M.Z8 Erstes Blati Mittwoch, 14.8ebruarl9^0 190. Jahrgang dreister französischer Politiker beginn einer Weltenwende her- Oie Urbarmachung Albaniens. \* R T t Saal heutigen Ferkel bis Her, Ben mz-Koyp« 112.11.89: nnö sollte ral-Oval- arbeiten Zchmerzen eiben ver- en Fällen ro 2425 7492. wohl klingen und die aus gewissen Zweckäußerungen ebenso naiver wie f—1----- Mitteilung des Militäranzeigers sind die Jahresklassen 1919 und 1920 für Anfang März unter die Fahnen berufen worden. Im Palazzo Venezia hat unter dem Vorsitz des Duce am Dienstag die fünfte Sitzung des Obersten Verteidigungsausschusses stattgefunden. Sie dauerte zwei Stunden. Die Prüfung der auf der Tagesordnung stehenden Fragen wurde fortgesetzt. Rom, 13. Febr. (Europapreß.) Unter der Aufsicht des Staatssekretariats für die albanischen Angelegenheiten wurde eine Körperschaft des öffentlichen Rechts für die Erschließungsarbeiten Albaniens gegründet. Für die Urbarmachung der brachliegenden Gebiete wurde eine Zentralbehörde unter Leitung des Senators P r a m p o - l i n i geschaffen. Dieser fällt die Durchführung der bereits begonnenen und die Planung und Durchführung noch weiterer erforderlicher staatlicher Arbeiten zur Erschließung möglichst aller verwertbaren nur zu gerne den Vegi aushören möchten. Diesen Illusionisten kann ein e, Mima« !iehochwirk- jhrt. Keine igen-, Hers- einen Ber- In einschl. München 27.< Kraftentfaltung. Daß die militärische Vorbereitung richtig vor- wärtSschrerte, so führt das Blatt weiter aus, beweisen die vom Ministerrat bereitgestellten gewaltigen Geldmittel, die Direktiven des Duce für die Befestigung der Grenzen und der Luftabwehr, die Inspektion der Truppen und Befestigungen im Mutterland sowie in Uebersee, schließlich die gegenwärtige Tagung des Obersten Verteidigungsrates, die unter dem Vorsitz des Duce bereits viermal zusammentrat. Die militärische Vorbereitung findet ihre entsprechende Ergänzung in der wirtschaftlichen Borbereitung, die in der Autarkie eine mächtige Waffe besitzt, die sich vor allem im jetzigen Konflikt als einer der wichtigsten Faktoren für die kriegerische Leistungsfähigkeit der Nation erwiesen habe. Italien lebe in einer Periode lebhaftester Vorbereitung, wahrend deren sich das gesamte italienische Volk in einer steten Mobilisierung befinde. Deshalb sei es gut, daß das italienische Volk „ eine Aufmerksamkeit auf die Probleme feines Lan-1 dieser Zentralstelle überwacht betonte günsh» lnS des e9en jei gen be- "°ge der •^tonte lung sei. % fc > sich MlgNny Sten. Verspätete Liebe Don unserem p. K.-Berichierstaiter. Immer seltener polnische Freiwillige für Frankreich. ' Nöl btt >41* » Orts» egt wer. halb her sen wer- g erwar- ^'nstehen. -m Falle dement- ieglicher erte auf, 'n sicher- heblichen ilitiirische fördern, e gegen, nstellung dem 3u: mit dem deutsches r, schloß agen eine Serfamm- it und in uf seinem licht tun Gruß an r$cni^> Wachsam und bereit. Oie Großmacht Italien in einer steten Mobilisierung. von Ankara begonnene Paktsystem der West- Mächte eingereiht und es wäre dann den Westmächten viel leichter möglich, die südosteuropäischen Staaten zu unterstützen. In Wirklichkeit natürlich sollen die Südoststaaten, und also auch Ungarn, nur zum englisch-französischen Kampfe gegen Deutschland mißbraucht werden. Um aber Ungarn und die ungarische Oeffentlichkeit für die Zustimmung zu einem solchen Mißbrauch geneigter zu machen, werden jetzt solche liebessehnsüchtigen Töne angeschlagen, wird auf einmal Verständnis und Anteilnahme geheuchelt für Ungarn und dessen Revisionswünsche, die man noch vor kurzem als einen Verstoß gegen die geheiligte Versailler Ordnung in Europa zu brandmarken beliebte. Es ist recht lehrreich, dieses durchsichtige Spiel zu beobachten; denn es zeigt, zu welchen Kapriolen sich die Westmächte in der Rot der Verzweiflung, in der sie sich offensichtlich befinden, treiben lassen. Es ist aber auf der anderen Seite auch notwendig, auf die wahren Beweggründe dieser verspäteten Liebeserklärungen hinzuweisen, denn es gibt schließlich auch in Ungarn manche Ohren, natürlich jüdisch- liberalistische, denen diese Sirenenklänge nur zu .btsitzendes SS $sS läßt, ob116 Ks Sieges* M d %neite» Mitnahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grunfrpreife für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. auftraten, erzeugen mußten. Und nun, nur zwanzig Jahre später, ist es dasselbe Frankreich, das die Unverfrorenheit besitzt, sich als Wahrer und Hüter ungarischer Interessen aufzuspielen und um die Zuneigung jenes gleichen Ungarn zu werben, das man noch vor nicht langer Zeit mit Füßen getreten hat. Jetzt auf einmal besinnt man sich in Paris auf eine angeblich vorhandene geistige Verwandtschaft und Verbundenheit, die schon seit Jahrhunderten in geheimnisvoller Weise wirksam gewesen sei. So veröffentlichte der Pariser „Temps" aus der Feder seines Budapester Berichterstatters einen Aussatz, der sich mit den kulturellen Beziehungen zwischen Ungarn und Frankreich beschäftige. In diesem Auftatz konnte man die freilich eigenartig anmutende Behauptung lese«, es sei die geheimnisvolle geistige Verwandtschaft zwischen diesen beiden Völkern gewesen, die feinerjeit dazu führte, daß die ungarische Reformation nicht Martin Luther, sondern den Schweizer Calvin zu ihrem Führer wählte. Im Grunde genommen sei eben doch die ungarische Seele von westlicher Kultur durchdrungen. Dieser Tatsache werde auch dadurch Rechnung getragen, daß in letzter Zeit wertvolle französische Werke in die ungarische Sprache übersetzt würden. So und ähnlich ging es dann spaltenlang. Man kann nur staunen über die Plumpheit und Aufdringlichkeit dieser Anbiederungsversuche und Liebeserklärungen. Fast zur gleichen Zeit veröffentlicht der ehemalige französische Minister de Monzie in einer in Paris erscheinenden, natürlich von einem Juden geleiteten, ungarischen Zeitschrift — erst der Krieg hat zur Gründung dieser Zeitschrift geführt — einen Aufsatz, in dem er von der Ungerechtigkeit der ungarisch-rumänischen Grenze von „heute sehrewt. Ausgerechnet ein ehemaliger französischer Minister ist es also, der heute über ungerechte Grenzen m Mitteleuropa jammert! In diesen Reigen oerfpateter Liebeserklärungen gehört schließlich noch, daß die Pariser Presse mit auffallender Ueberemstunmung erklärt, durch die jüngste Konferenz in Ven^ng zwischen dem ungarischen und dem italienischen Außenminister seien auch die Revisionsbeltrebungen Ungarns für Paris in ein neues Licht geruckt worden. Ja, der Toulouser Rundfunksender brachte um dieselbe Zeit sogar eine Sendung in unaarischer Sprache, die sich mit den „gerechten Ansprüchen Ungarns" beschäftigte. t , sr Hat man wirklich endlich in Paris erkannt, daß die Pariser Vorort-Verträge ungerecht waren? Uno ist man wirklich endlich in Frankreich dahinter- qekommen, daß Vernunft und Mäßigung bessere Voraussetzungen für eine ruhige und fneblidje Wicklung in Europa sind, als Haß ""d brutal Unterdrückung? Run, die verneinende Antwort aus diese Frage gibt die französische Presse dieser Tage selber mit hinreichender Deutlichkeit. Diese An aber zeigt, daß diese plötzlich erwachte, reichlich verspätete Liebe Mariannes ZU Ungarn l hr en besonderen Zweck hat. Erklären doch fraTiZosiiche Blätter im Hinblick auf die politische Entwicklung m Südosteuropa, daß man größtes Interesse Westmächten habe für die Erw-'t-r^nff d°s Balkanbundes durch Hinzuziehung mcht nur Bulgariens, sondern auch Ungarns Wenn dann nach einer Erweiterung des Balkanbundes noch die gegenseitige tzilfeleistungsklausel eingesuhrt wuroe, dann wäre, so meint der jüdische Schreiberling Per- tinax, ganz Südosteuropa in das durch den Pari geretteten Mannschaften wurden in Guadeloupe gelandet. Der schwedische Dampfer „O r a n i a" (1900 Brgt.) ist in der Nordsee gesunken. Zehn Ueberlebende gingen in einem englischen Hafen an Land. Das norwegische Motorschiff „Snestad" (4114 Brgt.) ist auf der Reise von Norwegen nach Amerika nach einer Explosion gesunken. Oer Wehrmachtsbericht vom Dienstag Berlin, 13. Febr. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen außer geringer Artillerietätigkeit keine besonderen Ereignisse. Göring spricht zum deutschen Landvolk. V e r l i n, 13. Februar. (DRV.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring spricht am Donnerstag, dem 15. Februar, 18 Uhr, über alle deutschen Sender zum deutschen Landvolk. Reichs- bauernführer Reichsminister Darre hat den zuständigen Stellen des Reichsnährstandes Anweisung gegeben, daß alle Bauern, Landwirte, Landfrauen und Landarbeiter die Ansprache des Generalfeldmarschalls in Gemeinschafts-oder Gruppenempfang hören. EnglischeSpione in schwedischen Häfen Stockholm, 13. Febr. (Europapreß.) In Stockholm wurden drei Spione, die nach Meldungen der schwedischen Presse im Dienste des Secret Service gestanden haben sollen, verhaftet. Es handelt sich um einen in England geborenen Ted Lindh , um den Schiffsmakler I a n s s o n und um den Reklamefachmann Donald William P e a ch. Alle sind wegen Spionage in schwedischen Häfen ange- klagt. Ted Lindh wird in der Presse als Charmeur geschildert, der große Schulden hatte und sich in Stockholmer Tanzlokalen aufzuhalten pflegte, während Peach, wie „Allehanda" mitteilt, in schwedischenglischen Gesellschaftskreisen Stockholms eine Rolle, spielte. Die Spione interessierten sich besonders für d i e Erzverschickungen von Oxelösund und anderen schwedischen Hafenstädten. Der Direktor der schwedischen Tochtergesellschaft der bekannten englischen Seifenfabrik Sunlight tarnte sich als „Sport» sischer" und hat unter dieser harmlosen Maske zahlreiche Besuche in der Nähe des schwedischen Hafens Gävle gemacht. In B u e n o s A i r e s hat die Polizei diesmal dem üblen Subjekt I u e r g e s, der durch den Patagonienschwindel im Frühjahr 1939 sattsam bekannt wurde, und der jetzt eine neue Hetze gegen das Deutschtum in Argentinien zu inszenieren versuchte, schnell das Handwerk gelegt Der Bursche, der einen Totschläger bei sich trug, wurde zunächst für drei Wochen in das Gefängnis gesteckt. Bei einer Vernehmung gab Juerges feine Zusammenarbeit mit dem britischen Intelligence Service zu. iQusb5, N V\ der er sticht Budapest, im Februar 1940. Auch im politischen Leben gibt es so etwas wie Johannistrieb. Auch auf dem politischen Parkett geschieht es mitunter, daß ein Graukopf plötzlich wie em Jüngling zu flirten beginnt. Wie gesagt, so etwas kommt vor. Gerade jetzt wieder erlebt man dieses ergötzliche Schauspiel, wenn man gewisse französische und englische Blätter in ihren Betrachtungen über Ungarn verfolgt. Da zeigt sich nämlich, daß man im Lager der Westmächte auf einmal eine geradezu rührende Liebe und Zuneigung zu dem armen, durch den Trianon-Vertrag verstümmelten Ungarn gefaßt hat. Ja, um ein paar Jahrhunderte z u spät ... Wie wäre es beispielsweise gewesen, wenn Frankreich, das ja immer für Freiheit und Gerechtigkeit eingetreten sein will und das die Unterdrückung eines Volkes nicht ruhig mitansehen kann, etwa seinerzeit, als die Türken in Europa einfielen und ganz Südosteuropa verwüsteten und Ungarn besetzten und unterdrückten, Ungarn in seinem Kampf um Sein oder Nichtsein gegen Sultan Koliman unterstützt hätte? Wenn es sich auf seine abendländische Zivilisation und Kultur stützend, damals feine Aufgabe richtig erkannt und das Abendland gegen das Morgenland unterstützt hätte? Damals hätte man in einem historischen Augenblick die Grundlage schaffen können für eine jahrhundertelange Zusammenarbeit auf der Basis gleicher Interessen. Stattdessen aber war es damals Frankreich, das das Abendland verriet, während deutsche Soldaten Budapest von der Türkenherrschaft befreiten. Trotz dieses Verrats aber versuchte Ungarn fast zwei Jahrhunderte später noch einmal, dem Westen, wenigstens gefühlsmäßig, näherzukommen. Das war zur Zeit der Vereinigung Elsaß-Lothringens mit dem Reich nach dem deutsch- französischen Kriege. Damals wurde im Budapester Parlament Stimmen der Anteilnahme für Frankreich ob dieses Verlustes laut. Aber auch diese Geste hinderte die französischen Politiker keineswegs, zur Zeit der Pariser Vororte-Verträge auch Ungarn unerträgliche Friedensbedingungen zu diktieren; Friedensbedingungen, die im ungarischen Volke Verbitterung und unauslöschlichen Haß gegen jene jabi= stischen Kerkermeister, als die nun die Westmächte Rom, 14. Febr. (DNB. Funkspruch.) Mit Italiens Vorbereitung auf allen Gebieten, um für alle Fälle gerüftet zu fein, befaßt sich ein interessanter Aufsatz der Forze Arrnate. Einleitend betont das Organ der italienischen Wehrmacht, daß eine Großmacht, die wie Italien zum Unterschied von anderen neutralen Staaten keine passive Zuschauerin fei, fandern eine Hauptrolle in tetiger Anwesenheit und Wachsamkeit sowie im Bereitsein auf jedes E r - eignis spielen wolle, sich keine Ablenkungen erlauben und keine Zeit vertieren dürfe. Mehr denn je habe Italien die Pflicht, sich zu sammeln, um seine Kräfte zu überprüfen, seine Energien zu wecken, alle seine Quellen nutzbar zu machen und alle Kräfte auf ein höchstes Ziel zu konzentrieren, nämlich die stärkste wirtschaftliche und militärische scher Dampfer die Besatzung eines in der Nordsee abaestürzten englischen Flugzeuges geborgen. Die Mannschaft des dänischen Schafes sah auf der Rückreise über der Nordsee ein englisches Flugzeug ad- stürzen und beobachtete, wie sich die Besatzung mit einem Gummiboot von der Unglücksstelle entfernte. Deutscher Bomber versenkte britisches Vorposienboot. Amsterdam, 13. Febr. (DNB.) Zehn Be- satzungsinitglieder des britischen Dorpostenbootes „Theresa Boyle" (224 Brgt.), das von einem deutschen Bombenflugzeug 120 Meilen von der englischen Küste entfernt am Samstag versenkt wurde, sind — wie Reuter meldet — in einem nordöstlichen Hafen Englands in der letzten Nacht an Land gesetzt worden. Sie wurden am Montag in einem Boot von einem britischen Flugzeug gesichtet, das einen Minensucher alarmierte. Das norwegische Schift „Nid ar ho Im" (3482 Brgt.), das sich auf der Reise von Amerika nach Liverpool befand, wurde an der Südwestküste von Irland versenkt. Die gesamte Mannschaft wurde gerettet — Ein schwedischer Dampfer brachte am Montag die Besatzung des estnischen Schiffes „Lind a" (1213 Brgt.) in dem norwegischen Hafen Kopervik an Land. Die ,Linda" war 25 Mellen von der norwegischen Küste entfernt nach einer Explosion gesunken. Das Schift war von England nach Göteborg mit Kohlen unterwegs. Das norwegische Schift „Samuel Backe" hat 28 Besatzungsmitglieder des französischen Tankers „Picardie" ausgenommen, der bei den Azoren „gescheitert" sein soll. Die .Gebiete für die Landwirtschaft zu; auch die privaten Unternehmungen übertragenen Arbeiten werden von ! dieser Zentralstelle überwacht werden. Brüssel, 13. Februar. (Europapreß.) Eine Reihe von Anzeichen läßt darauf schließen, daß unter den in Belgien lebenden Polen, die zum größten Teil als Bergarbeiter in den Kohlenbergwerken tätig sind, keine große Begeisterung für die Meldung zum Dienst b^Mn Westmächten herrscht. Die in Lens in Nordfrankreich erscheinende polnische Zeitung „Narödowiec" stellt bedauernd fest, daß Freiwillige für die polnische Armee in Frankreich immer seltener werden. Außerdem herrscht vei vielen in Belgien lebenden Polen lebhafte Unzufriedenheit mit den Methoden der polnischen Emigrantenführer in Angers und ihrer Vertreter in Belgien. Man macht ihnen vor allem den Vorwurf, daß sie selbst zwar reichliche Gehälter beziehen, von den Bergarbeitern aber immer größere Opfer verlangen, und auch der polnischen Legion in Frankreich nicht angeboren. Auch die in Frankreich selbst lebenden Polen, besonders diejenigen, die der jetzt in der Bretagne in Ausbildung befindlichen Legion angehören, scheinen nicht besonders zufrieden zu sein So kann man der Zeitung „Narodowiec" entnehmen, daß die französischen Behörden bis jetzt keine Anstalten getroffen haben, den Angehörigen der im November zur Armee eingerückten Polen irgendwelche Unterstützungen auszuzahlen; Zahlreiche volnische Arbeiterfamilien befinden sich daher in einer schweren Notlage. Alle diese Dinge werden natürlich der Oeffentlichkeit in Frankreich sorgsam verschwiegen. Englisches Flugzeug über der Nordsee abgestürzt. Kopenhagen, 14. Febr. (Europapreß.) Nach einer Mitteilung des „Ekstr ab ladet" hat em däm- Rückblick auf die Geschichte der ungarisch-französischen Beziehungen im Laufe der Jahrhunderte empfohlen werden. Dann dürfte auch denen, die nicht bösen Willens sind, bewußt werden, wie unwürdig und beleidigend eigentlich diese Machenschaften der Propaganda der westlichen Demokratien für jeden selbstbewußten Ungarn sind! Neuordnung der ungarischen Heeresleitung. Budapest, 13. Febr. (Europapreß.) Ein dem ungarischen Abgeordnetenhaus von der Regierung vorgelegter Gesetzentwurf über die Reorganisierung der Obersten Leitung der Honved sieht vor, daß künftig dem Landesrat nicht mehr der Oberkommandierende der Honved, sondern der Chef des General st abes oder sein Stellvertreter angehören. Das Amt des Oberkommandierenden der Honved soll a u f g e h o b e n. werden. Präsident des Obersten Landesverteidigungsrates soll der Ministerpräsident sein. Mitglieder des Rates sind die Minister und der Chef des Generalstabes. Der rangälteste Honvedgeneral soll in Zukunft Mitglied des Oberhauses sein. Keine Frage -er Moral. Der englische Diplomat, der aus Peking am 2. Dezember 1939 einen Brief an die Familie BlackweU in Leeds geschrieben hat, ist sicherlich keine unbedeutende Figur. Er hat offenbar tief hinter die Kulissen seines Handwerks schauen dürfen und legt davon in jenem Schreiben mit aller Offenheit Zeugnis ab. Allerdings war dieser Brief nicht für deutsche Zeitungsleser bestimmt, sonst würde er anders lauten. Wir sind aber dem deutschen Prisenkommando dankbar, daß es bei der Beschlagnahme englischer Briefpost dieses Dokument zu unserer Kenntnis gebracht hat. Der englische Diplomat setzt sich mit überlegenem Lächeln über die politischen Weisheiten des eng* lischen Durchschnittsbürgers hinweg, er gesteht, daß er darin nichts anderes erblicken kann als die mageren Früchte der Londoner Propaganda. Dann führt er mit aller Schärfe aus, was der Sinn und Zweck dieses Krieges sei. Hier hört der Brief auf, ein Privatbrief zu sein, denn daraus spricht das Wissen eines Mannes von Fach und eines erklärten Anhängers der Kriegspartei. Der Engländer geht davon aus, daß der Status quo erhalten bleiben müßte eben deshalb, weil er die Herrschaft Englands in sich chließt. Warum und weshalb die englische Insel in die Lage gekommen ist, durch lange Jahrhunderte die Seeherrschaft zu gewinnen, Völker aller Erdteile einem Zepter zu unterwerfen, das tue nach seiner Meinung nichts zur Sache. Das ist einmal so und mag damit gottwohlgefällig fein. Ja, der englische Diplomat geht noch weiter und meint, es sei geradezu notwendig, daß ein Land vor allen anderen die Ordnung der Welt dirigiert, weil es sonst eine solche nicht geben könne. Das mag in den Ohren Frankreichs nicht freundlich klingen, wird aber auch andere Großmächte interessieren. Deutschland ist in den Augen des Diplomaten ein arger Störenfried, weil es sich nicht bedingungslos der englischen Vorherrschaft fügen will. Dieses Deutschland war vor 30 Jahren schon einmal gefährlich geworden, es wurde in Versailles zerstückelt und unterjocht, nun aber ist es in unvorstellbar kurzer Zeit wieder auf dem Plan, größer und mächtiger denn je. Dieses Deutschland hat die Idee, neben die englische Plutokratie das große Dolksreich aller Deutschen zu stellen — das ist in den Augen der englischen Herrscherklasse ein furchtbares Verbrechen. Deshalb bleibt nichts anderes übrig — so schreibt der Diplomat — als daß Deutschland zum Wohle der gesamten Menschheit „geopfert" wer- Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-vezugspreis: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: 5rankfnrt am Main 11688 des konzentriere, die die Probleme seines Lebens und feiner Zukunft darstellten. Ebenso müßte feine Aufmerksamtei t täglich auf die Probleme des Imperiums gelenkt werden, um immer mehr das Bewußtsein feiner imperialen Mission zu stärken, denn dieses Bewußtsein werde zusammen mit der Gewißheit der eigenen Stärke und des eigenen Wertes eines Tages Italien die äußersten Entscheidungen zitieren, die ihm den Weg seines Schicksals weisen. Italien beruft die Zahresklasien 1919 und 1920 ein. Rom, 14. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitSIrdruckerei «.Lange in Sichen. Schristieitung und Seschäftsftelle: Scholftrahe 7 den muß. England möchte dann eines Tages bestimmen, was und wieviel von dem Deutschen Reich noch übrig bleiben darf, jedenfalls gerade soviel, daß es stets auf die Gnade Englands angewiesen bleibt. Das ist der klare Vernichtungswille der englischen Kriegshetzer, der sich hier ausspricht, brutal und ohne Phrasen. Darin unterscheidet sich der britische Diplomat von Neville Chamberlain und seiner Gefolgschaft, daß er sich gar nicht die Mühe gibt, mit 'scheinheiligen Redensarten zu hantieren. Er ver- meßt keine Tränen über Polen, er kämpft weder für die Demokratie noch für die kleinen Völker, er lehnt es sogar ab, den .Hitlerisrnus" als solchen zu bekämpfen, weil er stets das Gesamtziel vor Augen hat: die Niederwerfung Deutschlands. Zweifellos wollen Chamberlain, Halifax, Eden und andere englische Politiker genau das gleiche, aber sie haben immer einige moralische Redensarten bereit, um ihre Kriegshetze als ein Werk des Friedens zu plakatieren. Der Diplomat in Peking hält keine öffentlichen Reden und braucht diese Rücksichten nicht zu nehmen, er kann sowohl auf die Bibel wie auch auf den zivilistischen Regenschirm verzichten, wenn er sich seine Kriegsziele ausmalt. Er zeigt uns das England ohne Maske. „Die Frage der Moral hat damit gar nichts zu tun." So lesen wir in diesem klassischen Dokument. Wirklich nicht! Hier spricht ein sehr nüchterner Realismus zu uns, der fest auf dem Raube beharren will, der in Jahrhunderten zusammengebracht wurde, damit noch die Enkel der heutigen Plutokraten daraus ein erträgliches Dasein führen können. Was will es schon heißen, wenn 58 000 Volksdeutsche vom polnischen Pöbel unter englischer Patronage ermordet wurden oder wenn 23 000 Surenfrauen in Südafrika in den Konzentrationslagern zugrunde gingen! Wenn es sich um die englische Weltmacht handelt, sind das „Bagatellen". Da spielen Ländergrenzen oder einige Kolonien gar keine Rolle. Für England handelt es sich ein und für alle Mal ums Ganze, nämlich um die Weltherrschaft. Wer sich damit abfinden will, der kann es tun, wer aber nur in den Verdacht gerät, gegen den Stachel zu löten, gegen den würde die Meute der Kriegshetzer los- gelassen. Und dann würden auch alle schönen Redensarten der Moral in die Propaganda hinein- geworfen werden, obwohl Religion und Moral Dinge sind, die mit den englischen Praktiken schlecht in Einklang gebracht werden können. Der Diplomat in Peking hat nur eines Übersehen: daß die Zeiten vorüber sind, in denen England in solcher Weise gegen aufstrebende und junge Völker das Richtschwert führen durfte. Das Schs des deutsch-russischen Wirtschaftsabkommens. Rom, 14. Februar. (Europapreß.) Die römische Presse bespricht die große Bedeutung des deutschrussischen Wirtschaftsübereinkommens im gegenwärtigen Handelskrieg. Dieses Uebereinkommen ermögliche Deutschland den Eintausch großer Mengen von Rohstoffen gegen eigene Jndustrieerzeugnisse. In Moskau, so berichtet „Giornale d'Jtalia", bezeichne man dieses Uebereinkommen hinsichllich der Reichweite der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Staaten als einzigartig in der Geschichte der internationalen Handelsbeziehungen. In London werde die deutsch-russische Wirtschaftsübereinkunft als ein Mittel beurteilt, um eine großewirtschaft- licheSelbständigkeitder beiden Staaten vorzubereiten. Das deutsch-russische Wirtschaftsüberein- kommen ermögliche es Deutschland, feine inneren Handelslinien bis zum Schwarzen Meer, zum Kaspischen Meer und bis nach China zu verlängern. Oer Onjepr-Bug-Kanal wird wiederhergesteNi. Moskau, 13. Febr. (DNB.) Wie aus Brest (West-Weißrußland) gemeldet wird, sind die Arbeiten zur Wiederherstellung des Dnjepr—Bug-Kanals bereits in vollem Gange. Es handelt sich dabei darum, die früher viel befahrene, von den Polen jedoch systematisch vernachlässigte Kanalstrecke durch das Gebiet der Pinsker Sümpfe wieder auszubauen sowie den Lauf des Buges für die Schiffahrt zu regulieren. Dem Schiffahrtsweg vom Schwarzen Meer zur Ostsee Über Dnjepr—'Bug- Weichsel kommt im Rahmen des deutsch-russischen Güterverkehrs besondere Bedeutung zu. Nujsische Angriffe auf der Karelischen Landenge. Helsinki, 13. Febr. (DNB.) Nach dem finni- scheu Heeresbericht haben die russischen Angriffe auf der karelischen Landenge an Stärke zugenommen. Am heftigsten sei der russische Druck auf dem Frontabschnitt von Summa gewesen. Mehrere Divisionen der Russen seien, unterstützt- von Artillerie, Tanks und Flugzeugen, zum Angriff angesetzt worden. Gleichzeitig hätten die Ruffen zwischen Muolajärvi und Vuuksi unter Einsatz von etwa 150 Tanks angegriffen. Ein nach vierstündiger Artillerievorbereitung begonnener russischer Angriff bei Taipale sei von den finnischen Truppen zurück- geschlagen. Ebenso seien die Versuche der Russen, am Finnischen Meerbusen und am Ladogasee über das Eis die finnischen Stellungen anzugreifen, im Feuer der finnischen Küstenbatterien zum Scheitern gekommen. In Richtung auf Kuhmo hätten die finnischen Truppen mehrere russische Stützpunkte erobert. Die finnische Luftwaffe habe mehrmals russische Lager bombardiert. Sechs rusiische Flugzeuge sollen abgeschossen worden sein. Oer Sieg über die westliche pluiokraiie. Das einzige Kriegsziel des nationalsozialistischen Deutschlands. B e r l i n, 13. Febr. (DNB.) Dor 5 0 0 Reichs- und Stoßtrupprednern der NSDAP, sprach der Reichspropagandaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels. Inmitten einer Welt, die voll Unruhe, Sorge und Spannung auf die Ereignisse wartet, die sich ihrer Meinung nach in nächster Zeit abspielen müssen, steht ruhig und sicher das Deutschland Adolf Hitlers, das nur ein einziges Kriegsziel kennt: den Sieg über d i e westliche Pluto kr atie. Deutschland ift fest entschlossen, diesen Kampf mit allen zu Gebote stehenden Mitteln durchzufechten. Wir müssen diese Tyrannei brechen, die darin ausmündet, daß eine imperiale Macht das Recht haben soll, ganz Europa unter ihre Bots- mäßigkeit zu bringen. Das soll ein Ende haben. Dr. Goebbels behandelte auch die Frage der Neutralität, über die in den letzten Wochen so lebhafte Erörterungen stattgefunden hätten. Es sei nicht möglich und lasse sich mit dem Begriff der Neutralität nicht vereinbaren, etwa einen Unterschied zwischen öffentlicher Meinung und (Staatsmeinung zu konstruieren und uns beispielsweise von Staats wegen Neutralität zuzustchern, gleichzeitig aber der öffentlichen Meinung jeden publizistischen Exzeß gegen das deutsche Volk und seine Führung zu erlauben. Die Welt müsse begreifen, daß der jetzige Krieg eine grundsätzliche Auseinandersetzung zwischen dem deutschen Sozialstaat und der englischen Plutokratie sei. Bisher habe es England durch Jahrhunderte hindurch immer wieder verstanden, Deutschland im sinnlosen Kampf um vor der Geschichte unwichtige Probleme sich aufspalten und schwächen zu lassen, während England selbst in der gleichen Zeit sein Imperium auf- und ausgebaut habe. Aus der preußischen Regeneration des Deutschen Reiches habe, sich dann eine Ueb er Windung des für Deutschland so verhängnisvollen Zustandes angebahnt. Was Friedrich der Große begonnen und Bismarck weitergeführt habe, das reife jetzt durch den Führer und feine Bewegung der Vollendung entgegen. Jedem Einsichtigen habe es klar fein müssen, daß an irgendeinem Punkt dieser Entwicklung der Zusammenstoß mit England unvermeidlich werden mußte, wenn die englische Plutokratie ihre Hegemoniegelüste nicht zu Gunsten einer vernünftigen und gerechten Lösung aufgeben wollte. Der Nationalsozialismus stand ganz einfach vor der Wahl, vor England zu kapitulieren und damit seine geschichtliche Mission vreiszugeben, oder dem frivolen Angriff Londons oie Stirn zu bieten. Das deutsche Volk ist heute zum Siege fest entschlossen, weil es die Ueberzeugung gewonnen hat, daß es sonst sein nationales Leben verliert. Mr wollen nicht ein rückläufiges, wir wollen ein wachsendes Volk sein. Wenn England uns den Raum, den wir dazu brauchen, streitig macht, wenn ein englischer Diplomat kürzlich in einem Brief erklärte, die Welt biete für England und Deutschland nicht genug Raum, einer müsse sinken, dann England, sinke du. Achtung! Feind hört mit! Im letzten Augenblick haben die vier Freunde nach der schweren Zages arbeit vor dem Fabriktor noch eine Straßenbahn erwischt und sind froh, auch noch einen Sitzplatz bekommen zu haben. „Na, das wäre geschafft , meint Karl Berger. „Es wird auch höchste Zeit, daß ich nach Hause komme, denn mir knurrt der Magen ganz aehörig. Das war ja wieder heute mal eine Schicht mit hohen Touren.". „Wenn das so weiter geht", mischt sich Paul ins Gespräch, „bann werden wir wohl am Wochenende einen Flugzeug-Rekord aufgestellt haben. Und dabei sagt der Meister, daß in den nächsten Wochen noch neue Anlagen in Betrieb genommen werden sollen. „Die Engländer werden bestimmt nichts zu lachen haben, wenn diese Serien neuester Kampfflugzeuge zum erstenmal über dem Firth of Forth ihren Besuch machen werden." Die vier Arbeitskameraden fitzen in der verdunkelten Straßenbahn und reden noch einiges hin und her, bis sie plötzlich merken, daß ein Mann im dunklen Mantel, der hinter ihnen saß, es mit dem Verlassen der Straßenbahn sehr eilig hat, und zwar so eilig, daß sogar die vier Freunde es merken. „Donnerwetter, wir haben doch keinen Blödsinn geguatscht?" entfuhr es Karl Berger. Einen Augenblick herrscht betretenes Schweigen. „Mensch, man soll doch verdammt die Schnauze halten, man weiß doch nie, wer in d e r Straßenbahn neben oder hinter einem sitzt." Und als sie dann an ihrem Ziel waren und an der kleinen Siedlung gemeinsam ausstiegen, da sahen sie noch beim Aussteigen das Schild über der Tür: Achtung! Feind hört mit! * Auf dem Markt war endlich wieder einmal Betrieb, denn die Kälte hatte etwas nachgelassen und es gab auch wieder Kartoffeln und Gemüse zu kaufen. Frau Hartung und Frau Wilke hatten sich lange nicht gesehen und waren nun froh, endlich wieder einmal miteinander sprechen zu können. „Haben Sie denn Neues von Ihrem Jungen?" „Ja, der ist mit seinem U-Boot in der vorigen Woche wieder nach I. gekommen, aber er soll schon in 14 Tagen wieder ausfahren. Und was macht der Ihrige, Frau Hartung?" „Unser Hermann hat bisher in der D-Schule gelegen. Aber er hat gehört, daß er in der nächsten Zeit zur Front kommen soll. Die Schule soll sowieso geräumt werden und außerdem soll es in nächster Zeit ja bei Z. losgehen. Dort soll schon Urlaubssperre und Postsperre verhängt worden fein." Und während die beiden Frauen so ungeniert schwatzen, bemerken sie gar nicht, daß hinter ihnen eine Frau steht, die sich zwar scheinbar damit beschäftigt, die einzelnen Wurftsorten zu prüfen, die aber in Wirklichkeit ein sehr gutes Ohr hat und die nicht nur bei Frau Hartung und Frau Wilke stehen bleibt, sondern die merkwürdig lange Zeit auf dem Markt zubringt und überall bei den Gruppen steht, die eine ungenierte, allzu ungenierte Unterhaltung führen. „Mensch, das ist aber fein, daß ich dich getroffen „Enllich" erreicht. Illustrierte Britenmeldung: „Ein englisches Bombengeschwader, Typ Churchill, griff Berlin an." (Zeichnung von Hans Buhr. — Scherl-M.) habe. Nun komm erst mal und trink ein Bier und einen Korn mit mir."' Und der Zivilist geht mit feinem Freund, einem Artillerieunteroffizier, an die Theke und erzählt munter drauf los. „Ja, weißt du, den B. haben sie eingezogen, der G. kommt in 14 Tagen dran und ich war auch auf dem Bezirkskommando und da haben sie mir gesagt, ich brauchte nun nicht mehl lange zu warten, von unserem Jahrgang würden zum Frühjahr größte Einziehungen oorgenommen. Und wo steckst du nun eigentlich?" fragt der junge Kaufmann seinen Freuno. ,/Jiun, wo soll ich stecken, bei meiner Batterie im Westen." „3m Westen? Die Westfront ist groß und du kannst dich deinem alten Freund gegenüber schon etwas genauer ausdrücken. Was macht ihr eigentlich dort den ganzen Tag? Was machen eure Kanonen? Hier erzählt man ja tolle Dinge, was die deutschen Geschütze leisten können!" „Lieber Freund, entgegnet ihm da der junge Unteroffizier, „du fragst mehr als zehn Weise beantworten können und ich denke auch gar nicht daran, dir das alles haarklein auseinanderzusetzen. Ganz abgesehen davon, daß wir, bevor wir auf Urlaub sichren, noch einmal streng auf das Schweigegebot hingewiesen worden sind, so ist doch hier in einer Kneive am allerwenigsten der Ort, über solche Dinge zu reden. Du verstehst doch noch nicht viel davon und wenn ich dir davon erzählen würde, so bestünde gar zu leicht die Gefahr, daß ein Unberufener gerade das hört, was er nicht hören soll. Wenn du eingezogen wirst, bann wirst du ja noch darauf hingewiesen werden, wie notwendig es ist, den Mund zu halten. Wir haben genug Beispiele, wo durch ein leichtsinniges Gespräch dem Gegner wichtige Mitteilungen zugekommen sind. Auch dann, wenn irgend etwas erzählt wird, was nicht oder nicht ganz mit der Wahrheit überein- stimmt, so kann der feindliche Nachrichtendienst auch daraus noch Schlüsse ziehen und eins laß dir sagen, wer siegen will, muß schweigen können." „Mensch, da hab ich tatsächlich nicht dran gedacht und ich nehme dir deine Belehrung auch nicht im geringsten übel." „Na, dann ist es ja gut und dann können wir auf diese Lehre nochmal anstoßen." * Drei kleine Geschichten aus dem Leben, die sich heute überall ereignen und ereignen können. Wer mit offenen Ohren auf der Eisenbahn fährt oder in Gaststätten sitzt, der hört oft, wie geradezu hahnebüchene Sachen leichtsinnig dahergeredet werden. Gewiß gibt es Leute, die sich hier und da mit dem, was sie angeblich von ihrem Vetter im Generalstab gehört haben, wichtig machen und es ist nicht immer eine böse Absicht dahinter. Aber deshalb ist es unter Umständen doch Landesverrat und selbst fahrlässiger Landesverrat wird nach den heutigen Gesetzen streng bestraft, und es muß so DieBestimmungdesMenschen Don Hans Brandenburg. Unser Leben ist kurz. Allein das kann nicht bedeuten, daß seine Bestimmung nur in einem Jenseits von ihm liegt, nur die Vorbereitung für ein ewiges Leben nach dem Tode ist, noch darf es ein Grund sein, dieses Leben nur in vollen Zügen genießen zu wollen. Auf solche Weise nämlich wird es entweder versäumt oder vergeudet. In beiden Fällen betrügen wir uns und unsere Mitmenschen um ein anvertrautes Gut und um die Verantwortung, die es uns auferlegt. Was aber ist untere wahre Bestimmung? — Wir haben weder ein Recht, die Welt als nur böse zu verfluchen, noch eine Ursache, sie als die bestmögliche aller Welten zu preisen. Die Erde ist uns einfach zur Heimat gegeben, und wir erhielten den immer neuen, den unerschöpflichen, nie ganz zu erfüllenden Auftrag, sie zu einer guten Heimat zu machen. Und wer möchte eine Heimat weniger lieben und ihr weniger dienen, weil sie unvollkommen ist oder weil er sie einmal verlassen muß? Frieorich der Große schreibt 1760 in seinem Testament: „Unser Leben ist ein flüchtiger Ueber- gang vom Augenblick unserer Geburt bis zu dem unseres Todes. Während dieser Zeit hat der Mensch die Bestimmung, zu arbeiten für das Wohl der Gemeinschaft, der er angehört." Das ist ein Wort, das unsere Pflicht zeigt und gerade aus der Kürze unseres Erdendaseins die richtigen Folgerungen für dessen richtige Anwendung zieht. Es muß offene Ohren finden in einer Zeit, in der die Volksgemeinschaft über allem steht und von jedem das Aeußerste fordert. Dennoch ist es nicht so leicht verständlich, wie es klingt, was sich bereits erweist, wenn wir an denjenigen denken, der es sprach. Gewiß hat sich Friedrich den ersten Diener des Staates genannt, allein er war doch auch ein souveräner Fürst und Vertreter einer unumschränkten Herrschergewalt. Daß er arbeitete und sich verzehrte, daß er Opfer nicht nur verlangte, sondern noch weit mehr brachte, dies freilich durfte ihm niemand abstreiten; aber daß er sich auch auf dem Throne nur der Volks- gemeinfqjaft angehörig und untertan, verpflichtet und verantwortlich fühlte und daß alles nur für fie geschah, das hat trotz des Siegesjubels, der ihn umbrauste, doch erst die Nachwelt voll ernte ff en können, weil es erst ihr zugute kam. Denn das Wohl der Gemeinschaft, und vor allem der höchsten und heiligsten, der Volksgemeinschaft, ist in feinem tieferen und dauerhafteren Lebens- grünben nicht gleichbedeutend mit dem handgreiflichen Nutzen und läßt sich dort nicht nach' dem Erfolg des Augenblicks berechnen, sondern nur nach den Wirkungen durch die Jahrhunderte. Das Volk ist ein tiefer Brunnen, und das, was hineingeworfen wird, braucht, wenn es nicht nur feine Oberfläche träufeln und auf ihr schwimmen, wenn es bis auf feinen Grund gelangen will, viel Zeit. Wer dem tieferen Wohle der Gemeinschaft dient, weiß oft lange, ja oft lebenslange, nur allein, daß er es tut. Dem Derufsmenfchen kann und darf man vorschreiben und befehlen — der Berufene empfängt Gesetz und Gebot unmittelbar von der Gemeinschaft selbst, nur daß diese es oft nicht erkennt, daß sie sogar verkennen muß, was sie selbst zu ihrem Wohle hervorgebracht hat: der größte Dienst an der Gemeinsamkeit wird mit Einsamkeit bezahlt. Das gilt nicht nur für politische Herrscher, es gilt auch für Herrscher des Geistes, die nur Wahrheit und Erkenntnis oder gar nur Glück und Freude spenden, selbst für solche, die bloß die Gesundheit und die Wohlfahrt, den Handel und Wandel, den Reichtum und Verkehr, kurz, den allgemeinen Nutzen fördern. Erfinder des Luftschiffs und Flugzeugs werden im Stiche gelassen und verlacht, Bekämpfer von Krankheit und Tod, Forscher, die den Erreger des Kindbettfiebers oder der Tuberkulose entdecken, sehen sich ihrerseits angegriffen und bekämpft, und Dichter und Künstler, die mit vollen Händen schenken möchten, sehen ihre Gaben verschmäht und zurückgewiesen. Dabei stiften selbst auch diese letzteren meist nebenher noch einen größeren praktischen Nutzen und wirtschaftlichen Gewinn als die Magnaten des Geschäftslebens, der Trusts und Konzerne. Gottfried Keller hat einmal darauf f)ingeroief?n. wie -'in Millionenunternehmen, das eine Modefache mit Schwindel und Reklame über die ganze Erde verbreitet, nach kurzfristigen Jubiläen feine Arbeiter dem Elend überläßt, während Friedrich Schiller, dessen Leben nur den erhabensten Gegenständen des Geistes gewidmet war, nicht nur taufende von Herzen belebt, gestärkt und getröstet, ja zu Kriegsmut, Vaterlandsliebe und Taten befeuert hat, sondern auch noch bis heute, über hundert Jahre nach seinem Tode, ein Heer von Papierfabrikanten, Verlegern, Buchdruckern, Buchbindern und Buchhändlern, Gelehrten und Lehrern, Malern, Holzschneidern und Kupferstechern, Theaterdirektoren, Re- giffeuren, Schauspielern, Musikern, Kostümschne'r- bern und Bühnenarbeitern in Tätigkeit und Nahrung setzt. Ebenso beschästi-gt manch ein Maler, der in ungeheiztem Atelier hungerte, nach seinen Lebzeiten ungezählte Händler, Kopisten, Kunsthistoriker, Rahmenfabrikanten, Reproduktionsfirmen, Schriftleiter und Galeriediener. Ja, man kann sagen, daß ein Produkt, je einfacher und materieller es ist, desto mohr nur dem einzelnen Hersteller oder Betrieb und dem schnellen Gebrauch und Verbrauch dienstbar sein kann, daß hingegen die hochwertigen Hervorbringungen, Je geistiger sie sind, desto unabsehbarere soziale Wirkungen nach sich ziehen, desto vielfältigeren und längeren Kreislauf und Umsatz Hervorrufen, desto größere Zinsen tragen, innerlich und äußerlich. Und schließlich ist es ja überhaupt die Kultur, die das Wohl der Gemeinschaft bestimmt. Nur für fie lohnt sich denn auch der Einsatz des Lebens. Große Völker müssen versinken, wenn sie nicht mehr schöpferisch sind, und sie ziehen nicht wie Jndianerstämme und Negerhorden und ihrer bloß physischen Existenz willen in den Krieg. In jedem Augenblick der Bedrohung haben wir vor uns selbst und vor aller Welt auch als Politiker unser Lebensrecht und unseren Anspruch auf Lebensraum damit begründet, daß mir das Volk Dürers und Mozarts, Bachs, Beethovens und Bruckners, Goethes und Hölderlins, Kants und Nietzsches sind. Und unsere Soldaten sind mehr noch als für Weib und Kind für Heimatgüter gefallen, von denen sie oft nichts wissen, an denen aber unbewußt jeder teilhat, ja, von denen jeder lebt. Ohne unsere Denker haben wir keine Gedanken, ohne unsere Dichter keine Sprache, ohne unsere Musik keine Seele. Ohne die Künste wären wir eine formlose Masse, lebten wir wie die Eintagsfliegen und hätten kein Gedächtnis und keine Geschichte. Unsere größten Helden wären vergessen, wenn das Lied sie nicht verewigte, unsere Städte wären trotz ihrer Namen namenlos und eine wie die andere ohne ihre Kunstdenkmäler in Stein und Erz, in Holz und Farbe, unsere Wälder und Flüsse, Berge, Täler und Ebenen tot ohne Reim und Erzählung, ohne Gedicht und Gesang. Das Wohl der Gemeinschaft zählt also nicht von heute auf morgen. Aber unser kurzes Dasein erhält nur Dauer, wenn es in die Gemeinschaft einmündet und all unsere Arbeit diesem Wohle des Ganzen gilt. Die Großen haben ihm in der Einsamkeit geopfert und alle Qual des Kampfes, der Verkennung, Entbehrung und Enttäuschung auf sich genommen. Allein auch jeder Kleinere und Kleinste vermag teilzuhaben und mitzuarbeiten an der Bestimmung des Menschen. Jeder empfängt, oft durch tausend verborgene Kanäle, was jene geschaffen haben, und empfängt auf diese Weise doch nur zurück, was sie selbst der Gemeinschaft verdankten. Glücklicher sind die Nehmenden als die Gebenden, die ihre Geschenke so oft nicht anlangen sehen. Und glücklicher macht das einfache Tagewerk, wo jeder Handgriff seinen Zweck erfüllt und seinen sichtbaren Erfolg erzielt, jeder Arbeiter seines Lohnes wert ist, jeder Alltag seinen Feiertag verdient, jeder sich seiner Stelle freuen und dem Verächter Trutz bieten darf. Das große Wvh! der Gemeinschaft ruht aufi dem kleinen Wohl, beides muß erarbeitet werden, und wer mit der Ehrfurcht vor dem großen Wohle dem kleinen Wohle bient, kann die Bestimmung des Menschen nicht verfehlen. Bücheriisch. — Unsere Flieger über Polen. Vier Frontoffiziere berichten. Eingeführt und betreut vom General der Flieger Kesselring. Mit 51 Aufnahmen. Ganzleinen 4,80 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — (5) — Der Kapitän einer Aufklärungsstaffel, der Kapitän einer Zerstörerstaffel, der Kommandeur einer Kampffliegergruppe und der Commodore eines Sturzkampfgeschwaoers, vier Männer, die noch vor wenigen Monaten als Flieger in Polen im Feuer standen, haben sich zusammengetan, um gemeinsam über ihre Kriegserlebnisse zu berichten ... Da schreibt Hauptmann Kerber das „Tagebuch einer Formation", und in der nüchternen, oft trocken- humorvollen Schilderung erleben wir das Heldentum der Aufklärer, die einsam und allein mitten in Feindesland ihre schwierigen Aufgaben erfüüen. Oberleutnant Meth fessel erzählt von der großen Luftschlacht über Warschau und von anderen Unternehmungen der „schweren" Jäger. Major Munske, Kommandeur einer Kampffliegergruppe, berichtet von dem Kampfgeist seiner Männer. Und schließlich gibt Major Dinort einen soldatisch knappen Bericht vom Einsatz der jüngsten und furchtbarsten Spezialwaffe unserer Luftflotte, der Sturzkampf' flieger. — Ehm Welk: Der hohe Befehl, Opfer» gang und Bekenntnis des Werner Voß. Preis in Leinen geb. 6,50 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — (3) — Die furchtbare Tragödie der deutschen Kriegsgefangenen in Rußland ist erst Jahre nach dem Weltkrieg den Menschen ganz zum Bewußtsein ge- 1 kommen. Aus Aufzeichnungen eines solchen Ge» . fangenen, der mit einer Haiüwoll beherzter, verant- । wortungsbewußter Kameraden in einem Riesen- , lager am Ussuri, schon ganz der Nähe der Küste des Stillen Ozeans, den Kampf gegen seelische Not, Hoffnungslosigkeit und Stumpftinn aufnahm und zum Clown wurde, um mit befreiendem Lachen den schleichenden Tod zu überwinden, in den Kameraden । den Lebenswillen zu erhalten und fie vor Derzweif- llungsaften zu bewahren, dieses stille Heldentum hat iEhm Welk in seinem Buch aufwühlend und er- ! schlitternd gestaltet. Neben Dwingers unvergeßlichen i „Die Armee hinter Stacheldraht" und „Zwischen ! Weiß und Rot" ist dies Buch ein schaurig-grandio- 1 fes Denkmal der entsetzlichen Pein, aber auch des trotzigen Dennoch einer Gemeinschaft deutscher Menjchen in der Weltkriegs-Hölle Sibiriens. _ Ex. W, Langt h: K I&6 FS CE] tsl ft? M 9 Feind hon Klein Der Obi ,urzen Bes Flelle durc Mrischk durch den leiitnant 2 leitet, wo hielt, um einem Bes fier fand eine Besich Stabschi Kl. in D deutsche und dem (ürunbweri Big. Die briti rach sie 1 fahren z IrouiU । beginn bes kn Kreisei Der Brc sicher!Rei Flotte an Der ©el Lrandl »rsität. 2 Vien, Ehr Sbrenbürg Januar Morben. Berlin uni englrfc Wt Prof nus in Gc übersiedelt« Mr er Pi 'N. Bon ^schichte iifchen Do SWefpeat Fortsetz be- ?ar» Aus der Stadt Gießen Der Ostraum Europas lk< (Nachdruck verboten!) 14. Fortsetzung. nu ordentlich behindern, stellt die Stadtverwaltung vor eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Neuerlich ist die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt stark ge- Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin Anglistik und hat als Lehrer und Wissenschaftler gleich tiefgreifende Wirkungen gehabt. Zehn Todesopfer der neuen Kältewelle in Ungarn. Die Kältewelle, die seit Wochen über Europa geht und, wie in Deutschland, in allen Ländern zu Einschränkungen und Entbehrungen führt, hat auch Ungarn erneut — zum fünften Male — heimgesucht. Ihr sind wieder zehn Menschenleben zum Opfer gefallen. Äm Komitat Maramaros im daraus? Sie zweifelte nicht, daß es sich um Ludwig Carlotti wirklich -handelte. Warum zweifele ich nicht? dachte sie erschreckt. Ahne ich Zusammenhänge, weiß ich etwas? Bildhaft huschte eine Szene vor ihrem geistigen Auge vorüber. Otto-Erich Heggs Besuch gestern, sein Zornausbruch und der überstürzte Abschied. Sie sah Heggs verzerrtes Gesicht. Geradezu angst war ihr geworden, und nur der Gedanke, daß er ja Theaterspielen mußte und sein Zorn sich bis nach der Vorstellung schon gelegt haben werde, hatte sie gestern beruhigen können. Sonst? Nun sonst hätte sie vielleicht Carlottt, als er am Spätnachmittag zu ihr kam, doch von dem Aufttitt erzählt und ihn gewarnt. Obgleich sie ein schlechtes Ge- rstehst doch davon er- die Gefahr, as er nicht dann wich ne neben- iben genug sprach dem innen sind, wird, wae it überein- rdienst auch \ dir sagen, ran gedacht ch nicht im t und dann )ßen." $°mben. i an." <) itet werden, aßen Wohle Bestimmung Mwjr- 'Mhungcn igentlich?" no- ,,'Jtun, 'Westen" , du kannst )on etwa; ntlid) dort men? Hier ltschen Ge- junge Un. eise beant- 'cht daran, tzen. Ganz >uf Urlaub weigegebot en, die sich en können, rbahn fährt üe geradezu lerebet wer- und da mit r im Gene- und es ist Iber deshalb esverrat -d nach den es muß I» Vier und Seht mit er, an die weiht du, kommt in J Bezirks. pathenland wurden fünf Arbeiter von einer Lawine verschüttet. Schwere Verkehrsstörungen werden aus dem Karpathengebiet gemeldet, mit dem jeder Verkehr seit Tagen lahmgelegt ist. Än Budapest schneit es seit 24 Stunden ununterbrochen. Bisher hat die neue Schneedecke bereits eine Höhe von einem halben Meter erreicht. Die Wegräumung der gewaltigen Schneemassen, die den Verkehr außer- ,-!n. Zum Schw°tz°n ist nicht di- Stund- und man- cher hat vielleicht spater bereut, was er leichtiinnia sich gegeben hat. Vergessen wir nie daß je ? unbedachte Mitteilung oft Hunderten oder Tau en- den von Soldaten das Leben kosten kann Und bringen mir auch unsere Soldaten, die aus dem Felde oder von den Kriegsschiffen und den Flieger- horsten kommen, gor nicht erst in Versuchung. Es gibt genug andere persönliche Dinge, die während eines Urlaubs zum Gesprächsstoff in ber F^ilie und im Freundeskreis gemacht werden können Es braucht gar nicht erörtert zu werden, wie nun diese oder jene neue Waffe funktioniert. Man muß gar nicht alles wissen wollen, denn dieses Wissen ist unter Umständen schon eine Belastung. Unsere Kriegsorganisation ist so, daß diejenigen, die be- stimmte Tatsachen wissen müssen, auch'in der not- wendigen Weise unterrichtet sind. Heber diesen Kreis hinaus ist Wissen und gor Erzählen eine höchst gefährliche Angelegenheit. Und wenn mancher in etwas harter und offener Weise über diese Dinge belehrt worden ist, so kommt er mit der Ausrede, daß das doch alles gar nicht so wichtig gewesen wäre und daß der Gegner das doch sowieso schon alles gewußt habe. Nun, erst einmal kann der Mann mit dieser Ausrede gar nicht missen, mas der Gegner alles meiß, zum anderen aber gibt es nichts, mas im Kriege zu wissen nicht wichtig wäre. Der Gegner setzt nicht umsonst alle Mittel in Bewegung, um sich möglichst viel Nachrichtenquellen zu erschließen. Es ist ja nicht nur e i n Agent am Werk, sondern es sind Hunderte, die hier auf die Gespräche hören und durch Vergleiche und durch Bestätigungen kann dann ein Gerücht in dem Gegner die Ueberzeugung der Wahrheit Hervorrufen. Und aus diesem Grunde hat das deutsche Strafgesetz bestimmt: Wer fahrlässig militärische Geheimnisse preisgibt, wird nach den gesetzlichen Bestimmungen über den Landesverrat schwer bestraft. Darum: Vorsicht bei Gesprächen! Achtung! Feind hört mit! Kleine politische Nachrichten. Der Oberbefehlshaber des Heeres traf zu einem kurzen Besuch in Danzig ein, um sich an Ort und Stelle durch Besichtigungen ein Bild von der dortigen militärischen Aufbauarbeit zu machen. Er wurde durch den Beehlshaber im Wehrkreis XX, Generalleutnant Bock, in die alte Leibhusarenkaserne geleitet, wo er eine kurze Ansprache an die Truppe hielt, um bann ihrem Dienst beizuwohnen. Nach einem Besuch bei Reichsstatthalter Gauleiter F o r - । ster fand eine Rundfahrt durch Gotenhafen und ! eine Besichtigung des Standortes Neustadt statt. Stabschef Lutze sprach in den Reichsschulen bet SA. in Bresben vor einem ersten Lehrgang o st - deutscher SA.-Männer aus dem Baltenland und dem Gebiet des ehemaligen Polen über die Grundwerte der nationalsozialistischen Weltanschauung. Die britische Admiralität erließ einen Aufruf, wo- I nach sie 1OOOO Fischer im Alter von 18 bis 45 1 Fahren zur Bemannung von Marine-Pa- I trouillenfahrzeugen suche. Seit Kriegs- I beginn befinden sich bereits etwa 10 000 Mann aus I den Kreisen der Fischer im Patrouillendienst. Der Brasilianische Lloyd hat einen Vorschlag eng» I lischer Reeder, seine aus 14 Dampfern bestehende I Flotte an England zu verkaufen, abgelehnt. Aus aller Welt. Alois Brandl f. Der Geheime Regierungsrat Professor Dr. Alois I Brandl, der berühmte Anglist oer Berliner Unb I oersität, Mitglied ber Akademien von Berlin und I Wien, Ehrendoktor der Universität Philadelphia und I Ehrenbürger seiner Vaterstadt Innsbruck ist am I b. Januar im A'^r von fast 85 Jahren in Berlin I gestorben. Brandl studierte in Innsbruck, Wien, I Berlin und London, habilitierte sich 1881 in Wien I für englische Philologie, wurde 1884 außerordent- I licher Professor in Prag, vier Jahre später Ovdina- I rius in Göttingen, von wo er 1892 nach Straßburg I übersiedelte, seit 1895 lehrte er in Berlin, seit 1903 I war er Präsident ber deutschen Shakespeare-Gesell- I schäft. Von seinen vielen Werken sind zu nennen die I Geschichte der altenglischen Literatur und der eng» I lischen Volkspoesie, eine sehr populär gewordene I Shakespeare-Biographie und eine Ausgabe der I Schlegel - Tieckschen Shakespeare • Uebersetzungen. I Brandl ist ber eigentliche Begründer der deutschen ften. Wer betreut vom Aufnahmen , Berlin. ~ sstaffel.de Kommandeur modott einer die noch °° en im | n gemein^ sien - - - .| oebuch emer ost trM' b05 W ' ein miZ 'N den erBen h=r 8* Vieren Uni« M Ms we beE 'Ä SN ,t6L opf«; Ih Pr-i- " °Lerlin>" »l-h-n Ä ■ Ä«»|. N Siel* se-lH' ne) :'K W %•» Er war in die Kronenstraße abberufen worden. Kollege Dietrich hatte da einen Mann, der sckmis- fige Musik für die Revue versprach oder schon fertig hatte — jedenfalls sauste der zappelige, immer leichtaufgepulverte Charles Boury hinüber. „Ich bin sofort zurück, Fräulein Jwanka", sagte er und tätschelte des Mädchens Wange väterlich, so daß nichts dagegen zu sagen war, „nehmen Sie indes die Zeitung." Er riß das Blatt aus seiner Jackentasche, warf es ihr in den Schoß und verschwand. Jwanka schlug die Zeitung auf. Sie las die Anzeigenseite zuerst. Theater, Kinos, Varietäs. Eine Besprechung der Premiere am Gendarmenmarkt. Sie blätterte und las gelangweilt, bis sie auf die Meldung der Kriminalpolizei stieß. Auf Kybanders Zureden hatte Kriminalrat von Karmin eingewilligt, daß die Nachricht in der Form, wie sie jetzt gedruckt stand, an das Mittagsblatt gegeben wurde. Es war daher von einem Mord durch Erschießen die Rede. Die Kriminalpolizei verfolge ganz bestimmte Spuren. Jwanka legte das Blatt behutsam aus ber Hand. Es sollte nicht knistern, damit die Telephonistin vor dem Schreibtisch beim Fenster nicht aussah. Sie wußte nicht, was sie für ein Gesicht machte; war sie kreideweiß geworden vor Schreck? Es war sonderbar, aber ihre erste Regung war, daß sie die Handtasche öffnete und in den Spiegel schaute. Sie fand nicht, daß man ihr die Gemütsbewegung sonderlich ansah. Dann erst kam sie zum Nachdenken. Ludwig Carlottt war ermordet worden. Was ergab sich für sie Mit dem Erwachen des deutschen Dolksbewußt- seins ist auch ber Sinn für bie Leistung ber Vergangenheit wieder erstarkt. Das Dritte Reich hat den Grundsatz der Ehrfurcht vor Blut und Boden aufaestellt, es hat ein eigenes Amt für Rasse und Siedlung errichtet, es erforscht bie Ahnen, stützt bie Familie, die Sippe, und bie Kenntnis unserer Vorgeschichte, die seither kümmerlich und auf falschen Weaen gegangen war, wirb durch planvolle Ausarabungen im ganzen Reich gefördert. Wir Deutschen sind nicht das armselige Volk in der Bärenhaut gewesen, wie noch Scheffel vermeinte, sondern — die Funde etwa der Suren, der Blashörner beweisen es — ein Volk, das schon vor tausenden von Jahren eine hohe Kultur besaß. All dies zu bezeugen und dem Volk vor Augen zu führen ist wichtig. Auch das Ausland kannte uns ja bisher nur von einer geringschätzigen Seite und durfte uns als Barbaren verschreien, weil wir selber noch viel'zu wenig Kenntnis von unserer Vorzeit und zu wenig Selbstbewußtsein hatten. Die Folgerung war: man muß alle Beweisstücke früherer Kultur sammeln, darf nicht mehr weiter Erbgut zerstören, sondern muß eine neue Gesinnung, eine andere Haltung vor der Leistung der Vorfahren einnehmen. Dies geschieht entweder in ber freien Natur, wie es Dr. Reinerth, der Leiter bes Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte, in Buchau am Federsee bewirkte, der Altmeister Bürgermeister Sulger in Unteruhldingen in seinem Pfahlbaummuseum, bie Stadt Radolfzell auf ber Halbinsel Mettnau in ihren Steinzeitdörfevn — ober man stellt es in Häusern und Hallen aus, und hier fällt nun bas Wort „Heimatmuseum". Solche Stätten der Sammlung konnten sich früher nur große Städte leisten, vereinzelt mittlere. Es war die Zeit ber „Zentralisierung" in den Hauptstädten, bis bie Erkenntnis reifte, baß die Fundge- biete ein Anrecht auf ihre eigenen Fundstücke hatten. Nicht nur bie Landeshauptstadt soll Mährerin dieser Güter sein, sondern jede Stadt, die eine große geschichtliche Vergangenheit hat. Die Zeit ist nun gekommen, da jede Gemeinde im Reich ihr Dorfbuch anlegt, ihre Chronik, ihre Ahnengeschichte. Es wird noch jedes Haus sein eigenes Hausbuch bekommen, denn bie Bedeutung dieser Dinge ist erkannt; im Auftrag des Führers sorgen die Städte für die Erhaltung ihrer angestammten Werte. In dieses Heimatmuseum ist ein Stuck der Seele des Volkes gebannt, nicht als Gefangenes, nicht als „Museumsstück" im alten Sinne, sondern ehrfürchtig und fröhlich zugleich, ein Stück Volksseele in ihrem Werk, in Schmuck und Waffen, in Gefäßen, Töpfen, Geschirren, Handwerk, in Trachten und Brauchtum, in Drucken und Schriften, — es ist ein großes Beginnen, eine ehrenwerte Arbeit, die Nacheiferung verlangt. Heimatliebe ist es und Heimatstolz, das diese Dinge herbeiträgt, und was wir damit pflegen Nachricht, sobald die Leiche freigegeben ist. Wenn Sie noch einen Augenblick mit ihm allein fein möchten .. / Er trat zurück, ging nach vorn, wo bie Schaufenster besseres Licht einließen, und sah sich den Laden an. Er verstand nicht viel von Antiquitäten, nicht mehr, als für seinen Beruf notwendig war. Aber das sah auch ein Laie, hier waren Schätze zusam- mengetragen. Er blieb vor dem Bild einer Madonna stehen, sie trug ein blaues Gewand, und ihr Gesicht war von einer Zartheit und Reinheit des Ausdrucks, daß man verstehen konnte, zu ihr hatten Menschen in tiefer Andacht gebetet. Als er nach einigen Minuten den abgeteilten Raum wieder betrat, war er dort allein. Auf dem Hof wartete Henke. Der Wagen mit den Beamten vom Erkennungsdienst und dem Photographen war schon weggefchven. Dr. Zulewski hatte sich ihnen angeschlossen. Die beiden Frauen waren nicht mehr zu sehen. , _ Er rief Henke herein und fragte ihn. „Die beiden Damen sind weggegangen", sagte Henke. „War die Vernehmung noch nicht zu Ende, soll ich sie zurück- holen? Sie sind in den ersten Stock, in die Wohnung der Mutter gegangen." „Nein, lassen Sie, Henke", sagte der Kommissar. „Bei diesem Gefraae kommt doch nichts mehr heraus. Was ich erfahren wollte, hat man mir schon gesagt. Aber kommen Sie mit, ich muß mir die beiden Wohnungen einmal ansehen." Jwanka Gospik erfuhr von dem Mord erst durch die Mittagszeitung. Die Buchstabenabkürzuna L. C. fiel ihr noch nicht auf. Erst als sie „Nettelmann- straße, Antiquitätenhandlung" las, begriff sie Ihre erste Regung war Entsetzen. Der Tod ist immer schrecklich. Aber zu erfahren, daß ein Mensch, dni man gut gekannt hat, ermordet wurde, jagt auch dem Kühlsten Schauder ein. Sie saß im Büro des Direktors Boury. Er hatte sie zu einer Besprechung in die Friedrichstadt gebeten, wo er sein sogenanntes Büro unterhielt. Ein ältliches Fräulein bediente den Fernsprecher und nahm Anmeldungen an. Direktor Boury wurde überlaufen von jungen Leuten, Künstlern, die sich bei ihm und durch ihn die ersten Sporen verdienen wollten. Er nahm gern Anfänger. Manchmal konnten sie viel; jedenfalls waren sie stets billiger« Das Gespräch brach ab. Es waren immer nur Brocken, die Kybander zugeworfen wurden. Er bat die beiden Damen mit in den abgetedten Raum, wo ber Tote lag. „Wir find gleich fertig", verhieß er. ,Zch behellige Sie nicht länger." Er wies auf den Kasten mit dem Buddha, an bem gerade Herr Schmitz vom Erkennungsdienst feine Staubproben nahm. „Um diesen Buddha wird es sich gehandelt haben?" Julia nickte. Kybander hob unerwartet bie Perlenkette hoch. .Lennen Sie diese Perlen? fragte er bie beiden Frauen , Julia schüttelte den Kopf. Sie sah gar nicht erst genauer hin. Frau Henriette nahm sieugieriger Die Perlenkette in die Hand. ,Lch kenne sie nicht , sagte sie, „aber ich verstehe etwas davon. Es sind sehr I schöne Berlen." „Sie lagen hier auf dem Tisch", sagte Kybander. „Demnach müssen sie Ludwig Carlotti gehört haben ober ihm anvertraut gewesen sein. . „Ich habe sie nie vorher gesehen , sagte Julia, da der Kommissar sie ansah. „Ludwig kaufte feinen modernen Schmuck. Es war geaen sein $nlW- verstehe nicht, wie bie Perlen hierhergekommen sein I sollen." „Nein", sagte auch Frau Henriette, „eine Per- lenkette 3u taufen, das lag ihm gar mM W Mund wurde schmal. „Aber was wissen wir, vielleicht mollte er sie verschenken." --.uh«™ Sie vermied, Julia bei diesen Worten anzusehen. Kybander fragte nicht weiter. Er banne. Henke näherte sich und gab ihm einen »Kann bie Leiche weg?" fragte er. Kybander nickte. „Der Tote wirb letz ortge I bracht", sagte er. „Ich hoffe, baß b" Beisetzu^ I den nächsten Tagen erfolgen kann. Ich gebe 3h In dem mittelserbischen Dort Markovac ist der Fluß Welka Morawa infolge Der raschen Schneeschmelze plötzlich stark angeschwollen. Die reißenden Wasserfluten ergossen sich über das ganze Dorf. Vierhundert Häuser und ausgedehnter Ackerboden wurden überschwemmt. Bei ber Katastrophe sind bis jetzt zehn Menschen — zumeist Kinder — umgekommen. Aus allen umliegenden Städten sind Militär- und Sanitätskolonnen zur Hilfeleistung entsandt worden. Im überfüllten Hörsaal bes Chemischen Instituts sprach im Rahmen ber wehrwissenschaftlichen Vorträge ber Universität am gestrigen Dienstagabend der Geograph unserer Alma mater, Professor Dr. Klute in außerordentlich fesselnder Weise über das Thema „Der Ostraum Europas wehrgeo - graphisch betrachtet". Er gab seiner großen Hörerschaft durch aufschlußreiche Schilderungen und viele anschauliche Lichtbilder einen vortrefflichen Ueberblick über bie wirtschaftliche Be- beutung unb die weitreichenden Entwicklungsmöglichkeiten des Dftraumes im Zusammenwirken mit der deutschen Wirtschaft. Zunächst schilderte ber Vortragende bie natürlichen Beengungen des europäischen Dftraumes, ber sich von den Tundren und Waldgelneten am nördlicyen Polarmeer über die Getreidegebiete der Mitte bis zu den Gebieten des Detbaums und des Weinbaues am Mittelmeer ausdehnt. Dann machte er mit den Wasserwegen dieses weiten Raumes und den dadurch bedingten Verhältnissen bekannt. Anschließend gab er einen Ueberblick über die Bevölkerung dieses Gebietes nach Rasse, Volkstum, Wohndichte und Kultur. Aus all diesen Darlegungen konnten die Hörer entnehmen, daß es sich bei dem europäischen Dftraum um ein im Verhältnis zu den Weftstaaten gering besiedeltes Gebiet handelt, in dem vielfältige wirtschaftliche Entwick- lungsmögttchkeiten vorhanden sind. Es handelt sich dabei sowohl um eine Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge, als auch um eine bessere Nutzbarmachung der Bodenschätze, von denen in Rußland Kohle und Eilen an erster Stelle stehen. Professor Dr. Klute beschäftigte sich dann mit den Handelsbeziehungen des Deutschen Reiches mit den Ländern des Dftraumes. Man erhielt dabei einen Einblick in den Umfang unseres Handels mit den Dstländern im Jahre 1937 und in bie mannigfaltigen Möglichkeiten einer erheblichen Steigerung unserer Einfuhr aus jenen Gebieten, sowie unserer Ausfuhr nach dort. Besonders eindrucksvoll war feine Schilderung von den landwirtschaftlichen Erzeugungsmöglichkeiten des europäischen Dftraumes, insbesondere Rußlands, und die dadurch bilberoortrag bes Forschers Max Junge „Durch 60 Breitengrabe zur Sturmhölle ber Erbe". Stadltheater Gießen. Am heutigen Mittwoch finbet bie Erstaufführung ber Dper „Tosca" von Giacomo Puccini statt. Spielleitung Hans Geißler. Musikalische Leituna Paul Walter. Chöre Richard Boeck. Die Titelrolle fingt Anni Assion. Weitere Mitwirkenbe: Ilse Wirchow, Gustav Bley, Gustav Brunn, Heinrich Durst, Ottmar Mayr, Bernharb Schmitz, Max Schneiber-Dest. Büh- nenbUber Karl Löffler. 19. Vorstellung ber Mittwoch- Miete. HHemelnW M Kraft öurOenöe Achtung! fibX- Sport Fröhliche Gymnastik und Spiele. Donnerslag, 20.30 bis 21.30 Uhr, in der Schillerschule. Wiederbeginn Donnerslag, 15. Februar. Weilers Ankündigungen folgen. 728D Der „Lindenberg- bei Birklar zum Naturschutzgebiet erklärt. Der Reichsstatchalter in Hessen — Landesregie- iung — als höhere Naturfchutzbehörde hat den etwa 1,5 Kilometer westfüdwestlich von Langsdorf in der Gemarkung Birklar gelegenen „Lindenberg" in das Naturschutzbuch eingetragen unb damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt. Das Schutzgebiet ist 2,0870 Hektar groß. Bei dem Lindenberg handelt es sich um eine Erhebung, die sich aus der etwa 170 Meter über Normal-Null liegenden Umgebung auf 203 Meter Höhe erhebt. Den Heimatfreunden ist der Berg, eine Basaltkuppe, um feiner besonderen und reichen Flora gut bekannt und bisher schon als Naturschutzgebiet betrachtet worden. Es handelt sich um eine Steppeninsel mit außerordentlich reichhaltiger, ungewöhnlicher Strauch-, Blumen- und Gräser-Flora. In „Heimat im Bild" des Gießener Anzeigers I Nr. 33 vom 17. August 1939 war dem Lindenberg unb seiner Flora von berufener Seite eine ein» I gehenbe Schilderung gewidmet. wollen: Liebe zu Berg und Boden, Verständnis für die Seele der Heimat. Auch das ist Dienst am Volk und Dienst an Gott: Ehrfurcht zu pflanzen vor dem Geist der Väter, das Kulturgewissen zu wecken und zu schärfen für die schönen und guten Dinge unserer eigensten Geschichte. Dann wird man nie mehr dazu kommen, seine herrlichsten Tore, Gebäude, Bildwerke, Berge zu zerstören und gering zu achten. Dornotizen. Tageskalender für Wittwoch. Populärwissenschaftlicher Vortrag der Universität: 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Professor Dr. Glöckner über „Einführung in die Aesthetik der bildenden Künste". — Stadt- theater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Tosca". — Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein, Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Arbeitsgemeinschaft mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 Uhr im großen Saal des Gesellschaftshauses, Sonnenftraße, Film- und Licht- wissen gegen Carlotti hatte, denn sie hatte ihm fest versprochen, niemals seinen Namen preiszugeben. Er wünschte der Mann zu sein und zu bleiben, ber nie unb nirgenbs genannt mürbe. Das war mißglückt. Otto-Erich Hegg hatte ben Namen herausbekommen. Zu bumm, baß sie nicht immer alle Briefe zerrissen hatte! Sie dachte nach. Ihr Geficht wies Züge tiefsten Grübelns. Ludwig Carlotti war tot. tote hatte ihn geliebt. Gewiß, sie wollte ihr Gefühl nicht verkleinern. Sie war traurig, aber mehr noch entsetzt. Wenn Carlotti ermordet worden war, erschossen, wie hier stand, dann gab es einen Mörder; und viel schlimmer als die Trauer um den Toten war bie Vorstellung, baß sie wahrscheinlich den Mörder kannte. Ihre Stirn wurde kraus; sie seufzte tief. Für sie bestand eigentlich gar kein Zweifel. Hegg hatte gestern abend Carlotti erschossen. Sie wußte, daß Hegg ein passionierter Schütze war. An keiner Schießbude kam er vorbei, und er schoß gut. Jedesmal, wenn sie vergnügt unterwegs gewesen waren, zog sie mit ein paar Preisen, einem Teddybär ober einer Handvoll Luftballons nach Hause. Das alles fiel ihr schreckhaft ein. Sie raffte sich auf, las noch einmal die Zeitung. Der Mord sollte gestern abend vor Mitternacht geschehen sein. Sie wußte, das Stück war sehr spät aus. Hegg hätte nicht bis zwölf Uhr im Westen sein können, roo bie Nettelmannstraße lag, benn es war ein historisches Stück, und Hegg mußte im letzten Akt noch auftreten. Er würde also mit dem Pe- rückenabnehmen, Bartentfernen und Abschminken länger zu tun gehabt haben. Wenn er aber nun gestern gar nicht spielte? Sie nahm die Zeitung auf. Das erste, was ihr in die Augen fiel, war die Besprechung einer gestern abend am Schiffbauerdamm erfolgten Premiere. Wo hatte sie vorhin ihre Augen gehabt! Sie überflog bie Darstellernamen. Otto-Erich Hegg war nicht genannt. Sie hatte das gewußt. Das Blatt entfiel ihr und glitt schräg bis vor die Füße der Telephonistin, bie es aufhob. Die Gewißheit war da! Hegg war der Mörder Carlottis! Entsetzlich, grauenhaft. Besonders, da es ihretwegen geschehen war. Sie entsetzte sich vor sich selber. Kortjetzung solgt^ fährdet, und Stockungen machen sich überall merkbar. Ueberschwemmungskatastrophe in einem serbischen Dorf. Heimat-Sammlungen. A5on Ludwig Iinckh. Die Zeit schreitet mit immer stürmischerem Schritt vorwärts unb zerstampft, was nicht standhält. Im vergangenen Jahrhundert ist vieles zerfallen, was hätte bleiben sollen, an ehrwürdigem deutschem Gut, und was man heute nicht mehr zugrunde gehen lassen würde. Es fehlte jenem Zeitalter die Ehr- urcht vor der Leistung unserer Vorfahren und vor >em Walten der Natur. Es war ein Armutszeugnis einer geistigen Haltung, ein Sinnbild gesunkener Kultur. für die deutsche Wirtschaft gegebenen guten Aussichten der Bedarfsdeckung. Ebenso erfreulich erscheinen nach ben umfassenben Darlegungen bes Vortragenden zahlreiche Möglichkeiten der deutschen Einfu'hrsteigerung auf dem Gebiete der industriellen Wirtschaft aus den reichen Bodenschätzen des Df träume s, wobei wiederum Rußland als Lieferant besonders in Betracht kommt. Umgekehrt bestehen für unsere beutfthe Wirtschaft erhebliche Möglichkeiten der Ausfuhr von industriellen Erzeugnissen nach den Gebieten des europäischen Ostraumes, für bie nunmehr burch ben Handelsvertragsabschluß mit Rußland der Weg frei gemacht ist. Es ergibt sich also für unser Verhältnis zu dem weiten, sowohl in der Erzeuaung und in der Ausfuhr, als auch in der Aufnahme deutscher Fertigerzeugnisse noch sehr entwicklungsfähigen Dftraum eine große wirtschaftliche Chance, die unserer Bedarfsdeckung an wichtigen Lebensgütern und umgekehrt der wirtschaftlichen Befruchtung jener Gebiete zugute kommt. Für das Großdeutfche Rsich bedeutet also ein stärkerer wirtschaftlicher Austausch mit den Oststaaten eine erhebliche Stärkung im Frieden, noch mehr aber im Kriege. Die Hörer, denen dieser Vortrag hn HinbKck auf das gerade jetzt abgeschlossene deutsch-russische Wirtschaftsabkommen zum gesteigerten Austausch russischer Rohstoffe gegen deutsche Jndustrieerzeuanisse eine besonders willkommene Aufttärung war, oanf« ten dem Redner für seine wertvollen instruktiven Darlegungen mit lebhaftem Beifall. Frostbeulen und andere Frostschäden treten in diesem Winter besonders häufig auf. Sie find lästig und hinderlich und verursachen mehr ober weniger starke Schmerzen. Bei ihrer Behandlung ist darauf Bedacht zu nehmen, daß die von Frost betroffenen Hautpartien stärker durchblutet werden. Das erreicht man, indem man diese Stellen mit der bewährten Sepso-Tinktur bestreicht, die in Flaschen zu fünfundfünfzig Pfennig und in Tupf-Röl)rchen zu neunundvierzig Pfennig in allen Apotheken und Drogerien erhältlich ist. Sepfo-Tinttm ist besonders geeignet, diese verstärtte Durchblutung des Gewebes zu bewirken, weil He die erforderliche große Tiefenwirkung besitzt. Strafkammer Gießen. Der O. E. in Lich war beschuldigt, am 11. Oktober v. I. durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht zu haben. Der Angeklagte fuhr an jenem Tage, morgens gegen 6 Uhr, mit seinem Motorrad, mit dem er die zweite Fahrt machte, bei nebeligem Wetter auf der Straße Steinbach—Gießen in der Nähe der Verdun-Kaserne den vor ihm aus seinem Fahrrad radelnden Milchhändler R. aus Steinbach an, so daß dieser einen Schädelbruch erlitt, an dessen Folgen er bald verstarb. Die Schuld des Angeklagten wurde durch das Gutachten des Sachverständigen festgestellt. Der Angeklagte hatte sich bei dieser Fahrt auch einer Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung schuldig gemacht, indem er einen anderen Radfahrer vorschriftswidrig überholte. Der Anklagevertreter beantragte wegen der fahrlässigen Tötung eine Gefän-gnisstrase von vier Monaten und wegen der Uebertretung eine Geldstrafe von 50 RM. Der Verteidiger beantragte, den Angeklagten wegen der fahrlässigen Tötung freizusprechen. Hinsichtlich der Uebertretung stellte er die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Der Angeklagte wurde der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit einer Uebertretung der Reichsstraßen- Derkehrs-Ordnung schuldig erkannt und zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten und einer Geldstrafe von 50 RM., Hilfsweise zehn Tage Haft, verurteilt. Strafmildernd wurde berücksichtig, daß der Angeklagte sich des Getöteten sofort annahm, straferschwerend dagegen, daß er trotz seiner geringen Fahrkenntnisse erheblich fahrlässig handelte. In der Urteilsbegründung wurde ausdrücklich festgestellt, der Angeklagte habe die Fahrtgeschwindigkeit nicht so eingerichtet, daß er jederzeit in der Lage gewesen wäre, das Motorrad zum Stehen zu bringen, und daß er die erforderliche Sorgfalt, zu der er als Kraftfahrer besonders verpflichtet war, außer acht gelassen habe. Der H. Sch., der W. Sch. und der L. Sch., alle in Lauterbach, waren angeklagt, am 4. Dezember v. I. in Lauterbach aus einem fremden Anwesen zwei Hasen im Werte von 14 RM. unter Ausnutzung der Verdunkelung entwendet zu haben. Die Angeklagten waren geständig. Der Schaden ist ersetzt. Der H. Sch. gab an, er habe die beiden Mitangeklagten verführt. Der Anklagevertreter vertrat die Ansicht, daß die Verordnung gegen Volksschädlinge nicht zur Anwendung kommen könne und beantragte gegen H. Sch. als den Verführer eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, gegen den W. Sch. eine Gefängnisstrafe von acht Monaten und gegen den L. Sch. eine Gefängnisstrafe von vier Monaten. Die Angeklagten wurden des Diebstahls schuldig erkannt. Es wurden verurteilt: H. Sch. zu einem Jahr Gefängnis, der W. Sch. zu vier Monaten urid der L. Sch. zu zwei Monaten Gefängnis. Den Angeklagten wurde je ein Monat Untersuchungshaft angerechnet. Strafmildernd wurde der geringe Wert berücksichtigt. Der Haftbefehl gegen den L. Sch. wurde aufgehoben und ihm für den Rest seiner Strafe eine dreijährige Bewährungsfrist bewilligt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Februar. Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine zeigte ausreichende Beschickung. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 30 bis 65 RM., Hännnel 35 bis 51, Schafe 25 bis 44, Schweine 49,5 bis 55,5 RM. Aus her engeren Heimat. Spar- und Oarlehnskaffe £oilar. 3 Lollar, 13. Februar. Am Sonntag fand im „Löwen" die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Spar- und Darlehns- kasfe Lollar unter Leitung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Martin T a u b e r t, statt. Aus dem Geschäftsbericht des Vorstandes für das Jahr 1939 ergibt sich folgendes Bild: Trotz des Krieges ist eine erfreuliche Entwicklung und ein günstiges Ergebnis zu berichten. Der Mitgliederstand ist gestiegen. Eine starke Steigerung erfuhr der Umsatz. Er betrug auf einer Hauptbuchseite 4 980 342,03 RM., mithin ist der Gesamtumsatz 9 960 684,06 RM. Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, welche Arbeit von der Kasse zu leisten war. Wenn sich in den vergangenen Jahren die Entwicklung bei den Spareinlagen bereits erfreulich zeigte, so ist die diesmalige Erhöhung der Spareinlagen von 442 374,21 RM. auf 575 614,24 RM. besonders zu begrüßen. Hierzu ist zu bemerken, daß im Berichtsjahr 335 231,45 RM. neueingelegt wurden und 201991,42 RM. zur Rückzahlung gelangten. Im verflossenen Jahre ergaben sich 1516 RM. neue Spareinlagen bei der Schulsparkasse. Die beste Stütze dieser Einrichtung ist die Lehrerschaft. Der Stand der Darlehen hat sich gegenüber dem Vorfahr nicht verändert. Die Hypotheken beliefen sich am Ende des Jahres auf 242 134,83 RM. Auf neue Hypotheken wurden 47 776,27 RM. ausgeliehen. Die Zurückzahlungssumme belief sich auf 16 385,96 RM, sodaß der Zugang gegenüber dem Vorjahr 31390,31 RM. beträgt. Am Bilanztage standen der Kasse 340 360,55 RM. zur Verfügung. Die Liquidität beträgt 48 v. H., sie ist als sehr gut und über das übliche Maß hinausgehend zu bezeichnen. Der Gewinn aus dem Geschäftsjahr 1939 beträgt 3783,39 RM., gegenüber 2258,93 RM. im Vorjahre. Trotz der Senkung aller Sollzinsen um 0,25 v. H. wurde für 1939 ein höheres Gewinnergebnis erzielt. Aus dem Bericht ergibt sich, daß die Spar- und Dahrlehnskasse Lollar zu den besten Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Bei der statutengemäßen Wahl zum Vorstand wurde für den seitherigen Rechner Heinrich Moos VI. Erich Espich und ersterer als Vorstandsmitglied gewählt. Der Aufsichtsratsvorsitzende T a u b e r t und Aufsichtsratsmitglied Wagenbach schienen nach dem Statut aus, sie wurden in ihren Aemtern erneut bestätigt. Dann wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. 3n feiner Werkstatt tödlich verunqlückt. A Schotten, 13. Febr. Am heutigen Dienstagnachmittag ereignete sich hier in der Werkstatt des Schlossermeisters E r n st S t a n g ein folgenschwerer Unglücksfall. Schlossermeister Stang war mit dem Schweißen eines Benzinbehälters beschäftigt. Dabei entwickelten sich Gase, die zu einer Explosion führten, bei der der Behälter zerrissen wurde. Stang wurde von herumfliegenden Metallstücken so schwer am Hinterkopf getroffen, daß er tot zu Boden sank. Zwei Lehrlinge, die in der Nähe ihres tödlich verunglückten Meisters arbeiteten, kamen wie durch ein Wunder unverletzt davon. Durch den starken Luftdruck der Explosion wurden die Fensterscheiben der Werkstatt zertrümmert und auch sonst in dem Raume noch mancherlei Schaden angerichtet. Der tödlich verunglückte Handwerksmeister war 37 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder. Er war erst vor kurzem von der Front zurückgekehrt, um hier seinen Handwerksberuf wieder ausüben zu können. Landkreis Gießen. cv> Langsdorf, 13. Febr. Unser Gesangverein „Concordia" veranstaltete am vergangenen Samstagabend im Saal des Deutschen Hauses einen Konzertabend, der eine wohl- gelungene Abwechslung im Leben des Dorfes bedeutete. Die Lieddarbietungen des Abends wurden von dem veranstaltenden Verein allein bestritten. Der Chor zeigte dabei, daß er unter der Leitung feines Dirigenten Häuser (Watzenborn-Steinberg) eine beachtenswerte Entwicklung zu verzeichnen hatte. Alle zu Gehör gebrachten Chöre waren musikalisch und sprachlich gut durchgearbeitet. Der Vereinsführer, Bürgermeister Kneipp, begrüßte die Freunde des deutschen Liedes mit herzlichen Worten. Er betonte, daß die Veranstaltung nicht etwa eine Note der Leichtfertigkeit in den Ernst der Kriegslage bringen wolle, aber die Pflege des deutschen Liedgutes dürfe auch während des Daseinskampfes des deutschen Volkes nicht vernachlässigt werden. Der Abend brachte neben gesanglichen Darbietungen auch Instrumentalmusik in Solis und Terzetten von Violine, Cello und Klavier. Einige humorvolle Gedichtvorträge in heimischer Mundart trugen ferner zur Unterhaltung bei. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten Ochsen 41 bis 45,5, Bullen 38,5 'bis 44,5, Kühe 17 bis 43,5, Färsen 39 bis 44,5, Kälber 30 bis 64, Schafe 37 bis 45 Rpf. je V- kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 und mehr kg) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09, c (100 bis 119,5 kg) 1,07, d (unter 100 kg) 1,01, e—f (unter 80 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Marktverkauf: alles zugeteilt, ausverkauft. Rhein-Mainifche Börse. Tendenz fest. Frankfurt a. M., 13. Febr. Am Aktienmarkt standen Verein. Stahlwerke im Vordergrund mit 111 bis 111,75 (110,65), auch Rheinstahl reger mit 139 (138,65), dagegen Klöckner nach eintägiger Pause 1,50 v. H. schwächer mit 123,25. Von Elektroaktien setzten Licht & Kraft ihre Aufwärtsbewegung um 3,25 v. H. auf 169,25 fort, lebhaft gingen AEG- mit 131 bis 131,50 (130,50) aus dem Verkehr. Die Farben-Aktie stieg auf 176 (175,40) und Scheideanstalt auf 241 (240). Im übrigen kamen noch Auto- und Maschinenwerte bis 1 v. H. höher an. Am festverzinslichen Markt schwächten sich Reichsaltbesitz um 0,40 o. H. ab auf 140,75. Jndustrie-Obligationen zeigten leichte Schwankungen, der Rentenmarkt lag wenig verändert. In der zweiten Börfenstunde ließ das Geschäft zwar erheblich nach, die Haltung blieb aber fest. Fest lagen Demag mit 149,75 nach 147,75, auch Rheinmetall 130 nach 129, die übrigen Maschinenwerte lagen ruhig. Sonst notierten u. a.: AEG. 132 nach 131, Licht & Kraft 170 nach 169,25, Scheideanstalt 242 nach 241, Rheinstahl 139,50 nach 139, Daimler 132 nach 131,75 und Berger Tiefbau 143,75 bis 144 (141,90). G.A.-Sport. Wettbewerb der KdK.-Eportgruppen. Auf Anordnung des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, wird vom Sportamt der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" auch im Kriegs- fahr 1940 in allen Gauen der Wettbewerb der KdF.« Sportgruppen durchgeführt. Der Wettbewerb wird, wie aus der Ausschreibung des Sportamtes KdF. heroorgeht, in diesem Jahr für Männer und Frauen getrennt ausgetragen. Teilnahmeberechtigt find die Sportgruppen von Betriebssportgemeinschaften, der Arbeitsgemeinschaften von Kleinbetrieben und von offenen KdF.-Sportkursen. Jede Sportgruppe besteht aus mindestens 16 und höchstens 20 Männern oder Frauen. Schi-Kriegsmeisterschaften in Ruhpolding. Die deutschen Schi-Meisterschaften, die am Wochenende in Ruhpolding entschieden werden, sehen die gesamte deutsche Spitzenklasse am Start. Im Langlaus starten u. a. der Dorjahrsmeister Feldwebel Burk (München), die Tiroler Demetz, Baur und Wöß und der Schlesier Leupold, zum Sprunglauf haben Titelverteidiger Weltmeister Sepp Bradl (Salzburg), Sepp Weiler (Oberstdorf), Kraus (Johanngeorgenstadt) und Gregor Höll (Mallach) gemeldet, und die aussichtsreichsten Anwärter auf den Sieg in der nordischen Kombination sind Weltmeister Gustl Berauer, der auch den Titel verteidigt, und Heli Lantschner. Fleischmann als Europameister anerkannt. Der Internationale Motorradsport-Verband hat jetzt endlich den deutschen Meisterfahrer Heiner Fleischmann (DKW.) als Europameister der 350er-Klaffe anerkannt, nachdem er ursprünglich diesen Titel dem Engländer Mellors zugesprochen hatte. Im Sekretariat des Weltverbandes hatte man einen Sieg Fleischmanns in Irland glatt „vergessen". Jahreshauptversammlung desTurn- und Sportvereins Rodheim a. d.B. Der Turn- und Sportverein Rodheim a. d. B. hielt in der Gastwirtschaft Bechtold feine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Hofmann erstattete vor den zahlreich anwesenden Mitgliedern einen umfassenden Jahresbericht. Von den Turnern wurden verschiedene auswärtige Veranstaltungen besucht und eine Anzahl Preise errungen. Auch die Fußballabteilung, die jetzt noch mit einer ersten und einer Jugendmannschaft spielt, hatte 1939 gute Ergebnisse erzielt. Durch die Errichtung einer Umkleide- halle auf dem Sportplatz wurde einem schon lange gehegten Wunsche entsprochen. Da auch die Turngeräte in dieser Halle untergebracht werden können, ist es möglich, die gesamten turnerischen und sportlichen Uebungen auf dem Sportplatz auszuführen. Die Vereinskaffe wies, trotz einiger Sonderausgaben, einen erfreulichen Stand auf, da die Beiträge fast restlos eingegangen sind. Der Vereinsführer dankte allen Mitarbeitern für ihre aufopfernde Tätigkeit im verflossenen Jahre und ermahnte zu ganzem Einsatz auch für die kommende Zeit. 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Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Klaviere werden 660D fachgemäß gestimmt und repariert G. Ebert Klaviermacher Bleichstraße 17 Fernruf 2403 Das große Spezialhaus KÖHLER ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider-u.Punktfragen. KOHLER sorgtauchfürdie laufende Pflege Ihrer Zivil- und Uniform-Bekleidungsstücke : Aendern, Flicken, Modernisieren. Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen. Eigene Maßschneiderei für Anzüge me Deutidw Arbeitsfront Derufserziehungswerk Tlebungsstätte Gießen Folgende LEHRGEMEIKSCHAFTEBT werden bei genügender Beteiligung eingesetzt: 1. Kurzschrift (Anfänger, Fortgeschrittene und Eilschrift) 2. Maschineschreiben (Anfänger und Fortgeschrittene) 3. Doppelte Buchführung (Anfänger und Fortgeschrittene) 4. Gutes Deutsch 5. Englisch (Anfänger und Fortgeschr.) 6. Italienisch für Anfänger 7. Französisch für Anfänger 8. Arbeitsgemeinschaft für die französische Sprache (ziemlich gute Sprachkenntnisse sind Voraussetzung für Teilnahme). Anmeldung und Auskunft auf der Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, Abteil, für Berufserziehung u. Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, 1. Stock. Sprechzeit: Täglich von 8.30—12.30 und von 14—18 Uhr außer Samstag-Nachmittag. Nach Beginn ist Teilnahme nicht mehr möglich. 3-4'3lmin.' Woonung eventl. kleiner, im Ostviertel sofort od.z.l. März gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 632D and. Gieß. ArMgep erbet. Kleines, viertür. Auto in gut. Zustand, am liebsten aus Privathand geg. bar zu kaufen gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. [773D Suche einen WW-Wkll 700X18 u. zwei Reifen 600x18. Habe abzugeben einen [76oD Ml-Mor 8/40 neu überholt und eine 4- tür. Karosserie. Bruno Pastau ObermühleLich. 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