Nr.l2 Erste? Blaff 190. Jahrgang Montag, iS.Ianuar 19<0 Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Besugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Dtyne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffnti am Main 11688 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Vrvck und Verlag: vrühlsche Univerfilälsdruckerei ».Lang« in Gießen. Schristleitung und Seschöftrftrkle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Srnndpreife für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Npf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. —-----------'— Englands „Bristol-Blenheim"-Bomber. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Pluiokratische Kriegsgewinnler. Der Londoner Korruptionsausschuß nimmt seine Arbeiten auf Leningrad sind am 13. Januar in den Gebieten von Uchta und Repola einige Gruppen in Tätigkeit getreten. Im Sektor von Petrozavodsk sei es zu In- fanteriescharmützeln und an der Karelischen Landenge zu kleineren Plänkeleien gekommen, während das Artilleriefeuer in gewissen Abschnitten dieses Gebietes ein wenig heftiger geworden fei. Die fow- jetrufsifchen Luftstreitkräfte hätten zahlreiche Eisenbahnknotenpunkte und militärische Ziele bombardiert. Lemgo, 13.Jan. (DNB.) Zum Gedenken an den großen Landtagswahlkampf im Lipper Land am 15. Januar 1933, der damals den Auftakt bildete zur Machtergreifung Adolf Hitlers fanden sich i n Lemgo wieder die Alten Kämpfer des Führers aus allen Teilen des Lipper Landes und den angrenzenden Gauen sowie eine Reihe von Güsten aus dem Reiche zum Erinnerungstreffen ein. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand eine Rede von Reichsminister Dr. F r i cf. Vor sieben Jahren haben wir, so führte der Minister aus, in diesem Lande Lippe die Durchbruchsschlacht zur innenpolitischen Entscheidung und zur Machtergreifung durch unseren Führer geschlagen. Das war eine innenpolitische Entscheidung von der größten Tragweite. Heute stehen wir wieder vor einer letzten und schweren Entscheidung außenpolitischer Art, vor der Durchbruchsschlacht, die uns endlich den Sieg bringen und damit einen dauerhaften und gerechten Frieden sichern soll. Diese Schlacht, zu der wir jetzt angetreten sind, werden wir mit dem alten Kampfgeist durchkämpfen bis zum Endsieg, genau so wie wir es vor sieben Jahren im innenpolitischen Kampf getan haben. Nationalsozialist sein heißt Kämpfer sein. Wir sind kampfgewohnt, und dieser Kampfgeist ist uns der Bürge auch für den Sieg in dem uns nun bevorstehenden Kampf. Der Führer wollte nichts anderes als unsere deutschen Volksgenossen innerhalb des Reiches vereinigen und ihnen den notwendigen Lebensraum verschaffen. Wir haben niemals gegen Frankreich und England aggressive Absichten gehabt, aber diese Mächte' haben unseren Konflikt mit Polen zum Vorwand genommen, um uns den Krieg zu erklären. Für uns ist es ein Lebensintereffe daß unsere Volksgenossen im Osten nicht untergehen, sondern nun im Mutterland ihren Schutz gefunden haben. England und Frankreich wollten eben den Krieg und stießen die Friedenshand des Führers mit der Drohung zurück, den Führer und Deutschland zu vernichten. Nun sollen sie aber auchdenKriegbiszumAeußersten haben, den sie haben wollten. England setzte seine Hoffnung darauf, deutsche Frauen und Kinder dem Hungertods auszuliefern. Das ist echte englische Kampfes- art. Aber England hat sich verrechnet; wir haben heute freien Zugang nach Norden, Osten und Süden, und die Tür nach dem Westen werden wir auch noch aufschlagen. England fühlt sich als das auserwählte Volk und als der Polizist der Welt. Das ist nichts anderes als nackte Plutokratie, eine Herrschaft des Geld- facks und der den Geldfack beherrschenden Juden. Wir Deutsche haben einen neuen Sozialismus heraufbeschworen. Das sehe auch die herrschende Clique in den Westmächten, die gern verhindern wollen, daß dieser wahre Sozialismus auch in ihren eigenen Völkern Wurzeln schlagen wird. Wir haben in Deutschland einen Geburtenüberschuß, der um 300 000 Geburten höher ist als die Zahl der Geburten Englands und Frankreichs zusammengenommen. Nach der Volkskraft, die in dieser Zahl zum Ausdruck kommt, können wir verlangen, daß eine gerechte Verteilung der Reichtümer der Welt eintritt und daß man uns unsere Kolonien wieder gibt. Diesen Anspruch halten wir weiterhin aufrecht und werden chn zetzt auch durchsetzen Rußland dementiert Lügenmeldungen über den Kampf in Finnland. wohl der Name dieses englischen Flugzeugtyps? Bristol ist eine südenglische Stadt von etwa 400 000 Einwohnern, in der diese Flugzeuge hergestellt werden. Aber was ist mit Blenheim? Nun, Blenheim ist nichts anderes als der englisch verstümmelte Name des bayerischen Dorfes B l i n d h e i m , das mit seinen etwa 800 Einwohnern in allem Frieden am Südrand der Schwäbischen Alb liegt. Nun wird die Angelegenheit ein ganz klein wenig kompliziert. Was in aller Welt haben die modernsten englischen Bomber mit dem gemächlichen bayrischen Dorf Blindheim zu tun? Ja, wie kommen überhaupt die braven Engländer dazu, den Namen von Blindheim in Blen- beschlagnahme russischer Bankguthaben in Paris. Russischer Anspruch zurückgewiesen und Handelsabkommen nicht verlängert heim zu verstümmeln? Am 13. August 1704 gewannen die vereinigten Truppen des Prinzen Eugen und d-es H er - zogs von Marlborough die wichtige Schlacht von Höchstädt gegen die Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Der tatsächliche Sieger war Prinz Eugen, der dem in schwere Not geratenen Herzog John Churchill Marlborough genau so den Ruhm des Sieges aus politischen Gründen überließ, wie hundert Jahre später Blücher dem Herzog von Wellington den Ruhm der Schlacht von Waterloo. Im Vorbeigehen sei bemerkt, daß Winston S. Churchill ein später Enkel dieses durch die Siege des Prinzen Eugen berühmt gewordenen Herzogs von Marlborough ist. Nun ist es ein eigenartiges Zusammentreffen, daß neulich die Vickers-Wellington und jetzt Brüssel, 14. Januar. (Europapreß.) Das Gericht des Seine-Departements hat am Freitag einen Einspruch der sowjetrussischen Handelsvertretung in Paris aegen die Beschlagnahme von deren französischem Bankguthaben in Höhe von 75 Millionen Franken zu Gunsten der französischen Petroleumgesellschaft Mala Pols'ka zurückgewiesen. Diese Gesellschaft besitzt in dem jetzt von Rußland besetzten Teil des ehemaligen Polens Petroleumquellen im Werte von 800 Millionen Franken. Das Gericht hat den Standpunkt des Anwalts der russischen Handelsvertretung, wonach es sich bei der Be- sitzergreiftmg der Petroleumfelder durch Rußland um einen durch den Heb er gang der Souveränität auf Rußland gerechtfertigten staatlichen Vorgang handele, nicht anerkannt. Dagegen hatte der Anwalt der Gesellschaft geltend gemacht, daß die Freigabe des russischen Guthabens einer stillschweigenden Anerkennung der russischenBesetzung von Ostpolen gleichkomme, die indessen von Frankreich und England nicht zur Kenntnis genommen worden sei. Das Gericht entschied, wie schon erwähnt, im Sinne der französischen Privatkläger. Der Versuch aber, mit einem Zivilprozeß gegen die Weltgeschichte anzugehen, ist ein typisches Produkt des französischen Notariats-Geistes, der am formellen Buchstaben klebt. Während des spanischen Konfliktes die Bristol-Blenheim über der Deutschen Bucht vernichtende Schlappen davonttugen. Beide Flugzeuge sind nach englischen Feldherrn genannt, die ihren Ruhm in Kriegen erwarben, die sie gemeinsam mit deutschen Feldherren führten, und beide Feldherren gewannen ihre Schlachten nicht aus eigener Kraft, sondern dank der überlegenen strategischen Geschicklichkeit des Prinzen Eugen und der Blücher-Gneisenau. In den Armeen beider Feldherren kämpften überdies zahlreiche deutsche Kontingente unter unmittelbar englischem Oberbefehl. So sehr sitzt die Erinnerung an diese Siege im englischen Volksbewußtsein, daß die beiden Rüstungswerke nichts besseres zu tun wußten, als ihre Flugzeuge nach dem Namen von „englischen" Siegen zu nennen, die tatsächlich deutsche Siege gewesen sind. Nun noch ein paar Worte über die Aus - rüftung der „Bristol-Blenheim". Es sind ganz moderne Modelle, die erst in den Jahren 1937/39 entwickelt und seit einiger Zeit auch in Massenherstellung fabriziert wurden. Genau genommen unterscheidet man zwei Typen von „Bristol-Blenheim", wobei der Hauptunterschied die Motorenstärke ist. Beide Typen aber haben den besonderen Bristol- MG.-Turm an der Rumpf-Oberseite und das Bombengehänge im mittleren Rumpf-Unterteil. Sie entwickeln eine Höchstgeschwindigkeit von 354 bzw. 457 Kilometer in der Stunde und haben eine drei- oder vierköpfige Besatzung. Dr. Ho. „Bristol-Blenheim" Moskau, 14. Jan. (DNB.) Der Stob des Leningrader Militärbezirks wendet sich gegen die Lügennachrichten einer gewissen ausländischen Presse über die Kampfhandlungen in Finnland. Meldungen über Erfolge der finnischen Truppen seien u n - richtig. Diese finnischen Truppen hätten a n keiner Stelle bie sowjetischen Grenzen überschritten. Vielmehr sei es den sowjetischen Truppen in den ersten drei Wochen gelungen, sich an allen Fronten auf feindlichem Territorium festzusetzen. Auch beruhten die Behauptungen gewisser Agenturen, insbesondere der Agentur Ha- vas, über schwere Verluste der 44. sowjettussischen Division auf reiner Erfindung. Die Verluste seien mit einer Höhe angegeben worden, die die tatsächliche Stärke dieser Division selbst übertreffe. Auch die Behauptungen, wonach die Bahnlinie nach Murmansk von finnischer Seite unterbrochen worden sei, seien erfunden. In der Verlautbarung werden ferner die Behauptungen der ausländischen Presse, wonach Sowjetrußland deutsche Militärberater für die Kampfhandlungen in Finnland zu Hilfe gerufen habe, als reine Erfindungen gebrandmarkt. Sie können nur durch die Furcht vor der Möglichkeit eines deutsch- sowjetischen Militärblocks erklärt werden, die in gewissen ausländischen Kreisen bestehe. Die deuchte vom finnischen Kriegsschauplatz. Moskau, 14. Jan. (DNB.) Nach dem amtlichen Bericht des Generalstabes des Militärbezirks Mer gegen neun war die Kräfteverteilung bei dem Zusammenstoß von vier deutschen Flugzeugen „neuester Bauart" mit neun britischen Bombern des Musters „Bristol-Blenheim" am 10. Januar. Das Ergebnis des Kampfes erübrigt jede Erläuterung: drei „Bristol- Blenheim" wurden ab-, einer schwer angeschossen, die deutschen Flieger kehrten unversehrt zurück. Aber mit dem Namen „Bristol-Blenheim" verknüpft sich eine überaus bezeichnende anekdotische Tatsache. Woher kommt Aber heute nützen Worte nichts mehr, es müssen die Waffen entscheiden. Wir werden unsere ganze Kraft daransetzen, diesen Kampf so schnell wie möglich zu beenden. Aber wir wollen uns auch darüber klar sein, daß uns niemand an Ausdauer und Zähigkeit in diesem Kampfe übertreffen wird. Des Führers Ziel ist es, den Krieg mit möglichst geringen Verlusten durchzuführen. Das große Vertrauen zu unserer Wehrmacht und die größte Siegesgewißheit dürfen wir haben, daß wir auch bei dem bevorstehenden schweren Kampf siegreich bleiben werden. Der deutsche Arbeiter steht unermüdlich in der Fabrik und in der Werkstatt und sorgt für die Verteidigungskraft des deutschen Volkes, und der deutsche Bauer wird die deutsche Ernährung sicherstellen. Alle tun ihr Bestes, und ich möchte besonders dankbar und in voller Anerkennung unserer Beamten gedenken, die aufopferungsvoll und treu mit allen deutschen Volksgenossen heute ihre Pflicht tun. Wir sind alle zusammengeschlossen auf Gedeih und Verderb zu einer Lebens- und Schicksalsgemeinschaft. Das ist das große Verdienst des Führers, daß er dieses zerrissene Volk wieder zu einer bewußten Gemeinschaft zusammengeführt hat. Wir müssen alle Zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen, dann werden wir auch alle Widerstände überwinden und den Kampf siegreich bestehen. Die Gewißheit unseres Sieges gibt uns die unverbrüchliche Gemeinschaft, die durch nichts auseinandergerissen werden kann, die völlige Einigkeit zwischen Führung und Volk. So lautet die Parole für das Jahr 1940: Führer befiehl, mir folgen!" Wie aus Helsinki berichtet wird, sollen am Sonntagnachrnittaa schwere Bombenangriffe der russischen Luftwaffe auf Südfinnland stattgefunden haben. Bei Borgo seien innerhalb einer halben Stunde 100 Maschinen mit nördlichem Kurs gesichtet worden. Hauptangriffsziele sollen Hangö und Ekenäs gewesen sein. Eke- näs, das an der nördlichen Spitze der Hangö-Halb- infel liegt, sei von 20 Flugzeugen fünfmal angegriffen worden. Sämtliche Verbindungen zu beiden Städten sollen abgefchnitten fein. Auch sollen zahlreiche Feuer wüten. Weitere Ziele seien Lappwik, Lohja und Rühimäki gewesen. In Helsinki sei am Sonntag zweimal Flieg e rala rm gegeben worden. Die russischen Bomber seien erstmalig von Jägern begleitet gewesen. Die Finnen melden "über Helsinki vier Abschüsse. Wie der finnische Heeresbericht vom 14. Januar berichtet, seien auf der Karelischen Landenge am 13. Januar keine besonderen Ereignisse zu verzeichnen. Ein feindlicher Angriff im Osten in Richtung Jlomantsi sei abgeschlagen worden. Die Finnen hätten sieben russische Tanks zerstört. Beamtenstreik in London gegen Evakuierungsmaßnahmen. A m ft e r t> a m, 14. Jan. (DNB.) In England ist eine ganz neue Form von Streik aufgekommen: der Beamtenstreik. Die Beamten lehnen es aus den verschiedensten Gründen ab, s i ch nach gewissen Badeorten evakuieren zu lassen, wohin die Regierung einzelne Behörden verlegen will, die nach Ansicht der Beamten ruhig weiter in London bleiben können. So haben mehrere hundert Beamte des Gesundheitsministeriums gegen die Verlegung der Behörde von London nach Blackpool protestiert und beschlossen, in London zu bleiben. Die Beamten befinden sich jetzt noch in den Londoner Büroräumen des Ministeriums, während die Räumlichkeiten, die in Blackpool bereits beschafft wurden, leer stehen. haben ähnliche oft sehr lächerliche Prozesse die französischen Gerichte beschäftigt. Die Brüsseler Agentur Belga erfährt aus Paris, man erkläre dort, daß das französisch-russische Handelsabkommen am 31. Dezember 1939 ab gelaufen sei und seine Verlängerung von keiner Seite der vertragschließenden Mächte gefordert wurde. Es fei demnach ungültig geworden, und hieraus ergebe sich auch, daß die sowjetrussische Handelsabordnung in Frankreich ihren Re- gierungscharakter und die diplomatischen Vorteile verloren habe, die man ihr bisher zuerkannte. Das Handelsabkommen fei seinerzeit Rußland aus politischen Gründen zugestanden worden, es habe sich ausschließlich zugunsten Rußlands aus- gewirkt. Damit wird wieder einmal bewiesen, daß Frankreich lediglich aus rein egoistischen politischen Gründen die Sowjetunion auch auf wirtschaftlichem Gebiet zu umgarnen suchte. Nun jedoch, da man in Paris nach dem Abschluß des deutsch-sowjetrussischen Vertrages alle seine Hoffnungen auf die Hilfe aus dem Osten schmählich zunichte werden sah, hat man dort plötzlich an den Handelsbeziehungen mit der Sowjetunion angeblich „kein Interesse" mehr. Scheinheilig nimmt man aber Anstoß daran, wenn die deutsch-sowjetrussischen Wirtschaftsbeziehungen in immer schnelleren Fluß kommen. Oie deutsche Ledens- und Schicksalsgemeinschast gibt uns die Gewißheit des Sieges. Reichsinnenminister Or. Krick sprach aus dem Erinnerungstreffen in Lippe. Amsterdam, 13. Januar. (DNB.) Der par- lamentarische Untersuchungsausschuß zur Kontrolle der Kriegsausgaben, im „Daily Herald" „Korruptionsausschuß", in der übrigen englischen Presse „Beschneidungsausschuß" genannt, besteht aus 18 Mitgliedern der Regierungspartei, 8 Labour-Parteilern und 2 Oppositionslieberalen. Das von der Opposition in der ersten Sitzung gewünschte Kreuzverhör Chamberlains wurde auf einen späteren Termin vertagt. Auffallend viele Mitglieder seiner Familie sollen einträgliche Kriegsposten erhalten haben, wie denn überhaupt der gesamten hohen Beamtenschaft der Vorwurf gemacht wird, vielen Verwandten, voran den eigenen Frauen und Töchtern, Sekre- tärinnenpoften verschafft zu haben. Zur Dienstaus- übung soll nicht einmal das Erscheinen der Beteiligten erforderlich fein. (!) Dem Großbankdirektor Sir John Wardlaw-Milne, dem Präsidenten des Korrupllonsausschusses, gelang es aber, gegenüber der Opposition in dieser ersten äußerst stürmisch verlaufenen Sitzung eine Beschränkung des Aufgabenbereiches vorerst auf folgende Punkte zu erreichen: 1. lieber^ kosten für den Aufbau der Truppenübungsplätze, 2. überschrittene Höchstpreise für Granaten, Flugzeuge und Munition im allgemeinen, 3. unnötige Hotelbeschlagnahme, 4. Klärung der Frage: Wieviel tausend beschlagnahmte Motorfahrzeuge stehen nutzlos umher? 5. Korruption bei den zivilen Verteidigungsstäben. Die Opposition erreichte ihrerseits eine Bereitschafterklärung des Ausschusses, die Korruptionsuntersuchungen auf die Flotte, die Kriegsschiftfahrt und die Flugplätze auszudehnen und sich „vielleicht" auch nach Frankreich zu begeben. Dem „Daily Herald" erscheinen die Ziele des Ausschusses „unerhört mager". Seine Ausgaben seien viel zu eng gefaßt. Auf diesem Wege könne man der Riesenflut von Beschwerden mit genauesten Tatsachen angab en, die an die Unterhausmitglieder gegangen seien und denen der AussäMh sein Dasein verdanke, nicht gerecht werden. Außerdem gebe die Zusammensetzung des Ausschusses Anlaß zu bedauerlichen Befürchtungen. Der Bankdirektor, der ihn leite, habe doch geradezu persönliches Interesse an der Verschleierung des in unterrichteten Kreisen viel besprochenen Wuchers der Großbanken gegen die Regierung. Ihre Zinsraten für die Schatzscheine (Treasury Bills) hätten dahin geführt, daß feit Ende August bis Ende Oktober wöchentlich 300 000 Pfund und seitdem bis heute 100 000 Pfund wöchentliche Zinsen von der Regierung mehr bezahlt werden müßten, als ein Privatunternehmen oder ein Privatmann bei der Begebung der gleichen Sicherheiten für die entsprechenden Kredite hätte entrichten müssen. Der „Daily Herald" befürchtet, daß der Untersuchungsausschuß wie so viele seiner Vorgänger seinen Mitgliedern nur erhöhte Spesen und gute Tage, dem Lande aber gar nichts einbringen werde. Das glauben wir allerdings auch. Denn in d en Pluto krallen pflegen die Kriegsgewinnler doch grundsätzlich auch noch an den Untersuchungen ihrer eigenen Schiebungen zu verdienen. Sollte das der sozialistische „Daily Herald" vergessen habend und ge- i be- an- Amtseinführung des ersten Rektors der slowakischen Universität Preßburg Flugzeug hat die deutsche Reichsgrenze Nordhorn in den Mittagsstunden überflogen deutsches Hoheitsgebiet verletzt. Dänisches Tankschiff in englischem Hafen explodiert. ©er Wehrmachtsbericht vom Samstag. Deutsche Zerstörer schlagen erfolgreich britischen Bombenangriff ab. Berlin. 13. Januar. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen keine besonderen Ereignisse. Die L u f l w a f f e hat am 12. Januar ihre Aufklärungs- IStlgkeit über Ostfrankreich und über der Nordsee fortgesetzt und hierbei wichtige Ergebnisse erzielt. Drei Linzelflugzeuge wurden von feindlichen Jägern erfolglos angegriffen. Vom Feind wurde am 12. Januar außer einzelnen nächtlichen Anflügen, die zum Teil wieder unter Versetzung der holländischen Neutralität vor sich gingen, nur en einziges Bristol-Blenheim über deutschem Gebiet gesichtet. Das Flugzeug wurde nach kurzem Kampf von deutschen Jägern abgeschofsen und ist nach Aufschlag auf französischem Boden verbrannt. 3n der Deutschen Bucht versuchten acht britische Bomber deutsche Zerstörer anzugreifen. Nur zwei Angreifern gelang es ohne jeden Erfolg Bomben abzuwerfen. Der eine wurde abgefchof- fen, der zweite beschädigt. Die übrigen sechs britischen Flugzeuge drehten schon unter der Wirkung des gut liegenden Abwehrfeuers unserer Zerstörer vorzeitig ab. ©er Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Erfolgloser englischer Versuch, eine nord, friesische Insel anzugreifen. - Holländisches Flugzeug verletzt deutsches Hoheitsgebiet. Berlin. 14. Ian. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der W e st f r o n t geringes örtliches Artillerie- Störungsfeuer. Die Luftwaffe hat ihre Aufklärung gegen Frankreich und über der Nordsee auch am 13. Januar planmäßig und erfolgreich durchgeführt. Lin deutsches Flugzeug wird vermißt. An der Westfront hatten deutsche Flugzeuge keine Feindberührung. Flakartillerie hat in der Gegend von St. Ingbert ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Einzelne feindliche Flugzeuge haben in der Nacht vom 12. zum 13. Januar Aufklä- rungsflüge über deutschem Reichsgebiet unternommen. Lin englisches Flugzeug versuchte in der Nacht, eine nordfriesische Insel anzugreifen. Die Bomben fielen ins ZHeer, ohne Schaden anzurichten. Ein holländisches bei Das jugoslawische prinzregentenpaar in Agram Oer erste Staatsbesuch im versöhnten Kroatien. Schweizensche Bevölkerungssragen. Genf, 14.3an. (Europapreß.) Der Altersaufbau der schweizerischen Bevölkerung bildet für die Eiüenossenschaft ein Problem ersten Ranges. Die Vorstellung vom schweizerischen Volke als einem Volk von Hirten und Bauern ist mehr denn irrig. Auch die Hoteliers bilden entgegen mancher Vorstellung in der Eidgenossenschaft trotz der gewaltigen Bedeutung der Hotellerie keinen großen Be- völkerungsteil. So gehören unter den Berufstätigen der Schweiz 5 v. H. dem Fremdenverkehr an. Wie sehr die Schweiz sich von einem Staat der Hirten urtb Bauern entfernt hat, zeigt allein die Tatsache, daß die schweizerischen Städte vor 80 Jahren 370 000 Menschen, jetzt aber 1,5 Millionen Menschen beherbergen, mehr als ein Drittel der Gesamtbeoölkerung. Nimmt diese Verstädterung der Schweiz in den nächsten 30 Jahren in dem gleichen Umfange wie in den letzten 30 Jahren zu, so dürfte 1970 jeder zweite Schweizer in der Stadt wohnen. Hierin liegt die Schicksalsfrage der Schweiz, denn mit der Verstädterung gebt Hand in Hand ein Nachlassen der Geburtenziffer. Nach den Unterlagen des eidgenössischen Statistischen Amtes wird die Schweiz, wenn der Geburtenrückgang nicht auf- gehalten wird, nach zwei Generationen schon 25 v. H. ihrer Bevölkerung verloren, das heißt nur noch etwa drei Millionen Einwohner haben. Die Veränderung im Altersaufbau ist ein beson- Ponai beauftragt. In einer Erklärung, die das Wehrkraft denkt, die durch die Überalterung der Bevölkerung beeinträchtigt wird. Eine andere Erscheinung, die der Schweizer als bedenklich ansieht, ist, daß die Zahl der in der Schweiz lebenden Landfremden 290 000 beträgt. Schon heute findet man eine starke Bewegung für die Ausmerzung des Doppelbürgertums und hält eine bessere Einbürgerungspraxis für erforderlich, die nicht mehr wie bisher vor allem auf die Vermögenslage, sondern auf die gefinnungs- mäßige Einstellung des Einzubürgernden zur Eidgenossenschaft abgestellt ist. Verschleierte Kriegsanleihe in England Amsterdam, 14. Jan. (DNB.) Der „leie- graaf" veröffentlicht an hervorragender Stelle eine eigene Meldung aus London, wonach der englische Minister für Vorratswirtschaft, Oberst Llewellin, angekündigt habe, daß der Staat alle ausländischen Effekten gegen Staatsanleihen in sein en Besitz nehmen will. Da- z>l verlautet in Kreisen der Londoner City, daß der Austausch der Effekten gegen Staatspapiere und die Ausgabe derartiger Staatspapiere bereits einen Teil eiher neuen Kriegsanleihe Englands Sofia, 14. Januar. (Europapreß.) Nach einer Unterredung des Ministerpräsidenten K j o s s etwa n o f f mit dem türkischen Unterstaatssekretär des Aeußern, Menemencioglu, ist eine amtliche Verlautbarung herausgegeben worden, in der die enge Freundschaft zwischen der Türkei und Bulgarien, wie sie im Vertrage vom 18. Oktober 1925 formuliert wurde, sowie auch die Gleichheit der beiderseitigen Auffassungen über den Frieden und die Neutralität des Balkans zum Ausdruck gebracht wurde. Die Zurückziehung der Truppen auf beiden Seiten der türkisch-bulgarischen Grenze habe diese Freundschaft noch besonders bekräftigt. Die türkische und die bulgarische Abordnung haben, so heißt es schließlich in der Verlautbarung, zum Ausdruck gebracht, daß die Türkei und Bulgarien die gegenseitige Neutralität achten wurden und die Politik der beiden Staaten auch weiterhin im vollen gegenseitigen Vertrauen Preßburg, 14. Jan. (Europapreß.) Das slowakische Geistesleben hat am Sonntag mit der feierlichen Amtseinführung des ersten Rektors der slowakischen Universität, des Ministerpräsidenten Professor Dr. T u k a , einen bedeutsamen Meilenstein erreicht. Die Feier begann mit einem Festgottesdienst im Preßburger Dom, dem die Regierung, der Senat und viele prominente Persönlichkeiten beiwohnten. Die große Aula der slowakischen Universität, in der die Feier stattfand, bot ein festlich buntes Bild. In den Logen hatten die slowakische Regierung, Reichsminister Dr. Seyß-Jnquart, das Diplomatische Korps mit den deutschen Gesandten Bernard, sowie der Führer dem deutschen Gesandten Bernard, sowie der Führer masin, der Chef der deutschen Heeresmission in der Slowakei, Generalleutnant Otto, der Ches der deutschen Luftwaffenmission in der Slowakei, Oberst Krüger, Vertreter des slowakischen Episkopats, sowie die Spitzen der militärischen und zivilen Behörden Platz genommen. Der Präsident der Republik, Dr. Tiso, wurde bei seinem Erscheinen mit herzlichem Beifall begrüßt. Der Protektor der slowakischen Universität, Professor Dr. Se l i g a, begrüßte die Gäste, insbeson- dere die Abordnung der deutschen Universitäten unter Führung des Rektors der Berliner Frredrich-MHelM'Unioersität, Professor Dr. Wilhelm Hoppe, und den Reichsdozentenführer Professor Dr. Walter Schultze (München). Am schließend gab er eine Schilderung der Geschichte der slowakischen Universität, ausgehend von der Universität Jstro Politana, die im 13. Jahrhundert in Preßburg gegründet worden war. Der Rektor Professor Tuka hielt sodann seinen Einführungsvortrag über das Thema „Die albanische Blutrache". Sodann gab der Rektor der Universität Berlin, Professor Dr. Hoppe, begannt, daß die Leipziger Universität Mit der Aufgabe betraut worden sei, einen besonders engen Kontakt mit der slowakischen Universität aufrechtzuerhalten und die Zusammenarbeit zu pflegen. Anschließend brachten die übrigen Rektoren der ausländischen Universitäten ihre Glückwünsche dar. Am Abend folgte eine Festvorstellung im slowakischen Nationaltheater und ein Empfang in den Prachträumen des Preßburger Rathauses. In Verbindung mit der Amtseinführung des ersten Rektors der slowakischen Landesuniversität wird im Preßburger Kunstpavillon eine Schau des deutschen schöngeistigen und wissenschaftlichen B u - tretende Außenhandelskommissar Julius Kaga- no witsch, der japanische Botschafter T o g o und Gesandter Matsushima tellnahmen. Die sowjetischen Unterhändler überreichten den lapontfmen Vertretern Gegenvorschläge auf ein japanisches Memorandum über den geplanten Handelsvertrag. Kabmeiiswechsel in Japan. Admiral Konai mit dcrRegierungsbildung beauftragt. Tokio, 14. Januar. (Ostasiendienst des DNB.) Das Kabinett Ab 6 ist z u r ü ck g e t r e t e n. Mtt der Neubildung der Regierung wurde Admiral Y o h a i beauftragt. In einer Erklärung, die das Kabinett Abe veröffentlichte, wird gesagt, es habe den Rückttitt beschlossen, um einen Stillstand der Regierungsgeschäfte zu vermeiden, denn dadurch könnte die Durchführung des Chinakonstikts beeinflußt werden, der in einen neuen Abschnitt eingetreten sei. _ ,. Die Presse begleitet den Rücktritt des Kabinetts W mit scharfer Kritik. „Tokio Nitschi Nttschi" sagt, es fei an seiner eigenen Schwäche ge - scheitert. „Tokio Asahi SchiMbun" meint, das Kabinett Ab6 habe schwer enttäuscht. Das Blatt verlangt von dem neuen Kabinett, daß zunächst einmal Ordnung im Lande gefdjaf- f e n werde, ohne die alle Bemühungen, die v e r - wickelte außenpolitische Lage zu klären, vergeblich seien. Zuerst müßten die sozialpolitischen Fragen gelöst werden. „Mijako SchiMbun" bemängelt, daß es bisher keiner Regierung gelungen fei, das Volk einheitlich zusammenzufassen. ch e s eröffnet. Die Ausstellung wird von der Deutsch-Slowakischen Gesellschaft durchgeführt. Den Ehrenschutz hat Ministerpräsident Dr. Tuka übernommen. Am Abend des Eröffnungstages lieft der Dichter H. F. Blunck aus eigenen Werken. Die musikalische Ausgestaltung der Feier hat das Peter- Quartett aus Essen übernommen. Eine türkisch-bulgarische Verlautbarung. führt werden solle. Oie russisch-japanischen Wirtschastsverhandlunxen. Tokio, 13. Jan. (Europapreß.) Die japanische Regierung benachrichtigte die Regierung der Sowjetunion, daß das am 31. Dezember letzten Jahres in Moskau unterzeichnete Abkommen über die Verlängerung der bestehenden russisch • japanischen Fischerei-Konventionen ratifiziert worden und damit in Kraft getreten ist. Das Abkommen sieht vor, daß das bestehende Uebereinkommen zwischen der russischen und der japanischen Regierung über die japanischen Fischereirechte in russischen Territorialgewässern bis zum 31. Dezember 1940 verlängert werden soll. Im Laufe des Jahres soll ein neuer Vertrag abgeschlossen werden. Samstag nachmittag wurden in Moskau die sowjetifch-japanischen Wirtschaftsverhandlungen in einer zweiten Besprechung fortgesetzt, an der der Volkskommissar für Außenhandel Mikojan, der ftellver- Agram, 14. Jan. (Europapreß.) Die Hauptstadt von Kroatien bereitete dem Prinzregenten Paul und seiner Gattin, Prinzessin Olga, einen herzlichen Empfang, womit die Kroaten wieder ihre Loyalität und Treue gegenüber dem jugoslawischen Staat bekundet haben, eine Tatsache, die auch aus allen Begrüßungsreden besonders hervorgehoben werden kann. Der Staatsbesuch in Agram ist der elfte Staatsakt des kroatischen Bundesstaates, in dem die kroatische Selbständigkeit und zugleich das Sich- einsetzen für die gemeinsamen Interessen des jugoslawischen Staates zum Ausdruck kamen. Das Prinzregentenpaar traf um 15 Uhr in Agram ein und wurde auf dem Bahnhof zuerst von Dr. Matschet, dem Führer des kroatischen Volkes, begrüßt. Nach weiteren Begrüßungsworten des Ba- nus von Kroatien und des Bürgermeisters von Agram fuhr der Prinzregent mit der Prinzessin in einem offenen Wagen durch die Straßen zur Mar- kuskirche und dem Banuspalais. Der Wagen war von Kavallerie der Königlichen Garde und von Kavallerie des Kroatischen Bauernschutzes flankiert. Die Kavallerie des Kroatischen Bauernschutzes wurde erst vor einigen Tagen aufgestellt. Sie trägt Bärenmützen wie die kroatischen Bauern und macht einen höchst malerischen Eindruck. Vor der Kirche wurde der Prinzregent vom Erzbischof von Agram, Dr. Alois S t e p i n e z, namens der katholischen Kirche Kroatiens begrüßt. Danach begab sich das Prinzregentenpaar über die Straße zum Banuspalais, von wo aus es einem Vorbeimarsch beiwohnte, an dem 14 800 Mitglieder des Bauernschutzes und etwa 15 000 Mitglieder der Parteiorganisationen teilnahmen. Auf eine Begrüßung durch Thomas B a b u r i c, der den Prmz- regenten der Treue und Unterstützung des kroatischen Volkes bei allen seinen Aufgaben für den inneren und äußeren Frieden versicherte, antwortete der Prinzregent, daß die Kroaten, Serben und Slowenen geeint wieder einer besseren Zukunft entgegensehen könnten. Aus ung-el)euren Opfern und Entsagungen sei das gemeinsame jugoslawische Vaterland geschaffen worden. Die Hauptschwierigkeiten seien aber nun überwunden, und die übriggebliebe» nen Fragen würden keine großen Hindernisse mehr sein. Eintracht im Innern und Frieden an allen Grenzen, das sei die Politik Jugoslawiens. Der Prinzregent unterzeichnete am Sonntagabend in Agram bas königliche Dekret über das W a h l a e - setz für die kroatische Zabor. Dr. Matschet verkündete die Unterzeichnung vom Fenster des Banuspalais dem versammelten Volke als eine besonders freudige Nachricht. Kopenhagen, 14.Jan. (Europapreß.) Es {tätigt sich, daß das dänische Tankschiff „D < mark" vor einem englisch-schottischen Kontrollhafen von einer Explosion heimgesucht wurde. Der 16 400-Brgt.-Tanker wurde von einem Schlepper in Tau genommen und auf Grund gesetzt, da die Ge- ftchr bestand, daß das Schiff sinken könnte. Aus Sicherheitsgründen hat die vierzig Mann starke Besatzung das Schiff verlassen und ist an Land gebracht worden. Es soll der Versuch gemacht werden, den Tankdampfer wieder flott zu machen und die Explofionsfchäden auszubessern. Die englischen Behörden verschweigen aus begreiflichen Gründen die Auswirkungen der Explosion. Die „Sanmart", das größte aller dänischen Schiffe befand sich mit voller Ladung auf dem Wege von Amerika nach Dänemark. In den Tanks des Schiffes waren 14 500 Tonnen Benzin und Petroleum. Der Verlust einer so großen Treibstoffladung müßte für Dänemark ein schwerer Schlag sein, oa die vorhandenen Lagervorräte überaus klein sind und nur bei sparsamster Rationierung den Bedarf decken. Wie ertönt vom jungen Froste die Bahn! Von Kans (Sturm ,Lass' der Stadt ihren Kamin! Komm mit uns, wo des Kristalls Eb'ne dir winkt! Wie erhellt des Winters werdender Tag sanft den See! Wie ertönt vom jungen Froste die Bahn!..." So preist Klop- stock in einer langen Ode den Eislauf vor f a ft zweihundert Jahren und trieb selbst diesen schönen, gesunden Sport bis zur Vollendung und wußte die Freude daran zu erwecken. Lessing schrieb hierüber seiner Braut: „Sie wissen, wie sehr sich Klopstock yut den Damen abgeben kann: ich weiß nicht, wieviel Frauen und Mädchen er schon beredet haben soll, auf den Schlittschuhen laufen zu lernen, um — ihm Gesellschaft zu leisten." llebri» gens hatte Klopstock in Goethe einen eifrigen Schüler. Kaum in Weimar ein wenig heimisch geworden, verleitete der junpe Dichter die Damen des Hofes mitsamt der Herzogin zum Eislauf, vor allem Frau von Stein, wie fein Tagebuch verrät. In Holland, dem klassischen Lande des Eisvergnügens, war das Schlittschuhlaufen feit jeher Volksvergnügen: ein deutscher Hofkalender vom Jahre 1788 berichtet darüber: „Es ist eine gar vorzügliche Gunstbezeugung, wenn man einer Dame die Schlittschuhe anschnallen darf, und sie belohnt die Mühe auf der Stelle mit einem — Kuß!" Uebrigens stammen die schönsten Gemälde und Zeichnungen, welche den Eislauf verherrlichen, von holländischen Kunst- lern; man denke an Bilder von Momper, de Hooghe oder Breughel. In der Biedermeierzeit wagten sich die Frauen noch nicht auf das Eis, sondern versammelten sich auf einer über der Eisbahn gelegenen Galerie, um der männlichen Jugend zuzuschauen; hin und wieder erhielt eine der Frauen oder Mädchen eine Einladung zu einer Fahrt im Stuhlschlitten. „Daß ein Stelldichein zärtlicher Art" (so heißt es in einem Bericht) „hier au den gewöhnlichen Vorkommnissen gehörte, versteht sich von selbst, und oft genug spielte das Cis den Eheprokurator." Erst nachdem um 1840 die berühmte Sängerin Henriette S o n - tag, damals bereits Gräfin Rosst, mit ihrem Töchterchen im Berliner Tiergarten „auf Schlittschuhen bahlnglilt", wurde das Eisläufen zum Dolksver- ynügen. Emanuel G e i b e l hat diese Winterfreude m Versen geschildert! Sei mir gegrüßt, o klingender Frost, du bringst uns die Sonne wieder zurück; tiefklar wölbt sich das schimmernde Blau; siehe, da drängt sich die Jugend hinab zur spiegelnden Eisbahn, welche des Nordwinds Hauch über die Tiefe gebaut. Auf der gediegenen Flut welch' buntes Gewimmel! Es wiegt sich, weithin kreisend die Schar auf dem beflügelten Stahl. Wie sie sich suchen und fliehn! Hell flattern die Schleier der Mädchen, wo sich die Lieblichste zeigt, stürmen die Jünglinge nach. Zaghaft, nahe dem Ufer versucht sich der Mindergeübte, Doch in die Weite des Sees lockt es den Meister hinaus. Ein anderer Dichter pries die Anmut der „göttlichen Henriette", wenn sie „dahinglitt auf vergoldetem Stahl"; ihre Schlittschuhe sollen vergoldet gewesen (ein. Die kostbarsten Schlittschuhe der Welt erhielt Kaiserin Elisabeth von Oesterreich an einem Neujahrstage von dem Wiener Diplomatischen Korps; sie waren ganz vergoldet, mit Diamanten und Rubinen verziert und kosteten 40 000 Mark. Seither ist der Eislauf zum Volkssport geworden. Wenn „vom jungen Froste die Bahn tönt", zieht es alt und jung dahin. Schlittschuhe blitzen in der Sonne, in vielfältig verschlungenen Linien wogt es durcheinander; hier und da heben sich die großen Kurven eines guten Läufers ab, dort schweben welche paarweise über die Fläche, in einer Ecke versuchen sich die Neulinge. Keine andere Bewegung, ausgenommen der Tanz, ist so eng verschwistert der Musik wie der Eislauf, er ist schwingende Seele, er ist Hingleiten ins Uferlose und dennoch gezügelt, man wird nicht müde, die Kunst der wachsenden Kurven zu bewundern ober den weiten Bogen zu folgen. Es ist ein wundersames Gefühl, so tanzend, fliegend dahinzugleiten, um sich selber zu kreisen, in immer neuen Kurven zu enteilen ober rückwärts sich selber zu entfliehen; diese unbeschwerte Seligkeit ist von manchen Dichtern in schönen Worten geschildert worden, so malt Hermann Claudius mit stillen, aber kräftigen Tönen das Wesen des Eislaufs in einem kleinen Gedicht, dessen vier letzte Zeilen lauten: i „Dor dir die biegsame Decke dunkelweit. In dir tief den Traum nach Glückseligkeit. lieber die spiegelnde Fläche hin gleitet dein Schuh. I Wie du dir immer entfliehen willst: du bleibst du." ,,©as jugostawrsche Antlitz." Die neue Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins im Stadttheater. Man muß dem Oberhessischen Kunstver- e i n Dank dafür wissen, daß er den Gießener Freunden der darstellenden Kunst die Schausammlung eines Künstlers vermittelte, der sich mit einer keineswegs alltäglichen Nachhaltigkeit und Konsequenz einer ganz bestimmten Aufgabe widmete und im Rahmen dieser Ausgabe zu einer außerordentlichen künstlerischen Leistung gelangte. Der Maler Olaf Jordan-Birkigt, über dessen Lebensweg wir am Samstag in kurzen Äügen berichteten, hatte sich vorgenommen, den jugoslawischen Menschen in der Mannigfaltigkeit seiner völkischen Herkunft und Zusammensetzung, aber auch in seiner Stellung zwischen dem Orient und dem Okzident zu erfassen und so wiederzugeben, daß die Bilder nicht nur strengsten ethnographischen Forderungen gerecht werden, sondern gleichzetig jedes einzelne Porträt als künstlerische Leistung angesprochen werden kann. Es ist aus jedem der etwa 70 Bilder zu ersehen, daß sich der Künstler einer ungemein sorgfältigen Studienarbeit befleißigte und sich jedem Menschen, den er abzubilden unternahm, mit innerster Anteilnahme widmete. So allein vermochte er es wohl auch nur zu erreichen, daß aus jedem Porträt unmittelbar und glaubhaft das Leben selbst spricht, daß die Menschen erfaßt werden konnten in der reichen Skala aller ihrer Eigenschaften — von der urwüchsigen Wildheit und Kraftfülle des jungen Berghirten bis zur Hintersichtigket eines fatalistischen greisen Mohammedaners. Die Menschen, die der Künstler erfaßte und die sich getreu in den Bildern spiegeln, sind fo unterschiedlich nach Art, Haltung und Ausdruck, daß man in der Betrachtung nicht müde werden kann. Da sind Montenegriner, deren gerader und unmittelbarer Blick fesselt, an anderer Stelle forscht man im Gesicht eines alten Mohammedaners, dessen Gedanken für den europäischen Menschen schwerlich zu erraten sind; hier ist es das grundehrliche Gesicht eines Bergbauern und wieder aus einem anderen Antlitz spricht uns Gemütstiefe und schlichte Naturverbundenheit an. Der Maler hat mit stets aleichbleibender Liebe und Sorgfalt den jungen König Peter II., Dürften, den orthodoxen Geistlichen» den Muezzin. den Großgrundbesitzer, den Offizier und den Hirten, den Amtmann, den Bauern und den Tagelöhner gemalt und aus allen Bildern gewinnt man den Eindruck, daß er allen diesen Menschen gerecht zu werden vermochte. Nur wenige Frauenbildmsse sind vorhanden, u. a. das einer würdigen Matrone aus alter montenegrinischer Familie, bann ein wunderbar weich und hell gehaltenes Bildnis einer jungen Frau und schließlich ein Mädchenbildnis von zartestem Liebreiz. Mit großer Freude stellt man fest, daß sich der Künstler vom Kompositorischen her kaum wiederholt. Jeder Kops steht anders im Raum, anders vor dem Hintergrund. Schön find die Abstimmun- gen und Harmonien in den Farben, wobei dem Maler eine fest gegründete Harmonie der Farben und der Ornamente in den schönen Trachten entgegen to mm t. Sehr sorgfältig ist die Tracht selbst studiert und zum Teil geradezu minutiös wieder- gegeben. Das alles ist geadelt durch eine für einen 38jäh- rigen Künstler erstaunlich reife zeichnerische Technik, die aber durchaus nicht im Zeichnerischen befangen bleibt, sondern in vielen Bildern zu starken malerischen Wirkungen gesteigert ist. Sv sehr dabei der Künstler den Einzelheiten der Kleidung alle erdenk- liche Sorgfalt zuwandte, so ist doch offensichttich, daß er in keinem Augenblick das Wesentliche und die große Linie aus dem Auge verlor. Eine Reihe von Bildern trägt ausgesprochen repräsentativen Charakter. Daß Olaf Jordan bei aller künsllerischen Hinneigung zum Menschen auch ein lebendiges Verhältnis zur Natur und zur Landschaft hat, wird in einigen Landschaftsbildern nachdrücklich bewiesen. Der Besuch der Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins macht so nicht nur mit dem jugoslawischen Antlitz, sondern auch mit einer ernsten Künstlerpersönlichkeit bekannt. Erfreulich ist es, daß die Bildnissammlung (die bisher nur in Leipzig, in Düsseldorf und in Frankfurt a. M. gezeigt wurde) durch die Unterbringung im Foyer des Stadttheaters weit über den Kreis der Freunde des Oberhessischen Kunstvereins hinaus, vielen Volksgenossen nahegebracht wird, die sicherlich in den Pausen der Vorstellungen des Stadttheaters der Ausstellung einige Aufmerksamkeit schenken werden, um schließlich zu einer eingehenderen und ruhigeren Bettachtung wiederzukommen. Heinrich Ludwig Neuner. Oie Aufhebung der Llrlaubssperre Oie Gesundheilsführung im Kriege Westwattheim Blassenburg. Aus aller Welt Mit Beginn der nächsten Woche kann wieder Urlaub genommen werben, nachdem der Reichs- wängler. Die Kapelle brachte schließlich ihrem deutschen Dirigenten einen rauschenden Tusch, dieser beendete dann mit dem Vorspiel zu den Meistersingern von Richard Wagner das Konzert. „Mitten in einer Zeit des Dunkels kam Furtwängler hierher", sagte ein bekannter dänischer Musikkritiker nach dem Konzert, „und er entzündete an diesem Abend den Strahlenglanz der Musik." Furtwängler wird, bevor er seine Reise nach Stockholm und Oslo fortsetzt, am Dienstag nächster Woche noch ein zweites Konzert geben. Auf der Flucht vor deutschem Ll-Boot an der schottischen Küste gestrandet. A m st e r d a m, 14. Januar. ((DNB.) Der 3161 Bruttoregistertonnen große griechische Dampfer „Tonis C h a n d r i s" strandete am Samstag an der nordschottischen Küste, nach dem er seinen Kurs geändert hatte, um einem deutschen U-Boot in der Nordsee zu entkommen. Die Mannschaft mußte das Schiff verlassen. Sie wurde in einem schottischen Hafen an Land gesetzt. Jüdische INordbestle in Lodsch zum Tode verurteilt. Das Sondergericht in Lodsch verurteilte den 30jährigen Juden Mojsche Parzenczewski, ehemaligen Inhaber eines Konfektionsgeschäftes in Ozorkow, zum Tode. Der Verurteilte hatte sich während seiner Dienstzeit im polnischen Heer viehische Mißhandlungen von Volksdeutschen zu Schulden kommen lassen. Parzenczewski hatte im September vorigen Jahres von seinem polnischen Vorgesetzten den Befehl erhalten, einige verhaftete Volksdeutsche von einer Kaserne zur Sammefttelle zu bringen. Hierbei mißhandelte der Jude die Wehrlosen aufs schwerste, Ein Volksdeutscher erlag den entsetzlichen Verletzungen, die ihm die jüdische Bestie zugefügt hatte. Landesverräter hingerichtet. B e r l i n, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Justiz- Pressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 28jährige Herbert I a k o b o w s k i aus Tilsit ist am Montag hingerichtet worden. Jakobowski hat aus Gewinnsucht Beziehungen zum Nachrichtendienst einer fremden Macht angeknüpft und diesem deutsche Staatsgeheimnisse preisgegeben. und wird auch in Zukunft nicht angetastet werden. In der gleichen Verordnung war damals schon weiterhin bestimmt worden, daß die polnischen Schulen wieder zu eröffnen waren, soweit dies zu jenem Zeitpunkt noch nicht der Fall war; auch die polnischen Fachschulen hatten ihren Unterrichtsbetrieb wieder aufzunehmen. Reichsschutdbuchforderungen. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der Reichsminister der Justiz hot eine Verordnung über die Verwaltung und Anschaffung von Reichsschuldbuchforderun- gen erlassen. Sie gewährt den Gläubigern von Reichsschuldbuchforderungen, die ihre Forderungen Kreditinstituten in Verwaltung geben, und den Käufern von Reichsschuldbuchforderungen, die sich bei dem Ankauf dieser Forderungen der Kreditinstitute bedienen, einen ähnlichen depotrechtlichen Schutz, wie er durch das Gesetz über die Verwahrung und Anschaffung von Wertpapieren den Hinterlegern und Käufern von Wertpapieren eingeräumt worden ist. Die Verordnung ermöglicht weiterhin durch die Zusammenfassung der Verwaltung von Reichsschuldbuchforderungen bei Wertpapiersammelbanken und bei der Reichsbank eine wesentliche Vereinfachung des Schuldbuchverkehrs. Front. Mit der großzügigen Regelung der Urlaubsverordnung sind die Gefolgschaftsmitglieder so gestellt worden, als wenn das Verbot der Kriegswirtschafts- Verordnung lediglich ein Aufschub der Urlaubs- bilde. Jeden Tag könne man nun mit der Auflegung einer Kriegsanleihe rechnen. Oie Betreuung -er neuen Kriegsopfer. Luge Zusammenarbeit der Fürsorgebehörden mit den Fürsorge- und Bersorgungs- dienststellen der Wehrmacht. Berlin, 13. Januar. (DNB.) Zu den verantwortungsvollen Aufgaben, die der Krieg für die Fürsorgebehörden mit sich bringt, gehört vor allem auch die fürsorgerische Betreuung der Versehrten und Hinterbliebenen aus dem gegenwärtigen Einsatz der Wehrmacht. Sie soll die umfassenden Maßnahmen, die von den Fürsorge- und Dersorgungs. dienststellen der Wehrmacht durchgeführt werden, so- weit erforderlich, durch eine zusätzliche Hilfe- lei stung ergänzen. Die Fürsorge stellen, die als örtliche Gemeindebehörden engste Fühlung mit der Bevölkerung haben, sind besonders dazu berufen, allen Besonderheiten des Einzel f a l l e s Rechnung zu tragen und durch laufende oder einmalige Unterstützung oder durch Darlehen im Rahmen der fürsorgerechtlichen Bestimmungen tätig einzugreifen. Ferner haben die bei den Provinzen und Landesregierungen errichteten Hauptfürsorge st ellen, soweit nicht den Beschädigten bereits durch die Arbeitsämter ein Ar- beitsplatz vermittelt wird, die Berufs - und Arbeitsfürsorge für Schwerkriegsbeschädigt durchzuführen, für die ein angemessener Arbeitsplatz oft nur mit Hilfe eines Schwerbeschädigtengesetzes be- Anhallende Schneestürme in ganz Spanien. In ganz Spanien halten bei niedriger Temperatur die Schneestürme an. Schnee bedeckt auch hochgelegene Gebiete Marokkos in der spanischen wäe in der französischen Zone. Die „Ala Littoria" mußte den Luftverkehr nach Spanien einstellen. Der Schnellzug Valencia — Tarragona blieb in der Nähe der Station Barracas im Schnee stecken. Aus Dastellon wurde ein Hilfszug mit Arbeitern und Lebensmitteln abgefertigt. Stürme im Mittelmeer verhinderten das Auslaufen der Postdampfer aus Malaga und Melilla. In den Häfen Valencia und Alicante mußten zahlreiche Schiffe Schutz suchen. Bei La Coruna sank ein Fischerboot, wobei die an Bord befindliche fünf- köpfige Fischerfamilie ums Leben kam. 3n der Bukowina eine Mutter mit drei Kindern erfroren. Die größte Kälte in Rumänien herrscht augenblicklich in der Bukowina. So wurden in Radautz 41 Grad unter Null gemessen. In dem Dorfe Amaru im Komitat Buzeu würbe eine Mutter mit ihren drei Kinder erfroren aufgefunden. In der Gegend des Schwarzen Meeres ist ein Nachlassen der Kältewelle zu verzeichnen. Im Hafen von Baloic wurden nur noch 7 Grad unter Null festgestellt. Die Stürme auf dem Schwarzen Meer haben sich etwas gemildert. Ein rumänisches und ein italienisches Schiff, die. auf Sandbänke aufgelaufen waren, konnten wieder flottgemacht werden. Sturm auf die Eiswagen--in Argentinien. Die unerträgliche Hitze in Buenos Aires, die auch nachts nur wenig nachläßt, hält weiter an. Am Sonntag sind vier weitere Personen an Hitzschlag erlegen, nachdem die Hitze während der letzten vier Tage bereits 32 Todesopfer gefordert hatte. Auch ein kurzer Regen hat nicht die sehnsüchtig erwartete Abkühlung gebracht, statt dessen ist der Feuchtigkeitsgehalt der Luft bis auf 94 v. H. gestiegen. Buenos Aires gleicht einer dampfenden Waschküche. Wer irgend kann, flüchtet in die überfüllten Flußbäder. In einigen Dorortbeürken herrscht bereits ein empfindlicher T r i n k w a s s e r- Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: vr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Pro- vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeiaenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zelt ist MW a&ß vdD L LMückLk-E Mjg. Kameradschastsdienst des Großdeuifchen Rundfunks. Berlin, 15. Jan. (DNB.) Wie der Groß, deutsche Rundfunk mitteilt, wird vom 20. Januar ab ein Kameradschaftsdienst für Wehrmacht, Polizei und Arbeitsdienst eingerichtet. Da auf dem normalen Postwege viele Mitteilungen, die den Soldaten an der Front angehen, ihm erst verhältnismäßig pät zur Kenntnis kommen können, so Geburten, Todesfälle und andere wichttge Mitteilungen, wurde der Weg gewählt, für diese Mitteilungen eine b e • ondere Rundfunksendung einzurichten. Der Kameradschaftsdienst wird ab 20. Januar, ab 1.30 Uhr morgens, für den Westen über den D e u t s ch l a n d s e n d e r, für den Osten über den Hauptsender Lodsch I, für die Kriegsmarine über den Sender Bremen erfolgen. Bei allen Einheiten der Wehrmacht, der Polizei und des Arbeitsdienstes wirb um 1,30 Uhr morgens je ein Empfänger be- setzt sein, so daß Mitteilungen für Angehörige des betreffenden Truppenteils, die unter Angabe der Feldpostnummer durchaesagt werden, schnellstens weiter geleitet werben können. Die M i t t e i l u n - gen ausder Heimat müssen an den Großdeutschen Rundfunk mit dem Sttchwort ,Lum?radfchafts- dienst" durch Eilbrief eingesandt werden. Um jeden Mißbrauch auszuschließen, müssen die Einsendungen beglaubigt sein durch die zuständige Ortsgruppe der NSDAP, oder die zuständige Gemeinde- oder Polizeibehörde. In besonders eiligen Fällen können Durchsagen auch telephonisch, jedoch nur von Ortsgruppen der NSDAP, oder von Behörden vorgenommen werden. schafft werden kann. Die vielseitigen Aufgaben auf dem Gebiet der Kriegsopferbetreuung werden von den Fürsorge- behörben in ständiger Zusammenarbeit mit den Fürsorge- und Versorgungsdienststellen der Wehrmacht durchgeführt. Bei dieser Arbeit leisten die N S.» K r i e g s - opferversorgung und der R e i ch s t r e u - bund ehemaliger Berufssoldaten wertvolle ergänzende Hilfe. Die enge Verbundenheit der Dienststellen der Wehrmacht, der Gemeinden und der Arbeitseinfatzverwaltung, die gemeinsam für das Wohl der Versehrten und Hinterbliebenen verantwortlich sind, kommt in einem Erlaß des Reichsarbeitsministers und des Reichsinnenministers zum Ausdruck, der im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht ergangen ist. Die Für- sorgebchörden haben nach dem Erlaß besonders daraus zu achten, daß den Versehrten und Hinter- bliebenen in jeder Weise eine bevorzugte Behand- lung zuteil wird, lieber die in dem Erlaß gegebenen Richttinien wird das Oberkonnnandv der Wehrmacht auch die chm unterstellten Fürsorge- und Dersoroungsdienststellen unterrichten und ihnen er« gänzerwe Weisungen erteilen. arbeitsMinister die Urlaubssperre ab 15. Januar । wieder aufgehoben hat. Im Vordergrund steht dabei jetzt die Abgeltung der aus dem Jahre 1939 noch vorhandenen Urlaubsansprüche. Im Reichsarbeitsblatt erklärt Regie- rungsrat Dr. S p r i ck vom Reichsarbeitsministe- rum, die rasche Beendigung des Polenfeldzuges und das schnelle reibungslose Einspielen der Wirtschaft auf die veränderte Lage hätten die Wiedereinführung des Urlaubs als gerechtfertigt erscheinen lassen. Man dürfe auch nicht übersehen, daß der größte Teil der von der Urlaubssperre Betroffenen bei stärkster Beanspruchung aller Kräfte länger als ein Jahr ohne zusammenhängende Freizeit gewesen sei. Gerade in den Betrieben, in denen hinsichtlich der Schwere der Arbeit und Dauer der Arbeitszeit ohnehin die größten Anforderungen an den Arbeiter gestellt würden, habe sich häufig infolge des Mangels an Arbeitskräften die Notwendigkeit einer Hinausschiebung des Urlaubs ergeben. Es hieße 1 Raubau an der Arbeitskraft treiben, wollte man die zur Erhaltung der Leiftungsfähigkett erforderliche Ausspannung auf längere Zeit vorenthalten. 1 Ungeachtet allen guten Leistungswillens würde die ' Gesamtleistung eines Betriebes in Kürze in einem Ausmaß sinken, das den durch die Urlaubserteilung 1 entstehenden Arbeitsausfall weit übertreffen würde. ' Die Wiedereinführung des Urlaubs sei ebenfalls einwesentlicher Beitrag zur Stärkung der inneren Vereidigung der Arbeitsdienstführerinnen. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Dor den zu einer Arbeitstagung in Berlin vereinigten Bezirksführe- rinnen des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend und den Führerinnen in der Reichsleitung des RAD. sprach der Beauftragte des Führers für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weit« I anschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP. Reichsleiter Alfred Rosenberg. Die Ansprache leitete zu der Vereidigung der Reichsarbeitsdienstführerinnen über, die im Hinblick auf die neue staatsrechtliche Eingliederung der Führerinnen an die Stelle der bisherigen Verpflichtung tritt. — Im Anschluß an diese Feier hob Reichsarbeitsführer H i e r l zusammenfassend noch einmal die Aufgaben hervor, die den Führerinnen des RAD. obliegen. Er wies vor allem darauf hin, daß nicht die Organisation an sich, sondern der Geist entscheidend ist, der ihr innewohnt. Für den RAD. gelte zu allen Zeiten das Lebensgesetz der Treue, des Gehorsams und der Kameradschaft. Auf diesem festen Fundament werde er seine hohe Mission im Dienste der inneren Front auch in diesen Kriegszeiten erfüllen. Krakau erhält erste deutsche Volksschule. Krakau, 12. Ian. (DNB.) Am Dienstag wird der Distriktschef von Krakau, Gouverneur Dr. Wächter, in Krakau die erste deutsche Volksschule ihrer Bestimmung übergeben. Auch diese Schule ist ebenso wie die Deutsche Schule in Warschau und die anderen im Distrikt Warschau bereits eröffneten deutschen Volksschulen selbstverständlich nur für d i e Kinder von Volksdeutschen und von bei den deutschen Dienststellen be- schäftigten Reichsdeutschen bestimmt. Das Schulwesen im Generalgouvernement ist durch eine Verordnung des Generalgouverneurs vom 31. Oktober dahin geregelt worden, das volksdeutsche Kinder nur in deutschen Schulen und polnische Kinder nur in polnischen Schulen unterrichtet werden können, womit festgelegt ist, daß deutsche Schulen polnischen Kindern überhaupt nicht offen- stehen. Was also zur polnischen Zeit von den volksdeutschen Eltern mehr und mehr wegen der daraus sich ergebenden wirtschaftlichen und sonstigen Folgerungen aufgegeben werden mußte, das Recht, dis Kinder in deutschem Sinne in deutschen Schulen erziehen zu lassen, ist der polnischen Bevölkerung des Generalgouvernements als eine Selbstverständlichkeit von Anfang an gewährt worden erteilung gewesen wäre. Von der Anrechnung auf die Urlaubsansprüche ist die Freizeit ausgeschlossen, die in außerordentlichen Fällen auf Grund tariflicher Regelung der Arbeitsverfäumnis gewährleistet ist. Vor der Sperre erteilter Urlaub ist dagegen ebenso anzurechnen, wie ein Urlaub, der etwa unter Verstoß gegen das Urlaubsverbot gewährt sein sollte. Selbstverständlich ist bei der Wahl der Urlaubszett eine vermehrte Rücksicht auf die Betriebslage erforderlich. Die Möglichkeit der Abgeltung des alten Urlaubs ganz oder teUroeife in Geld war deshalb notwendig, weil die Befriedigung von zwei nebeneinander bestehenden UrlauLsanfprüchen eines Gefolgfchastsmitgliedes unter Umständen Schwierigkeiten bereitet. Da sich die Abgeltungsmöglichkeit nicht auf den Urlaub für 1940 erstreckt, bleibt dem Gefolgschaftsmitglied immerhin ein Anspruch auf bezahlte Freizeit erhalten. Die Ausnahme der Abgeltung in Geld beschränkt sich allerdings nur auf die Fälle, in denen die Unmöglichkeit einer Freistellung von der Arbeit auf die Kriegsverhältnisse zurückzuführen ist. Auch die Urlaubsvorschriften des Jugendschutzgesetzes sind wieder in Kraft. Da die Zeit der Urlaubssperre bei der Berechnung der Wartezeit, die für Jugendliche drei Monate beträgt, für den Erwerb des neuen Urlaubs an spruchs mit berücksichtigt wird, erhalten auch Jugendliche, die in der Zett vom 4. September, dem Beginn der Urlaubssperre, bis Ende September erstmalig in ein Lehr- oder Arbeitsverhältnis eingetreten sind, nachttäglich für 1939 noch einen Erholungsurlaub. Ist das Lehr- oder Arbeitsverhältnis am 1. Oktober oder später begonnen worden, so kommt dagegen für 1939 ein Urlaub nicht mehr in Bett acht. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Auf der Blassenburg bei Kulmbach wurde im Rahmen der vor kurzem eröffneten klinischen Abteilung des Generalinspektors für das deutsche Sttaßenwesen das Westwallerholungsheim Blassenburg eröffnet. General- Inspektor Dr. Todt begrüßte in der NS.-Reichs- schule die erste Gruppe erholungsbedürftiger Westwallarbeiter, Männer zwischen 18 und 65 Jahren, aus allen Gauen des Reiches, insgesamt 81 Mann, die 16 Monate und mehr am Westwall gearbeitet hatten, Männer mit teilweise anfälligen Erkältungskrankheiten, Stoffwechselkrankheiten, mit Rückständen aus Unfällen und früheren Erkrankungen, die nun durch eine mehrwöchige Erholung vollkom- men ausgeheilt werden fallen. Dr. Todt gab feiner u. a. Staatssekretär Stuckardt, Oberregierungsrat Neumann vom Propagandaministerium, der Präsident der Reichsfilmakademie Müller- Scheld und Gauinspekteur und Regierungspräsident U e b e l h o e r anwesend waren, gestattete sich zu einer eindrucksvollen Bekundung deutschen Kulturwillens im wiedergewonnenen deutschen Osten. Oberbürgermeister Schiffer bezeichnete die Gründung des Theaters als eine kämpferische Tat für die deutsche Kultur im Osten und übergab das Haus in die künstlerische Obhut des Intendanten Hans Hesse, des ehemaligen Direktors des Deutschen Theaters in Reval, das nunmehr in Lodsch wirkt. Mozartsche Musik leitete zu der Aufführung von Lessings „Minna von Barnhelm" über, das künstlerisch hervoragend dargebracht wurde. Die Byrd-AntarktisExpedition an der Küste der Walfischbucht gelandet. Vizeadmiral Byrd hat dem argentinischen Marine- Ministerium die Mitteilung zugehen lassen, er sei mit seiner Expeditton an der Küste der Walfisch- Bucht gelandet und befinde sich gegenwärtig in der Nähe von Little-Amerika. Dort errichte die Expe- ditton ein Lager, das ihr bei dem weiteren Vordringen als Stützpunkt dienen solle. Kopenhagen feiert Furtwängler. Das Konzert des Orchesters des Königlichen Theaters in Kopenhagen unter Leitung von Generalmusikdirektor Furtwängler gestaltete sich zu einem großen Erlebnis. Weit über 1500 Musikbegeisterte wohnten der festlichen Veranstaltung bei. Diese erhielt eine besondere Ehrung durch die Anwesenheit der Königin Alexandrine von Dänemark, die mit Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Ingrid, Prinzessin T h y r a und Prinzessin S : b y 1 l a von Schweden erschienen war. Auch der deutsche Gesandte mit sämtlichen Mitgliedern der Gesandtschaft, die Vertreter der Auslandsorganisation der Partei und zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie wohnten der Veranstaltung bei. Das Konzert begann mit der Ouvertüre zum „Freischütz" von Weber. Bereits nach diesem Werk setzte starker Beifall ein. Er steigerte sich zu einer Ovation für Furtwängler und das Orchester nach dem Vortrag von Richard Strauß' „Tod und Verklärung", nach der e-moll- Sinfonie von Tschaikowsky wollten die Huldigungsrufe kein Ende nehmen. Das Publikum klatschte im Takt und rief immer wieder nach Furt« irr« laencoujirrnoiivLiiuui u i c cm mun u««-- — ■ •» —u —----- - . > ' . -.. der tor gewonnen. Man fei fraglos heute in der Lage, künde die Grundlage' sind, sondern.nach wie vor die er- ein 'ganzes Volk nach diesem Verfahren zu unter- ernsthafte exakte Forschung der Wissen- der suchen. Trotzdem ständen mir noch immer am An- schäft. Trotz des Krieges wird in Deutschland in enger Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsführung und Wissenschaft der Kampf gegen die Volkskrankheiten fortgesetzt werden. Das ergibt sich aus einem Bericht, den Reichshauptamtsleiter Dr. Kurt B l o m e in dem Organ des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP. „Die Gesundheitsführuna" erstattet. Darin teilt er mit, daß die Gesundheitsführung der Mssen- schaft ganz bestimmte große gemeinschaftliche Aufgaben stellt. Die Frage der Krebserkrankung werde eines Tages gelöst werden. Es gebe keine andere Krankheit, von der man soviel wisse, wie vom Krebs; es gebe aber auch kaum eine Krankheit, bei der man mit dem bisher Erforschten so unverhält- ! nismäßig wenig anfangen könne, wie beim Krebs. Große umfassende Schickfalsstatifttken würden die Grundlagen zur Lösung vieler Fragen legen, die in Laboratorien und Kliniken nicht zu lösen sind. Diese men ausgeheilt werden sollen.'Dr. Todt gab seiner Statistiken wurden voraussichtlich ber 50^9 Freude Ausdruck, daß es gelungen sei, die Reichs- einen neuen Weg weisen. Derartig umfassende ba« schule des NS.«Bundes deutscher Tech- tistiken seien aber nur in nationalsozialistischer Ge- n i k zu diesem Zweck umzubauen. Er habe den meinschaftsarbeit zu erarbeiten, wo Forscher, Wissen- Orthopäden Professor Gebhardt, der seit Saf). fWler, 2Irdt Staat .unbr^fr^11 ren Unfall- und Arbeitsverletzte ärzttich betteut, wie in Frage kommenden Stellen unter einheitlicher beauftragt, den Gesundheitszustand der Westwall- Führung, d. h. der Gesundhettsfuhrung, an einem arbeitet eingehend zu prüfen. Hierfür schien ihm solchen Problem mttwirktem , die Blassenburg besonders geeignet. Hier seien die Bei der Tuberkulose sei durch die 9tont Männer des Westwalls aus ihrer Umgebung her- g e n - S ch i r m b l l d f o to g r a fi e em neuer Fak- ausgenommen an eine Stätte des Frohsinns, '------------ Straßenbahn noch nicht gegeben war. Bei dem Bra nd Unglück kamen zwei Hausbewohner ums Leben, die sich bei der überaus schnellen Ausdehnung der Flammen nicht rechtzeitig hatten in Sicherheit bringen können und auch von der Feuerwehr nicht bemerkt worden waren; offensichtlich sind die beiden Einwohner durch die starke und rasche Rauchentwicklung bereits in den ersten Mi n id» teil des Brandes in der «Wohnung betäubt worden und ohnmächtig zujammcnge'funten, sodaß sie weder rufen, noch von draußen bemerkt werden konnten. Die Toten wurden am Sonntagnacdmi'ttag bei beit Aufräumungsarbeiten der Feuerwehr in der aus* gebrannten Wohnung aufgefunden. Der «Brandschaden ist natürlich sehr groß. Dfe Ursache der Explosion ist bis jetzt noch nicht nut Abteilung INülterdienst. Am Mittwoch, 17. Januar, von 15 bis 17.30 Uhr, und von 20 bis 22 Uhr beginnt ein Krankenpfleger- kurfus im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schon- zenstraße 18, 1. Stock. Anmeldungen werden bei der Kriegsgeschäftsstelle des Deutschen Frauenwerks, Frankfurter Straße 1, noch entgegengenommen. Wir bitten, die Karten für die Veranstaltung am 18. Januar bis zum 17. b. 21L in unserer Verkaufs- - - * 223D Venusjahr. Schon im Dezember 1939 konnten wir den ; Abend st ern nach Sonnenunter gang am südwestlichen Horizont leuchten sehen. Ende Januar währt feine Sichtbarkeitsdauer bereits über drei Stunden. Mit steigendem Glanze beherrscht nun Venus bis in den Juni den Abendhimmel. Dann verschwindet sie für einige Wochen in den Strahlen der Sonne, wandert vor der Sonne vorüber („Untere Konjunktion"), um im Juli wieder als Morgenstern zu erscheinen. Einen wundervollen Anblick gewährt das unmittelbare Uebereinanber von Abendstern und Mondsichel, das wir in der ersten .Jahreshälfte sechsmal beobachten können, meist um Iben 11. ober 12. jeden Monats. Weitere sechs Male bietet sich dasselbe schöne Schauspiel am Morgen- himmel in der zweiten Jahreshälfte, so am 31. Juli, .30. August, 28. September, 28. Oktober, 27. November, 26./27. Dezember. Da 13 Venusumläufe um die Sonne fast gleich 8 Erdumläufen sind, wiederholen sich diese günstt- gen Sichtbarkeitsbedi ngungen alle acht Jahre. Das letzte Denusjahr war 1932, das nächste nad) 1940 wird 1948 fein. Von allen Planetenbahnen ist die der Venus am kreisähnlichsten. Daher kommt es, daß die Erscheinungen des Morgen- und Abendsterns wie ein Uhrwerk ablaufen. Den Priesterastronomen der alten Kulturvölker galt Venus als der zuverlässigste Stern zur Zeitmessung, den sie auf dieselbe Rangstufe wie Sonne und Mond erhoben. Die Dreiheit Sonne, Mond und Venus wurde zum Inbegriff der heiligen Weltordnung, und hierin müssen wir nach Henfeling die eigentliche Ursache für die Heiligkeit der Dreizahl und die Entstehung des Begriffs der Dreieinigkeit erblicken. Wettlauf der Planeten. Beim Jahresbeginn sehen wir die großen Planeten Jupiter und Saturn mit Mars in einer Linie hoch am Südhimmel. Der Abstand zwischen Mars und Jupiter verringert sich zusehends, und nachdem Mars nördlich an Jupiter vorbeigelaufen ist, überholt er am 13. Februar auch den Saturn. Noch rascher als Mars ist Venus, die am 29. Februar Jupiter, am 8. März Saturn und am 11. April Mars überholt. Im Juni sehen wir dann Venus, Mars und Merkur tief im Nordnordwesten. An den Abenden vom 10. bis 15. Juni können wir die helle Venus als Leitstern benutzen, um den schwierig zu beobachtenden Merkur rechts von chr zu Das Jahr 1940 ist ein Schaltjahr, und in einem solchen räumt ein alter Dotksbrauch den Frauen ein besonderes Recht ein, auf das sich vielleicht manche Vertreterin des schonen Geschlechts gern be- sinnen mochte. Im Schaltjahr sollen nämlich die Frauen das Reckst haben, um die «Manner anzu- hatten, während in der übrigen Zeit sie ja bescheiden warten sollen, bis sie erwählt werden. Dieses verführerische Privileg ist bei uns allerdings bis- her kaum ausgeübt worden. Häufiger ist es bei den angelsächsischen Volkern, urtb es gibt auch eine Legende, auf die man dieses Vorrecht zurück,uhrt. Die heilige «Brigitte soll sich nämlich einmal an den heiligen Patrick gewandt haben, -um ihm tränenden Auges vorzustellen, es fei doch eine schreiende Ungerechtigkeit, daß die Männer sich die Frauen auswählten und nickst umgekehrt. Um sie zu beruhigen, schlug ihr der heilige Patrick vor, man solle einführen, daß in jedem siebenten Jahr die Frauen um die Männer anhalten dürfen. Dies schien der taiS' Igitte soll sogar selbst von dem neuen Vorrecht ge- i Bericht vom Ueven oer " Die Ausbildung der sog. technischen Lehrerinnen für weibliche Handarbeit und Hauswirtschaft erfolgte seither in staatlichen Seminaren. Diese werden nach einem Erlaß des Reichserziehungsministers an Ostern 1940 geschlossen. Die Heranbildung der zukünftigen technischen Lehrerinnen, die nach den neuen «Bestimmungen auch eine volle Ausrichtung auf dem Gebiet der Leibeserziehung erhalten, erfolgt nunmehr gemeinsam mit den zukünftigen Volks- fchullehrerinnen an den Hochschulen für Lehrerbildung. In Hessen besteht eine solche in Darmstadt. Studiengelder werden von den Studierenden nicht erhoben. Zur Bestreitung der bei dem Studium entstehenden Nebenkosten können staatliche Beihilfen gewährt werden. Die Ausbildungsdauer für die technische Lehrerin ist jetzt, wie die der Studierenden an der Hochschule für Lehrerbildung überhaupt, au drei Semester verkürzt worden. In das staatliche Seminar für technische Lehrerinnen in Darmstadt, dessen zweiter Jahrgang für, .....-------- - weibliche Handarbeiten zu Ostern 1941 auslauft,' auch am Samstagnachmlttag bzw. am gestrigen können zu Ostern 1940 einmalig solche Bewerberin- neu ausgenommen werden, die sich in einem Johr zur „Handarbeitslehrerin mit einfacher Ausbildung heranbilden lassen wollen, sofern sie die Prüfung als ländliche Hauswirtschaftsgehilfin abgelegt haben. Ihre Uebernahme in das Beamtenverhaltnis ist bei Bewährung im Amt gesichert. Sie müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben und außer einer guten Schulbildung aud) eine ausreichende technische Vorbildung und Begabung nachweisen können. Die onstigen Aufnahmebedingungen sind die gleichen wie either für die technijchen Lehrerinnen. In Einzel- ällen entscheidet «Abteilung VII der Hessischen Landesregierung, an die Anmeldungen bzw. «Anfragen alsbald zu richten sind. Schweres Arandunczlück. — Die Jllnstrirte Zeitung eröffnet den Jahrgang 1940 mit einer Zeichnung von Karl Storch, „Deutsche Flieger beim Angriff auf englische Vor- postenschiffe". An Hand eindrucksvoller graphijcher Darstellungen rvird die Bilanz des bisherigen See- kriegs gezeigt. Eine Zeichnung von Zeeden stellt den Angriff eines deutschen U-Bootes auf einen englischen Geleitzug dar. Interessant ist auch dw Aus der Stadt Gießen. Hausfrau und Fische. In den letzten Jahren hat sich das grätenlose Fischfilet immer stärker durchgesetzt. Ueberall tonn- ?n die Hausfrauen das grätenlose Fischfleisch kau- en. Die Hausfrauen hatten mit dem Zurechtmachen her Fische fast Nichts mehr zu tun, denn so wie sie hen Fisch aus dem Laden erhielten, war er meistens Breits koch- und bratfertig zuyerichtet. Heute ist >as anders geworden. Statt der großen Fische werben größtenteils kleinere Fijchsorten angelandet, stnzu kommen die verschiedenen Süßwasserfische, die ,-ibcr fast alle von den Hausfrauen selbst erst zu- red)tgemad)t werden müssen, ehe sie brat- oder kschartig sind. Da hat es bei Vielen noch feine Schwie- -igkeiten mit dem Aufschneiden, Ausweiden und 'Ibschuppen der Fisd)e. Dieses Fertigmachen der Arsche ist in Wirklidsteit gar Nicht so schwierig und eber kommt ohne viel Hebung leicht damit zurecht, Denn er es nur richtig anfängt. «Beim Aufschneiden und Ausweiden eines Fisches ängt man niemals beim Kopf an und schneidet ten Bauch nach dem Schwanz auf, sondern umge- ehrt, die Bauchdecke wird vom Aster nach den Riemen hin aufgeschnitten. Die Eingeweide werden ebenfalls in der «Weise ausgenommen, daß man bas Messer von unten herauf führt und mit einem eichten Griff alles zugleich herausnimmt. Der Hogen wird für sich abgesondert, ebenso die Fischleber. Ein kleines scharfes Küchenmesser eignet sich ür das Zurichten kleinerer Fi'sche am besten. Manche Süßwasserfische werden oft nur deshalb mgem gekauft, weil sie sich so sd)wer abschuppen 'lo sen. Wer täglich mit Fischen umgeht, weiß, daß ts nur halb so schlimm ist. Einen elektrischen Fisch- chupper wird man im Haushalt meistens nicht jaben, vielleicht auch keinen Handschupper. Es ge- nügt jedock) auch ein gutes und festes Küche nm e sie r, wie es in den HauShciltsküchen zum Putzen von Ge- -nüfe benutzt wird. Man fängt am Schwanzende an zu schuppen und setzt das Messer so stach wie möglich sest an. Noch besser geht es, wenn man 5en Fisch auf ein Küchenbrett legt. Man sticht ihm nun eine Gabel durch die Schwanzwurzel, und wahrend man nun mit der rechten Hand schuppen kann, häll man den Fisch mittels der Gabel mit der linken Hand auf dem Brett fest. Bei einiger Hebung nyirb man jedenfalls feststellen, daß das Ab schuppen und Zurichten der Fische schnell von der Hand Ein Vorkämpfer der deutschen Gemeinschaft. Zum 100. Todestag des Gießener Burschenschafters Karl Folien. Sonntagmorgen bekämpfen. In einem Lagerraum der Firma Karzentra waren am Samstag- nachmittag mehrere wollene Decken in Brand geraten. Die sofort alarmierte Feuerwache war rasch zur Stelle und konnte in etwa halbstündiger Ar- beit den kleinen Brand niederkämpfen und alle Gefahr beseitigen. Am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr mutzte die Feuerwache nach einem Hause in der Schanzenstraße ausrücken, wo ein Zimmer- brand entstanden war, der wahrscheinlich auf lieber- Hitzen eines Ofens zurückgeführt werden mutz. Auch hier gelang es der Feuerwache in etwa halbstündiger'Löscharbeit, alte Gefahr zu beseitigen. * Deutscher Reichsbahn-Kalender 19 4 0. Herausgegeben vom Pressedienst des Reichs- verkehrsministerums. (Verlag: Konkorda-Verlag Reinhold Rudolph, Leipzig.) — (7) — Dieser Ka- lender erscheint mit der Ausgabe 1940 zum 14. Male. Er ist unter dem Gedanken geschaffen worden: „Auslandsverkehr trotz Krieg!" Die Bilder und der Text find ganz auf diesen Gedanken ausgerichtet worden, und dabei wird auch die Bedeutung der wichtigsten Derkehrsstrecken für den Reiseverkehr mit dem neutralen Ausland besonders betont. Wie schon bei den früheren Ausgaben des Reichsbahn- Kalenders, ist auch diesmal wieder eine Fülle von guten Bildern in diesem Druckwerk vereinigt, die den vielfältigen Betrieb der Reichsbahn und die Schönheiten der deutschen Landschaft eindrucksvoll vor Augen führen, darüber hinaus über den Einsatz der Eisenbahner im Dienste des Reiseverkehrs in Deutschland anschaulich berichten. Der Kalender wird sicherlich allen Beziehern Freude bereiten. Aus der engeren Heimat. Seuer im Bauernhof. ♦ Ruppertenrod (Kreis Alsfeld), 14. Ian. Am heutigen Sonntagfrüh gegen 6 Uhr brach hier in dem Grundstück des Landwirts Ernst Diehl Feuer aus, durch das die Scheune und die Stallungen sowie der Dachstock des Wohnhauses völlig eingeäschert wur- den. Mitverbrannt sind die Heu- und Strohvorräte in der Scheune sowie der Bestand an Hühnern. Das übrige Vieh konnte gereitet werden. Es ge- lang auch, das Mobiliar des Wohnhauses rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Ermittelungen über die Ursache des Brandunglücks sind noch im Gange. Landkreis Gießen. z Steinbach, 14.Jan. Am morgigen 15.1. kann Frau Christine Clara Gerhard, geb. Schmidt, Witwe des am 29. 3. 1934 verstorbenen Carl Gerhard I.V., ihren 8 0. Geburtstag feiern. Unsere herzlichen Glückwünsche! = Steinbach, 15.Ian. Die RS.-Krteger- kameradschaft Steinbach hielt ihre Jahres- generalversammlung unter dem Vorsitz von Jakob Serth ab. Der erste Teil der Versammlung fand im settyerigen Vereinslokal bei Kam. August Haas statt, dann zog man nach allem Brauch in das neue Dereinslokal bei Kam. Johann Denker. Der Kameradschaftsführer eröffnete die Tagung mit einer Ansprache, in der er die Ereignisse des vergangenen Jahres würdigte und nach der Totenehrung dem Führer den üblichen Gruß widmete. Sodann wurde ein Ueberblick über das vergangene Dereinsjahr gegeben. Der Reichskriegertag in Kassel und das Kriegerfest in Großen-Linden wurden als Höhepunkt des Vereinslebens neben dem Unterhaltungsabend im Winter gewürdigt. Hierauf erstattete der Kassenwart Karl B a l s e r IX. den Kassenbericht. Die Kasse ist in Ordnung, durch außerordentliche Ausgaben ist der Bestand gering. Deshalb wurde eine Sonder- Umlage von 1,— RM. beschlossen. Dem Rechner wurde Enllastung erteilt, lieber das Schießwefen wurde berichtet, daß es blüht; zwei goldene Schieß- ehrenzeichen wurden verliehen. Der Ehrenpräsident Heinrich Keßler VI. und Kamerad Johannes Arnold sind die neuen Inhaber dieser Auszeichnung. Es wurde bann von den Sendungen ins Feld berichtet, die die Kameradschaft an ihre Kameraden und deren Söhne geschickt hat, auch wurden Danfesbriefe bekanntgegeben. Nachdem in üblicher Weise der offizielle Teil geschlossen war, mürben noch einige Stunden in echter Kameradschaft verlebt. Am 13. Januar 1840 ging auf hoher See ein Schiff unter, das den Verkehr zwischen Neuyork und Boston vermittelte. Unter den Opfern der Katastrophe befand sich e i n. D e u t s ch e r, der sich in seinem alten, wie in seinem neuen Daterlande einen Namen gemacht hatte, einer von den Menschen, die die Zustände ihrer Gegenwart von einem festen Standpunkt aus beurteilend zu Kritikern ihrer Zeit und zu Vorkämpfern neuer Gestaltungen werden und die, da die Gegenwart für ihre Ideen noch nicht reif ist, um so schwerer zu leiden haben, j« weniger sie von ihrem Ideal lassen. Karl Fallen wurde 1796 als Sohn eines Gießener Juristen geboren. Da damals die Franzosen die Stadt bedrohten, war die Mutter nach Romrod zu ihrem Vater geflohen. Als sie dem zweiten Sohn das Leben schenkte, rückte der General Jourdan in das Städtchen ein. Man könnte daran fast ein Vorzeichen für des Kindes Leben sehen, dessen erster Lebensabschnitt erfüllt war von der Auseinandersetzung mit der französischen Fremdherrschaft. Er besuchte das Pädagogium in Gießen und wurde aufs tiefste beeinflußt von dem besten seiner Lehrer, Gottlieb Weicker, der es verstand, in seinen Primanern den Sinn für die Freiheit des Vaterlandes zu wecken und ihnen den Gedanken, daß es eines jeden Pflicht ist, für das Gemeinwohl zu leben und zu sterben, völlig vertraut zu machen. Im Jahre 1813 bezog Fallen die Universität. Als nach der Schlacht bei Leipzig ein freiwilliges Jägerkorps in Hessen gebildet wurde, meldete er sich sofort. Nicht nur die Lehren Welckers, auch ein von der frühesten Jugend in ihm liegendes lebendiges Christentum machten es ihm zur Selbstverständlichkeit, nach seiner Ueberzeugung zu handeln. Während des Krieges erlebte er die erste schwere Enttäuschung. Das Korps kam zwar bis nach Lyon, aber nicht in den Kampf. Dagegen wurde es von dem Dberfommanbierenben der hessischen Truppen, dem Prinzen Emil, der innerlich noch ganz Napo- leon anhing und als Erzreaktionär, der er bis zuletzt blieb, gegen alle selbständigen Regungen einen inhärenten Haß hatte, überaus schlecht behandelt. Das war der Auftakt zu dem Konflikt zwischen nationaler Gesinnung und landesfürstlichem Egoismus, der für Fallen, wie für viele andere die nächsten Jochre erfüllte; nicht nur in Hessen, sondern überall in Deutschland, denn Metternich in Oesterreich, Friedrich Wilhelm III. in Preußen waren nur Abarten desselben Denkens in größeren staatlichen Verhältnissen. Nach den Freiheitskriegen schloß sich die zur Universität zurückkehrende vaterländische Jugend in der Burschenschaft zusammen. Karl Fallen war einer ihrer Mitbegründer und in Gießen ihr leitender Kopf. Es hinderte ihn nicht, seinen Studien nachzugehen und trotz der Schikane eines der bur- Raubüberfall in der Dunkelheit. Der Verbrecher kam nicht well. Lpd. Frankfurt a. M., 14. Jan. Unweit der Konstabler Wache wurden abends einer Frau, die aus der Markthalle kam, die Handtasche und das Einholnek aus der Hand gerissen. Der Täter konnte zunächst flüchten, wurde aber kurz darauf von einigen beherzten Männern gestellt und der Polizei übergeben. Es handelt sich bei dem Verbrecher um einen etwa 40 Jahre alten Mann, der nach einem Diebstahl aus Hannover geflüchtet und nach Frankfurt gekommen war. Er ist bereits erheblich vor- beftraft und hat auch in Frankfurt schon wieder zwei Einbruchdiebstähle begangen. Der älteste Küfermeister Deutschlands. Lpd. Reinheim (Odenwald), 13. Januar. In Reinheim im vorderen Odenwald kann zu Beginn lder Woche der ältefte Küfermeister Deutschlands, Georg Daniel Becker, in Verhältnis- Von profeffor Dr. Ludwig Bergsträßer. fchenschafttichen Bewegung feindlichen Professors ein gutes Examen zu machen. Die Burschenschaft war eine politische Bewegung; die sich ihr anschlossen, hatten aus den letzten Jahrzehnten gelernt, daß die Vielstaaterei schuld daran war, daß der westliche Nachbar in Deutschland Vordringen konnte. Ihr Ziel war darum ein einheitliches Reich. Im einzelnen waren die Pläne sehr unterschiedlich, oft nicht klar; aber man erkannte das Wesentliche, daß die Einzelfürsten auf einen Teil ihrer Souveränität zugunsten des Reiches verzichten müßten. Man hoffte, sie würden es tun; man glaubte auch durch eine Volksbewegung sie zwingen zu können. Und man war überzeugt, daß eine Garantie für eine nationale Politik nur gegeben fei, wenn breite Kreise der Bevölkerung Anteil und Mitbestimmungsrecht hätten. Man wollte Freiheit im Inneren als notwendiae Grundlage der Freiheit nach außen. Die Regierungen widerstrebten diesen Plänen um so mehr, als sie noch voll Furcht vor der Revolution steckten. Sie versuchten das absolutistische Regiment noch mehr auszudehnen. Folien, inzwischen Rechtsanwalt geworden, wurde durch seinen Beruf in diesen inneren Kampf hineingezogen. Oberhessische Gemeinden hatten in der Kriegszeit bedeutende Schulden aufnehmen müssen; sie zahlten ihre Zinsen ordentlich, aber die Regierung in Darmstadt wollte die Gelegenheit benutzen, ihnen das Selbstbestimmungsrecht über ihr Gemeindevermögen zu nehmen auf einem Umweg: durch Gründung einer gemeinsamen Schuldenkasse unter staatlicher Leitung. Die Gemeinden wandten sich an den jungen Juristen, der ihnen ein ausgezeichnetes Gutachten schrieb, in dem er bewies, daß die Absicht der Bürokratie mit den früheren Verordnungen und Gesetzen des Großherzogs in Widersoruch stehe. Fallen beteiligte sich überdies an der Agitation für eine Verfassung. Beides machte ihn mißliebig. So ging er von Gießen weg und wurde Dozent in Jena. Als der bärtige Student Sand den Dichter Kotzebue ermordete, in dem er einen Feind des Vaterlandes sah, wurde Follen, mit dem Sand viel verkehrt hatte, in die Untersuchung hineingezogen; er verlor sein Lehramt, obwohl man ihm keine Mitschuld nachweisen konnte, die er auch nicht hatte. Er ging nach Gießen zurück. Als er Wind davon bekam, daß er neuerdings verhaftet werden solle, floh er nach Straßburg, fand später eine Bleibe in der Schweiz als Dozent an der Universität Basel. Da er die Fühlung zu den oppositio- netten Kreisen in Deutschland aufrechterhielt, verlangte der Deutsche Bund seine Ausweisung. Nun ging er, im Jahre 1824, nach Amerika. Dort bekam er nach kurzer Zeit eine Professur für deutsche Literatur — die erste in den Vereinigten Staaten überhaupt — an der Harvard-Universi- mäßig guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit feinen 9 9. Geburtstag begehen. Nach altem Handwerkerbrauch wanderte der junge Odenwälder Küfer vom Hessenlanld aus bis in die Schweiz und nach Oesterreich. In einem Wiener Dorort arbeitete er zweieinhalb Jahre und erinnert sich noch heute gern der großen Küferfeste, die damals in Wien abgehalten wurden. Bereits 1870 konnte Küfer- meister Becker auf Grund hervorragender handwerklicher Arbeiten eine Ehrenurkunde der Hessischen Zentralstette für Handwerk und Gewerbe erhalten. Rhein-Mainifthe Börse. Tendenz: Ruhig. F r a n ff u r t a. M., 13. Jan. Den Erwartungen entsprechend nahm die Börse zum Wochenschluh allgemein einen ruhigen Verlauf. Die Kundschaftsbeteiligung hielt sich in engen Grenzen, auch am Rentenmarkt hat sie sich vermindert. Der Berufshandel verblieb in seiner abwartenden Haltung. tat in Boston. Alten Neigungen und dem Einfluß des berühmten Kanzelredners Channing folgend, studierte er nebenbei Theologie und wurde 1823 ordiniert. Es war ein Glück für ihn, denn bald darauf verlor er feine Universitätsstellung. Nicht, daß man unzuftieden mit ihm gewesen wäre; im Gegenteil. Seine Vorlesungen hatten großen Beifall und verdienten ihn. Eine über Schiller wurde später von seiner Witwe herausgegeben; man kann sie heute noch mit Interesse lesen und wird viel geiftige Anregung in ihr finden. Aber seit 1832 hatte er sich der Antisklavereibewe- gung anaeschlossen. Das mißfiel den Leitern der Universität, die eine Stiftung war wie alle bärtigen Hochschulen, und so wurde sein Auftrag, der nach dortigem Brauch nur auf begrenzte Jahre lief, nicht erneuert. Denn der Anhänger war bald ein Führer geworden. 1834 hatte er auf einer Tagung der New England Anti Slavery Convention einen Vortrag gehalten, der als Address to the people of the United States on the subject of slavery überall verbreitet wurde. Follen ging aus von den Lehren des Christentums; aber er war nicht einseitig, er behandelte ebenso das wirtschaftliche Problem und er sah scharf das politische. „Wenn die Sklaverei nicht durch Gesetz sehr bald abgeschafft wird, so wird es um diese Frage zum Bürgerkrieg kommen in der nächsten Generation, und die Vereinigten Staaten werden Gefahr laufen, daran zu zerbrechen." Prophetische Worte, die sich dreißig Jahre später erfüllten. Was ihm damals nichts nutzte. Um feine Familie zu erhalten, nahm er Schüler auf, schrieb vielerlei und wurde schließlich Prediger der freien Gemeinde East Lexington bei Boston. Auf der Fahrt zur Ein- weihung der neugebauten Kirche und zum Antritt seiner Stelle fand er den Tod. Seine Witwe, eine Amerikanerin, hat sein Leben dargestellt, seine in Amerika verfaßten Schriften gesammelt: Follen Works, 5 Bde. Boston 1841. Man muß diese Biografie lesen, wenn man einen wirklichen Eindruck von der Persönlichkeit gewinnen will; denn nur sie gibt den Schlüssel auch zu den Jahren der Jugend. Diesen Mann leiteten, auch bei seinem politischen Handeln in Deutschland, nicht Eitelkeit, noch verworrene und verschwommene Vor- stellungen. Er war erfüllt von dem Grundsatz der Verantwortlichkeit des Einzelnen nicht nur gegen sich selbst, sondern gegen die Gemeinschaft, der er angehört. Sie blieb ihm nicht äußerlich, nicht Ddszi- plin; sie war ihm eine seelische Notwendigkeit. Deshalb enthielt sie für ihn die Pflicht, seinem Gewissen folgend für bas als recht Erkannte zu kämpfen, auch da, wo der Kampf für den Augenblick aussichtslos schien. Selbstaufopferung war ihm selbst» verständlich für einen Menschen von Charakter. Und als sittliches Vorbild lebt er verdientermaßen im Gedächtnis zweier Völker. Infolgedessen waren die Umsätze am Aktienmarkt denkbar klein und die Kurse nahezu unverändert. Einzelne sogenannte schwere Werte blieben weiter gesucht und fest, so u. a. Scheideanstalt mit 237,50 (235) und Rhein. Braunkohlen mit 258,50 (257). Im übrigen gingen die durchschnittlichen Veränderungen über Prozentbruchteile nicht hinaus. Jeweils unverändert lagen IG. Farben mit 170, Stahl verein mit 105,25, Daimler mit 125,50, AEG. mit 125, Moenus Maschinen mit 120, während Aschaffenburger Zellstoff auf 107,90 (107). Am Rentenmarkt begegneten nur noch Pfandbriefe unvermindertem Interesse, im übrigen war die Nachfrage ruhiger, doch hält das Anlagebedürfnis durchaus an. Jndustrie-Obligationen und Stadtanleihen waren wenig verändert, desgleichen Staatspapiere. Weiter fest und einen neuen Höchststand erreichten Reichsaltbesitz mit 141 (140,70), Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,13 v. H. ermäßigt auf 125,50. Liquidationspfandbriefe wiesen geringe Schwankungen auf. DtrmMann für Birtenhof KmanvonMsMeliM CARL DUNCKER VERLAG . BERLIN W sr 22 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Das tst er wieder an ihrer Seite, schiebt seinen Arm unter den ihren und hält sie. Er öffnet eine Tür, er muh sich dagegen stemmen, damit sie ihm vom Wind nicht aus der Hand gerissen wird. Sie stehen jetzt in einem der warmen, hell erleuchteten Gänge. Christian fragt sie: „Haben Sie schon einmal in Ihrem Leben so ein ganz kleines Kind gesehen, Maraot? Denken Sie, was ich neulich erlebte. Ein Freund von mir ist Geburtshelfer in Berlin, Assistent in einer der (Jntbinbungsanftalten. Da war er gerade am Abend vor meinem Besuch zur Endstation der Straßenbahnlinie gerufen worden, die nahe beim Krankenhaus ist, Eine junge Mutter war nicht ganx bis zur Anstalt gekommen, der Junge kam schon in der Bahn an. Man hatte sie auf dem Fahrermantel gebettet, draußen standen wohl hundert Menschen, als der Arzt kam. Die Frauen schrien: „ßieber Himmel, die arme junge Mutter!" Aber es ging alles gut ab, die Frau und der Junge wurden im Wagen abgeholt. Ein Prachtbengel war es, ich sah ihn durch eines der großen Fenster. Die Schwester badete ihn und Wassertropfen, so dick wie die Glyzerintränen, die die Filmstars meinen, rollten über sein Bäuchlein. Fett wie ein kleines Schweinchen war der Bub. Sie hätten ihn sehen müssen! D>e ganze Anstalt zeigte ihn durchs Fenster wie ein Wundertier und der Professor hatte sich bei der Mutter als Patenonkel gemeldet." Margot sieht zu ihm auf, sie lächelt mit müden Augen. „So dick war der Junge, sagen Sie? Kleine Kinder sind doch immer faltig wie Greife." „Aber nicht die Spur, wie ein Marzipanschwein- chen. man soll es gar nicht für möglich halten." Margot atmet heftig, ihre Lippen find leicht geöffnet, noch nie hat Christian sie in diesen Tagen o schön gesehen, ihre Augen sind ganz weich, als ie sagt: „9a, solch ein Junge also." Und dann kehrt ie sich schnell um und läuft wortlos davon. Chri- tian lacht, sieht hinter ihr drein und steigt die Treppe zum Promenadendeck hinunter. Ob er mit Willem spricht? Er weiß nicht recht, wie er sich verhalten soll. Vielleicht hat er Margot zur Vernunft gebracht, immerhin scheint sie ihm so unberechenbar zu fein, daß es wohl besser ist, er warnt ihren Freund. Willem sitzt immer noch an der Sonnenschein- Bar, er hat glasige Augen und jedesmal, wenn das jetzt schlingernde Schiff sich auf die eine oder andere Sette legt, sagt er: ,hoppla." Manchmal redet er auch mtt sich selbst und murmelt in sich hinein: „Dummes Geschwätz, nichts als dummes Geschwätz." Christian bestellt sich ein Glas Bier und setzt sich an Willems Tisch. Der sieht ihn von unten herauf ärgerlich an: „Was wollen Sie hier, ich brauche keine Gesellschaft." „Na, denn also prost", sagt Christian gemüllich. „Ich soll Sie übrigens von Ihrer Braut grüßen, Herr Schünemann/ Der Betrunkene wehrt ab. „Das ist aus auf der ganzen Linie", brabbelt er. „Reden Sie keinen Unsinn, es fängt erst an." „Was wissen Sie davon?" „Alles, was Margot mir sagte, auch, daß sie ein Kind erwartet ." „Herr, reden Sie nicht, in diesen Dinyen verstehe ich keinen Scherz. Noch ein Wort, sage ich Ihnen!" „Ruhig, Schönemann, kommen Sie mit aufs Promenadendeck, ich muß mit Ihnen sprechen, damit nicht noch nachträglich ein Unglück geschieht. Vor- hin habe ich Margot von der Laufbrücke runter« geholt, als sie gerade ins Wasser svringen wollte, weiß Gott, was sie sich jetzt ausdenkt, kommen Sie." Willem sitzt auf dem großen Sofa, geduckt, wie ein Tier, vollkommen niedergebrochen. „Das sagen Sie das hat sie getan und ich fitze hier und laß mich vollaufen?" Er seufzt und stöhnt. Er müht sich, klare Gedanken zu fassen und nüchtern zu fein. Der Schreck hilft ihm, er springt aus und reiht den andern mit. „Kommen Sie doch, sagen Sie, was los ist?" „Halt stop, zunächst mal zahlen." Auf dem Promenadendeck werden alle Oeffnun- gen mit Segeltuch geschlossen, der Sturm reißt den Leuten die Enden immer wieder aus den Fingern, Spritzer fliegen über Deck. Willem weiß jetzt alles, er ist so verstört, daß er zunächst dasteht und sich den Kops hält. „Und kein Wort sagt sie mir, quält mich tagelang, wochenlang mit ihren Launen und sagt kein Wort." Plötzlich dreht er sich mit einem Ruck zu Christian, sein Gesicht ist wie in Sonne getaucht. „Ich sage cs den Großmüttern, sie sollen zu ihr gehen. Ob man noch Blumen fliegt? Fragen Sie dock; mal nach, Schwertfeger, tun Sie mir den Gefallen, für zehn Mark Blumen, nein, für zwanzig Mark, die arme Deern, lieber Himntel, gibt te Unverständlicheres auf der Wett, als eine Frau? Sowie wir in Hamburg sind, wird geheiratet und basta." Er ist ganz vertu tert, dieser Willem. Und die Großmütter, diese halben fomiMien, so ganz verschiedenen Großmütter? Die sitz-' n und spielen Karten. In einer Ecke des Salons sitzt die Geheimrätin und bridgt mit mehreren Damen, in der anderen Ecke spielt Manda Wenzien mit einer Hamburger Krämerfamilie Sechsundsechzig. Willem holt sie beide von ihrem Spiel. Manda trennt sich schwer. „Gott nee, was der Dampfer man einmal wackelt, beim Spielen merkt man das lange nicht so." Nun steht Willem zwischen den beiden alten Frauen und macht sie mit der Neuigkeit bekannt. „Ich sage euch das nur aus dem Grund, damit ihr wißt, daß wir sofort heiraten werden." Die Geheimrätin ist blaß. Sie sagt falt und verschlossen: „Du riechst nach Alkohol, du bist betrunken. lieber solche Dinge spreche ich mit einem Betrunkenen nicht." Sie will davongehen, aber das Schiff rollt und der Enkel muß sie halten, da jauchzt er: „Hoppla, Großmama!" Manda lacht. Manda nimmt diese Sache nicht weiter feierlich. Sie sagt: „Margots Vater war auch ein zu schnelles Kind und ist doch der Beste gewesen. Drei Wochen nach der Hochzeit war er da, und wenn ihr so einen Jungen kriegt, wie der war, dann können mir Großmütter uns alle zehn Finger vor Freude lecken." Sie ist die echte Frau aus einem gesunden Volk, die nicht tragisch nimmt, was nicht tragisch ist. Wenn ein gesundes Kind zur Welt kommt, ist das eine Freude und damit basta! Breit und gemütlich steht sie da, weder ein schwankender Dampfer noch die Erzählung von Margots Selbstmordversuch können sie aus der Ruhe bringen. Dafür hat sie nur Kopfschütteln. Uneheliche Kinder sind in ihrer Familie vorgekommen, nichts dagegen zu sagen, aber Selbstmorde? „Junge, Junge", lacht sie, „Du bist dun. Die ist vor lauter llebermut da oben rumgeklettert, im Sturm, bas macht Spaß, habe ich früher auch gemacht. Nix als Temperament, mein Junge, mir kann man nichts oorrnachen." Manda glaubt es nicht, sie glaubt an solche dummen Geschichten nicht. Sie steht da und lächelt. Keine Geheimrätin, keine Aristokrattn, aber eine Frau mit gütigen Augen und einem Herzen, das gerade dann weich und weit ist, wenn andere sich empören wollen. Will sich Frau Schönemann vielleicht empören? Nur zu, aber nicht gegen Manda, sonst könnte sie die Aepfelfrau vorn Meßberg kennenlernen: Die liebt ihre Sippe und ist bereit, sie zu verteidigen wie eine Löwin ihre Jungen, „Entsetzlich, ein Skandal, diese Sache", sagte die Geheimrätin, „ich bin vollkommen erschlagen." Doch schon kommt Mandas Stimme wie Donnergrollen daher, und ihre jungen Augen blitzen. „So was sollten Sie nicht sagen, Frau Schönemann. Wir beide sind alt, wir haben nicht mehr lange zu leben, auf uns kommt es nicht an. Aber auf das, was erst in die Welt will und seinen ganzen Weg noch vor sich hat, darauf kommt cs an. Wir wollen also nicht von uns reden, nein. Wenn wir jetzt etwas tun, fo wollen wir uns die Hände geben und wünschen, daß unser Urenkel ein gesundes Kind wirb." Die Marktfrau Manda Wenzien streckt der Ge- heimrätin Schönemann bie Hand hin, und als btt ihre Fingerspitzen hineinlegen will, schwankt der Dampfer so, baß nicht nur bie ganze Hand zwischen Mandas Finger rutscht, nein, daß sogar ein richtiger und orbnungsmäßiger Händedruck zustande kommt. Da ist Manda zufrieden, ja, sie ist zufrieden, stemmt bas Kinn auf den Stehkragen, legt beide Hände in die Hüften und lacht.---- * Klarissa wird alt. Es ist nichts habet zu machen und nichts daran zu ändern, sie wirb alt. Jetzt braucht sie den Spiegel in Franz Pegels Büro nicht mehr, um das festzustellen, sie merkt es auch so. Morgens beim Aufstehen ist sie müde, und des Abenbs find bie ©lieber wie zerschlagen. Es ist nichts mehr mit ihr los, sie ist fünfundsechzig Jahre alt unb verbraucht. In diesem Sommer ist es so, als hätte bie Ernte ihr zum erstenmal zu schaffen gemacht, aber vielleicht ist es gar nicht die Ernte, vielleicht ist es etwas anderes, vielleicht find es weit eher bie Gedanken, die da auf sie einstürmen. Diesen Gedanken ist Klarissa nicht gewachsen, das ist es. Wie ein dunkles undurchsichtiges Tuch hängen sie vor ihr und wenn sie auch versucht, alles Schwere von sich zu tun, die Gedanken sind da und lassen sich nicht wegwischen. Klarissa stapft über die Felder. Das Kom ist runter, es hat wenig Regen gekriegt, alles in allem eine gute Ernte. Schon fängt der PsLug an, die Stoppeln wieder umzulegen und der Erdgeruch steht schwer und satt in der Luft. Jedes Jahr ist es so, ein Kreislauf ist es, wie das menschliche Leben. Aus der Erde drängt es und wieder zur Erde zurück. Und bie Alte vom Birkenhof hat immer in dieser Zeit die eigene Kraft, die eigene Stärke doppelt , empfunden. Jetzt ist das aus, ganz plötzlich will das | Herz nicht mehr und die Glieder scheinen ihr stumpf und spröde wie Glas zu sein. i (Fortsetzung folgt.)