* W I -ML« - . U ?• MM MM f.. DM Mittwoch. 15. Novemberl940 Molotow vom Führer empfangen Unser Bild aeiqt den Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop (rechts), bei der Besprechung mit Molotow (links). — (Atlantik-M.) Bahnhof kompani liegeick shnes c und t* i Bcrch pi diel» nckspwü it Gietzi! Uhr ur! heutig 1 Läch \ Wo^ >chen oli Bl jo tand. =0). Ad« «ur«! g u n o w. Vom Bahnsteig geleitete der Reichsminister des Auswärtigen den Gast der Reichsregierung durch die festliche geschmückte Empfangshalle auf den “ ' ' fsplatz. Dort hatte eine Ehren- tvl. ,llC der Wehrmacht Aufstellung genommen. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Präsident Molotow die Front der Ehrenkompanie ab. Anschließend bestieg der Dor- sitzende des Rates der Volkskommissare zusammen mit dem Reichsaußennnnister den Wagen, um sich zum Schloß Bellevue zu begeben wo dre russische Abordnung für die Zeit ihres Berliner Aufenthalts Wohnung genommen hat. Am Portal des Gästehauses der Reichsregierung empfing den Prast- deuten Molotow Staatsminister Dr. Meißner als Hausherr und geleitete ihn in seine Räume. Reichs- außenminister von Ribbentrop empfing mittags den Vorsitzenden des Rates der Volkskommisiare zu Stalin steht. Er ist feit 1924 Mitglied des Politischen Büros und feit dem 19. Dezember 1930 Vorsitzender des Rates der Volkskommissare, steht also schon seit 10 Jahren an der Spitze der sowjettussischen Regierung. Er hat sich mit der landwirtschaftlichen Kollektivwirtschaft und der Mechanisierung im Donez-- !- eqerne !- deutsch l- • gegangen. Ribbentrop zu einer lungeren Aussprache. Herr Molotow war von dem stellvertretenden Volkskommissar für Auswärtiges Dekauosow begleitet. Line Abteilung der ff-Cdbffanbatfe erwies bei der An- und Abfahrt die militärischen Ehrenbezeugungen. Der Empfang in Verlm. Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer biS8'/,Ubr desBormttMgS Angela en-Preise i Anzeigenteil 7 Nvt ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Stof, te mm bei 70 mm Zeilenbrett« Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengen,taffel B Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25J/o mehr fett 1917, also fett 23 Jahren, in einem per« sönlichen Freundschaftsverhältnis zu am Montag sehr heftig In yroßer Anzchl wurden deutsche Sttirzkampfflleger emgesetzt. Der Uuterstaatssekretär im britischen Kriegsministerium, Sir Edward Grigg, forderte in einer Rede, man müsse Italien wegen der Beteiligung der italienischen Luftwaffe an den Angriffen gegen England zu Lande, in der Lust und auf See schlagen, das Land Italien in zwei Stücke zerspalten und den Kampf gegen Italien beginnen, wo und wie immer man ihn aufnehmen könne. Die beiden Häuser des britischen Parlaments treten am Dienstagnachmittag an einem nicht b e kann tg e g eb e- nen Platz in England zusammen. Nach Mitteilung des britischen Nachrichtendienstes wurden zu Beiginn der Si&ung rm Unterhaus ebenso wie im k toit-j »fönte W M - > »itihti Jen 9t den tk« er h in H iutu ten$» 3JW mW . nte »bk nte ur: ium tz n mute Tor ü igegen-: r oerlifi Alsh sich k ubrechL Berlin. 12.Jtoo. (DJtB.) Der Führer empfing heute uachmittug In der Neuen Reichskanzlei den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR, und Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Herrn 2B.HL Molotow in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von einer Besprechung. Empfang des Reicksaußenministers zur Ehren Molotows. Berlin. 12.3too. (DRV.) Zu Ehren des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR, und Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten Herrn D. 2IL Molotow gab der ReichsElster des Auswärtigen von Ribbentrop am Dienstagabend einen Empfang im Hotel Kaiserhof. an dem die Begleitung des Herrn Molotow, der sowjetrufsifche Botschafter mit den Angehörigen der sowjetrussischen Botschaft und führende Persönlichkeiten von Staat. Partei und wehr- macht Teilnahmen. Kolotow. In einem Teil der Auflage wiederholt. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommisiare, der UdSSR, und Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Molotow, dessen eigentlicher Name Skrjabin ist, während Molotow em politischer Deckname ist, der Hammer bedeutet, wurde tm Februar 1890 im Gouvernement Wjatka als Sohn eines Kaufmanns geboren, steht also im 51. Lebensjahr Als Kasaner Student lernte er unter dem Zarenregime Gefängnis und Verbannung kennen. Für die Laufbahn Molotows, der schon eine Reihe hoher politischer Aemter in Sowjetrußland bekleMet Hal, war bestimmend die Tatsache, daß er schon Kohlenrevier beschäfttgt. Als er von Stalin als Nachfolger Litwinows auch auf dem Posten des Volkskommissars für Auswärtige Angelegenheiten berufen wurde, bestand feine erste Amtshandlung darin, daß er die Aufhebung der Zensur für die Moskauer Ausländskorrespondenten anordnete. Der Vorgang war bezeichnend für den neuen Geist in der sowjetrussischen Außenpolitik. Molotow, der et* und vergebliche Bemühungen unternommen würden, nut Rußland zu einer Verbesserung der Beziehungen zu kommen. Der Londoner Vertreter von „Tokio Ni-shi Nishi" schreibt, offizielle Kreise in London verfolgten mit gespanntester Aufmerksamkeit die Molotow-Reise. Die Berliner Besprechungen fänden, so gebe man in London zu, in einem Augenblick statt, da sich die enalisch-mssischen Beziehungen in einem chaotischen Zustand befänden. Das Echo in der Schweiz. Genf, 12.Nov. (Europapreß.) Zur Reise Molotows nach Berlin schreibt die „Suisse": „Man kann dem Besuch Molotows eine große Bedeutung beimessen, indem man einfach die Anzahl und den Einfluß der verschiedenen Spezialisten feftftellt, die ihn begleiten. Offiziell erwidert der sowjettus- sische Außenkommissar den Besuch, den Ribbenttop im August 1939 machte. Aber es kann niemand entgehen, daß es sich um etwas ganz anderes handelt, als um einen simplen Höflichkeitsakt. Eine wichtige Tatsache ist auch, daß Rußland auf die Annäherungsversuche Englands nicht eingegangen ist." Rege« undNebel überLondon. Stockholm, 12. Nov. (Europapreß.) London und der Südosten Englands erlebten in der Nacht zum Dienstag stürmische Stunden vor Mitternacht und ruhige Stunden nach Mitternacht. Dichter Nebel und regnerisches Wetter schützten die Hauptstadt während des großen Teiles der Nachtstunden, jedoch hinderte das deutsche Maschinen nicht, schon bei Einbruch der Dunkelheit am Montagabend Anariffe ernzuleiten, dre erst gegen Mttternacht abschlossen. Gleichzeitig wurde der Südosten angegriffen. Die deutschen und italienischen Luftangriffe auf London waren mich Feststellungen des englischen Nachrichtendienstes Rohstoff - Entfernungen. Zum deutsch-russischen Güteraustausch. Die Engländer, denen nacheinander die nahen Dersorgungsgebiete gesperrt worden sind, trösten sich mit Berechnungen darüber, wie wenig Vorteil Deutschland von den entfernten russischen R o h* toff-Gewinnungsstätten habe. Sobald im Iralgebiet, in Zentralasien oder in Sibirien neue Erz- oder Mineralölfunde gemacht werden, heißt es, daß von dort bis zu der deutschen Grenze so und o viele tausend Kilometer zurückzulegen seien, und )aß sich dadurch die Lieferungen ungeheuer verlang« amen und verteuern würden. Das ist erst kürzlich roteber von zwei Fundstätten behauptet worden^ über die geradezu sensationelle Berichte aus Rußland eingegangen sind, von den Erdöllagerstätten im „zweiten Baku" und von den Erzfeldern in Kasakstan. Das zweite Baku" ist ein Ostgebiet zwischen dem Fluß Kama (einem linken Nebenfluß der Wolga) und dem Uralgebirge in der Nähe der bei« den ostrussischen Städte Ufa und Sterlitamak. Es ist erst vor wenigen Jahren entdeckt worden und wird meist unter dem Namen „Erdölgebiet von Jschimbajewo" geschildert. Es hat durch Erschließung einer Reche von Petroleum-Fontänen eine geradezu stürmische Steigerung der Förderung zu verzeichnen. Im Jahre 1938 erreichte es bereits fast 2 Millionen Tonnen und damit fast ein Drittel der gesamten ^Erdölausbeute Rumäniens. Das Erd* ölgebiet hat Rohrleitungen nach den beiden genann- ten Städten und sogar eine Bahnverbindung nach Ufa. Es liegt nicht weit von einem der bedeutendsten unter den neuen sowjettussischen Industrie- rayons, dem von Magnitogorsk und Orsk im süd- Unter Bild teiqt Molotow, wie er in Begleitung des Reichsministers des Auswärtigen v.R i b b e n- trov die Front der vor dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie adeltet. Ganz links General- feldmarfchall Keitel. — etenaaS Beilagen: Die Illustrierte Siebener ftqmilienblätter Heimat imBild DieSckolle Mvnats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 übne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auch bei Nickterfcketne« von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanfckluß 2251 Drahtansckrift: „Anzeiger" Pottfckeck 116»» krankt. M lichen Uralgebirge. Die Erzlagerstätten von Kasakstan (ösllich vorn Kaspischen Meer) enthalten neben Kohle die wichtigen Metalle Mangan, K u p« f e r und Nickel und befinden sich in schneller, gün« {tiger Entwicklung. Sie liegen verkehrsmäßig weniger günstig als das Erdölgebiet des „zweiten Baku". Die einzigen Bahnlinien find zur Zeit noch die bereits lange vor dem Weltkriege gebaute Strecke Orenburg—Taschkent und eine vor einigen Jahren von der sibirischen Bahn südlich bis Karaganda geführte Strecke. Dazu soll eine Verbindung von Karaganda nach Magnitogorsk, einem Zentrum der sowjettussischen Eisengewinnung, treten. Wenn in Deutschland, die Entdeckung und Erschließung neuer Erz- und Pettoleuim-Lagerstätteni in entlegenen Teilen der russischen Räteunion ttotz der großen Entfernung solcher Fundorte mit lebhaftem Interesse verfolgt wird, so hat das seine auten Gründe. Das in schnellem industriellen Aufschwung begriffene Rußland ist oerständlicherweise beftrebt, zunächst einmal seinen eigenen wachsenden Erdöl- und Metallbedarf zu Decken. So erklärt es sich z. B., daß Rußland ttotz der Verviel* fachung seiner Aluminiumgewinnung in den letzten Jahren dock noch seine Einfuhr erhöht hat; der B e * darf an Aluminium, besonders für die Flugzeugfabrikation, hat eben schneller zugenommen als die eigene Bauxiterzeugung. Aber bisher waren die alten, immer noch sehr ergiebigen und frachllich viel günstiger gelegenen Erdöl- uno Erzgebiete des Kaukasus und der Ukraine auch die hauptsächlichen Lieferanten für den inländischen Bedarf und mußten daher ihre Ausfuhr nach Westen in gewißen Grenzen halten. Wenn nun in Ostrußland, in Russisch-Zentralasien und in Westsibirien neue Bodenschätze gefunden werden, läßt sich der inner- russische Bedarf aus diesen neuen Gebieten befriedigen und die Produktion der allen Fundstätten wird für die Ausfuhr, also auch für die Er- Schock in London. Japanische Feststellungen zmn Molololv- Besuch. Tokio, 12. Nov. (Europapreß.) In ihren Betrachtungen zur Reise Molotows unterstreichen die japanischen Blätter die Ueberraschung und Ratlosig- kell der englischen Regierung. Besonders fühlt stth England, so heißt- es in elftem Berscht der „Asahi Shimbum", von der Tatsache bettoffen, daß während Moskau eine eindrucksvolle Mission nach Berlin schickt, die englisch-sowjetrussischen Be- ziehungen weiterhin unklar und schwierig bleiben. Trotz aller Bemühungen Englands, so meldet „Nishi Nishi Shimbun", sind die Beziehungen zwischen England und Rußland höchst unbefriedigend. Der Londoner Vertreter von „Mijako Shimbun stellt fest, daß die Reise Molotows nach Berlin für die britische Regierung und das englische Volk eine sensationelle Ueberraschung mit schock ähnl i che r Wirkung gewesen sei. Selbst Kreise des brittschen Außenamtes sprächen von einem Blitz aus heiterem Himmel. Man sei um so nervöser, als rrornhs rn lpfeter .'Reit enallickersetts zccktteicke Oberhaus Gedenkworte für den verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Chamberlain gesprochen. Daily Mail sagt, daß es höchste Zett sei, die Einführung von nicht wichtigen Lebensgütern einzuschränken unb schärfer zu rationieren. Dringend warnt Daily Mail vor der gefährlichen optimistischen Selbstgesälligkett, mit der Brttannien in den Krieg gezogen sei. Die größte Bedrohung Londons liege auf dem Meere, wo England im Gegensatz zum Weltkriege allein kämpfen müsse. Auch der britische Ernährungsminister W o o l t o n machte auf weitere Verknappung aufmerksam, die es mit sich brächte, daß manche Lebensrnittel vom Speisezettel ganz verschwinden würden. ,^ZHr werdet nicht viel Bacon bekommen", so erklärte der Ernährungsminister, ,4venn die Vernichtung der Konvois und die Bombardierung der Lebensmittettager weiter anhält, wird England ohne Bacon auskommen müssen." Der Lteberfall de Gauttes auf Libreville. Genf, 12. Nov. (DNB.) Ein Bericht des französischen Kolonialministeriums besagt, daß bis Mon- tagabenb in Vichy keine Bestätigung der von ausländischen Rundfunksendern angekündigten Uebergabe von Libreville, der Distrikt- Hauptstadt von Gabun, nach dem Ueberfall durch die englischen Fremdenlegionäre de G a u 11 e s eingetroffen sei. Dagegen habe der Vizegouverneur von Französisch-Aequatorialasrika, General Tetu, am 10. November abends dem französischen O b e r = Fommiffar in Dakar mitgeteilt, daß auf die Aufforderung an den Anführer der Rebellen, die Zivilbevölkerung evakuieren zu lassen, dieser geantwortet habe: „Sie sind von allen Seiten eingeschlosien. Es hängt von Ihnen allein ab, blutige und unnütze Kämpfe zu vermeiden. Ich bestehe erneut darauf, daß Sie die Stadt übergeben. — General Tetu schloß, daß die mörderischen Kämpfe vor den Toren der Stadt weitergehen. Seii Sonntag abend hat der Oberkommissar in Dakai keine telegraphische Verbindung mit Libreville mehr Port Gentll befindet sich aber immer noch in den Händen der loyalen französischen Stteitkrafte. d ja isl" jrjurö* W.«'* shänM ; Sera $ \ sonst - seine , Sie ahm ein:! erinM ch-" * ak aus y- jeine nahe. der hren W sagte st habens ichtet, W hluckte f- t i (N ■ .Fahrt' Ste ni* {90. Jahrgang Nr 269 G fr J nülllD GletzenerAnzelger General-Anzeiger für Oberhessen $*l«ie8ekS*el|kate r» GchtvereTrefferineinemGroß-Gaswerk Neue erfolgreiche Angriffe auf London und zahlreiche kriegswichtige Betriebe in Eüd- und Mittelengland. Der Wehrmachidertcht vom Dienstag. Berlin, 12.Rov. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die gestern bekanntgegebenen vergettungs- angriffe deutscher K a m p f o e r b ä u d e gegen London in der Nacht vom 10. zum 11. November haben in den Verkehrsantagen nördlich von Warmwood, Scrubs und im Stadtgebiet von willesden, hartesden und South-Acton große Brände hervorgerufen. Lin Großgaswerk erhielt mehrere schwere Treffer. 3m Stadtteil Ley- ton sowie in Bermondsey entstanden weitere ausgedehnte Brände. 3n einem Werk der Flugzeugindustrie bei Birmingham wurden starke Stichflammen im Ziel beobachtet. Auch im Laufe des 11. November griffen Kampfflugzeuge trotz fchwierigster Wetterlage Loudon sowie zahlreiche kriegswichtige Betriebe in S ü d - und Mittelengland an. Dabei gelang es, bei Slough ein Motorenwerk, bei B'.rming- ham eine Gasfabrik und Industrieanlagen, bei Orford ein Rüstungswerk und bei Folkestone ein Brücke schwer zn treffen. Sturzkampffliegerverbände griffen, wie bereits gemeldet, im Seegebiet südostwärts Harwich einen stark gesicherten britischen Gelellzug au. Trotz heftiger Flak- und 3agdabwehr gelang es, sieben Handelsschiffe mit etwa 44 000 BRT. zu versenken, fünf weitere schwer zu beschädigen. Ein Fernaufklärer versenkte im Atlantik einen Frachter von 2500 BRT. Seeflugzeuge erzielten Volltreffer auf zwei britischen Handelsdampfern mit zusammen 14 000 BRT. Ls kam am Tage zu heftigen Luflkämpfen, in deren Verlauf 14 feindliche Flugzeuge ab- geschossen wurden. Der Gegner unternahm in der Rächt zum 12. Ro- oember keine Einflüge in das Reichsgebiet. Bei den Kampfhandlungen am 11. Rovember zeichneten fich Verbände des italienischen Fliegerkorps durch einen erfolgreichen Vorstoß gegen einen Hafen an der englischen Ostküsle aus. Dabei kam es zu stärkeren Lustkämpfen, in deren Verlauf die italienischen Jäger sieben britische Jagdflugzeuge ab- fchoffeu. Die gestrigen Gesamtverluste des Feindes betrugen 22 Flugzeuge, davon eins durch Flak- artillerie. Sieben deutsche und sechs italienische Flugzeuge werden vermißt. Verschärfung der Lustangriffe in Griechenland. Rom, 13. Nov. (Guropapreß.) Der italienische Angriff in Griechenland hat feit Montagfrüh eine Verschärfung- erfahren. Die Munitionsdepots von Larissa und die Straßenbahnverbindungen dieser Stadt wurden bombardiert, ferner die Verghänge, durch die die Straße Janina- Metz o v o führt. Weiter bombardierten die Italiener die Gebirgskämme zwischen den Orten Der- nicu, Bilinka, Capestira sowie die Gebirgsrü.^en zwischen den Orten Shagu, Revani und Calevitsa. Ferner werden starke Bombardierungen der b r i- tischen Kriegsschiffe im Golf von Suda (Kreta) gemeldet. Hier haben italienische Sturzkampfflieger aus 300 Meter Höhe zwei englische Kreuzer mit Bomben belegt und Treffer gemeldet. Auch die Insel Korfu wurde am Dienstag heftig von der italienischen Luftwaffe bombardiert. Die Hauptstadt der Insel hatte vier Luftangriffe zu überstehen, wobei die italienischen Flugzeuge teilweise ihre Maschinengewehre anwenden konnten. Rach einer Mitteilung aus amtlicher ägyptischer Quelle wurden in der Nacht zum Dienstag Bomben auf den Suezkanal geworfen. In der Mitteilung heißt es, daß leichter Schaden an» gerichtet wurde. Italienische Ll-doot-Srfolge im Mtelmeer. Rom, 12. Rov. (DRV.) Der italienische Wehr- machlbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: In der Rocht zum 10. Rovember hat im mittleren Mittelmeer eines unserer U-Boote einen stärkeren englischen Flottenverband angegriffen und dessen letztes großes Schiff sicher mit zwei Torpedos, wahrscheinlich m'.t einem dritten Torpedo getroffen. Der Verlust der feindlichen Einheit, die mit Sicherheit aufs schwerste beschädigt wurde, ist als wahrscheinlich anzunehmen. In der folgenden Rächt erlangten unsere auf Fahrt befindlichen U-Boote einen neuen Erfolg, indem sie zwei Dampfer, die in einem stark geschützten Geleitzug vom zentralen Mitlelmeer nach Osten fuhren, torpedierten und versenkten. In den ersten Stunden der Rächt zum 12. Rovember griffen feindliche Flugzeuge die Flottenbasis von T a r e n t an. Die Flakabwehr des Kriegs- Hafens und der im Hafen liegenden Schiffe hat energisch eingegriffen. Eine einzige Einheit ist schwer getroffen worden. Keine Verluste. Sechs feindliche Flugzeuge wurden abgefchof- fen und ein Teil der Besatzung gefangen genommen. Drei weitere wurden wahrscheinlich abgeschossen. In E p l r u s wurden feindliche Versuche in Richtung auf Kalibari glatt abgeschlagen. Unsere Luftwaffe hat wiederholt starke Bombenangriffe auf militärische Ziele von Janina, Met- 3000, Kastoria, Korfu, Larissa und auf dem Isthmus des Prepa-Sees durchgeführt. Alle nufere Flugzeuge sind zurückgekehrt. In Rordafrlka wurden feindttche motorisierte Verbände von unseren Schnellen Truppen in der Gegend von Alam et Hadschi (südöstlich von Sidi el Batani) in die Flucht geschlagen. Unsere Fliegerformationen bombardierten mit Erfolg den Flughafen und den Bahnhof von Burg el Areb (südwestlich von Alexandrien), den Flugplatz von Maaten Bagusch, Barackenlager und feindliche Stellungen in Marsa Malruk. Feindliche Flugzeuge warfen Bomben ab bei Demo, wo Wohnhäuser getroffen und zwei Tote und zehn Verwundete, hauptsächlich mohammedanische Linder, zu beklagen sind; auf Benghasi, wo die Gefängnisanlagen getroffen und drei tote und zehn verwundete Mohammedaner gewählt wurden; in der Gegend von Bardier und Sidi el Barani, ohne Schaden anzurichten. In O st a f r l k a wurden wiederholte feindliche Angriffe auf Gallabat abgewiesen. Brasiliens Neutralität. Rio de Janeiro, 12. Nov. (DNB.) Bei Abschluß der Zehnsahvesfeier seiner Regierung legte der brasiilianische Präsident Vargas vor Unternehmer- und Arbeitersyndikaten einen Rechen- schastsbericht über die wirtschaftliche und voliti-sche Aufbauarbeit während des letzten Jahrzehnts ab, wobei er entschieden den nationalen C h a r a k- t e r dieser Aufbauarbeit betonte. Brasilien habe seine Leistungen mit seinen eigenen Mitteln verwirklicht. Brasilien habe die Haltung strikter Neutralität im Europakrrsg bewahrt und damit sogar bei den Kriegführenden selbst Beifall gefunden. Er beabsichtige, die Neutra- füllung des deutsch-russischen Wirtschaftsabkommens vom 11. Februar, frei. Unter den „alten" Fundstätten Rußlands hat man die Manganfelder der Ukraine (Nikopol), die Man- aangru'ben des Kaukasus (Tschiatury), die Kupfer- fundstätten des mittleren und südlichen Kaukasus und vor allem die Erdötterrains von Baku, Grosny und Maikop zu verstehen. Sie sind noch in hohem Maße ergiebig und sind erst vor kurzem durch neue geologische Forschungen in ihrenk Wert und chren Zukunftsaussichten bestätigt worden. Dies ergibt sich auch aus der Tatsache, daß die Förderungs- ji-fjexn dieser Gebiete bis in die neueste Zett hinein steigende Tendenz gezeigt haben. Von fachmännischer Seite ist^ festgestellt worden, daß der deutsch-russische Warenaus- tausch, der vor fast einem Jahr durch das deutsch- russische Wirtschaftsabkommen eingeleitet worden ist, zu voller Zufriedenheit beider Teile funktioniere. Gleichzeitig ist eine Meldung ergangen, die für die Zukunft eine noch reichlichere Belieferung Deutschlands mit Rohstoffen und Lebensmitteln aus Rußland erwarten läßt: Einer der wichtigsten in Ausbau befindlichen westrussischen Kanäle,der Dnjepr- B u g - K a n a l, wird in allernächster Zeit dem Verkehr übergeben werden. Dieser Kanal wird allo das Schwarze Meer mit der Ostsee verbinden. An der Schwarzmeerküste oder doch in ihrer Nähe liegen die erwähnten südrussischen Mineral-Fundstät- ten der Ukraine und des Kaukasus. Dom Hasen Mariupol am Asow'schen Meer (dem nördlichen Anhängsel des Schwarzen Meeres) und von Cherson und Odessa am Schwarzen Meer wurden die unweit gewonnenen ukrainischen Manganerze zur Donaunmnduna und donauaufwärts ober auf dem Seewege nach Deutschland transportiert, wenn man den teureren Eisenbahnweg vermeiden wollte. Don den Mangan- und Kupfer-Lagerstätten des Kaukasus führt eine Bahn nach den Schwarzmeerhäfen Datum und Poti, und das Bakuer Erdöl kann auf zwei Rohrleitungen nach Batum gepumpt werden. Jetzt ist für diese Rohstoffgebiete ein zuverlässiger Binnenschiffahrtschea nach Deutschland geschaffen. Unter dieser Beleuchtung stellen sich die „Rohstoff- Entfernungen", die man in England mit Vorliebe dem deutschen Gegner vorhält, in wesentlich anderem Lichte dar. Cr. Oie Auswirkungen des Erdbebens in Rumänien. Bukarest, 12. Nov. (Europapreß.) lieber die Opfer und Schäden des Erdbebens ist eine amtliche Aufstellung herausgegeben worden. In Bukarest sind 183 Häuser vom Einsturz bedroht, 402 Gebäude schwer beschädigt. 630 Menschen sind abdachlos. Aus dem Carlton-Hochhaus wurden bis fetzt 54 Tote und 82 Verletzte geborgen (von insgesamt 226 Betroffenen). In Galatz sind bis jetzt 34 Tote und 40 Verletzte festaestellt. Das Rathaus, die Prä- fektur, der Bischoss-Palast, mehrere Kttchen und die meisten Schulen sind unbenutzbar geworden. Die Eisenbahnverbindungen sind wegen Beschädigung der Brücken unterbrochen. Vom deutschen Umsiedlungslager wurden 2000 Betten zur Verfügung gestellt. Aus Jassy werden vier Tote und fünf Verletzte gemeldet. Weitere Opfer werden unter den Trümmern gesucht. Das Regierungsgebäude hat schwer gelitten. Ein großes Hotel ist stark beschädigt. In B r a i l a sind rund zwanzig Häuser eingestürzt, etwa fünfzia unbewohnbar geworden. Wasserleitung und elektrische Stromzufuhr sind außer Betrieb. Alle behördlichen Gebäude sind schwer beschädigt. Zwölf Personen sind ums Leben gekommen, über zwanzig wurden verletzt. Craiova meldet sechs Tote und vier Verletzte, T e c u c i zehn Tote und neunzehn Verletzte. Auch aus anderen Städten, z B. Targoviste und C a m p i n a, werden schwere Schäden und auch Opfer an Toten und Verletzten gemeldet. Innenminister General Petroolcescu erstattete dem Ministerrat Bericht über die Auswirkungen des Erdbebens. In die betroffenen Gebiete wurden Aerzte, Nahrungsmittel und Baumaterial geschickt. Die Bildung von Arbeitsmannsckaften, die mit der Legionärbewegung Zusammenarbeiten sollen, ist im Gange. Umfangreiche KreditbewilliauNgen zur Unterstützung der von dem Erdbeben Betroffenen stehen bevor. Der Iustizminister gab bekannt, baß die Verantwortlichen für die Katastrophe des Carlton-Hauses verhaftet worden seien. Jakob Schaffner. zum 65. Geburtstage des Dichters am 14. November. Jakob Schaffner ist ein Landschaftssucher. Don der Schweiz kommt er her. Er hat als Handwerksgeselle Belgien, Holland und Frankreich durchwandert. Er hat in Süddeutschland gelebt, in Nord, deutschland, in Mitteldeutschland — er hat sich dort nicht bloß umgesehen, sondern eindringlich und tätig, Leid und Freude auf sich nehmend gelebt Immer hat er sich der Landschaft geöffnet und hat darum auch Entscheidendes aufnehmen können. So ist er sogar nach Berlin gekommen: mit ganzer Seele, mit all' seinen Kräften. Es ist erstaunlich, wie der Schweizer, der Sohn der Berge, dennoch das gehetzte drängende Leben der Weltstadt versteht, ja wie er die Berliner Sprach-Eigenarten aenau kennen gelernt hat und wiebergeben kann. Um das zu würdigen, muß man sein Büchlein „Luftballons", das bei Schünemann in Bremen erschienen ist, zur Hand nehmen. Seit langen Jahren bemüht sich Schaffner um Berlin. Er will dafür zeugen, „baß der Berliner weder nur ein schwerer Junge noch bloß eine kesse Pflanze ist unb war, unb baß hier nicht bloß Dinger ge- dreht unb Zicken gemacht werben, sondern hier wird und wurde wie überall, wenn auch auf besondere Weise, Schicksal erlebt von Menschen unb zwar von beutschen Menschen." Aus der Reihe feiner Berliner Romane ist iym, wie er mir bekannte, ,,Weisheit ber Liebe" am meisten wert In der Tat, bas Oerlliche erweitert sich zum allgemein Umfassenden. Aus allem Wirrsal ber Schicksale hebt sich ber sittliche Grundsatz, aus allem Verkehrten das ewig Weibliche unb — bas ewig Kindliche. Die Liebe, bis hier triumphiert, spricht Jakob Schaffner in seinem Gedichtband „Bekenntnisse", ber dieser Tage erschien, mit den Versen aus: „Wenn die alten Berge fallen, strahlt ihr Stern doch immer fort. Wo die letzten Donner ballen, spricht sie leis ihr Schöpserwort." Der Landschaftsucker Jakob Schaffner hat auch die Umwelt Berlins, die märkische Landschaft, gern und oft gesucht. Den Niederschlag finden wir in seinem Merkchen „Die Landschaft Brandenburg". das vor wenigen Jahren in ber Hanseatischen Ber- lagsanstalt erschien. Lanbschaftsschilberungen sinb für ben lebhaften Dichter eine heikle Aufgabe. In- dem Schaffner aber die begleitenbe Historie aufleben läßt, inbem er Personen, mit benen wir schnell Freunbschaft schließen, uns im Rahmen seiner Schill berungen (als wollte er Romane anbeuten!) zeigt, unb indem seine Schilberungen nun ganz worteigen, wirklich schön, allseitig färb- und klangreich sind, vermeiben sie jebe Langeweile. Gewiß ist Jakob Schaffner ein wacker Sinnen- menfch, aber er hat auch ble stille Kraft, bie äußeren Sinne zu schließen unb dafür die inneren auf- zutun. Stets kommt in seinen Erzählungen bas Leid zu seinem Recht, zu seinem tragischen, ebenso zerbrechenden wie auch roieber heiienben Recht. Wenn man Jakob Schaffner im Gespräch gegen- übersteht, dann wird man gewahr, baß er ein Leib träger, ein Leiberfahrener ift Last unb — Segen des Leibes zu verkünden ist fein Beruf. „Dich sand' ick zum Erglühen, zum Entbrennen, sollst erst erleiden und sollst dann bekennen." Aber es ist nicht das persönliche Leid, bas er aus- spricht. Nein, er hält es herb unb zuchtooll zurück. Seine persönlichen Schicksale verbirgt er; um so berufener unb berechtigter — unb somit umso fruchtbarer in seinem Tröste — ist er aber für die verstehenbe unb sich erbarmende Liebe. Seine de- beutenbfte Schöpfuna, fein Zyklus ber Johannes-Romane, legt von ber Tatsache dieser seelischen Haltung ergreifendes Zeugnis ab. Diese Romane konnten den Eindruck erwecken, sie seien autobiographisch; aber es ist vielmehr so, baß nur bie Wurzeln ber in diesen Erzählungen ausge- breiteten Begebenheiten In bas eigene Leben Schaffners hineinreichen — sie haben bann aber unter Schaffners gestaltenden Händen chren eigenen Charakter, ihre eigenen Formen angenommen. Unvergeßlich ist es dem, der diesem leidwisienden unb boch so männlich überlegenen Menschen Jakob Schaffner in seinem Berliner Heim begegnete, bas er sich mit schlichten schonen antiken Möbeln, umgeben von Büchern unb Bilbern, wie eine Insel im wilben Strom ber Weltstabt eingerichtet hat. Dann mögen wohl dem Besucher Schaffners Worte durch den Sinn gehen: „Der Fromme aber lebt in seinem Haus, als wäre er schon still hinweg geboren. Er geht durch seine Türe ein unb aus v unb ist an Gott, wie Goll an ihn, verloren." Schaffner ist ein Mystiker unserer Zett, er ist mobern unb dennoch unzettlich. Nicht so, baß er ein doppeltes Gesicht hätte. Vielmehr steht er im kosmischen Zusammenhänge. Er ist ein Großer, der sich auch im Kleinen mtttellen kann. Dr. Johannes Günther. Glatt rasiert — mit Feuerstein. Damals war es nicht so einfach. Der Bart, einst die ,Lierde des Mannes", ist heute zur Seltenheit geworben. Fast allgemein hat sich In allen zivilisierten Ländern bas Jbeal bes glattrasierten Gesichtes durchgesetzt, begünstigt durch bie heute so bequemen Methoben bes Rasierens, bie bie alten, nicht eben anaenehrnen Ueounaen bes „Bartschabens ersetzt haben. Jrn Laufe Der Jahrtausende ist der Bart den verschiedensten wechselnden Moden unterworfen gewesen. In den ältesten Kulturen der Menschhett galten Haar und Bart als ein Hauptschmuck des Mannes, ja, sie zeigten feine Macht unb Würde an, wie die künstlichen Riesenbärte assyrischer und ägyptischer Könige beweisen. Nur ber Sklave ging glatt geschoren unb glatt rasiert, unb bei ihm fragte man nicht viel banach, auf welch schmerzhafte Weise er sich bie Haare entfernte. Aber bie Mode des glatt rasierten Gesichtes hielt boch auch in der Antike bei Griechen unb Römern ihren Einzug, unb an ben Statuen ber hellenischen unb römischen Kunst können wir vielfach bas Fehlen eines Bartes feststellen. Von Scipio dem Jüngeren wird uns berichtet, daß er sich täglich rasieren ließ, und fett dem 3. oorchristlicyen Jahrhundert wurde das glatt rasierte Gesicht unter den Männern der oberen Stände allgemein üblich; diese Mode hat sich auch mtt kurzen Unterbrechungen in der römischen Kaiserzeit erhalten. Merkwürdigerweise aber hatte man bis vor kurzem bei den un- zähligen Funden aus dem klassischen Altertum kein Rasiermesser gesunden, das sich einwandfrei als solches erweisen ließ. Erst bei neueren pornpejanischen Ausgrabungen sind die ersten altrömischen Rasiermesser ans Licht gekommen, dünne Klingen aus Eisen, die irrt Boden rasch rosteten und vergingen. Sv erklärt es sich, daß so wenige Rasierklingen des römischen Altertums auf uns gekommen sind und daß man die Griffe, bie z. T. Kunstwerke aus Elfenbein waren, vorher nicht recht erkannt hat. Der Gras kann gehen. Graf Potocki, im Jahre 1936 zum polnl, schen Botschafter in den Vereinigten Staaten berufen und bis heute als solcher von ber Washingtoner Regierung hartnäckig anerkannt mußte plötzlich seine Koffer packen. Er ist bereits nach Südamerika abgefahren, wo ihn Frau und Kind erwarten. Der Graf war unversehens „persona ingrata“ geworben. Endlich ein realistischer Zug in ber nordamerikanischen Politik, endlich eins Einsicht in die Notwendigkeit unb Endgültigkeit ber europäischen Neuordnung — sollte man meinen. Aber die englische Agentur Reuter belehrt uns eines Schlechteren. Sie teilt m»t daß ber abgefägte Graf bereits einen Nachfolger erhalten habe, nämlich Herrn Chiechanowski,der „gegenwärtig Außenminister ber polnischen Regierung in ßonbon ist". Reuter meldet bas mit heiligem Ernst, nicht bewußt ber alten Wahrheit, baß un< tteiwillige Witze immer ben größten Lacherfolg Haden, nicht bewußt auch des Zugeständnisses, das dies- Meldung enthält. Denn wenn Potocki nicht deshalb gehen mußte, weil polnische Diplomaten auf diesem Planeten überhaupt überflüssig geworden sind, so kann der Grund für seine Abhalfterung unb seine Ersetzung durch einen polnischen Hampelmann aus London nur darin erblickt werden, daß die bekannten Geheimberichte des Grafen an die einstige Warschauer Regierung, die jüngst in ber deutschen Presse veröffentlicht wurden, gewissen maßgebenden Leuten jenseits des Kanals und des Allanttschen Ozeans schwer auf die Nerven gefallen sind. Hinsichtlich ber Beschreibung der Kriegs- Hetzer und chrer Methoden ließen diese enthüllenden Berichte ja an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Lange Zett hat man in Washington versucht, den Inhalt der deutschen Weißbücher unb sonstigen Dokumente zur Kriegsschuldfrage totzusckweigen bzw. chre Richtigkeit unb Echtheit abzustretten. Wenn jetzt ber Verfasser jener Geheimberichte ur- vlötzllch aus dem Lande gejagt wird, so haben die Elemente, die Potockis Abgang veranlaßten, damit zugleich ein Bekenntnis chrer Kriegsschull) abgelegt Ev. lität weiter zu bewahren, unbeschadet feiner Verpflichtuna zu vollständiger Solidarität mit dem Vraaraimm Der Verteidigung bes amerikanisch« Landes. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ^überreichte in ber Reichskanzlei dem U-Bootkommanbanten Kapttänleutnant Kretschmer als sechstem Offizier der deutschen Wehrmacht bas ihm aus Anlaß ber Derienkung von 200 000 Brutto, regiftertonnen feindlichen Handelsschiffsraums verliehene Eichenlaub zum Ritterkreuz des EisernenKreuzes. Der Führer hat Sr. Majestät dem König von Rumänien anläßlich ber Erbbebenkata- strophe seine Antellnahme telegraphisch übermittelt Der Chef ber rumänischen Regierung, General Antonescu, reiste auf bie Einladung bes Duce hin nach Rom ab. Er wird von Außenminister S t u r b ä a begleitet Die Mission wirb am Donnerstag früh in Rom eintreffen. * In Rom ist Reichsarbeitsminister S e 1 b t e ein- getroffen. Zu feinem Empfang hatten fich am Bahn. nof ber Minister für öffentliche Arbeiten Gorla sowie ein Vertreter bes Außenministeriums elnge» funben. Auch Mitglieber ber beutschen Botschaft sowie ber Leiter der Lanbesgruppe Italien ber AO. der NSDAP, waren zugegen. Zwischen der Staatsoper Berlin und der Königlichen Oper in Rom find für diesen Winter eine Reihe von Austauschvorstellungen fest- gelegt worden. In Rom werden Werke von Mozart, Gluck, Strauß unb Wagner, in Berlin Werke von Rossini, Bellini, Casella, Verbi unb Zanbonal zur Aufführung gelangen. * Eine Italienische Hanbelsdeleaatioa unter Führung des Präsidenten ber faschistischen Handelskonföderation, Nationalrat Dr. Molfino, traf im Haag ein. Sie wurde vom Reichs-kommissar Seyß-Inquart und vorn Generolkommissar Rasierklingen aus viel älterer Zeit sind uns aber erhallen, da diese nicht aus Elsen, sondern aus Bronze, aus Knochen und aus Feuerstein herge» stellt wurden. Inwieweit gewisse scharfe und flache Klingen aus Feuerstein, die man in vorgeschichtlichen Funden reichlich ans Licht gebracht hat, zum Rasieren verwendet wurden. Ist zwar nicht sicher festzustellen, doch gibt es kaum eine bessere Erklärung für diese merkwürdigen Werkzeuge. Die Eskimos benutzen noch heute zum Entfernen chrer Bartstoppeln scharf gemachte Knochen, wie sie sich ebenfalls schon in vorgefchichllichen Gräbern gefunden haben. Im allen China ließ man sich Die Haare einzeln herausziehen, und diese schmerzhafte Prozedur ist sogar heute noch vereinzelt bei ben Chinesen im Brauch. Doch benutzte man in China jetzt auch feltfam geformte stählerne Werkzeuge. Das Herausziehen ber einzelnen Barthaare ist bei verschiedenen vrirnttiven Völkern üblich. Die Pvly- nefier, die seyr spärlichen Bartwuchs haben, bedienen sick dazu kleiner Muscheln, deren beide Scha- len mtt ihren scharfen Enden fest zusammengepreßt werden und so als eine Art Pinzette dienen. Die Indianer Nordamerikas rissen sich ebenfalls bie Haare einzeln aus, wozu sie kleine Hqtzstäckchen benutzten, Die fest zusammengebrückt muröcn. Aber auch bie Inblaner haben spärlichen Haarwuchs, bei stärkerem Bart ist biese Methobe kaum durchführbar. Die alten Mexikaner benutzten in vorkolumbi- fcker Zeit Stücke von vulkanischem Glas, die so scharf waren wie ber beste Stahl unb bie in großer Zahl gefunben worben sinb. Die gläserne Klinge wurde an einem Holzgnff befestigt. Später, als den Menschen bereits die Bronze bekannt war, entstanden trefflldje Rasiermesser aus diesem Stoff, ber zu großer Härte gehämmert werben konnte. Solche halbmondförmigen Rasiermesier aus Bronze sind bei ben alten Ertruskem und bei ben Germanen gefunben worden. Auch bie Spiegel, vor denen man sich bie schöne Glätte bes Gesichtes verlieh, bestauben aus polierter Bronze. Prächtige etruskische Rasiermesier aus einer Zeit, bie mindestens bis um 500 v. Chr. zurückgeht, sind in ben letzten Jahren ausgegraben worden, wahre Kunstwerke in ber Feinheit ber -Arbeit. Die bartlose Glätte freilich, bie wir beim heutigen Manne gewohnt sind, konnten sie wohl kaum hervorbringen, bie wurde erst durch den modernen Rasierapparat möglich. C. K. [t Wirtschaft und Finanzen, Dr. Fischbock, rrpfangen und hatte Geleaenhett, mit niederlänbl- npfangen und hatte Geleaenhett, nut nieder tert Wirtschaftskreisen Fühlung zu nchmen. wurde seiner Amts« Der englische 85 000 BRT.-Dampfer „Queen < l - . L a I U'* hot* flfniann Xrtrt Iw nnA ligabeth", der Anfang des Jahres in nock cht ganz fertiggestelltem Zustande von England ach den Vereinigten Staaten flüchtete, ist am ] ÜUJ Uv 11 4JVI VlHiytVH WfcUU^Vll ‘ | * V4JI1 : ienstag tim 15.45 Uhr aus dem Hafen von euyork ausgelaufen. Das Ziel der Reife Auf dem Ehrenfriedhof von Langemarck Aus dem Reich Oie Hochfchutturatoren DRV. em Der noch fortbestehende Landesverwaltung der Hoch- bedarf bevor 4 feintt Hübet onifch« Der bisherige stellvertretende den Außenhandel. Kuecharow pflichten entbunden. Oie Verwendung von dunkelblauem Licht. Reichsminister der Luftfahrt und Oberbe- Wie wir schon berichtet haben, hat am Sonntag Mf dem Ehrenfriedhof von Langemarck eine Ge- lentfeier staUgefunden. zu der Abordnungen ver- hiedener Truppenteile. Wellkriegskämpfer. Hitler- iugend-Führer und Mllalieder des studentischen kührerkorps, die sich im fetzigen Kriege besonders kusgezeichnet hatten, angetreten waren. Ueber dem t eldenfriedhof waren die alle und die neue Reichs- arbeitet. A>S Jagdflieger im kustkampf. 6 Kubikmeter Nadelholz-Schnittware geliefert werden darf, sofern dieser Vorgriff im Rahmen der für den Liefermonat der Kleinoerkaufsstelle zur Verfügung stehenden Mengen möglich ist. Eine nach- t r ä g l i ch e L i e f e r u n g der in vergangenen Monaten nicht bezogenen Nadelschnillholzmengen an jbern 0? imerN t bei d5 in SW1 schäft, Erziehung und Dolksbilduna unterstellt roor- Die Hochschulkuratoren (in Wien. Graz und " " • ' ; der hier zum ersten- der Kleinbedars der Landwirtschaft und der Kleinsiedler an erster Stelle zu decken. Eine besondere Dersorgungserleichlerung ist dadurch ge- schaffen, daß den Kleinbedarfsträgern von den Kleinoerkaufsstellen die gesamte Menge für einen laufenden Monat und weitere drei Monate vorab, insgesamt also bis zu und bet ir tiefen gen sch Mozart >erte m onai jut Reichsminister Dr. Rust führte den Kurator der wissenschaftlichen Hochschulen in Wien, Landesschule vertreten. ...... In seiner Ansprache erklärte Reichsmimster R u st. werden, wobei man sich die Erfahrungen aus den Reichsgauen, in denen sie zuerst eingeführt worden . . v e V - Arn a *11 m f Zum neuen japanischen Botschafter in Washington Mrd Admiral Nomura ernannt. fino, tio| VMMssL ÄmmiP nen W ie sü ft ifen, )er bei lei h . IchkNli ■ uht ta Brich, ms du. uzd« Zum stellvertretenden Volkskommissar für den Außenhandel wurde vom Rat der Volkskommissare der UdSSR. I. M. Lebedew ernannt. Volkskommissar für Ein Fliegerleben. Major Wick, der Sieger in 52 Lustkämpfen, erzählt von seinem Serben Don Kriegsberichter Oskar Lochmana. "9. i, ■ Sm g 1 nih tü °N- Men qj ; killet ‘ fltfol 'liech Äch rerluj. ti )©ei(l(j M chte m ton bi, J i . bönt: ibaeltg Die M labenj8* eitze 64» 'ensepÄ enen. W Mllsd Mu-kW durchs^, orlolu^ in ne W S •Ä Das Soldatenleben beginnt. 1936 trat ich als Fahnenjunker bei einer Luftkriegs,chule ein. Die erste Zeit der .nfanterstti chen Ausbildung «st uns Fahnenlunkern eine Trittau- jchung gewefen. Wir glaubten gleich mit dem Fliegen beginnen zu können und mußten erfahren, daß ein guter Flugzeugführer vorerst em o“s9e3e'*' neter Soldat (ein muß. Wir erkannten auch bald, nachdem die fliegerifche Ausbildung begonnen ha te daß dieser Grundsatz durchaus richtig ist. Meine ersien Start- aus dem „Stieglitz" und me,nerfr Alleinflug waren die schönsten Erlebnisse dieser Zelt. 1 ÄF ’Ä di- *, -■ v"S. ehlshaber der Luftwaffe hat, um Mängel in der Verdunkelung zu beseitigen, durch die feindlichen Fliegern die Ortung und der gezielte Bombenwurf erleichtert werden, mehrere Fälle, über die wir am 6. November berichtet haben, die Verwendung von dunkelblauem Licht vorgeschrieben: In den meisten Fällen läßt sich das blaue Licht am einfachsten und wirtschaftlichsten durch Blaufärben vorhandener Glühlampen schaffen, unbeschadet der Möglichkeit, besonders für Verounklungszwecke zugelassene, fabrikmäßig yergestellte blaue Glühlampen zu verwenden. Das nachträgliche Blaufärben von Glühlampen muh allerdings durch Fachleute unter Verwendung einer geprüften Lackfarbe und nach einem bestimmten Verfahren erfolgen. Nur so ist gewährleistet, daß die Blaufärbung der Glühlampen in der richtigen Lichttönung und mit der notwendigen Haltbarkell vor- genommen wird. Nur Glühlampen mit einer Leistungsaufnahme von 15 und 25 Watt, sowie Hand- und Taschenlampenglühlamven dürfen gefärbt werden. Die Elektro-Installationsgeschäste werden in Kürze durch entsprechende Aushängeschilder kenntlich gemacht werden, die Glühlampen vorschriftsmäßig färben. Vorher sind die Lampen mit Seifen, und Sodawasser ober mit Spiritus und Schlemm- kreide sorgfältig zu reinigen und durch ein mit Bindfaden ober Draht am Lampenbeckel befestiates Namensschild zu kennzeichnen. Als Preis für oas Blaufärben einer Glühlampe finb 0,20 RM., einer Hanb- ober Taschenlampenglühlampe 0,05 RM. festgesetzt. Bei blaugefärbten Glühlampen barf bie Lackschicht nicht beschäbigt ober abgekratzt werden, ba sonst unzulässige Helligkeiten entstehen. Ieber Volksgenosse hat bie Pflicht, biefe zu seinem eigen- sten Schutz angeorbneten Maßnahmen mit größter Beschleunigung unb Gewissenhaftigkeit durchzuführen. Aus aller Wett. Mordanschlag auf einen portugiesischen Erzbischof. Ebnem Morbanlchlag entging mit knapper Not b e r Erzbischof von Äveiro, Dan Johann Cvangelista be Lima Vidal, als er sich zu der Eröffnungssitzung des portugiesischen Kolon ialkongresi ses begeben wollte, die im Gebäude der Geographischen Gesellschaft von Lissabon stallf'indet. Ein Mann stürzte sich mit einem zweischneidigen Messer auf den Erzbischof und brachte ihm Stiche in die Brust- ge-genb bei. Ein anderer Teilnehmer an der Er- ofmungsfeier, Dr. Oscar Carmona e Cofta, ein Enkel des Staatspräsidenten, eilte dem Erzbischof zu Hilfe und erhielt selber zwei Messerstiche in den Unterkörper. Erst nach längerem Handgemenge, in dessen Verlauf noch mehrere Personen, darunter zwei Sicherheitsbeamte, leichtere Verletzungen erlitten, gelang es, den Täter festzune-h- men. Auch er Halle Verletzungen erlitten. Es scheint, daß es sich um einen Geisteskranken handelt, der schon ftüher einmal in einer Heilanstalt gewesen ist. Die Eröffnungsfeier des Kolonialkongresses ßmd in Gegenwart des Staatspräsidenten General Carmona unb bes KarbinalPatriarchen statt. Der Präsident wurde erst nach der Feier von dem Anschlag unterrichtet und begab sich sofort in das Krankenhaus, in das der Erzbischof unb Dr. Carmona eingeliefert worden waren. Der Zustand bei- ber ist ernst. Schwere Fabrikexplosion in New Jersey. Eine schwere Erplosicm, bie meilenweit zu hören war unb bie Häuser in weitem Umkreis erschütterte, ereignete sich in ber Fabrikanlage ber Uniteb Rall- man Signal Corporation in New Jersey. Man spricht von minbestens 2 0 Toten. Die Zahl ber Verletzten ist bisher nicht bekannt geworben, eben- Großer Sieg gegen überlegenen Teind. Nach Einsetzen des Fran kreichfeld zuges am 10 Mai 1940 häuften sich bie Luftkämpfe unb Ab- schütte. Bis -um Abschluß dieses Feldzuges hatte ich in ll Luftkämpfen 13 Luftsiege errungen. Ich führte eine Staffel und hatte auch inner- 6a,16 der Staffel große Erfolge. An einem Tage gelang es mir, in einem Luftkampf gegen etwa zehnfach überlegenen Gegner vier feindllche Jäger adzuschießen. Es war ein großer Tag, ich Äleinbebarfsträger ist nicht zulässig. Für den auf den vorgezeichneten Wegen gedeckten Holzbedarf gilt, baß insgesamt jebmeber Verkauf ber so erworbenen Holzsorten an britte verboten ist. Die erworbenen Holzmengen stehen also nur für ben eigenen Verbrauch zur Verfügung. t e ein. i Bahn. Oorli s ein«, ichaft lobet W. aufgegangen, welche ungeheure Nervenanspannung notwenbig ist, um mit e i n e m einmotorigen Einsitzer weit über 100 Kilometer über den „Vach" zu fliegen. An der englischen Küste ent- wackelt« sich ein schwerer Luftkampf, in Dem elbft ich es einmal aufgegeben hatte, aus diesem Höllentanz lebendig herauszukommen Aber dieser Komplex war nur kurz, unb es gelang mir nach betten Ueberroinbung, bre i Engländer in ben Kanal zu schicken. In den nächsten Luftkämpfen er- reichte ich bann meinen 2 0. Abschuß. Am 29. 8. 1940 würbe mir vom Reichsmarschall persönlich in Karinhall bas Ritterkreuz jum Eisernen Kreuz verliehen. In ben vier Tagen Urlaub, bie ich in Berlin verbrachte, konnte bie Gruppe in ben ersten Einsätzen gegen London große Erfolge erzielen, so bah einige Flugzeugführer meiner Gruppe bei meiner Rückkehr zum Verband mir sehr nahe gekommen waren. Ich führte die siegreiche Iagdgruppe. Am 4.9.1940 würbe ich zum Hauptmann befördert unb zum Kommanbeur ber I. Gruppe eines Jagbgeschwabers ernannt. Innerhalb von brel Tagen gelang es mir bort sechs weitere Luft» siege zu erringen. Mit 28 Abschüssen ging ich längere Zeit mit meiner Gruppe in Ruhe. Als bie Einsätze mieber begannen, konnte ich bie Gruppe in kurzer Zeit zu großen Erfolgen führen unb in weniger als einem Monat 52 Abschüsse mit ihr erzielen. Damit ist sie zu ber erfolgreichsten Gruppe überhaupt emporgestiegen. Ich selbst konnte in kurzer Zeit 13 weitere Englänber abschießen und errang bamil meinen 41. Lufsieg, meine Gruppe ben 262. Das Eichenlaub. Am 6.10. würbe ich zum Reichsmarschall nach Berlin befohlen Am 8.10. überreichte mir ber Führer in seinem Derghof bas Eichenlaub zum Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes. Ich hatte bas Glück, in bem Sonderzug bes Führers nach Berlin mitfahren zu dürfen und babei längere Zett mit bem Führer zusammen zu sein. Es mar_ein großes ' unb einmaliges Erlebnis für mich, für bas ich 1 meinem Schicksal bankbar bin. Nach meiner Rückkehr zur Front konnte ich in bem nächsten Einsatz wieder einen englischen Jäger abschießen. Am 20.10. meldete ich mich mieber beim Reichsmarschall. ! Ich wurde zum Major befördert und zum Korn- ! mobore eines Geschwabers ernannt." 5h nicht gesehen habe. Leider hatte ich nicht bas Glück, wie mein Bruber, noch in Afrika geboren tu sein und so auch einmal außerhalb des Reiches n feinen Kolonien gelebt zu haben. Di ein Dater ■ft Ingenieur und war bis kurz vor Ausbruch des Krieges in Swakopmund in Deutsch-Sudwestafrika, wohin ihn meine Mutter begleitet hatte. Em großer Verlust für uns war ber Tob meiner Rtut- rer im Jahre 1922, bie von uns Kindern — ich habe noch einen Bruder und eine Schwester — MGiESSEN Die Deotsdie Arbeitsfront NSü. „Krall durch Freude' KlEINBbCHUHGS-MASCHINE MODELL 2 260 20 v. S. erhalten 6it bei wiederdollen flnf- einet Hruri^j KleineAnzeigev im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtei und geleien. Gegen bar oder auf Teilzahlung können wir sofort liefern: Neuwertiges Elektro.a- KofiergramiDophOD mit elektr. und Federwerkantr. 2 perfekte HmIIh suchenBeschäftig« Kauf sie bei Franz Vogl 4 Co. Gießen/Lahn Seltersweg 44 Ruf 2464 Tanetenbaus Helor. Kreiling Gießen, Bahnhofstraße 33 Gienen, nS828 Alicenstratze 28. UnratlndUcl» Vbrfühnmg durde: Niederhausen 4 Co. Gießen, Ruf 8041 Kräuterhaus Jung Mänsbnrg Reformhaus Sdiolz Krtnz platz Gießen, den 12. November 1940. 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Die Erde als Ganzes — als Weltkörper, die Orientierung auf der Erde, den Erdkörper und die Erdoberfläche — behandelt Max Hannemann. „Allgemeine Klimatologie" von Mein- ardus, „Allgemeine Meereskunde" von Schulz, „Das Wasser des Festlandes" von Nußbaum und endlich die „Morphologie der Erdoberfläche" von Behr- mann sind Arbeiten, die sich wieder zu einem reichen Gesamtbild zusammenfügen. Ein weiteres wesentliches Teilgebiet geographischer Wissenschaft liegt damit abgeschlossen vor. Wieder überrascht die Fülle der Bilder, wieder sind sie vorbildlich mit dem Text verwoben und bestätigen, daß in dem Handbuch der Bärme vi ‘>id Mittwoch 18.80 Uhfr bis 21.00 Uhr 9. Mittwoch-Miete Zum 25jähr. Bühnenjubiläum von Hans Geißler Neuinszenierung! Kabale und Liebe Trauerspiel von Fr. v. Schiller. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. Preise: RM. 0.60 bis 8.10. 608tD Technische Angestellte, Zeichner und Hilfskonstrukteure inö M W? sonst gramm Post und 25 Fluggäste an Bord. 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Schiefter sowenig bte Ursache der Crplosion. — Die Fabrik stellt Explosivstoffe für EisenbahnHwecke her. Winterslurm in USA. Der erste Wintersturm wird aus den Staaten des mittleren Westens gemeldet. An vielen Orten wurden die Telephonverbindungen unterbrochen. In den Staaten Illinois, Iowa und Wisconsin ist die Temperatur unter Null gesunken. In Ar» kansas, Mississippi und Tennesee hat der Sturm großen Schaden angerichtet. 18 Tote sind zu be- klagen. Ein infolge des Sturms verursachter Motordefekt hat den A t l a n t i c - C l i p p e r der Air- — Zu dem gewaltigen Komplex der Länderkunde bildet die Allgemeine Geographie die notwendige systematische und methodische Ergänzung. Hier geht es um die Grundbegriffe, auf die die Länderkunde dann ihren vielgestaltigen Bau aufrichtet. Und doch hat auch diese „Allgemeine Geographie", von der das Handbuch der geographischen Wis - s e n s ch a f t" (Akademische Derlagsgesellschaft Athe- naion, Potsdam) jetzt den L Teil in einem 556 Seiten starken Bande vorlegt, ihre Reize. Zudem lernen wir die Geschichte einer Pionierwissenschaft kennen, wie sie uns Konrad Kretschmer fesselnd vermittelt. In ihr Wesen und ihre Methoden führt uns Her- wäys eine Stunde nach dem Start von Neuyork gezwungen. Er hatte 4000 Kilo- 25 Fluggäste an Bord. Der Clip- Weg in gutem Hause, möglichst 1. oder 2. Etage, sofort oder später. 03818 Angebote erbet. Frau C. Schulze, (früh.Kreuzvlatz) z. 3t. Hotel „Prinz Carl". Kleiner im Schneesturm umgekommen. Weitere neun werden vermißt, und man hat alle Hoffnung auf- gegeben, sie noch lebend aufzufinden. Auch bei Wmdsor im kanadischen Staate Ontario sind zwei Entenjäger erfroren aufgefunden worden. Aus Quebec wird gemeldet, daß neun Mitglieder der Besatzung des Schleppers „Aberdeen" ertrunken sind, weil ihr Boot im Beauharnais-Kanal im Sturm kenterte. Zwölf Fischer vom Michigansee find vermutlich im Sturm umgekommen. Vochenendkarzer für zwei Jugendliche. Das Wiesbadener Jugendgericht hat erstmalig von der Neueinführung des Iugendarrestes Gebrauch gemacht. Ein junger Bursche aus Dotzheim foIÜe für eine Nachbarsfrau zwei Feldpost- päckchen, die für ihren Sohn bestimmt waren, zur Post bringen. Er ging aber nicht zur Post, sondern in einen Feldweg, öffnete die Päckchen und eignete sich den Inhalt an. Er stand nun wegen Verbrechens nach S 246 in Verbindung mit §4 des Volks- schädlingsgefeßes vor dem Jugendrichter und erhielt neben Erziehungsmaßnahmen 3 Wochenend- karzer. Der zweite Angeklagte hatte ein auf der Straße stehendes Fahrrad gestohlen. Eines Tages erkannte der Besitzer fein Fahrrad wieder unb ließ den jugendlichen Dieb, der zuerst einen falschen Namen angab, feftnehmen. Der Angeklagte, dem im übrigen ein gutes Zeugnis ausgestellt wurde, erhielt eine gerichtliche Verwarnung und einen Wochenenokarzer. ISe. Mot L»111 Men X, Volk mit ein. Während aber der Sonntags-Staatsakt durch seine pompöse und beinahe erstarrte Feierlichkeit gekennzeichnet war, erhielt die Feier am Montag durch Orchestermusik und Gesangsdarbietungen eines jugendlichen Massenchores eine Tokio, 12. Nov. (Europapreß.) Ohne Zwischenfall und von schönstem Herbstwetter begünstigt, sind Japans zwei große Festtage zur Feier des 2600. Reichsjubiläum soeben zuerwe gegangen. Noch füllen nach Millionen zählende Menschenmengen die Straßen der Hauptstadt, wenn man von den höher gelegenen Stellen herabsieht, erscheinen die fröh- uchen Umzüge mit chren zahllosen Papierlampions wie Scharen von Glühwürmchen. Aber von den Bahnhöfen setzen sich schon wieder Sonderzüge in Bewegung, um die von auswärts gekommenen Besucherscharen heimzubrinaen. Allen Teilnehmern wird die Feier unvergeßlich bleiben. Japan hat noch nie ähnliches erlebt. Seit zehn Jahren war die Feier geplant. Aber der Chinakrieg und die drohende weltpolitische Lage durchkreuzten schließlich alles. Obwohl 2600 Jahr all, hatte Japan bisher noch keinen Geburtstag gefeiert Beide Festtage gipfelten in den Staatsakten, die sich in der dazu eigens Vie Ur# dill' tr#at p# I Ke w i irtÖ N1 Mter M S »M L breit »Hoff iojt, ode stoch rZlich Ain Fi ; tiir. oder Mdet i & W raiize Zell ■nanber M sch inbÄ Photo - Kino Kreuzplatz 9 5095 A Fernruf 8158 nach Matz, neu, Gr.40,umständehalber zu verkaufen. Zu erfr. in b. Geschäftsst. d.Gietz.Anz. 03330 | Kaufgesuche~| Kassen* schrank z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 51030 an den Gietz. Anz. | Verschiedenes | Westaitel z. 3t. liegen geblieben OSS 19 Restaurant Karlsruh. Woibiit oetloren ans dem Wege Roonstr.—Sonnenstr. Abzugeb. auf dem 03333 Fundbüro. sowie 30 Vlatten __________________ zu verkaufen. ung nach 18 Uhr. Wo, sagt die Ge- Schr. Ang. unt. schästsstelle des 51000a.d.G.A. Gieß. Anz. erbauten Feschalle vor dem Kaiserpalast abspielten, wo das Kaiserpaar mit dem gesamten Hof die Glückwünsche des Volkes entgegenahm. In das am Sonntag vom Premierminister Fürst K 0 n 0 y e . , und am Montag von Prinz Takamatsu aus- japanischen Reichsgedankens sowie die Unzerstör- GIESSENER KONZERTRING 1940/41 Arbettseemelnschalt: Gießener Konzertvereiu, Stadttheater, MSG. „Kraft durch Freude“ Donnerstag, den 14. November, 19.15 Uhr, im Stadttheater 4. Konzert (Gruppe A Nr. 2) ORCHESTER-KONZERT Solistin: ELISABETH BISCHOFF (München) VIOLINE Dirigent: Otto Söllner Ausführende: Das Städtische Orchester, Gießen Beethoven-Abend Karten zu 1.55, 2.05, 2.80, 3.55 RM. im Musikhaus Challier, Neuenweg 10 (Telephon Nr. 2671), in der Kartenverkaufestelle der NSG., „Kraft durch Freude“, Seltersweg 60 (Telephon Nr. 2141) und an der Abendkasse des Stadttheaters. _____________________________________________ 5098 D Behörden-Ange- stellter sucht für sofort oder später »n- 2- oder 3 Zimmerwobnung in Gießen oder Umgebung. Schr. Ang. unt. 03829 a. d. G. A. [Stellenangebote] Nette, aber energische Frau gesucht, die ab und zu meine 3 Schulkinder, 9 u. 7 Jahre alt, nachmittags bei den Aufgaben beaufsichtigen u.dann etwas beschäftig, kann. Schr.Äng. bitte an Post- fach 254,Gießen. Ordentliches Halbiags- mäöchen oder Fran bei guter Bezahlung sofort gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03771 an den Gietz. Anz. Mil f. 3mal wöchentlich gesucht. 03-,M NenenBäneLl v Junges Fräulein für Konditorei und Tages-Cafe gesucht. mosD Blockstraße Sv. [Stellengesuche] 150Erdarbeiter ww geographischen Wissenschaft" ein Werk von allgemeinster Bedeutung seiner Vollendung entgegengeht. — Fritz Dettmann: 40000 Kilometer Feindflug über Polen, Norwegen, Frankreich, auf England. Ein Kriegsberichter der Luftwaffe er. zählt. Mit 16 Bildseiten und einer Uebersichtskarte. Deutscher Verlag, Berlin. Ganzleinen 2,85 RM., kartoniert 2 RM. — (183) — An allen Fronten des Luftkriegs war der P.-K.-Berichter Fritz Dettmann eingesetzt, in Polen, über der Nordsee, in Norwegen, in Holland, Belgien, Frankreich, an der Küste Eng. lands. Seine Berichte sind verdichtete Erlebnisschü. derungen, aus denen, bei aller Zurückhaltung, eine Persönlichkeit hervortritt. Das ailt für alle Teile dieses Buches, für die dramatische Wiedergabe der Schlacht bei Kutno, vom deutschen Sturzkampfflug, zeug aus gesehen, für den Flug über Warschau im Trommelfeuer deutscher schwerer Geschütze, die Angriffe deutscher Kampfflieger bei Scapa Flow, für das norwegische Tagebuch und vor allem die wun> dervolle Schilderung des Fluges Moldenhauer. Münter und das Bild des erfolgreichen Stukafliegers Leutnant Möbus. Dadurch, daß Dettmann seinen Berichten einen großen Rahmen gab, die kämpfe, rische Leistung, die hinter der Waffe stand,' wirksam herausarbeitete und taktische und strategische begriffe heranzoa, hat, was er aus der stürmischen Bewegtheit des Augenblicks heraus schrieb, Wert für die Dauer. — Georg von der Bring: DieSpurim Hafen. Felüausgabe. Kart. 1,50 RM. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh. — (196c) — Eines Tages hatte man ihn mit einer Kopfwunde tot aus dem Hafenwasser gezogen. Ist aber dieser rüstige Hafenmeister Tewes wirklich nur das Opfer eines Unfalls geworden? Der Hamburger Assessor Tewes kann es nicht glauben. Alle folgen heimlich, umlauert von Gefahren, einer Spur, bis endlich überraschend der Knoten sich löst und zwei schwere Verbrechen ihre Sühne, finden. Diesen dunklen Kriminalfall hat von der Bring alten Aufzeichnungen nacherzählt und hält den Leser bis zuletzt in atemloser Spannung. --------------------------------------— jpoupnd)ctfiletier: Dr.Hrtebrtch Wtlbeim Hange. (gteUoeitretet des HaupNchrtMetiers: Trust Mürmschetn. Berantworiitck, für Poitti, und Bilder: Dr. Fr. 28. Mange; für daS FeuiUeion: Dr. Hans Thyriot; fstr Siadi Gießen, Provin», Girychatt u. Sport: Ernst B>um>che.n. Druck und Verlag Brühljche llniveritiäisbruckerer R. Lange K. BertaaSleiter: Dr.-I»g. Erich Hamann- Anzetgenteiter Hanr Veck. Ver-rniwv^ch -üt ben Inhalt betSTn-eraen' Therbnr fffimmei Pl N^.6. freiere Note. Für ganz Japan waren die Iubiläumstage ein großes Erlebnis. Sie fielen mitten in eine Zeit tiefgreifender innerer Umwandlung der Staatsformen und des weltanschaulichen Denkens sowie ernster außenpolitischer Entscheidungen. In einer solchen Krisenzeit braucht ein Volk einen starken Halt und einen unfehlbaren Wegweiser. Beides ist für Japan sein Kaiserhaus. Und wenn etwas imstande war, das Band zwischen Volk und Krone noch enger zu^ schlingen, so war es dieses Reichs- jublläum, das nicht nur die Japaner enger zusammenfügte, sondern west über ganz Ostasien hinaus- strahlte und den Völkern des Orients, die für Tra- oiiion und die Ehrwürdigkeit des Alters besonders emvfänglich sind, sowie mit glänzenden, riesigen Delegationen unter den Ehrengästen vertreten Gut erhaltener ginöenüfloen z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03822 a. d. G. A. Empfehlungen | WWe ZUM VMell roirö mied, angenomm. Plätterei, Heißmangelbetrieb £. üouqu Wnie. Liebigstratze 63. Annahme von 13 bis19Uhr.Fem- ruf 2634. 5104V W S' /'///',' ''' m. 269 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Zu Sans Geißlers 2S jährigem Bühnenjubiläum Hochzeit", „Parkstraße 13' Der Revisor' „Priman'erin" und „Die Geschwi- an Beim Anherzen und Nachlegen ist für genügend fjft zu sorgen, damit das Feuer in Gang kommt 19. , .. Lruck, oder k ^ei* poft hindurch ‘W ' rgen zu achte T1940 -V|CU UIUU len. Wenn ringeln här !r. 2373 schenk ferungl ,Die Freier", ,Die Mutter' .Der Alte gcht um", .Lombardische Nacht", >D&C0. if 8941 Entsprechend dem Stoss werden die historische tofe tufi) die nationale Farbe lebendig. Das zeigen die irrtümlichen abfallenden Quartenschritte der Er- linungstakte und die später erscheinenden Glocken- Niktive; das bestätigt in der Einleitung der auf un= w-isches Nationalgut zurückzuführende Gesang der Dhe, der später von der Klarinette übernommen n.-d und in verschiedener thematischer Beleuchtung ^i-derkehrt. Dafür zeugt auch das synkopierte Lisstothema wie auch sein terzengebundener Seiten» et-ante. Beethovens Violinkonzert op. 61 (D-dur) US dem schaffensfrohen Jahr 1806 ist das einzige 3 rf dieser Gattung, das wir, von einem Fragment bzesehen, von ihm besitzen Während in seinen !l vierkonzerten das Soloinstrument stark den Cha- alter des ganzen Werkes bestimmt, läßt Beethoven Nach dem Kriege spielte Hans Geißler zuerst in Kiel, ging von dort nach Neiße, wo er als jugend- Richard Wagner bezeichnet diese Symphonie „als die Apotheose des Tanzes selbst ... Sie ist der Tanz in seinem höchsten Wesen, die seligste Tat der in Tönen gleichsam idealistisch verkörperten Leibesbewegung. Melodie und Harmonie schließen sich auf dem markigen Gebeine des Rhythmus wie zu festen, menschlichen Gestalten, die bald mit riesigen gelenken Gliedern, bald mit elastisch zarter Geschmeidigkeit, schlank und üppig f a ft vor unteren Augen den Reigen schließen, zu dem bald lieblich, bald kühn, bald ernst, bald ausgelassen, bald sinnig, bald jauchzend, die unsterbliche Weise fort und fort tönt, bis im letzten Wirbel der Lust ein jubelnder Kuß die letzte Umarmung beschließt". Die Gestalt der vorausgeqangenen großen Symphonien war durch straffe Bindung an festgelegte Themen bedingt. Solche formale Festlegung wäre ober einem Werk wie der Siebenten mit ihrem bis zum dionysischen Taumel sich entfesselnden Energieimpuls hemmend gewesen: denn hier werden die gestaltenden Kräfte vornehmlich durch den Rhythmus beflügelt, der mit seinem Herauswachsen und Heraus- kristollisieren des Motivischen die innere Organik des Ganzen bestimmt. So erstehen z. B. die Themen des ersten Satzes aus den rhythmischen Akzenten des «/»-Taktes: das Allegretto erscheint aus der Rhythmik des -/«-Taktes geboren. Um so größeres Gewicht mißt Beethoven daher der Einleitung des Kopfsatzes zu, die fast die Bedeutung eines selbständigen Teiles gewinnt. Hier stellte er zwei gegensätzliche Themen gegenüber, um sich dann, unbeschwert durch thematische Bindungen, ganz dem Erleben des Rhythmischen hingeben zu können. Ein Allegretto, an der Stelle des sonst in der Symphonie üblichen langsamen Satzes, wird, einem Borhang gleich, von einem Blaserakkord eingerahmt. Aus dem rhythmischen Motiv, zunächst von den tiefen Streichern getragen, spaltet sich ein sehnsüchtig klagender Gesang ab. Dieser und der gleich, mäßig fortschreitende Rhythmus geben in mannigfachen Entwicklungen dem Satz fein Gepräge, dessen sinnende Melancholie ein Dur-Zwischensatz mit Sonnenlicht verklärt. Sprühend, in geistiger Nähe des Kopfsatzes stürmt das Scherzo einher: ihm schaltet sich ein Trio ein, das sich angeblich an einen österreichischen Wall- v cheneirner in Kauf nehmen. : £>fen und Herd müssen immer völlig in Ordnung Herr Hans Geißler, Schauspieler und Spielleiter am Gießener Stadttheater, begeht heute mit der Inszenierung von „Kabale und Liebe", in der er zugleich die Rolle des Hofmarschalls von Kalb spielt, sein 25jähriges Bühnenjubiläum. Wir hatten aus diesem Anlaß Gelegenheit, uns von dem Jubilar (er macht aber gar keinen jubi- larmäßigen Eindruck, und fein zweijähriges Töchterchen Dorle und ein kleiner Spielhund nahmen auch 1 man bei undichten Fugen, fdyieif in den l^geln hängenden Türen, schadhaften oder ver- licher Held fein erstes richtiges Engagement hatte. 1922 kam er nach Schweidnitz, wo er zum ersten Male auch Regie führte, von hier als Spielleiter und jugendlicher Charakterspieler nach Liegnitz. Nach kurzem Aufenthalt in Heidelberg würd'. Geißler als künstlerischer Leiter an das Damals von Beuchen aus bespielte Stadttheater in Kattowitz berufen, wo er zum ersten Male den Ferdinand in ,Kabale und Liebe" gab. Bon Kattowitz kehrte er ans Hambur- ger Schillertheater zurück, wo er angefangen hatte; acht Spielzeiten lang wirkte er dort bis 1934 als Spielleiter für Schauspiel und Operette, ging dann für kurze Zeit als Schauspieler und Regisseur an das von Friedrich Carl K 0 b b e begründete Neue Theater in Hamburg und lernte spater in Berlin den nachmaligen Gießener Intendanten Schultze- Griesheim kennen, der ihn 1936 als Nachfolger von Herrn L ü p k e als Schauspieler und Spielleiter ans Stadttheater engagierte. Don den zahlreichen Inszenierungen, die Herr Geißler hier herausbrachte, seien genannt: im Schauspiel „Seiner Gnaden Testament , ,Kupferne hier das instrumentale Interesse zugunsten des Menschlichen und Rein-Musikalischen zurücktteten. Geradtz die tiefe, seelische Gestalt in Verbindung mit einer ausgeglichenen, organisch bestimmten Formung hat dieses Violinkonzert mit zu dem schönsten und innerlich beglückendsten in seinem Schaffen werden lassen. Das Soloinstrument schwebt über dem Ganzen als klangliche Krönung. Veredlung und Verklärung, und im gegenseitigen Verweben des Anteils erstand hier eine ideale Symphonie für Orchester und Solovioline. Pochen der Pauke leitet das erste ruhige Allegro ein. Das Orchester-Tutti breitet alle Gedanken dieses Satzes vor dem Hörer aus; selbst in das zweite Thema klingt der Grundrhythmus des ersten hinein. Nach dem Absinken einer Steigerung mit einem aufstrebenden Gedanken erhebt sich die Violine, scheinbar präludierend, und führt das Eingangsthema durch weitgeschwungene Linie zu seiner end- gülttgen Gestalt. Don ganz außerordentlicher Wirkung ist es, wenn nach der großen Kadenz des Solisten das Seitentbema in feiner lichten Schönheit den Satz zu Ende geleitet. — Weihegetraqene Schauer durchziehen das Larghetto Nach einem kurzen Eingang der gedämpften Streicher löst sich die Solostimme in fein geschwungenen Linien aus dem Klanalichen heraus und breitet sich in erdgelöster, fast traumhafter Schönheit voll innerster Gesanglichkest aus, ein völliges Verschmelzen von Solo und Orchester auch mit den fvöter hinzutretenden Bläsern. — Eine Kadenz führt hinüber zu dem Finale, das Beethoven hier in der Form eines Rondo gestaltet: ein keck-fröhliches Thema wird mit feiner mehrfachen Wiederkehr der Spiegel zu den sich einfügenden Zwischensätzen: im gegenseitigen Sich-Angleichen der Klangkörper entwickelte sich hier beschwingtes, beflügeltes Erleben und musikalische Erfüllung. Beethovens Symphonie Nr. 7 In A-dur (Werk 92) ist ein Zeugnis von aufschäumender Lebensbejahung, ein gesteigerter Lebensimpuls, ein Gehobenfein durch ungeahnte Anspannung der Kräfte, eine Zusammenraffung des musikalischen Willens, der selbst das Körperliche in den Kreis des großen Erlebens zieht und mit der unumgrenzten Macht des Rhythmischen in seinen Bann schlägt. K SACHE! il. Oie6^ oertttttiM M ty SS* •Wji. Hanr tu Vorspiel, Konzert und Symphonie Zum Beethoven-Konzert des Gietzener Konzertrings. Ue ! frgenen Rosten nicht sogleich für Abhilfe sorgt, darf pn sich hinterher nicht über den großen Koh lenkst wund in seinem Keller wundern. Bei größeren Schäden rufe man rechtzeitig den Fachmann. Diese Grundregeln sind ein Wegweiser zur Er- Iprnis von Brennmaterigl und von Wirtschaftsgeld Hir die Hausfrau. An der Hausfrau ist es gelegen, ii>fe Vorschläge in die Praxis umzusetzen, um sich cfcft Kosten zu ersparen und Dem Deutschen Reich irrrtvolle Rohstoffe zu erhalten. Sprechstunden des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am bnnerstag, 14.11., nachmittags von 15 bis 17 Uhr ir Gießen statt. Ortszeit für bett 14. November. Sonnenaufgang 8.46 Uhr, Sonnenuntergang 17.33 1b r. — Monduntergang 7.33 Uhr, Mondaufgang r 41 Uhr. Sonne über Italien. Sin Vortragsabend im Gießener Vortragsring. Ans der Stadt Gießen wichtig heizen! '"«k .00 M siete Djubiläud ibler rung1 1 Liebe v. Schil161' j Leiter- . Löffle 8.10. s°F :Purj/ -m; 'es U. aus । der Unterhaltung teil) einiges über feinen Werdegang und das Vierteljahrhundert feiner bisherigen theatralischen Laufbahn erzählen zu lassen. Geißler stammt aus Hamburg, wo er die Schule besuchte und in die kaufmännische Lehre ging, während der Lehrzeit aber auch schon den ersten dramatischen Unterricht vom Vater erhielt, der noch heute, mit 72 Jahren, in Altona auf der Bühne steht. Der Sohn fand im Kriegsjahr 1914 seine ersten Rollen am Schiller-Theater in Altona — aber nicht lange. 1915 wurde er Soldat, 1916 rückte er ins Feld, zuerst nach Rußland, wo er in ruhiger Zeit in einer alten Entlausungsanstall ein Fronttheater aufmachte, dann nach Frankreich, wo er in einer Reihe von großen Schlachten mitkämpfte und auch verwundet wurde. Wie überall, ist Sauberkeit auch für den Ofen ind Herd das erste Gebot. Bei verschmutzten Rosten, ! iberfüUten Aschenkästen und verstopften Ofenzügen rennt das Feuer schlecht an, und man verbraucht hon beim Anheizen kostbares Brennmaterial, das ann doch keine Wärme schafft. Auch während der [fen brennt, muß man von Zeit zu Zeit die Asche «om Rost entfernen. Am besten fahre man hierzu rorsichtig mit dem flachgelegten Schüreisen über den ?oft, oder man rüttle ihn ein wenig. Auf keinen fall stochere man in der Glut herum. Dabei fällt rimlid) leicht unverbrannte Kohle in den Aschett- sisten und geht verloren. form. 'Mi' W w Dey A 50 Am gestrigen Dienstagabend bereitete der Gießener Dortragsring — Goethe-Bund, Kulturelle Bereinigung (früher Kaufmännischer Verein), Volks- bildunsstätte Gießen der NSG. „Kraft durch Freude" und Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde — feinen Mitgliedern und Freunden wieder ein besonderes Erlebnis. Er brachte einen Lichtbildervortrag von Kurt Hielfcher über das Thema „Sonne über Italien". Der Zustrom zu dieser Veranstaltung war so stark, daß die Große Aula bis zum letzten Platze besetzt war und viele am Eingang wieder umkehrten, da der Saal wegen Ueberfüllung geschlossen werden mußte. Kurt H i e l s ch e r , der von früheren Verträgen in Gießen gut bekannt ist, ließ seine Hörer im Verlaufe des etwa eindreiviertelstündigen Lichtbilder- vorttages an einer Fahrt durch Italien teilnehmen, die vom Norden bis zum Süden dieses herrlichen Landes führte und erfüllt war von Schönheit, Sonne und Freude. Mit dem Vortragenden befand man sich im Geiste nicht nur auf den bekannten Wegen der Italien-Touristen, die allesamt hauptsächlich die großen Städte austuchen, sondern man lernte auch, und zwar vorwiegend, landschaftliche und bauliche Schönheiten abseits der großen Verkehrsstraßen kennen und gewann dadurch ein weit umfassenderes Bild von den vielfältigen Reizen des Landes unserer Verbündeten. Der Vorttagende hatte in üiermnnatiqer Autofahrt über eine Strecke von 15 000 Kilometer gerade das „abseitige Italien", inD nicht schwelt. Ist die Kohle dann durchgeglüht, iuß die Luftzufuhr sogleich etwas abgedrosselt wer- kn, sonst brennt die Glut zu schnell aus und di-e fiärme verpufft im Schornstein Der Rost muß im« ;er gleichmäßig mit Glut und Brennstoff bedeckt ihn. Freie Stellen verschlechtern die Verbrennung .'tD mindern den Erfolg. Da Kohle nicht immer »llständig verbrennt, bleiben oft koksartige Stücke v rürf, oder kleinere Kohlenstücke fallen durch den '' v ) in die Asche. Hierauf ist beim Rei- jgen zu achten. Suche diese Stücke heraus und ver- rende sie aufs neue! d. h. die kleinen Städtchen, Dörfer und Landschaften aufgesucht, die von den Touristen in der Regel unbeachtet bleiben. Mit einer Ausbeute von rund 5000 Aufnahmen war er von dieser Fahrt, zu der ihn besonders auch der Duce angeregt und gefördert hatte, zurückgekehrt, und zusammen mit seinen früheren Photos standen chm nun insgesamt rund 13 000 gute Aufnahmen zur Verfügung, von denen er eine prächtige Auswahl bei diesem Lichtbildervortrag zeigte. Zu Beginn dieser Rundreise an Hand der vortrefflich wiedergegebenen reichlichen Bilder, die wahre Meisterwerke der Lichtbildkunst darstellten, befand man sich an der Nord grenze Italiens in den Alpen. In reizvollen Etappen ging es durch die maseftätische Welt der Berge, die der Reiseführer H i e l s ch e r mit seinen miterlebten Bildern als verheißungsvollen Auftakt der Fahrt zeigte. Von hier ging es Dann nach Süden- zunächst in die herrliche Landschaft der Lombardei mit ihren weltbekannten Städten Venedig, Mailand, Florenz usw., aber auch mit ihren Schönheiten der „abseitigen" Landschaft, und schließlich mit einem Abstecher nach der italienischen Riviera. Don dort fuhr die große Reisegesellschaft im Geiste nach dem Ewigen Rom, das mit seinen markantesten und zum großen Teil wohlbekannten, zu einem Teil aber auch noch unbekannten Sehenswürdigkeiten gezeigt wurde, dabei immer wieder das Entzücken der mit großer Spannung schauenden Besucher erregend. Die Pontinischen Mafe i i 5 rann 6 | wert v:- 1 chend itz 'chen ity 1 . i f)at ü? : E s— । —, t und h. ; inb Züge. Zum Feueranmachen braucht man Holz und Pater, ober besser einige Kohlenanzünder. Das Holz hneibet man vorher in bleistiftdicke Stücke, und las Papier darf man nur in geringen Mengen, glicht zusammengeballt, zum Anzünden verwenden, tanz falsch ist es, etwa *ben Papierkorbinhalt oder flitze Zellungen in den Ofen zu stopfen. Fest über- tnanDer liegendes Papier brennt schlecht, raucht, stickt schließlich die Flamme und verstopft Rost Uns ist bekannt, daß B e e t h 0 v e n mit eifrigstem mühen lange Jahre nach einem ihm zusagenden Opernbuch suchte. Brachte ihn schon die unver- chichliche Musik zu Goethes „Egmont" mit der Zihne in Berührung, so war ihm bald darauf ein ; [1 ftrag für die Eröffnung des neuen Theaters in 5fft willkommen. Für den Festakt hatte Kotzebue i Dorspiel „König Stephan, Ungarns erster Wohl- aser" und als Nachspiel „Die Ruinen von Athen" r faßt; Beethovens musikalische Einkleidung dieser 'eilen Dichtwerke sand bei den Feierlichkeiten im sibruar 1812 starken Beifall. Während von der Musik zu den „Ruinen von (iDen" in unserer Zeit immer noch einige Stücke, evnders der „Türkische Marsch", gespielt werden, it vom ,König Stephan" nur die Ouvertüre üendig geblieben. Wenn es sich bei diesem Werk tu3) nur um eine Gelegenheitsarbeit handelt, so eigt es uns dennoch mit Eindringlichkeit, wie Beet- |o>en jede übernommene Aufgabe zu einer in sich Pchlofsenen bedeutungsvollen Gestaltung führt. ft er"; feit 1938 kam auch Opernregie dazu; hier waren „Spanische Nacht", „Rosenkavalier", „Entführung" und „Freischutz" Geißlers markanteste Aufführungen. Herrn Geißlers schauspielerische Tätigkeit zu kennzeichnen, ist angesichts der mehreren hundert Rollen, die er in den 25 Jahren künstlerischer Tätigkeit gespielt hat, nicht leicht; der Umfang seiner Begabung läßt sich erkennen, wenn man härt, daß er beispielsweise in seinem Jubiläumsstück .Kabale und Liebe" nacheinander den Ferdinand, den Wurm und den Kalb, im „Teil" den Rudenz, die Titelrolle, den Geßler und den alten Allinghausen gespielt hat. Uebrigens hat Herr Geißler bei uns mit kornischen Rollen angefangen („Tatzelwurm", „Zarewitsch", „Nofretete", „Moral", „Im Rieweloch rumort's"), aber seine ausgeprägtesten und persönlichsten Leistungen gab er doch im Charakterfach, beispielsweise als Flachsmann, in Goetzens „Towaritsch" und vor allem in der Titelrolle von Menzels preußischem Schauspiel „Scharnhorst". So darf Herr Geißler heute, an einem markanten Abschnitt seiner Theaterlaufbahn, als wertvolle Stütze und vielseitig verwendbare Kraft im Gießener Ensemble beglückwünscht werden. —y— Die uns zugeteilten Brennstoffvorräte werden - w, «usreichen, wenn wir immer „richtig" heizen und bniz^'1 t'-cht durch unsachgemäßes Behandeln der Defen lhA '1 ü I inb Herde kostbare Wärme unausgenützt zum -chornstein hinausjagen. Richtiges Heizen will verbanden sein! Darum wollen wir hier den Haus- lauen einige Tips verraten, die ihnen viele Mühe, I Brennmaterial und damit auch Geld ersparen j perden. Höre auch rechtzeittg mit dem Nachlegen auf! >enn die Speisen auf dem Kochherd fertiggekocht ib, soll auch die Glut fast vöMg heruntergebrannt Qn. Das gilt genau so für den Ofen. Nächtliches llrchheizen können mir uns heute nicht leisten, und ie Heine Mühe des allmorgendlichen Anheizens luß schon jede Hausfrau auf sich nehmen. I Der Ofen ist auch kein Abladeplatz für Abfälle, ^rtoffelschalen, Gemüsereste und andere Küchenab- :LIe sind gutes Schweinefutter, aber kein Brennest. Es stt zwar sehr einfach, Abfälle und über- listige Sachen in den Herd oder Ofen zu stopfen, r; ni sie so aus dem Wege zu schaffen, aber wenn pn vorher die Mühe bedenkt, die erforderlich ist, dlnach die Feuerstelle wieder zu reinigen, so würde || ton statt dessen doch lieber den kurzen Weg bis zum Mittwoch, (5. November 1940 Liebe' mufif Gloria-Palast (Seltersweg): „Traum- Lichtspielhaus (Bahnhofsttaße): „Der fahrts'gesang anlchnt, und ruft sich kurz vor Schluß noch einmal in die Erinnerung zurück. — Das Finale steigert sich in feinem wilden Wirbel zu höchster Ekstase, zum dithyrambischen Taumel. Dr. Hermann Hering. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 18.30 bis 21 Uhr „Kabale und ©er Fisch und der Engel. Der bekannte Maler Wllhelm von Kaulbach beobachtete eines Tages, so wird in der Münchner Monatsschrift „Die Kunst für Alle" berichtet, einen Stubenmaler, der eine Decke mit allerlei Getier aus- matte. Darunter bemerkte er einen sonderbaren Fisch. „Was ist das für ein Fisch?" fragte der Künstler den Malermeister. „Ein Haifisch, mein Herr!" lautete die Antwort. ,Za, lieber Mann, haben Sie denn überhaupt schon mal einen Haifisch gesehen?" fuhr Kaulbach in vorwurfsvollem Tone fort. „Nein, mein Herr — aber Sie malen ja auch Engel, ohne je einen gesehen zu haben!" Zeitschriften. . — „Mehr fein als scheinen" heißt das Motto der nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Es zieht sich als roter Faden durch einen ausgezeichneten, unterrichtenden Aufsatz im November- Heft der „neuen l i n i e", Verlag Otto Beyer, Leipzig. Eine Abhandlung über das Thema „Was ist monumental" ist diesem Motto geistig verwandt: nicht absolute Größe bestimmt Den Wesenszug monumentaler Plastik, heißt es Darin, fonDern monumentale Gesinnung. So schilDert auch Peter Bamm in seinem zweiten Aufsatz von Der tfcont „bie letzte Nacht in Frankreich". Erwin Witt- stock schreibt über Das Schicksal Siebenbürgens, Das nach dem Wiener Schiedsspruch einer neuen Entwicklung entgegengeht und dessen landschaftliche Schönheit in prachtvollen Photos sichtbar wird. Photos geben Aufschluß über Die jüngste Phase Des Krieges. UnD dann Italien von einer anderen Seite: Angelo Gatti schrieb eine bezaubernde Novelle ,/Dte beiden Armen". Zu dieser Auslese seien noch genannt zwei schöne farbige Gemäldewiedergaben und eine Veröffentlichung über die erste Fernseh-Märchenoper, die in Deutschland gesendet wurde. Dunkle Punkt". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung W. Jmkamp im Foyer Des StaDttheaters. Sladkthealer Gießen. Am heutigen Mittwoch kommt Schillers Trauer- spi-el „Kabale und Liebe" in neuer Inszenierung zur Aufführung. Die Vorstellung erhält ein befon- Deres Gepräge DaDurch, daß Hans Geißler mit ihr fein 25jähriges Bühnenjubiläum feiert. Der Jubilar hat das Werk nicht nur in Szene gesetzt, sondern wird auch Die Rolle Des ,Hofmarschalls von Kalb" spielen. Die BühnenbilDer stammen von Karl Löffler. Es wirken mit: Walt raut Goettke, Hilde Heinrich, Hella Henzky, Luise Prasser; Hansjoachim Büttner, Hans Caninenberg, Gert Geiger, Hans Geißler, Siegfried Lowitz, Hans Bernd Müller, Hans Seitz, Karl Vvlck. 9. Mittwoch-Miete. Warum Säuglingskurse? Der Mütterdienst des Deutschen Frauenwerkes ist unaufhörlich bemüht, allen Mädchen und Frauen die Grundlagen einer sachgemäßen Säuglingspflege zu übermitteln. Er geht von der Voraussetzung aus, daß schon jedem kleinen deutschen Erdenbürger die Pflege zusteht, die ihn zu einem tüchtigen Deutschen heranwachsen läßt. Es ist nicht mehr die Zeit, in der Fehler gemacht werden dürfen, am wenigsten am Menschenleben, diesem wichtigsten deutschen Gut. Es ist hier nicht der Platz, aufzuzählen, wie sehr die Säuglingssterblichkeit schon in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist, es ist aber der Platz, zu sagen, daß es bei sachgemäßer Pflege überhaupt nicht notwendig ist, ein junges Menschenleben zu verlieren. Und eine geschulte Mutter wird ihr Kind so überwachen, daß es gesund gedeiht und aufwächst. Ein Kurs beim Deutschen Frauenwerk wird ihr manche Sorge und schlaflose Nacht ersparen. Denn jeder Handgriff wird nur zum Vorteil ihres kleinen Lieblings sein. Es ist auch nicht nur die Pflege, die die Frauen dort erlernen, sie erhalten auch reichlich Anregung, aus alten Resten eine sehr brauchbare Säuglingsaus- Sümpfe, wte sie einst waren und wie sie seht nach der großen Urbarmachung durch Mussolim sich zeigen, waren Die nächste Etappe Diefer Fahrt, Deren wichtigste Abschnitte in Diesem Bericht natürlich nur stichwortartig gekennzeichnet roerDen können. Weiter ging es nach Süden, um zunächst in Neapel zu verweilen und von hier aus namentlich Dem Vesuv interessante Besuche abzustatten. Die Bilder, Die Der Vortragende von dem weltbekannten Vulkan als Ausbeute mehrerer Besuche und teilweise geradezu vermessener Einstiege in die allernächste Nachbarschaft des Kraters mitbrachte, waren von einzigartiger Schönhett und gaben einen starken Eindruck von der Erhabenheit und Wildheit dieses Riesen der Naturkräfte. Dann wurde Sizilien besucht, wo man der fesselnden Landschaft gleichfalls mit großer Bewunderung und starker Freude an ihrer Schöneck gegenüberstand. Die Reiseroute führte nun hinüber an die Gestade des Adriatischen Meeres, die in ihren wichtigsten Abschnitten besucht wurden. Auch hier Die gleiche FreuDe an Der Schönheit der Landschaft und den Reizen des „abseitigen Italien", Das häufig nicht ohne gewisse Schwierigkeiten zu erreichen ist, daftir aber seine Besucher mit Doppelter Freude zu entschädigen weiß. Und auf der ganzen Fahrt immer nur „Sonne über Jtaften", ein Gesamtbild, das Die große Begeisterung unD Die starke innere Freude Hielschers an seinen reichen Erlebnissen verständlich macht. Der Vortragende war seiner Reisegemeinschast aber nicht nur ein guter Betreuer für Das schön- heitsfreuDige Auge, sondern auch ein ausgezeichneter Schilderer Der LanDschäft und ihrer vielfältigen Eigenart. DaM hat er die Gabe, fesselnd erzählen zu können, gelegentlich auch gute Pointen einM- flechten, und so die Gesamtheit feines Vortrags zu einem erfrischenden Erlebnis zu gestalten. Dafür dankte ihm am Schlüsse des gestrigen Vortrags- abends die ftohgestimmte große Hörerschaft mit herzlichem Beifall. B. elialls" Oie „latenten des Oie Leonidettncichte vom 14. bis 18. Novemben. Aus her engeren Heimat Vorbildliche Kameradschaft. Lollar, 12. Nov. Die enge Verbundenheit * (Nachdruck verboten.) 26 Fortsetzung. Schweigend und mißmutig startete er, nachdem er einen Reifen von Veras Wagen abmontiert und in tDtrber Emr [toirb, lagen feen. L p Mcht r. daß im Anschluß an die Leonidennächte kaum jemals eine Meteormasse auf die Erde gefallen ist. Daher hat man sich auch daran gewöhnt, die Leoniden als ungefährlich zu betrachten. Vielleicht aber ist die An- nähme zu optimistisch. Warum sollten in Beglei- tung der Kleinkörper nicht auch größere Massen wandern? Wo ist der Kern des Kometen geblieben, dessen Auflösungsprodukte den Schwarm bilden? Wir wissen jetzt, daß Kometen durch die Anziehungs. kräste der Großplaneten ihre Bahn ändern können. So könnte auch eine Abdrängung des Leoniden- schwarms aus seiner bekannten Bahn je nach den Umständen für unsere Erde günstig oder ungünstig sein. Daß die Sternschnuppen bei der erwähnten Kleinheit in so großer Höhe noch sichtbar sind, kommt von der stark erhitzten Luft, die eine sehr ausgedehnte Hülle um den glühenden Körper bildet. Beim Versprühen müssen viel Aschenteilchen in die betreffende Luftregion eindringen. Infolgedessen hat sich in der Wissenschaft neuerdings die Ansicht durchgesetzt, daß die Meteorschwärme außer den Kleinkörpern, die als Sternschnuppen sichtbar werden, noch kosmischen Staub mit sich führen, der ebenfalls in die Erdatmosphäre getragen wird. Für diesen Staub, wie auch für die erwähnten Aschen, teilchen kommt jenes obere Stockwerk unserer Atrno- sphäre in Betracht, das die heutige Wissenschaft als Ionosphäre bezeichnet. Diese Ionosphäre macht dem Radioempfang zuweilen große Schwierigkeiten, und man könnte annehmen, daß das Eindringen der Leoniden-Sternschnuppen und des mit chnen verbundenen Staubes Unruhe und Unordnung in dieser Schicht der Atmosphäre hervorruft. Die aufkommenden Störungen im Rundfunkempfang' werden daher schon seit Jahren von radiowissenschaftlichen Unter, suchungsstellen beobachtet. So werden auch die körn- menden Leonidennächte nicht nur den astronomischen Instituten, sondern auch der Funkwisienschaft Anlaß zu einschlägigen Untersuchungen auf Ursache und Wirkung bestimmter Störungen namenllich der Kurzwelle geben. „Oh dkrnned“, fluchte er, „gleich beide." Renz zeigte sich hilfsbereit. Da aber nur ein Ne serverad vorhanden war, konnte er auch nicht; machen. Der Fremde fluchte durch die Zähne. Peter Renz nickte eifrig. Rättvik war nicht mehr weit. ,^Jch gehe in die Klappe" sagte Vera zitternd. „Oh no sweetheart wir sitzen vorn au britt", enJ- schied der Fremde. ,Lehn dich an mich, mein Lieb ling." Peter blieb die Spucke weg. Er hatte sich bog anführen lassen, und Arne Ohlsen sollte recht be> Landkreis Gießen * Lollar, 12.Nov. Dem Leutnant Erich Gilbe r t in einem Infanterie-Regiment, der bereits mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Infanterie- Sturmabzeichen ausgezeichnet wurde, wurde für sein >nf be I Bericht 3000Kilometer Siebe Roman von Olly Boeheim ^eaoei perlet) w roir h len, n ihn L hin qi lorgen prf : pirmer I bezahle Die nicht i« die Mache Ät Sie Eiy Sto rale ybnei N\ W Kd b Wnl S5, Ql Ntc Ml Ooben , ®eri titut ■" " - 1 ‘.'t e, W« L* fl Nni "'M . bessert W L Mto. Gießen — To. Kirch-Gönr 10:6 (6:3) Tv. Hörnsheim — To. Hochelheim 9:14 (4.10) To. Lützellinden — Tv. Dornholzhausen 9 6 Tv. Garbenheim — To. Katzenfurt 7:4 (3:2). Die Mtv.er hatten einen guten Tag und spielten endlich einmal wie in alten Tagen. Anders läßt sich nämlich der knappe Sieg nicht erklären. Denn auch Kirch-Göns war in ausgezeichneter Verfassung, obwohl es Ersatz einstellen mußte. Was festgehal. ten zu werden verdient, ist die anständige Spiel, weise, die trotz des restlosen Einsatzes auf beiden Seiten gepflegt wurde. Das gab dem Treffen nicht den Charakter eines Punktekampfes. Hörnsheim hatte in der ersten Halbzeit keinen leichten Stand und mußte die Gäste mit klarem Unterschied ziehen lassen. Das lag nicht zuletzt daran, daß die Hintermannschaft versagte und die schnelle Angriffsreihe des Gegners immer wieder freikom. men ließ. Wenn sich auch das Bild in dieser Be. Ziehung nach der Pause etwas änderte, so war an dem Endsieg der Gäste doch nichts mehr zu ändern. Auf beiden Seiten wurde mit letztem Ein. satz gekämpft, die Grenze des Erlaubten aber in keinem Falle überschritten. Ein schönes und auf beiden Seiten anständig ge. führtes Spiel gab es auch in Lützellinden. Dornholz. Haufen hatte seine junge, aber starke Einheit zur Stelle, während Lützellinden in der üblichen Aus. stellung antrat. Dis zur Halbzeit war das Treffen, aus-geglichen, und keinerlei Rückschlüsse konnten auf den vermutlichen Ausgang gezogen werden. Nach, der Pause ging Lützellinden mehr und mehr aus sich heraus und konnte weitere 5 Tore vorlegen, denen die Gäste nur 3 entgegenzusetzen vermochten. Mit diesem Siege hat sich Lützellinden weiter nach, vorne gearbeitet. Die erste ftlaffe. In der 1. Klasse kam das Spiel Wetzlar-Nieder girmes gegen Wetzlar nicht zum Austrag, weil der Platz spielunfähig war. — Grüningen wartete oer. geblich auf Krofdorf. Die Mannschaft war aus oer. stündlichen Gründen nicht vollzählig. Die Wertunz muß einer weiteren Untersuchung Vorbehalten bleiben. In der zweiten Klasse siegte Nauborn über Asz- bach, während Großen-Linden in Garbenheim nid# antrat. Damit ist die Mannschaft automatisch aui dem weiteren Wettbewerb ausgeschattet. Iugeudsplele: Watzenborn-Steinberg — Lich 3:5 (1:3) Großen-Buseck — Mtv. Gießen I 4:4 (1:4) Klein-Linden — 1900 Gießen kampflos f. Kl.-L Lang^Göns — Grüningen 3:2 (1:1) • Holzheim — Mtv. Gießen II kampflos f. H. Hessens Turner vor neuen Aufgaben. des al Nerb V.A.G. Zu Anfrage 1: Ob die Versicherungsgesellschaft berechtigt ist, die Beiträae noch bis zum I.Mai 1941 au berechnen, muß sich aus den Der- sicherungsbedmgungen ergeben. Im allgemeinen werden die Beiträge anfangs des Dersicherungs- jahres für das ganze Dersicherungsjahr fällig, so daß anzunehmen ist, daß dies auch in dem von Ihnen angeführten Fall gegeben war. Der Abzug wäre deshalb, falls in den Versicherungsbedingungen nichts anderes gesagt ist, berechtigt. — Zu Anfrage 2 und 3: In diesen Fällen könnte man nach Ihrer Sachdarstellung annehmen, daß die 80,— RM. von der Versicherungsgesellschaft an die Berechtigten zu zahlen wären. Die Schreiben, die Sie erwähnen, könnten evtl, geeignet sein, diesen Anspruch zu begründen. Eine zutreffende Beurteilung wäre jedoch nur bei genauer Kenntnis des Inhalts der erwähnten Schreiben möglich. haben." Der Mann überhörte Peters Anzüglichkeit. „Viel Krach und keine Geschwindigkeit", sagte ü wütend. „Nur Ruhe", meinte Peter Renz mit seinem etw^ mulmigem Englisch. „Sie werden noch früh genufl in Rättvik •fein." Der Fremde schoß einen mißtrauisch forschendr« Blick aus seinen schönen dunklen Augen zu Pettt hinüber. Der aber schien die Harmlosigkeit selbst. Endlich — den Autoinsassen war, als hätten I» Tausende von Kilometern zurückgelegt — taucht" die ersten Häuser von Rätfrük auf. Die drei schen überfiel atemlose Spannung. Peters Oefi® war blaß, mit zusammengepreßten Lippen starrte ei vor sich hin. Auch über ben. Fremden war ein* 1 * * * fieberhafte Aufregung gekommen, die er sichte hinter einem gleichgültigen Lächeln zu verberg" suchte. Er sah aus wie ein schönes gefangenes Ti" das nach der Gelegenheit wittert, um zum 6prun| zur Flucht anzusetzen. (Fortsetzung folgt.) „Warum schleppen Sie mich überhaupt mit? Sie brauchen doch nur den Wagen." „kleine Sicherheitsmaßnahme, weiter nichts!" „Sie Gauner, Sie Schuft", schrie Vera am Ende ihrer Kraft, „Sie haben Ohlsen umgebracht." galten Sie mich für einen Dilettanten?" Der Mann nahm aus einem schmalen Silberetui eine Zigarette, steckte sie behaglich an und sagte nach einer Pause: „Warum sollte ich Ohlsen umbringen? So viel war die kleine Visite nicht wert. Sie hat — außer Ihrer reizenden Bekanntschaft — recht wenig eingebracht." „Daß Sie mich auch noch verhöhnen", rief Vera, ihre Tränen hinuntersckluckenb, „ist doppelt gemein." „Sie unterschätzen sich, Miß. Ich finde Sie bezaubernd. Ihre Angst ist von prickelndem Reiz. Ein wahrer Jammer, daß wir uns an der Grenze trennen müssen. Aber man ist hinter mir her. „Hoffentlich erwischt man Sie noch vorher", sagte Dera in kalter Wut. „Vermutlich nicht, denn Sie, meine scharmante Retterin, werden alles tun, um es zu verhindern." Wieder sah sie den Lauf der Pistole auf sich gerichtet. „Das Benzin geht zu Ende", sagte Dera schadenfroh. „Noch ein paar hundert Meter, und der Wagen bleibt stehen." Der Mann biß sich auf die Lippen. Seine dichten schwarzen Brauen zogen sich zusammen und bildeten einen waagerechten Strich. „Wir halten das nächste Auto an, verstanden? Die Unterhandlung führe ich. Sie bleiben am Steuer sitzen, ohne Laut." Dera nickte. Der letzte Rettungsanker war dahin. Sie stoppte gehorsam, als ihnen bald danach ein Wagen entgegenkam. Aber der Gauner hatte Pech. Der Fahrer konnte kein Benzin abgeben. Während der Mann verhandelle, drehte Dera blitzschnell den Hahn zum Reservetank ab. Nun mußte der Wagen nach ein paar hundert Meter stehenbleiben. Aber was bann? Dann saß sie mit dem Verbrecher auf G.A-Sport. Oer Handballsonntag. In der Bereichsklasse gab es biesmal zur Ab. wechslung wieder einige Ueberraschungen, mit denen man nicht gerechnet hatte. So gelang es dem Mto. Gießen, seine ersten Punkte sicherzustellen, Hochei. heim den gefürchteten Lokalgegner knapp zu schla. gen und schließlich Lützellinden der starken Einheit des Tv. Dornholzhausen eine Niederlage beizu- bringen. Eine wesentliche Aenderung in der Tabelle ist dadurch nicht eingetreten. Lediglich Höckelheim tonnte (eine führende Position weiterhin festigen und liegt nunmehr mit 4 Punkten in Front. Die Ergebnisse: ftattung herzustellen. Säuglingskurse finden laufe nb statt. Die Geschäftsstelle des Deutschen Frauenwerkes, Frankfurter Straße 1, gibt jederzeit darüber Auskunft. gfs- Gießener Schlachtviehmarkl. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in der Diehoersteige- J rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 33 bis 45,5, , Bullen 38,5 bis 44,5, Kühe 19 bis 43,5, Färsen 20 { bis 45,5, Kälber 30 bis 57,5, Hämmel 25 bis 47 Rpf. ( je Vz kg Lebendgewicht, Ziegen 23 RM. pro Stuck. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,14, , bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,08, d (80 bis 99,5 kg) 1,02, e—f (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider) 1,12, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. Marktoerlauf: Auftrieb gut, alles zugeteilt. ♦♦ Kriegsauszeichnung. Zmn Hauptmann befördert und mit der Spange zum Eisern en Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde der seit Kriegs- beginn wieder im Felde stehende Führer der SA.- Reiterstandarte 147 (Obechessen) und Adjutant der SA.-Brigade 147 (Oberhessen), SA.-Obersturmbann- führer M ü n k e r aus Gießen. ♦* Im Straßenverkehr verunßlückt. Arn gestrigen Dienstag nachmittag verunglückte ein Schulmädel, das nach dem Unterricht die Goethe- Schule verlassen hatte, an der Ecke Horst-Wessel- Wall/Bahnhofstrahe. Das Mädel hatte sich an em vorbeisahrendes Fahrzeug angehängt, von dem es ab rutschte und bann von einem unmittelbar folgen- ben Fahrzeug überfahren würbe. Mit erhebttchen Beinoerletzungen, wahrscheinlich auch einem Beinbruch, mußte bas Kinb von ber Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes ber Chirurgischen Kli- nik zugeführt werben. — Äm Asterweg wurde em radfahrender Junge von einem Fahrzeug angefahren und zu Fall gebracht. Bei dem Sturz erlitt das Kind leider einen Beinbruch, der feine Uebersuh- rung durch das Rote Kreuz "in das Evangelische Schwesternhaus erforderlich machte. ** Verbesserung im Kr a s t p o st v e r - fei) r. Bei den Kraftpostfahrten zwischen Gießen, Fellingshausen, Krumbach, Frankenbach, Erda und Gießen hat der Arbeiterverkehr so zugenommem daß es nur in sehr geringem Umfange noch möglich ist, andere Fahrgäste, die auf Einzelfahrschein reifen wollen, aufzunehmen. Um den Bewohnern der genannten Orte wenigstens einmal wöchentlich Gelegenheit zu Fahrten nach und von Gießen zu geben, sind jetzt für Mittwochs besondere Hin- und Rückfahrten zu ben aus den Fahrplänen ersichtlichen Zeiten eingerichtet worden. Strafkammer Gießen. In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen die Wilhelmine Wendel in Gießen wegen gewerbsmäßiger 21btreibung, gegen die G. B. in Gießen wegen Abtreibung und gegen die Fr. W. in Gießen wegen Dechilfe zur Abtreibung verhandelt. Die Angeklagte Wilhelmine Wenzel wurde unter Einrechnung der durch Urteil der Strafkammer Gießen vom 24. Mai erkannten Strafen zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 3 Jahren und di« Ange- ftagte G. B. zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt. Das Verfahren gegen die Angeklagte F. W. wurde auf Grund des Gnadenerlasses bes Führers vom 9. September 1939 eingestellt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Um die Mitte dieses Monats, namentlich in der Zett vom 14. bis 18. November, warten die Sternwarten auf ein seltsames Naturschauspiel, auf die alljährliche Wiederkehr der geheimnisvollen Leoni- denschwärrne, die ihren Ausstrahlungspunkt im Sternbild des Löwen haben. Wer sie beobachten will, muß allerdings einen Teil seiner Nachtruhe opfern, denn der erwähnte Puntt erhebt sich erst gegen Mitternacht über den östlichen Horizont, so daß die günsttgste Beobachtungszeit in die ersten Morgenstunden fallen dürfte. Die Beobachtungen können in diesem Jahre um so interessanter sein, weil durch die Verdunkelung künstlicher Lichtquellen der Himmel deutlicher die „Laternen des Weltalls' und damit auch die dahinsausenden Sternschnuppen erkennen läßt. In den erwähnten Nächten pflegt die Zahl ber Sternschnuppen erheblich zuzunehmen, wenn auch der Grad ber Erscheinung in ben einzelnen Jahren erheblichen Schwankungen unterlegen ist. In diesem Jahrhundert haben einige Jahre auffallend viele Sternschnuppen gebracht, doch ist das phantastische Feuerwerk als solches noch ausgeblie- ^Was sind die Leoniden? Da sie auf ihrem Wege aus dem Weltenraum der Erdbewegung entgegen« kommen, muß die relative Geschwindigkeit, mit der sie in unsere Atmosphäre eindringen, ziemlich groß fein; man hat sie auf 70 bis 80 Kilometersekunden angegeben. Bei einem solchen Wert ist es begreiflich daß die Reibung auch in der sehr verdünnten Luft der oberen Schichten der Atmosphäre das Aufglühen und Verdampfen der Meteore zur Folge hat. Als mittlere Höhe des Aufleuchtens hat man 130 und des Verlöschen 90 Kilometer^ speziell für die Leoniden errechnet, lieber die Größe ber ein- bringenben Körper hat ber Laie meist falsche Vorstellungen. Es ist wahrscheinlich, baß bis Meteore eines Schwarmes nur bie Größe eines Apfels ober einer Nuß haben. Gewisse Größenunterschiede müssen vorhanden sein, wie aus dem verschiedenen Helligkeitsgrab zu schließen ist. Auffallend ist jedoch, und die freue Kameradschaft zwischen den zum Heeresdienst einberufenen Mitgliedern und den daheimgebliebenen Kameraden der Kriegerka» meradschaft Lollar, sowie den Angehörigen der ehemaligen Hassia-Jugendgruppe Hindenburg, die der Kameradschaft Lollar angeschlossen war, geht aus dem ständigen Karten» und Briefwechsel hervor. Wöchentlich erhalten die feldgrauen Kameraden die ,Aeichskriegerzeitung" abwechselnd zugesandt, und bei jedem Appell und jeder anderen Zusammenkunft der Kriegerkameradschajt Lollar werden Kartengrühe aus oer Heimat übermittelt, die von sämtlichen anwesenden Kameraden unterzeichnet sind. Voller Dank werden diese Grüße von den draußen weilenden Kameraden erwidert. So liegen bereits eine Menge Dankschreiben vor von ben Kameraben Oberstabsveterinär Dr. ßimberger, Oberstabsarzt Dr. Dietz, Oberstabsarzt Dr. Schwalm, Feldwebel Ernst Schmidt, Utffz. Walter Seel, Utsfz. Karl Heuser, Utffz. Wilhelm Hofmann, Gesr. Adolf Keil, Gefr. Robert Jnderthal, Dbergefr. Ernst Leib, (Befreiter Ernst Moos, Obergefreiter Willi Wagner, Gesr. Ludwig Schmidt, Leutnant Karl Schmulbach, Gefr. Werner Komp, Feldwebel Wieck, Oberschütze Alfred Schwalm, Dbergefr. Alfred Mickel und Obermaat Albert Schneider. Besonders erfeulich ist der rege Karten- und Briefwechsel mit den jüngeren Kameraden, die sich schon in ihrer frühen Jugend gurrt Soldatentum bekannten und nunmehr auch das feldgraue Ehrenkleid unseres großen Führers Adolf Hitler fragen. Möge es diesen jungen, tapferen Kämpfern vergönnt sein, bald als Angehörige des NS-Reichskriegerbundes, des größten Soldatenbundes, in unseren Reihen unter unserer vom Führer verliehenen Bundesfahne mit dem Hakenkreuz und Eisernen Kreuz zu marschieren. der Landstraße und war chm restlos ausgeliefert. Sie stammelte ein Angstgebet und fuhr mit bleichen Lippen weiter. Da plötzlich, sie glaubte an eine Vision, an eint Fieberphantasie — hoppelte ein grünes klappriges Etwas wie ein lahmer Hase bie Chaussee entlang. Ihr Herz schlug wie ein Hammer. Mein Gott, das war die Rettung, Das war Peter Renz mit Onkel Franz. „Ein deutscher Wagen", sagte ber Mann, ber jebe Regung ihres Gesichts verfolgte. „Ich sagte Ihnen schon vorhin, ich bin ein Gentleman. Aber wenn ich angegriffen werbe, verteidige ich mich wie ein Tiger. Ich knalle die ganze Gesellschaft über den Haufen, wenn Sie mich mit einem Blick, einem Wort verraten. Sie sind mein kleiner Flirt, okey!" Onkel Franz machte direkt einen Hopser, so scharf bremste Peter, als Deras Wagen vor ihm hielt. Wie verabredet, waren Arne Ohlsen und Peter Renz am nächsten Tage nach Stockholm gestartet. Ohlsen hatte noch nie tn seinem Leben in einer so fidelen, vierrädrigen Badewanne gesessen, wie er respektlos Onkel Franz nannte, und die beiden waren von einer vertrauten Lustigkeit, bie ein kleiner Katerschoppen noch steigerte. Sie machten nicht gerabe bie geistreichsten Gesichter, als sie ben Wagen erkannten und Vera, die banebenftanb unb sie mit gefrorenem Lächeln begrüßte, währenb ein fremder, gut aussehenber Mann ben Arm um ihre Schulter gelegt hatte unb mit strahlenbem Lächeln ben Hut dog. Peter Renz griff mit offenem Munb nach bem Ersatzkanister unb füllte den Benzintank nach, während ber Mann eifrig mit Arne Ohlsen sprach. Die Unterhaltung würbe auf schwebisch geführt. Erstaunt stellte Peter Renz fest, daß ber Reservetank von Deras Wagen noch gefüllt war. Da stimmte etwas nicht. Er suchte ihren Blick unb erhaschte fefunbenlang angstgeweitete, hilfeflehende Augen. De, Frembe hielt sie tn zärtlicher Umarmung fest unb sprach auf Arne Ohlsen ein. Blitzschnell machte sich Peter an ben beiben Hinterrädern zu schaffen. Dann schloß er ben Benzintank unb sagte liebenswürdig: „Der Schaden wäre kuriert, anäbiae Frau." Das Paar bedankte sich, unb Vera stieg fluchtartig • in ben Wagen, nachbem sie sich mit seltsam gefröre« i nein Lächeln von Arne Ohlsen verabschiedet hatte. hatten. Diese Vera Verries war ein durchtriebener Luderchen. Er bekam rote Ohren. Er hatte sich W blamiert mit seinen Sherlock-Holmes-Phantasien.: „Was sagen Sie dazu?" ließ Peter hören und starrte mit offenem Mund bem anfafjrenben Wagen nach. „Das sage ich bazu", erklärte Arne Ohlftn unb spuckte in wettern Bogen aus. „Und bas gilt für alle Weiber!" ,Hch fürchte, Sie sinb ein schlechter Psychologe, wie alle Weiberfeinde", entgegnete Peter Renz. „Ich freß einen Besen — da stimmt etwas nicht." „Wohl bekomm's! Alles stimmt auf ein Haar! Nur ich, als ewiger Jbealist, bin roieber mal rein- gefallen. Unb um sich nach rechter Weiberart an mir zu rächen, führt bas Dämchen mir persönlich ihren neuen Liebhaber vor. Gott, war ich ein Esel, mich von Ihnen beschwatzen zu lassen, nach Stockholm zu fahren." „Abgesehen von Ihrer schönen Selbsterkenntnis haben Sie unrecht." „Wie wollen Sie bie Situation anbers beuten?" Arne Ohlsen lächelte spöttisch. „Gewaltsame Entführung, Hintertreppenroman — was? Ach, was für Blasen sich in einem so unfertigen Jungengehirn bilden! Sherlock-Holmes-GeschichtenI Sie machen sich ja lächerlich. Hätte ick bloß nicht auf Sie gehört unb wäre in diese lächerliche Badewanne einge- stiegen!" „Erlauben Sie mal, Herr Ohlsen! Ihr gekränkter Mannesstolz in allen Ehren, aber beleidigen lasse ich mich trotzdem nicht. Wenn Ihnen meine Rennmaschine nicht gut genug ist, können Sie ja aus- steigen. Es ist natürlich bequemer, in einem von Papas Geldern gekauften Luxuswagen zu fahren als —" Blaß vor Wut schlug Ohlsen bie Wagentür zu, baß Onkel Franz in allen Fuaen erbebte.- „Wollen Sie etwa tippeln?" fragte Peter Renz höflich. „Meine Sache!" schrie Ohlsen zurück unb war mit seinem leichten miegenben Gang in einem Walbweg oerschwunben, ber zum nächsten Dorf führte. Onkel Franz knatterte mit raketenähnlichen Explosionen ab. Peter Renz saß mit gespanntem, erregtem Gesicht am Steuer. . Onkel Franz gab her, was er hatte. Zum erstenmal in seinem Leben überholte er einen Wagen, aber es war nicht sein Verbienst. Das Auto hatte eine Reifenpanne. Vera saß wie versteinert am Steuer, währenb ber Mann nervös um ben Wagen herumging. ber Klappe verstaut hatte. Aber plötzlich fühlte er Veras Hanb, bie ost' zweifelt feinen Arm preßte. „Fahren Sie boch zu", flüsterte ber Frembe nef dös, bamit wir ben Zug bekommen. Freust bu bij auf Norwegen, darling?" „Das kann ich mir benken!" sagte Peter 9W trocken. „Aber Sie haben Pech, baß Sie sich genial Onkel Franz aussuchen, wenn Sie solche O: tapferes Verhalten vor bem Feinde bas Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. <£ Allend orf a.b. ßba., 10. Nov. Zum hiesigen Nikelsmarkt waren 55 Ferkel aufge- frieben, bie zum Preise von 18 bis 22 RM. pro Stück fast vollzählig verkauft würben. Der Krämermarkt wies naturgemäß nur wenige Stänbe auf, bie in kurzer Zeit ausverkauft waren. Q] Steinbach, 11. Nov. Der hiesigen Sport- gemeinde wurde am Samstag im Rahmen einer schlichten Feier von dem Bezirksfachwart für Fußball Michel (Gießen) bie von der Fußballmannschaft ber Sportgemeinde errungene Kriegs- Erinnerungsplakette^ überreicht. Nach Begrüßungsworten des Dereinsführers Simon sprach Bezirksfachwart Michel über die ideelle Bedeutung ber Plakette urtb bankte der Sportgemeinde für ihren starken sportlichen Einsatz, zugleich mit beorderet Anerkennung für bie Mannschaft, die bie- en schönen Erfolg erringen konnte. Nach den Dankesworten des Dereinsführers Simon sprach der Ortsgruppenleiter Rink, der dabei u. a. kurz den vor zwei Jahren durchgeführten Zusammenschluß aller hiesigen sporttreibenden Vereine zur Sportgemeinde erwähnte unb dabei feststellen konnte, daß diese Vereinigung von schönen Erfolgen begleitet war. Insbesondere würdigte er bie Leistungen ber Futzb allmann schäft und ber Schütz en abteilung, die im Vordergründe ber erfolgreichen Tätigkett der Sportqerneinbe ftanben. (D' Wetterfelb, 12. Nov. In unserer Gemeinde würbe eine Kuchensammlung durch- geführt, bie als Spenbe für bie verwunbeten Sol- baten ben Gießener Lazaretten zugeführt würbe. Das Ergebnis ber Spenbe übertraf alle Erwartungen unb betunbete in eindrucksvoller Weife den herzlichen Dank unserer Einwohner für bas große Opfer ber verwunbeten Solbaten. — Die Eheleute Johannes Pfeiffer unb Frau Eleonore, geb. Diehl, begingen im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder das Fest ber golben en Hochzeit. Der Jubilar steht im 74., feine Frau im 73. Lebensjahre. Seibe erfreuen sich noch bester körperlicher unb geistiger Frische. Außer den Deutschen Gerätemeisterschaften führl bas Reichsfachamt Turnen im NSRL. seit zw.^ Jahren auch Reichswettkämpfe für bie besten beut- schen Nachwuchsturner burch. Die Durckführung dri diesjährigen Reichskämpfe der Nachwuchsturnn wurde dem Bereich Hessen übertragen. Die Kämpfe zu denen 156 Bewerber aus dem Reiche zugelasfeu werben, finden am 15. Dezember 1940 in Kasse! statt. Don hessischen Teilnehmern steht bis jetz! Kaiser vom Tv. 1846 Gießen fest. Der Bereich Hessen führt seine Bereichsmeister, schäften im Gerätturnen in der Reichs- und in de: Bereicksklasse am 12. Januar 1941 in Bad' Nauheim burch. In Verbindung damit findet bis Ausscheidungsturnen für bie Deutschen ©erähneift«. schäften statt, zu denen der Bereich Hessen drei TÄ nehmer stellen mutz. Im Spätsommer 1941 veranstaltet ber Bereiö Hessen sein 3. Bereichsatterstreffen in Lauter, bad) in Verbindung mit den Sommerspielmeister' schäften des Bereichs. , > Oie si er em eftens u knsioe fl pnjei Elan hü u Aus! m beffl SesM sundfly itie. de Wses 3 It^rW ronad) lung T.juer i ingef in über irrte vo binnen : feilen Ö i - in he »sie in if (jtfflejen Jon der hineitot 1 Veite iköiinbai I eine & I sie 6tit Einblick» Don der > das, ■rod, ! u'genll 'Heave ''en au in ei Mikeb to ihn -fter t