190. Jahrgang Un \\z Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild MeScholle Monats-Berugsvreis: Mit 4 Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. Gietzener Anzeiger vrühlsche AniverfitArdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen^chulstrahe7-Y Dienstag, H. Ulai Mü Annahme von Llnzeigen für die Mittagsnummer bisZ'/sUhrdesVormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l AbschlüffeMengenstaffelL Plahvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Lüttich gefallen. Oie Festungsfront von Lüttich durchbrochen. — Einzelne noch feuernde Forts werden planmäßig niedergekämpft. — Verbindung mit den Luftlandetruppen bei Rotterdam hergestellt. Der Wehrmachtsbencht. Führerhauptquarller, 13. Mai. (DNB.) Vas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der Angriff der deutschen Wehrmacht im Westen nachte am 12. Mai gute Fortschritte. In Holland zehen deutsche Truppen westlich des Süd - Villem-Kanals vor. Sie haben die Verbindung mit den umRotterdamauf dem Luftwege gelandeten Truppen hergestellt. 3n Belgien wurde der Uebergang über len Albert-Kanal auch nordwestlich h a s s e l t erzwungen. Unsere Truppen sind westlich tültich lm Vorgehen nördlich der Waas nach westen inb sind in d i e Stadt Lüttich eingebrohen. Auf der Zitadelle weht seit 13. Mai vormittags die deutsche Flagge, während einzelne Außen- forte der Festung noch Widerstand leisten. Westlich her Ourth und in Südbelgien wurden französische Truppen geworfen. Unsere Divl- sonen sind dort im flüssigen Vormarsch und nähern sch mit ihren Anfängen schon den gesteckten Zielen. Südlich Saarbrücken und südostwärts Zwei- Irücken wurden unsere Stellungen vorver- teg t und dabei mehrere hundert Gefangene gemacht. Das Vorgehen des Heeres wurde durch A n - griffe der Luftwaffe gegen Truppenan- simmlungen, Marschkolonnen und Eisenbahnen wir- lingsvoll unterstützt. 3m übrigen setzte die Luftpaffe ihren Grohkampf um die Luftüberlegenheit iber den westlichen Operalionsraum mit fühlbarem Erfolge fort. 3nsgesamt wurden am 12. Mai etwa 12 0 Flugzeuge vernichtet, davon 58 im luftkarnpf, 72 durch Flak, die übrigen am Boden. Illein 25 Flugzeuge wurden bei einem britischen Ingriff auf die Maasübergänge bei Maastticht durch fie Flakartillerie zum Absturz gebracht. Eine einzige 3agdstaffel erzielte 16 Abschüsse. Die eigenen Verluste waren gegenüber denen des Feindes und pemeffen an den Erfolgen auch am gestrigen Tage xring. Sie betrugen 31 Flugzeuge. Auch auf See erlitt der Feind starke Einbuße, lor der holländischen Küste wurde ein Kreuzer bnrch Bombentreffer schwer beschädigt, ein Kreuzer der Southampton-Klasse sowie ein Transporter von 15 000 Tonnen versenkt mb sieben weitere hanbelsschiffe getroffen unb in Iranb geschossen. Vor Narvik, wo verstärkte feinbtiche See- preiffräfte auftraten, erlitten ein Zerstörer unb vor hemmesoy ein Kreuzer burch Bombentreffer sch were Beschäbigungen. 3n Mittel- oorwegen bei Mosjoen unb Mo operierenben butschen Truppen finb weitere Verstärkungen zuge- fihrt worben. Die Gruppe Narvik sieht im Ibwehrkarnpf gegen einen weit überlegenen Feind. Hohe Gefangenenzahlen in Holland. B e r H n, 13. Mai. (DBB.) Die deutschen Truppen hoben, wie der Wehrmachtsbericht fefffteüt, den Uebergang über den Albert-Kanal nunmehr auch iiorbwestlichhasselt unb an zahlreichen anbe- rtn Stellen erzwungen. Bereite in ben ersten Kampftagen war burch bie Gewinnung ber Maas- übeügänge bei Maastricht ein starker Brückenkopf gebildet worben. Mit ber Durchbrechung ber Albert-Kanal-Stellung weitet sich ber Anfangserfolg bei Maastricht immer stärker aus. Die Stellung sollte ben belgischen, britischen unb französischen Kräften einen planmäßigen unb gesicherten Auf marfch in ihrem Schuhe ermöglichen. Dies ist bvrch ben raschen unb kraftvollen beutschen Vorstoß vereitelt worben. Bei Tilburg in Sübhollanb würbe ein hol- lö «bischer General mit seinem Stabe jefangengenommen. Bach ben bisher vorliegenden Meldungen beläuft sich die Zahl der holländischen Gefangenen in dem Bereich einer ber deutschen Armeen auf etwa 18 000. 3n bet Gegenb sübwestlich St. Tronb stießen beutfche Panzerkräfte auf feindliche Panzer unb schlugen sie im Zusammenwirken mit ier Luftwaffe zurück. Zahlreiche Gefangene gemacht. Berlin, 13. Mai. (DNB.) In einem erfolgreichen Gefecht bet Mo nördlich Mosjoen in Nord-Norwegen machten deutsche Gebrrgs- truppen 300 Gefangene, meist Engländer. Beim Dorverleaen der deutschen Stellungen südlich Saarbrücken wurden 600 Franzosen als Gefangene eingebracht. Montag Vormittag über 50 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Berlin, 13. Ulai. igt, ist die englische Geheimarbeit geradezu verachtend geschlagen worden. Zu diesem Erfolg hat er junge und schon so bewährte deutsche Aufklä- ungsdienst beträchtlich beigetragen. Die Einzel- rgebnisse seiner Arbeit, wie sie aus den Veröffent- chungen des Ministeriums hervorgehen, und bis n die geheimsten internen Praktiken des Secret Ser- ice hineinleuchten, sind schlechthin bewunderungs- >ürdig. Diese Leistung ist zugleich ein Musterbeispiel ir solche neutralen Staaten, die noch heute in der furcht des (englischen) Herrn leben und selbst bei hwersten Sabotageakten der britischen Gangster in irem Lande höchstens von Agenten einer „fremden Nacht" zu sprechen wagen. Ein dokumentarischer Beweis. Bei holländischem Divisionsstab Karten für Einmarsch nach Deutschland gefunden. DNB..... 13. PK. Die Lächerlichkeit des hol- lSndischen Protestes auf das deutsche Memorandum findet ihre erneute Bestätigung durch einen dokumentarischen Beweis größter Bedeutung. Beim Einmarsch der deutschen Truppen in A r n h ei m fand ein Jnfanterieoffizier im Stabsquartier einer holländischen Armee 32000 Kartenblätter von Deutschland. Hierbei handelt es sich um Reproduktionen von deutschen Karten, die dann am Rande mit holländischen Erklärungen versehen wurden. Die Karten deuten alle auf einen Einmarscb in das deutsche Industriegebiet hin, der von den Holländern, natürlich im Zusammengehen mit den englischen Truppen, gegen Deutschland in allen Einzelheiten vorberel - tet war. Die Grenzen sind im Norden: die Nordseeinseln, im Osten der Weserlauf bis hinauf nach Fulda, im Süden Gießen, Bonn und Neuerburg. Besonders aufschlußreich ist das vorgefundene Kartenmaterial von unserem Industriegebiet im Maßstab von 1:100 000. Hier sind die Hauptstraßen rot .nachgezeichnet und besonders die militärischen Ziele auf - fällig markiert. Holland war also für die Ein- marschpläne Englands nach Deutschland gedungen. Wie die Norweger, so werden allerdings nun auch die Holländer von ihren Kriegstreibern in England enttäuscht sein. — Mehr brauchen wir nicht, um festzustellen, daß Holland von England für seine Cinmarschpläne in Deutschland gedungen war und diesen Einmarsch in das deutsche Industriegebiet sehr gründlich für die Westmächte ^rb^rette^hat. Ab 1.3uli Pflichtversicherung für Kraftfahrzeuge. Am 1. Juli tritt die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter in Kraft. Es ist die Aufgabe der Zulassungsstellen zu überwachen, daß für jeöes oer- icherungspflichtige Fahrzeug, solange es zugelas- en ist, eine ausreichende Haftpflichtversicherung be- teht. Halter von Kraftfahrzeugen, die nicht mehr lenutzt werden dürfen, sind von der Versicherungspflicht einstweilen befreit. Die Befreiung gilt jedoch nicht, wenn ein Haftpflichtoersicherungsvertrag oder eine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluß schon bestand, wenn das Fahrzeug in betriebfahigen Zustand gehalten werden muß oder wenn es zu einzelnen Fahrten benutzt wird« Meine politische Nachrichten. Rom, 13. Mai. (Europapreß.) Am Samstag und Sonntag hat der Duce auf einem s e l b st ge - steuerten Flugzeug zwei Uebungs- und Be- vbachtungsflüge unternommen, die ihn über das Gebiet der trockengelegten P o n t i n i s ch e n S u m p f e und den Lido von Rom hinaus weit über das tyrrhenische Meer geführt haben. * Der vollständig umgebaute italienische 25 000-t- Schlachtkreuzer „Duilio" hat auf der Werft von Genua seine Maschinenprobe erfolgreich bestanden. * Das englische Kriegsgericht in Haifa hat den Araberführer Mussa Jussef Zukeikar zum Tode ptitur.ebenso den Araber Hussein Sulei- Durch weiteren Ausbau der Baupreiskontrolle werde der Preiskommissar dafür sorgen, das nach Kriegsende das Wohnungsbauprogramm so billig wie möglich durchgeführt wird. Durch Richtpreise für Bauland werde auch der Grundstücksspekulation keine Möglichkeit gegeben. Erhebliche Entlastungen sur den Wohnungsbau werde die Reform des An - liegerbeitragsrechts bringen. Eines der wichtigsten Probleme sei die Instandsetzung, für die in der Miete durchschnittlich 15 v. H. enthalten seien. Der größte Teil dieser Arbeiten mus e im Kriege hinter wichtigeren Aufgaben zurücktre- ten. Eine entsprechende Mietsentung sei aus den Hmrptschrlstletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertre^r deS AmürtfcbriftititctS: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politü, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provin, und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Berlag: Brühlsche Untversitätsdruckeret R. Lange K. G. BerlaMeiter: Dr.-Ing. Erich Hammn; AMyMMch Inhast de, Anzeigen: Theodor Kümmel. PlL!r^ P. K. „Na, Blömker, haben Sie Post für mich mitgebracht?" „Nein, Herr Feldwebel, nur eine Zeitun g." „Wie, ist das vielleicht nichts?" — Es gibt wohl kaum einen Soldaten, der jeden Tag Poft empfängt, die ihn unmittelbar mit den Lieben daheim verbindet. Das wäre auch etwas zuviel verlangt. In diese Lücke springt aber Tag für Tag d i e Heimatzeitung ein, und zwar fett Mo- naten mit einer Regelmäßigkeit, die verblüffend ist. Sage mir keiner mehr etwas über die Feldpost! Nun mag der Leser in der Heimat meinen: Was will euch schon eure Heimatzeitung sagen, die ist doch schon alt, wenn ihr sie bekommt, und die Meldungen habt ihr doch schon aus dem Radio gehört oder in eurer Frontzeitung gelesen? Halt mal den Gaul an, sagen die Schlesier hier an der Front. Nur nicht so vorschnell urteilen, he itzt das. Sicker kennen wir schon die neuesten Meldungen, sicher haben wir auch ein paarmal das Engelandlied mit» gesungen, ehe unsere Heimatzeitung von neuen Schlägen gegen England belichten konnte. Aber die Helmatzeitung ist doch viel mehr als ein Heb erbringet neuer Meldungen. ■ Da ist zunächst einmal die Verbindung mit dem Freund, der für die Zusendung der Heimatzeitung gesorgt hat. Immer denken wir an ihn, wenn wir die Zeitung in die Hand nehmen, ob sie uns nun übermittelt wird von der Familie, von einer Organisation oder vom Betrieb. Der Soldat hat das angenehme Gefühl: sie haben an dich gedacht, du bedeutest etwas für die Menschen in der Heimat. So überbrückt die Heimatzeitung jedes Gefühl der Vereinsamung, das in stillen Stunden auch einen Soldaten überkommen kann, vor allem, wenn er keine familiären Bindungen an die Heimat mehr hat. Der gewohnte Zeitungskopf, die überlieferte Ausmachung der Zeitung, alles das weckt im Soldaten an der Front innige Vorstellungen von dem Leben daheim. Aus diesem Gefühl heraus liest er auch nochmals die Meldungen vom Kriegsschauplatz und aus der Politik. Er will doch wissen, wie seine Zeitung diese Meldungen herausstellt und wie sie sich zur polittschen Weltlage äußert. Und wenn sie eine besonders zutreffende Kommentierung gefunden hat, dann freut es ihn doppelt. So horcht der Soldat auf die Stimme feiner Zeitung und hört damit die Stimme der Heimat. Umblättert er die Seiten, dann fühlt er sich zu Hause, wenn er an der alten Stelle den Kommentar zum Tagesgeschehen findet, wenn der Roman in gewohnter Weise die vier Spalten am Fuß der Seite füllt, und vor allem freut er sich, wenn seine Zeitung viele der beliebten PK.-Berichte veröffentlicht. Hat er doch schon oft genug Berührung mit den Soldaten gefunden, die mit Feder und Kamera, einigen für die Verteidigung gut ausgebauten Dörfern wurde noch in den Nachmillagsstunden gekämpft. In den ffühen Abendstunden waren jedoch alle feindlichen Stützpunkte in dem eroberten Abschnitt ausgeräuchert und in deutscher Hand. In den Nachmittagstunden mußte auf ein Dorf schwerstes Artillerie feuer gelegt werden, um die aus gedeckten Stellungen sich verteidigenden Franzosen zu vernichten. Panzerjäger griffen in den Kampf ein. Während der Angriff vorgetra- gen wurde, schoß der Gegner immer noch aus seiner verbarrikadierten Stellung im Dorf mit MG. und Scharfschützen. Obgleich das Dorf schon im Rücken der Angreifer lag, kämpfte der Franzose hartnäckig und verbissen. Erst der heftige Artilleriebeschuß zermürbte die Verteidiger. Pionierstoßtrupps erzwangen endlich die Uebergabe. In der Nacht versucht der Gegner in einzelnen Abschnitten Gegenstöße auszuführen, etwa in Kompaniestärke, teilweise auch in Verbindung mit Panzerkampfwagen. Alle Gegenangriffsversuche werden erfolgreich abgewehrt. Die eroberten Stellungen sind überall gehalten worden. Der Angriff ist gelungen. Kurt Günther. Film und Wachsplatte das Leben an der Front für die Außenwelt gestalten. Dann kommt der lokale Teil. Da ist Zeile für Zeile wichtig. Müssen es große Dinge sein? Beileibe nicht. Der Soldat sucht das Kleinleben der Heimat, aus dem Mosaik der Kurzmeldungen weiß er sich ein recht gutes Gesamtbild des Lebens in der Heimat zusammenzusetzen. So, da hat die Partei eine Versammlung gehabt. Wer hat da gesprochen? Aha, Kreisamtsleiter I. Plastisch treten die Gesichter der Volksgenossen vor das Auge des Lesers im feldgrauen Rock. Und die SA. hat ein Platzkonzert gegeben. Und hier: Ausbildung der Wehrmannschaften! Na, Kamerad Schlüter wird diesen „Zivilisten" wohl einen Grundbegriff soldatischer Haltung mitgeben. Nur nicht so zart anfassen. — Die neue Jugend des Führers! Da stehts: Verpflichtung der Zehnjährigen. Nächstes Jahr ist mein Junge auch dabei. — Und Heinrich Möllers hat das Eiserne Kreuz bekommen. Feiner Junge, hat es sicher verdient. — Da oben in der vierten Spalte ist etwas besonders aufgemacht. Donner, da ist ja der alte Lehrer Hinrichs gestorben. Alter Bürger, große Verdienste um die Heimatgeschichte und auch um uns Jungen. Die ungebrannte Asche, die er uns oft nicht zu knapp verabreichte, war nicht von Pappe. Die Fußballer halten sich auch ran. So lieft der Soldat Zeile um Zeile, Wort für Wort, und ganz von selbst kommt es in Gedanken zu einer Zwiesprache mit den Menschen und den Geschehnissen in der Heimat. Auch der Anzeigenteil ist für ihn eine Fundgrube der Bereicherung. Lebensmittelmarken werden ausgegeben. Aha, da haben fie, eine Ausgabestelle eingerichtet. Die Bilanz der Sparkasse ist auch nicht uninteressant. Lina Mahlmann yat sich verlobt mit einem Unteroffizier der Luftwaffe. Was der Krieg nicht alles zustande- bringt! Den wird sie doch sicher als Quartiergast fenn enge lernt haben. Ganz gut, daß der Krieg die deutschen Stämme mal etwas durcheinanderwirbelt. Bei Niermanns ist ein Stammhalter angekommen. Die Kriegerkameradschaft schläft auch nicht ein. Eine neue Liebesgabensendung wird vorbereitet. Die alten Kameraden wissen, was den Landsern an der Front gut tut. So spricht jede Zeile, jeder Kurzbericht, jede Anzeige und Bekanntmachung den Soldaten an der Front an. Wer könnte das alles so eingehend schildern? Doch nur die Heimatzeitung. Sie ist das beste Bindeglied der Heimat mit den Soldaten. Der Soldat fühlt sich wieder mittendrin, wenn er feine Heimatzeitung vor sich hat. Und er» weiß sich gestärkt in der Gewißheit, für dieses alles, was die Heimat lieb und teuer macht, in Wehr und Waffen zu stehen. Alfons von Bevern. ich so zu führen, daß jeder Jahrgang, der vielleicht wch zur Verteidigung des Reiches aufgerufen wird, tack und gesund dasteht, noch straffer und gefestigter als im Frieden. Von der Polizei werden den Bannen der HI. Uebertretungen der Verbote gemeldet. Die Sozialstelle des Bannes fetzt sich mit den kommunalen Jugendämtern und der NSV.» Jugendhilfe wegen der weiteren Betreuung der gemeldeten Jugendlichen in Verbindung, um zu verhindern, daß Jugendliche durch mangelnde erzieherische Beaufsichtigung Gefahr laufen, straffällig zu werden. Der Sachbearbeiter bei der Reichsjugendführung, Assessor Herbert Vornefeld, bemerkt hierzu in der sozialpolitischen Zeitschrift der deutschen Jugend, „Das Junge Deutschland", daß im Sinne der Der» chiedenen Bestimmungen der neuen Reichspolizeiverordnung auch HJ.-Führer Erziehungsberechtigte sind. Jedoch nur insoweit, wie sie in dienstlicher Eigenschaft tätig werden. Auch der HJ.-Füyrer, der Jugendlichen Verstöße gegen die Verbote ermöglicht, wird mit Geldstrafe oder fjaft bedroht. Der polizeilichen Bestrafung wird ein Disziplinarverfahren folgen. Innerhalb der Einheiten wird darüber zu wachen sein, daß sämtliche HJ.-Angehörigen nach Beendigung des Dienstes auf schnellstem Wege heimkehren. Die Befugnis zum Aufenthalt in Gaststätten in Anwesenheit des HJ.-Führers bezieht sich nur auf die Dauer des Dienstes. HJ.-Führer sind berechtigt, jeden Jugendlichen, der äußerlich als HI.-Angehöriger zu erkennen ist, zu stellen, wenn er z. B. in Uniform raucht. Für die dienstverpflichteten Jahrgänge gilt das gleiche. Im übrigen hat der Streifendienst der HI. das Recht zur Feststellung der Personalien aller Jugendlichen. Oie Reichsbahn pflanzt 400000 Hagebutten. Der Mietpreis hat größte Bedeutung für Kosten der Lebenshaltung. Die Mietpreispolitik letzten Jahre war durch zwei Grundgedanken stimmt: das Mietniveau stabil zu halten und Möglichkeit zu schaffen, ungerechtfertigte Mieten durch behördlichen Eingriff zu ändern. Wie Ministerialdirektor Dr. Flottmann vom Reichskommissar für die Preisbildung im „Deutschen Wohnungsarchiv" ausführt, hat der Krieg an den Aufgaben und der Zielsetzung dieser Mietpreispolitik nichts geändert. Das Schwergewicht liegt heute auf der Aufgabe, jede Erschütterung des Mietnweaus zu vermeiden. Deshalb wurde ein umfassender Mieterschutz eingeführt. Damit dürfte das mit national- sozialistischem Rechtsdenken nicht zu vereinbarende willkürliche Kündigungsrecht des BGB. endgültig der Vergangenheit angehören. Nachdem bei laufenden Mietverhältnifssen dank des Mieterschutzes unberechtigte Mietsteigerungen nicht zu befürchten seien, müsse sich die Aufmerksamkeit der Preisbehörden in erster Linie darauf richten, eine Erhöhung d e s Mietpreises beim Miete r w e ch s e l zu verhindern. Zu diesem Zweck seien die Preisbehörden ermächtigt, eine Meldepflicht beim Mieterwechsel einzuführen. Da sich diese Maßnahme bewährt habe, sei damit zu rechnen, daß die Meldepflicht in allen größeren Städten eingeführt wird. In steigendem Maße seien auch die Vermieter verpflichtet worden, eine angemessene Zahl von Wohnungen an kinderreiche Familien zu vermieten. Schließlich dürften auch mehr die von zahlreichen Preisbehörden f ü r Schlafstellen und möblierte Zimmer geschaffenen Richtpreise zur Einführung kommen. Die Niederlage des Secret Service. Von unserer Berliner Schristleiiung. Der englische Geheimdienst, der auf dem ganzen Erdball illegitim, aber im Auftrag der jeweiligen englischen Regierung Gangsterdienste tut, hat in seiner vielhundertjährgien Geschichte seine beiden schwersten Niederlagen durch das neue Deutschland hinnehmen müssen. Nach dem Münchener Attentat gegen den Führer wurden nicht nur die in Holland tätigen Chefagenten, sondern auch die Londoner Zentrale durch den deutschen Aufklärungsdienst so gründlich in die Irre -geführt, daß wenige Wochen nach dem Attentat die Hauptschuldigen, darunter die beiden Chefagenten B e st und Stevens, in deutscher Hand waren. Die Täuschung war so vollkommen gelungen, daß die Londoner Zentrale den Funkverkehr mit der vermeintlichen deutschen Opposition bis zum letzten Augenblick in einer grotesken Harmlosigkeit mitmachte, ja sogar den offenen Hohn der deutschen Dienststelle bei der schließlichen Entlarvung noch ausdrücklich wie vorher durch einen Funkspruch bestätigte. Ungleich größer noch ist die Niederlage und Blamage des englischen Geheimdienstes bei der Vorbereitung b e s britischen Angriffes durch Belgien und Holland. Die ganze Affäre zeigt, daß.der mit tausend künstlichen Ruh- mesgeheimnissen umgebene Intelligence Service" mitsamt seiner Sonderabteilung „Secret Service" seinen konstruierten „Weltruf" genau so wenig verdient wie die ebenso berühmte „stärkste Flotte der Welt". Bei einem so großen und ausschlaggebenden Unternehmen werden selbstverständlich nur ganz ausgesuchte, vielerprobte, langjährig bewährte Leute des Geheimdienstes angesetzt. Sie hatten mindestens acht Monate Zeit für ihre Tätigkeit und fanden in der englandhörigen führenden Clique besonders Hol- londs, vor allem im Generalstab, so willige Hilfskräfte, daß sich die höchsten militärischen Dienststellen Hollands durch Mittelsmänner, und zwar durch Generalstäbler (!) an der Vorbereitung des Umsturz- Planes gegen Deutschland sogar akttv beteiligten. Diese militärischen und politischen Spitzen der Niederlande sind aufs schwerste bloßgestellt: geradezu ungeheuerlich erscheint ihre Gewissenlosigkeit, als sie bedenkenlos auf das politische Ganoven-Niveau deutscher Emigranten vom Schlage des früheren Mi- nisteraldirektors Spiecker, einer ehemaligen Zen- trumsgröße, hinunterstiegen. Der englische Geheimdienst hatte also alle Möglichkeiten für seine Tätigkeit, die er sich nur wünschen konnte — in einem „neutralen" Lande immerhin. Aber er hatte auch diesmal wieder nicht mit der Ueberlegenheit der deuffchen Führung und der glänzenden Arbeit des deutschen Aufklärungsdienstes gerechnet. Deutschland machte den Mittelmeer-Rum- Nel, den London in größtem Stil inszenierte, im leich großen Stil mit. In London rieb man sich ie Hände, daß die Nazis sich von den wirklichen anbungsplänen der Westmächte so völlig ablenken eßen, und — fiel dafür um so gründlicher auf den eutschen Schachzug hinein! „Die Reichsregierung Statt besonderer Anzeige. Heute entschlief nach eben vollendetem 65. Lebensjahr nach schwerem Leiden mein geliebter Mann, unser unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel In tiefem Leid, im Namen der Hinterbliebenen: Gustel Fritz, geb. Gröschner Ilse Keil, geb. Fritz Gisela Fritz, Studienassessorin Ehrhard Keil, Forstmeister, z. Z. im Felde und 2 Enkelkinder. Gießen (Ludwigstraße 45), Darmstadt (Heinrichstraße 106), den 13. Mai 1940. August Wilhelm Fritz Generalmajor a.D., Ritter hoher Orden. Die Einäscherung findet Samstag, den 18. Mai, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. - Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. 2380d 2378 D Wir verlieren in ihm einen treuen Mitarbeiter, dem wir jederzeit ein ehrenvolles Andenken bewahren. An den Folgen einer schweren Erkrankung verstarb am 10. Mai 1940 unser lieber Berufskamerad Allgemeine Ortskrankenkasse für den Stadt- und Landkreis Gießen. Otto Heyder Krankenkassenangestellter. Heinrich KröckVII, Landwirt im Alter von 73 Jahren. Heuchelheim, den 14. Mai 1940. 2383 D Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. Mai, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhaus, Kirchstr. 19, aus statt. Am 13. Mai verschied nach kurzem Leiden mein Bruder, Onkel und Pate Im Namen der Hinterbliebenen Otto Kröck II. gebildetes Fräulein oderFrau findet ftöl. Aufnahme in gut. Hause Nähe Gießen (1 Station). Ausführl. Angebote unter 2385D an den Gieh.Anz. erb. Mietgesuche"] (Südharz). 2377D Verkäufe "| | Empfehlungen [ aas. 2375D Statt Karten "JB.....W Mündlich können Sieesnurvsolgeu sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen (Liv.-Ing. Otto Schmidt und Frau Helene, geb. Fehler Oie Verlobung unserer Tochter (Zrika mit dem Oiplom-Dolkswirt Herrn Dr. rer. pol. Georg Loh zeigen wir an Meine Verlobung mit Fräulein Erika Schmidt, Tochter des Fa. brikbesihers Herrn Otto Schmidt und seiner Gemahlin Frau Helene, geb. Fehler, gebe ich bekannt Dienstag Die heutige Vorstellung fällt wegen Erkrankung Gießen, Kaiserallee 11 1940 Dr. Georg Lotz z.Z. Gefreiter in einer Flak-Oatterie '. Ang. unter 5 and.G.A. igt, sucht 2 leere Zimmer stütze Oswalds- mrten bevorzugt schriftliche An- lebote u. 01774 m den Gießener Anzeiger erbet. Keine Ursprungszeugnisse, lonbern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsuntev- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers wagen l Junge Frau oerfekt inSteno- gravhie und Schreibmaschine sucht Halbtags- M Ach m Rnutini rieten Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 * Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, ber Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium mr Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschutzgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzung sbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und fier« barien-fiandlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausftopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei- sig-Verkäufer, Kranzdindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. tzllgo BetmfiQler Verlag, W.-MlerWe Frankfurt/Maln, Ali-Eschersheim 2 Pfingsten Tüchtige, zuverlässige (auch ältere) Hausgehilfin baldigst gesucht. 23750 Dr. Wilhelmi, Gießen Leihgesterner Weg 33. Aelteres, zuverlässiges Mädchen mit Kochkenntnissen für gepflegten 4-Personen-Haus- halt für sofort gesucht. Dr. oom Sohl, Möohungen Alt-Gold und Silber kauft [2032A SMerksMMlemleMWell sucht per sofort Chauffeur für Lastwagen. Schrtftüche Angebote unt. 2316V an den Gießener Anzeiger erbeten. Swangsvevttelgevung Dienstag, denll.Mai 1940, nach- mittags2Uhr, sollen imBerkaufs- IokalHartmeft,Neuenweg28,bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigem Lokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden. 2386D Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Schreibmaschinen, ein Kassenschrank, 1 Leica, 1 Uhr, 1 Ausputzmasch.,lTischgrammoph.« Sehapmann Gerichtsvollz. in Gießen ülMI Milli Wiesenstr. 2, Tel. 3108 Weinet und [2382D SilsSAUilel für dringende wehrwichtige Arbeiten gesucht. M All« Möbelfabrik Löb erstraße 17. Sauberes Kuchens maddien gesucht. 2312V Seltersweg 19. 2türiger WWNk KGashM LavWMer zu verkauf. [01773 Asterweg 31 v.2-5Uhrnachm. ÄÜlHIässt von 3 dis 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Aufnahmen einer Am eis, | Kaufgesuche | 15 PS- Gleidiftrom* motor (440 Bolt) zu kauf, gesucht. Wellhöler,Sägewerk Gießen [23370 Marb. Straße. UHRMACHER uJUV/EUER CIEJJEN-NEUENWEG fr Gen.-Bescheid C. 40/4123. Alt-Gold auch Silbergeld kauft ständig Erich Beyer Juwelier oms Bahnhofstraftei Telefon 4041. Genehm.-Beschl. Nr. A 40/4113. Spez. Umarbeiten v. alt. Trauringen allelästrg.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- svross. usw. entf. u.Gar.kür immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechstund.jetzt Mittwochs.Gießen Am Rlegelpiad 32. 9-17 Uhr durchg, [Verschiedenes] Heute Eierausgabe auf Nr. 3 Abschnitt A EieMMlllWS GenoffeMask Gieften. [2334V vornehm/ Geschmackvoll/ Persönlich! Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Geschlossen ist mein Betrieb vom 12. bis 31. Mai 1940 wegen Beurlaubung der Gefolgschaft. Wilh. Wallenfels Sohn Weingroßhandlung — Likörfabrik. Gießen 2373 D Stellengesuchei Stadttheater Wir haben uns verlobt Gertrud Matt Theo Hühn Rb.-In spektor 23790 Sichern Sie 3!>r .Alter clurc~Kauf einer 'Rente Ein 65 Jähriger erhält eine bis an fein lebensenbe zahlbare, feste und von Zinsschwankungen unabhängige Rente von 10,58% feines eingelegten Kapitals, wozu noch ßeroinn- onteile kommen. Bei Angabe von Seburtstng und verfügbarem Kapital machen wir unverbindliches Angebot» ALLGEMEINE RENTENANSTRLT LEBENS-UNDRENTENVERSICHERUNGS-flG. STUTTGART ältefte Bentenanftalt Oeutfchianüs Gießen, Pfingsten 1940 Krofdorfer Straße 30 Oammstraße 50 3.3 im Westen PQLQST schönsten u Ra M" • • > y y M X -M X X- Heute Dienstag Erstaufführung 2374A Ein Film der Wien - Film nach der gleichnamigen Novelle von Marie von Ebner - Eschenbach mit Viktoria von Ballasko Paula Pflüger, Sepp Rist Rudolf Prack Spielleitung: Karl Köstlin Krambambuli ist nicht nur die Verfilmung einer der Hundegeschichten, die wir kennen, sondern er zeigt uns auch die Menschen in ihrer wahren Gestalt, wie sie lieben, wie sie hassen und wie sie leidenschaftlich gegen ihr Schicksal kämpfen Beiprogramm / Neueste Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr — Sonntag 3, 5.30 und 8.30 Uhr ■ Die Uebungsstätte Gieften Bei genügender Beteiligung werden ab sofort folgende LKtzVDSMSWsONftKK in Gieften üurchgeführt: A) Kurzschrift und Maschineschreiben Dauer in Doppelstunden Gebübr 1. Kurzschrift I (Anfänger) 2. Kurzschrift II ( 60-100 Silben) i. Kurzschrift III (Eilschrift - Einführung, 100-120 Silben)................. 4. Kurzschrift IV(Eilschrift-Praxis, 120 bis 140 Silben)....................... 5. Kurzschriftliche Uebungsgemeinschaft (140 Silben aufwärts) 6. Maschineschreiben I (Anfänger) 7. Maschineschreiben II (Praxis)....... B) Andere kaufmännische Kenntnisse 8. Buchführung für Anfänger (Doppelte Buchführung).................... 9. Doppelte Buchführung für Hortgeichr 10. Doppelte Buchführung (Abschlußtechnik) 11. Einfache Buchführung f.Kleinhandelsund Gewerbebetriebe 12. Lohnbuchführung.................. C) Eisen und Metall 13. Technisches Zeichnen, Stufe I 14. Technisches Zeichnen Stufe II 15. Technisches Rechnen, Stufe I 16. Technisches Rechnen Stufe II 17. Elementare Mathematik............ 18. Werkstoffkunde.................... 19. Gebrauch des Rechenschiebers 20 RM. 8.50 20 n 8.50 20 8.50 20 8.50 20 8.50 20 4.50 20 ff 10.50 20 ff 10.50 20 ff 8.50 20 n 10.50 20 tt 10.50 15 n 7.50 10 ff 6.50 20 tf 10.50 20 10.50 20 10.50 20 ff 10.50 20 ff 8.50 15 7.50 6 H 5.50 ^^?Ä^?.^^^6emeinschaften, mit Ausnahme von Kurzschrift und Maschmeschrelben, werden sofort nach Vorliegen genügender Anmeldungen eingesetzt und durchgeführt. Schnellste An- ut tmbeT unbedingt erforderlich. Auf der Dienststelle der DM., Gießen, Schanzenstratze 18, Zimmer 5, wird jedem mteresnerten Volksgenossen Einblick in die Stoffverteilung der m^^bnden Lehrgemeinschaft gewährt, wie überhaupt jeder Volksgenosse eingehend beraten wird. Die Anmeldung muß P^oer persönlich vorgenommen werden Mit der Anmeldung ist die Teilnehmergebühr zu zahlen. 2362d Neuregelung der Eierablieferung Springbrunnen am Ludwigsplatz. pfingstmarkt in Schotten. haltenes Knurren, kein kurzes, lautes Aufbellen, lrren, kein kurzes, lautes Aufbellen, alle Jaadgier schien eingeschlafen. Und nicht in Unterholz geheimnisvoll raschelte und scheuer Flucht wandte sich endlich der Bock, in ruhi- 1 A 1 w VS flirt t i k rtr X a m QTI a a f ■ « k aX am - <• A . m - f — f f - f. ' i v i / c. « • < l . wenn es im Amsel-- schlag. Am Abend, mit den ersten Sternen, ist der Leh« Das sind nur ein paar Wege von unendlich vielen und schönen. Einer aber gehört immer dazu: Daß wir dem Vater von diesen Sonntagen berichten in den Briefen, daß jeder sein Teil zu ihnen beiträgt, duch der kleine Vierjährige mit einer seiner dröl- ligen Krakelmalerei ober einem Klebebildchen. Für so geführte Kinder besteht nicht nur in der Gegenwart keine Gefahr, sondern die Mutter streut !uch eine Saat in sie, die viele Jahre später erst n ihnen aufgehen wird: Die Ehrfurcht vor der hei- igen Kraft der Liebe zwischen Mann und Frau. Die grad gewachsenen, kraftvollen Stämme der Buchen, die wie Säulen das breitausladende Geäst ihres Krondaches trugen, begannen zu blitzen, golden aufzuleuchten; smaragdgrün glänzte das Laub in den ersten Sonnenstrahlen, die sich durch die Stämme des Waldes drängten. Der Blick in die weite Ebene, der sich bei der Biegung des Weges um den dicht bewaldeten Hügel bot, blieb gebannt auf dem unter der sich ausbreitenden Sonnenfülle erwachenden Land und dem aufblitzenden Strom am fernen Horizont. Die fast allgemein vertretene Ansicht, der letzte trenge Winter habe unter dem Wilde außergewöhnlich viele Opfer gefordert und große Werte unserer Fleischversorgung geraubt, ist nicht zutreffend. Im Gegenteil, es sind nur schwächliche und chronisch kranke Stücke gefallen. Durch den Erlaß des Reichsjagdgesetzes (1934) wird Fallwild an bestimmte Untersuchungsstellen eingesandt, damit die Todesursache festgestellt wird und der Verbreitung von Wildseuchen vorgebeugt werden kann. Untersuchungen sind seit 40 Jahren in Gießen erst. I --- tnuiivy UC L -4JUU, Ul l Ul/1* ger Gelassenheit drehte er endlich den Kopf und setzte ohne Furcht seinen Weg fort in hohen Sprüngen über die Felsbrocken hinweg, hinein in das dichte Unterholz des Waldes, jenseits des Felssturzes. Unser Bild zeigt das Schmuckrelief des Brieföffners, der zum Geburtstag des Generalgouver- neurs Dr. Frank von dem Gießener Metallbild- Auf dem Klassentisch liegt ein ganzer Berg voll Gaben. Die kleine Schäfermädchenantwort singt um die Bücher des Lehrers, kriecht in seine Geige, tanzt um fein Tintenfaß und legt sich zärtlich tn sein Schullehrerherz. Das eine wird er nicht vergessen^ „Weil du so ein lieber Lehrer bist." Die Schulglocke läutet. Langsam wird die Klafsö leer. "''Silberne Hochzeit. Am morgigen Mitt« woch, 15. Mai, können der Polizeibeamte Georg Saum und Frau Lina, geb. Schlamp, wohnhaft Burggraben, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. (Wir gratulieren!) rauschte, wenn ein Hase über den Weg lief oder in toller Flucht Haken schlug, wenn Eichkatzen an den Stämmen emporkletterten und mit pfeifenden Tönen von Ast zu Ast flüchteten. In geheimnisvolles noch sonnenloses Frühlicht 1 führte der Weg dann aus dem erwachenden Tag im : Bogen zwischen dunklen Tannen und rotstämmigen Föhren über nadelbestteuten, wurzelreichen Boden, zwischen bemoosten Felsenbrocken und gefällten Baumstämmen. Die Rase hoch, unruhig und aufgeregt stieß mich von Zeit zu Zeit mein Hund bittend an. Aber ich nahm ihn nur kürzer noch an die Leine, kannte ich doch zu genau die Ursache seiner Erregung in diesem wildreichen Forst. Kein Verbellen und Jagen, kein Rufen und Pfeifen sollte dieses Waldes Frieden stören, diesen geheimnisvollen Märchenschlaf wecken. Roch um einen großen Felsen, auf dem jahrhundertealte Fichten verwurzelt waren und niedere Buchen und Eichenbüsche wucherten, mußten wir gehen, um mitten in den Felsensturz zu kommen, von dem die Sage ging, daß dort einst Thor mit den Riesen gekämpft hätte. Nur noch wenige Schritte waren es, die mein Hund im Zittern der gehemmten Jagdgier machte, dann blieb er so plötzlich wie ich Stehen, wie erschrocken. Vor uns, die Vorderläufe auf einen höheren Felsblock gestellt, den Kopf nach hinten uns zu- gewandt, stand ein prachtvoller Bock «mit stolzem Gehörn. Feucht glänzten feine Lichter, die weitge- öffneWn Nasenlöcher — so stand dieses wundervolle Tier, sonst scheu flüchtend, jetzt unbeweglich und äugte uns an. Wie erstarrt war Roland, der Hund bergah Betteln, und Inurren, TävzM ynb Z«rsn. Zwei Holzpantoffeln werden in die Ecke gestellt. Zwei nackte Füße schleichen vor ein wackliges Bett. Der Strohsack knistert. Nun ist alles ruhig. Die Frühlingszeile auf der Schiefertafel aber fängt an Zu lächeln und zu schimmern und zu fingen. Sie stellt um das Bett vier große Lilien. Sie weckt den Mond. Der taumelt silberklingend in die Schäferstube. Und sie ruft den Wind. Der wirft die rourm* stichige Haustür in den Erlenbusch. Aber die Früh- lingszeile zaubert dafür eine Tür aus Flieder und macht einen Riegel davor aus Vergißmeinnicht. Am anderen Morgen, um zehn Uhr, sind die kleinsten Schulkinder in der Klasse. Sie lachen und sie erzählen sich wunderliche Sachen vom Kriege. Das kleine Schäfermädchen sieht sich seine Schiefer« täfel an. Die schimmernde Frühlingszeile ist aus- gelöscht. Der Lehrer kommt. Man sieht es ihm nicht an, , daß er in den Krieg geht. Er sieht sogar sehr lustig aus. Da steht die kleine Else vom Gutsherrn auf, geht an den Klassentisch und gibt dem Lehrer ein Paar warme Kniewärmer. Seiferts Wilhelm geht auch vor und gibt dem Lehrer einen Pappkarton voll Aepfel. Und das geht die ganze Klaffe durch bis auf das kleine Mädchen aus dem Schäferhause. Das bringt ein Stück Geburtstagskuchen, den oor« gestern jne Mutter für den Vater gebacken hatte. Die Stimme des Lehrers ist ganz weich geworden. Er fragt: „Aber warum schenkt Ihr mir benrt das alles?!" „Weil du in den Krieg gehst", sagt die eine. „Daß du nicht frierst", sagt der andere. „Daß du die Engländer recht verdreschen kannst«, sagt wieder einer. Verlegen und rot und ganz leise sagt das kleine Schäfermädchen: „Weil du o ein lieber Lehrer bist." Die Anlage am Ludwigsplatz nimmt sich gegen« roartig tm Schmucke vieler Blumen sehr hübsch aus. 2luch der Springbrunnen wurde wieder in Betrieb gesetzt. Am Samstag warf er seine Wasser hoch m die Luft. Inzwischen wurde die Kraft des Motors der Pumpe gedrosselt und nun sprüht das Wasser gemächlicher. " (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) * 2lls das stolze Tier unseren Augen entschwunden war, kein Rascheln und Brechen der Zweige unsere Ohren mehr traf, nahmen auch wir unseren Weg wieder auf. Mein Hund ganz gelassen ruhig neben mir, ganz dicht am Knie ohne jede Jagdleidenschaft, ich selbst seltsam bewegt von dem Erlebnis mitten im Wald an diesem Pfingstmorgen. Nicht Angst und Flucht und nicht Jagdgier und Verfolgung — paradiesischer Friede hatte zwischen den Kreaturen geherrscht. Der Rundweg führte zurück in die jetzt ganz in Sonnenflut getauchte Welt. Die ersten Glocken läuteten den Pfingstmorgen ein. Vom Dorf her klangen Kuhglocken und das dumpfe Brüllen der stallentlassenen Rinder auf die erste Weide. Als ich in meinen Garten getreten war, sah ich, daß die ersten prallen Knospen der Pfingstrosen unter dem warmen Sonnenlicht sich entfaltet hatten, : lft die Abgabe des Bezugscheines durch die Klein- : Verteiler öic selbstverständliche Voraussetzung für Öen unmittelbaren Bezug von Eiern beim Erzeuger. Die gewerblichen Betriebe, wie Gaststätten, Backereien, Konditoreien und Kleinverteiler müssen besonders beachten, daß sie außer dem erforderlichen Bezugschein den Uebernahmefchein A benötigen, ausgenommen Krankenhäuser, für dessen Ausstellung der Eierwirtschaftsverband Hessen- Rassau zuständig ist. Die Ernährungsämter werden Bezugscheine für den unmittelbaren Eierbezug beim grjeuger nur dann ausstellen, wenn die gewerblichen Betriebe den vom Eierwirtschaftsverband ausgestellten Uebernahmefchein oorweisen. Erzeuger, die im Laufe einer Zuteilungsperiode (5ier an Nichtselbstversorger gegen Bestellscheine und an gewerbliche Betriebe gegen Bezugscheine abge- u rrrü ^"ben, müssen die entgegengenommenen Be- s dusche ine am Ende jeder Zuteilungsperiode der zuständigen Kartenausgabestelle aushändigen. Sie erhalten hierfür von der Kartenausgabestelle eine Quittung. Vorher ist es jedoch erforderlich, daß den Sammlern oder Sammelstellen diese Quittungen vorgelegt werden, damit diese die Er.zeuger- listen entsprechend ausfüllen können. Die Führung der Erzeugerlisten ist nach wie vor von großer Bedeutung für die gesamte Durchführung der Eierablieferung. Für die Eierablieferung der kennzeichnungsberechtigten Einzelerzeuger verbleibt es bei der bis- herigen Regelung, nach der diese Betriebe Eier an Nichtselbstversorger und gewerbliche Betriebe im ; Gebiete ihrer Kreisbauernschaft gegen Entgegen- ’ nähme der Bestellscheine bzw. Bezugscheine abge- . ben dürfen. * • und der ruhig volltönende Sang des Pirols mischte sich nun friedlich in den Finkenjubel und Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Krambambuli". — Sommerkleiderfchau nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr im Cafe Wien. Notizen für den 15. 2ttai. Sonnenaufgang: 5.30 Uhr. Monduntergang: 2.19 Uhr. Sonnenuntergang: 21.13 Uhr. Mondaufgang: 13.31 Uhr. Generalmajor a. D. Fritz f. 2lm gestrigen Montag ist nach schwerem Leiden der Generalmajor a. D. August Wilhelm Fritz in Gießen kurz nach Vollendung seines 65. Lebensjahres verstorben. Den Lebensweg des Verewigten haben wir anläßlich seines 65. Geburtstages am 29. April (Nr. 100 des Gießener Anzeigers) gewürdigt und dabei auf die enge Verbundenheit des Generals Fritz mit unserer Stadt, in der er als Oberstleutnant und Bataillonskommandeur in der früheren Reichswehr, zugleich auch als Standortältester von 1923 bis 1928 Dienst tat und dann wiederum feit 1930 im Ruhestand lebte, hinaewiesen. Dem um Volk und Vaterland verdienten Offizier ist ein gutes Gedenken in weiten Bevölkerungskreisen unserer Stadt sicher. Don der Universität Gießen. Es wurden berufen: Der ordentliche Professor in der Juristischen Fakultät der Universität Gießen Dr. Erich Bley in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Graz und der ordentliche Professor in der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen Dr. Harald Geppert in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Berlin. Das Wild und der Winter 1939/40. 8 Schotten, 14. Mai. Bei starkem Besuch au§ frer ganzen Umgegend fand am heutigen Pfingst, brenstag der übliche Schottener Prämiierung 5« mar ft statt. Im Rahmen dieser SeranftaltuTig war der Schweinemarkt mit 450 Ferkeln und Lanferschweinen beschickt, die bei flottem Geschäft vollständig abgefetzt wurden. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 25 bis 30 RM., 8 bis 10 Wochen alte 32 bis 35 RM., 11 bis 13 Wochen alte 36 bis 50 RM. pro Stück. Auf dem Rinder« markt standen etwa 70 Stück Großvieh zum Verkauf, die bei guten Preisen ebenfalls Absatz fanden. 3n Verbindung mit diesen Märkten fand auch ein Ziegenmarkt statt, auf dem gleichfalls gute Preise erzielt wurden. Eine Prämiierung von Vogelsberger und Simmentaler Vieh, die unter Leitung von Tierzuchtdirektor Dr. Wagner (Gießen) stattfand, zeigte erneut den guten Stand der Rind^ Viehzucht im Vogelsberg, ebenso trat bei der Prä- die Anordnung Nr. 1/40 des Eierwirt- i?k Verbandes Hessen-Nassau wird die Eierab- 9r„A^9 ber ^uger neu geregelt. Nach dieser Anordnung sind die anfallenden Eier an die vom ^lerwirtschaftsoerband bestimmten Stellen (Kenn- zeichnungs-, Sammelstellen ober Sammler) abzu- iiefern. Ausgenommen hiervon sind die Eier, die im Haushalt des Erzeugers zur Versorgung der Haushaltsangehorigen benötigt werden. Sie Abgabe von Eiern an Nichtselbstversorger unb gewerbliche Betriebe wirb burch biefe Be- mZUf!netl rauf eine neue Grunblage gestellt. Nichtselbstversorger, bie Eier auf Eierkarten be- 31^, burfen in Zukunft nur bei Erzeugern ihrer -wohngemembe Eier unmittelbar erwerben. Hierbei .gleichgültig, ob bie Eier entgeltlich ober unentgeltlich bezogen werben. Dom Erzeuger gesehen burfen in Zukunft Eier an Personen, bie außer- Oalb feiner Gemeinbe wohnen, nicht mehr abgegeben werben. Selbstverstänblich barf bie Abgabe nur gegen bie Bestellscheine ber Reichseierkarte unb nur m ber Hohe ber auf bie einzelnen Abschnitte ber Reichseierkarte aufgerufenen Mengen erfolgen. An geroerblidje Betriebe, wie Krankenhäuser, Gaststätten, Bäckereien, Konbitoreien usw. bürfen Eier eben- faüs nur innerhalb ber politischen Gemeinbe ab- gegeben werben, b. h. biefe Betriebe müssen ihre Nieberlassung in ber Wohngemeinbe bes Erzeugers, pon bem sie Eier beziehen wollen, haben. Auch hier 'st der Bezug nur gegen die von den Ernährungs- amtern ausgestellten Bezugscheine zulässig. Die Beschränkung der Gierabgabe auf bie Ge- meinbe erfährt bei ber Abgabe an Derteilungsstellen (Kleinverteiler) eine gewisse Lockerung. Hier bürfen Hühner- unb Enteneier an Kleinverteiler abgegeben werben, sofern biefe ihr Geschäft im poli- 1 tifdjen Kreis bes Erzeugers betreiben. Auch hier Fruhlingsmorgen im Walde. Von £u Volbehr. Wenige Tage vor Pfingsten waren sie erst ein- aekehrt, bie flüchtigen Sommergäste, bas goldge- fisberte Pirolpaar, bie Pfingstvögel. Gleich hatten je begonnen ihr Nest zu bauen in ber alten Eiche hnter bem Haus, wie im Jahre zuvor. Zeternb z nkten sie gegen bie Finken unb Amseln. Zur frühesten Stunde vollführten bie neuen Ankömmlinge gewaltigen Lärm in bas erwachende Gezwitscher der anderen Vögel. Ihr „Prosilü! Profi- lii!" verscheuchte mir endgültig den Schlaf. Goldenes Sonnenlicht strahlte über die waldigen höhen und kündete das Aufsteigen des Sonnenballs in den klaren, wolkenlosen Pfingsthimmel. Erwar- tnngsvoll stand mein treuer Begleiter, Roland der Echäserhunb, am Haustor, geradeaus gerichtet die schmale Schnauze, leicht hin und her fächelnd feine stolze Rute, um nur ja keine Sekunde zu versäumen ton der herrlichen Freiheit draußen, wenn ich erst bie Türklinke niedergedrückt haben würde. Dann gings hinaus mit gewaltigen Sätzen. Mir voraus durch den blühenden Garten, über bie Hecke hinweg unb über ben Landweg in die blumenreichen Wiesen. Die Luft war erfüllt vom süßen Duft ber Veilchen, bes Golblacks, die den Gartenweg einsäumten, und bes Geißblattgeranks am haus. Aus den Blütenkronen der Bäume klang bas Summen ber Bienen wie reines Geläut, begleitet non tiefem Gebrumm ber Hummeln. Die dichten Stauben ber Pfingstrosen, bie links unb rechts vom (Bartentor stauben, trugen biefe, schwellende Knospen, noch unerschlossen, feucht glänzend vom nächtlichen tau. Kein anderer Laut, als bas Pfeifen und Trillern der Vögel, bas Surren und Summen der Inletten war in dieser frühen Pfingstmorgenstunde zu kören gewesen. Dann nur mein Pfiff nach meinem Hund, der angestürmt kam, die Rute hochtragend, imb bas Maul wie im Lachen geöffnet, mit heraus- -bängenber Zunge, um sich betrübt an die Leine ■ '"ebnen zu lassen, ehe wir ben Walb betraten, bie- fku Walb voll jagdbaren Wilbs, biefe Welt voll l-Kerfichungen unb Gefahren für einen jagdfrohen Ito. La M LänMr M BMln« Um w i Seit und Kraft auf einem 201:^115^00 einfe^t, bann werben heute ihre Kinber in den N^V.-Tagesstätten unb -Heimen vor uner hipnßm"hGinfIUPen ^sichert, und es ist außerbem die Gewahr gegeben, baß sie bes Vaters Dienst an un^ der Mutter Pflichterfüllung mit ehrfürchtigen Augen sehen lernen/ F 9 Bleibt die Mutter aber im Hause unb hält bie Erziehung ber Kinber allein in den Händen, dann ist mindestens ebenso wichtig wie der geregelte Ver- lauf der Werktage bie Gestaltung ber Sonntage und mit^mV^/16 5ßater' ^e sollen erst recht Tage mit dem Vater fein. d Wenn am Werktag die Mutter ihre Kinber im Sinne des Vaters erzieht, so soll sie die Sonntage dazu benutzen, die Kinber zu ihm hinzuführen. Dafür °i°",°rlai @ 9ebe"' ben" i’U,er ^08 U Oft ein kleiner Garten des Vaters Freube an den peierabenben gewesen, so wird die Mutter bie Kin- der bazu anspornen, ihn so gut zu bestellen, daß der Vater seine Freube daran hat, wenn er heimkommt. Sie wirb burch Erzählungen unb Erinnerungen ben Äinöern begreiflich machen, wie sehr ein Stückchen Erbe bem Menschen an bas Herz wachsen kann. -Eme Ecke mit Beerensträuchern", wirb sie zum Aeltesten sagen, „haben wir, feitbem wir bich erwarteten. Vater stellte sich bamals immer vor, wie putzig es aussehen mürbe, wenn bu mit unge chick- ten Fingerchen nach ben roten Trauben greifen wür- öeft. Unb bie kleine schlanke Birke ba hinten, bie hat Vater an dem Tage gepflanzt, an dem Schwesterchen geboren wurde. Die Spargelkultur aber wollen wir besonders in Ordnung halten, die soll doch Wehstes Jahr zum ersten Male geerntet werden. Vielleicht ist Vater dann schon wieder bei uns'" Oder Mutter geht an einem Regentag mit den Kmdern in ein Vorgeschichtsmuseum. Da ist Vieles, was unaufdringlich ben Kindern nahebringt, wie Kampf um Erhaltung und Perteidigung seit jeher zum Leben bes Mannes gehören unb wie bie Mutter dann immer die Hütenbe war. . 2ln einem anderen Sonntag führt sie die Kinder in eine heimatkundliche Sammlung und dort begreifen sie, daß nichts so selbstverständlich ist, als festzu- haltedi, was Generationen an Kulturgütern schufen. Vielleicht hat eines der Kinder eine starke Neigung zu einer praktischen Tätigkeit ober einem wissenschaftlichen Fach, bie auch, bem Vater schon rfreube gemacht hat. Die Mutter kann ihr neue Wege unb Möglichkeiten zu erschließen suchen, ober 2och mindestens das Kind burch ihr Teilnehmen be- fonders stark an sich binden. Unb Lesestunden! Nichts ist wohl so stark wie ihre bindende Kraft. Es soll nicht jeder mit seinem Buch in einer Ecke sitzen, sondern die Mutter soll vorlesen. In unserem reichen Buchgut ist so Vieles, das sich zum Vorlesen eignet. l r5 ^I^n. von dem Gießener Metallbild- miierung von Ziegen bie stetig aufroärtsftrebenbe Solche Hauer Heinrich Küchel geschaffen worben ist. Entwicklung auf biefem Gebiete der heimischem n erst- (Ausnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) 'Viehzucht zutage malig systematisch burchgeführt worben. Hierbei hat sich ergeben, baß in milben, regenreichen Wintern mel mehr-Wilb fällt als bei strengem Frost unb anhaltenbem Schneefall. Aufklärung über biefe unb andere Fragen unb über bie Ursachen ber Krankheiten bes Wilbes gibt Geheimrat Pros. Dr. Olt in einem Vortrag, ber am Mittwochabenb im Rahmen ber volkstümlichen Vorträge unb Sorte ungen der Universität ftattfinben wirb. Der Brieföffner für den Generalgouverneur Dr. Frank. Ihre Gabe. Von Max Zungnickel. Der Monbsteigt über bas kleine Schäferhaus und verzaubert ben trüben Entenpfuhl im Hofe in einen blanken, funfelnben Silberspiegel. Flim- mernbe Nebel webt er burch bie Sparren des großen Leiterwagens. Unb für bie Sense, bie am Futterschuppen hängt, holt er aus ber Arbeitsstube bes Teufels das Grauen. Dann wird er müde, zieht ich eine weiche Wolkendecke übers Gesicht und chläft ein Weilchen. Beim Scheine einer zitternden, schläfrigen Stalllaterne schreibt im Schäferhause eine kleine Mäd- chenhand auf eine Schiefertafel: „Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün!" Nach ßitt Mitarbeiter Brehms gestorben. Lpd Worms, 13. Mai. Im 82 Lebensjahr ist Professor Dr. h. c. Heinrich Habermehl, ein bekannter Naturwissenschaftler, Freund und Mitarbeiter Adolf Brehms, gestorben. Sein Spezialge- biet war bie Erforschung ber Schlupfwespen (Ichneumoniden). Professor Habermehl war Ehren- doktor ber Naturwissenschaftlichen Fakultät ber Universität Frankfurt. Seine ausgebehnten Insekten- sammlungen hatte er bereits vor Jahren bem Frankfurter Senckendergianurn zur Verfügung gestellt. Professor Dr. Habermehl wirkte über bret Jahrzehnte am Gymnasium unb an ber Oberreal- schule zu Worms. einer Weile werden im Rechenbuche bie Zahlen rer zur Bahn gegangen. Irgendwohin ist er ge» müde. Die Lieder im Singbuch nieten M. Und die fahren. Nach bem Westwall ober an bie Wte. Ich sialtoteK - tsreiß SS Aus der Stadt Gießen. Sonntage ohne Vater. Don Marianne Schirm Jjretlje.ten zu nehmen, bie schließlich ,u ej^r Ent ternung non ben Eltern führen weil der -n fommenbe Entschluß der Mutter' rU »erherzustellen.1ch°n ouf^Lsta d" ß"'" JfAonh« ?"eg wie überhaupt jede Notzeit bestehende Bindungen vertieft unh mha» '.nisten Sinn/st gonzono W VfowiL Än“ b,E ftär,fUn Kr-ift- anziesen sie zu renb Rurfjefftn Kassel hi Tschwege mir etn 2:2 er- SJt.-tfport reichte. Henkel Wirtschaft AG. Buderussche Eisenwerke Wetzlar. rtitel 105 des Einführungs- geben, oder i landesrechtlichen Vorschrif- ßenbahn besi lpn. Es konnte also für die Sendungen fi (Nachdruck verboten!) 27. Fortsetzung Da hinausrennen können in dieses dunkle Irgendwo, vom Winde gepeitscht, vom Regen durchweicht. Den Kops wieder frei bekommen. Daß es Dinge gibt, über die wir keine Gewalt haben", begehrt er auf. „Nicht einmal wehren kann man sich." v „ n Ernis Kopf sinkt tiefer. Der Gedanke an Lena liegt wie ein schwerer Druck auf ihren Schultern. Sie wendet sich zur Tür. „3d) will sehen, wo sie ist",- sagt sie, und man merkt es ihr an, wie schwer ihr ums Herz ist. Gottfried sieht ihr nach. Wäre es nicht an ihm, Lena zu suchen? Seine Hand fährt durch die Luft, schiebt einen Stuhl hart beiseite. Wer jetzt Lena herbeiholt das ist ja im Grunde nebensächlich. Um ganz andere Entscheidungen wird es gehen. Als Erni wieder herunterkommt, ist sie sehr er» rC JJena hat sich oben in ihr Zimmer eingeschlossen", sagt sie. „Sie will nicht öffnen. Ich weiß nicht, was sie hat! Es ist überhaupt alles so unheimlich da Gottfried möchte die Fensterflügel lieber aufrei- aber er selber ist nicht da. Und von Dater sieht und drücklich die Rede von'Sachen, die die Eisenbahn oder die Straßenbahn zur Beförderung oder zur Aufbewahrung angenommen hat, ferner von Sendungen, die dritte Personen bei der Reichspost aus- -eben, oder die von der Eisenbahn oder der Stra- «cnuui.u fördert werden. Auf diese Sachen und Sendungen findet das neue Gesetz keine Anwendung, so daß die Entschädigung nach den bisherigen Bor- chriften, insbesondere also nach der Eisenbahnverkehrs ordnung bzw. nach der Reichspostordnung, von seinen Gedanken um seine Ruhe gebracht mor» den sei. „Vater", flüstert Erni. Alle empfinden das Unheimliche dieses schwerfälligen Hin- und Herwanderns. Hängt es mit Hermanns Abwesenheit zusammen ober damit, daß sich Lena eingeschlossen hat? Rudolf geht hinauf. Er will mit Vater sprechen. Aber nach einer Weile kommt er unverrichteter Dinge zurück. „Er läßt niemanden zu sich. Mein Gott, rote muß er durcheinander sein! Wir können nur hoffen, daß morgen, bei Licht, alles besser aussieht/ „Und Hermann?" fragt Erni beklommen. Wirkliche, ehrliche Angst um den Großen spricht aus ihrer Frage. „Nach allem, was man zur Kirmes beobachtet hüt, kommt es ihm auf eine Nacht im Wirtshaus nicht an." • „Nein, nein, Rudolf, so sah er nicht aus, es hat ihn bis ins Innerste getroffen, was Vater zu ihm Lena. Immer wieder sie. Erni ist wie erstarrt. Alle Glut ist erloschen. Innere Kälte lähmt sie fast. Man kann doch jetzt nicht in das Haus, man kann doch jetzt nicht Lena unter die Augen treten. Gottfried streicht behutsam über Ernis Gesicht. „Wir müssen hineingehen", sagt er, „komm!" Auf dem Flur brennt Licht. Und unter diesem Licht sehen sich Erni und Gottfried noch einmal in die Augen — aufflammend, dann bestürzt und ratlos. Beide horchen nach dem Wohnzimmer hinüber. Dort drinnen aber scheint alles still zu sein. Man hört nichts. Gottfried geht auf die Tür zu, druckt die Klinke nieder. „Niemand da?" fragt Erni und dreht am Lichtschalter. Sie kann ihre Erleichterung kaum verbergen, daß sie jetzt keiner Menschenseele zu begegnen „Erster Schritt der HI", Iahrg. 1925/26, 30 Kilometer: 1. Hans Werner, Streifen-Gef. 1/116, 1:11,30 Std.; 2. Walter Pfeiffer, Fahn- lein 1/116, 1:12,30 Std. — 2. Jahrgänge 1922—24, Als die Kluttigen endlich wieder gegangen ist, platzt Rudolf mit der. Frage heraus: „Was ist nun eigentlich mit Hermann los? Wo steckt er denn? In Christoph Gräfe erwacht Leben. Er sieht mit einem eigenartigen Blick zu Lena hinüber. „Frage sie!" sagt er kurz. Gottfried Bonhoff horcht auf. Lena sieht anders aus als sonst. Es scheint, als habe sie ihre friedvolle Stärke ganz verloren. „Ich kann es auch nicht sagen, wo Hermann ist." Lenas Stimme klingt matt und unsicher. Rudolf stößt feinen Stuhl heftig zurück. „Und das nehmt ihr alles so hin? Ueberlegt ihr denn nicht, daß ihm etwas geschehen sein kann?" „Was soll ihm schon geschehen sein?" Verächtlich klingt das aus Christoph Gräfes Munde. „Der ist in seiner Bruchbude drüben, in der Belzig' brauerei!" Schlimm, wenn von einem Menschen, der zur Sippe gehört, nur mit „der" gesprochen wird. Wenn sein Name nicht mehr genannt wird. Rudolf ist betroffen. Haben denn alle den Stav über Hermann gebrochen? Nein, Lena Oettekmg bestimmt nicht, lieber deren Gesicht ist bei Grases Worten ein helles Rot geflogen. Sie sieht Rudolf an, in ihrem Blick liegt eine stumme Bitte. „Gut, bann werde ich nach der Belzigbrauerei hinübersehen", sagt Rudolf und steht auf. Auch die anderen gehen aus dem Zimmer. Hastiger als sonll- (Fortfetzung folgt) Mstöim schaffen,Leim? Nomon von Hlatflna Eckart-helm Sachschaden auf der Eisen- und Straßenbahn Einheitliches Reichsrecht über die Haftung. waren. . , Das Spiel Höckelheim — Dettenhausen wurde abgesagt und wird /päter nachgehott. Oie Fuhball-Ereigniffe im CRcicb. Sieger im Berliner Tennisturnier. Das 43. internationale Tennisturnier von Rot- Weiß Berlin wurde programmgemäß am Sonntagnachmittag vor gut besetzten Tribünen beendet Als erste Entscheidung fiel die im Männereinzel zwischen dem deutschen Meister Heinrich Henkel und Rolf G ö p f e r t. Dis zum dritten Satz griff Gopfert stark an und erzwang ein ziemlich ausgeglichenes Spiel, fiel dann ober zusehends ab und mußte Hen- Breuer-Werke G.m. b.H. Frankfurt a.M. verrechnete bei steigenden Umsätzen befriedigendes Geschäft, der Geschäftsüberschuß wird zur Stärkung der Be triebsmittel verwandt (i. 23. ebenfalls 0 v. H. Die vidende). Die Triumph-Werke Herd- und Ofenfabn- (en G. m.b.H. Wels verzeichnete zwar einen leichten Umsatzrückgang, der günstige Abschluß aber ebenfalls 5V2 v. H. Dividende. Die Stahlwerke Röchling-Buderus AG. Wetzlar hatten .steigenden Umsatz. Auch für 1939 wird eine Dividende im Interesse der Stärkung der Betriebsmittel nicht ver- o 3,0 »m., Uon 50 °.h. bei Bud-rus.) Aus dem Sozialbericht geht hervor, daß das Vermögen der Kaiser-Koehler-Sttftung durch Zuwei- “au? dem diesjährigen Geschästsergebnis um 010 Mill, erhöht wurde. Der Vergleich der Entwicklung der Lohn- und Gehaltssumme zur Gefol^ schaftsentwicklung erbringt eine E^ohung des Durchschnittseinkommens je GesolMaftsmitglieb. Die gesamten Sozialleistungen der Gesellschaft. - trugen 4,53 (4,22) Mill., davon waren 0,81 (0,80) freiwilliger Art, 1,73 (1,59) ÄAen SU Lasten 5" Gefolgschaft, 2,80 (2,625) der Gesellschaft. Dem Um terstützungsfonds für die Altersversorgung wurden ebenfalls vorweg 0,20 Mill, wie i. V. zugnviesen. Es wird einschl. "^443 ^46 320) DM^ Dor^g ein Gesamtgewinn von 1534 316 (1247 y^o)