Freitag, 15. September 1940 (90. Jahrgang Nr. 217 Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/,Uhr des Vormittags An-etgen-Preifer Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nach lasse: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr : jgegr V 5re,i Gletzener Anzeiger vrühlstz« Unioerfitätsörideret L tauge General-Anzeiger für Gberhefsen ^«iesien.^ch-Ifteatze 7-9 Erscheint täglich, auher Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giekener Familienblätter Heimat rmKild DjeScholle Monats-Bezugs^eis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 1168k Franks M li n i e es nicht! An zwei Stellen wurde die Magi notdurchstoßen, einmal bei Breisach, im Wie uns dazu unsere Berliner Schriftleitung mitteilt, ist das amerikanische Botschaftsgebäude für Flieger noch besonders durch riesige auf das Dach aufgemalte Buchstaben „USA." weithin sichtbar gekennzeichnet. Die englischen Luftpiraten müssen diese Buchstaben, bei dem Hellen Mondschein und bei der Verwendung zahlreicher Leuchtbomben unter allen Umständen klar erkannt haben. Sie warfen trotzdem ihre Bomben. Das ist der Dank Englands dafür, daß die USA. die Vertretung der englischen Interessen in Englischer Geleitzug von Küstenartillerie beschossen. Bombenwürfe auf Hafenviertel und Kaianlagen von Dover. Berlin, 12. Sept (DNB.) Am 11. September versuchte wiederum ein britischer Geteitzug den Hafen von Dover zu verlassen. Unsere k ü st e n - ar filierte nahm die Hafenausfahrt unter Feuer. Treffer auf den Schiffen konnten wegen des schlechten Wetters und der schlechten Sicht nicht beobachtet werden. Kampfflugzeuge bombardierten das Hafenviertel und die Kaianlagen von Dover, so daß Brände entstanden. Auch die Flakstellungen von Dover wurden erfolgreich angegriffen und Treffer in den Flakstellungen erzielt. Zwei unserer Wasserflugzeuge griffen am 12. 9. zwischen dem Woraj-Firth und Aberdeen einen Geleitzug an. Ein Handelsschiff von 3000 BRT. erhielt Treffer mittschiffs. Eine 120 Meter hohe Detonationswolke wurde beobachtet. Mit dem Verlust des Schiffes kann gerechnet werden. Die englischen Bomben auf die Botschaft der LIGA. Washington, 12. September. (Europapreß.) lieber den bei den britischen Bombenangriffen in der Nacht zum Mittwoch der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin zugefügten Schaden hat der Geschäftsträger der Vereinigten Staaten Kirk einen Bericht an das Staatsdepartement erstattet. Der Bericht bestätigt, daß der Garten der Botschaft von fünf englischen Brand - und Sprengbomben getroffen wurde. Bombensplitter drangen durch das Fenster in die Wand eines Jnnenraumes. Soweit feststellbar, seien im Verlaufe des Bombardements Bürger der Vereinigten Staaten nicht verletzt worden. Bomben auf London, Southampton und Liverpool. Oie Angriffe britischer Jtachtpiraten forderten in Aorddeutschland 14 Tote. Deutsches U-Boot versenkte 40 OOO AKT. Lothringen, gestern, heute und morgen x Don unserem Sonderberichterstatter Gerhard Bohlmann Der Wehrmachtsbericht vom Donnerslag. Berlin, 12. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Abermals belegten britische Flugzeuge in der Nacht vom 11. zum 12. September in Norddeutschland die Wohnviertel mehrerer Städte, darunter h a m - bürg, Bremen und Berlin, mit Spreng- und Brandbomben. Ls entstanden zahlreiche Brände und Schäden in Wohnhäusern und in Arbeitersiedlungen. 14 Tote und 41 Verletzte sind zu beklagen. Gut liegendes Abwehrfeuer, diszipliniertes Verhalten der Bevölkerung und tatkräftiges Eingreifen des Selbstschutzes verhinderten in der Reichshauptstadt und an anderen betroffenen Orten größere Schäden. Deutsche Kampf-, Jagd- und Zerstörergeschwader setzten TagundNachtihreVergeltungs- angriffe gegen London fort. Docks und Hafenanlagen, die durch Brände hell erleuchtet waren, Gas- und Elektrizitätswerke, eine Pulver- und eine Waffenfabrik wurden schwer getroffen, weitere Angriffe im Laufe des Tages galten einer Flugzeugfabrik in S outhampton, in der sechs hallen zerstört wurden, sowie den Oellagern von Port Viktoria. Nachtangriffe richteten sich ferner gegen Liverpool und andere Hafenanlagen an der West- und Südküste Englands. 3n der Themsemündung stürzten sich Kampfflugzeuge auf einen Geleitzug und warfen einen Zerstörer und vier Handelsschiffe in Brand; zwei weitere Handelsschiffe erhielten Treffer. Im Verlaufe der Angriffe gegen London kam es zu mehreren erbitterten Luftkämpfen, bei denen 6 7 feindliche Fl ugzeugeabgeschofsen wurden. In der Nacht wurden 6 weitere britische Flugzeuge über deutschem Gebiet durch Flakartillerie zum Absturz gebracht. IttarinearfiUerie hat sechs feindliche Bombenflugzeuge an der Nordseeküste, ein weiteres an der Kanalküste abgeschossen, so daß die gestrigen Gesamtverluste des Feindes 8 0 F1 u g z e u g e betragen. 20 eigene Flugzeuge werden vermißt. Lin U-Boot unter der Führung von Oberleutnant zur See 3 en 1 f d), von dem bereits ein Teilergebnis von 21 000 BRT. gemeldet worden ist, hat auf einer Unternehmung insgesamt 40000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes aus stark gesicherten Geleitzügen heraus v e r s e n k t. Ein anderes U-Boot hat ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff von 7000 BRT. ebenfalls aus einem Geleitzug heraus versenkt. Gepriesener Mord. Don unserer Berliner Schriftleitung. Berlin übernommen haben. Wir erinnern in diesem Zusammenhang daran, daß England bei der Ueberfliegung sowohl von Warschau als auch von Paris durch deutsche Bomber behauptete, diese hätten sich eigens die Gebäude der amerikanischen Vertretungen als Ziel ausgesucht. Die Behauptung war so unsinnig, daß sie nicht einmal in Washington ernst genommen wurde. Im Falle der amerikanischen Botschaft in Berlin aber ist der Beweis erbracht, daß die englischen Flieger sie absichtlich als Ziel hatten. Gedampfte Stimmung in USA. Neuyork, 12. September. (Europapreß.) Die gesamte nordamerikanische Presse veröffentlicht mehrseitige Berichte über die deutschen Luftangriffe auf England und die Luftschlachten über London. Die Kriegsberichterstattung aus England läßt alle innerpolitischen Ereignisse der Vereinigten Staaten völlig in den Schatten treten. Die Wall-Street hatte über das Wochenende und auch zu Beginn dieser Woche die Ereignisse in England verhältnismäßig ruhig beobachtet. Das englische Pfund war kaum irgendwelchen Schwankungen ausgesetzt, weil die Berichterstattung aus London die englischen Lufterfolge in Berlin stark übertrieben und den Eindruck zu erwecken gesucht hatte, als seien sie den deutschen Erfolgen in England ebenbürtig. Zu Beginn dieser Woche war Daher die Meinung vorherrschend, daß England den Winter durchzuhalten in der Lage sei. Vom Dienstag zum Mittwoch ist in dieser Auffassung jedoch ein merklicher Umschwung eingetreten. Das drückt sich vor allem in der Mahnung der Wall-Street-Kreise zur Vorsicht gegenüber England aus. Das wird weniger begründet mit einer baldigen Niederlage Englands, als mit den schweren Äerlusten und Schäden, die durch die deutschen Luftangriffe den englischen Produktionsstätten, den Verkehrslinien und Transportmitteln zugefügt werden. Während die Börse am Mittwoch mit zuversichtlicher Tendenz eröffnete, wurde im späteren Verlauf nach dem Bekanntwerden der Rede Churchills die zuversichtliche Stimmung wesentlich gedämpfter. Kompromiß in der Wehrpflichtfrage in USA Washington, 12. Sept. (Europapreß.) Nach zweitägiger Beratung erzielte der Kongreßausschuß eine Kompromißlösung in der Wehrpflichtfrage. Danach ist das Wehrpflichtalter auf 21 bis 36 Jahre f e st gesetzt worden. Ferner wurde beschlossen, auf die vom Repräsentantenhaus gebilligte sechzigtägige Verschiebung der Wehrpflichtdurchführung zu verzichten. Der Ausschußbericht geht nun dem Senat und dem Repräsentantenhaus zur Bestätigung zu. den haben. ... Daraus spricht eine wahrhaft ordinäre Gesinnung, Vie das unter der Führung eines Churchill mchi anders zu erwarten ist. Diesen Triumphgesang stimmt eine Clique an, die jetzt fast eine Woche lang das brennende London und die Panik seiner Bevölkerung mit eigenen Augen aus nächster Nähe ständig miterlebt,'ohne daß ihr das anscheinend völlig * naVrnhfo Gewissen icklägt. Schon erinnert heute die Anhand einer Karte läßt sich der Oberbefehlshaber gleich an Ort und Stelle die Einteilung der Division und ihren Einsatz in den zugewiesenen Raum zeigen. Dann begibt er sich auf die Besichtigungsfahrt durch Unterkünfte der Truppe, die hier seit Wochen nach dem Feldzug im Westen weiterarbeitet an der Vervollkommnung ihrer Ausbildung. Eine ostpreußische Division ist es, die hier auf ihren weiteren Einsatz wartet. Dann trifft Generalfeldmarschall von Brauchttsch in einem französischen Atlantikhafen ein, der heute unserer Kriegsmarine als Stützpunkt gegen England dient. Der Kommandeur einer rheinischen Division, die in den Wochen des Kampfes im Westen 1400 Kilometer marschierte, meldet dem Oberbefehlshader. Anschließend unternahm der Oberbefehlshaber eine kurze Rundfahrt durch den Hafen. Es ging vorbei an einem von Feindfahrt heimgekehrten U-Boot und an den Minenräumbooten, die die Einfahrt zu diesem Hafen freihalten. Im Flugzeug begibt sich der Oberbefehlshaber zu einer Stadt, in der die D i enst- st eilen einer Armee untergebracht sind, die sich im Westen durch besonderen Einsatz ausgezeichnet hat. Alfons Brüggemann. Oer Sieg von Kuino. Don Oberstleutnant Matthaei. Ein Jahr ist verflossen, seitdem Deutschlands neue Wehrmacht in jenen historischen Septembertagen in Polen ihren ersten großen und entscheidenden Sieg errang. Diesen Siegen haben sich seitdem viele Siege angeschlossen. In Norwegen wurde der Gegner geworfen, in Belgien und Frankreich wurden nach harten Kämpfen die holländische, die belgische und die französische Wehrmacht zur Kapitulation gezwungen, während die englischen Truppen über den Kanal fliehen mußten. Soviel wir aber in diesem einen Jahre erlebt haben, so denken wir doch mit stolzer Erinnerung jener ersten schweren Kämpfe, die die deutsche Wehrmacht in Polen durchfocht. Damals zeigte sich, was der deutsche Soldat zu leisten vermochte. Damals zeigte sich aber auch und besonders in jenen glorreichen Siegen von Kutno, wie die deutsche Führung operieren konnte. Es ist seitdem bekannt geworden, daß der Führer als Feldherr an diesen Dingen« seinen entscheidenden Anteil gehabt hat. Gerade die Kühnheit der militärischen Entschlüsse atmet ganz den Geist und die Wesensart des Führers. Der Feldzug in Polen war kein „Krieg" im üblichen Sinne, sondern der Führer sah seine Pflicht und Aufgabe darin, nach monatelangem geduldigem Aushatren endlich Ordnung, Ruhe und Sicherheit an unserer gequälten, zerrissenen und geschändeten Ostgrenze zu schaffen. Die Welt hat erfahren, wie er die Erfüllung einer solchen deutschen Pflickt auffaßt, und wie sich der Führer des von ihm neu- geschaffenen Werkzeuges der deutschen Wehrmacht dabei zu bedienen weiß. Der Feldzug der 18 Tage wird auf alle Zeiten in der politischen und militärischen Geschichte eine einzigartige Bedeutung haben: mit einem zusam- mengefaßten gewaltigen Schlage setzte von drei Seiten die Bereinigung der östlichen Frage so nachdrücklich ein, daß schon von Beginn der Operationen an am Erfolg nicht zu zweifeln war. Konnte es sich nach dem Vorausgegangenen von Anfang an nicht mehr allein darum handeln, etwa einige Grenzstriche zu besetzen und dahinter den Unruheherd unberührt zu lassen, so stießen also am 1. September vom Korridor und Ostpreußen, von Oberschlesien und der Slowakei deutsche Soldaten gleichzeitig in das im wahrsten Sinne feindliche Land hinein, um die schwärende Wunde an der deutschen Ostgrenze auf alle Zeiten endgültig auszukratzen. Schon am zweiten Tage war der Korridor durch st oßen und am dritten seine Abschnürung nachNordenvollendet. In mehr ober weniger hartnäckigen Kämpfen wurden die polnischen Truppen, die dort noch fochten, zerschlagen. Gleichzeitig brachen die Gruppe Ostpreußen, die der Gruppe Pommern inzwischen die Hand gereicht hatte, und die Gruppe Süden vor, letztere von Oberschlesien und der Tschecho-Slowakei aus, überrannten die GreiWsicherungen und stießen ins Innere des Landes yinein. Die große Zange begann sich am 7. September bereits deutlich abzuzeichnen. Der Erfolg dieser beiden ersten Kampfabschnitte brachte die Wiedergewinnung des Industriegebietes, die Einnahme von Kulm und Grau- Niemals wird in Deutschland ein Wort der Genugtuung oder gar des Triumphes darüber zu Horen oder zu lesen sein, daß bei den Vergeltungsangriffen auf London auch Nichtkämpfer ein Opfer der Churchill- schen Bankrottpolitik werden. Wir können die Behauptung einer amerikanischen Zeitung nicht nachprüfen, die Zahl der Toten in London sei nach der fünften Nacht auf 5500 gestiegen. Wir können nur um so nachdrücklicher auf die zahlreichen, neutralen, amerikanischen, ja sogar englischen Bestätigungen Hinweisen, wonach die deutschen Flieger ihre Angriffe nur gegen militärisch wichtige Ziele richten. In London aber verbreitet das amtliche englische Nachrichtenbüro die alberne Behauptung, es hätte in Berlin 500 Tote gegeben und knüpft daran geradezu ein Preislied auf die „Erfolge" englischer Flieger, die nun auch in Hamburg, in Bremen und an anderen Stellen des Reiches wieder auf ihren nächtlichen Schleichflügen Opfer gesucht und gefun- Wenn man aus dem Elsaß über Zabern nordwestlich fährt, um nach Metz zu kommen: Lothringen kann nicht mit dem gleichen üppigen Reiz seiner Landschaft aufwarten wie das Elsaß. Die Weinbaugebiete, die Reb- und Obstgärten haben aufgehört, unter grauen, tief fliegenden Wolken erstreckt sich die Hochebene mit flachen Hügeln, gewellten Kuppen, rauschenden Wäldern. Hier ist Niemandsland, das Gelände zwischen unferm Westwall und der französischen Maginotlinie, links und rechts der Straße sind Schilder aufgestellt und weiße Bänder gespannt: „Achtung! Minen!" Jeder Schritt vom Wege bringt hier Gefahr. Vermint sind die weiten verunkrauteten Felder, vermint sind auch in den Dörfern die Häuser, von .denen hier keines harmlos ist: hinter vielen Scheunentoren sind Bunker verborgen, manche Hausecken sind zu Maschinengewehrnestern und Geschütz ständen ausgebaut, hier sollten die Spähtrupps anrennen. In diesem Gelände zwischen den Linien hat fast zehn Monate lang ein zäher erbitterter Stellungskrieg gewütet; die kahlen geschwärzten Mauern, die Schutthaufen der Gehöfte, die Trümmer einer Kirche zeugen davon. Die Franzosen wollen ihr geheiligtes Maginot- system aus dem allgemeinen Zusammenbruch retten, indem sie sagen, ihre Linie fei nicht kämpfend durchbrochen, sondern nur umgangen worden — so war an vielen Punkten brennende brttische Hauptstadt an den Beginn des Unterganges Warschaus. Die Kamarilla der Verschwörer aber, die diesen Krieg angezettelt und dieses Elend über die Hauptstadt gebracht hat, sie senden noch immer nächtlicherweise ihre Luftpiraten gegen die deutsche Zivilbevölkerung, obwohl sie schon seit dem vergangenen Samstag genau wissen, daß jede auf deutsche Wohngebiete abgeworfene englische Bombe hundertfach und tauendfach wiedervergolten wird. England hat mehr als einmal auf Grund der deutschen Angebote Anlaß gehabt, diesen Krieg zu vermeiden. Es hat nach der Beendigung des siegreichen deutschen Feldzuges im Westen auf Grund der Reichstagsrede des Führers direkten Anlaß gehabt, diesen Krieg zu beenden. Es hat auf Grund der ernstesten deutschen Warnungen Anlaß gehabt, die Bombenwürfe gegen die deutsche Zivilbevölkerung sofort einzustellen, da es ja die Wirkung der deutschen Luftwaffe aus dem bisherigen Kriegsoerlauf zur Genüge kennen muhte. England hat nichts von alledem getan. Es hat nicht nur diesen Krieg betrieben, es hat ihn auch ungeachtet aller deutschen Warnungen bis zum totalen Krieg gesteigert. Ja Churchill hat selbst im Sommer erklärt, er werde diesen Krieg selbst auf den Trümmern Londons weiter führen. Heute preist Reuter den planmäßigen Mord an deutschen Zivilisten. Demnach muß England nun genau wissen, was ihm bevorsteht. Es mag sich an seine Regierung, an die ganze Clique der Kriegshetzer und vor allem an Churchill selbst halten. Sie tragen die volle Verantwortung für alles Bisherige und alles Kommende. wird erstehen ... Und was hier geschieht, ist keineswegs einzigartig. Wie in Metz und Lothringen rührt und regt sich der Aufbau in Straßburg, im ganzen Elsaß von der Schweizer Grenze bis zum Weißenburger Kreise, und so überall in den Gebieten, die von Deutschen besetzt sind. Ein ungeheurer Antrieb geht von dieser gesammelten Kraft aus, um die Länder aus ihrem heutigen Zustand in den Frieden von morgen zu überführen. Generalfeldmarschall von Vranchllsch bei den Truvpen im Westen. DNB.... 12. September. (PK.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, besichttgte in diesen Tagen in Frankreich Einheiten des Heeres, die seit dem Waffenstillstand hier ihre Quartiere bezogen haben. Süden, und zum andern Male hier oben im Norden, zwischen St. Avold und Saaralben. Von dieser Durchbruchsstelle sehen wir nur einen kleinen Teil, das Gelände bei Remeringen—Püttlingen, in dem am 14. und 15. Juni die erbitterten Durchbruchskämpfe getobt haben. Heute ist hier alles tot . und verödet, und der Wind fegt über die wüsten Steppen, die von Granattrichtern aufgerissen sind, ein verlassenes Schlachtfeld. Hier war die Grenze zwischen den Fronten, das Tal des Boderbachs, den die Franzosen durch quer- I gezogene Dämme aufgestaut und zu einem Fluß erweitert hatten. Hüben und drüben ganz kahle Hänge, gefährlich und fast unmöglich zu überwinden, denn drüben, am jenseitigen ansteigenden Ufer, hatten die Feinde über den Hang hin ein Netz von 36 Bunkern ' und zahllosen Feldbefestigungen gespannt, aus dem sie das diesseitige, das unfrige Ufer, unter scharfem Beschuß hielten; hinter diesem Befestigungssystem < und dem angestauten Boderbach fühlten sie sich so sicher, daß sie auf Mammutwerke (wie „Hochwald" und „Hackenberg") verzichtet hatten: darum wählte das OKW. diesen weniger geschützten Abschnitt der Maginotlinie zum Durchbruch aus. Auf schmalem, ausgetretenem Pfad gehen wir über den diesseitigen Hang zum Boderbach hinab. Wir stehen vor einem der Staudämme. Auf seinem Kopf haben die Franzosen einen ihrer massigen Bunker gepflanzt, eins dieser plumpen Eisenbetonwesen, deren schmale Schießscharten wie grimme, verkniffene Augen in die Gegend spähen. Wo ist seine Fruchtbarkeit geblieben? Seine Augen blicken trübe und qualmgeschwärzt: Flammenwerfer scheinen hier gearbeitet zu haben. Aufgebrochen ist die rück- wärtige Panzertür; drinnen liegen verkohlte Leichen, der widerliche Dunst der Verwesung wittert um die Stelle. Dahinter ist der Staudarnrn durch eine Stuka- bombe zerschmettert, so daß das Wasser des Beckens jetzt langsam ausläuft, und nun sieht man auch auf dem Grunde des Boderbachs die spitzen Eisenpfähle und Drahtverhaue, die das Hinübersetzen auf Schlauchbooten oder das Durchschreiten des Wassers unmöglich machen sollten — unmöglich? Es ist dennoch gelungen. Die Franzosen haben auch hier an alle Sicherheits- und Abwehrmaßnahmen gedacht, aber das haben sie nicht vermutet, daß ihr gesamtes Sicherheitssystem heute schon eine Weisheit von vorgestern werden könnte. Soviel auch zerstört sein mag im lothringischen Land, die neuen Männer, die aus dem Reich gekommen sind, haben darum nur um so tatkräftiger mit dem Wiederaufbau begonnen. Die zerschossenen französischen blauweißen Straßenschilder und Wegweiser sind überall durch die braunschwarzen deutschen ersetzt; Trümmer werden fort- geräumt, Felder und Häuser entmint, zu Tausenden kehren die Flüchtlinge in die Dörfer der Magi- nollinie zurück; überall bas sichere, zielbewußte Anpacken der dringendsten Ausgaben und em A^ beitstempo, vor Dem die Leute hier zunächst noch fassungslos stehen. Arbeit für morgen, für die Zukunft. Das Land soll jetzt endlich wieder zur Ruhe kommen. ,,, Denn westlich von Metz liegen die Schlachtfelder von Colombey—Nouilly, Vionville—Mars la Tour, Graoelotte—St. Privat und erinnern daran, daß Lothringen erst 1871 wieder zum Reich zurückkam, bevor es 1918 abermals verlorenging. Was ist aus der Stadt seitdem geworden! Als die Deutschen hier einzogen, fanden sie verwanzte Kasernen, Ratten in den Markthallen, das große Theater verdreckt, kein Gas, kein Wasser, keinen Strom, aber em ungeheures Elend in den Armenvierteln und em Heer von Arbeitslosen; hier wie überall in Frankreich die aufdringlichen Reklamen, die eine Scheinblüte vortäuschen, und daneben die verschmutzten, verwahrlosten Fassaden, deren altehrwürdige Schönheit unter dem Firnis der Verkommenheit kcmm noch zu erkennen ist: Sinnbilder französischen Schlendrians, Zeichen eines laschen, vergreisenden Volkes. Indem man das feststellt, bemerkt man, wie allenthalben das Metz von morgen vorbereitet wird Das Weichbild der Stadt, von verschiedenen Armen der Mosel durchflossen und gegliedert, bietet sich durch seine natürliche Anlage als Schauplatz großer städtebaulicher Vorhaben dar Alte Kasernen sollen abgerissen und zu neuzettllchen Ka ernenstädten zusammengefaßt, aus der Stadt verschwinden; an den Moselufern sind.Anlagen und “CTMt w«^'6*0"erümeit beute bie -s G Ä 21 57,T HW -'4 HM -, /? -Iw» z<4" ■ '■/-* ■; :%: Er» drei zwei Schnellboote, verloren. im deutschen Bombenhagel über Fragen derSchiffahrtaufderDonaul Mackensen zeigte sich dann ausdem Balkon, und oberhalb Braila. Dabei wurde übereinstim- es wurden ihm neuerlich herzliche Kundgebungen ooerqaio .Öl uiiu. x/u uoro;M sr>nrh pinPm T.pp beim Reicksvrotektor ir Generalfeldmarschall von Mackensen in Prag. Prag, 12. Sept. (Europapreß.) Generalfeldmarschall von Mackensen, der mit seiner Gemahlin und seinem Adjutanten, Oberstleutnant von Gersdorfs, als Gast beim Reichsprotektor Freiherrn von Neurath auf der Prager Burg weilte, wurde bei feiner Ankunft von einer großen Menschenmenge vor dem Burghof stürmisch begrüßt. holung weilt. Oie italienischen Erfolge der ersten drei Kriegsmonate. bereitet. Nach einem Tee beim Reichsprotektor im Czernin-Palais kehrte der Generalfeldmarschall rme- der nach Marienbad zurück, wo er zur Er' oberhalb Braila. Dabei wurde übereinstimmend festgestellt, daß die auf Versailles beruhende Internationale D o n a u k o m m i s s i o n , die sich seither mit diesen Fragen befaßt hat, infolge der neuen Verhältnisse als a u f g e l ö st zu betrachten ist. Die Besprechungen wurden durch Unterzeichnung einer vorläufigen Vereinbarung beendet, worin Vorkehrungen für die Liquidierung der Internationalen Donaukommission und Maßnahmen für die weitere Sicher st ellung einer reibungslosen Schiffahrt auf diesem Teil der Donau getroffen worden sind. Rom, 12. Sept. (DNB) In den ersten Krieqsmonaten hat Italien insgesamt 63 Flugzeuge verloren, während sich die englischen Verluste auf 373 Flugzeuge, also das Sechsfache, belaufen. Die Verluste der englischen Marine betragen in der glei- chen Zeit 31 versenkte und 58 beschädigte Einheiten, darunter versenkt zwei Kreuzer sieben Zerstörer, 12 U-Boote und 10 Handelsschiffe; schwer beschädigt wurden 5 Linienschiffe, 13 Kreuzer 10 Zerstörer, 3 U-Boote, 3 Flugzeugträger und 24 Handelsschiffe. — Die italienische Flotte hat in der gleichen Zeit den Kreuzer „Coleoni , drei Zerstörer, 8 U-Boote und drei kleinere Einheiten, darunter gleichzeitig die ostpreußische Gruppe den Narew und den Bug durchstieß und in Richtung Siedlce ebenfalls in Front, Flanke und Rücken der Hauptstadt erschien. Die Gefangenenzahlen wuchsen, die Festungen fielen, die Städte wurden überrannt, und so reihte sich mit unheimlicher Folgerichtigkeit die völlige Einschließung Warschaus an die Tatsache an, daß die Gruppen Pommern und Süd sich nach Eroberung von Brest-Litowsk südlich dieser Festung die Hand gereicht hatten. Die völlige Abschließung nach Osten war dann in dem Augenblick erreicht, als die russische Armee aus dem gleichen Grunde wie die deutsche sich auf der ganzen Länge der polnischen Ostgrenze von Plock bis Kaie- miecz in Bewegung setzte, um weißrussisches und ukrainisches Gebiet einer endgültigen Befriedung entgegeckzuführen. Mit dem Fall von Warschau urch der Zertrümmerung der Kutno-Gruppe war die polnische Frage militärisch endgültig gelöst. An den unerhörten Erfolgen dieses blitzartigen Feldzuges hatten alle drei Wehrmachtsteile ihren Anteil: die Marine vor Danzig und Gdingen, bei Hela und auf der Westerplatte — die Luftwaffe in der mit unnachahmlicher Genauigkeit und Schnelligkeit erfolgenden Zerstörung der feindlichen Verkehrswege, Waffenlager und Flugplätze, in der Zertrümmerung rückwärts strebender Kolonnen und in der Begleitung des Bodenangriffs der Heeres- truppen, — das Heer mit allen seinen Waffengattungen, von denen die Panzerttuppe und die motorisierten Verbände in ihrer ungeheuren Durch- bruchskrast jeden Widerstand zerstampften, um dann vor Radom und Kutno die Hauptlast des blutigen Einschließungskampfes wieder an die unvergängliche Infanterie und an die Artillerie abzugeben, während der hastende Vormarsch ohne die großen Leistungen der Pioniere gar nicht zu denken ge- wesen wäre. Der sittliche Gehalt der soldatischen Ueberlieferung und der ausschlaggebende Werl der angewandten Kriegserfahrung war durch die Reichswehr des Generals von S e e ck t in eine Zeit hinüber gerettet worden, in der die neue Wehrmacht des Führers auf dieser sicheren Grundlage einer hochstehenden Ausbildung und Führung weitergebaut hat. Die blutigen Verluste aber, die die deutsche Wehrmacht einem zähe kämpfenden Gegner gegenüber erlebt hat, hat das deutsche Volk in dem Bewußtsein ge- ttagen, daß auf dem polnischen Boden nicht nur die Ostgrenze gesäubert wurde, sondern auch der größte Kampf um die deutsche Freiheit überhaupt in Angriff genommen ward. Oie Liquidierung der Internationalen Oonaukommission. Wien, 12. Sept. (DNB.) In Wien haben unter deutschem Vorsitz Besprechungen von Sachverständigen der beteiligten Regierungen stattgefunden denz, von Krakau und der Westerplatte, die Vernichtung mehrerer feindlicher Divisionen und die Einbringungen von 10 000 Gefangenen und 126 Geschützen. Der nächste Abschnitt, etwa vom 8. bis 10. September zu rechnen, trägt das Kennzeichen der Verfolgung. Tief nach Mittelpolen hinein stoßen die Gruppen Ostpreußen, Pommern und Süden, die Provinz Posen, bisher im Angriff ausgespart, wird besetzt, die Weichsel in breiter^ Front erreicht, der Narew überschritten und im Süden in jagender Eile der gallische Raum erobert. Da stellen sich, nachdem schon vor Tschenstochau und in der Tucheler Heide einige polnische Divisionen nach dem völligen Versagen der polnischen Heeresleitung im Gegenstöße tapfer kämpfend unter» gegangen waren, die noch zahlreichen und kampfkräftigen Gefechtsverbände westlich Warschau zum entscheidenden Kampf. Am 10. September werden die Räume von Radom und Kutno zum erstenmal im Heeresbericht genannt, und sie sollen noch viele Tage als Zeichen der verzweifelten polnischen Gegenwehr wiederkehren. Während aber schon am 14. September die Radomer Gruppe mit 66 000 Gefangenen, 143 Geschützen und 38 Panzerwagen sich ergeben mußte, klammert sich die Kutnoer Gruppe in erbittertem Widerstand an den Boden. Wurde die Umklammerung hier immer fester und nahmen die blutigen polnischen Durchbruchsversuche nach allen Himmelsrichtungen an Heftigkeit fast täglich zu, so wurde dies alles aber schon überschattet von dem fünften Kampfabschnitt, als dessen deutliches Ziel Warschau galt. Im Süden über den San, die Wisloka, den Tanew und den Dnjestr auf Przemysl und Lemberg vorstoßend und nach Nordosten einbiegend, fühlte die Südgruppe bereits in den Rücken von Warschau vor, während Lügen haben kurze Beine. „Wirkung m die Ferne", heißt eins der schönsten Balladenaedichte Goethes. Die Wirkung einer Handlung, von der in diesem Gedicht die Rede tft, nt dem Betroffenen höchst unerwünscht wett verräterisch. So ist es C h ur ch i ll jetzt r^t seiner Rundfunkrede ergangen. Sie hat^gerade m dem Land, auf das sie in ihrer Tendenz zum nicht ge- ringen Teil abgestellt war, in den Vereinige ten Staaten eine sehr merkliche Enttäuschung verursacht, weil in chr unangenehme Tatsachenunterschiede gegenüber den Ruhmredigkeiten Churchills festgestellt werden. Darüber hinaus hat aber die Neuyorker Börse mit einem Nachlassen der Kurse auf das Rundfunkgeschwätz des hauptamtlichen englischen Regierungslügners geantwortet. Es wird in der Tat nicht nur in den Vereinigten Staaten aufgefallen fein, daß Churchill im Gegensatz zu seinen Sommerreden jetzt eine Invasion schon wie eine bevorstehende Tatsache behandelt und daß er sich, natürlich vergeblich, bemühte, durch entsprechende Anspielungen irgend etwas Näheres über die von ihm beschworene Invasion aus Deutschland herauszulocken. Es spricht nicht gerade für eine innere Zuversicht Churchills, wenn er etwa erklärte: „Die Bombenangriffe auf London sind ein Teil eines Jnoasionsplanes, der mit der üblichen deutschen Gründlichkeit und Tatkraft vorbereitet wird. Hier zeigt sich in sehr Umschriebener Form deutlich die Angst vor dem, was England und seinen Kriegshetzern bevorsteht. Es wirkt nur wie ein kläglicher Ablenkungsversuch für diese Angst, wenn Churchill sich zu entschuldigen versucht: er habe zwar im Hinblick auf das Stärkeverhältnis zwischen der deutschen und der englischen Luftwaffe vor einiger Zeit erklärt, selbst verdreifachte Angriffe könnten England nicht erschüttern — aber er habe dabei „nicht an die barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung, sondern an die Kämpfe zwischen den beiden Luftwaffen gedacht". Das ist nun der Gipfel der Heuchelei von einem Menschen, der ja die „barbarischen Angriffs auf die Zivilbevölkerung" Deutschlands s e l b st besah l e n und sie nach den Vergeltungsangriffen der deutschen Luftwaffe noch unter Einbeziehung nationaler deutscher Stätten verstärkt hat. Es ist Churchills Pech, wenn wenige Stunden vor seiner Rundfunkrede die vollgültige Widerlegung feiner verlogenen These ausgerechnet in der — „Time s" zu lesen war, die schrieb, London geschehe heute nur das, was die Bevölkerung Westdeutschlands' „Monate hindurch" erlebt habe. Wir wollen uns mit der unsinnigen Uebertreibung in diesem Satz gar nicht erst auseinandersetzen. Wir stellen lediglich fest, daß das offiziöse Londoner Organ die Planmäßigkeit englischer Fliegerangriffe auf die deutsche Ziviloevölkerung in vollem Gegensatz zu Churchill öffentlich plakatiert hat. zogen werden, daß die Verstärkung und Umgruppierung der Flak in London als eine englische Trumpfkarte betrachtet wird. „Londons Bodenverteidigung hat sich bisher geweigert, die Karten auf den Tisch zu legen", schreibt das Blatt und fahrt fort: „Nun aber ist diese Trumpfkarte abgespielt worden. Es müssen Hunderte, wenn nicht Tausende von schweren Geschützen dieser Art gewesen sein. Von allen Seite blitzte es, und Granaten regneten zur Erde." Trotz dieses „mörderischen Feuers" ist es der deuffchen Luftwaffe gelungen, wesentliche Treffer zu erzielen. Im Nordwesten der Stadt sollen Hunderte von Brandbomben abgeworfen worden sein. Jrn Südwesten tobte noch in den Morgenstunden ein R i e s e n b r a n d , der durch einen Gasrohrbruch entstanden war. Eine weitere Eisenbahnstation liegt in Trümmern. Auf dem durch einen Wasserbehälter vor Brandgefahr geschützten Dach eines Londoner Fleet-Street- Blattes fiel eine Bombe nieder und fchlug bis zum Stockholm, 13.Sept. (DNB.) London erlebte am Donnerstagnachmittag gegen 4 Uhr englischer Zett den ersten Flugalarm dieses Tages. Der britische Rundfunk teilte um 5 Uhr mit, daß der Alarm noch nicht abgeblasen wurde, lieber der Themse- Mündung wurden wieder deutsche Bomber, begleitet von Jägeraeschwadern, gesichtet. Nach einer Mitteilung des britischen Nachrichtendienstes wurden auch über Südwestengland, Nordwestenaland sowie Wales Bomben abgeroorfen. Die deutschen Bombenmaschinen feien über London wie über den anderen Gebieten von einer Wolke von Iä- gern b eg leitet gewesen. Die Leitung des Verteidigungsabschnittes London hat anscheinend eine Umgruppierung der Luftabwehr Londons vornehmen lassen. Neutrale Beobachter waren in der Nacht zum Donnerstag ebenso wie die Londoner selbst überrascht über die Positionen, von denen aus gefeuert wurde. Aus einem Telegramm des „Aftonbladet" muß der Schluß ge- Unser Bild berichtet von dem Bombardement des 10 Kilometer südostwärts London gelegenen Mugpiatzes 53 i q g i n Hill durch die deutsche Luftwaffe. Die Zahlen bedeuten tm einzelnen: 1. Bombeneinschläge, 2 Flugzeughallen, 3. Montagehalle, 4. Lagerhallen und Nebengebäude, 5. Werft und Lagerhallen, 6 Werkstattgebäude, 7. Befehlsgebäude, 8. Unterkunftsgebäude, 9. Kraftstation, 10. Verwaltungsgebäude, 11. Flugzeuge. — (PK.-Presse-Bild-Zentrale-M.) ausländische Beobachter in London sahen. „Kraftwagenpark durch. Trotz aller abschwächen, den Mitteilungen muß ein amtliches Kommuniquö zugeben, daß Welle auf Welle deutscher Maschinen über London hinwegbrauste. — Unter den in Brand geschossenen kriegswichtigen Anlagen befinden sich auch zwei Fabriken. Trotz der angeblichen Geringfügigkeit der deuffchen Aktionen dauerte der Luftalarm von Mittwochabend 22 Uhr bis zum Morgengrauen des Donnerstags. Es war das vierte Mal, daß die Londoner Bevölkerung am Mittwoch in die Luftschutzkeller gehen mußte. Die durch die deuffchen Luftangriffe verursachten Beeinträchtigungen des Londoner Verkehrs haben die Behörden gezwungen, die Oeffentlichkeit zu einer sparsameren Benutzung der Verkehrsmittel aufzufordern. Reisen nach und aus London dürfen nur noch in dringenden Fällen angetreten werden. „Stockholms Tidningen" bestätigt, daß die großen Eisenbahnstrecken in die Provinz ebenso schwere Beschädigungen davongetragen haben wie die Güterverkehrsstrecken, „wenngleich sie auch in keinem Falle vollständig gesperrt wurden". Auch das Straßennetz ist in der größten Unordnung. Noch immer sind zahlreiche Sttaßen in den Außenvierteln versperrt durch eingestürzte Fabriken, Kasernen und Lagergebäude oder von Bombenkratern aufgerissen. Die Tätigkeit der deutschen Flieger hat sich auf eine systematische Erweiterung der bisherigen Zerstörungen konzentriert. Die Flieger setzen ihre Arbeit genau an dem Punkte fort, an dem sie zu Ende des letzten Luftangriffs aufhörten. Das Feuermeer in der Stadt wächst und die Rauchdecke wird schwerer und dicker mit jedem Angriff. . Freitag, der dreizehnte. Von Christian Bock. Ob man nun abergläubisch ist oder nicht — jedenfalls kommen manchmal Tage, an denen ein wahres Geprassel von kleinen Unglücksfällen auf uns niedergeht, unausweichlich, mit treffsicherer Genauigkeit, als gäbe es wirklich geheime Gesetze, nach denen wir an solchen Tagen geärgert werden vom Morgen bis zum Abend hin. Als seien die gewohnten Dinge, die wir harmlos glaubten, verschworen gegen uns. Am Boden liegen Schnüre, bereit, in einer Schlinge unser linkes Bein zu fangen, daß wir stürzen, Stühle haben sich heimlich so hingestellt, daß wir sie rammen müssen, und wenn sie uns den eichenharten Arm ins Rückgrat stießen, wackeln sie nachher harmlos hin und her, es sieht wie ein Gelächter aus und so, als sagten sie mit Hohn: Entschuldigen Sie bitte! Bücher, die wir greifen wollen, rutschen wie von ungefähr über die Tischkante weg, fallen klatschend auf den Boden, und wenn wir fluchend gehen, sie aufzuheben, sehen sie uns von unten her mit Vorwurf an, als hätten wie sie selbst gestoßen. - Und was sich sonst an solchem Tag für Unglück irgend ereignen konnte — heute ereignet es sich. Die Waagschale der Gerechtigkeit mißt mit falschen Maßen, als hätte irgend jemand die Faust auf die Schale gelegt, daß nichts Gutes mehr geschehen will. Und was du immer heute unternimmst, es gerät dir nicht. Solche Dinge geschehen — wenn man dem Aberglauben glauben will — besonders gern an Freitagen und Dreizehnten. Wieviel Unglück muß es da erst geben, wenn ein Freitag ist und ein dreizehnter dazu! Am Morgen liegst du noch friedfertig schlummernd da, ein guter Mensch, nichts Böses ist in dir, und harmlos ahnst du nicht in deinem Schlaf, daß du umstellt bist diesen Taa vom ftühen Morgen an. Wie einer, der, ohne davon zu wissen, auf dem Rücken ein Pappschild trägt mit dem lächerlichen Text daraus, und hinter ihm freuen sich die Leute, so einer bist du heute. Du wachst aus deinem Schlaf und Frieden auf und siehst mit Schrecken, daß du die Zeit verschlafen hast. Der Wecker steht ganz stumm auf deinem Tisch am Bett und tut, als hätte er gar nichts getan: Bitte sehr, ich habe geweckt. Du hast nur nichts ge- hört. Da richtest du dich auf und überdenkst es dir und ehe du es merkst, bist du schon mit dem linken Bein zuerst aufgestanden. Schnell folgt die Rache der Dinge deinem frevelhaften Tun. Die Telefonschnur faßt dein Bein in kunstgerechter Schlinge. Und du entfliehst den Dingen nicht. Wenn du ins Badezimmer wanderst — das Unglück wandert mit. Brühheißes Wasser schlägt dir auf die arglos hin- gehaltene Hand, und wenn du dich mißttauisch schabend rasierst — ritzt dir das Messer dennoch unversehens die Haut, daß sich der weiße Schaum mit deinem Blut färbt. Und wenn du wiederkommst aus dem Badezimmer — ist schon das Unglück dir vorausgeschli- chen und sitzt, nach Mäuseart versteckt, im Telefon. Du hast noch kaum begonnen, dich anzuziehen, da rasselt vom Unglück angetrieben, das Telefon, und aus der Hörmuschel kommt dir ärgerliche Nachricht, daß du vor Wut der Fernsprechtechnik fluchst, hoch in der Hand das Telefon, das du zertrümmern möchtest. Das Lied ist lange nicht zu Ende. Dein Kragenknopf ging morgendlich spazieren, dein Schuhband reifet — und dein Pullover ist so sonderbar an diesem Morgen —! Indessen du den Kopf tief in ihm hast und gar nichts sehen kannst, verwirren heimlich sich die Aermel, und wenn du oben herausgekommen bist, siehst du mit stierem Blick die unbegreifliche Verwirrung an. Nach langen mühe- vollen Kämpfen endlich ziehst du mit glücklichem Gesicht die wollene Bekleidung richtig an. Indessen wartet schon, dich wieder zu erschrecken, im Spalt der Tür ein Brief mit schwarzer amtlicher Beschriftung, damit du heute nicht zu übermütig würdest. Da schickst du dich dann an zu gehen. Und siehe, wie du den Mantel knöpfen willst, löst sich in deiner Hand vom Faden, der immer länger wird, ein Knopf. Du kannst mit Trauer diesen Knopf besehen, von vorne, und wenn du willst, von hinten auch: der Knopf fft ab. Und während du da stehst mit deinem Trauerblick, zerrt schon das Unglück eifrig draußen im Flur am Glückshufeisen, das du einst gläubig über deine Tür hängtest. Wie du die Tür aufschließt, fällt es glückbringend dir auf den Kopf, daß du dich, meterlange Fluche fluchend, duckst. Nein, es ist noch lange nicht zu Ende, es kann noch mancherlei geschehen an diesem Tag. Du bist noch nicht einmal zur Tür heraus, und wenn du ohne Unfall nach draußen kommen solltest — das Unglück dieses Tages wird noch mit dir wandern durch alle Straßen, wohin du gehst und wo du bist. Ich habe dir gleich gesagt, du bist noch nicht einmal draußen. Die Tür, im Bunde mit allen, die dich heute ärgern wollen, hält einen Zipfel deines Mantels fest und zieht mit einem Ruck an dir. Du bist schon sanft geworden, du drehst dich um und holst, ganz milde gestimmt, aus der Tür den Zipfel deines Mantels heraus und schließt die Tür. Und für den Rest des Tages wünsche ich dir nun Sanftmut des Herzens und der Hände, diesen Tag zu Ende zu bestehen. Büchertisch. — Karl Bartz: Lilienbanner und Preußenaa r". Die Schicksale der Brüder Baumgarten. Roman. Ganzleinen 7,50 RM. Deutscher Verlag, Berlin. Die „Vier Kameraden" waren das Jahrhundert des Dreißigjährigen Krieges. „Lilienbanner und Preußenaar führt in das Jahrhundert Friedrichs des Großen, des Siebenjährigen Krieges, des Kampfes zwischen Franzosen und Enaländern um Kanada. Mit der Phantasie des Erzählers und mit dem Wissen des Historikers setzt Bartz seine Bilder aus der Vergangenheit einer deuffchen Familie fort. Pankraz und Rudolf Baumgarten, die Söhne eines reichen Augsburger Kaufmanns, scheiden aus dem Elternhaus. Pankraz reift in die Neue Welt, nach Quebec. Rudolf soll in Frankfurt a. M. in die Lehre gehen und wird, von einem Werber betrogen, Rekrut in Berlin. Als Infanterist des Preußenkönigs macht er Siege und Niederlagen mit, wird zum Offizier befördert, kommt heil aus den Kasematten von Prag, an deren Mauern er als Spion erschossen werden sollte, und gewinnt das besondere Vertrauen des Königs. Pankraz wird seit der Ueberfahrt von einer Liebe zu einer Deportierten verstört, die unter entehrender Strafe seufzt, kauft sie frei, muß erkennen, daß sie für ihn nichts fühlt als Dankbarkeit, und veffteht erst, als sie stirbt, die Tragödie ihres Geschicks. Dieses Geschehen ist von Bartz mit plastischer Sicherheit festgehatten. — Wilhelm Fredemann: Heimkehr der Söhne, Roman (Preis in Leinen geb. RM. 4,80) Verlag Rütten und Loening, Potsdam. Westfalen, das Land der großen Höfe alter, stolzer Bauern* gefchlechter, ist der Schauplatz dieser Geschichte einer Liebe, die die auch im bäuerlichen Denken eng gezogene Grenze, die Bauern und Heuerlinge scheidet, niederreißt und mit der Rückkehr auf einen einst von leichtfertigen Ahnen verschleuderten Be* sitz ihre Erfüllung findet. Die behäbig breit sich streckende Landschaft und ihre wortkargen, sturen, in sehr bestimmten Vorstellungen befangenen Menschen schildert Fredemann mit seinem Gefühl für den Wert ihrer Eigenart. Fern aller falschen Sentimentalität wie aller gekünstelten Manier ist hier mit gesunden, kräftigen Farben ein Bild bäuerlichen Lebens gemalt, oas aus der Wirklichkeit kommt und daher uns lebhaft anspricht. Dr. Fr. W. Lange. — Franz Schauwecker: Mann zwischen Heute und Morgen. Preis Ganzleinen 4,80 RM. (Verlag Hesse & Becker, Leipzig.) - (117) - Das Hin und Her der spannenden Begebenheiten, der sich zuspitzende Konflikt, die bald wachsende, bald abschwellende Bewegung menschlicher Triebkräfte, die getreue Darstellung der sittlichen Eigentümlichkeiten jener Zett nach dem Weltkrieg, das gibt dem Roman den Stoff und seine charakteristischen Züge. Von dem Verhalten eines Bergassessors Ijängt es ab, ob ein großes deutsches Berg- und Industrie- wert in die Hände ausländischer Finanzmänner gelangt. Seine Zustimmung würde ihm eine große Zukunft eröffnen und die geliebte Frau zuführen. Aber seine innere Haltung verbietet es ihm, länger Dienst für diesen Verrat zu leisten. Er zerschlägt sein eigenes Leben, um vor sich selbst bestehen zu können, bis auch ihm eines Tages die Anerkennung zuteil wird. Ein Roman, der neben der großen Handlung unvergängliche Werte vermittelt. — Finnische Reise. Von Heinz Flügel. L. C. Wittich Verlag, Darmstadt. Gebd. 3 RM. — (349) — Ein besinnliches Buch, in dem die Landschaft und Kultur, das Volkstum und die Geschichte der Finnen mit viel Liebe und Verständnis geschildert werden. Es führt den Leser im Geiste in ein Land, für das einst auch deutsche Soldaten im Kampfe standen, das aber auch durch seine Schönheiten der Landschaft sich bei uns großer Sympathie erfreute. Man verdankt der fesselnden Lektüre manche Stunde eines stillen geistigen Genusses, der das Büchlein noch besonders schätzenswert macht. Die Ausgabe der Morgenpresse wurde hinausge- heerend. Die Arbeitsfähigkeit der Bevölkerung ist schoben Die Untergrundbahnen verkehren langsam, erlahmt, so schließt der Korrespondent seinen Be- die Autobusse kommen selten. Die Gasversorgung I richt. Aus dem Reich Ausverkauf im Empire liches Flugzeug wurde abgefchossen, die Besatzung von drei Mann gefangengenommen. Feindliche Flugzeuge versuchten einen Angriff auf den Flottenstützpunkt von Masfaua. Angesichts der prompt einfehenden Bodenabwehr warfen sie die Bomben ins Meer. Bei dem im Mehrmachtsberlcht vom Dienstag erwähnten feindlichen Luftangriff auf D e f f i e wurden zwei feindliche Flugzeuge abgefchossen. Eines unserer U-Boote ist nach Versenkung von 27 000 BRT. englischen Schiffsraumes im A t l a n - l i k zu feinem Stützpunkt zurückgekehrt. Eisenbahn und Stellungen an Aegyptens Küste bombardiert Italienischer WehrmachtSbericht. Rom. 12. Sept. (DNB.) Der italienische Wehrmachtsbericht hat folgenden Wortlaut: Die Lifenbahnanlagen an der ägyptischen ft ü ff e und feindliche Stellungen bei S o l l u m und Siddi Varrani wurden von neuem von italienischen Flugzeugen bei Tag und bei Rächt b o m - bardiert. Es entstanden Brände. Explosionen und große Zerstörungen. Feindliche Panzerwagen wurden angegriffen, zum Teil vernichtet und unter Maschinengewehrfeuer genommen. Der Feind hat einen Luftangriff auf D e r n a versucht. wurde aber durch unsere Flak abgewiefen. Lin feindliches Flugzeug vom Typ Blenheim wurde abgeschossen. ein zweites ist vermutlich zerstört. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Wettere Informationen ergeben, daß während der Bombardierung von A d e n am 1. und 2. September zwei feindliche Torpedoboote versenkt wurden. Unsere Geschwader haben den Flughafen von rechnet werden. Werkstudenten im Dienst der Rüstungsindustrie. Wie die .Bewegung" mitteilt, sind rund 900 Studierende des Maschinenbaues, der Elektrotechnik usw. als Werk st u deuten in der Luft- ahrtindustrie eingesetzt. Alle haben schon im Betriebsleben gestanden. Der bisherige Fabrikdienst hatte das Ziel, schwer schaffenden Arbeitskameraden einen zusätzlichen Urlaub zu ermöglichen. Beim .Treten Sie näher, mein j)err, gebe alles unterm Selbstkostenpreis ab!" (Zeichnung von Bob Hindersin. — Scherl-M.) Von Stukas vor der Themse zerschmertert Unsere Giurzkampfflieger überraschen einen Geleilzug bei Ramsgate. Von Kriegsberichter Rudolf Magner. Australien macht Lhurchill Sorge Madrid, 13. Sept. (Europapreß.) Der Wahlkampf in Australien macht der englischen Regierung Sorge. Presseberichte aus Australien weisen auf die hohe Zahl der für Senat und Abgeordnetenhaus ausgestellten Kandidaten hin, die, wie die „Times" sich ausdrückt, erkennen lasse, daß die grundlegende Einigkeit Australiens sich in der Parteipolitik des Bundes nicht widerspiegelt. Rach einem Bericht des „Daily Telegraph" aus Sydney ist die (Stellung der Regierung Menzies ernsthaft gefährdet. Wenn die Arbeiterpartei an der Macht gewesen sei, so erklärte Menzies, dann hätte es kein australisches Expeditionskorps, keinen australischen Beitrag zur Luftwaffe des Empires und keine Dienstpflicht für die Heimatoerteidigungsstreitkräfte gegeben. Dieses offene Eingeständnis Menzies, daß die stärkste australische Partei, die Arbeiterpartei, Gegnerin der militärischen Unterstützung des englischen Mutterlandes ist, hat in London begreiflicherweise einen peinlichen Eindruck gemacht. Schlachtschiff »Warspitte" muß verschrottet werden. Berlin, 12. Sept. (DNB.) Das Kriegsschiff „Warspite", das angeblich als Kadettenschulschiff Verwendung fand, ist jetzt als Schrott verkauft worden. Das Schiff, 30 600 Tonnen groß, erhielt im Seegebiet von Narvik durch die deutsche Luftwaffe einen Bombentreffer schweren Kalibers. Das Schiff konnte aber noch unter Geleitschutz in seinen Heimathafen gebracht werden. Da aber die für das große Schiff geeigneten Docks in den britischen Staatswerften überfüllt waren, wurde die „Warspite" vor Eintritt Italiens in den Krieg nach Alexandrien gebracht. Trotz monatelanger Arbeiten aller waren die durch den Bombentreffer verursachten Schäden nicht zu beheben. Das britische Marineministerium läßt jetzt das Kriegsschiff verschrotten, um wenigstens noch den für England so knapp gewordenen Rohstoff Eisen zu gewinnen. Der plan für die Altersversorgung sertiggeM Dr. Ley über das große Sozialprogramm nach dem deutschen Sieg. MM* "** dem Bergmann seinen freiwilligen Verzicht auf Licht und Sonne entgelten. Die Siedlung solle deshalb als ein Vorrecht gehandhabt werden, das dem zuerst zukommen werde, der sie am nötigsten brauche. Das sei aber wiederum der Bergmann. Drittens sei es notwendig, den Beruf des Bergmannes durch eine regelrechte Berufserziehung zu heben. Eines der besten Mittel aber, die Förderung des deutschen schaffenden Menschen zu erreichen, sehe er in dem Ausbau einer großzügigen Altersversorgung. Dazu komme eine umfassende Gesundheitsfürsorge. In jeder Ortsgruppe der Partei werde in Zukunft in den noch zu erstellenden Gemeinschaftshäusern eine G e- sundheitsstation eingerichtet werden, um so das ganze deutsche Volk ständig unter einer vor- beugenden Gesundheitskontrolle zu halten. Dazu gesellen sich dann die Ausgestaltung eines großzügigen Urlaubs, die Freizügig- keitder Arbeit, die selbstverständlich nach dem Kriege sofort wiederhergestellt werde, das Werk der B e r u f s e r z i e h u n g mit dem Berufswettkampf, die feine ungelernten Arbeiter in Deutschland mehr zulasse, und schließlich ein großzügiges Siedlungswerk für alle schaffenden Deutschen bereitungen stören, denn deutsche Jagdverbände decken den Angriff der Stukas nach allen Seiten. Da heult schon die erste Maschine dem Ziel entgegen. Wütendes Abwehrfeuer von den „friedlichen" Handelspötten und den Zerstörern vermag der rasenden Geschwindigkeit der Angreifer nicht zu folgen. Auch die S p e r r b a l l o n e, die von einigen qualmenden englischen Handelsschiffen wie Luftballons vom Jahrmarkt mitgeschleift werden und ein letztes verzweifeltes Wwehrmittel gegen unsere Luftwaffe auf Geleitzüge darstellen, sind bei dem fliegerischen Können und Angriffsgeist unserer Stuka- männer umsonst. Als eines der ersten Opfer fällt ein englischer Zerstörer. Eine schwere Bombe trifft ihn mittschiffs. Grauschwarze Wolken hüllen das Schiff ein. Nebenan stürzt eine Maschine auf einen 5000-Tonner herab. Der Flugzeugführer sieht das Aufblitzen der Abschüsse einer Flakkanone und Leuchtspurfäden von Maschinengewehren. Er hält unerschüttert mitten hinein. Der Bug des Schiffes verschwindet in der dampfigen Wolke. Ueberall heulen die Maschinen vom Himmel, sau- ßen die Bomben, wie riesige Geschosse aus Kanonen gefeuert, auf den zerrissenen Geleitzug und England kann von seiner Küste zuschauen, wie deutsche Flie- ger seine Geleitzüge vor der Themse zerschmettern. Wie ein ungeheurer Wirbelsturm ist der Verband über den Hasen weggebraust. Sinkende und brennende Schiffe bleiben zurück. Sechs sind es, au denen das Feuer wütet, denen die Planken von der gewaltigen Sprengkraft deutscher Bomber einge- drückt wurden, die zerfetzt stilliegen. Als die Dämmerung schon die Schatten der Nacht zeigt, landen alle Stukas unversehrt auf dem Flughafen. Wehrdienst vor Studiumsbeginn Die Abiturienten von 1939 haben sich zu Kriegsbeginn geschlossen zum Eintritt in die Wehrmacht gemeldet. Diese Meldungen' konnten zum großen Teil nur im Zug4 der jahrgangsmäßigen Einberufung berücksichtigt werden. Das Oberkommando der Wehrmacht hat verfügt, daß auf Grund der veränderten Verhältnisse den Abiturienten des Geburtsjahrganges 1921 und jüngerer Geburtsjahrgänge durch freiwillige Meldungen wieder wie ttn Frieden die Möglichkeit gegeben wird, vor Antritt des Studiums den Wehrdienst abzuleisten. Die Miturienten, die 1940 die Reifeprüfung abgelegt haben und nach Ableistung des Ar- bettsfoienftes jetzt bis zur Einberufung ihres Geburtsjahrganges studieren wollen, werden daher aufgefarfoert, sich freiwillig zum Eintritt in die Wehrmacht zu melden. Das Oberkommando der Wehrmacht veranlaßt, daß die Freiwilligen ab 1. Oktober d.I. eingerufen werden. Zurückstellungen vom Wehrdienst aus beruflichen Gründen fini) während des Krieges nicht möglich. Die Studierenden werden — soweit sie sich nicht freiwillig gemeldet haben — mit den anderen Angehörigen ihres Geburtsjahrganges zum Wehrdienst eingezogen. Die Ableistung des Wehrdienstes vor dem Studium liegt auch im Interesse einer geordneten Ausbildung, weil die Unterbrechung des Studiums durch den zweijährigen Wehrdienst erfahrungsgemäß zur Verlängerung einer ftden Berufs- ausbildung und damit zu erhöhten Kosten für die Eltern führt. — Der zeitliche Vorteil durch die Einführung der Trimester spielt künftig keine Rolle mehr, da für Nichtkriegsteilnellmer von 1941 ab die Trimester nicht mehr auf das Studium ange= Werkstudenteneinsatz in der Rüstungsindustrie handelt es sich ausschließlich um zusätzliche Kräfte. Besonders in großen Werken ist gleichzeitig eine Betreuung durch die Ausbildungsleiter der Betriebe vorgesehen, um den Studenten einen möglichst vielseitigen Einblick in das Betriebsge- schehem zu geben. So bedeutet der Einsatz zugleich eine Unterstützung im Ausbildungsgang der Studenten. Auch die Betriebe dienen sich damit selbst, indem sie später Ingenieure bekommen, die sich schneller in die Praxis einarbeiten können. Auch in Zukunft wird der Bedarf an technischen Arbeitskräften groß fein; es wird deshalb eine besonders gute Ausbildung des Nachwuchses notwendig sein. Zur Erreichung dieses Zieles soll auch weiterhin der Werkstudenteneinsatz dienen. Prüfung für das Künstlerische Lehramt Zum 1. Oktober d.I. tritt eine neue r e i d) s e in« heitliche Ordnung der Prüfung für das Künstlerische Lehramt an höheren Schulen in Kraft. Die Prüfung zerfällt in zwei Abschnitte, die künstlerische und die pädagogische Prüfung. Jeder Bewerber muß außerdem in einem nichtkünftlerischen Beifach (Deutsch, Geschichte, Erdkunde oder auch in einer Sprache, einem mathematischen oder naturwissenschaftlichen Fach oder in Leibeserziehung, bei Frauen Handarbeit) die Lehrbefähigung erwerben. Erst dann kann der Lehramtsbewerber zum Dor- bereitungsbienft zugelassen werden. Die künstlerische Prüfung wird für die Fachrichtung Kunsterziehung oder Musikerziehung abgelegt. Studenten und Stu- bentinnen, bie zum Wehrdienst ober zu beförderen Aufgaben im Dienste ber Reichsverteidigung einberufen finb, können bie Prüfungen in vereinfachter Form ablegen. Die Prüfung wirb burch Künstlerische Prüfungsämter abgenommen, bie nach den beiben Fachrichtungen verschieben ihren Sitz im allgemeinen am Orte ber Hochschulen für Musikerziehung unb Kunsterziehung haben. Beamte für den Kolonialdienst. Da der Endsieg Deutschlands auch die Rückgabe der ihm geraubten Kolonien bringen wird, hält es der Reichsinnenminister für notwendig, rechtzeitig einen Heb erblick über die Beamten der allgemeinen und inneren sowie der Kommunalverwaltung zu Köln, 12.Sept. (DNB.) 2m Rahmen eines während des Schichtwechsels in einem Steinkohlenbergwerk im Gau Köln-Aachen ahgehaltenen Betriebsappells teilte Dr. Ley mit, daß ber ihm vom Führer am 15. Februar d. I. erteilte Auftrag zur Schaffung einer nationalsoziali ft i - schon Altersversorgung durch die Fertigstellung dieses umfassenden Werkes Erfüllung gefunden hat und bie durchgreifende Planung trotz des Krieges vollendet worden ist. Dr. Ley hat den Auftrag des Führers in Form eines einzigartigen Gemeinschaftswerkes des gesamten deutschen Volkes gelöst, eines Gemeinschaftswerkes, das nach dem deutschen Endsieg zum Segen aller deutschen Menschen und für die Welt als überzeugendes Fanal des vom Führer gewährleisteten deutschen Sozialismus der Tat wirksam werden wird. Der Redner kündigte dann weitere Maßnahmen zur Förderung des Bergarbeiterstan- des an. Ein neues Lohnsystem müsse aufgebaut werden, in dem der zukünftige Lohn von ber Schwere der Arbeit, ihren Gefahren und der Leistung abhängig gemacht werde. Damit komme der Lohn des Bergmannes wieder an die Spitze der deutschen Arbeitslöhne. Zum zweiten müsse man Die englische Agentur Exchange Telegraph berichtet, in einer längeren Konferenz zwischen Vertretern ber Regierung, der Industrie, des Handels und der Gewerkschaften seien im Hinblick auf bie nächtlichen Angriffe der deutschen Luftwaffe wichtige Beschlüsse gefaßt worben. Die Warenhäuser unb alle großen Geschäfte in Lonbon werben vom Donnerstag ab um 16 Uhr schließen, um den Angestellten zu ermöglichen, in den späten Nachmittagsstunden auszuruhen. Die Vergnügungs- stätten beenden die Vorstellungen um 21 Uhr anstatt bisher um 23 Uhr. Im Regierungsviertel herrscht „Umzugshausse". Die wichtigsten Ministerien verlegen die Büros in die Keller und Unter st ände. Pionierabteilungen der Armee arbeiten Tag und Nacht an ber Erstellung neuer gesicherter Unterkunftsmöglichkeiten. Der Chef des Sicherheitsbienstes erklärte einem Mitarbeiter der Agentur: „Mehr als 50 000 Mann find mir jur Verfügung gestellt worben, um bie Zetten der .Höhlenbewohner« roleber herzustellen." Die einschneidenden Wirkungen der deutschen Luftangriffe auf das ganze Leben Londons schildert anschaulich ein Bericht des Londoner Korrespondenten ber Tokioter Zeitung „Mshi Nishi". Kein Lonboner habe geglaubt, baß ber Luftalarm s o lange dauern könne, wie er tatsächlich erlebt wurde, schreibt der Korrespondent und fährt dann fort: „Die Folgen ber beittschen Angriffe machen sich im Leben Londons überall ernstlich bemerkbar. DNB. i.i 12.Sept. (PK.) Die Sonne versank bereits hinten dicken Wolkenballen am geröteten Abendhimmel, als die Staffelkapitäne zu den Besatzungen traten und mit knappen Worten bekanntgaben: „Feindlicher Geleitzug im Kanal gesichtet." In vier Minuten starten wir. Wir fliegen im Verband. Viele Wochen waren schon vergangen, feit die Tommies den Stukas die letzten „großen Fische" im Kanal serviert hatten. Es muß verdammt brenzlich um sie aussehen, wenn sie heute das Risiko einer Kanalfahrt wieder wagen, um der Riesenstadt London auf diesem Wege lebenswichtige Güter zuzuführen. Ober sollte etwa bie Regenwanb des letzten Tages über dem Kanal ihnen neues Vertrauen zur Sicherheit der Geleitzüge gegeben haben? Unsere Aufklärer haben wieder einmal genau gearbeitet und jedes Suchen erspart, lieber dem Kanal fliegt der Verband an Dover vorbei. Die Flakbatterien werfen dem gefährlichen Gegner ihre Sprengwolken nach., lieber den Wolken wird die Küste bei Ramsgate angeflogen. Die Wolkenlöcher über den Sandbänken kommen gerade richttg. Durch sie wird bald ein sinkendes Schiff von spähenden Augen gesichtet. Ein anderer Stukaverband hat den englischen Geleitzug bereits gerupft. Doch nicht weit von dem Wrack, von dem verzweifelt englische Matrosen noch ein klägliches Abwehrfeuer gegen die Stukas loslassen, schwimmen noch genügend ansehnliche Kähne herum, alle zwischen 2000 unb 5000 Tonnen. Schnell hat sich unser Verband herangepirscht. Die 18 Handelsschiffe und Zerstörer des Geleitzuges streben ber Themse münd ung zu. Im Nu hat sich ber geschlossene Verbanb zum Angriff aufgelöst. Kein englischer Jäger kann biete Vor- Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels empfing eine Abordnung belgischer Journalisten, die auf Einladung der Reichsregierung eine Studien- reise durch. Deutschland machen. — Aufgabe einer verantwortungsbewußten Presse sei es, so sagte ber Minister, in klarer Erkenntnis der fommenben un« ausweislichen Entwicklung die Völker aus Illusionen herauszureißen und sie zur freiwilligen Mitarbeit an dem großen Reformwerk zu gewinnen. Der spanische Innenminister Servano S u n e r reist zu einem Deutschland-Besuch über Frankreich in Begleitung bes beutschen Botschafters v. Stohrer ab. Der Aufenthalt in Deutschland ist auf zehn Tage bemessen. Zwei Tage finb Berliner Dienststellen gewibmet. Serrano Suner wirb auch anbere beutsche (Stabte, barunter München, besuchen. * ♦ Der Chef bes Wehrwirtschasts- und Rüstungsamtes, General der Infanterie Thomas, verteilte im Leuna-Werk an einige Gefolgschaftsmtt- glieder die vom Führer verliehenen Kriegsver- b i e n ft f r e u 3 e U. Klaffe. General Thomas nrürbigte in einer kurzen Ansprache die vorbildliche Haltung der gesamten Gefolgschaft in der Kriegszeit. * In Hsingking wurde von dem deutschen Gesandten Wagner und dem Chef des mandschurischen Außenamtes, Weihuan-Chang, die Geltungsdauer des deutsch-mandschurischen Ab- kommens über den Waren- und Zahlungsverkehr unter Anpassung einiger Bestimmungen an die gegebenen Verhältnisse bis zum 31. Mai 1941 verlängert. Seit 22 Jahren wurde am vergangenen Sonntag wieder erstmalig im Prager St. Veitsdom eine deutsche Predigt gehalten.* Der Sprecher des japanischen Außenministeriums erklärte, bie in Lonbon ansässigen Japaner hätten bie englische Hauptstabt verlassen unb mürben am 14. September von Dublin aus nach Lissabon abreisen. ♦ Nach einer Meldung aus Neuyorker Schiffahrtskreisen würbe ber britische Frachtbampfer „Earl s» pari" (5250 BRT.) im Atlantik von einem deutschen U-Bootversenkt. * Vorn Donauhafen Rustfchuk aus sind vier Donauschiff e mit insgesamt 4 0 0 0 jüdischen Emigranten aus dem Protektorat Böhmen unb Mähren unb aus der Slowakei donauabwärts weitergefahren. Ihr nächstes Reiseziel ist Istanbul, von dort aus wollen sie Palästina erreichen. funftioniert nur noch unregelmäßig und die Bevölkerung ist oft gezwungen, kalte Mahlzeiten ein- zunchmen. Kaum ist man aus dem Luftschutzkeller heraus und beginnt, seine Sachen zu ordnen, kommt schon wieder Luftalarm. Für London ist es bereits zur täglichen Routine geworden, bie Nächte im Schutzkeller zu verbringen. Die führenden Londoner Theater kündigten die vorläufige Schließung an und verschoben ihre neuen Programme auf unbestimmte Zeit. Wegen der Unterbrechung der regelmäßigen Elektrizitäts- und Gaszufuhr ist die Verteilung von Nahrungsmitteln ernstlich unterbunden, so daß bie Behörben gezwungen finb, wieber neue Rationierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmep." Der Korrespondent ber Madrider Zeitung „ABC", Luis Calvo, hat auf eigene Lebensgefahr eine Reportage versucht, aber in der Nähe der Themse ließ die Londoner Polizei keinen Fußgänger mehr durch. Das Hafengebiet unb bas Industrieviertel sind hermetisch abgerie- gelt, um jeden Einblick in die gewaltigen Schäden und Verwüstungen zu verhindern. Der Verkehr ruht völlig. Die Straßen sind am Tage und in der Nacht absolut menschenleer. Die Gesichter der Londoner in den Schutzräumen sind traurig, verzweifelt unb übermüdet, stellt Calvo fest. Die Stimmung ist völlig niedergeschlagen. Der Schlaf ist nur noch minutenmetfe möglich. Die Schäden in den Industriegebieten aller Londoner Stadtviertel, besonders aber an der Peripherie ber Millionenstadt, sind ver- ftftarf um bombardiert, wo eine Flugzeughalle getroffen wurde. Ferner wurde der Eisenbahnknotenpunkt und die Anlagen von Hayia Iunclion und der Flugplatz von Atbara bombardiert, wo zahlreiche Gebäude und drei Speicher getroffen wurden und ein weithin sichtbarer Brand entstanden war. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrl. Der Feind versuchte mit Handgranaten und klein- kalibergeschühen einen Angriff auf den Brückenkopf von ftaffala. Unser Arlilleriefeuer zwang ihn nach einstündigem Kampfe zur Flucht. Keine Verluste auf unserer Seite. Ein weiterer Angriff gegen Dubatabteilungen bei Gherilli an der Gren östlich von Waijr wurde nach zweistündigem Kamp ohne eigene Verluste abgeschlagen. Ein englisches Flugzeug bombardierte das Wohnviertel von A f s a b, wobei Zivilwohnungen beschädigt, ein Wann getötet und zwei verletzt wurden. Bei einem weiteren feindlichen Luftangriff auf den Flugplatz Sciasciaman (südlich von Addis Abeba) wurde leichter Schaden ungerichtet. Lin feind- die gewillt und geeignet sind, in den er deutschen Kolonien zu treten. Aus aller Welt. KARL FABER 4064 D Schulstr. 7, Ruf 2251 Dcnuisir. i, nui Mol Vollkornbrot /ß Vollkornbrot ist nahrhaft/ gesund und bekömmlich Ein Versuch wird auch Sie überzeugen! Verbrauchergenossenschaft Gießen Sdianzenstraße 16 GIESSEN 4057 A Stadttheater „Lurnus" löst den Schmutz biologisch schon beim Einweichen aus der Wäsche heraus und macht gleichzeitig das Wasser weich. So nimmt es Ihnen schon beim Einweichen fast die Hälfte der Arbeit ab, die Sie sonst beim Waschen mühsam selbst tun müßten. »Äurnus* spart aber nicht nur Arbeitskraft und Zeit, sondern auch Waschmittel und Feuerung. Dor allem schont »Turnus^ die Wäsche — es erübrigt scharfes Reiben und Dürsten sowie langes Kochen. 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Die Anordnung gilt auch für beim Einsatz beschädigte Wshrmachtbeamte. (1 Dauerbrenn.) und 2 Ausgußbecken z. verkauf. Weidengasse 61- Mil offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel en>decken ihre Waldhetmal. Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktaseln Leinen RM. 2,85 Hugo Bermühler Verlag Berlin -Lickt-rfelde | Vereine~| Knoblauch-Beeren „Immer junger“ machen froh und frisch 1 Sie enthalt aüe wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut verdaulicher Form. Vorbeugend gegen: Gafthaus zum deut(dien Hof Von morgen ab wieder geöffnet Prüfungen abgelegt haben. Bereinigung alter Schulden. Die Reichsregierung hat 1938 für das Altreich das Gesetz über eine Bereinigung alter Schulden erlassen. Zur Vermeidung unbilliger Härten erscheint es notwendig, dieses Gesetz in verschiedenen Punkten zu ergänzen und seinen Anwendungsbereich auf die eingegliederten Gebiete auszudehnen. Schuldner, die einen selbständigen Beruf ausgeübt haben und hierbei wirtschaftlich zusammengebrochen sind, können chre vor dem 1. Januar 1934 be- grüiÄeten Schulden nunmehr auch dann bereinigt erhalten, wenn der Zusammenbruch zwar erst einige Zeit nach dem i. Januar 1934 erfolgt ist, gleichwohl aber noch eine Folge der Wirtschastsnot war, die vor der Machtübernahme geherrscht hat. Voraussetzung ist, daß der Schuldner das Vermögen, das die Grundlage seiner selbständigen Existenz bildete, zur Befriedigung seiner Gläubiger hingegeben hat oder sein Betriebsvermögen freiwillig veräußert hat, um aus dem Erlös seine Gläubiger zu befriedigen. Daß der Schuldner ein überlastetes Grundstück trotz seines wirtschaftlichen Zusammenbruchs behalten hat, steht der Schillden- bereinigung nicht mehr entgegen. Auch solche Schuldner haben Anspruch auf Schuldend er ei nl- gung, die einen unselbständigen Beruf aus geübt haben und infolge der Wirtschaftsnot, vor der Machtübernahme, insbesondere infolge von ArPräg’ Dir diese Verse ein — Burnus" muß es seih! mit dem Gütezeichen in der eigenen Bäckerei herzu stellen Nachlässe von 3 bla 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige> Altes, sehr gut gehendes Zjgamngeschäst in bester Verkehrslage der Uni' versitätsstadt Marburg wegen Sterbefalls zu verkaufen. Schrift!. Anerbieten unt.4062V an den Gießener Anzeiger erb. Oie Geburt unserer zweiten Tochter Barbara zeigen in großer Freude an Helmi Lutz Or. Rudolf Lutz Veterinär in einem Art.-Regt. (z.Z. im Felde) hohen Blutdruck, Magen-, Darm- ßtör ungen, Alterserscheinungen, Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- und geruchfrei. Monatspackung L— Achte» Sie auf die grün-weiße Packung! Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10; Drog. C. Seibel, Frankf. Str. 39; Drog. E. 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(Ein neuer Lehrstuhl für italienische Sprache und Kultur. Reichsminister Rust hat den ordentlichen Professor für Romanische Philologie an der. Universität Marburg, Professor Dr. Friedrich Schürr, beauf- traat, das neuerrichtete Ordinariat für italienische Sprache und KuUur an der Universität Köln zu übernehmen. Dieser Lehrstuhl wurde auf Grund des deutsch-italienischen Kulturabkommens geschaffen, das die Bestimmung enthält, an mindestens zwei deutschen Universitäten einen Lehrstuhl der JtalianMk ins Leben zu rufen. Außer der Universität Berlin hat die Universität Köln einen dieser Lehrstühle erhalten, weil Köln als Stätte des Deutsch-Italienischen Kulturinstituts „Petrarca-Haus" besonders geeignet ist, ein Hauptort der Italien« ftubien zu werden. Der erste Inhaber des neuen Ordinariats, Professor Dr. Schürr, gilt als einer der verdientesten Forscher in der italienischen Sprachwissenschaft und Literaturgeschichte. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertre^r dA Hmu>tichriftleiters: Ernst Bluinschein. Derantwartttch für Pol Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießeu, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. sSd und Verlag: Brühlsche Universttatsdruderei R. Lange K. 0. Derlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. B^cmlwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kumm-l. PI.Nr.6. Klavier zu kauf, gesucht. G. Ebert, Kkaviermacher, Bleichstraße 17. [Verschiedenes] Vornehm/ Geschmackvollf Persönlich 1 Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei (Andenken) am Sonntag von Marktlauben bis Asterweg oso?» verloren! Gegen Belohng. abzugeben im Frankfurter Hof Infolge eines Unglücksfalles verschied am Mittwoch mein lieber Mann,Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel u.Pate Friedrich Arnold Wagnermeister im Alter von 49 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Arnold, geb. Schmidt, Rödgen, den 13. September 1940. Die Beerdigung findet statt am Samstag, 14. Sept., 2% Uhr. _________03077 Zwei tüchtige Aiis-MMenillWen sofort oder später gesucht. 4023D Angebote an Gasthaus zur Krone Metzgerei Rullmann, Nidda. 2 Ejche-Schla zimmer Farbe Mittelton, Schrank 1.80 u. 2.00 m breit, mit Nutzbaum, gewachte Mitteltür. . 2'Rtifoffd in Eiche, mit Nutzb.- jvUjvllv Einlage, und ein gehr. Speisezimmer zu verk. Heinrich Schmidt, Möbel-Schreinerei Langsdorf (Oberh.). miD Perfekte weibliche Bürokraft mit allen Büroarbeiten vertraut, für sofort gesucht. Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisabschr., Lichtbild und Gehaltsanspr.sind zuricht.an: Höchling’sche Eisen- u. Stahlwerke G. m. b. H.„ Betriebsam. Wetzlar, Wetzlar. _______________ 4053 D| September-Appell Sonntag,! 5.9.4V bei Kam. Gissel, „Stadl Lich" (Saal). Wichtige Besprechungen, daher vollz. Erscheinen. 4052V Der Führerrat Kameradschaft ehem. 116. gewinnen, die gewillt und geeignet jino, in 0 en Dienst der deutschen Kolonien zu treten. Er hat daher die Behördenleiter der allgemeinen und inneren Verwaltung und die Gemeindeaufsichtsbehörde angewiesen, die Beamten des höheren und gehobenen Dienstes zu befragen, ob sie geneigt sind, in den Kolonien nach ihrer Rückgliederung tätig zu sein. Die zur Wehrmacht Eingezogenen werden, soweit sie geeignet erscheinen, schriftlich befragt. Dabei kommen auch Angestellte der Gemeindeoerbände in Frage, falls sie die für die betreffenden Beamtenlaufbahnen erforderlichen Cxplosionsunglück in einer amerikanischen Pulver- fabrik. In Kenwil in New Jersey ereigneten sich in der Hercules Powder Company, die Dynamit und rauchloses Pulver herstellt, mehrere schwere Explosionen. Sie waren im Umkreis von 80 Kilometer zu hören und entfachten ein riesiges Feuer. Nach noch unvollständigen Berichten sollen bisher 50 Tote und Verwundete zu verzeichnen sein. Die Feuerwehren, die Polizei und die Rettungswagen der gesamten Umgebung sind eingesetzt worden. Indianerüberfälle in Kolumbien und Bolivien. Im Quellgebiet des Catatumbo-Flusses (Kolumbien) wurde eine Gruppe von sechzig Arbeitern eines Pettoleumfeldes, die unter Leitung von drei Ingenieuren Urwaldbäume fällten, plötzlich von Indianern des Stammes der Motilonen von einer Anhöhe aus mit vergifteten Pfeilen beschossen. Die Arbeiter griffen zu den Waffen und schlugen die Indianer nach heftigem Kampfe in die Flucht. Fünf Arbeiter und ein Ingenieur Freitag 19.30 Uhr bis 21.45 Uhr Vorstellung f. d. Freitag-Mieter DerTriumph desiobias Lustspiel von Svend Rindom Preise von RM. 0.30 bis 1.60 ________________4012 D________________ 700 neue Blechdosen ä 2*/2 kg Inhalt und 100 neue Blechdosen ä 5 kg Inhalt zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 4061Da.d.G.A. Zwei gebrauchte beitslosigkeit in Schuldennot geraten sind. Aufgabe des Richters ist es, die Belastung des Schuldners feiner Leistungsfähigkeit anzupassen. Verwendung kriegsbeschädigier aktiver Offiziere. Wie die Wehrmacht für die. Wiederherstellung der verwundeten Unteroffiziere und Soldaten sorgt und über die Heilbehandlung hinaus Maßnahmen für Berufsumschulung in bestimmten Fällen trifft, so sind jetzt auch Bestimmungen über die weitere Verwendung krieasbeschädigter aktiver Offiziere getrof- fen. Sie werden grundsätzlich nach abgeschlossener ßrAUe beseitigl -ORFA- , Flasche 1.74. extra stark 2.40 Haare Unschädlich! Sich. Wirkung. Drog. Elges, Seltersweg 68a 3020 V Central-Drog. Emil Karn, Schulstr. Löw.-Drog. Kilbinger, Seltersweg 69 Drogerie Winterholl, Kreuzplatz 10. i*f r ntjE DRUCKSACHEN W CnDC Brühl, Gießen wurden bei dem Gefecht getötet. Die Rothäute ließen mehrere Tote zurück. In Ostbolivien ist eine aus Ethnographen und Presseleuten bestehende E x - pedition von Indianern überfallen und zersprengt worden. Taifun über Japan. Ein Taifun ist über den südlichen Teil der Insel K i u s ch i u , der drittgrößten japanischen Insel, hinweggegangen. Es wurden schwere Schäden angerichtet. In der Präfektur Miyazaki sind fünf Familien mit zwanzig Personen durch einen Erdrutsch v erseh üttet worden. Ferner sind in der Präfektur Kumamoto ein Toter und in der Präfektur Kago- schima fünf Tote und vier Vermißte festgestellt worden. Hundert Häuser wurden zerstört. Gewissenlose Verbrecherin zum Tode verurteilt. Wegen einer Reihe Diebstähle, in mehreren Fällen unter Ausnutzung der durch den Krieg verursachten besonderen Verhältnisse ausgeführt, verurteilte das Sondergericht die in Mainz wohnhafte, aus Aschaffenburg stammende Karoline Blank, geb. Speth, zu 1 5 Iahre n Zuchthaus. Wegen eines Großen-Äuftck (z.Z. Kath. Schwesternhaus, Gießen) 4056D | Vermietungen"! 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Jedoch ist eine Verwendung der Bezugsnachweise für Strümpfe der ersten Kleiderkarte dann noch zulässig, wenn wenigstens noch einige Punkte auf der ersten Kleiderkarte vorhanden sind, die in Verbindung mit Punkten der zweiten Kleiderkarte für den Bezug von Strümpfen verwendet werden. ZumTodevon HermannGiehr Hermann Stehr, der soeben in seinem 77. Lebensjahr von uns gegangen ist, hat erst gegen Ende seines Lebens die ihm gebührende Anerkennung gefunden, die sich in der Verleihung des Goetheprsises 1933, des Adlerschildes des Reiches 1934 und zahlreichen anderen Ehrungen ausdrückte. Wohl hat eine kleine Schar schon jahrzehntelang vorher zu ihm gestanden, eine Schar, die fühlte, daß dieser Dichter einer der großen Seher und Deuter des Geheimnisses des Alls und besonders des deutschen Kosmos war. Aber der großen Menge der Zeitgenossen, die ganz in der indioidualistisch- psychologischen Zustandsschilderung befangen waren, war Stehrs Kunst viel zu schwer und zu problematisch. Er gehörte zu den Seltenen, die weniger für die eigene Zeit geschaffen haben, sondern über die Zeit hinweg ihr Wort an eine Zukunst nchteten, mit der sie bereits verbunden waren. Aber Stehr durfte es erleben, diese Zukunft noch Gegenwart werden zu sehen. Die heutige Generation hat den Ewigkeitswert in Stehrs Dichtungen verstanden. Der Urgrund, aus dem sein Schaffen erwuchs, ist am schönsten mit den Worten ausgedrückt, mit denen Gerhart Hauptmann 1903 sein ekstatisches Märchen „Das letzte Kind" begrüßte: „Man muß bis in die Zeiten der Gotik zurückgehen, um die Quellen von Stehrs Kunst zu finden. Von der Gotik hat sie den schweren Ernst. Sie hat von ihr das düster und machtvoll Aufstrebende. Es gibt einen breiten Hall in den Blättern seines Buches, wie zwischen Strebepfeilern und unter Gewölben. Es steigt etwas Narkotisches daraus, wie aus geschwungenen Weihrauchfässern, und des Dichters Seele hat die klare Verzückung des zerknirschten Beters, der durch die Gnade zu Gott erhoben wird. Es braust in dem Stchrschen Buche von Seraphschwingen, Glockengeläut und Orgelklang und die Stimmen seliger Knaben schlagen in himmlischer Ekstase gegen besttrnte Kreuzgewölbe ..." Das ist dasselbe Gefühl, das andere Beurteiler an Grünewald denken läßt und das aus der mystischen Grundstimmung seines Wesens erblüht. Stehr ist ein echter deutscher Grübler vom Stamme jener schlesischen Mystiker, denen er blutsverwandt ist, und hat sich zu jenem Urgefuhl der Einsamkeit durchgerungen, Vie es von Laotse uno Einzelsragen um die neuen Punkte Gebrauchte Spinnstoffwaren weiter frei. — Umtausch gestattet. Unerlaubter Vorgriff verboten. Der Reichsbeauftragte für Kleidung und wandte Gebiete hat eine Anweisung über die zugsnachweise für Strümpfe erlassen. Die Bezugsnachweise für Strümpfe auf der ersten Reichskleiderkarte dürfen danach nur in Verbindung mit Punkten der ersten Reichskleiderkarte zum Bezug von Strümpfen verwendet werden. Hat ein Verbraucher oder eine Verbraucherin auf der ersten Kleiderkarte Stadttheater: 19.30 Uhr „Der Triumph des bias". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Wiener schichten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe, im „Entlaufenen Herz", in dem Triptychon ,Ias letzte Kind" und dem vom schlesischen Rübezahl- Geist durchwehten, tiefsinnig kindlichen Märchen von „Wendelin Heinelt", dem bescheidenen Glücksucher, der die Zufriedenheit in einem Stück trockenen Brotes findet. Das Weltanschauungselement feiner Dichtung mit diesem metaphysisch beseelten Ton zu durchdringen, mußte Stehrs große Aufgabe sein, die ihm nach dem interessanten Versuch der „Drei Nächte" zuerst in dem zweibändigen Roman „Der Heiligenhof" gelang. Die weiteren Werke haben diese Richtung in großartiger Weise fortgesetzt. Als Stehr den Schauplatz des .Heiligenhofes" nach Westfalen, dem alten Lande der „Spökenkieker" und Gottsucher, verlegte und sich zum erstenmal von der schlesischen Heimaterde entfernte, streifte er das letzte Begrenzte ab, das seiner Kunst noch anhaftete. Dieses Lebens- und Bekenntniswerk Stehrs erhebt sich zu jener reinen, kristallenen, von Wunder und Glanz erfüllten Sphäre, die die Legende und das Märchen besitzen. Nicht immer gelingt es ihm, diesen Ton zu halten. Aber über dem dumpfen Gewirr, das durch viele Seiten schwirrt und gleichsam die dunklere Begleitung angibt, schwingt doch groß und erhaben dieser Glockenton aus Seelentiefen und Himmelshöhen, den angeschla'gen zu haben Stehrs ureigenster Wert ist. Manchmal wohl mag dieser Stehr-Ton schrill, geisterhaft, aufwühlend sein, wie die Glocke, die die letzten Seiten des „Heiligenhofes" durchgellt, aber es ist eine Melodie von einer harten und dunklen Rhythmik, wie wir sie selten vernehmen. Auf dieser innerlichen Durchdringung großer Stoffmassen mit einem persönlichen Weltgefühl beruht Stehrs dichterische Größe wie die jeden echten Dichters. Alles vermag er dieser Ausdruckskunst dienstbar zu machen, die stumme Kreatur ebenso wie die weite Natur. Wie er Tiere sprechen läßt, wie er Berg und Wald, Strauch und Halm mitsingen läßt in der allgemeinen Schöpfungssinfonie, das ist Pantheismus von dichterischer Kraft. Es ist der Hymnus von jenem Wesen Gott-Seele, von dem er sagt: „Er kennt nicht das Mehr oder Weniger, nicht groß und klein, nicht heute, morgen und gestern. Geburt und Tod sind nur Töne seines ewigen Liedes. Der Tanz der Gestirne verursacht Ebbe und Flut: aber er läutert auch unser kleines Herz. Und alles zusammen ist doch nicht mehr als der Hin- und Widergang der Uhr an der Wand tm Hause des Menschen. K. dumme Mama". Sladttheater Gießen. Am heutigen Freitag wird das Lustspiel „Der Triumph des Tobias" von Svend Rindom zum ersten Male aufgeführt. Dieses Werk des dänischen Dichters Rindom hat — nicht nur in Berlin, wo es zur Zeit noch auf dem Spielplan steht — überall in Deutschland ausgezeichnete Aufnahme gefunden und wird zur Bereicherung des Lustspiel-Spielplanes auch in Zukunft beitragen. Die Spielleitung hat der neuverpflichtete Oberspielleiter Han^joachim Büttner. Es wirken mit: Anneliese Garbe, Wal- traut Goettke, Hilde Heinrich, Hilde Kneip, Rose Stirl; Hansjvachim Büttner, Walter Erler, Gert Geiger, Karl Dolck. Bühnenbild: Karl Löffler. Dor- stcllung für die Freitag-Mieter. Die Ehrenkarten der Freitag-Mieter haben Gültigkeit. Ortszeit für den 14. September. Sonnenaufgang 6.58 Uhr, Sonnenuntergang 19.42 Uhr. — Monduntergang 4.27 Uhr, Mondaufgang 18.43 Uhr. Alte und neue Kleiderkarte bei Strumpfkouf. Aus der Stadl Gießen. Die Unpünktlichen. Die Iknpüpktlichen bilden eine Gruppe für sich. Wir können sie schon am frühen Morgen beobachten, wenn sie aus ihrem Hause stürzen, vielleicht noch das halbe Frühstück im Mund, und im Laufschritt ihrer Arbeitsstätte zueilen. Wir kennen sie, wenn ein, Ausflug gemacht werden soll, und wir halb verzweifelt auf dem Bahnsteig auf sie warten müssen. Wenn wir Glück haben, kommen sie noch im letzten Augenblick angerannt, ganz abgehetzt und halb angezogen. Auch im Theater lernen wir sie kennen, die Unpünktlichen. Mitten im ersten Akt erscheinen sie. Wir müssen uns alle erheben. Endlich sind sie mit viel Geräusch und Stuhlgeklapper auf ihrem Platz gelandet. Wenn jemand zur festgesetzten Zeit nicht kommt, fühlen sich die andern mit Recht beleidigt. Dadurch wird oft eine Lage geschaffen, die alles andere als erfreulich ist. In solchen mißvergnügten Stunden kann kein guter Entschluß aufkommen. Aergerlich und versttmmt gehen die Bekannten wieder auseinander, nur weil einer nicht pünktlich war. Es heißt, daß besonders Frauen unpünktlich feien. Das ist eine starke Uebertreibung. Wenn wir gerecht fein wollen, dann können wir z. B. sehen, Daß die in letzter Minute im Laufschritt Kommenden auf Bahnhöfen doch meistens Männer sind. Wer sich einmal angewöhnt hat, pünttlich zu fein, der weiß genau, welche Zeit er zum Umziehen braucht, wieviel Minuten der Weg beansprucht usw. Er wird immer zur rechten Zeit zur Stelle sein. Wir müssen mit unserer Zeit haushalten. Das können die Unpünktlichen nicht, sie ten Kraftfahrzeuge. Oefen und Herde instandsetzen lassen? Wer die Feuerstätte in seinem Hause nicht in baulichem und brandsicherem Zustande hält, setzt sich der Bestrafung aus. Weiter kann die Brandkasse den Entschädigungsanspruch ablehnen, oder sie kann bei schuldhaftem Verhalten des Mieters biefen für eine an den Hauseigentümer gezahlte Entschädigung ersatzpflichtig machen. Im Interesse der Schadenverhütung und der Wirtschaftlichkeit des Betriebes der Feuerstellen wird daher die Beobachtung folgender Regeln dringend empfohlen: Sachgemäß ausgeführte Ueberholungsarbeiten müssen von einem Ofensetzer so frühzeitig vorgenommen werden, daß das dabei verwendete Material bis zur Heizperiode genügend Zeit zum Anbinden hat und eine Festigkeit erhält, die der Feuerglut lange Widerstand leistet. Wird nach der Reparatur sofort geheizt, so ist eine Dauerhaftigkeit ausgeschlossen. Daher jetzt den Ofensetzer beauftragen! Mindestens einmaliges jährliches Reinigen der Oefen ist dringend nötig, damit der Ruß von den Jnnenwandungen entfernt wird. Dadurch werden an den Ofenwandungen höhere Temperaturen erzielt — man verbraucht weniger Brennstoff und erhält mehr Wärme, spart also Arbeit und Geld. Kastanien vielseitig verwendbar. Die Bestrebungen der letzten Jahre, die heimische Pflanzenwelt mehr als. bisher zu intensiverer Ausnutzung für die menschliche Nahrung bzw. für die Versorgung mit wertvollen Rohstoffen heranzuziehen, haben dazu geführt, den großen Wert der Roßkastanie, die in großer Zahl in Deutschland vorhan- den ist, zu erkennen und ihre Fruchte entsprechend auszuwerten. Neben dem Kastanienöl, das sowohl' seiner Zusammensetzung als auch seiner Verwendungsart nach dem Erdnußöl gleicht, und dem Kastanienschrot, der hauptsächlich in den Brennereien und der Nahrungsmittelindustrie als besonders gute und reine Stärke Verwendung finden kann, ist es vor allem der in den Kastanien enthaltene Rohstoff „Saponine" (Sapo = Seife), der geeignet ist, unserer tech- nischen und chemischen Industrie auch diesen bisher in erster Linie aus dem Ausland eingeführten Rohstoff in genügender Menge aus dem Inland zur Verfügung zu stellen. Dieser Rohstoff bildet beim Schütteln in Wasser einen überaus starken und langandauernden Schaum. Jede Hausfrau kann sich diese Saponine der Kastanien leicht für ihre Zwecke im Haushalt zunutze machen. Nur wenige Kastanien genügen schon, um ein gutes Reinigungsmittel zum Fußbodenscheuern und sogar zum Waschen zu erhalten. Etwa sechs Kastanien, die man ungeschält für dunkle Wäschestücke und geschält für helle Sachen verwendet, zerkleinert man sorgfältig in sehr kleine Stücke und übergießt sie mit 4 Liter weichem Wasser. Diese Mischung läßt man fünf Stunden zugedeckt stehen, um sie bann durch ein Sieb oder einen Beutel zu gießen. Dieses Kastanienwasser wird zum Schluß erhitzt und schäumt und reinigt dann wie richtiges Seifenwasser. * ** 84 Jahre alt. Am morgigen Samstag, 14. September, kann Frau Eharlotte Schäfer, geborene Schwalb, Schottstraße 40 wohnhaft, in körperlicher und'geistiger Frische ihren 84. Geburtstag begehen. Der Jubilarin bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche bar. >• ** Polizeiliche Maßnahmen gegen Verkehrssünber. In ber Zeit vom 30. August bis 5. September schritt bie Polizei im Bereich ber Pclizeibirektion Gießen (einfchl. bes Polizeiamtes Bab-Nauheim-Friebberg) mit folgenben Maßnah- 1 men gegen Verkehrssünber ein: gegen Kraftfahr- i zeugbesitzer mit 1 gebührenpflichtigen Verwarnung, gegen sonstige Fahrzeugführer mit 19 Anzeigen unb bleiben, sondern ist durch ärztliche Untersuchung zu treffen. Wer glaubt, seinen Dienst als Selbstschutzkraft nicht mehr versehen zu können, muß sich auf feinem Polizeirevier melden. Dort wird entschieden, ob eine amtsärztliche Untersuchung notwendig ist. Diese Untersuchung sowie etwa notwendige ärMche Atteste sind aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Luflschuhgemeinschaften müssen stets vervollständigt werden. Durch Umzüge und andere Ereignisse sind vielfach die in der Luftschutzgemeinschcrst eingeteilten Selbst- schutzkräfte nicht mehr vollzählig vorhanden. In ber „Sirene" wird aus Anfrage darauf hingewiesen, daß in diesen Fällen eine Neueinteilung oder Neu- ausbildung von Kräften für die Lufftchutzgemein- schaft erfolgen muß. Verantwortlich für bie Luftschutz gerne inschaft ist der Luftschutzwart. Die Organisation ber einzelnen Luftschutzgemeinschaften wird in gewissen Zeitabständen durch die Dienststellen bes Reichsluftschutzbundes überprüft. Gaststätten müssen für den Schuh der Gäste sorgen. In diesen Tagen ist auch der Luftschutz in Gaststätten von aktueller Bedeutung. Der Reichsluftschutzbund teilt in der „Sirene" mit, daß jede Gaststätte für den Schutz ihrer Gäste selbst zu sorgen hat, d. h. für einen eigens für Gäste und Personal be- sttmmten Luftschutzraum, falls der Lustschutzraum des betreffenden Hauses, was meist der Fall fein wird, nicht ausreicht. Gäste bei Fliegeralarm in den nächsten öffentlichen Lustschutzraum zu verweisen, ist nicht gestattet. Oesfentliche Luftschutzräume dienen solchen Straßenpassanten, die den Luftschutzraum ihrer Gemeinschaft nicht mchr recht- zeittg erreichen können. vS'GmeMasl K W öur® Stenöe Die kdF.-kindergymnastik (4037V beginnt wieder am Freitag, dem 13. September, von 16 bis 17 Uhr in der Schillerschule, Schillerstraße. Der Leiter der Fachgruppe Bekleidung, Textil und Leder ber Wirtschaftsaruppe Einzelhandel hat in Anpassung an bie Aenderungen, die sich durch die Einführung der zweiten Reichskleiderkarte ergeben haben, neue, von dem Reichsbeauftragten für Kleidung und verwandte Gebiete gebilligte Richtlinien für die Abgabe von Spinnstoffwaren er- lassen. In ihnen sind auch einige für die Verbraucher wichtige Hinweise enthalten. Gebrauchte Spinnstoffwaren, d. h. durch längeren Gebrauch abgenutzte, sind von der Bezugscheinpflicht und Kleiderkartenpflicht ausgenommen. Ihr 23er» 'auf an die Verbraucher unterliegt daher keinen Be- schränkungen. Es ist auch im zweiten Bewirtschaftungsjahr zulässig, daß ein Verbraucher das gonge Jahr über seine Punkte aufspart, etwa um sie erst kurz vor Ablauf der Gültigkeitsdauer der Karte zu Anschaffungen zu verwenden. Den Verkaufsstellen ist es nach wie vor untersagt, die Karteninhaber zu veranlassen, fällige Kartenabschnitte zu nicht unbedingt notwendigen Anschaffungen aufzubrauchen. Auch im zweiten Bewirftchaftungsjahr soll mit den Spinnstoffvorräten sparsam umgegangen werden. Die Reichskleiderkarte soll nur den tatsächlich auftretenden Ergänzungsbedarf des Verbrauchs an Bekleidungsgegenständen sicherstellen. Es ist ftreng verboten, Abschnitte der Reichskleiderkarte vor dem auf ihnen aufgedruckten Fälligkeitsterminen anzuneymen und dafür den Verbrauchern Ware auszuhändigen. Wie im ersten Bewirft chaf tungs fahr gelten hiervon aber Ausnahmen. Beim Verkauf solcher Waren, die mindestens 40 Punkte erfordern, kann bei der Männerkarte auf 44 besonders gekennzeichnete Abschnitte vor deren Wer darf bei Fliegeralarm in der Wohnung bleiben? Die Durchführungsbestimmungen zum Luftschutz- gesetz legen verbindlich fest, daß jeder den Luftschutzraum aufsuchen muß, wenn Fliegeralarm ertönt. Nur notgedrungen ist die Einschränkung gemacht worden, daß Säuglinge, Schwerkranke und andere Personen, die den Luftschutzraum nicht aufsuchen können, in ihrer Wohnung verbleiben dürfen. Es ist nicht zu bestreiten, daß sie damit mehr gefährdet sind als die anderen Hausbewohner. Niemand sollte deshalb diese Möglichkeit großzügig aüsnutzen. Wer schon gezwungenermaßen in der Wohnung bleiben muß, wenn die Sirenen heulen, soll sich, wie der Reichslufftchutzbund mitteilt, über folgendes klar sein: Am gefährlichsten ftt der Aufenthgtt an den Fenstern und in deren Nähe. Splitter und Luftdruck sowie Scherben der Glasscheiben gefährden ihn stärkstens. Man soll auch nicht, soweit möglich, in der Mitte des Zimmers bleiben, weil hier die Tragkraft der Decke am geringsten ist. Man soll vielmehr in der Ecke des Zimmers das Ende des Luftangriffs abwarten, die möglichst weit nach innen liegt. Grundsätzlich ist auch solchen Zimmern der Vorzug zu geben, die an den inneren Umfassungswänden, also an den Brandmauern gelegen sind. Bei einem Volltreffer bleiben diese Stellen des Hauses am ehesten verschont. Die Altersgrenze im Luftschuhdienst. An das Präsidium des Reichslufftchutzbundes wandte sich eine über 60 Jahre alle Frau, die erklärte, sie fühle sich kränklich und nicht mehr in der Lage, in ihrem Wohnhause den Luftschutzdienst mitzumachen. Ihre Frage, wer sie von dem Dienst befreie bzw. wo sie sich abmelden müsse, wird vom Präsidium des RLB. in der „Sirene" mit folgenden aufklärenden Feststellungen beantwortet: Gewiß sollen Personen, die infolge ihres Lebensalters oder ihres Gesundheitszustandes ungeeignet erscheinen, zu persönlichen Diensten im Luftschutz nicht herangezogen werden. Die Feststellung aber, ob der einzelne für den in Frage kommenden Einsatz ungeeignet ist, kann nicht seinem Ermessen überlassen den Veden bis zu Meister Eckhart und Jacob Böhme alle Gottsucher und Naturbeseeler erlebt haben. Aber nicht m dem gedanklichen Ausdruck, sondern in der visionären Gestaltung dieses Erlebnisses liegt seine Größe. In einem wundervollen Gleichnis hat er einmal die völlige Verinnerlichung seiner Menschenschilderung erklärt: „Wenn em Vogel auf der Spitze des äußersten Baumzwelges sitzt, so erlebt er nur die Bewegung dieses Zweiges. Rückt er tiefer hinein auf den Ast, so umfaßt er die Bewegungen von hundert Zweigen und schwankt doch nur wenig. Wählt er aber seinen Platz tm Kronen-Jnnern, hart am Stamm, so erlebt er die Bewegungen des ganzen Baumes und wird selbst nicht mehr erschüttert. Noch mehr wie diesem Vogel geschieht einem Menschen, der bis in die Xieye seiner Seele sinkt." Das ist das Geheimnis der Schöpfung Stehrs, daß er tief in feine Seele hm- abgeftiegen ist und hier das „unbezeichenbare Wesen" gefunden hat, „das wir in uns Seele, außer uns Gott nennen". f , Als Naturalist begann er. Als Psychologe unter dem Einfluß Hauptmanns schilderte er schlesische Menschen von dumpfer Schwermut, dämonische Konflikte, die ins Krankhafte hineinragen. Schon hier ein Ringen mit den „dunklen (Bemalten in unserem Herzen und Hirn" xu symbolischer Große sich aufbäumend, aber kein Ausweg, kein Aufblick, tragisches Erliegen, heroisches Untergehen. In dem Eheroman der unverstandenen Frau „Leonore Griebel ill dieser psychologische Realismus am feinsten durchgebildet, entfernt sich aber zugleich am weitesten von seiner Eigenart. Im „Begrabenen Gott" ist das Eheproblem schon viel mehr ms Elementare, Ewige verlegt, zur grausigen Tragik gesteigert. Ueberall bei Stehr öffnet sich, wie es in einer seiner Frühnovellen ausgedrückt ist, „em Spalt in der Wand der Zeit". Die Seele, die der eigentliche Held aller seiner Geschichten ist, reckt sich über da-; Diesseits hinaus ins Unendliche, langt nach Himmel und Sternen, sucht nach Gott und Ewigkeit. Das Ueberirdische, das Mychftche, das Verklarte, dieser .altdeutsche Zug" des schwärmerischen Aufschwungs über alle Wirklichkeit, dieser eigentliche Stehr-Klang, der in den ersten Novellen und den folgenden Romanen noch verworren und vereinzelt tönt, er entfaltet sich zuerst in seinen „Mythen und Märe n", die vielleicht die reinsten Kunstwerke sind, die er geschaffen, in der volkstümlichen stillen Schlichtheit der „Geschichte pom Rauschen, „Liebe dumme Mama." Es ift nicht nur im Film gelegentlich so, daß mit vertauschten Rollen gespielt wird und daß die Kinder es übernehmen müssen, ihre Eltern sicher durchs Leben zu bugsieren. Schönen Frauen, die früh allein gelassen wurden, soll es hin und wieder schwerfallen, den Schmeicheleien netter junger Männer zu widerstehen, auch wenn eine Heranwachsende Tochter ihnen den Maßstab böte, das eigene Alter in jedem Augenblick unwiderlegbar festzustellen. Aber auch für sie kommt die Stunde, wo es auch ihnen nicht mehr länger verborgen bleibt, daß sie nun einmal in die Reihen der Mütter aufgerückt sind, denen es besser ansteht, eine Tochter zu verheiraten, als selbst noch jungen Männern das Herz zu verdrehen. Und dann ist es hübsch anzuschauen, wenn die noch so lebenshungrige „lustige Witwe" sich in dieser neuen Rolle mit so viel Grazie und Her- zenstakt zurechtfindet wie Leopoldine Konstantin in diesem zwar von neuen Ideen nicht gerade übersttömenden, aber reizend gemachten Film, der Luise Ullrich Gelegenheit gibt, sich als rechte Kratz, bürste von einem höchst resoluten, von seiner pädagogischen Aufgabe zutiefst durchdrungenen Töchter- lein auszuweisen, dem man erst, wie es hier geschieht, Friseur und Schneiderin . aufs Zimmer schicken muß, um zu fehen, daß es ein junges Mädchen ist, und noch gar nicht mal ein so Häßliches, wie es selbst bis Dato immer angenommen hat. Und damit fällt dann auch die Maske burschikoser Verkrampfung. Der junge Mann, der zwischen Mutter und Tochter nicht recht ein und aus wußte — hier ist es Hermann T h i m i g, ein sehr flotter und redegewandter Herzensbrecher, dem man den Musteragrarier kaum glauben mag — spürt, nach welcher Seite sein Pendel ausschlägt. Und um alle Komplikationen in Wohlgefallen aufzulösen, findet sich schließlich auch für den Verzicht der „lieben, dummen Mama" die Belohnung. Es scheint, als ob der alte Gutsherr, den Gustav Walüvw mit bezauberndem Eh arme zu einem Kavalier alten Stils macht, an ihr Gefallen gefunden hat und sie glücklich machen wird. Der unglückliche Hoteldirektor hat das Nachsehen, ihn spielt Theo Lingen mit erheiternder Komik. In kleineren Rollen Paul Henckels und Otto Wernicke. Dr. Fr. W. Lange. Kraftfahrzeuge mit Tarnscheinwerfern. Durch bie Verordnung über die Ausrüstung der Kraftfahrzeuge mit Wehrmacht-Tarnscheinwerfern vom 30. Dezember 1939 ist bestimmt worden, daß die von der Verordnung betroffenen Kraftfahrzeuge spätestens am 1. Oktober 1940 mit dem Wehrmacht- Tarnscheinwerfer ausgerüstet sein müssen. Der Reichsverkehrsminister hat nunmehr in Nr. 40 des Reichs-Verkehrs-Blattes, Ausgabe B, bestimmt, daß an Stelle des Wehrmacht-Tarnscheinwerfers auch die Tarnvorrichtung Bauart Bosch verwendet werden darf. Letzteres gilt aber nur für die rotbewinkel- Fälligkeit vorgegriffen werden. Das gleiche gilt für die zur Herstellung dieser Waren benötigten Stoffe nebst Futter. Ein entsprechender Vorgriff auf 33 Abschnitte ist bei der Frauen-, Knaben- und Mädchenkarte beim Kauf solcher Waren möglich, die mit mindestens 30 Punkten bewertet sind; ebenso kann auf 22 Abschnitte der Kleinkinderkarte für Waren oorgegriffen werden, die mit mindestens 20 Punkten bewertet sind. Auch hier gilt jeweils das gleiche für die zur Herstellung der Waren benötigten Stoffe nebst Futter. Bei der Männerkleiderkarte darf zum Kauf eines Wintermantels ober des dafür benötigten Stoffes nebst Futter ab 1. Dezember 1940 außerdem auf die nicht besonders gekennzeichneten, ab 1. März 1941 gültigen Punkte vorgegriffen werden. Jeder Verbraucher kann aber auch abwarten, bis eine ausreichende Anzahl von Abschnitten seiner Reichskleiderkarte gültig geworden ist, um sodann das benötigte Kleidungsstück ohne Vorgriff zu kaufen. Der handelsübliche Umtausch verkaufter Waren ist nach wie vor gestattet. Er ist aber wiederum auf Waren gleicher Art und für den Bedarf desselben Karteninhabers beschränkt. Es ist also nicht gestattet, z. B. einen auf Männerkarte eingekauften Artikel gegen einen solchen der Frauenkarte umzutauschen. Das Reservieren von bezugsbefchränkten Waren ist nur gegen Abgabe des Bezugscheins oder gegen Abtrennung der Punkte, die bereits fällig sind, zulässig. Länger als vier Wochen dürfen bezugsbeschränkte Waren nicht zurückgelegt werden.— Söckchen.für Frauen, Knaben und Mädchen bleiben punktpflichtig. Zum Unterschied gegen das erste Bewirtschaftungsjahr wird aoer ftir sie die Abgabe eines Bezugsnachweises (Kontrollabschnitts) nicht mehr verlangt. verschwenden ihre Zeit. Pünktlichkeit ist im menschlichen Leben einfach eine Pflicht. Dazu müssen wir die Kinder und — wenn nötig — auch die Erwachsenen erziehen. 4 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Radfahrer > mit 39 gebührenpflichtigen und 4 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Fußgänger mit 2 Anzeigen und 2 gebührenfreien Verwarnungen. Aus der engeren Heimat. Strenge Verdunkelung auch auf dem Lande- Die dringende Notwendigkeit des Luftschutzes auch auf dem Lande ist von den zuständigen Stellen schon immer betont worden. Wer auf dem Lande nicht recht daran glauben wollte, ist wohl in der letzten Zeit eines andern belehrt worden durch die wahllosen Bombenabwürfe der Briten. Es ist dringend notwendig, daß auch auf dem Lande die Verdunkelung streng gehandhabt wird. Diese Verdunkelung muß in feder, selbst der kleinsten und abgelegensten Landgemeinde und in jedem Einzelgehöft peinlich durchgeführt werden. Namentlich jene Personen, die bei Licht Arbeiten im Stall verrichten, haben besonders darauf zu achten, daß aus dem Stallfenster oder aus der Stalltüre keinerlei Lichtschein nach außen fällt. Der einzelne möge bedenken, daß jede Lichtquelle, auch auf dem Lande, dem Feind als Orientierung dienen und für die Landbevölkerung Ursache großen Schadens werden kann. Regimenisappell des ehem. Kes.-Znf.-Regt. 224 in Friedberg. Am vorigen Sonntag fand in Friedberg ein Regimentsappell des Referve-Änfantevie-Negiments 224 statt, das bei Ausbruch des Weltkrieges aus thüringischen Stammtruppenteilen zusammengestellt war, dann aber zahlreichen Ersatz aus Hessen-Darmstadt und Hessen-Nassau bekommen hatte. Etwa 60 Kameraden (darunter zwei Offiziere: Runne und Lind) hatten sich mit chren Familienangehörigen eingefunden. Namens des Kameradschaftsführers begrüßte der stellv. Kameradschaftsführer, Mühlenbesitzer Karl Zimmer aus Oberursel, die alten Regimentsangehörigen und Gäste und gedachte der im Weltkriege und im jetzigen Kriege gefallenen und der inzwischen verstorbenen Kameraden, darunter auch des in Gießen verstorbenen Lt. d. R. Georg Krüger. Der Sprecher der Friedberger Kameraden erinnerte an den Friedberger Regimentsappell im Jahre 1938 und wies darauf hin, daß die 224er stets in Leid und Freud Treue und Kameradschaft gehalten hüten, und viele von chnen wiederum dem Ruf des Führers gefolgt feien uni) noch gerne folgen würden. Darauf hielt Kamerad Zimmer einen Vortrag über wichtige Abschnitte der Regimentsgeschichte vor 25 Jahren. Seine fesselnden Ausführungen stützten sich auf die amtlichen Be- .richte und Befehle und ließen tiefgründiges Eindringen in das Quellenmaterial erkennen. Eine Veröffentlichung würde im Sinne der Kameraden liegen. Anschließend zeigte Kam. Zimmer einen Kameradschaftsfilm über die Friedberger Wiedersehensfeier im Jahre 1938. Der Oktoberappell findet am 13. Oktober in Offenbach a. M. statt. Ld. Ratsherren-Sitzung in Schotten. * Sch otte n, 12. September. In der gestrigen Sitzung der Ratsherren wurden die im kommenden Herbst oorzunehmenüen Straßenbau-, Wegebau- und sonstigen städtischen Arbeiten besprochen. Die Pflasterung der Marktstraße wird fortgesetzt, die Pflasterung der Kirchstraße und Ludwigstraße wird vorgesehen. Auch die Erbsengasse erhält Pflaster. Zuvor müssen die alten Wasserleitungsrohre ausgewechselt werden. Nach Eintreffen der neuen Rohre wird mit den Arbeiten begonnen. Der Taubenweg, Wea über Bockzahl, Weg nach dem Haus Hubertus und andere Strecken in der Stadt werden gedeckt. Auch der städtische Friedhof wird eine vollkommene Splitteindeckung erhalten. Der Kindergarten bekommt einen neuen Anstrich. Die Anschaffung einer Großlautsprecheranlage wird der hohen Kosten wegen gegenwärtig zurückgeftellt, die Einsparung soll dem HJ.-Heim zugute kommen. Dem Walowirtschaftsplan 1941 wird zugestimmt. Diebe und Hehler festgenommen. LPD. Mainz, 12. September. Wegen Dieb- tahls und Hehlerei wurden drei Personen e st genommen. Bei dem beschlagnahmten um- angreichen Diebesgut handelt es sich um Auto- ersatz- und Zubehörteile, die der Kriegswirtschaft unterliegen. Personen, die in der letzten Zeit derartige Sachen in nicht regulären Geschäften gekauft haben, werden aufgeforüert, sich bei der Mainzer Kriminalpolizei zu melden. 3100 Mark verloren. * Wetzlar, 12. Sept. Auf einem längeren Wege durch die Stadt verlor ein Angestellter einer Wetzlarer Firma einen braunen Lederbeutel mit dem nicht alltäglichen Inhalt von 510 0 R M. Wer der Finder ist und ob er sich gemeldet hat, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Arankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Sept. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41,5 bis 42,5, c) 36 bis 37,5, Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39,5 bis 40,5, c) 35,5, Kühe a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 32 bis 34,5, d) 20 bis 25, Für- sen a) 42,5 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) ß4 bis 36,5, d) 27 bis 28, Kälber a) 65 bis 70, b) 57 bis 59, c) 48 bis 50, d) 35 bis 40, Hümmel b2) Weidemaft- hämmel 48 bis 51, c) 42 bis 44, Schafe a) 44, b) 38 bis 40, c) 15 bis 32, Schweine a) 58, bl) 58, b2) 58, c) 57, d) 54, e) 52, gl) Sauen 58. Marktverlauf: Alles zugeteilt. Zugendfußball der Gp.-Vg. 1900. Die 1. Jugendmannfchaft der Blauweißen trägt am kommenden Sonntag ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Jugendmannschaft des Sportvereins „Teutonia" Watzenborn-Steinoerg aus. Die Blauweißen, die zur Zeit über eine starke Jugendmannschaft verfügen, treffen auf eine technisch ausgezeichnete Mannschaft, die schwer zu schlagen ist. Da mit einem spannenden Kampf zu rechnen ist, der erst mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters entschieden sein wird, ist eine Vorhersage über den Spielausgang schlecht zu treffen. Die 2. Jugend ist spielfrei. Wieder gegen Italiens Leichtathleten. 3. Leichtalhlelik-Länderkamps Deutschland — Italien in Turin. . Am Samstag und Sonntag ist Turin der Schauplatz dieses neuen Treffens, bei dem die Italiener versuchen werden, ein günstigeres Ergebnis als anfangs August auf deutschem Boden zu erzielen. Die Italiener haben sich durch einige Spezialkurse auf den Kamps-gegen Deutschland besonders sorgfältig vorbereitet, anderseits kommt Deutschland mit seinen bewährten Athleten, die erst am vergangenen Wochenende in Helsinki neuen Ruhm einheimsten. In Stuttgart gewannen die „azzurri“ von 19 Wettbewerben nur drei, das Punktergebnis lautete 104:74 zugunsten Deutschlands. Diesmal dürfte das Ende wohl etwas knapper sein, aber an einem deutschen Gesamtsieg ist kaum zu zweifeln. Höhepunkte der Turiner Begegnung werden auch diesmal die Kämpfe zwischen Harbig und Lanzi über 400 und 800 Meter sein. — Folgende Mannschaften sind gemeldet: 100 Meter: Mellerowicz, Kersch (Deutschland); Monti, Gritti (Italien). — 200 Meter: Mellerowicz, Scheuring (D.); Monti, Gonellf (I.). — 400 Meter: Harbig, Wieland (D.); Lanzi, Ferrassutt (I). — 800 Meter: Harbig, Brandscheit CD.); Lanzi, Do- rescenzi, Donnini (§.). — 1500 Meter: Kaindl, Giesen CD.); Bertocchi, Colombo, Vitale (I.). — 5000 Meter: Eitel, Eberlein CD.); Beoiacqua, Mastro- ienni (I.). — 10 000 Meter: Syring, Haushofer (D.); Beviacqua, Bianchi (I.). — 110-Meter-Hürden: Becker, Leitner (D.); Caldana, Eritale (I.). — 400-Meter-Hürden: Dr. Mayr, Brand (D.); Co» lautti, Fantone (I.). — Weitsprung: König, Luther CD.); Maffei, Pederzani (I.). — Hvchsprung: Nacke, Schlegel CD.); Campagner, Donadoni (I.). — Dreisprung: Gleim. Mähnert (D.); Bettaglio, Pieracei (I.). — Stabhochsprung: Glötzner, Haunzwickel CD.); Boscutti, Romeo (I.). — Kugelstoßen: Trippe, Bongen CD.); Bertocchi, Pro fett (I.). — Diskuswerfen: Trippe, Wotapek CD.); Biancani, Confo- lini, Oberweger (I.). — Speerwerfen: Berg, Loose (D.); Rossi, Fucafsina (I). — Hammerwerfen: Storch, Mask (D.); Cantacalli, Taddia (I.). — 4X100 - Meter: Bönecke - Mellerowicz - Scheuring - Kersch CD.); Mari am-Grittt-Gonelli-Monti (I.). — 4X 400-Meter: Ahrens • Linnhoff - Wieland - Harbig CD.); Donnini-Ferrassutt-Missoni-Lanz'i (I.). Fußboll-Länderkampf Slowakei — Deutschland. In Preßburg tritt am nächsten Sonntag die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum dritten Lün- derkampf gegen die Slowakei an. Bei der ersten deutsch-slowakischen Begegnung in Preßburg gab es einen überraschenden 2:0-Sieg der Gastgeber, die dann im Rückspiel in Chemnitz mit 3:1 geschlagen wurden. Diesmal steht eine starke deutsche Elf im Feld, der u. a. Janes, Hahnemann und Conen angehören; da wird natürlich ein deutscher Sieg erwartet. Schiedsrichter fft der Italiener S c a r p i, der es mit folgenden Spielern zu tum haben wird: Deutschland: Jahn (Berliner SV. 92) oder Zöhrer (Austria Wien); Janes (Fortuna Düsseldorf), Moog (Eintracht Frankfuit) oder Billmann (Nürnberg); Zwolanowski (Fortuna Düsseldorf), Dzur (Dresdner SC.), Männer (Hanvoer 96); Eppenhoff (Schalke 04), Hahnemann (Admira Wien), Conen (Stuttgarter Kickers), Riegler (FC. Wien), Jelinek (Wiener SC.) oder Durek (FC. Wien). Slowakei: Reimann (Sparta Waagbystritz); Vanak, Rado (beeide SK. Preßburg); Kovac, Po- rubski, Chodak (alle SK. Preßburg); Bolcek (Tyr- nau), Bielek (SK. Sillein), Földes, Arpas, Luknar (alle SK. Preßburg). Eibelshausen — LandgrafPhilipp-Denkmal — Hirzenhain — Nanzenbach — Dillenburg. Wir fahren mit dem Frühzug über Dillenburg nach Eibelshausen und gehen von hier auf guter Landstraße, unterwegs hübsche Blicke ins Dietz- höztal ußd auf die es begrenze»Len Berge genießend, nach Simmersbach,'um von hier am Ende des Dorfes nach links hochzusteigen. Bald erreichen wir am Ostabhang des aussichtsreichen Staffelböll die Philippsbuche und das Landgraf-Philipp-Denk- mal, die beide der Erinnerung an die aus fünfjähriger Gefangenschaft erfolgte Rückkehr Philipps des Großmütigen dienen. Weit schweift von hier oben der Blick über die Höhen des Schelder Waldes und nach den Hinterländer Bergen. Das Dorf rechts lassend, steigen wir abwärts und treffen im Tal weiße liegende Kreuze, die uns durch Wald und Heide nach dem 530 Meter hoch liegenden Hirzenhain, bekannt durch seinen Segelflugplatz, führen. Der weitere Weg bringt uns durch das enge, reizende Wiefentälchen des Merbachs nach dem schön gelegenen Nanzenbach und hierauf durch das anmutige, vielfach gewundene Nanzenbachtal nach unserem Endziel Dillenburg. Die Wanderung erfordert 4Vz Stunden. Abrudern der &Ji&. Die Frauenabteilung der Gießener Ruder-Gesellschaft hielt dieser Tage anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens — sie ist am 25.5.1930 gegründet worden — eine schlichte Feier ab. Dabei gab der Vereinsführer, Studienrat Scharmann, einen Rückblick auf die Entwicklung der Frauenabteilung und ihre wechselnden Erfolge. Er^röürdigte die Verdienste der Abteilungsleiterinnen, die es immer wieder verstanden hatten, die weibliche Jugend für den Rudersport zu begeistern. Heute umfaßt die Frauenabteilung 40 Mitglieder. Den beiden Mitgliedern, die bei der Gründung vor 10 Jahren schon dabei waren, Frau Dr. med. Kalbfleisch und Frl. Toni Geilfuß, überreichte der Vorsitzende je ein Bild vom Bootshaus mit einer entsprechenden Widmung für die der GRG. bewiesene Treue. Die GRG. wird am kommenden Sonntag eine interne Jugendregatta durchführen, die als Abrudern gilt. Dabei werden 7 Rennen ausgefahren, ein Doppelzweier, ein Einer, vier Vierer und ein Achter. Als Rahmenveranstaltung wird ein Wett- rudern zwischen einem Achter der setzt in der Hebung gebliebenen Jugend gegen einen solchen von älteren Rennruderern, die sich im Urlaub befinden, und voraussichtlich ein Vierer mit beschränkter Schlagzahl der Frauen ausgefahren. Mit der Regatta wird ein Appell der Jugend verbunden sein, die dabei durch den Vereinsführer für die Beteiligung an der Sammlung für das Kriegs-WHW. am 21. und 22. September verpflichtet wird. Beginn der Meisterschaftsspiele im Handball. Es war ursprünglich vorgesehen, die Meister- chaftsspiele der Bereichsklasse im Handball erst am 29. September zu starten. Inzwischen ist von den zuständigen Stellen die Weisung ergangen, daß bereits am 15. September begonnen werden soll. Der für die Staffel Gießen verantwortliche Staffelleiter hat fürs erste folgenden Spielplan aufgestellt: Tv. Lützellinden — Tv. Hochelheim, Tv. Katzenfurt — To. Kirch-Göns. Die Mannschaften von Hörnsheim, Garbenheim,. Dornholzhausen und Mtv. Gießen bleiben für andere Aufgaben frei. Wandervorschläge für den Sonntag. 9 Jl.-Sport Krofdorf — Daldhaus — Kirchvers — Lubach — Gladenbach. Von Krofdorf, wohin wir das Postauto benutzt haben, führen uns blaue Stricke durch das liebliche waldumsäumte Fohnbachtal aufwärts am Forfchaus Waldhaus vorbei durch schönen Waldbestand, an dessen Ausgang sich eine prächtige Aussicht erschließt, nach Kirchvers. Wir durchschreiten das breite Verstal, nunmehr roten Punkten folgend, kommen an Altenoers vorüber durch Rollshausen, hierauf durch das enge Tälchen der Subach zwischen Treisberg und Lohrer Kopf nach Mornshausen an der Salzböde. Hier treffen wir rote Kreuze, die uns auf den Kirchberg führen, von dessen Adolf-Hitler- Turm wir einen entzückenden Rundblick genießen. Wir sehen u. a. den Dünsberg, die Koppe, den Treisberg, die Alberge mit dem Hünstein, den Burgwald, Amöneburg, Frauenberg und Lollarer Kopf. Namentlich fesselt der Blick auf das am Fuße des Berges ungemein reizvoll liegende Städtchen Gladenbach, das wir alsbald auf mehrfach gewundenem Wege erreichen, um von hier über Nieder- Walgern heimzufahren. Wanderzeit 4Vt Stunden. Es fft naturgemäß schwer, zu Beginn über die Aussichten der Teilnehmer zu sprechen. Zwar fft der überwiegende Teil aus den zurückliegenden Rundenfpielen bekannt und deshalb auch ohne weiteres in irgendeiner Form zu bewerten. Vollkommen neu ist aber die Spitzenmannschaft des Kreises Friedberg, der Tv. Kirch-Göns, der seit langer Zeit erstmalig wieder in das Spielgeschehen der höchsten Klasse eingreift. Es kann angenommen werden, daß sie solides Können mitbringt und manche unserer heimischen Mannschaften vor schwere Aufgaben stellen wird. Katzenfurt, das den Auftakt macht, wird es nicht leicht haben, gleichen Schritt zu halten. Die Mannschaft muß, wenn sie einigermaßen günstig abschneiden will, sich svfort entsprechend einstellen und darf sich unter keinen Umständen abwartend verhalten. Am Samstagabend stehen sich bereits in lützel- linden und Hochelheim zwei alte Bekannte gegenüber, 'die oft schon mit wechselndem Erfolg miteinander gekämpft haben. Sie werden sich auch diesmal wieder ein schönes Spiel liefern. Handballwerbeturnier in Hochelheim. Zum erstenmal Fraueuhandball im Bezirk Gießen. Eine Veranstaltung, wie sie in derartigem Umfange noch nicht zum Austrag kam, bringt der Tv. Hochelheim zur Durchführung. Durch Vermittlung des Bezirksfachwarts treffen sich in Hochelheim die Mannschaften aus Hörnsheim, Garbenhsim, Dornholzhausen, Grüningen, Lang-Göns und Dutenhofen, also mit die fpielstärksten Einheiten des Bezirks. Die Veranstaltung soll vor allem einen Einblick in die tatsächliche Spielstärke der Spitzenmannschaften vermitteln. Keiner würdigeren Gemeinschaft als aera'de dem Tv. Hochelheim konnte eine derartige Leistungsschau übertragen werden. Es wäre müßig, heute schon Untersuchungen über den vermutlichen Turniersieger anzustellen. Gewinnen kann nur d i e Mannschaft, die die Eigenarten eines Kurzturniers beherrscht und die es versteht, sich sofort mit ihrer ganzen Stärke einzuschalten. Mit dem Turnier verbunden fft das erstmalige Auftreten von drei Frauenmannschaften (Hochelheim, Dutenhofen und Lang-Göns), die, wenn es sich auch noch um die ersten Anfänge handelt, zweifellos zur Bereicherung der Veranstaltung beitragen. Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 11. Kapitel. Der letzte Besuch Dietmuthe Röhls bedeutet für Hans Bergholz den Dammbruch seiner Hemmungen. Er läuft in fast alle Vorstellungen, in denen sie singt. Immer kommt beim ersten Ton ihrer Stimme die selige Entspannung über ihn. Er taucht in die kristallklare Flut ihres Gesanges und saugt mit allen Poren, mit jedem Nerv unendliche Süßigkeit in sich hinein, verliert sich ganz darin, wie der Opiumraucher in den Wonnen seines Rausches. Rausch ist ihm ihr Gesang. Oft meint er ihre Stimme am meisten zu lieben. Sie ist es, die ihn für kurze Zeitspannen restlose Beglückung schenkt und ihn vorübergehend über anderes Begehren hoch erhebt. Dann kann er bittere und beschämende Erkenntnisse vergessen, die sich ihm in schlimmen Stunden aufdrängen. Er fühlt, Dietmuthe Röhl nimmt ihn nicht ernst. Sie ist daran gewöhnt, daß Männer von ganz anderer Bedeutung ihr huldigen. Mit ihm treibt sie ein lässig-frivoles Spiel. Der Bankier Heidenreich bleibt ihm gegenüber kalt und zugeknöpft, behandelt ihn von oben herab. Zuweilen glaubt er ihm hinter die starre Maske zu sehen und unter der zur Schau getragenen Würde und Gemessenheit, der wortkargen ueberlegenheit eine gewisse Hilflosigkeit zu erkennen. Manchmal kreuzen sich ihre Blicke wie feindliche Klingen. Dieser grauköpfige Geldmann hält es offenbar für stillos, eifersüchtige Regungen zu zeigen Bergholz aber hat ihn in Verdacht, daß er ihn bespitzelt — und zwar durch die Springer. Auch die ist käuflich ... Warum sollte sie es nicht sein, wenn eine Dietmuthe es ist? Das Verhältnis der beiden Frauen zueinander ist undurchsichtig. Die Untergebene und Vertraute hat viel Einfluß auf die launische, verwöhnte Diva, die auch die Springer zuweilen tyrannisiert. Manchmal aber scheint es, als fürchte sie diese. «Die Person weiß zuviel von der schönen Frau Schreibenden und denkt über die Bemerkungen nach, die er eben von ihm hörte. Es ist wohl zumeist Ge- »— er mag den Zeitungsschreiber nicht. Alle enschen, mit denen er jetzt häufig zusammen ist, sind ihm gleichgültig und lästig. Dennoch muß er sich ihnen zugesellen, weil sie in einem lockeren Verkehr mit Dietmuthe Röhl stehen — denn zu einem Alleinsein mit ihr kommt es nicht; zum mindesten ist die Springer in der Nähe. Sein Unbehagen hat auch darin den Grund, daß sich chm in dem eben Gehörten und seiner eigenen kurz zuvor gemachten Beobachtung eine gewisse Uebereinftimmung zeigen will. In dem schillernden Wesensbilde der Frau, die er hemmungslos bewundert, wird ein Zug sichtbar, der die Harmonie stört. Dietmuthe geldgierig? ... Dies zu denken, verstimmt ihn tief, denn er will keine Ernüchterung. Er will den Rausch! Will ihn, trotz mancher bitteren Erfahrung. Er hat begriffen, daß Dietmuthes gelegentliche Einladungen nicht immer ernst zu nehmen sind, und sie sich trotz dieser verleugnen läßt. Oesters tauchen neue Erscheinungen in ihrer Nähe auf und verschwinden wieder; es ist ein fortwährender Wechsel der Personen um sie. Sie braucht immer wieder neue Gesichter, die bekannten langweilen sie bald. Er erlebt es mit, wie sie mit strahlender Liebenswürdigkeit Menschen zu sich heranzieht, neue Beziehungen knüpft und achtlos wieder löst. Hundertmal hält er sich vor, daß ihr auch an ihm nicht das Geringste liegt; wünscht manchmal selbstquälerisch, sie möchte es ihm unmöglich machen, sich weiter in ihrer Nähe zu zeigen. Das zerreibt ihn ja! Immer die zerstreute, oberflächliche Liebenswürdigkeit! Aber zuweilen klingt dann wieder ein Ton bei ihr an, der ihn bis zur Besinnungslosigkeit beglückt und alles vergessen macht. Wie ein Suchen nach Verständnis klingt es darin und manchmal auch wie ein lässiges, spielerisches Sichverschenken. — In diesen Wochen geht er allen häuslichen Auseinandersetzungen aus dem Wege und hat sich an- gewöhnt, das Abendessen allein in seinem kleinen Arbeitszimmer einzunehmen. Wenn er daheim ist, verbringt er auch dort den Abend bei seinen Schreibarbeiten. Er hat zu seiner Entlastung einen jungen Assistenten angenommen und geht auch öfters am Tage fort Bergholz weiß, daß von feiten seiner Schwieger- kllern auf Erna eingeredet wird, ins. Etternhaus zuruckzukehren. Er wartet mit zunehmender Nervosi- tät, daß es geschehe. Die letzte Auseinandersetzung mit seinem Schwiegervater bewahrt ihn anscheinend vor unliebsamen und zwecklosen Wiederholungen. Man hat ihm die Tür gewiesen — damit bleibt sie für ihn zugesperrt. Auch Frau Gehrke muß nach verschiedenen vergeblichen Versuchen, wieder Frieden zu stiften, ihre Mission als gescheitert ansehen. Es will ihr nur schwer erngehen, daß der Riß unheilbar ist. Ihre Tochter oder sagt: „Ich werde doch nicht vor diesem Weibe weichen? ... Ich behaupte meine Rechte! Ich bin seme Frau! Er wartet ja nur darauf, daß ich das «V? verlasse, aber den Gefallen tue ich ihm nicht" Als Erna auf diesem Standpunkt beharrt, unternimmt Frau Gehrke nochmals einen Versuch, den Zerfall der Ehe aufzuhalten. Bergholz bemeiftert nur mühsam seine Ungeduld bei ihrem törichten Gerede, und muß an sich halten, um nicht grob zu werden. „Erna mag tun und lassen, was sie will; mag gehen oder bleiben, ich hindere sie nicht Aber ich verlange, daß man mich in Ruhe läßt!" sagt er sck)ließlich. „Aber Hänschen, wie konntest du dich bloß so o^oern? Wer hätte ahnen können, daß ein so rück- sichtsloser Egoist in dir steckt? ... Aber wohin soll denn das führen? Du mußt doch endlich mal wieder zur Vernunft kommen und das Verhältnis mit dem Frauenzimmer lösen!" . Er sieht sie wütend an. „Ihr seid alle von einem sehr komischen Irrtum befangen. Und auch darüber wie es zwischen Erna und mir geworden ist scheint lt>\ "Eg im unklaren zu sein. Sie selbst hat jedes gute Gefühl für sie bei mir ausgerottet, hat es so lange getrieben, bis ... nun, sie hat den Teufel ‘ 9ema.^- Jetzt ist daran nichts zu ändern, und ich habe es satt, darüber zu reden. Aber ich w ederhole noch einmal, und du kannst es an Eides Statt nehmen , setzt er sehr bestimmt und jedes Wort betonend hmzu: „Es besteht zwischen Frau Röhl mJ$t pos, was du eben mit dem Worte ^rhaltnis bezeichnetest! Ich verehre und bewundere sie als Künstlerin und als schone, intereffante Frau, oon beren Persönlichkeit ihr eine unzureichende und fa fdje Vorstellung habt. Ich genieße den Vorzug, öfters mit ihr im Kreise ihrer anderen Bekannten zusammenzusem, sehe sie häufig und gern auf der olles. Und ietzt mochte ich endlich zum letztenmal darüber gesprochen haben!" (Fortsetzung folgt) mit der unzerstörbaren Jugend", sagt einmal zu ihm "'ittor Bock, den er öfters in dem Kreise derer um etmuthe trifft. Sie sitzen zusammen im Hinter- inde eines kleinen Zimmers, das einen Durchgang zwischen zwei größeren Räumen bildet, zu denen die Flügeltüren offenstehen. In einem drehen sich Paare zur Radio-Tanzmusik, in dem anderen wird gespielt. Doktor Bock schreibt beim Licht einer Stehlampe an einem Artikel für seine Zeitung. Ohne von den Blättern aufzusehen, fährt er fort: „Die Röhl hat ein bewegtes Leben hinter sich, das wiederholt zu Entscheidungen vor den Richtern mit Eiden und dergleichen führte. Da wurzelt wahrscheinlich die Macht der Springer, der fischäugigen Schleicherin. Sie soll erst die Festung sturmreif gemacht haben, die der Bankier Heidenreich lange vergebens belagerte. Dem Alten wird diese Freundschaft teuer. Na, er kann sich's leisten. Geheiratet kann nämlich nicht werden, denn die letzte, sehr abenteuerliche Ehe der Röhl soll nicht geschieden sein. Aber schließlich wird auch sie daran denken müssen, sich für die Zukunft zu sichern, wenn sie sich auch vielleicht noch eine Weile ihren Glanz zu erhalten weiß ..." Bergholz lehnt sich zurück und blickt zum Neben- raum hin. Er kann oon seinem Platz aus einen Lichtwiderschein in Dietmuthes Haar schimmern sehen — und er will auch jetzt nichts weiter oon ihr sehen. Er hat lange drüben gestanden und in das Gesicht unter dem schimmernden Haar geblickt. Dietmuthe hat ihm gegenüber getan, als fei die Einladung in dieses Haus eine ihm bezeigte besondere Gunst. Jetzt beachtet sie ihn nicht. Mit heißem Gesicht und flackernden Augen sitzt sie seit Stunden beim Spiel. Eine Hast ist in den weißen Händen, die Geldscheine heranziehen ober wegschieben. Für ihn hat biefes blöbe Glücksspiel nicht ben geringsten Reiz. Heidenreich sitzt auch am Spieltisch; er hält die Bank. Sein Gesicht ist starr und unbeweglich wie immer, aber Bergholz hat gesehen, wie er sich mehrmals mit dem Taschentuch die Stirn wischte. Einmal trafen sich dabei des Bankiers und feine Blicke, und mit dem diesem Gesicht eigenen Zucken eines Mundwinkels erschien und schwand ein Lächeln darin — ein Bergholz verächtlich dünkendes Lächeln. „Alter Narr!" sagte er da vor sich hin. „Narren sind wir beide; aber du bist der größere." Kurz danach hat er sich abgewandt und sich zu Doktor Bock in bas kleine Durchgangszimmer gesetzt. Jetzt starrt er auf den dünnhaarigen Scheitel des