Donnerstag, 13. Juni MV Gießener Anzeiger Neue große Erfolge an -er Westfront 'Zeltch Oft 'ktvE r @ebo* an des hörige der haben will. von f e n den Engländern mit MG. befchof. und zum Wiederaussteigen gezwungen. Ob- Nl • chj. K* meinen Nummern höherer Gewalt Sernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeige^ PostlckeckllbsssZ-rankf^M. Kündeten dokumentarisch belegt. So schildert z. B. der Kapitän Aim6 de Fleuriau einen unglaublichen Vorfall. Der Wehrmachtsbericht vom Mlwoch. iten in( >n 6ie?J eggenjori' Werte jö Bl . Für die iber W lOOOSffl ungen und r« LayreiÄ lveite L Aührerhauptquartier, 12. Juni (D71B.) ( Vas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die am 5. Juni zwischen dem Aermel-Kanal , und südlich Laon begonnene neue Operation hat < zu einem vollen Erfolg geführt. Nachdem die i Veygand-Zone südlich der Somme genommen war, | wurde der zurückflutende Jeinb an mehreren Stellen durchbrochen und seine Reste unter schwersten Verlusten über die untere Seine zurückgeworfen. Rouen ist seit einigen Tagen in deutscher Hand, die Seine unterhalb Paris an mehreren Stellen von unseren Truppen schon Überschritten. Line abgefprengte Feindgruppe ist bei St. Valery an der Küste eingeschlofsen. Nordwestlich Paris stehen unsere Divisionen an ! der Oise 20 Kilometer vor Paris und । vor der beiderseits S e n l i s verlaufenden Schuh- stellung von Paris. Lompldgne, der Schauplatz des fchmachvollen Waffenftillstandsdiklates des Jahres 1918, und Villers-Lotterets find in unserer Hand. Ostwärts des O u r q ist die Rl a r n e auf breiter Front mit st arten Kräften erreicht. • Auch unsere am 9. Juni zwischen dem Oise- llisne-Kanal und der Waas erneut zum Angriff angetretenen Armeen haben in schweren Kämpfen den vor ihnen stehenden Feind geschlagen und ihn zum Rückzug gezwungen. Reims ist genommen, in der Champagne ist die 'Sulppes überschritten. Trotz wiederholter, zum Teil von Panzern unterstützter Gegenangriffe in der Champagne, gelang es auch gestern den Franzosen nicht, unser vorgehen zum Stehen zu bringen. Im verlauf der neuen Operationen verlor der Feind außer schwersten blutigen Verlusten eine hohe Zahl von Gefangenen, Waffen und Kriegsmaterial aller Art. (Eine auch nur vorläufige Zählung war bisher nicht möglich. Die Luftwaffe, welche durch fortgesetzten Einsatz wesentlich zu den großen (Erfolgen des Heeres seit dem 5. Juni beigetragen hat, griff gestern neben der unmittelbaren Unterstützung des Heeres wieder die Hasenanlagen von Le Havre und Transportschiffe an der westküste des Kanals mit Erfolg an. hierbei wurden sieben Transportschiffe, davon ein 5000- lonner, versenkt, zehn weitere, davon drei zwischen 10 000 und 15 000 Tonnen, durch Bombentreffer beschädigt. Auf mehreren Schiffen brachen starke Brände aus. Bei den in der Nacht zum 12. Juni vereinzelten Bombenwürfen feindlicher Flugzeuge in Westdeutschland wurden Brandbomben in das Innere einer Stadt geworfen. Am 11. Juni versuchten einige britische Flugzeuge ohne Erfolg Drontheim und Bergen anzugreifen. Sie erlitten hierbei empfindliche Verluste; von etwa 12 Angreifern wurden drei durch Jäger, einer durch Flakartillerie abgeschossen. Die feindlichen Flugzeugoerluste betrugen gestern insgesamt 59 Flugzeuge; davon wurden 20 im Luftkampf abgeschossen, 19 durch Flak vernichtet, der Rest am Boden zerstört. Außerdem wurden wiederum drei Sperrballons abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt. Englisch-französische Kräste- arnppe kapituliert. Neber 20000 Gefangene. Führerhauptquartier, 12. Juni. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die bei St. Balern eingeschossene englisch- französische Kräftegruppe hat nach dem Scheitern weiterer Versuche, auf dem Seeweg die Truppen abzutransportieren, kapituliert. (Ein französischer Korpsgeneral, ein englischer und vier französische Divisionskommandeure haben sich ergeben. Die Zahl ber©efangenenüberffeigt bereits 2000 0. Das erbeutete Material an Geräten und Waffen ist unübersehbar. Bomben und $(af zerstören feindliche Panzer. zwei Tagen viele hundert Menschen, die völlig unschuldig sind, in Frankreich vom Pöbel ermordet oder im Auftrage der Behörden erschossen worden sind. Brandherd und Mittelpunkt der französischen Panik ist Paris. „Exchange Telegraph" meldet von dort am Dienstag schwere deutsche Fliegerangriffe, große Brände in den Außenbezirken, wo die rüstungswichtigen Betriebe liegen, und die Annahme von Anzeigen für die Mittngsnummer biS8'/?Ubr des Bormittags Grundpreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l AbschlüsseMengenstaffelB Platzvorschrist (oorberine Bereinbarung)25"/omebr Ermäßigte Grundpreise Bäoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. nen ich M Ijj ihren y- sonst j das fr erheblich« Werte, b Verfolgung über die Oise. Feindliche Armee in Auflösung. — Wir nähern uns Paris Berlin, 1* Juni. (DNB.) Südlich Reims wurden vier Panzerwagen durch Bombentreffer, an anderen Stellen sieben Panzerwagen durch Flakartillerie zer- stört. Damit erhöht sich das Gesamtergebnis Panzerabschüssen allein durch Flatetnheiten Generalmajors Deßloch auf 200. mit ta n Droge und E g- . , wie ki !llt wck taatsDi Anpslv il bei k ingeM er des $ die bin übertrv’. ache ditji r von dr wohl es sich um ein französisches Leuchtschiff handelte, sind die Engländer damit abgefahren. Auch sonst äußerte sich Fleuriau sehr erbittert über die haltuna und Anmaßung der Engländer. U. a. habe man ihm seine Contax abgenommen und ins Meer geworfen, weil man vermutete, daß er Szenen photographierte, die kein Ruhmesblatt der englischen Haltung gewesen wären. Man sieht auch hier wieder, daß die Engländer ihre französischen Bundesgenossen wie ihre farbigen Kolonialvölker behandeln. Panikstimmung in ganz Frankreich. Angst um Paris. — London erklärt: Oer deutsche Vormarsch ist unaufhaltsam Die Brücken über die Oise bestanden nicht mehr, als die nach Hunderten zählenden Fahrzeuge bis an die Brückenstellen herangekommen waren. Allzu dicht waren die deutschen Truppen an den Fersen des Gegners geblieben, und unsere Flieger hatten ihre Schuldigkeit getan. Nun stehen sie zu zwei und drei Reihen aufgefahren da. Kaum daß Fahrer und Begleitmannschaften sich die Zeit genommen haben, die Pferde auszuspannen. Ein Bild des Jammers, wie die Tiere ohne Wasser in der Sonnenglut stehen. Ganze Artillerieabteilungen, leichten und schweren Kalibers, wuchtige Mammuttanks von 32 Tonnen, wie sie in der französischen Armee Verwendung finden, aber ihrer Schwere wegen dieses Tempo der Flucht nicht hatten mitmachen können und nun, ihrer Zweckbe- stimmung bar, als Denkmale einer Niederlage die Straße säumen. Feldküchen, Sanitätsabteilungen mit ihren Fahrzeugen, dazwischen die mit Mauleseln bespannten Gefechtsfahrzeuge der nordafrikanischen Trupveneinheiten, alles steht da und wartet auf die Veterinärkompanie, die sich um die Tiere kümmern werden, und um die deutschen Kommandos, die diese unabsehbare Beute vereinnahmen sollen. Wird sich die französische Armee noch einmal vor den Toren von Paris stellen? Denn schon ist die Oise an mehreren Stellen überschritten, schon setzt die Artillerie auf das jenseitige Ufer über, ohne nennenswerten feindlichen Widerstand zu finden. In welcher Verfassung sich diese Teile der französischen Armee befinden, zeigt am besten die Tatsache, daß in einer Gruppe von Gefangenen, die, die Nutzlosigkeit des weiteren Widerstandes einsehend, sich ergeben haben, A n - gehörige von acht verschiedenen Divisionen sich befinden. Völlig durcheinander gekommen und desorganisiert seien sie schon seit drei Tagen ohne jegliche Führung, so berichten sie. Mutlos und geschlagen ziehen sie in die Gefangenschaft. Mutlos und geschlagen treten sie den Marsch nach rückwärts an, während unsere Truppen nach vorn marschieren, vorbei an den Straßenschildern, die nach Paris zeiaen. Kriegsberichter B e i b r a c h. *22 o«r «V w» y L<". not. mbfrttt ;r H eiter i, ®eob. sagenhaften „Fünften Kolonne" erkannt i. Man nimmt an, daß in den letzten Weiterer Erfolg bei Le Havre. Berlin, 12.Juni. (DNB.) In Ergänzung des heutigen OKW.-Berichtes wird mitgeteilt, daß bei dem gestrigen Angriff auf Le Havre außer den bereits gemeldeten großen Erfolgen gegen Schiffs- liele ein Schlachtschifl ober Schwerer Kreuzer von einer Bombe schweren Kalibers aus dem Vorschiff getroffen und beschädigt worden ist. Verbündete unter sich. Berlin, 12. Juni. (DNB.) .Durch Gefangenen- ausfagen wird immer wieder die Rücksichtslostgrelt der Engländer gegenüber chren französischen Ver- Wie die Blätter von der französischen Grenze melden, sind in Frankreich die Jahrgänge von 189 0 bis 1894 aufgeboten worden. In Paris ist der allgemeine Auflösungsprozeß bereits bis zum äußersten vorgeschritten. Aber auch in der Provinz treten die Auflösungstendenzen immer stärker hervor. Die Massen der Bevölkerung sind, wie Augenzeugen berichten, von einer unvorstellbar großen W u t auf die völlig versagende Regierung erfüllt, und diese Stimmung wächst sich von Tag zu Tag immer deutlicher zu einer Ablehnung des ganzen bisherigen Snstems aus. Allgemein beginnt sich der Widerstand gegen die Wahnsinnspolitik der Regierung bemerkbar zu machen. Aus allen Teilen des Landes werden Sabotageakte oft sehr umfangreicher Natur gemeldet. In Poitiers verjagte vorgestern infolge eines solchen Sabotageaktes die Stromversorgung. Sie konnte erst nach acht Stunden notdürftig wieder hergestellt werden. Don den Behörden werden alle diese Derzweifelungsakte einer Bevölkerung, die langsam und allzu spät zu erwachen beginnt und die Tragweite der Katastrophe allmählich überblickt, auf die mysteriöse „Fünfte Kolonne" zurückgeführt, die angeblich jetzt, wie aufgeregte Rundfunkansager verkünden, über „motorisierte Einheiten" verfügen sollen. In größter Eile wurde die militärische Ueberwachung aller öffentlichen Gebäude, aller Fabriken, Bahnhöfe und Postagenturen sowie aller großen Warenhäuser und Hotels angeordnet. Alle Minister und Abgeordneten haben stärksten Polizeischutz erhalten, da keiner von ihnen sich seines Lebens sicher fühlt. Die Panikmaßnahmen der Zivilbehörden, die immer mehr das Heft aus Der Hand verlieren, haben die Hysterie der Bevölkerung noch gesteigert. Diese Hysterie äußert sich in Ueberfäüen auf völlig unschuldige Menschen und die Lynchung harmloser Passanten, in denen man Ange- . er, > gon w" T » \ ZE pafft«.-. ff«J' war- . ,Lch e ja IR en- y > । troO . jte, bem eres- vßf it* .... 12. Juni. (PK.) Die Kämpfe südlich der Somme liegen hinter uns. Durch die befestigten Dörfer haben sich unsere Soldaten hindurchgebissen und die Kampsesweise der „schwarzen Franzosen" kennen sie nun! Jetzt marschieren sie auf den Straßen vor, die nach Süden führen an die Oise. Der deutschen Führung ist es nicht verborgen geblieben, daß der Gegner nicht im planvollen Rückzug der überlegenen Stoßkraft der deutschen Truppen weicht, sondern daß er in regelloser Flucht zurückflutet. Die Verfolgungs- schlacht ist im Gange. Die beiderseits der Infanterie-Divisionen angesetzten Panzerkräste stoßen zur überholenden Verfolgung vor, während den Infanterie-Divisionen die Aufgabe zufällt, den Feind vor sich herzutreiben, sich bietenden Widerstand zu brechen, um möglichst schnell Brückenköpfe über die Oise zu bilden. Die vordersten Teile einer Radfahrerschwadron bekämpfen ein feindliches MG. Gefangene, die gemacht worden sind, hat man nach hinten abgeschoben, und nun besteht der Spähtrupp nur noch aus dem Unteroffizier und vier Männern. Während der Unteroffizier die Garbe seines MG. verfolgt, macht ihn einer der Schützen auf eine Staubwolke aufmerksam, die sich auf einem Feldweg rasch nähert. Das hatte gerade noch gefehlt, daß jetzt feindliche Panzer auftauchen, denn um nichts anderes kann es sich handeln. Schon will er das Signal „Panzerwarnung" nach rückwärts geben, da sieht er, wie die Panzerkampfwagen nach rechts abdrehen und das feindliche MG. unter Feuer nehmen. Deutsche Panzer also. Nun erkennt er sie auch. Die Spähtrupps zweier verschiedener Waffen haben sich getroffen, hart an her Oise. Beim weiteren Vormarsch kommt es in den kleinen Waldstücken beiderseits der Straße, die nach Pont St. Maxence führt, zu kleinen Plänkeleien, die aber sogleich für unsere Aufklärer entschieden werden. Allenthalben werden Gefangene gemacht. Je näher man an die Oise kommt, um so mehr verstärkt sich der Eindruck, daß sich hier eine Armee in Auflösung befindet. Gibt es Gegenstände aus den französischen Armeearsenalen, die nicht an diesem Straßenrande liegen? Genf, 13. Juni. (Europapreß.) Churchill, begleitet von Eden und General Dill, dem Ches des Generalstabes des Empires, hatte am Dienstag und Mittwoch mehrere Besprechungen mit dem französischen Ministerpräsidenten Paul Reynaud, Marschall P 6 t a i n und Generalissimus Wey - g a n b. Die Pariser Presse ist am Mittwoch nicht erschienen. Sie wird zunächst auf ihre neuen Pro- vinzerscheinungsorte umgestellt, was einige Tage in Anspruch nehmen dürfte. Für diese Zeit kann also nur auf die Provinzpresse zurückgegriffen werden. Um sich ein Bild von den Vorgängen in Paris und Frankreich zu machen, genügt ein aufmerksames Lesen des Berichtes des französischen Militärsprechers. Aus dem Bericht des für die Beurteilung der strategischen Lage berufenen Mundes, des militärischen Sprechers der französischen Regierung, geht die Sorge um Paris und den Ausgang der Schlacht in Frankreich mehr als deutlich hervor. Paris ist praktisch als Haupt- und Wohnstadt aufgegeben. Die bange Frage aller Franzosen bleibt: „W ird es das Schicksal Warschaus teilen?" Die Antwort liegt in der Hand des französischen Militärs. Daß die so- genannte Weygandlinie nur ein allzu kurzer Traum war, gesteht der Militärsprecher dadurch ein, daß er wörtlich erklärt: „In der Gegend von S o i s - s o n s und Reims hält der schreckliche Druck der Deutschen an." Zur selben Stunde meldete der deutsche Heeresbericht den Fall der französischen Krönungsstadt Reims! Am Mittwochabend wird in London zugegeben, daß der deutsche Vormarsch auf Paris unaufhaltsam vorangeht. Die Lage sei über- aus ernst, wenngleich man auch die militärische Situation irltz einzelnen nicht überblicken könne. Der Militärgouverneur von Paris habe allen Regierungs- und städtischen Angestellten und Beamten in Paris verboten, die Haupt- stadt zu verlassen. Es wurde ihnen aller- dings ein gewisser Stadtteil angewiesen, in dem sie sich aufhalten können. Die Lage in Paris sei, wie der Londoner Rundfunk am Mittwochabend mitteilt, „ernst und schwierig". Die Straßen von Paris sind während der Nacht v o l l st ä n - big in Dunkel gelegt und a u s g e fterben. Ab und zu hört man Kanonendonner und sieht das Aufflammen von Blitzen, die von explodierten Geschossen herrühren. von da ausgehende Verdunkelung auch der Innenstadt durch dichte Rauchwolken. Was fliehen Fann, flieht. Die Mitglieder des Diplomatischen Korps haben nächtlings die Stadt verlassen, ohne zu wissen, wohin sie sich wenden sollen, um die vor ihnen geflohene Regierung Reynaud zu finden, sei es in Tours, sei es in Poitiers. Nur der amerikanische Botschafter Bullitt hat noch Fühlung mit der getürmten Regierung. Er aber ist ja mehr als ein Mitglied der Regierung Reynaud selber zu zählen. Auch das jüdische Lügenbüro Havos hat seinen Sitz aus Paris verlegt. Die Erbitterung der Bevölkerung über die Flucht der Verantwortlichen wächst von Stunde zu Stunde und nicht weniger der Haß gegen den englischen Verbündeten. Wiederholt sanden Ausschreitungen gegen englische Zivil- und Militärpersonen statt. Ein englischer Polizist in Uniform kann sich in Paris ohne Gefahr nicht mehr sehen lassen. Ein englischer Gottesdienst wurde durch Tränengasbomben gestört und abgebrochen. Im übrigen ist der Zustand der französischen H a u p t st a d t t r o st l o s. Die meisten Bahnhöfe sind geschlossen, Räuberbanden am Werk, die Versorgung mit Lickt, Gas und Wasser unterbrochen. An normale Arbeit ist nirgends mehr zu denken. Nach einer Schweizer Schätzung hätten schon drei Viertel der Bevölkerung die Hauptstadt verlassen. Infolgedessen funktionierten auch draußen im Lande die Eisenbahnen nicht mehr. Viele Stationen hätten den Dienst eingestellt. Aber auch die Straßen seien von Flüchtlingskarawanen verstopft. Mangel an Nahrungsmitteln sei die Folge. Don der französischen Grenze in Spanien eintreffende Belgier beschweren sich in zunehmendem Maße über die furchtbare Lage der in Frankreich lebenden bzw. nach Frankreich geflohenen Belgier. In ganz Frankreich werde geflissentlich die Behauptung verbreitet, daß die belgische Armee verantwortlich fei für die Mißerfolge der französischen Wehrmacht. Die Folge davon ist, daß die französische Bevölkerung ihre Wut nunmehr an den Belgiern ausläßt. So kam es in Paris zu Ueberfäüen auf belgische Flüchtlinge, denen keinerlei Hilfe geleistet wird. Uebrigens soll, wie bekannt wird, die französische Regierung Spanien ersucht haben, die Einreise von etwa einer Million Flüchtlingen aus Belgien und Nordfran kreich zuzulassen. Die spanische Re, gierung sei jedoch nicht daraus eingegangen, q Alls den Wegen des Sieges. Der gestrige Wehrmachtsbericht bricht zum erstenmal mit der zurückhaltenden Wortkargheit der letzten Tage, der beste Beweis dafür, daß die nach der Demichtungsschlacht in Flandern aus der damaligen deutschen Südfront heraus am 5. Juni eingeleitete neue Operation in eine Phase eingetreten ist, die bereits einen rückschauenden und zusammen- faffenhen Ueberblick erlaubt. Wir müssen uns immer wieder von Weltkriegsvorstellungen der zusammenhängenden Front frei machen und richtiger davon sprechen, daß im Raume zwischen der Küste und Laon die verschiedenen Keile, die die vorstürmenden deutschen Truppen vermutlich mit Panzern und motorisierten Einheiten an der Spitze in die feindlichen Verteidigungslinien vorgetrieben haben, die Widerstandskraft des Gegners erschüttert haben, so daß die Durchbrüche die feindlichen Truppenverbände auseinanderrissen, eine'zentrale Befehlserteilung unmöglich machten und den Feind, wo er nicht sein Heil in der Flucht gesucht hatte, durch Hereinschwenken der deutschen Spitze in einzelnen Gruppen einkesselte und vernichtete. So hat schon vor mehreren Tagen ein größeres feindliches Truppenkontingent am äußersten linken Flügel des Gegners den Zusammenhang mit der Nachbargruppe verloren, es hat sich bei St. Valery, einem Städtchen am Südufer der Sommemündung, hart an die Küste drängen und einschließen lassen, wo sich nun sein Schicksal erfüllt hat, nachdem es fick als unmöglich herausgestellt hatte, die eingeschloffenen Truppen, unter denen sich auch Teile von Engländer befunden haben, auf dem Seewege abzutransportieren. Aus der Gefangennahme von sechs Generalen und bislang gezählten 20 000 Mann darf man auf einen Truppenverband in der Stärke von mindestens zwei Korps schließen, der hier aus» geschaltet wurde. Der starke rechte deutsche Stoßflügel hat fid> durch diese abgefprenate feindliche Gruppe nicht irritieren lassen, sondern hat die Masse des aus der Weygand-Linie hinausgeworfenen Feindes anscheinend nicht nur mit schnellen Truppen, sondern auch mit der schnell aufschließenden Infanterie über die untere Seine zurückgetriebcn, deren durch die vielen starken Windungen für Rück- zugsgefechte besonders schwierigen Charakter wir hier gestern sa>on geschildert haben. Schon seit einigen Tagen ist Rouen in deutscher Hand. Rouen, die alte Hauptstadt der Normandie, ist uns allen zumindest aus unseren Geschichtsbüchern bekannt, denn hier vollendete sich das Drama der Jungfrau von Orleans, die, nachdem sie dem britisch-französischen Krieg die entscheidende Wendung gegeben hatte, in britische Gefangenschaft geriet und auf dem Marktplatz von Rouen als Zauberin verbrannt wurde. Zweifellos keine sehr angenehme Erinnerung für die heute verbündeten Nationen, denn die Zauberin von damals ist nicht nur 1920 heilig gesprochen worden, sondern ist seit langem der Nationalheros Frankreichs. Aber über solche Ungereimtheiten zwischen Politik und Ge- jchichte setzt man sich in Paris schon lange souverän hinweg. Aus dem Todfeind von einst, der große Teile Nordwestfrankreichs in seinem Besitz hielt, der die französischen Kanalhäfen immer nur als eigene Brückenköpfe betrachtet hat, ist schon feit BrÜhlschevniverittStrdnlckereiS.r M u n i t t o n s d e p o t s und sonstige militärische Votture-Restaurant Nr. 2419 O Oie Schande von Eompiögne. Italienischer Wehrmachtsbericht. Malta mit Bomben belegt. Rom, 12. Juni. (DRV.) Der erste italienische wehrmachtsbericht vom Mittwoch, 12. Juni, hat folgenden Wortlaut: Vas Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Die vorgesehene Aufstellung der Land-, See- und Luftstreitkräfte war am 10. Juni Mitternacht befehlsgemäß abgeschlossen., Von Jagdstaffeln begleitete vombeneinhet- len der Luftwaffe haben gestern im frühen Morgengrauen und bei Sonnenuntergang die militärischen Anlagen von Malta heftig und mit sichtlichem Erfolg mit Bomben belegt und sind i sodann unversehrt zu ihren Stützpunkten zurück- gekehrt. Gleichzeitig stießen andere Einheiten zur Erkundung in das Gebiet und gegen die Häfen Rordafrikas vor. Mit den panzern nach Ronen Verblüffte Franzosen und Engländer. Französischer Truppentransporter flieht vor italienischem ll-Boot. M a d r i d , 12.Juni. (DRV.) Im Hafen von A l i - cante suchte der französische Truppentransporter „General Lasarrier e", der von einem italienischen U-Boot verfolgt wurde, Hchutz. Der Transporter war mit 7 00 Se - negalneaern von Oran nach Marseille unterwegs. Schiff und Truppen wurden interniert. An die Völler des römischen Imperiums. Zahlreiche Treuetundgebungen in Aethiopien. Rom, 13. Juni. (DRB. Funkspruch.) „Stefani" meldet aus Addis Abeba: Der D i z e k ö n i g hat an die Völker des Imperiums folgenden Auf- Ein Irrtum des amerikanischen Außenamtes. Berlin, 12. Juni. (DRBI Ein im Atlantik operierendes deutsches U-Boot begegnete am 11.6. im Morgengrauen einem mit nördlichem Kurs fahrenden Dampfer. Der deutsche U-Bootkomman- dant hielt den Dampfer für einen von ihm sckon vorher nach den Regeln des Prisenrechts angeyal- tenen und mit Kursweisung versehenen griechischen Dampfer, der dieser Weisung offenbar nicht gefolgt war und zu entkommen suchte. Er forderte den Dampfer auf, zu stoppen. Es fand dann ein Austausch von Blinksignalen statt, in dessen Verlauf der U-Bootskommandant erfuhr, daß es sich nicht Und als die Deutschen die Verhandlungen mit der Frage eröffneten, ob Foch Vorschläge zu machen habe, fuhr die Antwort des Generals wie ein Faustscylag auf sie nieder: „Ich habe keine Dor- K! hier sind die Bedingungen!" Unwür- id entehrend war die Behandlung der deutschen Offiziere, die die Waffenstillstandsabordnung begleiteten — unwürdig und entehrend auch für Frankreich, das sich selbst erniedrigte, indem es einen Gegner schmachvoll behandelte, der sich bis zur letzten, verzweifelten Stunde gegen seine Niederlage tapfer gewehrt batte. Die Erinnerung an diese Ereignisse haben Die Franzosen in treuem Herzen gehegt. Die Stelle, an der die Salonwagen des Marschalls standen, ist durch zwei in die Erde gelassene Steinplatten bezeichnet, und der Platz heißt seitdem Carrefour de l’Armistice, Kreuzweg des Waffenstillstands. Jtt Paris... Man kann auch den historischen Waaen noch sehen, in dem das verhängnisvolle Schriftstück damals unterschrieben wurde. Er steht an bedeutungsvoller Stätte, ganz in der Nähe des Jnvali- dendoms, unter dessen Kuppel die Gebeine Napo- ru f erlassen: „Völker des Imperiums! Der Duce hat in seiner Rede in Rom angekündigt, daß Italien England und Frankreich den Krieg erklärt hat. Italien tritt auf den Kriegsschauplatz mit allen seinen Kräften zum Triumph der Gerechtigkeit und der Freiheit und vereinigt seine immer siegreichen Waffen mit Ein Bild zum Bombardement der militärischen Anlagen von Malta Di der englischen Flott«, im Hintergrund links das auf Reparationskonto Schwimmdock der Welt. Rom, 18. Juni. (Europapreß.) Zu der am Mittwoch bekanntgewordenen Ungeheuerlichkeit der Errichtung Der Sammellager für die gefangen- gesetzten IMunil um das glorreiche Banner und seid mit. hem Geist Der Opferbereitschaft, Der Treue und der Hingabe unerschütterlich fest in Dem Entschluß, zu kämp« f en undzu siege n." Dem Vertreter Des Dizekönigs sind von feiten der Nobabeln und Stammesführer zahlreiche Treue- kundgebungen zugegangen. Tagesbefehl an die italienische Infanterie. ftom, 12.Juni. (DNV.) Der italienisch- Kronprinz hat in feiner Eigenschaft als In« spekteur Der Infanterie folgenden Tagesbefehl an die italienische Infanterie erfassen: „Infanteristen Italiens! Die feierliche Stund« hat geschlagen. Mit unerschütterlichem Glauben und Der heldenhaften Vision früherer Triumphe marschiert ihr der neuen unausbleiblichen, siegreichen Zukunft des imperialen Italiens entgegen. Das Vaterland erwartet von eurer Kühn« beit und Zähigkeit noch glänzendere Siege. Es lebe Italien, Der König und Kaiser und Der Duce. »Barbar Nr. 1/ Feind. Das Bewußtsein, hier um folgenschwerste Entscheidungen zu ringen, bestimmt den Charakter dieser erbitterten Kämpfe, aber wir find gewiß, Die überlegene deutsche Führung, die Die feindlichen Operationsvläne zerschlägt und Dem Gegner keine Handlungsfreiheit läßt, und die Tapferkeit, mit der sich Die deutschen Truppen aller Waffen in brillantem Zusammenwirken schlagen, werden, wie auf den Schlachtfeldern Flanderns, auch diesmal Den vollen Sieg an Deutschlands Fahnen heften. Dr. Fr. W. Lange. lachten uns zu, als sie an unserem Filmapvarat vorbeizogen. Auch die Gesichter Der auf Krafträdern und Beiwagen mitfahrenden Schützen waren munter. . Immer noch rührte vom Feind sich nichts, kein Flieger am Himmel. War es eine Falle? Lo s auf Rouen! Die hochgelegene Dorstadt ist schon durchmessen. Der Blick auf Die Stadt tut sich auf, und auch die Windungen Der Seine bilSen einen überwältigenDen Anblick. Gewaltige Rauchschwaden treiben zum strahlend blauen Himmel und verfinstern ihn. Das Gaswerk ist angesteckt, sonst aber ist Die Stadt unversehrt mit ihrer herrlichen Kathedrale. Nach Nordwesten zieht über Die Seine und weit Darüber hinaus Der Flüchtlingsstrom in dreifachen Kolonnen. Die Panzer rattern Die Straße hinab. Es gibt doch Widerstand. Vak prasselt ihnen entgegen und schwere MGs, heftig und kurz. Es macht ihnen nichts. Schon kriechen sie an der Kathedrale vorbei, um von Dem großen Zentrum Der Stadt nach allen Seiten auszuschwärmen, von den mutigen Schützen begleitet, um vor allen Dingen die Brücke zu besetzen. Da, kurz hintereinander aroel gewaltige Explosionen. Zwei Brücken sind aufgerissen. Diele hundert Meter hohe Rauchfahnen treiben jäh nach oben. Mit den Apparaten Der Division werden im Augenblick die Pioniere herbeigeholt. Die graue E i s e n b a h n b r ü ck e st e h t. Das ist im Augenblick das Wichtigste. * Feindliche Bomber sind im Anflug. Wir sind auf sie vorbereitet, auf diese Zerstörer der Städte Belgiens und Frankreichs. Flüchtlinge fluten nun auch durch unjere Kolonnen nach Osten. Sie haben die Hände erhoben und baten für ihre Stadt, die nun unser ist. Otto Nebelthau. England erwägt Evakuierung nach Uebersee. Stockholm, 13. Juni. (Europapreß.) Der parlamentarische Unterstaatssekretär im Dominienmini- jterlum, Shakespeare, äußerte sich am Dienstagnachmittag im Unterhaus über Die Frage der Evakuierung von Frauen unD Kindern aus England in die überseeischen Kolonial- und Dorniniengebiete. Er gab zu, daß die Regierung diesen Plan ernsthaft in Erwägung ziehe. Ein Unterausschuß sei gegründet worden. Man habe diesen Unterausschuß beauftragt, seine Arbeiten sofort einzuleiten und in möglichst kurzer Zeit einen umfassenden Bericht vorzulegen. Rach zwei Jahrzehnten wird der Siegerwahnfinn von Lompiegne gerächt. Eine Aufnahme vom 11. November 1918 im Wald von Compiegne, wo Frankreich in seinem Siegerübermut dem deutschen Volk die schmählichsten Was. fenstillstandsbedingungen auferlegte, die Die Welt- geschichte bisher erlebt hat. Man sieht hier ganz rechts Marschall F o ch vor seinem Salonwagen. Der Zweit» von links ist Der heutige Generalstabschef Weygand, Dessen Armeen heute von Den siegreichen Deutschen Truppen zerschlagen werden. Es ist eine Stunde Der Vergeltung geworden, wie sie Weygand in jenen Novembertagen wohl niemals für möglich gehalten hätte. (Scherl-Bilderdienst-M.) Waffenstillstandswagen von 1918. In einem merkwürdig gemischten und ziemlich unansehnlich gewordenen Chaos von Weltkriegs-Erinnerungsstücken und Waffen steht er Da. Da befinDet sich etwa eine einzelne deutsche Feldkanone neben einem Skoda- Mörser, da liegen die Aluminiumreste eines deut, scheu Flugzeuges und daneben ist einer der Wa-> gen — ein kleiner, feldgrau gestrichenes Autotaxi — ausgestellt, auf Denen im Herbst 1914 französische Soldaten aus Paris in Die Marne-Schlacht gefahren wurDen, zu jenem „«Wunder Der Marne", das heute von den Franzosen wieder heraufbeschworen wird ... und dort steht auch der Waffenstillstands- wagen. Kein glorioses oder imponierendes Stück, sondern ein gewöhnlicher Speisewagen Der Internationalen Schlaswagengesellschaft, umkleidet mit dunkelrotem Holz, auf Dem in Messingbuchstaben die Worte „Voiture - Restaurant“ unD „Dinning Car“ stehen; er trägt die Nummee 2419 D. Er ist vollkommen ausgeräumt, nur Die Klapptische an Den Fenstern finD Da, unD Den Beleuchtungskörpern hat man Die grünfeibenen Lampenschirmen gelassen — Das ist alles. Aber man fühlt Den Geist, Der Diese Andenken hier zusammengestapelt hat, den ruhmsüchtigen, rach- füchtigen Geist einer Nation, Die es enDllch vermochte, einem Voske, Das vier Jahre einer Welt gegenüberstand, Den Schmachfrieden von Versailles zu Diktieren. Versunkene Glorie von vorgestern! Was bedeuten heute die Steinplatten von Com- piögne!? Der Sturmschritt unserer Soldaten geht über sie fort. Was soll noch der Salonwagen von 1918? Er ist das Symbol einer vergangenen Epoche. Der Führer des Großdeutschen Reiches ist dabei, Der künftigen Entwicklung das Gesetz vorzu« fchrelben. um Den vermeintlichen griechischen Dampfer, sondern um den USA.-Dampfer ,,$3 a f 6 i n ß *0 n I (gtenje der Cyrenalka wurde ein handelte. Das U-Boot ließ daraufhin nach dem üb- . enallicken Cuffroafle lichen Grußaustausch Den Dampfer frei passieren. Einflugversuch der e n g lisch en L u f w a f^e hierzu roirD vom amerikanischen Außenamt in abgeschlagen. Zwei feindliche Flugzeuge wur- Washington bekanntgegeben, daß der von dem ame-1 den abgeschosfen. rikanischen Dampfer zur Zeit Der Begegnung mit Dem U-Boot verfolgte Kurs nach Irland den Regierungen Der kriegführenden Lander vorher notifiziert worden sei. $)as amerikanische Außenamt befindet sich hierin, was Deutschland angeht, im Irrtum. Der deutschen Regierung war von Der amerikanischen Botschaft in Berlin nur die Fahrt des Dampfers nach Bordeaux, Lissabon und zurück notifiziert worden. Daß der Dampfer nach Irland fahren würde, ist der deutschen Regierung erst am 11.6. nachmittags, also nach Der Begegnung, notifiziert worden. den Tagen des Wiener Kongresses, seit Dem Bürger- könig Louis Philipp und Napoleon III. und erst recht seit der Dritten Republik der heiß umworbene Nachbar geworden, dessen Freundschaft man suchte und in dessen Abhängigkeit man immer mehr geriet । .... 12.«m«u...* heute eine Stadt van 123 000 Einwohnern und sich -'nem Gesechtsstand der Panzer im Morgen- mit dem schon oft genannten Le Havre zusammen, grauen de, S.Juni -IN Zug non 160 franz«. das in der Luftlinie rund 50 Kilometer flußabwärts n sch - "Soldaten in dem Dlaub«! es I-i ihr am Meere liegt, der wichtigste Umfchlagplatz für Gesechtsstand, wie er es auch tatsächlich n och vor den Verkehr zwischen dem Pariser Becken und der e i n e r o d e r z w e i S t u n d e n gewesen war. Em Stifte 1 W . Unteroffizier von uns ruft die Franzofen energifch In dieses Pariser Becken find die deutschen Irup-Ian; die völlig Verdutzten ergaben sich sofort ange. pen bereits unmittelbar vorgedrungen. Deutsche Dl- ficht» der auf sie gerichteten Waffen, und ihrem Visionen stehen an der Dife, die in der Luftlinie Offizier blieb noch so viel in d-r Kehle daß er m etwa 20 Kilometer unterhalb von Paris in die hier strammer Haltung seinen Zug bei dem deutschen stark gewundene Seine mündet, nur noch 20 Kilo- Unterofsizier meldete. m f Meter von der Hauptstadt entfernt. Die beiderseits Wir prachen auch -ngl.sch« G- anoene. Soissons über die Aisne durch das Sotssonais vor- Sie hatten sich alles erträumt, nur Nicht, daß h er, ftürmenDcn Deutschen Truppen haben Corn- „weit hinter Der Front , s ch l a garg Die Deut pitzgne, ebenfalls an Der Oise unD wichtiger s ehe n Panzer auftauchen mit ihren Geschützen Bahnknotenpunkt, unD B i l l e r s - C o t t e r e t s , unD ihren Pionieren und ihrer Artillerie unD Flak etwa 20 Kilometer süDweftlich von Soissons, erreicht wie aus Dem Aermel ge chuttelt. unD stehen bereits weitere 30 Kilometer weiter M- Auf Diese Welse echielten wir auch in einem westl ck bei Senlis- vor Den Schutzwällen vor Dorfe nahe Rouen zum ersten Male wieder seit Paris Die Besetzung Compiögnes tilgt Die Schmach, langer Zelt frische Zeitungen vom Tage unD lasen die das Wass-nstillstandsdiktat vom 11. November zum Frühstück der^französischen H°"Äcricht.,der iGiR nll- Deutsche fierten aebrannt hat. Au nun allerdings reichlich überholt war. W o steckte einem Bahngleis im WalD von Cornpiögne stand Der Feind? Es fatte tei ^rämnt merfien müf- Damals Der Wagen Des Generals Foch, in Dem Der nur wenig von ihm beiseite geräumt werden mus- Generalissimus Den Deutschen Unterhändlern in Hen ohne irgenDemen ^,e bl;e.^nd schroffster Folrn Die Bedingungen Des nachgesuchten unbehelligt von Fliegerge^hren. Auch jetzt nir Waffenstillstands bekannt gab, Die in ihrer brutalen g e n D ro o ffHe qje r , jW JSä Maßlosigkeit schon eine Ahnung von Dem erkennen war sehr still, und unser kleiner Melder stog un ließen, was dein deutschen Volke in Versailles zu- ablässig über Rouen und brachte uns Nachrich en, gemutet werden sollte. Dieser Krieg, der Deutsche wie es dort aussah. Der Angriff wurde befohlen. Gruppen nach Compiögne ins cherz Nordfrankreichs In den Staben kurze,.^chErtam-e geführt hat, gilt ja einer neuen europäischen Ord- letzte Anweisungen für einen schon langst m al en nung, Die Den Deutschen Lebensraum auch von den Einzelheiten feststehenden Uan- Die Mannschaften letzten Fesseln von Versailles befreit und ihm seine ruckten an Die Fahrzeuge und fuhren auf. D^e Pan natürlichen Bedingtheiten sichert. So ist die Be- zerleute sahen in ihren bunten Hemden und ohne setzung Compiögnes in besonderem Sinne ein Fanal Kopfbedeckung so des deutschen Siegeswillens. , Ausflug und nicht in Die Schlacht. Sie winkten und Weiter südöstlich bei v i l l e r s-C o t t e r e t s betraten die deutschen Truppen wieder Den Boden Der Marneschlacht 1914. In Der Schlacht am Durcq, einem rechten Nebenfluß Der Marne, einem wichtigen Abschnitt der großen Schlacht, hatte die 1. Armee Des Generalobersten von Kluck Umfassungsversuche Der Franzosen vereitelt unD Die , eigene Handlungsfreiheit sichergestellt, als der Be- Jfl EvMplögNL . . . 2n d-estnTng-n sind u^re^ldat-n auf ihrem ?uÄm ° D-^kl^'B^"«^' Lfchen P i «?n°?gV°mmen, -7n Uadtchen von e?w° 20 0er italienischen Luftwaffe in höchstem Maße aus- ;esetzt sein werden, bringt „Giornale d'Jtalia" zum Ausdruck, daß England sich gegenüber Italien und )em Jtalienertum nicht nur als „Feind N r. 1", I ionbern auch als „Barbar N r. 1" erweise. Dieses * barbarische Vorgehen überbiete bei weitem das ber ibessinischen Regierung, die Maschinengewehrnester 1 inb mit Dum-Dum-Geschossen, die England geliefert ) lütte, ausgestattete Truppenabteilungen durch das Bote. Kreuz deckte. 1 ,,Mjen hatte volle Enlschiußfreihett." Feststellung der Agentur Stefani. Rom, 12. Juni. (DNB.) Der diplomatische Mit- irbeiter ber Agentur Stefani schreibt, bie deutsche Yresse erkenne die volle Entschluhfreiheit Roms an. Dies entspreche auch durchaus der historischen Wahrheit. Niemals habe Deutschland eine talienischen Intervention erbeten ober verlangt, und Italien seinerseits habe immer den Pakt und bie Abkommen mit ber Reichsregierung geachtet unb n voller Freiheit selbst ben Zeitpunkt ber Inter- jention gewählt. „Dieser Zeitpunkt war der verbündeten Macht noch vor dem Beginn ber Schlacht m Frankreich mitgeteilt worben. Auch haben andrerseits bie kriegerischen Ereignisse an der Westfront keinen Einfluß auf die militärischen Vorbereitungen ausgeübt, bie Frankreich unb England schon seit Kriegsbeginn gegenüber Italien vorberei- ieten." Spanien „nichtkriegführend". Beschluß der spanischen Regierung. Madrid, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die panische Regierung gibt folgendes Dekret iekannt: „Angesichts der Ausdehnung des Kampfes ruf bas Mittelmeer burch Italiens Eintritt in den wieg gegen Frankreich unb Englanb hat bie spa- rische Regierung bie N l ch t k r i eg f ü h r u n g Spaniens im gegenwärtigen Konflikt beschlossen. Gez.: Generalissimus Franco. Außenminister Beigbede r." Das Dekret würbe im Ministerrat angenommen. „Die Stunde des Gerichts." Spaniens Sympathien gehören den befreundeten Nationen. Mabrib, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Unter ter Ueberschrift „Tag des Gerichts" befaßt ich die Zeitung „Madrid" mit der Ermordung des । chemaligen französischen Luftfahrtministers Pierre Eot. Unter den Schlägen des Krieges sei die !Stunde des Gerichts hereingedrochen ür jenen Exminister, ber Frankreichs Luftwaffe I jerschlug und die Gegner Francos mit Flugzeugen I belieferte. Vielleicht nahe auch für andere Kriegshetzer bas Gericht. Der Krieg lasse ge- misse Nationen in ihrer ganzen Häßlichkeit unb Der- Ivmmenheit erscheinen, sobaß sie nicht einmal mit Anstand verlieren können. Wie anders unb roürblg sei bagegen die gerade r mb mutige Haltung Italiens, das jenen ben ,‘Erleg erklärt habe, bie Italien mit Sanktionen ver- : ichten wollten. Das Blatt schließt, bie ganze Sym- I Hübte bes gesamten Volkes gehöre ben Fre u n- II en Spaniens. Ueber bie Gewißheit bes Sie- I ; es ber befreunbeten Nationen gebe es keinen I Zweifel. Französinnen für farbige Hilfstruppen. Rom , 12. Juni. (Europapreß.) „Tevere" berichtet | iber Genf aus Paris, daß bie zu Hilfsbiensten I nobtliflerten französischen Frauen infolge l ines am Dienstag ausgegebenen Befehls zur Dienst- i leiftung bei ben französischen farbigen | Gruppen als Telephonistinnen, Krankenpflege- |.innen, Köchinnen, Radfahrerinnen und Krastwagen- [ lenterinnen gezwungen worden sind. I. ' i; ■ .. < ••,'X; jj'LXXW.. Samstag, den 15. Juni 1940 - 20 bis 22.30 Uhr - Außer Miete Frau Anna Caesar, geb. Jaeger Einmaliges Gastspiel derTeeernseer Bauernhüline ist heute abend im 85. Lebensjahre von uns gegangen. Gießen, Darmstadt, den 12. Juni 1940. 2813 D Achtung! Achtung! 2823 D MM Freibank-Verkauf am 15. ftuni 1940: 2811A 2812D 2814P Die Trauerfeier findet in der Stille statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Du warst so jung und starbst so früh, wer dich gekannt, vergißt dich nie. von 7-8 von 8-9 'vn 9-10 von 10-11 von 11-12 Uhr Nr 751- 800 Uhr Nr 801- 850 Ubr Nr 851-900 Uhr Nr. 901-950 Uhr Dir. 951-1000 Unsere gute, treue Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, meine liebe Schwester, unsere Tante Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Brück, geb. Caesar Adolf Caesar Eduard Jaeger, Bruder. gessen, die die künftige Friedenswirtschaft stellen wird. Dabei sei es gar nicht so schwer, sich vorzustellen, daß nach Kriegsende eine verstärkte Werbung aller jener Firmen einsetzen werde, die infolge von Bewirtschaftungsmaßnahmen für ihre Erzeugnisse gegenwärtig nur beschränkt oder gar nicht werben. Die Anregung der Edeka zeige, wie nützlich solche Ueberlegungen auch im Handel sind. Die Werberücklage sei in manchen Fällen sicher so dringend wie z. B. der Werkerneuerungsfonds. Heber Naturschutz und Naturkunde mH Den allgemeinverständlichen Büchern tes Hugo Dermühler Verlages, Berlin- Lichterfelde. 'Bitte verlangen Sie noch beute von Ihrem Gießener Buchhändler dos aussührltchc bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" Edgar BORRMANN 5: Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 o. 4156 281QA Kombinierte 6as- u. Kohlenhe rde für Haushalt,das kochen kann, bei gutem Lohn ges. Zu erfragen in d. Geschäftsst. d Bügelanslall „Wie neu“ Wolkengasse 23, Tel 2503 wieder geöffnet! Am 5. Juni 1940 starb den Heldentod inmitten des Kampfes für Großdeutschland und im Glauben an KjjRI einen großen Sieg, an den Folgen einer schweren Verwundung in einem Lazarett bei Amiens, mein innigsiyeliebler Mann, unser hoffnungsvoller einziger Sohn, Schwiegersohn und Bruder Karl Schulz Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment. In tiefem Schmerz im Namen der Hinterbliebenen: Lieselotte Schulz, geb. Hofmann. Gießen (Thomastraße 35), Loge/Elbe, STADTTHEATER GIESSEN Intendant: Haris Walter Klein Wo? findet ält., pens., durchaus lebensbejahender Staatsbeamter (Doktor) in gemütl., frohsinn. Häuslichkeit ein dauerndes Zuhause oder Wohngemeinschaft (m. Bad) bei ebenfalls finanz. unabhängigen Lichtfreunden (auch Ehepaar) ? — Suchender, hier fremd, absolut m- verlässig, alleinstehend, Wasserfreund, m. eig. Höhensonne, erbittet sofort klare Zuschrift, mit Preis unt. 2819D an den Gießener Anzeiger. den Jugendlichen den ( unmittelbar xu geben. Der Jugendliche im Lehr-, Anlern- oder Arbeitsoerhältnis braucht feine Freizeit, um den jugendlichen Körper zu stärken für die Anforderungen der Gegenwart und die Aufgaben, die in der Zukunft von ihm gefordert werden. Jeder verantwortungsbewußte Betriebsführer wird daher, sofern nicht die Durchführung kriegswichtiger Aufgaben es verhindert, von einer Abgeltung Der Urlaubsansprüche des Jahres 1939 abgesehen und dafür dem Jugendlichen den ihm zustehenden Urlaub geben. Am erfolgreichsten für eine gesunde Lebensführung des Jugendlichen ist die Teilnahme an einem Lager oder einer Fahrt der HI. oder des BDM., weshalb der Urlaub zur Zeit der Durchführung der Lager und Fahrten zu gewähren sein wird. Der berufstätige Jugendliche wird nach seinem Urlaub mit verstärkter Kraft und neuem Einsatzwillen an seinen Arbeitsplatz zurückkehren und in erhöhter Leistung Werte schaffen. per lotort oder 1 Juli gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 2793D a. d. Gieß. Anzeiger. Nettes, kinderliebes Mädel für nachmittags gesucht. 02087 Zu erfragen in der Geschäftsst. 'des Gieß. Anz. und der DAF. darauf »ingemiefen, daß für den Be- „Pressedienst des Einzelhandels" schreibt, sind den triebsfübrer der Juaendliche beschäftigt, sich die artige Maßnahmen ein Zeichen dafür, daß weit- Möglichkeit ergibt, innerhalb der verlängerten Frist sichtige Firmen über den kriegsbedingten Verhält. 9 ~ . Erholungsurlaub nisten der Gegenwart tue Anforderungen nicht Den Mit „Kraft durch Freude“ ins Theater Für die diesjährige Sommerspielzeit im Stadttheater Gießen wurde ein Theater-Sommerring festgelegt. — Derselbe umfaßt 5 Vorstellungen und zwar nur Neuinszenierungen. Bisher sind vorgesehen: „Zwei im Busch“, Lustspiel von Axel Jvers „Trockenkursus“, Lustspiel von Kurt Bortfeldt und „Heimat44, Schauspiel von Hermann Sudermann. Die Kartenausgabe erfolgt im Roilsystem, für das nur gute Plätze bereitstehen. Seiten- und Rückplätze im 2. Rang sind nicht einbegriffen Jeder Volksgenosse wird daher stets zu einem guten Platz kommen. Der Ringbeitrag einschließlich der Einschreibegebühr und dex Alters Versorgung für Bühnenangehörige beträgt nur RM. 5.50. — Anmel düngen in der Kartenverkaufsstelle, Gießen, Seltersweg 60, erbeten. Die Deutsche Arbeitsfront NSG. „Kran durch Freude“ feWeliiFoliMtali Täglich geöffnet außer Montags Roßschlächterei Schiitin! Wetzsteingasse, Telephon 2186 mud mando der Wehrmacht anläßlich der Vernichtungsschlacht in Flandern zog, wurde gleichzeitig auch die Höhe der Verluste dem. deutschen Volke mitgeteilt. Die Verluste sind, gemessen an den Erfolgen, als unerwartet niedrig zu bezeichnen. Sie bedeuten aber, daß Zehntausende deutscher Soldaten in den Lazaretten von Männern und Frauen betreut werden, die durch das DRK. ausgebildet wurden. Unser Dank an die Schwestern und DRK.-Helfer, die unsere Liebsten betreuen, muß sich in einem gewaltigen Opferbekenntnis äußern. Die Höhe der Summe von rund 35 Millionen RM., die dieses Mal ohne Sondersammlungen in den Betrieben erreicht wurde, gibt gleichzeitig auch den Gefühlen des ganzen deutschen Volkes Ausdruck. Es werden alle Anstrengungen unternommen, um dem KHW. für das DRK. die finanziellen Voraussetzungen zu geben, die notwendig sind, um nicht nur die Betreuung unserer Verwundeten, sondern auch die Fortsetzung aller weiteren Arbeitsaufgaben des DRK. zu ermöglichen. Was das iRofe Kreuz leistet. Im Rahmen des Hilfswerks für das Deutsche Rote Kreuz, zu dem der Führer aufgerufen hat, wird das deutsche Volk am kommenden Wochenende zum zweiten Mal seine Spenden geben. Wirkliche Opfer werden dabei von jedem Volksgenossen erwartet, denn es geht darum, den „Kämpfern ohne Waffen" ihren lebenswichtigen Dienst an unseren Soldaten zu erleichtern. Welche Leistungen das Deutsche Rote Kreuz aufzuweisen hat, ist in diesem Zusammenhang für die breite Oeffent- lichkeit besonders interessant. Das in der Vergangenheit eindrucksvollste Leistungsbild vermittelt der Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes im Weltkrieg 1914/18. Die hier vollbrachten Leistungen unseres Sanitätsdienstes und Roten Kreuzes sind größer als man sie durch Zahlen belegen kann. Denn ihrem Wesen nach ist die Rot-Kreuz-Arbeit statistisch in ihrem Wert gar nicht zu erfassen. Dennoch vermitteln Zahlen wenigstens einen Einblick in die ungeheuere Arbeitsfülle, die hier zu bewältigen war. Rund 250 000 Männer und Frauen standen in den vier Jahren des Weltkrieges im Dienst des Deutschen Roten Kreuzes. In derselben Zeit hat das DRK. durch freiwillige Spenden und Sammlungen 534 Millionen RM. aufgebracht: der Wert zusätzlich gesammelter Naturalspenden betrug mehr als eine halbe Milliarde RM. In den beinahe 52 Kriegsmonaten sind unter Mitwirkung des DRK. Gießen (Wetzlarer Weg 41), den 13. Juni 1940. 2816 D in seinen rund 3400 Lazaretten und Genesungsheimen etwa 12,7 Millionen verwundete, kranke und kampfstoffvergiftete deutsche Soldaten gepflegt worden, mit dem Erfolg, daß 90,9 v. S). wieder wehrdienstfähig werden konnten. In diesem selbstlosen Dienst am Kameraden war andererseits auch die Zahl derer, die ihr Leben für Deutschland hingeben mußten, nicht gering. 1783 deutsche Aerzte, 18183 Sanitätsunteroffiziere und Mannschaften, 620 Krankenträger und -pfleaer und 243 Rotkreuzschwestern ließen ihr Leben damals im Dienst für Deutschland. * Schutz des Arbeitsplatzes Zu den wichtigsten Vorschriften, um einberufene Gesolgschaftsmitglieder vor Nachteilen zu schützen, gehört die Sicherung des Arbeitsplatzes. Durch die Einberufung zum Wehrdienst wird ein bestehendes Beschäftigungsverhältnis nicht gelöst. Die Schutzvorschrift findet ohne weiteres Anwendung auf Arbeitsmänner, wenn auch der Arbeitsdienst vielfach vor dem Eintritt in ein Beschäftigungsverhältnis liegt. Die Polizeireservisten werden auf Grund der Notdienstverordnung herangezogen. Da hierbei das Gefolgschaftsmitglied beurlaubt wird, und ihm nicht gekündigt werden kann, sind die Polizeireservisten vor Nachteilen ebenso gesichert wie die Soldaten. Das gleiche gilt bei Heranziehung zu den - Totenkopfverbänden. Gefolgschaftsmitglieder, die im Luft.schutzdienst eingesetzt werden, zu beurlauben. Sie können nach Beendigung ihrer Dienstzeit im Luftschutz auf ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren, ähnlich diejenigen, die zum Dienst beim Roten Kreuz zu beurlauben sind. — lieber das Entstehen der Urlaubsansprüche enthalten zahlreiche neue Tarifordnungen die Bestimmung, daß bei einem Ausscheiden vor dem 1. Mai kein Urlaubsanspruch gegeben ist. Danach ist auch bei einberufenen Gefolgschaftsmitgliedern zu verfahren. Im übrigen bleibt das Recht des Gefolgfchaftsmit- gliedes, von sich aus das Beschäftigungsverhältnis zu kündigen, im Falle der Einberufung unberührt. Oer Jugendliche braucht seinen Urlaub Im Zusammenhang mit der vom Reichsarbeitsminister bis zum 1. Oktober verlängerten Frist der Nachgewährung von Urlaubsresten, die wegen der Urlaubssperre entstanden waren, wird aus dem Sozialamt der Reichsjugendführung Gesunde '«ugend, wehrhaKe Zuaeud. Im Zeichen des Willens zur gesunden Lebensführung stand eine Führertagung der Berliner HI., auf der Reichsgefundheitsführer Staatssekretär Dr. Conti betonte, daß zur planmäßigen Gesundheitsführung die Vermeidung vorzeitigen Kräfteverbrauches gehöre. In erster Linie gelte es, einfach in Nahrung und Kleidung zu sein und sich von allem Unnatürlichen abzuwenden. Besonders stark wandte sich der Staatssekretär dann auch gegen den Nikotingenuß der Jugend. Werberücklage. Kürzlich wurde bemerkt, daß eine bekannte Zigarettenfabrik beim Jahresabschluß einen größeren Betrag für die Bildung einer Werberücklage zurückstellte. Sie begründete das damit, daß n ach Kriegsende mit hohen Ausgaben für die ÄZerbung und mit sonstigen Aufwendungen für die Erhaltung des Morten- und Firmennamens zu rechnen fei. Aehnliche Gesichtspunkte einer vorausschauenden Geschäftsführung haben nunmehr auch die Edeka-Zentrale veranlaßt, ihren Mitgliedsgenossenschaftsn zu empfehlen, aus dem Jahresgewinn Rückstellungen für Werbung vorzunehmen. Wie hierzu der Lehrkraft bei mäßigen Preisen Beste Empfehl. Schriftl. Angeb. - unter 02031 an Gieß. Anz. 2ssov!den Gieß. Anz. Am 31. Mai fiel in treuer soldatischer Pflichterfüllung bei Amiens unser lieber Sohn, Bruder und Schwager Heinrich Stamm Gefreiter in einem Infanterie-Regiment im Alter von 24 Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Georg Stamm und alle Angehörigen. „ALLES IN ORDNUNG" Ländliches Lustspiel in 3 Akten von Max Vitus Spielleitung: Ander! Schultes - Als Einlagen: Zither-Solo, bayerische und Tiroler Jodler, Original-bayerische Schuhplattler-Tänze Vorverkauf: Theaterkasse, Johannesstraße 3 (Telephon 2980) Schokoladenhaus Maria Huntemann, Seltersweg 39 (Telephon 3969) und in der KdF.-Geschäftsstelle, Seltersweg 60 Dänische Arbeitslose kommen nach Deutschland. Durch Vermittlung des Arbeitsnachweises in Ko. penhogen konnte der erste größere Sammeltransport freiwilliger dänischer Arbeitskräfte für Deutschland zu Schiff nach Warnemünde abgehen, wo die 600 Arbeiter in Gruppen aufgestellt und ihren Arbeits. Plätzen zugeführt werden. Hunderte von Angehöri. gen hatten sich am Hafen eingefunden, wo die Ttili« tärkapelle der deutschen Besatzungstruppen spiellc. Vertreter der deutschen Gesandtschaft hatten sich ein- aefunden, um den Arbeitswilligen Glück für ihre Reise und für ihre Arbeit zu wünschen. Der starke Zustrom arbeitsloser Dänen, die sich zur Arbeit in Deutschland melden, wird in Kürze weitere Sam- meltronsporte erforderlich machen. Todesurteil gegen einen Volksschädling vollstreckt. LPD. M a i n z, 12. Juni. Am 11. Juni ist der am 2. April 1899 geborene Josef Bill hingerichtet worden, den die Strafkammer in Mainz wegen schweren Diebstahls im Rückfall als Volksschädling rechts- kräftig z u m T o d e und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Bill, ein 14mal vorbestrafter gefährlicher Gewohnheitsver- brecher, hat in einer westdeutschen Stadt nach einem unmittelbar vorangegangenen Fliegerangriff unter Ausnutzung der Verdunkelung einen Einbruchsdiebstahl begangen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politch Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange ft. G. Berlagsleller: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenlerter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Kreisdiensrstelle Wetterau | Verkäufe~| Kielerund andere Anzüge für 8-12jährige unblvMinliWue zu verkauf. 02088 Löberstr. Ivv. | Kaufgesuche~| 3 guterhaltene BMtto zirka Im lang, zu kaufen ges. 2817D Näh. in der Ge- schäftsst. d. G. A. Gut erhaltenes Damen- Fahrrad zu kauf, gesucht. Wetzsteinstr. 81. Fernspr. 3270. | Verschiedenes| Gründlichen Nachhilfeunterricht in allen Fächern, auch während der Ferien, erteilt erfahrene | Vermietungen j 2 leere Räume zu vermiet. I0208« Bahnhofstr.77v. [Stellenangebote] Tüchtiger Lin Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie» deren Tierwelt mit erläuternden Bildunter» schriften, Namensangaben und ausführlichem Tert (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielleitlae und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfol- gen aus dem reichen fiebert der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Na- mrgeschehen zu erwecken. Gebunden RM.4,80 Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter! Da» Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Nachlässe von 3 bla 20 v. H. er* halten Sie bet wiederholten Wer- ßffentllchungen einer Anzeige i Stadt. MsMüf, Eieften. Am 20. Juni schlüpfen die letzten MenownitoniMeii ttOmWeli Bestellen Sie Ihren Bedarf rechtzeitig. Bet Bahnversand Garantie für lebende Ankunft. 2821A Gießener goo Gießen. Seltersweg 6, Tel. 3292. Ur. 138 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Seneral-Anzetgrr für Gberheßen)Donnerstag, 13. Juni MO Aus der Stadt Gießen. Gchwäht nicht. — Feind hört mit! Auf dem Bahnhof, an den Häuserfronten und Litfaßsäulen fallen uns die großen und kleinen Plakate ins Auge, auf denen wir vor Spionen und Verrätern gewarnt werden. Mit Abscheu denken vir an die Möglichkeit, daß sich tatsächlich Meuchen kaufen lassen, um ihr eigenes Volk zu ver. raten, gehen dann aber mit der etwas Pharisäer, hasten Ueberzeugung weiter, daß wir ja nicht zu diesen Kreaturen gehören und deshalb nicht von enen Zeilen betroffen werden. Diese Einstellung geht aber von völlig falschen Voraussetzungen aus. Gott sei Dank gibt es nämlich licht so viel von jener üblen Sorte, die wissentlich mb mit Vorbedacht Volksverrat üben. Weit größer ift die Zahl derer, die ihren Mund nicht zu halten Dissen und so oft mit dem besten Gewissen von der Welt gegen die eigene Sache arbeiten. Das Netz von Spionen und Zuträgern, das der ausländische Nachrichtendienst über unser deutsches Vaterland gelegt hat, ist sicher groß-, dieser Nachrichtendienst ist sehr auf der Höhe und arbeitet mit so vielen '.mb feinen Mittelchen, baß cs gar nicht möglich ist, immer ben Wolf im Schafpelz gleich zu erkennen. Deshalb sollte man grunbsätzlich jebem Menschen, en man jetzt neu kennenlernt, mit Vorsicht unb silrückhaltung begegnen. Das Plaubern ist mit eins er übelsten unb verbreitetsten Laster, bic es überhaupt gibt. Dabei wirb über tausenb kleine Dinge esvrochen, bie ben Gesprächspartner überhaupt icyt interessieren unb so unscheinbar unb klein mischen, baß man meint, es käme ihnen gar keine Bebeutung zu. Es kann ober keine Tatsache gering- jgig genug sein, um nicht in bcr Hanb des Feines zu einer verderbenbringenden Waffe zu wer« en. Dor allem sollte man es vermeiden, außerhalb es Dienstes über dienstliche Fragen zu sprechen, einen einzigen Menschen aus dem privaten Freun- es- und Verwandtenkreis geht es etwas an, was n Dienst vor sich geht. Hierunter fallen nicht nur ie dienstlichen Arbeiten als solche, sondern auch as ganze Drum und Dran, Personalfragen, [erger, Schwierigkeiten ober kleine Freuben. Wenn der solcke Sachen gesprochen werben muß, finben ch in allen Betrieben Kameraben genug, mit benen um reben kann, und bie auch meist weit mehr an lesen Fragen interessiert finb. Im übrigen soll da- lit keineswegs gesagt sein, daß alle guten Freunde ertappte Schufte seien, die mit diesen Dingen bei en Feinden hausieren gehen. Nein, gewiß nicht. Ian kann aber von anderen nicht verlangen, daß e mit diesen Berichten vorsichtiger umgehen als an selber. Bei bcr nächsten Gelegenheit wanbert e Geschichte weiter unb wird so fächerartig in Je Winbe verstreut. Aber nicht nur dem guten Freund gegenüber ist Vorsicht geboten, sondern vor allem denen, die mehr t)er weniger zufällig Zuhörer werden. In der »ahn, an der Straßenbahnhaltestelle, im Kaffee- aus, überall finden sich Ohren, die überaus gut i hören verstehen. Wenn man selbst in angeregter Interhaltung ist, redet man zudem mit lauterer •timme als sonst, so daß es für die Interessierten - n Leichtes ist, wortgetreu alles aufzuschnappen. “6 h an aber auch am Telephon jedes Wort auf । e Goldwaage zu legen hat, ist trotz aller Warmgen vielen noch immer nicht klar genug geworben. Geltungsdebürfnis und Gedankenlosigkeit sind harakterschwächen, die schon in Friedenszeiten klimm genug sind, aber jetzt im Kriege die ver- I crenbften Folgen zeitigen können. Deshalb ist Irengfte Selbstkontrolle bei jebem Wort unabweis- ires Gebot. Denn überall lauert ber Feinb, um zerstören unb zu vernichten. H. K. Der Hellseher. Von Wilhelm Lennemann. Auf dem westfälischen Hcllwege, dem klassischen knbstrich ber Svökenkieker, wohnte bcr Bauer Eltmann. Auch ihm sagten bic Dörfler nach, baß er bas zweite Gesicht besitze. Auf alle Fragen aber zob er nbroeifenbe Antworten, wehrte allzu Zu- mögliche ab, würbe schließlich ärgerlich unb grob unb wanbte den Neugierigen seinen breiten Rücken ju Das aber verstärkte nur die Bauern in ihrer Meinung, und sie nannten ihn heimlich nur noch den Hellseher. Da saß er eines Sommertages mit einigen Knech- itu unb Mägben im Schatten bes Knicks. Sie hat- ttn gemäht unb verzehrten in Ruhe unb Gemäch- Udi feit ihr Vesperbrot. Unter ben Mäbchen befanb b auch eine hübsche Dirne von kaum 18 Jahren. Md wie bas Gespräch so hin unb her lief, warf •id) ber Bauer einen Haken bazwischen: Die !lirie werbe er wohl nicht lange mehr auf bem tf behalten-, die werbe ihm sicherlich balb ein ursche wegschnappen. t)a lachte bas Mäbchen: Sie irfe nicht ans Heiraten; unb sie sehe auch keinen »rschen ah. Na, na", wehrte ber Bauer ab, „bist doch keine e lige!" und stand auf und blieb im gleichen Mo- int erschrocken stehen. Seine Augen weiteten sich blieben auf einige Herzschläge wie gebannt. Dann fe sich der Zwang, ber ihn hielt, unb ba hob r i)le Hänbe wie in Bitte unb Abwehr, schloß bie iigen unb setzte sich roieber. Er sah bas Mädchen it mehr an unb sprach auch kein Wort mehr. Äie Knechte unb Mägbe ahnten wohl, baß bcr . lo.ier da etwas Unliebsames gesehen haben mußte, e wagten aber nicht, ihn zu fragen. Auch die irge Dirne war in Scham weggeschlichen, unb ifr Lustigkeit hatte sie für ben Tag verloren. Die vnte ging bahin, ber Winter kam, unb roieber >( ber Frühling mit Duft unb Glanz über bie efer unb Wiesen. Der Bauer hatte sein Gesicht rqft vergessen, unb auch bie Marie hatte ihre alte üensfrohheit roiebergeroonnen. Ja, sie schien noch ÜDenber unb sprühenber geworben zu sein als jenem, wohl als sei sie heimlichen Glückes voll, n* balb war auch fein Geheimnis mehr, baß ! ssich mit bem Peter Westhof versprochen hatte. $-3er aber bavon hörte, sagte nur: „Ach, die arme Benni" Denn der Peter war wohl der hübscheste, i auch der wildeste Bursche des Dorfes, ein ; *ii8)bieb unb Taugenichts, ber ben Felbgenbarmen I le Arbeit unb Verbruß verursacht hatte. Unb te Mut hatte unb ber Marie wohl wollte, ließ f auch an Warnungen nicht fehlen; sie aber dlte leichtfertig barüber hin, sie hänge schon zu Ist da sei nun nichts mehr zu andern. DM." Vor einigen Tagen fuhren Kameraben bcr Gießener Bereitschaft vom Deutschen Roten Kreuz nach Bonn, um bei ber Hersteller-Firma einen Krankentransportwagen abzuholen. Gegenwärtig stehen zwei solcher neuer Wagen, bic nach ben inobern- ften Gesichtspunkten ausgerüstet sind unb einen Triumph ber deutschen Wagenbautechnik darstellen, für die Bereitschaft Gießen zur Verfügung. Mir nahmen Gelegenheit, einen dieser Wagen zu besichtigen. Der neue Wagen ist insbesondere für Ferntransporte ausgezeichnet geeignet, er entspricht aber selbstverständlich auch im Stabt-, wie im Nahverkehr allen Anforberungen. Fahrgestell unb Mo- tor finb von Mercebes-Benz, bic Ausrüstung erfolgte burch bie Spezialfirma Miesen in Bonn. Der Motor leistet 78 PS unb verleiht, über insgesamt 6 Gänge zu schalten, bem Wagen jealiche Ge- schwinbigkeit. Ein Rückwärtsgang, vier Vorwärts- gange unb ein Schnellgang für Fahrten auf bcr Reichsautobahn lassen bas Fahrttempo allen möglichen Straßenverhältnissen anpassen. Die Innenausstattung bes Wagens ist universell. Im Wagen können brei Patienten liegend, ober Zwei Kranke licgcnb unb einer sitzenb transportiert werben. Es besteht aber auch bic Möglichkeit, zwei Patienten liegenb und bis zu vier leichter Verletzte auf einen Transport zu fahren. Die Einrichtungen umfassend drei Bahren, einen verstellbaren Sessel unb eine Bank, bie in ben Raum geklappt werben kann, wenn ber Sessel beseitigt ist. Auf biefer Bank können vier Kranke Platz nehmen. Außerbern ist noch ein Sitzplatz für ben begleitenben Helfer vor- hanben. Die Bahren bzw. bic Gestelle für bie Bah- ren können zum Teil aus bem Wagen genommen werben. Hier bestehen also schon bic verschiebensten Möglichkeiten bcr Anpassung an bic augenblicklichen Erforbernisse. Die Bahrengestelle finb so konstruiert, baß bie Kranken ohne jegliche Erschütterung ein- bzw. ausgelaben werben können. Auch ben Krankenträgern ist bic Arbeit erleichtert. Manche Minute, bic für ben Kranken ober Schwerverletzten wichtig sein kann, wirb burch bie Vollkommenheit bes Wagens erspart. In ben Wagen ist eine Fülle bcr verschieben- artigsten Behältnisse eingebaut. Da sind Fächer für reine unb gebrauchte Wäsche, für Vcrbanbzeug, für ein Aerztebefteck, für Desinfektionsgeräte; cs ist eine richtiggehende Wasserleitung eingebaut, Waschbecken unb Bettschüssel finb vorhanden, in einem befonberen Kasten sind Schienen für die erste Hilfeleistung bei Knochenbrüchen untergebracht, ein großer Kasten mit Verbandzeug ist außerdem eingebaut. Die vielen Fächer, durch die jeder verfügbare Raum auf bas Sinnvollste ausgenutzt ist, finb mit einfachstem Hanbgriff zu öffnen unb zuverlässig zu schließen. Alles klappt unb schnappt in Präzisionsarbeit. Für ben Straiitaiiraum in bi cf cm Wagen ist eine Warmluftheizung eingebaut, burch bie auch Frischluft zugeführt werben kann. Der Wagen enthält auch ein Gasfiltergerät, so daß er auch burch gasverscuchtes Gebiet fahren kann. Für biefen Zweck ist ber Krankenraum völlig gassicher gebaut Der Kranke ober Verletzte kann sich burch leicht erreichbare Klingeln mit bem Wagenführer unb bcr Begleitmannschaft verstänbigen. Der Wagenführer kann burch bewegliche Spiegel bas Innere bes Wagens überblicken. Selbstverständlich sind auch Lichteinrichtungen vorhanden, bie in Dunkelheit bas Ein- unb Auslaben erleichtern. Der Sitzplatz bes Wagenführers ist so eingerich- tet, baß ber Fahrzeuglenker ohne Ermübung ben Wagen über große Strecken steuern kann. Die Fe- benmg bes» Wagens ist naturgemäß besonbers sorg- faltig ausgewogen. Der neue Wagen stellt eine wichtige Vervollständigung ber Ausrüstung unserer Gießener Sanitäts- bereitschaft bar unb erhöht ihre Schlagkraft nicht unwesentlich. Schützt Forsten und Tiere vor Waldbränden. Wieber naht bic Zeit, wo unsere Lanbschaft und die freilebende Tierwelt durch Walbbranbgesahren bedroht finb. Es ist hoher bic Pflicht jebes wahren Naturfreunbcs unb Walbbefuchcrs, bic Anorbnung bes Reichsforstmeisters, Gencralfelbmarschall Göring zu unterstützen unb babei mitzuhelfen, baß bie, oftmals ungeheure Werte vernichtenben Schaben- feuer völlig aushörcnl Darum: Vorsicht mit Feuer in Walb unb Flur! Namentlich bie Iugendführcr haben ihr Augen.- merk barauf zu richten, baß burd) Unachtsamkeit unb Fahrlässigkeit kein Unheil angerichtet wirb. Auch burch bas leichtsinnige unb verbotswibrige Abbrennen von grasbewachsenen Rainen unb Hecken — bas ab März jeben Jahres lt. Gesetz streng verboten ist — entstehen oftmals Walbbränbe, bic burch Funkenflug übertragen werben. Wer Walbbränbe verursacht — gleichgültig ob mit ober ohne fahr- lässiiges Derschulben —, macht sich nicht nur straf« bar, fonbern macht sich baburch zivilrechtlich scha« bensersatzpflichtig! Auch auf öffentlichen Wegen ist bas Rauchen Im Walbe vom Frühjahr bis Herbst strengstens verboten. Ferner ist bas Anzünben von Feuer im Walbe unter hohe Strafe gestellt. Zur sofortigen Hilfeleistung (Löscharbeiten) i st jedermann ohne weiteres gesetzlich Der- pflichtet b Jede Behörde, d. h. also auch bie Forst- unb Flurschutzbeamten, können bei Gefahr Hilfeleistung verlangen, unb es ist jebermann3 Pflicht, ein im Entstehen begriffenes Feuer so« fort auszuschlagen. Falls bas Löschen burch einzelne Personen nicht mehr möglich ist, ist bic nächst- gelegene Försterei ober Ortspolizci unverzüglich zu verstänbigen. Abgesehen davon, daß durch Maldbrändc nicht nur umfangreiche Holzmassen, zukunftsreiche Schonungen und sonstige wirtschaftlich bedeutende Vermögenswerte zerstört werden, vernichtet bas Feuer u. a. auch bic Brutstätten unserer überaus nützlichen inscktcnvcrtilgcnben Bogclwclt unb bas bebau- ernsroerte Iungwilb, beim restlos alles fällt bem furchtbaren Flammcntob zum Opfer, ober erliegt burch Rauchvergiftungen. Darum, ihr naturfrohen Wanderer in unseren herrlichen deutschen Wäldern, helft mit, baß uns bcr beutfd)e Walb mit feinen Geschöpfen unb die Äur deutschen Landschaft gehörenden bebuschten Raine unb Hecken für bie naturnotroenbigen In- fektenvertilger erhalten bleiben. Jcber setze sich mit bafür ein, bah bie oft gerabezu unglaublich fahr« lässige Hanbhabung bes Rauchens unb Fcueran- zünbens, begleichen bes sinnlosen unb gefahrvol- len Abbrennens von Böschungen restlos aufhört! Kein benfenber ßanbroirt wird künftig bag verberbliche Abbrennen von Hecken, Fclbrändcrn usw. mehr butben, um ben lanbwirtschaftlichen Schab- lingsbekärnpfern unb Inscktcnvcrtilgcrn bie Wohn- unb Brutplätze zu erhalten! Bchörben, Lehrer unb Iugenbführer, weist in Wort und Schrift immer roieber auf bie Gefahr bcr vernichtenden Walbbränbe hin, bamit mehr unb mehr bie Erkenntnis burchbringt, daß ber Wald unb feine frcilebcnbc Tierwelt ein wertvoller Teil Unb wirklich würben auch die beiben zum Herbste ein Paar. Aber kaum waren einige Wochen vergangen, ba lief bic Marie eines Nachmittags schrei- enb ins Dorf unb brach vor bem Hause bes Holtmann zusammen. Der Genbarm hatte in ihrer Wohnung Haussuchung vorgenommen unb Schlingen unb Felle gefunben. Da hatte ihr Mann in roilbem Zorn seinen Stutzen aus bem Versteck hervorgezogen unb auf ben Beamten angelegt. Gleich war sic auch im höchsten Schreck auf ihn zuge- sprangen, aber schon hatte er abgebrürft, unb Die Kugel war ihr.durch bic Brust gegangen. Da lag sic nun auf ber Diele bes Bauern. „Ihr habt's gewußt, Bauer", stöhnte sie, „bamals auf bem Acker, weshalb habt ihr mich nicht roegge- schickt, bah ich aus bem Dorf kam; nun muß ich bahin!" Unb sie starb auch nach brei Tagen. Der Bauer hat ihr ein Begrävnis gegeben, als ob sie noch Magb auf feinem Hofe fei, unb hat es an nichts fehlen lassen. „Er stanb in Schulb", flüsterten bic Dörfler einanber zu, „jetzt will er abbüßen!" Der alte Dorflehrer hat auch ein lautes Wort zu bem Holtmann gewagt: bas klang wie Vorwurf unb Anklage. Der Bauer aber hat mit ber Hanb ab* gewehrt: „Ehe läuft bas Wasser bergan, benn bah sich bas Schicksal zwingen läßt! Tue, was bu willst, unb bu zwingst boch nur mit all bclncn Fingern herbei, was Da kommen soll! Da gilt kein Aus- bäumen, Herr Lehrer, nur ein Stillehalten!" Danach aber traf ben Bauer selbst ein Geschick, von bem er gesagt, baß es sich nicht wegbringen lasse. Er hatte sich eine Lungenentzünbung Auge- zogen unb lag nun flcbernb und zu Tobe krank in seinem Bett. Da würbe ihm in einer hellen Stunbe roieber ein Wissen, bas roelfenb aus Dunkelheiten emporstieg. Er erschrak aber nicht bavor unb nickte nur bazu, wie er auch sonst wohl tat, wenn eine Sache in Drbnung ging. Dann rief er sein Weib: „Ich muß nun sterben, unb ba wirb ein anberer Bauer auf ben Hof kommen. Du bist noch in guten Jahren, unb unser Junge Fritz hat eine starke Hanb nötig, bie ihn meistert!" Die Bäuerin wehrte wehmütig ab. Er aber lächelte nur bazu, verstehenb und verzeihend, als habe er in alle Verborgenheiten ihrer allzumenschlichen Seele gesehen. „Ruft mir den Ruprecht!" bat er bann. Der Grohknecht kam, blieb am Bettenbe stehen. Der Bauer winkte ihn zu sich. „Ruprecht, bas wird nun halbe hier anders werden auf bem Hofe. Der Fritz geht jetzt ins zwölfte Jahr ... Meine Frau roirb’s allein nicht schaffen können ..." „Ich bleib unb will f(hoffen, als sorgte ich für mein Eigen!" versprach ber Knecht ernst. Der Bauer lächelte weh: „Das weiß ich, Ruprecht. Aber, wenn du ... ich mein, wenn da nun ein anderer Bauer sein wird, und ba sollten noch, ... also schwöre mir, baß bu ben Hof bem Frlh erhältst. Er war Erbe unb soll Erbe bleiben, baß meine Sippe unb mein Name nicht untergehen auf bcr Erbe, daraus sie kommen!" Dem Knechte wurde ganz wunderlich zu Mute: „Damit habe ich doch nichts zu schaffen!" fragte er verständnislos. „Doch, gerade du; schwöre nur!" Da hob bcr Knecht bie Schwurhanb: „Daß ich für den Fritz sorge, wie Ihr's gemeint habt!" sagte er feierlich. „So, nun ist's gut, unb nun reiche mir noch die Hand, daß ich den Schwur mit ins Grab nehm!" Noch in derselben Nack)! starb bcr Bauei Ruprecht aber blieb auf bem Hofe unb würbe bem Fritz ein tüchtiger Lehrmeister. Auch schaffte er, als sorge er in ben eigenen Säckel unb buchte boch nicht an seinen Nutz. Das sah auch bie Bäuerin, unb Wünsche eigener Art ftanben in ihr auf, die auch dem Ruprecht nicht verborgen bleiben konnten. Und als bas Trauerjahr verflossen war, tat er eine Frage an sie, unb sic sagte nicht nein. So würbe Ruprecht Bauer auf bem Hofe unb nach rolebcrum einem Jahr Vater eines Jungen ... Da kam ihm ber Sterbetag des toten Bauern in Erinnerung, und ihm war, als stünden dessen wache Augen nun dauernd über seinem Tun. Da ging er eines Sonntagnachmittags mit dem Fritz auf ben Friebhof, nahm ben Jungen an ber Hand unb stellte sich mit ihm vor bas Grab bes Bauern; unb abermals hob er bic Rechte, urlt) ob er auch kein Wort sagte, sein Gewissen tat noch einmal unb in aller Bewußtheit ben Schwur, Platzhalter bem künftigen Erben unb Bauern zu fein, besten Land unb Hanb ihm auf Treu unb Glauben übergeben worben war. Unb ihm war, ber hellsichtige Bauer nickte ein dankbares Amen dazu. Das soldatische Wort. Mir ist ber Krieg eine ernste, ewige Sache. Gewiß will ich auch ben Frieben unb bete heiß unb ernst barum, aber ich will als bcutfdjer Mensch burch ben Krieg hinburchgehen unb rollt, baß er micy heiligt. Er soll nicht an mir vorübergehen, sondern mir durch das Herz stürmen. Ich erlebe ben Krieg, erlebe Kott, erlebe mein Weib, erlebe bie Heimat, erlebe meine Kinber, erlebe mich selbst, erlebe bie große Zeit, erlebe Deutsch- lanb. Ist bas nicht Großes, Ewiges, Allertiefstes? Für bas ich lebe, für das weiß ich auch zu fterbenl Oorch Fock. materiellen unb ethischen deutschen Volksver- finb. lagevkalender für Donnerstag. Volkstümliche Vorträge ber Ludwigs.Universität: 20.15 Uhr im Pharmakologischen Institut, Gaffkl)- straße 7, Professor Dr. Hild e b r a n b t über „Moderne Schmerzbekämpfung" mit Vorführungen; 20.15 Uhr im Physikalischen Institut, Stephan- straße 34, Professor Dr. von Gall über „ßanb unb Leute von Mexiko (Indianer unb Indianer« Leben)". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Meine Tochter tut bas nicht". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die golbene Peitsä>c". Gastspiel bcr Iegernfeer vauerubuhnc Ändert Schultes Im Stadttheater. Am Samstag, 15. Juni, gastiert die Tcgernsecr Bauernbühne zlnbcrl Schultes mit bem Lustspiel „Alles in Drbnung" von Mar Vitus — Spielleitung Ander! Schultes — im Stadttheater. Die Iruppc, die seit über 25 Jahren besteht, gastiert an sämtlichen a schneller braun worden will. braucht Nivea-Ultra-Ol mit V dem verstärkten Lichtschutz. 7HIVEÄ\ CREME/ Wer aber unbedingt länger * in der Sonne bleiben und (* Theatern Deutschlands mit größtem Erfolg, spielt auch bei den Ausländsdeutschen in Jugoslawien, Rumänien usw. Hebern 11, wo sie hinkoimnt, wird sio begeistert aufgenommen. Ein Abend bei Öen legern- [ftrn bringt Stimmung und Humor Die öeranftal hing findet außer Miete statt. Notizen für den 13. Juni. Sonnenaufgang: 5.03 Uhr, Sonnenuntergang! 21.47 Uhr; Monduntergang: 1.20 Uhr, Mondaufgang: 13.54 Uhr. Eches Viertel: 3.59 Uhr. Hitler >Zuqeni> Bann 116. Sonntag, 16. Juni, Groß-Karben, Hans-Schemm« Schule. Sonntag, 23. Juni, Lich, BDM.-Heim. Sonntag, 30. Juni, Bad-Nauheim, Ernst-Ludwig- Schule. Sonntag, 7. Juli, Londorf, Schule. Sonntag, 14. Juli, Gießen, HI.-Heim, Grabenstr. An diesen Schulungen haben teilzunehmen: 6aint- liche Stamm- unb Jungstammführcr, sämtliche Ge« folaschaftsführcr unb Fahnleinführer, sämtliche So- .sialreferentcn und Sozialwarte bcr HI. unb des DI. Ein Vertreter kann nicht gestellt werden Dis Schulung beginnt jedesmal um 10 Uhr. Die Fahrkarten sind zwecks Rückerstattung zu behalten. Verpflegung bzw. Rcilemarkcn sind mitzubringen. Die Tagung ist gegen 16 Uhr beendet. Sollte an einem dieser Tage Einheitsbienst sein, so muß dieser burch ben Stellvertreter durchgeführt werben. Vorsichtsmaßnahmen gegen Einschleppung von Seuchenerregern. NSG. Durch die Beschäftigung polnischer Arbeiter unb Kriegsgefangener in bcr Landwirtschaft besteht dis Gefahr, baß diese Hilfskräfte den Erreger ber Maul« unb Klauenseuche elnldjleppm Da der Seuche ng an g immer auch eine fühlbare Schädigung der Milcherzeugung im Gefolge hat, ist gerade in heutiger Zeit dieser Gefahr schärfste Beachtung Alt schenken. Die Möglichkeit der Einschleppung der Seuchen« erreger wird sich bei stärkerer Heranziehung der volnischen Hilfskräfte und ber Kriegsgefangenen in Den näct)sien Tagen nach erhöhen. Unter diesen Umständen muß die Landwirtschaft selbst die notwendigen Vorsichtsmaßregeln ergreifen, um ihre lieft Rezept zum BraunwerJettS Allmählich ar> die Sonne gewöhnen und langsam räuneix Mit Nivoo-CremoF — (> Höttys Lied. Von Richard Gerlach. Wir hören es täglich und stündlich. In Mozarts Melodie klang es einst nur vom Glocken türm bar Potsdamer Garnisonkirche. Vor sieben Jahren wurde es bann das Pausezeichen des Dcutschland- senders. Ich bin an Jener Waldstelle gewesen, wo im Frühjahr 1775 Ludwig Heinrich Christoph Holty das Lied „Der alte Landmann" dichtete. Es ist nicht weit von Kloster Marienfee im Hannoverschen. Ein Bächlein rieselt unfern des Weges im lictsten Buchenhain. f)älti)s Vater, der Pfarrer von Marienfee, war einige Wochen vorher gestorben. Der junge Dichter war nicht nur hierdurch angegriffen, er mar krank. In einem Brief vom 8. Mai schrieb er an Johann Heinrich Voß, daß er auf einem schmalen Scheidewege zwischen Leben und Tod wandle. Der philosophische Arzt Johann Georg Zimmermann In Hannover hatte ihm zur Kur die Anweisung gegeben. Die liebliche Anmut des Mais strömte von allen Seiten auf ihn ein, und er glaubte schon wieder leichter zu ahnen. Da entstand bas Lied „lieb’ immer Iren und Redlichkeit bis an dein kühles Grab." Alle empfanden den Ernst, die Lauterkeit unb Mannhaftigkeit im Ausklang des Verses: „Dann kannst du sonder Furcht unb (Braun dem Tod Ins Antlitz sehn." Als der Vossisd)c Musenalmanach bas Lieb 1779 brückte, lag Hölty schon brei Jahre unter bcr Erbe. In ben Lieberbüchern sind meistens nur die ersten brei Strophen und bie letzte abgeb ruckt. Aber bas Lieb hat zehn Strophen. Obwohl jebermann den, Anfang kennt, ist bas Ganze boch fast verschollen. Wer weiß noch etwas von dem Bösewicht, bcr im Grabe keine Ruhe finbet und später als schwarzer Kettenhund vor seiner Haustür stehen muß? Von dem Amtmann, der ein Bauernschinder war unb zur Strafe bann als Ziegenbock im ganzen Dorf herummeckern wirb? Von dem Pfarrer, der ein Filz unb Wucherer war, und von dem Junker, der bei Spiel unb Ball bcr Witwen Habe froh? Dem Liebe fehlt bas abschreckenbe Beispiel nicht. Mit einem gütigen Lächeln überliefert cs bie Ungetreuen unb Unredlichen den Teufeln. Wenn es nur ein moralisches Lied wäre, bas aufrichtigem unb reblichem Tun anhalten will, wäre es niemals so in bas Bewußtsein bes Volkes gebrungen. Eine allumfassende Liebe zu der Natur und zu den Menschen gibt ihm ben poetischen Zauber und bie Gültigkeit über alle Zeiten hinweg. Der Klang aus dem Aethcr malt uns das Bild eines deutschen Jüngling», dessen edle und frühlingßhast» Stimme nicht roieber verhallte, unb wenn er uns etwas Dorlebtc, so ist es dies, ein Schicksal ohn« Wanten auf sich zu nehmens Fußball Werbespiel Mrine-Stadtelf Aus der engeren Heimat Sportliches Ereignis auf dem Waldsportplatz. Schweinemarkt in Homberg. 12. Juni. Homberg zahlte für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 Die ersten Arbeiismaiden in der Schwalm Aufstellungen Marine: Jungblut Hofmann (VfB.-R.) Kraft Die Dorfjugend hat sich schon davor versammelt. Auf Bäumen und Zaunpfählen sitzen die Jungens und gucken neugierig hinüber zum Schloß. Unterdessen gehen die Arbeitsmaiden durch alle Räume, um ihr neues heim er strichtig kennen KU lernen. Zwar sind noch keine Möbel drin und überall sind die Handwerker noch bei der Arbeit, aber doch kann man schon sehen, daß es einmal recht schön und gemütlich werden wird. Draußen kommt ein Auto vorgefahren. Richtig, es ist der Lastwagen, hochbeladen mit Tischen, Stühlen, Schränken, Strohsäcken und allen mö$ lichen Geräten. Unermüdlich geht es treppau treppab. Fleißige Hände regen sich überall und bald steht auch kein einziges Stück mehr auf dem großen Wagen. Oben in den Schlafräumen geht nun die Arbeit weiter. Spinde werden eingeräumt und Betten gebaut, es wird gefegt, geräumt und geschleppt bis auch nichts mehr im Wege liegt. Als überall Ordnung geschaffen war und der Lastwagen draußen vor der Tür wieder wegfuhr, fanden auch die Mädel Zeit zu verschnaufen. Da kam auch schon der erste Besuch! Kreisleiter und Landrat wollten die neuen Arbeitsmaiden in der Schwalm begrüßen. „Werdet ganze Kerle, au die sich der Führer verlassen kann", sagte der Kreisleiter am Schluß seiner herzlichen Ansprache zu den Arbeitsmaiden. Und den Gesichtern der Mädel sah man an, daß er nicht zu viel von ihnen erwartet. Als sie am Abend in ihren Betten lagen, müde von der Reise, der Arbeit und all den neuen Eindrücken, freuten sie sich doch schon auf den ersten Morgen in der Schwalm. NM., für 8 bis 10 Wochen alte 28 bis 35 RM. und für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 30 bis 40 RM. Der.Marktoerlauf war sehr lebhaft; es herrschte eine starke Nachfrage. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Juni. Es notierten in RM.: Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken, alte Ernte 5,20 bis 5,40, neue Ernte 4,90, do. gut, gesund, trocken, alte Ernte 6,20 bis 6,40, neue Ernte 5,80, Ackerheu, gut, gesund, trocken, alte Ernte 7 bis 7,20, neue Ernte 6,50, Kleeheu, gesund, trocken, handelsüblich, alte Ernte 7,20 bis 7,60, neue Ernte 6,90, do. gut, gesund, trocken, alte Ernte 7,80 bis 8, neue Ernte 7,80, Luzerneheu, gesund, trocken, handelsüblich, alte Ernte 7,80 bis 8, neue Ernte 7,20, do. gut, gesund, trocken alte Ernte 8,40 bis 8,60, neue Ernte 7,80. Der Erzeuger erhält außerdem für das in Erfüllung seiner Ablieferungspflicht gelieferte Heu einen Umlagezuschlag in höhe von 40 Rpf. je Doppelzentner gemäß Anordnung der HB. vom 8.6 1940. Alle übrigen Notierungen waren unverändert. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. muß daher von jedem Kahenhalter verlangt werden, daß er die wenigen Tage über, an denen die jungen Singvögel fliegen lernen, die Katzen, besonders nachts, einsperrt. Viele Tausende junger Singvögel bleiben dann am Leben, denn die alten Vögel finden ihre verirrten Sprößlinge bestimmt wieder und bringen ihnen die notwendige Nahrung. Gießener Wochenmarktpreise. Oas verführerische Kaffee-Liebesgabenpaket. Zuchthausstrafe für einen Volksschädling. Mainz, 11. Juni. (Lpd.) Im Sinne der Verordnung gegen Dolksschädlinge wurde von der Mainzer Strafkammer in Alzey der 22jähnge Heinrich Ehr. h o l z m a n n (Alzey) wegen schwerer Amtsunterschlagung, Urkundenunterdruckung und -Vernichtung zu v i e r I a h r e n Z u ch t h a u s und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Seine 18iahrige Braut und deren Mutter wurden wegen Hehlerei an Stelle einer verwirkten Freiheitsstrafe von zwei Monaten zu je 120 RM. Geldstrafe verurteilt. Nach seinem Eintritt in die Dienste des Postamtes Alzey im Januar 1940 wurde Holzmann in seine Dienstobliegenheiten als Briefkastenleerer, Zusteller und Abholer der Post an den Zügen eingeweiht. Gleich- bestände vor jeder Ansteckung zu schützen. Der Reichsnährstand empfiehlt daher zum Schutz gegen die Seucheneinschleppungsgefahr, vor der Einstellung der Hilfskräfte deren Arbeitskleidung durch kurzfristiges Aufkochen, die Schuhe und Geräte durch Abwaschen mit Iprozentiger Natronlauge entseuchen zu lassen. Sperrt die Katzen ein. Mitte Juni werden die Jungen der bei uns brütenden Singvögel flügge und machen in diesen Tagen ihre ersten selbständigen Flugversuche. Meist gelingen diese ersten Flüge nicht recht, und mancher junge Vogel erreicht sein Nest nicht wieder, er muß irgendwo in einer Ecke mit neuen Versuchen beginnen. Viele der jungen Vögel werden in diesen Tagen das Opfer der Katzen, die ihnen mit List und Tücke nachstellen. Sie jagen die halbflüggen Vögel, bis sie ermatten und sich nicht mehr erheben können. Vormilitärische Wehrerziehung im ASKK. * Hungen, 11. Juni. Am Samstag führte der Motor sturm 5/M 147 eine wehrsportliche Veranstaltung durch. Die zum Sturm gehörenden Trupps aus Lich, Villingen und Hungen traten in mehreren Gruppen in den Abendstunden an, um die ihnen gestellten Aufgaben zu lösen. Mit Kompaß und Planzeiger mußten auf der Karte mehrere Punkte ermittelt werden, die dann im Gelände aufzusuchen waren. Ein Sportplatz bei Nonnen- roth bildete das Endziel dieser geländekundlichen Hebung, die zugleich einer Marschleistung von 20 Kilometer entsprach. Sämtliche Gruppen fanden die durch Kontrollen überwachten Punkte und erreichten nach überraschend kurzer Zeit da4 Endziel. Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein kameradschaftliches Treffen bei Stürmführer Rinker in Nonnenroth, der seine NSKK.-Männer zu den erzielten guten Leistungen beglückwünschte und mit Nachdruck auf die große Bedeutung der vormilitärischen Wehrerziehung im NSKK. während des Krieges hinwies. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 11. Juni. Unteroffizier Heinrich Weide, zur Zeit bei der kämpfenden Truppe in Frankreich, erhielt dieser Tage das Westwall- Ehrenzeichen mit der dazu gehörigen Verleihungsurkunde. Reihe ausgezeichneter Spieler befand, die sehr aufeinander eingespielt sind und über eine ausgezeichnete Technik verfügen. Die Gießener hatten es hier nicht leicht, sich zu behaupten, zudem die Stadtelf fast durchweg aus sehr jungen Spielern besteht, deren kaum einer über 19 Jahre alt ist. Trotzdem hielten sie sich sehr gut und lieferten ein durchaus gleichwertiges Spiel, vermochten den Kampf in der ersten Halbzeit völlig offen zu halten und wurden lediglich nach der Pause etwas in die Defensive gekrängt Die erste klare Torchance hatten die Gäste. Dinges aber hielt den scharfgeschossenen und flach kommenden Ball durch seinen entschlossenen Einsatz. Nachdem auch der gegnerische Tormann Gelegenheit gehabt hatte, sein Können zu beweisen, mußte abermals Dinges in kritischer Situation und unter dem Beifall der Zuschauer eingreifen. Die Überraschung brachte dann ein zügiger Durchbruch von Balz, der im entscheidenden Augenblick geschickt zu Hofmann gab. Hofmann schoß entschlossen zum ersten mel- bejubelten Tor ein. Die Musik spielte den ersten Tusch. Aber kaum rollte das Leder wieder, kaum waren 30 Sekunden vergangen, da hatten sich die Gäste durchgespielt, es kam zu einem harten Kampf zwischen Sturm und Verteidigung und aus dem Gedränge heraus fiel der Ausgleich, den der Gießener Torwart kaum zu verhindern vermochte. Bald darauf kamen wieder die Blau-Weißen zum Zug. Ein Vorstoß und Alleingang auf der linken Seite, der Ball aus dem Lauf ge chossen, brachte das zweite Tor für die Gäste. Die junge Gießener Elf ließ sich aber nicht entmutigen. Noch vor Halbzeit ergriff Balz die Initiative, griff an, gab geschickt zu Kraft ab, der dann den zweiten Treffer für ferne Mann- schäft anbrachte Mit 2:2 Toren wurden die Serien gewechselt. Die Pausen wurden durch die Musik ausgefüllt, außerdem traten die Gießener Lerchathleten auf den Plan und zeigten im Kugelstoßen, wie spater auch im Hochsprung, ihr Können Die dab er er- zielten Leistungen wurden mit lebhaftem Verfall ausgenommen. _ v . In unvermindertem Tempo wurde dann der Fußballkampf fortgesetzt. Noch zweimal hatte die Musik Gelegenheit Tusch zu blasen. Ein Tor von den Gästen erzielt, konnte zunächst nicht gewertet werden. Ein verhängter Elfmeterball für dre Blau- Weißen brachte bann der Marineelf mit 3:2 dre Führung. Dinges bekam in der Folge noch manche Gelegenheit einzugreifen, aber auch sein Gegen- über bekam zu tun. Mit einem vierten Tor aus einem Strafstoß erzielt, sicherten sich die Gaste den Sieg. Für die Gießener Stadtelf war das Ergebnis, das erzielt wurde, ein schöner Achtungserfolg Das Ergebnis entsprach dem Spielverlauf. Die Marine hatte verdient gewonnen. Beide Mannschaften zeigten guten Fußball und wenn auch das große kämpferische Element fehlte, das sonst Punktekämpfe auszeichnet, so war der gestrige Kampf doch ein schönes Werbespiel, an dem man ferne Freude haben konnte. Die Marinemannschaft wird in den nächsten Tagen weitere Fußballkämpfe in Heidelberg, Walds- Hut, Nürnberg» Eisenach und Würzburg bestreiten. Im Anschluß an das Spiel versammelte sich dre Mannschaft der Marine zu einem gemütlichen Gaste- ■ abend im Hause einer Kameradschaft des NSDStB. Der Abend verlief sehr harmonisch. Es wurde Herz- , liche Freundschaft zwischen Soldaten und Studenten : geschlossen. zeitig erhielt er Kenntnis von den Strafen, die auf Amtsvergehen ruhen. Neben feiner mangelhaften Dienftverrichtung, wegen deren er schon im April entlassen werden sollte, hat der Angeklagte Amtsverbrechen begangen. Ein Liebesgabenpaket aus dem Ausland mit Kaffee hat sich Holzmann an- geeignet und zu feiner Braut gebracht. Den Kaffee verbrauchte die Braut, auch her Mutter war er sehr willkommen. Die Umhüllung des Paketes und das Begleitschreiben hat h. vernichtet. Ebenso hat er sich ein F e l d p o st p ä ck ch e n (einen Irrläufer) angeeignet. Beim Verstecken wurde er beobachtet. Der Angeklagte hat außerdem fortgesetzt Postsendungen in seine Wohnung gebracht und sie einige Tage liegen lassen, ehe er sie den Emp- fänaern zustellte. Die Strafe mußte um so schwerer aussallen, als sich der Angeklagte dre durch den Kriegszustand verursachten besonderen Verhältnisse für seine Straftaten zunutze machte. Funk Balz Kraft II. Heeg (VfB.-R.) (1900) (1900) (1900) Anton Benner (sämtlich VfB.-R.) Goß (1900) Schlitz (VfB.-R.) Stadtelf: Dinges (1900) Als der Ball freigegeben war, war rasch zu erkennen, daß sich in der Mannschaft der Gäste eine * G i e ß e n, 13. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 10^, Kartoffeln, 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., gelbe Rüben, das Bund 25 Rpf., Romlsch- kohl 15, Spargel 29 bis 63, Tomaten 55, Meerrettich 70, Rhabarber 10 bis 13, Kirschen 48 bis 67, Stachelbeeren (unreif) 28 bis 30, Erdbeeren 48 bis 87, Salat, das Stück 10 bis 15, Salatgurken 35 bis bis sie ermatten und sich nicht mehr erheben tonnen. 48, DberEoHrabi 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich Dann fallen sie der Katze unrettbar zum Opfer. Es 110 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. an: Thren Becker Schwarze Tsysack Minuty Niytsch Gemecker Zeidler Forster Schubert NSG. In der schönen Schwalm wurde das erste Arbeitsdiensllager für die weibliche Jugend errichtet, heute sollen die Arbeitsmaiden in dem kleinen Dorf Loshausen eintreffen und dort das kleine Schlößchen beziehen. Annelies stand schon lange am Bahnhof und schaute mit blauen Augen nach dem Zug aus, ob oenn nicht endlich die Arbeitsmaiden kommen ivoll- ten, von denen man doch schon überall im Dorf erzählte. Endlich ist es soweit. Schnaubend und zischend kommt der Zug an. Da springen auch schon aus allen Ecken die Schwälmer Buben und Mädel herbei, um die Arbeitsmaiden zu begrüßen. Freilich stehen sie jetzt etwas verlegen da, als die Türen aufgehen und 36 frohe Arbeitsmaiden, beladen mit Koffern und Paketen, aus dem Zug Hüpfen. Schnell Stehen sie in Reih' und Glied und nun geht es ingend durchs Dorf in Begleitung aller Kinder. An >en Fenstern und Türen stehen die Bauern, um ihre zukünftigen Helferinnen zu begrüßen. Erstaunt blicken die Arbeitsmaiden um sich. Sie kennen ja alle die Schwalm schon vom Erzählen her. Als sie nun durch die breite Dorfstraße mit den weißen Fachwerkhäusern gehen, begegnen ihnen Bauern und Bäuerinnen in ihrer schönen alten Tracht, die auf dem Weg zum Feld sind und nun den Mädel freundlich zunicken. Mitten im Dorf steht das Lager. Es ist ein großes Haus mit einem herrlichen Garten. Die Bauern nennen es einfach das Schloß und somit ist es auch jedem klar, daß es ein ganz besonderes Haus ist, das nun die Arbeitsmaiden beziehen sollen. Der gestrige Mittwochabend brachte auf dem Waldsportplatz ein schönes sportliches Ereignis. Die Marinemannschaft, die am Vorabend schon auf das herzlichste in Gießen willkommen geheißen worden war, trat gegen eine Stadtelf zu einem Fußball- Werbe spiel an, das die blauen Jungen mit 4:2 Toren gewinnen konnten. Zu der Veranstaltung hatten sich zahlreiche Gaste eingefunden. Kreisleiter Backhaus und Kreis» arntsleiter Klöß vertraten die Partei, unter den Zuschauern sah man den Landrat Dr. Lotz, Ossi» ziere des Heeres und der Luftwaffe, die Marine- Hitler-Jugend trat in Verbundenheit mit den Kameraden der aktiven Marine geschlossen und, und chließlich fäuntten auch die vielen Freunde des Fußballsports den schönen Platz. Ein Musrkkorps der Wehrmacht konzertterte. Herzliche Segrüßung. Lebhafter Beifall begrüßte die Mannschaften, als sie in das Feld liefen. Die Gäste traten im blau- weißen Dreß an, während die Gießener Mann- chaft im schmucken roten Dreß der Stadtelf einliefen. Fußballfachwart Henkel hielt eine kurze Ansprache und gab seiner Freude über das bevorstehende Spiel Ausdruck. Er sagte, daß es nicht so sehr um Tore gehe, sondern vielmehr um ein Werbespiel, das in kameradschaftlichem Geiste aus- getragen werden soll. Kreisleiter Backhaus hieß die Kameraden von der Wasserkante willkommen, sprach von feiner eigenen engen Verbundenheit mit der Marine und betonte, daß sich auch die Bevölkerung der Stadt Gießen herzlich über den Besuch freue. Er lenkte sodann die Gedanken auf die Kameraden, die vor dem Feind stehen und die Wacht halten an den Grenzen, auf Öen) Wasser, wo immer es sei, er betonte aber auch, daß an der inneren Front jeder seine Pflicht erfüllen müsse. Insbesondere gehöre dazu auch die sportliche Betätigung, durch die unser Volk wehrfähig erhalten bleiben muß. Zum Zeichen der Verbundenheit und der Erinnerung überreichte Kreisleiter Backhaus dem begleitenden Offizier der Fußballmannschaft ein Bild, das das Gießener Rathaus darftellte. Der Osft- zier dankte im Namen seiner Mannschaft für aast- lichen Empfang und versprach, dem Ehrengeschenk einen würdigen Platz zu geben. Seinerseits überreichte er dann ein Bild des Schiffes, auf dem die Mannschaft dient. NSRL.-Bezirksführer Stein sprach ebenfalls noch einige herzliche Worte der kameradschaftlichen und sportlichen Verbundenheit und übermittelte sodann jedem Spieler der Gastmannschaft ein Buch als Erinnerungsgeschenk. Das Spiel. Zum Spiel traten die Mannschaften in folgenden Frankfurt a. M., 12. Juni. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (gegen 60 bis 65 am 7.6.), b) 54 bis 59 (53 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (20 bis 40); hämmel b2) 49 (48 bis 49), c) 30 bis 44 (44); Schafe a) 42 bis 44 (41 bis 44), b) 36 bis 40 (38), c) 20 bis 32 (18 bis 32); Schweine a) 56 (56), _______________________________ bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), —.— Homberg, 12. Juni. Der heutige e) 50 (50) gl) Sauen 56 (56). Marktverlauf: Käl- Schweinemarkt war mit 73 Ferkeln besucht. Man ber, Schafe und Schweine zu geteilt. Keine Spur von HM. Roman von Lharlotte Kaufmann. 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Der schwarze kleine Dampfer, an vielen Stellen verrostet und mit Mennige überstrichen, vermittelte den Austausch der Post und Fracht nach der Stadt. Man konnte auch mit der Bahn nach Rapoll kommen, aber erst nach einem großen und zeitraubenden Umweg, dem sich kaum jemand aussetzte. Mjälln hatte eine Vorliebe für diesen unbekannten und verträumten Ort, dem er so geruhsam auf einem schwankenden kleinen Schiff entgegenfuhr. Warum, hätte er nicht sagen können. Vielleicht deshalb, weil er eine romantische Seele hatte, ohne es zu wissen. Mjölln vergaß, was er vergessen wollte, Arbeit, Alltag. Er träumte. Vergangenes kam in seine Erinnerung. Wünsche stiegen in ihm auf, stille, kleine Sehnsüchte, schemenhaft und kaum greifbar. Sein Gesicht wurde weich und aufgeschlossen, ein zufriedenes Altmännergesicht, das Frommel, sein Sekretär Fromme!, im Augenblick kaum mehr erkannt hätte. Rapoll war Mjöllns Heimat, hier war er zur Welt gekommen vor neunundfünfzig Jahren. Die Fahrt dauerte vier Stunden. Als der Kapitän des Dampfers, der zugleich Steuermann und Rudergast war, das Rad nach Backbord drehte, lag bereits die Dämmerung mit dichten Nebeln über der See. Der Horizont verschwand in der Unendlichkeit. Sie fuhren zwischen den beiden Landzungen hindurch, hinein in die Mündung des Flusses, an dem Rapoll lag. Weidenbäumchen und gespenstige Seezeichen begrenzten die Fahrtrinne. Mjölln fror jetzt, aber er achtete nicht darauf. Er sah nach Norden zu der tief ins Meer hineingeschobenen, einsamen Landzunge, auf der, wie er wußte, Hunderte und Tausende von Möwen nisteten. Dort war sein Reich gewesen, als er jung war, ein Kind, vor fünfzig Jahren. Im Schatten der hereinbrechenden Dunkelheit schob sich Rapoll am rechten Flußufer heran. Durch das Grau der Nebel leuchteten ein paar bunte Farbflecke« ein Lager- manchmal, die Fischerboote ober die Insel im Fluß mit der Mühle." Mjölln schüttelte den Kopf. „Die Insel mit der Mühle? Die Buchsbaumhecken vielleicht, die dort herumstehen und so zugestutzt sind, daß man sie fürchten könnte?" „Dem einen gefällt eben dies und dem anderen 1 „Als ich heute morgen aus dem Fenster sah, bin ich erschrocken vor diesen Buchsbaumhecken. 2/te ganze Insel samt der Mühle und den zwei Pappeln am Ende sieht man von Gryguls Wirtschaft aus wie ein im Fluß schwimmendes Kamel." Thöt lächelte nachsichtig. „Du hast eben viel Phon' tasie. Als Rechtsanwalt braucht man das vielleicht. Ich für mein Teil kann mich nicht erinnern,Je ein schwimmendes Kamel in unserem Fluß gesehen zu haben. Die Maler sind jedenfalls hier. Zumal im Sommer. Wir haben selbst vor zwei Jahren einen beherbergt." , , . „So." Mjölln spitzt den Mund. „Wie hat er denn geheißen?" „Gode, hieß er, Stefan Gode." Mjölln schien enttäuscht zu sein. Er 30$ die Stirn in Falten, „hat er auch etwas gemalt? „Manchmal. Solche Künstler haben ja das schon)« Leben." „Was hat er denn gemalt? Vielleicht ein Mäd" eben am Strand?" _ , „ „Ich denke, du willst überhaupt nicht an Mal« erinnert werden, und nun interessierst du dich schoN" wie die Bilder sind, die sie malten. „Das kann ich doch." .... „Oh, sicher. Wenn es dir jetzt Spaß macht. £££ grinste. Er fühlte sich außerordentlich wohl bei 0 spitzen Unterhaltung, die er stets so mit MMN 3 führen pflegte. <_ Mjölln wurde ungeduldig. „Ich will wysen, 0 dieser Stefan Gode etwa ein lächelndes Maoeye am Strand gemalt hat." Ä „Nein, er hat nur Fischerboote gemalt. Den gelöej Kahn von Jorik zum Beispiel mit seinem rote Segel drauf. Möglichst bunt alles. Ueberyaupt oie- fer ganze Gode war ein denkbar unangenehm. Mensch. Eines Tages ist er verschwunden, bei und Nebel sozusagen, ohne seine neue Adresse an zugeoen, ohne sich beim' Bürgermeister abzumew und ohne das letzte Abendessen zu bezahlen. es sei ihm gegönnt." (Fortsetzung iMW Haus aus Backstein, drei grün gestrichene Badehütten und ein rotes Fischersegel. Mjölln war in seiner Heimat. Mit steifen Füßen, in die sich die Kälte vier Stunden lang eingesaugt hatte, ging er an Land. Er fühlte das Kopfsteinvslaster der alten Stadt durch seine Schuhsohlen hindurch, als er zu Gryguls Wirtschaft hinaufging. Seine Nase war gerötet, und der Atem ballte sich zu Wolken vor seinem Mund. Es war nun sehr falt am Abend, und Mjölln freute sich auf Gryguls Bauernstube, auf ein Glas Grog und ein ordentliches Abendessen. Grygul war baß erstaunt, als er Mjölln in die Stube kommen sah. „Doktor Mjölln!" rief er. „Was ist los? Wo kommen Sie her? Mitten im Winter? Sie sind doch nicht etwa krank, mein lieber Doktor?" Und noch ehe Mjölln recht die Tür hinter sich zugemacht hatte, war er schon aus seinem Mantel geschält und hinter den Ofen geschoben worden. „hm." Mjölln stieß einen behaglichen Seufzer aus. Er legte die Arme auf den weißgescheuerten Tisch und lachte. „Krank soll ich sein, Gott bewahre! Nein, noch bin ich gesund. Aber der Arbeit bin ich ein wenig ausgerissen, haha. Und nun haben Sie wohl etwas zu essen und zu trinken. Vor allem zu trinken. Ich bin mächtig ausgefroren." Grygul brachte, was Haus und Keller boten, und als Mjölln zwei Stunden später zu Bett ging, war er vollkommen zufrieden. Er fühlte nicht die geringste Reue darüber, daß er Frommel und das ganze Büro allein gelassen hatte. Während er die Vorhänge zuzog, warf er noch einen Blick auf den Hasen hinunter und auf das Schiff „Rapoll", das fest vertäut am Kai lag und bereits schlief. Am nächsten Montag fuhr er erst wieder zurück in die Stadt, und so lange würde aud) Mjölln hierbleiben, der einzige Gast in Gryguls alter Hafenwirtschaft. Uebrigens war Mjölln auch die nächsten drei Tage sehr zufrieden und vergnügt. Er beschäftigte sich damit, seine Bekannten aufzusuchen, Kaffee zu trinken, Kuchen zu essen, durch die Gärten und über nebelfeuchte Wege zu schlendern. Die Buchenwälder, die Rapoll umgaben, waren zwar kahl und rochen nach Moder mit all ihrem sterbenden Laub; die Knicks, die die Wiesen der Bauern umsäumten, starrten dürr über die Bodennebel hinaus — aber Mjölln gefiel es trotzdem. Am Sonntagnachmittag (tritt ex sich beinahe deswegen mit Henry Thöt, der inmitten eines weiten Gartens ein winziges Haus besaß. Er war ein alter Pensionär und lebte bereits feit zehn Jahren in Rapoll. „Du willst doch nicht etwa sagen, daß dieser Garten hier beispielsweise schön ist", begehrte er auf und wies mit seiner Pfeife zwischen den getupften Gardinen durchs Fenster. Mjölln drehte seinen Kopf und sah über die zugedeckten Blumenbeete hinweg, den verwitterten Zaun und den grünspanbedeckten Brunnen, der fast zwischen abgefallenem, braunschwarzem Laub verschwand. . „Doch", behauptete er fröhlich, „er gefällt mir.' „Nun, das sagst du so, weil du mich ärgern willst. Siehst du, so ein Garten im Herbst und Frühwm- tcr, solange der Schnee noch nicht gekommen ist, ist etwas Trostloses. Etwas, wovor man die Augen zumachen soll, denn man wird nur melancholisch davon. Man wird an den Friedhof erinnert." „Oh, im Gegenteil", rief Mjölln, „man soll daran denken, daß es jetzt nicht mehr so lange zum näch- sten Frühjahr ist, wie etwa, wenn es erst August wäre." Thöt lachte. „Ja, ja, bas meinst du. In meinem Alter denkt man aber nicht mehr an den Frühling. Du bist allerdings immer ein Optimist gewesen. Für dich ist alles eine Kleinigkeit. Du bist fast genau so wie alle die verrückten Maler, die uns überfallen und malen, Frühling, Sommer, Herbst und Winter." Mjölln hob den Kopf. „Maler?" sagte er. „Erinnere mich nicht an Maler." Thöt sah den Freund forschend an. „Weshalb soll ich dich nicht an Maler erinnern? Was hast du schon mit Malern zu tun?" Mjölln biß leidenschaftlich in ein Stück Kuchen. „Allerhand", entgegnete er, „aber du sollst mich nicht daran erinnern." Plötzlich hob er indes wieder die Augen und sah seinen Freund Thöt an. „Maler, zum Teufel, welche Maler überlaufen euch denn? Willst du vielleicht sagen, daß in dieses abgelegene Nest Maler kommen? Ausgerechnet nach Rapoll?" „Nun, sie kommen jedenfalls." „Und was malen sie denn?" „Ach, den Hafen, den Fluß, die Wiesen, die Gärten, die Buchenwälder. Weiß Gott. Die Schiffe