Montag, 14. VNober >940 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desVormittaaS Anzeigen-Preise r Lnreigenieü 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel 1 Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrifl (vorherige Vereinbarung) 25"/o mehr >90.Jahrgang Ur.243 A w » m< 18 Gießener Anzeiger infolge höherer Gewalt ^Ü^chÄ^Eg^ drühlfch« Universitätrdnickerei L. L«ge General-Anzeiger für Gberhefsen StarkeWirkungderdeutschenVergeltungsangriffe Schwere Schäden in London. — Truppenlager in Südengland wirkungsvoll getroffen. - U-Boote versenkten rund 42 000 BAT. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin. 13. Okl. (DftB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Angriffe unserer Luftwaffe auf London und zahlreiche andere Plätze der britischen Insel wurden am Tage und in der Nacht mit starker Wirkung fortgesetzt. In London war das Gebiet nördlich des Themsebogens und der Ostindia-Docks sowie der Raum beiderseits London-Bridge das Hauptziel der Angriffe unserer leichten Kampf- sliegerverbände, auch in, der Gegend ostwärts des Victoria-Parks wurden gute Treffer beobachtet. Der Waterloo-Bahnhof ist von mehreren Bomben so getroffen worden, dah mit starken Störungen im Verkehr zu rechnen ist. Die in der Nacht angreifenden Kampffliegerverbände konnten weithin sichtbare Brände als Folge der Tageseinfähe im Zentrum der britischen Hauptstadt beobachten. In Südengland griffen einzelne Kampfflugzeuge zum Teil im Tiefangriff zwei Truppenlager an. starke Zerstörungen wurden in den Unterkünften angerichtet. Weitere Angriffsziele waren zwei Kampffliegerbände griffen im Laufe der Nacht verschiedene Rüstungsbetriebe in Mittelengland an. Starke Explosionen und Brände zeigten die Wirkung. Ein Unterseeboot versenkte fünf bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 25 741 BRT. Ein anderes meldet die Versenkung von 16 300 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes. Wie gewöhnlich verzichtete der Feind bei Tage auf jede Angriffstätigkeit gegen das Reichsgebiet. Erst bei Nacht drang er an mehreren Stellen in Deutschland ein und erreichte unter anderem mit einigen Flugzeugen Berlin. Die hier abgeworfenen Bomben richteten keinen Sachschaden an. Einige Personen, die sich auherhalb der Schuhräume befanden. wurden verletzt. Angriffe der britischen Luftwaffe auf verschiedene Industrieanlagen in West - und Norddeutschland blieben erfolglos. Größerer Sachschaden entstand lediglich an einigen Wohngebäuden und einer Speicheranlage, hier sind auch Tote und Verletzte zu beklagen. Zahlreiche britische Bomben fielen wieder auf holländische Ortschaften. Militärischer Schaden entstand dabei nicht, jedoch wurde eine Anzahl von Wohngebäuden zum Teil schwer beschädigt. Der Feind „Times" entfernt liegt der Güterbahnhof Black Friars. Der Londoner „Pa"° Korrespondent, August Assi a, bemerkt, daß die „Times^ die dritte Zeitung ist, die nunmehr von deutschen Bomben heimgesucht wurde. Ihr vorangegangen sind der „Daily H e - r a l d" und der „E v e n i n g S t a n d a r d". Seit Beginn des Krieges, so berichtete der spanische Korrespondent weiter, haben alle Zeitungen Vorbereitungen getroffen, um notfalls ihre Blätter außerhalb Londons drucken und von dort aus verbreiten zu können. Einzelne Redaktionen begeben sich nachts in die Keller, wo dürftige Avbeitsräume eingerichtet worden find. Andere stellen die Tische der Redakteure zwischen den Maschinen auf, die teilweise im dritten und vierten unterirdischen Stock in Betrieb genommen worden sind. Um das Leben der Redakteure und des technischen Personals zu sichern, sind die Zeitungen schon seit Beginn des Bombardements dazu übergegangen, für alle ihre Arbeitskräfte Schlafräume in den Kellern einzurichten, damit sie des Nachts nach Redaktionsschluß oder nach Druckschluß nicht gezwungen sind, die Straßen zu betreten, die in dieser Zeit ja fast ausnahmslos unter dem Bombenhagel deutscher Flugzeuge liegen. Charakteristisch für die Lage in der britischen Hauptstadt ist die Tatsache, daß die Londoner Zeitungsreporter in regelrechter Kontausrüstung ihren Dienst tun. Sie tragen Stahlhelm und fahren in gepanzerten Kraftwagen. } England rüst nach amerikanischen Waffen. pausenlos und heftiger denn je Ueber das Seegefecht berichtet Agenzia Stefani: fere schwer getroffen. südenglische Hafenstädte. In h a st i n g s wurden Bahnanlagen zerstört, ein Gasbehälter In Brand gesetzt und mehrere Gebäude vernichtet. Stärkere trafen unsere motorisierten Kilometer östlich von S id i waren, auf kleine Einheiten ben auf fen. Es Schaden Lo n° Queen Korre- lst nicht zurückgekehrt. In Nordafrika Kolonnen, die bis 30 Gura, Naghelli, Asmara, El Vak geroor- find keine Opfer und nur sehr geringer zu verzeichnen. verlor gestern in mehreren Luftkämpfen 21 Jagdflugzeuge, 7 deutsche Flugzeuge kehrten vom Feindflug nicht zurück. liche, auf Lastkraftwagen herangeschaffte Abteilungen zurückgewiefen, die im Anmarsch auf Eritrea waren. Unsere Luftwaffe hat feindliche Befestigungs- werke bei Lodwar (westlich des Rudolf-Sees), ferner die Anlagen des Flughafens von Wajir sowie einen feindlichen 10 000-Tonnen-Kreuzer, der einen Konvoi geleitete, bombardiert. Alle unsere Flugzeugs sind zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Bom- Rom, 13. Okt. (DNB.) Der italienische Wehr- machtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: Beträchtliche englische Seestreitkräfte wurden von unseren im Kanal von Sizilien auf Patrouille befindlichen Torpedobooten während der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober in der Nähe von Malta energisch angegriffen. Lin feindlicher Kreuzer — wahrscheinlich vom Neptun- typ — ist versenkt worden. Weitere schwere Schäden sind feindlichen Einheiten zugefügt worden, die sich anschließend entfernten. Wir haben zwei Torpedoboote von je 600 Tonnen und einen Torpedobootszerstörer von 1400 Tonnen verloren. Lin großer Teil der Besatzung ist gerettet worden. In den frühen Morgenstunden haben unsere L u f t st r e i t kr ä f t e auf der Suche nach den feindlichen Einheiten diese auf der Fahrt nach Osten erreicht und intensiv bombardiert. Trotz der überaus heftigen Reaktion der Schiffsartillerie sowie der von dem zu den feindlichen Schiffsverbänden gehörenden Flugzeugträger aufgefHegenen Flugzeuge und trotz der ungüstigen atmosphärischen Bedingungen konnte unsere Luftwaffe b e t r ä ch t - liche Ergebnisse erzielen. Der Flugzeugträger ist am Bug von einet Bombe schweren Kalibers getroffen worden, während ein schwerer Kreuzer an der Backbordseite beschädigt wurde. Zwei feindliche Jagdflugzeuge sind abgeschossen worden. Lines unserer Flugzeuge feindliche Formation angegriffen und ein Flugzeug vom Blenheim-Typ abgeschossen sowie zwei wei- Am Morgen des 11. Oktober habe eine Patrouille von mehreren Torpedobooten das englische Geschwader im Kanal von Sizilien entdeckt. Das Füh- rerbot der Patrouille, ein kaum 600 Tonnen großes Tropedoboot, sei sofort mit äußerster Kraft bis auf 700 Meter Entfernung gegen einen englischen Kreuzer vorgestürmt und habe auf ihn drei Torpedos abgeschossen, während es gleichzeitig aus allen Rohren gegen den Gegner feuerte. Die Torpedos wie auch das Geschützfeuer hätten das feindliche Schiff sofort schwer getroffen, so daß es schnell zu sinken begann. Das kleine Torpedoboot habe im schweren Geschützfeuer des Gegners bis zum letzten Augenblick gekämpft, der Kommandant habe, ehe das kleine ruhmreiche Schiff unterging, noch mit Kaltblütigkeit die notwendigen Kommandos gegeben, um feine gesamte Mannschaft in den Rettungsbooten unterzubringen und den Erfolg der Versenkung des feindlichen Kreuzers zu melden. Die Schiffbrüchigen wurden kurze Zeit darauf von einem anderen italienischen Torpedoboot ausgenommen. Die italienischen Flugzeuge hätten nicht nur starke Witterungsstörungen, sondern auch ein außerordentlich hefttaes Abwehrfeuer zu überwinden gehabt, um ihre Bomben treffsicher anzubringen. Tonne auf Tonne Bomben schweren und schwersten Kalibers seien ab geworfen worden. Der englische Flugzeugträger fei von einer Serie von Bomben getroffen worden, wodurch die Bugbrücke in die Luft geflogen sei und die unter der Landebrücke befindlichen Materiallager und Unterstellräume für Flugzeuge schwerste Schäden erlitten hätten. Ein Schwerer Kreuzer sei von zwei Bomben schweren Kalibers getroffen worden, so daß er seine Fahrt nur langsam in Begleitung eines Torpedobootszerstörers habe sortletzen können. Das Unternehmen der italienischen Luftwaffe sei den ganzen Nachmittag fortgesetzt worden, fe daß spondenten des schwedischen Blattes, die sich im Gebäude der „Times" befinden, sind vollkommen zerstört worden. Interessant ist die Feststellung des schwedischen Journalisten, daß sich das Bombardement nicht etwa in den letzten 48 Stunden, sondern bereits vor einer Woche ereignet hat. Eine schwere Bombe schlug um 2 Uhr nachts in das Haus ein, als die Redaktion mit der Herausgabe des Blattes voll beschäftigt war. Der Teil des Gebäudes, der nach der Queen Victoria Street liegt wurde vollkommen zerstört. Auch die angrenzenden Gebäude mußten geräumt werden. Dagegen wurden die am Printtnghouse Sguare gelegenen Gebäude, wo sich die Rotattonsmaschinen, die Setzerei, die Korrektur sowie die Vertrieb sabieilung befinden, nur leichter beschädigt. Das „Times"- Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe der Black Friars Bridge, einer Themsebrücke, die sowohl für den Eisenbahn- als auch für den Straßenverkehr bestimmt ist. Wenige Meter von dem Gebäude der Washington, 13. Okt. (Europapreß.) Wie stark der Verschleiß und der Verlust der englischen Waffen, insbesondere der Flugzeuge, unter den rollenden deutschen Vernichtungsschlägen sind, geht deullich aus einem Hilfeschrei hervor, den der Chef der britischen Einkaufskommission in den USA., Purvis, ausstößt. Purvis erklärte, die Waffenlieferungen der USA. für England mühten b e - schleunigt und vermehrt werden. Er begründet diesen Wunsch zwar nicht mit den ungeheuren Verlusten, die England in den letzten Wochen durch die Aktivität der deutschen Luftwaffe hinneh- men mußte, sondern damit, daß die Kampfmethoden während der Luftschlachten über England ständig wechselten. Die englifchen Hoffnungen auf amerikanische Lieferungen entkräftet das italienische Blatt „Mes- faggero" mit der Feststellung, daß selbst nach Darstellung amerikanischer Fachleute die USA. höch stens 500 Flugzeuge monatlich bauen könnten, wovon sie im Hinblick auf ihren erhöhten Eigenbedarf höchstens 3 0 0 im Monat abgeben könnten. Wie wenig das sei, ergebe sich aus der großen Zahl von englischen Flugzeugen, die täglich abgeschossen würden. Dabei fei es noch fraglich, vb die amerikanischen Lieferungen auch b i s nach England gelangten. Von den drei Hauptfaktoren der Flugzeugproduktion Geld, Arbeit und Zeit sei vielleicht die Zeit der wichtigste. „General Zeit" steht aber heute nicht mehr auf der Seite der Engländer. Einzelheiten über einen Volltreffer auf das do ner „T i m e s" - G e b ä u d e in zber Victoria Street. Die Redaktionsräume des V a r a ni vorgestoßen feindlicher Panzerwagen und Tanks, die vertrieben wurden. Unsere Luftwaffe hat während der Nacht den Flugplatz von Maaten Vaaus sowie die Anlagen von Daba (östlich von Marsa Matruk) mit offensichtlichen Ergebnissen bombardiert. Trotz der heftigen Abwehr sind alle unsere Flugzeuge zurückgekehrt. Feindliche Luftangriffe auf Barbia und die fjäfen von Derna und Tobruk haben leichte Schäden, aber keine Opfer zur Folge gehabt. Unsere über Tobruk Sperre fliegenden Jäger haben eine Britische Seefireitkräste bei Malta erfolgreich angegriffen. Stockholm, 14. Oktober. (Europapreß.) Den 2 0 0. Luftal'arm erlebte die englische Hauptstadt am Samstag, als eine große Anzahl von deutschen Bombenmaschinen erneut den Sperrgürtel von London durchbrach und die Stadt mit Bomben bete-gte. Nach Mitteilungen neutraler Beobachter sollen nicht weniger als zweihundert deutsche Bombenmaschinen an den Angriffen teilgenommen haben. Auch der brittsche Nachrichtendienst gibt zu, daß London am Samstag einen der schwersten Angriffe erlebte und daß deutsche Bombenmaschinen, begleitet von einer Unzahl von 3a$bmafcf)inen, ständig den Kanal überquerten und ihrs Angriffe auf London, die Südostküste, die Industriell ezirke der Midlands, sowie Südwest-, Ost- und Südengland richteten. s „Stockholms Tidningen" meldet aus London, daß teilweise von den Deutschen Sturzbomber eingesetzt worden seien, die die Stadt mit Bomben belegt hätten. Nicht einen Augenblick, so heißt es in dem schwedischen Blatt, sei das Surren der Flugzeuge aus den Ohren verschwunden, und unaufhörlich seien die Angriffe fortgesetzt worden, sagens Nyheter" nennt den Angriff einen der gewaltigsten der letzten Zeit und gibt die Zahl der deutschen Maschinen mit 180 an. Der brittsche Nachrichtendienst stellte erst am Sonntagvormittag fest, daß am Samstag drei Hauptangriffe zu verzeichnen waren, der erste um 9 Uhr, der zweite gegen die Mittagszeit und der dritte um 16 Uhr. Zwischendurch hätte aber in London immer wieder Luftalarm gegeben werden müssen, da auch Jagdmaschinen über der Stadl kreisten. Ueber den angerichteten Schaden in London und anderen Teilen Englands liegen nur sehr dürftige Mitteilungen von amtlicher englischer Sette vor. Am Sonntag wird mitgeteilt, daß in London eine Untergrundbahn st ation durch einen Volltrefffer schwer beschädigt wurde. In den Midlands seien auch Geschäftshäuser in größerer Zahl zerstört worden. Die geringe Aktivität der britischen Jägerverbände in den letzten 24 Stunden wird auf den Nebel zurückgeführt. Der Nebel bringe gewisse Schwierigkeiten und Behinderungen in der Verteidigung mit sich, stellt der brittsche Nachrichtendienst fest. ' r „ , Der Londoner „ABC"-Korrespondent Calvo berichtet seinem Blätt: Man hatte in London geglaubt, in der Nacht zum Samstag den dicken Nebel als Schutz genießen zu können. Aber das war wieder eine Täuschung. Die Alarmsirenen heulten auf, die Kanonade setzte ein und die deutschen Flugzeuge warfen zielsicher Die Brandbomben fielen wie em wahrer Gewitterregen vom Himmel. Don links, von rechts, von überall stürzten die Todesladungen herab. Zerschmetterte Schaufensterscherben Pfeiler, Ziegelsteine, Holzbalken, Eisenträger, alles hegt in wüsten Haufen durcheinander. Es scheint, daß sich die betroffenen Gebiete Londons allmählich i n einen Haufen von Schutt und Asche verwandeln. Täglich erlebt man neue Bombenwirkungen. Gewaltige Krater, unterbrochene Telephonverbindungen, zu spät ankommende oder überhaupt nicht eintreffende Züge, Menschen, die nicht mehr arbeiten können, total zerstörte Straßen und ver- zweifelte Gesichter, das ist das London von heute. Nicht weniger als 5000 Arbeitslose müssen m London zusätzlich eingesetzt werden, um b re Trum-- m e r der bei den deutschen Luftangriffen w e g - rasierten Häuser wegzuraumen In ben fommenben Wochen sollen °>-'tere Arbellslosern trupps organisiert werben, ine zusammen mtt ben Ausräumungskolonnen bafur sorgen fottffl, bofi ine Straßen geräumt werden, um einen notdürftigen Verkehr aufrecht zu erhalten. Der Ausdmck „wegrasierte Häuser" wurde von der englischen amt lichen Reuter-Agentur gebraucht. Bombentreffer auf das „Times"-Gebäude. ^■■'in'oftafnta h°b-n unjere Mr°mll-n feinb- Rumäniens Bitte. Von unserer berliner Schnffleffung. Die rumänische Bitte um Entsendung einer deutschen Militärmission zusammen mit Lehr-Formationen und Fliegerstreitkräften sowie ihre Erfüllung durch Deutschland kann niemanden überraschen, der die Entwicklung dieses Krieges im allgemeinen und die Entwicklung in Rumänien im besonderen aufmerksam verfolgt hat. Am 30. August gewährten Deutschland und Italien anläßlich der Wiener Zusammenkunft mit dem rumänischen Außenminister Manoilescu eine Garantie, durch die die Integrität und Unverletzlichkeit des rumänischen Staatsgebietes sichergeftellt wurde. Diese Garantie unterschied sich von derjenigen, die den Rumänen einst von England auf geb rängt wurde, grundsätzlich in zweifacher Beziehung; erstens werden dadurch die Verhältnisse im Südosten im Sinne des Friedens gesichert, anstatt daß Rumänien mit allen Mitteln in den Krieg getriäen wird; zweitens ift für die Durchführung und praktische Wirksamkeit der von den Achsenmächten gewährten Garantie jede nur er« deutliche Sicherheit gegeben, wie das ja der vrak- tische Verlauf dieses Krieges gezeigt hat, während England zu einer wirklichen Sicherung Rumäniens genau so wenig imstande war, wie gegenüber den anderen von itym verratenen Ländern. Die Tättgkeit der deutschen Militärmission und der ihr zugeteillen Formattonen ist, wie amtlich ausdrücklich festgestellt worden ist, zeitlich begrenzt. Bei ihren Aufgaben handelt es sich wiederum um zweierlei verschiedene Dinge. Einmal ist zu beachten, daß Rumänien sich in einer so tiefgreifenden Umwälzung befindet, daß sie mit einer Umstellung ober Reform nicht verglichen werden kann. Die Erneuerung Rumäniens kommt geradezu der Neuschaffung eines Staatswesens gleich. Das Land und feine Behörden selbst sind nach der tief erschütternden Krise aufs äußerste damit beansprucht, die Trümmer eines unvorstellbar korrupten Systems zu beseitigen. Das ist in Wochen und Monaten nicht möglich, zumal dabei gewisse Gegenströmungen der Nutznießer des alten Systems radikal auszumerzen sind. Es ist begreiflich und spricht für die Einsicht des neuen rumänischen Regimes, daß es sich in dieser Lage auf feine wahren Freunde besinnt und die Hilfsmöglichkeiten benutzt, die ihm damals in Wien zur Verfügung gestellt wurden. Unter dem Schutz Deutschlands vermag das neue Rumänien feine innere Umgestaltung durchzuführen, ohne Störungen von außen befürchten zu rnüffen. Diese Störungen, die bisher für Rumänien in sehr unheilvoller Weise wirksam waren, find nun ein für alle Mal ausgeschaltet. Wie erinnerlich, hat England dasselbe Rumänien, das es als Bundesgenossen betrachtete und dem es eine „Garantie" aufgeschwatzt hatte, ständig durch die Agenten des Geheimdienstes aufs schwerste terrorisiert. Dor allem gingen die verbrecherischen Sabotage- a k t e in Gestalt von Sprengungen in Rumäniens kostbarstem Besitz, den Erdölgebieten, in die Dutzende, der Schaden in unzählige Millionen. Es schließlich der feindliche Verband gezwungen war, von seiner Route abzuweichen und Kurs auf Griechenland zu nehmen, was durch spätere Erkundungen bestätigt wurde. Die englischen Seestreitkräfte hätten erkennen müssen, daß ihre eigenen Bewegungen im Mittelmeer unter ständiger Kontrolle der italienischen Luftwaffe stünden. USA. staveli Kriegsmaterial für Tfchiamrkaisckek. Tokio, 12. Okt. (Europapreß.) Nordamerikanische Rüstungsfirmen, die aus dem japanisch-chinesischen Konflikt ein Geschäft machen, sammeln, wie „Nichi Nichi" berichtet, in Manila und Singapore große Mengen Kriegsmaterial für die Tschungking- Regierung an. Dieses Material soll sofort nach der W i e Ö e r ö f f n u n $ der Burma- Straße am 17. Oktober nach Tschungkttng geliefert werden. — „Nichi Nichi" weist darauf hin, daß die Haltung Englands und der Vereinigten Staaten zu Japan immer bedrohlicher werde. Das in Manila angefammeHe Material umfasse Tanks, Lastkraftwagen, Flak, Bombenflugzeuge und eine größere Anzahl non Geschützen. Einem Vertreter der Tschungking-Regierung wurde gestattet, in Manila eine Waffenfabrik und ein Munitionslager einzurichten. In Singapore sind vor allem Maschinengewehre und Munition angesammelt worden. Weitere Transporte von Kriegsmaterial aus ben Vereinigten Staaten werden an bei« den Plätzen erwartet. Der japanische Außenminister M a t s u o k a erklärte, durch die Wiederöffnung der Burmastraße werde Tschicmgkaffchek ermutigt, nichts zur Wiederherstellung des Friedens m Ostasien beizutragen. Der Dreimächtepakt werde denen zu denken geben, die die Menschheit in eine Katastrophe stürzen wollten. „Pomiuri SchiMbun" schildert die amerikani- sche Politik seit dem Ausbruch des chinesischen Konflikts als von „einem falschen Prinzip "geleitet und sagt, der Evakuierungsbefehl für die amerikanischen Staatsangehörigen im Fernen Osten, sowohl wie die Andeutungen, daß die amerikanischen Streitkräfte aus China weggezogen werden sollten, schienen darauf hinzudeuten, daß Washington noch immer glaubt, Japan durch seine Einschüchterungspolitik zum Nachgeben bewegen zu können. Das sei ein großer Irrtum. Es gebe eine Grenze, und man solle sich darüber klar fein, wenn diese Grenze überschritten wird. Zapanische Luftangriffe auf Mnnan. Tokio, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Einhetten der japanischen Luftwaffe, so wirb aus Hanoi berichtet, griffen bereits zweimal von Fra nzö- sisch-Jnbochina aus Kunming (Mnnawfu), die Hauptstadt der Provinz Pünnan in Südwestchina, an. Am Sonntag wurde mehrmals da^Ar« senal getroffen. Auch andere militärische Einrichtungen wurden beschädigt. Wte darum nicht erst der jetzigen Forderungen solcher englischer Hetzblätter wie des „Daily Telegraph" und des berüchtigten „News Chronicle" $ur Bombardierung der rumänischen Erdölquellen durch englische Flieger bedurft, um die unmittelbare Gefahr für das neue Rumänien auszuzeigen. Wie weit diese englischen Pläne gingen, das ist ja aus den Geheimakten des französischen Generalstabs bekannt geworden, in denen ja sogar ganz bestimmte Zer- störungsaktionen nicht nur gegen die rumänischen, sondern auch gegen die südrussischen Erdölgebiete vorgesehen waren. Die Erfüllung der rumänischen Bitte um Durchführung von Schutzmaßnahmen ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Deutschland im Gegensatz zu England seine Versprechungen erfüllt. England selbst ist nunmehr im Südosten Europas ein für alle Mal auf das nachdrücklichste matt gefetzt. DiedeutscheMlttärmlffi'onfürRumänien Berlin, 12. Off. (DRB.) 3m Zusammenhang mit der In Wien gegenüber Rumänien übernommenen Garantie Hal die Reichsregierung den rumänischen Wünschen entsprechend eine deutsche Militärmission nebst den notwendigen Lehrformationen nach Rumänien entsandt und gleichzeitig deutsche 3agdver- bände zum zusätzlichen Schuh der rumänischen Oelfelder nach Rumänien verlegt. Die deutschen Wehrmachtsformalionen werden bei dem von dem Chef der rumänischen Regierung, General Antonescu, in Angriff genommenen Reuaufbau der rumänischen Wehrmacht als Lehr- und 3 nstruktIonstruppen dienen und nach Durchführung Ihrer Aufgabe wieder nach Deutschland zurückkehren. Die mit Deutschland befreundeten Regierungen, die an der Entsendung der deutschen Wehrmachtsmission nach Rumänien politisch interessiert sein könnten, sind von der Reichsregierung darüber unterrichtet worden. ♦ Wie notwendig die Entsendung einer deutschen Mklttärmisiion nach Rumänien und der Schutz der rumänischen Oelfeloer war, geht aus einer unmißverständlichen Drohung hervor, die noch vor wenigen Tagen von der Londoner Zeitung „Daily Ex- preß" ausgesprochen worden ist. Das Blatt hat mit zynischer Offenheit die Bombardierung der Erdölquellen in Rumänien gefordert. Dies sei zwar eine „große Aufgabe", aber „falls möglich", durchaus ein militärisches Ziel für die „breiten Schultern" der britischen Luftwaffe. Nachdem die verbrecherischen Umtriebe und Sabotageversuche des Secret Service immer wieder rechtzeitig aufgedeckt werden konnten und somit größerer Schaden bisher vechindert wurde, wollten die Hasardeure an der Themse offenbar alles auf eine Karte setzen. Durch einen Bombenangriff auf die Oelfelder des mit England nicht im Kriege befindlichen Rumänien wollten sie ihre Völker- rcchtsbrüche durch einen neuen ungeheuerlichen Gewaltstreich krönen. Auch in diesem Falle ist Deutsch- land den niederträchtigen Plänen der plutokra tisch en Kriegsbrandstifter zuvor gekommen. Die wertvollen Bodenschätze stehen jetzt unter bem sicheren Schutz der deutschen Wehrmacht. Sollte die RAF. doch noch den Versuch machen, die von den Agenten des Secret Service unter dem Zwang der Verhältnisse aufgegebene Brandstiftertätigkeit fortzufetzen, so wird sie auch auf dem Balkan die U e b e rle g e nh eit der deutschen Luftwaffe zu spüren bekommen. Das Echo in Bukarest. Das Organ der Legionärsbewegung begrüßt die Militärmission. Bukarest, 13. Okt. (DNB.) Alle Bukarester Sonntagszeitungen beschäftigen sich eingehend mit der Entsendung einer deutschen Militärmission nach Rumänien. „Cuvantul", der nach einer Pause von mehr als zwei Jahren zum erstenmal wieder als amtliches Organ der Legionärbewegung erscheint, erklärt, daß die Anwesenheit der deutschen Wehrmacht in Rumänien die natürliche Folge der in Wien beschlossenen konkreten Zusammenarbeit sei. Man dürfe nicht vergessen, daß Rumäniens Eingliederung in die Achse nicht nur eine Verstärkung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen bedeute, sondern im gleichen Maße auch eine enge politische und militärische B in d un g. Die Garantie für die Unversehrtheit des rumänischen Gebietes setze die praktische Ueberprüfung der strategischen, taktischen und technischen Gegebenheiten voraus, die die wesentliche Bürgschaft der deutsch-rumänischen Zusammenarbeit einschlössen. Der unerschütterliche Entschluß, den Frieden im Donauraum aufrechtzuerhalten, sei eine Mahnung an alle diejenigen, die zu glauben wagten, daß die friedliche Entwicklung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen gestört werden könne. Die deutschen Techniker brächten Erfahrungen mit, die in jüngster Zeit gesammelt worden seien und seien Mittler des neuen europäischen Geistes. Angesichts der zahlreichen Berüh- rungspunkte zwischen dem legionären Rumänien und den Achsenmächten könne eine militärische Zusammenarbeit niemanden überraschen. Die Anwesenheit der Sendboten heldischen Geistes in Rumänien, schließt das Blatt, gebe nicht nur kei- nerlei Grund zu unbegründeter Ve» sorgnis, sondern sei das Bekenntnis einer aufrichtigen und vollständigen Freundschaft mit den Achsenmächten. Die Engländer verlassen Rumänien. Mailand, 13. Okt. (DNB.) Die von der britischen Gesandtschaft in Bukarest an alle Engländer erteilte Weisung, Rumänien schleunigst zu verlassen, findet in der italienischen Presse ein starkes Echo. Der Corriere della Sera erklärt, auch aus Rumänien seien die Engländer nun durch die schicksalsschwere Realität der neuen europäischen Geschichte an die Luft gesetzt worden. Die Engländer hätten alles versucht, um Rumänien politisch und wirtschaftlich auf ihre Seite 5U ziehen, jetzt aber verließen sie das Land. Dies bestätige, daß England auch in Rumänien, wo es nicht das geringste zu suchen hatte, endgültig ab getreten sein. Die Turiner Stampa schreibt, der englische Entschluß sei die logische Folge der Lage, die die britische» Agenten durch ihre wiederholten verbrecherischen Anschläge in den rumänischen Erdölgebieten geschaffen hätten. Das Recht des rumänischen Staates, sich gegen die bewiesenen Attentate zur Wehr zu setzen, sei unbestreitbar. Gazzetta bei Popolo sagt, die Abreise der Engländer aus Rumänien sei ein sichtbarer Beweis für jenen Verfall des Prestiges und des Einflusses Englands, den die politische Lage notgedrungen mit sich bringe. Der Wandel in Rumänien beweise aber auch, wie Messaggero betont, daß die Zeiten vorbei sind, in denen es einer diplomatischen Vertretung eines plutokratischen Landes möglich war, Völker und Länder zu regieren, die der Interessensphäre ihres Landes völlig fern standen. Heber das Verschwinden der Engländer freuten sich vor allem die Rumänen, die endlich von diesen so unerwünschten gefährlichen und unbequemen Gästen befreit würden, hierüber freue sich aber auch Italien, ja die ganze Welt, die die Verwirklichung einer besseren Gerechtigkeit und einer humaneren, wirtschaftlicheren und politischen Neuordnung erwartet. Britische Gesandschast verläßt Bukarest Stockholm, 13. Okt. (Eurvpapreß.) Der britische Gesandte in Bukarest sowie das Gesandtschaftspersonal ist nach einer Meldung des „Svenska Dagbladet" aus London, reisefertig. Ein Teil der britischen Gesandtschaft, und zwar in erster Linie technisches Personal, hat die rumänische Hauptstadt bereits verlassen. Alle rumänischen Konten in England sowie in den Kolonien und Dominions sind gesperrt worden. Diese Maßnahme folgt den von der Regierung der Vereinigten Staaten getroffenen Bestimmungen über die Beschlagnahme der rumänischen Guthaben in den Vereinigten Staaten. Als der „Kawachi" vom Stapel lief. Von Felix Baumann. Anläßlich der vor 2600 Jahren erfolgten Gründung des japanischen Kaiserreiches fand am 11. Oktober 1940 eine große Flottenparade vor Yokohama statt. Wenige Tage später, am 15. Oktober, jährt sich zum 30. Male der Tag, an dem der erste japanische Dreadnought auf der Werft von Yokosuka vom Stapel gelassen wurde. In meinem Besitz befindet sich eine Sakeschale aus feinem Porzellan, die auf dem Grunde, das Staatswappen des Kaisers, die Blüte der Kiku (Chrysanthemum) ziert. Der Rand der Schale ist mit einer Reihe japanischer Hieroglyphen versehen, die besagen, daß das zierliche Trinkgefäß an den 15. Oktober 1910 erinnern soll. An den Tag, an dem der erste japanische „Fürchtenichts" „Kawa ch i" auf der Marinewerft in Yokosuka vom Stapel lief. Als ich am 14. Oktober dem damaligen Dize- minister des Aeußern, Kikusiro Jshi, im Auswärtigen Amt in Tokio meine mir vorn Berliner Botschafter, Baron Chinda, gegebene Empfehlung an den Minister des Aeußern, Nomura, überreichte, fragte er mich: „Ich sehe Sie doch morgen beim Stapellauf in Yokosuka?" Ich mußte gestehen, daß ich keine Einlcöun'g besaß, weil ich erst seit einigen Tagen -wieder in Japan weilte. Der Vize- minister versicherte mir, daß er die Sache in die Hand nehmen werde. Am nächsten Morgen trom- melte mich in Yokohama bereits um 6 Uhr ein Eilbote aus dem Schlafe, der mir eine offizielle Einladungskarte überbrachte. Den Gästen der Regierung stand frei, sich mit der Bahn oder mit dem Dampfer „Tango Maru" nach Yokosuka ftu begeben, ich zog den Wasserweg vor. Eine Rikscha brachte mich nach der Ab- ahrtsstelle des im Festschmuck prangenden „Tango Maru". Marineoffiziere empfingen die Gäste und geleiteten sie die hohe, steile Treppe hinauf an Bord. Oben alles blitzblank, das ganze von einer verblüffenden Sauberkeit. Als der Sonderzug mit den Gästen, darunter mehrere Prinzen und Prinzessinnen, aus Tokio ein- getroffen war, stach der Dampfer in See. Aber der japanische Wettergott hatte an diesem Tage kein Einsehen. Es begann zu regnen, es pustete, blies und spritzte von allen Seiten, so daß die Fahrt nichts weniger als eine Vergnügungstour war. Die Gäste ließen sich den Humor nicht verderben, sprachen den europäischen und japanischen Speisen und Getränken tapfer zu. In Yokosuka schienen sich sämtliche japanische Winde ein Rendezvous gegeben zu haben, die Wellen gebärdeten sich wie unsinnig, und bas Ausbooten ging nur mit der größten Schwierigkeit vor sich. Fast alle Damen verzichteten unter diesen Umständen auf eine Landung; sie überließen es der Herrenwelt, sich den auf und ab tanzenden, kleinen Dampfbarkassen anzuverttauen, die uns an Land bringen sollten. Krampfhaft aneinandergepreßt standen wir auf dem geländerlosen Verdeck und waren bald durch und durch eingeregnet. Alle Augenblicke ging ein Hut über Bord, und jeder kühne Versuch, einen Regenschirm aufzuspannen, endete mit einem kläglichen Fiasko. Triefend kamen mir an Land, im strömenden Regen gings auf den total aufgeweichten Wegen, die zu den possierlichsten Seitensprüngen zwangen, nach dem Stapelplatz. So grau wie der Rumpf des ersten japanischen Dreadnought, so grau sah das Milieu aus, Fahnen und Girlanden 'hingen traurig herab, ein melancholischer Anblick. Nur das scharfe Rot und Gold der Kaiser-Empore sowie die scharlachroten Röcke der Kaiserlichen Musikkapelle brachten etwas Leben in das troftfofe Regen- Einerlei. Wohl hielten Tausende von Japanern den Festplatz besetzt, aber es fehlte das japanische Sonnenbild: die bunten, farbenprächtigen Gewänder, die ein japanisches Fest so anziehend gestalten und ihm den pittoresken Anstrich verleihen. Alles war in Regentoilette erschienen, doch die Schirme blieben geschlossen, weil die Anwesenheit des Kaisers M u t« uhito ihr Deffnen nicht gestattete. Endlich begann die kaiserliche Kapelle mit der Nationalhymne. Die Menge nahm die Hüte ab und verharrte in ehrfurchtsvollem Schweigen. Unter den langgezogenen, fast klagenden Tönen des „Kimi- ga-yo" betrat das Kaiserpaar mit großem Gefolge die Loge und nahm auf den vergoldeten Sesseln Platz. Kaiser M u t s u h i t o , den' ich an diesem Tage zum letzten Male sah, hinterließ damals bereits den Eindruck eines leidenden Mannes. Der schwarze Bart hob die Blässe des Gesichts noch mehr hervor. Als der Kaiser nach einem kurzen Vortrag des Vizeadmirals Saito über den Bau des ersten Dreadnought das Zeichen für den Stapellauf des Schlachtschiffes gegeben hatte, zog der Konteradmiral Sakamoto fein Signalpfeifchen, dem kurzen Pfiff folgten vernehmbare Hammerschläge, aber der große Rumps — rührte sich nicht. Ein zweiter energischer Pfiff, der Rumpf rührte sich nicht. Noch ein Pfiff, der dasselbe Ergebnis zeitigte. Sakamoto vergaß die traditionelle japanische Ruhe und eilte vor dem Kaiserpaar erregt hin und her. Die Lage schien kritisch und machte sich um so deutlicher bemerkbar, als in Erwartung der kommenden Dinge eine Totenstille herrschte. Der Konteradmiral führte sein silbernes Pfeifchen wiederum an die Lippen, aber ehe der schrille Laut ertönte, vernahm man noch einmal einige dumpfe Hammerschläge, worauf der mächtige Schiffskörper plötzlich in Bewegung geriet und schneller und schneller von den Helgen ins Wasser glitt. Einen Augenblick verharrte die Menge noch in ehrfurchtsvollem Schweigen, doch als am Heck große Papierkugeln platzten und lange rotweiße Papierftteifen sichtbar wurden, brachen die Zuschauer in ein betäubendes Banzai^Geschrei aus. Die Kapelle spielte wieder die Nationalhymne, und stehend nahm der Kaiser die Huldigungen entgegen. Nach dem Stapellaus vereinigten sich die Gäste in drei festlich geschmückten Arsenalschuppen zu einem Bankett. Ich war in die diplomatische Ab- teilung geraten und wußte gleich der Mehrzahl der Eingeladenen nicht recht, wie ich ein gebratenes Hühnchen — mit Stäbchen tranchieren sollte. Einer schaute verlegen den andern an, schließlich siegte der Humor, wir nahmen die „Finger zur Hand" und machten auf diese Weise nicht nur dem Hühnchen, sondern auch den Schinken und anderen, unter gewöhnlichen Umständen nur mit Gabeln und Messern zu bewältigenden Delikatessen den Garaus. Als Ge- jmur^e in &en anfangs beschriebenen Schälchen serviert, die jeder Gast als Andenken be- balten Durfte. Waren wir in strömendem Regen an Land gekommen, so gelangten wir in einer noch triefenderen Verfassung wieder an Bord des Reutermärchen über Deutschlands Benzin- und Ölversorgung. Berlin, 13. Okt. (DNB.) Die Agitationsorgane des britischen Jnformationsministeriums sind bestrebt, mangels wirklicher militärischer Erfolge der RAF., deren nächtliche Einslüge nach Deutschland und in die von Deutschland besetzten Gebiete zu großangelegten und wohlüberlegten Aktionen aufzufrisieren. So konnte man in diesen Tagen beispielsweise von Reuter vernehmen, daß Z e r st o - rungen von Erdölanlagen in Deutschland das Hauptziel der Angriffe der RAF. gebildet hätten. In Hamburg seien Erdölanlagen zur Explosion gebracht und in Hannover, Reis- holz, Gelsenkirchen, Köln, Magdeburg und Leuna seien Brände entfacht worden. Gleichzeitig wurde der deutschen Treibstoffversorgung die düstere Prognose gestellt, daß den deutschen Kampf- und Jagdflugzeugen demnächst kein Benzin und kein Oel mehr zur Verfügung stehen werde. In Wahrheit sind die Tatsachen folgende: 1. Die vom amttlchen britischen Nachrichtendienst behaupteten Kampferfolge gegen wichtige Einrichtungen der deutschen Treibstoffwirtschaft sind samt und sonders erlogen. 2. Die deutsche Treibsloffversorgung ist für jeden auftretenden Kriegsbedarf gesichert. Die Vorräte an Treibstoff und Oel sind heute um Millionen Tonnen höher als bei Kriegsbeginn. Die britischen Lügen muten untfo seltsamer an, als gleichzeitig von fachmännischer britischer Seite zugegeben wird, daß die deutschen Flugzeuge über den besten Treibstoff und das beste Oel verfügen. In Londoner Fachkreisen wird sogar die Ueberlegenheit der deutschen Flugzeuge ausschließlich mit der hohen Qualität von Benzin und Oel begründet. Wenn das nun auch wieder eine erhebliche Unterschätzung des deutschen Materials und der modernen deutschen Konstruktton erkennen läßt, so ist das Argument der überlegenen Güte unserer Treibstoffe doch so durchschlagend, daß wir es gern akzeptieren. Die britische Agitation verrät aber noch in einer anderen Hinsicht die hoffnungslose militärifche Schwäche der eigenen Luftwaffe. In letzter Zeit haben sich die britischen Bomber besonders zahlreicher holländischer Ortschaften angenommen. Sowohl an der Küste wie im Inneren sind Plätze bombardiert worden, die keinerlei militärische oder kriegswichtige Bedeutung haben. In London begründet man diese sinnlosen Bombenabwürfe mit der Notwendigkeit, die „deutsche Invasion" befämpfen zu müssen. Das ist in Wahrheit jedoch nur em billiger Vorwand dafür, daß die britische Luftwaffe es nicht fertigbringt, ihre Bomben zielgerecht über dem geschützten deutschen Raum zu losen. Sie zieht vor, ihre Bomben planlos über Holland abzuwerfen, da sie keine Munition mit nach Hause bringen darf und so immerhin den gefahrlos errungenen „Erfolg" verbuchen kann, daß sie Wohnhäuser zerstört und Menschenleben vernichtet hat — noch dazu in einem Lande, das sich bis vor kurzem des „Schutzes" der britischen „Garantie" erfreute. Große Brände weisen den denischen Bombern den Weg. und fAgram Thereslöpel Belgrad 'Donau Sarajewo x.<\ r ^BULGARIEN • Sofia m, G Phihppopef .^ <9 Z TURKE QRIECHENL Kischi new e Odessa und be- auf das ’^ifPressbg / Budapest Sachschaden angerichtet wurde. 3m übrigen schränkte sich die Anariffstätiqkeit des Gegners einige Trachteinflüge in die deutsche West- und norddeutsche Küstengebiet. Rustschuck i manchefter. hier entstand in den Kühlhäusern um den Alexandra-hafen und ostwärts der Kanada- Docks ein Großfeuer, das llch rasch ausdehnte. Ebenso waren mehrere große Brände zwischen dem Stanley-Hafen und dem Kanada-Dock zu beobachten. Die Dockanlagen von Liverpool-Bootle erhielten gleichfalls mehrere Volltreffer und gerieten in Brand. Zahlreiche Einzelangriffe richteten sich gegen Bahn - und Gleisanlagen in Südengland. Auch mehrere Rüstungs- und Versorgung sb e t r i e b e In Wittelengland und an der Ostküste Schottlands wurden erfolgreich bombardiert. Lin wichtiges Rüstungswerk an der Ostküfte brannte völlig nieder. Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine nahmen in der Rächt einen englischen G e l e i t z u g an der Küste von Dover unter Feuer und zersprengten ihn. 3m Seegebiet vor der schottischen Ostküfie griff'ein deutsches Flugzeug einen Geleltzug von mehreren bewaffneten Handelsschiffen im Tiefanflug an. Lin Schiff von 8000 BRT. blieb mit starker Rauchentwickl'mg gestoppt liegen. Ein anderer stark gesicherter Ge- leikzug wurde s üd l i ch d e r h eb r i d e n mit Vom- ben belegt. Zwei Schisse wurden so getroffen, daß sie die Weiterfahrt einstellen mußten. Ein Unterseeboot versenkte aus einem feindlichen Geleit,ua in kurzer Zeit drei Dampfer mit rund 21 000 BRT. 3n der Rächt vom 10. zum 11. 10. versuchten kleinere Einheiten h«»r britischen Kriegsmarine Cherbourg zu beschießen. Sie wurden nach drei Minuten Feuerdauer durch das Feuer der Küstenartillerie zum Abdrehen gezwungen. Lin kurz darauf im Moraengrauen sich Cherbourg nähernder schwerer britischer Kreuzer wurde frühzeitig durch Luftaufklärung gemeldet, unter Teuer genommen und drehte ab, bevor er selbst ,um Schuß kam. Militärischer Schaden entstand weder im Hafen noch in der Stadt Cherbourg, iedoch wurden elniae französische Wohnhäuser getroffen. Der Gegner verlor am gestrigen Tage insgesamt 13 Flugzeuge, davon 10 im Lufkkampf, drei durch Flakartillerie. Ein deutsches Flugzeug wird vermißt. IVarna-^Z— \ v Die britische Luftwaffe führte in der Nacht Terroraktionen gegen zahlreiche bolländifche Ortschaften durch, in denen stärkerer Personen- MM 5:6= 6 A Xyy ien sich an einigen Stellen zu Großfeuern, die bei Beginn der Dunkelheit Verbänden schwerer K a m p f f l u g z e u ge für ihre Vergeltungsangriffe den Weg wiesen. Zahlreiche Bomben mittleren und schweren Kalibers riesen zwischen Themsebogen und Leyton weitere große Brandherde hervor. Ebenso konnten in der Gegend des Batkersey-Parks und an den Themseusern zahlreiche Einschläge beobachtet werden. Lin weiterer Großangriff richtete sich gegen das Hafen- und 3ndustrie- gebiet von Liverpool -Birkenhead Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. Berlin, 12. Okt. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der Bombenwurf von Verbänden leichter Kampfflugzeuge richtete am gestrigen Abend in der britischen Haupt st a d t umfangreiche Zerstörungen an. Rachfolgende Brände entwickel- ^grn^r^-^ v Gr. ’A/ogy- Wein ^unfkirche! Msiburg**^ . Kronstadt’ U Ä N SOWJET-RUSSLAND f^Czernowitz VV SLOWAKEI? Klausen bürg EinIahrReichsgauDanzig-Westpreußen Das Haus der Lupescu ben beschlagnahmt. Erziehung, Mnksterkaldirektor Prof. Dr. Krümmel, sowie ein Vertreter des Auswärtigen Amtes. wnrde von den Behörden jetzt zur Besichtigung freigegeben. Das erhobene Eintrittsgeld wird dem Flüchtlingsfonds zugeführt. -In Reichenberg wurde die Sudetendeutsche Anstalt für Landes- und Volksforschung im Goethe- Heim eröffnet. Hauptaufgabe dieser Anstalt ist es, die Sudetenländer um ihre Vergangenheit unter Berücksichtigung der — namentlich gegen Osten und Südosten — angrenzenden Landschaften zu erforschen. An der Eröffnungsfeier nahm neben Reichsstatthalter und Gauleiter Konrad Henlein auch Gauhauptmann Dr. Kreißl, der gleichzeitig Leiter der Anstalt ist, teil. BerantworiungsbewußterLournalismus MichSpreffechef Dr. Dietrich über den Aufbau einer neuen Pressemoral. Danzig, 13. Oktober. (DNB.) Am Sonntag gab Gauleiter und Reichsstatthalter Albert Forster im Danziger Staatscheater einen Bericht über den Ausbau im Reichsgau Danzig - Westpreußen, der nach der Befreiung des Weichsellandes durch den Führer ins Leben gerufen wurde. Kaum hatten unsere siegreichen Truppen einen Kreis oder eine Stadt in Besitz genommen, da zogen auch bereits die als Chefs der Zivilv erw a l t u n g ausgesuchten Männer mit ihren Mitarbeitern in das neu eroberte Gebiet ein, um mit der Aufbauarbeit zu beginnen. Besondere Vorbereitungen wurden für die Industrie getroffen, um sie so schnell wie möglich in die deutsche Kriegswirtschaft einzubauen. Ebenso wesentlich war es, die Landwirtschaft nach deutschen Gesichtspunkten zu leiten, damit auch der Grund und Boden die entsprechende Ausnützung im Sinne der Ernährung des deutschen Volkes erfährt und Danzig-Westpreußen mit Recht seinen Ruf, »Kornkammer des Großdeutschen Reiches" zu sein, bewahrt. Daneben mußten wir noch für die Unterbringung von Tausenden von Volksdeutschen aus dem Balttkum, aus Wolhynien, aus der Gegend am Rarew und um Warschau sorgen. Der Reichsgau Danzig kann auch mit Stolz von sich behaupten, daß er von den vier Ostgauen der einzige ist, der keine Juden mehr hat. Um die Volksdeutschen geistig auszurichten, begannen wir mit dem Aufbau der NSDAP, und ihrer Gliederungen. Unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen begannen die kommissarischen Landräte und Oberbürgermeister ihre Tätigkeit. Die Opfer, die von den in das befreite Gebiet abgeordneten Beamten gebracht und die Arbeiten, die in der ersten Zeit von die- den. Neben Besichtigungen der Berliner Sehenswürdigkeiten werden die Gäste auch Gelegenheit haben, Berliner Theater und ein großes Lichtspielhaus zu besuchen. Britische Bomben auf das Kliniksviertel von Münster. Düsseldorf, 13. Oft. (DNB.) Auf das Schuld, konto der englischen Luftpiraten kommt auch der Ueberfall tn der Nacht zum Sonntag auf Düsseldorf. Wieder einmal waren ausschließlich ausgesprochene Wohngegenden, in deren Umkreis weit und breit keine militärischen oder kriegswichttgen Anlagen zu finden sind, das Ziel. Die Toten und Verletzten, die dabei zu beklagen sind, verlängern die Liste der britischen Verbrechen, deren jedes von deutschen Fliegern hundertfach vergolten wird. In einer anderen rheinischen Stadt wurde ein Friedhof bombardiert. Ueber den Universitätskliniken der Stadt Münster kreuzten die britischen Luftpiraten zunächst längere Zeit über den im Hellen Mondschein liegenden durch große rote Kreuze gekennzeichneten Krankenanstalten und warfen schließlich vier Sprengbomben ab, von denen eine das Hygienische Institut, die anderen zwei Wohnhäuser der Universitätsangestellten schwer beschädigten. Von den Bewohnern wurde niemand verletzt, da sie sich in die Schutzräume begeben hatten. Wenige Meter weiter und die Bomben wären in die Medizinische Klinik gefallen. Neben der Tatsache, daß sich keinerlei militärische Objekte in der Nähe befinden, beweist auch das längere Kreuzen der britischen Flieger über den Krankenhäusern erneut einwandfrei, daß sie sich diese als Ziel ausgesucht hatten. Meine politische Nachrichten. Der Führer hat dem Präsidenten der Slowakischen Republik, Dr. T i s o, zum Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Auf Vorschlag des Reichsministers für Bewaffnung und Munition hat der Führer bewährten Rüstungsarbeitern das Kriegsverdienstkreuz verliehen. Bei dieser Auszeichnung wurden auch Männer bedacht, die sich um die Entwicklung der Waffentechnik Verdienste erworben haben. Festigung des Sieges gegangen seien, wüßten bereits, was der Sieg von chnen fordere. Blühende Städte und Dörfer, in den 20 Millionen Deutsche neuen Lebensraum finden würden, und Millionen deutscher Kinder heranwüchsen, gäben vor der Ge- Spanien hat die diplomatischen Beziehungen mit Chile wieder ausgenommen. In einer offiziellen Mitteilung der Regierung wird gefügt, die Schwierigkeiten, welche mit der chilenischen Regierung bisher bestanden, seien behooen. Die spanische Regierung freue sich besonders, diese Mitteilung gerade am Tag der Hvspanität ( F e st der Rasse) machen zu können. ♦ In dem Stadthaus der Helene Lupescu, der Geliebten König Carols, fand die Polizei mehrere Millionen Lei in bar und zahlreiche Schmuckgegenstände von hohem Wert. Geld und Schmuck tour» Auf Einladung des bulgarischen Ministerpräsidenten und Kultusministers Professor Filoff begibt sich Reichserzichungsminifter R u st nach Bulgarien, um der Eröffnung des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts beizüwohnen, das bulgarische Schul- und Hochschulwesen kennen zu lernen und die deutschen Schulen und kulturellen Einrichtungen zu besichtigen. In der Begleitung des Ministers befinden sich der Chef des Amtes für körperliche In Sofia haben Mrtschastsverhandlungen zwischen einer deutschen Delegation und der bulgari- scyen Regierung stattgefunden, die zu einer Neuregelung des Zahlungsverkehrs zwischen Deutschland und Bulgarien führten. Die bulgarische Nationalbank wird vom 15. Oktober ab die Reichsmark zum Kurse von 32,50 Lewa für eine Reichsmark ankaufen und zum Kurse von 33 Lewa für eine Reichsmark abgeb en. ist. Eine raffinierte geisttge Vergiftung hat sie zu vernunftgemäßem Denken und Handeln nahezu un- ähig gemacht. Nur so ist- es zu ertlären» daß so viele angeblich aufgeklärte Völker einer so völligen Verkennung der tatsächlichen Verl)ältnisse zum Opfer allen konnten. Dieser Krieg hat Wunder mensch- icher Tatkraft und Organisationskunst offenbart, aber auf der anderen Sette auch eines der erstaunlichsten Phänomene menschlichen Rückschritts sichtbar werden lassen, die fortschreitende Verdummung ganzer Völker durch das verhängnisvolle Wirken einer verantwortungslosen Presse. Die Bekämpfung und Beseitigung eines solchen Zustandes ist ein Werk der Selbstverteidigung aller Völker und des Schutzes der menschlichen Kultur! „Tango^Maru". Als wir aus dem Hafen dampften, begannen alle Kriegsschiffe einen Salut zu feuern. Wir buchten rhn auf unser Konto, aber er galt dem Kaiser, der zu derselben Zeit in seinem Sonderzuge Pokosuka verließ. Am Tage nach dem Stapellauf empfing der damalige Flottenchef, Admiral Graf Togo, die Vertreter der ausländischen Presse im Marine- Ministerium am Hibiya Park. Der Empfang hatte den Zweck, umherlaufenden, unkonttollierbaren Gerüchten über Zwischenfälle bei dem Stapellauf ent- gegenzutteten. Admiral Togo klärte uns darüber auf, daß nur das anhaltende Regenwetter an der „Panne" im Stapellauf schuld gewesen und von einem Sabotageakt keine Rede sein könne. Und, fuhr Togo fort, daß Konteradmiral Sakamoto nicht Selbstmord begangen hat, beweist seine Gegenwart. In der Tat stand dieser hinter dem Admiral. Togo ließ sich dann die Pressevertreter vorstellen; als er vernahm, daß ich Deutscher sei, äußerte er sich sehr anerkennenswert über die deutsche Marine. Ich erinnerte ihn an die Versenkung des chinesischen Truppenttansportdampfers ,K o w - fen Menschen geleistet worden sind, dürfen niemals vergessen werden. Eine der dringlichsten , Aufgaben war die Verbesserung des Straßennetzes. schichte Begründung und Rechtferttgung der Waf- die Instandsetzung der Eisenbahnwege und die fentaten. Ueöerholung des Fernsprech- und Postwesens. Mit ------- Wie es Regeln des Völkerrechtes gibt, so wird es in Zukunft auch verbindliche Prinzipien auf dem Gebiet der Presse geben, die künftig kein Staat außer acht lassen kann, der sich zum Kreis der Kulturnationen rechnet. Aber die Völker werden das Ziel einer Gesundung des Pressewesens in der Welt durch staatliche Vereinbarungen allein nicht erreichen, wenn sich nicht die Erziehung des Journalisten durch ein neues Berufsethos von innen heraus vollzieht! Dazu gchört: die Saub erk eit des journalistischen Berufsstandes, die jede Art von Bestechlichkeit ausschließt, das Prinzip der persönlichen Verantwortlichkeit des einzelnen Journalisten, die Bekämpfung der Pressettige und der Ausschluß des Judentums aus der Presse. Diese Grundsätze als allgemein anerkannten Ehrenkodex der Journalisten zu internationaler Geltung zu bringen, ihre Mitglieder im Geiste dieser Prinzipien zu erziehen, wird Aufgabe eines neuen in- ternattonalen Berufsverbandes sein. Nationalrat Guglielmotti beantwortete auch im Namen des Kameraden Virginia Gayda die Ansprache, indem er den lebhaften Gruß des faschistischen Berufsverbandes der Journalisten und der faschistischen Organisation der freien Berufe und Künste dem Reichspressechef überbrachte und zum Ausdruck brachte, daß die italienischen und deutschen Journalisten, die unter dem Befehl der zwei großen Führer stehen, die den beiden Völkern den sozialen Sieg bringen werden, würdig sein wollen der Soldaten, die heldenhaft im gemeinsamen Ringen für die Kultur und die Gerechtigkeit kämpfen. Ehrenabordnung des deutschen Bauerntums in Berlin. Berlin, 13. Okt. (DNB.) Mehr als 300 Frontbauern, Bäuerinnen und Landarbeiter sind als Ehrenabordnung des gesamten deutschen Bauerntums in der Reichshauptstadt eingetroffen, um am 14. und 15. Oktober von der Reichsregierung empfangen zu werden als Dank und Anerkennung für die über jedes Lob erhabenen Leistungen des deutschen Landvolkes. Die Ehrenabordnung, der aus jedem Gau eine kinderreiche Bäuerin angehört, die den Hof allein führt, während der Mann im Felde steht, wird am Montag von Reichs- minister Da r r 6 und Reichsminifter Dr. Goebbels empfangen werden. Am Dienstag find die Bauern Gäste des Oberbürgermeisters und Stadtpräsidenten der Reichshauptstadt, um am Nachmittag von der Reichsregierung empfangen zu wer- f h i n g", den er als Kommandant des Kreuzers „Nanira" am 25. Juli 1894 — anläßlich der damaligen japanisch-chinesischen Wirren — an der koreanischen Küste in den Grund gebohrt hatte. An Bord des „Kowshing" befand sich der in chinesischen Diensten stehende ehemalige Leutnant von Hanne k e n, der mit mehr als hundert chinesischen Soldaten nach einer naheliegenden Insel schwimmen konnte, dort von dem „Iltis", der am 23. Juli 1896 in der Nähe des Schantung-Südoftoorgebirges scheiterte, abgeholt und nach Tschifu gebracht wurde. „Ja, ich erinnere Mich dieses Vorfalles", erklärte Togo lächelnd, „aber ich hatte vor der Versenkung den an Bord weilenden Ausländern Gelegenheit gegeben, das Schiff zu verlassen. Hanneken, der später sogar General geworden, hat sich wohl als chinesischer Offizier betrachtet und ist an Bord geblieben, doch er konnte sich ja retten." Dem „Kawachi" war nur eine kurze Lebensdauer beschieden, der erste japanische Dreadnought ging am 12. Juli 1918 infolge einer Explosion mit 500 Mann in der Tokuyamabcü unter. Absicht werden die beschlagnahmten polnischen Unternehmungen und Geschäfte nur zu einem Bruchteil jetzt schon veräußert. Die überwiegende Masse der Betriebe wird durch die Treuhandstelle Ost bis zum endgültigen Einsatz der Frontsoldaten verwaltet. Da der größte Teil des Grund und Bodens im polnischen Besitz war, werden heute 1,2 Millionen Hektar ehemaligen polnischen Besitzes von Sammeltreuhändern betreut. Da eine Ansiedlung von landwirtschaftlichen Bewerbern aus dem Altreich mit Rücksicht auf unsere Soldaten während des Krieges nicht durchgeführt wird, beschäftigt sich jetzt die Landesbauernschaft mit der kartenmäßigen Vorbereitung für die Neubesiedlung des Landes. Unter den schwierigsten Verhältnissen hat die Hochbauverwaltung rund 1500 Häuser instand gesetzt, 250 Häuser erweitert und rund 380 Häuser neu aufgebaut. Reichsorganfiationsleiter Dr. Ley sagte die in dem Bericht des Gauleiters genannten Leistungen ' seien nur zu erklären aus jenem heiligen Fanatismus, der das ganze deutsche Volk heute erfülle und Front und Heimat zu einem gemeinsamen Begriff werden lasse. Was 1918 von Juden als zersetzendes Gift in das deutsche Volk gettäufelt sei, die geistige Trennung von Heimat und Front, gebe es heute nicht. Hinter den Soldaten stehe heute eine Partei, die den Waffenruhm zum größten Sieg der Weltgeschichte machen werde. Die Menschen, die hier im Osten bereits an die Auswertung und München, 12. Okt. (DNB.) In München fanden Besprechungen zwischen dem Reichsoerband der Deutschen Presse und dem faschistischen Nationalsyndikat der Journalisten statt über die Auflösung der Federation Internationale des Journalistes in Paris und eine neue Zusammenfassung nationaler journalistischer Berufsverbände. Reichspressechef Dr. Dietrich erinnerte daran, daß die Presse in fast allen Ländern die öffentliche Meinungsbildung beherrsche und ihre Macht über die Herzen und Hirne der Menschen zum Segen, aber auch zum Fluch der Völker ausüben könne, wenn sie von verantwortungslosen Elementen geschrieben werde. In all den vergangenen Jahren hätten die Männer Deutschlands und Italiens vor der Weltgefahr der Presselüge und Pressehetze gewarnt und vorausgesagt, daß die Verantwortungslosigkeit einer skrupellosen Presse die Welt in den Krieg stürzen würde, wenn man ihr nicht rechtzeitig Einhalt gebiete. Was sie voraussagten, sei eingetroffen. Die Verantwortungslosigkeit der jüdisch- demokratifchen Presse, das Werkzeug der organisierten Lüge, führte die Völker und stürzte sie ins Unglück — sie haben unsere wohlmeinenden Warnungen vor dieser tödlichen Gefahr in den Wind geschlagen, und erst die Sprache der Kanonen war laut genug, um sie zu überzeugen. Heute brandmarken sie selbst die tausendfachen schädlichen Fälle von Korruption und Lüge, die die angeblich „freieste und unabhängigste Presse der Wät" zum Totengräber ihres Landes werden ließ. Die Franzosen sind mit Lügen überschwemmt und auf der ganzen Linie getäuscht worden über die wirkliche Lage in Europa, über die Möglichkett einer friedlichen Regelung und über die wahren Kriegsgründe und Ziele, so rufen sie jetzt aus. Und so wie Frankreich und mit ihm viele andere von dieser Presse zugrunde gerichtet wurden, so wird es auch den Völkern ergehen, die auch heute noch dem tödlichen Rauschgift der demokratischen Hetz- und Lügenpresse verfallen sind. Ein Engländer, der den furchtbaren Zusammenbruch des französischen Lügensystems in Paris erlebte, erklärte kürzlich im „Oeuvre": „Die Mehrheit des englischen Volkes ist heute durch die infamsts Presse der Wett verdummt, sie vergiftet den Geist dieses Volkes mit jedem Tage mehr. Das englische Volk sicht unter dem Joch der verjudeten Presse." Mit welchen Mitteln diese im englischen Sold stehende Bande der Kriegshetzer in der ganzen Wett arbeitet, um sich die Presse anderer Länderer dienstbar zu machen, gcht aus den jetzt aufgedeckten Machenschaften Englands in Rumänien hervor. Es wurde ein Fonds in Bukarest festgestellt, der dazu gedient hat, das wirtschaftliche - und politische Leben des Landes zu unterhöhlen und jenen „unsichtbaren Krieg" zu führen, den England als Land ohne Ideale und ohne Soldaten immer dem wahren Krieg gegenüber bevorzugt hat. Allein 18 englische „Pressevertreter" lebten von diesem Milliardenfonds, indem sie jene Lügenmeldungen, mit denen die öffentliche Meinung vergiftet und unter Druck ach alten werden sollte, verbreiteten. So sehen wir, wie überall in der Wett das „Prinzip" der Verantwortungslosigkeit der Presse zu einer tödlichen Gefahr für die Völker geworden Die Deutsche Arbeitsfront NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Kreisdienststelle Wetterau Mittwoch, den 16. Oktober 1940, 16.30 und 20.30 Uhr in der Turnhalle zu Grünberg anläßlich des Gallusinarktes: Bunte Großveranstaltung pserdeVRindvich- und Schweinemarkt zum 460. Gallusmarkt in Grünberg (Hessen) am Mittwoch, dem 16. Oktober 1940, auf dem Viehmarkt Auftrieb von 8.30 Uhr bis s Uhr im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen. mit Charlotte Schütze vom Deutschen Theater Wiesbaden / Dem Ballett Wilus Senzer, Mainz / Den 5 Sorgenbrechern / Harry Grüneke vom Stadttheater Gießen / Dem Musikclown Kemp-Arnoldi / Den 3 Eleans, Exzentriker / Der Kapelle einer Panzereinheit / Tanzkapelle Max Graf, Frankfurt am Main / Ernst Formhals, Akkordionsolist u. a. Eintritt nachmittags RM. 1.— und 0.80, abends RM. 1.50 und 1.20. Besorgen Sie sich rechtzeitig Eintrittskarten! - Im Vorverkauf numeriert. - Vorverkauf: Zigarrengeschäft Albach, Grünberg, Marktgasse. «aoD recht. Aber er war — wenn man feinen Erzählungen glauben durste, ein Meister eben jener gewaltigen Abenteuer, wie sie Gulliver erlebt hat, und darum nannten wir ihn so. Am Sonntag zu« Beispiel, auf dem Karne- radschastsabend, erzählte er, was er in der letzten Woche erlebt hatte, und das war nicht wenig. Er begann damit, eine Notiz aus dem Abendblatt vorzulesen: „Dr. Stimm ist es gelungen, durch Fütterung von Kleintieren mit Hormonen ein außergewöhnliches und abnormes Wachstum der Versuchsobjekte zu erzielen. Dr. Stimm beabsichtigt, wie wir hören, seine Versuche auch auf Menschen auszudehnen. Es besteht demnach die Möglichkeit, die Abmessungen des menschlichen Körpers in geringem oder auch abnormen Maße zu vergrößern.-- „Als ich das zum erstenmal las", fuhr Grllliver fort, und steckte die Zeitung in die Tasche, „bin ich sofort zu Dr. Stimm hinausgefahren." „Sie wünschen?" fragte der. „Zu wachsen", sagte ich. Der Doktor lächelte. ,Lch habe meine Präparate nur an Tieren ausprobiert —" „(Eben drum", unterbrach ich ihn, „in mir finden Sie einen Menschen, mit dem Sie nach Belieben experimentieren können." Dr. Stimm öffnete die Tür zum Nebenzimmer. Ein merkwürdiges Tier lief herein, eine Art Känguruh, wie es schien, nur großer und mit längeren Vorderbeinen. „Das ist eine Ratte", sagte Stimm. Mir rann es kalt über den Rücken. „(Ein Krokodil", fuhr er fort, „habe ich an den Budapester Zoo verkauft, und nicht einmal Professor Jenko hat gemerkt, daß es eine Eidechse war." Ich atmete ein wenig schwer, aber mein Entschluß blieb unerschütterlich. „Geben Sie mir von dem Präparat", rief ich, „mag daraus werden, was da will!" Der Doktor gab mir zwei Spritzen und tun darauf noch eine. Am nächsten Tage mußte ich wiederkommen, eine Drüse wurde in der Narkose entfernt, eine andere dafür eingesetzt, wieder gab es zwei Spritzen, aber warum soll ich euch mit Einzelheiten langweilen: schon am dritten Tag begannen die Nähte meines Anzugs zu platzen, abends schlief ich auf unserm vier Meter langen Korridor, auf allen Vieren betrat ich mein Zimmer, stieß trotzdem mit dem Rücken die Türfüllung ein, am nächsten Tage fing die Polizei an, mich zu umzingeln und internierte mich in der Reitbahn. Ich aber hob das Dach ab, rollte mich in der Manege des Zirkus Curax zusammen, zerriß am Morgen das Kuppelzelt, zertrat einen Häuserblock, warf den Turm der Michaeliskirche um und fühlte bei alledem, daß ich wuchs und immer noch wuchs. Von Angst gepeinigt, stürzte ich mit ein paar Schritten durch die norddeutsche Tiefebene, watete durch die Nordsee, dann durchs Skagerrak, zwängte mich durch den Oere-Sund, stieg in Kopenhagen an Land und wollte gerade fragen, wie man am besten zum Tivoli kommt, da saust plötzlich ein Fesselballon neben mir hoch, bleibt neben meinem rechten Ohr stehen, im Korb steht ein Polizist, wirft mir einen furchtbaren Blick zu und brüllt: „Sie sind verhaftet!" Unter diesem Blick werde ich klein und häßlich. So klein und häßlich, daß ich nach zehn Sekunden zu Hause in meiner Zwei-Meter-Normalbettstelle aufwache." Gulliver schwieg. „Ach so!" riefen wir und taten, als ob wir alle maßlos erstaunt wären, „du hast bas alles nur geträumt?" „Nicht alles", schüttelte Gulliver den Kops und zog zum zweitenmal die Zeitung aus der Tasche, „die Notiz im Abendblatt steht wirklich und wahrhaftig da, und gleich morgen gehe ich zu Dr. Stimm, um mich behandeln zu lassen." „Gulliver!" lachten wir, „willst du wirklich wachsen, und wirklich den Turm der Michaeliskirche umfloßen, und wirklich —?" Gulliver winkte mit einer Handbewegung ah. „Nicht gerade das", sagte er und trank (den wievielten?) Korn, „aber nach Kopenhagen hab' ich schon immer gern einmal gewollt." Heinrich Becker, Unteroffizier Otto Pfeiffer und Unteroffizier Edmund Feser. ** D i e Technische Nothilfe tatbereit. Ein Trupp der Technischen Nothilfe hatte sich am gestrigen Sonntag freiwillig zur Verfügung gestellt, um die zwei Bootspritschen der Gießener Ruder- Gesellschaft von der Lahn herunterzuholen und abzumontieren. Die Männer zeigten dabei eine gute Ausbildung, die es ihnen ermöglichte, die Arbeit innerhalb kurzer Zeit durchzuführen. Dereinsführer Scharmann von der Gießener Rüdei>Gesellschaft dankte der Technischen Nothilfe für ihren wiederholten freiwilligen Einsatz und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch im kommenden Frühjahr für den Aufbau der Pritschen wieder zur Stelle sein werde. Amtsgericht Gießen Eine Frau in Gießen hatte einen Strafbefehl über drei Wochen Gefängnis erhalten. Sie war beschuldigt, am 15. Juli einen Hausgenossen, mit dem sie in Streit mar, auf der Straße 'in unflätiger Weise beleidigt zu haben. Gegen den Strafbefehl legte die Angeklagte Einspruch ein. Sie bestritt die Tat, wurde aber durch die Beweisaufnahme überführt. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Angeklagte zu einer Gefäng- nisstrafe von drei Wochen verurteilt. Dem Beleidigten wurde die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils öffentlich bekannt zu machen. Ein Mann aus Wieseck war wegen Widerstandes angeklagt. Am 24. Juli machte er mit einer Säge im Walde Holz ab. Der Förster stellte ihn zur Rede und nahm ihm die verwendete Säge und die Leseholzkarte ab. Der Angeklagte wollte seine Karte wieder haben. Als er sie nicht bekam, entriß er dem Förster mit Gemalt die Säge. Der Angeklagte war geständig, er will aber in Erregung gehandelt haben. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde er an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe zu einer Geldstrafe von 20 Reichsmark verurteilt. Die seitherige Unbestraftheit und das Alter des Angeklagten wurden strafmildernd berücksichtigt. Eine Frau aus Steinbach hatte wegen Diebstahls einen Strafbefehl über fünf Monate Gefängnis erhalten. Sie war beschuldigt, im Oktober v. I. militärische Ausrüstungsstücke, die in ihrem Anwesen liegengeblieben waren, sich angeeignet zu haben. Gegen den Strafbefehl legte die Angeklagte Einspruch ein. Sie bestritt, eine strafbare Handlung begangen zu haben. Die Hauptoerhandlung ergab, daß kein Diebstahl, sondern eine Unterschlagung vorlag. Das Gericht erkannte auf eine Gefäng- nisstrafe von einem Monat. Strafmildernd wurden die seitherige Unbestraftheit der Angeklagten und der Umstand, daß sie sich der Tragweite ihres Tuns nW bewußt war, berücksichtigt. Aus der engeren Heimat. üuberger Gallusmarkt im Kriegsjohr 1940. + Grünberg, 12. Okt. Dieser Tage fand nochmals eine Sitzung des Gallusmarkt-Ausfchusses statt, um die endgültige Gestaltung des diesjährigen Gallusmarktes festzulegen. Erfreulich mar der Bericht von Bürgermeister König, daß wider Erwarten großes Interesse seitens der Schausteller und fahrenden Kaufleute für den Markt festzustellen sei, mie dies die zahlreich eingehenden Meldungen bewiesen. In dieser Erwartung hatte der Ausschuß schon in einer früheren Sitzung beschlossen, den Markt auf seinem altgewohnten Platze, der Käsmiese, abzuhalten. So werden denn in der nächsten Woche wieder die gewohnte Budenstadt und die Gassen der Derkaufsstände dort zu sehen fein und Ziel und Anziehungspunkt für die Bewohner von Grünberg und Umgegend bilden. So viel steht nach den dis jetzt vorliegenden Meldungen schon fest, daß ein sehr gut beschickter Juxplatz und auch eine ansehnliche Zahl von Verkaufsständen den zweiten Kriegs-Gallusmarkt bilden werden. Damit wird er sich bedeutend von dem vorjährigen Kriegs- Gallusmarkt abheben, der innerhalb der Stadt abgehalten wurde und nur mit 30 Verkaufsständen beschickt mar, während der Juxplatz ganz ausfiel. In der Sitzung berichtete der Kreiswalter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Pg. Schemel (Gießen), über die am Gallusmarkt geplanten „Bunten Großveranstaltungen" in der Turnhalle, die durch die Mitwirkung namhafter Künstler und Künstlerinnen zu einem großen Ereignis zu werden versprechen. Ueber die Einrichtung des Pferde- und Rindviehmarktes berichteten Landwirtschaftsrat Dr. D i e n ft, Tierarzt Dr. Herdt und Ortsbauernführer Großhaus. Für gute Unterkunft der Tiere soll durch Ueberdachung und Einzäunung der Halle Sorge getragen werden. Der Verlauf des Marktes ist kurz folgender: Am Dienstagabend geselliges Beisammensein des Marktausschusses mit den in Urlaub weilenden Soldaten. Am Mittwoch, 16. Oktober: Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt auf der Lehmkaute, anschließend Krämermarkt und Volksfest auf der Käs- wiLse, nachmittags und abends „Bunte Großveranstaltungen" in der Turnhalle. Am Donnerstag, 17. Oktober: Krämermarkt und Volksfest auf der Käswiese und Filmvorführungen in der Turnhalle. Der folgende Sonntag bringt dann den Marktausklang. In dieser Weise wird sich der diesjährige Gallusmarkt, der 460. feines Namens, abspielen und trotz Kriegszeit seinen Ruf als altes oberhessisches Heimatfest wieder bestätigen. Im Zusammenhang mit dem Gallusmarkt verdient noch ein Vorhaben des Markt-Ausschusses besonderer Erwähnung. Der Ausschuß sandte vor einigen Tagen an sämtliche Grünberger Soldaten, Arbeitsmänner, -maiden, Beamten, Eisenbahner und Rote-Kreuz-Helferinnen ein Schreiben, das folgende Frage enthielt: „Wie hast du den 16. Oktober, den ersten Gallusmarkttag 1940, verbracht?" Darin wurden sie aufgefordert, eine Schilderung des Dienstes und ihrer persönlichen Erlebnisse an diesem Tage zu geben und an den Markt-Ausschuß zu senden und womöglich ihr Bild beizufügen. Es ist geplant, diese Briefe zu einem Gedenkbuch zu vereinigen, das später sowohl ihnen, als auch kommenden Geschlechtern eine stete Erinnerung an Deutschlands Daseinskampf unter unferm Führer Adolf Hitler bilden soll. Landkreis Gießen. * Lich, 11. Okt. Dieser Tage fand im Saale des Hotels „Zum Löwen" ein Mitgliederappell der hiesigen Kameradschaft der N S KO V. statt. Kameradschaftsführer Pg. Jakob Schmidt gab einen kurzen Rückblick auf die Ursachen des uns aufgezwungenen Krieges und über dessen Verlauf bis zum heutigen Tage. Im Anschluß gab Kamerad Schmidt an Hand der Befehlsausgabe Anordnungen und Bestimmungen bekannt. gfs. Weickartshain, 12. Oft. Die reichliche Zwetschenernte machte es der Frauenschaft der hiesigen Ortsgruppe möglich, ein großes Zwet- fchenmuskochen für die Soldaten zu veranlassen. Die Zwetschen wunden von allen Mitgliedern ohne Ausnahme gern und willig gespendet, und jedes Mitglied brachte noch ein Viertelpfund Zucker mit. Abends wurden bei fröhlichem Beisammensein die Zwetschen gekernt und am nächsten Tage von einigen Frauen das Mus gekocht. Als stolzes Ergebnis konnten 70 Liter ausgeschöpft und der zuständigen Stelle zugeführt werden. )—( Ruppertsburg, 12. Okt. Die Kartoffelernte geht hier ihrem Ende entgegen. Die (Erträge haben alle Erwartungen wett übertroffen. — Unsere Gemeinde hatte in diesem Jahre über vier Morgen Flachs. Die Felder zeigten einen schönen Stand. Vor allem waren sie dank der Reinigung durch die Schuljugend rein von Unkraut. In letzter Woche wurde der Flachs mm m Dorfgemeinschaftsarbeit gerupft. Einbruch unter Ausnutzung der Verdunkelung. Gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilt. LPD. Offenbach, 13. Okt. Das in Offenbach am Main tagende Sondergericht verurteilte den 35 Jahre alten Georg Christ aus Offenbach wegen Einbruchsdiebstahls unter Ausnutzung der Verdunkelung zum Tode und wegen Unterschlagung und Hehlerei zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust; außerdem wurde die Sicherungsverwahrung angeordnet. Christ, ein bereits 13mal, darunter auch einschläglich wegen Diebstahls und Rückfalldiebstahls vorbestrafter 'gemeingefährlicher Gewohnheitsverbrecher, hatte im oergangenen Winter einen Einbruchsdiebstahl unter Ausnutzung 3000Kilometer Stete Roman von Olly Boeheim 1. Kapitel. „Hallo, hallo, Fräulein, wo steuern Sie denn hin?" schrie der Hilfsregisseur Püttger, der mit seinem Megaphon hinter Den Tanzgirls herraste. Es war die erste Stellprobe zu der großen Sommerrevue, die im Juni starten sollte. „Ich will meinen Trainingsanzug überziehen", antwortete Anita ©liefen, die mit einem Paket unter dem Arm inmitten all des Wirrwarrs stand, aus dem sich allmählich eine Probe entwickeln sollte. „Girlgarderobe dritte Tür rechts hinter dem zweiten Notausgang, mein Mädchen", tutete der Hilfsregisseur überlaut und wandte sich zum Gehen. Anita faßte ihn am Aermel. „Girlgarderobe?" sagte sie erstaunt; ich bin doch kein Girl!" „Ach nee 1" Püttger grinste über sein rundes, fröhliches Gesicht, daß die Sommersprossen zu einem kleinen See verschwommen, „ach nee, wat bifte denn? Ick hätte dir direkt fürn Mädchen gehalten." „Lassen Sie doch die Witze", sagte Anita Silesen scharf: „Ich bin als Solotänzerin verpflichtet." „Moment mal!" Püttger wurde sachlich, zog den Besetzungsplan aus der Wollweste und erklärte: „Klar tanzt im solo, mein Mädchen, aber es hopsen gleichzeitig noch zwölf andere mit." Er pfiff durch die Zähne und ging ab. Anita stand ratlos in dem Gewimmel von Beleuchtern, Bühnenarbeitern, Tänzerinnen, Chorrepetitoren und Tanzmeistern. Zwei Männer, die einen Flügel schleppten, stießen sie beinah um. „Bühne frei!" schrie eine Stimme. „Ich muß den Direktor sprechen", sagte Anita laut vor sich hin. „Uff dir hat der liebe Gott jerade jewartet", sagte ein dicker Mann, der eine Dekoration über die Bühne rollte. Anita wandte sich um und prallte mit dem Regisseur zusammen. „Warum sind Sie noch nicht umgezogen?" fragte der erstaunt. „Weil — ist muß Sie sprechen", sagte Anita verstört. „Was denn, gerade jetzt? Die Tanzprobe geht gleich los; kommen Sie nachher zu mir." „Nein, das ist es ja eben", sagte Anita; „ich soll mich in der Chorgarderobe umziehen." „Das ist doch heute ganz gleichgültig!" „Ich bin aber als Solotänzerin verpflichtet!" Der Regisseur hielt sich mit übertriebener Geste beide Ohren zu: „Siebes Fräulein, ich bin doch nicht dazu da, die Garderoben zu verteilen. Meinethalben können Sie sich auf dem Schnürboden oder im Edenhotel umziehen, aber umziehen müssen Sie sich! Also los!" Anita wurde bockig. „Herr Ockhart, wenn Sie nicht darüber zu bestimmen haben, dann muß ich mich an den Herrn wenden, der dafür zuständig ist." „Die Kleene fängt jut an", sagte der Hilfsregisseur Püttger, der das Gespräch mit angehört hatte, „meckert wie eine angegraute Diva." „Also bitte, Fräulein", entschied der Regisseur, „ich habe andere Sorgen", und mit erhobener Stimme, um seine Autorität zu unterstreichen: „Ziehen Sie sich sofort um! Die Damen zu dem blauen Walzer auf die Bühne 1 Wo ist der Tanz- meifter? Kinder, los, los!" Anita wurde in eine Garderobe geschoben, wo bereits zwanzig Mädchen luftig durcheinander schnatterten wie in einem Hühnerstall. Wütend stieg sie in ihren Trainingsanzug und wurde auf die Bühne geschoben. Der Klavierspieler intonierte den blauen Walzer. Der Tanzmeister gab mit Händeklatschen den Taft an. Der Regisseur stand kritisch dabei. Anita tanzte mit zwölf anderen Mädchen zusammen. Sie hatte sich dazu überreden lassen, um das Engagement zu bekommen. Dafür hatte sie einen Solotanz im dritten Bild. Der Regisseur war ihretwegen verärgert und setzte beim Tanzmeister allerhand an den Mädchen aus. Dieser wiederum gab seine Wut an die Tänzerinnen weiter, und da Anita Silesen vor der Probe unliebsam ausgefallen war, bekam sie diesmal „bas Fett ab", wie die Kolleginnen schadenfroh schmunzelnd feststellten. „Sie waren nicht im Takt, hier die dritte von links", schrie er. der Verdunkelung begangen, wobei ihm erhebliche Vorräte eines Offenbacher Haushalts in die Hände fielen. Zum Fortschaffen der Beute benutzte er ein Fahrrad, das er am Ort der Tat gestohlen hat, doch konnte ihm dieses Delikt nur als Hehlerei nachge-' wiesen werden. Zur persouenstandsauknabme. In der kürzlich veröffentlichten Mitteilung über die Personenstands- und Betriebsausnahme am 10. Oktober 1940 wurde erwähnt, daß ledige Frauen angebex müssen, ob sie ein lebendes (nichtjüdisches) Kind geboren haben. Diese For- mutierung hat zu Unklarheiten geführt, denn das Steuerrecht verlangt von niemandem die Angabe, ob er ein außer der Ehe geborenes Kind besitzt. Die entsprechenden Angaben müssen nur bann gemacht werden, wenn die Absicht besteht, die Einkommens st euer-Vergün st igungen, die sich aus dem Vorhandensein des Kindes ergeben, in Anspruch zu nehmen. „Ledige Frauen, die ein nichtjüdisches Kind lebend geboren haben, haben Anspruch auf Einkommensteuervergünstigung. Es ist auf ihren Lohnsteuerkarten statt der Steuergruppe I die Steuergruppe III, wenn nicht gar die Steuergruppe IV zu vermerken. Um der Gemeindebehörde zu ermöglichen, sofort bei Ausschreibung der Steuerkarte die richtige Steueraruppe einzutragen, können ledige Frauen die Geburt eines Kindes in .der Spalte 6 der Haushaits- lifte vermerken. Sie brauchen dies aber nicht zu tun. Wollen sie aber Steuervergünstigung haben, so müssen sie unter Vorlegung ihrer Steuerkarte bei der Gemeindebehörde beantragen, die Steuergruppe zu berücksichtigen." SJt.-'fpoit Gauneger des Sommersporttages. Das Gausportamt der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" gibt jetzt die Betriebsgemeinschaften bekannt, die beim Sommersporttag der Betriebe Kreis- und Gausieger wurden. Aus der Siegerliste ist für unfere engere Heimat folgendes zu berichten: kreis Gießen. B e t r i e b s kla ffe II: Bezirkssparkasse Gießen, die 492,2 Punkte errang; Betriebsklasse IV: Didier-Werke AG. Mainzlar. kreis Alsfeld-Lauterbach. B e tr i eb s 11 a ff e II: Georg Baumgärtner; Betriebsklasse III: Möbelfabriken Alsfeld- Türope, Holzwerke Hans Wilhelmi, F. u. W. Wegener. kreis Wetzlar. Setriebsflaffe I: Hessische Ledertreibriemenfabrik; Betriebsklasse III: H. Jung & Co., Karolinenhütte, Holzwerke Wilhelmi, Grube Friedrich, Herkules-Werke G. m. b. H., W. H. Küster, Emst Luckhaus MZ., B e tri e b s kla sse IV: Robert Kling, Buderussche Eisenwerke, Hauptverwaltung; Betriebsklasse V: M. Hensoldt u. Söhne; B etri e b s kla sse VI: Emst Leitz, Stahlwerke Röchling-Buderus. Meisterschaftsspiele im Fußball. Sübroeff. FSV. Frankfurt — Germania 94 Frankfurt 6:3 Rotweiß Frankfurt — Union Niederrad 3:1 Wormatta Worms — Kickers Offenbach 1:3 SV. Wiesbaden — Eintracht Frankfurt 1:5 Spvgg. Mundenheim — FK. 03 Pirmasens 2:1 VfR. Frankenthal — SG. Bürbach Saarbrücken 8:0 FV. Saarbrücken — Borussia Neunkirchen 4:0. Hessen. Hanau 93 — VfB. Groß-Auheim 3:2 Spvgg. Langensolbold — Dunlop Hanau 2:1 (abg.) Hermannia Kassel— SC. 03 Kassel 1:3 BC. Sport Kassel — Spv. Kassel 1:L „IC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Luftwaffe 5:4 (2:3). W.-Steinberg Schüler — VfB.-R. Gießen Schüler 0:0. Am gestrigen Sonntag hatten sich die Watzenborn-Steinberger die 1. Mannschaft eines Luftwaffensportvereins verpflichtet. Das Spiel war von Anfang an recht temperamentvoll. Die Platzmannschaft hatte Anstoß, der von der gegnerischen Verteidigung abgefangen wurde, und schon lag die Luftwaffe im Angriff. Sie hatte auch in der Folge leichte Vorteile im Spielfeld. Nach 10 Minuten wurde die Feldüberlegenheit mit dem ersten Tor. belohnt. Der Ball kam zu dem ungedeckten Rechtsaußen, der wuchttg einschoß. Dann machten sich die Teutonen mehr und mehr frei, doch die Hintermannschaft der Luftwaffe war auf dem Damm. Bald kamen die Gäste durch ein schönes Kopfballtor ihres Mittelstürmers zum zweiten Erfolg. Stets war der Sturm der Blau-Weißen gefährlich, aber Mittelläufer Hedrich der Teutonen stemmte sich entgegen. Der Linksaußen Harnisch umspielte den rechten Verteidiger der Luftwaffe, doch im Strafraum wurde er von diesem zu Fall gebracht. Der Schiri pfiff zum Elfmeter, der von Fett sicher verwandelt wurde. Kurz danach glich Schäfer aus. Aus einem Gedränge heraus rollte der Ball bann langsam an den Torpfosten und in das Tor der Teutonen. Mit 3:2 wurden die Seiten gewechselt. Sofort nach der Pause hat der Halbrechte der Gäste eine weitere Gelegenheit, doch aus kurzer Entfernung schoß er neben das Tor. Auf dex Gegenseite schoß Häuser darüber. Einen wuchtigen Schuß von Harnisch wehrte ein gegnerischer Spieler im Strafraum mit der Hand ab. Den fälligen Elfmeter verwandelte wiederum Fett. Immer mehr drängten nun beide Mannschaften auf eine Entscheidung. Hell blieb es vorbehalten, die Teutonen in Führung zu bringen. Aber dieser Vorsprung wurde wieder von der Luftwaffe ausgeglichen. O. Burger köpfte einen Eckball knapp über die Torlatte, und fünf Minuten vor Spielende schoß Hämisch zum 5. und damit sieg- bringenben Treffer für die Watzenborn-Steinberger ein. Die Schüler von Watzenborn-Steinberg und VsB.-R. Gießen trennten sich 0:0. Die einzige Torchance in diesem Spiel -in Gestalt eines Handelfmeters wurde von den jungen Teutonen ausgelassen. Nach jederzeit überlegenem Spiel siegte die Handballjugendmannschaft des To. Watzenborn-Stein^ berg gegen die gleiche vom Tv. Wieseck mtt 18:2 ink ersten Bannmeisterschaftsspiel. > Handball. Großen-Buseck 1. 3gb. — 1900 Gießen 1. 3gb. 9:5 (3:2). Ein schönes, flottes und faires Spiel. Zum er- ftenmale mußte 1900 gegen Großen-Buseck eine Niederlage einstecken. Großen-Buseck hat bas Spiel verbient gewonnen, während sich der Gießener Sturm durch die gute Abwehr der Busecker Hintermannschaft nicht recht entfalten konnte. Schiedrichder Henß leitete zur Zufriedenheit beider Mannschaften. Waldlauf in Gießen. Die gestrige Waldlauf-Veranstaltung brachte nicht den Erfolg, den man allgemein erwartet hatte, und den sie bei Berücksichtigung der umfangreichen Vorbereitungsarbeiten verdient hätte. Infolge ungenügender Beteiligung wurden die beiden Strecken der Männer- und Juniorenklasse zufammengelegt und führte über etwa 6000 Meter. Es siegte Götze vor Hirschherger, beide VfB.-R. Gießen. Bei den Frauen führte die Strecke über etwa 1200 Meter. Hierfür hatte der VfB.-R. zwei Mannschaften gemeldet. Das ausgewählte Gelände war gut. Die Ergebnisse: Männer (etwa 6000 Meter): 1. Götze, VfB-R., 18:27,3 Min.; 2. Hirschberger, VfB.-R., 20:17 Min. grauen (etwa 1200 Meter): 1. Frl. Pbilinp, VfB.-R., 8:25 Min.; 2. Frl. L. Weber, VfB.-R., 8:26,3 Min.; 3. Frl. G. Weber, VfB.-R., 8:27,5 Min.; 4. Frl. Arnold, VfB.-R., 9:05 Min. Kurze Gportnotize«. Di e Sudwest-Meisterschaft b er Turnerinnen im gemischten Achtkampf wurde in Frankfurt a. M. von Frl. Stursberg (Tgf. Offenbach) mit 141,5 Punkten vor Thien (Eintracht Frankfurt) mit 140,5 und Vettih (Tgf. Offenbach) mit 133,5 Punkten gewonnen. Im Siebenkampf der Mittelstufe siegte Frl. Warner (Eintracht Wiesbaden) mit 131 Punkten. Die deutschen Turnermeisterschaf- tcn werden 1941 bereits im Februar durchgeführt. Gleichfalls im Frühjahr finden Vorrunde und Zwischenrunde für die Deutsche Meisterschaft in den Be- reichsmannschaftskämpfen statt, die im April zum Abschluß kommen. Die Tänzerinnen standen stumm. „Wenn Sie mit dem dritten von links mich meinen", sagte Anita, „so möchte ich Ihnen sagen, daß ich Anita Silesen heiße —" „Sehr angenehm", bemerkte der Regisseur sarkastisch. „Sie haben sich vorhin schon unangenehm bemerkbar gemacht." „Probenbremsen können wir hier nicht gebrauchen!" kam eine gewaltige Stimme aus dem Parkett. „Der Hebe Gott", flüsterte ein Girl erschrocken. Die Tatsache, daß der Direktor soeben bas Parkett betreten hatte, entfachte in dem Regisseur einen geradezu gewaltigen Geltungsbetrieb. „Den Tanz von Anfang an, alles zurück", schrie er unnötig laut, setzte sich neben den Direktor und verwickelte ihn in ein Gespräch, während die Tänzerinnen oben alle Energie in ihre hübschen Beine legten, um dem Gewaltigen zu gefallen. „Weiter!" rief der Spielleiter, nachdem der Direktor schmunzelnd genickt hatte. Plötzlich stand Anita Silesen neben dem Regisseur im Parkett. „Verzeihen Sie, Herr Ockhart", sagte sie höflich, „ich möchte nur fragen, wann mein Solotanz dran- kommt; und bann, gut, daß ich Sie treffe, Herr Direktor, wenn ich auch im Chor mittanze, so wünsche ich doch eine Einzelgarderobe und —" „Was denn, was denn?" herrschte der Spielleiter das Mädchen an, „Sie sind Solotänzerin, das ist mir neu!" „Liebes Kind, haben Sie sich doch nicht so mit Ihrem Solotanz", nahm der Direktor das Wort; „voraussichtlich können wir ihn gar nicht bringen." Anita ftand entgeistert: „Mein Tanz soll gestrichen werden?" sagte sie mit blassen Lippen. „Kind, machen Sie mich nicht wahnsinnig mit Ihrem Gefrage. Das ägyptische Bild fällt voraussichtlich ganz weg." „Und mein Tanz auch?" ,Zhr Tanz vermutlich auch." „Aber Herr Direktor, ich habe ja nur auf den ägyptischen Tanz hin abgeschlossen. Nur deshalb mache ich im Ballett mit, weil —" Tränen erstickten ihre Stimme. „Aber Kindchen, ich kann doch Ihretwegen nicht die Cheopspyramide aufbauen lassen! Wir haben doch schließlich auch einen Etat; außerdem war Ihre Leistung eben nicht so umwerfend, nickst wahr, Herr Ockhart —, daß der Welt etwas mit Ihrem Tanz verlorenginae." „Ich bin kein Ballettgirl, Herr Direktor", sagte Anita mit mühsam verhaltener Stimme. ,^d) bin Charaktertänzerin —." „Sagen Sie, was fällt Ihnen eigentlich ein", rief der Direktor ungeduldig. „Sie sind eine Anfängerin, eine blutige Anfängerin, und spielen sich auf, als wären Sie die Pawlowa. Machen Sie, daß Sie raus kommen!" „Das heißt also, ich kann gehen?" „Ich bitte darum! Wetter, zweite Szene, das Südseebild!" Anita stand wie betäubt. „Also damit wäre Schluß", sagte sie und ließ dem Schluchzen, das ihr in der Kehle saß, freien Lauf. Dann ging sie in einer plötzlichen Eingebung zum Fernsprecher und rief Peter Renz an. ♦ Peter Renz faß an seinem Schreibtisch und kaute an einem Bleistift. Mit der linken Hand strich er über sein strohblondes Haar, das noch immer nach Jungenart etwas störrisch abftanb. Er stierte in das Hochhaus gegenüber, folgte bann mit dem Blick dem kleinen Stückchen Himmelblau, das, wie eine kleine Verheißung, zärtlich über dem steinernen Häusermeer schwamm. Vor ihm lagen Reklamezeichnungen in bunten Farben. Peter Renz, der stets Einfallsreiche, knobelte an einem durchschlagen- oen Reklamevers für eine Baufirma. Vielleicht war es der linde Frühlingstag, der ihm die Gedanken aus dem Kopf zog. Die Luft war weich, die Spatzen schilpten, und der leise Wind, der durch das halb geöffnete Bürofenster strich, brachte den Duft von Primeln und zartgrünen Wiesen mit. „Der neue Baustoff ist solide —." Hier hakte er schon. Einen Reim, einen treffenben Reim. In solchen Sachen war Peter Renz trotz seiner fünfundzwanzig Jahre Meister. Das Telephon schrillte in seinen Gedankengang hinein. „Anita, hallo, was ist denn los?" Das Tippfräulein, das neben dem Fernsprecher saß, lächelte, so laut und aufgeregt klang die Mädchenstimme durch den Trichter, (Fortsetzung folgt.)