Donnerstag, K März (9^0 Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/sUhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen vom 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstaffelL Plahvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. 190. Jahrgang Ur. 65 Erscheint täglich,, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Jllusttierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Posts check 116ss Franks Druck und Verlag: f fi t bchristleitung und Geschastrstelle: VrühlscheUniverfltStrdruckereiR.Lange |lll Stehen,Schulstrahe7-9 Der Moskauer Friede. Der nach wenigen Tagen direkter und, wie be^ sonders betont wird, gleichberechtigter Derhandlun-. gen in Moskau zustande gekommene Friedensschluß zwischen Finnland und der Sowjetunion, dessen Einzelheiten wir bereits gestern berichtet haben, beendet nicht nur einen Konflikt zwischen diesen beiden Staaten, den alle,. die es mit Finnland gut meinten, im Herbst vorigen Jahres, als es über die sich aus den Bedürfnissen der Großmachtstellung der Sowjetunion im veränderten Weltbild sich ergebenden russischen Forderungen zu keiner Einigung gekommen war, gerne vermieden gesehen hätten, sondern räumt auch einen höchst gefährlichen Brandherd im europäischen Norden aus, von dem sich die westlichen Plutokratien eine wesentliche Förderung ihrer Kriegsausweitungsab- sichten versprochen hatten. Wie schon im Herbst vorigen Jahres während der finnisch-russischen Verhandlungen die britische und französische Diplomatie, unterstützt von Presse und Rundfunk, in Helsinki alles daran gesetzt hatte, eine Einigung zu sabotieren, weil man damals schon hier die Möglichkeit witterte, eine neue Front gegen Deutschland aufzubauen, von der her ein Flankenangriff auf das Reich gestartet werden könne, so setzte schon auf die ersten Gerüchte von finnisch-russischen Friedensfühlern von Paris und London ein erneutes, heftiges Störungsmanöver ein, um das Friedenswerk noch in letzter Minute zu hintertteiben. Es ist ja kein Zweifel, daß es überhaupt nicht zum Kriege gekommen wäre, wenn nicht die Westmächte in Helsinki weitgehende Hilfsversprechen gemacht hätten, die sie dann freilich ebensowenig gehalten haben, wie im Falle Polen. So sind die Finnen das Opfer einer blinden und angesichts des polnischen Zusammenbruchs maßlos törichten Vertrauensseligkeit geworden. Die Westmächte steiften ihnen zwar genau so wie einst den Polen durch vage Versprechungen den Rücken und hetzten sie zum Widerstand gegen die, die Freiheit und Unabhängigkeit Finnlands in keinem Punkt berührenden Forderungen der Russen, ließen sie dann aber genau so wie die Polen schäm- los im Stich, als es hart auf hart ging. Von einer Hand voll Freiwilliger, die zudem sich allermeist aus polnischen und tschechischen Emigranten rekru- Herten, und ein paar Waggons veralteten Kriegsmaterials abgesehen, rührten die westlichen Plutokratien keinen Finger, um ihr Hilfsversprechen für Finnland wahr zu machen. Um so lauter freilich gebärdeten sich Presse und Rundfunk, und auch die Herren Chamberlain und Daladier ließen es bis zur letzten Minute an schönen Worten nicht fehlen, um den Finnen in ihrem Kampf gegen die Sowjetunion die Sympathie der PlutokraHen zu versichern, aber dabei blieb es auch trotz der hochtrabenden Entschlüsse der Genfer Liga, die zu diesem Zwecke wieder einmal aus tiefem Schlafe geweckt werden mußte. Die Finnen blieben allein, denn in Schweden und Norwegen siegte die Vernunft über jede Gefühlsduselei und die klare Erkenntnis, daß jedes Abirren vom Wege strikter Neutralität im finnisch-russischen Konflikt den ganzen Norden zum Kriegsschauplatz der Großmächte Oie neue finnisch Moskau, 13. März. (DNB.) Die „Prawda" veröffentlicht die dem Friedensvertrag beigefügte Karte, auf der die neuen Staatsgrenzen eingezeichnet sind. Die neue Staatsgrenze fetzt am Finnischen Meerbusen ungefähr 50 Kilometer westlich von W i b o r g an und verläuft dann so ziemlich gerade in nordöstlicher Richtung, ungefähr 25 Kilometer nördlich von Wiborg und 25 Kilometer nördlich von Sordavala (Sardobal) vorbei, so daß d i e Eisenbahnlinie Wiborg — Sordavala auf sowjetrussischem Gebiet verbleibt, Unsere einer in der Moskauer „Prawda" veröffentlichten Karte zum Friedensvertrag angelehnte Darstellung zeigt gestrichelt ungefähr den Teil Finnlands in Karelien, der an Rußland fällt. Dazu kommen die Fischer-Halbinsel an der Bucht von Petsamo sowie ein schmaler Streifen Finnisch- Kareliens an der Ostgrenze Finnlands gegenüber der Bucht von Kandalakscha mit dem Hauptort Nuolojärvi. — (Scherl-Bilderdienst-M.) \0uhi 'Raabe JitiÜV ieich und Protek- ien Auf. ions auf Gouver- twehr lach end- Zwing. Bevölke« e Volt daß es )t dieser • würdige 1 Rück, "dfahrl W. bet >ch ben cet- gesamt Der Tag, >es tsche- >de des eute wis- damals, ische Tat ior der blutigen erettet Idols Hit. rt eiae« Erforoer- ngelegen« ationalen er Der. 'Ander Michael ndischen 5nber tötet Huh er- ?' der sen hat e Serie lnik ent. Qouaer« Hungen, Resident ul Sy. 1 unner« )er Der- tben das 1 dichter ’n hall, ct Der olge ab. tftrömte lg neben rief der e: „Aus Männer oöltigen. och nicht t. 1 Dai ll: In sich «*6K •* # ‘rft 3 her 'te. iÄfS Liefe, an« mte eines n hängen, »den, nun abermals, ifenliebes' ..Topp 'u"; nur den Aus' ^plätscher. er Kinder gemurmet mmer der durch MNd, ,er aus der el Kegen- ion Wind' ibenoachen Hunderten erKichard irenck W KTP#* Stuart oe Oie „Dicke Berta" auf Oswaldsgarten ^utenthoiiig . houtv>rwony Gießen, den 13. März 1940. 1293 V Frau Christine Weinandt Familie Ernst Honig Familie Wilhelm Weinandt IIL Familie Walter Mehl Nachdruck verboten Ohne Gewähr Großen-Linden, Klein-Linden, den 14. März 1940. 33560 51792 0936 39 Gewinne zu 2000 RM- 17542 79235 89190 105240 106441 127072 16/379 207480 272961 368604 127206 99227 380420 Heute entschlief sanft nach langem Leiden im 78. Lebensjahr mein geliebter Mann, unser guter Vater, Großvater und Urgroßvater Trauerfeier: Sonnabend, den 16. März, 11% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs. — Von Besuchen bitten wir abzusehen. Helene Krüger, geb. Vermehren Margarete Stepp, geb. Krüger Luise Krüger, geb. Rathschlag Helene Krüger Marie Mohr, geb. Krüger Professor Dr. Wilhelm Stepp Hauptmann Dr. Ernst Mohr Elf Enkel und zwei Urenkel. Slückskmder sind Frauen, die mit 45 Jahren noch biegsam und schlank sind. GelbeDropsverleihenSchlank- heit und Biegsamkeit! Kurpackung 2.75, GrotzvackunglO.- Drogerie Elges, Seltersweg 66 Drog. Kilbinger Nachf.,Seltersweg 69 Victoria - Drogerie, Marktstraße 5. 300 V Die Beerdigung findet Samstag, den 16. März, nachmittags 2% Uhr, vom Trauerhause, Steinweg 26, aus statt Am 13. März entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein guter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Weinandt 1, Zugführer i.R. im Alter von 71 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: 11. ZiehungStag In der Nachmittagsziehung 9 Gewinne zu 4000 RM. 99945 15 Gewinne zu 3000 RM. 12361 284749 @etoinoos6jug 5. KloAe 2. Deutsche ReichSlotterie Junges Mädchen oder unabhängige Frau zur Mithilfe für meinen Mangelbetrieb ges. (1261D Otto Fuchs Heihm.- Betrieb Kaiserallee 1. für den Konfirmations -Tisch. Jede Mutter wird den Tisch an einem solchen denkwürdigen Tag besonders nett decken. An mancherlei ist da zu denken. Auch an ein hübsches Salatbesteck, Salzstreuer, Zuckerzange, Servierplatte und die vielen anderen Dinge. Ergänzen Sie, was fehlt, bei J.B. Häuser! Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145—2146 D. Dr. phil. Dr. jur. h. c. Gustav Krüger Professor der Theologie Inhaber der Ehrenplakette für Verdienste um die Stadt Gießen. 11. März 1940 wurden gezogen 123638 339786 tiaf Jele gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, nnd zwar je einer ans die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II nnd III Bekanntmachung. Erhöhung des Teigwarenanleils auf Mhrmitlelkarlen. Auf die zur Zeit gültige Nährmittelkarte können Teigwaren nicht nur auf die Abschnitte N 15 bis 20, wie kürzlich mitgeteilt wurde, abgegeben werden, sondern infolge einer jetzt ausgesprochenen Erhöhung der Zuteilungsquote auch auf die Abschnitte N 11 bis N 14. Jeder Verbraucher kann also 250 g Teigwaren in der laufenden Zuteilungsperiode erhalten, ist aber auch in der Lage, andere Nährmittel (Graupen, Haferflocken ufw.) darauf zu entnehmen. 1295D AlMlMk-MMlW WMen-ttMWWM Am Sonntag, dem 17. März 1940, findet in Gietzen in der 83. ---Standarte eine Annahme-Untersuchung statt. Beginn 15 Uhr. Angenommen werden Freiwillige für: 1. ---Verfügungstruvven (einschl. Leibstandarte ''Adolf Hitler" ): Geburtsjahrgänge 1918 bis 1922. Mmdestgröhe 170 cm. 2. -- -Totenkovsstandarten: a) mit Dienstzeitvervflichtung (12 Jahre, Lebensberuf: Polizei oder Wehrbauer), Geburtsjahrgänge 1921 und 1922, Mindestgrötze 168 cm mit 17 Jahren. b) ohne Dienstzeitverpflichtung, Geburts- rahrgänge 1901 bis 1912 (bevorzugt SA- Männer und Parteigenossen). 3. Schutzpolizei: Ungediente Männer der Geburtsjahrgänge 1905 bis 1912 und 1918 bis 1920. Geeignete Bewerber können sich bei der Annahme- Untersuchung als Freiwillige melden. 1292d NaphläQQCJ von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder* lidullluuuU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Ca. 300 TötildiküM r unbXmba: auf Ödtt 138. Milchvieh - Versteigerung in Münster i.W., Westf. Zuchtviehmarkt Dienstag, den 19. Mürz 1940, 12 Uhr. Die Tiere stammen aus seuchenfreien Gebieten und sind gegen Seuchen schutzgeimpft. Obligatorische Untersuchung auf Bazülus Bang. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos): MeWlilche pruuinrilll-llieliverwertungsgenllslenlchalt e.G.m.b.H., Münsteri.W., Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Afh iFett- und Weidevieh / Ferkel / Läufer / Pferde uswj Freibankverkauf am 15. März 1940: von 8- 9 Uhr Nr. 261- 310 von 9-10 Uhr Nr. 310- 360 von 10-11 Uhr Nr. 361- 410 von 11-12 Uhr Nr. 411- 460 am 16. März 1940: meA von 8- 9 Uhr Nr. 461- 495 von 9-10 Uhr Nr. 496- 530 von 10-11 Uhr Nr. 531- 560 Stiidt. Schlachthof, Gießen. Schlachtauios zu höchst. Tagespreisen kauft laufend Autoverwertung Karl Dörr Marburger Straße 47, Tel. 8164 1299 D Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 | Mietgesuche | Ein möbliertes SSMNMl und Küche oder groh.Zimmerm. Kochgelegenheit von Eheleuten ges. Bettwäsche und Federn werden gestellt. Schr.Angeb.unt. 0941 and. G.A. Junge, d. Ostern d.Schule verläßt, kann mit Vermittlung des Arbeitsamtes als Buchdrucker- Lehrling eintreten in die Verlagsdruckerei Albin Klein Gießen Hindenburgwall Nr. 21. Io934 Wir suchen für sofort oder später für unser Büro jüngere lotimide Krall in Anfangsstellung,' für B etrieb kräftigen Eaoeratötifet und einen MfjilWIltt für Zutrngerdienste. Montur Gehr. Wall K.-G. Lahnstrabe 13. i297d Für leichtere Arbeiten in Garten und Gewächshaus Sttevev Mann (evtl. Leichtkriegsbeschädigter) mit etwas gärtnerischen Kenntnissen und möglichst mit Führerschein für sofort gesucht. 1298d Institut für Pflanzenbau Gietzen, Senckenbergstrafle 17. 93 Gewinne zu 1000 NM. 25935 28267 32142 37712 38282 72619 72928 74743 90512 104683 133305 135087 166690 185755 189879 206361 222424 232553 249207 250754 291092 295867 307852 318325 336687 344930 358029 358892 393135 394389 398296 12. Ziehungstag 12. März 1940 In der Vormittagszichmrg wurden gezogen 3 Gewinne zu 200000 RM. 292031 3 Gewinne zu 5000 RM. 231434 3 Gewinne zu 4000 RM. 162283 12 Gewinne zu 3000 RM. 125654 288171 289913 359320 39 Gewinne zu 2000 RM. 31407 50173 52249 85230 87541 90774 197111 236084 287374 319712 353920 377536 396244 90 Gewinne zu 1000 RM. 3664 21207 21555 24464 31639 35043 75702 90600 90944 91629 92158 115244 147478 157531 158861 175458 175942 188062 188302 213652 240092 276883 280634 301261 330534 331852 353195 357477 364131 369805 Der neue lustige 6ustav-Althoff-Film nach der gleichn. Komödie von J. v. Alten DIE DARSTELLER: IDAWUST als resolute Frau Mahnke GRETHE WEISER als Bardirektrice Fiffi THEO LINGEN als Oberkellner Kummerhahn Ein reizendes Lustspiel, das nicht nur eine Reihe der beliebtesten Darsteller vereinigt, sondern auch inhaltlich viel bietetl Heute Donnerstag Erstaufführung I Lichtspielhaus Täglich 4, 6, 8.30, Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr ---- 1288 A Ihre Vermählung geben bekannt Or. med.Kurt Schardt Unterarzt in einem Infanterie-Regiment Elsbeth Schardt, geb. Vloeser z. Z. im Felde Gießen, Seltersweg 38 März 1940 1289 D Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Ltchtbllder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Weg. Verheirat, mein. jetz. Hausangestellt. suche ich zum 1. April tücht., erfahrene OonüfleOilfin Frau 126OD Gertrud Benner Gieften Bahnhosstr.4011 Eine Apotheke in Giefeen sucht zu sofort oder 1. Avril eine weibl. Kraft als Dieters Schwesterchen Jutta ist angekommen (Elisabeth Felser, geb. Reich Werner Felser, Ingenieur Äad Hersfeld, 13. März 1940 z. Z. Gießen, Kirchenplatz 23 0939 Goethe-Bund und KauhnännischerVerein Gießen in Arbeits- Gemeinschaft mit der Volksbildungsstätta Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Dienstag, den 19. März 1940, abends 8 Uhr, in den Neuen Aula der Universität, Zugang nur Goethestraße Vortragsabend des bekannten Sprechers Helferin Zuverlässigkeit und sauberes Arbeit. Bedingung. Schriftliche Angebote unt. 0919 an den Gietzener Anzeiger erbet. Zu Reinigungsarbeiten Absiauben und sonstig. Arbeits- Hilfeleistungen zu sofort M IHcten oder sonst eine Kraft gesuchtvon der [0918 Cngelapotheke in Giesien. BW gesucht. i28oD Gafths. Lamm, Saubere 0933 Mm für zweimal 3 Stunden vormittags gesucht. LiebigstrasielSl Tüchtiges Hausmädchen sos. gesucht. [o932 EmilKimpel Licher Straße 67 Tüchtiges MW« gesucht. isooD Blockstraße 9 v. Tüchtiges [0938 m Kochen und Hausarb. erfahr. Mädchen zum 1. April ges. Schudt Gartenstratze 14. Verschiedenes] Freiwillige Versteigerang bei Hch. Graf V., Villing en (Oberhessen): 1 ält.weitz.Pferd Pferdegeschirre 2 Kastenwagen 1 Paar Ernteleitern 2 Pflüge T269d 2 Eggen 1 Kultivator 1 Jauchefak 1 Schlitten u. verschied.-and. amFreitag, dem IS.März.LOUbr Dr. Leonhard Bla6 Der letzte Sprung des allen Löwen Dichtungen, Briefe und Dokumente über Englands Spiel mit den Völkern Die Mitglieder des Goethe-Bundes n. d. Kaufmännischen Vereins haben freien Eintritt (für GB. Kontrollabschnitt Nr. 1, für KV. Kontrollabschnitt Nr. 7). Die Mitglieder der Gesellschaft für Erd- nnd Völkerkunde erhalten gegen Rückgabe des GB.- Gutscheins Nr. 7 Eintrittskarten zum ermäßigten Preise von 50 Pf., Mitglieder der NS.-Franenschaft, des Land- schaltshundes Volkstum und Heimat zum Preise von 60 Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises, Nichtmitglieder zu RM. 1— bei Challier und an der Abendkasse. Studentenkarten zu 30 Pf. bei Hausverwalter Becker, Universitätsgebäude, HJ., BDM., Militär und Schüler zn 20 Pf., Angehörige der Volksbildungsstätta Gießen der NS.-Gemeinschaft KdF. zu 50 Pf. bei der Kartenverkaufsstelle der KdF. 1201D Voranzeige: 28. März Dichterlesung Hermann Claudius Die durchgehende • Geschäftszeit von 8-is Dhr macht eine nochmalige Teilung meiner stark verminderten Gefolgschaft während der Mittagspause notwendig. Ich bitte deshalb meine sehr verehrte Kundschaft ihre Einkäufe möglichst am Vormittag bis 12 Uhr, oder am Nachmittag ab 15 Uhr zu tätigen, nur dann werden Sie aufmerksam bedient werden können. JeB.Häuser Giefeen, am Oswaldsgarten (Parkplatz), Fernruf 2145/46 M J-B . H . 1213 A Daubringen Giek.Anz. erbet. Hauptstraße 31. Mündlich können Sie esnur wenigen sagen, schrifllich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Wer erteilt Tertianer für ca. 4 Wochen Unterricht in Franzos, u. Latein? Schrift!. Angeb. unt. 0931 an den Gietz.Anz. erbet. 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Es gibt auch ganz feines Häkelgarn auf Rollen, das wie Maschinengarn verwendet werden kann. Man muh aber das feinste Garn im Handarbeitsgeschäft verlangen und das ist Nr. 70. Schreiend bunte Nähseiden, die noch aus alter Zeit im Nähvorratskasten schlummern, kann man schwarz färben, indem man die Seide auf einen Pappendeckel von Schuhkartongröße wickelt und diesen im Farbwasser hin- und herschwenkt. Pfanne oder in einem flachen Topf hat man das Fett zerlassen und gibt dann nebeneinander die nicht zu großen Kohlwickel, läßt sie erst etwas bräunen und dann unter Zugabe der Gemüfebrühe gar schmoren. Die sich bildende Tunke wird zum Schluß mit etwas Mehl gedickt. Meerrettich aufstrich: 2 bis 3 mittelgroße Möhren werden mit etwas Meerrettich, Essig oder Zitronensaft, Oel und Salz gemischt oder zwei geriebene Aepfel mit etwas Meerrettich, einem Teelöffel Milch mischen und mit Zucker und Salz abschmecken. z_ , Tutti-Frutti: 4 bis 5 Zwiebacke (Kuchenreste), H Tasse Marmelade mit 2 Eßlöffeln Wasser verrührt oder 1 Tasse Apfelbrei, Liter entrahmte Frischmilch, 2 bis 3 Eßlöffel Puddingpulver, 60 g Zucker, eine Prise Salz. Die Zwiebäcke werden mit der verrührten warmen Marmelade oder dem Apfelbrei übergossen und geweicht. Aus der entrahmten Frischmilch kocht man mit dem angeruhr- ten Puddingpulver und Zucker eine Kreme, schlagt ihn locker und gießt ihn noch heiß zu den übrigen Zutaten. Selleriekartoffeln: 1 große Sellerieknolle, 1% kg Pellkartoffeln, 40 g Mehl, Salz, % Liter entrahmte Frischmilch. Der sauber gebürstete Sellerie wird dünn geschält oder geschabt und in Würfel geschnitten. Dann kocht man ihn in Salzwasser gar, aber nicht zu weich, gibt das angerührte Mehl dazu und wenn alles durchgekocht hat, die abgezogenen, noch warmen, in Würfel geschnittenen Pellkartoffeln und die heiße Milch. Das Gericht muß noch eine Weile ziehen, man kann es auch noch mit ein paar Tropfen Essig abschmecken. Ein flotter Frühjahrsanzug — ohne Punkte — ist heute unser Modevorschlag! Und zwar ist d a s strenge Schneiderkleid (1.) aus einem hellgrauen, getragenen und zu eng gewordenen Herrenflanellanzug zu arbeiten, wobei die Jacke fast nur in der Weite und der Schulterpartie geändert werden muß, während der enge Rock leicht aus der Hose entsteht. Sollte die Seide oder das Garn nicht tiefschwarz werden, so schadet das auch nichts. Jedenfalls ist es besser zu verarbeiten wie beispielsweise giftgrün oder quittegelb. Besonders viel Stopf- und Nähmaterial aber gewinnt man durch das Auftrennen alter Seidenstrumpflängen. Man schneidet die Füßlinge ab, trennt die Strumpfnaht auf und räufelt die Beinlänge vorsichtig auf. Die so erhaltenen Fäden verwendet man am besten drei- bis vierfach. H. v. L. zum Ausbruch kommt! Selbstredend müssen die Eltern dem oft so unlöblichen Tun und Reden Einhalt gebieten, damit der Uebermut nicht zu bunte Früchte treibt. Aber — sie müssen auch manchmal Rücksicht auf diese unbeherrschte Entwicklungszeit nehmen! So zum Beispiel bei dem Schulzeugnis. An und für sich kann man von seinem — auch dem unbegabtesten — Kinde eine gute Betragsnote verlangen. In den Flegeljahren jedoch steckt man schon mal einen Pflock zurück. Vater ist dann vernünftig und drückt ein Auge zu, statt den Rohrstock wr Hand zu nehmen! In kurzer Zeit legt sich dieser Zustand ja »nieder und, wie gesagt, er ist ja kein Charakterfehler, sondern nur jugendlicher Kräfteüberschuß, der sich irgendwie Luft machen muß! Er ist ein Zeichen strotzender Gesundheit! Ein krankes, schwaches Kind wird den Eltern bestimmt nicht so in den Flegeljahren auf die Nerven fallen wie ein kräftestrotzendes, gesundes. Daran wollen besonders wir Mütter 'denken. Denn schließlich ist es ja doch unser aller herzlichster und innigster Wunsch: gesunde Kinder zu haben! Und dafür nehmen wir gern die Zeit der Albereien, Eseleien und Flegeleien in Kauf. H. v. L. blauem Wildleder sind die Vorderteile der hübschen, hochgeknöpftenWeste (2.), deren Rücken aus einem blauen (oder auch roten) Wollrest gestrickt und mit dem übereinandergeknöpften Gürtel zusammengehalten wird. Hellgrauer Taft ist das Material für die schlichte Hemdbluse (3.) mit den Perlmutterknöpfchen. Sie ist leicht aus einem unmodern gewordenen Abendkleid zu schneidern. H. Wie gehen wir mit Näh- und Stopfgarn haushälterisch um? Wo viele kleine Reißteufel im Haushalt herumlaufen, ist es oft nicht ganz leicht, für die verschiedenen Löcher und Triangeln in Strümpfen und Kleidern das notwendige Stopfmaterial zusammenzu- bringen. Daher muß man mit dem Näh- und Stopfgarn recht haushälterisch umgehen. Restliche Faden, die nach dem Nähen noch in der Nadel waren^warf man früher einfach fort. Heute gibt man sich Muhe, den Faden gerade so lang abzuschneiden wie man ihn voraussichtlich brauchen wird. Bleibt trotzdem ein Rest, so wird er auf die Spule gewickelt und aufgehoben und reicht manchmal noch aus um irgendeinen kleinen Riß damit zu man sehr viel vorsichtiger mit den Heftfaden. Sie sind meist recht lang, und wenn man sie nicht mehr braucht, so zieht man sie sehr vorsichtig an einem Ende heraus, damit sie in ihrer ganzen Lange unbeschädigt erhalten bleiben. Man wickelt sie auf und kann sie immer wieder benutzen. In Ermangelung^ Erziehung zur Sauberkeit. Wer öfters auf den Bänken der Kinderspielplätze ein wenig ausruht, lernt dabei all die Leiden und Freuden junger Mütter bei der Erziehung ihrer Kleinen kennen. Und wenn man als Mutter dann elbft täglich sein Kind ausfährt oder es zum Spielplatz bringt, dann trifft man sich täglich mit anderen Müttern und kann mit ihnen die Erfahrungen austauschen. So wird hier im Gespräch mancher Kummer behoben und manches wichtige Erziehungsproblem aufgerollt. Eine der immer wiederkehrenden Fragen ist jener mütterliche Klageruf: „Mein Kind ist immer noch nicht sauber!" Das Kleine zur Sauberkeit zu erziehen, ist tatsächlich eine schwierige Aufgabe. Ihr gehört darum eine so besondere Wichtigkeit, weil ie die erste große Erziehungsprobe für Mutter und Kind bedeutet. Wann beginnt man nun damit, das Kind an Sauberkeit zu gewöhnen? Und wie ängt es die Mutter an, möglichst bald einen wirklichen und dauernden Erfolg zu erzielen? Keine Mutter sollte sich von den berühmten Spielplatz-Wundermären beeinflussen lassen, die zu erzählen wissen, daß „mein Junge" schon mit acht Monaten sauber war. Natürlich gibt es Kinderpflegerinnen, die sich selbstverständlich der Kindererziehung viel intensiver widmen können, als die vielbeschäftigte Mutter, die das Kind schon in den ersten Lebensmonaten zur Sauberkeit erzogen hat. Nun hat sich aber herausgestellt, daß Sauberkeit in diesem frühen Lebensalter von dem Kleinen nicht begriffen wird, d. h. begriffen werden kann und daß daher auch die an erzöge ne Sauberkeit nicht von Dauer ist und sich bereits nach kurzer Zeit wieder verliert. Und dann muß man wieder ganz von vorn anfangen. Aus dieser Erfahrung heraus erweist es sich als zweckmäßig, bei der normalen Entwicklung eines Kindes mit der Erziehung etwa im achten Monat zu beginnen. Von diesem Augenblick an ist es dann allerdings Pflicht der Mutter, die begonnene Erziehung mit aller Konsequenz durchzuführen, bis sich der Erfolg zeigt. Das erfordert von der Mutter nicht nur ein dauerndes Sich-auf- das-Kind-einstellen und ein Zurückstellen aller eigenen Wünsche, sondern auch Pünktlichkeit, Gewissenhaftigkeit und vor allem unendliche Geduld. Die großen Gefahrenmomente sind die ersten Minuten, nachdem das Kind geschlafen hat. So muß also die Mutter alle Arbeit zurückstellen und sich mit ihren Gedanken darauf einstellen, diese Augenblicke abzupassen. Man beginnt nun die Erziehung damit, das Kind nach dem Schlaf sofort vorsichtig hochzunehmen und es mit einem sicheren und bestimmten Griff auf das Töpfchen zu setzen. Ist die Aktion von Erfolg gekrönt, was natürlich niemals gleich das erste Mal und selten schon in den ersten Tagen erreicht wird, muß man natürlich das Kleine loben. Ist sie dagegen erfolglos, muß die Mutter mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, sich dem Kind verständlich zu machen, was es nun tun soll. Sie darf bei all diesen Versuchen nicht vergessen, daß das Kind ja immer noch nicht begriffen hat, was es soll. Und nun heißt es mit großer Geduld immer wieder zureden, immer wieder von neuem probieren, sich verständlich machen, bis endlich einmal der Erfolg da ist. Meist ist das natürlich ein bloßer Zufall. Diesen gilt es aber gut auszunutzen, indem man seiner Freude deutlich Ausdruck verleiht. Bei vergeblichen Versuchen ist es ganz falsch, das Kleins etwa stundenlang auf dem Töpfchen sitzen zu lassen. ’ Das Kind wird dadurch nur veranlaßt, zu spielen und herumzurutschen. Gegen das Letztere gibt es übrigens Ttn ausgezeichnetes Mittel, indem man , das Kind mit einer alten Windel an einem Schrankpfosten anbindet. Diese Freiheitsberaubung wird natürlich mit Empörung ausgenommen werden, führt aber meist zu einem raschen Erfolg. Sehr gefährlich ist es, die einmal gewonnenen Erfolge durch Unpünktlichkeit der Mutter aufs Spiel zu setzen, weil damit alles wieder verloren ist. Das Kind reagiert mit fast minütlicher Pünktlichkeit. Die Mutter aber hat vielleicht gerade zu nähen oder einzuholen, und schon ist das Kind in die alte Gewohnheit wieder verfallen, und ein neuer Versuch, es zur Sauberkeit zu erziehen, wird nun viel schwieriger sein, als das erstemal. Nun wird natürlich jede Mutter fragen: wann muß mein Kind sauber sein? Allgemein Gültiges läßt sich darüber natürlich nicht sagen. Kleine Mädchen werden erfahrungsgemäß schneller sauber, als die Jungens. Bei dem ersten Kind dauert es in der Regel länger, als bei den nachgeborenen Kindern, bei denen die Mutter bereits mehr Erfahrung besitzt. Allgemein aber läßt sich feststellen, daß ein Kind, wenn man im 8. Lebensmonat mit der Erziehung begonnen hat, mit 1%, spätestens mit 2 Jahren, endgültig sauber sein muß. Kleine Rückfälle werden sich natürlich immer einmal wieder einstellen, besonders bei Erkrankungen. So wäre es ganz falsch, ein Kind dafür hart zu strafen. Es muß lediglich wissen, daß „ein Unglück" passiert ist. Seltsamerweise ist noch immer ein großer Teil der Mütter lieber dazu bereit, endlos Windeln zu waschen, als das „arme" Kind frühzeitig zur Sauberkeit zu erziehen. Sie meinen außerdem, ,^)aß das später dann ganz von alleine kommt". Das ist aber nun leiber nicht der Fall. Im Gegenteil, je später man mit der Erziehung beginnt, und je nachlässiger die Erziehung durch geführt wird, desto später und unter mehr Schwierigkeiten wird die Mutter mit dem Erfolg rechnen können. Außerdem sollte sich die junge Mutter klar machen, daß die aufgewendete Mühe wohl belohnt wird, denn erst das sauber erzogene Kind kann endgültig als gesund und gepflegt bezeichnet werden._______LP. Nezepte. Apfelpeter: 500 g Vollkornbrot in Scheiben, 1 kg Aepfel oder % kg Aepfel und die entsprechende Menge Preiseibeerkompott, % Liter entrahmte Frischmilch, 30 g Fett, 80 g Zucker Die gerösteten Brotscheiben werden mit der Milch betreu* feit und abwechselnd mit dem Apfelkompott (das mit wenig Wasser gekocht ist) in eine ausgefettete Auilaufform geschichtet. Hat man Preiselbeeren vorrätig, so gibt man abwechselnd Apfel- und Preiselbeerkompott hinzu. Obenauf müssen Brotscheiben sein. Zum Schluß gibt man den Apfelsaft darüber, legt obenauf Fettflöckchen und überbackt 45 Minuten Der gleiche Auflauf kann auch mit Birnen ober anderem Obst hergestellt werben. Kohlrollen mit Brotfülle: 1. Kohlkopf, etwa 1 kg schwer, 200 g Brot, etwa % Liter Gemüsebrühe ober entrahmte Frischmilch, Zwiebeln ober Lauch, Salz, Schnittlauch, Petersilie oder andere Kräuter nach Geschmack, 50 g Speck oder Fett, Gemüsebrühe zum Auffüllen. Don bem Kohlkops löst man vorsichtig alle größeren Blatter (es macht sich besser, wenn man bie Rippen etwas emschnei- bet), bann gibt man sie mit wenig Wasser aufs Feuer so daß sie etwas zusammenfallen und sich besser wickeln lassen, sie dürfen ober nicht zu weich sein. Das Brot schneidet man in.Würfel, uberbruht es mit ber kochenden Flüssigkeit, die es ganz aufsaugen muß, bann verrührt man bie Masse nut den Gewürzen. Man kann auch fein gehackte Gemüse, B. das Innere des Kohlkopfes und Tomatenmark, hinzugeben. Auf ein großes ?ohlblatt gibt man jeweils einige kleine Blätter, gibt löffelweise die Fülle darüber und rollt zusammen. In einer „Keine Sorge um die Apotheke.^ Es ist sicher für jede Frau, als Verwalterin der Hausapotheke, von Interesse, wie es mit der Heil- Tnittelversorgung während des Krieges steht. Es ist richtig, daß eine ganze Reihe der Rohstoffe, aus Denen die fertigen Arzneimittel hergestellt werden, ausländischen Ursprungs war. Aber es ist nicht nur gelungen, ausländische Rohstoffe durch neu erschlossene, einheimische Rohstoffe, die eine gleichartige, ja oft noch bessere Wirkung als die ausländischen Drogen haben, zu ersetzen, sondern es ist darüber hinaus in vielen Fällen sogar möglich, die wirksamen Bestandteile ausländischer Drogen aus chemischem Wege synthetisch zu erzeugen. Dadurch ift die Selbstversorgung mit solchen Mitteln erreicht. Da ist z. B. das Jod, das fast ausschließlich aus Chile eingeführt wird. Wohl jede Hausfrau hat ein Fläschchen Jodtinktur in ihrem Arzneischrank. Denn wenn Jodtinktur — wie oft scherzhaft behauptet wird — auch kein Allheilmittel ist, so sind ihre entzündungshemmenden Eigenschaften doch gar oft eine große Hilfe bei kleineren Verletzungen. Gerade für Jodtinktur steht uns heute ein Austauschstoff zur Verfügung, die S e p s o - Ti n k t ur. Sie ist sogar für den Hausgebrauch noch geeigneter als Jodtinktur, da sie unterschiedslos von allen Menschen ohne Vergiftungserscheinungen vertragen wird. Sie hat weiter die angenehme Eigenschaft, keine flecken in der Wäsche zu hinterlassen. Es gibt auch noch andere Präparate mit entzündungshemmenden Eigenschaften, die gut erprobt sind. Der Schrecken der Flegeljohre. Die Flegeljahre gehören in die Entwicklung des Heranwachsenden Menschen wie das Salz zur Zupve. Ob Bub oder Mädel, alle werden von dieser Zeit betroffen! Da gibt es nun Mütter, die sich hres Kindes in den Flegeljahren schämen, weil sie meinen, die augenblickliche Flegelhaftigkeit werfe ein schlechtes Licht auf ihre pädagogischen Talente. Das ist aber nicht richtig! Die Mutter kann em Genie auf dem Gebiete der Kindererziehung sein, imb trotzdem wird ihr Sprößling eines Tages irgendeine Flegelei begehen, die ihr das Blut m Den Kopf treibt. Geschieht das in Gegenwart Erwachsener, die ebenfalls mit solchen Flegeln gesegnet waren oder sind, dann haben diese ein verstehendes Lächeln und denken gar nicht daran, aus das pädagogische Talent der Betreffenden einen Stein zu werfen. Und geschieht es in Gegenwart von Menschen, die von Kindern nichts verstehen, Dann kann ihr das auch gleich sein, denn diese verstehen nicht nur nicht die Flegeljahre, sondern eben überhaupt nicht die Seele des Heranwachsenden pingen Menschenkindes! Vor allem aber muß man sich einmal klar darüber werden, daß die oft haarsträubenden Ausbrüche dieser Zeit ja gar nicht bösartig gemeint find oon dem betreffenden „Flegel". Dieser Zustand liegt im sich Entwickelnden drin und kommt ans Tageslicht, wie meinetwegen eines Tages der Stimmwechsel. In den jungen Wesen schäumt und sprudelt es, wächst und bricht eines Tages in Gestalt irgendeiner Lausbubenbehauptung oder eines ebensolchen Benehmens aus. Nur strotzende, blühende junge Kraft ist es, die da auf eine so merkwürdige Art Der LandaerichtsbM Gießen im Jahre 1940 krMuMreuöe Für Frauen: 995V Fl. Ar in Ihrer Drogerie« 8. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) l hast ein fabel« Film oder Thea» Achtung l KdF.- Sport. Sportamt Wetterau, Schanzenstrahe 18. Husten ? Dann Donnerstags, 20.30 bis 2130 Uhr, Schtllerstratze. Für Männer und Frauen: Hallensport (insbesondere Hallenspiele) seht Mittwochs, 2030 bis 2130 Uhr, Goetheschule. Nicht wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr. Kinder-Gymnastikkurs ist an einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sportamt. Neu! Für Frauen und Männer: Schwimmen von 2030 bis 2130 Uhr und 2130 bis 2230 Uhr. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 14. März. Auf dem heutigen Wochen» markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Wirsing, gelb, Vi kg 15, grün 15, Weißkraut 11 bis 13, Rotkraut 15, gelbe Rüben 12, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 40, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 60, Aepfel 10 bis 35, Birnen 25, Enter? Gesteh es, alter Sünder! ,/Film und Theater", antwortete Parker müde. ,,Tatata!" machte Herr Simpson und schickte ein Küßchen durch den Fernsprecher. „Also hol es Mr im Laufe des Abends ab! Der Butler wird es Mr aushändigen." Aufruf. An alle Vetriebsführer in Gießen! Am kommenden Montag, 18. März, vormittags 8 Uhr, spricht in einer Reichssendung der Vorsitzende des Minislerrats für die Reichsverteidigung, Generalfeldmarschall Hermann Göring, zur deutschen schaffenden Jugend. Für Gießen ist Gemeinschafts-Empfang im Lichtspielhaus, Bahnhof st raße, an- gesetzt. Sämtliche Vetriebsführer wollen ihre Jugendlichen veranlassen, daß diese restlos zu dem ange- setzten Appell in HI.- bzw. in VDM.-Uniform (soweit vorhanden) eilcheinen. Jugendliche in kleineren Betrieben, welche infolge ihrer geringen Zahl nicht geschlossen antreten können, müssen bis 7.45 Uhr die Plätze eingenommen haben. Die Gesamtdauer des Appells wird 30 Minuten betragen. Heil Hiller! Die Deutsche Arbeitsfront, kreiswaltung Detterau. eolütnc Walte iteRenatt Roman Don^orltBlernaw. dieses Hauses ... „Ich wollte dich um einen länge- i werde ich dir vou Mister Bones eine Empfehlung ren Urlaub bitten!" sagte Parker fast überlaut. r ' " Der alte Herr beugte sich rasch etwas vor; seine grauen, dichten Augenbrauen schnellten empor, und auf seiner Stirn erschienen gleichzeitig drei oder vier tiefgekerbte Falten. Es war, als berühre chn der Wunsch des Neffen in diesem Augenblick besonders überraschend. „Und noch etwas, Sid! Aber merk es dir, bitte! Laute mich tm Verlauf der nächsten drei Wochen nicht an!" * "Ach werde mir einen Zettel neben den Apparat legen .Und laß dich wieder sehen, mein Sohn, wenn die Flitterwochen vorüber sind! He?" „Manchmal beneide ich dich um deinen Schwach, sinn, Did", sagte Parker mit einem kleinen Senf- zer. „Es müßte wundervoll sein, nur mal vierzehn Tage lang so blöd zu sein wie du ... Auf Wieder- schaun!" * Dr. med. dent. Menzel, dem die laugen Spazier gange in seinem Svrechzimmer doch nicht die Be- wegung in freier Luft ersetzten, hatte es sich zur/ Angewohnheit gemacht, niemals in einem Lokal zu Mittag zu essen, das nicht mindestens eine halbe Stunde von seinem Hause entfernt lag. Er bevor- Mte die kleinen Kneipen am Stadttand, die für Gewaltmärsche hervorragende Uebungsziele waren. Um sich für heute für seine Verabredung um zwei Uhr nicht zu verspäten, war er in eine näher gelegene Speisewirtschaft eingekehrt und, da er weder den Schmorbraten noch den Schoppen Wein ganz nach seinem Geschmack angetroffen hatte, etwas früher aufgebrochen, so daß er zu einem kleinen „Wann wolltest du übrigens deinen Urlaub antreten?" Watson zog das Aktenstück, bei dessen Bearbeitung er unterbrochen worden war, wieder an sich heran. „So bald wie möglich." „Sind noch wichtige Arbeiten zu erledigen?" ,^d) wüßte nicht ..." „Die Naumannsche Erbschaftssache?" „Der Brief nach Deutschland wurde vor vier oder fünf Tagen abgeschickt. Er wird inzwischen schon seinen Weg durch die zuständigen Stellen angetreten haben. Die Behörden lassen sich Zeit ..." Der alte Herr nahm die Brille ab; er behauchte die Gläser und rieb sie mit einem kleinen Lederläppchen, das er stets in der Brusttasche trug, vorsichtig ab. Sein Blick suchte blind Parkers Gesicht. „Dann kannst du also meinetwegen schon heute abend Schluß machen und morgen deine Reise antreten." „Danke schön!" Parker griff nach der grünen Mappe und wandte sich zum Gehen. „Noch eine Frage, Allan ..." „Bitte?" Der alte Herr putzte noch immer Me Gläser; er hielt die Brille gegen das Licht. „Du wirst Ausgaben haben, um gut auftreten zu können ... Brauchst du Geld?" Parker schoß das Blut ins Gesicht. Der arglose Anstand Watsons traf ihn wie eine Ohrfeige, und er schwankte leicht vornüber, als hätte dieser Schlag ihn nicht moralisch, sondern körperlich getroffen. Für einen Augenblick verlockt, das Angebot anzunehmen, schüttelte er im nächsten mit einer gewissen Kraftverschwendung den Kopf. „Danke — es ist nicht nötig!" stieß er fast heftig hervor. ,Lch habe mir einiges zurückgelegt!" ... Einige Minuten später wählte er in seinem Büro Sid Simpsons Nummer. Eine träge Stimme meldete sich mit einem verschlafenen ,^Hallo?". ^Hallo, Sid — hier spricht Parker! Sag mal,! i werde ich Mr v schreiben lassen." „Sehr liebenswürdig! Aber ich glaube nicht, daß du dich dieser Mühe zu unterziehen brauchst." „Und auf alle Fälle werde ich dir deine Stelle bei uns vier Wochen lang offenhalten." Parker schluckte eine Verlegenheit herunter; er murmelte einen undeutlichen Dank. Es erfüllte ihn mit Genugtuung, daß Onkel Jeremias anscheinend noch immer mit Verdauungsbeschwerden zu tun hatte, denn auf dem Schreibtisch stand neben dem Frühstück — zwei Aepfeln und einem Glas Milch — eine halbvolle Pappdose mit doppeltkohlensaurem Natron. Jeremias Watson war mit seinen zweiundsechzig Jahren der ältere der Brüder. Onkel Nathanael, der nur sechzig Lenze zählte, wurde von chm wie ein Lieblingssohn behandelt. In der Kanzlei hatte man sich's längst ab gewöhnt, zu lachen, wenn Mr. Jeremias von seinem Bruder dauernd als vom „Jungen Herrn" sprach. Nieste Nathanael, dann unterzog Jeremias die Unterkleidung seines Bruders einer strengen Untersuchung und ordnete Wolle an, wenn er Leinen vorfand. Es war eine liebenswürdige Tyrannei, der sich der jüngere der beiden Alten geduldig unterwarf, ohne jemals auf- zub eg ehren. Watson schloß die Briefmapve geräuschlos zu. Allan Parker zuckte leicht zusammen, als die Stimme seines Onkels ihn aus feinen Gedanken zurückrief. ,Zch wollte dir schon vor einiger Zeit sagen", be- merkte der alte Herr mit seiner leisen, aber deutlichen Stimme, während seine dünnen Finger über den grünen Mappendeckel strichen, „daß du dich hier gut eingearbeitet hast und deinen Posten sehr gewandt ausfüllst. Auch Mister Bones spricht sehr freundlich von dir ..." Er schloß in halber Tonhöhe mit einer kleinen Handbewegung, die wie eine angedeutete Ehrenbezeigung aussah. Ekelhafte Schulmeisterei! dachte Parker grimmig. Diesen Ton muß man sich als erwachsener Mensch gefallen lassen! Er nahm die gute Note mit einer stummen und äußerst knappen Verbeugung in Empfang. • „Du wolltest mit mir sprechen, Allan ... Bitte: Um was handelt es sich?" Parker sah über den vollen, weißen Scheitel seines Onkels hinweg starr auf einen Stahlstich, der Nelsons Tod bei Trafalgar darstellte. Klar, hart und dünn. Und so klar, hart und dünn wie die Linien des Bildes war sein Onkel samt der Lust Parker hüstelte ... Er feuchtete sich die Livven an; in seinem Gesicht war etwas von dem Ausdruck eines Mannes, der mit dem Stiefelabsatz die Festigkeit einer dünnen Eisdecke ausprobt. „Natürlich sehr freundlich, eure Anerkennung", murmelte er, „aber ich müßte lügen, wenn ich behaupten wollte, daß meine Stellung in eurem Hause mich befriedige ..." Er machte eine kleine Pause und hatte das Gefühl, nicht gerade den glücklichsten Anfang gewählt zu haben. „Du hast etwas von einem längeren Urlaub gesagt, wenn ich dich recht verstanden habe?" siel sein Onkel mit einiger Schärfe ein. „Dars ich mich erkundigen, ob du erholungsbedürftig bist? Um Weihnachten warst du für einen halben Monat in Wales. Falls du keine besonderen Gründe für deinen neuerlichen Urlaubswunsch anführen könntest, müßte ich dich bitten, ihn zurückzunehmen. Ich möchte bei Mister Bones und unseren Angestellten nicht das Gefühl aufkommen lassen, daß du hier eine Art von Protektionsstellung einnähmest ..." ,Lch muß auf meinem Wunsch leider bestehen bleiben", erwiderte Parker kühl und hell. „Ich bin von einem meiner Freunde, Sid Simpson — ich glaube, dir dürfte der Name der Familie bekannt sein? — auf eine seiner Besitzungen nach Schottland eingeladen worden. Zum Golfspielen und zum Fischen." „So?" sagte Watson nur. "Ganz recht!" nickte Parker und erhob sich aus dem tiefen Sessel, um auf der höheren Armlehne Platz zu nehmen. „Das ist die eine Seite der Angelegenheit. Die andere ist die, daß Sid Simpson mich einem Freund seiner Familie vorstellen will, der sich seit längerem nach einem Privatsekretär umsieht. Der Mann ist Industriekapitän — eine ziemlich große Nummer; und ganz abgesehen von der finanziellen Seite der Geschichte böte sich mir da eine Möglichkeit, auf ein Sprungbrett zu kommen." Der alte Herr nickte sparsam. „Ich verstehe und wünsche Mr besten Erfolg. Wenn du es verlangst, „Moment mal! Will nur rasch nachschauen — hab' die verdammten Verabredungen nicht hn Kopf." Kleine Pause ... Und dann: „Tut mir leid, lieber Junge! Muß irgendeinen idiotischen Tee mit- machen. Hast du was Besonderes, wie?" Parker zögerte einen Augenblick. „Nein — das alte Leiden ..." brummte er schließlich, „aber dieses Mal besonders schmerzlich." „Wieviel brauchst du also?" Parker schloß die Augen, als spränge er in einen Abgrund hinein. „Zweihundert ...!" „Donnerwetter!" bemerkte der junge Mann am anderen Ende des Drahtes. „Du hast ein fabel- Haftes Glück bei den Damen ... F" Tageskalender für Donnerstag. Populärwissenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr, Professor Vogelsang über „Die Wirkung der großen Kriege auf die deutsche Frömmigkeit". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Weißer Flieder". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die rote Mühle". — Handels- und Gewerbebank e.G.m.b.H.: 20.30 Uhr im Restaurant „Hindenburg" 81. ordentliche Generalversammlung. „Englands Spiel mit den Völkern." Der Goethe-Bund und der Kaufmännische Verein Gießen werden in Arbeitsgemeinschaft mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Dienstag, 19. März, mit einer weiteren Vortragsveranstaltung aufwarten. Dr. Leonhard Blaß wird unter dem Thema: „Der letzte Sprung des alten Löwen" in Dichtungen, Briefen und Dokumenten Englands Spiel mit den Völkern aufzeichnen. Moten, das Stück 15 bis 25, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 20 Rpf. Annahme-Untersuchung für Waffen-^ und Schutzpolizei. Am kommenden Sonntag findet in Gießen bei der 83. ff-Standarte, Gartenstraße 1, eine Annahme- Untersuchung statt. Angenommen werden Freiwillige für die ff-Verfügungstruppe (einschließlich Leibstandarte ff „Adolf Hitler"), für die ff-Totenkopf- standarten und für die Schutzpolizei. Bereits 8000 Essenmarken verkauft. Für das Eintopfessen des kommenden Sonntags, das aus Anlaß des Tages der Wehrmacht aus Feldküchen gefaßt werden kann, liegen bisher schon 8000 „Voranmeldungen" vor. Dank des Einsatzes der Helfer der NSV. sind bereits 8000 Essenmarken innerhalb unserer Stadt verkauft worden. Der Verkauf wird fortgesetzt. Selbstverständlich können auch an den Feldküchen selbst noch Essenmarken erstanden werden und dann gleich das Essen gefaßt werden. Platzkonzerte. In Verbindung mit der Sttaßensammlung zum „Tag der Wehrmacht" finden am Sonntag auch zwei Platzkonzerte statt. In der Zeit von 11 bis 12 Uhr konzertiert ein Musikkorps in der Anlage am Stadttheater. Wenn das Wetter günstig ist, werden dabei Bänke aufgestellt, die etwa hundert der älteren Zuhörer Platz bieten werden. Anschließend wird auch in der Zeit von 12 bis 13 Uhr ein Platzkonzert auf Oswaldsgarten stattfinden. Kleinkinder- und Säuglingswäsche wird gesammelt. NSG. Täglich schenken ungezählte Mütter dem Volke durch ihre Kinder neues Leben. Es besteht also laufend ein großer Bedarf an Wäschestücken für Säuglinge und Kleinkinder. Selbstverständlich ist es, daß mit diesen Waren ebenso sparsam umgegangen werden muß, wie mit den Bekleidungsstücken für Erwachsene. Was wir also zur Einsparung tun können, müssen wir auf alle Fälle versuchen. Bis zum 31. März 1940 wird deshalb eine Kleinkinder- und Säuglingswäschesammlung durch Drog. WinterhoH, Kreuzplatz 9. Drog. Plerenkemper, Seltersweg 69. Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17. Drog, Elges, Seltersw. 66. Drog. Seibel, Frankf. Str. 89 mein Lieber. Trifft man dich heute abend zwischen sechs und sieben an?" **BeförderungzumOber-Luftschutz. führ er. Der Adjutant der Bezirksgruppe Oberhessen des Reichsluftschutzbundes Luftschutz-Führer Alfred P a b st wurde mit Wirkung vom 1. 3.1940 zum Ober-Luftschutz-Führer befördert. Der Landesgruppenführer Generalleutnant z. V. Müller-Michels sprach ihm seine herzlichsten Glückwünsche aus. **DieWaschfibelkommt! In Kriegszeiten ist das Waschen im Haushalt besonderer Aufmerksamkeit wert, da erstens die Stoffe bei sorgfältiger Behandlung länge halten, und zweitens entsprechende Ersparnis an Seife bei sachgemäßer Behandlung der Wäsche erzielt werden kann. Die deutsche chemische Industrie hat eine Reihe bester Verfahren entwickelt, welche die beiden Punkte, nämlich Schonung der Wäsche und Ersparung von Seife, in besonderer Weise gewährleisten. Demnächst wird eine Waschfibel mit Waschvorschriften für die Haushalte herauskommen, aus der die Hausfrauen alles Wichtige entnehmen können. die NS.-Volkswohlfahrt in Verbindung mit der NS.-Frauenfchaft durchgeführt, und es ergeht an alle Hausfrauen die Bitte, derartige Wäschestücke, soweit sie in der eigenen Familie nicht gebraucht werden, den Sammlern der NSV. auszuhändigen. An jede Hausfrau ergeht deshalb nochmals die eindringliche Bitte, Schubladen und Scyränke gründlich nach Entbehrlichem durchzusehen, um Geeignetes unseren jungen Müttern zur Verfügung zu stellen. Tagung der hessischen Kreisfeuerwehrführer. Die hessischen Kreisfeuerwehrführer waren dieser Taae in Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz des Abschnittsinfpekteurs Eugen Müller (Mainz) zu einer Dienstversammlung zusammengekommen, um Einzelheiten der Neuordnung des Feuerlöschwesens zu besprechen. Die Neugliederung der Wehren muß bis zum 1. April beendet sein. Die neuen Dienstgrade sind von der Aufsichtsbehörde festzufetzen. Feuerwehrmänner sind von der vormilitärischen Ausbildung durch die SA. befreit. Der Schulbetrieb der Landesfeuerwehrfachschule in Mainz soll nach Möglichkeit in Bälde wieder ausgenommen werden. Wehrführer Schneidmüller (Darmstadt) behandelte Fragen der Praxis des Feuerlöschwesens unter besonderer Berücksichtigung der Schonung des Schlauchmaterials. In Mainz, Darmstadt und Offenbach bestehen bereits Schlau chm achereien, in denen alte und beschädigte Schläuche ausgebessert werden. Aehnliche Schlauchmachereien sollen auch kreisweise eingefuhrt werden. Aus -er Stadt Gießen. Geheimrat Gustav Krüger t- Nach langem Leiden starb gestern im 78. Lebensjahr der Professor der Theologie D. Dr. phil. und Dr. jur. h. c. Gustav Krüger. Mit ihm ist eine bedeutende Persönlichkeit aus dem Kreis der Lebenden geschieden. Mit ihm verliert die Wissenschaft und das ganze Land Hessen einen Mann, der einem großen Kreis angehörte, der vielen Menschen etwas bedeutete und dessen Persönlichkeit mit der Geschichte unserer Universität untrennbar verbunden bleiben wird. Geheimrat Krüger wurde im Juni 1862 in Bremen geboren. Er besuchte dort das Humanistische Gymnasium, er studierte in Heidelberg, in Jena, tn Gießen und in Göttingen, promovierte in Jena zum Doktor der Philosophie und wurde zwei Jahre später in Gießen Lizentiat der Theologie. Dann diente er in einem badischen Grenadier-Regiment als Einjährig--Freiwilliger und schied als Offizier der Reserve aus dem Heeresdienst aus. Vom Jahre 1886 ab wirkte er dann zunächst als Privatdozent, dann als außerordentlicher und schließlich als ordentlicher Professor der Theologie (Kirchengeschichte) an unserer Landesuniversität. Gießen wurde seine zweite Heimat. Er gehörte unserer Landesuniversität ein Menschenalter an. Er war der Mittelpunkt eines vielgestaltigen Bezirks lebensvollster Beziehungen. Manchen ehrenvollen Ruf schlug er aus. Die Geschichte unserer Universität des vergangenen halben Jahrhunderts war ein Teil feiner eigenen Lebensgeschichte. Wichtige Entscheidungen an unserer Universität sind unter seiner Mitwirkung getroffen worden. Er war Rektor und achtmal Dekan der Theologischen Fakultät. In ihm say die Universität einen ihrer führenden Männer, einen ihrer Repräsentanten. Ihm war eine geniale Art der Menschenbehandlung zu eigen. Als Univer- sitätslehrer hatte er eine starke eigene Note. Er besaß die Gabe einer stilvollen Rede, er konnte plaudern, besaß Ueberzeugungs kraft und die Fähigkeit zu fesselnder Darstellung der Dinge seines Faches. Menschliche Güte war ihm in hohem Maße zu eigen. Auf die Geschicke der Hessischen Landeskirche hatte er insofern stärksten Einfluß genommen, als ein ganzes Geschlecht Theologen unter seiner geistigen Obhut heranwuchs und von ihm in der geistigen Haltung, einer Haltung lauterster Gesinnung, bestimmt wurde. Lange Jahre hindürch leitete er die Theologischen Konferenzen, die ganz unter dem Einfluß seiner bedeutenden Persönlichkeit standen. Als Forscher hatte Geheimrat Krüger zwei glückliche Lebensumstände zu verzeichnen. Er war dem Altmeister der Kirchengeschichte Karl von Hase (Jena) persönlich und verwandtschaftlich eng verbunden, schließlich aber hat er auch Gelegenheit gehabt, mit bedeutenden Männern (Harnack usw.) auf dem reichen Feld« der Dogmengeschichte forschend zu arbeiten und sich damit ein Denkmal zu setzen. Zahlreiche seiner wissenschaftlichen Arbeiten, die hier im einzelnen nicht ausgeführt werden können, wurden veröffentlicht. Manche Ehrung wurde dem Gelehrten zuteil. Aus Anlaß seines 70. Geburtstages wurde er zum Ehrendoktor der Juristischen Fakultät unserer Universität ernannt. Sein Bild finden wir im Senats- saal der Universität. Die Universität Jena erneuerte zu gegebener Zeit das Doktordiplom. Bald darauf feierte er das Jubiläum feiner 50jährigen Dozententätigkeit. Die Stadt Gießen zeichnete ihn bei feinem 75. Geburtstag mit der „Ehrenplakette der Stadt Gießen für besondere Verdienste" aus, da er sich in unserer Stadt insbesondere um die Pflege der Musik und des Konzerts verdient gemacht hatte. Er war Ehrenmitglied der Gießener Hochfchulgefell- schaft und der Historischen Kommission in Hessen. So reich das Wirken des vielverehrten Mannes nach außen war, so sand er immer doch auch Zeit und Muhe genug, seine Häuslichkeit mit einem verklärten Lebensstil zu erfüllen. Er ging auf in der deutschen Dichtung. Er liebte die Musik. Wer ihn als Mensch ganz kennenlernen wollte, mußte ihn in seiner Häuslichkeit aufsuchen. Nun ist er aus dem Leben geschieden. Viele, die jetzt die Todesnachricht erhalten, werden lebhaft und unmittelbar dieses Mannes gedenken, der seiner Umgebung so viel gu bedeuten wußte und der nickt vergessen werden wird, weil sein geistiges Erve in allen denen lebendig bleiben wird, die je unter den Ausstrahlungen seiner starken Persönlichkeit gestanden haben. Nach dem Kalender für Reich sjufttzbeamte für das Jahr 1940 zählt das Großdeutsche Reich 33 Oberlande sgerichtsbezirke gegenüber 29 im Vorjahre. Neu hinzugekommen sind durch Gebietszuwachs die Bezirke Danzig, Leitmeritz und Prag und durch Neubildung der Bezirk Linz in der Ostmark. Der größte Oberlandesgerichtsbezirk ist der Bezirk des Kammergerichts in Berlin mit 6 970 354, der kleinste der Bezirk Oldenburg mit 496*340 Ge- richtseingefessenen. Der das Land Hessen umfassende Ober« landesgerichtsbezirk Darmstadt zählt 1 429 028 Gerichtseingesessene in den Landgerichtsbezirken, nämlich Mainz mit 430 774, Darmstadt mit 655 654 und Gießen mit 342 620 Gerichtsei ngef essen en. Der Landgerichtsbezirk Gießen, der sich räumlich mit der Provinz Oberhessen deckt, hat 18 Amtsgerichte, die sämtlich zugleich An erb en gerichte sind, nämlich Gießen (mit 83 027 Gerichtseingesessenen), Alsfeld (20 975), Altenstadt (8066), Büdingen (14 585), Butzbach (19 914), Friedberg (39 990), Grünberg (17 576), Herbstein (11282), Homberg (10 744), Laubach (7700), Lauterbach (13 388), Bad- Nauheim (15 411), Nidda (21824), Ortenberg (13 941), Schlitz (6587), Schotten (9320), Ulrichstein (7989) und Vilbel (20 301), vier Arbeitsberichte, nämlich in Gießen (für die Amtsgerichtsbezirke Gießen, Grünberg und Laubach), in Friedberg (für die Amtsgerichtsbezirke Friedberg, Butzbach, Bad-Nauheim und Vilbel), in Lauterbach (für die Amtsgerichtsbezirke Lauterbach, Alsfeld, Herb- ftein, Homberg, Schlitz und Ulrichstein) und in Nidda (für die Amtsgerichtsbezirke Nidda, Altenstadt, Büdingen, Ortenberg und Schotten), vier Entschuldungsämter, und zwar in Gießen, Friedberg, Lauterbach und Mdda, zwei Schöffengerichte, nämlich in Gießen (für den Landgerichtsbezirk mit Ausnahme des Amtsgerichtsbezirks Lauterbach) unb in Lauterbach (für den Amtsgerichtsbezirk Lauterbach), eine Staatsanwaltschaft beim Landgericht Gießen und vier Amtsanwaltschaften, nämlich in Gießen, Alsfeld, Büdingen und Friedberg, sowie zwei Gerichtskassen in Gießen unib Bad-Nauheim mit je acht Gerichtszahlftellen. Das Amtsgericht Gießen ist zugleich Erbgesundheitsgericht für den Landgerichts!)ezirk. Gerichtstage des Amtsgerichts finden statt in Freiensteinau (Amtsgericht Herbstein), Gedern (Amtsgericht Ortenberg), Ulfa (Amtsgericht Schotten) und in Groß-Felda (Amtsgericht Ulrichstein. An richterlichen Beamten hat das Landgericht den Landgerichtspräsidenten, zwei Landgerichtsdirektoren und acht Landgerichtsräte. Die Zahl der Richter an den 20 Amtsgerichten beträgt 41 (im Vorjahre 36), und zwar ein Amtsgerichtsdirektor und acht (i. V. sieben) Amtsgerichtsräte in Gießen, ein Amtsgerichtsdirektor, vier (i. V. drei) Landgerichtsräte in Friedberg, drei (i. V. zwei) Amtsgerichtsräte in Nidda, je zwei Amtsgerichtsräte in Alsfeld, Büdingen, Butzbach, Grünberg, Lauterbach, Bad-Nauheim und Vilbel, je zwei Amtsgerichtsräte (i. V. einer) in Herbstein und Schotten und je einer in Altenstadt, Homberg, Laubach, Orten'berg, Schlitz und Ulrichstein. Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht ist besetzt mit dem Oberstaatsanwalt und fünf (i. V. vier) Staatsanwälten, die Amtsanwaltschaft in Alsfeld mit einem Amtsanwalt. Notare zählt der Landgerichtsbezirk fünf, und zwar je einer in Friedberg, Grünberg, Herbstein, Hungen und Nidda. Die Zahl der Rechtsanwälte beträgt 50 (i. V. 47), darunter zehn, die zugleich Notare sind. Gießen selbst hat 22 (i. 23. 20) Rechtsanwälte; von diesen sind drei zugleich Notare.