Samstag, 13-, Sonntag, 14. Zull 1940 Allein Die Seeschlacht im Ionischen Meer Gewaltige Luslkampse über England. Allmählich treffen in Straßburg die von den Franzosen Evakuierten wieder ein. Das Leben beginnt lanasam wieder zu pulsieren. Auch eine Zeitung erscheint wieder, und zwar die „Straßburger Neuesten Nachrichten", deren erste Exemplare hier mit Kraftwagen zu den Derteilungsstellen geschafft werden. (Scherl-Bilderdienst-M-t 40 Bomber, ferner sehr viel Jagdflugzeuge. In dem Augenblick, da die britischen Iagdflujj- Mienische Lustgeschwader packen den Feind erneut. Der italienische Wehrmachtsbericht. Rom, 12.3ulL (DJtB.) Der italienische Wehr- machksbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Die See- und Luftschlacht vom 8. und 9. Juli ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Unsere Seeaufklärung hat am gestrigen Morgen einen feindlichen Flottenverband, bestehend aus zwei Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger und kleineren Einheiten, festgestellt, der auf der höhe von Malta kreuzte und später fünf große Frachtdampfer mit Kurs nach Osten begleitete. Auf Anforderung unserer INarlneluftaufklärung sind unsere Bomberverbände sofort in rafch aufeinander folgenden Wellen gestartet. Während einiger Stunden ist der feindliche Verband verfolgt und der Aktion unserer Flugzeuggeschwader ausgesetzt worden, die unter Mißachtung der außerordentlich heftigen Flakabwehr der feindlichen Schiffe bis auf wenige hundert Meter niedergingen, um das gewählte Ziel besser zu treffen. Ein Frachtdampfer ist mit Sicherheit versenkt worden. Zwei Zer- stör er wurden so schwer getroffen, daß einer von ihnen die Rettungsboote niederlassen muhte. Der F l u g ; e u g t r ä g e r wurde von einer Bombe schwersten Kalibers getroffen und blieb plötzlich bewegungslos liegen, wobei aus der höhe deutlich Brände an Bord sichtbar wurden, während andere Schiffe ihm zu Hilfe eilten. Vier I a g d f l u g z e u g e , die von dem feindlichen Flugzeugträger aul^estiegen waren, wurden von unteren Bombern in Flammen abgeschossen. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. In der Schlacht vom 9. Juli haben die Ge- schütze unserer Kreuzer fünf feindliche Torpedo-Wasserflugzeuge und drei Bomber abgeschossen, von denen eines noch die Bomben an Bord hatte, die beim Aufschlag aufs Wasser explodierten. In Nordafrika Tätigkeit der Luftwaffe und unserer leichten Kolonnen jenseits der Lyrenaika- Grenze. Tanks und Panzerwagen wurden zerstört und erbeutet sowie bei Sidi Barrani Baracken und Wiedererwachendes Leben in Straßburg. Kriegsmarine und Luftwaffe vernichteten feit Kriegsbeginn 4329 213 BRT Handelsschiffsraum. Kampf- und Gturzkampfverbande der Luftwaffe griffen Flugplätze, Hafenanlagen und Rüstungswerke in Süd- und Mittelengland sowie Schiffsziele erfolgreich an. Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. Berlin. 12. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Kampf- und S turzkampfverbände der Luftwaffe griffen am 11. Juli Flugplätze, Hafenanlagen und Rü st ungs werke in Süd- und Mittelengland sowie S ch i f f s z i e l e vor der Ost- und Südküste Englands an. In den Häfen von Plymouth und L o w e - st oft wurden die Hafenanlagen durch Bomben getroffen, in Portsmouth und den Industrieanlagen bei Burton-upon-Trent starke Brände durch Bombentreffer hervorgerufen. Im Kanal gelang es, einen Tanker von 15000 BRT. sowie vier Handelsschiffe mit insgesamt 15 000 BRT. zu versenken, neun weitere Handelsschiffe durch Volltreffer schwer zu beschädigen. Im Verlaufe dieser Angriffe schossen sowohl unsere Kampf- und Sturzkampfflugzeuge als auch Jäger und 3 er- störer mehrere feindliche Jäger ab. Die feindlichen Bombenabwürfe in Westdeutschland waren gering und verursachten keinen Schaden. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 13 Flugzeuge, hiervon 3 durch Flakartillerie. Sieben eigene Flugzeuge werden vermiht. Die Erfolge der Kriegsmarine und der Luftwaffe lm Handelskrieg haben eine für England fühlbare höhe erreicht. Vis 8. Juli 1940 wurden versenkt: a) durch Torpedotreffer und Minenerfolge unserer U-Boote: 1 920 439 BRT. b) durch Ueberwasserstreitkräfte und andere Seekriegsmittel: 1 362 461 BRT. c) durch Angriffe der Luftwaffe: 1 046 313 BRT. Damit sind feit Kriegsbeginn insgesamt 4 329 213 BRT. feindlichen oder dem Feinde nutzbaren han- delsfchiffsraumes vernichtet worden. Zu dieser Zahl von versenkten Schiffen kommen noch über 300 zumeist durch die Luftwaffe beschädigte Schiffe hinzu, die zum Teil so schwer getroffen wurden, dah sie für die Weikerbenutzung ausfallen oder infolge der notwendigen Instandsetzung für Monate nicht verwendungsfähig sind. ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Neuer Bombenangriff auf Malta. Nom, 12.Juli. (DNB.) Wie Agenzia Stefan! meldet, führten italienische Flugzeuge am Freitagnachmittag einen neuen Angriff gegen einen Luftstützpunkt auf Malta aus. Mit Explosiv- und Brandgeschossen wurden die Flugplatzanlagen und die am Boden befindlichen Apparate beschossen. Zwei britische Jagdflugzeuge wurden im Laufe von Luftkämpfen abgeschossen. Alle italienischen Flugzeuge kehrten unbeschädigt zu ihren Stützpunkten zurück. Weiter meldet Stefani, daß ein italienisches Landbombenflugzeug, das Donnerstagnachmittag nicht zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt war, am Freitagfrüh an der äußersten Küste von Sizilien auf dem Meere schwimmend aufgefunden wurde. Die Besatzung wurde gerettet. Das Flugzeug hatte während eines langen Fluges seinen Brennstoff aufgebraucht und war bei der Rückkehr zu einer Notlandung auf dem Wasser gezwungen. Die Flügel und die leeren Benzintanks wirkten wie Schwimmer und ermöglichten, daß die Maschine die ganze Nacht hindurch bis zum Eintreffen der zu Hilfe herbeieilenden Wasserflugzeuge schwimmend auf der Meeresoberfläche trieb. Britische Kriegsschiffe nach Gibraltar zurückgekehrt. Mailand, 12. Juli. (Europapreß.) Der „Cor- riete della Sera" meldet aus Algeciras, die Einheiten der britischen Flotte seien am Donnerstagmorgen nach Gibraltar zurückgekehrt. Sie hätten den Hafen vor drei Tagen verlassen. Es handle sich um zwei Linienschiffe, zwei Kreuzer und vier Torpedoboote, von denen Tote und Verwunde feausgesch isst wurden. Der Hasen sei durch Annabme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr desVormittagS Anzeigen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvfi ie mm bei 22 mm Zellenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüße Mengenstaffel 8 Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/o mehr Unser telegraphisch aus Rom nach Berlin übermitteltes Bild hält eine Phase der großen Seeschlacht zwi- ( Truppen abgesperrt worden. Ein Teil schen schwersten italienischen und britischen Flotteneinheiten im Jonischen Meer fest. Britische Granaten &er Allheiten sei schwer beschädigt gewesen, schlagen neben einem italienischen Schlachtschiff ins Wasser. Im Vordergrund eine wertere italienische Zerstörer sei wieder in das Mittelmeer in See Flotteneinheit, auf der sich der Kameramann befand. — (Associated-Preß-M.) gegangen. Die letzte Gesamtmeldung vom 30. April 1940 hat Handelsschiffsverlufte an feindlicher und dem Feinde nutzbarer Tonnage in höhe von 2 283 000 BRT. betragen. Bis Ende Mai erhöhte sich die Dersenkungsziffer infolge des U-Bootein- fatzes in del nordischen Aktion um nur 134 000 BRT. In den letzten sechs Wochen versenkten unsere U-Boote durch Torpedotreffer 609000 BRT. Nach den bisher vorliegenden Meldungen belaufen sich die Minenerfolge im Handelskrieg von Unter- und Ueberwasserstreitkräften seit der letzten Bekanntgabe schon auf über 200 000 BRT., wobei zu berücksichtigen ist, daß die britische Admiralität Minenverluste grundsätzlich zu verheimlichen sucht. Unsere Schnellboote, die seit Mitte Mai zum erstenmal von neuen Stützpunkten aus im Handelskrieg gegen England eingesetzt werden konnten, versenkten neben sechs Zerstörern und zwei U-Booten bis zum 8. Juli feindlichen handelssckiffs- raum von 56 900 BRT. Dies bringt das Gesamtergebnis des von der Kriegsmarine geführten Handelskrieges auf die genannte Dersenkungsziffer von 3 283 000 BRT. t ± _ Seite an Seite mit der Kriegsmarine hat die Luftwaffe im Handelskrieg gegen England gekämpft. Der erste Luftangrift gegen Handelsschiffe erfolgte am 17.12.1939. Seitdem sind die Erfolge von Monat zu Monat gewachsen. Bei den Erfolgen der Luftwaffe handelt es sich nicht nur um die Versenkung zahlreicher Handelsschiffe auf ihren Fahrten zur Versorgung Englands, sondern auch um die Verluste, die von der Luftwaffe der britischen Transportflotte vor Dumir- chen beigebracht wurden, und um die feindlichen handelsschiftsoerluste, die in großem Umfange bei den Angriffen unserer Luftwaffe auf französische und britische Häfen eingetreten find. Außer dem Totaloerlust von Handelsschiffen, der durch die Luftwaffe allein 235 Schiffe beträgt, ist England durch die Beschädigung einer großen Anzahl weiterer Schiffe schwer getroffen worden. Eine Bombe auf einem Handelsschiff bedeutet, day das betreffende Schiff, auch wenn es nicht gleich zum Sinken gebracht wird, für Wochen und Monate ür den Schiffsverkehr von und nach England a u s - ällt. Der Anfall an reparaturbedürftigen Schien ist so groß, daß die englischen Docks, die sowieso chon aufs äußerste in Anspruch genommen sind, gar nicht in der Lage sind, derartig schwere^Scha- den schnell auszubessern. Der zunehmende Mangel an Roh st offen trägt dazu bei, die m normalen Zeiten übliche Dauer der Wl^erherstellung noch weiter zu verlängern. In sehr vielen Fallen wird es überhaupt nicht möglich sein, ein Handels schiff, das einen englischen Hafen noch mit Muhe und Not erreicht hat, wieder verwendungsfahigl zu machen. Auch die für England unter den heutigen Umständen in jedem Falle dringend notwendige Ladung ist ganz oder teilweise unbrauchbar geworden. Wenn auch nach dem Niederbruch Frankreichs auf dem Kontinent die Waffen ruhen, so kann doch von einer Kampfpause nicht die Rede sein. Das bezeugen Tag für Tag die deutschen und italienischen Wehrmachtsberichte. Nicht für einen Augenblick ist der Kampf gegen England unterbrochen, das sich nach der Niederlage seines französischen Bundesgenossen nun in der früher so oft gerühmten, heute aber doch höchst peinlich empfundenen „splendid Isolation” den bei- den Achsenmächten gegenübersieht, die entschlossen sind, mit Waffengewalt zu erzwingen, wozu sich , Englands Herrenkaste auf friedliche Weise nicht be- 44.UUYUUHU., im v reitfinben wollte. Eine Schonzeit gibt es für Eng- zeuge hoch gingen, stürzten sich die deutschen Jä-lland nicht. Kriegsmarine und Luftwaffe der beiden der, die in großer höhe auf diesen Anflug gelauert verbündeten Mächte bleiben dem Feind auf den hatten, auf die Gegner herab und nun entwickelte Fersen, lassen ihn nicht einen Augenblick znm auf- sich ein wilder K a m p f, der zu zahlreichen atmen und zur Reorganisierung seiner Kräfte kom- Einzelgefechten rasch umeinander wirbelnder Flug-1 men. Immer wieder greifen unsere Kampfgeschwa- zeuge sich entwickelte, wobei die Jagd über den gan- der die Stützpunkte der feindlichen Luftwaffe, die zen Horizont und oft tief nach England hinein Zentren der britischen Rüstungsindustrie und die führte Hafenanlagen vor allem der Süd- und Ostkuste an. Immer wieder sahen die angstvoll zusammen- richten schwere materielle Beschädigungen an und stehenden Massen am Lande Flugzeuge brennend steigern von Tag zu Tag die Nervosität^der -ö ns Meer stürmen Mit Unruhe wird festgestellt, daß völkerung, die trotz aller hochtönenden Beschwich- di- sich um te Ä Sperr- ti«e*d>e °°rg-1°h°nL 2d°r -mg-leit-ten Maß- über die Insel hereinbrechen hat eine Unzahl der nahmen zur Verteidigung der Insel überzeugt ist. wildesten Gerücht^ausgelöst, so daß" da und dort Vielmehr wächst, je näher man dem Augenblick Fallschirmabsprünge beobachtet worden eines deutschen Generalangriffs zu kommen glaubt, s-ion SrHiofeiirfJ fnh fith dos britische Luftfahrt- die Unsicherheit, ob England wirklich auf diesen An- eben beendeten Feldzug dem britischen Volk einen recht instruktiven Anschauungsunterricht über Wert und Widerstandsfähigkeit derartiger Verteidigungsanlagen gegen moderne Angriffswaffen gegeben hat. Es ist also schon ein Ausfluß der durch die verlogene Propaganda der Regierungsclique fystema» tisch entfesselten und zur Hysterie gesteigerten Nervosität, wenn nun auch außerhalb des offiziellen Verteidigungsgürtels, der natürlich, wie könnte es anders fein, den bombastischen, geradezu furchterregenden Namen Churchill-Linie trägt, nach dem alten britischen Grundsatz „my home is my castle” jeder gleichsam auf eigene Faust beginnt, sein Haus l und Garten mit Schützengräben und Hindernissen in Verteidigungszustand zu setzen. Daß dazu noch die Zivilbevölkerung von Amts wegen nicht nur zum Schanzen her angezogen, sondern auch aufgefordert wird, sich im Schießen mit Gewehr und MG. ausbilden zu lassen, bedeutet nichts anderes, als ein von der Regierung in unverantwortlicher Weife organisiertes wildes Heck en schütze ntum. Unseren braven Soldaten wird man mit ihm zwar nicht imponieren können, sie werden mit ihm in England ebenso fertig werden, wie sie den polnischen heckenfchützen schnell und gründlich das Handwerk gelegt haben. Aber Englands Bevölkerung selbst wird es in ernste Gefahr bringen, zumal es den Anschein hat, als ob auch gewisse Heißsporne unter Iden britischen Frauen, die nichts besseres zu tun wissen, zwar wenig ladylike, aber alter Tradition gemäß sich besonders hitzig an den Vorbereitungen Autos getroffen und in Brand gefetzt. Ferner wurde 0Cf(lltenCI1cl)t*Utt0 in Mesßna. ein feindliches Flugzeug abgefchof- Rom, 12. Juli. (Europapreß.) Unter riesiger en und einige Gefangene gemacht. Beteiligung der Bevölkerung, der Militär- und Zi- iinh $n tfnnfilrfi <; n NI n l i. vilbehörden von Messina hat am Donnerstag die , S° LI (- e rn «nh 74iirnr Begattung der in dem Seegefecht an der kalabrisch. lanb die Flugplohe von Derber- und Burac I :cn'ljtf)en @efatlenen in Messina (tätige- äußerst wirkungsvoll bombardiert worden, desglei- fanden. Auf der Piazza Dante nahm der Erzbischof chen in Kenia der Flugzeugstühpunkt wajir, DOn Messina die Einsegnung der Gefallenen vor. wo zwei englische Jagdflugzeuge im Kampf abge- Die Ehrensalven wurden von Marineabteilungen schossen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind 311 abgegeben. Hamburg, 12. Juli. (DNB.) Der Stockholmer Berichterstatter des „Hamburger Fremdenblattes" meldet: Der Angriff auf den Geleitzug an der englischen Südküste wurde von der englischen Küstenbevölkerung beobachtet, so daß die englische Presse Erlaubnis bekommen hat, Schilderungen zu veröffentlichen. Es fei, so schreiben die Blätter, die bisher größte Luftschlacht gewesen, die England miterlebt habe. Die ganze Küste sei eine einzige feuerspeiende Barriere der Flak draußen auf der See gewesen, wo die haushoch über den Schiften zusammenschlagenden Wogen durch die fallenden Bomben aufgewühlt worden feien, während hoch oben am Himmel das wilde Spiel der einander bekämpfenden Zerstörer und F a lls ch i r m a b s p r u ng e Jagdflugzeuge zu beobachten war. Die Deutschen waren in zwei wuchtigen ....... . .... T Angriffswellen gekommen , jedesmal rund gends solche Landungen vorgekommen seien. lW.Jahrgang Nr.w4 Wt D Samstag,»ö.| gn KlMnerAmeMk auch bei Nichterscheinen H V C* jv von einzelnen Nummern ^sssa^ General-Anzeiger für Oberhessen - ■V U : für ein solches wildes Heckenschützentum beteiligen. Man kann nicht früh genug auf den Ursprung einer Legende hindeuten, die einmal leichtgläubigen Amerikanern als Heldenlied britischer Frauen in den Ohren tönen soll, in Wahrheit aber nichts anderes wäre als krasser Völkerrechtsbruch. Während die panische Angst vor einem deutschen Angriff Regierung und Volk Englands zu den verzweifeltsten, von Unsicherheit und Furcht diktierten Maßnahmen treibt, spürt man auch auf wirtschaftlichem Gebiet von Tag zu Tag mehr, daß England tatsächlich eine belagerte Insel ist. Nicht nur, daß durch den Ausfall fast des gesamten europäischen Kontinents für die Lebensmittelversorgung diese bei den völlig unzureichenden Produktionsleistungen der den Jagdlaunen und der Profitgier der großen Latifundiendesitzer geopferten eigenen Landwirtschaft ganz auf die Zufuhren auf Uebersee angewiesen ist, auch die britische Eisenerzeugung, die Seele der aus höchsten Türen laufenden Rüstungsindustrie, ist in katastrophalem Abstieg begriffen, so daß der britische Versorgungsminister Morrison schon einen lauten Hilferuf an die Vereinigten Staaten gerichtet hat, den folgenschweren Ausfall zu decken. Nachdem seit dem 10. April die Zufuhr schwedischer Erze aufgehört hat, hat England nun auch auf die Zufuhr aus Frankreich und Nord- afrika verzichten müssen, der eiaene Bergbau leidet an Mangel an Grubenholz, das früher in der Hauptsache aus Norwegen unb Finnland herein- kam, so ist schon eine Reihe von Hochöfen ausgeblasen worden, und flehentlich lenkt man die Blicke nach den Vereinigten Staaten, ohne freilick viel Hoffnung auf rechtzeitige Hllfe, denn Roosevelts riesiges Aufrüstungsprogramm, das nicht minder der Wi rtscha ft^a nkurb elung wie außenpolitischen Zwecken dienen soll, erfordert natürlich höchste An- spannung der amerikanischen Eisenerzeugung für die eigene Rüstungsindustrie. Aber noch einen Haken hat die Sache, und das ist die Tonnage, sie ist heute bereits für Englands Versorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen die Kardinalfrage geworden. Vor dem Weltkriege marschierte Englands Handelsflotte mit 19,3 Millionen BRT. an der Spitze, erst in weitem Abstand folgten Deutschland mit 5,5 Millionen BRT. seiner Handelsflotte. Der Weltkrieg hatte nun zwar den deutschen Wettbewerb wenigstens vorübergehend beseitigt, dafür aber die Handelsflotten anderer Länder, vor allem die der Vereinigten Staaten, Japans und Norwegens, erheblich anwachsen lassen, während Englands Anteil an der Welthandelsflotte von 39,2 v. H. im Jahre 1914 auf 25,9 v. H. im Jahre 1938 sank. Die britische Handelsflotte verfügte nach Lloyds Register 1939 über 17,9 Millionen BRT. Schiffsraum, ihr folgten die Vereinigten Staaten mit 9,3 Millionen, Japan tpt 5,6 Millionen, Norwegen mit 4,8 und Deutschland mit 4,5 Millionen BRT. Wenn England also in den Weltkrieg gegangen war, um aus dem Weltmeer alle unangenehmen Konkurrenten zu beseitigen, so zeigt diese Bilanz, daß Englands Rechnuna in diesem wie in so vielen anderen Punkten falsch war, denn statt eines ihm wett unterlegenen Konkurrenten hatte es nach dem Weltkriege deren eine ganze Reihe, von denen die Vereinigten Staaten bereits über mehr als die Hälfte des britischen Schiffs- raums verfügten, während 1914 Deutschland als nächstgrüßte Handelsflotte nicht viel mehr als ein Viertel der brittfchen besaß. So ging England in den neuen Krieg in einer gegen 1914 sehr erheblich verschlechterten Grund- stelluna seiner Handelsflotte. Und seit Kriegsbeginn ist der von Monat zu Monat wachsende Mangel an Schiffsraum zu dem wesentlichsten Problem der wirtschaftlichen Kriegführung Englands überhaupt geworden, während seine beiden stärksten Konkurrenten, die Vereinigten Staaten und Japan, neben ihren ungeheuren Rüstungen zur See auch mit dem beschleunigten Ausbau ihrer Handelsflotte durch keine Kriegssorgen gehindert fortfahren. Wie sehr die deutsche Wehrmacht zu Lieser prekären Situation der brttischen Handelsflotte beiaetragen hat, zeigt die Zusammenstellung, die der gestrige Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht über die Erfolge von Kriegsmarine und Luftwaffe im Handels- krieg bringt. Danach sind seit Kriegsbeginn bis zum 8. Juli insgesamt mehr als 4,3 Millionen BRT. feindlichen oder dem Feinde nutzbaren Handels- schiffsraumes vernichtet worden. Das ist ein ungeheurer Erfolg, wenn man bedenkt, daß bis Mitte April die Basis des deutschen Handelskrieges in der Deutschen Bucht lag, erst mit der Besetzung der norwegischen Küste Stützpunkte an der offenen Nordsee gewonnen werden konnten und eine Spanne von wenigen Wochen erst den Auftakt, freilich einen sehr verheißungsvollen, gegeben hat für die Führung des Handelskrieges aus dem gewaltigen Radius Narvik—Biscaya. Kriegsmarine und Luftwaffe teilen sich in diesen großartigen Erfolg, der England an seiner Achillesferse trifft, denn die Wirtschaftsblockade war die Waffe, mit der die britischen Plutokraten auch diesen Krieg, wie so viele andere der britischen Geschichte zu gewinnen gedachten. Die Besetzung der gesamten Kontinentalküste vom Nordkap bis zur Pyrenäengrenze Frankreichs hat den Briten nicht nur diese Waffe aus der Hand geschlagen, sondern ihre eigene Insel der deutschen Blockade ausgesetzt. Der Luftwaffe und den U-Booten stehen heute nicht nur an der norwegischen Küste und am Kanal, sondern auch am freien Atlantik sichere Stützpunkte für ihre Unternehmungen gegen alles, was noch auf England zustrebt, zur Verfügung und und wie beide diese neue durch den siegreichen Feldzug in Frankreich geschaffene Situation auszunützen verstehen, das beweisen die Wehrmachtsberichte von Tag zu Tag mit schlagenderen Zahlen. Wenn sich die Briten damit zu trösten suchen, daß sie durch die Beschlagnahme zahlreicher skandinavischer, holländischer, belgischer und französischer Schiffe ihre Tonnage erheblich aufgebessert hätten, so wird das Ergebnis dieses Piratenstreichs mehr als aufgewogen durch die Verlängerung der Zufahrtsstrecken, die die vom europäischen Kontinent nun fast ganz abgeschnittenen britischen Handelsschiffe zurücklegen müssen, um aus Uebersee Lebensmittel und Rohstoffe heranzuschaffen. Zudem sind sie zum Löschen ihrer Ladung mehr unb mehr auf die Häfen der englischen Westküste angewiesen, da Süd- und Oft- küste am unmittelbarsten der deutschen Blockade unterworfen sind. Bei der starken Spezialisierung der britischen Häfen für den Umschlag bestimmter Warengattungen, wie Lebensmittel, Erze, Baumwolle, Erdöl, Kohle und bei der geringen Leistungsfähigkeit der britischen Eisenbahnen für Gütertransporte, werden die Zerstörungen von Hafenanlagen durch deutsche Bomber sehr schnell die Güterversorgung Englands auch von dieser Seite her in Schwierigkeiten bringen, wenn nicht schon gebracht haben. Angesichts dessen ist es schon ein besonders dummdreister Bluff, wenn britische Propagandaredner von der „Aushungerung Europas" sprechen. Abgesehen davon, daß es der britischen Flotte gänzlich unmöglich ist, den europäischen Kontinent irgendwie zu blockieren, so würde diese Blockade ein Der Schauplatz der Schlacht im Mlelmeer. SO V.-RUSS AND BULQARIFi ^RIECI dtsch reich/,gar\ RUMÄNIEN J ST TOBRUK KYRENAIKA SIZILIEN MWWMM «GIBRALTAR TANGE! 'PAL. Irien ÄG/PTEN SUM g( IMMER EN R DAN E LIEN TÜRKEI idiiiscHE$;L*NßA^vtl0S ’T# KORSIKA ERZ. NORDAFRIKA \: ENGE. STÜTZPUNKTE | 0 500 1000 4500 KM. ys. % ........MMPNüni'MM'iW '‘alexandriÄUT^ l CTO* Lagekarte zu den italienischen Wehrmachtberichten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) petains neues Kabinett. Bern, 13. Juli. (DNB.) Wie die Agentur Havas aus Mchy meldet, hatte sich der französische Ministerrat am Freitag unter dem Vorsitz des Marschalls Petain versammelt. Alle Minister erklärten ihren Rücktritt. Das „Journal Officiel" vom 13. Juli veröffentlicht ein Dekret, das die von Marschall Pstain als Chef des französischen Staates auf Grund des Derfassungsattes vom 11. Juli 1940 ernannten Minister-Staatssekretäre aufzählt: Stellvertretender Ministerpräsident: Pierre Laval, Senator; Justiz: Raphael Alibert, Mitglied des Staatsrates; Inneres: Adrien Mar- quet, Abgeordneter; Auswärtige Angelegenheiten: Paul Baudoin; Finanzen: Poes Bouthil- lief; Landesverteidigung: General W e y g a n d, Oberkommandierender; Unterricht und Kunst: Cmlle Müreaux; Jugend und Familie: Jean Pbarne- garay, Abgeordneter; Landwirtschaft: Pierre G a z i o t, Mitglied der Landwirtschaftsakademie; Verkehr: Pietry, Abgeordneter; Kolonien: Le- mery, Senator. Die Namen der Minister-Staatssekretäre für Industrieproduktion und Arbeit sowie des Generalsekretärs für Arbeitseinsatz werden später veröffentlicht. Artikel 2 nennt als Unter- staatssekretär des Heeres: General Col- f o n, der Marine: Admiral D a r l a n, der Luftfahrt: General der Luftwaffe P u j o. Falls der Staatschef aus irgendeinem Grunde an der Ausübung feiner Funktion verhindert ist, ehe die neue Verfassung vom Volk ratifiziert ist, übernimmt der stellvertretende Ministerpräsident Laval diese Funktionen. Ist Laval verhindert, |o wird sein ^Stellvertreter vom Ministerrat ernannt. Wie aus Vichy weiter berichtet wird, sind die französischen Parlamentarier äußerst empört über die Absicht des Marschalls Petain, mit seiner neuen Regierung nach Versailles überzusiedeln. Der Grund für ihre Erbitterung ist vor allem, daß Petain nicht gewillt ist, die Uebersied- lung von Senat und Kammer nach Versailles oder Paris zu gestatten. Eine Abordnung von Parlamentariern hat sich unter Führung des Kammerpräsidenten Edouard Herriot bereits zu dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Pierre Laval begeben, um diesen äu ersuchen, dem Marschall den Wunsch beider Häuser zu übermitteln, a m Sitz der Regierung oder in dessen Nähe ihre „parlameytarische Tättgkeit" entfalten zu können. Laval hat dieses Ersuchen rundweg abge- lehnt. Er wies darauf hin, daß es sich bei dem Weiterbestehen von Kammer und Senat bis zum Inkrafttreten der neuen Verfassung nur um eine Formalexistenz handele. Der Marschall habe keineswegs die Absicht, so teilte Laval den Parlamentariern mit, die beiden Versammlungen in ihrem bisherigen Bestand jemals wieder einzuberufen. Abgeordnete und Senatoren blieben am besten in Clermont-Ferrand oder in Vichy, bis über ihr Schicksal entschieden sei. Eine Uebersiedlung komme nicht in Frage. Duff Loopers „Kampagne des Schweigens". Von unserer Berliner Schrifileiiung. Der alte Kriegshetzer der Plutokratie, Duff Cooper, hatte als politischer Geschäftsreisender in der nord amerikanischen Presse am 25. Oktober 1939 verkündet, Deutschland müsse zerschlagen und Süddeutschland mit den Donaugebieten unter der Herrschaft Otto von Habsburgs vereinigt werden, desselben Otto, der jetzt in Neuyork angelangt ist und behauptet hat, in Paris und sonstwo nur mit knapper Not der Gefangennahme durch die Deutschen entwischt zu fein. Und noch am 23. April 1940 meinte besagter Duff Cooper, die Deutschen, diese „kleinen Trupps von blutbefleckten, geldmachenden Mördern , müßten unbarmherzig getötet werden. Jetzt ist Duff Cooper als informierender Lügenminister insofern minder heroisch, als er im Rundfunk dem britischen Volk erzählte, es solle vor allem gegen die defaitistische Stimmung a n k ä m p f e n, die sich auf der belagerten Insel wohl in schlimmster Weise bemerkbar machen muß. Er gab recht kleinlaut eine Unzahl von absurden Rezepten, die Briten sollten sich i m Schweigen üben, sie sollten den falschen Gerüchten nicht glauben, die Augen vor den Wirkungen der deutschen Bombardements verschließen und dafür von den britischen „Siegen" sprechen, also wohl von der feigen Flucht bei Andalsnes, aus Holland und Belgien, aus Dünkirchen oder dem Ueberfall von Oran? Nun, wir werden dafür sorgen, daß Duff Cooper selbst mit seinem Grundsatz: „Die Wahrheit zu lagen, könnte schädlich sein", die harte Wahrheit fühlen wird, wenn er sie nicht hören will. Die presse furchtet Verschärfung der Zensur. Stockholm, 12. Juli. (Europapr.) Im Anschluß an die Rundfunkrede des brittfchen Jnformattons- ministers Duff Cooper ist in London eine sogenannte „Kampagne des Schweigens" in die Wege geleitet worden. Es soll damit bezweckt werden, alle Meldungen über deutsche Luftangriffe in der Oeffentlichkeit zu unterbinden. Eine Schweigekolonne soll gebildet roerben, die das ganze Volk zum Schweigen ermahnen soll. Lautsprecherwagen durchfahren London und andere große Städte Englands, um Aufrufe an die Bevölkerung zu richten. An den öffentlichen Gebäuden sind buntumrandete große Plakate angeschlagen, auf denen die gleiche Mahnung zu lesen ist, wie auf Emailknöpfen, die zum Verkauf gelangen, die für den Haushalt bestimmt find, und jeder, der sich selbst im Kreise der Fa- milie überflüssiger Erzählungen oder der Verbreitung falscher Gerüchte schuldig macht, soll ein Strafgeld dafür in die Büchse stecken. Die Londoner Zeitungen setzen sich auf Anweisung der Regierung für die Durchführung der Kampagne ein, nehmen aber gleichzeitig in schärfster Weise gegen einen in Vorbereitung befindlichen Plan zu einer weiteren Verschärfung der Pressezensur Stellung. Die Hauptangriffe richten sich in Artikeln und Karikaturen gegen den Jnformattonsminister Duff Cooper selbst, der mit Maulkörben die britische Presse empfangend dar- gestellt wird. Verhandlungen zwischen dem JnfOr- mattonsministerium und der Presse sollen nicht zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. „Daily Expreß" bezeichnet Duff Cooper als „Minister zur Unterdrückung der Informationen" und schreibt: „Endlich sehen wir, was dieser Minister gegen uns im Schilde führt." Auch „Daily Herold" richtet scharfe Angriffe gegen den Jnformattonsminister. „Allehanda" meldet, daß in England die Psychose, die durch die Ankündigung der Regierung über die Wirksamkeit der „Fünften Kolonne" ausgebrochen sei, weiter um sich greife. Nachdem Minister Benin kürzlich erklärt hatte, daß die Fünfte Kolonne b i s in die höchsten Kreise der englischen Gesellschaft reiche, soll eine Anzahl Lords sich in Hausarrest befinden, da man bei ihnen Sympathien für Deutschland beobachtet haben will. Ueber einen weiten Teil der englischen O st k ü ft e ist der Aus - nahmezustand verhängt worden. Die Bewohn ner dürfen ihre Häuser von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenauf- gana nicht verlassen. Verstöße werden durch Militärgerichte geahndet. Gleichzeittg ist an- geordnet worden, daß alle an dem Küstenstreifen liegenden Küstendampfer, Fischerboote und sonstigen Fahrzeuge unbrauchbar gemacht werden, um zu verhindern, daß sie dem Feind bei militärischen Operationen dienlich sind. Schlag ins Wasser sein, denn der europäische Kon- tinent braucht weder an Lebensrnitteln noch an wichtigen Rohstoffen die überseeischen Zufuhren, um existieren zu können. Es sei nur daran erinnert, daß an Weizen und Roggen nur 3,3 v. H. des kontinentaleuropäischen Bedarfs aus Uebersee kamen, nur 5,9 v. H. an Futtermitteln. Zudem steht über das Mittelmeer der Weg noch Afrika und Vorder- afien hin und über Rußland der Weg nach dem Fernen Osten hin offen. Der doppelte Seesieg der italienischen Kriegsmarine und Luftwaffe im Mittelmeer am 9. Juli hat aller Welt gezeigt, daß England nicht einmal mehr imstande ist, den wichtigsten Verbindungsweg feines Empire offen zu halten. Nach dem mißglückten Norwegenunternehmen war ein starker britisch-französischer Verband in das östliche Mittelmeer entsandt worden, er hatte sich auf der Reede von Alexandria versammelt, um zu einer Landungsaktion der Syrienarmee auf dem Balkan bereitzustehen oder die berüchttgten Pläne gegen die russischen Oelfelder am Kaukasus durch Operationen im Schwarzen Meer zu unterstützen. Durch den Eintritt Italiens in den Krieg sah sich nun dieser Flottenverband van dem im westlichen Mittelmeer bei Gibraltar versammelten Geschwader getrennt, denn die Enge zwischen Sizilien und Tunis sperrt die italienische Jnselfestung Pantelleria mit Hilfe einer höchst aktiven Luftwaffe für alle feindlichen Schiffe. Die Wiedervereinigung beider Flvttenteile war anscheinend das Ziel eines gleichzeitig von Osten unb Westen geführten Angriffs der Engländer. Ein brittscher Verband, der aus Alexandrien ausgelaufen war, stieß von Krettr her mit drei Schlachtschiffen der Barham-Klasse, einem Flugzeugträger, mehreren Kreuzern und einer Reihe von Zerstörern nach Westen in das Jonische Meer vor, während gleichzeittg ein Teil der „Sieger" von Dran, der nach dieser Heldentat nach Gibraltar gefahrene Flottenverband mit dem Schlachtkreuzer „Hood", dem Schlachtschiff „Resolution" und dem Flugzeugttäger „Arc Royal" einen Vorstoß nach Osten unternahm. Die italienische See- und Luftaufklärung meldete die feindlichen Flottenbewegungen so rechtzeittg, daß die italienische Seekriegsleitung, die in Händen des Admirals Cavagnari liegt, beizeiten Gegenmaßnahmen treffen konnte. Sie überließ starken Geschwadern der Luftwaffe die Vertreibung des von Wetten her anrückenden Flottenverbandes. Bei den Balearen wurde er durch in Wellen herangeführte Bombenangriffe zum Rückzug gezwungen, nachdem der Schlachtkreuzer „Hood", mit 42100 Tonnen MdemRttterkreuzausgezeichnet Berlin, 12. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen: Generalmajor Kriebel, Generalmajor Kühn, Kommandeur einer Panzer-Brigade; Oberst Hans-Karl Freiherr v. Esebeck, Kommandeur einer Schützen-Brigade; Oberst Karl-Hans v. Scheele, Kommandeur eines Infanterie-Regiments; Oberstleutnant (Sb erb ad), Major Chrobek, Oberleutnant Klotz, Leutnant Stötten, Feldwebel Brachat, Feldwebel Lang. Generalmajor K riebet erreichte es durch feinen persönlichen Einsatz, daß an sämtlichen stark verteidigten Abschnitten an der Maas, am Thourhout- Kanal, am Albert-Kanal, am Dyle-Abschnitt, an der Schelde, Pser, Lys und am Kanal von Furnes der Feindwiderstand rasch gebrochen und die starke Verteidigung dieser Abschnitte zerschlagen werden konnte. Der rasche Fall von Antwerpen wurde durch dieses ungestüme Vorgehen wesentlich beschleunigt. Dabei war von ausschlaggebender Bedeutung, daß Generalmajor Kriebel ohne jede Bedeckung weit vor seiner Infanterie persönlich am 18. Mai die Brücke bei Mecheln in die Hand bekam und die schon eingeleitete Sprengung der Brücke verhindert werden konnte. — Die Panzerbrigade des Generalmajors Kühn griff beim Durchbruch der Dyle-Stellung feuernde französische Artillerie bei St. Gery an und vernichtete bei Tilly in weiterem Vorstoß noch zehn französische Panzer. Am 5. Juni durchstieß die Brigade südwestlich Peronne die zäh verteidigte Wey- gand-Stellung in 15 Kilometer Tiefe und vernichtete fünf französische Batterien, darunter drei schwere. — Die Kühnheit und selbständige Entschlußkraft des Oberst Freiherr von Esebeck und einer von ihm gesuhrten kleinen Abteilung erzwangen die Eroberung der Festung Epinal. Der Durchbruch durch die Frontlinie war um so kühner, als der Feind im Zwischengelände und in den Forts noch Widerstand leistete. — Oberst von Scheele erzwang durch kühnen Durchstoß der von ihm geführten Abteilung vom Rhein-Marne-Kanal bis Nancy und Z“\ Gallenleiden \\ TIZO Ich feile Ihnen mit, dafj sich mein Galli ||% // lensfeinleiden seit dem regelmäßigen '\JL iXltJrH Gebrauch des Wassers ganz beson- ders gebessert hat; seit Wochen sind keine Schmerzen mehr aufgetreten. Frau M. Kemp, Bad Godesberg, Bahnhofstr.16.23.1.35. 20 grofje Flaschen RM 12.60, SO gro/je Flaschen RM 25.-. Fracht hin und zurück trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Biskirchen A. durch die überraschende Wegnahme der Stadt mit ihren unversehrten Brücken den Anschluß an die von Osten herankommenden deutschen Kräfte und öffnete so anderen Einheiten den Weg in den Rücken der feindlichen Verbände im Raume südlich Toul. — Oberstleutnant Ederbach hat an der Spitze seines Panzer-Regiments mit vorbildlicher Tapferkeit die stark verteidigten Seinebrücken genommen. Am 14. Juni machte er mit feinem Regiment, das er ständig in vorderster Linie anführte, 5000 Gefangene, erbeutete 39 Flugzeuge, fünf Geschütze, acht Panzerwagen und zahlreiches anderes Kriegsmaterial. — Major Chrobek sah sich am 26. Mai, abends, vor eine schwierige Aufgabe gestellt, traf bei Zillebeke unerwartet auf heftige Gegenwehr des Feindes. Major Chrobek meisterte die Lage, indem er selbst seine Kompanien gegen den Feind führte, die schweren Waffen einsetzte und wirksamste Bekämpfung einleitete. Er stieß hierbei auf das in Kraftwagen heranbeförderte Royal Scotch Regiment, einen sehr tapferen und geschickt kämpfenden Gegner. In zähem Ausharren erkämpfte er mit seinem Bataillon die Feuerüberlegenheit, so daß der Jpern-Kanal unter schwersten Verlusten des Feindes gestürmt werden konnte. -In der Schlacht von das bislang größte Kriegsschiff der Welt, schwer beschädigt und in Brand gesetzt worden war, und auch der ganz moderne 22 600 Tonnen große Flugzeugttäger „Arc Royal" zwei schwere Volltteffer erhalten hatte. Dem von Osten her auf die italienische Küste zu haltenden brittfchen Geschwader stellte Admiral Cavagnari mit zahlreichen Einheiten der Luftwaffe die beiden Schlachtschiffe „Giulio Cesare" und „(Tonte di Cavour" als Kern des Geschwaders entgegen. Am Kap Spartivento, der südöstlichen Ecke, der Halbinsel Kalabrien, kam es zum Kampf. Die Engländer waren tonnagemäßig wie artilleristisch in großer Ueberlegenheit. Die drei Schlachtschiffe der Barham-Klasse stammen aus den ersten. Weltkriegsjahren, sie haben je 31 000 Tonnen und sind 'Mit acht 38,1-Zenttmeter-Kanonen bestückt, während die beiden italienischen Schlachtschiffe aus dem Jahre 1911 'stammen, je 23 600 Tonnen verdrängen und mit zehn 32-Zenttmeter-Kanonen ausgerüstet sind. Trotzdem war die Seeschlacht für die italienischen Waffen ein voller Erfolg. Unterstützt von Bombengeschwadern zwangen die italienischen Schlachtschiffe die Briten zum Rückzug, nachdem eines ihrer Schlachtschiffe gefecht^unfähig geschossen worden war. So rft auch im Mittelmeer der Nimbus des uttbefieglichen Albion im Verblassen. Dr. Fr. W. Lange. Falsche Gerüchte über ein Moskauer Ultimatum an die Türkei. Moskau, 12. Juli. (DNB.) Die „Taß" verbreitet die folgende amtliche Verlautbarung: „In den letzten Tagen sind in der ausländischen Presse in verstärktem Maße Gerüchte verbreitet worden, wonach die Sowjettegierung angeblich der Türkei ein Ultimatum g e ft e 111 habe mit F o r - berungen auf (Gebietsabtretungen. Sie „Taß" ist zu der Erklärung ermächtigt, ‘baf) alle diese Gerüchte Erfindungen darstellen und in keiner Weise den Tatsachen entsprechen." Antiitalienische Stimmungen in der Belgrader presse. Rom. 12. Süll. (DNB.) Eine bittere Polemik gegen die jugoslawische Presse beginnt Gayda im „Giornale d'Jtalia". Die Polemik richtet sich sowohl gegen den neuen Direktor des jugoslawischen staatlichen Rundfunks, Stanislav Krakoo wie auch gegen die italienfeindlichen Stimmen der jugoslawischen Presse. Gayda brandmarkt zunächst die Tatsache, daß verschiedene Blätter Reutermeldungen aus Kairo und London bringen, die von angeblichen italienischen Niederlagen in Libyen sprechen. Gayda bezeichnet diese Nachricht als „kindisch, schamlos und lächerlich falsch". Seine Notiz schließt er mit den Worten: „Wir nehmen von diesen Dingen Kenntnis. Es ist nützlich für die Klärung der politischen Orientierungen und für die Festlegung des realen Standes der internattyngsen Beziehungen." Große Wäsche bei unseren Landsern in Frankreich Bec QptikcramBohnhof Mit dem Heinkel-Bomber über England Oie Nebentätigkeit der Lehrer. nen Privatunterricht erteilen. Für den Privatunterricht in der Musik bleibt eine besondere Regelung | liu/l Hl vvi ------ ----- ' . V Vorbehalten. Das Halten von Pensionären durch Das Präsidium des Obersten Sowjets der Sowjetunion hat den Handelsvertrag zwischen der Sowjetunion und der Finnischen Republik, der am 28. Juni 1940 in Moskau unterzeichnet wurde, ratifiziert. • , Meldungen aus Ankara zufolge beschloß der Ministerrat das Verbot der Zeitung „Istanbul". Dieses deutschfeindliche Hetzblatt ist das Organ der französischen Botschaft in der Türkei. Gründe zum Verbot wurden nicht angegeben. Im Neuyorker Stadtteil Bronx wurde eine Frau mit ihren sechs Kindern im Alter von vier bis zwölf Jahren gasvergiftet aufgefunden. Der Mann der Toten war feit drei Jahren arbeitslos. Die Familientragödie illustriert in tragischer Weise die unverändert anhaltende Arbeitslosennot in den Vereinigten Staaten. Alleinhersteller:R3os.Möb Seifenfabriken. Giessen Aus aller Wett. Die Goelhemedaille für Professor em. kohleschüller. Der Führer hat dem Ordentlichen Professor em. Wirkt. Admiralitätsrat Dr. Ernst Kohle schür- ter in Berlin-Babelsberg aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um die Organisation der geodätischen und geophysikalischen Wissenschaften die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Das Deutsche irationaltheater Weimar in Frankreich. In den nächsten Tagen beginnt das Deutsche Nationaltheater in Weimar eine Gastspielserie in meh- reren größeren Städten Nord- und Mittelfrankreichs. Deutscher Unterricht in tschechischen Volksschulen. Wie die Zeitschrift der tschechischen Erzieherschast meldet, wird im kommenden Schuljahr der Unterricht der deutschen Sprache an den tschechischen Volksschulen bereits im 3. Schuljahr beginnen. Bis jetzt war die Voraussetzung für den deutschen Unterricht, daß sich wenigstens 20 Schüler meldeten. Nunmehr wurde diese Zahl auf 12 herabgesetzt. Gewaltverbrecher hingerichtet. Am 11. Juli 1940 ist der am 29. Dezember 1911 in Hannover geborene Bruno Voigt hingerichtet worden, den das Sondergericht in Hannover am 20. Mai 1940 als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat. Der wegen Sittlichkeitsverbrechens vorbestrafte Voigt hat in der Eilenriede in Hannover zahlreiche Sittlichkeitsverbrechen an Frauen verübt. Lieferant auch Ihrer Krankenkasse Cju/ geuLeidtf geuictscfaest WlwarMeiß Bleich-Soda zieht über Nacht den Schm utz aus der Wäsche Lehrer ist genehmigungspflichtig. Bei der Aufnahme von Schülern der eigenen Schule in den Haushalt ist größte Zurückhaltung geboten. Wieder deutsches Theater in Meh und Kalmar. Saarbrücken, 10. Sufi. (DNB.) Während das Landestheater Saarbrücken in diesen Tagen erstmalig im Stadttheater Metz gastierte fand am vergangenen Montag das erste Gastspiel ^esi Stadt- th-aters Freiburg in Kalmar statt. Zur Ausftchrung gelangte Mozarts „Entführung aus dem toerau . In Metz wie in Kalmar wird im Einvernehmen mit den zuständigen Wehrmachtsdienststellen die Serie dieser Gastspiele fortgesetzt. SdiwnrriDriß Bei der italienischen Luftwaffe wurden Fallschirmjäger-Formationen gebildet..Uns«-Bild zeigt italienische Fallschirmjäger bei einem Einsatzappell. — (Scherl-Bllderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister R u d o l f H e ß , empfing den Leiter der Auslands- Organisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, zum Bericht über eine längere, Dienstreise, die der Gauleiter kürzlich durch die besetzten Gebiete der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs und Frankreichs unternommen hat, um sich über das Schicksal der Reichsdeutschen in diesen Ländern an Ort und Stella zu unterrichten. Die in einigen Zeitschriften angekündigte Spinn- stoffsammlung findet nicht statt. Reichsprotektor Reichsminister Freiherr von Neurath besuchte den Präsidenten Dr. Hacha aus seinem Landsitz in Lana, um ihm seine per- nahm, außer Gefecht zu setzen. Feldwebel B r a ch a t hat sich beim Uebergang über die Aisne als hervorragender tapferer Kämpfer und entschlossener Führer erwiesen. Seine Kompanie stieß beim Vorgehen auf einen besonders stark ausgebauten feindlichen Stützpunkt, in dessen konzentrischem Feuer der Kompaniechef, ein Kompanieoffizier, 14"Unteroffiziere und Mannschaften sielen und noch mehr verwundet wurden. Feldwebel Brachat übernahm die Führung der Kompanie und riß sie erneut gegen den den Uebergang sperrenden Stützpunkt vor. Mit dem Rest seiner Mannschaft kämpfte er das Hindernis derart nieder, daß es den nachfolgenden Verstärkungen des Bataillons gelang, den Uebergang in raschem Angriff zu gewinnen. Trotz seiner Verwundung behielt Feldwebel Brachat die Führung der Kompanie fest in der Hand. Feldwebel Lang erhielt den Befehl, mit mer Mann als Stoßttupp die zur Sprengung vorbereitete, noch unversehrt in Feindeshand befindliche Betonbrücke über den Aisne-Känal acht Kilometer südösttich Pontavert sicherzustellen. Die Brücke befand sich am äußersten Linken Flügel des Divisionsabschnittes in völlig offenem Gelände. Feldwebel Lang, von dessen Stoßttupp in stärkstem feindlichen Feuer sofort zwei Mann durch Verwundung aussielen, erreichte in tollkühnern Vorwärtsstürmen mit einem letzten Begleiter die Brücke, zerschnitt nach längerem Gefecht im feindlichen Granatwerferbeschuß das Drahthindernis und zerstörte eigenhändig die an der Brücke befindlichen Spreng- . Ladungen. Wahllose Bombenwürfe. B e r l i n, 12. Juli. (DNB.) Wie soeben bekannt wird, haben englische Flieger in der Nacht zum 9. Juli trotz ihrer täglichen Versicherungen, ihre Angriffe lediglich auf rein militärische Ziele zu richten, einen norddeutschen Badeort angegriffen. Dabei wurde das Kurhaus mit zwei Spreng- und 14 Brandbomben belegt, durch die Dach, Saal und Keller des Kurhauses vernichtet wurden. Zwei weitere Sprengbomben fielen in em -kleines Gewässer. Bei einem Angriff auf einen rheinischen Kurort wurden durch fünf Bomben mehrere Wohnhäuser und Gebäude stark beschädigt und die Inneneinrichtung teilweise zerstört. Weitere nächtliche Bombenangriffe ber RAF. richteten sich auf kleinere Ortschaften, bet denen im wesentlichen Flurschaden angerichtet wurde. Die Meldungen bestätigen erneut, daß es den eng lischen Fliegern bei ihren nächtlichen Angriffen au -deutsches Heimatgebiet nicht gelingt, m111 = tärische Ziele zu treffen. Sie werfen vielmehr ihre Bomben völlig wahllos über irgendwelchen Ortschaften ab. Sie liefern damit den Beweis dafür, daß es mit der Ausbildung der englischen Fliegertruppe sehr schlecht bestellt sein muß, wenn mangelhaftes Navigationsvermogen und schlechte Orientierung die Gründe dafür sind, daß die Royal Air Force friedliche deutsche Badeorte, Bauerngehöfte und Städte an Stelle militärischer Ziele bombardiert. Oder sollte Herr Churchill den Befehl hierzu bewußt gegeben haben? Zuzutrauen wäre ihm das sicherlich. Hau vtlckriftl eiter: Dr. Friedrich WühelmLmge. Etellvern^r d« HauptichriMeiter«: Heinrich Ludwig Neuner-^erauttvoMch für Poltt^ Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange:für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein beurlaubt); L B.: Heinrich Ludwig Neuner: für Sport-Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag- Brühlsche UniveriitütSdruckerei R. Lange ß. ®. Berlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeiaenlettn: Han» Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Ameigen: Theodor Kümmel PI.N^.8. fortgesetzt ausländische Sender abhorte. Auf die Warnung seiner Familienangehörigen erklärte er, in seiner Wohnung sei er noch Herr im Hause. Die Lügen des Feindes sind zur Genüge bekannt; er hofft, so in das deutsche Volk einen Keil hineintteiben zu können, Mißtrauen zu säen, die Einheit von Volk und Führung zu zerschlagen. Vor dieser Gefahr wurde das deutsche Volk durch das Verbot des Abhörens ausländischer Sender bewahrt. Der Krieg geht weiter. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß, so lange er dauert, auch dieses Gesetz seine Gülttgkeit behalten muß. Drei Zahre Zuchthaus für eine Ehrvergessene. Am 10. Juli 1940 wurde vom Schleswig-Holsteinischen Sondergericht die Frau Emma Rehder aus Meldorf zu drei Jahren Zuchthaus und zu drei. Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Angeklagte hat sich in ehrvergessener Weise mit einem polnischen K r i e g s g e f angenen eingelassen. Zuchthaus für Ruubfuukverbrecher. Abhören ausländischer Sender wird nach wie vor mit aller Strenge geahndet. B e r l in, 12. Juli. (DNB.) Es ist weithin die Meinung verbreitet, daß das Verbot des Abhörens ausländischer Sender nach dem Siege über Frankreich nicht mehr ernst zu nehmen und durch die natürliche Entwicklung von selbst aufgehoben sei. Das ist, wie einige Urteile aus verschiedenen Tellen des Reiches beweisen, ein verhängnisvoller Irrtum! . . So verurteilte das Sondergericht Klagenfurt Lothar Burger zu drei Jahren Zuchthaus, feine Frau zu 15 Monaten Zuchthaus, ferner den Doktor Reinfried Uchann zu zwei Jahren Zuchthaus und den Bruno Böhm-Raffey ebenfalls zu zwei Jahren Zuchthaus; sie hatten miteinander gesellige Abende veranstaltet, um ausländische Sender abzuhoren. Dabei haben sie neben Tanzmusik auch deutschsprachige Nachrichten, vor allem des Londoner Senders, gehört Das Sondergericht Dortmund verurteilte den Wilhelm Brockmann zu drei Jahren Zuchthaus, weil er regelmäßig Nachrichten ausländischer Sender abgehört und diese weiter verbreitet bat Das Sondergericht Essen verurteilte den Kurt Hottger zu drei Jahren Zuchthaus, weil er den im Ledigenheim der Stinneswerke in Gladbeck, im gemeinschaftlichen Speisesaal aufgestellten Rundfunkapparat mehrfach auf ausländische Nachrichten in deutscher Sprache eingestellt und einige der gehörten Lügenmeldungen weitergegeben hat. Der August Packulat wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er, um ausländische Sender hören zu können, sich einen besonders starken Sie- ben-Röhren-Apparat gebaut hatte und mit diesem Dünkirchen trug Major Chrobek wesentlich zur Kapitulation des Gegners bei. Oberleutnant Klotz drang am 22. Juni mit zwei Offizieren und 20 Mann feiner Kompanie in ein Waldgelände südwestlich Nancy ein. Dabei stellte er fest, daß in dem Walde drei französische Regimenter Infanterie, darunter Neger, und zwei Ar- tillerie-Regimenter bereitgestellt waren. Unter heftigstem Widerstand der Franzosen leitete Oberleutnant Klotz mit der Pistole in der Hand die Entwaffnung der Gegner, wodurch Oberleutnant Klotz ausschlaggebend zum raschen Zusammenbruch der französischen Mosel-Armee beitrug. Leutnant Stötten hat sich besonders im Gefecht bei Chalons hervorgetan. 900 ausweichende Gegner wurden durch die Kompanie Stötten gefangen, zahlreiche MGs. und frei in Stellung befindliche Pak wurden erbeutet. Am gleichen Tage gelang es Leutnant Stötten durch rücksichtsloses Drauflosfahren einen 32-To.-Panzer, ber ihn unter Feuer Durch einen Erlaß des Reichserziehungsmimsters ist die Nebentättgkeit der Lehrer geregelt worden. Auch die Erteilung von Privatunterricht durch beamtete Lehrer an öffentlichen Schulen ist genehmigungspflichtig. Soweit die Genehmigung allgemein als erteilt gilt, wie bei NebenbeMftt- gungen geringen Umfanges, ist die Nebenbeschäftigung und die Höhe der Vergütung dem Dienstvorgesetzten zu melden. Der Dienstvorgesetzte hat zu prüfen, ob der Genehmigung unterrichtliche Grunde entgegenstehen. Ein angemessenes Höchstmaß der Stundenzahl soll nicht überschritten werden. Nicht festangestellteLehrkräfte kommen für die Erteilung von Privatunterricht in erster Lime in Betracht. Die Erteilung durch festangestellte Lehrkräfte soll die Ausnahme sein. An Schüler einer Klasse, in der der Lehrer unterrichtet, darf er fei» sönttchen Glückwünsche zum 68. Geburtstag zu übermitteln. Nach einstündigem Aufenthalt in Lana begab sich der Reichsprotektor nach Prag gurüct. * Professor Friedrich Stahl, Mitglied der Preußi- schen Akademie der Künste, der seit nahezu 30 Jahren in Italien lebt und vor wenigen Wochen vom Führer mit ber Goethe-Mebaille ausgezeichnet wurde, ist i n Rom verschieden. * Die Partei der mexikanischen Revolution teilt als Ergebnis der Präsidentschaftswahlenam vorigen Sonntag mit, daß ihr eigener Kandidat, Generäl Manuel Avila Camacho, 2 265199 Stimmen erhielt, während auf den Oppositions- kcmdidaten, General Juan Andre Almazan, nur 128 574 Stimmen entfielen. PK. Die schwere Bombenmaschine, eine schnittige Heinkel, ist in voller Fahrt. Tief unten eine milchige Atmosphäre, Wolken, nichts als Wolken. Nicht ein Loch darin, das Ausblick zum Boden gegeben hätte. Bis zur Kanalküste hin. Dann kommt klarere Sicht. Die Wolkengrenze liegt über England bald auf 2000 Meter und steigt ständig. Wunschgemäß für einen Bomber. Wir steuern geradewegs London an. Eifrig halten die Augen Ausschau, wenn der bleigraue Vogel für einen Augenblick aus den Wolken gestoßen ist. Nichts rührt sich. Die gegnerische Flak schweif. Kein feindlicher Jäger am Himmel, so sehr man auch späht. Eine unheimliche Ruhe. Dor dem großen Häusermeer an der Themse vor London suchen und finden wir unsere Ziele: Bahnhöfe, Flugplätze, Fabrikanlagen. Wieder ist das Flugzeug aus den Wolken gestoßen. Lang streckt sich da unten ein Bahnhof hin. Breit denen sich die Gleisanlagen. Nicht zu verfehlen. Drei Bomben mittlerer Größe sausen hinab, bohren sich tief in die Anlagen. Schienen zerbersten, Waggons splittern wie Streichholzschachteln zur Seite. Ein unter Dampf stehender Zug erhält einen heftigen Stoß. Ein zweiter Bomben- Arn Ufer eines Bergsees in ber Nähe von A i x - l e s - B a i n s (Savoyen) haben Soldatenber deutschen Besatzunqsttuppen nach einer großen Wäsche einen Gleiskörper in einen „Trockenboden verwandelt. (PK.-Koch — Atlantiks) Auch Italien hat Fallschirmjäger fegen fällt mitten hinein in große Lagerhäuser. „ . . Weiter^steuert die Maschine an der Peripherie der britischen Hauptstadt vorüber, die im Hintergrund deutlich sichtbar ist. Unentwegt sucht der Beobachter lohnende Ziele. Kilometer vorwärts ist e i n F l u g - platz zu sehen. Muß A... sein! Ein Blick auf die Karte bestätigt es. Und wirklich, da unten stehen Maschinen, einmotorige - Flugzeuge, fein säuberlich aufgestellt. 10, 15, 20. Der Flugzeugführer halt darauf los, der Beobachter hält seine Hand an der Bombenausläsung. Nun gilt's! Vier Bomben schwebenhinab, abgeftuft in einer Kette. Alle Vorsicht ist in der Maschine für einen Moment vergessen. Fünf Augenpaare schautzn den stählernen Grüßen nach. Da — die erste Detonationswolke — mitten im Ziel, die anderen Bomben am Rande des Zielfeldes nicht ohne Wirkung. Mehrere Maschinen müssen zersetzt sein. Der Rest der Ladung wird noch, aus ein großes, weit ausgedehntes Barackenlager gelegt. Dann aber heim! Mit gleichmäßig donnernden Motoren. Wackelnd braust die Maschine über den Liegeplatz des Geschwaders und landet nach erfolgreichem Englandflug. Anton Dietz. & K Iglo Rio! | PQLQST Giessen M Samstag, 13. Juli, 2.45 Uhr ACntUng ! Sonntag, 14. Juli. 11.00 Uhr Montag, 15. Juli, 2.45 Uhr Wochenschau - Sondervorstellung Die Heimkehr des Führers Nach dem herrlichsten Sieg der deutschen Geschichte - Die gewaltige Beute des Feldzuges in Frankreich - Im Schutze der deutschen Waffen Deutsche Truppen an der spanischen Grenze „Sender Paris 2" wieder in Betrieb - Englands wahres Gesicht - Englische Fliegerbomben auf Den Helder - Der Führer in Elsaß-Lothringen Französische Panzerwerke Der Triumphzug des Führers nach Berlin Beiprogramm: Bilder vom Zoo Eintritt: Erw.-.40, Wehrmacht u. Kinder-.20 3226A ACHTUNG! Jung. Mädchen, nicht unt. 20 Jahren, welches Lust hat, in artistisch. Darbietung als Assistentin od. Partnerin mitzuarbeiten, zum sofort. Eintritt gesucht.Vor- zustell. Sonntag, 14. Juli, bei Hrn. Williamms, Zirk.Holzmüller, z.Z.Gietzen, Os- waldsgart. 3195D Mädchen auch ,ür halbe Tage, stellt ein Fahrenbach Frankfurter Straße 73. (0242s Tüchtiges, zuverlässiges MW 496 A he.em ab Lager oder Werk Eugen Dürr & Co., Gießen | Mietgesuche | ^Spor^ T^ennS*®. sucht. 02384 * Chem.Fabr.Dr.Gaudlitz&Arndt,Leipzig Erhältl.ln all. einschl. Geschäften LEI Parkettfabrik. 3214D Lal.te alte Leistungsfähiger, zuverlässiger Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Alleinsteb.,ättere Frau sucht bald kleine Wohnung Schriftl. Angeb. unter 02403 an d. Gietz.Anz.erb. Bezugsscheinfrei I Streudose RM 0.90 NachfOllbeut.RM 0.46 Dfluetmielet 1-3 Zimm., auch Mans.-Wobn.m. Küche, v. alleinstehend. älterem Ehevaar f. sofort od. spät, gesucht. Schr. Ang. unter 02421 a.d.G.A. Saubere, zuverl. Putzfrau für 2 bis 3mal wöchentlich je 2 Stunden gesucht. Frau Mues Goetbestr. 23. 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Der zwischen dem Poften und dem Wachthause oblegene Kirchhof gibt den Tommies immer Gelegenheit zu allerlei Schauergeschichten. Um eine Nacht in Gibraltar verbringen zu können, muß man sich im Wachthäuschen legimitieren und um einen Aufenthaltsschein bitten. Passanten, die nach Mitternacht in den Straßen angetroffen werden, müssen den die Stadt durchziehenden Patrouillen folgen und bis zum Morgen in der Wache verweilen. Am Dag« vor meiner Abr«is« herrschte in aller Herr- kommen di« Soldatenfrauen in Scharen angtzzogen, um für billiges Geld die beste Ware für ihre Männer zu erhandeln. Erscheinen dann später die Offizier 5.0 amen mit ihren Mädchen auf der Bildfläche, so müssen sie mit den Marktresten fürliebnehmen. Dor dem Southport Gate befindet sich der Trafalgar-Kirchhof. In den mit verblaßten Inschriften verfehenen Gräbern schlummern die Opfer der großen Seeschlacht vom 21. Oktober 1805, in der auch Nelson sein Leben einbüßte. Einen eigentümlichen Kontrast bilden die düsteren Zypressen auf dem Trafalgar-Friedhof zu der unter ihnen üppig gedeihenden Blumenpracht. Ein Florareichtum, der in dem benachbarten kleinen Paradiesgarten ein Blüten- und Pflanzenecho findet. Ich erwähnte bereits die Martinshöhle, in der die Magotaffen Hausen. Schöner ist die schon den Römern bekannt gewesene Michaelshöhle mit ihrer imposanten und aeräumiAen Halle, deren Dach durch zahlreiche Stataktitensäulen getragen wird — im Fackelschein wie der Zauberpälast eines Berggeistes. oottsfrühe eine grenzenlose Aufregung. Die Fe- stungstorschlüssel waren verschwunden. Die Offiziere standen sozusagen Kopf. Schließlich traf ein Soldat ein und überbrachte das Schlüsselbund, das er auf der Straße in der Nähe des Cafernates Barracks gefunden hatte ... Die Stadt selbst baut sich terrassenförmig auf. Trotz ihrer Kleinheit und Enge herrscht in ihr ein reges Leben und Treiben. Schon ein Gang durch die Hauptstraße, die Waterport, offenbart, daß man ich an einem „Weltentor" befindet, denn in der engen und an Läden aller Art reichen Straße drängen ich in Friedenszeiten Araber, Neger, Hindus, Ostasiaten und so weiter im bunten Gewimmel. Die Hauptbevölkerung setzt sich aus Spaniern und Mschlingen zusammen, wie auch das ganze Leben einen ausgesprochen spanischen Charakter trägt. Originell wirkten die zahlreichen Vogelbauer vor den Fenstern der Kasernen, die in Quartiere für verheiratete uiiÄ unverheiratete Soldaten eingeteilt sind. Auf dem Markt am Hafentor spielen sich jeden Morgen lebhafte Szenen ab. Schon in aller Frühe 3m Mchttingsstrom mitten in der fliehenden Armee. (Schluß.) Punkt 12 Uhr mittags geschah ein Wunder: Zu beiden Seiten im Feld begann die Menschenmasse zu tanzen, zu fingen und zu johlen. Frauen dreh- ten sich, den Rock hochhaltend, auf einem Bein tm Kreise herum. Männer schleuderten die Mützen hoch. Die Soldaten verließen Wagen und Geschütze, warfen sich auf den Rasen und streckten beide Deine und Hände von fick. Diele umarmten sich oder gaben sich aus Freude schallende Backpfeifen. Meine Frau fällt mir um den Hals und schreit: „Der Krieg ist zu Ende!" — Sie hatte hinausgehorcht. Die Nachricht ging von Mund zu Mund: Der Waffenstillstand ist unterzeichnet. Ich halt«, setze mich auf das Trittbrett meines Wagens und rauche eine Zigarette. Ich kann es nicht glauben, nicht fassen. Alles ist traumhaft, sonderbar ... sogar mein Wagen. Ich erkenne ihn nicht mehr. Karosserie und Kotflügel haben ganz andere Formen als bei der Abfahrt. Dor mir nn Straßengraben lagen sechs Poilus. Sie hatten zusammen drei Gewehre, zwei Paar Schuhe und verbrannte Briefe, Hemden, Strümpfe und sonstige Wertsachen. Sie erzählten mir, die letzte Wache an der Eisenbahnbrücke von Orleans gewesen zu sein. Sie hatten den Befehl, die Brücke im letzten Augenblick zu sprengen. Die Zündschnur hatten sie aufgerollt, gesprengt haben sie die Brücke nicht. „Wozu auch", bemerkte einer der sechs, „wir waren ganz allein, der Offizier war schon längst weg. Da dachten wir, wir lassen die Brücke ganz, so braucht sie nicht erst neu gebaut zu werden." Mittwoch, den 19. Juni. Heute abend erlebte ich in der kleinen Schenke des Weilers eine Szene, die ich nie vergessen werde. Ein öfterer Herr — es kann ein pensionierter Bankbeamter oder so etwas ähnliches gewesen sein —, erklärte einigen Soldaten, das di« Radikal-Sozialistiscke Partei, der er seit Lebzeiten angehöre, stets für die Militärkredite gestimmt habe, und meinte, die Armee dürfte auf das, was sie geleistet hat, nicht stolz fein. Ein Soldat stand auf. Er war sonnenverbrannt. Ich glaubte, er wosllte den älteren Herrn einfach nieder stechen. Er trat auf ihn zu und sagte ruhig: „Lieber Mann. Sie tun mir und allen meinen Kameraden unrecht. Es hat uns nicht an Mut gefehlt. Ich stand drei Tage fang bei Amiens den Deutschen gegenüber. Ich hatte ein französisches Gewehr mit der Jahreszeit 1871 und amerikanische Munition, die nicht hineinpaßte. Dieser da war Maschinengewehrschütze. Er soll Ihnen mal sagen, seit wieviel Wochen das Rohr kaputt war. Wissen Sie, seit wann wir keinen Offizier und Beine Feldküche mehr gesehen haben? Nein. Aber weil Sie so gelehrt sind, können Sie uns vielbeicht sagen, wofür wir den Affen machten. Wenn ihr uns Material in die Hand gebt, fangen wir morgen wieder an; aber nicht gegen die Deutschen, sondern gegen die Engländer, diese ..(Hier folgte der Nome eines Haustieres, das man mit Vorliebe zur Wurstbereitung verwendet). Der Soldat setzt« sich wieder. Er wischte eine Träne aus dem Auge. Auf dem Wege zur Scheune war ich Zeug« eines heiteren Zwischenfalls. Am unteren Ende eines Kartoffelackers stellten einige Soldaten zwei 7,5- Zentimeter-Geschütze auf. Ein paar Bauern eilten auf di« Gruppe zu. Ich folgte. Zwischen dem best- gekleideten Bauern und dem Sergeanten der Artilleristen spielte sich nun folgendes Zwiegespräch ab: „Ich bin der Bürgermeister des Ortes. Zum Henker, was macht ihr hier?" „Wir stellen zwei Geschütze auf. Es ist Krieg." „Das weiß ich. Wer hat euch erlaubt, hier, neben meiner Ortschaft, Geschütze aufzustellen? „Es ist ein Befehl unseres Leutnants." „Wo ist dieser Leutnant. Her mit dem Leutnant." „Der kommt vielleicht erst moraen wieder." „Wenn ich recht verstehe, stellt ihr diese Kanonen auf, um auf die Deutschen zu schießen." „Jedenfalls nicht auf Brennmücken." „Als Büraerrneister dieser Gemeinde gebe ich euch den Befehl, dies« Kanon« auf der Stelle hier wegzuschaffen. Von hier aus auf die Deutschen schießen? Hat ein Mensch noch Worte? Wahrscheinlich, damit di« dann zurücksckießen und wir alle lebendig begraben werden. Nein, Jungens, das gibt es nicht. Ueberhaupt ist es höchste Zeit, daß der Hitler kommt und Ordnung schafft. Je schneller, je besser.. Ich geh von hier schnurstracks auf die Mairie und hänge eine weihe Fahne aufs Dach. Also, Jungens, keine Dummheiten und packt mir das Oumpenzeug zusammen." Mrr Sergeant kratzte sich schelmisch hinter einem Ohr und meinte: „Nur keine Aufregung. Wir haben keine Munition, und bis uns der Munitionswagen hier findet ..." „Ist mir egal", schrie der Bürgermeister, „bie Geschirre hier weg oder wir fahren die Kanonen in eine Jauche grub«!" Nach diesen entscheidenden Worten ließen die Soldaten die Geschütze stehen und gingen mit dem Bürgermeister und den Bauern in die Schenke. * Donnerstagabend, den 20. Juni. — Heute morgen gegen 10 Uhr sah ich an einem Froschteich in der Nähe der Straße nach Bourges und unterhielt mich mit zwei Waschfrauen. Währenddessen kamen von Bourges her die ersten deutschen Truppen und zogen in Vierzon ein. Uns hatten sie im Vorbei- ahren freundlich guten Tag zugewinkt. Kurz nachdem die deutschen Truppen in der Stadt waren, chossen meilenweit im Umkreis französische Soldaten wie Pilze aus der Erde. Sie kamen aus Heuschobern hervorgekrochen, aus Diehställen, Kellern, Hinterhöfen, aus der Dorfkneipe, hinter dem Wald hervor. Zuerst waren es hundert, dann tausend, dann konnte man sie nickt mehr zählen. Wer noch ein Gewehr hatte, zerschlug es am Straßengraben. Die Soldaten warfen Patronentaschen, Seitengewehre, Tornister, Koppel, kurz alles, was der Soldat zum Kriegführen nützlich gebrauchen kann, über die Gartenzäune ünd in den Froschteich. Nach kurzer Zeit spielten alle Kinder mit Gasmasken. Sehr höflich fragten die Soldaten die vorbeifahrenden deutschen Radler nach dem nächsten Weg zum Sammellager. Diese gaben freundlich Antwort, oft eine Zigarette dazu. Allein schon wegen der Zigarette waren die Zivilisten ganz traurig, nicht auch in die Gefangenschaft gehen zu dürfen. Als sich gegen Mittag die Nachricht verbreitete, daß in den Gesan- genen-Sammelstellen zuerst mal eine gute, warme Suppe verteilt werde, kainen immer noch mehr französische Soldaten aus ihren Verstecken hervor. Gegen Nachmittag waren schon mehrere BauernHöfe, groß« Weideplätze und eine zweistöckige Schule mit Gefangenen überfüllt, und das alles bei Dier- zon, 100 Kilometer südlich der Loire, im Jahre 1940. * Paris, Sonntag, den 23. Juni. — Gestern, Samstag, abends 8 Uhr, bin ich glücklich in Paris gelandet. Die 200 Kilometer Dierzon—Orleans—Paris habe ich in 8 Stunden zurückgelegt. Ueberall strenger Ordnungsdienst. An jeder Straßenkreuzung ein Soldat mit einem weiß-roten Winkel. Arn Freitagmorgen gegen 7 Uhr begab ich mich in Vierzon zur Ortskommandantur. Man prüfte meine Papiere. Franzose. Jrn April krankheitshalber vorn Militärdienst entlassen. Alles in Ordnung. Ich bekam 10 Pakete Zigaretten. Wenn mich ein Mensch in diesem Augenblick photographiert hätte...! Die Offiziere fragten mich, ob ich nicht freiwillig Dolmetscher-Dienste leisten wolle. Ich stand nun am offenen Fenster des Erdgeschosses. Vor mir auf der Straße die stets anwachsende Menschenmenge. Hinter mir im Zimmer 3 Offiziere. Mein« Aufgabe war, alle aus der Menge kommenden Anfragen und Anliegen den Offizieren zu übersetzen und dann ihre Antworten vom Fenster herab den Leuten zuzurufen. Das war sehr praktisch, denn viele hatten das gleiche Anliegen. Die erste Mitteilung, die ich den Flüchtlingen zu machen hatte, war folgende: „Wenn in Der Menge eine schwanger« Frau ist, soll sie nicht auf der Straße warten. Sie wird unverzüglich im Zimmer nebenan empfangen." Das hatte eine derart menschlich-rührende Wirkung, daß sich die Nervosität der Leute im Nu beruhigte. Dann kam diese Antwort auf hundert gleichlautende Fragen: „9eber Flüchtling darf fo rasch als nur möglich nach Hause. Es genügt, auf dem Bürgermeisteramt eine gedruckte Vorlage auszufüllen, und diesen Paffierschein hier abstempeln zu lassen." Ein Schwarm Menschen löste sich los und eilte zum Bürgermeisteramt. Eine große Anzahl Flüchtlinge hatte unterwegs das Fahrrad verloren, als altes Eisen liegen lassen, ober an fliehende Soldaten abtreten müssen. Jeder dieser radlosen Radler erhielt kostenlos ein Fahrrad. Er mußte nur nachweisen, daß er 100 Kilometer oder mehr zurückzulegen hatte. Das war ein Hallo. Ich teilte noch viele Dinge mit: Brot gibt «s heut« noch vor 12 Uhr. Für die Milch der Kinder wird ab mprgen gesorgt sein. Wer einigermaßen unter ge» bracht ist, soll nicht überstürzt abreisen, damit nicht all« am gleichen Tag zurückkehren und di« Katastrophe, die jeder miterlebt hat, vermieden wird. Und anderes. Unterdessen kam der Menschenschwarm verdreifacht vom Bürgermeisteramt zurück. Man könne noch keine Scheine zur Verfügung stellen. Es dauert noch drei, vier Tage, bis die gedruckt sind. Die Offiziere unterhielten sich leise. Ein Offizier übergab mir einen beschriebenen Zettel unb bat mich, den Text der Menge bekannt zu geben. Auf dem Zettel stand: „Jeder Flüchtling kann ab sofort in seine Heimat zurück. Er braucht keinen Passagierschein." Diese Worte wirkten, als ob ich einen Sack voll Goldstücke vom Fenster herab ausgeschüttet hätte. Gegen Abend war ich heiser wie ein" Krähe und schwitzte wie ein Bär. Die Herren dankten mir und fragten, ob ich vielleicht auch irgend einen Wunsch Oer erste (Sieg überVersaittes. Im Jahre 1920, in einer Zeit, da Deutschland in tiefiter Ohnmacht am Boden lag, leuchteten wie Fanale einer neuen, besseren Zukunft bie Volks- ab Stimmungen in den Grenzgebieten auf. Das Versailler Diktat hatte eine Reihe von Abstimmungen vorgesehen, weil man Glaubte, das sonst vergessene „Selbstbestimmur^srecht der Völker" gegen das deutsche Volk anwenden zu können. Aber man hatte sich getäuscht. Der Ruf der Heimat wurde allenthalben gehört. Die breite Grundlage der Abstimmungen, die auch die Frauen und die Jugendlichen sowie die auswärts wohnenden Stimmberechtigten heranzog, hatte zur Folge, daß die Ab- stimmungen sich in großen Volksbewegungen auswirkten. Mitten im Niederbruck des Staates erwachte ein neues Gefühl der Verantwortung für Heimat und Volk. In Ost- und Westpreußen waren H «i m a t verbände erstanden, die es sich zur Ausgabe gemacht hatten, jeden Abstimmungsberechtigten,. mochte er auch noch so entfernt von Der Heimat feinen Wohnsitz haben, zu erfassen. Zum erstenmal wieder arbeiteten alle Schichten der Bevölkerung zusammen, das Eizdeutsche Schicksal rief zahllose Männer und uen zu ehrenamtlicher, hingebungsvoller Arbeit, e gewaltige Propaganda durch das ganze Reich hin rüttelte Die Abstimmungsberqchtigten auf. Die Äi Versuche der Polen, die deutsche Beoölke- rch Gewaltakte einzuschüchtern, blieben vergeblich. Es nützt« auch nichts, daß di« Polen unmittelbar vor Der Abstimmung in Ostpreußen die Fahrt durch den Korridor störten, so daß die Reisen über See geleitet werden mußten. Wie im Triumph, in geschmückten Schiffen und Sonderzügen, unter dem lebhaftesten Anteil der Bevölkerung, reiften die Abstimmungsberechtigten der Heimat zu, wo sie mit Jubel empfangen wurden. Und wie waren die Ergebnisse? Bei der Absttm- mung am 11. Juli 1920 im ostpreußischen Abstimmunasaebiet (Regierungsbezirk Allen- stein) entfielen trotz der polnischen Prügelbanden Wenn Äugen versagen Magnus-Brillen tragen! 97,8 v. H. der abgegebenen Stimmen auf Deutschland. Nur drei kleine Dörfchen im Kreise Osterode mit 786 Einwohnern wurden dem polnischen Staat Angeschlagen. Westpreußen war durch das Diktat von Versailles in vier Teile zerschnitten worden, von denen nur für das Gebiet rechts der Weichsel ein« Abstimmung festgesetzt worden war. Auch dort wurden 92,8 v. H. Der Stimmen für Deutschland abgegeben. Widerrechtlich wurden fünf Dörfer beseht, bie den einzigen Zugang Ostpreußens zur Weichsel bildeten. Wäre in ganz Westpreußen abgestimmt worden, so hätte sich eine noch größere deutsche Mehrheit ergeben, wie aus dem Ausfall ter Wahlen zur deutschen Nationalversammlung im Jahre 1919 hervorging. Wichtig waren diese beiden Abstimmungen auch deshalb, weil sie deutlich zeigten, daß sich auch das Mischvolk der Masuren in überwältigender Mehrheit für Deutschland entschied, obgleich es sich daheim eines slawischen Dialekts bedient. Fast zwei Jahrzehnte später sind die deutschen Brüder, die damals unter polnische Herrschaft kamen, für ihre Treue belohnt worden: Der Führer holte sie heim ins Reich. Gewaltige Ausgaben sind im Osten neu erwachsen, deren Durchführung sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten unser« Staatsführung besonders angelegen sein lassen wird. hätte. Schüchtern und ohne den geringsten Hoffnungsschimmer sagte ich: „Ja, wenn ich Benzin hätte, würde ich gerne morgen nach Paris führen." Auf der Stell« erhielt ich einen Gutschein über 50 Liter. Am Samstag in der Frühe brachen wir auf. Wenn die deutsche Regierung dies« Not lindert, und dies« acht Millionen Flüchtlinge nach Hause befördert, werden viele, viele Mütter und Kinder abends in stillem Gebete danken. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittags geschlossen. Die schöne Melusine Roman bon Hans Nichteo 1. Die Verkehrsampel leuchtet rot und bleibt rot. Ein Milchwagen zottelt vorbei und auf den Sitzen hinten hocken zwei Jungen und grinsen -dem Pulk von Menschen, der an der Straßenkreuzung auf grün oder mindestens auf gelb wartet, ins Gefickt. Ein Radfahrer schießt so dickt an der Bordschwelle vorbei, daß man fast gestreift wird. Hoppla, da ist der Sprengwagen gefahren, beinahe wäre der Mann hinaeschllddert — ist aber nickt. Beinah hin- schliddern und hinschliddern ist «in Unterschied, gerade so wie den gewohnten Morgenzug beinah kriegen oder nicht kriegen. f Tilde Rohloff hat ihn heute nicht gekriegt, beinah, ja — wenn sie nicht auf der Treppe zum Bahnsteig gestolpert wäre — wenn nicht der Mann mst dem Koffer gerade an der Sperre feine Fahrkarte hätte suchen müssen — ausgerechnet an der Sperre unb natürlich gerade, als der Strom von der anderen Seite her den Ausgang versperrte. Und dabei hatte er nicht einmal begriffen, warum das junge Ding im Regenmantel mit der winzigen Kappe auf dem Schopf ihn fo böse angesehen hatte. „Kommt Doch gleich wieder einer, Frollein." Das ist die Ruhe, mit der man überall leben kann, nur Nicht in Berlin. Mit der man so um die Vierzig herum eine Glatze kriegt, sich gleich hinterher einen Bauch zulegt und gegen Abend seinen Spazierhang um den Stadtwall macht, um sich den notwendigen Appetit zu holen. Tilde muß an das Gespräch denken, das sich an- geschlossen hatte. Eile oder nicht Eile, behäbige Ruhe ober nervös« Hetzerei. Dauert brei Minuten, dieses Gespräch, bann fährt ein neuer Zua ein, Türen rollen auf, Menschen strömen. Feine Leute fahren blau, kostet mehr, aber schont die Sachen. Gelb ist billiger, dafür hat man aber bald irgendwo glänzende Stellen an den Kleidern. Tilde kann das nicht haben. Tilde fährt blau. Monatskarte. Gelb: Vorwitzige setzen schon den einen Fuß auf den Fahrdamm. Kann aber eine Reichsmark kosten, wenn «s gerade mal so ist. Also — Geht heute schon alles in einem hin. Kann fein, daß man Verdruß hat, wenn der Büroleiter schon da ist, kann auch ganz anders fein. • Am weißen Strich fahren jegt die Autos nebeneinander auf, Reifen von ganz Ausgekochten quietschen, Maschinen lärmen, dazwischen ein vornehmer Sechssitzer von der Art, die schnell ist unb es nie eilig hat. Eigentlich eine tolle Luft hier am Potsdamer Platz, Feuchtigkeit von Sprengwagen, Ben- ain, Del. Gibt zusammen das, was man Schmierseife nennt. Und Dabei soll es Gegenden geben, wo die liebe Sonne in eine Tannenschonung brennt und wo es nach Kiefernnadeln riecht, weite Seeflächen, bie so glitzern, baß man die Augen schließen muß. So etwa zwischen Steinbergen und Utrin, wo man über den Steinberger See fahren muß. Man nimmt Vaters Kahn, roriggt sachgemäß quer über den See, poltert bei Gottlieb Kurzing gegen bie Fischkästen, hüpft heraus, legt die Kette fest und kann nach dem Kaff Steinbergen einmal Stadtluft atmen. Was man in Utrin eben Stadtluft nennt. Die Blumenfrauen am Leipziger Platz haben schon alles aufgebaut. Rosen — Veilchen dazwisä-en, und anderes buntes Zeug, aber die Rosen beherrschen das Feld, und ihr Duft verdrängt sogar den Benzingeruch, wenn man sich nur ordentlich rechts hält. Rosen blühen jetzt auch im Garten in Steinbergen, Hochstämme unb Buschrosen. Davon versteht Tante Malwine ebenso viel wie von Schweinemast, Plockwurst unb Fettdarm. Vater tut fo; aber Vater versteht das nicht. Vater angelt. Wenn man alt genug fit, sein bißchen Pension hat und seine Ruhe, kann man den ganzen Tag angeln. Merkwürdig, wie lebendig Steinbergen heute früh wird, nur weil es nach Rosen duftet. Tilde kauft drei, läßt sich Spargelkraut dazu binden und beschließt, bie Blumen auf den Schreibtisch zu stellen unb zwischen „Geehrter Herr!" unb „Bezugneh- menb auf ... gelegentlich einmal einen Gedanken- ausflug nach Steinbergen zu machen. Gestern abend hat es geregnet, da war Steinberge n weit fort. Heute scheint die Sonne, da fit es plötzlich da. Tilde Rohloff durchforscht ihr Inneres und findet sich urlaubsreif. Zuerst einmal ein paar Tage sich bei Tante Malwine herausfuttern und Vatern bei der Angelei zusehen, aber nicht zu lange, dazu ist man schon zu selbständig. Tilde Rohloff geht einer Lieblingsbeschäftigung nach, die sie schon als Schul- mädel gehabt hat: sie fängt an, sich eine Geschichte zu erzählen. Der Weg wird dabei kürzer. Außerdem sind Gedanken viel weniger behindert, als es Sekretärinnen in Reisebüros sind, deren Urlaubs« zeit noch längst nicht heran ist. Zuerst stellt man sich vor, wie es ist, wenn man als Kundin ins Reisebüro kommt. Kovf in den Nacken und möglichst gleichmütig ausfehen. Die Leutchen auf der anderen Seite und die Prospekte sind ja nur dazu da, um einem bie Auswahl zu erleichtern. „Drei Wochen immerzu auf Dem Sportdeck liegen, aber ich bitte Sie, liebes Fräulein, das ist doch viel zu langwellig. Sie haben keine Kabinen mehr auf dem A.-Deck, aber nein, bann kommt bas überhaupt nicht in Frage. Können Sie mir sonst nichts Vorschlägen? Oberbayern — viel zu überfüllt. In Tirol war ich im vergangenen Jahre, ich kann doch nicht schon wieder Hochtouren machen. Nordsee... Tilde Rohloff kennt diese Gespräche, denn sie sind von früh bis abends ihr tägliches Brot. Nur die Reiseziels wechseln. Wintersport — Italien — Jugoslawien — Norwegen — Wochenende in Kopenhagen. Alle auf ihrer Seite Des Ladentisches wissen genau, wann die „Milwaukee" Genua anläuft oben Venedig verläßt, aber bie wenigsten von ihnen kommen jemals hin. Die Leutchen auf der anderen Seite, die beraten werden und Die heute noch nichts wissen, die sehen das alles eines schönen Tages wirklich. „Warum laufen Sie eigentlich so, Fräulein Til-. de?" schreckt eine Stimme sie aus ihren Phantasien auf. „Man kommt ja gar nicht (mit." „Ach, Holzmännchen", Tilde erkennt den Kollegen, der zwei Tische von ihr entfernt sitzt unb der die Gesellschaftsreisen bearbeitet. „Sie haben es wohl gar nicht eilig?" „Ist ja doch nichts los", brummt Mathias Holz- mann. Dieser Mathias Holzmann ist ein Mensch, den Tilde zuerst nicht verstanden hat. Jetzt mag sie ihn von all denen, mit Denen sie zusammen arbeitet, am liebsten. Er ist nicht jung und nicht alt. Weil Tilde die Personalpapiere bearbeitet, weiß sie, daß er vierzig Jahr« alt ist, also siebzehn älter als sie unb unverheiratet. Er hat draußen in Tempelhos eine kleine Wohnung und einen Dackel, mit dem er abends im Park und sonntags im Grünewald spazierengeht. Ob er besondere Liebhabereien hat, weiß sie nicht. Mathias Holzmann ist immer nett und freundlich, wenn man in den Katakomben, dem Frühstücksraum, zusammensitzt, kann er sogar ganz unterhaltend sein, aber durchsichtig ist er nicht. „Hübsche Rosen", sagt er. „Verehrer?" „9s nid)", lacht Tilde. „Ehrlich erstanden." „Wenn ich Ihnen weiter vorn begegnet wäre, hätte ich sie Ihnen geschenkt", sagt Holzmann. Es klingt, als spräche der Vertreter eines Beerdigungsinstituts den trauernben Hinterbliebenen fein Beileid aus. „Wenn Sie sie von mir hätten haben wollen, meine ich." Tilde sieht ihn verwundert an. „Was ist denn mit Ihnen los, großer Chan?" „Ist auch solch Bockmist", sagt der. „Das mit dem großen Chan. Eine Beschäftigung muß der Mensch doch haben." Er trägt seinen Spitznamen, von dem er nicht loskommt, seit er einmal ein Buch über den Dschingis Chan gelesen hat und davon erzählt hat. „Ich will Ihnen nur sagen, die Blitzreiter von dem Dschingis Chan sind rascher vorwärts gekommen als manche Reisegesellschaft heute." „Weiß ich." Tilde kennt die Geschichte unb hat keine Lust, sie wieder zu hören. „Aber warum hätten Sie mir heute Rosen schenken wollen?" „Hab' ich ja gar nicht gewollt." „Sie sagten es doch eben." „Ich habe es nicht gewollt, aber ich hätte es tun können. Sehen Sie, bas ist ebenso, als ob einer Schlafwagen bezahlen könnte unb nimmt doch Liegewagen." „Sie haben wohl heut« bie schottische Tour, Holzmännchen?" Der stellt die Gegenfrage: „Haben Sie schon einmal geerbt?" „Sie etwa?" „Es gibt verschieden« Arten, wie man zu Geld kommen kann", philosophiert Holzmann vor sich hin. „Einer kauft ein Los in der Preußischen unb kommt raus. Das ist Dusel. Einer hat Aktien, Die steigen, das ist Glückssache. Und einem stirbt eine alte Tante, die er kaum gekannt hat, und bie hat dann «in Sparkassenbuch gehabt und ein Bankkonto." * Fortsetzung folgt NG Krauenschast Hilst überall e r Giehen-Dieseck. Mten, den Sonntag in beglückender Weis« zu Prof. Dr. Sestous anregende Versammlung. 12 Rpf. ach» tracht. . .auch für.Suppen'filÖne,undos Krim )r- ab mt i m ten den rts- fehlshaber der Luftwaffe hat jefct in einem Erlaß ausdrücklich darauf hingewiesen, daß d-ie Weitergabe solcher Kettenbriefe verboten ist. Hier irrt sich der Verbraucher? Die verbreitete Ansicht, daß eine Ware von hoher Qualität auch einen hohen Preis rechtfertigt, wird im allgemeinen richtig fein. Auch der sinngemäßen Umkehrung des Satzes ist zuzustimmen, denn tm reellen Handel läßt der Preis einen Schluß auf die Güte der Ware zu. Aber derartige Feststellungen gelten meist nur als „Faustrege l". Wer beispielsweise seine Wochenration Marmelade einkaufen will und bei (einem Verteiler durchaus die kostspieligste Sorte verlangt, ist nicht gerade aus seinen Vorteil bedacht. Gewiß ist das Auge beim Einkauf von Lebensmitteln ebenfalls beteiligt. Darum bevorzugt wohl mancher die Marmeladensorten, die in Gläser eingefüllt, Mit blinkenden Metalldeckeln versehen und mit fabelhaft buntbedruckten Papier- schildchen beklebt sind. Die ganze Aufmachung läßt darauf schließen, daß es sich um hochwertige Ware handelt. Aber sie gestattet nicht die Folgerung, daß die anderen Marmeladensorten, die ausgewogen ab Gegeben werden, ihres sehr viel geringeren Preises wegen weniger gut sind! Denn dabei handelt es sich ja nicht um billige Marmelade, sondern um >äre, Ls ngs« Bei« ivol' Wie eine Woche die andere in ständiger Regel- mähegkeit ablöst, so wird jede Woche in demselben Gleichmaß auch von einem Sonntag gekrönt. Dieser Sonntag ist gewissermaßen die festliche Markierung, der hoch aufgerichtete und mit bunten Bändern geschmückte Baum an der Straße, die durch dem enfch dem über 3* von koim Hot itum 1 tun einer doch hol-' schon ch- de iat it« in, fel art fr 15 Id It. ch ie e- dem »old hat, nett dem ,anz Aus der Stadt Gießen Sinnvoller Sonntag. und 1, die 'eint eh? ßaiu' lgt- SrDnham verbilligte Marmelade. Sie mußte eben falls zu höheren Preisen abgegeben werden. Nur zum Ausgleich des verringerten Fettverbrauchs stellt die Ernährungswirtschaft dem Verbraucher in Form von Marmelade Kohlehydrate zur Der- sügung, die der Körper in Fett umzuwandeln weiß. Der verbilligte Preis soll einen angemessenen Der- br6eit mehreren Jahren stellen die Obstoerwer. tungsbetriebe in steigendem Maße die "verbilligten Marmeladen" her. Die jeweilige Produktion sit nach Art, Menge und Güte der zu verwendenden Fruchte sowie nach dem Verarbeitungsgang genau vorgeschrieben: der Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft steht vertraglich das Recht zu strengen Ueberwachungsmaßnahmen zu. Grundsatz- lich enthalten die verbilligten Marmeladen und Gelees zu 50 v. H. Obst und zu 50 o. H. Zucker. Der festgesetzte Anteil von Edelfrüchten darf nicht unterschritten werden. _ Sorgfälttger kann also die teuere Marmelade, di- meist in kostspieliger Ausstattung angeboten Wo ist eigentlich der Kriegseinsatz der Frauen des Deutschen Frauenwertes? Was ist ihre Leistung? Diese Fragen entstehen dadurch, daß die Tätigkeit dieser Frauen nicht immer sichtbar ist, aber es ist schon so, überall da, wo es an Hilfskräften fehlt, wird bei der Frauenfchäft angefragt und noch nie war eine Anfrage vergeblich. Da hat z. B. die Wehr- hörerschaft versammelt. Der Redner, ein guter Kenner unserer oberhessischen Heimat, führte die Anwesenden an Hand von farbigen Bildern durch die oberhessischen Landschaften, Städte und Dörfer, insbesondere der Wetterau und des Vogelsberges und zeigte ihnen sowohl landschaftliche Schönheiten, als auch kulturelle und geschichtliche Güter. Durch feine lehrreichen und humorvollen Erläuterungen verstand es der Redner, die Zuhörer zu fesseln und so zu einer anregenden Unterhaltung für die verwundeten und kranken Kameraden der Wehrmacht beizutragen. verbringen. Und daraus kommt es schließlich an. Alles Erleben hat nur bann einen Sinn, wenn es positive Werte zeitigt. Das Erleben des Somttags soll die Kraft hervorbringen, die erforderlich ist, um allen Anforderungen der Arbeitswoche gerecht zu werden. Es (oll außerdem auch die seelischen Bedürfnisse des einzelnen in bester Weise befriedigen. Das erscheint im Kriege aber notwendiger denn je, weshalb alle Freunden, die uns der Sonntag glücklicherweise auch in dieser Zeit verheißt, in sinnvoller Weise gestaltet werden fällten. W. S. Achtung Rückgeführte des Gaues Koblenz-Trier. NSG. Die Gauleitung Koblenz- Trier gibt bekannt: Die Wiederbesiedelung der 2. Zone des Kreises Saarburg, die die Orte Ayl, Biebelhausen, Kanzem, Kastel, Krutweiler, Tawern und Wawern umfaßt, kann begonnen werden. Volksgenossen der obengenannten Gemeinden melden sich zwecks Ausstellung der Heimkehrerausweife und Einteilung in die Transporte bei den zuständigen Ortsgruppenleitungen im Bergungsgebiet. Bundestagung des Oberheisischen Äebirgsvereins. Dieser Tage hielt der Gesamtverband des Ober- hessischen Geschichtsvereins in den Stadtsälen in Marburg feine Bundestagung ab, die sehr gut besucht war. Der eigentlichen Jahreshauptversamm- lung war die Sitzung des Beirates porausgegan- gen, bei der Verbands sichrer Heinrich Walter aus Marburg eingehende Ausführungen über or- ganisatorifche Fragen, die Verbindung mit den Wanderkameraden im Felde, die Fortsetzung der Wanderungen, die Werbung u.a. machte. Am Nachmittag sand die Hauptversammlung statt, zu der die Zweigvereine zahlreich vertreten waren. Derbcmos- suhrer Walter entbot ihnen allen den Willkom- mensgruß, ehrte die im letzten Jahr Verstorbenen und gedachte aller einberufenen Wanderkameraoen. Wie dem vom Verbandsführer vorgetragenen Jahresbericht zu entnehmen war, umfaßt der OHGD. 17 Zweigvereine mit annähernd 1100 Mit- gliedern. Der 1894 gegründete OHGB. hat sich m drückt gleichzeitig die Dankbarkeit des ganzen deutschen Volkes aus. Der wiederum über 900 Meter lange Filmstreifen dieser Wochenschau schließt sich würdig den bisherigen Wochenschauen an und stellt ein Dokument einer Zeit dar, die für Deutschlands Zukunft so ungemein bedeutsam fein wird. H. L. Neuner. Unser neuer Roman. Unfall des Landrats Grills. Lpd. Wetzlar, 12. Juli. Der Landrat des Kreises Wetzlar, G r i l l o , erlitt auf einem Spaziergang im Herrengarten zu Braunfels einen bedauerlichen Unfall. Er wurde von einer Radfahrerin, die einen für Radler verbotenen Wea benutzte, angefahren und dabei mit solcher Heftigkeit zu Boden geschleudert, daß er erhebliche Verletzungen erlitt. Im Rahmen der vom Landesfremdenverkehrsver- und nachgesehen sein. band Rhein-Main zur Lazarettbetreuung durchge- Anschluß wurden eine Reihe wichtiger Fra- führten Lichtbilder-Vortrage sprach dieser Tage hinsichtlich des Schutzes der Heimat, der 23er- Oberstudiendirektor Phili P p s, Friedberg, m ^önerung der Dorfbilder, der Ausgestaltung der einem hiesigen Reservelazarett Im Beisein von $anl>erunflen und Kameradschaftsabende usw. be- Professor Dr. Riehm hatte sich eine stattliche Zu- rächen. Eine Reihe verdienter Mitglieder wurde LK—Tior Redner, ein auter Ken-1 ausgezeichnet. In der Zeit vom 6. bis 8. September findet die Dertretertagung der deutschen Wandervereine unter dem Vorsitz des Reichswanderführers Professor Dr. Ferdinand Werner (Breslau) in Marburg statt, an der auch der OHGD. teilnehmen wird. Die Sternwanderung 1941 führt zur Burg Mellnau. Die nächste Jahreshauptoersamm- lung wird in Gemünden an der Wohra abgehalten. Dem Deutschen Roten Kreuz wurden 100 RM einen instruktiven Bor trag über das Thema „F u t ° ter aus eigener Scholle". Er wies darauf hin, daß eine der wichtigsten Aufgaben des Landwirts im Futteranbau liege.Jm Vordergrund stehe die Besorgung der Tiere mit Futter aus eigener Scholle. Dabei sollten gesteigerte Erträgnisse im Futteranbau nicht etwa auf Kosten der anderen Anbauflächen gehen, vielmehr müßten auf den bis- । her für die Futteraewinnung bestellten Flächen höhere Erträge erzielt werden. Eine Ertragssteigerung sei durchaus möglich, denn bisher werde nur in wenigen Betrieben das erreicht, was man eine Spitzenleistung nenne. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner mit den Voraussetzungen für diese Ertragssteigerung. An Hand von zahlenmäßigen Aufstellungen, die aus exakten Versuchen gewonnen waren, wies der Redner den starken Einfluß einer sinnvollen Bodenbearbeitung auf eine Hebung der Erträge nach. Sodann erhielten die Ortsbauernführer Aufschluß über die Möglichkeiten der Ertragssteigerung im Zuckerrüben- prof. Df. Scharrer Am heutigen Samstag, 13. Juli, können unsere über zeitgemäße Fragen auf dem Gebiet der Er- Mitbürger Heinrich Moos und Frau Marie geb nährung unserer Milchtiere. Der Redner führte die Diehmann, wohnhaft Rabenaustrahe 13, das Fest der Zuhörer ganz nahe heran an die physiologischen und g o ld e n e n Hochzert feiern. (Wir begluckwun- chemischen Vorgänge, die sich mit der Ernährung schen herzlich!) vollziehen, legte die grundsätzlichen Fragen der Er- Gießener Dochenmarktpreise. nährung überhaupt dar, sprach über die Bedeutung * m 9Iuf beutiaen Wochen- und dl- Auswirkungen her Stoffe Kohlehydrate. ktz I eß-n, lZ^uln Aus dem heutigen Fett und Eiweiß in den verschiedenen Futtermitteln, markt kosteten. A^enAttter, K g , •- umriß ferner die Bedeutung der Minerale und der I Matte Rpf., Käse, , das Stuck 6 bis 10, Eier Bitamine im Zusammenhang mit der Ernährung deutsche 11 bis 12, Kartoffeln, alte N e , § unterer Milchtiere, und legte außerdem dar, wie 48 «Rpf 50 kg-4,15 W., neue, Aikg1 pf., g und in welchem Ausmaß die Milcktiere ernährt 10,— onlu^^Votcrüben 10 werden müssen, wenn sie zu außerordentlichen und Weißkraut 15 (^lb^uben 20 bis 25 mohnen aleichbleidenden Milchleistungen ohne Schädigungen bis 15, Spinat 20, Romischkohl 10 bis 12, Boh für die Zukunft veranlaßt werden sollen. Auch die- . ."■■■_ ~ fer Vortrag, der, wie auch der Vortrag von Prof. ~ Dr. Sessous, aus exakter wissenschaftlicher Arbeit gewonen war, gab den Zuhörern unmittelbar praktisch verwertbare und beherzigenswerte Hinweise. Nachdem der Geschäftsführer des Milchwirtschaftsverbandes Gießen, Weber, noch über die gegenwärtigen Durchschnittsleistungen je Tier und Tag berichtet und zu weiterer energischer Mitarbeit im Dienste der Steigerung der Milcherträge aufge- fordert hatte, schloß Bauer Kuhl die überaus wird, gewiß nicht hergeftellt werden. Das beste Zeichen für die Güte der verschiedenen Marmeladensorten ist das ständige Anwachsen des Marmeladenoerbrauches in den letzten Jahren. Die erste Verbilligung umfaßte 1,5 Millionen Zentner, die zweite aber schon 2,1 Millionen Zentner. Die Erzeugung stieg bann auf 3,15 Millionen Zentner, die allein für den Verbraucher und nicht etwa für die Gewerbebetriebe bestimmt sind. Qualität ist das beste Werbemittel — darin sollte der Verbraucher auch heute nicht irremachen anbau und ihre praktische Verwirklichung. Nicht weniger aufschlußreich waren die Darlegungen über die Bedeutung des Zwischenfruchtbaues. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Im Bn- LQrren| fchluß daran referierte überwiesen. Eindrucksvolle neue Film-Wochenschau Don heute ab gelangt in den beiden Gießener Lichtspielhäusern die neue Wochenschau zur Ausführung, die kaum weniger Interesse verdient, als die Wochenschauen der vorhergegangenen Wochen. Diele Bilder — am Rande der Ereignisse des großen Kriegsgeschehens aufgenommen — lassen erkennen, wie groß und vollständig der Sieg über Frankreich ist. Einen starken Eindruck machen zunächst die Bilder von der ungeheuren Beute an Munition und Geschützen, an Tanks und Fahrzeugen. Daneben fordern viele Bilder vom Flüchtlings- elend in Frankreich die Aufmerksamkeit heraus und lassen erkennen, wie groß die Schuld der Clique der Plutokraten ist, die dieses beispiellose Elend über das französische Volk heraufbeschworen hat. Aber schon ist die NSV. zur Stelle, schon greifen deutsche Soldaten helfend ein, um die Not zu lindern, wo es immer möglich tft. Man erlebte Platzkonzerte der deutschen Wehrmacht auf den Straßen und Plätzen in der französischen Hauptstadt, sieht Generalfeldmarschall Her- mann Göring unterwegs in Pans, steht tm ©eilte mit dem Führer vor dem Straßburger Munster, sieht das herrliche elsaß-lothringische Land, besucht mit dem Führer die zerstörten Bunker und Befesti- aungen der Moginot-Linie an der Oberrheinfront, um dann schließlich im Geiste den Sonderzug zu verfolgen, der den Führer durch herrliches, frucht- bares und unzerstörtes deutsches Land nach Berlin bringt. Dort erlebt man den unbeschreiblichen Empfang der dem Führer bereitet wurde. 'Die Bilder vom Empfang des Führers machen einen besonders tiefen Eindruck, denn die Begeisterung der Berliner grün 30 bis 45, Erbsen 25, Mischgemüse 15, Zwie- nein, bas Bund 15, Rhabarber, kg 10 bis 15, Pilze 45 bis 50, Falläpfel 10, Himbeeren 45, Heidelbeeren 42, Stachelbeeren 22 bis 28, Johannisbeeren 25, Erdbeeren 50, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis 15, Salatgurken 20 bis 60, Einmach- gurten 6, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 10 bis 15, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis außerordentlicher Weise für’ die Erschließung des oberhessischen Gebirgslandes eingesetzt und fruchtbare Arbeit geleistet. Bei der Besprechung der von In der Nähstube kommen immer neue Anforderungen. Socken der Soldaten fallen gestopft werden und unsere Frauen sitzen fleißig dabei, bis auch das letzte Loch geschlossen ist. Anzüge werden geflickt und als Neuestes wurden Pantoffel in die Lazarette geliefert. Dann tarnen Verwundete und brachten gar nichts mit. Wer forgt für die Waschlappen? Die Nähstube! Jede Woche gehen einige Frauen in die Lazarette und bringen Verwundeten die Spenden aus unseren Reihen. Es gibt taum einen Wunsch, von einem Soldaten geäußert, der nicht erfüllt worden wäre. Obstsäfte werden im Lazarett gebraucht und wieder find es unsere Frauen, die die Mühe nicht scheuen und ihre Beeren zur Verfügung stellen. Auch die Mithilfe bei der Ernte stellt große Anforderungen an die Mitglieder. Daneben sieben viele im Dienst in den Arbeitsgebieten, die nun schon seit Kriegsbeginn laufend weitergehen. Es ist überall nun so geworden, daß da wo Hilfe notwendig ist, man sich an die Frauenschaft wendet — und wenn es irgend zu machen ist — sind unsere Frauen immer gern bereit, die Arbeit zu leisten. Neuerdings haben sich 75 Frauen zum Flachshacken in Hungen zur Ver- Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Kennwort Machin", I 14.45 Uhr Wochenschau — Sondervorstellung „Die Heimkehr des Führers". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Golowin geht durch die Stadt . — Zirkus Holzmüller: 19.30 Uhr auf Oswaldsgarten! Erö f fnungsvorstell ung. Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Kennwort Machin"-, 11 Uhr Wochenschau — Sondervorstellung „Die Heimkehr des Führers". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Golowin geht durch die Stadt'. — Zirkus Holzmüller: 16 Uhr und 19.30 Uhr auf Oswaldsgarten Vorstellungen. rlS'GMelnWsl K kraft« »e.... _____________________________ * Iben einzelnen Zweigvereinen geleisteten Arbeiten Sporiamt ASG. „Kraft durch Areude . wurde dem Zweigverein Alsfeld für die ausgezeich- Dienstaa den 16. 7. 1940, von 19.30 Uhr bis net 5^6^16 öegemartierung em 21 Uhr Ünioersitätssportplatz, Sportabzeichenab- besonderes Lob gespendet. Der Zweigverein Gre- ÄiÄ ff’ÄÄ* » »erjertreten ranrngegeow. i Marburg verbunden hatten, hat eine über ticftfbilbersSorfroa zehn Kilometer lange Wegstrecke im südlichen Teil - des Bereiches des Zweigvereins zu betreuen. Diese lM Reserve-Bazaren. Strecke muß bis zum l. Oktober d. I. abgegangen die Alltäglichkeit führt. Von einem Sonntag -um macht m Friedberg 25 Waggon Kartoffeln in Ost- anderen setzt sich deshalb auch die Reihe ftöhlicher Preußen gekauft und als sie ankamen, Zeigte es sich, Erinnerungen fort, und von einem Sonntag zum daß diese unbedingt verlesen werden muhten. Wer anderen öftnet sich gleichsam das Tor verheißungs- tat es? Die Frauen des Frauenwerkes haben m voller Freuden. drei Tagen diese große Arbeit geschafft und die In Kriegszeiten hoben alle Dinge ein anderes Berge von Kartoffeln verlesen. Gesicht. Auch der Sonntag unterscheidet sich von Lazarett möchte seinen Soldaten gern Frisch- dem Sonntag beschaulicher Friedenszeiten. Aber üre unt) Salate zum Essen geben, aber mit dem feine Wesensart verliert er nicht: er bleibt die sicht- Personal ist es einfach nicht möglich, bare Markierung, die eine Woche von der anderen $ helfen täglich einige Frauen beim Putzen und trennt und die damit die lange Reihe der 5Bert» ba aeht es! NeZ Jb V immer^S rm Rhych^ bet fpringt ein? fieben T°g- Beglückung zu verheißen und zu spen- Q« Uebernad)ten1m S"ft für (" aber Genuß, manche Freuden erklingen jetzt ^ämps- °me Unmöglichkeit. Wed-r ist e« die Sr°uenfch,st, ter al- in früheren Seiten, und e- erfcheint auch I d-°>n chren Rechen Fteiqlmrt.ere geworden hat und nicht immer angebracht, mit Pauken und Trompeten diese den Angehörigen vermittelte. loszuschmettern, wo eine stillere Werse dienlicher Tee und Heilkräuter sollen gesammelt werden, ist. Aber im ganzen sind die Verheißungen, mtt Dringend nötig ist diese Arbeit. Selbstverständlich denen der Sonntag auch in dieser Zeit die letzten gehen unsere Frauen in den Wald und in die Felder Tage der Woche verklärt, für jeden einzelnen von und bringen die nötige Menge zusammen. • lockendem Reiz. In erster Linie bringt er natürlich , äWäS WWeüen der MlcherzeuglWS-SkMM ÄÄ MÄÄÄ »rbeitotagung »« Slitoauotouffe« Sl-ß-n. platz, van der frohen Wanbersahr? durch di« fchäm dem Emzugsgebietder Mattere Sretzereu^u um VoxLra. 11ITL in her Stabt dehnt Michttge Hinweise über die Möglichkeit einer Milch- Ke ÄXT Wg! «st-ig-rung zu erhal.em Der B-jitzen e e- krckrkeiten. den Sanntaa in bealü-tender Weife zu \ zen Züaen einen Bericht über die bisherige Arbeit des Mlchlsistungsausschusfes. Im Berlaufe der Tagung hielt sodann fügung gestellt. Wenn man auch nach Außen hin nicht sehr viel ieht von der Tätigkeit unserer Mitglieder, würde ie plötzlich auhören, dann wäre es sehr spürbar. Ins allen aber gibt das Wissen, daß wir ein kleines Teil beitragen zum guten Gelingen des großen Werkes des Führers, die volle Befriebiguna für unsere Tätigkeit. * Gfs. ** Auszeichnungen mitdem Eisernen Kreuz. Der Leutnant in einem Pionier-Bataillon Rudolf Nickel, der bereits im Oktober vorigen Jahres wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feind zum Leutnant befördert worden war und das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hatte, ist nunmehr für hervorragende Leistung mst dem Eisernen Kreuz 1. Klasse bedacht worden. Ferner wurde der Unter- , offizier Karl Heinrich R u h s in einem Panzerregi- Der Roman „Keine Spur von Hauck" wurde ge- ment, in dem er schon den Polenfeldzug mitgemacht ftern abgeschlossen. Aus zahlreichen Aeußerungen aus für besondere Tapferkeit mit dem Eisernen dem Kreis der Leserinnen und Leser wissen wir, daß A„uz 2. Klasse ausgezeichnet. er allgemeinen Anklang gefunden hat und von einer ** Siebzigjähriger. Am Montag, zur anderen Fortsetzung mit Spannung erwartet zz IM, begeht unser Mitbürger, Zollstkretär a. D. worden war. Unser neuer Roman, der mit dem ^inrid) Haberkorn, Liebigsiraße 103, in gei- heutigen Tage beginnt, wird, das dürfen wir mit [tiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag, gutem Gewissen schon jetzt versprechen, unseren Lese- Bei Krieasbeginn stellte er sich seinem Amte wie- rinnen und Lesern nicht weniger Freude bereiten, ber zur Berfugung und versieht wie vorher seinen Der Roman, „Die schöne Melusine" von Dienst. Herr Ha'berkom ist feit über vier Jahr- Hans Richter ist eine heitere Sommer- und zehnten treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Liebesgeschichte, in der es um keinerlei Problematik Wir gratulieren herzlich zu seinem 70. Geburtstage, geht. Wir verfolgen mit der Veröffentlichung dieses ** Treudienst-Ehrenzeichen für An- Romans die Absicht, einige Stunden einer anregen- gehörige ber Universität. Der Führer hat den Unterhaltung zu vermitteln. Wir sind dessen b^m Verwaltungssekretär Wilhelm Schmitt das sicher, daß auch diesem Roman alle Aufmerksamkeit Treudienst-Ehrenzeichen für 40jährige Dienstzeit, zuteil werden wird. dem Professor Dr. Wilhelm A u l e r und dem Apotheker August Adolph das Treudienft-Ehren- UttfUfl öer MCuCnbncfC. Zeichen für 25jährige Dienstzeit verliehen. Der Rek- Jn der Presse ist in letzter Zeit wiederholt scharf tor überreichte den Jubilaren die Auszeichnung und gegen den KettenbrieftUnfug Stellung genommen sprach ihnen gleichzeitig Dank und Anerkennung worden, der im Kriege wieder seine Blüten treibt, der Universität aus.. Selbst Soldaten werden mit solchen Kettenbriefen belästigt. So sind in letzter Zeit auch verschiedent- K3>irUflwilllllvl Vvlv|fvU» lich an Angehörige der Luftwaffe anonyme Briefe Bor der Sttaftammer hatte» sich gestern acht übersandt worden mit der Aufforderung, sie in meh- Männer wegen Diebstahls zu verantworten. Sie reren Exemplaren an andere Personen weiterzu- ^ben im Winter 1930/40 fortaesetzt, teilweise allein, senden. Der Reichsluftfahrtminisier und Oberste Be- teilweise gemeinschaftlich, als bei einer Kohlenhand- ...... ' " " <“1’ a“ '---lung beschäftigte Arbeiter dieser eine größere Menae Kohlen entwendet und auf ihre Rechnung verkauft. Die Angeklagten sind in vollem Umfang geständig. Die Gesamtmenge beziffert sich auf etwa 300 Zentner. Der Anklagevertreter beantragte Gefängnisstrafen von 7 Monaten bis fru einem Jahr und 6 Monaten. Die Angeklagten wurden zu Gesängnissttafen verurteilt, und zwar: R. Eh, zu sieben Monaten, L. H. zu einem Jahr, O. H. zu sieben Monaten, K. H. zu einem Jahr und vier Monaten, H. Sch. zu einem Jahr und vier Monaten, F. Sch. zu einem Jahr, K. Z. zu neun Monaten und E. K. zu sechs Monaten. Die erlittene Untersuchungshaft wurde auf die erkannten Strafen angerechnet. Das Geständnis kam strafmildernd, dagegen bei eitrigen ber Angeklagten die Vorstrafen straferschwerend in Be- Aus -er engeren Heimat. Trauerfeier in Lich. * Lich, 12. Juli. Die sterbliche Hülle des Oberleutnants der Flieger Dr. Hermann Otto Erbprinz zu Solrns-Hohensolrns-Lich wurde nach ihrer Ueber- führung )n die Heimat in der Marienkirche ausgebahrt, wo Förster des Hauses die Ehrenwache hielten. In der Marienkirche sand auch die Trauerseier für den Entschlafenen in Gegenwart des Dekans Knodt (Gießen) statt. Stiftspfarrer Naumann hielt die Ansprache, der Chor und die Gemeinde sangen. Von der Kirche bewegte sich der große Trauerzug zu dem Familienfriedhof des Hauses Solms. Ein Musikkorps und eine Abteilung Flieger gaben dem Dahingeschiedenen das Ehrengeleit. Unter einer Fülle von Kränzen folgte der mit der Reichskriegsflagge, mit Degen und Stahlhelm geschmückte Sarg. Hinter dem Sarge schritten die zahlreichen Anverwanden, die Angehörigen fürstlicher Häuser, Offiziere der Wehrmacht, Vertreter von Staat und Behörden und die Beamten und Arbeiter der fürstlichen Verwaltung. Die Sängervereinigung „Cacilia" leitete die Trauerfeier am Grabe mit einem Lied ein. Nach der Aus-segnung durch den Pfarrer stimmte das Musikkorps das Lied vom guten Kameraden an, und die Abteilung schoß die Wrensalve über das Grab. Als erster nahm einer der letzten Kommandeure des Verstorbenen Abschied von dem tapferen und vorbildlichen Offizier, der sich um die Verteidigung der Nordwestküste große Verdienste erworben hat, dem vorbildlichen Kameraden und ausgezeichneten Menschen Abschied. Für die SA.-Stand arte 116 legte Standartenführer Lutter, für die NSFK.-Gruppe 11 und den NSFK.- Sturm 6/75 der NSFK.-Sturmführer Grünin- ger einen Kranz nieder. Bürgermeister Dr. Geil sprach davon, daß der Erbprinz zum Beigeordneten der Stadt Lich, für die er sehr viel getan, bestimmt und vom Landrat bereits bestätigt war. Die Stadt Lich,'die seit Jahrhunderten mit dem Hause Solms verbunden fei, werde dem Erbprinzen ein stetes Andenken bewahren. Für die oberhessische Jägerschaft legte Gaus ägerm eist er Beigeordneter Nicolaus (Gießen) einen frischen Bruch in das Grab für den ausgezeichneten Kameraden, der ein ritterlicher Weidmann war und der durch feine Vorträge und seine vornehme Art viel Verständnis für die Jägerei zu wecken verstand. Jäger bliesen das Signal „Jagd vorbei" und ein letztes „Halali". Der Erbprinz, der als Sportflieger und Kunstflieger an gielen großen Flugveranstaltungen teilgenommen und auch in Lich Flugtage veranstaltet hatte, war auch ein Meisterschütze. Als solcher gehörte er der Südwestdeutschen Meisterklasse an und hat als Mitglied der Deutschlandklasse auch am Weltwettkampf der Schützen teilgenommen, wobei er an 15. Stelle stand. Unter de« überaus zahlreichen Kräyzen befand sich auch einer des Reichsministers der Luftfahrt sowie Kränze von Flugzeugwerken. Landkreis Gießen. Z Steinbach, 12. Juli. Am morgigen 14. Juli feiert Heinrich Haas in bester Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag. Herr Haas, vorher Kriminalsekretär, verlebt seinen Ruhestand in seinem Heimatsort Steinbach. Unsere Glückwünsche! Z A l b a ch , 13. Juli. Gestern feierte Frau Marie Eleonore Fink, geb. Gerhard, Witwe des Johs. Fink V., bei guter Gesundheit ihren 8 0. Geburts- t a g (Wir beglückwünschen.) * Leihgestern, 12. Juli. Dem Meldefahrer bei einer Panzertruppe, dem Oberkraftfahrer Walter Schäfer von hier, würde für besondere Tapferkeit das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kreis Friedberg. + Butzbach, 12. Juli. Der von der Stadtverwaltung vor einiger Zeit wieder eingerichtete Wochenmarkt, der Mittwochs und Samstags abgehalten wird, wird ^gegenwärtig von Erzeugern und Verbrauchern gerne besucht und bringt beiden günstigen Ein- und Verkauf. Nicht nur Gemüse aller Art, sondern das auch in diesem Jahre reichlich anfallende Beerenobst wird angeboten und verkauft. -M ünzenberg, 12. Juli. In diesem Jahre hatte sich ein Storchenpaar auf dem Turm unserer alten Stadtmauer wohnlich eingerichtet und den feit Jahren unbesetzten Horst wieder erstmalig bezogen. Nunmehr ist die Brut bereits soweit entwickelt, daß die beiden Jungstörche sich täglich öfters auf dem Nestrande sehen lassen und die ersten Flugversuche unternehmen. Es ist interessant, die anfänglich gezeigte Unbeholfenheit der jungen Stelzvögel zu beobachten, aber es wird nur noch kurze Zeit währen und sie werden die ersten Ausflüge in die nahen futterreichen Wiesen unternehmen. 9Jl.