Dienstag,IZ.August MO 140. Jahrgang Nr. 140 Gietzener Anzeiger Annahme von Ameise« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desVormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel 8 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Erscheint täglich,, außer Sonntags und Feiettags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat rmBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Äiichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschlnff 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frantt^M. vrühlsche UmDtrfttotst redetet 8. Lange General-Anzeiger sür Oberhessen S^rf6ie6en,9Sd)HlSta6e7-9 Neue Angriffe aus britischeMarine-undLufistühpunkte Kriegshafen und Staatswerst von Portsmouth sowie vier Flugplätze an der Südostküste Britische Defensive im Seekrieg. Von Vizeadmiral a. D. A. Meurer. mit Bomben belegt. — Zwei Handelsschiffe aus Geleitzug versenkt. — 71 Flugzeuge und zwei Ballone vernichtet. Berlin, 12.August. (DJtB.) Wie das Deutsche Rachrichtenbüro erfährt, griff nach bisher vorliegenden Meldungen die deutsche Luftwaffe am heutigen Tage erneut Ziele an der Südküste Englands an. Ls wurden der englische Kriegshafen und die Staatswerfl von Portsmouth durch deutsche Bomberverbände angegriffen und nachhaltig getroffen. Docks und Hafenanlagen, Depots und Oel- tanks wurden vernichtet, Marinegebäude zerstört. Bei den sich hierbei entfesselnden Luftkämpfen wurden 48 feindliche Flugzeuge abgefchof- fen, während zwölf eigene Flugzeuge verlorengingen. Auch die Ballonsperre bei Dover war wiederum das Ziel deutscher Angriffe. Zwei Ballone wurden abgeschossen. 3m Seegebiet von Southend griff ein Verband Sturzkampfflieger einen stark gesicherten G e - leitzug an und warf ungeachtet der starken feindlichen 3agd- und Flakabwehr feine Bomben auf mehrere Handelsschiffe ab. Zwei Handelsschiffe wurden versenkt, ein weiteres in Brand geworfen. Lin feindliches Flugzeug und ein eigenes gingen hierbei verloren. Darüber hinaus griffen unsere Kampfgruppen Flugplätze und Flakslellungen an der Südoslküste Englands an. Der Flugplatz Manston bei Canterbury wurde wirkungsvoll getroffen. Rollfeld, Unterkünfte und hallen wurden beschädigt und ein Hurricane-Verband von unseren Flugzeugen im Start erfaßt, wobei insgesamt zwölf Flugzeuge am Boden und drei Flugzeuge in der Luft zerstört wurden. Ferner wurden die Flugplätze von E a n - lerbury, Lympne und hawkinge erfolgreich mit Bomben belegt. Auch bei diesen Angriffen sowie in den dabei stattgefundenen Luftkämpfen erlitt der Gegner einen großen Verlust an Flugzeugen. Der Gesamtverlusl beträgt, soweit bisher bekanntgeworden ist, 71 feindliche und 18 eigene Flugzeuge. ♦ Der Kriegshafen Portsmouth, den deutsche Bomberverbände mit nachhaltiger Wirkung angegriffen haben, ist vielleicht der wichtigste Stützpunkt der britischen Flotte an der Kanalküste. Er gilt, an der geschützten Bucht aus der Insel Portsea gegenüber der bekannten Insel Wight gelegen, als einer der besten Häsen der Welt. Mit seinen riesigen Dock- Anlagen, seinen Wersten, Schmieden, Geschützfabriken und Befestigungen hat er den deutschen Bombengeschwadern lohnende Ziele in großer Fülle geboten. Die Stadt Portsmouth zählt 250 000 Einwohner. Im gegenüberliegenden Gosport befinden sich die Provianthäuser Und Großbäckereien der britischen Kriegsmarine. Neben Schiffs- und Maschinenfabriken ist Portsmouth mit seinen Nachbarstädten auch Sitz einer regen Konservenindustrie. Bon den weiter genannten Flugplätzen ist Canterbury dem Namen nach am bekanntesten. Er liegt in dem Hügelland der North-Downs, die sich in der Grafschaft Kent bis in die Südostspitze der Insel bei den ebenfalls schon häufiger genannten Häfen Margate und Ramsgate hinstreckt. Die Stadt Canterbury selbst ist als Sitz des Primas der Anglikanischen Kirche bekannt. Sie ist eine kleine mittelalterliche Stadt mit vielen alten Kirchen und auch durch ihren Korn-, Woll- und Hopfenhandel wirtschaftlich nicht ohne Bedeutung. Southend, in dessen Nähe ein Stuka-Verband einen britischen Geleitzug auseincmdersprengte und dabei mehrere Handelsschiffe versenkte oder in Brand setzte, ist eine bedeutende Hafenstadt an der Südküste der breiten Themsemündung. Die Lustschlacht über Portland Der Wehrmachtsbericht vom Montag. Berlin, 12. Aug. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche Kampffliegerverbände am 11. August den Kriegshafen p o r t l a n d angegriffen. Wichtige Hafenanlagen, die Mole, das Schwimmdock und eine Verladebrücke wurden vernichtet, Oellager in Brand gefetzt. Zwei Handelsschiffe und ein Zerstörer erhielten schwere Treffer. 3m benachbarten Hafen Weymouth gelang es, ein handelsfchif von 3000 Tonnen zu versenken. Vor der Themse-Mündung war ein britischer Geleitzug das Ziel unserer Luftangriffe. Dabei wurden drei Handelsschiffe von zusammen etwa 17 000 BRT. versenkt, zwei Zerstörer und vier weitere Handelsschiffe durch Volltreffer schwer beschädigt. 3m Verlaufe der Angriffe entwickelten sich hef- tige, für uns erfolgreiche Luftkämpfe, in denen die deutschen 3äger und Zerstörer dem Feinde schwere Verluste beibrachten. 3n der Rächt zum 12. August griff die Luftwaffe Werke der Flugzeugindustrie in Filton und Lrewe, die Hafenanlagen von Lardiff und Bristol sowie das große Oellager von Avonmouth an. An verschiedenen Stellen belegte sie Flakstellungen mit Bomben. Der Abwurf von Luftminen vor britischen Häfen pmrbe planmäßig fortgeführt. in Luftkämpfen 90 Flugzeuge und 8 Sperrballone, außerdem durch Flakartillerie 3 Flugzeuge. Demgegenüber werden 21 deutsche Flugzeuge vermißt. Lin U-Boot hat einen bewaffneten feindlichen Handelsdampfer mittlerer Größe aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen und versenkt. Feindliche Flugzeuge griffen in der Rächt in Rord- und Westdeutschland nichtmilitärische Ziele ohne nennenswerten Lrsolg mit Bomben an. 3n das Wohnviertel einer westdeutschen Stadt geborene Brandbomben wurden durch das sofortige Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes unschädlich gemacht. Die Gesamtverluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen: Ulversi irmsby Hunstarrton^> Naterfc Cardigan Ixford 'ßoutogne -l-Berck Abbeville ‘Dibppe Plymouth imstabte yeovif, Exeter-. .—. Beverley Qarrick Grgnard K< s —--- w«tjü=SEJ IRLAND * 1 Wichlow^————— Midawbnxjgh^hitby ^ty'dimond Cv= uz Weymouthc22^*Mewoort------- —77 Carmarthen —— J Milford Haven* _ f _______ CardiffI \0aHeji. . EPMm . •fatesttr ßnjton £ Aldershot Enbridge Undslon? Doyef—-klrth&i* , SaM)ur* Southampton Downpatrick" t 'S. York Bhälington _ _ „ w „ i35nerown_—Lancaster V / ^IRISCHE - 111 .. .---WackpooLf ßwfyn -------—------f Ley land 4 -.1 — LIVERPOOL «MANCHESTER$ -----f* Caernarvon Hnw* .Audley NottmqUm tZZT'Nwn J^Nrexham Oerby.^ ----- n_________ Stamford ynn^^yarmouth: /Y60 Cambridge >^wth——==L ungham J&Fehrtotve ' Kinqton 'exfordt Lagekarte von Südengland zu den OKW.-Berichten. Eingezeichnet sind alle wesentlichen Orte, die in den Wehrmachtsberichten bis Montag einschließlich genannt wurden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Nachhaltiger Eindruck in England. Stockholm, 13. Aug. (Europapreß.) Die englische Admiralität und das Luftfahrtministerium bestätigen in einem veröffentlichten Kommunique, daß am Sonntag starke deutsche Flugzeugeinheiten Angriffe gegen die Städte Weymouth und Portland unternommen haben. Die Aktion sei eingeleitet worden, nachdem am Sonntagvormittag über dem Pas de Calais ein Luftkampf ausgetragen worden sei, bei bem, englische Jagdmaschinen von deutschen Flugzeugen angegriffen worden seien. Nach einem Augenzeugenbericht des amtlichen englischen Reuterbüros begann der deutsche Angriff bereits in den. Morgenstunden des Sonntags. Von englischer Seite wurden zahlreiche Spitfire- und Hurricane- Abteilungen eingesetzt. Das Gefecht wird als das größte bezeichnet, das bisher über dem Kanal bzw. über der englischen Südküste ausgetragen wurde. Es sei bedeutend umfangreicher sowohl nach der Zahl der eingesetzten Maschinen als auch der zeitlichen Ausdehnung gewesen als das Gefecht vom vergangenen Donnerstag. Darüber hinaus liegt ein Bericht der amerikanischen Preß Association vor, in dem es heißt, daß Portland vollständig von dem deutschen Angriff überrascht wurde. Obwohl die neuen deutschen Angriffe gegen fast sämtliche militärischen Ziele der englischen Küste bereits in den frühen Morgenstunden des Montags einsetzten, hat sich das Londoner Luftfahrtministerium bis Montagabend noch n i ch t i n der Lage gesehen, eine bindende Mitteilung über den Gang der Kämpfe zu veröffentlichen. Die verschiedenen deutschen Meldungen über die Zahl der abgeschossenen englischen Flugzeuge werden totgeschwiegen. Auch auf Anfragen neutraler Korrespondenten in London schwieg sich das Ministerium aus. Der britische Nachrichtendienst ist ebenfalls außerordentlich zurückhaltend. Er teilte nur mit, daß amtliche Bestätigungen über die Flugzeugverluste noch ausstünden. Ihren Gewohnheiten in der Berichterstattung getreu fälschten die Engländer den deutschen Luftsieg vom Sonntag natürlich prompt in eine Niederlage um. Aber diese angeblich geschlagene Luftwaffe war immerhin im Stande, in der Nacht zum Montag viele Millionen Engländer, darunter die Bevölkerung Groß-Londons, in die Luftschutzkeller und -unterstände zu jagen. Man spricht in London fast nur von den deutschen Luftangriffen und räumt in den Privatgesprächen ein, daß die Ausdehnung des Angriffs alle Erwartungen übertroffen habe. Den ganzen Sonntag heulten von der Küste von Dover bis zur Westküstenspitze Südenglands deutsche Flugzeugmotoren und warnten pfeifende Sirenen die Bevölkerung. Sofern neutrale Beobachter den Versuch machten, eigene Darstellungen der Ereignisse zu geben, mußten sie die Erfahrung machen, daß ihnen die Zensoren des Herrn Duff Cooper lediglich die Wiederholung der Feststellung gestatteten, die Deutschen seien mit ganzen Schwärmen von Flugzeugen über Portland und Weymouth erschienen, und daß Hunderte von deutschen Maschinen stundenlang über Portland, einem der wichtigsten englischen Kriegshäfen, operierten. Die geringen britischen Derlustziffern, die der Informationsdienst Duff Coopers in bezug auf die Luftkämpfe des Sonntags über dem Kanal einzugestehen wagt, werden am besten durch englische Zeitungsstimmen selb st kommentiert. So schreibt der „Daily Herold" ganz allgemein zu den schönfärberischen englischen Verlustziffern: „Die zuständigen Kreise machen noch immer denFehler,denFeindzuunterschätzen. Das führt zu Enttäuschungen. Die letzte Regierung hat den großen Fehler gemacht, die Bevölkerung mit allzu optimistischen Nachrichten einzuschläfern. Dieser Fehler darf nicht wiederholt werden. Der Krieg kann nur durch eigene Anstrengungen, aber nicht durch Fehler und Schwächen des Feindes gewonnen werden. Oer Vormarsch in Briiisch-Gomaliland. Mlienischer Wehrmachtsbericht. Rom, 12. August. (DRB.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Wontag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: 3n Britisch- Somali haben unsere Truppen in Fortsetzung ihres Vormarsches mit der Hauptmacht des Feindes Fühlung genommen. Das entscheidende Stadium. Rom, 12. Aug. (Europapreß.) Die Montagblätter weisen auf die Besetzung der wichtigen G e - birgspässe von Karrin und Godajere hin, durch die den in Britisch-Somalilcmd vorgehenden italienischen Truppen die nach der Hauptstadt des Landes führenden Straßen geöffnet werden. Die Pässe liegen in der Zone südlich von Berbera, halbwegs zwischen der Grenze und der Küste des Golfs von Aden. Das „Giornale d'Jtalia" erinnert daran, daß die Besetzung bereits mehrere Tage zurückliegen müsse. Daher dürfte das Schicksal von Berbera und damit das von ganz Britisch-Sornqli- land in sein entscheidendes Stadium getreten sein. Darauf deute auch die heutige knappe Form der Mitteilung des Großen Hauptquartiers hin, daß die vorrückenden italienischen Truppen die Fühlung mit dem Gros der englischen Streitkräfte ausgenommen hätten. Bei den Kämpfen haben sich vor allem die Schwarzhemden-Abteilungen aus Italienisch-Aftika ausgezeichnet, die die Vorhuten der vormarschierenden Kolonnen von Askaris (Eingeborenen-Truppen) bildeten. Besonders erwähnt wird das 6. Schwarzhemdenbataillon von Addis Abeba, in dessen Rechen Jeder Krieg, an dem England tellnimmt, ist einem innersten Wesen nach ein Seekrieg. Für ihn gelten mithin die strategischen Elemente des Seekrieges als Grundlage der Kriegführung. Dies bedeutet den Vorrang der Offensive vor der Defensive und die Ausdehnuna der Kriegshandlungen auf Schutz der eigenen und Bedrohung und Vernichtung des feindlichen Seehandels. Wie hat sich England in dieser Lage verhalten? Als die beiden Westmächte den Krieg im September vorigen Jahres vom Zaune brachen, standen zwei Großmächte, darunter eine Weltmacht, gegen das kontinentale Deutschland, das gezwungen war, einen neuen Zweifrontenkrieg in Ost und West zu führen; dazu zwei große Flotten gegen eine sehr viel kleinere, die zahlenmäßig keiner der Leiden feindlichen Flotten gewachsen war. Bei dieser außerordentlich günstigen strategischen Lage der Westmächte vereinigten sich alle Chancen in einer so- forttgen und rücksichtslosen Offensive an der Land- ftont, um die gespannte Lage -Deutschlands im Zweifrontenkrieg auszunutzen. Auch nachdem sich sehr bald erwiesen hatte, daß die polnische Karte im Spiel der Verbündeten keine Trumpfkarte war, hätte die Offensive den Verbündeten im Osten zum mindesten entlastet und feinen Widerstand versteift. Aber nichts dergleichen ges ch a h. Westwall und Magmotlinie standen sich im Westen Deutschlands wie zwei scheinbar unangreifbare Felsen in der Brandung des Krieges gegenüber. Als die Hoffnung auf 'polnischen Sieg in einem unerhört kurzen Feldzug erloschen war, versuchten die Westmächte, neue Karten in ihr Spiel au mischen, allerdings -erst nach monatelanger Pause, die wie eine Schrecklähmung aussah. Auf die Seeherrschaft in der Nordsee und im Mittelmeer ge- tützt, versuchten sie die militärische E i n k r e t- ung Deutsch! and von dessen nördlicher und üdäsllicher Flanke her. Auch dieses strategische Spiel chlug restlos fehl, weil in der Nordsee eben nicht die Seeherrschaft der englisch-französischen Flotten zur Auswirkung kam, vielmehr die kleine deutsche Flotte allen Plänen der Feinde in Norwegen blitzartig zuvorkam, und weil die Westmächte den außer- ordenttichen Einfluß der Luftwaffe auf Operationen in schmalen Randmeeren falsch eingeschätzt hatten. Die Balkanmächte im Südosten aber bedankten sich nach den bitteren Erfahrungen der Polen, die Kastanien für die Kriegshetzer in London und Paris aus dem Feuer zu yolen. Nun schritten die Westmächte verspätet selbst zur Offensive an ihrer Ost- grenze und verwickelten Belgien und Holland in ihr strategisches Spiel. Der Ausgang war vernichtend. Statt in der Offensive zu siegen, wurden sie in der Devenfive geschlagen, wobei England, die Gefahr erkennend, sich vorsichtig zurückhielt. So verblutete das französische Heer, und Frankreich schied aus dem Spiele aus. Die strategischen Grundlagen der Kriegführung sämtliche Mitglieder des faschistischen Direktoriums der Provinz Schoa und des Fascio der Hauptstadt von Abessinien kämpften. Unterstrichen wird ferner, daß die Eingeborenen von Britisch-Somali- land überall die italienischen Truppen jubelnd empfangen, was jedenfalls dafiir spreche, daß die britische Kolonialoerwaltung sich die Anhänglichkeit der Bevölkerung nicht zu erringen verstanden habe. Das reiche England, so schreibt „Giornale d'Jtalia", habe sich um Somaliland nicht kümmern können, während Italien in Abessinien große Energien und viel Geld geopfert habe. Die Eingeborenen begriffen diesen Unterschied. Lin amerikanisches Urteil. Rom, 12. Aug. (Europapreß.) Der militärische Mitarbeiter der „New York Post" sagt in einer Betrachtung der militärischen Ereignisse in Afrika, unter normalen Umständen wäre die Verteidigung von Britisch-Somaliland indischen Truppen anverttaut worden. Es scheine jedoch, daß diesmal die indischen Abteilungen aus Somallland zurück« ?ez 0 gen worden seien, weil das englische Ober« ommando nicht mehr mit ihrer unbedingten Treue rechnen formte. Daraus ergebe sich, daß die nationale Bewegung in Indien für die Engländer eine größere Gefahr darstelle, als sie zugeben möchten. Auch von der Haltung Aegyptens könne England nicht befriedigt fein. Schließlich zeigten auch die Südafrikaner keine Neigung, England in wirksamer Weise zu unterstützen. So könne man feststellen, daß sich England in seinen Kolonien vor unüberwindliche Schwierigkeiten gestellt sehe, die es daran hinderten, alle seine Kräfte restlos auszunutzen. Wenn man sich vor Augen halte, daß die Kolonien den Quell der englischen Kraft darstellten, so könne man den Schluß zieyen, daß die Lage Großbritanniens immer verzweifelter werde. Schwere Bombenangriffe auf Malta. Rom, 13. Aug. (DRB. Fuukspruch.) 3talienifche Flugzeugstaffeln belegten Woutag abend zwischen 20.30 und 030 Uhr in aufeinanderfolgenden Dellen die milttärifchen Anlagen der 3nfel Walia erfolgreich mit Bomben. Die Aktion wurde von schweren Bombern, die vor allem Bomben mittleren und fchwersten Kalibers sowie Brandbomben mit sich führten, aus einer höhe von 2000 Weier bei guter Sicht durchgeführt. Trotz der heftigen Abwehr des Feindes hat die italienische Luftwaffe die ihr gesteckten Ziele erreicht und die Anlagen und Brennstofflager des Flughafens von Warfa Scirocco zerstört und in Brand geworfen. Churchill pariert mit Lügen. haben sich durch die französische Niederlage umgekehrt: Jetzt steht England allein gegen zwei siegreiche Großmächte, und Hilfe von dritter Seite wird es kaum mehr heranholen können. Aus dem vorwaltenden Landkriege in den ersten zehn Monaten des Krieges ist jetzt ein Seekrieg geworden, weil alle drei beteiligten Mächte durch das Meer voneinander getrennt find. Ein solcher Krieg kann sich nach allen Lehren der Geschichte als reiner Seekrieg im Kampf der Schlachtflotten und im Handelskrieg abspielen — oder als kombinierter Land - und Seekrieg in größerem Maßstabe durch Landung auf feindlichem oder neutralen Gebiet, wie es Napoleon 1798 in Aegypten ausgeführt und 1805 gegen England unmittelbar versucht hat. Wenn es bis jetzt im reinen Seekrieg zu Kampfhandlungen größeren Maßstabes bisher nur vereinzelt gekommen ist, weil die Luftwaffe in schmalen Randmeeren — dem eigentlichen Kriegsschauplatz feindlicher Flotten — die überraschende Operation einer Streitmacht zur See sehr erschwert und außerdem eine gefährliche Bedrohung bedeutet, so zwingt dies schon die englische Seekriegführung zur Defensive: es bleibt also der Handelskrieg als operattve Maßnahme. Blockade und Handelskrieg sind ihrer Natur nach offensive Operationen gegen den Feind. Der Handelskrieg hat allerdings die deutsche Ueberseeschiffahrt vorübergehend zum Stillstand gebracht, die Blockade aber muß lückenlos und effektiv fein, wenn sie wie im Weltkriege den Feind erdrosseln soll. Beides ist nicht der Fall: nicht nur die Randmeere im Norden wie im Süden Europas entziehen sich dem Zugriff der britischen Flotte, ja sie sind sogar für englischen Handel gesperrt und dem der verbündeten Achsenmächte offen: auch der ganze europäische Osten ist für ihre Versorgung erreichbar geblieben. Die Blockade ist auch nicht effektiv! Im Weltkriege genügte die Sperrung der Straßen Dover—Calais und Bergen—Shetlands, um Deutschland vom Weltmeere tatsächlich abzu- schnüren. Heute ist der Kanal eher für England als für Deutschland gesperrt, kann doch kein englisches Handelsschiff ihn mehr ungefährdet passieren, um nach London zu gelangen, und die weit nach Norden in die höchst unwirtschaftliche Arktts verlegte ozeanische Sperrlinie von Island bis Grönland kann offenbar deutschen Kriegs- und Handelsschiffen und den Prisen aus dem Atlantik den Zugang zur Nordsee nicht mehr verwehren. So hat sich nicht mir die Blockade als unwirksam erwiesen, auch der Handelskrieg selbst wendet sich gegen England. Der freie Seeverkehr nach England ist lebenswichtig -für das Infelreich, weil weder die Ernährung feines Volkes, noch die Kriegs- wixtschaft. ohne ihn zu sichern und aufrecht zu erhalten sind. Diese freie Seezufuhr ist aber durch den ozeanischen U-Boot-Krieg und die Beherrschung der Luftwege über Nordsee und Kanal zu einem höchst gefährdeten und vor allem höchst verringerten Handelsschiffsstrom nach den überlasteten englischen Westhäfen geworden, die allein noch für Cin- und Ausfuhr offen stehen. Der deutsche Handelskrieg zehrt damit am Marke Englands, das dieser Bedrohung nicht Herr werden kann. Heute schon ist vorauszusehen, daß der kritische Augenblick, wie seinerzeit im Sommer 1917, bald schon bevorsteht. Als letztes Mittel eines offensiv geführten Seekrieges bleibt für England noch die kombinierte Unternehmung, d. h. die Landung einer starken Operationsarmee an feindlicher Küste, einschließlich Frankreich, Holland und Belgien, ein bei der völligen Ueberlegenbeit der deutschen Luftwaffe höchst aewagtes, ja aussichtsloses Unternehmen (von dem sich daran notwendig anschließenden Landkriege ganz abgesehen). Kaum jpirb man sich in London nach den Erfahrunaen im belgischen Feldzug darauf einlassen wollen. Aber umgekehrt stehen die Aussichten schon besser, da das deutsche Heer und die deutsche Luftwaffe militärisch unbedingt überlegen sind und die in Betracht kommenden Seeräume nur schmal und daher leichter zu sichern sind, als bei ozeanischen Unternehmungen über See. So ist England auf allen Fronten der Kriegführung hoffnungslos in bi e Defensive g e - drängt. In der Defensive ist aber noch niemals ein Seekrieg gewonnen worden, auch der deutsch-englische Krieg wird hiervon keine Ausnahme fein. Englische Luftpiraten öfter Holland. Amsterdam, 13. August. (DNB.) In der Nacht zum Samstag haben wiederum englische Flugzeuge versucht, in niederländisches Luf tg erbiet einzufliegen und niederländisches Leben und Eigentum zu vernichten. Durch die deutsche Lustab- Plumper Schwindel. Don unserer Berliner Schrifileitung. Nach dem abschließenden Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht haben die Engländer in der großen Luftschlacht, die sich am letzten Sonntag über dem Kanal abspielte und in deren Mittelpunkt der Angriff auf Portland stand, 93 Flugzeuge verloren. Wir haben schon des öfteren Gelegenheit gehabt, darauf hinzuweifen, daß von deutscher Seite Abschüsse feindlicher Flieger nur gemeldet werden, wenn sie ganz zweifelsfrei und von Zeugen beobachtet wurden. Wir wissen, daß wir uns auf die deutschen amtlichen Angaben genau verlassen können. Wie aber immer in solchen Fällen, wird auf der englischen Seite sofort frech drauflosgelogen, und die eigene große Niederlage bedenkenlos in einen Sieg verwandelt. Aber diese Lügerei ist nicht nur frech, sondern sie ist auch unglaublich dumm, denn man gibt sich nicht einmal die Mühe, die von den verschiedenen Seiten ausgegebenen Mitteilungen miteinander abzustimmen, sondern findet nichts dabei, daß sie sich glatt widersprechen. So heißt es auf einer Seite, an dieser letzten Luftschlacht wären 50 deutsche Flugzeuge beteiligt gewesen. Im Rundfunk gibt aber ein sogenannter „Marineberichter- statter" den Verlust an deutschen Maschinen mit HO an. Es kommt eben gar nicht darauf an. Weiter heißt es in_ dem amtlichen englischen Bericht, in Portland wären nur ein paar Wohnhäuser getroffen worden, zwei Kriegsschiffe hätten ganz "leichte Beschädigungen, der Geleitzug sei wie im Frieden weitergefahren, und Sperrballone seien überhaupt nicht abgeschossen worden! Man bescheidet sich nun auch keineswegs damit. wehr wurden triefe englischen Versuche größtenteils verhindert. Ein englisches Flugzeug, das bei der Insel Walcheren den Versuch unternahm, die Schelde zu überqueren, wurde durch Flakfeuer vertrieben. Eine Brandbombe, die das Flugzeug abwarf, fiel ins Wasser. Ein holländischer Zivilist, der leichtsinnigerweise nicht Deckung genommen hatte, wurde durch Flaksplitter verletzt. Bei Alphen in Nord-Brabant, in der Nähe der belgischen Grenze, wurden durch die Engländer zwei schwere Bomben in einen Wald geworfen, wobei ein holländischer Zivilist getötet und ziviles Eigentum beschädigt wurde. Bei Aalsmeer in der Provinz Nord-Holland wurden zwölf Bomben durch die Engländer abgeworfen, die ein Wohnhaus schwer, ein anderes leicht beschädigten. Zahlreiche Treibhausanlagen wurden vernichtet. Bei Venlo wurde eine Reihe von Häusern durch englische Bomben leicht beschädigt. Oie Schweiz und das Wirtschaftsabkommen mit Deutschland. Bern, 12. Aug. (Europapreß.) Zum Abschluß des deutsch-schweizerischen Wirtschaftsabkommens schreibt der Berner Korrespondent der „Nationalzeitung": „Die kontinentale Entwicklung der politischen und vor allem der wirtschaftlichen Verhältnisse bringt es mit sich, daß die straff organisierte deutsche Wirtschaft für unser eingeengtes Land eine außerordentliche Bedeutung erhält, die um so gerechtfertigter ist, als sich das Reich auch in Kriegszeiten als leistungsfähiger und störungsfreier Exporteur und Abnehmer erwiesen hat. Die Verständigung über die Kohlenlieferungen ist der Schweiz, das braucht wohl nicht näher begründet zu werden, eine willkommene B o t s ch a f t.' Die Tatsache, daß die schweizerische Außenhandelspolitik sowohl mit Deutschland selber als auch mit Staaten, in denen der wirtschaftliche Einfluß des Reiches vorherrscht, ihre befriedigenden wechselseitigen Beziehungen fort- etzt, darf als lichtvoller Ausblick in die nächste Zukunft mit ihren zweifellos stark veränderten machtpolitischen Verhältnissen gewertet werden." Zahresversammluna des „Bundes der Deutschen in Ungarn'. Budapest, 12. Aug. (Europapreß.) Arn Sonntag fand in Hidas, einem schwäbischen Dorf im Kornitat Baranya, der sogenannten „schwäbischen Türkei", die Jahreshauptversammlung des „Bundes der Deutschen in Ungarn" statt. An der Kundgebung nahmen zahlreiche Vertreter der ungarischen Behör- den und ein Vertreter des deutschen Gesandten von die Tatsachen der Wirklichkeit glatt auf den Kopf zu stellen, sondern wärmt auch Dinge wieder auf, die längst in aller Welt aufgeklärt sind. So meint „Sunday Times", der glänzende Sieg in der Luft beweise, wie auch schon in Dünkirchen die hinreichende Ueberlegenheit der englischen Luftwaffe. Weiter ist der Unsinn nun wirklich nicht zu treiben! Sind die Herren von der „Sunday Times" wirklich der Meinung, daß sich die vernichtende Niederlage von Dünkirchen inzwijchen in England nicht bis ins letzte Dorf herumgesprochen hat? Man bleibt natürlich nicht bei der propagandistischen Lüge, sondern zieht auch das sentimentale Register. So berichtet der Einwohner einer südenglischen Stadt (die vorsichtigerweise nicht genannt wird), er habe über 50 Flugzeuge beim Angriff gezählt, es habe ausgesehen wie ein Bienenschwarm. Sehr schön, so wird es sicher gewesen fein! Und daß dieser Bienenschwarm Honig gebracht hat, ist ja wohl nicht anzunehmen. Aber nun kommt der Haken bei der Geschichte: I n einer Kjrche wären die Kinder getade beim Gottesdienst gewesen, sie hätten nun hinter einer Mauer Schutz gesucht und während des Angriffs fromme Lieder gesungen. Man versteht ohne weiteres, was mit dieser Schilderung beabsichtigt ist: der Welt soll klargemacht werden, daß die Deutschen sich natürlich ausgerechnet die Kirchzeit für den Angriff ausgesucht haben. Die Tatsachen sehen anders aus. Wenn die Engländer in diesem Augenblick ihrem Volke die große Luftniederlage von Portland so vorsetzen würden, wie sie den Tatsachen entspricht, dann wäre eine unbeschreibliche Panik die Folge. Die Furcht davon ist es, die die englische Regierung veranlaßt, ihre Zuflucht zur faustdicken Lüge zu nehmen. Aber lange wird sie sich mit solchen brüchigen Behelfsmitteln nicht über Wasser zu halten vermögen. Erdmannsdorff teil. Die Versammlung gestaltete sich zu einer gewaltigen Kundgebung und einem begeisterten Bekenntnis 3um deutschen Volkstum. Der „Bund der Deutschen in Ungarn" sandte an Reichs - verweser von Horthy ein Huldigungstelegramm. Der flämische Akiivismus. Eine Brüsseler Huldigung für Dr. Borms. Brüssel, 12. Aug. (Europapreß.) Zu Ehren des unlängst aus der Gefangenschaft in Frankreich heimgekehrten flämischen Aktivisten Dr. August Borms wurde am Sonntag in der Königlichen Oper in Brüssel eine große H u l d i g u n g s f e i e r veranstaltet. Dabei überbrachte der alte Professor op eie er5 aus Gent seinem Kampfgenossen die Grütze der älteren Generation. Er erinnerte an die Zeit des Weltkrieges, in welcher Borms als der Vorsitzende des Rates von Flandern unter dem Schutz der deutschen Besatzung sich für eine Verbesserung der Stellung Flanderns eingesetzt hatte. Dr. Borms, der nach dem Weltkrieg vom belgischen Gericht zum Tode verurteilt worden war und die Jahre 1919 bis 1929 im Gefäna- ms verbracht hatte, und der jetzt nach der Deporta- c5 10. Mai neue Leiden in französischen Zivilgefangenenlagern erdulden mußte, ergriff dann selbst das Wort und forderte eine Vereinigung aller flämischen Kräfte, was allein eine Verwirklichung der nationalflämischen Wünsche mit M> bringen könnte. Diese Forderungen nach einer Zusammenfassung der flämischen Nationalisten aller Richtungen unter der Leitung von August Borms war auch am gleichen Tage in einem Aufruf aus- '9£!p,r°d,en' der in der nationalflämischen Zeitung „Volk en Staat" veröffentlicht wurde. Englands Jtaub an den französischen Getreideschiffen r.r? * ' r121 (Europapreß.) Wie das französische Versorgungsministerium mitteilt, befanden sieh.bei Abschluß des Waffenstillstandes etwa 300 größere französische Dampfer, die mit Lebensmitteln beladen waren, auf dem Wege nach Frankreich. Ein sehr großer Teil dieser Schiffe sei widerrechtlich in den britischen gafen fe st gehalten und ein weiterer großer Teil von englischen Kriegsschiffen aufgebracht worden Diese Handlungsweise wird als ein britischer Dkebstahl an dem französischen Volksvermögen, der m Die Hunderte von Millionen Franken geht und ungezählte französische Frauen und Kinder mit Hunger bedroht, bezeichnet. Ein Teil der französischen Versorgungsflotte befinde sich, so heißt es weiter, sicher in neutralen Häfen und in Häfen des französischen Kolonial« reichs. Das französische Versorgungsministerium ist bemüht, die sichere Ueberführung dieser Handelsflotte in die Häfen des Mutterlandes zu bewerkstelligen, um einem zweiten britischen Dieb- stahl zuoorzukornrnen. — Abgesehen von der Unmenschlichkeit, dem ehemaligen Verbündeten sozusagen das Brot wegzuschnap- pen, zeigt diese englische Handlungsweise allerdings auch, wie katastrophal es um die britische Versorgung bestellt ist, da die Briten aus dem Meere selbst den ehemaligen Freunden das Brot wegnehrnen müssen, um die eigene Bevölkerung über Wasser zu halten. Griechische Llebergriffe gegen Albanien. Albanischer Jrredentenführer von griechischen Emissären ermordet. Rom, 12. Aug. (DNB.) Ein alter Vorkämpfer des albanischen Jrredentismus, Baut H 0 ggia, ist auf albanischem Gebiet dicht an der griechischen Grenze ermordet worden. Die Leiche ist ohne Kopf aufgefunden worden, man erfuhr später, daß die Mörder griechische Emissäre waren, die den Kopf nach Griechenland mitgenommen und den dortigen Behörden übergeben hatten. Der Kopf Daut Hoggias ist dann auf Befehl der griechischen örtlichen Behörden von Dorf zu Dorf getragen und öffentlichausgestellt worden, um die in der Ciamuragegend wohnenden Albaner einzuschüchtern. Daut Hoggia, der Vorkämpfer für die Befreiung jener unerlösten albanischen Gebiete, hatte jahrelang unter seinen Landsleuten außerordentlich aktto für die Wiedervereinigung seiner engeren- Stamm« Provinz mit dem Mutterlande Albanien gewirkte Von den griechischen Behörden verfolgt, war er gezwungen gewesen, in Albanien Zuflucht zu nehmen, wo er des öfteren Todesdrohungen erhielt. Wie die Agentur Stefani dazu mitteilt, werde fein Opfer nicht vergebens fein, denn die Nachricht des grauenvollen Mordoerbrechens habe die Albanier im (Eiamuragebiet tief aufgewühlt. Es fei dies nicht die einzige Episode der griechischen Unterdrückungspolitik. Vor einigen Monaten fei bei einem unweit von Ciamura ermordeten Albanier ein Zettel gefunden mit den Worten, daß das gleiche Schicksal alle jene Albanier treffen würde, die die Hoffnung hätten, ihr Vaterland von der griechischen Herrschaft zu befreien. Viele Einwohner feien gezwungen, nach Albanien zu flüchten, um ich den unerträglichen Verfolgungen zu entziehen. Die griechischen Behörden gingen sogar soweit, dis Behauptung aufzustellen, daß die Italiener bald aus Albanien verjagt würden. Aber, so schließt die StesaniMeldung, weniger denn je seien die Einwohner Ciamuras gewillt, sich vor der griechischen Unterdrückung zu beugen. Das amerikanische Ausfuhrverbot für Flugzeugbenzin. Rom, 12. Aug. (Europapreß.) Wie „Giornale d'Jtalia" aus Tokio meldet, bestätigt das japanische Außenministerium den Empfang der Antwortnote der USA. auf den japanischen Protest wegen des Ausfuhrverbots von Flugzeugbenzin. Die Regierung der Vereinigten Staaten erklärte in ihrer Antwort, sie halte das Ausfuhrverbot aus militärischen Gründen für notwendig. Diese Maßnahme sei gegen kein Land gerichtet. Aus diesem Grunde könne Protesten keine Folge gegeben werden. Schließlich verweise die Antwortnote noch darauf,, daß die Regierung der USA. nicht die Absicht habe, Japan anders zu behandeln als andere Nationen. Reichsminister Or. $ritf in Straßburg. Reichsminister Dr. Frick traf in Fortsetzung seiner Besichtigungsfahrt durch die besetzten Westgebiete von Metz kommend inStraßburg ein. In seiner Begleitung befanden sich der Chef der Zivilverwal- hing für das Elsaß, Gauleiter Robert Wagner, der badische Ministerpräsident Köhler mit den Ministern Pflaurner und Schrnitthenner. Nach der Begrüßung durch den kommissarischen Polizeipräsidenten SA.-Obersührer Dr. Engelhardt, den Stadtkom- missar Major Dr. Ernst als Generalreferent für das Elsaß beim Chef der Zivilverwaltung und den Staatskommissar Ellgering unternahm der Minister, in dessen Begleitung sich Staatssekretär Dr. Stuckart, die Ministerialdirektoren Sur6n und Vollert befan« | den, eine Stadtrundfahrt und ließ sich im Empfangs- faal des Statthaltergebäudes eine Abordnung der „Heimattreuen Elsässer" vorstellen. Der Retter -er Mütter. Zum 75 Todestage des großen Arztes Ignaz Semmelweiß am 14. August. Von Or. Peter Zasversen. Wer die Arbeit eines modernen Arztes oder einer ausgebildeten Hebamme kennt, die jede Unter- suchung, jeden Eingriff bei einem Kranken nur mit sorgfältig gereinigten Händen und keimfrei gemachten Instrumenten vornehmen, kann sich kaum eine Vorstellung von der Krankenpflege machen, wie sie noch vor hundert Jahren geübt wurde, ehe 3g n a 3 Semmelweiß, der „Retter der Mütter", den Grundsatz der Antisepsis, der keimtötenden Wundbehandlung, in die Medizin eingeführt hatte. Allein in der Ersten Geburtsklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien starben jährlich Hunderte von Wöchnerinnen am Kindbettfieber. In fünf Sälen waren die Frauen zusammengepfercht. Niemand dachte an eine Desinfektion ober auch nur an eine gründliche Reinigung der Kranken3immer, der Wäsche und der Instrumente. Gesunde und kranke Wöchnerinnen lagen in denselben Räumen, und der Arzt, der soeben noch eine Frau mit einer eiternden Wunde untersucht hatte, behandelte im nächsten Augenblick eine gesunde. Die Medizin jener Zeit aber nahm das Massensterben als schicksalsgegeben hin, sprach von Miasmen, krankheitserre- aenden Giften, die sich im Boden bilden sollten oder sogar vom „genius epidemicus”, dem Geist der Ansteckung, der unaufhaltsam durch die Lüfte zieht und üblich angreift, wen er mag. Nur einer konnte sich mit diesen trägen Erklärungen nicht abfinben, ber junge Dr. Semmelweiß, ber als Sohn deutscher Eltern 1818 in Budapest geboren war, in Wien studiert hatte und 1846, mit 28 Jahren als Assistent an die Erste Geburtsklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien berufen wurde. Alle feine Untersuchungen gingen von ber bis bahin unerklärt gebliebenen Tatsache aus, baß an seiner Klinik, wo bie Wöchnerinnen nur von Aerzten betreut würben, bie dreifache Zahl von Todesopfern äll beklagen Max Mtz in der Zweiten Geburtsklinik, in ber ausschließlich Hebammen arbeiteten. Aber eine noch unheimlichere Entdeckung mutzte Ignaz Semmelweiß machen. Seitbem er Assistent geworden war, ber Tag unb Nacht bie Klinik nicht verließ aus bem leidenschaftlichen Willen heraus zu helfen, ber selbst untersuchte unb be- hanbelte — sein wohlwollenber Chef nannte ihn "Unser fleißiger Doktor" — stieg bie Tobeskuroe steiler an, beim je. Zu dieser für den feinempfinbenben jungen Arzt nieberschmettemben Beobachtung kam halb ein anderer schwerer Schlag. Sein Freund, ber Pathologe K 0 11etschka würbe bei einer Sektion von einem ungeschickten Praktikanten verletzt unb starb weniae Tage später an Blutvergiftung. Als ber tieferschütterte Semmelweiß bas Sektionsprotokoll las: „Schwere Eiterungen in ben Blut- unb Lymphgefäßen, Entzünbungen bes Bauch- unb Rippenfells, bes Herzbeutels unb ber Hirnhaut", fiel ihm bie Ähnlichkeit ber Tobesursache mit ber an Kind- bettfieber zugrunbegegangener Frauen auf. Kurz barauf ist feine erste Theorie des Kindbett- fiebers fertig. Wenn die Erscheinungen ber furchtbaren Krankheit bei einem gefunben Manne auf« treten können, ber an einer durch Leichengift verursachten Blutvergiftung starb, dann wirb sicher auch bas Kindbettfieber eine Blutvergiftung sein, hervorgerufen durch ein noch unbekanntes Gift, das in das Blut der Wöchnerinnen aber durch die Wunden der Gebärorgane einbringt. Seine Hände, bie Hände des untersuchenden unb helfenden Arztes finb es gewesen, bie bas Müttersterben immer weiter verbreiteten. Ein naiv geniales Erkenntnismittel läßt Semmelweiß nun ben Weg zur Abhilfe finden. Während bereits die ersten mikroskopischen Untersuchungen von Fäulniserregern gemacht werden — von denen Semmelweiß nichts ahntwird fix ihn der .Geruch zur Fährte der Krankheit. Solange man Fäulnis riecht, ist sie nicht beseitigt. Unzählige Waschoersuche nach Sektionen und Untersuchungen führen Semmelweiß ^"r.^ozu, die Reinigung ber Instrumente, ber Wasche, ber Hände von Aerzten und Pflegern durch Chlor in der Klinik anzuordnen. Schon nach kurzer Zeit gibt der Erfolg dieser ersten anttseptischen Maßnahme recht. Nach zwei Monaten zählt man nur noch drei Todesfälle gegen 57 vor bem Versuch. Aber noch 1847, im Geburtsjahr ber Antisepsis, kommen schwere Rückschläge für Semmelweiß, bie ihm jedoch den enbgültigen Ausbau feiner Lehre ermöglichen. Plötzlich werben in einem Krankenzimmer alle zwölf Patientinnen von bem löblichen Fieber ergriffen. Genaueste Untersuchungen verraten die Ursache. Eine ber Frauen, bie an Gebärmutter« krebs litt, war von Semmelweiß vor den anberen untersucht worden, ohne daß er sich banach die Hänbe mit Chlor gereinigt hatte, benn er war ja gewöhnt, nur von Leichengift zu sprechen. Nun erkannte er, baß auch bie Verwesungsstoffe einer Geschwulst giftig finb. Er erkannte bas Kindbettfieber als eine Wundvergiftung, jebem gewöhnlichen Wundfieber gleichzustellen. Mit 29 Jahren hat Ignaz Semmelweiß bas Geheimnis bes „Hospital- branbes", bes „(Eiterfiebers", des „Wundtyphus" enträtselt. Ein Hauptgrundsatz der modernen Kran- kenbehandlung, bie Antisepsis, ist entdeckt. Aber in Wien ist man zur Anerkennung nicht so schnell bereit. Der Neuerer ist zu unbequem. Semmelweiß' erstes Gesuch um eine Professur wird abgelehnt, ein zweites nur mit einer kränkenden Klausel bewilligt. Semmelweiß geht nach Budapest, eröffnet zuerst eine Privatpraxis, wird schließlich Professor, macht Tierversuche, schreibt Bücher, reformiert Krankenhäuser. Doch dieses Leben, dessen glänzende Erfolge immer von Tragik umwoben sind, war zu schwer für einen so empfindsamen unb nachdenklichen Menschen wie Semmelweiß. So verfällt er geistiger Umnachtung. In ber Klinik eines Wiener Freunbes stirbt er am 14. August 1865 an einer Blutvergiftung, deren Ursache eine kleine Schnittwunbe ist, bie er sich bei einer Operation kurz vor Ausbruch ber Geisteskrankheit.zugezogen hatte. Der Umnachtete wirb zum Opfer bes furchtbaren Feindes, dem jein Lebenskampf galt Büchertisch. — Aus dem ewigen Schatz deutscher Lyrik heißt eine Sammlung des Verlages Rüt- ten & Loening in Potsdam, aus der wir bereits eine Reihe schöner Bändchen cknzeigen konnten. Daß der Derlaa sie auch im Kriege fortsetzt, darf man ihm besonders danken. Von Matthias Claudius, bem Wanbsbecker Boten, würben unter dem Titel „Das Tagverkünden" die schönsten Gedichte und darunter auch manch weniger bekannte zu einem wohlausgestatteten Bändchen vereinigt. „Von Zeit zu Ewigkeit" nennt sich ein weiteres Bändchen, das Gedichte des Göttinger Hainbundes gefammelt hat, bie man heute in Antologien nur noch selten findet. Und doch sind auch hierunter Perlen deutscher Dichtung, die nicht vergessen werden sollten. Gedichte Klopstocks sind in dem Bändchen „Der große Gedanke" zusammengefaßt. Zwei weitere Bändchen „Die guten Geister" und „V 0 n Zeit zu Ewigkeit" enthalten Lyrik des 18. Jahrhunderts, darunter Gedichte von Gleim, Uz, Ewald von Kleist, Johann Geora Jacobi, Gellert, Gerftenberg, Mat« thisson und anderen. Jedes Bändchen kostet 1,20 RM. Dr. Fr. W. L. — Jürgen Jürgensen: „Fieber", afri« konische Novellen. Aus dem Dänischen übertragen, Preis in Ganzleinen gebunden 4,80 RM. — (66) — Von diesem Dänen, der vor dem Weltkriege Hauptmann im Belgischen Kongo gewesen ist, haben wir hier schon den Roman einer Expeditton durch den Urwald des innersten Afrika besprochen. Das Unheimliche einer Well, die dem (Europäer im Grunde immer fremd und unfaßbar bleiben wird, hat Jürgensen auch in diesem neuen Buch in ungeheuer erregenden und fpannunasgeladenen Skizzen gestaltet. Man spürt bas Selbsterlebte unb Durchkämpste, bie Auseinandersetzung mit dem Problem ber schwarzen Rasse, aber auch das Ringen mit bem Erlebnis des Urwaldes. Das innerste Afrika, von Stanleys und Livingstones Forschungsreisen her vor Jahrzehnten schon Mittelpunkt brennendsten Interesses hat in Jürgensen feinen Dichter gesunden. Nie Schandmale von Lompiegne verschwinden Zwischen zwei Starts gegen England. In den einsatzfreien Stunden erfahren die Maschinen eine sorgfältige Pflege sowohl durch das fliegende wie durch das Bodenpersonal. Hier werden die Bordwaffen gereinigt und instandgesetzt. (PK.-Jütte-Scherl-M.) Schatten stellen: Schriftleiter Alfred Linder war am 15. Juni zusammen mit drei anderen Kameraden aus dem Lager von Saint Cyprien von Gendarmen abgeholt worden; wir nahmen an, daß die vier an Deutschland ausgeliefert werden sollten. In Wirklichkeit hatte die belgische Schattenregierung in Limoges Anweisung gegeben, unsere vier Kameraden noch strenger als die anderen zu behandeln. Sie wurden, je zwei und zwei, mit Handschellen aneinander gefesselt, über Bordeaux nach La Rochelle gebracht, von wo sie nach der berüchtigten Insel R6 transportiert werden sollten, wo sonst im allgemeinen nur die Schwerverbrecher vor ihrer Ueberführuna nach der Sträflingskolonie Cayenne untergebracht werden. Dieser Transport kam nicht mehr zustande, da deutsche Flieger die Hafenanlagen von La Rochelle gerade vernichtet hatten. Linder und seine drei Kameraden wurden in den Straßen von einer rasenden Volks- Seenotmaschine in britischem Feuer. Bei der Rettung abgeschoffener Engländer von drei Spitfire angegriffen Von Kriegsberichter Hans Theodor Wagner. An derkranzösischen Küste, 12. August. (DRB.) PK. 8 Uhr früh: Strahlendes Sommerwetter, blauer Himmel über dem Kanal und drüben hebt sich ganz deutlich die weiße Steilküste der englischen Insel ab. Man kann bei solch guter Sicht kaum glauben, daß es noch 34 Kilometer bis zur anderen Küste sind. Man erkennt die Häuser von Dover und Folkestone, sieht die schlanken Masten der Funktürme von Dover und verfolgt die Fahrt unserer Räumboote der Kriegsmarine, die das Meer nach Treibminen abkämmen. Die Befehle find längst den verschiedenen Jagdgeschwadern und Gruppen übermittelt. Die erstenStafieln jagen hinüber nach England. „Freie Jagd" lautet der Befehl. Die Me's stürmen hinüber und packen den Feind, wo sie ihn treffen. Kampfgruppen sollen einen Geleitzug in der Themsemündung angreifen. Weitere Jagdgeschwader bilden hierfür den Jagdschutz. In 3000 Meter Höhe rasen die Jäger in Richtung West. Zu gleicher Zeit brausen unsere Jäger kreuz und quer über Südengland, hin und zurück über den Kanal. Erste Feindberührung: Sechs Spitfire wollen von unten unsere Jäger übersteigen und schon setzt eine wilde- Kurbelei ein. Sechs Spitfire stürzen hinab, schießen brennend in die Tiefe und gleichzeitig prasseln die schweren Brocken der deutschen Kampfflugzeuge auf einen 8000-Tonner, auf ein englisches Torpedoboot und einen 2500-Tonner. 'Guraelnd schließt sich das Wasser dn Kanals über Schiffen und Flugzeugen. Eine Stunde später: Wieder jagen unsere Verbände hinüber, frische Gruppen fegen über die englischen Fliegerhorste und da — da ist wieder der Feind. Die deutschen Jäger greifen an, unter ihnen liegt eine dichte Wolkendecke und sämtliche englischen Spitfires nehmen den Schwanz hoch, jagen mit vollaufenden Motoren in die Wolken. Richt eine einzige englische Staffel will sich stellen. Ueber dem Kanal erscheint eine Bristol-Blenheim. Schon stürzt sich die erste Me 109 aus ihr Opfer. Einen Augenblick später ist die Blenheim mit schwarzer Rauchwolke abwärts gestürzt, schlägt auf See auf. Zwei Minuten später rasselt auf dem Gefechtsstand der Fernschreiber. Eine Meldung fliegt auf den Tisch: „12 Uhr: Eine deutsche Seenotmaschine umkreist die um 11.58 Uhr abgeschossene Blenheim." Es ist unmöglich, mit berfi Glas die Vorgänge weit draußen auf der See zu verfolgen. Eine zweite Meldung berichtet: „12.25 Uhr: Ein deutsches Rettungsboot hat die Stelle des 11.58 Uhr abgeschossenen englischen Fliegers erreicht." Man sieht das deutsche Seenotflugzeug immer noch über der Absturzstelle kreisen, also müssen wohl Engländer in der Nähe herumschwimmen. Da tauchen drei kleine Punkte auf, nähern sich schnell dem menge bespuckt und blutig geschlagen und wären in einer Kaserne um ein Haar von der disziplinlosen Soldateska erschossen worden, wenn nicht im letzten Augenblick ein etwas vernünftigerer Offizier ihnen noch Rettung gebracht hätte. ' Sie kamen dann schließlich mit dem Waffenstillstand frei, nachdem sie mehrere Tage in strenger Einzelhaft verbracht hatten. Von den Angehörigen eines anderen Transportzuges habe ich außerdem glaubwürdige Mitteilungen über die schamlose Art erhalten, wie sich die Bewachungsmannschaften an der Not der deutschen Internierten bereicherten. Sie verkauften schmutziges Regenwasser aus den Tümpeln zwischen den Schienen zum Preise von 100 belgischen Franken je Flasche. In einem Falle wurden sogar 500 belgische Franken für eine Flasche gewöhnlichen Weins und eine Flasche Wasser bezahlt. Die Begleitmannschaft des betreffenden Zuges soll auf diese Weise 60 000 Franken für sich „gemacht" haben. Das sind die Bannerträger der Kultur und Zivilisation, welche die „Menschenrechte" und die Humanität" nach Deutschland bringen wollten. deutschen Flugzeug. Die Seenotmaschine macht kehrt und zieht sich schnell zurück. Und da erscheinen deutsche Jäger — eine Spitfire stürzt brennend ab, eine zweite folgt hinterher, und dann fällt auch Nummer drei mit schwarzer Rauchfahne in den Kanal. Noch ahnt man nicht die Zusammenhänge: Sollten etwa diese Lumpen wieder unser Seenotflugzeug angegriffen haben? Ein paar Stunden später steht man auf einem 'Feldflugplatz und vernimmt von »em Flugzeugführer folgende unglaubliche Geschichte: Die deutsche Seenotmaschine, eine wie üblich weiß angemalte, mit dem Genfer Roten Kreuz versehene und unbewaffnete Maschine, bemerkt während der Luftschlacht, wie ein Flugzeug ins Meer stürzt. Sie hält augenblicklich auf die Unglücksstätte zu und erkennt die englische Kokarde an den im Wasser schwimmenden Flugzeugtrümmern. ,^Ich sah drei Flieger mit den Wellen kämpfen", so erzählt der deutsche Flugzeugführer, „und wußte, daß es Engländer waren. Um den in Seenot befindlichen Fliegern zu helfen, ließ ich aus einer Höhe von etwa 30 Meter ein Schlauchboot a b - werfen. Das Boot trieb langsam auf die Flieger zu, anscheinend aber hatten sie nicht mehr die Kraft, das Boot zu erreichen. Einer von den englischen Fliegern blutete stark am Kopf. Sie hatten wahrscheinlich schwere Brandverletzungen erlitten. Ich flog darauf auf ein deutsches Marineboot zu und dirigierte es an die Unglücksstelle, die ich dort umkreiste. Als das deutsche Motorboot auf 300 Meter heran war, erschienen plötzlich mehrere Spitfire-Maschinen. Eine Spitfire jagte auf meine Maschine zu und eröffnete augenblicklich aus allen Rohren das Feuer. Ich machte sofort kehrt und flog in Richtung deutsche Küste. Mein Bordmechaniker war schwer verwundet worden, meine Maschine erhielt etwa 30 Treffer. Wiederum haben also diese Lumpen ein deutsches Seenotflugzeug, das unter dem Schutz des Roten Kreuzes steht, angegriffen und beschossen. Eine Viertelstunde später stehen wir am Kranken- bett des schwerverletzten deutschen Bordmechanikers. „Professor Bier" steht auf einem Schild am Eingang in die Abteilung. Totenblaß liegt der deutsche Flieger in seinem Bett. Mehrere Maschinengewehrgeschosse haben das linke Knie völlig zerschmettert. Wahrscheinlich wird man das Bein amputieren müssen. Ein Krüppel, weil ein deutsches Seenotflugzeug englische Flieger retten wollte und auch gerettet hat. Ein paar Schritte weiter, und man steht vor den beiden geretteten Engländern, die zwar Brandverletzungen am Kopf erlitten haben, aber sicher bald wieder genesen werden. „Dies ist der deutsche Flugzeugführer, der Ihnen das Schlauchboot zugeworfen hat und dessen Kamerad von Ihren Spitfires schwer verwundet Nach der Unterzeichnung des deutsch-französischen Waffenstillstandsvertrages ordnete der Führer die Beseitigung aller Denkmäler an, die im Walde von Compiegne an den Schandvertrag von Versailles erinnern. Dieser Befehl wurde in diesen Tagen, wie unser Bild zeigt, ausgeführt. Nur das Denkmal Marschall Fochs bleibt stehen. — (PK.-Kattermann-Presse-Bild-Zentrale-M.) estliche Humanität am Pranger. Erschütternde Erlebnisse in südfranzösischen Gefangenenlagern. Von unserem E. I.-Korrespondenien. in. Unter den gleichen brutalen Vorsichtsmaßnahmen, die unsere bisherigen Eisenbahntransporte ausgezeichnet hatten, wurden wir in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni nach dem im Jahre 1938 für die aus Spanien geflüchteten Milizen errichteten großen Barackenlager von Saint Cyprien bei Perpignan gebracht. Der an sich monotone Aufenthalt in diesem Lager ist mehrfach beschrieben worden. Allmählich konnten wir uns von den zahlreichen auch dort befindlichen Juden absondern. Die Wachtposten patrouillierten in Saint Cyprien jenseits der Stacheldrähte, so daß keine Gelegenheit ju körperlichen Mißhandlungen gegeben war. Trotz- oem liehen es sich die überwachenden Gendarmen nicht entgehen, bei verschiedenen Anlässen die barbarische Strafe des einstündigen Kniens in der Sonne mit auf dem Rücken gefalteten Händen zu verhängen. Einmal wurde diese Strafe gegen etwa zehn Barackenführer ausgesprochen, weil ihre Leute angeblich nicht, rasch genug zu einem Appell angetreten waren. T>ie sanitären Verhältnisse in Saint Cyprien waren womöglich noch schlimmer als in den bisherigen Lagern, es ist völlig unbegreiflich, wie die französische Regierung hie Fortdauer solcher Zustände in einem für die Dauer berechneten Internierungslager dulden konnte. Die auf dem feinen, häufig vom Mistral hoch aufgewirbelten Sandboden notdürftig mit dünnen Brettern errichteten windschiefen Baracken mit ihren Wellblechdächern teilten so ziemlich den Gipfel dessen dar, was man ich an Primitivität denken kann. Man schlief in )en Baracken auf einer dünnen Schicht Wochen hindurch nicht ausgewechselten Strohs, das für das Ungeziefer eine willkommene Brutstätte war. Das aus einer Reihe von Brunnen kommende Grundwasser war für Trinkzwecke völlig ungenießbar, da es verschmutzt war. Für Tausende von Menschen gab es eine einzige Wasserleitung, die schales, notdürftig filtriertes Grundwasser lieferte, aber auch dieses Wasser führte soviel Bittersalz aus dem Meer mit sich, daß sein Genuß zu schweren Verdauungsstörungen und zu oft wochenlang andauernder Ruhr mit hohem Fieber führte. Medikamente wurden von den französischen Aerzten, die sich persönlich um die Kranken überhaupt nicht bekümmerten, so gut wie gar nicht zur Verfügung gestellt. Es herrschte hier genau das gleiche Prinzip, das uns schon bisher begleitet hatte und das uns schon während des Transports mehrfach, sogar von Schwestern, ins Gesicht geschleudert worden war: „Crevez, crevez, toujours!“ („Ihr könnt ja ruhig krepieren!") Daß es dazu nicht gekommen ist, das haben wir einzig und allein dem herrlichen schnellen Sieg unserer deutschen Armee zu verdanken. Denn man hätte uns am liebsten in der Versenkung verschwinden lassen; Beweis dafür mag auch die Tatsache sein, daß man uns trotz aller Bitten zwei Monate hindurch keine Möglichkeit gegeben hatte, mit unseren Angehörigen auf dem Wege über das Rote Kreuz in Verbindung zu treten. Menschen- und Völkerrecht wurden gleichermaßen mit Füßen getreten. Es bestehen sichere Anzeichen dafür, daß man mindestens mehrere Tage lang daran dachte, uns weiter nach Nordafrika zu verschleppen, dann aber kam die Wendung mit dem endgültigen französischen Zusammenbruch und dem Abschluß des Waffenstillstandes. Wir wurden zwar damit noch nicht sofort frei, doch milderte sich der Druck der Bewachung etwas. Wir erhielten wenigstens ein paar Zigaretten und etwas Wein. Am 3. Juli endlich wurden wir ab= transportiert; etwa 100 flämische und rexistische Führer aus Belgien, die der Pierlot-Regierung besonders verdächtig erschienen und mit uns nach Frankreich verschleppt worden waren, folgten uns einige Tage später. Unser Transport traf am 10. Juli in Brüssel ein; ich selbst war auf den Tod erkrankt und mußte mich mit 41 Grad Fieber in ärztliche Pflege begeben. Bei allen diesen Dingen handelt es sich um Vorgänge, die i ch persönlich erlebt habe. Bekanntgeworden sind mir außerdem eine Reihe von Episoden, die meine eigenen Erlebnisse noch in den H 1 W Reichtum und Sieg. Reichswirtschaftsminister F u n k hat in seiner Rede zur Eröffnung der Königsberger Ostmesse vom Kräftewachstum gesprochen, das Deutschland erfährt, und vom Kräfteoerfall, den England zu beklagen hat. Er hat damit eine Frage angeschnitten, die in der Erörterung der Siegesaussichten eine große Rolle gespielt hat: Bietet der „Reichtum" Englands eine wirkliche Siegeschance, und ist „Armut" unter allen Umständen der Vater der Niederlage? Der Minister hat im einzelnen dargelegt, wie Englands materieller Vorsprung dahinschwindet. Er hat erklärt, daß England seine steigende Einfuhr nur bezahlen könne, in dem es sein in Generationen zu- sammengescharrtes Vermögen einsetzt. Es ist eine alte Erfahrungstatsache, daß Werte dahinschwinden, wenn man gezwungen ist, sie überstürzt zu veräußern. Der scharfe Rückgang, den zahlreiche Wertpapiere — beispielsweise kanadische und australische Anleihen — an der Neuyorker Börse erlitten haben, ist ein schlagender Beweis dafür, daß das englische Massenangebot von Wertpapieren die Vermögenstitel des Plutokratenoolkes entwertet. Der Minister hat an einer anderen Stelle feiner Rede von dem großen Fehler gesprochen, den die Londoner Politiker machten, als sie sich entschlossen, für die Verbrauchseinschränkung den zwar bequemeren, aber gefährlicheren Weg zu wählen, nämlich es dem Volke selbst zu überlassen, sich den Anteil am Sozialprodukt zu verschaffen. Anders ausgedrückt: Während Deutschland die Verteilung der Qualitätsnahrungsmittel staatlich regelte, gleiche Zuteilung vornahm und die Preise am Steigen verhinderte, hat England die Preise freigegeben und damit die Versorgung ausschließlich zu einer Frage des größeren Geldbeutels gemacht. Die Reichen in England können sich an den gewohnten Lebensgenüssen weiterhin alles leisten, und die Armen müssen darben. Der Krieg hat zweifellos gezeigt, daß eine hoch- roerti ge. materielle 9t ü ft u n g für dem Sieg unentbehrlich ist. Aber er hat auch gezeigt, bafj zur Schaffung einer solchen Rüstung nicht nur Geld erforderlich ist. Vielmehr ist der Be- hauptungs- und Siegeswille des ganzen Volkes, erwachsen auf der Erkenntnis der Lage und 'auf dem unverbrüchlichen Zusammengehörigkeitsgefühl, ebenso unerläßlich. Unsere Gegner haben behauptet und vielleicht sogar selber geglaubt, der Nationalsozialismus verwandele die Menschen in willenlose Werkzeuge der Partei- und Staatsführung und werde in Der Stunde der Not und der Gefahr ein Auseinanderlaufen der durch Druck zusammengehaltenen Menschen erleben. Sie haben sich auch hierin katastrophal geirrt. Man muß doch wohl den „Reichtum" eines Volkes weiter fassen, wenn man seine Bedeutung für den Sieg richtig werten will. In lichten Augenblicken gestehen unsere Gegner ein, daß Deutschland ihnen nicht nur in der Bewaffnung, Ausrüstung und Führung überlegen ist, sondern auch in der körperlichen und gesinnungsmäßi- gen Erziehung der Jugend. Der Führer hat in seiner großen Reichstagsrede vom Juli feinen Dank nicht nur denen abgestattet, die dem deutschen Volk mit der Waffe ober dem Werkzeug in der Hand gedient haben. Er hat auch biejenigen eingeschlossen, die der beutschen Jugend Den nationalen Idealismus wurde", übersetze ich. Der eine Flieger blickt auf, streckt dem deutschen Flugzeugführer seine Hand entgegen: „You were very kind and J thank you very muck" (Sie waren sehr gütig, und ich danke Ihnen sehr). Man möchte wissen, wie es möglich ist, daß immer noch deutsche Seenotmaschinen von Spitfire- Maschinen beschossen werden. Der Engländer sagt: „Ihre Sanitäts-Maschinen sind sämtlich mit Waffen ausgerüstet und deswegen werden Ihre Sanitätsmaschinen angegriffen." — „Haben Sie jemals selbst eine deutsche Seenotmaschine mit Waffen gesehen? Das ist eine Lüge Ihres Propagandaministeriums." „Nein, man hat es nur erzählt. Ich bin Reserveleutnant und weiß-, daß wir es mit anständigen Gegnern zu tun haben", antwortet der Engländer. Er ist sehr erstaunt, zu hören, daß unsere Seenotmaschinen bereits eine ganze Anzahl englischer Flieger gerettet haben. „Sie haben großes Glück gehabt, daß Sie über dem Kanal abgeschossen wurden und nicht, wie die gestrige Blenheim, die aus 200 Meter Höhe hier in der Nähe sich in die Erde gebohrt hat." — Der Engländer stöhnt leise auf. „Ja, Peter, dieser verdammte Krieg." Peter, der andere gerettete und gefangene Engländer, antwortet nicht. Er hat sein Gesicht zur Wand gedreht; dann hört man nach einer langen Weile ein halbunterdrücktes Nießen. Das Ehrenzeichen für den „Pionier der Arbeit-. Anläßlich seines 70. Geburtstages wurde dem Chef der Krupp-Werke, Dr. KruppoonBohlenund Halbach, durch den Führer die ehrende Auszeichnung „Pionier der Arbeit" durch Urkunde und Ehrenzeichen verliehen. Unser Bild zeigt das Ehrenzeichen „Pionier der Arbeit" in Gold. (Scherl-Bilderdienst-M.) Alleinhersteller:R]os.Möbs Seifenfabriken, Giessen zieht über Nacht den Schm ulz am der Wäsche Qu/ geulctsc/i&t. Bleich-Soda SthnmrriDtiß / \ Aus dem Reich Aus aller Welt Sinne der Arbeitsbuchoerordnuna ist. Deshalb hat gegen Dr. Lachmann, der sich veropferte, das andere der Unternehmer das Arbeitsbuch weiter aufzube- Treffen gewann @ilg durch einen schweren Fehler wahren. Das gilt jedoch nicht mehr, wenn das Be- Krankis. Der Stand lautet nun: Schmidt (Danzig) Der Reichsarbeitsminister weist darauf hin, daß die Einberufung eines Arbeitsbuchinhabers zum Wehrdienst nicht Beendigung der Beschäftigung im In der achten Runde war die wichtigste Begegnung die zwischen dem führenden Schmidt und seinem Verfolger Kohler, der- nur um einen halben Punkt zurücklag. Schmidt brachte im Angriff ein Opfer, das oder von zweifelhaftem Wert war. Im praktischen Spiel fand Kohler, der sich in großer Zeitnot befand, jedoch nicht die richtige Verteidi- ;ungsart und verlor. Gleichfalls als Anziehende iegten: Heinicke, der seinen Gegner Brinckmann positionell erdrückte, Richter, der ein schwieriges Endspiel mit ungleichen Läufern gegen den Wiener Keller zum Siege führte, Rudi Keller, der eine französische Partie gegen Herrmann gewann, Kieninger, der Ahues trieb errang, und Regedzinski, der Dr. Lange bezwang. Mit den Schwarzen wurden hier zwei Sätze errungen; Engert gewann den Punkt sckästigungsverhältnis während der Dauer des Wehrdienstes rechtlich gelöst wird, z. B. durch Kündigung des Unternehmers mit Zustimmung des Reichstreuhänders der Arbeit oder durch behördlich angeordnete Stillegung des Betriebes. In solchen Fällen hat der Unternehmer den Tag des Endes des Beschäftigungsverhältnisses als Beendigung der Beschäftigung im Arbeitsbuch einzutragen, dem Arbeitsamt Anzeige zu erstatten und dem ausscheidenden Gefolgschafter das Arbeitsbuch auszuhändigen. Kann der Unternehmer es auch nicht empfangsberechtigten Angehörigen des Einberufenen übermitteln, so muß er es weiter aufbewahren. Auf Antrag des Unternehmers ist das Arbeitsbuch vom Arbeitsamt in Verwahrung zu nehmen. Zu Vizepräsidenten der Reichsbank bestellt. Der Präsident der Reichsbank Reichswirtschafts- minister Funk hat die Mitglieder des Reichsbankdirektoriums Reichsbankdirektor Emil Puhl und Ministerialdirektor Kurt Lange zu Vizepräsidenten der Reichsbank bestellt, und zwar Herrn Puhl zum geschäftsführenden Vizepräsidenten und Herrn Lange zum stellverttetenden Betriebsführer. Mit Rücksicht auf den erweiterten Aufgabenkreis in der Reichsbank ist Dizeprästdent Lange von seinem 61/?, Richter (Berlin) 6, Kieninger (Köln) 5Vr, Gilg (Troppau) und Kohler (München) je 5, Engert (Düsseldorf) und Rudi Keller (Dresden) je 4^2, Krankt (Hamburg) 4, Heinicke (Hamburg) und Herrmann (Bochum) je 3^2, Ahues (Königsberg), Dr. Lachmann (Wolgast), Dr. Lange (Essen) und Regedzinski (Litzmannstadt) je 3, Keller (Wien) 2V3 und Brinckmann (Kiel) Vh Punkte. Großer Erfolg der Deutschen Kunstausstellung in München. Am Montag hat nach erst 17tägiger Dauer die Besucherzahl der Großen Deutschen Kunstausstellung 1940 das erste 100 000 überschritten. Im Ausstel- lungswesen dürfte ein derartiger Besuchererfolg kein Gegenstück haben. Auch der Verkaufserfolg hält unvermindert an. Friß Büchner f. Der in den Jahren 1923 bis 1925 als Hauptschriftleiter der „Hessischen Landeszeitung" in Darmstadt und später in gleicher Eigenschaft bei den „Münchner Neuesten Nachrichten" tätig gewesene Schriftsteller Fritz Büchner ist vor wenigen Tagen als Bataillonskommandeur in Südmähren am Herzschlag gestorben. Fritz Büchner gehörte der bekannten hessischen Familie an, aus der der Dichter Georg Büchner sowie der Schriftsteller Ludwig Büchner hervorgegangen sind. Der ikalienifche Sänger Bond gestorben. Der italienische Tenor Alessandro Bond ist in Viserba im Alter von 70 Jahren gestorben. Nach Caruso war Bond, der in seiner Jugend Schusterlehrling gewesen war, einer der gefeiertsten italienischen Sänger. Wirbelsturm und Springflut in SübfaroHna. Der nordamerikanische Staat Südkarolina wurde von einem schweren Wirbelsturm betroffen, der besonders an der Küste, wo er mit einer Springflut verbunden war, großen Schaden anrichtete. Die See überschwemmte das ganze Geschäftsviertel von Charleston, der größten Stadt Südkarolinas. Stundenlang war der ganze Stadtteil von der Außenwett abgeschnitten. Auch trug der Sturm eine große Sanddüne völlig ab und richtete in. anderen Küstenorten erheblichen Sachschaden an. Amt als Ministerialdirektor im Reichswirtschasts- ministerium entbunden roorben. Die Hauptabteilung IV des Reichswirtschaftsministeriums ist Ministerialdirigent Klucki übertragen worden, der gleichzeitig zum Ministerialdirektor ernannt worden ist. Vizepräsident Lange steht weiterhin als Sonderbeauftragter für Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen zur Verfügung des Reichswirtschaftsministeriums. Oie Gchönheitsreparaturen. Nach dem Erlaß über Preisbildung und Preisüberwachung bei Mieten im Kriege ist es unzulässig, wenn sich wohnungsuchende Mieter verpflichten, die Instandsetzung der Wohnung selbst zu übernehmen oder die Herrichtungskosten zu vergüten. Das bezieht sich auf diejenigen Fälle, in denen ein Vermieter die ihm obliegende Verpflichtung zur Ueber- lassung einer für den vertragsmäßigen Gebrauch geeigneten Wohnung bei einem Mieterwechsel dadurch zu umgehen sucht, daß er die Instandsetzung dem neuen Mieter aufbürdet. Damit wird also nicht ausgeschlossen, daß in Fällen, in denen ein Mieter bisher die Schönheitsrevaraturen selbst getragen hat, eine entsprechende Vereinbarung auch mit dem neuen Mieter geschlossen wird. Auch die Möglichkeit, mit besonderer Genehmigung der Preisbehörde die Schönheitsreparaturen entgegen der bisherigen Regelung unter entsprechender Kürzung des Mietzinses auf den Mieter zu übertragen, ist gegeben. Das künftige Baurecht. Im Reichsarbeitsministerium ist ein neues Daurecht in Vorbereitung. Die persönliche Freiheit des einzelnen im Rahmen des Ganzen soll auch beim Bauen erhalten bleiben, und der Rechtsbegriff des Privateigentums wird auch zukünftig geachtet. Aber die neuen Baugesetze werden dafür sorgen, daß der einzelne mit dem Grund und Boden nicht unbeschränkt tun und lassen kann, was ihm beliebt. Jedes Haus muß bei aller Wahrung berechtigter persönlicher Wünsche sich seiner Umgebuna eingliedern. Die Natur, die allen Menschen Erholung bieten soll, muß aeschützt werden. Wege, Flüsse und Seen dürfen deshalb nicht abgefpdrrt werden. Jede ungerechtfertigte Bodenverteuerung muß unmöglich gemacht werden. Der Sinn für die deutsche Familie und den gesunden Nachwuchs der Nation darf nickt durch Herabsetzung berechtigter Wohnungsansprücye erstickt werden. Unsere Wohnungen und Städte dürfen künftig nicht mehr die rechnerische Bilanz einer geldwirtschaftlichen Auffassung fein. Die Staatsaufsicht hat sich früher darauf beschränkt, baupolizeiliche Vorschriften aufzustellen, die lediglich dazu dienten, die öffentliche Sicherheit und Gesundheitspflege zu gewährleisten. Die Einhettlichkett der baulichen Entwicklung und die Einordnung des einzelnen Bauwerks in die Geschlossenheit einer Stadt oder eines Siedlungsraumes muß das kommende Baurecht erst durchsetzen. Der Staat beabsichtigt. keine zwangsweise Regelung oder gar Uniformierung des Wohnungsbaues, er wird aber mit einer zielbewußten Führung in den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Aufgaben des Städtebaues, des Wohnungs- und Siedlungswesens einsetzen. Nie Volkswohnung. Die normale Dolkswohnung soll die Vierraumwohnung sein, bestehend aus vier Wohn- und Schlafräumen sowie Nebenräumen (Kochküche oder Kochnische, Flur, Abort usw.). Die Wohnküche zählt als Wohnraum. Die Vierraumwohnungen sollen vor allem an Familien mit mindestens drei minderjährigen, zum elterlichen Haushalt gehörenden Kindern vermietet werden. Der Bau von Drei- oder Zweiraumwohnungen richtet sich nach dem jeweiligen Bedarf. Einraumwohnungen dürfen nur in Altersheimen oder zur Unterbringung von älteren Personen, die ihren Lebensunterhalt aus Renten oder Leistungen der öffentlichen Fürsorge bestreiten, zu- gelassen werden, jedoch nur, wenn dadurch eine entsprechende Anzahl anderer Wohnungen frei wird. Nach Möglichkeit sollen beim Bau von Altersheimen angemessene Gemeinschaftsräume vorgesehen werden. Die Volkswohnungsbauten sind als Dauer- bauten auszuführen. Auf eine gute architektonische und städtebauliche Gestattung ist Wert zu legen. Barackenwohnungen oder ähnliche behelfsmäßig ausgeführte Wohnungen dürfen nicht gefördert werden. Die Miete muß auf die Dauer tragbar sein. Die jährliche Belastung soll ein Fünftel des voraussichtlich dauernd gesicherten baren Reineinkommens der Bevölkerungskreise, für die die Wohnungen be- ftimmt sind, nicht überschreiten. Die tatsächliche monatliche Miete der Volkswohnungen darf 40 RM nicht übersteigen. Als Reichsförderung können Darlehen bis zu 2900 RM. je Volkswohnung gewährt werden. Die reinen Baukosten sollen im allgemeinen 5000 RM. je Wohnung nicht überschreiten. Das Arbeitsbuch der Einberufenen. Schachturnier um die Meisterschaft von Großdeutschland. Selten spannende Kämpfe um die Spitze sieht man im diesjährigen Turnier des Großdeutschen Schachbundes um die deutsche Meisterschaft i n B a d Oeynhausen. Richter hatte durch feine Hängepartie gegen Herrmann, die letzterer aufgab, vor der siebenten Runde wieder an der SpiHe den Gleichstand mit Schmidt erzielt. Inder 7. Runde machte sich Schmidt jedoch wieder frei, indem er eine Schlechter-Verteidigung des Damen gambits gegen den anziehenden Heinicke zum Siege führte, während Richter ebenfalls als Nachziehender eine fkandinavische Partie gegen Engert in einem feinen Spiel gerade noch zum Unentschieden herausriß. Ebenfalls unentschieden endete nach fast achtstündigem Kampf die Partte zwischen Gilg und Kieninger. Als Weißer gewann nur Kohler, der sich sizilianisch verteidigt hatte. Durch dieses Ergebnis hat Kohler mit Richter wieder Gleichstand erreicht. Bei den schwarzen Steinen siegte Dr. Lachmann über Herrmann, der in große Zeitnot geriet, Lokvenc über Brinckmann und Regedzinski über Ahues. Die letztgenannten Sieger haben somit ihre ersten Ganzpunkte erreicht. Durch ein Explosionsunglück beim Dreschen zwölf Landarbeiter gelötet. In der rumänischen Gemeinde Gageni im Bezirk Buzeu (nordöstlich von Pleesti) explodierte beim Dreschen der Dampfkessel der Antriebsmaschine. Dabei wurden zwölf Landarbeiter getötet und zahl- reiche weitere schwer verletzt. Zuchthaus für Feldpostmarder. Das Sondergericht in Kassel verurteilte den in Schlierbach im Kreise Ziegenhain geborenen Heinrich Flach zu 4 I a h r e n Zuchthaus, weil er bei der Post in Treysa aus Aushelfer sich in zehn Fällen an Postpaketen vergriff, unter denen sich auch drei Feldpostpäckchen befanden. Gewohnheitsbetrüger bei Widerstand erschossen. Der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei teilt mit: Am 10. August 1940 wurde bei Widerstand der 54jährige, wiederholt vorbestrafte Gewohnheitsbetrüger Karl Müller aus Karlsbad erschossen. Zwei Volksschädlinge hingerichtet. Der 1907 in Berlin geborene Otto Müller ist hingerichtet worden, den das Sondergericht in Berlin als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Müller ist ein 14mal vorbestrafter, gefährlicher Gewohnheitsverbrecher. Er hat zuletzt in 20 Fällen parkende verschlossen^ Kraftwagen unter Ausnutzung der Verdunkelung ausgeplündert. — Gleichzeitig ist der 1898 in Wittenberge geborene August Schultz hingerichtet worden, den das Sondergericht I m Berlin als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Sch, ein schwer vorbestrafter, gewissenloser Betrüger, hat seit Kriegsbeginn große Mengen von Fleisch, das zur menschlichen Ernährung untauglich war, als vollwertiges Fleisch in den Verkehr gebracht. Meine politische Nachrichten. Gauleiter und Ob er Präsident Koch gab zu Ehren der anläßlich der 28. Deutschen Ostmefse erschienenen Minister, Diplomaten, Vertreter der Partei, Wirtschaft, Staat und Wehrmacht einen Empfang im Oberpräsidium. Der russische Botschafter S k w a r ■ cew dankte im Namen der Diplomaten. Reichswirtschaftsminister Funk hielt eine Rede, in der seine Liebe zu seiner ostpreußischen Heimat zum Ausdruck kam. * Die Presseabteilung des Reichskommissars für die besetzten norwegischen Gebiete hat eine Reihe bekannter norwegischer Journalisten zu einer vierzehntägigen Reise durch Deutschland emgelaben, um den wichtigsten norwegischen Zeitungen Gelegenheit zu geben, über das Leben im Großdeutschen Reich in Kriegszeiten zu berichten. * Eine Abordnung der Httler-Jugend unter Führung von Obergebietsführer John nahm an einer Besichtigung der Führerschule der rumänischen Staats jugend „Landeswacht" teil, die Kronprinz Michael in Begleitung des Kommandanten der „Landeswacht" Sidorovid und des Unterrichtsministers Caracostea durchführte. Nach einem Bericht der britischen Admiralität ist das als Truppentransporter dienende Schiff „Mohammed Ali Elkebir" (7290 BRT.) im Atlantik torpediert und versenkt worden. Es befanden sich 860 Mann an Bord. 740 Ueberlebende wurden durch in der Nähe befindliche Schiffe gerettet und in einem chottischen Hafen an Land gesetzt. Hauptfchriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauvtfchristleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleitcr: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: HanS Beck. Berantworlltch für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. STADTTHEATER GIESSEN Das Stadttheater Gießen sucht stimmbegabte Damen und Herren die Lust haben, bei einigen geplanten großen Opernaufführungen mitzuwirken. — Sie dienen damit dem Aufbau und der Vervollkommnung des Gießener Opern-Spielplanes, um auch die größeren Werke unserer Tonmeister zur Aufführung bringen zu können. Alle Interessenten werden gebeten, sich im Intendanzbüro von 9 bis 14 und 17 bis 20 Uhr zu melden. Telephon 4189 DIE INTENDANZ ____________________________________________________________________________3623 D Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnis, abschriften dem Bewerbungsschreiben bei- legen I — Lichtbllder undBewerbungSunte» lagen müssen zur Ber- metdung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift bei Bewerbers tragen! Tüchtiger Herren- Friseur für sofort oder später gesucht. Wilhelm Wer Friseurmeister Frankfurter Straße 36. lssssv MeineAn-eigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Perrato- Sommersprossen- Krem hi< 4 best mmt Dose RM. 2.10 Nur erhältlich: Parfümerie Doll Marktstraße 28 ,262a WWWWe gesucht Brühlsebe ODiversilätsdroekerei Schulstraße 7. 3521 d Wir suchen zum baldigen Eintritt Gewlnuauszug 5. Klasse 3. 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August 1940 Zn der Bormliiagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 10000 RM. 20 9 Gewinne zu 5000 RM. 217958 246041 365610 9 Gewinne zu 4000 RM. 23091 93317 111038 12 Gewinne zu 3000 RM. 54678 66765 89712 231496 30 Gewinne zu 2000 RM. 61706 97198 203875 237165 310904 316447 326795 327258 372622 390099 132 Gewinne zu 1000 RM. 1959 6351 21394 29905 31680 33016 44516 49943 54331 60030 61421 81928 95193 99037 111147 148889 152734 158692 159915 163927 165006 166203 169705 185490 186951 187930 188543 194200 197906 219280 221971 225319 226290 227707 234230 237822 261420 299539 323070 325450 335828 362524 366581 394016 * Damenbart 4" Gesichtshaare, alle lästig. Haare werd, nur durch d.von mirangew.einzlg sichereMeth. unt. 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SchwaabsWeinstuben Unsere Küche bleibt bis auf weiteres geschlossen 3627 D Ali-Gold auch Silbergeld kauft ständig Erich Beyer Juwelier 02678 Bahnhofstraße 1 Telefon 4041 Genebm.-Beschl. Nr. A 40/4113. Spei. Umarbeiten v. alt. Trauringen. VornehmI Geschmackvoll/ Persönlich/ Olea» drei weeent- llohen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Wegen Erkrankung meines jetzigen Mädchens suche ich für 1. Sept, ordentl., zuverlässige Hilfe für Küche und Haus, die an selbst. Arbeiten gewöhnt ist. Brau touife Bette, Wöusüurg 10 _______________3628D Nr. 190 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag, August MO Musikschule für Lugend und Volk Aus -er engeren Heimat Uebergrößen für Kinderkleidung. Kreis Büdingen. RM, (155). ELASTOCORN, Am morgigen Mittwochnachmittag wird Oberbürgermeister Ritter in einer schlichten Feier im Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, einer Anzahl Gefolgschaftsmitglieder der Stadt Gießen eine wohlverdiente Ehrung erweisen, indem er ihnen das vom Führer für treue Dienste verliehene Treudienst-Ehrenzeichen überreichen und dabei das Wirken der pflichtttreuen Männer in verdienter Weise würdigen wird. Die vom Führer verliehene Auszeichnung wird den nachstehend genannten Männern überreicht werden: Das Goldene Treudienst-Ehrenzeichen für vierzigjährige treue Dienstzeit dem Bauoberinspektor Heinrich Höhn und dem Bauinspektor.Heinrich Matheis vom Stadtbauamt, ferner dem Hausmeister Joseph H e i ß l e r von der Oberschule für Mädchen. Das Silberne Treudienst-Ehrenzeichen für fünfundzwanzigjährige treue Dienstzeit erhalten: Hilfsbote Georg Brusius, Dollstreckungssekretär Richard Förster, Verwaltungsinspektor Ernst K l u t t i g und Verwaltungsinspektar Arthur Meirich von der Stadtkasse, Hausmeister Franz Adam von der Schiller-Schule und Hausmeister Karl 3 u * lauf von der Alten Pestalozzi-Schule: Straßenaufseher Wilhelm Am end, Feuerwehrmann Otto Arnold, Taglöhner Heinrich Leib, Michael Sammet vom Stadtbauamt: Rohrleger Albert Abel, Installateur und Kassenbote Bruno Eberhardt, Elektromonteur Friedrich Größer, Techniker Karl Keßler, Straßenbahnwagenführer Georg Pfeiffer, Straßenbahnwagenführer und Schlosser Wilhelm Schneider, Obermonteur Otto Steil) und Straßenbahnwagenführer und Heizer ♦ Heinrich Wilhelm,: Die Namen der Gemarkung Gießen. Gießen 1940 (im Kommissionsverl. von UL G. Elwert, Marburg). 82 S.< 1 Karte, 8°a Preis 3,— Der Beschuldigte hatte sich jetzt vor dem Sander- gericht zu verantworten, das sich erstmals mit einem derart gelagerten Fall zu befassen hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen öffentlicher Beleidigung zu 9 Monaten Gefängnis. Das Gericht war der Auffassung, daß die Aeußerung des Angeklagten objektiv geeignet war, die Manneszucht zu untergraben. 3n Anbetracht der Jugend dos Angeklagten und des persönlichen Eindrucks, den er machte — er hat sich freiwillig zum Heeresdienst gemeldet — nahm das Gericht an, daß er sich nicht klar über die Aeußerung war und daß seine Dor- Haltungen nicht die Manneszucht untergraben wollten. Damit schied die Bestrafung wegen Verbrechens gegen das Krieassonderftrafrecht aus. Die Art des Vorgehens des Angeklagten fei aber außerordentlich häßlich gewesen, und die Beleidigung, die die Folge haben konnte, daß die Disziplin litt, sei öffentlich Andreas Wagner. Oie Namen der Gemarkung Gießen*). Das 18. Heft des im Auftrag der „Hessischen Vereinigung für Volkskunde" von Prof. Dr. A. Götze herausgegebenen „Hessischen Flurnamenbuchs" bringt die Flur- und Straßennamen der Gießener Gemarkung und ist Oberbürgermeister Ritter als „dem hochherzigen Förderer dieser Arbeit" gewidmet. Aufbauend auf den Forschungen und Sammlungen von Direktor Dr. Karl Ebel werden in alphabetischer Reihenfolge die in alten Urkunden, den Gießener Zinsregistern von 1495 und 1553, Kopialbüchern, Ratsprotokollen, Mutationsregistern, Flurkarten usw. vorkommenden Namen von Fluren, Gewannen, Bächen und Wegen der Gießener Feldmark, sowie die heutigen Straßennamen der Stadt aufgezählt und geschichtlich und sprachlich erklärt. Wo es möglich ist, ist bei den Namen die Flur angegeben, so daß man die Lage leicht auf der beigegebenen großen Karte, die Stadtbaudirektor Grave rt verdankt wird, feststellen kann. Leider sind die Namen der Waldgemarkung nicht mitaufgenommen: der Verfasser gedenkt sie aber in einer späteren Arbeit nachzuliefern, vielleicht wird er dann auf das reiche Material, das er zu- fammengetragen hot, zu einer Geschichte der Entstehung und Entwicklung der Gießener Gemarkung, wie sie Ebel als Ziel vorschwebte und wofür dieser Wohnungswesens. Zwei angefangene S i e d < lungsbauten werden ihrer Dringlichkeit wegen noch fertiggestellt. Das Siedlungsgelände am Äu- weg wird weiter aufgeterlt und für Siedlungen zur Verfügung gestellt. Mit dem Verkauf der von der Stadt erbauten Postkraftwagenhalle an die Reichspost ist der Gemeinderat einverstanden. Der Verkauf der st ä d t i s ch e n Herberge, der im Zusammenhang mit der Frage der Hauptstra- ßenerweiterung steht, wird zurückgestellt. Die Pläne eines größeren Anbaues am städtischen Krankenhaus wurden durchgesprochen, mit dem Bau kann aber erst begonnen werden, wenn die allgemeine Baugenehmigung wieder erteilt roirb, Ein hiesiger angehender Architekt hatte als Prüfungsarbeit den Entwurf zu einem H I. - H e i m in Schotten angefertigt. Von den Plänen wurde mit Interesse Kenntnis genommen. — Der älteste Einwohner der Stadt, Messerschmied Heinrich Merz, ist im 90. Lebensjahr verstorben. Der altbekannte Schotten er Sommermarkt wird auch in diesem Jahre mit einem Rindvich-, Fohlen- und Pferdemarkt am Montag, 12., mit einem Schweinemarkt am Dienstag, 13. 8., und dem Krämermarkt am 14. 8. durchgeführt werden. — Die Sammlung für das Rote Kreuz erbrachte wieder nahezu 1600 RM. — Die hiesige HI. wird in Schotten, als der Rennstadt, als Motor-HI. ausgebildet. Neben der allgemeinen vormilitärischen Ausbildung im Gelände, im Schießen u. dgl. erhalten die HI.-Angehörigen durch Fachleute eingehenden Unterricht auf dem Gebiet bes Kraftfahrzeugwesens. x Schwere Bestrafung wegen öffentlicher Beleidigung. Lpb. Frankfurt a. M., 12. Aug. Ein Felbwebel beaufsichtigte -am 13. April bas Nachexerzieren ber in einem Orte in Quartier liegenden Mannschaften. Unter den Zuschauern befand sich ein 20jähriger Bursche, der in einer Aeußerung den Versuch machte, gegen hie Fortsetzung des Exerzierens Einspruch zu erheben. Als ihm der Felbwebel erklärte, das gehe ihn nichts an, machte er eine Aeußerung, die geeignet war, die Manneszucht zu untergraben. Nach dem geltenden Kriegssonderstrafrecht ist eine solche Handlungsweise mit schwersten Strafen — sogar der Todesstrafe — bedroht. Als gegen den jungen Mann von dem Truppenteil, dem der Feldwebel angehörte, Strafantrag gestellt worden war, erfolgte seine Verhaftung, und es wurde Anklage gegen ihn auf Grund des Kriegssonderstrafrechts erhoben. Kartoffeln gut behandeln. Mehr und mehr verschwinden' die alten Kartoffeln vom Markt und die neuen stellen sich ein. Die Hausfrau freut sich dieser Verbesserung ihrer Küche. Dabei soll sie aber auch daran denken, daß I die Erdfrucht ihrerseits gut behandelt sein will, um I sich an Geschmack und Nährwert voll entfalten zu : können. Die Kartoffel ist die Trägerin unserer Er- 1 nährung. Sie ist reich an Kohlehydraten und Ml- , neralstoffen, wie auch an Eiweiß — gemessen an ! der Menge des Verbrauchs. Sie enthält reiche Men- 1 gen an Vitamin C. Die Vitaminforschung hat fest- ' gestellt, daß der Gehalt an diesem Schutzstoff durch Anwendung von Hitze verringert wird. Der Vita- min-E-^Gehalt der Kartoffel ist also weitgehend von der Art der Zubereitung abhängig. Am wenigsten wird er geschädigt, wenn die Kartoffel in der Schale gekocht wird: mehr schon bei der Zubereitung in'geschältem Zustand (Salzkartoffel) und am meisten bei der Zubereitung als Kartoffelbrei. Durch das Zerquetschen erfolgt eine weitgehende Berührung und Vermischung mit Luft, wodurch ebenfalls eine starke Schädigung des Vitamin G stattfindet. Beim Rohschälen der Kartoffeln ergeben sich große Verluste, einmal an wertvollen Nahrungsstoffen, zum andern auch mengenmäßig. Das. muß vermieden werden. Ebenso eine Auslaugung, wie sie stattfindet, wenn roh geschälte Kartoffeln längere Zeit im kalten Wasser liegen. Aber auch bei der vielfach üblichen Zubereitungsart, die Kartoffeln ganz oder zerschnitten im Wasser zu kochen, gehen die wertvollsten Stoffe in das Wasser über und was zur Ernährung übrig bleibt, ist entwertet. Den vollen Nähr- und Geschmackswert der Kartoffeln erhalten wir, wenn wir sie in der Schale dämpfen, statt sie zu kochen. Man braucht dazu durchaus nicht einen teuren Dampftopf. Es genügt vollkommen, wenn die Kartoffeln auf ein Sieb gelegt werden, das man in einen größeren Topf einhängt, so daß das Wasser nicht ganz an das Sieb reicht; ber Topf muß mit einem gut schließenden Deckel abgedichtet werden. Durch den Dampf des kochenden Wassers werden die Kartoffeln weich und behalten ihren vollen Wohlgeschmack und Nährwert. Man will nicht immer Pellkartoffeln, sondern auch einmal Salzkartoffeln? Auch für sie werden die Früchte in der Schale gedämpft, dann herausgenommen, rasch abgepellt und die geschälten, zerteilten Stücke noch einmal kurze Zeit auf dem Siebeinsatz durchgedämpft. Sie erhalten so das mit Recht so beliebte mehlig-lockere Aussehen der Salzkartoffeln. Eine Beigabe von Salz ist nicht nötig, da durch dieses Kochoerfahren die natürlichen Mineralsalze dem Kochgut verbleiben. Auch zur Zubereitung von Kartoffelbrei soll die Kartoffel in der Schale gedämpft werden. Man treibt sie, noch ' heiß abgepellt, durch den Queffcher und erhält au diese Weise den vollmundigen Geschmack und die Nahrungsstoffe. Wer einmal Kartoffelpuffer haben möchte, versuche es, die sauber gebürsteten Knollen mit der Schale zu reiben. Gerade die noch dünnhäutigen neuen Kartoffeln eignen sich dazu. Dadurch bleibt ber ganze Nährwert erhalten. Man reibe auch nicht um des weißen Aussehens der Masse willen unter Wasser, da dadurch alle wichtigen Stoffe ausgelaugt werden. Lieber ein dunkleres Aussehen, um den vollen Gehalt und Geschmack zu besitzen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Safari". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchenjahre einer Königin". Ehrung für freue Dienste. Am 15. August wird — wie wir gestern schon kurz berichteten — in der Neuen Aula der Universität mit einer schlichten Feier die Musikschule für Jugend und Volk eröffnet werden. Dabei sprechen hervorragende Männer der Partei und der Musikerziehung zu den Eltern und Freunden der Schule. Diese ist ein Gemeinschoftswerk der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der Hitler-Jugend. Aehnliche Schulen bestehen schon seit einiger Zeit u. a. in Wiesbaden, Darmstadt, Worms. Ihre Errichtung ist auch von der Reichsmusikkammer gewünscht, weil man sich davon eine stärkere Erfassung der musikalischen Teile unseres Volkes, besonders der Juaend, verspricht. Und in der Tat haben die vielen Anmeldungen in Gießen gezeigt, daß dem o ist. Welchen Zweck verfolgt dieses neue Gemeinschaftswerk? Jedenfalls keineswegs den, die Privatmusiklehrer brotlos zu machen. Im Gegenteil, die Reichsmusikkammer erwartet durch die größere Mobilmachung der Jugend auch einen Gewinn für den privaten Musiklehrer. Ueberdies wird der Unterricht an der Schule fast ausschließlich von diesen erteilt werden. Wie ,cho; gesagt, ist der Hauptzweck der, die musikalische Jugend möglichst restlos zu erfassen, vor allem will man auch den Minderbemittelten Gelegenheit geben, für ein geringes Entgelt guten Musikunterricht zu erhalten. Wenn dann, wie es in der Gießener Schule der Fall ist, eine große Anzahl der Anmeldunaen sich auf die höheren Instrumente, wie z. B. Violine, Klavier usw. bezieht, o ist das besonders erfreulich, denn es zeugt von dem hohen und gesunden musikalischen Sinn unseres Volkes. Der allgemeinen Musizierfreudigkeit Beisetzung von Altbürgermeister Leun. Großen-Linden, 12.August. Am gestrigen Sonntag wurde unter sehr starker Beteiligung die sterbliche Hülle des Altbürgermeisters Johannes Leun hier zur letzten Ruhe gebracht. Unter Vorantritt einer Militärkapelle, der Kriegerkameradschaft, des Gesangvereins usw., gaben die Großen-Lindener ihrem verehrten ehemaligen Bürgermeister das letzte Geleite. Aus der Gtabrede, die ber Ortsgeistliche Pfarrer Germer hielt, klangen noch einmal bie großen Verbienste hervor, die sich ber Verstorbene in seinem langen Leben erworben hatte. Die Gesangvereine trugen Trauerchöre vor, der Kriegerverein schoß den Ehrensalut, bie Kapelle spielte das Lied vom guten Kameraden. Den Kranz von der Gemeinde Großen-Linden legte der stellvertretende Bürgermeister, Beigeordneter Karl Volk, nieder. Landkreis Gießen. (D 23 e u e r n , 12. Aug. Der hiesige NS D.- Kintz e r g a rt e n hielt am Sonntag in seinem neuen Heim ein Sommerfest für die Kleinen ab, das einen sehr schönen Verlauf nahm. Die Leiterin des Kindergartens, Fräulein D ö h n (Schwester Märtel), machte mit ihrer kleinen Gesellschaft zuerst einen Umzug und begrüßte dann im Hofe die erschienenen Eltern und Großeltern. Mit einer kurzen Ansprache an Eltern und Kinder eröffnete die Leiterin des Kindergartens die kleine Festlichkeit und wies in einigen Worten auf den Sinn und die Bedeutung des Kindergartens hin. Sodann zeigten die Kinder, die alle mit farbenprächtigen Kleidchen auftraten, unterhaltsame Spiele, die helle Freude bei den Besuchern auslösten. Ferner wurden schöne Lieder gemeinsam gesungen und Gedichte aufgesagt. Auch die Aufführung des Kasperletheaters machte viel Spaß. Zum Schluß erhielt jedes Kind ein Geschenk; außerdem gab es einen Pudding, ber allen ausgezeichnet munbete. * E11ingshausen, 12. August. Der hiesigen Hebamme i. R. Frau Elise Görnert würbe eine verdiente Ehrung zuteil, indem ihr das vom Führer verliehene goldene Treubien st ehrenzei- ch e n für 40jährige treue Dienste überreicht wurde, nachdem sie im vorigen Jahre bereits das bronzene Mutterehrenkreuz erhalten hatte. Frau Görnert begann ihre Tätigkeit als Hebamme im Jahre 1888, so daß sie schon 1938 ihr 50jähriges Dienstjubiläum feiern konnte. In > ihrem arbeitsreichen und von schweren Sorgen nicht freien Leben hat sie fast 700 Menschenkindern zum Eintritt in die Welt verhalfen und damit ebensovielen Müttern in ihrer schwersten Stunde Beistand und Hilfe geleistet. Der großen Verantwortung ihres Berufes war sie sich stets vollauf bewußt. Mit der größten- Gewissenhaftigkeit und Sauberkeit, die sie vereinte mit einem nimmermüden Fleiß, ging sie stets an die Erfüllung ihrer schweren Aufgabe. Wie oft wohl hat sie ihre Nachtruhe opfern müssen! Und wenn sie auch heute noch als Dreiundsiebzigjährige jeder Mutter, die Sorgen hat, mit Rat und Tat zur Seite steht, so zeigt sie damit nur, daß ihr das Helfen in ihrem Leben zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Wenn alle, die sie kennen, und alle, die ihre reichen Erfahrungen irgendwie in Anspruch nahmen, durch diese Zeilen angeregt werden, einmal nachzudenken über ein Leben, das nur «der Pflicht geweiht und nichts war als ein einziger Dienst am höchsten Gut unseres Volkes, so möge jeden ein Gefühl der Dankbarkeit erfüllen für die Jubilarin, der wir einen gesegneten Lebensabend wünschen. in feinen auch jetzt noch lesenswerten Arbeiten bereits den Grund gelegt hatte, dabei manche in ber oorliegenben Schrift noch vorhandenen Lücken ergänzen und Versehen verbessern können. Schon jetzt wird der, der sich die Mühe macht, das Büchlein aufmerksam durchzulesen, aus seinen Angaben viel ür die Gießener Heimat-, Siedlunas- und Kulturgeschichte gewinnen können. Als bequemes Nach- chlagebuch wird es dem Heimatforscher, dem Lehrer dzr Heimatkunde und jedem Heimatfreund gute Dienste leisten. H. Keine Verlängerung der Schulferien in Gießen. In der Stadt wird gerüchtweise verbreitet, die Schulferien in ber Stadt Gießen seien verlängert worden. Demgegenüber hören wir vom Stadtschulamt Gießen, daß dieses Gerücht völlig unzutreffend ist, die Ferien also nicht verlängert sind, sondern der Unterricht, wie planmäßig vorgesehen, in allen Schulen am nächsten Montag wieder aufgenommen wird. Monatsappell der ehemaligen 116er. Die Kameradschaft ehemaliger 116er hielt am Samstag bei guter Beteiligung der Kameraden unter Leitung von Kameradf chaftsführer Bill ihren Monatsappell im „Pfälzer Hof" ab. Der Kameradschaftsführer brachte zunächst eine Reihe organisatorischer Fragen zur Sprache und gab Anordnungen bekannt. Mit großem Interesse wurden wieder die eingegangenen Grüße und Mitteilungen ber Kameraben aus dem Felde verlesen und zur Kenntnis genommen. Mit besonderer Freude wurde die Mitteilung aufgenommen, daß der Fahnenjunker Schnell, der Enkel von General Mohr, für Tapferkeit vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde. Im weiteren Verlaufe des Appells wurde über bas Fechtwesen gesprochen, das von den Kriegerkameradschaften zu dem Zweck unterhalten wird, den Waisen gefallener ober verstorbener Kameraben helfen zu können. Für die weitere Arbeit im Fechtwesen wurden Richtlinien bekanntgegeben. Auch über die Sterbegeldversicherung wurde gesprochen und verschiedene Zweifelsfragen aus dem Kreis ber Kameraden- geklärt. August-Wanderung des DH6. 10, Birnen 20 bis 25, Brombeeren 40, Mirabellett 35, Renekloden 25, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmach, gurken 1% bis 4, Endivien 10 bis 15, Lauch 15, Sellerie 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf. * * Ehrung kinderreicher 2R ü 11 er, Zwecks Verleihung des Chrenkreuzes der deutschen Mutter müssen von den Frauen, die mindestens vier Kinder lebend geboren haben, Antragsvordrucke ausgefüllt werden, die in Gießen beim Standesamt, in den Stadtteilen Klein-Linden und Wieseck bei den Verwaltungsstellen zu haben find. ** Nochmals: Keine Einreisegenehmigung ins Elsaß. Nach wie vor laufen beim Ehef der Zivilverwaltung im Elsaß ungezählte Gesuche um Einreisegenehmigung ins Elsaß ein. Es wird deshalb noch einmal bekanntgegeben, daß nur denjenigen Volksgenossen die Einreise, gestattet werden kann, die als Angehörige von Dienststellen des Staates und der Partei, ober als deren Beauftragte beruflich im Elsaß zu tun haben. Alle anderen Gesuche sind zwecklos und können künftig auch nicht mehr beantwortet werden. . yuuen luniuc, uup vit -'n'..... Schotten, 9.August. In seiner gestrigen erfolgt; deshalb habe auf eine erhebliche Gesäng- .Sitzung befprad) dex Gemeinderat Fragen des 1 nisftrafe erkannt werdeg mussey. ordnung bestimmte Zeit getrunken, heilsame Wirkungen auszuüben. Auch die ihr nachgerühmte Wirksamkeit bei Zuckerkrankheit entbehrt nicht der Grundlage. Doch sei ausdrücklich gewarnt, mit derartigen Mitteln selbst zu kurieren unter Verzicht auf bie ärztliche Behandlung, die ja gerade bei der Zuckerkrankheit unerläßlich' ist. Sammelvorschrift: Die Blätter werden durch Abstreifen von den Zweigen geerntet. Nicht drücken, da gequetschte Blätter beim Trocknen mißfarbig werden. Trocknung: iit dünner Schicht auf luftigem, schattigem Dachboden. Aufbewahrung und Versand: in Säcken, Ab-, lieferung bis spätestens Ende September. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 13. Aug. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: -Markenbutter, % kg 1,80 RM.§ Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, kg 6,5 Rpf., 5 kg 65 Rpf., Wirsing, kg 6 Rpf., Weißkraut 4, Rotkraut 10, gelbe Rüben 7, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 16 bis 18, Erbsen 21, Mischgemüse 15, Tomaten 22, Zwiebeln 15, Rhabarber 10, Pilze 50, Frühäpfel 20 bis 30, Falläpfel Er mochte nicht einmal ins Kino gehen, so schmerzten seine Hühneraugen. Aber bald wird er sie los sein, denn er hat heute Elc^tocorn aufgelegt mit dem Filzring. Jetzt hat er schon keine Schmerzen mehr beim Gehen» mehr beim Bezug von Uebergrößen die Kartenabschnitte nicht nur durch die für die Antragsteller zuständigen, sondern durch beliebige Wirtschaftsämter bzw. Kartenstellen in Bezugscheine umgewandelt werden dürfen. Heidelbeerbläiter. Die bekannte Heidelbeere, auch Blaubeere, Schwarzbeere ober Bickbeere genannt, die ^r Familie der Heidekrautgewächse gehört, liefert auch in Form ihrer getrockneten Blätter eine Droge, bie sowohl arzneilich von anerkannter Bedeutung ist, wie auch gelegentlich in Mischung mit unseren Hausteekräutern Verwendung findet als Teeersatzmittel. Regelmäßiger Genuß von Heidelbeerblätter- tee als Haustee erscheint nicht unbedenklich, da auf Grund des Arbutingehaltes der Heidelbeeren der Tee bei dauerndem Gebrauch sich gelegentlich schädigend bemerkbar machen kann. Dagegen vermag bie Pflanze bei Blasenkatharren, auf ärztliche Ver- wirb baburch weitgehend Rechnung getragen, daß den beliebten Dolksinstrumenten Ziehharmonika, Akkordeon, Blockflöte ein breiter Raum gewährt wird. Es steht zu erwarten, daß mancher Lernbeflissene, wenn die musikalischen Schwingen wachsen, sich später auch einem der erstgenannten Instrumente zuwenden wirb, was im Hinblick auf unsere große beutsche Musikkultur nur zu begrüßen wäre. Der vollkommenen Erfassung des musikalischen Menschen dienen bann noch bie Kurse für Rhythmik, Gehörerziehung, Musikgeschichte usf. Der Unterricht erfolgt in kleineren und größeren Gemeinschaften. Aus den einzelnen Gruppen werden sich bann bie besonbers Befähigten herausschälen, bie später roieber ,ju befonberen Gruppen zusammen- genommen werden. Von hier aus steht dann der Weg zum Einzelunterricht und Privatmusiklehrer vollkommen offen. Die Schule hat, wie das ja selbstverständlich ist, das Bestreben, jedem ihrer Schüler die möglichste musikalische Förderung angedeihen zu lassen. Zu wünschen wäre es freilich, wenn sich eine noch größere Anzahl als bisher auch dem Studium der Blasinstrumente (Klarinette, Flöte, Trompete) wib- men wollte, benn bie späteren Möglichkeiten finb ge- rabe hier besonbers groß. Die Zusammenarbeit mit ber HI. unb den Jungmädels, die sich in schönster und erfreulichster Weise vollzieht, wird für die musikalische Erziehung gewiß von größtem Segen sein. So sind alle Voraussetzungen gegeben, daß die Gießener Musikschule das wird, als was sie gedacht ist: eine musikalische Erziehungsstätte des gesamten Volkes. Dor einiger Zeit ist für Kinder, für, deren Bezug von Bekleidungsgegenständen die Reichskleiderkarte für Knaben ober Mäbchen gilt, bie aber infolge ihrer Körpergröße mit ben „Kinbergrößen" ber Bekleidungsgegenstände nicht mehr ausreichen, eine besondere Regelung getroffen worden. Unter persönlicher Anwesenheit des Kindes wird beim Wirtschaftsamt ober ber zustänbigen Kartenstelle von ber für bas Kind zuständigen Kleiderkarte bie Anzahl von Teilabschnitten abgetrennt, bie für ben betreffenden Bekleidungsgegenstand vorgesehen sind unb hierfür ein Bezugsschein für bie ausreichende Größe ausgestellt. Häufig erkennen die Kunden aber erst beim Einkauf, daß eine Uebergröße nötig ist. — Um nun übermäßige Wege zu verhindern, ist eine Erleichterung injofers gejchaffeü Norden, als nun» Dom denkbar besten Wanderwetter begünstigt unternahm am Sonntag der DHE. Gießen in Stärke von nahezu 50 Teilnehmern seine August-Wantze- rung. Der Marsch führte durch die „Gänswiese" hinüber nach unserem Vorort Wieseck, wo am Ausgang des Ortes die Dreschmaschine mit Hilfe fleißiger Hände rastlos tätig war, die eingebrachten rmann uno Kornhausten von ihrer wertvollen Frucht zu be- Vflasterer l-freien. Bald war der Hangelstein erreicht, der jedoch ' mit Umgehung seiner höchsten Erhebung bis zum Daubringer Paß durchschritten wurde. Hier bot sich bei klarer Luft ein wundervolles Panorama. Zu Füßen der Wanderer zog sich das von einigen Dörfern belebte Lumdatal mU dem Totenberg unb dem von ber Sonne bestrahlten Staufenberg hin. An- fchließend sah man bas anmutige Salzbödetal mit dem Altenberg unb bem hochliegenden Oberwalgern. Weiterhin erhoben sich die Berge ber Glabenbacher Eegenb, ber Hemmerich, Treisberg unb Koppe, bie ferner liegenden Alberge unb ber Rimberg, während von Süden her der Taunus mit Feldberg und Altköniq herübergrüßte. Nach einer im nahen Alten- Buseck eingelegten Kaffeestation ging es weiter auf einsamen Wegen durch prächtige Waldungen, in denen Lichtungen immerzu entzückende Ausblicke boten Besonders reizvoll war der Blick in der Nahe des Aspenkippeis auf das hochgelegene Climbach mit seinem Wasserturm und auf Allertshausen. Der roten Punktmarkierung folgend führte der Weitermarsch durch Wald und Flur, später um den Hoheberg herum nach Großen-Buseck, von wo nach einer Schluhrast die Heimfahrt erfolgte. S.Ji.Jpori m wns Sie Ergebnisse des Orissporigemeinschastsiages in Klein-Linden. Verfügung gestellt worden war. Sieger wurde dank ihrer größeren Spielerfahrung und der besseren Zusammenarbeit aller Mannschaftsteile die Jugend- Mannschaft des Tv. Hochelheim vor der sich tapfer wehrenden Elf des To. Grüningen, die ihrerseits eine recht gute Figur abgab. Aber auch alle übrigen Teilnehmer ließen faum Wünsche offen und gaben einen ausgezeichneten Einblick in die vom Fachamt Handball auf breitester Grundlage geleistete Jugendarbeit. Im einzelnen gab es folgende Ergebnisse: Staffel I: Hochelheim — Pohl-Göns 4:0 (3:0); Dornholzhausen gegen Lang-Göns 7:0 (3:0); Hocheb heim — Dornholzhausen 4:2 (3:1); Pohl-Göns gegei Lang-Göns 0:2 (0:0); Hochelheim — Lang-Gön 3:2 (3:1); Pohl-