voraus behielt, überlegen in der Waffen- und Maschinentechnik und in der Ausbildung. Die Besatzungen waren erfüllt von dem unvergleichlichen Angriffsgeist, der ihnen den anerkennenden und ehrenden Beinamen „Husaren der See" gab. Als nach der Jahrhundertwende das große Wettrüsten in den Kriegsmarinen einsetzte und die Engländer ihre Großkampfschiffe bauten, sahen auch wir uns gezwungen, unsere Abwehr zu verstärken. Aus den kleinen S^Booten entstanden Boote mit mehr als doppelter Größe, entsprechender Schnelligkeit und Bewaffnung, und aus diesen bis zum Weltkrieg das Hochseetorpedoboot. Die T-Boote erhielten im Weltkrieg einen größeren Aufgabenbereich; sie wurden als Aufklärer, zur Sicherung der großen Schiffe gegen U-Boote, im Vorpostendlenst, Handelskrieg, Geleitdienst, Minensuchen und als U^Bootsjäger eingesetzt. Aber das Hauptziel unserer Torpedoboote blieb der Angriff bei Tag und Nacht. Wenn auf dem Flaggschiff oder auf dem Flottillenführer der blutrote Doppelstander „Z : „Ran an den Feind!" wehte, dann preschten die grauschwarzen Jäger in höchster Fahrt auf Die feindlichen Einheiten los; alles, was Menschengeist, Menschenkraft und Technik in sich bergen, bis jum letzten hingebend, um den Gegner zu vernichten. Dieser Angriffswille saß in jedem Mann der Besatzung. Diele Heldentaten im Weltkrieg bewiesen ihn, und nicht unverdient trugen die Männer der Torpedo-Divisionen wie die Kameraden der U= Waffe die rote Biese um die Mütze und den Kragenspiegel. . . Noch im Weltkrieg gingen wir dazu über, das Hochseetorpedoboot weiter auszubauen. 1916 verfügte unsere Kriegsmarine in den H-Boo- ten über die Vorläufer unseres heuttgen Zerstörers, der als gleichwerttger Gegner gegenüber den be- retts damals von den Briten in Dienst gestellten Zerstörern galt. Erst nach der Zerreißung des Versailler Diktates konnten wir 1934 erneut mit dem Bau von Zerstörern beginnen. Die Weltkriegserfahrungen und di« Beobachtung der Entwicklung in den anderen Kriegsmarinen, die zielbewußte Planung und die zur höchsten Wertarbeit des Geistes und der Hand gesteigerte Leistung unseres Volkes ermöglichten es, eine Art von Zerstörern zu bauen, die zu den vollkommensten der gleichartigen Einheiten dieser Waffe in allen Kriegsmarinen gehören. Bei einer Länge von 114 bis 117 Meter, einer Brette von 11,3 bis 11,7 chische Bevölkerung vielfach unklaren Bedeutung sei- s nes Etitschlusses alsbald die Ueberzeugung durch- i gedrungen sei, daß es sich hier nicht bloß um einen Akt geschichtlicher Notwendigkeit, sondern um ein Ergebnis vernünftiger Erwägung ge- . handelt habe. Es fei im ganzen begreiflich, daß die nach dem 15. März 1939 eingetretene Aenderung die । breite Oeffentlichkeit überrascht fjabe, allmählich gewinne jedoch im Volke die Ansicht an Boden, daß die neue Gestaltung der Dinge auch ihre Vorteile habe. Die Berliner Börsenzeitung sagt: An dem warmen Ton, der aus Hachas Telegramm und und dem Antworttelegramm des Führers klingt, mögen alle Feinde der mitteleuropäischen Neuordnung die Aussichtslosigkeit ihrer Bemühungen erkennen, mögen Benesch und fein Anhang ersehen, wie schwer sie sich an ihrem eigenen Volk versündigten. Das tschechische Volk wurde vor einem Schicksal bewahrt, wie es über den polnischen Vasallen des Westens hereingebrochen ist, es kann unter dem starken Schutz des Reiches ruhig seiner Arbeit nachgehen und in weitgestecktem Rahmen der Kulturautonomie fein völkisches Eigenleben voll entfalten. Die Giaaisgründungsfeier der Slowakei. Preßburg, 14. März. (Europapreß.) In würdigen Feiern beging das slowakische Volk frei und selbstbewußt den ersten Jahrestag der eigenen Staatlichkeit. In Preßburg fand im Komitatshaus- saal eine Festsitzung des Parlaments statt. Staatspräsident Dr. T i s o , der mit Fanfarenklängen begrüßt wurde, verlas eine Botschaft an das slowakische Volk, in der er u. a. ausführte, das vergangene Jahr habe die Erkenntnis der schöpferischen Kraft des slowakischen Volkes gebracht. Neben dem Allmächtigen verdanke die Nation die erzielten Erfolge in erster Linie der schützenden Hand des deutschen Volkes und seines Führers. Die Vergangenheit sei begraben. Einigkeit und Lebensfreude sei das Programm für die Zukunft. Am Freiheitsplatz nahm dann der Staatspräsident die Parade der Preßburger Garnison ab. Nach dem Vorbeimarsch der Truppen empfing Staatspräsident Dr. Diso den Sonderbeauftragten des Führers und die Mitglieder der deutschen Sonderdelegation, Staatssekretär im Auswärtigen Amt Dr. Keppler, General der Flieger Lohr und Generalleutnant Otto zur Entgegennahme der Glückwünsche des Führers in Sonderaudienz. General der Flieger Löhr, Chef der Luftflotte IV, übermittelte zugleich die persönlichen Glückwünsche des Generalfeldmarschalls Go - ring. Zu Ehren der deutschen Sonderdelegatton gab der Staatspräsident anschließend ein Essen. Bei dem Empfang des Diplomatischen Korps übermittelte der deutsche Gesandte Vernarb als Doyen des Diplomatischen Korps dem slowakischen Staatsoberhaupt in herzlichen Worten die Glückwünsche zum ersten Jahrestag der Erlangung der staatlichen Selbständigkeit. Ebenfalls wurden vom Chef der deutschen Militärmission in der Slowakei Glückwünsche überbracht. Englische Lords! Amsterd am, 14. Marz. (DNB.) Aufsehen erregt in England eine Gerichtsverhcmdlung gegen William Mason Temple, fett 30 Jahren Verwalter bei Lord Mowbray, dem Inhaber eines der ältesten englischen Adelstttel. Temple war der Unterschlagung angeklagt. Im Urteil billigte der Richter ihm im weitesten Umfange mildernde Umstände xu. Es hatte sich nämlich herausgestellt, daß Temple fast 30 Jahre lang der Familie Mowbray gedient hatte, als der jetzige Lord feinen Besitz antrat. Die erste Tat des jungen Lords war, die Bezüge der rm Dienste seines Vaters ergrauten Mannes derart zu kürzen, daß Temple nicht einmal mehr feinen Lebensunterhalt bestreiten konnte und aus Not die Unterschlagungen beging. Der als Zeuge vernommene Ortspfarrer schilderte, wie Lord Mowbray auch fast ein Drittel der Bevölkerung seines Dorfes, dessen Grund und Boden fast ganz der Familie Mowbray gehört, von heute auf morgen auf die Straße gesetzt hat. Er scheute nicht einmal davor zurück, 80jährige Greisinnen aus ihren Wohnungen zu vertreiben, obwohl diese nirgends anders eine Unterkunft erhalten konnten. Vor Gericht erklärte dieser feine Vertreter englischer „Humanität": ,Hch habe meinen Besitz rationell auswer- ten müssen und habe deshalb die Mieten erhöht und die Bezüge meiner Angestellten gekürzt." Frankreich muß deutsche Post wieder herausgeben. Aus aller Wett. Selma Cagertöf schwer erkrankt. Ernste Sorgen macht man sich in Schweden über den Gesundheitszustand der berühmten schwedischen Dichterin Selma Lagerlöf. Sie steht im Alter von 82 Jahren und liegt seit mehreren Tagen mit einer schweren Bauchfellentzündung in einem Heim in Marbach, in der Nähe von Karlstad. Mehrere Spezialärzte sind van Stockholm an ihr Krankenlager geeilt. Neuer kälteeinbruch in Holland. Der starke S ch n e e ft u r m, der mit einem beträchtlichen Kälteeinbruch am Donnerstag den ganzen Tag über Holland herrschte, hat zu zahlreichen Ver- kehrsschwierigkeiten geführt. Stundenlang war der Verkehr auf den elektrischen Eisenbahnlinien Amsterdam—Den Haag und Amsterdam—Utrecht unterbrochen, da durch Eisbildung die Oberleitungen an verschiedenen Stellen zerstört wurden. Das Lis der Donau in Rumänien gebrochen. Das Eis der Donau ist bei Giurgiu gebrochen, und die Eisschollen wälzen sich nun in kompakten Massen stromabwärts. Infolge des Einbruchs ist das Wasser über die Ufer getreten. U. a. ist ein Deich, der für die Arbeiten bei der Eisenbahnfähre errichtet wurde, gebrochen. Auch die neue Eisenbahnstrecke ist mit allen Materiallagern und mit den Unterkunftshütten der Arbeiter 'vom Wasser überschwemmt worden. Auch bei Galatz ist am Mittwoch der Eisbruch eingetreten. Die Temperatur an der Donau beträgt durchschnittlich 12 bis 15 Grad über Null. Zwei Volksschädlinge hingerichlel. Am 12. März ist der 1920 in Czersk geborene Heinz Völliger hingerichtet worden, den das Sondergericht II Berlin am 6. Januar 1940 als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Völliger hat in Spiegelhagen (West-Priegnitz) aus Rache das Anwesen eines Landwirtes angezündet und dadurch für die Volksgemeinschaft im Kriege beson- Tokio, 15.März. (DNB. Kmkspruch.) Der japanische Protest gegen die Beschlagnahme der deutschen Post an Bord des japanischen Dampfers „Saigon M a r u" hat zur Folge gehabt, daß die ftanzösischen Behörden die gesamte Po st mit Ausnahme der Bannware wieder herausgeben müssen. Die „Saigon Maru" war am 12. März im Hafen von Saigon (Fran- zösisch-Jndochina) durchsucht worden und ttotz des Einspruches des japanischen Konsuls der gesamten deutschen Post beraubt worden. Daß Frankreich nachgegeben hat, bedeutet das Eingeständnis der Widerrechtlichkeit seines Vorgehens. Ferner wird hieraus ersichtlich, daß auch Frankreich, genau wie England, nicht mehr so mit den Volkern umspringen kann, wie es das von früher her gewohnt ist unb die Plutokratien ihre Unverschämtheit dort einschränken, wo sie Widerstand finden und Verwicklungen befürchten. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat Seiner Majestät dem Schah Schahinschah von Iran zum Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. * Dr. Ley beendete eine Besichtigungsfahrt durch den mitteldeutschen Raum mit einem großen Appell von Bettiebsführern und Betriebsobmännern des Gaues Magedburg-Anhalt im Hause der Arbeit in Magdeburg. Der Stabschef der SA. Viktor Lutze ttaf zu einer Besichttgungsfahrt an der Westfront ein. Mit seiner Begleitung, bei der sich auch Obergruppenführer Jüttner befand, besuchte der Stabschef die vordersten Stellungen eines Divisionsabschnittes Im Mittelpunkt des ersten Besichtigungstages stand der Besuch bei einem Infanterie-Bataillon, ui dem ausschließlich Angehörige der SA. - Standarte „Feldherrnhalle" dienen. * Der slowakische Verteidigungsminister General Catlos verlieh aus Anlaß des ersten Jahrestages der Staatsgründung dem Führer der deutschen Volksgruppe Ina. Karmasin den Ehrendolch der slowakischen Wehrmacht. Der Papst hat den italienischen Botschafter beim Heiligen Stuhl, Alfieri, zu einer langen Unterredung empfangen. Nachher stattete der Botschafter auch dem Kardinalstaatssekretär M a g l i o n e einen Besuch ab. JnBuenosAires verschied der 56jährige General a. D. Fasola Castanjo, der als junger Dffi- zier seine Ausbildung in preußischen Regimentern ergänzt hatte und als aufrichtiger Freund des neuen Deutschland bekannt war. In zahlreichen Aufsätzen hat er die Leistungen des Großdeutschen Reiches gewürdigt. Der rumänische Landwirtschaftsminister Jonescu S i s e st i kündigte die Ausstellung eines landwirtschaftlichen Fünfjahresplanes an, der sich regt. Als der Pfarrer von Paria na ein Altar- 'StttdttfieatcT Gießen Am 10. März verstarb nach schwerer Krankheit Preise: Reichsmark 0.60, 1.00, 1.35, 1.85, 2.55, 3.10 1398 D Marburg, den 13, März 1940. 3112 D 1301C Der Oberbürgermeister. 3. 23.: Nicolaus. Verkäufe ] Die trauernden Hinterbliebenen: Bieber, den 14. März 1940. 1302C Die Beerdigung findet Samstag, den 16. März, nachm. 2y2 Uhr statt. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. 1311 d Telefon 2186 Gießen. Wetzsteingasse 8 Vermittler erhalten hohe Provision! 1305D Ohne Gewähr Nachdruck verboten 12. Ziehungstag 12. März 1940 In bet Nachmittagsziehung wurden gezogen 225979 Lang-Göns, den 15. März 1940. Die Beerdigung findet Samstag, den 16. März, nachm. 114 Uhr statt 120 Gewinne zu 1000 RM. 1574 8588 22624 22987 26548 28361 30286 58636 60735 62463 66138 84351 105210 111755 13. Ziehungstag 13. März 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen 1309D Stadttheater 135601 194351 295016 398095 163765 266262 355225 167872 270664 371207 175757 274446 386173 Das unvergängliche russische Lustspiel von Nikolaus Gogol, in der Neu-Inszenierung von Hans Geißler Viehbesitzern vorgebracht werden. Gießen, den 12. März 1940. 127018 178072 275801 390911 138332 207748 305939 141480 162663 250556 254997 340039 34644i 144971 328855 Wilhelmine Gerlach Karl Gerlach Wwer. Ludwig Gerlach Mündlich können Sieesnurwenigen sagen, schrifüich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Kulturpflanzen bestraft. Gießen, den 13. März 1940. Vom September bis Dezember 1939 gehörte er als Komp.-Führer dem Bataillon an. Ein tüchtiger Soldat, ein prächtiger Kamerad, ein hervorragender Mensch ist mit ihm zur großen Armee abberufen worden. Das Bataillon wird ihn nie vergessen. Anna Linke, geb Gerlach, und Gemahl Emma Roth, geb. Gerlach, und Gemahl Lina Gerlach Karl Gerlach und Frau. 97830 185615 197233 9085 313684 361262 81017 117189 275435 308992 33604 88402 114408 357801 18124 139889 221555 319042 Knoblauch-Beeren „Immer jünger*' machen froh und frisch 1 Sie enthalt alle wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut verdaulicher Form. Vorbeugend gegen: Gießen, den 8. März 1940. Amtsgericht Fleiß und Arbeit war ihr Leben, Ruhe hat ihr Gott gegeben. Am 14. März entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, meine gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Großhaus, geb. Eiff im Alter von 66 Jahren. 9 Gewinne zu 5000 NM. 12 Gewinne zu 4000 RM. 18 Gewinne zu 3000 RM. 354622 381779 387119 9 Gewinne zu 4000 RM. 3 Gewinne zu 3000 RM. Hugo Verinühler Verlag Berlin-Lichterfelde Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden aus der D^gelwelt der deutschen Nordseeküste Don Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach Wundervollen Naturaufnahmen. 3n Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entge. en. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Italienischer Lehrer erteilt italienischen Privatunterricht in Einzel-und Gemeinschaftskursen für Anfänger und Fortgeschrittene. Semesteranfang Montag, 18. März. Ebenfalls finden für Schüler und Schülerinnen Gemeinschaftskurse statt. Anmeldungen hierzu müssen Freitag, den lö.BIärz 1940, spätestens Montag, den 18. März 1940, von 18.30-19.30, in der öifentl. Handels- Lehranstalt.Wernerwall 11, erfolgen u. -pflege: Kindergrieß; Stempfle Vollkostnahrung mit Kalk, Malz und Gemüse; Kufeke u. Nestles Kindermehl; Aletemilch usw., stets frisch und in gr. Auswahl 1313Ä ^Lwtnnauszug 5. Klaffe 2. Deutsche Reichslotterie In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Karl Großhaus. Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet ist unser lieber, unvergeßlicher, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Gerlach, Land-und Gastwirt im Alter von 76 Jahren heim gegangen. Dr. Böhme Hauptmann und Kommandeur eines Inf-Ers.-Batls, Bekanntmachung. Bekr.: Schädlingsbekämpfung im Obstbau. Auf die Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — vom 24. 1. 1938 zur Bekämpfung von Blattsaugern, Schildläusen und anderen Schädlingen während der Winterruhe, mache ich hiermit wiederholt aufmerksam. Die Eigentümer und Nutzungsberechtigten von Obstbäumen und Obststräuchern sind verpflichtet, alle Obstbäume und Obststräucher während der Winterruhe mit Obstbaumkarbolineum oder Teerölmulsion (Baum- spritzmitteln), die den Normen der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft entsprechen, sachgemäß zu bespritzen. Wer den Vorschriften dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach § 13 des Gesetzes zum Schutze der landwirtschaftlichen Kaufmann gesucht von Industriebetrieb für Versand nach In- und Ausland. Bewerbungen unter Nr. 1310 D an den Gießener Anzeiger. 20-22.30 Uhr 24. Freitag-Miete Erstaufführung! »Der Revisor« Komödie von Nikolaus Gogol. Deutsch von Th. Komickau. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. Preise: RM. 0.60 bis 3.10. [1253d Achtung! Schlachtpserde und Schlachtsohlen werden ständig zu Höchstpreisen angetauft. Bei Notschlachtungen schnelle u. reelle Bedienung. Rotzschlachterei Schilling ' 54 Gewinne zu 2000 RM 21176 38315 137109 201037 207221 207523 208000 239022 286734 305573 336823 337454 343214 344777 347725 381640 INto* l!4- bis 16iäbr.) zuverläss., fleißig und ehrlich für sofort gesucht. Verlag Roth, Marburger Straße 20. Bekanntmachung Für den mit unbekanntem Aufenthaltsort abwesenden Heinrich Franz Reichert, geb. am 16. Juli 1908 in Marburg, wird hier ein Sparkassenbuch verwahrt. Der Eigentümer, oder wer über Leben oder Tod des Genannten Auskunft geben kann, wolle sich bis zum 31. Dezember 1940 bei uns melden. doppelseitig bespielt; auf der Synchron-Langspielplatte kann diese Symphonie auf zwei Platten gehört werden. Dabei unterscheidet sich die neue Platte weder qualitativ, noch in der Preislage, noch sonst irgendwie von den bisherigen Erzeugnissen der Schallplattenindustrie. Admiral Byrd in der Rähe des magnetischen Südpols. Ein Funkspruch der Südpolar-Expedition des Admirals Byrd, der in Washington eingetroffen ist, teilt mit, daß es der Expedition gelungen sei, bis in die Nähe des magnetischen Südpols vorzudrin- gen. Die Expedition habe sich mit knapper Not aus einem Orkan von unerhörter Gewalt retten können. Byrd hoffe, noch vor dem 15. Februar in Valparaiso einzutreffen. Schwere Explosion in Los Angeles. In einer Fabrik für Feuerwerkskörper in Los Angeles ereigneten sich mehrere Explosionen, durch die das Fabrikgebäude sowie fünf benachbarte Häuser zerstört wurden. Es gab mehrereTote und Verletzte. Die Explosionen waren so heftig, daß im Umkreis von 70 km die Erde erzitterte. Ein Riesenfernrohr von fünf Meter Durchmesser. Die Oeffentlichkeit in USA. interessiert sich gegenwärtig, neben dem europäischen Krieg und den kommenden Präsidentschaftswahlen vor allem für den Bau eines Riesenfernrohrs, das für das Observatorium auf dem Palomar-Berge bestimmt ist. Als seinerzeit während des Weltkrieges das Fernrohr auf dem Wilson-Berg konstruiert wurde, dessen Linie einen Durchmesser von 2,50 m besitzt, glaubte man, daß dieses Wunder der Technik nicht mehr übertroffen werden könnte. Aber seitdem hat die Wissenschaft Fortschritte gemacht, und dem Gelehrten Edwin h u b b l e ist es gelungen, eine Linse von fünf Metern Durchmesser, also genau von der doppelten Größe, Herstellen zu lassen. Diese Linse wird in ein Fernrohr eingebaut werden, das insgesamt 80 Tonnen wiegt. Man hofft, mit Hilfe dieses Rieseninstrumentes dem Weltall ungeahnte Geheimnisse entreißen zu können. Der Raffael im Bergkirchlein. In einem Kirchlein in den toskanischen Bergen ist in unseren Tagen erst ein Fund gemacht worden, der unter den Kunsthistorikern Aufsehen erhohen Blutdruck. Magen-, Darmstörungen, Alterserscheinungen. Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- und geruchfrei. Monatspackung 1 — Achten Sie auf die grün-weiße Packung! Drog. Winterhof f, Kreuzplatz 10; Drog. C. Seibel, Frankf. Str. 39; Drog. E. Karn, Schulstr. 430 v Löwen-Drog. W. Kilbinger Nachf. Drog. Bornemann, Bahnhotstr. 17 Drog. Aug. Noll, Bahnhofstr. 53 33 Gewinne zu 2000 RM. 4036 25678 60075 86872 128405 138019 173867 211067 247576 313335 331587 102 Gewinne zu 1000 RM. 13895 40842 51826 55518 55554 72714 79322 79826 85011 98323 112656 112865 139544 153289 156178 179842 188519 201087 210125 212657 215320 215661 222827 225729 269183 270267 289727 296271 325336 336048 3534Q8,35343) 372Z21 JZ291L ~~ 6 Gewinne zu 10000 RM. 79366 99660 15 Gewinne zu 5000 RM. Hauptmann d. B. Hermann Reinhold Kommandeur eines Inf.-Batls. Inhaber des E. K. I und anderer Kriegsauszeichnungen des Weltkriegs. Heute Freitag, den 15. März 1940, 20 Uhr, Premier© ®cr Revisor Ml. MlUerililikli aus Der Levensmittelvrantve gesucht für Wetzlar und Gelnhausen. Es wollen sich nur Bewerberinnen melden, die mehrere Jahre in der Branche tätig waren. Alter nicht unt. 23 Jahren. Angeb. mit Zeugnisabschriften, die zurückgesandt ^werden, unt. 0952 a. ü. Gietz. Anz. Bekanntmachung. Vetr.: Die Ausführung des Reichsviehseuchengesehes: hier: die Ausschläge der Beiträge auf Bieh- besiher und Viehhändler. Die gemäß Reichsviehseuchengesetzes aufgestellte Liste der beitragspflichtigen Pferde- und Rindvieh- besiher des Stadtkreises Gießen liegt während einer Woche, vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 3 (Vermessungs- und Grundstücksamt) zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen gegen die Einträge können nur während dieser Offenlegungsfrist und nur von den beteiligten Naturhaaröl (nicht fettend) geg.Schuppen und Haarausfall das natu© gegebene Haarpflegemittel. Nur zu haben: Löwendrogerie W. Kilbinger Nach!., Seltersweg 69. 625d ders wertvolle Gebäude, Erntevorräte und Maschinen vernichtet. Gleichzeitig ist der 27 Jahre alte horst M i l ch m e y e r hingerichtet worden, den das Sondergericht in Berlin als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Milchmeyer, der seit seinem 20. Lebensjahr ununterbrochen Verbrechen be- aangen hat, nutzte die Verdunkelung zu zahlreichen schweren Diebstählen und Einbrüchen aus. Die Ersparnisse eines Gefallenen gestohlen. Das Sondergericht beim Oberlandesgericht L e i t- m e r i tz verurteilte den im 19. Lebensjahr stehenden Paul Alfred Richter aus Elbogen als Dolks- schädling zum Tode. Richter hatte vorsätzlich die durch den Kriegszustand verursachten Verhältnisse in der skrupellosesten Weise ausgenutzt und sich nicht gescheut, bei Begehen seines von seltener Gefühlsroheit zeugenden Verbrechens unberechtigt die HJ.-Uniform und das Eiserne Kreuz 1. Klasse zu tragen. — Der gewissenlose Bursche hatte in Erfahrung gebracht, daß der älteste Sohn der häus- lerin Sophie Baumgartner in Groß-Siehdichfür bei Eger auf dem Schlachtfeld von Modlin den Heldentod gefunden hatte. In HJ.-Uniform, zu deren Tragen er ebensowenig berechtigt war wie zum Tragen des Eisernen Kreuzes, erschien er mit dem rechten Arm in der Binde bei Frau Baumgartner und log ihr vor, er habe mit ihrem Sohn bei Modlin gekämpft. Die Mutter schenkte dem angeblichen Kameraden ihres Sohnes Vertrauen und behielt ihn über Nacht bei sich. Am nächsten Morgen kurz nach dem Weggang Richters entdeckte Frau Baumgartner, daß die von ihrem Sohn zusammengesparten 30 RM. entwendet waren. Der Verdacht der Täterschaft fiel sofort auf Richter, der aufgegriffen wurde und das unglaubliche Verbrechen des Diebstahls der Ersparnisse eines Gefallenen gestand. Richter befand sich trotz seiner Jugend schon längere Zeit auf der schiefen Bahn des Verbrechens. In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß seine gemeine Handlungsweise nur mit der Tat eines Leichenfledderers verglichen werden könne. Pilgerkarawane in der Wüste verirrt. Etwa 500 Mohammedaner, die sich auf einer Pilgerfahrt nach Mekka befanden, haben sich in der Wüste verirrt und konnten bisher trotz Nachforschungen ausgesandter Flugzeuge und Kamel- | Mietgesuche | Ehepaar (Ingi) 2 Personen sucht sofort oder später 343timner- MWW mit Zubehör. Angebote unter 0953 a. d. G.A. Junger Mann sucht zum 1. 4. mW. Zimmer mögl. mit voller Pension. Angebote unter 0950 a. d. G. A. Auf jeve gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer ___________in den drei Abteilungen I, II und III Tüchtige, solide Hausangestellte gesucht. 0917 G. Schmidt, Löberstr. 10 p. kleine Anzeigen m Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und neiefpn. [Stellenangebote keine Ursprungszeugnisse, wndern nur Zeugn abschriften dem L werbungSfchreibenb legen 1 — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müflen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! bild mit der Darstellung der heiligen Jungfrau mit dem Kinde und dem heiligen Remigius, Bischof von Reims, aufmerksam untersuchte, entdeckte er auf der Rückseite das Signum: „R a f f a e 11 o dipin. — 1500". Danach müßte es sich um eines der frühesten Werke Raffaels handeln. Raffael stammte aus Urbino und war seit 1499 Lieblingsschüler des Perugino. Mit diesem lebte er zunächst in Siena, dann in Florenz, wo er die im Besitze der Medici befindlichen Meisterwerke studierte und selbst mehrere Tafelbilder malte. Alle seine Bilder aus dieser Frühzeit stellen, wie das in der Kirche von Pariana entdeckte, die Madonna mit heiligen: dar. Die Madonna Solly in Berlin, die Madonna veiter nicht aufgefunden werden. Die Pilgerkarawane hatte den hedschas vor etwa einem Monat verlassen. Später wurden in der Nähe von Palmira etwa 20 zu Tode erschöpfte Muselmanen aufgefunden, die mitteilten, daß die Karawane sich in der Wüste verirrt habe. Seitdem ist man ohne jede Nachricht über ihr Schicksal. Der Schinkel-Preis für Architekten. Am 13. März vereinigte der Architekten- und Jn- genieurverein zu Berlin und mit ihm die Gaufachgruppe Bauwesen im NSBDT. sich zu der Feier des Geburtstages Schinkels. U. a. waren erschienen Generalinspektor Dr. Todt, Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller und Staatsminister Prof. P 0 - pltz, der wiederum die Verteilung der Preise an die Schinkel-Sieger vornahm. Er wies darauf hin, daß die architektonische Aufgabe, Entwurf zu einem „W eihehaus der deutschen Tech- n i k" ganz nach dem Herzen Schinkels gestellt und für die beschwingte Phantasie der jungen Architekten besonders erwünscht gewesen sei. — Zwei Bewerber des Hochbaufachs, die Regierungsbaufachreferendare Klant und Wolfgang F raust adt erhielten eine Schinkel-Plakette und den halben Staatspreis. Die neue Synchron-Langspielplalte. Die neue Synchron-Langspielplatte wird eine der Neuheiten der Leipziger Frühjahrsmesse sein. Eine vierfach längere Spieldauer als die bisher auf den Markt gekommenen Erzeugnisse der Schallplattenindustrie zeichnet sie aus. Bisher konnte eine doppelseitig gespielte Platte nur zwei kürzere Musikstücke wiedergeben. Auf jeder Plattenseite mußte in relativ kurzer Zeitdauer eine Melodie abgespielt werden. Dann erfolgte das Umwenden der Platten und nach dem Abspielen der zweiten Seite der Plattenwechsel. Die neue Synchron-Langspielplatte bringt auf jeder Platte acht Melodien, durch kurze Pausen voneinander getrennt, also aus jeder Plattenseite vier Musikstücke. Die bisher so störend empfundene häusigkeit des Wendens und Wechselns der Platten wird damit künftig wesentlich herabgemindert. Das wird auch der musikalischen Wiedergabe selbst zugute kommen, denn je weniger sie in ihren einzelnen Teilen unterbrochen wird, um so wirksamer kann der Kunstgenuß sein. Beethovens berühmte „Neunte" z. B. erforderte bisher zu ihrer Wiedergabe sieben Platten, zwischen den heiligen Franziskus und Girolama sowie die Madonna mit dem Buche stammen aus den Jahren 1501 bis 1503. Die Jungfrau mit dem Kinde und dem heiligen Remigius ist also gleich alt mit diesen Gemälden, sie soll auch wegen ihrer Farbenpracht und wegen der harmonischen Einheit der Figuren dieselben Charakterzüge tragen. Museum einmal anders. In h s i n k i n g, der Hauptstadt des jungen Kaiserreichs Mandschukuo, soll ein Museum errichtet werden, das sich im Gegensatz zu sonstigen Museen einmal nicht mit der Vergangenheit, sondern mit der Gegenwart beschäftigt. Der Leiter des Nationalen Museums, Direktor Fujuyama, hatte die Idee, ein Museum zu schaffen, das zunächst einmal an Hand von eigenen Schaustücken aus den Gebieten der Religion, der Geschichte und der Wirtschaft die verschiedenen Rassen und Stämme schildert, die gegenwärtig die Ge- samtbeoölkeruna von Mandschukuo bilden. Auf einem großen Freigelände sollen Vertretungen von Volksstämmen, die in abgelegenen und schwer erreichbaren Gebietsgegenden und Einöden Mandschu- kuos wohnen, in kleinen Musterdörfern angesiedelt werden, wo sie nach heimischer Weise leben können. Sie werden ein lebendiges Museum bilden. Das erforderliche Gelände ist bereits gesichert worden._____________________ hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Verlags!eiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. Tiefbau, kombiniert Gas, fast neuwertig, zu verkaufen. i306d Roßschlachterei Schilling, Wetzsteingasse 8, Telefon 2186. | Kaufgesuche"| Gebr.,gut erhalt. Kinderbett, Wasch- und Nachttisch z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 1317Pa.d.G.A. Gebrauchter Kinder- kiannwaden z. kaufen gesucht. Angebote unter 0942 a. d. G. A. 0955 Hr.64 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 15. März 1940 Für den Tag der Wehrmacht kfl« Oeffentliches Eintops-Effen mit Konzert NS'GmeWltzofl Ä -QStO Die v' (Nachdruck verboten!) 9. Fortsetzung KrrrFL- S0126-31.9 Gießen-Ost: Ecke Kaiserallee/Licher Straße Gießen-Mitte: Ecke Seltersweg/Horst-Wessel-Wall Gießen-Nord: Lindenplatz Gießen-Süd: Ecke Liebigstraße / Franks. Straße. Für jede der Ortsgruppen werden außerdem fünf bis sechs weitere Feldküchen eingesetzt, die in den Straßen der Ortsgruppen die Runde machen werden und den Volksgenossen das Essen gewissermaßen vor die Haustüre bringen. Hornisten und Trommler werden die Feldküchen begleiten und darauf aufmerksam machen, daß nun an der Feldküche der „Schlag" abgeholt werden kann. Die Essenausgabe erfolgt von 10 Uhr ab. Essenkarten können auch an der Feldküche noch gelöst werden, und zwar bei den NSV.-Waltern, die die Feldküchen begleiten werden. An zwei Plätzen unserer Stadt werden auch öffentliche Eintopfessen stattfinden. Bei diesen -Gelegenheiten gibt es dann zu den „Erbsen mit Speck" sogar noch Musik. In der Zeit von 11 bis 12 Uhr wird ein Musikkorps in der Anlage an der Plockstraße konzertieren. Dazu werden Tische und Bänke aufgestellt. Eine Feldküche wird auffahren, Eßgeschirr und Eßbesteck wird vorhanden sein und so wird jedermann, der Lust dazu hat, an Ort und Stelle seinen „Schlag" verdrücken können. Auch auf Oswalds garten (12 bis 13 Uhr) werden ein Konzert und das öffentliche Eintopfessen in gleicher Weise stattfinden. Achtung! KdF.-Sport. Sportamt Wetterau, Schanzenstraße 18. Für Frauen: 995D Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerftratze. Für Männer und Frauen: Hallensport (insbesondere Hallenspiele) jetzt Mittwochs, 20.30 bis 21.30 Uhr, Goetheschule. Nicht wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr. Kinder-Gymnastikkurs ist an einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sportamt. Neu! Für Frauen und Männer: Schwimmen von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr. Wer sich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf die Stellung der Aufgabe folgenden Semester an der Universität Gießen immatrikuliert gewesen sein. Jede Bewerbungsschrift darf nur einen Verfasser haben. Die Bewerbungs- schrift ist in der Sprache abzufassen, in der die Aufgabe gestellt ist. Aus dem Titel ist ein Kennwort anzubringen. Die Bewerbungsschrift ist bis zum 15. Februar 1941 einzusenden unter Beifügung eines verschlossenen, mit dem Kennwort der Arbeit versehenen Briefumschlags, der die Aufgabe des Verfassers und seiner Adresse enthält. Die Sendung ist an die Fakultät zu richten. Hitler-Jugend Bann 116. Iugendfilmsiunde in Gießen. preisaufgaben der Universität Gießen für 1940/41. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität wird uns mitgeteilt: . Für das Jahr 1940/41 werden folgende Preis- aufgaben gestellt: Von der Theologischen Fakultät: „Der Einfluß der politischen Zeitereignisse auf tue Lieddichtung Luthers, kritisch darzustellen in Auseinandersetzung mit den neueren Untersuchungen/ Von der Juristischen Fakultät: „Der Einfluß des Krieges auf Rechtsverhältnisse und An- ^V?n der Medizinischen Fakultät: „Die Bedeutung der kapillarmikroskopischen Methode ißolöcnUDolMbtriwc; Roman von horst MM. für die Aehnlichkeitsdiagnose bei Abstammungsprüfungen." Von der Veterinärmedizinischen Fakultät: „Ist die Ziegenttiberkulvse kontagiös?" Von der Philosophischen Fakultät: 1. Aus dem Fachgebiet der lateinischen Philologie: „Sachliche und sprachliche Erklärung der Briefreste des Kaisers Augustus." 2. Aus dem Gebiet der romanischen Philologie: „Die. französische Rechtssprache im Zusammenhang mit der Entwicklung des gelehrten Richtertums in Frankreich." 3. Aus dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften: „Aussied lungs- möglichkeiten aus dem Realteilungsgebiet Lahn-Dill zur Stärkung des deutschen Bauerntums im Osten." 4. Aus dem Gebiet der Botanik: „Neue Beiträge zur Zytologie der Desmidiaceen." SOLIDOX-- Mit einem Umweg über die Sendlinger und Neuhauser Straße heimkehrend, sah er sich, aufblickend, der Auslage eines Spielwarengeschäfts gegenüber. Er verzögerte plötzlich seinen Schritt und trat, einer Eingebung folgend, von der er in dem Augenblick, als er die Tür des Geschäfts geöffnet hatte, noch selber nicht wußte, wohin sie ihn führte, in den Laden ein. _ , ri . c Er war der einzige Kunde. Ein Herr stand auf einer Trittletter und benutzte die Mittagsruhe dazu, Plüschhunde in einen gläsernen Schrank einzusperren; zwei Verkäuferinnen waren ihm dabei behilflich. , .... Der Doktor zog den Hut, als bäte er, die Storung zu entschuldigen. Eine der jungen Damen näherte sich ihm und fragte diensteifrig, was es denn sein dürfe. Der Doktor sah sich mit einem etwas verzagten Blick unter dieser Riesenschau von Puppen, Schaukelpferden, Musikinstrumenten, Stofftieren, Rollern, Eisenbahnen und weiß Gott was allem noch um. ,Zch brauche ein Geschenk, Fräulein — 'raendem hübsches kleines und nicht astzu teures Geschenk. „Für einen Buben oder für ein Madel. fragte das Fräulein freundlich. . „Für'n Mädel!" antwortete der Doktor frisch heraus. „Wie alt ist das Kind?" Der Zahnarzt hob die Hand stufenweise von der Hüfte bis zum Brustbein und sah etwas angestrengt aus. „Sieben Jahre ...", sagte er schließlich und senkte die Hand um ein paar Zentimeter „Da würde' ich Ihnen eine Puppe empfehlen, mein Herr. Eine von unseren hübschen Babypuppen zum Beispiel. Mädel freuen sich immer „über Puppen, auch wenn sie noch so viele besitzen. „Da haben Sie recht, liebes Fraulein! meinte der Doktor beifällig „Das liegt ja sozusagen in der Natur der Sache" . , Das Fräulein errötete ein wenig und fragte, ov sie etwas vorlegen dürfe. „Aber gewiß doch!" bekräftigte der Doktor. „Deshalb bin ich ja hergekommen!" Er folgte der jungen Verkäuferin, die ihn zur Puppenausstellung führte und ihm nach kurzem Suchen einen pausbäckigen Säugling in einem reizenden Spitzenhemdchen entgegenhielt. „Modell Nackedei", bemerkte das Fräulein fachkundig, „fast unzerbrechlich: kann „Mama" sagen." Sie beugte das Baby mit einem entschlossenen Ruck vornüber, und tatsächlich gab die Puppe einen Laut von sich. „Komisch!" sagte der Doktor betroffen. „Ich habe aber ganz was anderes herausgehört ... Und überhaupt, liebes Fräulein, finden Sie nicht auch, daß dieser Säugling in Anbetracht seines zarten Alters seine Muttersprache schon allzu perfekt beherrscht? Das Fräulein griff nach einem kleinen Schildchen das der Säugling an einem Band um den Hals trug. „Charakterbaby", las sie ab, „em halbes ^Donnerwetter!" murmelte der Doktor überrascht. „Und ich hätte es glatt für ein Neugeborenes gehalten!" Er ging langsam und kopfschüttelnd an den Auslagen vorüber, von denen herab ihn Puppenkinder aller Altersstufen vom rosigen Säugling big zum vollständig ausgestatteten Schulkind nut starren Glasaugen anlächelten. „Hübsch, Fraulein —" sagte der Doktor mit gerunzelter Stirn, „fast schon zu hübsch. Und, sehen Sie, das ist es eben " Er wackelte mit der Hand: „Ich habe mir da eigentlich ganz was anderes vorgestellt. Wissen Sie, so was Derberes, Ungelenkes, Lustt- Vielleicht sehen Sie sich mal in der Tierabteilung um?" meinte das Fräulein. ,,®ir haben „da eine große Auswahl an reizenden Mustern ... .Mustern ...!" wiederholte der Doktor etwas schief. „Da haben wir's schon! Das gerade möchte ich vermeiden. Muster find immer langweilig. Und ich möchte etwas Originelles haben ... Sehen Sie, da sah ich doch neulich bei Bekannten eine dieser wunderhübschen Renate-Naumann-Puppen — so einen drolligen kleinen Kerl mit so einem Pfundsschnurrbart und mit riesigen Kanonenstiefeln ... Verzeihung!" sagte die Verkäuferin. ,Zch habe die" Fabrikmarke nicht recht verstanden . ./ „ .Fabrikmarke?" rief der Doktor fast empört. Nichts von Fabrikmarke! Es handelt sich um kleine Schöpfungen in einmaliger Ausgabe! Renate-Naumann-Puppen ... Aber liebes Fräulein, es sieht ja gerade danach aus, als hätten Sie noch nie etwas davon gehört?" Das Fräulein machte ein unglückliches Gesicht und stammelte, daß sie erst ein halbes Jahr in der Branche tätig sei. Sie sah sich hilfesuchend nach ihrer Kollegin um, die auch bereits eine Art von Startstellung eingenommen hatte. Der Geschäftsführer jedoch hielt sie mit einem kleinen Wink zurück und näherte sich selber dem schwierigen und unentschlossenen Kunden. In der Art seines Ganges lag etwas Strahlendes und Siegesbewußtes, und der Blick, den er der jungen Verkäuferin zuwarf, bevor er sich an den Doktor wandte, sagte etwa: Nun geben Sie mal acht, liebes. Kind, wie man die Sache anpackt! „Der Herr möchte nämlich eine Renate-Nau- mann-Puppe haben", sagte das Fräulein zu ihrer Entschuldigung. „Ich hoffe doch", bemerkte der Doktor mit einem strengen Ausdruck, „daß Ihnen dieser Name ein Begriff sein wird?" ^Selbstverständlich, mein Herr!" beteuerte der Geschäftsführer. „Nur — hm — sie sind nicht gangbar, wenn man so sagen darf, diese Spezialartikel Tcha — nun, Sie verstehen?" Er wies plötzlich mit einer schwungvollen Handbewegung und mit offensichtlicher Begeisterung auf sein reichhaltiges Lager hin: „Aber Sie werden gewiß bei uns etwas finden, das Ihrem--" „Kein Aber!" unterbrach chn der Doktor mit finsterer Entschlossenheit. „Ich bin nun einmal auf diese Renate-Naumann-Puppe versessen, und wenn Sie sie nicht führen, dann muß ich sie leider woanders kaufen." „Ich kann sie Ihnen jederzeit bestellen, mein Herr!" meinte der Geschäftsführer etwas unsicher. „Ich brauche sie für heute nachmittag!" antwortete der Doktor mit einem bedauernden Schulterheben und wandte sich zum Gehen. „Aber da ich öfters Geschenke zu machen habe, könnten Sie sich ruhig ein paar von diesen reizenden Puppen besorgen. Sie haben hoffentlich die Anschrift der Werkstätte, wie?" Der Geschäftsführer sah den Doktor aus kleinen Augen an und murmelte eine völlig unverständliche Antwort. Aus der Siadt Gießen. Verfrühte Ausflügler. Durch das einen Spalt weit offene Fenster flutete die Mittagssonne warm und ließ die letzten roten ; Blüten eines Gliederkaktus aufleuchten, das junge ; Grün einer üppig ausschlagenden Zimmerlinde freudiger schimmern Plötzlich saß auf einem ihrer Blätter mit zuckenden Flügeln ein Pfauenauge. Hatte es die wohlkge Wärme der Sonne hereingeweht oder die noch behaglichere Temperatur meines Zimmers mit seinem schmeichelnden Atem hergelockt? Seine wundervolle Farbe, die Tupfen und Zeichnungen seiner Flügel, die der Falter wie atemholend waagerecht breitete und dann wieder nach oben zusammenklappte, als sei er in Gefahr, sich durch ihre Schönheit zu verraten, waren so unverblaßt und unbeschädigt, daß man ihm wahrhaftig nicht den langen Winterfrost ansah. In Samt und Seide gebettet häte er nicht schmucker und untadeliger aussehen können. Und in welchem Mauerspalt, in welchem Baumriß mochte er eine rauhe und notdürftige Zuflucht gefunden haben?! Mütterchen Natur hatte ihn. wenn auch mit schrundigen Händen, wohl behütet. Er flog, als ich das Fenster schloß, in raschen Rundflugen durch das Zimmer, nicht erschöpft und taumelig nach so vielen Hungerwochen, und landete an den Gardinen. Schließlich spürte er die Enge, das Gefangensein und trommelte in wilden Anstürmen wider die Scheiben, bis ich öffnete und ihn mit dem stillen Wunsche entließ, er möge bis zum Abend wieder ein gutes Nachtasyl finden. Als ich die Tischlampe anknipste, überraschte mich ein zweiter (Aist: ein Marienkäfer flog in den Lichtkreis und fegte sich an die warme Innenseite des Schirmes. Die zinnoberroten .Flügeldecken trugen nur zwei schwarze Punkte auf jeder Seite. Es gibt ja viele Spielarten des bekannten Siebenpunkts, sowohl was die Farbe der Flügel anbelangt, als die Zahl und Größe der Punkte. Ebenso wie das Pfauenauge hatte auch dieser kleine Käfer, freilich viel härter und strapazenfähiger gebaut, irgendwo überwintert und war von der Mittagssonne aufgeweckt worden. Unruhig kletterte er jetzt in die Spitze des Lampenschirms hinauf, entfaltete seine Flügel und landete auf der Tischplatte, wo er m Eilmärschen über das weiße Riesenfeld eines Papierbogens setzte. Ich ließ ihn schließlich auf meinen oorgeftrecften Zeigefinger klettern und trug ihn zu den Zimmerblumen am Fenster. Freilich: einen gut gedeckten Tisch mit Blattläusen konnte er auch da nicht finden. Und so war er in wenigen Minuten wieder bei meiner Lampe gelandet. Verfrühte Ausflügler: Pfauenauge und Marienkäfer, aber frohe Boten und darum liebe Gäste. Tageskalender für Freitag. Populärwissenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr im Großen Hörsal des Chemischen Jn- ftituts Professor Auler über „Ausgaben der Betriebswirtschaft im Kriege". — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: „Der Revisor". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Weißer Flieder". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Rote Mühle". Slodtlhealer Gießen. Am heutigen Freitag wird die Komödie von Gogol „Der Revisor" in der Bearbeitung von Th. Komichau zum ersten Male aufgeführt. Spielleitung: Hans Geißler. Die Wehrmacht unseres Standortes gibt sich alle Mühe, den „Tag der Wehrmacht" zu einem großen Erfolg für das Kriegswinterhilfswerk zu gestalten. Im Mittelpunkt steht — neben der Straßensammlung — das große E i n t o p f e f f e n , das am Sonntag auf dem Tisch jeder Gießener Familie zu finden sein sollte. Die Essenmarken, die dafür gekauft wurden, sind bereits in großer Zahl an den Manu gebracht worden. 10 000 Essentarten sind, wie wir heute morgen erfahren, bereits verkauft. Wer es bisher versäumt hat, sich einen ober mehrere solcher Gutscheine — ohne Abgabe von Lebensmittelmarken! — zu beschaffen, wird dies sicherlich noch nachholen. Für die Küchen der Wehrmacht ist es nicht unwichtig, vorher zu wissen, wie viele taufend Portionen zu kochen sind. Immerhin wird so viel gekocht werden, daß die Feldküchen auch einem größeren Ansturm starckchalten werden, als er sich allein aus dem bisherigen Verkauf an Essenmarken ergeben wird. In den Küchen der Wehrmacht herrscht schon Hochbetrieb. Es gibt, wie wir bereits mitgeteilt haben, Erbsen mit Speck. Für die Verteilung der Essenportionen sind umfassende Vorkehrungen getroffen. worden. Das Hauptquartier der Feldküchen befindet sich ün der Ecke Kaiserallee und Licher Straße. Für die einzelnen Ortsgruppen sind feste Standplätze der Küchen wie folgt festgelegt worden: TU-7 SOLID0* \ „Also — wenn Sie sie zufällig verlegt hecken sollten, kann ich mich ja mal danach erkundigen und Ihnen die Anschrift gelegentlich mitteilen!" Der Doktor lüftete den Hut und verließ mit einem freundlichen Gruß den Laden. . „Auf Wiedersehen, mein Herr!" rief das Frau- „Äuf Wiedersehen!" brüllte der Geschäftsführer das Fräulein an und schien dem längst verschwundenen Doktor mit geballten Fäusten nachstürzen zu wollen. „Schmeißen Sie den Kerl achtkantig heraus, wenn er sich das nächstemal hier sehen läßt!" „Aber, Herr Maier!" klagte das Fräulein be« stürzt. „So einen netten Herrn ..." „Netten Herrn?" höhnte der Geschäftsführer grimmig. „Daß ich nicht lache! Ein ganz windiger. Vertreter ist der Kerl! Und das hätten Sie ihm ansehen müssen, wie er nur in den Laden 'reinkam! Renate-Naumann-Puppen ..." Er kicherte böse. „Da müssen Sie schon etwas früher aufstehen, Herr! Auf diesen saudummen Trick fall' ich nicht herein — ich nicht!" Der Doktor, der von diesem kläglichen Mißerfolg seiner guten Absichten keine Ahnung hatte, traf in bester Stimmung mit einer kleinen Verspätung in seiner Praxis ein. Er erfuhr von dem Mädchen, das ihm öffnete, daß „die Dame von vorgestern" eine knappe Minute früher gekommen fei und sich im Wartezimmer befinde. Der Doktor betrat fein Sprechzimmer und schlüpfte eilig in den Ordinationsmantel, drehte den Kontakt des elektrischen Warmwasserspenders an und öffnete die Tür, seine Patientin hereinzubitten. Renate Naumann trug heute ein rehbraunes Kostüm und ein gleichfarbiges Käppchen. Der Doktor fand die Schultern zu breit, das Hütchen zu keck und den Schnitt der rohseidenen Bluse zu ftreng. Wußte Gott, was er zu sehen erwartet hatte! Jedenfalls verbarg er nur mit Mühe eine Bettoffenheit, als habe er einem Hirtenmädchen die Tür geöffnet und statt ihrer Artemis selber angetroffen. Er fand es etwas lächerlich, daß er für diese so selbständig und sicher aussehende junge Dame heute den getreuen Eckart gespielt hatte. Erst, als sie den Hut und die Kostümjacke abgelegt hatte, verwischte sich der fremde Eindruck, und ihre Züge näherten sich wieder dem Bilde, das der Doktor sich von ihr gemacht hatte. (Fortsetzung folgt) Sonntag, 17. März, Antreten sämtlicher Fähn- lein und Gefolgschaften des Standortes Gießen mit Ausnahme der Jahrgänge, die an der K.-Ausvil- dung teilnehmen, pünktlich um 8.45 Uhr, in der Schanzenstraße zur Jugendfilmstunde. HI.-Angehörige der Jahrgänge 21/22 und 23. Morgen, Samstag, 16. März, haben sämtliche HJ.-Angehöriae der Jahrgänge 1921/23 pünktlich um 20 Uhr an der Justus-von-Liebigschule zur K.-Ausdildung anzutteten. Jetzt Nistkästen anbringen. Seitdem der Mensch durch Siedlung und Der- kehr der Vogelwelt immer mehr den Lebensraum und die Lebensmöglichkeiten geschmälert hat, ist das Heer unserer gefiederten Sänger stark zusammengeschmolzen. Heute müssen wir uns ihrer aber besonders annehmen, denn mit der Vogelwelt erhalten wir nicht nur einen wesentlichen Bestand unserer Heimatnatur, sondern auch ein großes Heer natürlicher Helfer in der Schädlingsbekämpfung. So ergab sich z. B., daß sich Meisen zu Dreiviertel von Insekten nähren. Sehr kleine Vögel fressen täglich etwa ihr eigenes Gewicht und mehr. Man stellte z. B. fest, daß zwanzig Meisen, d. h. etwa ein Paar mit seiner Nachkommenschaft, jährlich ungefähr einen halben Zentner Trockensubstanz verbrauchen. Das sind mindestens 75 Kilo lebende Insekten, Eier, Larven ober Puppen. Es lohnt sich also schon, Vogelschutz als Schad, lingsbekämpfung zu betreiben. Es muffen alle Möglichkeit ausgenutzt werden, unserer Dogelwelt Nistgelegenheiten zu schaffen. Gerade jetzt im Frühjahr müssen die alten Nistkästen gereinigt und aus- aebessert und neu angebracht werden. Wer den höhlenbrütenden Vögeln künstliche Niststätten bereitet, sollte aber dafür sorgen, daß die Nistkasten sich auch als Brutstätten eignen. Neben der Schaffung von Nistgelegenheiten für Höhlenbrüter und Freibrüter muß dem Gedeihen der Bruten alle Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit verhütet wird, daß die junge Brut durch Raubwild aller Art vernichtet wird. Solche Störungen können Katzen, Eichhrönchen und Wiesel verursachen. Aber auch Wanderratten und Mäuse sind gefährliche Brutstörer. Der gefährlichste Feind ist die unbeaufsichtigte Hauskatze. In der Naturschutzverordnung werden zum Schutze unserer Vögel alle einheimischen Arten geschützt mit Ausnahme von Nebelkrähen, Saatkrähe, Eichelhäher, Elfter, Feldsperling und Haussperling. Es ist verboten, Vögeln der ge- Am 17. März jährt sich zum fünften Male der Tag, an dem der Führer die Wehrfreiheit wiederherstellte und die allgemeine Wehrpflicht ein« führte. An diesem Tag sammeln die aktiven Soldaten, aber auch die Kameraden des Nationalsozialistischen Reichskriegerbundes, der NSKOV., des Reichstreubundes und des Deutschen Roten Kreuzes für das Winterhilfswerk und bringen diese schonen Abzeichen, Fahnen und Standarten, zum Verkauf. Für den Kreis Wetterau der NSDAP, stehen für die Sammlung aus Anlaß des Tages der Wehrmacht insgesamt. 70 000 Abzeichen zur Verfügung, die sicherlich sehr rasch verkauft sein werden. Wer sich also eines oder mehrere der schönen Abzeichen, die in bunten Farben gehalten sind, sichern will, wird sich rechtzeitig darum bemühen. (Scherl - Bilder- dienst-M.) lube 60Pf- TubeAOPf.^ schützten Arten nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen oder zu töten. Tluht die Maulbeerpflanzungens In fast allen Ortschaften sind in den letzten Jahren Maulbeerkulturen angelegt worden, die je nach Alter und Entwicklung nun zur Durchführung von Seidenrauoenzuchten herangezogen werden können und müssen. Es ist bekannt, daß die Seiden- raupe einen sehr wertvollen Faden erzeugt, der durch keinen künstlichen ersetzt werden kann und von der Industrie, besonders von unserer Wehrmacht, in bedeutendem Umfange benötigt wird. Dieser große Bedarf führte dazu, daß £er deutsche Seidenbau in den letzten Jahren eine so umfangreiche Förderung erfuhr, an der sich außer privaten Interessenten alle nur irgendwie in Betracht kommenden Behörden mit Nachdruck beteiligten. Die Anpflanzungen geben nun vielen Volksgenossen die Möglichkeit, den Seidenbau, diesen wieder ein- aeführten Zweig der Kleintierzucht, aufzunchmen. Diele tausend sind schon am Werke, ab^r vielen weiteren tausend bietet sich hier ein Feld zur Mitarbeit. Wer Interesse an der Kleintierzucht hat und sich in den Sommermonaten etwas dazu verdienen will, treibe Seidenbau. Der Bürgermeister oder der Lehrer des Ortes werden gern über die in der Gemeinde vorhandenen Maulbeerpflanzungen Auskunft geben und mitteilen, ob noch Laub für einen neuen Seidenbauer abgegeben werden kann. Wer Seidenbau betreiben will, unterrichte sich bald über die im Ort gegebenen Möglichkeiten; denn die Bestellung der Seidenspinnerorur, die kostenlos geliefert wird, muß nunmehr der Reichsfachgruppe Sei- oenbauer, Berlin W 50, Neue Ansbacher Straße 9, zugeleitet werden. Die Reichsfachgrupve Seidenbauer gibt auch Auskunft und versendet Aufklärungsschriften. Landkreis Gießen. Watzenborn-Steinberg, 14. März. Am Mittwochabend lud eine zur Zeit hier einquar- tterte Einheit die Dorfbewohner zu einem Dorf- a e m e i n s ch a f t s a b e n d in die Vchkshalle ein. Der große Raum war dicht besetzt. Die Gau-Sing- und Spielschar unter der Leitung von Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) trug zur Verschönerung des Abends bei. Nach Worten der Begrüßung und des Dankes der Einheit für die freundliche Aufnahme in den Quartieren und nach der Verteilung von Briefen und Päckchen an die Gäfte trug die Musikkapelle einige Musikstücke vor. Im weiteren Verlauf des Abends wechselten Volkstänze und Volkslieder der Gau-Sing- und Spielschar, Dor- träge des Heimatdichters Georg Heß und Musik- stücke miteinander ab. Schließlich wurde auch zum Tanze Gelegenheit gegeben. Der Abend war ein deutlicher Ausdruck der schönen Verbundenheit. Sicherungsverwahrung für einen Manteldieb LPD. Marburg, 14. März. Im Oktober machte sich ein junger, gut gekleideter Mann während der Dorlesungsstunden in der Kleiderablage des Botanischen Instituts dadurch verdächtig, daß Handels- und Gewerbebank Gießen. Die Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H., Gießen, hielt am gestrigen Donnerstagabend unter Leitung ihres Aufsichtsratsvorsitzenden, Amtsge- richtsrat Gros, ihre 81. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende wies eingangs auf die Ereignisse des abgelaufenen Jahres und den großen Entscheidungskampf mit den Westmächten hin und stellte dann mit Befriedigung die günstige Entwicklung der Genossenschaft fest. Er betonte besonders die Leistungen der Gefolgschaft, die den stark gestiegenen Umsatz bewältigen mußte, trotzdem fast 50 v. H. der Belegschaft, darunter ein Vorstandsmitglied, zum Heeresdienst einberufen worden waren. Direktor Arnold erstattete den Geschäftsbericht. Das abgelaufene Geschäftsjahr brachte eine lebhafte Geschäftstätigkeit. Der Gesamtumsatz auf beiden Seiten des Hauptbuches stieg von 200 auf 230 Millionen Reichsmark. Seit 1933 haben sich die Umsätze noch mehr als verdreifacht. Die Bilanzsumme stieg von 4 549 789,65 RM. auf 4 976 568,36 RM., hat also die Fünfmillionengrenze fast erreicht. Besonders erfreulich ist die Steigerung der fremden Gelder, die einen Betrag von 4118 787,49 RM. erreicht haben. Die Spareinlagen und festen Gelder betrugen 2 335 819,54 RM., die Einlagen in laufender Rechnung 1 782 967,95 RM. Die Sparer haben bei Kriegsausbruch eine vorbildliche Haltung bewahrt. Es ist zu keiner einzigen nennenswerten Abhebung gekommen, es war vielmehr eine ständige Zunahme der Spareinlagen zu verzeich- nen. Im Kreditgeschäft gestattet Oie starke Geld- flüsfigkeit, alle berechtigten Kreditwünsche zu de- frieoigen. Es wurden 73 neue Kredite im Gesamtbeträge von 654 990,— RM. ausgeliehen. Da aber besonders zum Jahresschluß auch erhebliche Rückflüsse stattfanden, ging die Gesamtsumme der Ausleihungen einschl. Geschäftswechsel von 3 324 959,44 RM. Ende 1938 auf 2 708 505,48 RM. Ende 1939 zurück. Dabei fiel besonders der Rückgang des Wechseldiskontgeschäfts ins Gewicht. Der Wechselbestand am Jahresschluß betrug nur 359 301,68 RM., gegen 597 502,20 RM. im Vorjahr. Der An- fall von Warenwechseln in der gesamten Wirtschaft war wesentlich geringer. Trotzdem konnten xipd) 5303 Wechsel im Gesamtbetrag von 2 460 889,24 RM. angekauft werden. Aus der vorgelegten Kreditgliederung geht eine gesunde Risikoverteilung hervor. Wesentlich gesteigert war der Scheckverkehr. Es wurden 1939 = 39 736 fremde Schecks im Gesamtbetrag von 11 007 375,82 RM. zum Einzug hereingenommen. An bemerkenswerten Bilanzziffern weift der Abschluß per 31. Dezember 1939 noch aus: Kasse, Reichsbank und Postscheck 259 575,45 RM. (im Vorjahr 171921,60 RM), Wertpapiere 557 083,73 RM. (245 742,20 RM ), Bankguthaben 1 148 402,70 RM. (444 165,41 RM.), Anlagevermögen 312 197,77 RM. (363 001,— RM.), Geschäftsguthaben der Mitglieder 454 672,37 RM. (457 998,03 RM.), Avale und Bürgschaften 366 724,99 RM. (463 040,— RM.), Giroverbindlichkeiten keine. Die Zahlungsbereitschaft war außerordentlich groß. Die liquiden Mittel Überstiegen die täglich fälligen Gelder erheblich. Die flüssigen Mittel betrugen am Jahresschluß 2 316 833,98 RM. und deckten die täglich fälligen Verbindlichkeiten mit 130 v. H. und die gesamten kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten mit 56 v. H. Der gesteigerte Geschäftsumfang brachte erhöhte Einnahmen aus Zinsen und Provisionen, denen aber auch vermehrte Aufwendungen gegenüber» stehen. Unter den Aufwendungen erscheinen 1800.— RM. Jahresbeitrag zu dem Garantie-Fonds des Deutschen Genossenschaftsverbandes. Dieser Garantie-Fonds stellt eine Gemeinschaftsleistung aller gewerblichen Kreditgenossenschaften dar und ist als freie Generalreklame zu betrachten. Ihm fließen aus Verträgen der gewerblichen Kreditgenossenschaf, ten jährlich nahezu eine Million Reichsmark zu. Die Verträge richten sich nach dem Geschäftsumfang der Genossenschaft. Das Geschäftsjahr erbrachte einen Reingewinn von 36 510,73 RM. (im Vorjahr 35 688,39 RM.), nach- dem schon im voraus ausreichende Rückstellungen und Abschreibungen auf Immobilien, Mobilien und Außenstände vorgenommen worden sind. Es wurde beschlossen, wiederum 5,50 v. H. Dividende an die Genossen zu verteilen, die gesetzliche Reserve durch Zuweisung von 9910,— RM. auf 210 000— RM. zu erhöhen und den Rest von 3 084,51 RM. auf neue Rechnung vorzutragen. Der Geschäftsbericht und die Bilanz wurden einstimmig genehmigt. Bei den Ersatzwahlen zum Aussichtsrat wurden die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder Ludwig Stühler, Louis Vogt, Hans Will und Dr. Paul Wolkewitz wiedergewählt. Der Vorsitzende schloß bann die Versammlung mit dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. er sich die Mäntel genau betrachtete. Ein Angestellter kam gerade noch rechtzeitig, um den sich eiligst entfernenden Fremden, der zwei Mäntel an- gezogen und zwei auf dem Arm trug, festzuhalten. Bei seiner Vernehmung, wie auch bei seiner Einlieferung im Gefängnis gab er einen falschen Namen an. In dem Hotel, m dem er die Nacht ver- brachte, hatte er sich anders genannt und als Student ausgegeben. In Wirklichkeit handelte es sich um den schon dreizehnmal vorbestraften 1911 in M.-Gladbach geborenen Friedrich Schnurbusch. Der Manteldieb wurde wegen Diebstahls im Rückfall, falscher Namensangabe und intellektueller Urkundenfälschung zu 2% Jahren Zuchthaus, zwei Jahren Ehrverlust und Sicherungsver- w a h r un g verurteilt. Brieffaften der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. 2TI. in G. Das Feuerwehr-Ehren^-ichen kann an der großen Ordensschnalle und zum ^i-nstanzug getragen werden. G. A.-Gpori. Handbali der Sauklaffe in der Staffel Gießen. Nach dem bescheidenen Versuch des Vorsonntags kommt allmählich auch in die Svielreihe des Fachamtes Handball wieder etwas Leben. Das um so mehr, als sich die „Lage" zuzuspitzen beginnt, und der Meister auf seine Ermittlung wartet. Es wird, wie schon erwähnt wurde, diesmal etwas schneller gehen, weil es nicht möglich ist, Fehler der Vorrunde bei den Rückspielen auszugleichen. Die einfache Runde hat vollsten Einsatz von vornherein verlangt. Wer eben sofort entsprechend dabei war, hat gewonnen und wird zweifellos auch den Endsieg davontragen, es sei denn, daß noch größere Ueberraschungen Zustandekommen, als wir sie bereits gewohnt sind. Diesmal wird sich vielleicht manches entscheiden. Denn immerhin stehen ja die wichtigsten Treffen noch aus. Es sind angesetzt: Tv. Domholzhaufen — Mtv. Gießen Tv. Holzheim — To. Lützellinden Tv. Katzenfurt — Tv. Garbenheim. Wir wissen, daß sich die Mannschaft des Mtv. Gießen diesmal etwas vorgenommen hat. Denn ein abermaliger Spielverlust würde sie derart zurückwerfen, daß der Anschluß nicht mehr gefunden werden könnte. Das soll eben unter allen Umständen verhindert werden. An und für sich ließe sich dagegen nichts sagen, wenn man nicht wüßte, wie es um Dornholzhausen bestellt ift Die Mannschaft ist ob ihrer Schnelligkeit und ihres technischen Einsatzes zur Genüge bekannt. Sie hat auch oft genug bewiesen, daß kein Gegner, und sei er noch so stark, gewinnen kann, wenn alles klappt. Im Bewußtsein dieser Stärke gehen die Männer ans Werk. Vollkommen offen sollte der Kamps in Holzheim werden. Beide Gegner setzen sich aus jungen Kräften zusammen, denen vielleicht noch die Spielerfahrung ihrer älteren Kameraden fehlt. Immerhin bürgen sie für einen rassigen Kampf, der auch oie nötige Spannung haben sollte. Holzheim ist es seinen Anhängern schuldig, die vorsonntägige Niederlage aus.zugleichen, während Lützellinden andererseits ebenfalls wieder einmal für ein günstiges Ergebnis sorgen muß. Garbenheim fährt nach Katzenfurt und will, wenn nicht wieder einmal alles trügt, dort gewinnen. Das wird Katzenfurt, von dem man ja nun endlich auch wieder einmal etwas hören muß, zu beweisen haben. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. März. Der Hauptmarkt für Großvieh und Nebenmarkt für Kälber und Schweine war genügend beschickt. Das gesamte Vieh wurde bei reger Nachfrage zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Ochsen 36,5 bis 46,5, Bullen 34,5 bis 44,5, Kühe 18 bis 44,5, Färsen 25 bis 45,5, Kälber 25 bis 65, Hümmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 49,5 bis 55,5. Die nächsten Viehmärkte finoen am 19. und 20. März statt. — Friedrich Frekfa: Garibaldi, das Schwert Italiens. Preis in Leinen gebunden 3,80 RM. Kyffhäuser-Derlag, Berlin W 30. — (20) — Garibaldi, der Herold des italienischen Volkes im Kampf um feine Einigung, stand unserem Eltern noch höchst lebendig vor Augen. Heute ist es vor dem Bild des modernen faschistischen Italien still geworden um den großen Verschwörer und Freiheitskämpfer im roten Hemd, und doch ist dies moderne Italien nicht denkbar ohne Garibaldis Hel- denleben. Dies auch uns Deutschen, vor allem wohl unserer Jugend wieder nahezubringen, hat sich Friedrich Freksa zur Aufgabe gestellt und er hat ein Volksbuch in bestem Sinne geschaffen, das in schlichter, anschaulicher Sprache von Garibaldis Leben für die Einheit Italiens erzählt und dabei auch die geschichtlichen Zusammenhänge knüpft, ohne fein Buch mit schwerem wissenschaftlichem Gepäck zu belasten. Dr. Fr. W. Lange. — Toni Attenberger: Der lachende Pudel und andere Geschichten um Tiere und Menschen. Preis geb. 4,50 RM. Breidensteins Der- lagsges. Frankfurt a. M. — (17) — Der Verfasser, durch feine Tierfilme weiten Kreisen bekannt, vermeidet den Fehler vieler Tierbücher, den Tieren Eigenschaften unterzulegen, die sie nicht haben, ihrer ganzen Natur nach auch gar nicht haben können. Ohne diese falsche Glorifizierung bleibt an den Tieren immer noch Wunderbares genug, daß eine so inten- fine Beschäftigung mit ihnen, wie Attenberger sie gepflegt hat, ein tausendfacher Gewinn ist. Und gerade has besagen seine hübschen Geschichten, die er originell und fesselnd zu erzählen weiß. Besonders auch unserer Jugend wünscht man dies Buch in die Hand. Dr. Fr. W. Lange. — Erich Retzlaff und Wilhelm Peß- ler: Niederdeutschland. Landschaft und Volkstum. 52 farbige Aufnahmen. Verlag Knorr & Hirth, München. Leinen 7,80 RM. — 135) — Die Volkstumskunde hat durch die neue Farbenphotographie die Möglichkeit erhalten, Bauwerke, Hausrat, Siedlungen und Landschaften, aber auch Trachten und Rassen in ihrem Zusammenklang naturgetreu wiederzugeben. Niederdeutschlands Lage, Boden, Volk und Kultur besondere Art innerhalb des Gesamtdeutschtums bezeugen ein halbes hundert herrlicher Farbaufnahmen: Da find die großen Landschaften, wie ejroa die kurische Nehrung, die mannigfaltigen Städtebilder, wie der Blick auf Alt- Lübecks Häuser- und Dächermeer, typische Bauernhäuser, Fischer und Bauer an der Arbeit oder das Mädchen am Spinnrad, da sind die meisterhaft gelungenen Köpfe, Trachten, Architekturen und Kunstwerke! Und wie Retzlaff aus der Fülle des Stoffes eine vortreffliche Auswahl bringt, so ist es Dr Peßler, dem Leiter des Niedersächsischen Volkstums- museums in Hannover, gelungen, uns Niederdeutschland auch im Worte lebendig zu machen. - Johann Saathoff: Der eigene ©arten. Anlage, Bepflanzung und Pflege. Ein Gartenbuch für jedermann. Zweite, neubearbeitete Auflage. Mit 192 Abbildungen. Verlag von Daul Parey in Berlin'8>V 11. Gebunden 4,80 RM. — Der eigene Garten soll nicht nur der Erholung bienen, sondern in heutiger Zeit ganz besonders auch reichlich Obst und Gemüse für den Haushalt liefern. Ihn hierfür richtig anzulegen und zu bewirtschaften, erfordert ein umfassendes und vielseitiges Wisern Wer sich hierfür den ständigen Rat eines zuver- lässigen Fachmannes sichern will, dem sei das Gartenbuch von Saathoff empfohlen, das in besonders geschickter Form alle die Fragen erörtert, die den Gartenfreund auf Schritt und Tritt bewegen. Dabei geht er sehr geschickt so vor, wie die einzelnen Fragen an den Gartenfreund heranzutreten pflegen. Neues für den Büchertisch. — Karl Stählin: Geschichte Rußlands von den Anfängen dis zur Gegenwart. Band IV in zwei Teilbänden mit Karten, Stammtafel und Register. Preis in Halbleinen geb. 45,00 RM. Ost-Europa-Verlag, Königsberg (Pr.) — Das bewunderungswürdige Lebenswerk des greifen baltischen Gelehrten, das eine empfindliche Lücke unserer geschichtlichen Literatur ausfullt, liegt nun abgeschlossen vor uns. Der mehr als elfhundert Seiten umfassende Schlußband, der die Zeit von Alexander 11. bis zum Sieg der bolschewistischen Revolution umspannt, verstärkt nur noch den Eindruck der oorausgegangenen drei Bände. Bei einer erstaunlichen Beherrschung der Details wahrt Stählin stets die große Linie. Aus einer peinlich genauen Ausschürfung der Quellen fügt sich ihm Stein auf Stein zu einem ungemein farbigen Mosaikbild des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und vor allem auch sozialen Lebens des russischen Volkes in seinen Wandlungen durch die Jayrhunderte. Ungeheuer plastische Porträts entwirft er von allen bedeutenden Persönlichkeiten der Zeit, schildert die sich widerstreitenden Einflüsse am Zarenhofe, das Leben der russischen Gesellschaft, die politischen und sozialen Strömungen, und stellt die Außenpolitik der russischen Großmacht in den Rahmen der jeweiligen weltpolitischen Situation. Es will schon etwas heißen, wenn man kühn behaupten darf, daß trotz der erdrückenden Fülle des Stoffes die Spannung immer wach bleibt und man niemals den Zusammenhang mit der allgemeinen Entwicklung verliert. So ist Stählins Werk das Beispiel subtilster deutscher Geschichtsschreibung im Sinne Rankes Dr. Fr. W. Lange. — William von Simpson: Der Enkel, Roman. (41. bis 62. Tausend.) Preis in Seinen geb. 8,50 RM. Verlag Rütten & Loening in Potsdam. — (48) — Es ist der Enkel des Wiesenburgers, jener imponierenden Gestalt eines ostpreußischen Aristokraten der ausgehenden Bismarckzeit, die den ersten Band des Familienromans der Varrings beherrschte. Daß in diesem zweiten Bande eine ähnliche, die Handlung tragende Mittelfigur fehlt, mag man symbolisch deuten können, denn sie fehlte ja auch aufs Ganze gesehen, ebenso sehr der Wilhelminischen Aera überhaupt, die das zeitgeschichtliche Kolorit dieses Romans abgibt. Uno doch ift die menschliche Entwicklung des von einer kurzsichtigen und eigensüchtigen Mutter um die Scholle seiner Ahnen betrogenen jungen Barring vom unfrohen, verdrossenen, mit sich und der Welt haderndem Jüngling zum lebenbejahendem Manne, der den Schmerz um das Verlorene In sich niedergekämpft hat und neben einer tüchtigen, in ihrer Ausgabe als Landfrau ganz ausgehenden Gattin tapfer und ver- trauensvoll in die Zukunft schaut, ebenso fesselnd erzählt, wie der äußere Lebensweg von den nicht leichten Lehrjahren auf einer ostpreußischen Sand- büchse und einem Intensiv bewirtschafteten Rüden- gut in Westpreußen, unterbrochen von einem aus der heutigen Perspektive besonders interessant geschilderten Ausentyalt auf einem alten englischen Adelssitz, von der Dienstzeit bei den Frankfurter Husaren bis zur eigenen Seßhasimachung in dem geliebten Ostpreußen. Ein großer Kreis wertvoller und Interessanter Menschen tritt uns auch in diesem Bande entgegen und stets ist zwanglos die Beziehung zum Gesamtleben der Nation hergestellt, so daß wir aus der Schau eines überlegenen Betrachters ein eindringliches Bild der politischen, mir! schriftlichen und sozialen Entwicklung einer Epoche erhalten, die den Weiteren unter uns noch durchaus gegenwärtig ist. Zudem spricht hiev nicht nur ein ausgezeichneter Kenner der ostdeutschen Landwirtschaft und ihrer besonderen ökonomischen Probleme, sondern auch ein begeisterter Künder der landschaftlichen Schönheiten des deutschen Ostens. Das macht das Buch für uns hier im Westen und in einer Zeit, die den Schwerpunkt des Reiches so offensichtlich nach Osten gerückt hat, doppelt interessant und wertvoll. Dr. Fr. W. Lange. — Heinrich Hauser. Im Kraftfeld von Rüsselsheim. Mit 80 Farbphotos von Dr. Paul Wolff. Preis in Leinen geb. 9,80 RM. Verlag Knorr & Hirth, München. — (34) — So sehr die moderne Technik und ihre industrielle Auswertung unser Leben durchdrungen hat, so wenig hat das bisher einen literarischen Niederschlag gefunden, der auch dem Laien einen Begriff von der Intensität und Vielfalt industriellen Schaffens geben könnte. Der Verfasser, dem wir schon eine ungemein gelockerte und eindrucksvolle Geschichte der Opelwerke verdanken, hat nun den ganzen, von der Motorisierung befruchteten industriellen Sektor zum Gegenstand einer Reportage gemacht, deren Ergebnis nun in diesem, man darf wohl sagen einzigartigen Buche vorliegt. Denn selten genug ist es bisher gelungen, die Technik soweit der Sachlichkeit zu entkleiden und technische Vorgänge in einer Sprache darzustellen, daß auch der blutige Laie sich angesprochen fühlt. Das ist hier Heinrich Hauser in einem erstaunlichen Maße gelungen, denn bei aller anmutigen Beschwingtheit der Schilderung bleibt Hauser doch immer sachlich bei sachlichen Dingen und erhält damit das Vertrauen seiner Leser, die ihm mit unverminderter Anteilnahme auf feiner Fahrt durch die industriellen Vorstufen des Automobilbaus folgen. Ein Meister der Kamera, der Frankfurter Paul Wolff, hat das Buch mit Farbphotos von faszinierender Schönheit und ungeheurer Dramatik ausgestattet. Dr. Fr. W. Lange. — Wilhelm Treue: Die Eroberung der Erde, auf den Spuren der großen Entdecker, mit 32 Bilderseiten und 30 Textzeichnungen und Kärtchen. Deutscher Verlag, Berlin, Preis' in Ganzleinen geb. 8,50 RM. — (22) — Der Kampf gegen die weihen Flecken auf unserem Globus ist einer der schwersten und ruhmreichsten der Menschheit. Er forderte zu allen Zeiten ganze Männer von Verstand und Phantasie, von Zähigkeit und Kühnheit. Von ihnen spricht dieses Buch, wobei es die meist übliche Methode des Aneinanderreihens biographischer Porträts der großen Entdecker zugunsten einer Entdeckungsgeschichte der einzelnen Erdteile fallen gelassen hat. Der Vorteil liegt auf der Hand. Das zusammenhängende Bild, das man auf diese Weise erhält, wird nicht getrübt durch irgendwelche Zufälligkeiten im Lebensgang der Entdecker, und doch ist die Darstellung, da sie sich zumeist auf zeitgenössische Berichte stützt und Die Forschungsreisenden selbst sprechen läßt, ungeheuer farbig und unmittelbar geblieben, so daß ein Buch entstanden ist, das, zumal es auch noch mit aller Sorgfalt illustriert wurde, vor allem in die Hand unserer Jugend gehört, die es für Kühnheit und Wagemut, Wissenstrieb und Opferbereitschaft als ewige Tugenden echten Mannestums begeistern wird. Dr Fr. W. Lange. — Dr. Otto Höver: Deutsche Seege- s chi ch t e, mit 48 Abbildungen. Preis Leinen 4,80 RM Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam — (38) — Deutsche Seegeschichte — das Wort erhält in diesen Tagen einen neuen Klang, da die Taten unserer Kriegsmarine die ganze Welt, zur Bewunderung zwiilgen. Um so aktueller er- • scheint dieser fesselnd geschriebene Ueberblick über die Ereignisse und Gestalten der deutschen Seefahrt von der Vorzeit bis zur Gegenwart. Die beispiellose Dramatik, die kn der von äußersten Gegensätzen bewegten Entwicklungsgeschichte der deutschen Seegeltung liegt, wird erhöht durch die sachlich klare Darstellung, die einen Zeitraum von Jahrtausenden umspannt, mag auch die deutsche Seefahrt selbst erst seit weniaen Menschenaltern in das Bewußtsein des deutschen Volkes eingedrungen sein. — Clemens Laar: Der große Marsch. 21. und 25. Tausend. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Preis in Seinen geb. 4,80 RM. — (18) — Auf eine seltsam eindringliche Art hat Clemens Laar hier die Atmosphäre jener schwülen Sommertage des Schicksalsjahres 1914 eingefangen. In buntem Wechsel von Erzählung, Dokument, Zeitungsausschnitt, Tagebuchblatt entsteht vor uns ein Zeitspiegel, der Ereignisse, Menschen, Eindrücke, Gefühle, Stimmung jener Tage in all ihrer Vielfalt und in all ihren Kontrasten zurückwirft. Wir haben heute soviel Abstand gewonnen, daß ein Buch, das die damalige Zeit gleichsam selbst sprechen läßt, für uns nicht ohne tiefen Eindruck bleibt. Dr. Fr. W. Lange. — Buschkameradschaft. Von Walter H i e tz i g, Farmer in Südwest. Ein Tatfachenroman aus Deutsch-Südwest und Angola. (Verlag von Wilhelm Köhler, Minden, Westfalen. Mit 35 Fotos nach eigenen Aufnahmen des Verfassers. Gebd. 4,80 RM.) — 358. — In diesem fesselnd geschriebenen Buche schildert ein Mann, der alles selbst erlebt hat, Afrika ganz unromantisch, ungeschminkt und wahrheitsgetreu. Vielfältiges Erleben und Schauen durch lange Jahre, tiefempfundene Anteilnahme an dem Geschick seiner Landsleute, klare Erkenntnis der wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge und Untergründe sind die Voraussetzungen für ein solches Buch, dem man es anmerkt, daß Der innere Zwang zur Befreiung und Gestaltung dem Verfasser die Feder in die Hand gegeben hat. Das Buch wird wegen der packenden Schilderung dramatischen Geschehens mit Spannung gelesen merken, es wird Verbundenheit mit dem Leben und Geschick unserer deutschen Brüder im fremden Lande erwecken und durch die Fülle des Stoffes die Kenntnis der wirtschaftlichen und politischen Zustände unserer Kolonien bereichern. Möge das Buch viele Leser und Freunde finden und überall dem deutschen Kolonialgedanken ein guter Förderer sein. — Rolf ßaurfner: Eine kleine Nachtmusik. Mozarts Erlebnis auf der Reise nach Prag. 54 Abbildungen. Verlag F. Bruckmann, München. Gebunden 3,80 RM. — Der als Dramatiker wie als Textdichter erfolgreicher Filme u. a. „Der alte und der junge König" bekannt gewordene Verfasser läßt in diesem neuen Filmwerk, das Mörikes Novelle „Mozart auf der Reife nach Prag" benutzt, den Menschen und Künstler Mozart auf eine anmutige und fesselnde Art lebendig werden. Man fühlt sich schon nach der Lektüre von ein paar Buchfeiten mitten drin in der heiteren Welt Mozarts, spürt feine Persönlichkeit, ist umwogt von der beschwingten Melodik seiner Musik und bezaubert von der Grazie und dem Reiz des späten österreichischen Ro- koko Mozart hat sich auf dem Wege nach Prag in die hübsche Nichte des Grafen von Schinzberg ver. liebt, auf dessen Schloß seine „Kleine Nachtmusik" gespielt und von einem Ballett getanzt wird Für den Meister ift es ein kurzes Abenteuer, das ihn zu dem noch fehlenden Schluß seines „Don Juan" inspiriert, für das schöne Mädchen, das ganz in des Meisters Musik aufgeht, endet es mit Tränen und schmerzlichem Verzicht. Wem Mozart vertraut ist, der wird von dem Buche entzückt fein, das Willy Widmann mit reizenden Bildern geschmückt hat; w-r ihn liebt, wird ihn nach der Lektüre noch herzlicher verehren. Peter Bauer.