m. 59 Erstes Blatt M.Jahrgang Donnerstag, iS.ßebruar 1940 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Eietzen Postscheckkonto: 5rankfurt am Main 11686 Gieheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihlsche Unlverfttatsdruckerei R. Lange in Siehen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. Srmätzigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf.' England verletzt die panamerikanische Neutralitätszone. Deutscher Dampfer in brasilianischen Küstengewäffern angehalten. Am 12. Februar ist der deutsche, aus Hamburg stammende und 3881 Brgt. große Dampfer „Wa- kama" innerhalb der brasilianischen K ü st e n g e m ä s s e r von einem Flugzeug des britischen Kreuzers „H a w k i n s" a n g e h a l t e n worden. Als der britische Kreuzer, der unter dem Kommando des Admirals Harwood steht, sich dem deutschen Dampfer näherte, setzte die Schiffs- besatzung der „Wakama" nach englischen Meldungen ihren kleinen Frachter in Brand und versenkte ihn. Das deutsche Schiff ist gegen alles Völkerrecht innerhalb der Dreimeilenzone von den englischen Piraten angehalten und, als es in Brand gesetzt worden war, von den Seeräubern noch beschossen worden. Der Standort des Schiffes war mit 22 Grad 34 Min. Süd, 41 Grad 38 Minuten West fast innerhalb der Bucht von Rio de Janeiro. Der englische Kreuzer hat nach vollbrachtem Neutralitätsbruch in Rio geankert, und der Admiral Sir Henry Harwood hatte die Stirn, sich der Heldentat noch zu rühmen; allerdings gab er den Neutralitätsbruch nicht unumwunden zu, sondern sagte, die Besatzung sei „von einem im Südatlantik operierenden Kreuzer Seiner Majestät" aufgebracht worden. Die englischen Aasgeier der Meere, die sich nur dort aufhalten, wo keine deutschen Kriegsschiffe und Flieger ihnen ihre Fledderei legen können, haben damit nicht nur die Dreimeilenzone verletzt, also einen Bruch der von allen neutralen Völkern anerkannten Rechtsvorschriften begangen, sondern auch die Neutralitätserklärung der panamerikanischen Konferenz von Panama vom 4. Oktober 1939 gebrochen. Auf dieser Konferenz aller unabhängigen amerikanischen Staa- ten einschließlich der USA. ist im Interesse der Erhaltung der amerikanischen Neutralität die Ausdehnung der neutralen Dreimeilenzone zur See Berlin, 14. Febr. (DNB.) Die amerikanischen Republiken haben auf der im Oktober vorigen Jahres in Panama abgehaltenen van- amerikanischen Konferenz die Errichtung einer sogenannten Sicherheitszone um den amerikanischen Kontinent in Aussicht genommen. Dieser Beschluß ist den kriegführenden Mächten seinerzeit durch den Präsidenten von Panama übermittelt worden. Die deutsche Regierung hat nun dem Außenminister von Panama eine Antwortnote überreichen lassen, in der es heißt: Die deutsche Regierung begrüßt den Willen der amerikanischen Republiken, während des gegenwärtigen Konfliktes strikte Neutralität zu wahren, und hat volles Verständnis dafür, daß diese im Nähmen des Möglichen Auswirkungen des gegenwärtigen Krieges auf ihre Länder und Völker vor- zubeugen wünschen. Die deutsche Regierung glaubt , sich in Uebereinstimmung mit den amerikanischen Regierungen darüber zu befinden, daß die in der Erklärung von Panama in Aussicht genommene Regelung eine Ab ändernngdes gegenwärtigen Völkerrechtes bedeuten würde. Sie muß jedoch darauf Hinweisen, daß für die deutschen Kriegsschiffe bisher auch in den Gewässern der in Aussicht genommenen Sicherheitszone natürlich nur d i e geltenden Rechtsregeln maßgebend sein konnten. An diese Rechtsregeln haben sich die deutschen Kriegsschiffe bei ihren Aktionen auf das strikteste gehalten. Ferner kann die deutsche Regierung den amerikanischen Republiken auch nicht die Befugnis zuerkennen, einseitig in einer von dem bisher geltenden Recht abweichenden Weise Maßnahmen zu beschließen gegen die Schiffe der kriegführenden Staaten, die in den Gewässern der geplanten Sicherheitszone kriegerische Akte begangen haben. Bei der Prüfung der Fragen, die nut dem Plan der Einrichtung der Sicherheitszone zusammenhängen, ergibt sich von vornherein ein wichtiger Punkt, der die Lage Deutschlands und die der anderen kriegführenden Mächte in dieser Beziehung als ungleich erscheinen läßt. Während nämlich Deutschland auf dem amerikanischen Kontinent niemals territoriale Ziele verfolgt hat, haben sich Großbritannien und Frankreich auf diesem Kontinent und auf vorgelagerten Inseln im Laufe der letzten Jahrhunderte wichtige Besitzungen und Stützpunkte geschaffen, deren praktische Bedeutung auch für die hier in Betracht kommenden Fragen keiner näheren Darlegung bedarf. Durch diese Ausnahme von der Monroe-Doktrin zugunsten Großbritanniens und Frankreichs wird der von den neutralen amerikanischen Regierungen gewünschte Effekt der Sicherheitszone von vornherein beeinträchtigt. Die hierdurch bedingte Ungleichheit in der Lage Deutschlands und seiner Kriegsgegner konnte vielleicht bis zu einem gewissen Grade dadurch beseitigt werden, daß sich Großbritannien und Frankreich unter der Garantie der amerikanischen Staaten bindend verpfl i d) t e n wurden, die erwähnten Besitzungen und Inseln n ich zum Ausgangs- oder Stütz punktkriegerischer Aktionen zu machen. Auch wenn das geschähe, würde noch immer die Tatsache oe- stehen bleiben, daß ein kriegführender Staat, nämlich Kanada, nicht nur im Westen und Osten unmittelbar an die erwähnte Zone angrenzt, M- auf dreihundert Meilen, im Karibischen Meer und im Golf von Mexiko sogar noch um eine größere Entfernung, beschlossen worden. Alle amerikanischen Staaten hatten damals erklärt, sie nähmen diese Verbreiterung der neutralen Seezone vor, um ihre Neutralität durch die Tat zu beweisen und aus den europäischen Händeln herausgehalten zu werden. Daß die Briten diesen erweiterten Neutralitäts- gürte! nicht anerkennen würden, war anzunehmen, und es war Sache der amerikanischen Staaten, einen Versuch der Brechung ihrer Neutralität zu verhindern. Immerhin hatte die englische Regierung nicht offiziell gegen die Proklamierung der neuen Sicherheitszone protestiert, und eine Erklärung der britischen Admiralität, die nur eine Dreimeilenzone anerkennen wollte, stand zwar in den englischen Blättern, hatte aber keine offizielle Bedeutung. In B r a f i l i e n , das einen fo schamlosen englischen Rechtsbruch nicht erwartet hatte, gehen die Wogen der Empörung ebenso hoch wie im ganzen übrigen Amerika, in Washington wurde der amerikanische Staatssekretär Hüll über diesen schweren Fall befragt. Getreu feiner Einstellung, England nicht allzu wehe zu tun, hat Hüll nur versprochen, sich mit den anderen panamerikanischen Regierungen in Verbindung zu setzen, um Einzelheiten zu erfahren, Es steht aber fest, daß nicht nur die erweiterte Sicherheitszone durch England verletzt worden ist, sondern auch die neutrale Dreimeilenzone, die England sonst anerkannt hat. Dieser Bruch der amerikanischen Neutralität geschah ganz bewußt als ein Affront gegen die Staaten, die durch die britische Lügenpropaganda ohnehin schon stark getroffen werden. England aber fetzt sich über jedes Völkerrecht hinweg, wenn seine Interessen dadurch gefördert werden; dieses gewaltsame Vorgehen kann nur mit Gewalt beantwortet werden. dem daß Teile kanadischen Gebietes sogar von der Zone umschlossen werden. Trotz der vorstehend bargelegten Umstände würde die deutsche Regierung ihrerseits durchaus bereit fein, in einen weiteren Gedankenaustausch mit den amerikanischen Republiken über die Inkraftsetzung der Erklärung von Panama einzutreten. Aus der neuerdings durch Presse und Rundfunk bekannt gewordenen Antwort der britischen und französischen Regierung muß die deutsche | Berlin, 14. Febr. (DNB.) Amtlich wird verlautbart: Mit Erschütterung und Abscheu hat das deutsche Volk und mit ihm die ganze Weltöffenttichkeit erfahren, welche furchtbare Höhe die von dem verbrecherischen Sadismus polnischer Banden dem deutschen Volkstum auferlegten Blutopfer bis heute erreicht haben. Es erscheint kaum faßbar, daß die letzten amtlichen Feststellungen eine vorläufige Zahl von fast 60000 volksdeutschen Toten ergeben haben. Die Orgien sinnlosen Wütens gegen alles Deutsche sind der Höhepunkt einer scchrzehnte- langen Politik systematischer Aufhetzung, Bedrückung und Verfolgung, die von der sogenannten polnischen Oberschicht, vom polnischen Klems und vor allem von den polnischen Behörden selbst gegen das gesamte Deutschtum betrieben worden ist. Bereits 1929 hatte diese systematische Entdeut- schungspolitik das Ergebnis, daß das Deutschtum in den Städten des abgetretenen Gebietes auf 14,5 v. H. seines früheren Bestandes zufammengeschmol- zen war. Hand in Hand damit ging die Ent- b e u t f d) u n g von Grund und Boden. In völkerrechtswidriger Weife nahm man auf Grund des Versailler Diktates die Enteignung des gesamten Besitzes aller Reichsdeutschen vor. Man entzog ferner in ausdrücklichem Gegensatz zu einem Rechtsgutachten des Haager Internationalen Gerichtshofes zahllosen deutschen Siedlern ihr Eigentum an Grund und Boden und vertrieb sie von Hau-; und Hof. Durch ähnliche illegale Maßnahmen hat Polen sich ein Wiederkauf- und Vorkaufsrecht für deutschen Landbesitz angemaßt, durch das sogar der Erbgang von Vater auf Sohn, erst recht aber jede Eigentumsübertragung unter Deutschen, verhindert wurde. 1926 schuf sich Polen sodann durch das sogenannte Agrar- r e f o r m g e s e tz eine neue Waffe im Kampf gegen den deutschen Landbesitz. Jahraus, jahrein wurde das Gesetz ganz einseitig gegen die deutsche Volksgruppe angewendet. Allein im Korridorgebiet wurde von 1925 bis 1938 an deutschem Grundbesitz 72 v. H. der enteignungsfähigen Fläche, an polnischem Grundbesitz dagegen nur 28 v. H. aufgeteilt, ähnlich in Pofen; in Ostoberschlesien betrug dieses Verhältnis im Februar 1939 sogar 98,7 v. H. gegen 1,3 d H Auf dem enteigneten Boden wurden ausschließlich landfremde polnische Elemente aus Kongreßpolen und Galizien angefiebdt. Demselben Zwecke diente das Grenzzonengefetz, durch Regierung jedoch entnehmen, daß diese beiden Regierungen nicht gewillt sind, ernstlich auf den Gedanken der Sicherheitszone einzugehen. Allein die Forderungen, wonach deutschen Kriegsschiffen das Einlaufen in die erwähnte Zone nicht gestattet fein soll, während die Kriegsschiffe der Gegner offenbar das Recht zum Einlaufen in die Zone unbeschränkt behalten sollen, zeigt einen derartigen Mangel an der Achtung der elementarsten Begriffe des internationalen Rechtes und mutet den Regierungen der amerikanischen Staaten eine so flagrante Verletzung der Neutralität zu, daß die deutsche Regierung darin nur9ben Willen ber britischen unb französischen Regierung erblicken kann, ben Grunbgebanken ber Sicherheitszone von vornherein zunichte zu machen. Bei aller Bereitschaft ber beutschen Regierung, auf bie Vorschläge unb Anregungen ber amerikanischen Staaten auf diesem Gebiet einzugehen, tann bie beutsche Regierung sich, einen Erfolg von ber Weiterverfolgung des Planes der Sicherheitszone nur bann versprechen, wenn ber bekanntgeworbene englische unb französische Standpunkt grundlegend revidiert wird. USA.-proteste von England nickt beachtet. N e u y o r k, 15. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Wie England die Rechte des Volkes der Vereinigten Staaten und dessen Proteste gegen die britischen Rechtsbrüche mißachtet, geht erneut aus Nachrichten aus Columbien hervor. Danach sind die Briten nunmehr dazu übergegangen, auch bie USA. ^o ft nach Südamerika unterwegs aufzubrechen und zu zensieren. Zahlreiche Bürger der Vereinigten Staaten, die in Bogota leben, beschwerten sich auf dem dortigen USA.-General- konsulat darüber, baß die Luftpostbriefe aus Neuyork geöffnet worden sind. Die Post wurde von den Engländern in Jamaika durchsucht. Vom finnischen Kriegsschauplatz. Moskau, 14. Febr. (DNB.) Nach dem Kommunique des Leningrader Militärbezirks machen die Sowjettruppen an der karelischen Landenge Fortschritte. Die Finnen versuchten mit starken Kräften Gegenangriffe, die unter starken Verlusten zurückgeschlagen worden sind. 23 finnische Forts seien erobert worden. ♦ Auf der karelischen ßanbenge fetzten die Russen ihre Angriffe — so teilt der finnische Heeresbericht mit — unvermindert fort. Die Angriffe konnten zurückgewiesen werden, und finnische Truppen sollen mehrmals zum Gegenangriff übergegan= gen sein, wobei eine Anzahl Tanks zerstört wurde. In den Schären von Pitkäranta sei der größte Teil einer russischen Kolonne vernichtet worden. das Beschränkungen des Aufenchalles und des Erwerbes von Grundbesitz in den an Deutschland angrenzenden Gebieten eingeführt wurden. Die Bilanz dieses Dernichtungskampfes gegen den deutschen Grundbesitz ergibt, daß in den Jahren 1919 bis 1939 Millionen von Morgen des deuffchen Besitzes geraubt worden sind. Mit Boykottaktionen und Steuerschikanen wurde auch der Lebensnerv der deutschen gewerblichen Unternehmungen in Polen zugrunde gerichtet. Dadurch wurde z. B. die gesamte deutsche Industrie Ostoberschlesiens in polnische Hände gespielt, Massenentlassungen von deutschen Angestellten und Arbeitern durchgeführt und auf diese Weise eine ständige Abwanderung erzwungen. Schon im Jahre 1931 gibt eine Untersuchung des Warschauer Forschungsinstituts für Nationalitätenfragen die Zahl der bis dahin aus Polen vertriebenen Deutschen auf rund eine Million an. In Wirklichkeit war die Zahl weit hoher. Eine große Zahl der Vertriebenen ist an den Folgen der Austreibung elend zugrunde gegangen. Aber auch die Zurückgebliebenen konnten ihres Lebens nicht froh werden. Bis auf einen geringen Rest wkkrden fast sämtliche der mehreren tausend deutschen Schulen in Posen und Westpreußen geschlossen. Die deutsche Arbeiterschaft in Ostoberschlesien war zu 60 bis 80 v. H. erwerbs - I o s. Was behördliche Maßnahmen nicht erreichten, das setzte der antideutsche Boykott des chauvinistischen Westmarkenoerbandes unter Duldung und Förderung der Behörden durch. Die Volksdeutschen Ost- oberschlesiens waren Jahre hindurch einfach vogelfrei, ohne daß der Völkerbund oder die West- mächte die Urheber dieses unerhörten Zustandes, diesem systematischen Ausrottungskampf in die Arme gefallen wären. Trotz aller akademischen Beteuerungen der Humanität und des Minderheitenschutzes haben die West möchte nichts getan, um das Los dieser armen und damals hilflosen Deutschen zu verbessern. Man wollte Polen als östliche Bastion I des englisch-französischen Cinkreisungssystemes gegen Deutschland nicht verstimmen. Aber auch die mit jahrelanger Geduld fortgesetzten Bemühungen des Führers, mit Polen zu einer Verständigung zu kommen und damit auch das unglückliche Los unserer Volksgenossen zu bessern, sind von den Polen nur a l s ein Freibrief für ihre Ent- deutschungsmaßnahmen angesehen worden. Alle Neutsch-russischer Warenaustausch. Das haben die Westdemokratien bestimmt nicht in ihre Rechnung eingestellt, als sie den Vernichtungskrieg gegen Deutschland organisierten, daß es nämlich dem nationalsozialistischen Deutschland gelingen konnte, mit Sowjetrußland in einen engen Wirtschaftskontakt zu kommen, also etwas zu tun, was einem Handelskrieg gegen Deutschland jede Aussicht auf Erfolg nimmt. Bis 1919 waren Deutschland und Rußland unmittelbar benachbart, hatten gemeinsame Land- und Seegrenzen, die von der Ostsee bis zur Südspitze Oberschlesiens reichten, lieber diese Land- und Seegrenzen vollzog sich ein Warenaustausch, der dadurch begünstigt war, daß Rußland über die Rohstoffe und Lebensrnittel verfügte, die Deutschland zur Deckung seines Bedarfs brauchte, während umgekehrt Rußland aus Deutschland alle Fertigwaren und Halbfabrikate beziehen konnte, deren es für den Aufbau und Ausbau feiner Wirtschaft und Industrie bedurfte. Wie eng diese Verbindung schon damals war, geht daraus hervor, daß von dem Gesamthandel Rußlands, also Ein- und Ausfuhr, in den Jahren unmittelbar vor dem Weltkrieg rund 2,3 Milliarden Mark, also mehr als ein Drittel, auf Deutschland entfielen. Die Einfuhr aus Rußland war dabei wertmäßig großer als die Ausfuhr Deutschlands nach dem Zarenreich. Auf dieser Grundlage konnte nach dem Großen Kriege der Warenaustausch nicht unmittelbar wieder ausgenommen werden; denn von Rußland wurden Polen und die Balttschen Staaten gelost, wobei auch ein großer Teil der Ukraine an Polen fiel. Wesentliche Mengen an Rohstoffen, die vor dem Weltkriege aus Rußland nach Deutschland gingen, stammten aber, wie Holz, Getreide und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse, aus den westlichen Randstaaten Rußlands. Der Handel mit der Sowjetunion konnte daher nach feiner Ausnahme nicht sofort den Umfang erreichen, der der deutsch-russische Warenaustausch vor 1914 hatte. Inzwischen hat aber auch die wirtschaftliche Entwicklung in der Sowjetunion eine wesentlich andere Form und einen Umfang angenommen, der im Rußland der Vorkriegszeit auch nicht annährend erreicht worden war. Die Sowjetunion hat auf ihrem gewaltigen Gebiet, auf dem sich alle Rohstoffe der Erde finden, in Mengen, deren Umfang und Große zum Teil noch gar nicht einmal fest- gestellt sind, sehr viel Arbeit geleistet, um diese Entwicklung im Höchsttempo vorwärtszutreiben. Es fei hier nur an die Erdölindustrie erinnert, sowie daran, daß im asiatischen Rußland, in Südsibirien und Turkestan vor allem, Baumwollkulturen angelegt worden sind. Es war schon vor dem Kriege von 1914/18 ein Grundsatz der englischen Politik, zwischen Deutschland und Rußland so viel Gegensätze und Reibungsdeutschen Ausgleichungsbemühungen wurden von Polen als Schwäche ausgelegt und mit wachsenden Unterdrückungsmaßnahmen gegen das Deutschtum beantwortet. So war der Boden vorbereitet für die letzte Phase des deutschen Leidensweges. Hatten die Westmächte bisher dem polnischen Verhalten tatenlos zugesehen, so begannen sie nunmehr, nach offener Erklärung ihrer Einkreisungsabsichten gegen das Reich, das verbrecherische Treiben der Warschauer Machthaber direkt zu ermutigen. Am 7. Juni berichtet das deutsche Konsulat in Lodschr. „Die Bedrohung der Volksdeutschen mit Totschlag, Folterung usw. sind zur täglichen Selbstverständlichkeit geworden. Ganze Familien brachten wegen der ständigen Morddrohungen die Nächte in den Wäldern zu." Die englische Regierung, die sich in den Monaten des unglaublichsten Polenterrors mit heuchlerischen Phrasen und Ratschlägen für einen deutsch-polnischen Ausgleich nicht genug tun konnte, ist von diesen Zuständen durch die deutsche Botschaft in London laufend unterrichtet worden. Aber in London hat sich keine Hand gerührt und keine Stimme erhoben, um diesem unmenschlichen und friedenstörenden Treiben Einhalt zu gebieten. Polen war der von England herangetriebene Bundesgenosse; vor den Interessen der Einkreisung hatte die Stimme der Menschlichkeit zu verstummen. Dem Wüten der aufgehetzten polnischen Massen folgte die systematische Aktion der Behörden. Die deutschen Heime wurden geschlossen und enteignet, Kirchen wurden demoliert, Pfarrer der Gewalt des Mobs überlassen. Roheitsdelikte, Mißhandlungen, Drohungen und gemeinste Bluttaten kennzeichnen das verbrecherische Verhalten der Polen. Ende August beginnt der Todesmarsch der Volksdeutschen aus den Grenzgebieten. Auf ihren Derschleppungszügen in die berüchtigten Konzentrationslager haben ungezählte Deutsche die Treue zu ihrem Volkstum mit dem Tode besiegelt. Die bisher schon festgestellten weit über 58 000 Ermordeten sind nur die letzten Blutzeugen des verbrecherischen Weges, den Polen vom Diktat von Versailles bis zum Ende konsequent und hemmungslos gegangen ist. Den wahren Umfang dieser 20jahrigen polnischen Ausrottungspolittk aber wird die Welt erst nach Abschluß der eingeleiteten umfassenden Ermittlungen erkennen. Deutschlands Antwort aus die Deklaration von Panama. 20 Jahre polnische Ausrottungspolitik. Der Leidensweg des deutschen Volkstums in Polen. das Der Aus aller Wett. Schwerer Orkan in Nordilalien. neue Kälteeinbruch, unter dem auch Churchill demaskiert sich. Jedes britische Handelsschiff in der Nordsee mit Geschützen ausgerüstet! Berlin, 14. ftebr. (DNB.) Churchill gab im Unterhaus bekannt, daß jedes britische Handelsschiff, das in der Nordsee eingesetzt ist, künftig m i t Geschützen ausgerüstet sein soll. In Zukunft wird er also keine Möglichkeit mehr haben, wie bisher, auf die „friedlichen, ungeschützten und harmlosen englischen Dampfer" hinzuweisen, die von den Deutschen versenkt werden, denn nun hat er selbst aller Welt verkündet, daß es in Zukunft keine ftiedlichen britischen Handelsschiffe mehr in der Nordsee geben wird, sondern daß sie alle in Hilsskriegsschiffe verwandelt werden. Oer Wehrmachtsbericht vom Mittwoch. Berlin, 14. Febr. (DNV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: keine besonderen Ereignisse. Zusammengestrichenes SeeaufrüstungSprograwm der USA. Washington, 15. Febr. (DNB.) Der Flottenausschuß des Abgeordnetenhauses nahm einstimmig ein auf zwei Jahre berechnetes 655 Millionen Dollar kostendes Abfrüstungsprogramm an, das die USA.» Marine zum Bau dreier Flugzeugträger und einer Anzahl Kreuzer und U-Boote ermächtigt. Marineminister Edison drückte sein Bedauern darüber aus, daß der Ausschuß nicht den von der Marine vorgeschlagenen, auf drei Jahre berechneten 1,3 Milliarden Dollar erfordernden Auf- rüstungsplan annahm, denn dieses Programm „würde nicht nur eine bessere Planung ermöglicht haben, sondern auch wegen seiner abschrek- k e n d e n W i r k u na auf die übrige Welt gerade zu dieser Zeit" wichtig sein. Der Budgetausschuß hatte bereits am Dienstag Roosevelts ordentlichen Marine- haushalt für das am 1. Juli beginnende Etatsjahr um 111 Millionen auf 966 Millionen Dollar zusammengestrichen. Der Verlust zweier großer britischer Tankdampfer wird von der Admiralität zugegeben. Einmal handelt es sich um den 10 200 Bruttoregistertonnen großen Dampfer „D r e t a f i e l d", der an der Nordküste von Schottland zum Sinken gebracht wurde. 28 Mann der Besatzung wurden gerettet, 13 werden noch vermißt. — Das zweite Tankschiff ist der 7000 Bruttoregistertonnen große Dampfer" „British Triumph", der nach einer Explo- sion in der Nordsee gekentert und gesunken ist. 42 Mann der Besatzung konnten gerettet werden. — In Neuyork ist die Nachricht eingetroffen, daß der britische Dampfer „Sultan Star, 12 306 Tonnen, Mittwoch, gesunken ist. Elf Besatzungsmitglieder des britischen Vorpostenschiffes „T o - g i m o" (292 Bruttoregistertonnen) sind in einem Hafen der irischen Südostküste gelandet. Die „To- girno" ist gesunken. — Weiter ist auch die neunköpfige Besatzung des Grimsbyer Fischkutters „Gurth" an Land gebracht worden. Das Schiff war an der britischen Ostküste auf Strand gelaufen. — Das dänische Fracht-Motorschiff „C h a - stine Maesk" ist in der Nordsee gesunken. Ein norwegisches Schiff hat die dreißig Mann starke Besatzung an Land gesetzt. Die „Chastine Maesk" befand sich aus der Fahrt von Marokko nach Ka- lundborg. — Ein norwegisches Schiff hat auch fünf Mitglieder der Besatzung des dänischen Dampfers „Martin Goldschmidt" ausgenommen, der an der Rordwestküste Schottlands gesunken ist. 15 Mitglieder der Mannschaft sind ums Leben ge- kommen. — Der schwedische Dampfer „Dalarö" (2927 Bruttoregistertonnen) ist im Atlantik gesunken. Ob das Schiff auf eine Mine gelaufen oder torpediert worden ist, ist nicht bekannt. Die 26-köpsige Besatzung wurde von einem belgischen Trawler übernommen. Der Kapitän starb kurze Zeit darauf. — Ferner ist der englische Dampfer „B o st o n Trader" (371 Bruttoregistertonnen), der von Flugzeugen angegriffen wurde, gesunken. Das dänische Bergungsfahrzeug „V a l k y r i e n" (343 Bruttoregistertonnen) ist nach einer Explosion auf der Höhe der portugiesischen Küste gesunken. Einige der Besatzungsmitglieder sind ums Leben gekommen, andere verwundet. deutsche Volk manche Härten und Beschränkungen erneut auf sich nehmen muß, hat Süd- und Südost- eurvpa wiederum vor große Verkehrsschwierigkeiten gestellt und sogar Tote gefordert. Nachdem in den letzten Wochen das Wetter in Oberitalien recht milde war, brachten orkanartige Stürme jetzt einen scharfen Temperatursturz. So wütete über Mailand ein Sturm, der große Verheerungen anrichtete und auch ein Todesopfer forderte. Zahlreiche Personen wurden durch herabstürzende Mauerstücke verletzt. In Como entwurzelte der bei eisigem Winde wütende Sturm Bäume. Eine Fran wurde in den See geweht, konnte aber gerettet werden. In der Gegend des Lago Maggiore ergriff der Sturmwind eine 61jährige Frau und schleuderte sie 15 Meter weit. In Triest machte die Bora mit 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit bei einer Kälte von 6 Grad und starkem. Schneetreiben den Aufenthalt auf den Straßen unerträglich. Selbst in Ancona ist wieder Schnee gefallen. In Venedig ist eine Fischerbarke, die von Mestre abgefahren war, untergegangen. In Valdossola ging das Thermometer wieder auf 15 Grad unter Null zurück. ~ Sällekataslrophen fehl auch in Amerika. Der ungewöhnlich harte Winter, der seit Wochen auf Deutschland und ganz Europa lastet, hat nunmehr auch den amerikanischen Kontinent heimgesucht. In den Atlantikstaaten sind die schwersten Schnee st ürme seit Jahrzehnten niedergegangen. Fast der ganze Eisenbahn-, Schiffs- und Flugverkehr ist stillgelegt worden. Tausende von Autos wurden von meterhohen Schneewehen auf den Landstraßen eingeschneit. Zahlreiche Personen werden vermißt. In Neuyork wurden mehrere Hundert Fußgänger verletzt. In Pennsylvanien wütete der heftigste Blizzard seit 38 Jahren, der Pittsburgh innerhalb weniger Stunden unter einer 50 cm hohen Schneedecke begrub. In den Neu-England-Staaten erreichten die Schneewehen eine Höhe bis zu sieben Meter. In Ohio mußten Kohlenbergwerke geschlosien werden. Von Maine bis Virginia wurden Landschulen geschlossen. Chinesischer Ilußdampser auf eine 7Mne gelaufen. Bei Putschau (Provinz Fukien) ist ein Fluß- d-ampfer auf eine Mine, die wahrscheinlich von einer chinesischen Minensperre im Minkiang-Fluß abgetrieben morgen war, gelaufen und in die Luft geflogen. Von den dreihundert chinesischen Fahrgästen konnten nur sieben gerettet werden. Unter den Toten befinden sich etwa hundert Schüler einer Mission, die zum chinesischen Neujahrsfest zu ihren Familien zurückkehren wollten. flächen aufzutürmen, als sich das auf den verfchie- denften Wegen mir eben erreichen ließ. Wenn in Versailles im Gegensatz zu dem von den Westdemokratien als Panier aufgeworfenen Selbstbestimmungsrecht der Völker der Nationalitätenstaat Polen gewaltsam konstruiert wurde, so nur deshalb, um Deutschland und Rußland zu trennen. Als dieses polnische Mosaikgebilde geschaffen wurde, gingen gerade nationalpolnische Kreise davon aus, es werde diesem neuen Polen das reiche Erbe zufallen, Deutschland mit den Rohstoffen und Lebensmitteln beliefern zu können, die Deutschland bis 1914 aus Rußland bezogen hatte. Womit die Polen nicht gerechnet hatten, war, daß ttotz der geographischen Trennung ein Warenaustausch zwischen Deutschland und der Sowjetunion stattfand. Er muhte seinen Weg über baltische Häfen und Eisenbahnen nehmen, aber er erreichte trotzdem einen Umfang, der zeitweilig beträchtlich war. Gibt es auf der Erde zwei Großraumwirtschaf- ten, die sich wirtschaftlich organisch ergänzen, so sind es Deutschland und die UdSSR. Es kommt weiter hinzu, daß Rußland nicht nur ungeahnte wirtschaftliche Möglichkeiten in der Entwicklung aller industriellen Rohstoffe besitzt; die Sowjetunion verfügt auch über menschliche Arbeitskräfte in einem Ausmaß, wie sie keine andere Großraumwirtschaft der Erde bereitstellen kann. Auf der anderen Seite ist das neue Deutschland der höchstentwickelte Industriestaat, der zugleich die unerreichte Gabe der Organisation besitzt. Endlich: Deutschland und Rußland sind wieder durch die europäische Neuordnung unmittelbare Nachbarn geworden, die nicht durch Meere getrennt sind, sich über zwei Erdteile ausdehnen und innerhalb deren Grenzen es jedes Klima und jeden Segen der Erde gibt. Wie bedeutsam alle diese Faktoren nicht nur für den jetzigen Entscheidungskampf Deutschlands gegen die völter- oerderbenden Plutokratien ist, sondern auch für die Neuordnung Europas nach dem deutschen Sieae, das beweist deutlich das Auslandsecho aus den soeben vollzogenen Abschluß des neuen deutsch-russischen Wirtschaftsabkommens, das z. B. in skandinavischen Blättern als „ein gigantisches Unternehmen von entscheidender Bedeutung" gewürdigt wird, während die pluto kratischen Gazetten in Paris und London natürlich Gift und Galle spucken unb mit den fc^enscheinigsten Argumenten die Möglichkeiten deutsch-russischer Zusammenarbeit zu verkleinern suchen. Or. ^Robert Ley 50 Jahre. Reichsoraanisationsleiter Dr. Robert Ley begeht am 15. Februar seinen 50. Geburtstag. Er gehört zu den populärsten Erscheinungen des deutschen öffentlichen Lebens, und so werden chm an diesem Tage zahlreiche Glückwünsche dargebracht werden. Dr. Ley war ein Soldat des Weltkrieges, diese Tatsache hat seinem Leben und Wirken die Richtung gegeben. Seit dem Tage, an dem er sich unter die Fahne des Führers stellte, stand er in der vordersten Reihe seiner Kämpfer. Die großen Aufgaben als Reichs- organisationsleiter der NSDAP, und als leitender Mann der Deutschen Arbeitsftont forderten seinen restlosen Einsatz zu jedem Tag und jeder Stunde. Zahlreich sind die Erfolge, die diesem rastlosen Wirken zuteil wurden. Die Deutsche Arbeitsfront ist der geschlossene Körper aller Schaffenden in Deutsch- tand, die NSDAP, ist die Treuhänderin aller öffentlichen Angelegenheiten des Volkes, im kleinen wie im großen. Im Kriege hat diese großartige or- ganisatorische und aeisttae Zusammenfassung unseres Volkes ihre höchste Bewährung gefunden. Das ist das höchste Verdienst Dr. Robert Leys, der den Geist der Heimat mit dem der Front vereinigt hat. Die Rot der elsässischen Flüchtlinge Basel, 15. Februar. (Europapreß^) In einen Bericht der Basler „Nationalzeitung" über elsässiche Flüchtlingsfragen heißt es: ,Än Mont de Marfan, dem Hauptort des Departements Landes, sind unter dem Vorsitz des dortigen Präfekten 42 Bürgermeister als Vertreter Der evakuierten Gemeinden aus den Kreisen Altkirch und Mülhausen zusammengetreten, um mit der Verwaltung des Aufnahme - Departements Mittel und Wege zu suchen zur Verbesserung des Loses der elsässischen Flüchtlinge. Es wurde Klage geführt über gewisse Verwaltungsstellen, die den Flüchtlingen oft das Nötig st e vorenthalten. Die Versammlung forderte weiter eine Erhöhung der Flüchtlinasunterstützung um fünf Franken je Tag, da die bisher gewährten zehn Franken selbst bei größter Einschränkung und Sparsamkeit kaum zur Beschaffung der Lebensmittel ausreichen. Es wurde ferner Beschwerde geführt über die Unzulänglichkeit der Unterbringung und Verpflegung der für die Rüstungsbetriebe requirierten Arbeiter. Einstimmig wurde auch der Meinung Ausdruck gege- ben, daß die Kürzung der Flüchtlingsgelder beim Bezug von Militärunterstützung sowie der Wegfall der Flüchtlingsunterstützuna im Falle ein Familienglied Arbeit findet, nicht begründet seien. Kleine politische Nachrichten. Der badische Minister für Kultus und Unterricht und frühere Leiter des Amtes für Wissenschaft im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Dr. Otto W a ck e r , ist gestorben. Dr. Wacker hatte sich kürzlich eine heftige Bronchitis zu- gezogen, die ihn ans Bett fesselte. Mittwoch trat plötzlich eine Herzlähmung ein. Im Anschluß an seinen Besuch in Danzig traf Generaloberst von Brauchitsch in Posen ein, wo er durch ben Befehlshaber im Wehrkreis XXL, General der Artillerie P e tz e l, begrüßt würbe. Auf bem Truppenübungsplatz Warthelager wohnte er der Hebung eines verstärkten Infanterieregiments bei. Nach einem Besuch bei Reichsstatthalter Gauleiter Greiser fand eine Rundfahrt durch Posen statt, wobei insbesondere bas Geburtshaus Hindenburgs besucht wurde. Gleichzeitig mit dem Bekanntwerden der Verhaftung dreier für den Secret Service in Schweden tätigen Spione und der Verurteilung des berüchtigten Spitzels Jürges in Argentinien, der bereits die Patagonienhetze entfacht hat, wird aus London die Erhöhung des Etats für den britischen Geheimdienst um 400 000 auf 1 100 000 Pfund gemeldet. Aus der Gia di Gießen. Berufseirttritt zum 1. Apnl NSG. Die Umstellung des Schulschlusses im Laufe der vergangenen Jahre ist abgeschlossen. Im ganzen Reich werden die Schüler im Frühjahr (Ende März) aus den Schulen entlassen. Dies bedeutet, daß der Nachwuchs um diese Zeit in die Berufe eintreten will. Eine Verteilung der Zeitpunkte des Berufseintrittes auf das ganze Jahr, wie er in Zeiten üblich war, als einerseits Arbeitslosigkeit herrschte, anderseits starke Nachwuchsjahrgänge vorhanden waren, kommt nicht mehr in Frage, da heute jede Arbeitskraft dringend gebraucht wird. Es ist also nicht mehr in das Belieben des Betriebsführers oder Lehrherrn gestellt, den Zeitpunkt für den Berufseintritt zu bestimmen, vielmehr muß er sich nach den gegebenen Tatsachen richten, wenn er einen tüchtigen jungen Menschen als Lehrling bekommen will. Die Nachwuchswerbung für die lebens- und kriegswichtigen Berufszweige läuft deshalb schon seit Monaten auf vollen Touren. Wichtig ist es, daß der Betriebsführer elbst hieraus den Nutzen zieht und schon jetzt seine Lehrlinge zum Berufseintritt am 1. April sichert. Der 1. April ist der richtige Zeitpunkt für den Eintritt in die Lehre. Hierauf sind auch die Berufsprüfungen abgestellt, die in den Frühjahrsmonaten vor dem 1. April durchgeführt werden. Wer diesen Zeitpunkt nicht beachtet, läuft Gefahr, keine Lehrlinge mehr zu bekommen, öder sich allenfalls mit dem Rest begnügen zu müssen, den ihm andere Berufe übrig gelassen haben. Er zwingt anderseits auch den Lehrling unter Umständen zu einer Verlängerung der Lehrzeit, da die Zulassung zu einer Gehilfenprüfung vom rechtzeitigen Eintritt in die Lehre abhängig gemacht wird. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes, Kreis- führung Wette rau: 20 Uhr im Studentenheim, Leih- gefterner Weg, Sonatenabend Elfriede Fischer und Walter Bärtich. — Wehrwissenschaftliche Vorlesung: 20.15 Uhr im großen Hörsaäl des Chemischen In- ftituts, Professor Dr. Rolfes über „Fragen der Crnährungssicherung unter wehrwissenschaftlichen Gesichtspunkten". — Populärwissenschaftliche Vorlesungen der Universität: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Professor Vogelsang über „Die Wirkung der großen Kriege auf die deutsche Frömmigkeit"; 20.15 Uhr im Zoologischen Instttut, Professor Schmidt, „Filmvorführungen aus dem Gelbiet der Zoologie". — Gloria-Palast (Selters- weg): „Das Recht auf Liebe". — Lichtspielhaus (Dckhnhofftraße): „Der ungetreue Eckehart". Altbürgermeister Leun 85 Lahre alt. Am morgigen Freitag, 16. Februar, kann der jetzt in Gießen, Cranachfttaße 3, im Ruhestand lebende Bürgermeister a. D. Johannes Leun in bester Gesundheit seinen 85. Geburtstag begehen. Altbürgermeister Leun hat über 33 Jahre das Bürgermeisteramt unserer Nachbargemeinde Gro- ßen-Linden bekleidet und sich während dieser langen Zeit um feine Gemeinde und darüber hinaus für die benachbarten Orte große Verdienste erworben. Seinem Wirken ist vor allem die Errichtung des Bahnhofs Großen-Linden zuzuschreiben, außerdem hat er in Großen-Linden selbst eine Reihe von Einrichtungen geschaffen, die dem Wohle der Gemeinschaft förderlich waren. Im Rahmen der Bürgermeister-Vereinigung des Kreises Gießen stellte er seine Kraft ebenfalls tatfreudig in den Dienst der Allgemeinheit, lieber 40 Jahre gehörte er u. a. dem Verwaltungsrat und späteren Aufsichtsrat der Bezirkssparkasse Gießen an. 2195 UM. für die „Admiral-Gro^-Spr-e-Spende". Die Gefolgscbaftsmitglieder aller Abteilungen der Gießener Staotverwaltung und der Stadtwerke haben sich in Betriebsappellen der einzelnen Betriebsgruppen in anerkennenswerter Weise an der Spende für den Bau eines neuen deutschen Kriegsschiffes als Ersatz für das vor Montevideo nach siegreichem Kampf gegen die Engländer auf Befehl des Führers von der eigenen Besatzung versenkte Panzerschiff „Admiral Graf Spee" beteiligt. Der Beitrag der städtischen Gefolgschaftsmitglieoer für die „Ädmiral-Graf-Spee"-Spende hat den stattlichen Gesamtbettag von 2195,65 RM. erreicht und ist an die zuständige Sammelstelle in Berlin weitergeleitet worden. Den opferfreudigen Spendern ist die Anerkennung aller Volksgenossen gewiß. Schnee weg vom Bürgersteig? Eine der wichtigsten Pflichten der Hausbesitzer bzw. ihrer Vertreter besteht im Winter darin, den Burger- steig freizuhalten von Schnee und Eis und ihn mit abstumpfenden Mitteln zu bestreuen, um dadurch die Verkehrssicherheit vor dem Hause zu gewährleisten. Wer dieser Reinigunas- und Streupflicht nicht zu jeder Zeit in ausreichender Weise nachkommt, hat nicht nur das Einschreiten der Polizei mit den ent- sprechenden Strafen zu gewärtigen, sondern muß sich auch darüber klar sein, daß er für alle Schäden haftet, die aus dem Sturz von Passanten vor dem Hausgrundstück entstehen; auch die Haftpflichtversicherungen haben einen Ersatzanspruch an den schuldigen Hausbesitzer bzw. Vertreter, der die ihm obliegende Sorgfaltspflicht verletzt hat. Wer sich also Unannehmlichkeiten mit der Polizei und Schadensersatzansprüchen nicht aussetzen will, der möge stets darauf bedacht fein, daß der Bürgersteig vor feinem Haufe von Schnee und Eis freigehalten und sorgsam mit Asche oder dergleichen bestreut wird. Abgestellte Fahrräder müssen abends beleuchtet sein. Immer wieder kann man auch in unserer Stadt die Beobachtung machen, daß während der Verdunkelung unmittelbar am Bürgersteig oder an dir Häuser angelehnt Fahrräder abgestellt werden, die nicht beleuchtet sind. Diese Fahrräder sind natürlich für die Fußgänger eine erhebliche Gefahr. Das Amtsgericht Verden (Aller) hatte sich dieser Taae mit einem Falle zu beschäftigen, bei dem ein Fußgänger durch ein unbeleuchtet am Bürgersteig stehendes Fahrrrad verletzt wurde. Der Besitzer des Fahrrades wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. In der Begründung des Urteils hieß es, daß das Fahrrad, wenn es im Dunkeln abgestellt wird, beleuchtet fein muß, sofern es nicht etwa im Schein einer Straßenlaterne steht. — Wer sich also vor Strafe schützen will, wird sich als Radfahrer dementsprechend verhalten müssen. Lahreshauptversammlung des Westerwaldvereins. Der Westerwaldverein, Zweigverein Gießen, hielt im Saalbau Liebigsttaße seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Mader begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die Urlauber von der Front und erstattete dann den Bericht über die 33anbertätigfeit im vergangenen Jahr. 29 Wanderungen und 2 Autvbusfahrten waren unternommen worden. Die Beteiligung war rege. Für eifrige Wanderbeteiligung konnten wieder mehrere Wan- dcrkameraden und -kameradinnen ausgezeichnet werden, und zwar 7 für 25, 7 für 50, 7 für 75, 2 für 100, 3 für 125, 1 für 150, 1 für 175 und 1 für 300 Wanderungen. Erfreulicherweise hat der Mitgliederstand zugenommen. Die Tätigkeit des Vereins wird fortgeführt Im vergangenen Jahre wurden außer den Wanderungen noch eine „Wäller- firmes", eine Feier zum Tag der deutschen Mutter, sowie Dietabende, die dem Deutschtum gewidmet waren, durchgeführt. Mehrere Wanderkame- raden und -kameradinnen tonnten für 10- und 15- jährige treue Mitgliedschaft ausgezichnet werden. Im Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, die Wandertätigfeit sofort wieder aufzunehmen. Die in letzter Zeit reichlich eiugegangene Feldpost wurde verlesen und herzlich erwidert. Eine kurze Aussprache beschloß den geschäftlichen Teil. Gemütlich blieb man dann noch einige Zeit beisammen. Landkreis Gießen. * Lollar, 13. Febr. Dieser Taae fand die erjte Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Gasthaus „Zum Löwen" statt. Haupt- brandmeister Schelm begrüßte die Kameraden. Re- gierungsrat Dr. Fuhr (Gießen) machte sodann längere Ausführungen über die Durchführungsbestimmungen des Feuerlchchgesetzes. Er gab die einzelnen Desttmmungen, die neuen Dienstgrade, Rana- abzeichen und die zukünftige Einteiluna innerhalb der Wehr bekannt. Kreisführer Bouffier sprach anschließend über die künftige Gestaltung des Dienstbetriebes und über die kommenden Ausgaben, die den Wehren gestellt werden. Hauptbrandmeister Schelm gab bekannt, daß der „Tag der deutschen Polizei" am 17. und 18. Februar, wie im vergangenen Jahr, durchgeführt wird. Die Vorarbeiten, gemeinsam mit der Gendarmerie, wurden eingeleitet. Die vorgelesenen Feldpostbriefe der Kameraden, die unter den Fahnen stehen, zeugten von dem guten Einvernehmen zwischen Heimat und Front. Gießener Polizei im Dienst des Knegs-MW. „Tag der deutschen Polizei". — Sammlungen und Besichtigungen. Unsere Gießener Polizei hat sich vorgenommen, für das Kriegswinterhilfswerk 1939/40 eine große Schlacht zu schlagen. Sie begann dabei im eigenen Hause. Die Beamten fanden sich erneuet bereit, ein Opfer zu bringen. Das Ergebnis der Listensammlung, die noch nicht abgeschlossen ist, darf schon jetzt als sehr erfreulich bezeichnet werden. Die Gießener Polizei wird sich aber auch an die Öffentlichkeit wenden. Eine große Straßen-Sam- mclaktion soll unternommen werden. Man hofft, daß dabei in Gießen 25 000 der schönen von der NSV. gelieferten Abzeichen zum Verkauf gebracht werden können. Die Abzeichen — aus Hartharz- Kunststoff — zeigen Polizeibeamte in Miniatur, vor allem in den Uniformen der Schutzpolizei, der Gendarmerie, der Feuerlöschpolizei, der ff usw. Bei der Opferfreudigkeit, die unsere Gießener Bevölkerung bisher stets an den Tag gelegt hat, wird sich zweifellos auch der „Tag der deutschen Polizei" zu einem großen Erfolg gestalten. Der Bevölkerung soll an diesem Tage auch Gelegenheit gegeben werden, zwei vorbildlich ausgestattete, große öffentliche Luftschutzräume zu besichtigen Zur Besichtigung stehen der Luftschutz- raum im Alten Rathaus und der „Felsenkeller" in der Bahnhofsttaße (Eingang in der Nähe des Wie- secklaufs) offen. Besichtigungszeiten: Sonntag, 18. Februar, von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr! Auch die von der Polizei in sttller und zielbewußter Arbeit geschaffene große Rettungsstelle im Kellergeschoß der gewerblichen Berufsschule (Kirchstraße 16) kann besichtigt werden. Hier wird sich der Bevölkerung ein Bild verantwortungsbewußter Arbeit der Polizei für den Schutz der Volksgenossen im Falle eines feindlichen Luftangriffes bieten In diesem Zusammenhang darf darauf hingewiesen werden, daß sich die NS.-Frauenschaft um die Ausstattung dieser Rettungsstelle ein besonderes Verdienst erworben hat. In Gemeinschaftsarbeit wurden 50 Mäntel aus gespendetem und gesammeltem Material, aus vielen einzelnen Teilen zusammengenäht und der Polizei für die Rettungsstation zur Verfügung gestellt. Die Besichtigung der Rettungsstelle kann am Sonntag in der Zeit von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr erfolgen. Sowohl in den Luftschutzräumen, als auch in der Rettungsstelle werden fachmännische Erläuterungen gegeben werden. Die Technische Nothilfe, die auch zur Polizei gehört, tritt ebenfalls hervor. Im großen Flur des Alten Rathauses am Marktplatz werden auf Tischen Modelle von Brücken, Stegen, Verbindungen usw. zur Schau gestellt, die einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Technischen Nothilfe geben werden. Die Sonderschau der Technischen Nothilfe ist am Samstag von 14 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Eine Hundertschaft der Schutzpolizei wird außerdem die Sammlung auf der Straße in besonderer Weise unterstützen. Die Hundertschaft wird von Platz zu Platz marschieren und an den verkehrsreichsten Punkten mit dem kraftvollen Gesang der schönsten Soldatenlieder aufwarten. Auch der Lautsprecherwagen der Polizei wird eingesetzt. Selbstverständlich werden sich auch die Beamten der Verwaltung innerhalb der Polizei für die Straßensammlung zur Verfügung stellen. In kameradschaftlicher Verbundenheit mit der Polizei I sammeln ferner die Kameraden der ff, des NSKK. und die Bahnschutzpolizei der Reichsbahn. ' Wie wir bereits berichteten, ist von dem Leiter der Polizeidirektion Gießen, Major der Schutzpolizei, Hellwege-Emden, bei der Commerz- und Privatbank ein Bankkonto unter dem Titel „Tag der Deutschen Polizei" eröffnet worden. Erfreulicherweise sind darauf bereits erhebliche Beträge als Spenden überwiesen worden. itterluM Hi W jlatürl|C Jen jimtnft. I» MN lsl 1 bringt W * w tilir die Sie rt triefe uni $eeniigun Wnsch 3U Wis, oe inb Elten (ben, aber B.SUv Nein, so! 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